Stell dir vor, du liegst im Krankenhaus. Es geht dir schlecht, du hast Angst. Und da ist dieser eine Mensch, der ruhig bleibt und genau weiß, was zu tun ist. Wir nennen diesen Menschen oft immer noch "Krankenschwester". Nett, freundlich, hilfsbereit. Mit der Realität hat dieses Bild ungefähr so viel zu tun wie ein Pflaster mit einer OP.
Unser Gast ist Vanessa Schulte, Gesundheits- und Krankenpflegerin und Pflegefachperson. Sie hat unter anderem auf der Intensivstation gearbeitet, zeigt auf Social Media den echten Klinikalltag und hat ein Kinderbuch geschrieben, das mit den alten Klischees aufräumt. Ihre vielleicht überraschendste Erkenntnis: Auf der menschlichen Ebene erlebt sie jede Menge Dankbarkeit. Was fehlt, ist die politische.
In dieser Folge reden wir über den Alltag zwischen Frühdienst und Ausnahmesituation, über das Klischee vom "netten Mäuschen", das nur Essen ans Bett bringt, und darüber, warum ein Beruf mit so viel Verantwortung so klein gehalten wird. Vanessa erzählt offen vom moralischen Druck, einzuspringen, von der Angst vor dem eigenen Älterwerden und davon, warum sie sich früh um ihre eigene Absicherung gekümmert hat.
Und vielleicht bleibt am Ende vor allem eine Frage: Was würdest du anders sehen, wenn du einmal hinter die Kulissen schauen könntest?
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