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In Frankreich gab es in den dreißiger Jahren eine breite Bewegung, die sich intensiv für alte Mythen und ihre Deutung interessierte. Dabei spielen die Erzählungen um den Minotauros eine zentrale Rolle. Ebenso taucht die Forderung nach einem neuen Mythos für die eigene Zeit auf, der, ebenso wie die alten Mythen, kraftvolle Bilder zur Weltdeutung geben sollte.
Literatur: James George Frazer, The Golden Bough, ab 1890 (Der goldene Zweig)
Louis Aragon, Le Paysan de Paris, 1926 (Der Pariser Bauer)
Anfang der zwanziger Jahre entstand in Frankreich eine dereinflussreichsten Kunstbewegungen des 20.Jahrhunderts: derSurrealismus. In Opposition zur Generation ihrer Väter, der sievorwarfen, Europa in den 1.Weltkrieg gestürzt zu haben, schlossen sich Künstler aus den Bereichen Literatur, Film und Malerei zusammen um mit Mitteln der Kunst eine bessere Welt zu schaffen. Die Surrealisten wollten vor allem den Menschen befreien, sie wandten sich gegen eine bürgerliche Weltordnung, die ihrer Meinung nach den Menschen zu sehr einschränkte.
https://www.wikiart.org/en/max-ernst/surrealism-and-painting-1942
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Menaced_Assassin
Literatur: Le Surréalisme, Ausstellungskatalog Paris, Centre Pompidou, 2024/25
In der Unabhängigkeitserklärung der USA wird nicht nur diepolitische sondern auch eine kulturelle Unabhängigkeit der USApostuliert. Seitdem findet eine Art „Abnabelungsprozeß“ statt,der bis heute andauert, und das Verhältnis zwischen den USA und Europa ist ambivalent. Auch viele Europäer fanden den Mythos des Neuanfangs „frei von historischem Ballast“ faszinierend. 1948 forderte Barnett Newman eine spezifisch amerikanische Kunst, frei von europäischen Vorstellungen.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:American_Progress_(1872)_by_John_Gast.jpg
Literatur:„I like America. Fiktionen des Wilden Westens“, hg. Von PamelaKort und Max Hollein, 2006-07; Bilder aus der Neuen Welt, hg. von Thomas W.Gaehtgens, 1988
Benvenuto Cellini war einer der besten und berühmtesten Goldschmiede und Bildhauer seiner Zeit und gleichzeitig eine schillernde Figur. Mehrfach war er in Morde verwickelt. Sein Leben war von schweren Krankheiten und Kriegen geprägt. Er verfasste eine Art Lebensbeschreibung, die für uns ein interessanter und teilweise auch überraschender Spiegel der Lebenswirklichkeit und der Arbeitsverhältnisse der Künstler des 16.Jahrhunderts ist.
Die Zitate sind dem Buch von Andreas Beyer, Cellini, Ein Leben im Furor, 2024, entnommen.
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Perseus_by_Benvenuto_Cellini
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Saliera_by_Benvenuto_Cellini?uselang=de
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Die Zeit um 1800 war eine Zeit fundamentaler Veränderungen: durch die Industrialisierung und Französische Revolution war die alte Welt in kürzester Zeit verschwunden. Künstler wie Jacques Louis David stellten sich in den Dienst der Revolution und wollten mithelfen, eine andere, bessere Welt aufzubauen. In Ablehnung einer Kunst des Ancien Régime, die als dekadent empfunden wurde, schafft David eine neue Kunstsprache und versucht mit Hilfe der Kunst die Ideale der Französischen Revolution zu vermitteln.
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:La_Mort_de_Marat_(Jacques-Louis_David)
Das einleitende Zitat stammt von Stefan Trinks, FAZ 28.11.2025
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Das16.Jahrhundert war eine Zeit der großen politischen,gesellschaftlichen und religiösen Umbrüche, Kriege und Epidemien wüteten. Zeitgenossen hatten den Eindruck von Unruhe, Angst, Verlassenheit, Unbehaustheit. Dies spiegelt sich in neuen künstlerischen Konzeptionen und Raumdarstellungen.
Literatur:Gustav René Hocke, Die Welt als Labyrinth, 1957
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Giulio-romano-fall-of-the-giants-fresco-in-the-sala-dei-giganti-palazzo-del-te-1530-1532.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Self-portrait_in_a_Convex_Mirror_by_Parmigianino
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Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz (* 1938) wuchs in der vernichteten Umwelt und in der zerbrochenen Welt-Ordnung des Zweiten Weltkrieges auf. In großformatigen, figürlichen, expressiven Bildern stellt er überlebende Antihelden in einer kaputten Umgebung und einer orientierungslosen Welt dar.
Literatur:Georg Baselitz, Die Helden, Ausstellungskatalog, Städel Frankfurt 2016
Vielen herzlichen Dank an das Städel und die Galerie Ropac für die Unterstützung und die Überlassung des Fotos!
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Banker, engagierter Bürger, Philanthrop, Humanist und Machtpolitiker: Cosimo de’ Medici (1434-64) war eine schillernde Gestalt, die 30 Jahre lang nicht nur die Geschicke seiner Familie, sondern auch wesentlich seiner Heimatstadt Florenz bestimmte. Er war einer der bedeutendsten Kunstmäzene seiner Zeit und erkannte die Möglichkeit von Kunst als Medium von Öffentlichkeitsarbeit.
Literatur: Volker Reinhardt, Die Medici, 2022. Dem Buch sind auch die Zitate entnommen.
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Seit der Renaissance wurde Natur als Ort der Freiheit und des Rückzuges verstanden, als eine Art Gegenwelt, in der man ohne Einschränkungen leben kann. Im 18.Jahrhundert entwickelte sich einhergehend mit der Aufklärung und Industrialisierung ein neues Naturverständnis: gerade die wilde, nicht zivilisierte Natur wurde entdeckt und geschätzt. In einer Zeit, die als immer schneller empfunden wurde, sah man im Wandern eine entschleunigte Möglichkeit, der Natur und der Welt zu begegnen. Entlegene Orte fernab der Zivilisation dienten KünstlerInnen und Philosophen als Orte des Rückzugs.
Heute gilt C.D.Friedrichs „Mönch am Meer“ als Meisterwerk. Zur Entstehungszeit war es ein höchst ungewöhnliches und, was Inhalt und Form anbelangt, ein absolut neuartiges und verstörendes Bild. Heinrich von Kleist kam es bei der Betrachtung des Bildes 1810 so vor, „als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären“.
Literatur: Werner Hofmann, C.D.Friedrich, Naturwirklichkeit und Kunstwahrheit, 2015
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caspar_David_Friedrich_-_Der_Mönch_am_Meer_-_Google_Art_Project.jpg
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