
Sign up to save your podcasts
Or


Erste Solo-Folge, und gleich ein heißes Thema. Gestern wurde eine schwere Sicherheitslücke in PHP öffentlich, der Sprache, auf der ein großer Teil des Webs und unzählige WordPress-Seiten laufen. Daniel erklärt, was dahintersteckt, warum der Patch wegen eines Leaks vorgezogen werden musste und warum viele Betreiber ihre Systeme lieber ganz abgeschaltet haben, solange es noch keinen Fix gab.
Das eigentlich Interessante ist aber der Mechanismus dahinter: Die jahrzehntealte Lücke wurde mit Hilfe von KI gefunden, und mit Hilfe von KI werden Angriffe jetzt so günstig, dass die Zahl der Ausnutzungsversuche schon am ersten Tag in die Millionen ging. Security wird damit zum Räuber-und-Gendarm-Spiel, in dem beide Seiten aufrüsten.
Daniel teilt seinen Blick aus der Praxis, von den Kundenanrufen bis zur Frage, warum klassische Patch-Days einmal im Monat nicht mehr funktionieren und Patchen eventgesteuert und automatisiert werden muss. Sein Fazit: Der Fix diesmal war einfach, aber auf die ganze Branche kommt bei genau diesem Thema noch einiges zu.
Zu Gast ist Dr. Jonas Hennig, seit zwölf Jahren Strafverteidiger und heute in einer der führenden Strafrechtskanzleien Deutschlands. Er bringt die Geschichte eines seiner ersten Mandanten mit, nennen wir ihn Ralf.
Ralf ist 14, drogenabhängig und steht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls vor Gericht. Seine verzweifelte Mutter bittet Jonas nicht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren, sondern darum, ihn zu retten. Der Staatsanwalt will unbedingt Jugendhaft, Jonas kämpft für einen anderen Weg: einen Therapieplatz in einem Hamburger Jugendhaus. Dann stellt sich heraus, dass Ralf nicht ehrlich war, und kurz vor der Verhandlung noch einen zweiten Raub begangen hat.
Wie dieser Fall trotzdem ausgeht, warum Resozialisierung im Jugendstrafrecht oft trotz und nicht wegen des Knastes gelingt und welche Begegnung Jonas Jahre später in einem Fünf-Sterne-Hotel hatte, erzählt er in dieser Folge. Außerdem: welche Fälle er heute verteidigt, wie er sich von belastenden Mandaten abgrenzt und warum täglicher Sport und Meditation sein Ausgleich sind.
Daniel wartet seit Monaten darauf, diese Geschichte zu hören, und sie hat es in sich.
Zu Gast ist Christopher Mürle, 42, Unternehmer und leidenschaftlicher Weltreisender. Nach Stationen in Costa Rica, Argentinien und den USA wird er während seines Studiums bei Würth gefragt, ob er den Vertrieb in Ulaanbaatar unterstützen will. Alle anderen winken ab, Christopher sagt in zwei Sekunden zu.
Dann kommt sein erster Abend in der Mongolei. Ein Taxi, eine vorgetäuschte Panne, ein zweiter Mann mit einem Messer, die Kindersicherung unten und eine Fahrt aus der Stadt hinaus, bei der Christopher um sein Leben fürchtet. Wie er da wieder herauskommt, warum direkt danach der glücklichste Moment seines Lebens folgt und warum ausgerechnet der Heimweg zur nächsten Mutprobe wird, erzählt er in dieser Folge.
Außerdem: wie aus dem Weltreisenden ein Unternehmer mit eigener Vertriebsagentur wurde, wie KI über AI Sales Intelligence seine Neukundengewinnung gerade radikal verändert und warum Laufen sein wichtigster Ausgleich ist.
Vicky war auf der BASTA in Frankfurt und saß dort auf einem Panel zu einem noch ganz neuen Thema: Agentic UI.
Die Grundidee ist so simpel wie weitreichend. Statt dir einen langen Text zurückzuschreiben, den du scrollst und aus dem du dir das Wichtige selbst heraussuchst, baut die KI dynamisch eine Oberfläche: Buttons, Bilder, Auswahlmöglichkeiten, genau dann, wenn du sie brauchst.
Daniel und Vicky spinnen den Gedanken weiter, von Jakob Nielsens Vision einer Website, die sich erst on the fly aus deinen Präferenzen zusammenbaut, bis zu Salesforce, das komplett auf agentisch umstellt und den Verkäufer bald nur noch mit seinem Chatfenster reden lässt.
Aus UX-Sicht bringt Vicky den Kern auf den Punkt: Dem User ist völlig egal, wie viele Protokolle dahinterstecken, er will Tempo und Verständlichkeit.
Im zweiten Teil geht es darum, warum dank günstiger Softwareentwicklung endlich passgenaue Software entsteht, warum das berüchtigte „Bemerkung 1"-Feld mit der Schuhgröße drin bald der Vergangenheit angehört und warum Standard- gegen Individualsoftware nicht gleichbedeutend ist mit schlechten gegen gute Prozesse.
Daniel war diese Woche auf der Zukunft Personal Europe in Köln, einer der größten HR-Messen im deutschsprachigen Raum, und bringt einen Messebericht mit.
Drei Hallen, die erste komplett voll mit HR-Software von SAP über Microsoft bis zu dutzenden Anbietern, und sein erster Eindruck: Die machen eigentlich alle dasselbe.
Sein zweiter Eindruck war der spannendere.
Ausgerechnet KI, das Thema, das die ganze Branche gerade umkrempelt, war auf der Messe kaum präsent.
Daniel und Vicky, die selbst aus dem SAP-HCM-Umfeld kommt, diskutieren, warum das so ist: weil sich Software heute viel leichter bauen lässt und damit neue Konkurrenten viel schneller aufstehen können, warum HR-Anwendungsfälle unter dem EU AI Act schnell zum Hochrisikosystem werden und dadurch stärker reguliert sind, und warum sich die Branche bei KI gefühlt erst am Anfang befindet.
Zum Schluss geht es noch um die Corporate-Health-Halle und die Frage, warum man vieles besser hinbekommt, wenn man den Kopf einfach abschaltet.
Webseiten klingen nach einem statischen Thema, sind es aber gerade überhaupt nicht.
Daniel erzählt, wie er die WordPress-Seiten seiner Firma auf statische Websites umgebaut hat, aus Sicherheits- und Geschwindigkeitsgründen, und warum das ein überraschendes Nebenprodukt hatte: Er konnte die komplette Seite über ein Chat-Interface umbauen, Inhalte und Design gleichzeitig, inklusive einer englischen Variante auf Zuruf.
Markus ordnet ein, warum es dafür trotzdem weiterhin Handwerk und Domain Knowledge braucht, von Hosting über Komponenten und Versionierung bis zu Anthropics Skills.
Und dann wird es grundsätzlich: So wie Websites vor Jahren mobil-optimiert werden mussten, müssen sie jetzt KI-Bot-optimiert sein. Rund die Hälfte der Besucher sind heute keine Menschen mehr, sondern KI-Agenten wie ChatGPT oder Claude.
Was das für Auffindbarkeit, Textversionen, llms.txt und die Ablöse von klassischem SEO durch GEO bedeutet, besprechen die beiden am konkreten Beispiel.
Diesmal ist alles anders: Vicky Pirker übernimmt das Mikrofon und interviewt Daniel über die Zukunft der Softwareentwicklung.
Aufhänger ist ein kurioses Detail, denn Googles KI-Übersicht bezeichnet Daniel als „Kulturexperte für künstliche Intelligenz".
Von dort geht es tief ins Thema: Warum sich die Art, wie wir Software bauen, jahrzehntelang kaum verändert hat, warum der eigentliche Engpass immer die Zeit war und wie generative KI genau diesen Engpass gerade auflöst.
Daniel erklärt, warum das die Preislogik und die Geschäftsmodelle der ganzen Branche ins Wanken bringt, was man an den Börsenkursen der SaaS-Anbieter ablesen kann und warum der wertvollste Skill nicht mehr das Schreiben von Code ist (Spoiler: war er auch vorher nicht), sondern das Verstehen dessen, was der Kunde wirklich braucht.
Und natürlich die Frage, die alle stellen: Lohnt es sich überhaupt noch, programmieren zu lernen?
Markus Tripp hat es „wie ein Krimi" genannt, und genau das ist es.
OpenAI testet seine Modelle auf einem abgeschotteten System: tausende KI-Agenten, jeder mit einer schweren Sicherheitsaufgabe, kein Internet, alles dicht.
Doch die Agenten finden einen Weg. Über einen internen Paketserver bauen sie sich ein eigenes Nachrichtensystem, beginnen in menschlicher Sprache miteinander zu reden, entdecken eine Sicherheitslücke und brechen ins Internet aus, bis sie sich zu Hugging Face durchhacken.
In dieser Folge zeichnen Daniel und Markus den Vorfall Schritt für Schritt nach und stellen die eigentlich beunruhigende Frage:
Die Absicht war nie böse, die Agenten wollten nur ihre Aufgabe lösen.
Was passiert, wenn jemand mit böser Absicht einen solchen Agentenschwarm loslässt, und wie sollten sich Unternehmen darauf vorbereiten?
Zwei Menschen, ein Begriff, zwei völlig verschiedene Bedeutungen.
Vicky Pirker kommt aus dem UX-Bereich, wo „Human in the Loop" bedeutet: der Mensch steht im Zentrum, alles wird für ihn gebaut.
Daniel denkt den Begriff aus der KI-Perspektive: der Mensch als Kontrollinstanz, die eingreift, bevor die Automatisierung entgleist.
In dieser Folge treffen die beiden Welten aufeinander und landen bei einer sehr praktischen Frage: Wenn die ständigen Bestätigungsabfragen von KI-Agenten nerven und man in den „YOLO-Modus" rutscht, schaltet man sich dann nicht selbst als Kontrolle aus?
Es geht um das richtige Gespür zwischen Automatisieren und Eingreifen, um Vickys automatisierte Buchhaltung mit bewussten Kontrollpunkten und um die Erkenntnis, dass beide Welten am Ende dasselbe Ziel haben.
Vicky hat mir auf LinkedIn geschrieben. Ist dein Profilfoto echt oder KI?
Ich hab schnell zurückgeschrieben. Kurz, knapp, drei Nachrichten in zwei Minuten. Ihre Reaktion: „Moment, schreib ich hier gerade mit einem Bot?"
Genau darum geht es in der neuen Folge. Seit 2. August gilt die KI-Kennzeichnungspflicht. Gute Idee. Die Umsetzung ist ein Graubereich.
From the publisher's feed