Milbergs literarischer Balkon

Milbergs literarischer Balkon

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Milbergs literarischer Balkon episodes

  • Nur noch eine Erinnerung
    Milberg liest Nabokov

    Der Kreis schließt sich. Am Beginn von "Milbergs literarischer Balkon" steht Marcello Mastroiannis "Ja, ich erinnere mich". Und auch ans Ende der Reihe wollen wir Auszüge aus dem Werk eines Mannes setzen, der zurückblickt auf sein Leben und seine Anfänge. Noch einmal kommt hier Vladimir Nabokov zu Wort, dessen Autobiografie den Titel trägt "Sprich, Erinnerung, sprich".

    Die SZ und Axel Milberg danken allen Hörern und Lesern für ihr Ohr, ihre Aufmerksamkeit und die positive Resonanz, die sie uns erfahren ließen. Wir wissen, dass Krise und Krankheit nicht vorüber sind und noch lange keine reine Erinnerung sein werden. Wir haben aber das Gefühl, es ist an der Zeit, erste Versuche zurück in die Normalität zu unternehmen und klettern deshalb langsam tastend vom Balkon.

    Deshalb möchten wir an dieser Stelle selber an etwas erinnern - wozu wir dieses gemeinsame Benefiz-Projekt gestartet haben, außer zu unterhalten und zu zerstreuen: Denken Sie an die vielen Künstler, die angesichts fehlender Auftrittsmöglichkeiten und geschlossener Museen aktuell in Not geraten sind. Spenden Sie, wenn Ihnen der Podcast gefällt, zum Beispiel über die Plattform www.kulturretter.de an Bedürftige.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

    Fragen, Anregungen und Feedback gerne an [email protected]

    23 min
  • Bauchgefühle
    Milberg liest Hamsun

    Das Wort vom "Hungerkünstler" liegt in der Luft in diesen Tagen, Kulturschaffende sind derzeit fast aller Möglichkeiten beraubt, ein zahlendes Publikum zu erreichen. In dem Roman "Hunger", beschreibt Knut Hamsun wie sein Alter ego obdachlos und am Rande des Wahnsinns durch die Stadt streicht, weil er nicht leben und nicht sterben kann von den kärglichen Honoraren, die er mit seinen gelegentlich an Tageszeitungen verkauften Texten verdient.

    Weil er nicht will, dass jemand seine prekäre Lage erkennt, macht er sie immer noch schlimmer. Hamsun schildert den seelischen wie körperlichen Verfall des jungen Schriftstellers so eindrucksvoll und stilistisch revolutionär, dass das Buch sein großer Durchbruch wurde. Sein Hungern war danach vorüber.

    Auf "Milbergs literarischem Balkon" ertönt ein Auszug aus der Übersetzung von Siegfried Weibel. Axel Milberg liest aus einer bereits vergriffenen dtv-Ausgabe, der Ullstein Verlag hält die deutschen Rechte an "Hunger" und verlegt das Buch im Rahmen seiner schönen Hamsun-Edition.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    20 min
  • Unstillbares Begehren
    Milberg liest Nabokov

    Was der Mensch nicht haben kann, erscheint ihm besonders attraktiv. Die Sehnsucht, ja das Verlangen danach steigert sich ins Unermessliche. Dass den Figuren Vladimir Nabokovs dabei der Sinn nicht etwa nach Kunst stand, die ihren Blicken hinter verschlossenen Pforten entzogen war, weiß jeder, der schon mal etwas von "Lolita" gehört hat.

    Trotzdem gibt es auch eine wunderbare Geschichte des russisch-amerikanischen Schriftstellers und Schmetterlingsforschers, die den Titel "Der Museumsbesuch" trägt. In dieser Folge von "Milbergs literarischem Balkon" gibt es einen Auszug daraus, übersetzt von Dieter Zimmer, erschienen bei Rowohlt.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    19 min
  • Armseliger Reichtum
    Milberg liest Maupassant

    Worauf kommt es an im Leben? Ein neues paar Highheels? In Zeiten wie diesen sind sich sogar besessenste Fashionistas da nicht mehr so sicher. Was ist wert, das doch kein anderer sehen kann?

    Der französische Journalist und Schriftsteller Henry René Albert Guy de Maupassant schrieb die Geschichte "Das Halsband" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war selbst der Sohn eines Privatiers aus neuadeliger Familie, der sich durch seinen aufwändigen Lebensstil ruiniert hat. Am Ende musste Maupassant senior dann doch noch arbeiten - als Bankangestellter.

    Um die Ironie des Schicksals geht es auch in "Das Halsband", wiederzuentdecken auf "Milbergs literarischem Balkon", in der Übersetzung von N.O. Scarpi, erschienen bei Manesse.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    21 min
  • Unerklärliche Wahrheit
    Milberg liest Milberg

    Was ist wirklich? Was ist Illusion? Was Verschwörungstheorie? Wer solche Fragen einem Schauspieler stellt, ist selber Schuld. Dass sie Axel Milberg schon von Kindheit an beschäftigt haben, hat er in seinem autobiographisch geprägten Roman "Düsternbrook" beschrieben.

    In Düsternbrook, einem eleganten Viertel von Kiel, wo auch die schleswig-holsteinische Landesregierung ihren Sitz hat, wächst ein Junge in guten Verhältnissen auf - und doch unter einigen Irrungen und Wirrungen. Eine davon löst in ihrm der Vortrag eines gewissen Erich van Däniken an seinem Gymnasium aus, der endlich eine Erklärung liefert für so manches, das den Schüler schon lange beschäftigt.

    In "Milbergs literarischer Balkon" liest der Autor dieses Kapitel also selbst. Und als Zugabe gibt es noch eine bislang unveröffentlichte Anekdote aus Milbergs Zeit am Theater: "Nach der Probe".

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    22 min
  • Kontrollierte Natur
    Milberg liest Sei Shōnagon

    Vor 1000 Jahren lebte Sei Shōnagon am Hofe des Kaisers von Japan. Die Frau, deren richtiger Name nicht überliefert ist, war Hofdame der Kaiserin, Schriftstellerin und - Feministin, würde man heute sagen. Sie hinterließ ein Werk, das bis heute Japans Literatur prägt und Leser in aller Welt beschäftigt: das Kopfkissenbuch.

    Was nach einer sinnlichen Verheißung klingt, berichtet vergleichsweise trocken und im typisch reduzierten Stil, wie hingetupft mit dem schlanken Tuschepinsel, von den Vorgängen, den Gefühlen, der Natur dieser ganz eigenen, abgeschotteten, sich selbst genügenden Welt, in der sich Sei Shōnagon da bewegte. Geschichte für Geschichte, Miniatur an Miniatur.

    Axel Milberg liest aus der Übersetzung von Michael Stein, erschienen in einer bibliophilen Ausgabe bei Manesse, jetzt zu hören in "Milbergs literarischer Balkon".

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    13 min
  • Einsame Insel
    Milberg liest Defoe

    Er war ein krisenerprobter Mensch. Verheerende Brände, die im London seiner Kindheit tobten, vernichteten sein Elternhaus. Seine Mutter starb, als er zehn Jahre alt war. 1665 erlebte Daniel Defoe die Große Pest von London, bei der ein Fünftel der Bevölkerung dahingerafft wurde, er war mehrmals in seinem Leben bankrott. Kein Wunder, könnte man meinen, dass er sich später in einem seiner Bücher davonträumte auf eine Insel, fernab von der Zivilisation.

    Sein Held, ein gewisser Robinson Crusoe, war der einzige Überlebende eines Schiffbruchs auf diesem Eiland, das für ihn Rettung und Gefängnis zugleich war. Schrecklich litt er unter seiner Einsamkeit, bis zu einem Freitag, der vieles ändern sollte.

    Ausschnitte des Romans, der 2019 im Mare Verlag in ungekürzter Fassung und übersetzt von Rudolf Mast erschienen ist, gibt es heute auf "Milbergs literarischem Balkon".

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    21 min
  • Letzter Tanz
    Milberg liest Carver

    Raymond Carver schreibt in seinem Essay "On Writing", man müsse versuchen zu zeigen, wie die Dinge sein könnten, um daraus zu erklären, weshalb sie sind, wie sie sind.

    Der Amerikaner Carver galt als lakonischer Protokollant des ganz Alltäglichen - besonders im Moment der Katastrophe. Er war Alkoholiker, starb mit nur 50 Jahren an Lungenkrebs und ist ein Meister des psychologischen Erzählens.

    In seiner Short Story "Warum tanzt Ihr nicht", die heute auf "Milbergs literarischem Balkon" erklingt, geht es um die Versuchung, um die Einsamkeit und um alles. Sie ist eine von 17 Kurzgeschichten in dem Sammelband "Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden", erschienen im S. Fischer Verlag, übersetzt von Helmut Frielinghaus.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    15 min
  • Verbotene Küsschen
    Milberg liest Dahl

    Roald Dahl konnte alles schreiben: Kinderbücher wie "Charlie und die Schokoladenfabrik", Drehbücher für James Bond - mit dem er übrigens zeitweise auch die Aufgabe teilte, als Spion im Dienste von Englands Krone unterwegs zu sein, und Kurzgeschichten.

    Für die ist Dahl hierzulande besonders bekannt. Die Deutschen lieben sie für ihren finsteren Witz, der bei ganzen Generationen geprägt hat, was sie für typisch britischen Humor halten.

    Eine Geschichte von ihm, der übrigens Sohn norwegischer Eltern war, ist heute auf "Milbergs literarischem Balkon" zu hören: "Zum ersten, zum Zweiten, zum Letzten" aus dem Sammelband "Küsschen, Küsschen", erschienen bei rororo, in der Übersetzung von Hans Heinrich Wellmann.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    15 min
  • Zurück in die Zukunft
    Milberg liest Niemeyer

    Der Architekt Oscar Niemeyer war Kommunist, er wollte die Welt verbessern. Sein berühmtestes Projekt ist die futuristische Hauptstadt seiner Heimat Brasilien: Brasilia. Ihr Grundriss entspricht nicht etwa einem Flugzeug, wie das viele fälschlicherweise denken. Niemeyer, der ein Freund Fidel Castros war und 104 Jahre alt geworden ist, strukturierte das Stadtzentrum von Brasilia nach dem Vorbild eines schlichten Kreuzes.

    Dass er trotz seines gelegentlichen Hangs zur Melancholie an die Zukunft glaubte, mag man dagegen an enem Detail aus seinem Privatleben ablesen: Seine zweite Frau heiratete er einen Monat vor seinem 99 Geburtstag.

    In "Milbergs literarischer Balkon" sind Auszüge aus einer Sammlung seiner Texte zu hören.

    Der Journalist Alberto Riva hat sie unter dem Titel "Wir müssen die Welt ändern" im Verlag Antje Kunstmann herausgegeben.

    Redaktion: Susanne Hermanski

    Produktion: Julia Ongyerth

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    17 min

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