Wir hören vom Projekt SWITCH – ein Forschungsprojekt in Kooperation mit NELA e.V., dem IÖR, dem CSX Netzwerk, dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und dem MYZELIUM, in dem 30 CSX-Gründer:innen begleitet und unterstützt werden. Diese Erfahrungen werden erforscht, um Grenzen und Möglichkeiten von CSX in verschiedenen Versorgungsfeldern zu erfahren. Wir erzählen: Was ist SWITCH, was ist in den letzten 1,5 Jahren passiert und was darf jetzt daraus erwachsen? Hört rein und informiert euch weiter unter: https://www.ioer.de/projekte/switch.
Wenn ihr mehr von SWITCH hören wollt oder beitragen wollt, dann schreibt eine Mail an [email protected].
Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.
Transkription
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Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
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Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
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dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
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und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
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Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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Herzlich willkommen zu unserer 106. Folge. Ich freue mich sehr,
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dass ich heute sehr viele Gäste hier zu Besuch habe in unserem Podcast.
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Nämlich leider nicht unser komplettes Switch-Team, aber zumindest die Hälfte unseres Switch-Teams.
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Und da ist natürlich die Frage, was ist überhaupt Switch? Genau,
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es ist ein Projekt, was wir gerade gemeinsam durchführen. Und ich freue mich
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sehr, dass heute Julia Rottermann bei mir ist, Dr.
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Christine Reis bei mir ist und Karin Walter bei mir ist und wer diese Menschen
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sind und was die mit Switch zu tun haben, das sage ich jetzt nicht einfach ganz
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langweilig vor mich hin, sondern lasst es euch einfach selbst erzählen.
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Also deshalb einmal in die Runde geblickt, was ist Switch und wer bist du?
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Vielleicht in der umgekehrten Reihenfolge.
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Julia, magst du anfangen? Klar, gerne. Hallo zusammen. Ich freue mich sehr,
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dass wir hier alle zusammensitzen.
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Und ich würde sagen, erstmal die Basic Facts. SWITCH ist ein Reallabor,
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also ein Forschungsprojekt.
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Was aber transdisziplinäre Forschung macht, also so ein bisschen anderes Forschungsverständnis hat.
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Das spiegelt sich ja auch schon wieder gerade in der Konstellation, wie wir hier sitzen.
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Wir sind sozusagen ein Mix aus Menschen, die eher aus der Forschung kommen,
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die aus der Praxis kommen, aus der Beratung.
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Und wir alle gemeinsam versuchen quasi über drei Jahre gemeinschaftsgetragenes
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oder basiertes Wirtschaften besser zu erkunden und auch ganz praktisch Menschen darin zu begleiten,
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das zu gründen, umzusetzen, weiterzuentwickeln.
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Und du bist ja auch voll in der Doppelrolle eigentlich unterwegs.
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Also du bist schon ganz lange engagiert fürs CSX-Netzwerk und aber hier im Switch-Projekt
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eigentlich mit dem Hut der Forschenden mit dabei, weil du gerade deine Promotion machst.
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Am Institut für ökologische Raumentwicklung.
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Ich bin in Dresden jetzt gelandet, seit quasi anderthalb Jahren.
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Also ich bin auch schon ein bisschen für Switch dahin gezogen.
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Davor habe ich mal Psychologie studiert, habe in Jena gewohnt,
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auch schon in anderen Forschungsprojekten so ein bisschen Erfahrung gesammelt.
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Außerdem auch noch Initiato mitgegründet, was auch ein Beratungsunternehmen ist.
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Das trifft es vielleicht nicht ganz, aber wir machen da auf jeden Fall auch
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Prozessbegleitung mit verschiedenen Akteuren sozial-ökologischer Transformation ganz wuchtragen.
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Und ich bin super dankbar, dass jetzt in Switch quasi diese verschiedenen Kontexte
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auch so zusammenfließen können und alles, was ich da so gelernt habe,
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auch in den letzten Jahren, gut einbringen kann.
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Also wir machen ja Workshops auch und versuchen ja eben auch Prozesse zu gestalten,
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um genau da eben gemeinsam zu lernen.
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Cool, danke. Jule, dann gebe ich mal weiter an unsere Projektleitung.
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Christine, genau, magst du vielleicht nochmal erzählen, vielleicht auch so den
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Rahmen insgesamt nochmal kurz schildern und vielleicht auch so ein bisschen
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zur Geschichte, weil du hast ja auch diesen Antrag damals geschrieben.
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Wie Julia schon meinte, es ist ein transdestinäres Forschungsprojekt,
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das jetzt drei Jahre läuft, finanziert von der VW-Stiftung.
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Und tatsächlich ist die Historie ziemlich weit zurück,
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weil es schon mal einen Antreizprozedere gab, wo wir versucht haben,
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dieses Thema Gemeinschaftsgruppen mit Wirtschaften sozusagen mehr in die Forschung
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aufzubringen und sozusagen mehr Gelder auch dafür zu akquirieren,
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damit zu experimentieren.
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Und Ausgangspunkt ist letztendlich das Konzept der solidarischen Landwirtschaft,
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wo wir gesehen haben, okay, da passiert super viel in dem Feld.
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Es gibt mehr und mehr sozusagen Initiativen, die sich gründen.
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Und der Ansatz ist also sehr spezifisch auf die Art und Weise,
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wie sozusagen Wirtschaft organisiert wird und wir können dafür auch für andere
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Versorgungsbereiche Sachen lernen und das war letztendlich die Idee vom Switch-Antrag zu sagen,
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okay, wie können wir denn diese Prinzipien,
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die wir sozusagen sehr gut funktionierend aus der Landwirtschaft kennen, auf Energie,
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auf Mobilität, auf den Kulturbereich ummünzen,
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und letztendlich ist das ein Projekt, was sozusagen in der Antragsorganisierung
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schon mit den Praxispartnern, die jetzt auch hier versammelt sind, mit CEUM,
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mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
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Milanex Economy Lab und genau dem CSX-Netzwerk sozusagen entstanden ist,
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zu gucken, wie können wir denn eigentlich schauen,
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Was sind so unterstützende Faktoren? In welchen Versorgungsbereichen funktioniert
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es überhaupt? Funktioniert es in allen Versorgungsbereichen?
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Was dann vielleicht auch für die Barrieren, für so einen Aufbau von solchen Unternehmen?
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Und wir, wie Julia auch schon meinte,
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versuchen halt nicht nur das theoretisch zu durchdringen, sondern haben einen
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Prozess gestartet, wo wirklich mittlerweile 30 Initiativen teilnehmen,
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die das halt wirklich in die Praxis auch versuchen umzusetzen in verschiedenen
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Feldern und damit halt experimentieren und gucken halt,
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wie kann ich jetzt sozusagen eine solidarische Wärmeversorgung aufziehen.
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Und die Idee ist tatsächlich dann rauszufiltern, ah ja, für welche Versorgungsbereiche
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gelten vielleicht welche.
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Sozusagen Kriterien in der Umsetzung und wie können wir aber vielleicht auch
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Pfade hin zu einer Verknüpfung dieser verschiedenen Versorgungsbereiche eruieren.
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Also letztendlich ist schon die Idee auch zu schauen, wie könnte eine gemeinschaftsgetragene
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Gesellschaft eigentlich funktionieren.
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Also hehre Ziele für zweieinhalb Jahre Forschung.
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Eineinhalb Jahre sind jetzt schon rum, aber genau, ihr merkt schon,
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wir sind alle schon richtig heiß auf die Inhalte und vergessen dabei total,
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uns selbst vorzustellen. Deshalb darfst du gerne auch noch kurz erzählen, wer bist du eigentlich?
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Genau, mein Name ist Christine Neis, ich bin Transformationsforscherin,
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habe verschiedene Hintergründe,
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komme aus der Technologie, aber habe auch nachhaltiges Wirtschaften studiert
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und dann in Umweltwissenschaften promoviert und mich bin seit zehn Jahren anleitend
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im Institut für ökologische Raumentwicklung, die wirklich ihren Forschungsschwerpunkt
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im Bereich sozial-ökologischer Transformationsforschung haben.
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Genau, und habe mich seit zehn Jahren eigentlich schon mit sozialen Innovationen
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und vor allem auch alternativ-ökonomischen Ansätzen auseinandergesetzt.
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Und Switch ist jetzt sozusagen ein Projekt, was ich leiten darf,
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zusammen auch mit Markus Egermann, der halt den Fachbereich transformative Kapazitäten da leitet.
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Genau, und wir sind ein ziemlich großes Team mit den ganzen Praxispartnerinnen,
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die wir schon in der Antenne bauen.
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Genau, vielleicht noch einmal, bevor ich an dich gebe, Karin,
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wer heute nicht da ist, ist einmal Simon Scholl vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
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Dann Lottie, auch mit dem Hut CSX-Netzwerk, auch Lottie von Charlotte von Wulfen.
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Entschuldigung, wir arbeiten hier schon alle länger zusammen und sind auch schon
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sehr vertraut miteinander. Genau, Charlotte von Wulfen alias Lotti und Jonas
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Bote von Nela von der Next Economy Lab.
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Die sind heute leider nicht unter uns, aber wir denken sie natürlich mit.
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Und wer aber heute noch mit uns am Tisch sitzt, ist Karin Walter,
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eine geschätzte Kollegin von MYZELIUM auch, die aber noch gar nie im Podcast
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war und ich freue mich sehr, dass du heute da bist. Und genau,
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erzähl doch mal, wer bist du?
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Was hast du vielleicht auch schon gemacht in deinem Leben?
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Bevor du bei uns jetzt gelandet bist, bei MYZELIUM. Und genau,
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was ist Switch? Was gibt es dazu noch zu sagen?
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Mein Name ist Karin, Karin Walter wurde gerade schon gesagt.
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Ich komme ursprünglich auch aus der nachhaltigen Regionalentwicklung.
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Ich habe das 2006 abgeschlossen an der Uni Kassel bei Ulf Hane,
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der damals schon einen sehr guten Blick hatte auf die Frage,
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wie regionale Wirtschaftskreisläufe geschlossen werden können.
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Und für mich hat dieses Thema jetzt eigentlich mit der CSX-Bewegung erst richtig
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Fahrt aufgenommen, sozusagen als eine sehr logische, naheliegende Lösung anstelle
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von Clustern und komparativen Kostenvorteilen etc.
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Und ich habe sehr viele Jahre mich mit ökonomischen Alternativen beschäftigt
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und Aktivisties darin begleitet, eigene Projekte in diesem Feld auch umzusetzen,
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also auch im Netzwerk ökonomischer Wandel oder in der Praxiswirtschaft ökonomischer Wandel.
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Und da hat sich für mich immer mehr herauskristallisiert, dass eben kommensbasierte
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oder gemeinschaftgetragene Ansätze wirklich die Ansprüche an eine bedürfnisorientierte
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Wirtschaft wirklich erfüllen kann,
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was die anderen Ansätze, mit denen wir uns beschäftigt haben,
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unterm Strich nicht wirklich können.
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Genau. Ich bin beim Metzeeling jetzt schon seit, also mit meiner Ausbildung
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quasi dort mitlaufen dürfen, schon seit zweieinhalb Jahren.
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Und zum MYZELIUM brauche ich euch, glaube ich, gerade nicht viel erzählen.
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Was jetzt für Switch, also warum für mich das richtig spannend ist,
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bei Switch dabei zu sein, ist das, was wir so intuitiv merken.
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Also diese Frage, in welchen Bereichen lässt sich das, was MYZELIUM immer verkündet,
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nämlich TSX lässt sich auf alles anwenden.
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Wo steckt da eigentlich der Teufel im Detail? Also welche Konzepte taugen wirklich
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in der Praxis? und wo es aber auch auf der Seite der Nutzerinnen,
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also der Mitglieder, wo sind da auch wirklich Zugangshürden und Schwierigkeiten teilzunehmen.
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Und da kommen wir vielleicht auch noch drauf, da haben wir jetzt schon erste
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Zwischenergebnisse aus dem tollen Forschungsprojekt hier auch gewonnen,
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die richtig hilfreich sind.
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Bevor wir auf die Ergebnisse schauen, würde ich gerne noch einmal kurz so,
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weil für alle, die nicht an Switch teilnehmen, und es sind ja einige,
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die an Switch teilnehmen, Genau, die davon noch nie gehört, da würde ich gerne
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einmal so ein bisschen den Rahmen machen. Was machen wir denn da den ganzen Tag?
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Und was haben wir vielleicht auch jetzt schon die eineinhalb Jahre gemacht,
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seitdem das Projekt läuft?
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Und genau, MYZELIUM ist übrigens, ich weiß nicht, ob ich es vorhin erwähnt habe,
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einer dieser Praxispartner.
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Genau, zusammen mit dem CSX-Netzwerk und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
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Und Nela und das IÖR halten eher so den Forschungs- und Koordinationsrahmen.
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Obwohl, Nela ist, glaube ich, in beiden Rollen drin, Praxis und Koordination. Vielen Dank.
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Genau, aber vielleicht erst mal als Praxispartnerin gesprochen, als MYZELIUM.
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Wir sind sozusagen, wir begleiten Cluster, Cluster von Projekten von Menschen,
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die ihre Idee, ihr Herzensprojekt gemeinschaftsgetragen in die Welt bringen wollen.
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Und da sind eben ultra viele unterschiedliche Menschen mit an Bord tatsächlich.
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Und dann haben wir eben noch die Brille der Forschung, die da mit drauf schaut
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und haben sozusagen diese Online-Cluster-Begleitung einmal im Monat,
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wo die fünf verschiedenen Cluster, wenn ich mich nicht täusche,
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mit so drei bis fünf Projekten sich treffen.
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Dann haben wir einmal im Monat einen Impuls, einen inhaltlichen Impuls,
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der auch sozusagen für alle Menschen zugänglich ist.
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Den könnt ihr euch auch anschauen. Wie kann man sich den anschauen?
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Ich schreibe uns eine Mail und das ist immer sozusagen ein Termin im ersten
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Mittwoch im Monat um 16.30 Uhr.
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Genau, also am ersten Mittwoch im Monat kann man sozusagen live teilnehmen und
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sonst gibt es aber dann auch eine Aufzeichnung.
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Und genau, in den Shownotes werden wir euch da auch einen Link für eine Internetseite
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empfehlen, wo ihr euch dann melden könnt, wenn ihr daran Interesse habt,
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noch die Impulse jetzt der letzten anderthalb Jahre, aber auch vielleicht des
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kommenden Jahres, wo es noch läuft,
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mit anzuschauen, wo einfach so Standardthemen behandelt werden,
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die es braucht für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, die wir auch in unserer
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Begleitung immer wieder, wo wir reingehen,
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mit unserer MYZELIUM-Begleitung und die ich glaube ich jetzt hier gar nicht
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mehr so ausführen muss, weil die Podcast-HörerInnen eigentlich schon einen ganz guten Überblick haben,
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beziehungsweise die stehen auch im Transformationsleitfaden drin.
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Also wir schauen uns Bedürfnisse an, wir schauen uns Ressourcen an,
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wir schauen uns das Angebot an, wir schauen uns die Vision an und so weiter.
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Und so sind eben auch die Impulse aufgebaut. Aber ja, vielleicht wollt ihr nochmal
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ergänzen, was ist im letzten anderthalb Jahren in Switch passiert?
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Was macht, ja. zur Strukturerstenarbeit.
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Du bist jetzt nochmal auf die Praxis eingegangen und ich glaube aber,
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damit sich die Zuhörenden, die vielleicht noch gar nichts von SWITCH gehört
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haben, das nochmal genauer vorstellen können.
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Also transdisziplinäre Forschung
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ist wirklich Forschung aus der Gesellschaft für die Gesellschaft.
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Das heißt, wir sind wirklich losgestartet mit Fragen, die ja eigentlich auch
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aus der Bewegung kommen.
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Und eine davon ist eben, wie können halt diese Prinzipien aus der solidarischen
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Landwirtschaft eben auf andere Versorgungsbereiche übertragen werden und wie
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hat Kevin schon meinte, funktioniert das überall oder wo steckt halt dieser Teufel im Detail?
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Und dann auch, wie anschlussfähig ist dieses Konzept letztendlich.
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Weil wir sehen, dass viele Leute partizipieren.
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Aber wer ist da wirklich sozusagen in diesen Initiativen und nehmen wir wirklich
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die Breite der Bevölkerung mit?
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Und wenn nicht, was braucht es dafür, um sozusagen auch andere Gesellschaften,
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die Milie beispielsweise anzusprechen und dann mit Blick auf sozusagen eine
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Verbreiterung des Ansatzes auch,
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Was sind denn eigentlich Schritte für eben eine gemeinschaftsgetragene Wirtschafts-
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und Gesellschaftsform?
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Also über einzelne Settien hinaus, was braucht es an Verknüpfungen,
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was braucht es an sozusagen Metastrukturen? Und das hat eigentlich möglich zu machen.
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Und das waren Fragen, mit denen wir gestartet sind.
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Und der Kern transizipulärer Forschung ist aber auch immer sozusagen eben mit
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allen Praxisakteuren auch zu gucken, okay, was für Erkenntnisse entwickeln wir auch im Tun?
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Und das ist ja genau das, was in Switches passiert. Miriam, ihr habt jetzt von
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der Praxisbegleitung schon sozusagen gesprochen.
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Also wir haben dann sozusagen groß eingeladen, haben gesagt,
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hier, wir haben dieses Projekt.
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Wenn ihr Interesse habt, das ausprobieren, nehmt doch gerne teil.
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Und das muss man schon erstmal als ein, ich sag mal, Erfolg vielleicht vom Projekt sagen, dass wir,
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wenn ihr euch erinnert, in der ersten Infoveranstaltung hatten wir knapp 110
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oder 120 Personen, die teilgenommen haben in diesem Online-Format,
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die wirklich waren so, hey, ich habe da total das Interesse,
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mir das anzuschauen und zu verstehen, wie es funktioniert und vielleicht auch teilzunehmen.
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Das war eine Größenordnung, die wir tatsächlich gar nicht abdecken konnten mit
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dem, was wir an Kapazitäten hatten, weswegen wir dann nochmal ins Gespräch gegangen
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sind und gesagt haben, hey, wir haben richtig, richtig los, möglichst viele
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da drin zu begleiten und mit den Ressourcen,
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wir haben fünf Praxispartnerinnen dabei und trotzdem können wir das nicht leisten in der Größenordnung.
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Schaut nochmal, welches Commitment ihr wirklich geben könnt,
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weil ihr werdet zwei Jahre lang in einem Prozess eingebunden,
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wo ihr Stück für Stück in diesem Aufbau oder auch in der Umstellung eures bestehenden
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Unternehmens sozusagen gekleidet werdet und das wirklich irgendwie so umsetzt.
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Und letztendlich sind wir dann auf eine Kohorte von 30 Initiativen zusammengekommen,
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wo wir das jetzt wirklich real machen und ihr in der Praxispartnerin dann sehr
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klar diese Beratung einfach auch diesen Aufbau mit unterstützt und wir aber
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auch aus diesem Prozess ja immer wieder auch Fragen rausentwickeln von wegen A.
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Ja, okay, wir sehen an den Stellen gibt es gerade sozusagen bestimmte Themen,
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wo wir noch mehr reingehen müssen und noch besser verstehen müssen,
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was braucht es an der Stelle.
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Und das ist irgendwie der Kern von transdisziplinärer Forschung,
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in diesem Prozess immer wieder auch, genau, mit allen gesellschaftlichen Akteuren,
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Fragen zu beantworten, aber auch neue Fragen zu generieren. Und da stecken wir gerade mittendrin.
0:15:16–0:15:19
Und Jules, vielleicht magst du noch mal was für eine Erhebung sagen,
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in dem wir jetzt von Wissenschaftlerseite jetzt wirklich auch drinnen stecken.
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Also was wir jetzt tatsächlich auch
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an qualitativen und quantitativen Untersuchungen gerade alles anstoßen.
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Ja, ich wollte vor allem auch gerne noch sagen, dass, und das schließt sehr
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gut an das, was du gerade gesagt hast, wir auch am Anfang des Projekts nicht vorgegeben haben, ah,
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hey, Energie müsste jetzt auf jeden Fall bespielt werden oder in Mobilität wollen
0:15:41–0:15:45
wir das unbedingt wissen, sondern die Menschen kamen quasi mit ihren Ideen.
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Und das heißt, das, was inhaltlich gerade in Switch passiert.
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Eben fängt einfach unmittelbar bei den Menschen an. und darum sie stehen.
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Das macht es natürlich auch herausfordernd, weil es eine große Bandbreite ist
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eben an unterschiedlichen Ideen,
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unterschiedlichen Branchen und gar nicht so leicht ist dann zum Beispiel in
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Clustern so zusammenzufassen oder so ähnliche Herausforderungen zu thematisieren.
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Also da glaube ich, können wir auch gleich nochmal dazu sprechen,
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so was sind vielleicht auch Herausforderungen im Prozess oder wo ist es gar
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nicht so leicht, dann wirklich auch da bedürfnisorientiert.
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Zu begleiten und zu forschen. Aber genau, vielleicht zu den Erhebungen,
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was ist bis jetzt schon passiert.
0:16:25–0:16:29
Wir haben letztes Jahr auf der einen Seite angefangen, Interviews zu führen,
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mit quasi bestehenden CSX-Unternehmen, um da auch einfach schon aus ihren Gründungserfahrungen,
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aus ihren Gründungsgeschichten zu lernen.
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Kannst du ja vielleicht auch nochmal mehr dazu erzählen, das ist,
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wie zu sagen, Christin ist auch steckenpferd, da ziehen wir gerade auch unglaublich
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viel Information raus und sind quasi noch mittendrin in der qualitativen Analyse.
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Das, was genau so ein bisschen mehr bei mir lag, war so eine erste quantitative Umfrage,
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weil de facto im Bereich solidarische Landwirtschaft gibt es ja schon einiges
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an Forschung, national wie international, aber eben in dieser Übertragung auch
0:17:07–0:17:12
auf andere Branchen haben wir de facto einfach noch keine Datengrundlage gehabt.
0:17:12–0:17:17
Und vor allem eben das Thema, wer macht damit, mit wie anschlussfähig ist das,
0:17:17–0:17:20
wen erreichen wir auch bisher nicht und wo dran liegt das,
0:17:21–0:17:28
wollten wir quasi mit so einer breit angelegten Umfrage ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
0:17:28–0:17:33
Und deswegen haben wir quasi von September bis Dezember letzten Jahres eine
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Umfrage mit ungefähr 80 Fragen erstellt,
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die quasi sowohl an CSX-Mitglieder als auch an Nicht-Mitglieder gingen,
0:17:41–0:17:44
weil uns eben vor allem auch interessiert hat, wo sind denn da Barrieren,
0:17:44–0:17:47
wo sind denn da Hemmungen und was sind dann auch eigentlich Gründe mitzumachen.
0:17:49–0:17:53
Und genau, da haben wir eben auch schon mal reingeguckt hier im Team in die
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Zwischenergebnisse, aber ich weiß gar nicht, ob das jetzt schon im Moment ist.
0:17:56–0:18:01
Gleich, genau. Ich würde noch einmal an Karin, an dich geben, so ein bisschen was.
0:18:01–0:18:06
Was hat Switch für dich ausgemacht die letzten eineinhalb Jahre? Was hast du erlebt?
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Genau, was möchtest du vielleicht noch dazulegen, neben den Dingen,
0:18:11–0:18:12
die jetzt einfach schon genannt wurden?
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Also ich bin ja vor allen Dingen mit der Begleitung von einem Cluster betraut,
0:18:19–0:18:22
was sehr spannend und gleichzeitig auch sehr herausfordernd ist.
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Und was für mich da, also ich erzähle mal kurz, was die Menschen da wollen,
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um es auch mal ein bisschen greifbar und plastisch zu machen.
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Es gibt eine Person, die arbeitet mit Pferden, also bildet quasi Arbeitspferde
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aus für solidarische Landwirtschaften etc.
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Und hatte schon immer so Ansätze von sehr beziehungshaften Wirtschaften mit
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den Menschen, mit denen sie also gearbeitet hat.
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Und die experimentiert jetzt mit Formen, die gar nicht so klassisch dem CSX-Muster
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entsprechen, also gar nicht unbedingt so eine Beitragsrunde.
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Also mit dem Ziel, sozusagen einen Teil ihrer Arbeit wirklich in die Hände der
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Gemeinschaft, also die Finanzierung in die Hände der Gemeinschaft zu legen.
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Und das ist so ganz spannend, weil sie so ganz intuitiv und sehr vorsichtig
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mit dem, wo sie spürt, was irgendwie geht oder was so leicht zu vermitteln ist,
0:19:10–0:19:13
wo Solidarität auf Resonanz stößt,
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da wirklich auch so reingeht und sich so reinspürt mit den Menschen, mit denen sie arbeitet.
0:19:18–0:19:21
Denn das sind sehr spannende Erfahrungen auch so für die Frage,
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wie schaffen wir es auch bei unseren Kundinnen, die wir als Mitglieder haben
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wollen, so innere Wandlungsprozesse auch auf eine Art und Weise zu gestalten,
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die funktionieren. So, ganz spannend.
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Eine andere herausfordernde Situation ist tatsächlich.
0:19:37–0:19:41
Eine Frau, die Organisationsentwicklung machen möchte für soziale Einrichtungen,
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die es dringend brauchen,
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wo aber gar kein Geld für vorgesehen ist und die jetzt vor der Herausforderung
0:19:48–0:19:53
steht, Menschen, die in so Systemen, die sehr verwaltungstechnisch anmuten, stecken,
0:19:54–0:19:57
die halt mit öffentlichen Geldern und mit Pflegekassengeldern umgehen müssen,
0:19:58–0:20:03
rauszufinden, also ist es überhaupt für diese Leute verstehbar und für die Angehörigen,
0:20:03–0:20:06
die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen Und für die Menschen,
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die selber vielleicht mal wissen, ich werde in Pflege landen,
0:20:09–0:20:12
ist es in diesem Feld eigentlich machbar,
0:20:13–0:20:20
eine Gemeinschaftsstruktur aufzubauen, die ihre Arbeit letzten Endes finanziert.
0:20:20–0:20:23
Und das ist ein ganz spannender Prozess, also auch mit der Frage.
0:20:24–0:20:28
Auf wen versuche ich eigentlich auch anzusprechen und zu gewinnen,
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wer ist überhaupt für das, wofür Gemeinschafts- und Tagungswirtschaft steht,
0:20:31–0:20:32
auch wirklich ansprechbar.
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Und das ist, finde ich, auch eine ganz tolle Überleitung zu den Forschungsergebnissen,
0:20:36–0:20:40
die wir jetzt hatten, weil wir da, glaube ich, auch wenn der Fokus jetzt vor
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allem auf solidarische Landwirtschaft war, aber es ist voraussetzungsvoll.
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Und ich glaube, dass wir aber mit Switch an einen Punkt kommen,
0:20:49–0:20:55
wo wir wissenschaftlich fundiert wirklich die Menschen, die wir erreichen wollen,
0:20:56–0:20:59
also wo wir Tools und Herangehensweisen, Kommunikationsweisen,
0:20:59–0:21:05
Anpassungen wirklich entwickeln können, die sowas wirklich auch normaler machen
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und mehr in den Mainstream bringen können.
0:21:09–0:21:14
Ja, und damit leite ich vielleicht nochmal an dich über, dass du mal so vielleicht
0:21:14–0:21:19
ein paar Haupterkenntnisse sozusagen von den Daten, die du jetzt erhoben hast.
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Einfach mal teilst hier.
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Was hast du schon gelernt? Was haben wir schon gelernt? Mhm.
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Ich würde sagen, ich kann ja einfach mal starten und ergänze sehr gerne,
0:21:30–0:21:34
weil wir ja hier jetzt so flüssig übergegangen sind und mich natürlich auch
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sehr interessiert, was jetzt bei euch auch hängen geblieben sind.
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Ihr könnt euch vorstellen, dass wir gerade so einen richtig schönen Deep Dive
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hatten in 70 Folien mit Zahlen und Grafiken.
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Deswegen, genau, ich fange mal vielleicht damit an. Wir haben uns ja auf der
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einen Seite gefragt, wer ist jetzt so ein bisschen das prototypische Mitglied gerade?
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Und ausgehend von unserer Stichprobe, die insgesamt quasi 565 Menschen erreicht
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hat und davon so 250 eben CSX-Mitglieder,
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dass diese Mitglieder vor allem auszeichnen, dass es eine eher weibliche Stichprobe war.
0:22:11–0:22:15
Altersmäßig haben wir gelernt. Relativ repräsentativ für den Bundesdurchschnitt,
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das hat uns überrascht, mit 44 Jahren im Schnitt.
0:22:19–0:22:22
Was wenig überraschend ist von den politischen Einstellungen,
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sind es auf jeden Fall eher linke, progressive Menschen, die teilnehmen.
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Und tatsächlich relativ 50-50 haben sich die Menschen entschieden für Elternschaft,
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also Kinder bekommen oder nicht.
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Also wenn wir jetzt überlegen, ist CSX anschlussfähig und warum vielleicht auch
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nicht, vielleicht da nochmal reinzutauchen.
0:22:43–0:22:45
Also wer sind denn gerade Mitglieder?
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Du hast es gerade schon beschrieben, wer teilgenommen hat.
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Aber vielleicht auch Gründe für die Teilnahme. Also warum entscheiden sich Menschen
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dieses neue Wirtschaftsmodell im Kleinen?
0:22:57–0:23:02
Jetzt meistens, also die meisten Mitglieder waren ja Mitglieder in der Solavi
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und dann eben noch einige davon in anderen Bereichen sozusagen noch zusätzlich.
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Aber meistens ist sozusagen die Solavi die Einstiegsdroge, wenn ich es mal so
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formuliere, die genau, wo man quasi zum ersten Mal dieses Konzept kennenlernt
0:23:15–0:23:20
und dann vielleicht auch noch andere Bereiche findet, wo man eben auch noch mit eintaucht.
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Und diese Teilnahme an CSX-Organisationen, an CSX-Initiativen steigt,
0:23:27–0:23:30
die Wahrscheinlichkeit, wenn ich das jetzt mal richtig zitiere, wenn man Kinder hat.
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Also wenn man Kinder hat, nimmt man eher an CSX oder an gemeinschaftsbasierten
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Konzepten, an gemeinschaftsgetragenen Organisationen teil.
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Wenn man ein geringes Einkommen hat, nimmt man eher teil.
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Und wenn man von der politischen Meinung eher links ist. Genau, genauso...
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Ja, was nicht erstaunlich ist, wenn man offener ist für neue Erfahrungen.
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Erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, CSX auszuprobieren.
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Lass uns da vielleicht nochmal bleiben, weil das ja eigentlich,
0:23:58–0:24:01
würde ich sagen, auch so eine Art von Kernerkenntnis ist.
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Also genau, die wenig überraschend ist, wie du sagst, aber die sich schon einfach
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in verschiedenen Analysen auch nochmal deutlich gezeigt hat,
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dass eben in der Psychologie ist es auch eine Dimension von Persönlichkeit,
0:24:13–0:24:15
Offenheit für neue Erfahrungen.
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Und das hat sich wirklich in verschiedenen Fragen gezeigt. Also einmal gefragt,
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was sind denn für dich Gründe mitzumachen?
0:24:22–0:24:27
War es auf jeden Fall das Thema, hey, genau, ich mag mich für Nachhaltigkeit
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einsetzen. Ich mag Transformation mitgestalten.
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Ich habe da auch Bock, neue Dinge auszuprobieren. Genau, und habe da einfach
0:24:34–0:24:38
Lust, Dinge anders zu machen, mit anderen gemeinsam das anders zu machen.
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Das waren so auf jeden Fall so Muster, die sich gezeigt haben.
0:24:42–0:24:47
Aber auch so eine andere Gruppe von Gründen und Motivationen war schon auch,
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hey, individuell gesehen habe ich auch Bock einfach auf gute Qualität,
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auf Gesundheit und am Ende auch meine Region irgendwie zu stärken.
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Wollt ihr noch irgendwas dazulegen an Dingen, die euch aufgefallen sind,
0:25:00–0:25:03
sozusagen in den Ergebnissen jetzt erstmal oder die bei euch hängen geblieben sind?
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Super gern. Ich finde ja die andere Perspektive, nämlich warum kommen Leute
0:25:10–0:25:12
nicht dazu eigentlich die spannendere.
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Also das andere wissen wir intuitiver, wer sozusagen uns, das ist unsere Bubble
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quasi, die da dazu kommt.
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Und da haben wir ein Gespür dafür und ich glaube ein ganz großer Wert dieser
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Forschung liegt darin, mal wirklich so raus zu zoomen und sich klar zu machen,
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hey, wir sind einfach ein spezielles Milieu.
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Wir haben bestimmte Charaktereigenschaften, bestimmte Werten,
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eine bestimmte politische Orientierung.
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Wir sind vielleicht in manchen Fällen offener als andere, aber auch da zu gucken,
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okay, das sind aber auch, sagen wir dazuliegen, auch so bestimmte Persönlichkeitsmerkmale,
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die auch ein Stück weit unabhängig sind von der politischen Orientierung zum Beispiel.
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Und diese Persönlichkeitsmerkmale auch unter die Lupe zu nehmen und zu sagen,
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okay, wow, wenn da so ein Bild ist zum Beispiel von, ich gehe da rein und dann
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wird für mich erwartet, dass ich irgendwas da anders mache als in meinem bisherigen Leben.
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Also für mich wird erwartet, dass ich irgendwas mitgestalte und irgendwie zu
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irgendwelchen Treffen komme oder was auch immer, dass das für Leute total abschreckend wirken kann.
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Also dass wir uns klar machen, es gibt Leute, die haben einfach keinen Bock, was anders zu machen.
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Die wollen einfach vielleicht gerne das Gemüse unterm Strich ein bisschen noch
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bereit, ihren Beitrag zu zahlen, aber irgendwie da jetzt, keine Ahnung,
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den Abholraum aufräumen oder da irgendwie Zeit für einen planen,
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das ist einfach sehr schwierig.
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Es gibt Leute, die haben Angst vor anderen Menschen.
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Die haben keinen Bock auf Gemeinschaft. Die haben Angst, in eine Beitragsrunde
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zu gehen und daraus zu lernen, es muss von vornherein klar sein,
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das ist keine Voraussetzung, dass du zu diesem Treffen kommst.
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Sondern wir können dich da ganz anders auch an die Hand nehmen und abholen.
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Und da auch so eine Serviceorientierung vielleicht auch an manchen Stellen mehr reinzunehmen.
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Es gibt Leute, für die wäre das einfach eine total pragmatische Lösung,
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ein leckeres Essen zu kommen.
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Aber die haben mit diesem ganzen Nachhaltigkeits- und Transformationsgedöns
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einfach nichts am Hut und sagen, okay,
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lass uns da schauen, wie bringen wir das an diese Leute ran und was ist so das,
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was wir auch lernen können.
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Und du hattest, vielleicht hast du das nochmal parat, was ich ganz schön finde,
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auch so dieses, ah ja, lass uns klug sein und gucken, wie wir Menschen aus verschiedenen
0:27:26–0:27:30
Milieus, über welche Wertebrücken wir die eigentlich auch erreichen können.
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Da hat es die Silke Klein-Nickel-Cotton zitiert, das hat mich gerade nicht mehr
0:27:34–0:27:38
parat, aber sozusagen so, okay, es gibt bestimmte Milieus, die sind für uns
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erreichbar, wenn wir Sachen entsprechend framen,
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bestimmte Sachen hervorheben in der Kommunikation und auch Sachen,
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wofür Leute Angst haben oder was sie nicht mögen, wirklich mehr reinnehmen in
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die Art und Weise, wie wir solche Strukturen gestalten.
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Vielleicht das mal als Frage in die Runde. Wenn wir uns diese Ergebnisse anschauen,
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wenn wir jetzt auch unsere Erfahrungen in der Clusterbegleitung anschauen,
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wenn wir die Erfahrungen auf den Real-Workshops anschauen, weil das vielleicht
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auch noch dazu gesagt hat, wir haben auch alle halb Jahr mit allen Teilnehmenden
0:28:08–0:28:11
auch zwei, drei Tage, je nachdem, vor Ort,
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wo wir gemeinsam Dinge erarbeiten können, uns austauschen können.
0:28:16–0:28:18
Da ist immer auch eine richtig schöne Energie da.
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Aber wenn wir auf all diese Dinge schauen, dann so die Frage,
0:28:21–0:28:27
okay, was ziehen wir da raus für unsere Arbeit im CSX-Feld und vielleicht auch für Switch?
0:28:27–0:28:33
Ja, was wir den Teilnehmenden und den Partizipierenden auch mitgeben wollen.
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Es gibt eine Bandbreite an Sachen, weil das war jetzt eine Erhebung.
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Es gibt ja auch eine Erhebung zu Gründerinnen.
0:28:39–0:28:41
Also wer sind die Personen, die das eigentlich starten und lostreten?
0:28:41–0:28:44
Was brauchen wir eigentlich, um solche Organisationen aufzubauen?
0:28:45–0:28:49
Und die Person haben wir jetzt gerade auch sozusagen als Teilnehmerin bei uns dabei.
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Und die qualitative Erhebung, wo es nochmal in Richtung Befragung von bereits
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existierenden CSX ging, die ging wirklich auch in eine Bandbreite von Versorgungsbeleuchten,
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also Energie, Mobilität, Kultur, Handwerk, genau, und nochmal andere Stufen
0:29:03–0:29:04
im Nahrungsmittelbereich.
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Also nicht sozusagen die direkte Produktion, aber sozusagen verarbeitende Gewerbe
0:29:10–0:29:11
wie Gastronomie oder Bäckerei.
0:29:12–0:29:16
Und was wir da zum Beispiel sehen, ist, dass bestimmte Näheformen eine Rolle
0:29:16–0:29:18
spielen sozusagen. Wer kommt da eigentlich zusammen?
0:29:18–0:29:22
Und ideelle Nähe beispielsweise ein großer Treiber ist. Also das deckt sich
0:29:22–0:29:25
dann auch bei den Mitgliedern, dass es sozusagen Übereinstimmung mit Blick auf
0:29:25–0:29:29
bestimmte Werte gibt und das sozusagen schon so einen Initialschuss für eigentlich
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so eine Gründung sozusagen von so einem Unternehmen geben kann.
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Und dann sich aber auch zeigt, okay, wenn wir mal losgelaufen sind,
0:29:37–0:29:40
welches Wissen zum Beispiel wird eigentlich gebraucht und auch wer kommt da
0:29:40–0:29:42
wieder zusammen und wo es funktioniert.
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So was wir sehen können, dass es eigentlich in der Regel es Branchenwissen gibt.
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Also ganz oft zum Beispiel, wenn wir jetzt eine Bäckerei nehmen,
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gibt es zumindest eine ausgebildete Bäckerin, die wirklich Expertise hat,
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die dieses Handwerk kennt.
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Und das geht zusammen mit mindestens einer Person, die irgendwie aus dem CSX-Feld
0:29:58–0:30:01
schon kommt. Also das Prinzip kennt und irgendwie auch diese Kultur,
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die wir eigentlich leben wollen, damit reintragen kann.
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Also sozusagen, was wir sehen ist, dass es eigentlich eine erlebte Erfahrung braucht.
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Um da dann anschließen zu können. Also wir können ganz viel Texte schreiben
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und jetzt, was wir im Blick auf Mitglieder halt überlegen, wie kann eine zielgruppenspezifische
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Ansprache funktionieren, ist voll der wichtige Link und gleichermaßen überträgt
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sich einfach super viel aus der gelebten Erfahrung.
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Und wenn wir sozusagen Pionierinnen haben, die halt dieses Konzept sehr gut
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verkörpern können und halt auch diese Prinzipien von, warum ist eine solidarische
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Umverteilung beispielsweise so wichtig,
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darin auch irgendwie gut verargumentieren können, dann wird sich das auf die
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Kultur in der Organisation sozusagen ausweiten, übertragen.
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Und was wir auch sehen, ist, dass das Wissen, was sozusagen ganz oft fehlt und
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eigentlich von extern irgendwie dazu organisiert werden muss,
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spezifisches Rechtsformwissen ist und aber auch Finanzwissen,
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tatsächlich die Hard Facts BWL,
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warum wir dann wieder sehen, dass so Intermediäre wie ihr jetzt mit Cegium,
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aber auch CSNX-Netzwerk, also wo es jetzt auch die Idee gibt,
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sozusagen einen Beraterin-Pool aufzubauen für den Aufbau solcher Organisationen,
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enorm wichtig ist.
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Weil das tatsächlich ein Wissen ist, was nicht viele in sich tragen oder sozusagen,
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wo sie ausgebildet sind und ganz oft sozusagen ein Bein geholt werden muss.
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Also ich glaube, das auf Organisationsebene nochmal, also es ist eher nochmal
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ein Blick, wie funktioniert oder wie wird so eine Organisation überhaupt aufgebaut
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und mit Blick auf Mitglieder.
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Genau, ist einfach der nächste Step sozusagen für uns eben zu gucken,
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ah ja, wie könnte eben eine zielgruppenspezifische Ansprache von Personen stattfinden,
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die gerade noch nicht Teil sozusagen dieser Bewegung sind.
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Und da finde ich schon nochmal Region als solches, das habe ich noch nicht weiter
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so ausgeführt, aber bei allen auch Werteunterschieden ist dieser Faktor von,
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ich bin regional verankert und ich habe da Bezüge,
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die ich vielleicht eher sozusagen antapfen kann.
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Voll das wichtige Einfallstor. Also dass wir sagen können, ich sehe vor Ort,
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es gibt halt diese Produktion.
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Ich könnte hier überlegen, meine eigene Energieversorgung eigentlich mit meinen Nachtarren etc.
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Aufzubauen. Das ist ja was, wo wir gerade auch in der Diskussion so weit überlegen,
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wie könnte es über Switch hinausgehen, eigentlich CSX-Regionen wirklich aufzubauen
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und zu schauen, wie könnten halt diese Versorgungsbereiche auch miteinander gekoppelt werden.
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Aber eben weil der Wirkungsbereich von Menschen einfach vor Ort,
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vor ihrer Haustür ist. Und ich glaube, das ist immer wichtig,
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irgendwie auch mit zu berücksichtigen.
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Und ich finde es voll nochmal spannend, bei der Frage zu bleiben,
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die ich bei dir so ein bisschen auch rausgehört habe.
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Also dieses, wen wollen wir eigentlich erreichen mit CSX?
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Und wir haben jetzt in den Daten wurde auch viel mit so Milieustudien gearbeitet
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und da gab es dann verschiedene Milieus.
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Genau, von irgendwie konservativ, also konservativ etablierte sind irgendwie
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neun Prozent in der Bevölkerung, konventionelle Mitte, das sind die meisten
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mit irgendwie 30 Prozent.
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Dann traditionelle, prekäre, ohne jetzt genau diese ganzen Kategorien beschreiben zu wollen.
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Aber da sehen wir, dass eigentlich unsere Zielgruppe oder die,
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die jetzt schon anspringen auf dieses Konzept CSX,
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sich trauen, da reinzugehen und es auszuprobieren, sind Postmaterielle,
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also eher gut betuchte, gebildetes Milieu, was aber irgendwie halt sich ausrichtet
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auf sozial-ökologische Ziele und nicht auf dieses Wachstum und mehr.
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Und noch ein Häuschen und noch ein Auto.
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Dann gibt es da die progressiv-adaptive Mitte mit 11 Prozent.
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Die sind unter 50, mittlere und höhere Bildung, eher geringeres oder mittleres
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Auskommen, eher besorgt um ihre eigene materielle Situation,
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aber offen für Entwicklung.
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Und dann die kritisch-idealistische Gruppe mit 6 Prozent.
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Sehr weiblich, noch jünger sozusagen, Unter 40, hohe Bildung,
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auch mittleres, geringes Einkommen und dann eben sehr bereit für Engagement
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mit einem ausgeprägten Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Krisen, in denen wir stecken.
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Das sind sozusagen die drei Milieus, die erreichen wir und die anderen noch nicht so.
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Und meine Frage so ein bisschen auch für die Runde ist oder allgemein ist,
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Naja, also ich habe gelernt, dass 3 Prozent oder sogar weniger,
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0,3 Prozent reichen für eine Transformation.
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Wenn man 3 Prozent organisiert, ich habe über die Quäker gelesen,
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ganz kurzer Ausflug zu den Quäkern.
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Die haben ja mit dazu beigetragen, den Sklavenhandel abzuschaffen.
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Und zumindest nach Rutger Präckmann, den ich da jetzt zitiere aus dem Buch.
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Und die waren nur ultra wenige, die waren aber ultra überzeugt von ihrer Haltung.
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Sich ultra gut organisiert und sind halt raus und haben das sozusagen unter die Leute gebracht.
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Und dann hat er so die irgendwie eher reaktionäre Mitte, sage ich mal,
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halt irgendwann gesagt, ja doch, stimmt, eigentlich haben wir keine Argumente
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dagegen und dann machen wir es halt so ungefähr.
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Und ich will sagen, dass Veränderung eigentlich von einer kleinen kritischen
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Masse auch immer wieder abhängt.
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Also das passiert einfach immer wieder in der Geschichte und wie viel Prozent
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das jetzt dann auch sein, um diesen Wandel zu erzeugen.
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Aber ich meine, wenn wir jetzt die 6 Prozent da, 6 Prozent kritisch-idealistische
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und 11 Prozent progressive, adaptive Mitte und 9 Prozent Postmaterial,
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also dann sind wir schon bei über 25 Prozent, ein Viertel der Gesellschaft.
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Damit könnte man ja schon arbeiten. Also wenn wir die in ein Boot bekommen und
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sagen, hey Leute, wir sagen jetzt wirklich nein.
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Wir wollen unsere Wirtschaftstätigkeit nicht mehr nach Bruttoinlandsprodukt
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und Anhäufung von Durchfluss von Produkten und Dienstleistungen.
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Irgendwie ausrichten, sondern eben an anderen Werten, nämlich dass wir unseren
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Planeten erhalten und so weiter. Ich glaube, das muss ich ja auch nicht ausführen.
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Und wir wollen nicht mehr in Konkurrenz zueinander uns organisieren,
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sondern irgendwie in Kooperation.
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Und wir wollen nicht mehr, dass da ein Haufen Leute einfach viel zu wenig Geld
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hat, um ihr Leben zu gestalten und deshalb abgehängt ist und nicht teilhaben
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kann, sondern wir wollen, dass alle Menschen teilhaben können erstmal.
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Also wenn wir diese Werte jetzt erstmal so in den Raum stellen und uns darin
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organisieren, ich habe das Gefühl, es würde.
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Genau, also mein Impuls ist gerade eher zu sagen, okay, ich nehme diese Daten
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und ich will dieses Feld wirklich davon überzeugen, dass CSX funktioniert und dass,
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wenn wir uns mit diesen 25 Prozent gemeinschaftsgetragen organisieren,
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dass wir wirklich auch Gesellschaft,
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unser Wirtschaftssystem wirklich komplett anders aufstellen können mit diesen
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drei kleineren Milieus, sage ich mal. Und das fände ich eine spannende These.
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Oder ist es jetzt unsere Aufgabe, es ist alles so angepasst und so vorsichtig
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und so massentauglich zu kommunizieren, als dass wir dann hier auf die konservative
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Mitte abzielen oder so. Das fände ich spannend von euch zu hören.
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Ja, ich fühle mich da gerade angesprochen, weil ich da vorhin ja schon was zu gesagt habe.
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Also ich finde es richtig wichtig, sich auf diese drei Milieus erstmal zu fokussieren,
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weil das sind die, die wir erreichen können, weil die Voraussetzungen dafür
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erstmal grundsätzlich da sind.
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Und was ich aber darin spannend finde, ist vielleicht sich ein bisschen Vorbild zu nehmen,
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Biotop Oberland, wo wir hier gerade sind in der Nähe, die halt sagen,
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okay, wir haben eine Solawi, aber wir haben eingesehen, dass eine Solawi nicht
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für alle taugt, weil Leute vielleicht am Wochenende nicht da sind,
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Freitag die Kiste, also um das Essen zu verbrauchen, was am Freitag geliefert
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wird, weil Leute den Weg nicht machen können, weil die Abholstation zu weit weg ist etc.
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Das heißt, es gibt Hürden und sie haben gesagt, okay,
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wir wollen aber, dass diese regionale Versorgung mit diesen guten Produkten,
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die wir hier haben, möglich wird und haben zusätzlich noch einen Laden gemacht
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und haben sozusagen die Frage gestellt, okay, worum geht es eigentlich?
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Es geht darum, die regionalen Erzeuger abzusichern.
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Es geht darum, möglichst viele Menschen mit diesen Produkten zu versorgen,
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da Verbindungen und Verbindlichkeit herzustellen,
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da Strukturen zu schaffen, die unterm Strich erstmal für alle Beteiligten wirklich
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eine resiliente Versorgungsstruktur auch ausmachen und darin auch lernen.
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Und natürlich ist das Spannungsfeld, wie sehr bedienen wir Gewohnheiten von
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Menschen, sodass sie dort quasi wie in einem Bioladen oder wie in einem Supermarkt
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quasi einkaufen können, statt Mitglied der Solabi zu werden.
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Also wie sehr bedienen wir das, weil dadurch es zugänglicher wird und wie sehr
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nehmen wir damit Leute auch an die Hand,
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vielleicht andere Kulturen oder andere Sachen auch dadurch, dass sie dort sind
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und mit Leuten sprechen, auch lernen und dann auch merken, okay,
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ich bin jetzt vielleicht doch bereit, die Hürde zu nehmen, an der Solabi teilzunehmen und sich
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Und sich innerhalb dieser Milieus wirklich bewusst zu machen,
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wie groß die Bandbreite an unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen ist.
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Wir hatten zum Beispiel auch die Frage Fähigkeit, körperliche Fitness, Beeinträchtigungen.
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Dass sich Menschen auch dadurch ausgeschlossen fühlen, weil die dann denken,
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ich bin vielleicht gar kein wertvolles Mitglied, wenn ich nicht mit auf den
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Acker gehen kann bei den Mitmachttagen.
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Darf ich dann überhaupt dabei sein oder bin ich dann genauso willkommen?
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Und da in der Tiefe, wirklich mal in der Breite, sich die ganzen Analysen anzuschauen,
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also auf dieser persönlichen, individuellen Ebene, psychischen Ebene,
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da wirklich schlaue Sachen draus abzuleiten.
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Ich glaube, da könnte man alleine schon ein ganzes Toolkit draus machen.
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Ich würde vielleicht auch dazu sagen, was du gerade aufgemacht hast,
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Hannah, die These, so wenn wir diese drei Milieus erreichen,
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dann ist doch nein. Auf jeden Fall.
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Und dann hätten wir schon so eine krasse Masse. Auf der anderen Seite.
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Nur mal so andersrum angeguckt, es hätte halt auch die Gefahr,
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irgendwie elitär zu sein.
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Und dass wir halt hier ein Konzept entwickeln,
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was halt super gut in diese Lebensrealitäten und Modelle passt.
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Das ist halt die Frage, wo wollen wir hin? Und ich glaube, das ist ja genau
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das Spannungsfeld, in dem wir uns auch bewegen, so,
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wie transformativ ist es oder was ist der Kern nach der Transformativität und
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das ist ja irgendwie schon auf jeden Fall für mich die Beziehungsqualität zum Beispiel,
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aber wie voraussetzungsvoll macht es das an vielen Stellen auch und genau,
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wie doll, genau, können wir das stretchen oder so,
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was heißt denn dann noch Anschlussfähigkeit, so inwieweit, genau,
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ist es dann noch eine Frage der Kommunikation oder ist es auch eine Frage eben
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der ganz konkreten Umsetzung der Idee, also ich würde das gerne so von,
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also in der Zukunft auch von beiden Seiten anschauen,
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um nicht nur so zu sagen, ah ja, wir haben hier dieses supergute,
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tolle Konzept und jetzt müssen wir das so allen überstülpen.
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Also ich glaube, das ist was, was ich voll gerne vermeiden würde.
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Ja, ich finde, also die Frage ist schon sozusagen in die Breite gehen.
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Erstmal, klar, wen sprechen wir an, wie ist da drin inkludiert?
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Und dann aber auch, was von den Prinzipien sozusagen bleibt da drin auch,
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sozusagen überlebt da drin.
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Weil was man dann aus der Transformationsforschung kennt, ist schon auch sozusagen,
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dass bei zum Beispiel einfach einer Vergrößerung oder so, ganz oft so ist das
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Kernprinzipien von einer sehr, sehr sozusagen ein ganz, ja, von einem kritischen
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Punkt ausgestatteten Idee dann verwässern.
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Und ich glaube, das ist auch ein Faktor, den wir, glaube ich,
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so mit berücksichtigen müssen. Wie kann dem entgegengewirkt werden?
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Und ich glaube auch nochmal für eine gesellschaftliche Verankurve müssen wir
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tatsächlich auch noch antworten auf die Frage finden, wie kann ich denn wirklich
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in verschiedenen Versorgungsbereichen eigentlich Teil davon sein?
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Also so, klar, es gibt momentan viele Personen, die halt eben Teil einer solidarischen
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Landwirtschaft sind, aber selbst da sagen ja Leute schon, es ist gar nicht kompatibel
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mit meinem Lifestyle, weil nicht mal das schaffe ich an einem Freitag dann sozusagen
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da meine Gemüseküste abzuholen.
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Wie ist es, wenn wir das jetzt wirklich irgendwie auf eine Breite von Versorgungsfeldern denken?
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Da brauchen wir ja wirklich noch Metastrukturen, die halt eigentlich überhaupt
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ermöglichen, dass das irgendwie eine Form findet, die ermöglichbar ist sozusagen für Individuen.
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Und ich glaube, da gehen wir wirklich auch im Bereich rein, wie viel Wohnarbeit
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betreiben Leute, wie viel Zeit brauche ich, um wirklich in dieser Gemeinschaft
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wirken zu können, um mitbestimmen zu können. will. Das sind Kernprinzipien von CSX.
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Müssen nicht. Genau, es gibt eine Mannbreite da drin.
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Für die Leute, die es nicht sehen, Hannah, es schüttet den Kopf so ein bisschen.
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Genau, das ist auf jeden Fall eine Debatte, die wir auch noch haben.
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Was sind eigentlich Kernprinzipien oder was macht CSX eigentlich aus?
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Das können wir auch noch mal reintoppen. Aber ich finde schon,
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dass es auch in die Richtung irgendwie noch Antworten braucht.
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Da stehen wir vor der Wampfen.
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Ja und nein. Ich finde es total spannend, was ihr alle drei gesagt habt.
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Und ich versuche jetzt mal die Aspekte, die mir in den Kopf geploppt sind,
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dabei irgendwie nochmal rauszuholen.
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Mit dieser, wir machen es jetzt für diese drei Milieus, will ich nicht sagen,
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dass sozusagen am Ende nur diese drei Milieus CSX machen sollen,
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sondern ich meine genau das, wir sind in so einer Phase, wo halt ultra viel
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noch unklar ist, wo die rechtlichen Rahmenbedingungen auch noch überhaupt nicht
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so sind, als dass CSX einfach und gut funktionieren würde.
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Wir haben nicht mal eine gute, passende Rechtsform, in der man sozusagen das,
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was wir mit CSX erreichen wollen, nämlich ein geteiltes unternehmerisches Risiko
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sozusagen auf mehreren Schultern abbilden können in dieser Rechtsform.
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Also es gibt da immer wieder den Huddel, dürfen Mitglieder überhaupt,
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dürfen die überhaupt in unserem rechtlichen Rahmen, dürfen die überhaupt mitarbeiten
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oder begebe ich mich da eigentlich in gesetzliche Grauzonen?
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Ja, genau, diese ganzen Fragen sind sozusagen da,
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aber sind eben noch nicht geklärt und es gibt eben noch keinen groß genügend
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Druck oder auch noch nicht sozusagen die Sichtbarkeit dieser CSX-Bewegung und dieser neuen Ansätze,
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damit die Politik überhaupt sozusagen diesen rechtlichen Rahmen weitet, damit das möglich wird.
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Und ich glaube, was ich mir wünschen würde, ist, dass wir uns fokussieren auf
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diese 25 Prozent jetzt erstmal und sagen, okay, die holen wir mit rein,
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mit denen probieren wir es aus.
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Die sind eh schon offen, die haben vielleicht auch ein bisschen eine Frustrationstoleranz,
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wenn es beim ersten Mal nicht so klappt.
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Genau, aber die sind noch nicht so, dass sie sagen, okay, das funktioniert,
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jetzt ist es irgendwie komisch, dann höre ich sofort wieder auf,
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sondern die haben irgendwie auch eine Bereitschaft für Neues.
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Und mit denen kommen wir dann so weit, dass wir wirklich auch gesetzlich,
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also staatliche Institutionen so verändern können, dass CSX breiter funktioniert.
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Und dann ist halt die Frage, genau, wie funktioniert denn mein Leben,
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wenn ich sage, ich bin Mitglied in einer Solavie.
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Dann bin ich noch Mitglied in einer gemeinschaftsgetragenen Food Corp,
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wo ich dann mein Trockenzeug bekomme, meine Nudeln, mein Reis, meine Haferflocken.
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Dann bin ich Mitglied in einer Textil-Solavie, wo ich irgendwie meine Kleider
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neu kaufen kann, aber auch meine Kleider reparieren kann.
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Dann bin ich noch Mitglied in einem Fahrradreparaturladen, wo ich mein Fahrrad
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gekauft habe und auch reparieren lasse, wenn ich es brauche.
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Dann bin ich noch Mitglied in einem Carsharing-Gemeinschaft,
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wo ich halt diverse Autos irgendwie gemeinsam nutzen kann. Dann bin ich in einer
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Wohngemeinschaft, wo ich irgendwie lebe.
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Dann bin ich in einer Pflegegemeinschaft, wo ich dann vielleicht auch ankommen
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kann und keine 5000 Euro im Monat bezahlen kann.
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Für alle möglichen Versorgungsbereiche gibt es Möglichkeiten,
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gibt es kleine erste Piloten.
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Und die Frage ist ja auch, funktioniert es überhaupt, sozusagen sein ganzes
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Leben gemeinschaftsgetragen zu organisieren.
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Wenn ich dann für jede dieser Organisation alle zwei Wochen oder einmal im Monat
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nur ins Plenum muss, dann drehe ich ja durch. Und.
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So wie das MYZELIUM zumindest, wie wir das verstehen, sind es eben oft Anbieterinnen,
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die die Entscheidung treffen und ich kann sozusagen durch die Beziehung,
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die ich habe zur Anbieterin, kann ich irgendwie meine Wünsche und Bedürfnisse damit reingeben.
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Und die Anbieterin muss dann für sich entscheiden, in diesem Rahmen,
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in dem ich gerade drinstehe, kann ich das leisten oder kann ich das nicht leisten
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oder kann es vielleicht auch von der Gemeinschaft geleistet werden,
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dieses Bedürfnis zu erfüllen, was ich dann, was weiß ich, habe.
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Aber ich habe überhaupt nicht den Anspruch, also ich bin tatsächlich bei einem
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umgekrempelt Ultra, das ist ja für die Zuhörerin auch ein Begriff,
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ich habe überhaupt nicht den Anspruch, da irgendwie mit über Sortiment zu bestimmen,
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da irgendwie, sondern am Ende gehe ich halt wirklich auch in den Laden,
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und habe da eine Auswahl, die sie getroffen hat, Isabel, und suche mir dann
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da halt eine Hose aus, so wie in einem ganz anderen stinknormalen Laden.
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Auch nur, dass ich weiß, dass die Person, die diese Sachen ausgesucht hat,
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dass ich der vertraue und dass sie die gleichen Werte teilt wie ich,
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nämlich dass Textilien lange halten und irgendwie nicht scheiße produziert sind.
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Genau, und wenn wir das hinbekommen, in verschiedenen Regionen,
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also für dieses Milieu erstmal auszuprobieren, zu ermöglichen,
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viele dieser kleinen Dinge aufzubauen, ich glaube, dann haben wir schon eine
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Chance, dass es sozusagen diese Normalität verrückt und...
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Auch andere Leute, genau, und dann kommt sozusagen Stufe 2, wo die Frage ist,
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kommunizieren wir dann sozusagen nochmal anders?
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Passen wir dann vielleicht nochmal Kriterien an, die es anderen Menschen leichter
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macht, teilzuhaben oder sich da umzustellen?
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Vielleicht nochmal direkt, weil genau, was wir ja auch gesehen haben,
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ist, dass wirklich viele von Nichtmitgliedern sozusagen auch nicht wissen,
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ich weiß gar nicht, ob es CSX bei mir im Umkreis gibt oder so.
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Das ist wirklich so ganz banal, dass wir wirklich immer noch Aufklärungsarbeit,
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sozusagen Kampagnenarbeit leisten können, mit Blick auf so, es gibt dieses Konzept,
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schaut doch mal bei euch irgendwie um die Ecke oder so.
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Gibt es zum Beispiel diesen Laden, geht mal hin und probiert es aus.
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Und was wir eben auch sehen, was du jetzt gerade auch angesprochen hast oder
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was ich vorhin schon mit der anderen Erhebung meinte, dass eben diese Art von
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Vertrauensbasis so zentral da drin ist.
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Also entweder bin ich eh schon wertegetrieben und sage so, hey,
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ich suche nach Ansätzen, die sozusagen im Einklang mit beispielsweise meinem
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ökologischen Selbstverständnis sind oder so. Und dann stoße ich vielleicht auch eher drauf.
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Aber was wir eben auch sehen, ist, dass halt eben diese Vertrauenskomponente
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von, ah, okay, meine beste Freundin geht immer diesen Laden, das macht das mit mir.
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Und da muss ich jetzt gar nicht mal diese Werte im Assis teilen,
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sondern es kann halt einfach sein, dass dadurch, dass ich ihr halt so vertraue,
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ich auch viel mehr eher in diesen Kontakt, in diesem Ansatz komme.
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Und ich glaube, das finde ich schon auch immer zentral an alle Überzeugungstäterinnen da draußen.
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Dass ihr euch vielleicht dann wirklich irgendwie auch eure Leute in eurem nahen
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Impffeld schnappt und einfach sozusagen vielleicht mal einen Ausflug macht in
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den Unkrempeltladen oder in Radau irgendwie die Fahrradbergstadt,
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wo es einfach anders funktioniert und da halt wirklich auch zugegen geschafft.
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Also ich glaube, als Bewegung sind wir schon darauf angewiesen,
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dass es halt nicht nur an den intermediären Strukturen hängt,
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dass es nicht nur an Forschungsinstitutionen hängt, die halt sagen,
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hier, das Konzept ist irgendwie sinnvoll,
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sondern dass wirklich irgendwie alle Personen, die irgendwie schon Kontakt dazu
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haben, loslaufen und Leute mitnehmen und sagen so, hey, kommt einfach mal mit und guckt euch das an.
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Und gerade weil ja Leute vielleicht aus dem postmateriellen Milieu ja durchaus
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auch in ihrer Familie durchaus auch konservative Leute ansprechen können.
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Das ist ja auch alles gar nicht so abgezirkelt.
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Genau, da bin ich total bei dir. Und aber an dem Punkt würde ich auch nochmal
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ergänzen wollen, dass wir ja auch sehen, dass bestimmte Werte,
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die in CSX vertreten, werden total anschlussfähig auch an solchen Milösen.
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Also es ist ja gar nicht so, dass irgendwie total die Trennung da existiert,
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sondern das, was wirklich irgendwie da als regionale Grundversorgung umgesetzt
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wird, geht total in Kreise, da würde ich auch noch dieses Neue in Frage stellen.
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Das sind teilweise Praktiken, die sind sehr alt. Also, Karin,
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wir kommen beide und Juli, wir kommen aus dem Osten, da gibt es so viele Bezüge sozusagen,
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wirklich schon allein auf so einer Praktikenebene, dass ganz viele Akteure eigentlich
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das kennen, was wir in CSX jetzt sozusagen als so neuen Wein verkaufen oder so.
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Das sind einfach Sachen, die sind sehr anschlussfähig. Ja.
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Ja, ich würde gerne nochmal diesen Punkt aufgreifen. Boah, ich habe jetzt so
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viele Beitragsrunden alle zwei Wochen.
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Also sagen nur, damit da keine Ängste entstehen. Ich vermute mal,
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dass ihr auch das vielleicht schon auch euch gedacht habt, dass das ja wirklich
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auf einer regionalen Ebene dazu führen kann, dass Leute, die solche Initiativen machen,
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sowas wie Commonsverbünde auch gründen, wo einfach die ganzen Versorgungsstrukturen
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wirklich ihre Betriebskosten gemeinsam transparent machen.
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Und die Mitglieder, die einen Teil der Angebote oder auch die ganzen Angebote
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nutzen, wirklich in eine gemeinsame Beitragsrunde gehen, was das ganze System
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total vereinfacht. Die Fuchsmühle macht das so.
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Also da ist irgendwie die Miete von den gemeinschaftseigenen Wohnungen,
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die Miete von den fremdgemäßigen Wohnungen, der Bewegungsraum,
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die Coworking Space, die Food Coop, die Autos.
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Das ist irgendwie alles in einer Beitragsrunde, die online gemacht wird.
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Und es ist super easy, sozusagen sowas auch zu denken und zu machen.
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Und mit den entsprechenden Tools. Und was ja aber auch da drin steckt,
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weil wir uns ja auch die Frage stellen, wie geht es denn weiter mit diesen Ansätzen,
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Das einmal zu sagen, diese regionale Ebene mit verschiedenen Angeboten und verschiedenen
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Bedürfnissen miteinander verweben und möglich machen für eine Community,
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die auch offen ist, aber auch klar definiert sein muss, damit es funktioniert,
0:51:05–0:51:09
ist ja auch die Frage, innerhalb von einer Wertschöpfungskette,
0:51:10–0:51:12
zum Beispiel im Klamotten- oder Ernährungsbereich,
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da auch Sachen neu zu denken und zu gucken, was
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lernen wir hier aus diesen Forschungsergebnissen, Was bedeutet es denn,
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wenn wir so eine Wertschöpfungskette vom Saatgut über die Landwirtin,
0:51:25–0:51:30
zwischen Großhandel, kleine Läden oder vielleicht Foodcoops bis hin zu Verbraucherinnen,
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was bedeutet es denn, da diese Miliebrille oder diese Wertebrille oder diese
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Persönlichkeitsbrille draufzulegen mit der Frage, wie kann da drin denn sowas passieren,
0:51:40–0:51:44
wie dass auf einmal alle innerhalb dieses Systems füreinander Verantwortung
0:51:44–0:51:49
übernehmen wollen und sagen, hier, okay, ich mache meine Kosten transparent,
0:51:49–0:51:52
was die meisten da drin nicht gewohnt sind.
0:51:52–0:51:57
Und ich bin bereit, sozusagen da, wo kein Geld ankommt, meinen Gewinn zu teilen,
0:51:57–0:51:58
was ja meistens die Bioläden sind.
0:51:58–0:52:01
Also die Erzeuger und die Großänder, die verdienen viel.
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Also da sehe ich große Berge auf uns zukommen, wo diese Brille aber auch total
0:52:06–0:52:11
hilfreich ist, zu überlegen, okay, wie kann es denn gehen und wo wird es auch schon gemacht?
0:52:11–0:52:14
Da gibt es auch viele Beispiele, aber das ist vielleicht eher eine eigene Podcast-Folge.
0:52:15–0:52:18
Ja, beziehungsweise auch wieder eine super Überleitung. Also zu der Frage,
0:52:18–0:52:21
was soll jetzt eigentlich noch passieren im Rahmen von Switch?
0:52:22–0:52:26
Weil wir sind jetzt, im letzten Real-Workshop haben wir so ein bisschen den
0:52:26–0:52:29
Kick-Off gegeben im Sinne von, hey, wir haben jetzt irgendwie mit euch einmal
0:52:29–0:52:34
die Konzeptarbeit, die Konzeptionalisierung von euren Ansätzen gemacht.
0:52:35–0:52:40
Mal ist das gelungen sozusagen, mal nicht, je nach Projekt, je nach Person,
0:52:40–0:52:40
die man auch begleitet hat.
0:52:41–0:52:46
Aber jetzt ist sozusagen der Kick-off, wir gehen raus, wir gehen in die Öffentlichkeit,
0:52:46–0:52:49
wir versuchen wirklich ein Team vielleicht auch zu finden, was das mit uns umsetzt.
0:52:50–0:52:53
Wir versuchen irgendwie die richtigen Worte zu finden für das, was wir tun.
0:52:54–0:52:57
Und wir versuchen das irgendwie jetzt wirklich in eine sichtbare,
0:52:58–0:53:00
greifbare Realität zu bringen um uns herum.
0:53:00–0:53:03
Sei der Ansatz, sei der erste Schritt sozusagen auch noch so klein.
0:53:03–0:53:07
Da stehen wir jetzt gerade mal so ein bisschen. Der nächste Real-Workshop ist
0:53:07–0:53:10
im März, wo wir uns auch noch ausdenken dürfen, was da passiert.
0:53:10–0:53:13
Und vielleicht können wir da mal so ein bisschen spinnen. Was würden wir uns
0:53:13–0:53:16
denn wünschen, was jetzt noch passieren darf im Rahmen von Switch?
0:53:16–0:53:21
Und ich finde diese Themen, wo wir gerade auch schon so vorbeigeschraubt sind,
0:53:21–0:53:25
auch richtig wichtig. Weil diese Frage von Kommunikation, wie erkläre ich überhaupt
0:53:25–0:53:26
den Leuten, was ich mache?
0:53:26–0:53:30
Also sollte ich überhaupt CSX benutzen als Begriff?
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Ehrlich gesagt würde ich sagen, nee. Weil es ist so, eigentlich ist es ultragesunder
0:53:37–0:53:41
Menschen des Verstands zu sagen, hey, wir wirtschaften transparent.
0:53:41–0:53:45
Wir sagen einfach, was wir tun und wie viel es kostet. Wir sammeln Leute zusammen,
0:53:45–0:53:49
die Lust haben, das mitzumachen und dann geben sie Geld rein und zwar nur so
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viel sie können und mit dem sich gut fühlen. Und wenn es halt nicht reicht,
0:53:52–0:53:53
brauchen wir noch mehr Leute.
0:53:53–0:53:58
Und ansonsten haben wir die Fülle erreicht und können dieses Angebot halt in die Welt bringen.
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Also es ist irgendwie so und das Ganze machen wir halt nicht,
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um möglichst viel Gewinn für ein paar wenige Personen rauszuholen,
0:54:05–0:54:12
sondern um möglichst viele Bedürfnisse zu befriedigen von den Menschen, die dabei sind.
0:54:12–0:54:14
Also ich finde, es hört sich, wenn man das so einfach formuliert,
0:54:15–0:54:18
an wie einfach nur ein gesunder Menschenverstand.
0:54:19–0:54:23
Und vielleicht braucht es auch, und dann auch dieses, es gab es alles auch schon mal.
0:54:23–0:54:26
Also in der Region irgendwie die Ressourcen zu nutzen, die du hast und irgendwie
0:54:26–0:54:30
miteinander was auf die Beine zu stellen, ist jetzt auch irgendwie jetzt nicht
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die neueste Erfindung zum Glück, das 21.
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Jahrhundert, sondern wir waren schon mal viel eher so organisiert.
0:54:36–0:54:42
Und trotzdem gibt es ja diese Hürde von wegen, wir kommen irgendwie aus dem
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Akademischen und wir formulieren es irgendwie so fancy und tun irgendwie so, als wäre es was Neues.
0:54:48–0:54:52
Auf der einen Seite, es wirkt irgendwie abschreckend, zumindest auf alle Leute,
0:54:52–0:54:57
die jetzt nicht in ihrer Charaktereigenschaft so eine große Offenheit haben für neue Erfahrungen.
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Und dann dieser zweite Punkt von wegen, ja, diese ganz sensible,
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wie kriegt man überhaupt.
0:55:05–0:55:10
Also wie schafft man es überhaupt, das auch so zu verlernen,
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wie wir eigentlich gelernt haben zu wirtschaften, in Konkurrenz zueinander und
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wirklich transparent über Geld zu sprechen zum Beispiel.
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Also es hört sich einfach an, aber in Wirklichkeit ist es halt sozusagen die
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Praktiken, die wir gelernt haben,
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so zu wirtschaften, wie wir wirtschaften, die sitzen halt schon tief und über
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Generationen auch tief und da wieder so ein...
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Zu uns Zugang zu bekommen, zu diesem gesunden Menschenverstand,
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der halt nicht so durchstrukturiert und durchreguliert ist durch dieses kapitalistische,
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konkurrenzorientierte System, in dem wir gerade drinstecken.
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Also genau, aber jetzt habe ich schon wieder so viel gesprochen.
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Deshalb die Frage nochmal in die Runde.
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Was darf jetzt noch passieren? Was sind Themen, die noch rein müssen jetzt für
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die Teilnehmers, aber auch für uns?
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Also ich meine, es gibt ja tatsächlich ein Forschungsprogramm sozusagen.
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Switch ist ja nicht ganz nur Wunschkonzert, sondern es gibt ja tatsächlich sehr
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klare Forschungsfragen, die auch mitbestimmen, was da drin passiert.
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Aber eben, wir sind gerade an dem Punkt, dass es mit diesen Jürgenstudien auch weitergeht,
0:56:13–0:56:17
so was sind eben zielgruppenspezifische Ansprachen und das ist eben der Vorteil
0:56:17–0:56:19
in transizizinerer Forschung,
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dass wir jetzt irgendwie als nächsten Schritt einfach wirklich das mal ausprobieren
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dürfen, dass die Teilnehmenden sozusagen mit bestimmten Ideen rausgehen und
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eben sozusagen diese Ansprachen mal wirklich versuchen.
0:56:30–0:56:33
Und wir halt gucken, was da drin funktioniert und was da drin funktioniert nicht.
0:56:34–0:56:37
Das heißt, es hat einen praktischen Nutzen, dass die Switch-Teilnehmer eigentlich
0:56:37–0:56:41
sehen, so können wir Mitglieder gewinnen, so können wir andere Akteure irgendwie
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sozusagen mit einbinden.
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Und es hat wieder forschungsseitig sozusagen, es ist für uns auch ein Erkenntnisgewinn,
0:56:46–0:56:50
der auch für eine Forschungskommunität total relevant ist.
0:56:50–0:56:53
Wir haben außerdem diese Fragestellung nach Rahmenbedingungen.
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Das heißt, eigentlich versuchen wir noch auf einer anderen Ebene dann zu eruieren,
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was brauchst du, denn du hast gerade schon Rechtsformgeschichte angesprochen,
0:57:00–0:57:06
wirklich an Rahmenbedingungen, die halt nicht sozusagen allein in unserer Hand
0:57:06–0:57:09
liegen, sondern die wirklich dann auf gesetzliche Vorschriften etc.
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Nochmal auf eine andere Ebene gehoben werden müssen, wo wir vorhaben,
0:57:12–0:57:18
tatsächlich auch mit Vertreterinnen von IHKs, mit Vertreterinnen von Lokalpolitik etc.
0:57:18–0:57:22
Auch nochmal zusammenzukommen, um zu diskutieren, was wäre möglich eigentlich
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in der Umsetzung, wo müssen Anfassungen vorgenommen werden, um halt eine gemeinschaftsgetragene
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Wirtschafts- und Gesellschaftsform zu unterstützen.
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Und ich mag nochmal einen Zusatz zu dem,
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Es gab es alles schon, es ist trotzdem innovativ, weil in der Zusammensetzung
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der Prinzipien ist es schon eine Neuartigkeit.
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Ich meine, diese Anschlussfähigkeit mit bestimmten Prinzipien sind in bestimmten
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gesellschaftlichen Gruppen sozusagen verbreitet gewesen oder waren sozusagen auch schon gewohnt.
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Aber weil ich vorhin eben sozusagen diesen Ausbezug gemacht habe.
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Da ist sozusagen die Bestimmung von was wird produziert ja nicht durch die Person,
0:57:56–0:57:58
die es komplett betroffen hat, gefallen.
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Es wurde nicht wirklich in dem Maß sozusagen partizipiert,
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sondern das ist was, was sozusagen der Staat getroffen hat und da ist ja sozusagen
0:58:06–0:58:11
ECSX sehr neuartig, das mag ich nochmal hinzufügen, weil es ist schon sozusagen
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in der Konstellation, wie diese Prinzipien zusammengeführt wird,
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was neuartig ist und das finde ich wichtig.
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Ja, also ich habe jetzt nochmal zwei Impulse mitgenommen. Zielgruppengerechte
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Ansprache und auch wirklich zu
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überlegen, was sind denn überhaupt Rechtsformen, die gerade Sinn machen.
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Und genau, da haben ja Menschen unter uns, die sich sehr gut mit Genossenschaften
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auskennen. Dann aber auch Kombinationen aus gemeinnütziger Verein und irgendwie noch einer UG, GmbH.
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Aber das finde ich auf jeden Fall auch richtig wichtig, dass wir da irgendwie
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nochmal auch Juristen unserer Wahl, Juristin reinholen, die da vielleicht mal einen Input macht.
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Und ich meine, was noch passieren darf und soll, ist, was bei uns jetzt unter
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diesem Terminus Transition Toolkit läuft, dass wir natürlich versuchen,
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all das Wissen, was es für einen Aufbau solcher Organisationen braucht,
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zur Verfügung zu stellen.
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Und das heißt wirklich, auch wieder zielkrochen spezifisch, ich bin eine Unternehmerperson
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und habe die Lust, das, was ich schon aufgebaut habe, irgendwie auf eine andere
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Art und Weise zu machen und Gemeinschaft damit reinzuholen. Welche Schritte muss ich gehen?
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Ich bin eine Person, die Lust hat, sozusagen als Mitglied zu partizipieren.
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Was sind meine Möglichkeiten? Wo setze ich an?
0:59:19–0:59:23
Oder ich habe halt eigentlich eine Organisation, die ich im Art of Physio stellen
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will. Wie kann ich so eine Neugründung von CSX eigentlich irgendwie betreiben?
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Also das sind ja Sachen, die wir jetzt eigentlich ab nächstes vorhaben,
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wo wir ja direkt gleich nochmal ins nächste Arbeitstreffen gehen.
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Wie könnte so ein Transition Toolkit aussehen? Welche Form kann das haben,
0:59:35–0:59:37
so dass es halt möglichst nicht wegschwellig zugänglich ist?
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Damit werden wir uns jetzt auch konkret beschäftigen.
0:59:40–0:59:44
Und ich glaube, was ich nochmal so sagen mag oder vielleicht auch irgendwie
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so ein schöner Abschluss sein könnte, dass das halt auch auf jeden Fall erst der Anfang war.
0:59:48–0:59:53
Also, dass wir Bock haben, auch definitiv nach Switch weiter zu schauen.
0:59:53–0:59:58
Wir sind jetzt bis nächstes Jahr Sommer noch gemeinsam unterwegs hier als Projektzusammenhang,
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aber merken auch, dass wir richtig Bock haben, da dran zu bleiben.
1:00:02–1:00:06
Und auch schon quasi neue Ideen gesponnen haben, aber ich glaube,
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das lassen wir vielleicht als Kiffen ja auch so ein bisschen offen.
1:00:09–1:00:12
Ja, voll. Also genau. In einem Jahr lade ich euch dann alle nochmal ein.
1:00:13–1:00:15
In den Podcast oder in einem halben Jahr.
1:00:15–1:00:17
Wenn wir vielleicht wissen, wie es weitergeht danach.
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Genau, und vielleicht ein Aspekt, den wir jetzt zu dem Ganzen,
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wir wollen CSX in die Welt bringen, noch nicht so gesagt haben.
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Also ich finde es ein richtig wertvoller Aspekt für mich an Switch ist eben auch,
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dass ihr so viele Organisationen, Menschen vertreten sind, Menschen vertreten
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sind, die auch in ultra vielen verschiedenen Bereichen irgendwie fähig sind
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und involviert sind auch.
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Also hier ist einfach richtig viel Erfahrungswissen zu dem Thema im Raum und
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richtig viele verschiedene Organisationen mit unter einem Projektdach.
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Und ich glaube, das ist auch so eine richtig krasse Qualität,
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die ich schätze an Switch, dass wir einfach als Team so zusammengerückt sind.
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Dass Organisationen sich miteinander synchronisieren und ausrichten,
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wir voneinander wissen überhaupt, was wir tun und genau,
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da vielleicht auch nochmal die Einladung an Menschen, die zuhören und irgendwie
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denken, okay, ich mache aber auch was in die Richtung und ihr solltet davon
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wissen oder genau, ich möchte da auch mein Wissen teilen, dass man sich da auch
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richtig gerne melden kann zu.
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Und wie gesagt, ein Link wird in den Shownotes sein, wo ihr mal draufklicken
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könnt, wo ihr euch zu dem Projekt auch noch was durchlesen und anschauen könnt
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und wo ihr auch Kontaktdaten findet, wo ihr euch melden könnt,
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wenn ihr noch irgendwas beitragen wollt.
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Genau, und wenn ihr anders beitragen wollt, ich weiß nicht, ob ihr das schon
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gespoilert habt, aber es ist ja eine CSX-Stiftung in Gründung.
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Und gerade wenn es irgendwie finanzielle Mittel gibt, die sozusagen irgendwie
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sinnvoll eingesetzt werden wollen, dann folgt diesem Podcast,
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folgt der CSX-Netzwerkseite.
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Da wird das sozusagen veröffentlicht, weil dann könnt ihr auch genau diese Strukturen,
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dieses Ökosystem für die CSX-Bewegung massiv unterstützen, wenn ihr da tatsächlich
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auch finanziell einfach den einen oder anderen Euro lasst.
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Gut, mit dem Aufruf zum Geld endet es eigentlich immer, dieser Podcast.
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Sei gut in der Tradition geblieben. Werdet Fördermitglied, spendet uns unser Geld, macht mit.
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Ja, und danke fürs Zuhören und richtig schön, dass ihr dabei wart. Tschüss.
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Tschüss. Tschüss.
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Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
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Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
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für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
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hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.