
Sign up to save your podcasts
Or


Die härtisti lektion im läbe isch die person z treffe wo sech wie deheime afüehlt und se denn z verlüre.
E ha immer gseit, e wott Nöchi. E wott Ehrlichkeit. E wott Verbindig.
Aber sobald eg verletzt bi gsi, hani genau s Gegenteil gmacht: e bi kalt worde. Distanziert. Ablehnend. Wie wenn eg plötzlich nümme do bi.
Und s Schlimme isch: E has nie als Strafe gmeint. Es isch passiert wie ne Reflex. Und erst i de Therapie hani begriffe, was das eigentlich isch: Selbstschutz, wo als Rückzug verkleidet isch.
E ha lang gmeint, mis Problem isch Liebi. Oder Unsicherheit. Oder „Overthinking“.
Aber im Kern isch es öppis anders gsi: Selbstwert.
„Wenn Selbstwert fehlt, wird Liebi zum Beweis.“
I ha Feedback oft wie Kritik ghört. Und Kritik immer wie Ablehnig.
Und drum hani ned zueglost – e ha argumentiert. Erklärt. Verteidigt. Als giengs drum, min Wert z rette, ned drum, eus z verstoh. Wüu mi Perfektionismus und mi Selbstwert mi i Alarm versetzt hei.
„Wenn Feedback nümme sicher isch, wird Ehrlichkeit gefährlech.“
E ha s Härz gspürt. Immer wieder. E ha gspürt, dass da Liebi isch. Dass da Verbundeheit isch. Dass da öppis Echtes isch.
Und trotzdem han eg am Schluss nöd uf mini Liebi gloset. E ha uf mini Angst gloset. Uf mini Perfektion. Uf mini Kontroll-Logik.
Und s schlimme isch: Ms Chopf het so lut gredet, dass s Härz chum no Platz gha het.
„Angst redet laut. Liebi redet ruhig.“
Was hani glernt, was hani gseh und über mech selber erfahre? Liebi cha me ned kontrolliere und was macht ständigs nochefroge eigentlech mit em Gegenüber?
Hüt hani e Gast im Gspräch wo erlebt het wies isch wenn s Gegenüber ständig nochefrogt ob alles guet isch, Garantie brucht und Ängst als Liebi verkleidet. Er verzeut was es mit ihm gmacht het und wies für ihn überecho isch.
Nöchi, wo beruhigt, isch gsund. Aber wenn eg nume no ruhig bi, wenn du mich beruhigsch, denn isch es nümme Nöchi, denn isch es Abhängigkeit.
„Me darfsch ghalte werde,aber me muess au lerne, sech selber z halte.“
E ha lang nur gseh, was mini Unsicherheit mit mer macht. Wie eg nachfroge, wie eg interpretiere, wie eg absichere.
Aber eini vo de härteste Erkenntnis isch gsi: Mini Unsicherheit het au öppis i mim Gegenüber usglöst.
Hüt beantworte ich Frage, wo mir Fründe gstellt hend, über d Trennig, über me, und über das, wieso eg grad so fest a mer schaffe. Ich rede über Wuet (vor allem uf mech), über Traurigkeit, über Reue, und über s Vermisse, wo eim s Herz zämezieht. Und e erkläre, wieso eg me ned bi ihre melde: wüi eg versproche ha, sie in Rueh z loh und wüu eg lerne muess, ned impulsiv z handle, sondern to proceed without certainty.
E ha lang gmeint, mini Unsicherheit heisst: „Eg vertraue der ned.“
Aber das stimmt ned.
Ganz oft heisst Unsicherheit: „Eg vertrau mer ned.“
Und plötzlich wird jede Situation, wo eg mi chli weniger wichtig fühle, zu nere Bedrohig. Ned will eg glaube, du machsch öppis Falsches – sondern will eg glaube, ich seg ned gnueg.
From the publisher's feed