Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
Download on the App Store

Kulturplatz episodes

  • Diversität – Wir sind viele!
    Queer sein ist im Trend. Viel mehr als das ist es aber eine gesellschaftliche Realität. Queere Stimmen wollen gehört werden, auch auf der Bühne. Das gefällt nicht allen, irritiert oder stösst gar auf Ablehnung. «Kulturplatz» über die Kontroverse der Stunde.
    Diversity ist das Wort der Stunde und gerade in der Kultur wird sie auf allen Ebenen erprobt, beklatscht und auch bekämpft. Grosse Theaterhäuser stellen diverse Ensembles zusammen, alte Stoffe werden diversity-tauglich umgeschrieben, an den Kunst-Hochschulen beschäftigt die Frage, wer wen überhaupt spielen soll und die Studierenden diskutieren über das richtige Pronomen vor dem eigenen Namen. Die Frage, wer und was bin ich wird aktuell fluid beantwortet, Festlegungen sind passé. Exemplarisch dafür steht Tamy Glauser. Das Schweizer Top-Model bezeichnet sich, nach Jahren der Identitäts-Suche, als non-binär und sieht die Diversity-Bewegung als Raum der Möglichkeiten und Chancen.
    Mit dabei:
    Mithu Sanyal – die deutsche Kulturwissenschaftlerin hat mit ihrem 2021 veröffentlichten Roman «Identitti» das Thema Diversity so unterhaltsam und witzig abgehandelt wie vor ihr noch niemand. Sie erklärt im Interview, was wirklich wichtig ist in der Debatte um Teilhabe und Exklusion.
    30 min
  • Im Bann des Horrors – die grosse Lust an der Angst
    Der Horror boomt. Viele Filme und Serien setzen derzeit auf den kalkulierten Schrecken. Ein Geschäft auch für die Eventbranche. Was steckt hinter dem Vergnügen, sich freiwillig der Angst auszusetzen? «Kulturplatz» sucht Erklärungen und zeigt spannende Entwicklungen im bis heute verpönten Genre.
    Die Schweiz ist auf dem Horror-Trip. Blutrünstige Filme und Serien boomen wie kaum zuvor, ein Verein organisiert Horror-Filmnächte und demnächst eröffnet der erste Horror-Themenpark der Schweiz. Was hat es auf sich mit der kollektiven Angstlust? Antworten liefert Christine Lötscher, Professorin für Populäre Literaturen und Medien an der Universität Zürich. Sie ist selbst ein Horror-Fan. Seit die Bilder laufen lernten, geistert der Horror über die Leinwand. Gruseln im Stummfilm, im Zombie- oder Splatter-Spektakel. Zunehmend greifen die Filme aber gesellschaftspolitische Themen, wie Rassismus oder Rechtspopulismus, auf und finden so ein neues Publikum.
    «Kulturplatz» mit Perlen des gepflegten Horrorfilms und wie sie zum Kulturgut wurden.
    Grusel und Schrecken verbreitet auch der SRF-Podcast «Grauen». Einmal im Monat wird das Kopfkino angeworfen mit Geschichten, die das Fürchten lehren. Seit 1975 gibt es bereits das legendäre «Schreckmümpfeli». Mit dem Podcast «Grauen» orientiert sich das Team am Horror und erreicht so ein jüngeres Publikum. Eine Begegnung mit der Macherin Simone Karpf und der Schauspielerin Vera Bommer, einer der Protagonistinnen des Ensembles des Grauens.
    27 min
  • Die Filmtage kehren zurück nach Solothurn
    Drei Dinge belebten in diesem Jahr die Aarestadt: das geheime Liebesleben von Patricia Highsmith, die Suche nach dem verlorenen Kinopublikum und die dringlichste aller Fragen: «Wer hat die Konfitüre geklaut?»
    2021 blieben die Kinosäle leer und die Filmtage fanden nur digital statt. Nach internen Querelen und der überraschenden Absetzung von Direktorin Anita Hugi entschied man sich für eine Durchführung vor Ort. Trotz Omikron und dem Publikumsschwund, über den heftig diskutiert wurde. «Kulturplatz» bittet die neue interimistische Doppelspitze Marianne Wirth und David Wegmüller zum klärenden Gespräch.
    Viel zu reden gab auch der Eröffnungsfilm «Loving Highsmith»: Eine Doku über die weltberühmte US-Schriftstellerin, die ihre letzten Lebensjahre im Tessin verbrachte. Wegen rassistischer und antisemitischer Äusserungen im Alter ist die Südstaatlerin vielen als misanthropische, misstrauische, missmutige Krimiautorin in Erinnerung geblieben. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Tage- und Notizbücher, die der Diogenes Verlag im letzten Herbst veröffentlichte.
    Bereits davor hatte Regisseurin Eva Vitija diese im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern eingesehen. Und sich dabei regelrecht in ihren menschlichen Forschungsgegenstand verliebt. Die Doku fokussiert sich auf Highsmiths lesbisches Liebesleben und porträtiert ihre Protagonistin als sensible, schwärmerische und höchst eigenwillige Person. Das Bild, das Vitija durch Interviews mit Highsmiths Liebhaberinnen gewinnt, wirft nicht nur auf die Literatin ein neues Licht. Sie zollt damit einer ganzen Generation homosexueller Frauen Tribut.
    Ebenfalls im Fokus: Lara Stoll und Cyrill Oberholzer. Das dynamische Duo hat wieder zugeschlagen. Die Slam-Poetin und der Jungfilmer sind in Solothurn mit ihrem gemeinsamen Zweitling vertreten: «Wer hat die Konfitüre geklaut?» changiert zwischen höherem Nonsens, Experimentalfilm und Kasperlitheater. Es macht Spass, sich auf diesen Kosmos schräger Figuren einzulassen; wenn es nur ist, weil man Patrick Frey in Sternenbanner-Leggings und Adiletten bewundern will.
    32 min
  • Auf Gedeih & Verderb – Der Mensch & das «entfesselte» Geld
    Pandemie-Kredite, Staatsschulden, Börsenwerte: Schwindelerregende Beträge prägen die Wirtschaftswelt. Zudem verändern Kryptowährungen das System radikal. Wie lässt sich dieses noch begreifen? Und wie vertrauensvoll ist es? Eine Sendung zum «entfesselten» Geld aus dem Bernischen Historischen Museum.
    Geld!
    «Mit Geld hat der Mensch einen Geist aus der Flasche entlassen, dessen Wirkmacht das rationale Denken übersteigt.» Es sind drastische Worte, die der Co-Kurator der Ausstellung «Das entfesselte Geld» wählt. Aber das Bild, das David Iselin zeichnet, bleibt haften. Und trifft zu, denn Geld bestimmt nicht bloss unser Denken, sondern auch unser Handeln, ja generell unser Sein – und dies seit über 5000 Jahren. Die Ausstellung im Bernischen Historischen Museum zeichnet zentrale Etappen in der Entwicklung von Geld nach, beleuchtet Hintergründe und Zusammenhänge und animiert, sich vertieft mit dem zu beschäftigen, was wir vielleicht lieben oder hassen, das in jedem Fall aber unseren Alltag bestimmt: das Geld.
    Tommy Vercetti – Die Bilder des Geldes
    Beim Berner Rapper Tommy Vercetti dreht sich Vieles ums Geld, aber er trägt es nicht als Goldschmuck um den Hals, sondern als Gedankengut in seine Texte: reflektiert und schonungslos kapitalismuskritisch. Und er forscht an der Hochschule der Künste Bern über die Symbolik des Geldes in massenmedialen Bildern: Dabei vergleicht Vercetti unter anderem Rap-Plattencover mit Bankenwerbung. Mit verblüffendem Ergebnis.
    Marlene Engelhorn
    Marlene Engelhorn ist 29 Jahre alt und soll einmal ein zweifaches Millionenerbe erhalten. Als die Österreicherin das erfuhr, war sie nicht etwa glücklich, sondern wütend. Erben – das sei der Grund für eine ungerechte Gesellschaft. Das will sie ändern und 90 Prozent ihres Erbes umverteilen.
    27 min
  • Im Impfgraben
    Die Schweiz geht in das dritte Jahr der Pandemie und Omikron bringt alle Gewissheiten ins Wanken. Orientierungslosigkeit macht sich breit und die Debatte um eine mögliche Impfpflicht reisst einen gesellschaftlichen Graben auf. «Kulturplatz» spricht darüber mit der Soziologin Katja Rost.
    Lange galt die Impfung als Königsweg aus der Coronakrise. Mit Omikron muss nun aber nicht nur diese Gewissheit neu überdacht werden. Was heisst das für die Debatte um eine mögliche Impfpflicht? Wäre eine solche überhaupt noch durchsetzbar, wenn Ansteckungen mit einer Impfung nicht vermieden werden können? «Kulturplatz» fragt nach beim Politphilosophen Francis Cheneval.
    Und es gilt einen Klassiker der Schweizer Literatur neu zu entdecken: «Anne Bäbi Jowäger», geschrieben von Jeremias Gotthelf. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser von der Berner Regierung beauftragt, eine Schrift gegen die damals verbreitete Impfskepsis zu verfassen. Gotthelf nahm seinen Auftrag überaus ernst und schuf seine Figur der «Anne Bäbi», die lieber zu Kurpfuschern geht, als ihren Sohn gegen die Pocken zu impfen. Eine Geschichte, die noch heute viel zu sagen hat über Skepsis gegenüber der Impfung und ganz allgemein gegenüber der Schulmedizin.
    Weiter in der Sendung: An der Impffrage kann sich leicht ein politischer Konflikt entbrennen, bis einer zu den Waffen greift. Nicht hier und heute. Sondern vor gut 200 Jahren, als sich Tirol unter Andreas Hofer gegen die Besatzungsmacht Bayern auflehnte. Die Impfpflicht dabei der zündende Funke.
    28 min
  • Achtsamkeit und Meditation: Die Allheilmittel?
    Achtsamkeit boomt. In Zeiten der Pandemie, erhitzter Klimadebatten und täglicher Hiobsbotschaften suchen viele Menschen Hilfe und beginnen mit Achtsamkeitstraining und Meditation. Auf diese Praxis setzen in ihrer Arbeit auch Kulturschaffende. «Kulturplatz» schaut achtsam auf ein Phänomen.
    «Kulturplatz» ist zu Gast im Museum der Kulturen Basel und sucht Ruhe in der Welt der Buddhas. In der Ausstellung «Erleuchtet» werden einmal pro Monat, soweit die Pandemie dies zulässt, auch geführte Meditationen angeboten. Von Regula Saner. Eva Wannenmacher unterhält sich mit der Achtsamkeitslehrerin, Psychotherapeutin und Gründerin des Zentrums für Achtsamkeit Basel.
    Seit zweieinhalb Jahren steht der Roman «Achtsam morden» des deutschen Autors Karsten Dusse auf der Spiegel Bestsellerliste. Rekordverdächtig. Der ungewöhnliche Mix aus ernstgemeinter Achtsamkeitslehre und brutalsten Morden fasziniert offensichtlich. Comedian und Arzt Fabian Unteregger hat für «Kulturplatz» das satirische Werk seziert.
    Auch viele Kulturschaffende setzen auf Achtsamkeit und Meditation, um den immensen Herausforderungen in ihren hochemotionalen Berufen gewachsen zu sein: Konkurrenzkampf, Neid, Kritik, Lampenfieber, Leistungs- und Erfolgsdruck. «Kulturplatz» fragt nach bei Rapperin Steff la Cheffe, Rocker Marc Storace und Schauspielerin Jara Bihler.
    Der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn hat Ende der 1970er-Jahre sein «Mindfulness based stress reduction»-Programm entwickelt, kurz MBSR, und Zen-Meditationstechniken aus dem buddhistisch-religiösen Kontext gehoben. Was hält die Tibet-Schweizerische und Mantrasängerin Dechen Shak-Dagsay, deren Ziel Erleuchtung ist, vom wachsenden Achtsamkeitsboom?
    29 min
  • Über das Reisen in schwierigen Zeiten
    Die Freiheit des Reisens ist uns abhandengekommen. Die Pandemie zwingt uns, über jedes Fernziel nachzudenken und darüber, wieviel und wieweit man in Zukunft reisen will. Wie soll man heute noch in die Ferne schweifen, und könnte Reisen auch anders gehen? Viele Fragen. Ein paar Antworten.
    Was wissen wir über Nordkorea, ausser, dass es seine Bevölkerung unterdrückt und der westlichen Welt mit Atomwaffen droht? Sehr wenig, sagten sich auch die Ausstellungsmacher des Alpinen Museums in Bern und sind deshalb nach Nordkorea gereist, um mit den Menschen dort über die Berge zu sprechen und damit auch ein wenig über das Leben.
    In den gloriosen Zeiten der Schweizer Grand Hotels traf sich Glamour, Luxus und die Hochfinanz jeweils zur Kur im Engadin, vor allem in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Eines dieser Grand Hotels war das Waldhaus in Vulpera, ein Wahrzeichen des Bädertourismus, das aber 1989 abbrannte. Was bisher nur wenige wussten, eine Gästekartei mit 20‘000 Karten wurde gerettet und darin wurde penibel genau über die Klientel Buch geführt.
    Eine Wiederholung vom 14. April 2021.
    30 min
  • Erben!
    100 Milliarden Franken wird 2021 in der Schweiz vererbt werden. Dass es bei so viel Geld auch ordentlich Streitereien gibt, liegt auf der Hand. Erben ist hochemotional. Das weiss auch Mike Müller, der mit seinem neuen Stück «Erbsache» in den Untiefen von Erbschaftsprozessen wühlt.
    Erbsache
    Mike Müllers neues Stück «Erbsache» erzählt von einem Erbschaftsprozess, bei dem am Ende niemand gewinnt. Drei zerstrittene Geschwister, ein unbekannter Halbbruder, eine erbunwillige Enkelin und streitlustige Anwälte: die Zutaten für ein fulminantes, typisch Müllersches Ein-Mann-Stück. Am Ende ist niemand schlauer, die Emotionen sind hochgepeitscht. Am besten wäre es, man schafft das Erben einfach ab.
    Ohne Erbe
    Livio Lunin ist ein Game-Designer und Aktivist. Er sieht sein Leben als Experiment und möchte aus politischen und spirituellen Gründen auf alles verzichten, was mit Geld zu tun hat. Nichts kaufen, nichts konsumieren, nichts anhäufen und auch nichts erben. Er hat ein Erbe in Aussicht, will es aber nicht annehmen. Stattdessen hat er auch schon auf der Strasse gelebt und ist zu Fuss und ohne Geld von Zürich nach Barcelona gelaufen. Derzeit lebt Lunin mietfrei bei seiner Grossmutter und gibt gratis Empathie-Workshops. Ein Leben so radikal wie frei. Oder doch nicht?
    Schweres Erbe
    Seit der neue Bau des Zürcher Kunsthauses am 9. Oktober 2021 eröffnet wurde, reisst die Kritik an der Sammlung des ehemaligen Waffenhändlers Emil G. Bührle nicht ab. Kern der Kontroverse war und ist die Entstehungsgeschichte der hochumstrittenen Sammlung. Der Ton wird dabei schärfer, denn der Vorwurf von verschwiegenen Informationen und Missachtung von Fluchtgut steht im Raum. Die Politik zieht nun nach und fordert eine neuere Provenienzforschung.
    29 min
  • Tod, Trauer, Trost
    Der Tod ist die grösste Zumutung an das Leben, ein regelrechter Skandal. Für viele Menschen bietet die Religion Trost. Wie sieht jedoch ein aufgeklärter Umgang mit der Sterblichkeit aus? «Kulturplatz» zeigt Wege des Trostes jenseits von religiösen Deutungsmustern.
    Louise Brown ist Journalistin und Trauerrednerin. In ihrem Buch «Was bleibt, wenn wir sterben?» schildert sie ihre berührenden Erfahrungen in den Gesprächen mit Angehörigen von Verstorbenen. Die Autorin Melanie Katz wiederum bietet Dichterinnen und Dichter auf, die für einsam Verstorbene Gedichte verfassen und vorlesen.
    Einen künstlerischen Umgang mit dem Tod findet der «Sprayer von Zürich» Harald Nägeli. Wie der unbeugsame «Utopist» selbst mit Sterben und Tod umgeht, erzählt ein Dokumentarfilm.
    In der Filmgeschichte wimmelt es nur so vom Tod. Sei es in Actionfilmen, Thrillern oder Horrorfilmen – überall wird gestorben was das Zeug hält. Manchmal kann Sterben im Film aber auch umwerfend komisch sein. Tränen lachen statt Weinen – im Kino ein bewährtes Rezept.
    Die junge Konzept-Designerin Viviana Leida Leonhardt befasst sich seit Jahren künstlerisch mit dem Tod. Sie will ihre Generation anregen, sich mit der Endlichkeit zu beschäftigen. Mit einem Podcast auf Instagram schafft sie ein zeitgenössisches Mahnmal der Vergänglichkeit. «Endlich Sein» heisst ihr Format.
    30 min
  • Der Sammler Uli Sigg und die chinesische Gegenwartskunst
    In Hongkong ist das grösste Museum für asiatische Gegenwartskunst M+ eröffnet worden. Das Herzstück des Museums besteht aus der Kunstsammlung des ehemaligen Schweizer Botschafters Uli Sigg, der die wichtigste Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst an Hongkong vermacht hat.
    Es ist das erste Mal, dass die «Sigg Collection» in ihrer ganzen Breite in China gezeigt wird. Wie diese unglaubliche Sammlung zustande kam und mit welchen Hindernissen Sigg kämpfen musste, bis er sie endlich in China zeigen konnte, sehen sie jetzt im «Kulturplatz».
    27 min

About Kulturplatz

From the publisher's feed

Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…