Reinhard hat mit 15 auf Westerholt gelernt und war dort bis zum Schluss tätig. Als Steiger und Verantwortlicher für die Elektronik unter Tage hat er einmal den Betrieb in Polsum gerettet und trifft seine ehemaligen Kumpel noch immer regelmäßig zum Frühstück.
Der Bergbau verbindet eben. Auch, wenn Reinhard den Niedergang des Bergbaus aus nächster Nähe beobachten konnte: Als er das erste Mal auf der Zeche Westerholt angefahren ist, hatte er 4.500 Arbeitskollegen. Zur Schließung des Bergwerks waren gerade noch 800 Mann auf dem Standort an der Grenze zwischen Herten und Gelsenkirchen beschäftigt.
Für seinen Stadtteil und sein Revier setzt sich Reinhard noch immer ein. Lange war er für die SPD im Stadtrat. Heute bespielt der den Standort Zeche Westerholt vor allem mit guter Laune - der von ihm gegründete Karnevalsverein organisiert regelmäßig Feste und Veranstaltungen für die Nachbarschaft, auch außerhalb der Session.
Gemeinschaft liegt Reinhard sehr am Herzen. Etwas, das er im Bergbau gelernt und noch immer überaus zu schätzen weiß. Die Werte des Bergbaus vermisst der ehemalige Elektriker und heutige Rentner in der momentanen Gesellschaft viel zu oft. Wir dürfen und sollen gerne anderer Meinung sein und uns diese auch mitteilen, aber fair und am Ende müssen sich alle Seiten in die Augen sehen können - so wie es damals in der Kaue war. In der Grube ging es hart zur Sache, oft flogen die Fetzen - aber nach der Schicht war die Sache gegessen.
Das läuft leider nicht mehr immer so. Daran müssen wir alle wieder arbeiten, findet Reinhard. Noch mehr Einblicke in seine Gedanken und in die Tiefen des Schachts teilt er mit uns in diesem Interview. Auch zum Nachhören, überall dort, wo es Podcasts gibt.
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