Der Soundtrack meines Lebens

Jehnny Beth


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Am Vorabend ist sie noch, auf Tour mit ihrem zweiten Soloalbum “You Heartbreaker, You”, auf der Bühne der Berghain Kantine zu sehen. Mit kurzem Rock und streng gegelten Haaren, ganz nah am oder gleich im Publikum. Sie und ihre Band spielen unter anderem ein Hardcore-eskes Cover von Björks “Army Of Me”.

 

Elf Stunden später sitzt Jehnny Beth, die eigentlich Camille Berthomier heißt, bei Gastgeber Jan Schwarzkamp auf dem Wohnzimmersessel.

 

Sie kommt an Heiligabend 1984 in Poitier zur Welt und wächst dort auf. Ihre Eltern sind Theaterregisseure, weshalb sie früh in Kontakt mit der Schauspielerei kommt, aber auch mit Jazz und klassischer Musik.

 

Also singt die kleine Camille bald Chet Baker und hat irgendwann sogar eine Jazz-Girl-Band.

 

Den größten Einfluss hat aber Nicolas Congé auf sie. Der ist Musiker und hat einen guten Geschmack. Mit ihm zieht sie, 22-jährig, nach London.

 

Sie wird Jehnny Beth, er wird Johnny Hostile. Zusammen haben sie das Duo John & Jehn. Er produziert auch Savages, die Post-Punk-Band, in der Beth ab 2011 singt und mit der sie ihren internationalen Durchbruch feiert.

 

Auch nach ihrem Alleingang und der Rückkehr nach Frankreich bleibt Hostile der treue Kreativpartner an Beths Seite.

 

Die hat sich längst auch als Schauspielerin etabliert, als sexpositive, bisexuelle Feministin, die gern gesehener Gast ist auf Platten von Künstlern wie Trentemöller, Tindersticks, Gorillaz und Idles. Mit Bobby Gillespie von Primal Scream veröffentlicht sie 2021 gar ein komplettes Duett-Album.

 

Quasi nebenbei moderiert sie für den deutsch-französischen Sender Arte die Sendung “Echoes”. In der spielen vornehmlich Indiebands und Künstler:innen Live-Shows, drumherum lädt Beth zum Interview.

 

Außerdem hat sie über 132 Episoden lang eine Radiosendung für den Streaming-Dienst von Apple, “nur, damit ich alle meine Helden treffen kann.” Darunter: Geoff Barrow, Mike D, Peaches, Mike Patton, Henry Rollins…

 

Im Gespräch zu “Der Soundtrack meines Lebens” erfahren wir unter anderem, dass Steve Albinis Band Shellac daran schuld sind, dass sie mit ca. 13 den Bass in die Hand nimmt. Und dass ein Freund ihr ab etwa dem zehnten Lebensjahr Bands und Künstler wie Pixies, Iggy Pop und Joy Division nahebringt.

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