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Der liberale Rabbiner Walter Rothschild erzählt im Küchenradio über seine Band, seine Jugend in Großbritannien, den Nahostkonflikt und seine große Leidenschaft, die Eisenbahnen im Nahen Osten. Das Team ist seit längerem mal wieder fast komplett – und als Cindy verspätet reinschneit, wird es erst richtig interessant :)
Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband erzählt DocPhil, was mit der Berliner S-Bahn schief läuft – und warum das Gröbste überstanden ist. Wir reden über die Geschichte der Berliner S-Bahn und erfahren, weshalb Westberliner bei einem DDR-Unternehmen angestellt waren. Jens Wieseke bilanziert das schwarze Jahr 2009, als die S-Bahn wegen zahlreicher Pannen weniger Züge im Einsatz hatte als 1945. Fahrgastvertreter Wieseke erklärt auch, warum es zuletzt mit der S-Bahn bergauf ging – und warum dennoch immer wieder Signale und Weichen ausfallen.
Foto: m-joedicke
Nach der erstaunlich beliebten Meditations-Folge auf vielfachen Wunsch die nicht minder beschauliche Fortsetzung von Onkel Andis USA-Reise. Er sitzt im Zug zwischen Portland/Oregon und Seattle. Gelegentlich ist das typische Amtrak-Hupen zu hören, ein Schaffner gibt freundlich Auskunft. Ansonsten: nichts als das Geräusch des fahrenden Zuges, 77 Minuten und sieben Sekunden lang. Der Zug fährt die gesamte US-amerikanische Westküste hinauf, von San Diego bis an die kanadische Grenze. Was sonst noch so passiert ist, hat Onkel Andi in einem seiner Blogs festgehalten.
Wir sind auf der Berlinale – Cindy und Onkel Andi fahren mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas auf das Dach der Filmwelt, vom Potsdamer Platz aus sieht die große Stadt Berlin ganz klein und unbewohnt aus. Eigentlich dürfen hier nur VIPs gratis speisen und Erfrischungsgetränke zu sich nehmen, aber Cindy hat so viele Batches umgehängt, dass die Security aufgibt und selbst Onkel Andi, der nirgends angemeldet ist, achselzuckend passieren lassen. Einzige Bedingung: Keine Aufnahmen. Oben warten eigentlich alle auf George Cloony, und nur Onkel Andi weiß, wo der wohnt, während er in Berlin ist – jedenfalls glaubt er das, denn diese und andere Insiderinfos sind für Cindy längst Schnee von Vorgestern und Schnupftabak für einen Totenkopf. Als es endlich richtig interessant wird, muss Cindy plötzlich weg: zufällig trifft er auf die Produzentin eines schwul-lesbischen Films, die ihn auf den letzten Drücker in die Premiere desselben schleusen will, und die beiden verlieren sich im Getümmel. Ob George Cloony dann wirklich kommt und welche Tricks Cindy auf Lager hat, um rund um die Uhr umsonst bedient zu werden erfährt nur, wer ganz bis zum Schluss durchhört. Ein Küchenradio über die Liebe, die Zeit und den Tod.
Trockener Titel. Er bedeutet: Viele Gemeinden haben kein Geld und wenn Straßen zu reparieren sind, kassieren die Verwaltungen einfach bei den Anwohnern ab. Zehntausende Euro. Dabei ist “Straßenbau” das erste, was einem einfällt, wenn Kinder fragen: Wozu sind denn eigentlich Steuern da? In den meisten deutschen Gemeinden gilt das nicht. Gerade hat das Bundesverfassungsgericht ein Verfassungsbeschwerde gegen diesen Missstand abgelehnt.
DocPhil ist nach Suhlendorf gefahren, eine kleine Gemeinde in Niedersachsen. Dort hat er Menschen getroffen, die Privatinsolvenz beantragen wollen, wenn die Straße vor ihrem Haus repariert wird, weil sie dann 25.000 Euro überweisen müssten. Eine allein erziehende Mutter sucht nach einem Zweitjob, um den Kredit abbezahlen zu können, den sie aufnehmen musste, weil die Kommune sie die Straße vor ihrem Haus bezahlen lässt. Einer geht noch: Wer keinen Kredit bekommt, dem stundet die Gemeinde die Kosten – für 6 Prozent. Die Gemeinde verdient also noch an der misslichen Lage, in die sie ihre Bürger gebracht hat.
Selbst der Bürgermeister von Suhlendorf gesteht im Gespräch, dass das wohl “nicht fair” sei und “nicht so sein sollte”. Aber er könne da nichts machen.
Unsinn, sagt Ernst Niemeier. Der pensionierte Professor für Volkswirtschaftslehre sollte selbst den Straßenbaubeitrag entrichten und hat – unterstützt vom Allgemeinen Verein für gerechte Kommunalabgaben – Verfassungsbeschwerde gegen die Kommunalabgabengesetze eingereicht, die den Gemeinden erlauben, ihre Bürger für die Straßen vor ihren Häusern zahlen zu lassen. Diese Beschwerde wurde jetzt abgewiesen. Als DocPhil mit Niemeier sprach, war das noch nicht klar.
UPDATE, 24.7.2014
Das Bundesverfassungsgericht hat eine Entscheidung gefällt zu wiederkehrenden Straßenbaubeiträgen und sie für zulässig erklärt. Die Pressemitteilung des BVG dazu hier.
Ernst Niemeier schreibt mir dazu:
“Dieses Urteil prüft das Vorhandensein eines besonderen Vorteils der Grundstückseigentümer nicht. Es geht davon aus und lehnt sich dabei an die Verwaltungsrechtsprechung an, dass ein solcher Vorteil besteht. Nicht die Zugangsmöglichkeit vom Grundstück aus wird durch die Straßenerneuerung verbessert (die im Übrigen durch den Erschließungsbeitrag abgegolten wurde), sondern die bessere und schonendere Nutzbarkeit der Straße. Diesen Vorteil haben alle Straßennutzer, die Grundstückseigentümer-Nutzer und die Fremdnutzer (die nicht mit der Allgemeinheit gleichzusetzen sind). Einen besonderen Vorteil für das Grundstück gibt es nicht. Die vom Gericht wiederholte Steigerung des Gebrauchswertes stimmt schon deshalb nicht, weil dieser Wert dann durch die Straßenabnutzung gesunken ist und die vermeintliche Gebrauchswertsteigerung nur ein Nachteilsausgleich ist. Es gibt keinen besonderen grundstücksbezogenen Vorteil. Deshalb entkräftet das Urteil unsere Kritik nicht.”
UPDATE, 24.9.2014
Verwaltungsgericht Osnabrück: Landwirt obsiegt mit Klage gegen Straßenausbaubeitrag – privater Anlieger verliert
Ralf Rüller hat lange in der Finanzindustrie gearbeitet, hatte dann genug davon, suchte eine neue Leidenschaft und landete beim Kaffee. DocPhil und Cindy besuchen The Barn, Ralfs Kaffeehaus und Rösterei in der Schönhauser Allee 8 zwischen Mitte und Prenzlauer Berg.
Ralf erklärt, wie sich die rund fünf unabhängigen Röstereien in Berlin von Starbuck & Co unterscheiden, warum sie ihren Bauern angeblich den dreifachen Preis bezahlen und warum Filterkaffe die Krönung der Bohne ist.
Berühmt wurde Ralf Kaffeehaus auch, weil er ein für den Prenzlauer Berg unfassbares Schild an einem Betonpoller aufhängte und diesen in den Eingang stellte.
Ganz zum Schluss stößt Onkel Andi dazu.
Hier noch die erwähnten Kaffee-Blogs:
jimseven.com
(Wir danken @bosch für den Tipp.)
Polizeikommissar Ralph Schmidt nimmt DocPhil mit auf eine seiner Fußstreifen durch den Wedding, einen Berliner Bezirk mit knapp 80.000 Einwohnern, vielen Problemen und Hoffnungen.
Auf ihrem Weg vom Abschnitt 35/411 durch den Kiez rund um den Leopoldplatz begegnet die beiden Drogendealern, engagierten Nachbarn und einem britischen Ingenieur von der “Bayer Schering”, den Einbruchsversuche in seinem nobel sanierten Mehrfamilienhaus nicht aus der Ruhe bringen. Hinter dieser Gentrifizierungs-Insel, auf einem dunklen Spielplatz, begegnet Kommissar Schmidt ehemaligen Bewohnern des sanierten Hauses, die einen beherzten Rap mit staatskritischen Texten präsentieren.
Cindy und Onkel Andi senden aus dem Haus des Wiener Musikvereins
Aber am Ende wird alles schön: alles Walzer.
Prosit Neujahr aus Wien!
OnkelAndi hat fünf Tage an einer buddhistischen Schweige-Meditation nahe San Francisco teilgenommen. Wie in KR347 versprochen hier nun der Mitschnitt einer Session. Das Aufnahmegerät ist in einer roten Socke versteckt. OnkelAndi geht zum Meditations-Raum, sitzt und schweigt.
Onkel Andi erzählt DocPhil von seiner 5-tägigen Schweige-Meditation nahe San Francisco und zieht in Erwägung, sich eine Waffe zu besorgen. DocPhil berichtet von seinem Segeltörn auf den Kanaren. Euch schöne Weihnachten.
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