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Inhalt
Im 12. Jahrhundert malt sich eine Frau namens Guda in einen verzierten Buchstaben und schreibt dazu: Sie hat dieses Buch geschrieben und gemalt. War sie eine Ausnahme? Oder sehen wir nur sie und den Rest nicht?
Ein Forschungsteam hat 2025 zum ersten Mal nachgezählt, wie viele mittelalterliche Handschriften von Frauen abgeschrieben wurden. Grundlage sind Kolophone, also kurze Notizen am Ende einer Handschrift, in denen sich die Schreibenden manchmal verewigt haben. Das Ergebnis: Von 23.774 Notizen stammen mindestens 254 sicher von Frauen, also rund 1,1 Prozent. Hochgerechnet könnten Frauen im Mittelalter über 110.000 Bücher abgeschrieben haben, und rund 8.000 davon müssten heute noch existieren.
Wir klären den Unterschied zwischen Autorin und Schreiberin und lernen Birgitta kennen, die ihr eigenes Werk nicht ganz so gelungen fand. Außerdem geht es darum, warum die 1,1 Prozent nur eine Untergrenze sind. Und warum die spannendste Erkenntnis der Studie keine Entdeckung ist, sondern eine Lücke.
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#Mittelalter #Deutschland #Europa #Forschung
Inhalt:
00:00:00 Intro und Vorgeplänkel
00:12:38 Capitulatio de partibus Saxoniae
Dreißig Jahre Krieg, Massendeportationen, und ein Gesetz mit zwölf Todesstrafen am Stück – das ist die Geschichte der Unterwerfung Sachsens unter Karl den Großen. In dieser Folge schauen wir direkt in die Capitulatio de partibus Saxoniae, Karls brutalste Verordnung, begleiten die Sachsen durch ihren zähen Widerstand und fragen: Warum musste Karl sein eigenes Gesetz am Ende wieder revidieren?
Links
Codex Palatinus latinus 289
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#Mittelalter #Deutschland #Europa
Das Lorscher Arzneibuch ist das älteste erhaltene medizinische Buch Deutschlands – geschrieben um 800 von Mönchen in einem hessischen Kloster, die nicht nur Rezepte sammelten, sondern die Medizin vor dem Christentum verteidigen mussten.
Wir schauen heute: Was steckt in den 482 Rezepten, warum brauchte ein Arzneibuch ein theologisches Vorwort und wie landet ein Buch aus Lorsch am Ende in Bamberg? UNESCO-Weltdokumentenerbe, mittelalterliche Käseschimmel-Therapie und ein Arzt, der vorher bezahlt werden will: alles dabei ;)
Viel Spaß beim Hören!
Eure Katrin
Lorscher Arzneibuch (Bamberg, Staatsbibl., Msc. Med. 1)
Informationen im Handschriftencensus
Direkt zum Digitalisat
Links und Quellen
UNESCO / Staatsbibliothek Bamberg: Eintrag zum Weltdokumentenerbe „Lorscher Arzneibuch", online verfügbar (abgerufen 2025)
Stoll, Ulrich: Einleitung zur wissenschaftlichen Erschließung des Lorscher Arzneibuches, Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg, 1989
Fischer, Klaus-Dietrich: Aufsatz zur kritischen Auseinandersetzung mit den Thesen Gundolf Keils zum Lorscher Arzneibuch, 2010
Stoll, Ulrich / Keil, Gundolf (Übers.): Das Lorscher Arzneibuch. Übersetzung der Handschrift Msc. Med. 1 der Staatsbibliothek Bamberg. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1989.
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Inhalt:
00:00:00 Intro
Die Band In Extremo gelten als DIE Mittelalterband. Aber sind sie das wirklich? Und (viel interessanter ) warum glauben wir oft eigentlich, was wir glauben, wenn wir „Mittelalter" hören?
Ich schaue mir mal an, wie Geschichtsbilder entstehen können, warum das Mittelalter in unseren Köpfen größtenteils eine Erfindung der Romantik ist, und was das mit Quellenkritik zu tun hat - und ich werde an der ein oder anderen Stelle auch ein bisschen fuchsig, glaube ich :D
Hinweis: Es gibt wieder Vorgeplänkel, ab Minute 12:30 geht es inhaltlich los.
Links und Quellen
Groebner, Valentin: Das Mittelalter hört nicht auf. Über Geschichte und Politik der Vergangenheit. C.H. Beck, München 2008.
Velten, Hans Rudolf / Specht, Theresa (Hg.): Mittelalter und Populärkultur. transcript Verlag, Bielefeld 2024.
Interview In Extremo in Planet View (2011)
Interview In Extremo Hitparade
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937 gründet Otto der Große in Magdeburg ein Kloster. Bis heute steht in Geschichtsbüchern: Es war ein Missionskloster zur Christianisierung der Slawen. Nur dumm, dass in der Originalurkunde davon kein einziges Wort steht. Wie konnte sich dieser Mythos über Jahrhunderte halten und wer hatte ein Interesse daran? Ein Forschungskrimi zwischen Heiliger Lanze, Heiligenkult und dunkler Wissenschaftsgeschichte :)
Viel Spaß beim Hören!
Links und Quellen
Freund, Stephan: „Otto der Große und die Slawen. Ideologische Instrumentalisierungen versus empirische Befunde", in: Freund/Köster/Puhle (Hrsg.), Des Kaisers letzte Reise.
Stephan Freund, Matthias Puhle: Otto der Große 912–973Kaiser der Römer, König der Völker, 2023.
Becher, Mathias: „Vitus von Corvey und Mauritius von Magdeburg: Zwei sächsische Heilige in Konkurrenz", in: Westfälische Zeitschrift 147, 1997.
Bogdanovics, Lorenz : Inszenierte Kaisertreue. Die Statue des Heiligen Mauritius im Magdeburger Dom, Graz 2019.
Informationen und Abbildungen der Urkunde im Landesarchiv Sachsen-Anhalt
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Wann habt ihr zuletzt einen Brief geschrieben? Also so mit der Hand, mit Stift und so? ;)
Briefe schreiben klingt erstmal irgendwie nach Schulzeit, Karopapier und Brieffreundschaften. Aber im Mittelalter war ein Brief manchmal eine Waffe, manchmal ein Liebesbeweis und manchmal der Grund, warum man von Piraten gekapert wurde.
Lasst uns in die mittelalterliche Briefkultur schauen: Wer überhaupt schreiben konnte (Ihr wisst es sicher!), wie die ars dictaminis das Briefeschreiben zur Kunstform machte und was päpstliche Geheimdokumente mit dalmatinischen Piraten zu tun haben.
Und außerdem: Warum eure letzte Bewerbungs-E-Mail strukturell aus dem 12. Jahrhundert stammt …
Viel Spaß beim Hören!
Links und Quellen
Grażyna Kryszczuk: Briefe im Mittelalter / Listy średniowieczne, in: Annales Universitatis Mariae Curie-Skłodowska, Vol. XIX, Sectio FF, Lublin 2001.
Wolfgang Achnitz: [Rezension] Christine Wand-Wittkowski, Briefe im Mittelalter. Der deutschsprachige Brief als weltliche und religiöse Literatur. Herne 2000.
Klaus Herbers: Verlust – Veränderung – Ersatz: Beispiele der Briefpraxis im 9. Jahrhundert.
Roland Zingg: Grundsätzliche Überlegungen zu Briefen und Briefsammlungen des früheren Mittelalters bezüglich Quellengattung und Überlieferung.
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Rauhnächte sind “zwischen den Jahren” irgendwie überall – als Ritualpaket für Rückblick, Neustart und Sinnsuche. In dieser Folge klären wir, was an den Erzählungen rund um „uralte Tradition“ historisch greifbar ist, wie spätere Deutungen daraus ein geschlossenes germanisches Erbe gemacht haben, und warum die Rauhnächte als Format heute trotzdem so gut funktionieren. Ein Blick auf Quellen, Motive und Mechanismen …
Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei einer etwas längeren Folge!
Links und Quellen
Johannes Hartlieb, Buch der verbotenen Künste: Überlieferung im Handschriftencensus
Hans Vintler, Blumen der Tugend: Überlieferung im Handschriften
Konrad Bollstatter: Losbücher-Sammlung: Infos im Handschriftencensus
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Hinweis: Diese Folge entsteht mit freundlicher Unterstützung des LWL‑Museums in der Kaiserpfalz. Meine Erfahrung und meine Meinung bleiben davon unberührt.
Wie und wo beginnt Westfalen?
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Zur Ausstellung 775 Westfalen
Website der Ausstellung
Website der Kaiserpfalz
Instagram-Account der Kaiserpfalz
IRMIMI-Folgen zu den Sachsenkriegen
IRMIMI #65: Das Blutgericht von Verden
IRMIMI #19: Sachsengeschichte Widukind von Corvey
IRMIMI #2: Sächsisches Taufgelöbnis
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00:00:35 Hausmeisterei
00:08:29 Sachsenhain mit Björn Hennecke
00:39:30 Kommentar von Hörer Mathias
Im Jahr 2022 sind der liebe Björn Hennecke (“Der Geschichtsler”) und ich zum Sachsenhain in Verden gefahren. Dort soll sich 782 das “Blutgericht von Verden” im Rahmen der Sachsenkriege Karls des Großen abgespielt haben, bei dem angeblich 4.500 Sachsen enthauptet worden sein sollen.
Die Nationalsozialisten haben dann in den 1930er Jahren einen “Gedenkort” errichtet - 4.500 Steine zieren so den Rundgang am Sachsenhain. Doch was hat das brutale Ereignis im Jahr 782 mit den Nationalsozialisten zu tun?
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Ein mittelhochdeutscher Heldentext – überliefert in einer jüdischen Handschrift, geschrieben in hebräischer Schrift: Der Dukus Horant sprengt jede literarische Schublade. In dieser Folge erkunden wir, was kulturelle Zugehörigkeit wirklich bedeutet, warum ein Text auch ohne Ende eine Geschichte erzählen kann – und was passiert, wenn Identität, Sprache und Herkunft plötzlich nicht mehr zusammenpassen.
Literatur
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Irgendwas mit Medien? Nein, irgendwas mit Mittelalter! IRMIMI erweckt mittelalterliche Handschriften und ihre Storys zum Leben. Denn sie erzählen uns, was war, und erlauben uns, in die Welt von…

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