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Wie übersetzt man die verschiedenen Anreden im Japanischen, für die es im Deutschen oft nur ein Wort als Entsprechung gibt? Wie entscheidet man, welche Anspielungen man erklären muss? Wie geht man damit um, wenn die Autorin im Original zwischen Schriftsystemen wechselt? Und wie verbreitet ist das Ich in der japanischen Literatur? Darüber sprechen Sonja Hartl und Katharina Borchardt mit der Japanologin und Übersetzerin Irmela Hijiya-Kirschnereit anlässlich ihrer Übersetzung von „Dornauszieher“ (Matthes & Seitz Berlin 2021) von Hiromi Ito.
„Dornauszieher“ erzählt von einer Frau im Alter von Hiromi Ito, die ebenfalls Hiromi Ito heißt und eine berühmte Dichterin ist, und sich in einem ständigen Hin und Her befindet: zwischen Japan, wo ihre kranken und zunehmend pflegebedürftigen Eltern leben, und den USA, wo sie mit ihrem dreißig Jahren älteren Ehemann lebt und auch ihre drei Töchter sind, die ebenfalls Sorgen und Probleme haben. Das Buch stand im Winter 2021 auf Platz 1 des Weltempfängers und damals schrieb die Jurorin Claudia Kramatschek: „Eine Frau im Dauerstress — und zwischen zwei Kulturen: das ist die Ich-Erzählerin in dieser Autofiktion. Ungeschützt beschreibt Ito weibliche Allverfügbarkeit — und erschafft zugleich ein Genre-Crossover, in dem erlebter Buddhismus ebenso Platz hat wie ein vielstimmiger Chor japanischer Literatur.“
Irmela Hijiya-Kirschnereit ist Japanologin und Übersetzerin aus dem Japanischen.
Katharina Borchardt ist Redakteurin bei SWR Kultur und Mitglied der Weltempfänger-Jury.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
Hiromi Ito wurde 1955 in Tokio geboren und hat sich in den 1980er Jahren zunächst mit Lyrik einen Namen gemacht – sie hat neue Themen und Sprechweisen in die japanische Lyrik eingebracht, sich aber dann auch dem Essay und der Prosa zugewandt. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Das Gespräch wurde im Mai 2023 aufgezeichnet.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
Litprom wurde 1980 als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.“ gegründet und will den Dialog über und mit Literaturen des Globalen Südens im deutschsprachigen Raum anregen und fördern. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite.
Für Kommentare, Feedback, Fragen erreicht Ihr uns unter [email protected].
Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
„Übersetzen im Korsett“ nennt Lea Hübner das Übersetzen von Comics: Ihr steht der Platz in der Sprechblase zur Verfügung, der muss ausreichen. Wie also übersetzt man umgangssprachliches brasilianisches Portugiesisch in umgangssprachliches Deutsch? Welche Rolle spielen die Bilder beim Übersetzen vom Comic? Wie zutreffend ist eigentlich das Label „starke Frau“? Und gibt es „den lateinamerikanischen Comic“? Darüber redet Sonja Hartl mit Timo Berger und Lea Hübner am Beispiel von Lea Hübners Übersetzung Marcello Quintanilhas „Hör nur, schöne Márcia“.
In „Hör nur, schöne Márcia“ versucht die Krankenschwester Márcia, ihre erwachsene Tochter Jacqueline vor schlechten Entscheidungen zu bewahren. Aber Jacqueline macht, worauf sie Lust hat – und hört nicht auf ihre Mutter und deren Partner Alusia, mit denen sie eine Wohnung in Rio de Janeiro teilt. Dann lässt sich Jacqueline mit einer lokalen Gang ein …
Lea Hübner ist freie Übersetzerin aus dem Spanischen und Portugiesischen und Expertin für Comics.
Timo Berger ist Publizist, Übersetzer und Literaturveranstalter.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
„Hör nur, schöne Márcia“ stand im Sommer 2023 auf Platz 3 der 59. Ausgabe des „Weltempfänger“. Damals schrieb Weltempfänger-Juror Carsten Hueck: Schrill, farbenstark, lyrisch und sentimental. Einblicke in die Welt der Favelas: Márcia ist Krankenschwester in Rio de Janeiro. Eine Kämpferin, gestresst, doch mit großem Herzen. Als Drogenbanden und Militärpolizei ihr Leben aufmischen, nimmt sie ihre ganze Kraft zusammen — und fängt von vorne an. Weibliches Empowerment in starken Bildern.
Marcello Quintanilha wurde 1971 in Niterói (Bundesstaat Rio de Janeiro) geboren. Er ist Autodidakt und hat 1988 seine Karriere mit dem Zeichnen von Horror-Comics begonnen. Zehn Jahre arbeitete er in der Animation. Seine Graphic Novel „Tungstênio“ wurde erfolgreich verfilmt. In Deutschland ist sie in der Übersetzung von Lea Hübner beim Avant Verlag erschienen. Für „Hör nur, schöne Márcia“ (Reprodukt) wurde er auf dem Internationalen Comicfestival Angoulême 2022 mit dem Preis „Bestes Album des Jahres“ geehrt. Seit 2002 lebt und arbeitet er in Barcelona.
Marcello Quintanilha: Hör nur, schöne Márcia. Aus dem Portugiesischen von Lea Hübner. Reprodukt 2023. 128 Seiten. 24 Euro.
In dieser Folge werden außerdem folgende Künstler*innen bzw. Comics erwähnt:
Héctor Germán Oesterheld, Hugo Pratt. Zuletzt in deutscher Übersetzung von André Höchemer erschienen: Ernie Pike. Avant Verlag 2022.
Die Folge wurde im August 2023 aufgenommen.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
Litprom wurde 1980 als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.“ gegründet und will den Dialog über und mit Literaturen des Globalen Südens im deutschsprachigen Raum anregen und fördern. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite.
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Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.
Wie übersetzt man Redewendungen aus dem Persischen ins Deutsche? Wie belässt man das, was zwischen den Zeilen steht in der Übersetzung? Und wie wichtig ist eine persönliche Beziehung zu der Autorin, die man übersetzt? Und warum träumt man von Tibet?
In „Der Traum von Tibet“ sucht die Krankenschwester Scholeh Zuflucht in der Wohnung ihrer Schwester Schiwa und deren Ehemann Djawid. Denn Scholeh hat Liebeskummer. Aber dann beobachtet sie in der Wohnung etwas, das ihre Wahrnehmung von deren Ehe und viele ihrer? Gewissheiten erschüttert. Im Folgenden entsteht eine Geschichte über Freiheit, Selbstbestimmung und die Frage, wie Liebe in der Gegenwart möglich ist.
„Der Traum von Tibet“ stand auf der Sonderausgabe des Weltempfängers, die anlässlich der Proteste im Iran im Januar 2023 erschienen ist. Damals schrieb Gerrit Wustmann zu diesem Buch „Familien und Beziehungen sind kompliziert. Wie lebt man miteinander, wie funktioniert dieses »Du«, mit dem Protagonistin Scholeh die Untiefen des heimischen Alltags seziert? Ihr Bruder träumt von Tibet statt Teheran. Ein eleganter Roman von einer gewichtigen Stimme der iranischen Gegenwartsliteratur.“
Jutta Himmelreich ist Übersetzerin und Dolmetscherin aus dem Persischen, Englischen, Spanischen und Französischen
Anita Djafari war viele Jahre Geschäftsleiterin von Litprom und Jurymitglied des Weltempfängers
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
Fariba Vafi wurde 1963 in Tabriz in der Provinz Ost-Aserbaidschan im Iran geboren und hat während ihrer Schulzeit zu schreiben begonnen. Ihre erste Kurzgeschichtensammlung erschien 1986, für ihren 2002 erschienenen Debütroman mit dem deutschen Titel „Kellervogel“ (Rotbuch Verlag 2012, Übersetzt von Parwin Abkai) erhielt sie den Huschang-Golschiri- und Yalda-Preis. Außerdem wurde sie 2017 mit dem Liberaturpreis ausgezeichnet. Mittlerweile sind fünf Kurzgeschichtensammlungen und sieben Romane erschienen. Zuletzt „An den Regen“ (Sujet Verlag 2021, Übersetzt von Jutta Himmelreich).
Fariba Vafi: Der Traum von Tibet. Aus dem Persischen von Jutta Himmelreich. Sujet Verlag 2018. 232 Seiten. 21 Euro.
Die Folge wurde im Oktober 2023 aufgenommen.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
Litprom wurde 1980 als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.“ gegründet und will den Dialog über und mit Literaturen des Globalen Südens im deutschsprachigen Raum anregen und fördern. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite.
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Wie findet man die Bedeutung von Metaphern heraus, die man nicht versteht? Welche Herausforderungen gibt es bei der Übertragung aus dem Arabischen? Und wie recherchiert man Brunnenbohrgerätschaften?
„Kein Wasser stillt ihren Durst“ ist ein Buch über die Religionsgemeinschaft der Drusen, über Frauen, Sehnsucht und Fortschritt: Hayat lebt im Süden Syriens und wird im Keller ihres Elternhauses eingesperrt, weil sie gegen die Regeln verstoßen hat. Daraus entspinnt sich die Geschichte einer Familie und einer Region.
Das Buch steht im Frühjahr 2024 auf dem 62. Weltempfänger, dazu kommentiert Claudia Kramatschek: „Hayat, eine junge syrische Drusin, wird von ihrem Mann verstoßen – das Patriarchat regiert in Suwaida mit eiserner Hand. So poetisch wie unerbittlich beleuchtet die Autorin die drusische Kultur — und die komplexe Geschichte einer ganzen Region.“
Claudia Kramatschek ist Moderatorin und freie Literaturkritikerin.
Sonja Hartl ist freie Journalistin
Najat Abed Alsamad ist Schriftstellerin und Gynäkologin. Sie wurde in Suwaida in Syrien geboren und hat bereits mehrere Romane und Erzählungsbände veröffentlicht. Mittlerweile lebt sie in Deutschland.
Najat Abed Alsamad: Kein Wasser stillt ihren Durst. Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Edition Faust, 2023. 288 Seiten. 24 Euro.
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Wie übersetzt man einen Gedichtband voller Assoziationen und verschiedener Materialien? Wie findet man Begriffe mit passenden Vokalen? Und hilft es bei einer Lyrikübersetzung, wenn man selbst Lyrikerin ist? Darüber spricht Sonja Hartl mit der Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf und dem Poesie-Experten und Weltempfänger-Juror Timo Berger am Beispiel von Uljana Wolfs Übersetzung von Don Mee Chois Lyrikband „DMZ Kolonie“ aus dem Englischen.
„DMZ Kolonie“ ist ein Buch über die Geschichte Südkoreas, über Erinnerungen und Sprache. DMZ bezeichnet die demilitarisierte Zone in Korea, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde und die Halbinsel teilt: die USA besetzte den Süden, die Sowjetunion den Norden. In diesem Band schreibt Don Mee Choi über ihre Rückkehr in ihr Geburtsland, über die Opfer der Regimes, über Geflüchtete, Gefolterte, Waisenkinder und Schneegänse. Sie arbeitet mit Texten, Fotos und Zeichnungen, setzt sich mit Worten und Sprache auseinander – und erzählt vor allem von den Auswirkungen militärischer und staatlicher Gewalt. Ein vielschichtiges, eindrucksvolles Buch!
Uljana Wolf ist Schriftstellerin, Lyrikerin und Übersetzerin aus dem Englischen und anderen Sprachen.
Timo Berger ist Literaturveranstalter und Übersetzer aus dem Spanischen und Portugiesischen.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
Don Mee Choi wurde Seoul, Südkorea geboren, ist in Hongkong aufgewachsen, hat in den USA studiert und lebt in Berlin. Sie ist Lyrikerin und Übersetzerin insbesondere feministischer Lyrik aus dem Koreanischen ins Englische. „DMZ Kolonie“ wurde 2020 mit dem National Book Award für Poesie ausgezeichnet, außerdem hat sie sowohl ein MacArthur Fellowship als auch ein Guggenheim Fellowship bekommen.
Don Mee Choi: DMZ Kolonie. Aus dem Englischen von Uljana Wolf. Hrsg. Von Dorothee Elmiger, Mathias Zeiske und Jan Wenzel. Mit Illustrationen von Ina Kwon. Spector Books 2023. 168 Seiten. 24 Euro.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
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Wie überträgt man Wortspiele, Anspielungen und Neologismen vom Englischen ins Deutsche? Wie findet ein Übersetzer den Rhythmus und Tonfall für seine Übersetzung? Und welche Herausforderungen gibt es, als weißer Mann eine Schwarze Autorin zu übersetzen? Darüber sprechen Sonja Hartl und Weltempfänger-Jurorin Ines Lauffer mit Jan Schönherr anlässlich seiner Übersetzung von NoViolet Bulawayos Roman „Glory“, erschienen bei Suhrkamp 2023.
„Glory“ spielt in dem fiktionalen Land Jidada – „mit einem da und noch einem da“ –, das auf dem afrikanischen Kontinent seit über 40 Jahren vom Alten Pferd und seinen Getreuen der Jidada Partei beherrscht wird. Einst haben sie die Unabhängigkeit erkämpft, aber heute ist Jidada durch Korruption, Skrupellosigkeit und Egoismus zu einem der ärmsten Länder des Kontinents geworden. Dürre, Armut und Stromausfälle sind ebenso an der Tagesordnung wie Wahlfälschungen, ethnische Säuberungen und Folterungen. Aber nicht das wird das Alte Pferd stürzen, sondern die Ambitionen seiner Ehefrau, der Eselin Marvellous. Als sie offensichtlich seine Nachfolge anstrebt, haben sein Vize und die Anführer der Defenders -– eine brutale Armee aus bissigen Hunden – genug und setzen das Alte Pferd mit einem unblutigen Coup ab. Zu dieser Zeit kommt die Ziege Destiny zurück in ihre Heimat, um ihre Mutter zu besuchen und sich vergangenen Traumata zu stellen. Eine bissige Satire, eine gelungene Mischung aus Spott, Wut und Witz – und ein großer Roman!
„Glory“ stand im Sommer 2023 auf dem Weltempfänger Nr. 59, damals schrieb Jury-Mitglied Claudia Kramatschek: „Beißend komisch und tieftraurig zugleich liefert »Glory« die afrikanische Variante von »Farm der Tiere«: eine bitterböse glänzende Satire über die jüngste post- wie neokoloniale Geschichte Simbabwes, in der Tiere statt Menschen sprechen und orale Erzähltradition auf Social-Media-Neusprech trifft.“
Jan Schönherr ist Übersetzer aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Rumänischen.
Ines Lauffer ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Buchhändlerin.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
NoViolet Bulawayo wurde am 12. Oktober 1981 in Tsholotsho in der Provinz Matabeleland im Westen von Simbabwe geboren. Sie ist in Bulawayo aufgewachsen und zum Studium in die USA gegangen. Dort hat sie einen Master an der Cornell University gemacht hat. Im Jahr 2013 erschien ihr erster Roman „Wir brauchen neue Namen“ (übers. von Miriam Mandelkow, Suhrkamp 2014), der als erster Roman einer Schwarzen Autorin vom afrikanischen Kontinent auf der Shortlist des Man Booker Prize stand. Auch „Glory“ stand 2022 auf der Shortlist für den Man Booker Award.
NoViolet Bulawayo: Glory. Übersetzt von Jan Schönherr. Suhrkamp 2023. 460 Seiten. 25 Euro.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
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Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.
„Last Call Manila“ changiert zwischen Kriminalroman und Sozialstudie, ist sehr witzig und steckt voller präzise gezeichneter Figuren und Lebensläufe.
Eine Leiche wird von Saudi-Arabien zum Flughafen in Manila geschickt: Angeblich steckt in dem Sarg Aurora Cabahug. Aber Polizist Walter G. Zamore weiß, das kann nicht sein. Er hat Aurora nämlich erst vor kurzem quicklebendig in einem Nachtclub singen hören. Tatsächlich handelt es sich bei der Leiche um Auroras Schwester Soledad. Also machen sich Aurora und Walter auf den Weg nach Manila, um den Sarg abzuholen – und fragen sich, wie Soledad eigentlich gestorben ist.
Jose Dalisay wurde 1954 auf den Philippinen geboren und hat als Journalist gearbeitet, Drehbücher, Kurzgeschichten, Gedichte und eben Romane geschrieben und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. Er hat Englische Literatur und kreatives Schreiben gelehrt.
Jose Dalisay: Last Call Manila. Aus dem Englischen von Niko Fröba. Transit Verlag 2023. 224 Seiten. 22 Euro. Die Übersetzung aus dem Englischen wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amts unterstützt durch Litprom e.V.
Niko Fröba ist Journalist und Übersetzer.
Katharina Borchardt ist Redakteurin bei SWR2.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
Die erwähnte Broschüre zu philippinischer Literatur mit teilweise noch nicht übersetzten Titeln befindet sich auf der Webseite von Litprom.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
Litprom wurde 1980 als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.“ gegründet und will den Dialog über und mit Literaturen des Globalen Südens im deutschsprachigen Raum anregen und fördern. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite.
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Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.
In diesem Jahr bestand das Quartett aus:
Timo Berger, Übersetzer aus dem Spanischen und Portugiesischen, Literaturveranstalter
Anita Djafari, ehemalige Geschäftsleiterin von Litprom und ehemaliges Jury-Mitglied beim Weltempfänger
Claudia Kramatschek, Moderatorin und freie Literaturkritikerin mit Schwerpunkt auf den Literaturen des indischen Subkontinents und der arabischen Welt.
Sonja Hartl, freie Journalistin.
Und die Titel sind:
Feurat Alani: Der Geschmack von Aprikoseneis. Übersetzt von Annette von der Weppen. Karl Rauch Verlag 2023.
C.A. Davids: Hoffnung und Revolution. Übersetzt von Susann Urban. AfrikaWunderhorn 2023.
Leonardo Tonus: Aufzeichnungen von hoher See. Übersetzt von Lilli Hannah-Hoepner. Hagebutte Verlag 2023.
Yuko Tshushima: Räume des Lichts. Übersetzt von Nora Bierich. Atrium Verlag 2023.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
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Diese Folge des Podcast wird gefördert vom Kulturamt Frankfurt.
Mit ihrem Roman „Die Ladenhüterin“ hatte Sayaka Murata nicht nur in Japan, sondern weltweit großen Erfolg. Begeistert aufgenommen wurde auch ihr zweiter Roman „Das Seidenraupenzimmer“ und die Erzählsammlung „Zeremonie des Lebens“. Murata erzählt von Menschen, die sich fremd fühlen, von den Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen, von Missbrauch und Freundschaft. Sie entwickelt eigene Welten, in denen aus den Fingernägeln Verstorbener Kronleuchter entstehen – und Zärtlichkeit für einen Fenstervorhang empfunden wird.
Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba in Japan geboren und wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet. In der deutschen Übersetzung von Ursula Gräfe sind bisher erschienen:
Die Ladenhüterin; 2018, Aufbau Verlag
Katharina Borchardt ist Redakteurin bei SWR2 und Expertin für Literatur aus Ostasien.
Ursula Gräfe ist Übersetzerin aus dem Japanischen und Englischen.
Masako Tsuno ist Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin für Japanisch, Deutsch und Englisch.
Sonja Hartl ist freie Journalistin.
Seit 2008 erscheint die Weltempfänger-Bestenliste auf Anregung des Autors, Übersetzers und Herausgebers Ilija Trojanow und gibt Orientierung über übersetzte Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Litprom gibt die Bestenliste viermal jährlich heraus. Eine ehrenamtliche Jury aus acht Literaturkritikerinnen und Journalistinnen wählt stets sieben Titel aus. Die Weltempfänger-Bestenlisten sind auch auf der Webseite von Litprom zu finden.
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Der Podcast wird gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.
„Gestapelte Frauen“ erzählt von einer namenlosen Anwältin, die in die Acre-Region im Westen Brasiliens reist, um dort als Beobachterin von Gerichtsverhandlungen zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden teilzunehmen. Auch sie hat eine Gewaltgeschichte: ihre Mutter wurde von ihrem Vater ermordet – und kurz vor ihrer Abreise wurde sie von ihrem Freund geohrfeigt. Während sie nun die Verhandlung zu einem brutalen Frauenmord teilnimmt, muss sie immer an ihre eigene Vergangenheit denken und gerät in der Gegenwart in Gefahr.
Patrícia Melo wurde 1962 in São Paolo geboren und ist Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie lebt in Lugano und wurde 2013 mit dem Liberaturpreis ausgezeichnet.
„Gestapelte Frauen“ stand im Frühjahr 2021 auf dem Platz 5 des Weltempfängers, der damalige Juror Ulrich Noller schrieb dazu: „Eine Recherche mit den Mitteln der Kriminalliteratur – bestechend und bestürzend.“
Barbara Mesquita ist Literaturübersetzerin und Konferenzdolmetscherin für Portugiesisch und Spanisch. Außerdem hat sie mehrere Anthologien herausgegeben, darunter: „Angola entdecken“ (2015) und „Die Inseln der Musik in der Mitte der Welt“ (2022) über die Kapverden. Beide sind beim Arachne Verlag erschienen.
Anita Djafari ist die ehemalige Geschäftsleiterin von Litprom und war bis März 2023 Mitglied der Jury des Weltempfängers.
Patrícia Melo: Gestapelte Frauen. Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita. Unionsverlag 2021. 256 Seiten. 22 Euro.
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