Literaturfenster Schweiz

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)ArtsBooks
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Literaturfenster Schweiz episodes

  • Peter Kamber: Fritz und Alfred Rotter
    Seit Jahren forscht und schreibt der Schweizer Historiker und Schriftsteller Peter Kamber zu den beiden schillerndsten Theaterbetreibern im Berlin der 20-er Jahre. Nun veröffentlicht er unter dem Titel «Fritz und Alfred Rotter - Ein Leben zwischen Theaterglanz und Tod im Exil» eine erste Biografie.
    Berlin in den 20er-Jahren. Die Theaterunternehmer Fritz und Alfred Rotter betreiben das Metropol-Theater, das Residenz-Theater, das Theater des Westens und noch viele mehr. Sie entdecken Stars wie Fritzi Massary, Richard Tauber und Hans Albers. Und sie gehören zu den prägendsten Figuren jener Zeit. Doch ihr Unternehmen ist unübersichtlich und auf Kredite angewiesen. Zu Beginn der Dreissigerjahre bricht es zusammen. Das nützen die Nazis, die kurze Zeit später an die Macht kommen, aus und verfolgen die jüdischen Brüder auch im liechtensteinischen Exil, wo Alfred ums Leben kommt. Fritz stirbt 1939 unter ungeklärten Umständen in Colmar, wie Peter Kamber nun herausgefunden hat.
    Ein Gespräch mit dem Autor zu einer aussergewöhnlichen Biografie.
    Buchhinweis:
    Peter Kamber. Fritz und Alfred Rotter. Ein Leben zwischen Theaterglanz und Tod im Exil. Henschel Verlag, 2020.
    23 min
  • Hansjörg Schertenleib: Palast der Stille
    Ein Schriftsteller, der eine Zwischenbilanz im Leben zieht. Nicola Steiner spricht mit Hansjörg Schertenleib über seine Erkenntnisse nach dem Schreiben seines neuen Buches «Palast der Stille». Was findet man in der selbstgewählten Einsamkeit und Natur, wenn man auf die Stille und den Schnee hört?
    Buchhinweis:
    Hansjörg Schertenleib. Palast der Stille. Kampa, 2020.
    21 min
  • Margrit Schriber: Die Vielgeliebte meines Mannes
    In ihrem 19. Roman betritt Margrit Schriber neues literarisches Terrain: «Die Vielgeliebte meines Mannes» ist eine gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Comic und Entwicklungsroman: Rosy wird Zeugin, wie ihr umschwärmter Mann den Chormädchen den Kopf verdreht und auch sonst über die Stränge haut.
    Rosy hatte sich ihr Eheleben schon ganz anders vorgestellt: Schwer verliebt folgt sie dem schönen Bohemien Charly in ein kleines Dorf, weil dieser dort als Organist und Chorleiter arbeitet. Aber statt eines Honeymoons erwarten sie dort rachsüchtige Teenager und ein langweiliger Job als Sekretärin. Und als auch noch die reiche Madame Benz auf den Plan tritt, läuft die junge Beziehung endgültig aus dem Ruder
    Mit sarkastischem Humor und grosser Beobachtungsgabe erzählt Margrit Schriber von einem schicksalshaften Sommer irgendwo in der Schweiz. Dass dahinter auch ein Stück eigene Biografie steckt und warum sie Figuren mag, die Träume verwirklichen wollen - davon erzählt Margrit Schriber im Gespräch mit Luzia Stettler.
    Buchhinweis:
    Margrit Schriber. Die Vielgeliebte meines Mannes. Nagel & Kimche, 2020.
    19 min
  • Laura Vogt: Was uns betrifft
    Mit welchen Brüchen und Umwälzungen eine moderne junge Frau konfrontiert wird, wenn sie Mutter wird, das spielt Laura Vogt in ihrem Roman am Beispiel von drei Frauen radikal und meisterhaft durch. Wir sprechen mit ihr über Rollenbilder, Grenzüberschreitungen und den Kampf für das Eigene.
    Das «Uns» im Titel bezieht sich auf Verena und ihre beiden erwachsenen Töchter Rahel und Fenna. Es bezieht sich aber auch auf die verschiedenen Männer und Väter, auf die Kinder und Enkel. Kurzum: Es geht um die Familie als Gegenpol zu individuellen Ansprüchen.
    «Was uns betrifft» erzählt vom Zusammenleben unter der Prämisse eines Kindes. Schnörkellos und glaubhaft, dicht und melancholisch zeichnet Laura Vogt auf, wie sich Individualismus und Mutterschaft reiben, wie Befreiung und Abhängigkeit zusammengehören. Vogt scheut sich nicht, den Pfad des politisch korrekten Emanzipationsdiskurses zu verlassen. Väter mögen verschwinden, Männer mögen gewalttätig oder allzu nachgiebig sein. Aber nicht die Anklage interessiert Vogt. Da findet sich kein Männerhass. Männer sind hier mitgemeint, aber nicht die Hauptdarsteller. Vielmehr geht es um die Frage: Wie kann frau unter diesen Bedingungen die Oberhand für das eigene Leben gewinnen? Für diese Frage bohrt Laura Vogt tief und ehrlich und ohne falsche Rücksichten. Ein bemerkenswertes Buch, insbesondere Männern empfohlen.
    Buchhinweis:
    Laura Vogt. Was uns betrifft. Zytglogge, 2020.
    21 min
  • Livia Anne Richard: Anna der Indianer
    Immer muss Anna die Squaw spielen! Doch ihr Mut überzeugt die Jungs: Sie darf fortan Winnetou sein. Später merkt sie, dass sich das Indianersein mit dem Frausein, in das sie hineinwächst, nicht verträgt. Was tun? Von den Rollenspielen einer Eigenwilligen handelt dieses Buch.
    Bei der Beerdigung ihres «Lieblingsmenschen» Nico bricht Anna, als Einundfünfzigjährige und zur Bestürzung der Trauergemeinde, in schallendes Gelächter aus. Nun ja, sie war halt schon immer speziell. Als sie schliesslich, allein am Grab, doch noch weinen muss, erscheint ihr alter Jugendfreund Ander, diese Phantasiegestalt, die ihr durch die Kindheit geholfen hat.
    Keine einfache Kindheit, damals in den 70ern. Denn Anna stürmt so naiv und offen auf die Welt los, dass sie ständig aneckt. Aber dank ihres Willens und ihres Muts bekommt sie nicht nur die Rolle des Indianerhäuptlings, sondern später auch ein Austauschjahr in den USA. Dort wird sie konfrontiert mit ihrem Körper und mit seltsamen Menschen, mit Sex und Liebe, mit Männern und Missbrauch. Und am Ende schliesst sich unerwartet eine Lücke.
    Livia Anne Richard gibt im Gespräch Auskunft über die Coming-of-Age-Geschichte, die sie in «Anna der Indianer» erzählt, über Rollenmuster, gesellschaftliche Erwartungen und den eigenwilligen Weg, den ihre Protagonistin geht.
    Buchhinweis:
    Livia Anne Richard. Anna der Indianer. Roman. Cosmos Verlag, 2020.
    21 min
  • Regula Portillo: Andersland
    Schicksalsschläge, verdrängte Familiengeheimnisse, Lebenslügen – die Schweizer Autorin Regula Portillo erzählt in ihrem zweiten Roman «Andersland» die Geschichte einer entwurzelten Frau, die um ihre Identität kämpft.
    Nach «Schwirrflug», Regula Portillos Debütroman, leuchtet auch «Andersland» das Innenleben einer Familie aus: Die Hauptfigur Matilda wird nach dem frühen Tod ihres alleinerziehenden Vaters von der Schweiz nach Mexico gebracht, wo sie bei ihrer Mutter in einer ihr völlig fremden Kultur aufwächst.
    Gerne wäre Matilda bei ihrem Onkel geblieben. Aber die Behörden verbieten dies. Der Onkel ist schwul.
    Obwohl die Verbindung zur alten Heimat völlig abbricht, bleibt in Matilda die Erinnerung an früher immer wach. Und verursacht seelischen Schmerz. Als Matilda eine junge Frau ist, versucht sie ihre verschütteten Wurzeln wiederzufinden.
    Felix Münger unterhält sich mit Regula Portillo über «Andersland», das sowohl als Familienroman als auch als eine psychologische Studie über die fatale Wirkung von familiären Tabus gelesen werden kann. Zudem ist das Buch ein Zwischenruf in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen.
    Buchhinweis:
    Regula Portillo. Andersland. edition bücherlese, 2020.
    23 min
  • Anna Ospelt: Wurzelstudien
    Eine Hängebuche im Nachbargarten ihres Elternhauses in Vaduz führt Anna Ospelt (*1987) auf eine Forschungsreise. Eigene und fremde Vergangenheit und Gegenwart fliessen in einen Text, der mit oft feinem Humor Wurzeln befragt und anzweifelt. Und sich in eigenwilligen Fotos spiegelt.
    Im Gespräch mit Franziska Hirsbrunner erzählt Anna Ospelt von ihrer Faszination für Wurzeln und welche Sammelleidenschaften ihre «Wurzelstudien» begleiteten. Sie erklärt, warum sie sich über Wurzel-Klischees ärgert und warum sie findet, Menschen hätten keine Wurzeln und sollten im Gegenteil ihre Beweglichkeit ausleben können.
    Buchhinweis:
    Anna Ospelt. Wurzelstudien. Limmat Verlag, 2020.
    21 min
  • Ernst Burren: mir nähs wies chunnt
    Seit seinem ersten Gedichtband «derfür und derwider» aus dem Jahr 1970 hat der Solothurner Autor Ernst Burren rund 30 Mundartbücher mit Erzählungen oder Gedichten publiziert. Im aktuellen Sammelband «mir nähs wies chunt» sind Gedichte aus 50 Jahren enthalten.
    Er stand mit Mani Matter auf der Bühne und mit Ernst Jandl. Wenn Ernst Burren ins Erzählen kommt, gibt es viel zu lachen und viel zu staunen. Dabei sind seine Gedichte und Geschichten oft alles andere als lustig. Eher satirisch, zum Schmunzeln vielleicht, dank der Wortspielereien und dank der latenten Bauernschläue, die in seinen Texten stecken und die nur immer recht und schlecht den Abgrund vergessen machen, an dem der Mensch permanent entlangbalanciert.
    Im Gespräch mit Markus Gasser erzählt Ernst Burren von seinem Schreiben und von seinen Auftritten über ein halbes Jahrhundert. Die für die Sendung ausgewählten Gedichte von 1970 bis heute liest der Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaaart.
    Buchhinweis:
    Ernst Burren. mir nähs wies chunnt. edition spoken script. Der gesunde Menschenversand, 2020.
    22 min
  • Flurina Badel: tinnitus tropic
    Das Buchdebüt «tinnitus tropic» der Engadiner Autorin Flurina Badel ist eine faszinierende Lyriksammlung. Die rätoromanischen Texte spielen kunstvoll mit sprachlichen und inhaltlichen Irritationen – und eröffnen überraschende Einblicke, sowohl in die Psyche als auch in unser Verhältnis zur Welt.
    Die Lyrik der 1983 geborenen Flurina Badel ist voll Poesie, vermeidet jedoch jede Wohlfühl-Attitüde. Im Gegenteil: Ihre Texte unterlaufen die Harmonie mit klanglichen oder metaphorischen Einwürfen – und machen bei der Lektüre hellhörig.
    Das Themenspektrum der Gedichte ist breit: Es geht um das Schreiben und die Sprache, um die Sehnsucht nach Zuneigung, um die Verwerfungen des Massentourismus. Immer gelingt es Flurina Badel den Blick zu schärfen für das Unerklärliche im scheinbar Alltäglichen.
    Literaturredaktor Felix Münger unterhält sich mit Flurina Badel über ihren Lyrikband, der mit einem der Schweizer Literaturpreise 2020 der Eidgenossenschaft ausgezeichnet worden ist.
    Buchhinweis: Flurina Badel: tinnitus tropic. Poesias. editionmevinapuorger 2019.
    23 min
  • Christoph Schwyzer: Der Staubwedel muss mit
    Christoph Schwyzer ist ein begnadeter Menschen-Beobachter: im Band «Der Staubwedel muss mit» erzählt er in poetischen Miniaturen von skurrilen Bewohnerinnen und Bewohnern in einem fiktiven Altersheim: Und er schreckt dabei auch nicht vor grossen Themen zurück wie Einsamkeit und Todessehnsucht.
    Frau Bindelli lehnt jeden Tag den Kopf weit in den Gang hinaus: ihre Hoffnung ist ungebrochen, «denn der unbekannte Besuch könnte jederzeit kommen.» Anders Frau Bösiger, «sie möchte das Leben abgeben, loswerden. Aber da kommt keiner, der es haben will». Herr Hartmann geht nicht ins Gedächtnistraining. Er sei zu nachtragend, sagt er: «Besser wäre eine Methode, die gezieltes Vergessen möglich macht.»
    Kein Wort ist zuviel in den kurzen Porträts, die Christoph Schwyzer in seinem Prosaband «Der Staubwedel muss mit» versammelt. In knappen Sätzen erzählt er ganze Lebensgeschichten. Mit grossem Gespür für seelische Zustände lotet der Luzerner die Nöte und Freuden jener Menschen aus, die nur noch auf das Ende warten. Kein Wunder ist dieser Titel nominiert als «Lieblingsbuch des Schweizer Buchhandels 2020».
    Im Gespräch mit Literaturredaktorin Luzia Stettler erzählt Christoph Schwyzer von seinen Erfahrungen als Altersheim-Seelsorger und vom Schreiben darüber.
    Buchhinweis:
    Christoph Schwyzer. Der Staubwedel muss mit. Limmatverlag, 2019.
    23 min

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Im «SRF 2 Kultur Literaturfenster Schweiz» präsentieren wir aktuelle Schweizer Neuerscheinungen. Wir laden Autorinnen und Autoren ein, deren Buchvernissagen und Lesungen wegen des Corona-Virus abgesagt werden mussten, und unterhalten uns mit ihnen über ihre aktuellen Werke und lassen sie daraus vorlesen.