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Nach einer Nacht in der wir gut geschlafen haben, packen wir unsere Sachen und frühstücken noch mal ausgiebig. Mittlerweile hat sich Toast mit Marmelade und Butter hier als Hauptfrühstücksart bewiesen. Das Sri-Lanka-Frühstück ist noch nicht so unser: Linsen zum Frühstück schaffen wir noch nicht.
Wir machen alles ganz in Ruhe, den Kindern geht es nicht ganz so gut, sie haben sich so sehr an der Sonne verbrannt. Ich glaube sogar, dass das echte Verbrennungen sind und sie zudem noch einen Sonnenstich haben.
Sie cremen sich ein und noch ein zweites mal, bis es mit dem Tuktuk los zum Busbahnhof geht. An Rucksack auf dem Rücken tragen ist bei den Kids nicht zu denken. Aber in der Hand geht es mehr oder weniger gut. Da wir alle mit recht leichtem Gepäck reisen ist das kein Problem.
Mir ist auch noch recht schwummerig, aber es geht. Direkt am Busbahnhof angekommen, welcher übrigens ein Gefühl vermittelt, ein hupendes, lärmendes Blechknäuel zu sein, finden wir dank der schreienden Busfahrten-Verkäufer direkt den richtigen Bus. Rein mit uns, die Rucksäcke werden vorn beim Fahrer deponiert, da die Gänge recht eng sind und die Gepäckablage über den Sitzen eher für Handtaschen taugt. Wir besetzen 2 Reihen mit jeweils einem Fensterplatz. Die geöffneten Fenster bescheren uns schönen Fahrtwind. Etwa 2 Stunden später sollten wir in Unawatuna ankommen. Wir haben den chaotischsten, lebensmüdesten Busfahrer, den wir je erlebt haben. Er scheint das hier übliche Linksfahrgebot komplett zu ignorieren und fährt laut hupend eigentlich nur rechts. So nach dem Motto: der Stärkere hat recht. Ich sitze Gott sei dank so, dass ich nicht direkt den Verkehr sehen kann, Kathi und Gerd jedoch haben alle paar Sekunden kleine Panik-Blicke. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich mich auf den Plätzen machen würde. Bin ich doch so eine schlechte Beifahrerin. Die Autos, die Tuktuks, die kleinen Motorräder und die Busse scheinen hier einem eigenen Gesetz zu folgen. Verkehrsregeln haben damit nichts zu tun. Ich denke da eher, dass es so etwas wie einen natürlichen Fluss gibt, ähnlich wie Wasser. Wasser sucht sich ja auch den Weg um alle Hindernisse herum. Irgendwie geht immer alles auf. Entspannt betrachtet ist es wirklich wie im Fluss. Und wenn ich wohlwollend das Überholen, die vielen Hupereien und die Lichthupen übersehe- und höre ist doch alles wunderbar. Ich versuche mich immer mehr an den Flow hier zu gewöhnen. Geht es mir gut, geht auch das gut. Bin ich müde oder schlapp, funktioniert es weniger.
Wir beobachten, dass die Busse immer mal wieder an buddhistischen Tempeln anhalten und der Busfahrten-Verkäufer schnell rausspringt und ein wenig Geld in eine Kasse wirft. Wir vermuten, dass hier gespendet wird. Und wir interpretieren, dass das wohl alles fürs gute Karma sein muss. Oder dass hier Abbitte geleistet wird für den chaotischen Verkehr. Auf jeden Fall hilft es und wir kommen immer heil am Ziel an.
Irgendwann erreichen wir dann Unawatuna, welches mit den Hammer-Stränden wirbt. Wir haben nun für die Strandtage ein etwas besseres Hotel gebucht mit Pool. Wir steigen aus dem Bus, sofort stehen zwei Tuktuks für uns parat und eigentlich ganz einfach, Hotelname gesagt und ab dafür. Leider weiss weder der eine zahnlose noch der andere Tuktukfahrer wo das Hotel ist. Was für uns immer wieder ein Phänomen ist: bevor ein Sri Lanker sagt, dass er es nicht weiss, wird er erst einmal losfahren, lächeln und mal schauen. So fahren wir die Strasse auf und ab, die Berge hoch und irgendwann verlieren wir sogar unsere Kids im Tuktuk hinter uns.
Irgendwann kommen wir dann doch im Hotel an, also Gerd und ich. Übrigens sind es etwa 100 Meter von der Bushaltestelle gewesen. Hätten wir gut laufen können. Der freundliche Engländer, dem die Villa in Paradise gehört, begrüsst uns und lächelt, als wir ihm erzählen, dass wir unsere Kids verloren hätten. Er, mit seinem englischen Humor, meint, nun können wir unseren Urlaub so richtig geniessen. Er sagt, dass eigentlich alle Tuktukfahrer das Hotel kennen. Nur dass er an die Tuktukfahrer keine Provision bezahlt und die deswegen so tun, als kennen sie das nicht.
Kathi und Moppi werden wohl auch aus diesem Grund quer durch Unawatuna gekarrt und landen in einer Hotellobby mit der Aussage: hier sind wir richtig. Kathi nutzt die Gelegenheit, um schnell ins WLAN zu gehen und mich anzurufen. Ich bin beruhigt. Und in der Hotellobby findet sich auch ein junger Sri Lanker, der schon mal in Deutschland studiert hatte und der kennt auch das Hotel, in dem wir auf unser lieben Kleinen warten. Schnell steigt er mit ins Tuktuk und genau so schnell sind unsere Mäuse wieder bei uns. Nachdem wir schon 200 Rupien für unsere Tour bezahlt haben (viel zu viel für die paar Meter) wollte nun der Tuktukfahrer von den Kindern 400 haben. Gerd hat ihm einfach auch 200 gegeben und gut war.
Endlich richtig angekommen ging es sofort in den hauseigenen Pool. Denn an den Strand, in die Sonne, wollen und können die Kinder immer noch nicht. Der Pool ist auch wunderschön. Umgeben von Palmen und Jackfrucht-Bäumen. Etwas Sonne, etwas Schatten. Nebenan zwei grosse Hängematten, ein paar Liegestühle und ein Kühlschrank im Haus gefüllt mit kühlen Getränken.
Der Hausherr ist unglaublich unterhaltsam und freundlich, hat seinen eigenen englischen Humor. Er erzählt uns eine Menge über die Region, über sein Leben, über die Menschen hier und ich darf auch mal etwas zu dem Tsunami in 2004 fragen. Die Villa hier liegt am Hang, sodass wir über die Hütten auf den Strand und aufs Meer blicken können. Er erzählt uns, dass die Tsunami-Welle bis etwa ein paar Meter vor sein Haus kam und mit ihr die Menschen anspülte. Es gab wohl einige zu retten, aber leider zu wenige. 35.000 Menschen starben an diesem Tag. 80.000 verloren ihre Bleibe. In der Villa hier ist normalerweise Platz für 20 Gäste. Roger und seine Frau beherbergten damals etwa 112 Menschen für ein paar Tage bis die Botschaften Ersatzreisepässe ausstellten und die Menschen mit Bussen zum Flughafen fuhren. Es muss grausam gewesen sein. Allerdings erzählte er uns auch, dass die Sri Lanker hier ein schlechtes, armes und hartes leben gewöhnt sind. So haben sie ohne grosses Theater einfach angefangen, alles wieder aufzubauen. Nach zwei Wochen war so etwas wie Normalität eingetreten und durch viel Spenden konnte viel aufgebaut werden.
Spannend in diesem Zusammenhang wäre dann noch, dass die grossen Charity-Gesellschaften hier nur mit ihren neuen riesigen Jeeps patrouillierten, während Einzelpersonen oder ganz kleine Organisationen einfach Geld sammelten, in der Heimat Medikamente und das wichtigste kauften und mitbrachten und einfach vor Ort halfen, aufbauten und die Menschen direkt unterstützten. Mir zeigt das wieder einmal, dass Hilfe am Menschen nicht von der Grösse der Hilfsorganisation Organisation abhängt, sondern von der Nähe, von kleinen Taten, die dann eventuell auch Grosses bewirken können.
Wir fühlen uns hier in der Oase sehr wohl, wir geniessen die Ruhe, die umsorgende Art der Gastgeber und den Pool. Am Abend folgen wir der Empfehlung des Hausherrn und gehen an den Strand in ein Restaurant mit Meerblick, tolle Küche, tolles Essen. Mir ist noch nicht so nach Essen und ich begnüge mich mit 2 trockenen Toasts.
Und, wie immer in unseren Ferien, sind wir schon kurz vor 8 fertig mit dem Abendessen und komplett kaputt. Kurz nach 8 liegen wir im Bett und schlafen. Klimaanlage sei dank, tief und fest bis zum Morgengrauen, welcher hier pünktlich um 6 Uhr ist. Genau so ist auch der Sonnenuntergang um 6 Uhr. Innerhalb weniger Minuten ist dann die ganze Insel dunkel.
Ich merke, dass ich kaum richtig zum Tagebuch schreiben komme, einfach nur die Dinge, die wir erleben, aufzuschreiben, empfinde ich eigentlich als langweilig. Aber zu mehr bin ich fast nicht in der Lage. Ich muss mich fast verstecken, um in Ruhe schreiben zu können. Immer kommt jemand und fragt etwas. Immer ist irgendetwas. Ruhe ist hier nicht so vorhanden. Ich liebe aber Ruhe so sehr. Ich muss mir die Ruhe suchen. Am Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, wenn alle noch im Bett bleiben. Ich sitze nun auf der Terrasse mit Blick aufs Meer. Die Palmen bewegen sich leicht, manchmal huscht ein Äffchen oder ein Eichhörnchen durchs Gebüsch. Im Rasen am Pool leben zwei Warane, die recht gross (40-60 cm) sind und immer mal schauen, was so los ist. Sowie wir uns aber bewegen, huschen sie schnell weg. Schmetterlinge fliegen durch die Luft. Ganz fern von der Strasse höre ich das erste Hupen.
Ansonsten zwitschert es hier in allen Tonlagen, ich fühle mich wie in einem Dschungel. Ums Haus herum wird gefegt, der Raschelbesen streicht ein ums andere mal das Laub vom Weg. Der Gastgeber gibt mir eine Kanne Tee, Ceylontee, selbstverständlich und ich bin sehr zufrieden. Nach und nach erwacht hier alles. Die Sonne kommt kräftig raus, ich muss den Platz wechseln, weil mir das schon jetzt um 6.30 Uhr viel zu heiss wird. Am liebsten würde ich in den Pool springen. Vielleicht mache ich das auch noch vor dem Frühstück, mal schauen.
Unser Zusammenleben hier mit den Kindern klappt ganz hervorragend. Wir lachen viel, wir spielen viel UNO und wir unternehmen fast alles zusammen. Es klappt auch wunderbar, dass wir fast immer in Vierer-Zimmern sind. Mittlerweile passt das wirklich gut. Die beiden, das merken wir, haben sich wirklich gern. Machen viel gemeinsam.
Mir fehlt ein wenig die Privatsphäre mit Gerd, die Ruhe, die schönen Gespräche. Die finden hier weniger statt. Der Gedankenaustausch, der mich sonst immer so beglückt.
Alles in allem bin ich aber sehr glücklich, dass wir zusammen diese Ferien machen. Es gibt wohl nicht viele Familien, die mit so «alten» Kindern noch diese Art von Ferien machen.
Letztens bemerkte Moppi, dass er die Art zu reisen wie wir, also Backpacking, ziemlich gut findet. Er kann sich das wohl auch gut öfter vorstellen. Kathi kennt das ja auch vom Interrail im vorletzten Jahr und ich glaube, sie mag das auch. Wir waren wirklich in schlechten Zimmern. Gerade sind wir in einem sehr sehr schönen Haus. Alles machen die Kinder mit ohne zu murren. Beim Essen suchen sie sich nicht die teuersten Dinge aus. Sie schauen, dass es für uns alle passt.
Allerdings sind wir sicher schon über unserem Budget. Aber irgendwie ist es uns auch gerade etwas egal. Wir geniessen die Zeit, wir geniessen uns.
Ich bin sehr dankbar für die gemeinsame Zeit. Ich bin dankbar für die Spontanität, für die Toleranz und für die Gemeinsamkeit mit den Kindern. Ich bin dankbar, dass Gerd all das mit mir und den Kindern macht. Ich bin dankbar, dass das Leben so viel Schönes für mich bereithält.
Shownotes für iTunes: http://www.leben-pur.ch/012-sri-lanka-was-ist-wirklich-urlaub-fuer-mich-und-tsunami-2014-erfahrungen-der-helfenden/
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Der Beitrag 012 – Sri Lanka – Was ist wirklich Urlaub für mich? Und: Tsunami 2004 – Erfahrungen der Helfenden erschien zuerst auf Leben pur! Unterwegs..
Immer wieder fragen uns die Hörer, wie man mit so wenig unterwegs sein kann. Ich liste mal auf, was alles so in meinem Rucksack ist.
Oh je. Unser leidiges Thema. Wir sind so technikverliebt und würden am Liebsten einen ganzen Handkarren voller Laptops, Kameras und Quadrokopter mitschleppen. Aber wenn wir mit dem Rucksack unterwegs sind, müssen wir uns beschränken. Hier also das Ergebnis unserer Beschränkung:
Zu einigen Links gibt es hier ein paar Infos!
Shownotes für iTunes: http://www.leben-pur.ch/011-sri-lanka-packliste-rucksack/
Der Beitrag 011 – Sri Lanka – Packliste Rucksack erschien zuerst auf Leben pur! Unterwegs..
Moppi und ich haben in dieser Nacht das gleiche erlebt wie Kathi 2 Tage zuvor. Durchfall und Erbrechen. Während Moppi am Morgen wieder fit ist, zieht es mich so runter, dass ich den ganzen Tag nur liege. Sowie ich mich aufsetze, wird mir schwindlig.
Gerd geht es auch nicht so gut, aber er muss nicht erbrechen.
Die Kids gehen fast 4 Stunden ins Wasser, holen sich einen Sonnenbrand und kommen hungrig zurück.
Kaum lässt man mal die Kinder allein und passt nicht auf, verbrennen sie in der Sonne.
Ich bin so froh, dass Gerd bei mir ist. Er organisiert noch eine weitere Nacht hier, denn an Reisen ist gar nicht zu denken. Ausserdem wechseln wir in ein Zimmer mit Klimaanlage. Das tut mir sehr gut. Ich liege und schlafe. Selbst an lesen ist nicht zu denken.
Am Abend passiert noch ein Wunder, Alex nimmt das erste mal meine selbstgemachte Riblusa, also meine Ringelblumensalbe. Also muss ihm der Sonnenbrand wohl schon etwas wehtun.
Kathi ist ganz liebevoll und sorgt sich um mich. Zum Abend dann gehen die drei etwas essen und bringen mir eine Wasser-Melone mit, diese löffle ich aus und das tut mir sehr gut. So langsam geht es wieder.
Gegen halb 9 machen sich Gerd und Kathi auf den Weg zum Turtle-Watching und Alex und ich schlafen uns noch einmal richtig aus.
Kurz vor 12 kommt Gerd heim und erzählt, dass er riesige Schildkröten gesehen hat. Ich glaube, er ist sehr glücklich. Viel kann ich nicht dazu sagen, bin irgendwie aus dem Tiefschlaf gerissen worden.
Diese Nacht ist viel besser und wir schlafen tief und fest.
Shownotes für iTunes: http://www.leben-pur.ch/010-sri-lanka-am-neunten-tag-da-musst-du-ruhen-oder-so-aehnlich/
Leben pur! Unterwegs. Sri Lanka
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Der Beitrag 010 – Sri Lanka – Am neunten Tag da musst du ruhen. Oder so ähnlich. erschien zuerst auf Leben pur! Unterwegs..
Eigentlich sollte um 5 der Wecker klingen. Tut er aber nicht. Kurz nach halb 6 werde ich wach und wecke alle in Panik. Wir sollten um halb 6 abgeholt werden zur Safari. Unserer Maus geht es wieder gut. Sie ist Safari-tauglich. Wir sind innerhalb von 5 Minuten parat, nur die Schwester des Vermieters ist nicht da. Sie sollte mit uns die Safari machen. Einen kurzen Moment denke ich noch, sie ist wieder abgefahren, weil wir zu spät waren. Aber der Gastgeber beruhigt uns, sie käme gleich…
Viertel vor 6 düsen wir in einer Rattermaschine los. Sie und eine weitere Frau sitzen vorn in der geschützen Fahrerkabine. Wir sitzen auf dem Pickup oben auf gut gefederten Sitzen mit sehr guter Aussicht. Jetzt geht es erstmal eine halbe Stunde durch die Morgendämmerung zum Eingang des Nationalparks. Alles noch sehr ruhig, nichts zu spüren von der gestern erlebten Hektik auf der Strasse. Selbst der Verkehr ist ganz ruhig. Und das heisst was!
Im Nationalpark angekommen bekommen wir einen Guide, einen lustigen Kauz. Er springt mit auf und sitzt neben Kathi. Er zeigt uns so viele Dinge, die wir allein dann doch gar nicht gesehen hätten. Hier ein kleiner bunter Vogel, da ein Chamäleon. Und dann sehen wir Elefanten. Eine unzählige Menge Elefanten. Wunderschön. Die Elefanten sind so riesig. Und majestätisch. Unser Guide erzählt uns voller Ehrfurcht, dass das hier die Könige sind und keine Feinde im Park haben. Es gibt etwa 400 Elefanten in diesem Park. Ich bin so dankbar, dass ich einige von ihnen sehen konnte. Wir sehen einzelne Elefanten und erfahren, dass dies die Männer sind, die leben allein. Und dann sehen wir sogar Weibchen mit ihren Jungen. Die sind auch so süss. Aber auch schon riesig. Der Guide berichtet, dass nach 22 Monaten Schwangerschaft ein Elefantenjunges etwa 40-50 Kilo wiegt und es niemals Zwillinge gibt.
Weiter fahren wir zu einem See, hier entdecken wir Krokodile, welche sich etwas verstecken und eher wie schlammbespritzte Baumstämme aussehen. Und nix tun. Keine Bewegung. Nix. (Insgeheim vermute ich, dass die uns Touristen Baumstämme als Krokodile verkaufen)
Okay, unsere Fahrerin stolpert mit dem Jeep über Stock und Stein, wir rumpeln durch den Nationalpark und kommen wenig später an einem See vorbei, an dem eine riesige Horde Wasserbüffel leben. Das ist noch einmal sehr eindrücklich. Diese schwarzen, riesigen Tiere. Einige schlammbeschmiert, liegen und stehen sie im See und am Ufer und sind so bei sich. Wir fahren langsam vorbei und hoffen, sie in ihrer Morgenruhe nicht zu stören.
Irgendwann ist diese Safari dann auch zu Ende, wir sind dankbar, dass wir ein paar tolle Tiere in der Natur und nicht eingesperrt im Zoo gesehen haben, bedanken uns bei dem Guide und rattern wieder die 30 Minuten zurück zum Häuschen am See.
Das war wirklich ein beeindruckender Start für uns ins Jahr 2017.
Unterwegs kaufen wir noch etwas Obst. Unser Gastgeber und seine Schwester bereiten uns das Frühstück und wir geniessen es bei wunderschöner Aussicht. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg in den Süden, wir wollen endlich Strand und Meer sehen.
Zwei Tuktuks fahren uns zum Busbahnhof, wir steigen in den Bus ein und fahren etwas über eine Stunde mit dem uns mittlerweile bekannten Disko-Kamikaze-Bus bis nach Tangalle. Wo es sehr schöne Strände gibt. Leider ist hier sehr viel ausgebucht. Wir finden aber noch ein Hostel direkt am Strand. Angekommen, gehen wir erst einmal in die Wellen. Ich stelle wieder einmal fest, dass ich so überhaupt nicht mit dem Element Wasser verbunden bin. Ich springe in die höchste Welle, es reisst mich runter, ich bekomme Panik und die Welle spült mich zurück an den Strand. Der Rücklauf der Welle nimmt mich dann wieder mit ins Tiefe. Das geht so ein paar mal. Die Kinder kommen mir zu Hilfe, zerren an mir, werden aber auch von den Wellen erfasst und erst bei der nächsten Welle (incl. Tauchgang und Gesichtspeeling am Sandboden) hilft auch Gerd mit und alle drei zerren mich raus.
Ich tappse an den sicheren Strand und gehe äusserlich absolut selbstbewusst an allen am Strand liegenden Zuschauern meiner Blamage vorbei. Innerlich muss ich über mich schmunzeln und überlege, das nächste Mal für so eine peinliche Einlage Eintrittsgelder zu verlangen. Die Kinder sind wohl froh, dass uns keiner kennt und sie nicht sagen müssen, dass dieses gestrandete Walross am Strand ihre Mama ist.
Ich habe also erst einmal genug von den Wellen, wir suchen uns eine kleine Bucht, die etwas geschützter ist und können da dann auch ruhig baden.
Gerd und die Kinder können von den Wellen gar nicht genug bekommen. Sie sind Stundenlang im Wasser. Gerd hat schon ganz rote Augen von dem vielen Tauchen.
Den Abend beschliessen wir mit einem Abendessen direkt am Strand in einem kleinem Restaurant. Überall Kerzen, Windlichter und keine 5 Meter von uns entfernt das Meer. Romantischer geht es kaum. Eigentlich wollten wir noch turtle-watching machen, aber wir sind alle so kaputt, dass das nicht mehr geht. Also, ab ins Bett und schlafen. Es soll nicht die beste Nacht für Moppi und mich werden.
Shownotes für iTunes: http://www.leben-pur.ch/009-sri-lanka-elefanten-noch-vor-dem-neujahres-fruehstueck/
Leben pur! Unterwegs. Sri Lanka
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Air BnB am Uda Walawe Nationalpark (Link kommt noch)
Uda Walawe Nationalpark: Website
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Der Beitrag 009 – Sri Lanka – Elefanten noch vor dem Neujahres-Frühstück erschien zuerst auf Leben pur! Unterwegs..
Ich werde aus dem Tiefschlaf gerissen. Würgende Geräusche aus dem Bad. Unsere Kathi übergibt sich im 10-Minuten-Takt. Durchfall und übergeben im Wechsel. Wer weiss schon, was sie Falsches gegessen hat. Wir vermuten, irgendwo doch nicht immer alles mit Wasser aus der Flasche, sondern mit Hahnewasser gespült. Ist aber auch egal, nun heisst es erstmal abwarten, ob sie wieder fit wird.
Wir frühstücken unten bei der Homestay-Gastgeberin. So eine liebe, herzliche Person. Wir bekommen ein riesiges Frühstück. Ich zähle mal auf, was sie alles auftischt: Kokospfannkuchen, Omelett, Toast mit Butter und Konfitüre, geschnittene Früchte, Joghurt und Honig und eine riesige Kanne Tee. Ich gewöhne mich hier langsam ans Teetrinken. Recht lecker.
Moppi, Gerd und ich frühstücken ausgiebig, Kathi bleibt oben im Zimmer liegen und will nur ein paar Früchte. Die sie dann auch wieder erbricht.
Wir überlegen, ob wir wir wirklich heute noch weiterreisen. Eigentlich wollten wir heute noch zum Uda Walawe Nationalpark und eine Safari zur Abenddämmerung machen. Aber das sparen wir uns nun.
Ich lass mir hier meine erste ayurvedische Massage geben, schliesslich habe ich Muskelkater wie verrückt von unserem gestrigen auf- und speziell vom Abstieg. So richtig hat mich aber die Massage nicht überzeugt. Sie war recht fest und das auf meinen Muskelkater – puh.
Irgendwann um 2 geht es Kathi soweit gut, dass sie reisen kann. Wir entscheiden uns gegen den billigen Bus und nehmen ein Taxi. Wir zahlen gepfefferte 8000 Rupien (entgegen etwa 300 für den Bus) und lassen uns ganze 3 Stunden durch das Land kutschieren. Der Taxifahrer ist sehr nett und hält bei allen möglichen Dingen an, kleine Äffchen am Strassenrand, beim wunderschönen Wasserfall in der Nähe von Ella und bei jeder noch so kleinen Naturschönheit. Ausserdem fährt er gaaaanz vorsichtig, sodass Kathi gut schlafen kann. Das tut sie auch.
In Uda Walawe angekommen, beziehen wir ein romantisches Häuschen mit Hängematten, 2 Doppelzimmern und einem Wohnbereich. Der Ausblick ist traumhaft, direkt auf einen See. Gerd und ich spazieren ein wenig am See entlang, sehen Frauen welche ihre Wäsche am See machen. Sehen, wie eine ganze Horde schwarzer Kühe ins Wasser zum Baden getrieben wird und dann wieder raus. Sehen, wie Jugendliche mit ihren kleinen Motorrädern und Tuktuks durch die Gegend düsen. Und ein jeder lächelt. Es ist unglaublich, wie freundlich die Menschen sind. Ich geniesse das so sehr.
Etwas weiter steht ein buddhistischer Tempel den wir von aussen anschauen. Wunderschön sieht er aus, rundherum wird der Sand gefegt, überall mit Blumen geschmückt. Uns fällt wieder ein, dass heute ja Silvester ist. Im Buddhismus ist das zwar kein wichtiges Datum, aber zum «Gottesdienst» wird wohl immer geschmückt.
Auf dem Rückweg zu unserem Häuschen begegnen wir wieder einigen Singhalesen. Unter anderem einer Dreiergruppe, 2 Frauen und einem etwa 5jährigen süssen Mädchen. Sie strahlt uns an und ruft: «Happy new year!» Wir freuen uns und rufen ebenso «Happy new year!». Die Frauen geben uns die Hand und wir dürfen uns aus der blütengefüllten Schale eine Blüte raussuchen. Ich stecke sie mir in die Haare. Die drei ziehen weiter und wir sind einfach nur beglückt. Gerd stehen sogar die Tränen in den Augen. Nebenbei bemerkt, mir gerade beim Schreiben auch.
Im Häuschen angekommen sehen wir, dass es unserer Kathi immer noch nicht so gut geht. Sie liegt auf dem Sofa und will noch nicht mal UNO spielen. Das heisst was. Wir drei übrigen spielen ein paar Runden bis der Gastgeber uns das Abendessen serviert. Typisches Sri-Lanka-Curry. Wir machen es uns noch ein wenig gemütlich, gehen aber dann zeitig ins Bett und verschlafen so wieder einmal Silvester.
Shownotes für iTunes: http://www.leben-pur.ch/008-sri-lanka-wuergende-geraeusche-im-bad-und-ella-in-der-lightversion-oder-einfach-ausgedrueckt-wie-wir-silvester-verschlafen/
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Homestay Ella
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Der Beitrag 008 – Sri Lanka – Würgende Geräusche im Bad und Ella in der Light-Version oder einfach ausgedrückt: wie wir Silvester verschlafen erschien zuerst auf Leben pur! Unterwegs..
Der Tag beginnt kurz vor 2 Uhr. Wir stehen auf, ziehen unsere Kleidungsschichten an und machen uns direkt auf den Weg. Es steht ein Berg vor uns und über 1100 Höhenmeter, tausende Stufen und das alles in finsterster Nacht. Denke ich.
Zuerst einmal ist es viel weniger kalt als gedacht. Es ist sternenklare Nacht und es geht kaum ein Wind. Anfangs stehen noch alle paar Meter Stände mit Mützen und Handschuhen und heissem Tee. Die Stände werden zunehmen weniger, aber sicher alle 10 Minuten kommt ein neuer Stand und bietet das Übliche an. Besonders der heisse gezuckerte Tee schmeckt uns und gibt uns schnelle, jedoch nur kurzfristig Energie.
Man sagt hier, dass dort oben Buddha, Shiva und auch Adam gehuldigt werden. Also für viele Religionen etwas dabei. Es werden Räucherstäbchen verkauft. Duftlämpchen auch. Kleine Buddhafiguren. Und eine riesige Menge Zeug, dessen Sinn ich an diesem Ort noch nicht verstehe. Spielzeug, Teddybären, Dekokram. Wer bitte kauft sich so etwas nachts um 2 oder 3 Uhr beim Aufstieg?
Wir laufen von Beginn an unterschiedlich schnell. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht dran, dass ich diesen Berg je besteigen werde. Ich möchte, dass jeder für sich gehen kann. Möchte nicht, dass sie auf mich warten. Moppi und Kathi laufen sehr viel zügiger hoch und bald habe ich sie aus den Augen verloren.
Gerd bleibt bei mir und läuft demnach auch recht langsam. Ich denke mir, wenn ich langsam starte, kann ich meine Kräfte besser einteilen. Und das klappt auch ganz gut so.
Es dauert nicht lang und Kathi gesellt sich zu uns. Heist, dass sie anfänglich zu schnell gelaufen ist und nun in meinem langsam-Tempo mitläuft. Von Alex keine Spur, da wir ihn aber nicht einholen, scheint er wohl vorneweg zu sein.
Ich bin sehr dankbar, dass Gerd bei mir bleibt. Er trägt meine Jacke, den Rucksack mit unser aller Picknick und meine Wasserflasche. Er ist wirklich süss. Manchmal laufen er ein paar Schritte Hand in Hand. Aber irgendwie passt das nicht, unser Schrittrytmus ist so unterschiedlich. Nach gar nicht langer Zeit, vielleicht einer halben Stunde, bin ich so dermassen ausser Puste, dass ich den Sinn hinter dieser ganzen Aktion bezweifle. Nach 45 Minuten fehlt mir dann sogar die Kraft, zu zweifeln.
Ich denke an Momo und speziell an Beppo, den Strassenfeger. Ein, zwei, Besenstrich. Ein, zwei, Besenstrich. Ein, zwei, Besenstrich. So kann ich es ertragen. Ich sehe nur die 3 Treppenstufen vor mir, wenn ich diese geschafft habe, kann ich neu entscheiden, ob ich weitergehe.
Der nächste Tee spornt mich an, Gerd ist voll des Lobes, schnauft aber ebenso wie ein Asthma-Kranker und wir laufen und laufen. Die Stufen sind natürlich mal hoch, mal flach, auf keinen Fall einheitlich und auch mal sehr lang. So ist jeder Schritt was neues. Ich versuche mich in positivem Denken. Klappt nicht. Ich versuch daran zu denken, dass ich sicher da oben voller Erleuchtung bin und ein glückseliges Gefühl empfinden werde. Vielleicht erscheint mir Buddha (oder im Zweifel auch Shiva oder Gott persönlich) um mich zu beglückwünschen und mich zu erleuchten. All diese Gedanken halten gerade mal 2-3 Treppenstufen, denn danach bin ich wieder auf die Urinstinkte gepolt: Atmen. Kraft. Ich habe einfach keine Kondition. Kurz denke ich drüber nach, mein Sportprogramm zu ändern und direkt nach den Ferien wieder mit Ausdauersport anzufangen.
Sofort erinnere ich mich jedoch an meine eigenes Versprechen, nie unter Extrembedingungen Entscheidungen zu treffen, die ich später bereue. Ich vertage die innere Diskussion auf später.
Irgendwann schaue ich auf die Uhr und sehe, dass es schon halb 4 ist. Zeitlich etwas weniger als die geplanten 4 Stunden. Und wir leben noch. Wir werden zwar immer wieder überholt, aber wir können noch. Na das wäre doch gelacht, wenn dieser klitzekleine Rest nicht auch noch zu schaffen wäre.
Kathi erinnerte uns daran, dass es gut ist, falls das nächste mal ihr Sport-Ich derlei Ideen hat, wir ihr ruhig widersprechen dürfen.
Uns begegnen sehr viele Menschen, mehrheitlich Sri Lanker aller Altersklassen. Alte, sehr alte werden zum Teil gestützt. Junge Familien, die schlafenden Babys tragend, gehen in Seelenruhe den Berg hinauf. Oder auch schon hinunter. Sehr viele Familien sind zum Sonnenuntergang hoch und bleiben in der Nacht oben und gehen dann am sehr frühen Morgen runter. Irgendwie ist dieser Weg den ganzen Tag über belebt.
Viele Menschen sehe ich beim Runterlaufen mit schmerzverzerrtem Gesicht, viele werden gestützt. Es herrscht hier so ein liebevoller Umgang und eine grosse Hilfsbereitschaft. In dieser Energie finde ich endlich meinen Frieden mit dieser Bergbesteigung (der Sinn wird mir aber bis zum Schluss verschlossen bleiben). Ich stelle auf meinen Handy das OM-Mantra von Master Choa Kok Sui ein und er summt mich in einem guten Rhythmus Stufe um Stufe höher. Vielleicht ist es Einbildung. Vielleicht ist es das OM, was mich nun bis oben begleitetet. Mir geht es besser, es läuft sich leichter und fühle mich sehr gut. Fast ein wenig im Flow.
Wir treffen auf der Strecke noch die beiden Deutschen, mit denen wir in Kandy schon im Hostel UNO gespielt hatten. Und irgendwann höre ich ein Klingen, Klirren und Gesang. Ich denke natürlich, das wird wieder einer der Pilgerer sein, welcher singt. Und bin dann erstaunt, dass ich die Bergspitze sehe. In voller Beleuchtung. Eine letzte Pause und die Info, dass es nur noch etwa 10 Minuten bis oben sind und der Sonnenaufgang erst um 6.10 ist. Wir also noch eine dreiviertel Stunde Zeit haben. Und was soll ich sagen? Ich habe diesen Aufstieg in 3,5 Stunden geschafft. Ich strahle. Gerd auch. Wir gönnen uns mit vielen anderen einen Tee und unser Atem beruhigt sich so langsam wieder. Ich bin erstaunt, wie gut es mir geht. Ich bin relativ schnell wieder völlig okay.
Nun, kurz vor 6, gehen wir die letzten 10 Minuten und sehen den Tempel, die Buddha- und Shiva-Stätten. Von Adams Fussabdruck bekomme ich nichts mit. Aber eine riesige Kirchenglocke steht zum läuten bereit. Der, der oben ankommt, darf einmal läuten. Das mache ich und bin irgendwie jetzt doch euphorisch. Gerd nimmt mich in die Arme und wir beide sind unglaublich glücklich, diese Herausforderung gemeistert zu haben. Ich erinnere mich an meinen ersten Marathon in Berlin und da an den Zieleinlauf durchs Brandenburger Tor. Ein ähnliches Freuden-Taumel-Gefühl übermannt mich jetzt. Wir suchen uns einen schönen Platz, um den Sonnenaufgang mitzuerleben und werden reichlich beschenkt. Dieser klare Himmel hat so viel zu bieten. Das Lichterspiel hinter den Bergen, irgendwann dann die orangefarbene Sättigung des Himmels. Einfach nur schön. Sehr sehr ergreifend. Während wir stehen, den Himmel betrachten, fängt ein Mönch an, zu singen. 15 Minuten lang fühle ich mich in ein buddhistisches Kloster versetzt. Ich huldige den Tag. Und ich bin dankbar. Dankbar, dass hier das erleben darf. Dankbar, dass ich das mit meinen Kindern erleben darf. Und dankbar, dass wir als Team einfach wunderbar sind.
Zum Abstieg gönnen wir uns gemeinsam noch einen Tee, essen unser restliches Picknick auf und runter geht es. Atemtechnisch kein Problem, aber ab der Hälfte merke ich Waden, Schienbeine und Knöchel kaum noch. Ich denke, ich habe ihnen etwas viel zugemutet. Aber da muss ich nun durch und laufe langsam aber sicher zurück zum Hotel. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir mit meinen Barfusschuhen beim Bergablaufen einen Gefallen getan habe. Stelle jedoch später fest, dass auch alle Wanderschuh-Träger diese Schmerzen haben.
Unten angekommen duschen wir, ziehen uns um und frühstücken ausgiebig. Den Bus verpassen wir, aber ein Taxi bringt uns auch wunderbar zum Bahnhof nach Hatton. Hier erreichen wir mit viel Glück den vorletzten Zug nach Ella und bekommen sogar 2 Sitzplätze. Die Kinder wollen eh an der offenen Zugtür hocken und die Beine draussen baumeln lassen. Mein Plan sah vor, dass die fahrt nach Ella denn etwa 1-2 Stunden geht. Schliesslich sind es nur 52 Kilometer Luftlinie. Wir fahren dann tatsächlich knapp 5 Stunden und sind völlig k.o.
Sind wir doch auch schon seit kurz vor zwei auf den Beinen, haben über 5000 Treppenstufen je einmal hoch und einmal runter gemacht und nun noch die Bahnfahrt. Meine Beine schmerzen schon vor lauter Muskelkater, den wir in Anlehnung an die Idee unserer Tochter, den Berg zu besteigen, Muskelkathi nennen. Wir laufen dann in Ella zu unserer Unterkunft. Bergauf, versteht sich. Eine Viertelstunde.
Wir beziehen das 4er-Zimmer, gehen in die Stadt hinunter (bergab geht noch schlechter) und essen mittelmässig gut. Kathi wird sich die ganze Nacht noch daran erinnern.
Kurz nach 8 liegen wir alle völlig k.o. im Bett und schlafen fast augenblicklich ein.
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Den Wecker habe ich nicht gehört. Kathi weckt uns 4 Minuten, bevor das Frühstück serviert wird. Schnell unter die Dusche und hoch in den Gästerraum. Wir bekommen wieder Toasts und pinkfarbene Marmelade, welche man in Scheiben geschnitten aufs Brot legen kann. Lustiges Essen manchmal.
Wir packen unsere Sachen, stülpen zum ersten mal unsere Rucksack-Regen-Überzieher über und stehen lustig im Regen, um zum Bahnhof zu stapfen. Der Weg ist nicht lang. 10 Minuten später kaufen wir unsere 2-Klasse-Tickets (no Seats, Madam) und warten auf den Zug. Irgendwann denken wir uns, dass die singhalesischen Ansagen uns sagen wollen, dass der Zug Verspätung hat. Hat er auch, etwa 40 Minuten. Aber wir haben ja Zeit und spielen kitzeln, necken und Fingerspiele wie mit kleinen Kindern. Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon kommt der Zug, der gleiche Sitzplatzkampf wie vorgestern in Colombo beginnt. Erst einsteigen, dann aussteigen… Wir bekommen einen zauberhaften Stehplatz in der Menge, Moppi seinen heissbegehrten Sitzplatz an der offenen Tür. Wir fahren und irgendwann rücken die Sri Lanker zusammen und machen auch für uns Platz. Ich bin wieder mal begeistert, wie freundlich die Menschen hier sind.
In Hatton raus aus dem Zug, rein in den Kamikaze-Bus. Wir fahren noch etwas über eine Stunde durch eine traumhaft schöne Gegend. Teefelder. Stauseen. Leuchtende Farben. In den Bergen das Spiel zwischen Sonne, Nebel und Wolken. Ich bin im siebenten Himmel. Wenn da nicht dieser leicht verrückte Busfahrer wäre, der scheinbar nur eines kann: schnell. Egal, ob es steile Kurven, Gegenverkehr oder steil bergab geht. Vollgas und schnell noch gehupt. Mich wundert es tatsächlich, dass hier einfach nichts passiert. Irgendwann beobachte ich die Sri Lanker und bewundere sie, wie sie einfach schlafen können. Ich versuche es ihnen gleichzutun und versuche mich in den gleichen Flow zu begeben. Gelingt noch nicht so gut, bin ja aber auch noch Anfängerin.
Irgendwann kommen wir an, gehen in unser zuvor gebuchtes Zimmer mit Bergblick, sind begeistert und trinken erst einmal ganz viel. Weder auf der Zug- noch auf der Busfahrt haben wir viel getrunken. Wollten einfach nicht so oft aufs Zug-Klo.
Nach ein paar Runden UNO schlendern wir durchs Dorf, wobei das Dorf aus Ständen besteht, an denen die wichtigsten Sachen für den Aufstieg auf den Adams Peak, DEM Pilgerberg in Sri Lanka, verkauft werden. Wir kaufen dünne Handschuhe für uns Mädels und für Moppi einen Jogginghose. Wir überlegen, wie wir diesen Riesenkerl (also den Berg) morgen besteigen sollen und in Gedanken spüre ich schon heute meine Muskeln. Gut, dass ich nur meine Barfussschuhe dabei habe. Ich bin gespannt, wie das wird.
Wir essen noch eine Kleinigkeit und krauchen dann unter unsere Moskitonetze – um halb 2 klingelt der Wecker, um 2 geht es los ins Abenteuer.
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Um 8 werden wir wach, der Strassenlärm ist schon wieder beträchtlich. Aber alles gut, das Frühstück wartet auf uns. Toast mit Omelett und Tee.
Die Nacht war laut, etwas unbequem. Dennoch wir haben alle gut geschlafen. Ich freue mich schon auf den Tag heute, wenn alles gut klappt, steht heute der Botanische Garten auf dem Programm.
Wir laufen. Kathi hat herausgefunden, dass es nur eine kurze 6-km-Strecke ist. Also laufen wir in Vorbereitung auf unseren Marsch zum Adams Peak. Wir laufen an der Strasse entlang. 6 Kilometer an der offiziell 2-spurigen, inoffiziell aber mindestens 5-spurigen Hauptstrasse entlang. Es ist laut. Es ist heiss. Es ist staubig. Und manchmal scheint es auch gefährlich. Das sehen die Sri Lanker allerdings ganz anders. Der Verkehr hier ist für unsere Ohren und für unsere Gemüter eine oder zwei, vielleicht auch drei Nummern zu heftig. Aber beim genauen betrachten sieht es aus wie Wasser, was sich einfach und geschmeidig immer einen Weg sucht. Unfälle sehen wir nicht. Jeder gleitet an jedem vorbei. Ich habe beobachtet, dass es hier scheinbar nur 2 Regeln gibt, die jeder als Grundvoraussetzung mitbringen muss. Deine Hupe muss gehen und du musst zu 100% gewillt sein, zu überholen, egal ob es Sinn macht oder nicht. Hauptsache, du bist ein Tuktuk weiter vorne. Das ist hier der «Flow». Hupen und überholen, kurz gesagt. Dass man dabei auch gern die anderen etwas wegdrängelt, ist dabei nebensächlich. Denn die überholen dich ja auch gleich wieder. Hupend, selbstverständlich.
Endlich im Botanischen Garten angekommen, laufen wir über eine wunderschöne Hängebrücke, Gerd hat es ja nicht so mit Hängebrücken, aber es geht schon. Hinter der Brücke erwartet uns ein Traum, ein Traum in Ruhig. Kein Lärm, kein Hupen, kein Staub. Dafür übergrosse Bambusbüsche, 200jährigen Ficus Benjamini, welche geschätzt sicher 20 Meter hoch sind und eine Baumkrone haben wie von einem Doppelhaus. Überall hängen Flughunde und flattern. Unten an den Bäumen sitzen Äffchen. Viele kleine Äffchen. Sie fangen sich, sie spielen miteinander, sie lassen sich von Ast zu Ast baumeln und sind einfach herzallerliebst. Eine Affenmama beobachten wir dabei, wie sie ein Miniäffchen trägt. Es klammert sich vorn an die Mama und sein Schwänzchen dreht es unter der Mama hindurch um ihren Schwanz. So tappst sie durch die Gegend und wir finden genügend Zeit, sie zu beobachten.
Der Botanische Garten ist scheinbar der zweitgrösste seiner Art in Asien, wunderbare alte Bäume, welche ineinander verwurzelt sind. Sträucher, Palmenalleen, Kanonenpalmen und was weiss ich nicht noch alles. Manche Pflanzen haben wir noch nie gesehen. Die bunten Papageien sind auch wunderschön anzusehen, jedoch nicht so zahlreich wie die Äffchen oder Flughunde. Weiter hinten liegen faul ein paar knöcherne (schlanke?) hellbraune Kühe mit Hörnern. Kaum sind wir ein paar Meter weit gegangen, sehen wir schon wieder etwas Neues. Die Kamera knipst ohne Unterlass und als wir im Orchideenhaus ankommen, hoffe ich noch, dass wir genügend Speicherplatz haben. Eine Orchidee ist schöner als die andere.
Irgendwann treibt es uns in ein Restaurant, wir essen Sandwiches und Omelett und warten den kurzen Regenschauer ab und gehen weiter. Irgendwann haben wir es dann auch gesehen (wahrscheinlich nicht alles) aber für uns ist es jetzt genug.
Draussen wollen wir eigentlich ein Tuktuk nehmen, aber so richtig Lust auf Verhandeln haben wir nicht. Verhandeln ist eh nicht so mein Ding! Wir laufen ein Stück und steigen dann in einen Bus ein. Partymusik in voller Lautstärke. Wir fahren für n Appell und n Ei ein paar Stationen und sind dankbar, nicht die ganze Strecke wieder zurücklaufen zu müssen.
Abends gehen wir freudestrahlend wieder in die lärmende Innenstadt. Irgendwie brauchen wir das wohl. Wir gehen wieder zu unserem Stamm-Inder und essen so beinahe das Gleiche wie gestern. Es war aber auch wirklich lecker.
Jetzt wollen wir nochmal Tuktuk fahren. Direkt vor dem Restaurant stehen 2 und warten auf Kundschaft. Für je 300 wollen sie uns zum Hotel fahren. Ich finde das recht teuer, kann aber so gar nicht handeln. Ich frage, ob das deren Ernst ist. Sie lächeln und sagen ja. Okay, dann sage ich eben auch okay.
Spannend, wie ich nicht handeln kann. Mir macht das irgendwie ein komisches Gefühl. Ich meine, 300 sind etwa 2 Franken. Das ist wirklich nicht viel.
Die Fahrer lächeln und wir steigen ein, Frauen und Männer-Tuktuk. Kathi hat scheinbar viel mehr Freude am Fahren als ich. Also, der junge Fahrer lächelt uns zu. Ich denke noch so, ob der wohl schon alt genug ist zum Fahren, verkneife mir dann aber die Frage. Die Sri Lanker sehen doch alle recht jung aus.
Er lacht, ruft yeah! und krempelt sich die Ärmel hoch. «Yippie, that is Sri Lanka!» ruft er, dreht das Tuktuk auf und macht zwischen Hunderten anderen Autos, Bussen und Tuktuks einen U-Turn in halsbrecherischer Geschwindigkeit, lacht und juchst dabei und ruft zu mir: «Don›t worry, Madame!». Ich kralle mich erst in Kathis Arm (scheint ihr nicht so zu gefallen) und dann in das wunderschön verzierte Tuktuk-Gestänge. Anschliessend haben die Metallstücken meine Handabdrücke. Es muss auf jeden Fall überholt werden. Jeden. Wirklich jeden. Die anderen sehen das genauso und überholen ihrerseits dann wieder uns. Links. Rechts. Egal. Wenn sie könnten, würden sie auch oben drüber fahren. Irgendwann, nach Ewigkeiten, etwa 2 oder 3 Minuten, kommen wir am Hostel an und ich muss nun keinen Kaffee oder Tee mehr haben. Ich bin wieder hellwach und fit. Mein Puls geht in dreifacher Geschwindigkeit und mein Herz pocht. Aber: wir sind glücklich und heile angekommen. Komischerweise sind die anderen einfach nur angekommen. Ohne grosses Theater. Ich habe das Gefühl, dass sie mit anderen Tuktuks in einer anderen Verkehrssituation gefahren sind. Oder eben einfach eine völlig verträumte Wahrnehmung haben. Irgendwie so muss es wohl sein.
Den Abend verbringen wir noch im Hostel mit anderen Deutschen beim Uno-Spiel. Es wird ein lustiger Abend, den wir lachend beenden. Für einmal müssen wir am morgen nicht so früh raus und kuscheln uns ins Bett.
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Moppis Wecker klingelt 3.11 Uhr. Danke Schatz.
Wir stehen auf, duschen nochmal und packen die Rucksäcke fertig. Pünktlich um 4 steht das Taxi vor der Tür und wir machen uns auf den Weg nach Colombo Fort. Das ist der Hauptbahnhof von Colombo. Also wahrscheinlich auch der einzige. Es wimmelt von Menschen. Es duftet und stinkt in allen Nuancen und es herrscht ein Gewusel. Dabei aber alles sehr freundlich. Kein lautes Wort.
Wir stellen uns an die Schlange für die 2.-Klasse-Tickets und sind nach gut 45 Minuten dran. Wir kaufen Tickets, zahlen umgerechnet 1,30 Franken pro Person. Auf dem Bahnsteig decken wir uns mit Brötchen (not spicy, kennen wir ja schon) ein und warten. Plötzlich kommt Bewegung in die wartende Menge. Es wird gedrängelt, der Zug fährt ein und die Leute rasen zu den Türen, drängeln. Gerd kommt vor einer Wagon-Tür zum stehen und rast hinein. Besetzt 2 Plätze. Die Leute schmeissen durch die Fenster schon ihre Taschen um somit Plätze zu sichern. Ich drängle mich etwas vor und habe direkt auch 2 Plätze neben Gerd bekommen. Die Frau, die eigentlich ihre Tasche auf der Reihe hatte, sucht sich einen anderen Platz. Ein wenig bin ich entsetzt über meine Frechheit. Aber sie lächelt. Ich muss heute noch was gutes tun, muss mein Karma wieder ausbessern…
Nun sitzen wir in einer rumpeligen Rappelkiste und fahren durch das Land. Unsere Brötchen sind schon längst verspeist, sehr scharf. Also dieses not spicy müssen wir noch interpretieren lernen. Aber lecker sind sie allemal.
Wir fahren weiter. Es rumpelt. An den Stationen am Wegesrand steigen Menschen ein. Für meinen Geschmack sind wir schon mehr als doppelt so viele, wie in den Zug passen. Das sieht man hier aber anders und es steigen eben noch Menschen ein. Mit Taschen und vollen Rucksäcken. Sie drängeln. Es wird eng. Und: alle lächeln. Keiner schreit, wirkt genervt und alles ist wunderbar. So langsam tun mir die Kinder leid, die hier echt 3 Stunden stehen, eingeklemmt und auch hundemüde. Irgendwann rutschen Moppi und ich eng zusammen. Nehmen 2 Kinder mit auf unsere Sitzreihe auf. Irgendwann sehe ich, wie eine Frau im Stehen stillt. Ich nehme meinen mittlerweile riesigen 16jährigen Sohn auf den Schoss und überlasse der Frau den Platz. Sie lächelt, stillt ihr Baby und nimmt nun ihrerseits wieder ein paar Kinder mit auf ihren Platz. Irgendwann sitzen wir auf einer Zweiersitzbank zu sechst. Nunja, es ist gemütlich, es ist warm. Die Fenster sind weit geöffnet, der warme Wind fegt durch unsere Haare. Je höher wir in die Berge fahren, desto umwerfender ist die Landschaft. Nebelschwaden verdecken teilweise die Berge, rund um uns ist Dschungel. Ich komme mir vor wie in einem Film. Wir sind im Nirgendwo, keine Wege, keine Menschen. Dann irgendwann ein Dörfchen, keine Ahnung, was die Menschen hier machen. Ein paar leuchtende Tuktuks, ein paar in Saris gewickelte Personen. Dann wieder Dschungel. Zum Ende der knapp 4stündigen Fahrt fängt es an zu regnen, das war vorauszusehen. Die Fenster werden geschlossen, weil sonst alles drin nass wird. Jetzt wird der Zug zur Herausforderung. Es dampft. Gott sei dank regnet es nicht lange, sodass die Fenster wieder geöffnet werden können.
Ich persönlich denke mir noch so, dass ich sicher den Lärm, die Düfte, die Hektik überhaupt nicht vertragen kann. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass ich hier in meinem Element bin. Ich bin im Flow. Ich geniesse jeden Augenblick. Gerd und die Kids sind völlig fertig, als wir in Kandy ankommen, ich bin irgendwie fit und besselt.
Apropos Kandy ankommen. Der Zug hält, und wie man das so denkt, sollten ja zuerst die Leute aussteigen. Logik scheint hier der Hitze gewichen zu sein. Erst drängen nun neue Menschen in den Zug. Dann erst drängeln wir, nun bepackt mit unseren Rucksäcken durch die Gänge. Natürlich wollen alle auf unsere Plätze. Was bedeutet, keiner hat nur ein Interesse, auf uns acht zu geben. Ich entwickle die Taktik, keine Menschen mehr zu sehen, sondern ausschliesslich hohes Gras, welches ich leicht energisch zu Seite schiebe und mir meinen Weg bahne. Gerd hinter mit macht das Gleiche oder nutzt meine Schneise. Irgendwann sind wir draussen. Yeah. Angekommen in Kandy.
Wir finden unser Hostel mit zauberhaft netten Menschen, wir haben 4 Betten in einem 6-Bett-Zimmer gebucht, was uns aber allein zur Verfügung steht. Wieder mal ein Geschenk für uns. Wir haben sogar eine eigene Dusche und ein eigenes Bad, romantisch vom Rest des Raumes durch einen Vorhang getrennt.
Wir pausieren kurz auf den Betten und machen uns dann zu Fuss in die Stadt auf. Eine Wahnsinns-Hitze, ein Lärm von Autohupen, Autos, Marktgeschrei und quietschenden Bussen. Busse überall. Und wieder fahren sie alle auf der für mich falschen Seite. Ein Strassenseitenwechsel wird für mich zur Herausforderung, noch immer weiss ich nicht, von welcher Seite jeweils die Autos kommen müssten. Ich schaue mindestens 4 mal links und 4 mal rechts, um ja kein Auto, Tuktuk und Motorrad zu übersehen.
Wir erreichen den viel gerühmten (und wenig spannenden) See, der wunderschön ist. Aber unsere Nerven liegen nach der 20minütigen Wanderung blank. Wir suchen uns ein Café, wir gehen ins Queens Hotel, sieht erst einmal sehr gut aus. Wohl aus der Kolonialzeit. Es hat, wie alles hier, schon bessere Tage gesehen. Aber das Café im hinteren Teil des Hotels mit Blick auf den Pool (Moppi wäre am liebsten rein gesprungen) lässt unsere Gemüter abkühlen. Wir essen wohl die bisher schlechtesten Sandwiches, wir trinken etwas und sitzen einfach nur da. Es vergehen sicher 2 Stunden bei gemütlichem UNO-Spiel, bis wir fit genug sind, weiter zu gehen. Der hoteleigene Taxifahrer fährt uns zu einer Teeplantage, wo wir die Fabrik anschauen können und wo uns eine super reizende Dame die gesamte Teeproduktion erklärt. Im Anschluss dürfen wir noch Tee verkosten und natürlich kaufen. Für uns ist das mit dem kaufen etwas schwer, denn wir sind erst am Anfang unserer Reise und wollen nicht so viel mitschleppen. Ausserdem schmeckt hier der Tee ganz hervorragend, daheim trinken wir gar keinen Ceylon-Tee, also Schwarztee.
Der Taxifahrer nimmt uns wieder mit zurück, ich frage ihn kurz, ob er mir einen Zimtbaum zeigen kann. Er hält an einem ayurvedischen Kräutergarten an und wir bekommen eine halbstündige Führung durch den gesamten Kräutergarten mit sämtlichen Erklärungen, wann was wofür oder wogegen hilft. Mein Kräuter-Hexen-Herz schlägt schneller, ich würde am liebsten die ganze Führung filmen. Damit ich nichts vergesse. Viele Dinge weiss ich schon, aber so in echt habe ich viele Pflanzen noch nie gesehen. Muskatsträucher, Zimtbäume, Pfeffersträucher. Hier wächst also der Pfeffer. Es ist ein Traum, ich liebe den Moment. Ich glaube allerdings, dass aus unserer kleine Reisegruppe ich die einzige mit diesem Interesse bin. Aber wie auch immer, ich geniesse jeden Moment und bin beglückt. Natürlich sollten wir unbedingt hier die organisch und überhaupt besten Öle kaufen und so weiter. Das tun wir nicht, weil sie erstens in riesigen Flaschen abgefüllt und zweitens unfassbar teuer sind.
Wir ziehen weiter, der Taxifahrer fährt uns ins pulsierende Kandy, lässt uns an der Haupt-Ramba-Zamba-Lärm-Strasse raus und wir schlendern ein wenig durch die Stadt. Kaufen noch ein Ladekabel für Moppi, holen Geld aus dem Automaten und gehen dann ganz fantastisch im White House indisch essen.
Satt und überfüllt mit Eindrücken laufen wir ein letztes Mal den Weg zum Hotel im Nieselregen. Das macht uns nichts aus, ist es hier doch so schön warm. So ein richtiger Sommerregen. Im Hotel angekommen, werden noch ein paar Runden UNO gespielt, Gerd und ich klinken uns irgendwann aus und liegen auf unseren Betten, die Kids beobachtend. Gerd schläft augenblicklich ein. Kathi und Alex gackern die ganze Zeit, spielen weiter UNO und es ist nicht wirklich zu erkennen, wer hier mehr schummelt. Aber sie haben Spass, als wenn sie zwei Sechsjährige sind. Ich liebe das. Ich liebe die Momente, wenn wir eine glückliche Familie sind.
Lächelnd schlafe auch ich ein. Keine Ahnung, wie lange die Kids noch gemacht haben.
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Wir sind in Dubai gelandet. Eigentlich ist es für uns jetzt erst 3 Uhr nachts. Im Flugzeug haben wir wenig geschlafen.
Aber nun warten wir auf dem Flughafen Dubai etwa 3 Stunden, um unseren Anschlussflug nach Colombo zu nehmen. So wie es aussieht, werden wir dann noch einmal 3 Stunden fliegen und dann sind wir da.
Wir sitzen nun am Gate und warten… Gerd schlummert auf einem «Liegestuhl», Moppi spielt mit dem neuen Selfistick, Kathi und ich schauen uns die Leute an.
Was für eine Nacht.
Aber erst mal zurück, gestern sind wir mit dem Taxi vom Flughafen abgeholt worden. Panik. Linksverkehr… doch der Taxifahrer macht das sehr souverän. Im Hotel angekommen dann schnell ins Wasser. Nur kurz die Rucksäcke ins Zimmer gepfeffert und ab an den Strand. Und ab in die Wellen. Was für eine Freude.
Nach einer Stunde ging dann nichts mehr, völlig übermüdet und knülle von insgesamt 36 Stunden unterwegs-sein haben wir dann im hoteleigenem Restaurant bei atemberaubendem Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer Sri Lanka Curry gegessen – sehr lecker – und sind noch fast am Tisch eingeschlummert.
Um halb 9 lagen wir dann im Bett und sind auch sofort eingeschlafen. Jeder in seinem Bett unter dem Moskitonetz. Sah irgendwie süss aus, wie kleine Prinzessinnen wir alle.
Die Nacht war dann schon sehr komisch. Ab um 11 oder so wurde dann in der Nachbarschaft die Disko-Mucke aufgedreht und bummbummbumm hatten wir bis vielleicht um 3 die Bässe im Zimmer und im ganzen Körper.
Moppi wurde um Mitternacht wach und konnte nicht mehr schlafen. Er hat mich dann geweckt und dann war es auch bei mir aus mit dem Schlafen. Irgendwann ist er dann raus an die Rezeption, da gab es Internet gratis, und hat mit Papa telefoniert. Ich bin dann auch kurz hinterher, schauen, wie es ihm geht… Und in diesen 2-3 Minuten haben mich die Mücken zerfressen. Das ist so ein ganz anderes Gefühl, überall und ganz fest kribbelig. Nunja, ich also gleich wieder ins Zimmer unter mein Moskitonetz.
Schlussendlich ist auch Moppi wieder ins Bett gekommen und Kathi hat sich noch Ohrstöpsel von mir geben lassen. Irgendwann sind wir alle wieder eingeschlafen und erst um 11 sind Gerd und ich erwacht und aufgestanden. Die Kinder liegen noch in den Betten.
Mittags frühstücken wir auf der schattigen Terasse mit Meerblick. Ein Traum. Frische Toasts, Tee, Konfitüre. Die Männer Rührei. Wir Mädels dafür einen Fruchtteller. Dazu gab es frisch gepresste Fruchtsäfte wir sitzen einfach da, geniessen uns und das Wetter, den Blick aufs Meer und merken, wie wir langsam ankommen… ganz langsam. Unsere Körper sind schon da, die Seelen kommen so langsam nach.
Wir verbringen den Nachmittag am Strand, baden, lesen, knabbern unsere letzten europäischen Süssigkeiten und planen die nächsten Tage. Morgen geht es nach Kandy, hoch in die Berge. Mit dem Zug. Laut Reiseführer soll das wohl eine sehr beeindruckende Fahrt sein, mit tollen Aussichten. 130 Kilometer in 4-5 Stunden. Schnell haben wir ein Hostel gebucht und nun steigt die Vorfreude in uns auf.
Den Abend wollen wir in Negombo City verbringen, wollen uns treiben lassen und etwas essen. Wir nehmen uns 2 Tuktuks und düsen in die Stadt. Ich bekomme Panik bei dem Verkehr, der Fahrstil ist gewönungsbedüftig, mehr als das. Dann noch der Linksverkehr. Es muss, egal warum, ständig überholt werden. Wir überholen das Tuktuk mit Gerd und Alex. Dann überholt uns das «Männer»-Tuktuk wieder. Keine Ahnung warum. Aber irgendwann kommen wir an. Sind am Fischmarkt. Es stinkt. Aber so ist es eben. Hunde, Kühe, Seemöwen holen sich alle möglichen Reste. Scheinbar schmeissen die Händler hier einfach die Reste weg. Müllentsorgung geht hier so: einfach wegwerfen. Ich mit meinem ökologischen Bewusstsein bin schon sehr gefordert. Hier liegt überall Müll. Ich laufe mit der leeren PET-Flasche kilometerweit, weil ich nirgends einen öffentlichen Mülleimer finde.
Irgendwann spricht uns ein Singhalese an und zeigt uns den Weg. Er erzählt über seine Stadt. Er führt uns durch Gassen, hin zur katholischen Kirche, auf die er scheinbar sehr stolz ist. Weiter geht es an einem Flüsschen vorbei und dann in die glitzernde, vor Weihnachtsbeleuchtung strotzende Innenstadt. Überall blingbling. An jeder Ecke eine Krippe mit dem Jesuskindlein im Stroh. Alle Weihnachtsbäume hier als Plastiktannen. Ein Traum. Der Sri Lanker zeigt uns dann etwas zum Essen, wie er betont etwas vegetarisches, nicht scharfes. Dort wo die Locals kaufen. Nicht die Touris. Wir essen hier irgendwelche Kringel mit scharfer Sauce. Nein, nicht scharf. Naja, ich sehe das etwas anders… Aber es war lecker und wir haben für 4 Personen inklusive Getränke und Sattwerden etwa 4 Franken bezahlt.
Am Ende unserer Tour, unser ungeplante Guide ist immer noch bei uns, gehen wir in einen Supermarkt und kaufen noch ein wenig Früchte und Wasser für die morgige Bahnfahrt. Er würde gern ein Bier kaufen. Oder Reis. Er findet, dass die 1600 Rupien gut wären, um unser Karma zu verbessern und seine Familie davon leben kann. Wir einigen uns auf 1200, was er nicht okay findet, wir aber mehr als genug denken und er organisiert uns noch ein Tuktuk (4 Personen rein, drei nebeneinander, Kathi quer über unseren Schoss) und los geht es für 250 Rs zurück zum Hotel.
Auf der Terrasse spielen er noch etwas Karten, trinken etwas und gehen dann zeitig ins Bett. Okay, schlafen geht so schnell nicht. Aber egal, der Wecker klingelt halb 4. Also versuchen wir etwas zu schlafen. Der Ventilator summt. Das Moskitonetz schützt uns vor Stechtierchen und irgendwann schlummern wir ein.
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Bahnfahrt in Deutschland ist bei Emirates inklusive, Infos siehe hier
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