Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kulturplatz episodes

  • Revolution im Iran!
    Seit Wochen gehen die Menschen im Iran auf die Strasse, um das Regime zu stürzen. Zentrale Säulen des Widerstands sind die Frauen, die persische Kultur und Poesie. «Kulturplatz» spricht mit iranischen Künstlerinnen und fragt, wie viel Widerstand in der Kunst steckt.
    Shirin Neshat
    Die visuelle Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat gehört zu den iranischen Kulturschaffenden, die aus dem Exil den Wandel ihrer Heimat befeuern. Mit Bildern, die sich genauso stark ins kollektive Gedächtnis einbrennen, wie diejenigen von Frauen, die auf den Strassen gegen das rigide Mullah-Regime demonstrieren. Der Kampf für Freiheit ist auch in Neshats jüngstem Film zentral: «Land of Dreams» zeichnet ein düsteres Zukunftsbild von Amerika, das sich zu einem totalitären Überwachungsstaat entwickelt hat. Parallelen zur Islamischen Republik Iran sind in diesem Albtraumszenario kein Zufall.
    Frauen – Kunst – Widerstand
    Die Frauen im Iran stehen im Zentrum der Demonstrationen. Sie werden im Iran als Menschen zweiter Klasse behandelt und mit religiös-fundamentalistischen Verboten drangsaliert: Sie dürfen nicht reisen ohne Genehmigung eines Mannes, sie dürfen keine Fussball-Stadien besuchen, sie müssen ein Kopftuch tragen, sie dürfen nicht singen – um nur einige aufzuzählen. Aus dem jahrzehntelangen Widerstandsgeist der Frauen erwächst nun eine gesamtgesellschaftliche Revolte, die ihre Kraft auch in der persischen Kultur findet.
    Sahar Rahimi
    Sie leben hier in der Schweiz oder in Deutschland, in Sicherheit. Und dennoch leben sie jeden Tag in Angst. In Angst um ihre Angehörigen. Was können Exil-Iranerinnen tun, um zu helfen? Ohne dabei ihre Lieben im Iran in Gefahr zu bringen? Und was kann die Kunst dabei leisten? «Kulturplatz» spricht mit der Regisseurin Sahar Rahimi, die im März 2023 am Theater Basel «Die Perser» inszeniert.
    29 min
  • Schönschrift, Handschrift, Haettenschweiler – Was Schrift mit uns macht
    Hans Ulrich Obrist, Schweizer Star-Kurator, sammelt Handschriften von Künstlerinnen und Künstlern. Die Microsoftsystemschrift «Haettenschweiler» hat Kultstatus. Schriften prägen Produkte, Handschriften prägen unser Denken. Geht die Handschrift im digitalen Zeitalter verloren?
    Vom Wert der Handschrift in digitalen Zeiten
    Alle schreiben heute weniger von Hand als vor 20 Jahren, so viel ist klar. Und manche orakeln, dass die Handschrift ausstirbt. Und damit ein Ausdruck der Individualität. Tippen also alle bald nur noch auf den Computern herum? Welche Auswirkungen hätte der Verlust der Handschrift? Der Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist sammelt seit Jahren «Handschriften» von Künstlerinnen und Künstlern und zelebriert diese auf seinem Instagram-Kanal.
    Die Welt mitgestalten durch Schrift
    Der Zuger Schriftengestalter Walter F. Haettenschweiler zelebrierte ebenfalls die Schrift, die grafische Schrift. Und probierte aus, welche Wirkung die Typografie auf den Menschen hat. Seine Schriften stehen für ihre Zeit und sind heute doch aktueller denn je. Das zeigt eine grosse Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung.
    Das Tagebuch als Komplizin
    «Das Schreiben war immer da», sagt die junge Kunstschaffende Lidija Burcak. Für sie war das Tagebuchschreiben lange ein Rückzugsort, ein Ort, an dem sie ganz sie selbst sein konnte. Bis sie vor ungefähr 6 Jahren begann, ihre Tagebucheinträge vor Publikum vorzulesen. Und feststellte, dass ihre Texte die Menschen zum Lachen bringen, berühren, zu Tränen rühren. Nun ist daraus ihr erstes Buch entstanden.
    Zeige mir deine Schrift und ich sage dir wer du bist
    Die Graphologie, also die Analyse von Handschriften, mit der man versucht, dem Charakter eines Menschen auf die Spur zu kommen, fasziniert viele. Bis vor ein paar Jahren wurde sie häufig bei Bewerbungsverfahren eingesetzt, doch das geschieht immer weniger. Spannend bleibt dieses Verfahren trotzdem und Eva Wannenmacher unterhält sich mit dem Präsidenten der SGG Schweizerischen Graphologischen Gesellschaft, Markus Furrer, über Möglichkeiten und Grenzen der Graphologie.
    Vom schönen Schreiben
    Und: «Kulturplatz» schickt Eva Wannenmacher in einen «HandLettering»-Workshop. Im Atelier Kokosweiss soll sie lernen, wie «Schönschreiben» professionell funktioniert. Ein «Kulturplatz» rund um das Kulturgut Schrift.
    29 min
  • Retro ist Benissimo – Warum Comebacks Zukunft haben!
    Es ist ein einmaliges Ereignis: Beni Thurnheers TV-Show «Benissimo» kehrt nach zehn Jahren zurück. «Kulturplatz» begleitet die Produktion mit Stars wie DJ Bobo und Helene Fischer hinter den Kulissen und zeigt, warum es in vielen Lebensbereichen zu Retro-Trends kommt – und welche angesagt sind.
    Nino Gadient heftet sich an die Fersen von «Beni National». Er schaut dem legendären «Benissimo»-Gastgeber über die Schulter, während dieser durch einen einmaligen Abend im Studio 1 führt. Gleichzeitig besucht der «Kulturplatz»-Moderator hinter der Bühne die Live-Regie, Garderoben und Werkstätten, um zu erfahren, was es alles braucht, um eine solch grosse Samstagabendkiste auf die Beine zu stellen. Und natürlich macht sich Nino Gadient daran, die illustren Gäste der Sendung zu treffen – allen voran Helene Fischer und DJ Bobo.
    «Benissimo» feiert also ein Comeback und ist dabei nicht allein. Ganz im Gegenteil: Retro-Tendenzen gibt es immer wieder und schon lange – zumal mit den jetzigen Medien Datenträger im Audio- und Videobereich vorhanden sind, mit denen sich Früheres unkompliziert in Bild und Ton archivieren lässt, was wiederum nachfolgende Generationen inspiriert. Doch woher kommt diese Faszination für Vergangenes? Welchen Einfluss hat sie auf die Gegenwart? Und wie trägt sie zur Gestaltung der Zukunft bei? Eine Tour d’Horizon durch verschiedene Epochen, Gesellschaftsbereiche und Kulturgenres erkundet die Sehnsucht nach der Nostalgie.
    Retro ist cool, Retro ist Kult – das gilt auch in der (Pop-)Musik. Sie zitiert sich gerne selbst, indem sie Früheres kopiert, adaptiert, aktualisiert. Wer Erfolg haben will, ist gut beraten, sich an bewährten Mustern zu orientieren und sie dem Zeitgeist anzupassen. Der «Kulturplatz» will wissen, wie ein Hit entsteht, und hört sich in der Musikbranche um: Welche Retro-Wellen fliessen gerade besonders vielversprechend durch die Playlists von Radiostationen und Streaming-Plattformen?
    Retro-Trends prägen ebenfalls die Mode. Sie greift Elemente aus früheren Jahrzehnten auf, spielt mit ihnen und kombiniert sie mit heutigen Präferenzen. Besonders angesagt sind seit kurzem Kleider aus den 90er- und 00er-Jahren. Bunt waren sie, schrill und laut. Nun feiern sie ein Revival bei der jungen Generation. Was finden die Jugendlichen an diesem Stil, dem sich einst ihre Eltern hingegeben haben? Und welche Wertüberlegungen sind daran gekoppelt?
    Eine Sendung, die zurückschaut, Gegenwärtiges sieht und so nach vorne blickt.
    32 min
  • Protest gegen Putin – Der gefährliche Kampf für die Wahrheit
    Sie beweisen enormen Mut: Menschen, die sich in Russland Wladimir Putin widersetzen. Denn niemand darf den blutigen Angriffskrieg gegen die Ukraine ungestraft kritisieren. Eine Reportage dokumentiert unter hohen Risiken, wie Kulturschaffende trotz Verfolgung die Gesellschaft aufrütteln wollen.
    Zahlreiche regime-kritische Künstlerinnen und Künstler haben Russland in den vergangenen Monaten verlassen. Wer geblieben ist, schweigt – aus Vorsicht. Bloss wenige wagen den Protest.
    Die Formen und Orte, die sie dafür wählen, fallen unterschiedlich aus. Da gehört ein subversives Theaterstück, das sich als Stadtführung tarnt, genauso dazu wie ein nachdenklich stimmendes Graffito, gesprayt am helllichten Tag an einer stark befahrenen Strasse.
    Den Akteurinnen und Akteuren dieses künstlerischen Widerstands droht ständig, erwischt, verhaftet und verurteilt zu werden – zu vermutlich drakonischen Strafen. Und prompt: Während der Dreharbeiten wird eine Polizeistreife auf eine Gruppe aufmerksam und nimmt sie zum Verhör mit.
    Hautnah dabei war der Autor der Reportage, Roman Schell. Er musste ebenfalls mit aufs Revier. Der freischaffende Journalist kennt Russland aus eigener Erfahrung bestens. Mehrere Jahre hat er als Korrespondent vor Ort gearbeitet. Dank seiner Nähe und viel Wagemut gelingen ihm immer wieder packende Beiträge zur aktuellen Situation.
    So half Roman Schell etwa zu Beginn des Kriegs Kindern bei der Flucht aus dem umkämpften Grenzgebiet. Entstanden ist eine aufwühlende Reportage, die aufzeigt, welche Auswirkungen die Gräueltaten auf Psyche und Körper der Jugendlichen haben.
    Nun hat Roman Schell mehrmals oppositionelle Kulturschaffende in Moskau und St. Petersburg begleitet. Sie geben trotz der zwischenzeitlichen Verhaftung nicht klein bei. Einige jedoch tauchten unter, denn vieles deutet darauf hin, dass nach ihnen gefahndet wird.
    Auch Roman Schell zog Konsequenzen und hat Russland verlassen. In einem exklusiven Gespräch mit «Kulturplatz» schildert er, was sich seither zugetragen hat.
    30 min
  • Mythos Matter
    Die Popularität von Mani Matter ist auch 50 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. «Kulturplatz» geht dem «Mythos Matter» auf den Grund – und zeigt weniger bekannte Seiten des Chansonniers.
    Was kann man heute noch über Mani Matter sagen, dass nicht schon tausendfach gesagt wurde? Eine ganze Menge. Zum Beispiel, dass er ein durch und durch politischer Mensch war und das in ganz vielen Liedern durchscheinen liess. Wie aktuell seine Analysen sind, zeigt das Buch «Das Politische bei Mani Matter» von Literaturwissenschaftler Nicolas von Passavant.
    Dann ist auch Wenigen bekannt, dass Mani Matter Texte für die Bühne schrieb. Im Stück «Im Löie z’Nottiswil» im Dorftheater Utzenstorf bei Bern werden aktuell Matters Theaterszenen von Regisseur Charles Benoit inszeniert. Bühnenautor Guy Krneta geht sogar so weit und sagt: «Hätte Mani Matter länger gelebt, wäre das Theater womöglich um einen bedeutenden Dramatiker reicher geworden.»
    «Kulturplatz» geht 50 Jahre nach dem Tod von Mani Matter dem Mythos Matter auf den Grund: Warum schenken Generationen von Schweizerinnen und Schweizern diesem Chansonnier bedingungslose Anerkennung. Liegt es an der Musik, fragt «Kulturplatz» den Musiker Stephan Eicher. Oder vor allem an den Texten, wie Literaturwissenschaftlerin Joanna Nowotny sagt. Oder liegt es schlicht daran, dass Mani Matter es in vielen Schulen auf den Lehrplan geschafft hat und jede Generation von neuem mit Matters Musik «imprägniert» wird?
    Ein halbes Jahrhundert später trifft «Kulturplatz» im selben Waggon seine Tochter Sibyl Matter und geht der Frage nach, wie es ist, die Erinnerung an den eigenen Vater mit einer ganzen Nation teilen zu müssen.
    31 min
  • Zurich Film Festival: Von Stars und Häuptlingen
    Preisträgerin Charlotte Gainsbourg, 37 Filme aus Frankreich und sieben aus der Romandie geben der 18. Ausgabe des ZFF einen French Touch. Mit «Der junge Häuptling Winnetou» will Direktor Christian Jungen ferner ein Zeichen gegen die angebliche Cancel Culture setzen.
    Eva Wannenmacher trifft in «Downtown Switzerland» auf die prägenden Köpfe des aufsehenerregenden Glamour-Events rund um die Goldenen Augen.
    Zum Beispiel, wenn sich Aktrice Charlotte Gainsbourg im Kongresshaus den Golden Eye Award für ihr Lebenswerk abholt. Und gleichzeitig mit Schauspielkollegin Rebel Wilson eine waschechte Weltpremiere präsentiert: das britische Liebesdrama «The Almond and the Seahorse».
    Ebenfalls im diesjährigen ZFF-Programm: «Der junge Häuptling Winnetou». Ein Kinderfilm, der Festivalleiter Christian Jungen nach eigenen Aussagen genauso begeistert hat, wie seine achtjährige Tochter.
    «Kulturplatz» ordnet den neuesten «Winnetou-Ableger» kritisch ein: Handelt es sich hier um einen Fall kultureller Aneignung? Und wirkt das Festival mit der Selektion des Films tatsächlich einer vermeintlich überhandnehmenden Cancel Culture entgegen?
    Ausserdem im Fokus: Ambitionierte Schweizerinnen, die das ZFF als Startrampe für ihre potenziellen Kinohits nutzen. Wie Barbara Kulcsars Feelgood-Movie «Die goldenen Jahre», eine Kreuzfahrt-Komödie aus der Feder von Petra Volpe. Oder die intimen Dokus «Girl Gang» und «Cascadeuses», welche junge Frauen in ungewöhnlichen Berufsfeldern porträtieren.
    29 min
  • Wo kommt das alles her? Provenienzen!
    Es war ein schweres Erbe, was das Kunstmuseum Bern 2014 antrat: 1600 Werke aus dem Gurlitt-Nachlass. Man vermutete einen «Nazi-Schatz». Bern prüfte die Herkünfte und zieht nun Bilanz. Klar ist: Gurlitt war ein Paradigmenwechsel für die Schweizer Museen.
    Was Gurlitt für die Schweiz bedeutet
    Als Cornelius Gurlitt dem Kunstmuseum Bern 1600 Kunstwerke vermachte, war die mediale Aufmerksamkeit gross. Immerhin galt das Erbe als Raubkunst und Fluchtgut kontaminiert. Jetzt nach acht Jahren Provenienz-Forschung zieht das Kunstmuseum Bern Bilanz: ein «Nazi-Schatz» war die Gurlitt-Sammlung nicht. Und: bei 1000 Werken lässt sich die Provenienz nicht lückenlos ermitteln, zu lange ist alles her, zu viel Archiv zerstört oder unzugänglich.
    Aber Gurlitt war auch ein Paradigmenwechsel für die Schweizer Museen: niemand kann es sich mehr leisten, Provenienzen oder Unklarheiten zu ignorieren.
    Wie Basel seine Geschichte aufarbeitet
    1939 legte das Kunstmuseum Basel den Grundstein für seine Sammlung der Klassischen Moderne. Der damalige Direktor, Georg Schmidt, kaufte für 50'000 Franken 21 Bilder von Chagall, Kokoschka oder Franz Marc. Heute unbezahlbare Meisterwerke, die die Nazis als «entartete Kunst» diffamierten, aus Museen entfernten und ins Ausland verkauften. Inwiefern rettete Basel diese Gemälde vor der Zerstörung, oder profitierte es letztlich von moderaten Preisen? Das beleuchtet ab 22. Oktober die Ausstellung «Zerrissene Moderne».
    Warum schweizweit (noch) keine Benin-Objekte zurückgegeben werden
    Es war ein historischer Augenblick als der deutsche Staat Anfang Juli endlich das Abkommen über die Rückgabe der Benin-Bronzen unterzeichnete. 1100 dieser Objekte, die sich in deutschen Museen befinden, werden offiziell Nigeria zurückgegeben.
    In Grossbritannien wiederum, dem Land, dass Tausende der wertvollen Kunstschätze 1897 aus Benin raubte, gestaltet sich die Rückgabe schwieriger.
    Und wie sieht es in der Schweiz aus? Immerhin gibt es auch hierzulande 100 Benin-Objekte, 20 davon im Museum Rietberg in Zürich. Werden diese nun auch (endlich) zurückgegeben?
    Warum sieben Skelette die Universität Genf beschäftigen
    Die Gebeine von sieben Menschen sind seit beinahe 70 Jahren im anthropologischen Institut der Universität Genf aufbewahrt, schön angeordnet in Schachteln. Sie stammen aus dem Nordosten des Kongo, vom Stamm der Mbuti. Boris Adé, ein Genfer Arzt, liess sie in den 50er-Jahren exhumieren und braucht sie für Forschungen nach Genf. Sie sind noch heute in Genf, wenn auch im Besitz der Universität Lubumbashi im Südkongo. Die Nachfahren möchten nun die sterblichen Überreste zurück. Sie werden dabei vom Kollektiv Group 50:50 unterstützt, das diese Geschichte in einem Musiktheater thematisiert hat.
    30 min
  • Vom Verschwinden der Frau
    Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt und soll je nach Befindlichkeit geändert werden können. Das ist die Forderung der Transgender Community. Doch diese Auflösung der binären Geschlechterrollen geht einigen Feministinnen zu weit. «Kulturplatz» über ein neues Verständnis von «Gender».
    Das Geschlecht ist nicht biologisch vorbestimmt, sondern gesellschaftlich und sozial geprägt und kann somit geändert oder ignoriert werden. Das ist die Forderung der Transgender Community. Doch immer mehr Frauen, die als Feministinnen für ihre Rechte als Frau gekämpft haben, geht das zu weit. Durch die Auflösung der Geschlechtergrenzen sehen sie ihre Errungenschaften bedroht. «Kulturplatz» über die Angst der Frau zu verschwinden.
    Meghan Markle, die Herzogin von Sussex, eckt als emanzipierte Frau beim konservativen, britischen Königshaus immer wieder an. Nun hat sie einen eigenen Podcast lanciert, der sich mit Themen wie Frauenrechte und Feminismus beschäftigt. Diese Mischung aus Geschlechterdebatte und Königshaus stösst auf ziemlichen Widerstand und sorgt für höchste Zuhörerzahlen.
    Das Frauenbad ist eine Schutzzone für Frauen, doch in dieser Schutzzone brodelte es in den letzten Jahren immer wieder. Feministinnen stossen auf streng religiöse Frauengruppen und sind sich uneinig, wie sich Frau verhalten oder anziehen soll. Die Filmemacherin Doris Doerrie hat das Konfliktpozential Frauenbad aufgegriffen und daraus einen Film gemacht, der unter anderem inspiriert ist von einem Frauenbad in Basel.
    29 min
  • Von Kunst und Kunsthandwerk
    Kunst steht im Ruf, brotlos zu sein, wohingegen mit edlem Kunsthandwerk gutes Geld verdient werden kann. Doch wo hört Handwerk auf und wo fängt Kunst an? Eva Wannenmacher besucht die schweizweit einzige Schule für Holzbildhauerei in Brienz.
    Weiter in der Sendung: Die Kunst des Umgangs mit Farben zeigt das «Farbenbuch» auf fast 500 Seiten. Der opulente Band erscheint nun in einer Neuauflage und ist in der Herstellung ein Paradebeispiel der Handwerkskunst, denn dieses Buch ist nicht etwa – wie üblich – mit vier Farben gedruckt, sondern mit sage und schreibe 18.
    Und: Die Kunststudentin Joanna Jenny, 24, schöpft für ihre Kunst aus der handfesten Arbeit mit sperrigen Materialien. So hat sie ihr Austauschsemester and der Kingston School of Art in London absolviert, weil es dort eine Metallgiesserei-Werkstatt gibt. Mit «Kulturplatz» spricht Joanna Jenny über die wichtige Bedeutung des Handwerks in der künstlerischen Arbeit.
    29 min
  • Vielsprachige Schweiz – Wie sich ein Land versteht
    Vier Landes- und zahlreiche Fremdsprachen, dazu die Dialekte: Eine immense Vielfalt in Schrift und Ton prägt den hiesigen Alltag. Das ist faszinierend, aber auch herausfordernd. Wie gelingt das Verständnis? Wo hapert es? Eine Tour d’Horizon von der Schweizer Fussball-Nati bis zum Sprachen-Erfinder.
    Moderatorin Eva Wannenmacher macht sich auf nach Biel/Bienne. In der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz trifft sie Dominique Antenen. Er zelebriert das Zusammenspiel zwischen Deutsch und Französisch in beeindruckender Manier auf dem Lokalsender «TeleBielingue». Und das seit 20 Jahren.
    Gleichzeitig bereist Sven Ivanic verschiedene Sprachregionen des Landes. Der siebensprachige Comedian unterhält sich mit Menschen vor Ort und fragt mit seinem Sprachquiz «Verstehen Sie Schweiz?».
    Den Schweizer Fussballnationalteams stattet die Sendung ebenfalls einen Besuch ab. Die Auswahlen der Frauen und Männer bilden eine Schweiz en miniature, vereinen sie doch ganz viele Sprachen, Kulturen und Mentalitäten. Wie verstehen und verständigen sich dabei die prominenten Namen?
    Genauso wie mehrere Mitglieder der Nationalteams hat Shqipe Sylejmani kosovarische Wurzeln und lebt schon von klein auf hierzulande. Ihre Biografie verdeutlicht: Mehrsprachigkeit verbindet, kann allerdings auch trennen. Obwohl sie perfekt Schweizerdeutsch spricht, bekommt sie immer mal wieder zu spüren, dass sie immigriert ist. Was es heisst, verschiedene Kulturen und Sprachen zu «leben», hat sie im Roman «Bürde & Segen» verarbeitet – der nun eine Fortsetzung erfährt.
    Eine fremde Sprache zu lernen, ist das eine. Eine Sprache komplett neu zu entwickeln, das andere. David J. Peterson hat genau dies getan – für die Kult-Serie «Game of Thrones» und deren Fortsetzung «House of the Dragons», die die Vorgeschichte erzählt. Sie sind Teil eines Reigens von Fantasy-Stoffen, die mit einer Kunstsprache aufwarten. Vom US-Amerikaner will «Kulturplatz» wissen: Wie funktioniert das eigentlich, eine Sprache mit mehreren tausend Wörtern und eigener Grammatik zu erfinden?
    30 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…