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Künstliche Intelligenz ist bei Dr. Wolff längst mehr als ein Experiment. Der Bielefelder Familienkonzern, bekannt für Marken wie Alpecin, Plantur, Linola und Vagisan, setzt KI inzwischen in zahlreichen Bereichen ein – vom Marketing über die Kampagnenplanung bis zur Analyse von Kundenbewertungen. CEO Eduard Dörrenberg erklärt, wie das Unternehmen den Einsatz organisiert und warum das Thema von Anfang an Chefsache war.
Kartenzahlung könnte für Unternehmen in Deutschland bald mehr als eine freiwillige Leistung sein. Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass Händler künftig neben Bargeld auch eine digitale Zahlungsmöglichkeit anbieten sollen. Ein konkretes Umsetzungsdatum gibt es noch nicht. Gleichzeitig ist bargeldloses Bezahlen längst Alltag – und gerade für kleine Unternehmen sind die technischen Hürden deutlich niedriger geworden.
Percy Grundhöfer, Head of Marketing bei Commerz Globalpay, erklärt, was Kleinstunternehmen, Selbstständige und Mittelständler heute wissen sollten. Welche Kosten entstehen bei Kartenzahlungen? Was kostet Bargeld tatsächlich, wenn Wechselgeld, Wege zur Bank und der tägliche Kassenabgleich berücksichtigt werden? Und welche Lösung passt zu welchem Geschäftsmodell? Grundhöfer zeigt die Bandbreite von der Kartenzahlung per Smartphone über mobile Terminals bis zur integrierten Kassenlösung.
Dabei geht es auch um die Vorteile jenseits des Bezahlvorgangs: Kartenzahlungen können die Buchhaltung vereinfachen, weil Transaktionen direkt mit dem Kassensystem verbunden und für die weitere Verarbeitung aufbereitet werden können. Auch Trinkgeld lässt sich inzwischen direkt am Terminal abwickeln. Für Gastronomen, Kioske, Dienstleister und Franchise-Unternehmen stellt sich deshalb zunehmend weniger die Frage, ob digitale Zahlungen technisch möglich sind, sondern welche Lösung zum eigenen Geschäft passt.
Im Gespräch geht es außerdem um die Unterschiede zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern und um ein häufiges Missverständnis: Eine mögliche Pflicht, digitale Zahlungen anzubieten, bedeutet nicht, dass Bargeld abgeschafft wird. Es geht um zusätzliche Wahlfreiheit beim Bezahlen.
Henrike Luszick beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der Frage, wie etablierte Unternehmen zukunftssicher werden. Die Gründerin und CEO von Bridgemaker unterstützt vor allem Mittelständler dabei, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, digitale Technologien einzusetzen und KI für das eigene Geschäft nutzbar zu machen. Dabei beobachtet sie einen Wandel in der Innovationsarbeit: Große Budgets für Experimente auf der grünen Wiese werden seltener, stattdessen rückt Innovation näher an das Kerngeschäft. Kleine und mittlere Unternehmen können Ideen heute mit vergleichsweise wenig Geld und deutlich schneller testen – unter anderem mithilfe von KI.
Wie können Mittelstand und Start-ups gemeinsam die Zukunft gestalten? Für Christian Miele, General Partner beim Risikokapitalgeber Headline, wird diese Zusammenarbeit angesichts von demografischem Wandel, Automatisierung und steigendem Energiebedarf immer wichtiger. Innovative Start-ups können dabei Lösungen liefern – gleichzeitig bringt der deutsche Mittelstand eine industrielle Substanz mit, auf der sich aufbauen lässt.
Im Gespräch mit Thorsten Giersch erklärt Miele, warum er trotz der aktuellen Standortprobleme optimistisch auf Deutschland blickt. Maschinenbauer, Zulieferer und Industrieunternehmen verfügten über Fähigkeiten und Strukturen, die sich auch für neue Geschäftsmodelle nutzen ließen. Die entscheidende Frage sei deshalb nicht nur, was ein Unternehmen heute produziert, sondern wie es seine vorhandenen Kompetenzen für neue Märkte einsetzen kann.
Für Familienunternehmen gibt es aus Mieles Sicht dabei nicht den einen Königsweg zur Zusammenarbeit mit Start-ups. Unternehmen können sich über Venture-Capital-Fonds engagieren, direkt investieren, Start-ups kaufen, Acceleratoren aufbauen oder andere Modelle ausprobieren. Entscheidend sei, möglichst schnell herauszufinden, was zur eigenen Organisation passt – und auch den Mut zu haben, einen Ansatz wieder zu beenden, wenn er nicht funktioniert.
Miele spricht außerdem über die Chancen der nächsten Generation in Familienunternehmen, die Bedeutung eines gesunden Risikos und die Frage, warum Deutschland beim Gründen noch stärker werden muss. Besonders spannend findet er derzeit das Zusammenspiel von Robotik, Künstlicher Intelligenz und Energie. Diese drei Felder könnten entscheidend dafür sein, wie Deutschland mit dem demografischen Wandel und der industriellen Transformation umgeht.
Und Miele formuliert eine klare Erwartung an die Politik: Deutschland müsse vom Reden ins Machen kommen und bessere Bedingungen für Unternehmer und Innovation schaffen.
Hidden Champion war gestern – zumindest bei Marantec. Der Hersteller von Torantrieben, Sicherheitssystemen und digitalen Lösungen bezeichnet sich inzwischen bewusst als „Open Champion“. Dahinter steckt mehr als ein neues Etikett: Das Unternehmen will sich stärker für Kooperationen mit anderen Mittelständlern, Familienunternehmen und Start-ups öffnen und so gemeinsam schneller, größer und wettbewerbsfähiger werden.
Im Gespräch mit Thorsten Giersch erklären die beiden Marantec-CEOs Kerstin Hochmüller und Andreas Schiemann, warum sie ihr eigenes Geschäftsmodell frühzeitig von Start-ups hinterfragen und „disruptieren“ ließen. Der Blick von außen habe gezeigt, wie schnell sich etablierte Geschäftsmodelle verändern können – und zugleich geholfen, die eigenen tatsächlichen Stärken neu zu erkennen. Dazu gehören nicht nur Produkte und technisches Know-how, sondern etwa auch internationale Vertriebsstrukturen, Produktionskompetenz und die Fähigkeit, komplexe Märkte zu bedienen.
Es geht außerdem darum, warum Kooperationen zwischen Mittelständlern häufig nicht am Willen der Unternehmer scheitern, sondern an den Organisationen. Wenn frühere Wettbewerber plötzlich zusammenarbeiten sollen, müssen etablierte Denkmuster und Glaubenssätze überwunden werden. Auch Kommunikation wird dabei zum strategischen Faktor: Vergleichbare Produkte, veränderte Vertriebskanäle und neue Wettbewerber machen es aus Sicht von Marantec notwendig, stärker über Werte, Menschen und die eigene Geschichte zu sprechen.
Hochmüller und Schiemann berichten, wie der „Open Champion“ zum Nordstern für die Transformation geworden ist – und warum dieser Weg noch lange nicht abgeschlossen ist.
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Wie können Unternehmen mit einer Zukunft umgehen, die immer schwerer vorhersehbar wird? Für Zukunftsstratege Stephan Jung ist die Antwort klar: Unternehmen müssen sich daran gewöhnen, dass Unsicherheit zum Normalzustand geworden ist. Wer auf den perfekten Zeitpunkt wartet, verliert Zeit – und möglicherweise den Anschluss.
Im Gespräch mit Thorsten Giersch geht es um die Folgen von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen und Arbeitsplätze, um die Frage, welche Tätigkeiten besonders stark von Automatisierung betroffen sein werden und warum gerade standardisierte und vermittelnde Tätigkeiten unter Druck geraten. Gleichzeitig zeigt Jung, wo menschliche Fähigkeiten wie Empathie, Kreativität und persönliche Beratung auch künftig einen entscheidenden Unterschied machen können.
Jung erklärt, warum Unternehmen bei Innovation und Transformation schneller handeln sollten, vor allem bei Entscheidungen, die sich wieder korrigieren lassen. Statt auf vollständige Sicherheit zu warten, sollten sie verschiedene Optionen entwickeln und sich auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten. Auch die Mitarbeiter spielen dabei eine zentrale Rolle: Transformation funktioniert nach Jungs Überzeugung nur, wenn aus Betroffenen Beteiligte werden und Vertrauen an die Stelle von Kontrolle tritt.
Darüber hinaus geht es um die Zukunft von Regionen und Städten, selbstfahrende Autos und die Frage, wie Unternehmen ihre Strategie in einer schnelllebigen Welt planen sollten.
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Wie zukunftsfähig ist Deutschland? Für Harry Gatterer ist das nicht die entscheidende Frage. Viel wichtiger sei, herauszufinden, worin Deutschland auch künftig besonders gut sein kann – und daraus ein eigenes Zukunftsbild zu entwickeln. Darüber spricht der Zukunftsforscher und Leiter des Zukunftsinstituts mit Host Thorsten Giersch.
Gatterer warnt davor, Deutschland ständig mit den USA oder China zu vergleichen und dabei vor allem auf die eigenen Defizite zu schauen. Gerade bei der Verbindung von industrieller Fertigung und Künstlicher Intelligenz sieht er große Stärken. Das Problem: Diese Potenziale werden bislang zu wenig wahrgenommen und noch weniger als Teil einer gemeinsamen Zukunftserzählung formuliert.
Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, warum Deutschland stärker in Kategorien des Lernens denken muss, weshalb Unternehmen künftig eigene Lernökosysteme aufbauen werden und warum komplexe Systeme nicht mit immer mehr Regeln beherrschbar sind. Für den Mittelstand sieht Gatterer einen besonderen Vorteil: Viele Familienunternehmen denken ohnehin über Generationen hinweg und nicht in kurzfristigen Renditezyklen.
Ein Gespräch über Deutschlands Zukunft, unternehmerisches Denken und die Frage, welches Zukunftsbild wir eigentlich haben wollen.
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Deutschland hat viele gute Ideen und starke Unternehmen – aber bei der Umsetzung von Innovationen tut sich der Standort oft schwer. Wie lässt sich das ändern? Darüber spricht Host Thorsten Giersch mit Christian Mohr, Chief Customer Officer bei UnternehmerTUM.
Mohr erlebt täglich, wie Start-ups, etablierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Im Gespräch geht es deshalb um die Frage, wie aus technologischen Ideen tatsächlich erfolgreiche Geschäftsmodelle werden – und warum Deutschland dabei schneller werden muss.
Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Start-ups. Während junge Unternehmen häufig Geschwindigkeit, neue Technologien und unkonventionelle Geschäftsmodelle mitbringen, verfügen etablierte Unternehmen über Kunden, Märkte, Kapital und jahrzehntelange Erfahrung. Entscheidend ist, diese Stärken zusammenzubringen, ohne dass die unterschiedlichen Kulturen zur Bremse werden.
Mohr spricht außerdem darüber, welche Rolle Künstliche Intelligenz für die nächste Gründergeneration spielt, warum Unternehmertum bereits an Hochschulen stärker gefördert werden sollte und was erfolgreiche Gründer von etablierten Unternehmen unterscheidet.
Ein Gespräch über Innovation, Start-ups und die Frage, wie Deutschland vom Erfinder- zum Umsetzungsland werden kann.
Freelancer sind für Unternehmen längst mehr als eine Notlösung. Sie werden eingesetzt, wenn spezielles Know-how gebraucht wird, Projekte schnell starten müssen oder intern die passenden Kompetenzen fehlen. Doch der Markt für Selbstständige hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Darüber spricht Host Thorsten Giersch mit Robin Gollbach, CEO von Freelance.de.
Gollbach berichtet von einem schwierigen Marktumfeld: Nach dem Boom während der Corona-Jahre ist die Zahl der ausgeschriebenen Projekte deutlich zurückgegangen. 2022 waren es bei Freelance.de mehr als 100.000, 2025 noch rund 75.000. Gleichzeitig sieht er gute Argumente für den Einsatz von Freelancern – etwa bei IT-Projekten, SAP-Einführungen, Cybersecurity oder zeitlich begrenzten Aufgaben.
Im Gespräch geht es auch um die Frage, warum der höhere Stundensatz von Freelancern häufig ein Trugbild ist, wie Unternehmen Selbstständige richtig onboarden und warum Scheinselbstständigkeit weiterhin ein erhebliches Risiko darstellt. Außerdem spricht Gollbach über den Trend zu hybriden Arbeitsmodellen und die wachsende Zahl von Menschen, die nebenberuflich selbstständig arbeiten.
Unternehmen haben heute nicht zu wenige Ideen – sondern zu viele. KI, neue Märkte, Internationalisierung, M&A: Fast jedes Thema scheint wichtig. Doch genau das macht strategische Entscheidungen schwieriger. Darüber spricht Host Thorsten Giersch mit Herrn Theopold von Munich Strategy.
Im Gespräch geht es um die Frage, warum viele Führungsteams zwar enorm viel arbeiten, strategisch aber trotzdem kaum vorankommen. Das Problem ist häufig eine Art Entscheidungsüberlastung: Das Dringende verdrängt das Entscheidende. Gute Strategie bedeutet deshalb zunehmend, bewusst auf Dinge zu verzichten und eine klare Richtung vorzugeben.
Theopold erklärt außerdem, was hinter der „Signal Agenda“ von Munich Strategy steckt und warum Fokus nicht einfach eine Entscheidung, sondern vielmehr das Ergebnis vorheriger strategischer Klarheit ist. Besonders interessant ist sein Blick auf KI: Technologie dürfe nicht zum Selbstzweck werden. Entscheidend sei vielmehr die Frage, welches Kundenproblem ein Unternehmen künftig besser löst als seine Wettbewerber.
Ein Gespräch über strategische Klarheit, schwierige Entscheidungen und die Kunst, bewusst nicht alles zu machen.
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