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  • MP118 - Ökosystem-Treffen 2026 – Eine Ernte zu gemeinschaftsbasierter Regionalentwicklung

      Was entsteht, wenn Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenkommen, die alle an derselben Frage arbeiten: Wie gestalten wir Regionalentwicklung gemeinschaftsbasiert – und was braucht es dafür?

      In dieser besonderen Folge teilen wir die Ernte unseres Ökosystem-Treffens 2026 in der Wegwarte in Witzenhausen. Hannah Heller begrüßt die Teilnehmenden und gibt einen Einblick, wer sich versammelt hat und warum – bevor die Gruppe die Kommunen Niederkaufungen und Gastwerke besucht: zwei Orte, die auf sehr unterschiedliche Weise zeigen, was gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften im regionalen Kontext bedeuten kann.

      Es folgt ein Impuls zu gemeinschaftsbasierter Regionalentwicklung: Was bedeutet es, Regionen nicht zu verwalten, sondern gemeinsam zu gestalten? Welche Strukturen tragen – und welche müssen wir loslassen?

      Den Abschluss bildet ein Audio-Mitschnitt vom Treffen selbst: lebendige Ernte aus dem gemeinsamen Gespräch – Stimmen, Erkenntnisse, offene Fragen.

      Eine Folge zum Mithören, Mitdenken und Wiederentdecken – für alle, die dabei waren, und alle, die es gerne gewesen wären.

      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

      Transkription

      0:00:11–0:00:15
      Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
      0:00:15–0:00:18
      Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
      0:00:19–0:00:21
      Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
      0:00:21–0:00:23
      Und dieser Podcast unterstützt dich
      0:00:23–0:00:27
      dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
      0:00:27–0:00:31
      Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
      0:00:31–0:00:36
      und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
      0:00:36–0:00:39
      Mein Name ist Hannah Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
      0:00:50–0:00:54
      Herzlich willkommen zur 118. Folge des MYZELIUM-Ökosystem-Podcasts.
      0:00:55–0:00:58
      Heute freue ich mich sehr, dass ich Karin Walter zu Gast habe,
      0:00:58–0:01:01
      meine Kollegin aus dem MYZELIUM. Herzlich willkommen, Karin.
      0:01:02–0:01:04
      Hallo, Hannah. Schön, dass ich wieder dabei sein darf.
      0:01:05–0:01:09
      Genau, und Karin hat mich eingeladen, weil wir heute ein bisschen zurückschauen
      0:01:09–0:01:11
      wollen auf das Ökosystem-Treffen.
      0:01:12–0:01:16
      Vom 18. bis zum 20. September 2026 fand das statt.
      0:01:16–0:01:21
      Und zwar in der Wegwarte in Witz-Nuhausen. Und Karin hat das auch maßgeblich
      0:01:21–0:01:25
      mit organisiert, mit mir zusammen und mit anderen Mitgliedern aus unserem Team,
      0:01:25–0:01:28
      die den Raum da vorbereitet und gehalten haben.
      0:01:28–0:01:34
      Und zwar diesmal für, ja, einerseits sozusagen das große Ökosystem,
      0:01:34–0:01:37
      ganz viele Anbieterinnen, die zu uns kamen, die wir gerade begleitet,
      0:01:37–0:01:38
      die wir begleitet haben,
      0:01:39–0:01:44
      aber auch für interessierte Menschen, die mal reinschnuppern wollten ins MYZELIUM-Ökosystem.
      0:01:44–0:01:49
      Und aber eben auch für eine ganz neue Gruppe, die da entsteht,
      0:01:49–0:01:54
      nämlich die Gemeinschaftsgärtnerinnen, deren Ausbildung dort bei dem Ökosystemtreffen
      0:01:54–0:01:57
      sozusagen gestartet ist.
      0:01:57–0:02:00
      Und genau dadurch, dass es auch,
      0:02:02–0:02:06
      so zwei Strängel gab, waren wir auch das mal richtig viele Leute.
      0:02:06–0:02:11
      Wir waren 60 Menschen, die da das Wochenende mit verbracht haben und haben uns
      0:02:11–0:02:13
      mit dem Fokus getroffen.
      0:02:13–0:02:16
      Noch mal zu schauen, wie kann denn eine gemeinschaftsbasierte.
      0:02:18–0:02:20
      Gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung auch aussehen.
      0:02:20–0:02:24
      Und nicht nur, weil du das mit organisiert hast, Karin, sondern auch,
      0:02:24–0:02:29
      weil du einfach unsere Expertin bist für gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung.
      0:02:29–0:02:33
      Ihr könnt auch die Podcast-Folge noch mal nachhören, wo es darum auch schon
      0:02:33–0:02:36
      mal ging. Die werde ich auch noch mal in der Beschreibung verlinken.
      0:02:37–0:02:41
      Habe ich dich noch mal eingeladen, um uns da noch mal einen Impuls zu geben.
      0:02:42–0:02:46
      Was denn gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung, was wir darunter verstehen
      0:02:46–0:02:49
      und dann auch im Anschluss gerne,
      0:02:49–0:02:53
      was damit auch dieses Projekt der Gemeinschaftswertnerinnen zu tun hat.
      0:02:54–0:02:59
      Und ganz am Schluss von dieser Folge wird euch dann auch noch erwarten die Ernterunde,
      0:02:59–0:03:04
      vom Ökosystemtreffen, wo die Menschen, die bei dem Ökosystemtreffen waren,
      0:03:05–0:03:09
      miteinander geerntet haben, was sie denn so an Plätzen mit nach Hause nehmen
      0:03:09–0:03:11
      von diesem Ökosystemtreffen.
      0:03:11–0:03:16
      Da war einiges mit dabei und einiges Schönes mit dabei, aber dazu vielleicht
      0:03:16–0:03:18
      mehr, nachdem wir inhaltlich eingestiegen sind mit dir, Karin.
      0:03:19–0:03:25
      Bevor wir das aber tun, noch ein Blick in, ja, vielleicht eine kleine Zurückerinnerung,
      0:03:25–0:03:27
      was haben wir denn dort miteinander erlebt.
      0:03:29–0:03:34
      Und zwar sind wir dort in die Wegwarte angereist. Ein ganz schönes Projekt für.
      0:03:35–0:03:39
      Wahrnehmende Gesellschaftsgestaltung und fürsorgendes Wirtschaften.
      0:03:39–0:03:43
      Ein Ort, der auch gerade im Entstehen ist, wo auch Menschen,
      0:03:43–0:03:45
      die ihren Platz in der Wandelbewegung suchen,
      0:03:46–0:03:53
      reingeladen sind, dort körperlich, gedanklich miteinander im Austausch zu erforschen,
      0:03:53–0:03:57
      wo denn ihr Platz sein könnte in dieser Wandelbewegung und die sie beitragen können.
      0:03:57–0:04:01
      Zu der Transformation, in der wir gerade alle drinstecken als Gesellschaft,
      0:04:01–0:04:06
      als Menschheit, auch als einzelne Menschen, als Gemeinschaften.
      0:04:07–0:04:10
      Und genau, wir sind dort angekommen. Manche haben im Tempo geschlafen,
      0:04:10–0:04:14
      manche im Zelt, manche auch auf einem Hof in der Nähe von der Wegwarte,
      0:04:15–0:04:18
      manche auch in der Ferienwohnung in der Wegwarte, also ein bisschen, weil es,
      0:04:19–0:04:23
      uns dann aber im Haus des Gastes oft getroffen oder eben im Bewegungsraum der
      0:04:23–0:04:28
      Wegwarte und haben dort erst mal, ich erzähle jetzt erst mal aus meiner Perspektive,
      0:04:28–0:04:32
      Karin, dann darfst du gerne auch noch mal teilen, was du mit den Gemeinschaftsgädeninnen erlebt hast,
      0:04:33–0:04:37
      haben wir erst mal so ein bisschen angeknüpft, was sind eigentlich unsere Fragen
      0:04:37–0:04:39
      an Regionalentwicklung?
      0:04:40–0:04:43
      Wir haben uns natürlich erstmal irgendwie auch alle kennengelernt und miteinander
      0:04:43–0:04:47
      verbunden und ein bisschen berichtet, was im MYZELIUM gerade so passiert.
      0:04:47–0:04:51
      Und genau die Menschen haben sich gegenseitig kennengelernt.
      0:04:51–0:04:54
      Und dann haben wir uns aber auch eben gefragt, okay, was wollen wir eigentlich
      0:04:54–0:04:59
      für Fragen stellen an gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung?
      0:05:00–0:05:05
      Weil wir dann samstags, und da wart ihr ja auch mit dabei, also die Gemeinschaftsgärtenin
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      ist auch mit dabei, haben wir dann eine große Exkursion gehandelt in einem Bus,
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      wo wir erst zu den, wo wir zwei politische Kommunen besucht haben,
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      die Gastwerke und die Kommunen in der Kaufungen,
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      wo genau zwischen, also so etwa 50, 60, 70 Leute miteinander gemeinsam wirtschaften,
      0:05:25–0:05:29
      mit Kollektivbetrieben, mit einer gemeinsamen Einkommens- und Vermögensökonomie,
      0:05:30–0:05:34
      ja, mit ganz viel Solidarität und, was mich auch so berührt hat,
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      ganz viel Fülle und ganz viel Sicherheit im Raum für die Menschen,
      0:05:38–0:05:40
      die Teil dieser Kommunen waren.
      0:05:40–0:05:44
      Und dort sind wir mit unserem kleinen Reisebus angekommen, mit unserer kleinen
      0:05:44–0:05:50
      Reisegruppe und haben wirklich unter schönsten sommerlichen Bedingungen fast
      0:05:50–0:05:52
      noch miteinander diese Orte kennengelernt,
      0:05:53–0:05:57
      und haben dort auch gepiknickt und hatten dort eine schöne Zeit.
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      Es war einfach, gebannt haben die Menschen zugehört, den Menschen,
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      die uns da rumgeführt haben,
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      da ist Gunther und Jona und haben wirklich ganz viele spannende Fragen gestellt,
      0:06:11–0:06:15
      und wir haben eben ganz viel gelernt und vielleicht auch nochmal.
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      Die Fragen, mit denen wir da drauf gelegt haben, damit ihr davon ein bisschen
      0:06:20–0:06:25
      auch was mitbekommt nämlich einerseits, was sind überhaupt, also warum braucht
      0:06:25–0:06:28
      es eigentlich solidarische regionale Versorgungsstrukturen,
      0:06:29–0:06:33
      was braucht es da auch an Rahmenbedingungen was sind Learnings,
      0:06:35–0:06:40
      Was sind genau Vorteile davon? Die zweite Gruppe hat eher mit der Brille sozusagen
      0:06:40–0:06:43
      an diesen Explosionen teilgenommen mit der Frage, welche Strukturen und Rollen
      0:06:43–0:06:44
      sind eigentlich wichtig?
      0:06:45–0:06:50
      Wie funktionieren die Kooperationen in den Regionen auch über die einzelne politische Kommune hinaus?
      0:06:51–0:06:55
      Dann hat sich eine Gruppe damit beschäftigt, wie wird Beziehung gestaltet und
      0:06:55–0:06:59
      wie wird mit Konflikten umgegangen, wie werden Entscheidungen gemeinsam getroffen.
      0:07:00–0:07:03
      Eine weitere Gruppe hat sich die Rolle des Geldes angeschaut,
      0:07:03–0:07:07
      oh Wunder, wie funktionieren die Ressourcenschlüsse innerhalb dieser regionalen
      0:07:07–0:07:10
      Netzwerke und innerhalb der politischen Kommune.
      0:07:11–0:07:16
      Und die letzte Gruppe, genau, in welchen Bereichen versorgen die sich eigentlich
      0:07:16–0:07:21
      gegenseitig, also in Landwirtschaft, Wohnen, Pflege, Kinderbetreuung, Energie.
      0:07:21–0:07:26
      Grundversorgung, Bauen, Reparieren, Mobilität, da war wirklich ganz viel dabei.
      0:07:27–0:07:33
      Und genau, was sind nützliche Werkzeuge, um diese Grundversorgung miteinander aufzubauen?
      0:07:33–0:07:36
      Genau, und mit diesen fünf Fragen sind wir sozusagen in diese Exklusion rein
      0:07:36–0:07:39
      und haben da ganz viel geforscht miteinander.
      0:07:39–0:07:43
      Und genau, Farin, vielleicht magst du erstmal so weit auch deinen Einspruch
      0:07:43–0:07:46
      bis dahin von 2. April noch ein bisschen dazu nehmen.
      0:07:47–0:07:52
      Danke für den Einstieg, Hanna. Ja, das sind viele Punkte.
      0:07:52–0:07:58
      Ihr merkt schon, es ist ein sehr komplexes Wochenende gewesen und ich würde
      0:07:58–0:08:02
      jetzt erstmal zwei Sachen machen, nämlich erstmal kurz erklären,
      0:08:02–0:08:04
      was sind eigentlich die GemeinschaftsgärtnerInnen,
      0:08:06–0:08:09
      und wie die in das Wochenende eingeflochten waren.
      0:08:10–0:08:15
      Und dann ist es natürlich richtig spannend, auf diese Fragen zu schauen,
      0:08:15–0:08:18
      die wir dort erforscht haben,
      0:08:18–0:08:23
      und die ganz exakten Ergebnisse von den Gemeinschaften vor Ort sind sicherlich,
      0:08:24–0:08:28
      wirklich nochmal einen eigenen Podcast wert, weil diese Nordhessische Struktur,
      0:08:29–0:08:32
      auch eine ganz eigene ist, die ja auch,
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      historisch gewachsen ist aus bestimmten Bedarfen heraus,
      0:08:37–0:08:42
      Und wir vorher so ein Stück weit geschaut haben, was ist denn eigentlich allgemein
      0:08:42–0:08:48
      auch in dem Feld gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung irgendwie denkbar,
      0:08:48–0:08:50
      nötig, möglich, gibt es schon etc.?
      0:08:51–0:08:57
      Also erstmal zur Rolle der Gemeinschaftsgärtnerinnen. Das ist ein von der Deutschen
      0:08:57–0:09:04
      Stiftung für Engagement und Ehrenamt gefördertes Projekt, was wir als Mäzidium durchführen dürfen,
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      wo wir jetzt insgesamt 25 Menschen begleiten da drin in einem einjährigen berufsbegleitenden
      0:09:12–0:09:17
      Lernprozess, in ihrer Rolle als Gemeinschaftsgärtnerinnen unterwegs zu sein.
      0:09:17–0:09:25
      Und das heißt, das sind Menschen, die zum Beispiel Mitglied sind in einem Mitgliederladen, in einer Solabi,
      0:09:25–0:09:30
      in irgendeiner Form von gemeinschaftsgetragener Struktur, in einem Kulturort,
      0:09:30–0:09:34
      der gemeinschaftsbasiert funktioniert, in einem Coworking Space,
      0:09:34–0:09:36
      in der Verarbeitung, wo auch immer.
      0:09:37–0:09:40
      Also es sind Menschen aus ganz unterschiedlichen Versorgungsbereichen,
      0:09:40–0:09:46
      die gemeinsam haben, dass sie gemeinschaftsgetragenen Strukturen kennen und darin aktiv sind.
      0:09:47–0:09:51
      Und das sind Menschen, die quasi nicht den Betrieb am Laufen halten,
      0:09:51–0:09:56
      also nicht das Brot backen, nicht das Gemüse anbauen, nicht die Klamotten bestellen oder Musik machen,
      0:09:56–0:10:01
      sondern die oft in dieser Rolle sind, die Gemeinschaft am Laufen zu halten,
      0:10:01–0:10:03
      die Gemeinschaft zu pflegen,
      0:10:03–0:10:08
      weil das eine Aufgabe ist, die die eigentlichen Inhaberinnen oder die eigentlichen
      0:10:08–0:10:11
      UnternehmerInnen oft auch natürlich überfordert.
      0:10:11–0:10:14
      Also das haben wir oft das Problem, dass irgendwie in gemeinschaftsgetragene
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      Betrieben alle Rollen oft auf wenige Personen fallen.
      0:10:18–0:10:24
      Und das Ziel des Ganzen ist, dass wir dieser Rolle, die es meistens sowieso schon gibt.
      0:10:25–0:10:29
      Ein Gesicht geben, eine Rollenbeschreibung geben, sie sichtbarer machen,
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      weil es ist auch oft eine unsichtbare Arbeit, die da passiert und die Menschen
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      darin begleiten, diese Rolle gut auszufüllen. Und das tun wir in diesem Jahr in vier Bereichen.
      0:10:40–0:10:44
      Das eine ist, erst mal sich dieser eigenen Rolle auch bewusst zu werden.
      0:10:44–0:10:48
      Die ist oft herausfordernd. Also die Frage, was will ich selber da eigentlich drin?
      0:10:49–0:10:53
      Welches Mandat habe ich in der Gruppe? Was ist, wenn ich so eine Gruppe auch
      0:10:53–0:10:56
      ein Stück weit an die Hand nehme und sie in diesem Prozess begleite,
      0:10:56–0:10:57
      der Gemeinschaftsbildung?
      0:10:57–0:11:01
      Und wie gehe ich mit meinen eigenen Kapazitäten gut um? Wie kann ich auch meine
      0:11:01–0:11:03
      Rolle so stärken, dass ich vielleicht an einen Punkt komme und sage,
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      hey, ich möchte auch für diese Arbeit gerne ein Stück weit entlohnt werden,
      0:11:08–0:11:11
      um nicht immer alles im Ehrenamt organisieren zu müssen.
      0:11:12–0:11:14
      Der zweite Teil ist das, was den
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      Kern ausmacht, nämlich das ganze Feld Gemeinschaft bilden und begleiten.
      0:11:19–0:11:25
      Da geht es darum, wie bereite ich eigentlich wirklich gute, verbindende und
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      ergebnisorientierte Treffen vor, moderiere und protokolliere die gut.
      0:11:29–0:11:34
      Wie schaffe ich es in der Gruppe, eine sinnvolle Entscheidungsstruktur einzuführen?
      0:11:34–0:11:39
      Wie gehe ich mit Spannungen und angehten Konflikten um und kann da Dinge lernen,
      0:11:39–0:11:45
      niedrigschwellig auch da wirksam Angebote zu machen, bevor Dinge explodieren?
      0:11:46–0:11:51
      Und wie kann ich eine Gruppe darin begleiten, eine lernende Gruppe zu sein und zu bleiben?
      0:11:51–0:11:55
      Und nicht zuletzt das Spezialgebiet von uns als MYZELIUM ist,
      0:11:56–0:12:00
      die Frage, wie kann ich das ganze Thema gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
      0:12:00–0:12:05
      wirklich stärker auch verankern, also nochmal ein Stück weit besser verstehen,
      0:12:05–0:12:09
      was heißt das eigentlich, welche Kultur, welche Paradigmenwechsel steckt dahinter,
      0:12:10–0:12:13
      wie kann ich das noch besser kommunizieren, was wir hier eigentlich mit einem
      0:12:13–0:12:15
      gemeinschaftsgetragenen Unternehmen anders machen.
      0:12:16–0:12:21
      Ganz viel auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Geld, also wie geht es mir
      0:12:21–0:12:24
      mit Geld, wie kann ich eine gute Geldkultur in meiner Gemeinschaft etablieren,
      0:12:25–0:12:29
      wie kann ich ein sinnvolles Mitgliedermodell für meine Gemeinschaft mitentwickeln,
      0:12:29–0:12:34
      wie kann ich Kommunikation und Kampagnenarbeit für mein gemeinschaftsgetragenes
      0:12:34–0:12:37
      Unternehmertum oder für die Gruppe, in der ich unterwegs bin,
      0:12:37–0:12:43
      gut gestalten und nicht zuletzt auch die ganze Kunst der Beitragsrunde vertiefen.
      0:12:43–0:12:47
      Das ist eine Lernreise, die wir machen in zwei getrennten Gruppen.
      0:12:47–0:12:52
      Eine mit einem starken Schwerpunkt auf Ernährung und Versorgung und die anderen
      0:12:52–0:12:56
      mit einem starken Schwerpunkt auf dritte Orte und Kultur.
      0:12:56–0:13:01
      Ja, vielen Dank, Karin. Ich glaube, das wird auf jeden Fall auch nicht das letzte
      0:13:01–0:13:05
      Mal gewesen sein, was wir zu den Gemeinschaftsgärtnerinnen gesprochen haben.
      0:13:06–0:13:09
      Genau, weil das Projekt wird uns ja noch länger begleiten und ich habe auch
      0:13:09–0:13:12
      total Lust, mal ein paar Gemeinschaftsgärtnerinnen oder angehende Gemeinschaftsgärtnerinnen
      0:13:13–0:13:17
      hier einzuladen und von denen auch selbst Eindrücke zu bekommen von ihrer Ausbildung. Genau.
      0:13:18–0:13:21
      Ja, und dann habe ich dir versprochen oder euch versprochen,
      0:13:21–0:13:24
      auch ein Stück weit Inhalt mal reinzugeben,
      0:13:25–0:13:30
      eher aus einem allgemeinen Blick, weniger mit ganz konkreten Ergebnissen von
      0:13:30–0:13:34
      vor Ort, weil ich finde es durchaus wert, sich diese Regionen,
      0:13:34–0:13:36
      die Ergebnisse tatsächlich nochmal extra anzuschauen.
      0:13:38–0:13:41
      Und ich finde es jetzt aber als Vorarbeit dazu richtig wertvoll,
      0:13:42–0:13:44
      einmal kurz sich die Frage zu stellen,
      0:13:44–0:13:52
      warum braucht es denn zwischen CSX-Betrieben auch irgendeine Form von gegenseitiger
      0:13:52–0:13:57
      Solidarität, gegenseitiger Absicherung und wie kann das eigentlich ganz konkret
      0:13:57–0:13:59
      aussehen und was gibt es da schon?
      0:14:00–0:14:04
      Oder was so ganz klassisch ist bei gemeinschaftsgetragenen Betrieben,
      0:14:04–0:14:08
      ist, dass das oft sehr kleine Betriebe sind mit einem sehr hohen ökologischen,
      0:14:08–0:14:10
      sozialen, idealistischen Anspruch,
      0:14:11–0:14:15
      wenig Mitarbeitenden und natürlich dem Wunsch auch gute Löhne zu zahlen.
      0:14:15–0:14:21
      Das heißt, das Verhältnis zu großen Konzernen, die Overhead-Kosten relativ hoch
      0:14:21–0:14:26
      sind, also die Fixkosten im Vergleich zu dem, was vielleicht angeboten oder verkauft wird,
      0:14:26–0:14:30
      und dass da ein wesentliches Problem drin liegt.
      0:14:32–0:14:37
      Dass der Größe, also dass es keine Skaleneffekte gibt und dass,
      0:14:37–0:14:40
      ja, Punkt, dass es keine Skaleneffekte gibt.
      0:14:41–0:14:45
      Ich benenne erst mal die Probleme und dann komme ich auf die Lösungen.
      0:14:46–0:14:50
      Ein zweites wichtiges Problem, was auch viele Solaris gerade erleben,
      0:14:50–0:14:54
      ist nach dem ersten großen Boom, ist, dass es gar nicht leicht ist,
      0:14:54–0:14:55
      die Mitglieder zu halten.
      0:14:55–0:14:59
      Solavi ist einfach auch erstmal, so wie es gerade gestrickt ist,
      0:14:59–0:15:02
      für bestimmte Milieus leicht zu erreichen, weil es ist zeitaufwendig,
      0:15:02–0:15:04
      es ist an bestimmte Tage gebunden.
      0:15:05–0:15:10
      Es braucht eine gewisse Fähigkeit, sich auf irgendeine Form von Gemeinschaft einzulassen.
      0:15:12–0:15:18
      Und das ist oft ein Problem. Dann ist es meist so, dass diese ganzen Betriebe,
      0:15:21–0:15:26
      oft von Pionierinnen gestemmt werden und wenn die wegbrechen,
      0:15:26–0:15:30
      werden diese Personen selten ersetzt und Sachen brechen zusammen.
      0:15:31–0:15:35
      Was aber auch ein Problem ist, wenn mal irgendwas dem Betrieb passiert,
      0:15:35–0:15:38
      was durch die Gemeinschaft nicht aufgefangen werden kann. Keine Ahnung,
      0:15:38–0:15:43
      der gesamte Betrieb fackelt ab und ist nicht durch eine gute Versicherung abgedeckt.
      0:15:43–0:15:49
      Dass dann es kein Netz zwischen den Betrieben gibt, um sich gegenseitig zu unterstützen und abzufangen.
      0:15:50–0:15:54
      Ein weiteres Problem sind Kosten für Räume und Boden.
      0:15:55–0:16:00
      Dass es da oft viel Geld reinschließt und es da keine Eigentumsstrukturen gibt,
      0:16:00–0:16:03
      die miteinander organisiert sind und damit Kosten sparen.
      0:16:04–0:16:09
      Und nicht zuletzt auch, je mehr Solavis entstehen, die vielleicht auch zum Beispiel
      0:16:09–0:16:14
      oder gemeinschaftsbasierte Betriebe in einem Ort entstehen, die natürlich auch
      0:16:14–0:16:18
      ein Stück weit um Menschen, Mitglieder konkurrieren.
      0:16:18–0:16:26
      Das sind so sechs Faktoren, die oft schwierig sind und die ist relativ leicht,
      0:16:26–0:16:29
      wenn man sich mal Gedanken darüber macht, abzupuffern.
      0:16:29–0:16:33
      Also die man sehr leicht abpuffern kann, wenn man sich mal Gedanken darüber
      0:16:33–0:16:35
      macht, was es dafür für Strukturen braucht.
      0:16:36–0:16:41
      Und dahinter steckt so ein Gedanke, dass es total sinnvoll ist aus ökologischen
      0:16:42–0:16:45
      und aus Krisenvorsorgegründen,
      0:16:45–0:16:51
      dass eine Region eine vernetzte Versorgungsstruktur braucht.
      0:16:51–0:16:57
      Also dass es wichtig ist, dass das Getreide, die Bäckerei,
      0:16:58–0:17:02
      der Betrieb, der die Aufstriche macht oder die Herstellung von Stoffen,
      0:17:02–0:17:08
      die Schneiderei, der Vertrieb, das Design, dass das relativ nah beieinander liegt.
      0:17:09–0:17:13
      Damit auch eine soziale Bindung entstehen kann, damit eine Kooperation entstehen
      0:17:13–0:17:16
      kann, damit wirklich so ein System entsteht von, hey, wir gucken,
      0:17:16–0:17:19
      dass wir hier gemeinsam wirklich Versorgung organisieren.
      0:17:20–0:17:25
      Und ja, und da geht es auch darum zu sehen, wo, also was braucht es da eigentlich?
      0:17:25–0:17:29
      Es gibt kaum noch Verarbeitungsstrukturen, Zwischenverarbeitungsstrukturen in
      0:17:29–0:17:30
      Deutschland, die ganzen Mühlen etc.
      0:17:31–0:17:36
      Alles weggebrochen und aber auch zu sehen, dass wenn Menschen sich zusammentun,
      0:17:37–0:17:38
      auch Strukturen entstehen können,
      0:17:38–0:17:43
      die auch Geld wieder in der Region halten, zum Beispiel wie das bei.
      0:17:45–0:17:49
      Bürgerenergiegenossenschaften zum Beispiel ist. Worum geht es?
      0:17:49–0:17:54
      Es geht darum, nicht in so eine romantische regionale Autarkie zu fallen,
      0:17:54–0:17:59
      sondern es geht zu gucken, was ist sinnvoll, regional zu organisieren,
      0:17:59–0:18:05
      und was ist sinnvoll oder notwendig, überregional zu koordinieren,
      0:18:05–0:18:09
      zu vernetzen, weil die Regionen natürlich sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen.
      0:18:10–0:18:16
      Und da wirklich aber nach dem Prinzip zu handeln, so regional wie sinnvoll,
      0:18:16–0:18:23
      so überregional wie nötig und das als ein polyzentrisches System auch sich zu denken.
      0:18:23–0:18:29
      Das heißt, überschaubare Verbünde herzustellen, in denen zum Beispiel Wissen
      0:18:29–0:18:32
      geteilt wird, Werkzeug, Infrastruktur,
      0:18:33–0:18:39
      gegenseitige Absicherung, Kapital und eigentlich auch tatsächlich die Idee,
      0:18:39–0:18:46
      wie wir es auch in der Exkursion gesehen haben, tatsächlich im Verbund Strukturen zu haben, die,
      0:18:47–0:18:49
      bestimmte Geldflüsse gar nicht mehr nötig machen.
      0:18:50–0:18:55
      Das ist sozusagen ein Spoiler für den Podcast, der vielleicht noch kommt.
      0:18:56–0:18:59
      Zu sagen, wir machen einen Verbund, das ist relativ einfach,
      0:18:59–0:19:03
      der kann als Verein organisiert sein, indem die Mitglieder gegenseitig sich
      0:19:03–0:19:05
      versprechen, sich zu versorgen.
      0:19:05–0:19:10
      Und man kann dazu gehören eine Kita, eine Tagespflege, ein Baukollektiv,
      0:19:11–0:19:14
      ein Verwaltungsbüro, ein Öffentlichkeitsbüro, was auch immer.
      0:19:14–0:19:18
      Also alles Bedarf wird innerhalb von einem System gebraucht werden und man kann
      0:19:18–0:19:23
      die einfach anbieten und untereinander quasi sich ermöglichen.
      0:19:24–0:19:27
      Das ist die klassische Verbundstruktur, die es auch international an vielen
      0:19:27–0:19:29
      Stellen gibt, wie bei Hansalin zum Beispiel.
      0:19:30–0:19:38
      Und dann hat man wie so eine Art Verbundstruktur, die natürlich nach außen hin
      0:19:38–0:19:43
      auch noch eine Bilanz hat und auch Steuern zahlt, aber nach innen ganz viel
      0:19:43–0:19:45
      miteinander organisieren kann.
      0:19:46–0:19:52
      Und wichtig ist, solche Strukturen aufzubauen, bevor alles zusammenbricht.
      0:19:53–0:19:56
      Und da gibt es bestimmte Bausteine, die ich euch kurz noch erzählen möchte,
      0:19:56–0:19:59
      die ich spannend finde. Genau.
      0:19:59–0:20:03
      Achso, ich möchte gerne noch so ein paar wesentliche Punkte benennen,
      0:20:03–0:20:08
      die ich richtig wichtig finde, die passieren sollten oder die relativ einfach zu machen sind.
      0:20:08–0:20:16
      Das erste ist, tatsächliche spürbare Entlastung im Betrieb zu schaffen durch Kooperationen.
      0:20:17–0:20:22
      Das heißt, die Fixkosten dadurch zu senken, dass gemeinsame Arbeit stattfindet.
      0:20:22–0:20:27
      Sowas wie Verwaltung, Buchhaltung, IT, Rechtsberatung, Logistik,
      0:20:27–0:20:33
      Mitgliederkommunikation, was auch immer. Also alles, was alle machen müssen sowieso.
      0:20:33–0:20:37
      Wo es aber total sinnvoll ist, dass es da vielleicht eine Person oder zwei Personen
      0:20:37–0:20:40
      gibt, die das für alle macht. Wie zum Beispiel für alle Solarwies in der Region
      0:20:40–0:20:42
      oder für alle anderen gemeinschaftsgetragenen Betriebe.
      0:20:43–0:20:48
      Und da es auch Entlastungen stattfinden, dadurch, dass es eine bezahlte Person
      0:20:48–0:20:53
      gibt auf Koordinationsebene, die guckt, was braucht es denn und dafür sorgt,
      0:20:53–0:20:55
      dass es diese Angebote auch wirklich gibt.
      0:20:55–0:20:58
      Entlastung kann auch stattfinden dadurch, dass sich verschiedene Strukturen
      0:20:58–0:21:02
      zusammentun und gemeinsam planen, was gebraucht wird. Das ist im Lebensmittelbereich
      0:21:02–0:21:06
      eigentlich relativ einfach und wird auch international an verschiedenen Stellen gemacht.
      0:21:08–0:21:12
      Und dann natürlich das System des Kommensverbundes zu denken,
      0:21:13–0:21:17
      dass wenn man Mitglied wird, zum Beispiel in der Kita, die gemeinschaftsbasiert
      0:21:17–0:21:22
      ist, in der Solawi, in einem Klamottenladen, dass die eine gemeinsame Beitragsrunde
      0:21:22–0:21:25
      machen, was den Aufwand für alle total senkt.
      0:21:26–0:21:32
      Ein Beispiel dafür ist das Solavi-Netz wäre alleine, was wir hier in der Region
      0:21:32–0:21:36
      in Nordhessen gegründet haben. Vor allem der Hannes Wüllenweber hat es ins Leben
      0:21:36–0:21:39
      gerufen aus der Einsicht, dass es diese Strukturen braucht.
      0:21:39–0:21:43
      Und ein erstes großes Projekt war zum Beispiel, Menschen einzuladen,
      0:21:43–0:21:47
      die in all diesen Solavis, in all diesen zwölf Solavis, die da Mitglied sind,
      0:21:47–0:21:51
      die einzuladen und gemeinsam eine Solavi-Botschafterin-Entschulung zu machen.
      0:21:52–0:21:56
      Und die sind alle gemeinsam losgezogen, um für das Prinzip Solavi und für die
      0:21:56–0:22:01
      jeweiligen Solavis Werbung zu machen und damit auch Spaß und Gemeinschaft zu
      0:22:01–0:22:02
      schaffen in dieser Unterstützungsstruktur.
      0:22:03–0:22:08
      Das Zweite ist, wirklich konkrete Absicherungen zwischen den Betrieben möglich zu machen.
      0:22:08–0:22:14
      Dazu gehören solche Sachen wie Risikofonds, wo Hansa Lim zum Beispiel so eine
      0:22:14–0:22:19
      Regelung hat, einen bestimmten ganz geringen Prozentsatz der Einnahmen einzusammeln,
      0:22:20–0:22:24
      und sobald ein Betrieb einen Ernteausfall.
      0:22:25–0:22:29
      Von 50 Prozent hat, gibt es ein automatisches Verfahren, dass dieser Betrieb
      0:22:29–0:22:35
      Geld bekommt, um den Verlust auszugleichen und er muss dafür nicht mal einen Antrag stellen.
      0:22:35–0:22:37
      Das heißt, es gibt nicht so eine Anfrage, mir geht es scheiße,
      0:22:37–0:22:42
      könnt ihr mir helfen, sondern es gibt einfach automatisierte Unterstützungsstrukturen.
      0:22:42–0:22:47
      Dann das klassische Prinzip, was wir kennen, Kosten, Kostendeckung und Warenpreis
      0:22:47–0:22:52
      wirklich zu entkoppeln durch Umlagefinanzierung, das auch in ein System zu bringen.
      0:22:52–0:22:57
      Das ist zum Beispiel denkbar auch in Nordhessen, wenn Erzeuger,
      0:22:57–0:23:01
      Bio-Läden, Großhandel, ich bin ganz viel im Ernährungsbereich unterwegs, wie ihr merkt.
      0:23:01–0:23:06
      Zum Beispiel gucken, gehen die diesen Schritt tatsächlich, zu gucken,
      0:23:06–0:23:10
      welche Kosten haben sie eigentlich, was bedeutet das am Ende,
      0:23:11–0:23:15
      für Preise im Laden oder auch für Mitgliederstrukturen in gemeinschaftsgetragenen
      0:23:15–0:23:20
      Läden, aber untereinander auch durch eine gemeinsame Beitragsrunde ihre Kosten
      0:23:20–0:23:21
      auch miteinander decken.
      0:23:21–0:23:27
      Und nicht zuletzt zu gucken, wie schaffen wir es, Boden aus Privateigentum und
      0:23:27–0:23:29
      Profitmaximierung rauszuholen.
      0:23:29–0:23:34
      Da gibt es viele Anteziwi, Bioboden etc.
      0:23:38–0:23:38
      Das,
      0:23:40–0:23:47
      dritte ist, und auch das letzte, ist die Beziehungsarbeit und die Bindung und
      0:23:47–0:23:48
      die Verbindlichkeit untereinander.
      0:23:49–0:23:53
      Und deswegen auch das Regionale. Regional sich zu kennen gegenseitig ist einfach,
      0:23:54–0:23:59
      das A und O, füreinander einzustehen und ein gemeinsames Versorgungsversprechen
      0:23:59–0:24:01
      wirklich auch einzugehen,
      0:24:01–0:24:04
      und dann aber auch so gestufte Mitgliedschaften zu ermöglichen,
      0:24:04–0:24:07
      Also nicht gleich komplett irgendwie alles mitmachen zu müssen,
      0:24:07–0:24:11
      sondern auch erstmal nur eine kleine Sache irgendwie mitzumachen und da drin
      0:24:11–0:24:14
      in dieser Verbindung auch eine gute,
      0:24:15–0:24:16
      Governance-Struktur zu haben,
      0:24:16–0:24:20
      die konfliktsfähig ist und die es möglich macht, Rollen zu ersetzen.
      0:24:21–0:24:24
      Ich möchte euch jetzt ganz kurz noch zwei Minuten einen Überblick geben,
      0:24:24–0:24:29
      was eigentlich gerade schon entsteht in Deutschland, weil in diesem Feld CSX
      0:24:29–0:24:32
      Regionalentwicklung ist wirklich viel Bewegung drin, wie Hannah schon gesagt hat.
      0:24:34–0:24:38
      Und wir sind da mit MYZELIUM nicht alleine. Das ist ganz wichtig zu sehen.
      0:24:38–0:24:42
      Im Bereich Beratung und Gründung gibt es natürlich auch das Netzwerk Solidarische
      0:24:42–0:24:45
      Landwirtschaft, was gerade für Solaris
      0:24:45–0:24:48
      auch sehr viel Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufgebaut hat.
      0:24:49–0:24:56
      Und es gibt das CSX-Netzwerk, was auch zunehmend Beratung und so eine Art Losenstelle
      0:24:56–0:25:02
      übernimmt, um Menschen an die richtige Stelle zu bringen, die gerne CSX voranbringen wollen.
      0:25:03–0:25:11
      Es gibt ganz spannende Projekte im Bereich Geld und Boden und Eigentum.
      0:25:11–0:25:16
      Da gibt es die Regionalwelt AGs, es gibt Kulturland, Bioboden und ganz neu auch
      0:25:16–0:25:19
      die Stiftung Gemeinschaft getragen, die es sich zum Ziel gesetzt hat,
      0:25:19–0:25:22
      Strukturen und Infrastruktur mit aufzubauen.
      0:25:23–0:25:26
      Die Gemeinschaftsgetragenswirtschaft möglich machen. Schaut euch da die Webseite mal an.
      0:25:27–0:25:31
      Und es gibt tatsächlich auch viele regionale Verbünde.
      0:25:31–0:25:36
      Also neben dem Freien Fluss im Wendland oder auch dem Freien Fluss hier zwischen,
      0:25:36–0:25:39
      den nordhessischen Kommunen,
      0:25:39–0:25:42
      die ich vorhin als Verbünde bezeichnet habe,
      0:25:43–0:25:48
      gibt es auch in Freiburg gerade ein spannendes Projekt, das KEWI-Projekt,
      0:25:49–0:25:53
      wo neun Betriebe sich zusammenschließen, um miteinander solidarisch zu wirtschaften
      0:25:53–0:25:58
      und da erste Experimente miteinander machen, über die einzelnen Betriebe hinaus
      0:25:58–0:26:00
      wirklich solidarische Strukturen aufzubauen.
      0:26:01–0:26:07
      Und nicht zuletzt das Netzwerk in München, was sich um eine alteingesessene Genossenschaft, die,
      0:26:08–0:26:12
      die Tagweltgenossenschaft bildet, mit der Frage, wie können wir auch da über
      0:26:12–0:26:17
      gemeinschaftsgetragene Strukturen eigentlich die regionale Bioversorgung auf
      0:26:17–0:26:18
      stabilere Füße stellen.
      0:26:20–0:26:23
      Das nochmal dazu. Also es passiert ganz viel. Wenn ihr Fragen dazu habt,
      0:26:23–0:26:26
      meldet euch gerne, wenn ihr da mehr darüber wissen wollt.
      0:26:26–0:26:31
      Da gibt es ganz tolle Dinge, wo man sich einbringen und mitmachen kann.
      0:26:32–0:26:36
      Ich glaube, ihr habt alle gehört, dass da wahnsinnig viel Wissen erstmal da
      0:26:36–0:26:40
      ist, viel Erfahrungswissen da ist, viele Strukturen auch schon da sind.
      0:26:41–0:26:46
      Genau. Und gleichzeitig sie oft noch nicht sichtbar sind, also für eine größere
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      Öffentlichkeit und auch gerne noch weiter wachsen dürfen, damit wirklich auch,
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      mehr Menschen in so eine solidarische Verwörung miteinander reinkommen.
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      Und wenn ihr jetzt das Gefühl habt, es drängt eure Vorstellungskraft,
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      was ihr gerade gehört habt, dann ist das ganz normal und.
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      Wurde auch so geteilt bei der Ernte ganz oft, am Ende dieses Ökosystemtreffens,
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      dass einfach ganz viele neue Einblicke und neue Erfahrungs- und Vorstellungsräume
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      da eröffnet wurden und das war wirklich reich zu erleben.
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      Und deshalb bedanke dir Karin erstmal an dieser Stelle für deinen Wissensschatz,
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      den du hier einmal zusammengefasst in der Essenz auch zugänglich gemacht hast,
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      den Hörerinnen und Hörern.
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      Und jetzt, genau, werde ich euch einladen auf eine kleine Reise zurück in die
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      Wegwarte in den September, in den 20.
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      September hinein, wo wir uns gemeinsam nochmal miteinander in den Kreis gesetzt
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      haben und gefragt haben, was waren eigentlich die Chatsse, was habt ihr mitgenommen?
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      Und das war einerseits, wir durften das sozusagen auch an einem Schatz,
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      den sie tatsächlich auf dem Weg, aus den Exkursionen mitgenommen hatten,
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      noch mal symbolisch in die Mitte legen, was sie denn für sich so einsammeln
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      durften über dieses Wochenende. Und das sind ganz bewegende.
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      Beiträge, die wir euch jetzt einmal als Video-Mitschnitt hier zur Verfügung
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      stellen, zum Reinhören und,
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      ja, um ein Gefühl zu bekommen, was wir da miteinander erlebt haben und euch
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      natürlich Lust zu machen, auch näher zu kommen an uns heran und vielleicht beim
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      nächsten Ökosystemtreffen 2027 auch mit dabei zu sein.
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      Ja, Karin, erstmal danke an dieser Stelle. Wir verabschieden uns jetzt mal und
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      ich leite über in den Audio-Mitschnitt der Ernte.
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      Mit den anderen zu teilen, was ihr mitnehmt an Erkenntnis, an offenem Ende,
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      an Klarheit, was auch immer es ist.
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      Mit den anderen zu teilen, eine Sache, versucht euch wirklich auf eine Sache
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      zu beschränken und wie ihr geht.
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      Das könnt ihr noch dazu lehnen. Also wirklich für jede Person eine Espresso ist dann. Nein.
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      Eine Sache. Naja. Genau.
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      Ich fange mal an. Okay? Gut.
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      Wir geben wieder das Mikro rum. Vielleicht nutzen wir es als Podcast,
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      vielleicht auch nicht. Mal gucken, wie intim das hier wird.
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      Und wie, genau. Wie intim das ist. Aber was...
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      Also was mein Schatz ist, wirklich dieses Wochenende, ist, dass nochmal ganz
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      viele neue Leute auch, also dass ich viele ganz neue Leute kennenlernen durfte
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      und die auch jetzt wieder, genau, und wir diesen Schatz heben durften, gestern auch so viele,
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      ja, so unsere eigene Vorstellungskraft zu erweitern, in dem wir diese Kommunenarbeit
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      auch kennengelernt haben. Und ich glaube, das...
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      Mit euch erlebt zu haben und dann wieder, dass das raus in die Welt darf.
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      Also, dass das möglich ist und dass ihr das mitnehmt.
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      Das ist so mein großer Schatz, mit dem ich hier rausgehe.
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      Das ist eine Pusteblume, die ich nicht puste, weil dann muss ich kehrt nachher.
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      Noch fliegen sie nicht weg. Die lasse ich nachher fliegen, draußen. Und wie gehst du?
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      Richtig gut ausgeschlafen. Ich bin richtig erholt.
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      Gestern hättet ihr mich nicht fragen dürfen, aber heute geht es mir richtig
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      gut und ich bin eigentlich fit und ja, habe Energie. Cool.
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      Ich habe mein Blatt draußen vergessen.
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      Der Louis hat mir nämlich ein wunderschönes Blatt und da hing eine Frucht dran.
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      Und ich fand, das ist so bedeutend, weil ich gehe auch mit so einer reichen
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      Ernte und so einer Fülle mit nach Hause. Genau.
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      Und das wäre jetzt mein Gegenstand, den ich da hingegangen hätte.
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      Aber jetzt nehme ich den mit nach Hause, weil der liegt nämlich neben meinem Rucksack.
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      Und ich gehe wirklich mit ganz vielen Eindrücken nach Hause und ich glaube,
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      ich brauche auch noch die nächsten Tage und Wochen, um das alles zu verarbeiten.
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      Im wahrsten Sinne des Wortes, weil ich auch so viele tolle Aufnahmen von euch
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      gemacht habe und so viele Projektideen dann auch gehört habe.
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      Und obwohl ich nur so kurz da war, fand ich, das war wirklich so ein ganz erfrischendes
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      Wochenende. Also eigentlich waren es ja nicht mehr als 24 Stunden, die ich hier war.
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      Aber ich gehe auf jeden Fall erfüllt und bin froh, dass ich euch alle kennengelernt habe.
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      Ja, ich habe hier ein Strauß Kleeblätter. Die sehen alle unterschiedlich aus.
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      Und für mich war das so die Metapher für die Gemeinschaft, die auch ganz bunt
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      ist und wie wir auch ganz bunt hier reingewürfelt sind. Genau, und ich gehe...
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      Ja, mit einem reichen, ja, reich beschenkt von auch den Eindrücken,
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      die wir hatten, auch gestern in den Kommunen.
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      Ich fand, das war so richtig, auch gerade so die gemeinsame Ökonomie und das
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      Geld zusammenwerfen, das hat mich echt nochmal richtig, ja, auf einer anderen
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      Ebene abgeholt, ganz tief im Herzen, genau.
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      Und ich will mich auch bei euch bedanken, wie toll das hier mit euch geklappt
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      hat, wie toll ihr euch alle eingebracht habt, wie das mit den Diensten so wirklich,
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      richtig auch entlastend war für uns.
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      Genau. Ja, und freue mich, das Wochenende mit euch gemacht zu haben.
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      Achso, ich muss das noch erleben.
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      Das ist vielleicht eine ganz gute Überleitung. Ich habe auch ein Kleeblatt,
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      das sieht jetzt nicht mehr so gut aus, weil es ist aus Niederkaufungen.
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      Mein Bestes getan, in meiner Tasche habe ich es mit mir rumgetragen und das habe ich.
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      Aus einem Bereich, wo der Asphalt so aufgebrochen ist, wo so ein bisschen Erde
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      sich angesammelt hatte und war für mich so ein Symbol, vielleicht Strukturen aufzubrechen.
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      Und es war einfach so ein schönes Bild in diesem Ort, wo so viel passiert,
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      Gemeinschaft passiert und auch schon so lange, dass ich da gedacht habe, das nehme ich mit.
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      Und das ist auch das, glaube ich, was ich mitnehme, weil ich ja selber in einem
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      Wohnprojekt lebe. Ich habe hier so viel gelernt, weil ich auch die Orte da gestern erleben konnte.
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      Und auch jetzt hier so in dem ganzen Hosting-Prozess heißt es,
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      oder im Hosting, habe ich sehr, sehr viel gelernt.
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      Genau, und bin da sehr dankbar.
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      Ich glaube, ich nehme das. Hier in der Wegwarte im Garten, wenn man da guckt,
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      da gibt es eine Spirale und die ist aus dem Gras so geflochten.
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      Nur muss man sich vorstellen, dass hier noch überall quasi die Enden in der
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      Erde drin sind und sich dann in so einer Spirale anordnen.
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      Und das fand ich einfach ein wunderschönes Bild, was von dem,
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      was hier passiert ist. dieses Wochenende, dass alle ihre eigenen Wurzel und
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      mit ihrem eigenen hierher gekommen sind und sich das als so ein Netz verflechtet.
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      Und genau, ich beschäftige mich auch viel mit Ästhetik und habe gemerkt,
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      dass das im Leben einen sehr hohen Stellenwert hat, nachdem ich es lange verbannt
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      habe, auch aus meinem Leben.
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      Und habe gemerkt, dass da so eine ganz, habe gelernt jetzt am Wochenende,
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      dass hier so eine ganz eigene Ästhetik auf einer ganz anderen Ebene als dieser
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      visuellen entsteht, die wunderschön ist, herzerwärmend.
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      Ja, ich habe ein Wegerichblatt, Breitwegerich, das ist ja eine sehr starke Heilpflanze.
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      Und ich mache ja auch so Wildkräuterwanderungen und da sage ich immer,
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      der Wegerich wacht über die Wege.
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      Er hilft bei allem, was dem Wanderer zustoßen kann.
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      Und in diesem Sinne möchte ich dieses Wegerichblatt auch als Symbol verstehen,
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      dass er über unsere Wege wachen möge, die wir jetzt gehen.
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      Und ich gehe auch mit der Aussicht, dass sich da Wege geöffnet haben für mich.
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      Ja, ich habe unterwegs ein Stöckchen aufgelesen, was so an vielen Stellen irgendwer
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      oder irgendwas schon ziemlich glatt geschubbelt haben.
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      Und ich habe gemerkt, dass jetzt im Laufe des Wochenendes hat sich mein Verständnis
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      und meinen Wirtschaften deutlich geschärft.
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      Und dennoch hat es noch so ein paar kleine Ecken und Brüche und so,
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      wo halt die anderen Ästchen vorher dran waren.
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      Und was ich für mich mitnehme ist, dass ich einfach total Lust habe,
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      für mich selber, in mir selber so manche Themen noch zu schärfen.
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      Wie zum Beispiel, ich hatte es eben in der Kleingruppe schon erzählt,
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      wie das Thema Geldarbeit.
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      Ja, und deswegen lasse ich diesen kleinen Stock jetzt hier.
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      Ja, ich habe ja eine kleine Dolde herbstlich vertrocknet und es hat mich schon
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      ganz schön angestrengt,
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      da ich mit den Themen jetzt so nicht so in der letzten Zeit umgegangen bin und,
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      fand ich dann doch teilweise sehr trocken,
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      wie dieses Geäst hier.
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      Aber jetzt immer mehr habe ich jetzt feststellen können, wie viel Potenzial
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      in den einzelnen vertrockneten Samen drin ist.
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      Und ich habe total Lust gekriegt, die jetzt der nächsten Zeit zu wässern,
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      diesen trockenen Stoff zu wässern und daraus blühende Samen.
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      Glühende Pflanzen wachsen zu lassen. Ja, da freue ich mich schon drauf.
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      Bin sehr zuversichtlich, dass schöne Sachen entstehen können. Danke.
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      In den Gesprächen mit den Teilnehmern hier auf dem Treffen und eben gestern
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      in den Besuchen der beiden Gemeinschaften ist mir klar geworden,
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      wie viele Inseln des Neuen es eigentlich gibt.
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      Und das empfand ich als unglaublich ermutigend.
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      Und jede Initiative, all das steht ja eigentlich für dieses Neue schon.
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      Und jede einzelne Insel wird eine Säule sein, wenn das Alte wegbricht.
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      Und ich habe die Nuss gewählt, weil es letztendlich geht um Fülle und ein gutes Leben für alle.
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      Und das schaffen wir gemeinsam mit jeder neuen Insel. Ich habe drei Blätter.
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      Ein Blatt ist ein altes Blatt. Das andere, das ist eins im Herbst,
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      das ist für mich die Gegenwart. Das andere ist das, was entstehen möchte.
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      Und ich habe sie mit einem Grasfaden zusammengebunden, weil sie alle miteinander verbunden sind.
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      Und das, was mich am meisten überrascht hat, ist, wie viel Vergangenheit ich
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      hier für mich gefunden habe.
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      Also ich war schon mal bei den Gastwerken. Ich habe gemerkt,
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      wie gut es mir tat, da dort hinzukommen und einen Abschluss zu finden für Sachen,
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      die in der Vergangenheit liegen.
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      Und besonders beschenkt fand ich mich durch die Band, die gestern gespielt hat.
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      Weil ich habe gemerkt, da kamen viele Gefühle hoch, die ich schon kenne,
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      aber die ich gerade nicht mehr fühle.
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      Und ich merke, diese Gefühle zu fühlen und auch dann zu handeln gibt super viel
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      Energie. Also ich bin richtig gedankbar dafür.
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      Aber ich finde alle drei Sachen cool, dass sowohl Vergangenheit,
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      Gegenwart und was entstehen kann, hier ist eine schöne Kombination.
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      Boah, ich finde es echt schwer, Worte zu finden. Ich fühle mich auch so reich,
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      beschenkt und bin immer wieder so, das ist so witzig, weil ich immer wieder
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      so überrascht davon bin.
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      Also ich kenne das Mycille eben jetzt ja schon länger und Hannah noch länger
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      und trotzdem bin ich immer wieder so, wow, das geht ja auch.
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      Und da geht so viel auf in mir.
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      Und ich habe gerade einen Apfel geklaut und den gegessen und sehr genossen.
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      Und dann dachte ich so, oh shit, jetzt muss ich echt dringend zurück.
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      Und dann war am Ende eben noch so ein Kern übrig.
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      Und irgendwie finde ich, hatte das so was Schönes, Zyklisches,
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      sondern wieder Erinnern und eben dieses, was Helga auch vorhin gesagt hatte,
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      was mich auch so berührt hat, dieses, wir geben der Erde auch was zurück.
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      Und irgendwie, ich habe jetzt einen Apfel gegessen und dann habe ich die Kerne
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      wieder in die Wiese geworfen und einen habe ich euch jetzt mitgebracht.
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      Ja, dass eben aus diesem vergänglichen oder Toten oder Sterbenden,
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      dass da eben auch dieser inhärente Impuls wieder da ist.
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      Und das ist was, was mir irgendwie sehr viel Hoffnung gibt bei all dem Schmerz oder so.
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      Diese Kraft, ja.
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      Ja, ich gehe auch sehr dankbar und sehr inspiriert von den ganzen Gesprächen,
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      die ich hier führen durfte mit euch allen.
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      Also ja, es hat mir irgendwie sehr viel gegeben und ich konnte mich auch so voll drauf einlassen.
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      Also danke an euch alle und auch so viele tolle Projekte, die halt irgendwie
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      schon umgesetzt werden an so vielen verschiedenen Stellen und auch die ganzen
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      Verbindungen, die schon da sind, die man hier auch wieder finden kann.
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      Also ich glaube, es war einfach so ein sehr guter Raum oder es sind einfach,
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      es kommen immer die richtigen Menschen zusammen und das finde ich so schön hier
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      zu sehen und ja, auch was, was ich gern weiterspinnen würde.
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      Deswegen danke dafür auch, also dass es so ein Raum ist, wo man sich eben wohlfühlen kann.
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      Genau. Ich habe leider nichts draußen gesucht und gefunden, aber ich habe von
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      Hanna ein Klärblatt bekommen.
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      Danke, Hanna.
      0:40:18–0:40:22
      Ja, und auch gestern in den Projekten habe ich nochmal gemerkt, was es alles schon gibt.
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      Es war mir gar nicht bewusst, auf wie vielen Ebenen gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften
      0:40:27–0:40:30
      schon umgesetzt wird und wie ganzheitlich, wir sprechen ja immer über dritte
      0:40:30–0:40:35
      Orte, aber das sind wirklich schon dritte Orte oder das ist für mich,
      0:40:35–0:40:36
      was dritte Orte sein sollen.
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      Und diese Toleranz und Offenheit, die dort auch gelebt wird,
      0:40:40–0:40:47
      das wünsche ich mir sehr für unsere Welt, die kommt, nachdem die Alte zerfallen ist.
      0:40:48–0:40:51
      Ja, ich habe diesen Löwenzahn mitgebracht.
      0:40:53–0:40:56
      Als ich hier rausgegangen bin, da war der in voller Blüte. Ich war total überrascht,
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      dass der jetzt im September hier so in voller Blüte mir so entgegenkommt. Den nehme ich jetzt mit.
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      Und für mich ist ja der Löwenzahn so das typische Bild, wo eine Pflanze,
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      so ein zartes Pflänzchen, den Asphalt durchbricht.
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      Und das finde ich unheimlich stark und beeindruckend. Und während ich hier mich
      0:41:17–0:41:21
      so hingesetzt habe und da nochmal drüber nachgedacht habe, habe ich gesagt, ja und?
      0:41:21–0:41:26
      Vorher liegt ein Samen unterm Asphalt, der hat vielleicht,
      0:41:27–0:41:31
      ja der hat irgendwann mal das Tageslicht gesehen, Aber hat er eine Erinnerung,
      0:41:32–0:41:37
      was bewegt ihn unterm Asphalt, in die Kraft zu kommen und zu wachsen und so
      0:41:37–0:41:40
      eine Kraft zu entwickeln, den Asphalt zu durchbrechen?
      0:41:40–0:41:44
      Und das ist so das, was ich hier spüre, dass wir Samenkörner sind,
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      die ja unter einer dicken Asphaltfläche vielleicht sind und eigentlich keine
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      wirkliche Ahnung haben, wo wir rauskommen und wir gehen den Weg und wir machen es.
      0:41:57–0:42:02
      Und das war überall zu spüren und das hat mich sehr berührt und das nehme ich mit.
      0:42:03–0:42:11
      Ja, ich habe draußen dieses wunderschöne und auf den ersten Blick so unscheinbare,
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      Kraut entdeckt, was sich so verzweigt und so kleine Blütenansätze hat und,
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      eben auch aus dem Asphalt rauskam. Magst du das für mich da hinlegen?
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      Das aus dem Asphalt überall rauskommt und an den Grenzen so zwischen Asphalt und Wiese.
      0:42:30–0:42:36
      Und ja, da stecken für mich so ganz viele Bilder drin. Irgendwie das MYZELIUM
      0:42:36–0:42:40
      und die Projekte hier, die Menschen, die ich hier kennenlernen durfte,
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      die so an ganz unterschiedlichen Stellen wirken und sprießen.
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      Und auch ein, ich weiß nicht, wer das gestern geteilt hat in dieser ersten Ernterunde,
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      auch das, was wir in den Projekten kennenlernen durften gestern,
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      diese Berührungspunkte dann,
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      wenn sich in einem Betrieb die Menschen von in der Gemeinschaft und von außen
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      begegnen, dann hat irgendjemand dieses Bild aus der Permakultur reingebracht,
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      das eben gerade an den Grenzen so die größte Vielfalt ist.
      0:43:08–0:43:13
      Elgert, danke. Ja, und das nehme ich auch so, also damit gehe ich auch so ein
      0:43:13–0:43:20
      bisschen jetzt wieder zurück in mein Projekt mit so einer neuen Zuversicht oder
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      Inspiration auch aus dem Treffen.
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      Die Grenzen, wo ich dann oft eher, das ist eher der Ort, wo ich dann ein bisschen
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      frustriert bin und da so mit diesem Blick, okay, und was steckt hier für ein
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      Potenzial auch drin für so Vielfalt und Wachstum und Begegnung.
      0:43:37–0:43:40
      Ich möchte mich bedanken, dass wir an diesem schönen Ort sein konnten.
      0:43:40–0:43:47
      Ich war ganz neugierig, die Wegwarte hier kennenzulernen und hatte heute Morgen
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      Gelegenheit der Linde, einen Besuch abzustatten.
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      Es ist ein sehr schöner grüner Ort, wo viele Samen offensichtlich gelegt wurden,
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      was mich zu meiner Ackelei-Blüte bringt, wenn man genau hinhört. Da raschelt es drin.
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      Da sind versteckte Samen, die sind vielleicht noch nicht reif oder reif und
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      dürfen geerntet werden.
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      Sie sind geschützt. Das Thema Schutz in bestimmten Phasen ist auch ganz wichtig.
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      Die Natur sorgt irgendwie für alles oder vieles, also als kleine Verpackung.
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      Und von der Symbolik fand ich das schön. Wir haben so alle die gleiche Idee
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      und dann eben unterschiedliche Ausprägungen oder wie sich jeder mit seinen Potenzialen,
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      seinen Wirkraum sucht und schafft und gestaltet.
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      In diesem Sinne, vielen Dank, dass ich das Spenzilium jetzt das erste Mal so
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      in der Form und euch treffen konnte.
      0:44:44–0:44:50
      Ja, ich komme ja so ein bisschen als Vertreter des CSX-Netzwerks hier dazu.
      0:44:52–0:44:57
      Und es ist tatsächlich meine erste Netzwerkveranstaltung im MYZELIUM,
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      weil ich sehr viel mit Solarwies beschäftigt bin und CSX-Initiativen und da ist,
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      mein Kontingent an Netzwerkveranstaltungen eigentlich traditionell ganz gut gefüllt.
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      Ich finde es jetzt aber richtig schön für mich persönlich jetzt hier gewesen
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      zu sein, auch als einfacher Teilnehmer, der jetzt irgendwie keine Agenda irgendwie
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      hatte, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, mit wirklich vielen.
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      Also auch mit vielen Menschen in Kontakt gewesen zu sein und dafür auch die Muße gehabt zu haben.
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      Und gleichzeitig hat sich durch die Besuche auch nochmal jetzt der Gastwerke
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      und der Kommune Niederkaufungen, die ich schon länger kenne auch und mit deren
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      Akteuren, ich auch schon viele Jahre irgendwie,
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      gemeinsam hirne, ja, was machen wir da eigentlich und wo geht es hin,
      0:45:43–0:45:47
      dass sich das auch durch den zweiten Besuch und auch da nochmal vertieft hat
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      und nochmal gesetzt hat und ich darin eigentlich auch nochmal nur weiter darin
      0:45:51–0:45:53
      die Bestätigung finde, dass das, was wir hier tun,
      0:45:55–0:45:56
      genau richtig ist.
      0:45:57–0:46:02
      Weil wir stehen einfach auf allen Ebenen nach Verbindung in einer Welt,
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      die uns quasi grundsätzlich versucht, auseinanderzudividieren und zu entfremden.
      0:46:08–0:46:12
      Natürlich jetzt nicht immer, ich will keine pauschale Aussage, aber so tendenziell.
      0:46:13–0:46:21
      Von daher, ich gehe total satt und dankbar und glückselig, hier das alles miterlebt zu haben.
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      Und freue mich, dass wir da, also ich mag wirklich dieses Bild,
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      das mit Seels ist richtig stimmig auf allen Ebenen und genau,
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      von daher fahre ich mit großer Dankbarkeit.
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      Also ich habe ziemlich viel Durcheinander und Aufregung noch im Kopf und es
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      dauert sicher noch eine Weile, um das zu sortieren.
      0:46:43–0:46:48
      Aber was ich hier wirklich mitnehme, ist zu sehen, wie sich die Ökonomie in
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      den letzten Jahren, also das Denken in der Ökonomie in den letzten Jahren weiterentwickelt
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      hat, wo ich nicht so intensiv hingeschaut habe.
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      Und das fasziniert mich. Und ich habe, glaube ich, auch noch nie so eine fruchtbare
      0:47:05–0:47:10
      Verbindung zwischen ökonomischem Denken und der Praxis gesehen.
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      Und das ist gar nicht so einfach, weil Wirtschaft ist sehr komplex und kompliziert.
      0:47:18–0:47:23
      Und irgendwie das Denken für die Praxis fruchtbar zu machen, das ist sehr schwierig.
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      Und ich habe hier in den vergangenen Tagen öfters das Wort Narrativ gehört.
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      Also ich glaube, dass es wichtig ist, das schwierige Denken zu übersetzen,
      0:47:35–0:47:41
      dass es dorthin kommt, wo es gebraucht wird in der Praxis, also dass es verständlich gemacht wird.
      0:47:41–0:47:45
      Und deswegen habe ich auch diesen Zweig hier, weil das sieht aus wie ein kleiner
      0:47:45–0:47:52
      Baum Und was ich gerne in Zukunft noch mehr machen möchte, ist die Welt erklären.
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      Und da habe ich auch im Mini-Format so eine kleine Welt schon.
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      Und ich hoffe, dass ich das noch mehr hinbekomme, damit die Welt zu erklären.
      0:48:00–0:48:06
      Und ja, Aufregung habe ich auch deshalb, weil ich, also ich habe mich in den
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      letzten Jahren viel mit der gesellschaftlichen Spaltung beschäftigt.
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      Und das hat mich auch sehr geschmerzt und ich habe aber irgendwann gesehen,
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      dass es auf beiden Seiten der Spaltung eben Themen gibt, die ganz,
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      ganz stark verbinden und das ist das, was wir hier machen.
      0:48:25–0:48:30
      Also und ich glaube, das hat man jetzt gar nicht so gemerkt,
      0:48:30–0:48:35
      dass hier sich das, wie stark sich das verbindet, was in den letzten Jahren
      0:48:35–0:48:36
      sich so auseinanderdividiert hat.
      0:48:37–0:48:43
      Also das habe ich vielleicht mehr gemerkt als andere, manche andere und das
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      berührt mich sehr. Und ja, ich bin auch sehr aufgeregt, weil das was Besonderes ist.
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      Ich habe gestern, als wir da zusammen gesessen haben im Hof,
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      auf dem zweiten Hof in der großen Runde, hatte ich irgendwie so einen kleinen
      0:48:58–0:49:02
      Holzklotz auf dem Boden gefunden, den die ganze Zeit mitgetragen,
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      als wir die Führung hatten.
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      Und irgendwie hat er ja keine Ahnung, ob ich dann so ein bisschen an dieses,
      0:49:08–0:49:10
      Skimming oder Stimming-Instrument gedacht.
      0:49:10–0:49:13
      Es hat auf jeden Fall irgendwie mitgearbeitet, es hat in meinem Kopf gearbeitet
      0:49:13–0:49:19
      und irgendwie in meiner Hand auch und ja, also deswegen, den lege ich da gleich
      0:49:19–0:49:20
      hin, aber ich nehme den auf jeden Fall mit.
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      Ja, ist total inspirierend, total gut, total ja, wie so ein bewusstseinserweiternder
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      Trip war das hier für mich.
      0:49:32–0:49:33
      Ja.
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      Danke für diese großartige Energie. Ich bin tatsächlich sehr müde,
      0:49:44–0:49:47
      aber mit sehr viel Energie, die mich noch lange tragen wird.
      0:49:49–0:49:54
      Ich mag sehr, dass das hier ein Raum ist, wo man sein kann, mit dem was ist
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      und wo wir Lösungen finden, statt Probleme zu wälzen.
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      Ich habe einen Keks mitgebracht, weil ich auch ein Gespräch hatte und keine
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      Zeit rauszugehen. Das ist sehr, sehr ernährend hier für mich. Danke dafür.
      0:50:09–0:50:13
      Ich habe mir hier diese Samen von der Klette mitgenommen, das ist da irgendwie,
      0:50:13–0:50:17
      so einfach angesprochen, habe mir auch gar nichts groß dabei gedacht und jetzt
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      kam mir irgendwie so, es ist irgendwie,
      0:50:19–0:50:23
      wie so eine Marke, die man so hinsteckt und sagt, ja, jetzt geht es los,
      0:50:23–0:50:26
      jetzt passiert was, jetzt passiert richtig der Wandel und,
      0:50:27–0:50:30
      es war auch irgendwie so, davor war ich so, aha, okay, ja, gut,
      0:50:30–0:50:34
      es gibt hier irgendwie so Gemeinwohlökonomie, gemeinsames Wirtschaften und,
      0:50:34–0:50:38
      das soll funktionieren oder so, war schon so Skepsis da und jetzt,
      0:50:38–0:50:41
      nee, so das Wochenende hat mir auf jeden Fall Hoffnung auf mehr gemacht und
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      gezeigt, ja, es funktioniert, es ist nicht nur Utopie, sondern wird gelebt und
      0:50:46–0:50:48
      es ist Realität und funktioniert.
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      Und ja, ich glaube, es sind einfach spannende Zeiten, die so vor uns liegen
      0:50:53–0:50:57
      und ich glaube, es geht in die genau richtige Richtung und ja, ich würde sagen,
      0:50:58–0:51:03
      alle weiter so machen und noch größer werden, alle mit ins Boot holen und dann
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      können wir das auch irgendwie schaffen.
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      Ja, und ich fahre auf jeden Fall sehr genährt auf unterschiedlichen Ebenen,
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      aber bin auch ganz schön platt und voll irgendwie mit allem,
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      genau, bin aber auch voller Dankbarkeit.
      0:51:23–0:51:31
      Ja, ich finde es auch total wertvoll und finde es auch ein bisschen ulkig,
      0:51:31–0:51:33
      wenn ich mich selber so beobachte, wie ich,
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      mit so einem kritischen Kopf irgendwie so selbst hierher komme oder gerade so
      0:51:40–0:51:43
      ein bisschen mich so abgeschottet von meinen Gefühlen so fühle.
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      Deswegen fand ich das gestern mit den Beuteln auch sehr berührend.
      0:51:48–0:51:53
      Ja, so Musik, die ich eigentlich so von den Klängen her total mag, diese Akustik und so.
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      Und dann so wie mal so nicht, ja, was drüber gelegt wird oder was schön geredet wird, was so ist.
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      Ja, ich glaube, ich trage ziemlich viel Weltschmerz und weiß bis jetzt nicht,
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      ob ich das alles so rauslasse oder so.
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      Manchmal denke ich nicht. Das ist schon mal wie so ein Vulkan an Gefühlen,
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      der irgendwann vielleicht mal ausbricht.
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      Wenn ich mich so selbst so kontrolliere oder so, enthalte mich da so einer verkopften
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      Kontrolliertheit, glaube ich.
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      Und habe sehr viel, was mir das gegeben hat, sehr viel Offenheit zuzuhören,
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      mich selbst zu reflektieren, selbstkritisch und nach außen sehr kritisch zu sein.
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      Und was mir hier auffällt, ist, dass ich sehr viel.
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      Authentizität, Wahrheit und so ein tiefes Gefühl nach oder,
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      Sehnsucht nach Verbundenheit und so eine Aufrichtigkeit, so eine Ehrlichkeit
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      spüre und das gibt mir Mut und für Morgentor unseren Ort haben wir noch kein
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      Logo und dann habe ich gestern sowas hier gefunden,
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      die Frucht eines Ahorns, ja wenn ich mich nicht täusche und gestern ist es dann
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      so in der Mitte zerknackst und dann war es auch irgendwie weg, aber,
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      Da war das noch tropfenförmiger in der Mitte, weil diese beiden Flügel noch näher zusammenkamen.
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      Und ich fand auch gerade diese, also es ist keine Balance, sondern es ist irgendwie
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      das eine, es ist größer und kleiner, aber es ist auch irgendwie so aufstrebend.
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      Und ja, da sind auch wie so Wurzeln, wenn man so hinschaut.
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      Und es ist voll krass, einfach irgendwie selbst dieses kleine Gebilde,
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      das ist irgendwie so ein Kunstwerk der Natur. Und ja, dass das erhalten bleibt.
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      Und vielleicht lässt sich daraus ja ein schönes Bild für unseren Ort daraus
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      ableiten. Ja, gerade in diesem Tropfen und Tau.
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      Ja, fand ich sehr schön.
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      Ja, danke für uns.
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      Dankeschön. Ich habe auch keinen Gegenstand von draußen erholen können,
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      aber ich habe ein Herz aufgemalt.
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      Für mich war das Treffen ein besonderes Treffen, weil ich die letzten fünf Jahre
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      das MYZELIUM mit aufgebaut habe, mit gestaltet habe und darin gearbeitet habe.
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      Und dieses Jahr das erste Jahr ist, wo wir uns in Verbundenheit getrennt haben.
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      Und dieses Treffen jetzt das erste Treffen nach unserem Abschied war eigentlich.
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      Und genau und für mich ist es ein Experimentieren, wie mit dem verbunden bleiben,
      0:54:26–0:54:33
      was wir aufbauen alle zusammen und trotzdem so in der großen weiten Welt meinen eigenen Weg zu finden,
      0:54:34–0:54:39
      und was es braucht und hier zurückzukehren habe ich vor allem auch deshalb gemacht,
      0:54:39–0:54:42
      um die Verbindung, die wir haben, irgendwie zu pflegen und,
      0:54:43–0:54:48
      zu erfahren eigentlich wieder und dafür bin ich richtig voll Dankbarkeit erfüllt,
      0:54:49–0:54:54
      die Verbindung, die wir haben, so spüren zu können, wenn wir wieder zusammenkommen.
      0:54:54–0:54:58
      Und das ist das, was mich auf jeden Fall die nächsten Tage, Wochen,
      0:54:58–0:55:01
      Monate tragen wird und auch Mut macht.
      0:55:03–0:55:07
      Ja, für das, was kommt und das ist so inhaltlich das, was ich mitnehme.
      0:55:08–0:55:12
      Ich habe auch über das Mycel nachgedacht, Simon. Und heute habe ich gedacht,
      0:55:12–0:55:18
      das Einzige, was an dem Mycel irgendwie vielleicht, also was wir noch anders
      0:55:18–0:55:20
      machen müssen, als das Mycel ist, noch sichtbarer zu werden.
      0:55:23–0:55:25
      Sonst auch inventiere ich mich nämlich immer sehr an der Metapher,
      0:55:25–0:55:28
      aber genau, ich glaube, wir dürfen sichtbarer werden und das ist was,
      0:55:28–0:55:31
      was ich mir auf jeden Fall mitnehme und wie ich die Verbindungen,
      0:55:31–0:55:33
      die da sind, irgendwie weiter ausweben will,
      0:55:34–0:55:37
      an ganz niedrigschwelligen Begegnungsorten, Räume zu schaffen,
      0:55:38–0:55:41
      wo wir erzählen können, wo wir unsere Geschichten erzählen können,
      0:55:41–0:55:47
      um einfach woanders neue Perspektiven zu schaffen und Impulse zu setzen,
      0:55:47–0:55:50
      über die andere Menschen vielleicht noch gar nicht nachgedacht haben.
      0:55:51–0:55:54
      Danke, Sarah. Ich glaube, das passt relativ gut.
      0:55:54–0:55:57
      Ich habe einen richtig schönen dicken Apfel, der noch ein bisschen hätte röter
      0:55:57–0:55:58
      werden können, mitgebracht.
      0:55:58–0:56:02
      Aber von denen wirklich viele unterm Baum lagen. Und für mich steht das für,
      0:56:03–0:56:06
      es ist einfach genug für alle da, auch für den kleinen Wurm,
      0:56:06–0:56:10
      der hier schon mal dran geknabbert hat. oder vielleicht kommt hier auch mal
      0:56:10–0:56:12
      das eine oder andere Reh oder ein Wildschwein oder irgendwas vorbei.
      0:56:13–0:56:16
      Das ist eigentlich genug für alle da, aber auch für die menschlichen Lebewesen.
      0:56:16–0:56:20
      Und meistens ist gerade hier in so einer Region sogar eine Überfülle da.
      0:56:21–0:56:23
      Und wir nehmen sie oft einfach gar nicht wahr, weil wir denken,
      0:56:23–0:56:25
      wir müssen sie irgendwie im Supermarkt abgreifen.
      0:56:25–0:56:30
      Das ist irgendwie extrem schräg. Und ich glaube, es steht für mich da auch dafür.
      0:56:31–0:56:35
      Dass wir, glaube ich, als BotschafterInnen nach draußen gehen dürfen,
      0:56:35–0:56:39
      von wegen zu zeigen, es ist, wir können das mit dem Blick des Mangels sehen,
      0:56:39–0:56:42
      vieles, aber wir können es auch mit dem Blick der Fülle sehen und,
      0:56:43–0:56:46
      dass es halt auch Freude macht, aus der Fülle was zu machen,
      0:56:46–0:56:49
      also dass man es zum Beispiel einkochen kann, dass man es miteinander in einem
      0:56:49–0:56:54
      Kuchen verzehren kann, dass man, weiß ich nicht, also so dieses Einladen, okay.
      0:56:56–0:57:02
      Genau, sich gegenseitig einzuladen, auch Geschichten zu lauschen und Fülle zu teilen.
      0:57:02–0:57:06
      Also ich hatte den Eindruck auch, es braucht Menschen, die auch einladen zum
      0:57:06–0:57:10
      Begegnen, zum Gemeinsamen und zu zeigen, es geht schon anders.
      0:57:10–0:57:15
      Und ich glaube, da dürfen wir uns alle weiter uns verstreuen wieder und das weiter tun.
      0:57:16–0:57:19
      Genau, deswegen lege ich den Blick der Fülle in die Mitte.
      0:57:20–0:57:27
      Und ich gehe ansonsten total dankbar und auch weniger erschöpft, als ich dachte.
      0:57:27–0:57:30
      Und gleichzeitig auch ein ganz bisschen traurig, weil durch meine vielfältigen
      0:57:30–0:57:34
      Rollen, denen ich jetzt da war, ich nicht so viel Zeit hatte für Einzelgespräche,
      0:57:35–0:57:37
      und noch gar nicht mit allen wirklich in Kontakt gekommen bin so richtig.
      0:57:37–0:57:41
      Und das finde ich ein bisschen schade, aber das ist halt einfach irgendwie manchmal dann so.
      0:57:42–0:57:45
      Und vielleicht gibt es jetzt ja noch ein näherendes Mittagessen mit irgendwie
      0:57:45–0:57:47
      noch einem guten Gespräch oder so.
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      Das war unsere Ernte des Ökosystems-Chefens. Ich freue mich sehr,
      0:57:53–0:57:56
      dass, genau, ich danke allen, die dort teilgenommen haben.
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      Ich freue mich sehr, dass ihr heute zugehört habt und meinen Blick bekommen
      0:57:59–0:58:01
      habt. Vielleicht wart ihr ja
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      selbst sogar dabei und habt nur nochmal nachgehört, die gemeinsame Ernte.
      0:58:05–0:58:12
      Und genau, auf ein baldiges Wiederhören und die Einladung mitzumachen bei uns,
      0:58:13–0:58:14
      über das Mitzelium Ökosystem.
      0:58:15–0:58:16
      Herzliche Grüße. Tschüss.
      0:58:19–0:58:23
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      Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
      0:58:38–0:58:39
      dass du heute mit dabei warst.
      0:58:39–0:58:42
      Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
      0:58:43–0:58:47
      dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
      0:58:47–0:58:49
      Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

      The post MP118 – Ökosystem-Treffen 2026 – Eine Ernte zu gemeinschaftsbasierter Regionalentwicklung appeared first on MYZELIUM.

      59 min
    • MP117: Wirtschaftswissen – Wer bestimmt, was Wirtschaft ist?

        Wirtschaft ist keine Naturgewalt. Sie ist ein Denkrahmen – und wer diesen Rahmen bestimmt, bestimmt auch, was als möglich gilt und was nicht. Aber was passiert, wenn dieser Rahmen brüchig wird? Wenn vermeintliche Gewissheiten erodieren und neue Akteure beginnen, wirtschaftspolitisches Denken aktiv mitzugestalten?

        Hannah Heller spricht mit Dr. Lukas Bäuerle – Sozioökonom und Forscher für Wirtschaft im Wandel – über den New Economy Space: eine wachsende Bewegung von Think Tanks, Instituten und Initiativen in Deutschland, die das ökonomische Wissen der Politik pluralisieren und das Denken über Wirtschaft neu ausrichten wollen. Wer sind diese Akteure? Wie wirken sie? Und wie hängt das mit dem zusammen, was MYZELIUM im Kleinen täglich tut?

        Zum Weiterlesen:

        Transforming Economics from the Side Lane – Wie der New Economy Space als Herausforderer etablierter wirtschaftspolitischer Beratung wirkt und welche Think Tanks dabei eine Rolle spielen.

        Pluralising the Economic Knowledge of Politics – Eine deutsche Fallstudie darüber, wie wirtschaftliches Wissen in die Politik gelangt – und wie das breiter und vielfältiger werden kann.

        Grundfragen der Ökonomie – Das neue Einführungslehrbuch von Lukas Bäuerle und Kolleg:innen: plural, reflexiv, lebensnah – ein anderer Einstieg ins wirtschaftliche Denken.

        Hier die passenden Links zu den Quellen: https://www.researchgate.net/publication/396449367_Transforming_Economics_from_the_Side_Lane_The_New_Economy_Space_and_its_Think_Tanks

        Paper 2: https://www.researchgate.net/publication/403770893_Pluralising_the_economic_knowledge_of_politics_Evidence_from_a_German_case_study

        sowie das Buch Grundfragen der Ökonomie
        https://shop.haufe.de/prod/grundfragen-der-oekonomie

        und die Seite von Lukas Bäuerle:
        lukasbaeuerle.de

        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

        Transkription

        0:00:11–0:00:15
        Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
        0:00:15–0:00:18
        Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
        0:00:19–0:00:21
        Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
        0:00:21–0:00:23
        Und dieser Podcast unterstützt dich
        0:00:23–0:00:27
        dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
        0:00:27–0:00:31
        Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
        0:00:31–0:00:36
        und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
        0:00:36–0:00:39
        Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
        0:00:50–0:00:54
        Herzlich willkommen zu unserer 117. Folge des MYZELIUM-Podcasts.
        0:00:54–0:00:57
        Heute geht es ein bisschen an die Grundlagen unserer Arbeit,
        0:00:57–0:01:01
        nämlich die Frage danach, was ist eigentlich Wirtschaft? Wie denken wir überhaupt
        0:01:01–0:01:05
        über Wirtschaft nach? Und wer bestimmt darüber, was Wirtschaft eigentlich ist?
        0:01:05–0:01:08
        Ihr wisst ja schon, dass wir gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
        0:01:09–0:01:14
        dass wir darin eh sozusagen die Regeln verändern, wie wir Wirtschaft wollen miteinander.
        0:01:14–0:01:18
        Und das finden die Leute erstmal ganz, ganz komisch und sagen,
        0:01:18–0:01:21
        naja, ihr versteht ja gar nichts von Wirtschaft. Und wir sagen,
        0:01:21–0:01:24
        doch, wir verstehen schon was von Wirtschaft, aber wir verstehen halt Wirtschaft anders.
        0:01:25–0:01:29
        Und um da mal in die Tiefe einzusteigen, wie wir über Wirtschaft nachdenken
        0:01:29–0:01:32
        und wie man auch Wirtschaft versteht und wie man Wirtschaft auch anders gestalten
        0:01:32–0:01:38
        könnte, auch politisch anders gestalten könnte, Dafür habe ich mir einen perfekten Gast eingeladen, Dr.
        0:01:38–0:01:41
        Lukas Beuerle. Ich freue mich sehr, dass du heute da bist mit mir.
        0:01:41–0:01:43
        Ich freue mich auch. Vielen Dank für die Einladung.
        0:01:44–0:01:47
        Lukas und ich haben damals nämlich schon in Bayreuth zusammen studiert,
        0:01:47–0:01:49
        internationale Wirtschaft und Entwicklung.
        0:01:49–0:01:53
        Und damals schon festgestellt, dass wir im Studium eigentlich die wichtigen
        0:01:53–0:01:56
        Fragen, die uns interessiert haben, nämlich warum gab es diese Finanzkrise,
        0:01:56–0:01:59
        warum ist die Welt so ungerecht organisiert, warum sind manche ganz reich.
        0:02:01–0:02:06
        Und so weiter, dass diese Fragen, manche auch ganz arm, warum werden diese Fragen,
        0:02:06–0:02:09
        also warum zerstören wir unsere ökologischen Grundlagen zum Beispiel auch,
        0:02:10–0:02:12
        dass diese Fragen eben nicht bearbeitet werden im Studium,
        0:02:13–0:02:16
        und die eben aus diesem Denken über Wirtschaft ausgeschlossen werden.
        0:02:16–0:02:20
        Und da hast du zusammen mit anderen, ich habe auch ein bisschen mitgemacht,
        0:02:21–0:02:25
        das Netzwerk Plurale Ökonomik gegründet, was es auch immer noch gibt.
        0:02:26–0:02:27
        Studierendenbewegung, die
        0:02:27–0:02:30
        sich eigentlich dafür einsetzt, dass Wirtschaft breiter betrachtet wird.
        0:02:30–0:02:34
        Und danach, weil es dir immer ein bisschen langweilig war im Leben,
        0:02:34–0:02:37
        hast du auch noch die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung mitgegründet.
        0:02:37–0:02:41
        Damals noch Cusanus-Hochschule, wo ich dann auch meinen Master studiert habe.
        0:02:41–0:02:44
        Die habe ich hier auch schon ein paar Mal erwähnt.
        0:02:44–0:02:48
        Und vielleicht kannst du jetzt aber mal selber erzählen, was du da noch so gemacht hast.
        0:02:50–0:02:53
        Danke, ja. Also das ist ja schon, keine Ahnung, relativ viel von dem,
        0:02:53–0:02:56
        was ich jetzt sozusagen bis zum Ende Master dann irgendwie gemacht habe.
        0:02:57–0:03:02
        Also ja, wie du schon sagtest, ich bin selber mit Fragen aus konkreten Erfahrungen
        0:03:02–0:03:05
        einfach im globalen Süden ins Studium gekommen, der Volkswirtschaftslehre,
        0:03:06–0:03:09
        und habe dann aber relativ fix gemerkt, dass das Studium halt eher Teil des
        0:03:09–0:03:11
        Problems denn der Lösung ist, dieser Probleme.
        0:03:12–0:03:17
        Und ja, habe mich dann eben mit anderen dran gemacht, das Problem ein bisschen
        0:03:17–0:03:20
        zu verändern, beziehungsweise auch erstmal ein bisschen besser zu verstehen.
        0:03:20–0:03:22
        Und ja, ich würde sagen, dass ich
        0:03:22–0:03:26
        daraus mittlerweile auch einen Forschungsschwerpunkt von mir gemacht habe.
        0:03:26–0:03:31
        Also nach dem Master und dem Aufbau dieser Hochschule war für mich klar,
        0:03:31–0:03:36
        dass mein Weg in der Wissenschaft nicht zu Ende ist, sondern dass das ja eigentlich erst ein Anfang ist.
        0:03:37–0:03:42
        Und das Feld ökonomischen Wissens und auch der ökonomischen Wissenschaft ein
        0:03:42–0:03:45
        so interessantes ist, dass ich mich gerne weiterhin damit beschäftigen würde.
        0:03:45–0:03:47
        Ich habe mich viel mit ökonomischer Bildung dann beschäftigt,
        0:03:47–0:03:48
        also zum Beispiel irgendwie,
        0:03:49–0:03:52
        die Lehrbücher angeschaut, was die so über Wirtschaft erzählen,
        0:03:52–0:03:55
        habe auch mit Studierenden gesprochen, was das so mit denen macht,
        0:03:55–0:04:00
        und bin mittlerweile sozusagen nicht nur in der Bildung unterwegs,
        0:04:00–0:04:02
        sondern schaue mir insgesamt an,
        0:04:02–0:04:06
        wie Ökonomie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Prozessen und Arenen,
        0:04:07–0:04:11
        verhandelt wird, vielleicht auch verändert wird, auf jeden Fall herausgefordert wird,
        0:04:11–0:04:18
        und das ist sozusagen jetzt Teil meines oder Kern eigentlich meines Daseins als Forschender.
        0:04:19–0:04:22
        Also ich bin immer noch an der Uni, um das vielleicht noch hinzuzufügen.
        0:04:22–0:04:27
        Nach der Promotion an der Uni Flensburg war ich für zwei Jahre an der Uni Hamburg im Bereich der,
        0:04:28–0:04:32
        Wissenschafts- und Innovationsforschung und jetzt bin ich seit zwei Jahren an
        0:04:32–0:04:39
        der JKU Linz in einer kleinen, aber sehr feinen Forschungsgruppe von circa 15 Personen, wo wir,
        0:04:40–0:04:43
        aus sehr unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln uns,
        0:04:44–0:04:48
        unterschiedliche Arenen anschauen, in denen Ökonomie heute verhandelt ist.
        0:04:48–0:04:56
        Und darauf soziologische, aber eben auch plurale ökonomische Blickwinkel sozusagen richten.
        0:04:58–0:05:04
        Was heißt denn, da wird wirtschaftend verhandelt? Also ja, Wirtschaft wird ja
        0:05:04–0:05:07
        in einer bestimmten Art, also die meisten verstehen wahrscheinlich unter Wirtschaft,
        0:05:07–0:05:10
        okay, es gibt da den Markt und es gibt Angebot und Nachfrage und es gibt die
        0:05:10–0:05:12
        Produzenten und die Konsumenten.
        0:05:13–0:05:17
        Und da geht es ja schon los, dass dann ein bestimmtes Bild von Wirtschaft einfach
        0:05:17–0:05:21
        vorgegeben ist, in der Art und Weise, wie wir es in der Schule lernen,
        0:05:21–0:05:25
        wie wir es im Studium dann lernen, so wie wir im Alltag damit umgehen.
        0:05:27–0:05:30
        Genau, was würdest du denn sagen, ist daran verkehrt oder wie können wir vielleicht
        0:05:30–0:05:31
        auch anders über Wirtschaft nachdenken?
        0:05:33–0:05:33
        Also ich glaube,
        0:05:35–0:05:39
        Das, was meine Perspektive auf diese Frage sehr stark leitet,
        0:05:39–0:05:46
        ist erstmal, dass es keine Substanz des Wirtschaftens gibt oder keine festgelegte
        0:05:46–0:05:49
        Bedeutung des Wirtschaftens als solche sozusagen,
        0:05:50–0:05:55
        sondern Wirtschaften ist wie jede andere gesellschaftliche Praxis etwas,
        0:05:55–0:06:01
        was durch Menschen routinisierte Handlungsabläufe und Bedeutungszuschreibungen,
        0:06:02–0:06:04
        eben mit Sinn und Bedeutung gefüllt wird.
        0:06:05–0:06:08
        Das kann man zum Beispiel sehr leicht daran sehen, dass zu unterschiedlichen
        0:06:08–0:06:13
        Stadien alleine zum Beispiel von westlichen Gesellschaften dieses Wort Wirtschaft
        0:06:13–0:06:19
        oder Ökonomie, das ist die griechische Wurzel, ganz unterschiedlich ausgelegt und gedeutet wurde.
        0:06:19–0:06:22
        Wir haben das neulich in einem Lehrbuch, was wir
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        sozusagen neu rausgebracht haben, haben wir uns nämlich genau diese Frage vorgenommen,
        0:06:26–0:06:30
        was ist überhaupt Ökonomie als sozusagen erstes Kapitel, mit dem dann Studierende
        0:06:30–0:06:35
        ihr Wirtschaftsstudium erstmal beginnen sollen oder können dürfen.
        0:06:35–0:06:38
        Und sind da sozusagen mit einem kleinen, wirklich ganz kleinen,
        0:06:38–0:06:43
        aber immerhin historischen Abriss eingestiegen, haben uns angeschaut, was,
        0:06:43–0:06:48
        verstanden eigentlich die Griechen unter dem Wort, Was verstanden dann die ersten
        0:06:48–0:06:52
        politischen Ökonomen unter dem Wort im ausgehenden 18. Jahrhundert?
        0:06:52–0:06:58
        Und ja, wie wurde dann nochmal das Wort Ökonomie umgedeutet in der Geburtsstunde
        0:06:58–0:07:01
        dessen, was wir heute eigentlich als neoklassische Ökonomik bezeichnen,
        0:07:01–0:07:03
        also so im ausgehenden 19. Jahrhundert?
        0:07:04–0:07:08
        Und was wir dort sozusagen im Kapitel rekonstruieren,
        0:07:09–0:07:13
        ist, dass es total unterschiedliche Verständnisse von Wirtschaft gab,
        0:07:13–0:07:19
        und dass es immer sehr stark eben auch davon abhängt, wer gerade sozusagen hier
        0:07:19–0:07:24
        im Driver's Seat sitzt, mit auch gesellschaftlichen Machtpositionen ausgestattet
        0:07:24–0:07:26
        ist, um schlicht und ergreifend.
        0:07:27–0:07:31
        Seine Wahrnehmung beziehungsweise seine Bedeutung von Ökonomie dann eben auch
        0:07:31–0:07:36
        im Zweifel sozial, politisch und eben auch ökonomisch durchsetzen zu können.
        0:07:37–0:07:40
        Und da würde ich dir recht geben, da haben wir jetzt die letzten 40,
        0:07:40–0:07:44
        50 Jahre in einem ziemlich stabilen Bild dessen gelebt, was Wirtschaft überhaupt
        0:07:44–0:07:47
        ist. Also du hast so ein paar wichtige Schlagworte genannt.
        0:07:48–0:07:51
        Der Markt zum Beispiel, dass der Markt alles regelt, also die Vorstellung von
        0:07:51–0:07:56
        so einem selbststabilisierenden, gleichgewichtstendenziösen Marktgeschehen,
        0:07:57–0:08:01
        der auch gar nicht so viel mit konkreten Menschen und sozialen Praktiken zu tun hat.
        0:08:01–0:08:04
        Und diese vermeintliche Klarheit bzw.
        0:08:04–0:08:11
        Eindeutigkeit ist aber gerade in einer atemberaubenden Auflösung begriffen,
        0:08:12–0:08:15
        was auch für viele andere wichtige gesellschaftliche Begriffe gilt,
        0:08:15–0:08:17
        aber eben auch für den Begriff der Ökonomie.
        0:08:17–0:08:21
        Und deswegen finde ich es eine total spannende Zeit, sich damit auseinanderzusetzen,
        0:08:22–0:08:26
        wie heute von unterschiedlichen Seiten her dieser Begriff neu gedeutet wird
        0:08:26–0:08:30
        und eben auch mit konkretem Leben, mit konkreten Praktiken gefüllt wird.
        0:08:30–0:08:35
        Und das heißt nicht nur notwendigerweise eben gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften
        0:08:35–0:08:38
        oder gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, sondern wir sehen zum Beispiel auch,
        0:08:38–0:08:42
        dass aus dem Silicon Valley ganz andere Vorstellungen dessen eigentlich kommen,
        0:08:42–0:08:45
        was Wirtschaft der Zukunft zum Beispiel bedeuten sollte.
        0:08:46–0:08:49
        Ja, wir verstehen ja Wirtschaft einfach, würde ich sagen, als so gemeinschaftsgetragene
        0:08:49–0:08:54
        Bewegung, als einfach die Befriedigung von unseren Bedürfnissen und die gemeinsame
        0:08:54–0:08:59
        solidarische Ausfinanzierung von diesen Bedürfnissen, die wir gemeinsam befriedigen wollen.
        0:08:59–0:09:03
        Und manche machen dann Angebote und dann werden sie gemeinsam ausfinanziert.
        0:09:03–0:09:07
        Das Problem ist nur, dass es immer wieder total schwierig ist,
        0:09:08–0:09:11
        die Menschen, die dabei mitmachen wollen, denen ist es eigentlich total einleuchtend.
        0:09:11–0:09:15
        Weil die kommen irgendwo hin, zu einem Laden, zu einem Ort und wir sagen so,
        0:09:15–0:09:17
        wir brauchen halt das, um das hier zu machen.
        0:09:18–0:09:20
        Hier sind Menschen im Raum, die sind sehr reich. Hier sind Menschen im Raum,
        0:09:20–0:09:23
        die sind sehr arm. Deshalb bezahlen wir nicht alle dasselbe.
        0:09:23–0:09:26
        Los, wir schmeißen mal zusammen, auf wie viel kommen wir denn.
        0:09:26–0:09:30
        Und genau, wenn es nicht reicht, gucken wir weiter, wie wir gemeinsam eine Lösung
        0:09:30–0:09:32
        finden können, damit es trotzdem stattfinden kann. Wenn vielleicht nicht genug
        0:09:33–0:09:37
        ökonomische, also finanzielle Ressourcen im Raum sind, sondern, also Geld.
        0:09:38–0:09:41
        Sondern man kann ja auch sagen, okay, man umgeht das Geld und befriedigt das
        0:09:41–0:09:44
        Bedürfnis direkt, ohne das Medium Geld überhaupt zu brauchen.
        0:09:45–0:09:48
        Weil vielleicht hast du kein Geld, um eine Couch zu kaufen, aber vielleicht
        0:09:48–0:09:49
        hat dir jemand eine Couch im Keller.
        0:09:52–0:09:57
        Vielleicht um da kurz einzuhaken, deswegen glaube ich, beleuchtet ihr sozusagen
        0:09:57–0:10:01
        auch eine total interessante Facette des Wirtschaftens oder eine interessante
        0:10:01–0:10:05
        Alternative des Wirtschaftens, weil wir uns ja heute in einem historischen Moment eigentlich bewegen, in
        0:10:06–0:10:08
        westlichen Gesellschaften mal zumindest,
        0:10:09–0:10:15
        in denen halt viele dieser staatlichen Makrosysteme total unter Druck stehen.
        0:10:15–0:10:20
        Also Beispiel Renten, Beispiel soziale Sicherungssysteme und so weiter und so fort.
        0:10:21–0:10:26
        Und wenn man jetzt sich sozusagen 15, 20 Jahre in die Zukunft beamt,
        0:10:26–0:10:31
        gar nicht so wirklich davon ausgehen kann, dass diese sozialen Sicherungssysteme,
        0:10:31–0:10:34
        die uns die liberale Moderne ja beschert hat,
        0:10:34–0:10:37
        dass die tatsächlich von Bestand sein werden.
        0:10:37–0:10:42
        Und das bringt eben auch solche eher makroökonomischen Verständnisse von Ökonomie
        0:10:42–0:10:46
        sozusagen ins Wanken, von denen eben Ökonomie oder ökonomisches Wissen,
        0:10:46–0:10:49
        insbesondere auch wirtschaftswissenschaftliches Wissen, sehr stark geträgt ist.
        0:10:52–0:10:56
        Und Ansätze wie eure fahren da sozusagen eine sehr viel direktere Weise von
        0:10:56–0:11:02
        Ökonomie, also auf Sicht sozusagen. Man kennt seine konkreten WirtschaftspartnerInnen,
        0:11:02–0:11:04
        mit denen man sozusagen interagiert.
        0:11:04–0:11:09
        Man kann die Outcomes des Wirtschaftens auch mehr oder weniger mitbestimmen.
        0:11:09–0:11:13
        Man kann auch konkret sehen, was durch kollektives ökonomisches Handeln jetzt
        0:11:13–0:11:15
        in der Solavie beispielsweise passiert.
        0:11:15–0:11:20
        Und ich denke, das ist schon eine Facette, die wir in Zukunft auch stärker sehen, werden,
        0:11:20–0:11:24
        eben in Momenten, in denen Menschen nicht mehr so wirklich daran glauben,
        0:11:24–0:11:28
        dass die übergeordneten Systeme sozusagen von Bestand und von Dauer und vor allem auch,
        0:11:30–0:11:34
        von Sicherheit geprägt sein werden, die man schlicht und ergreifend braucht,
        0:11:34–0:11:37
        um eben seine Grundbedürfnisse auch stillen zu können.
        0:11:38–0:11:42
        Ja, voll. Genau, ich glaube, wir sind absolute Krisenprofiteure am Ende.
        0:11:43–0:11:48
        Also ohne das groß zu feiern, weil wir alle spüren, glaube ich,
        0:11:48–0:11:50
        die Unsicherheit und die Verunsicherung,
        0:11:51–0:11:55
        die da auf uns zukommt und können ja auch beobachten und da leite ich jetzt
        0:11:55–0:11:57
        mal so ein bisschen über dahin, wo wir,
        0:11:58–0:12:02
        vielleicht hinwollen, nämlich wer bestimmt denn, was Wirtschaften ist und wer
        0:12:02–0:12:07
        bestimmt auch, welche Art des Wirtschaftens wir sozusagen miteinander leben.
        0:12:07–0:12:11
        Und das ist natürlich einerseits die Menschen, mit denen wir gemeinsam wirtschaften,
        0:12:11–0:12:16
        also wir Menschen, die es miteinander gestalten und wenn eben mehr Menschen,
        0:12:17–0:12:19
        so wie bei das MYZELIUM ist ja,
        0:12:20–0:12:23
        Ganz bottom up, sage ich mal. Wir fragen einfach die Unternehmerinnen,
        0:12:23–0:12:25
        hey, wie wollt ihr wirtschaften, wenn ihr anders wirtschaften wollt,
        0:12:25–0:12:29
        kommt zu uns, wir bringen es euch bei und wir fragen die Verbraucherinnen, hey,
        0:12:29–0:12:33
        wie wollt ihr wirtschaften, wenn ihr diesen Laden haben wollt und dieses Angebot
        0:12:33–0:12:38
        haben wollt, dann lasst es uns doch so organisieren, dass es auch existieren kann.
        0:12:39–0:12:43
        Weil unter den gegebenen Bedingungen Marktwirtschaft eben viele der Angebote,
        0:12:43–0:12:49
        die wir eigentlich brauchen aus einer sozialen, emotionalen und auch also materielle
        0:12:49–0:12:53
        Bedürfnisse, Befriedigung, es nicht mehr gibt.
        0:12:53–0:12:56
        Oder die Angebote, die es gibt, eben nicht so wirtschaften, wie wir das gerne
        0:12:56–0:13:00
        hätten. Nämlich Menschen ausbeuten, Boden ausbeuten, Natur ausbeuten.
        0:13:01–0:13:05
        Und genau, also da passiert eine Bewegung von unten. Aber was natürlich viel
        0:13:05–0:13:06
        einfacher machen würde, ist,
        0:13:07–0:13:11
        wenn es auch andere Akteure, institutionelle Akteure, politische Akteure verstehen
        0:13:11–0:13:18
        würden, dass man auch anders wirtschaften kann und eben Regulierungen oder Gesetze
        0:13:18–0:13:20
        so schreiben würden, dass sie eben.
        0:13:22–0:13:27
        Auch oder besonders gut für uns passen oder unsere Art und Weise des Wirtschaftens.
        0:13:28–0:13:31
        Und da spreche ich jetzt mal für die ganze gemeinwohlorientierte Wirtschaftsbewegung,
        0:13:32–0:13:35
        nicht nur für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften explizit, so gestalten,
        0:13:35–0:13:40
        dass wir auch gute Rahmenbedingungen haben, um uns zu entwickeln.
        0:13:40–0:13:44
        Weil aktuell ist es eben so, die Förderungen, wie sie ausgestaltet sind,
        0:13:44–0:13:46
        passen überhaupt nicht zu uns.
        0:13:46–0:13:50
        Also einen Förderantrag auszusteinen, dann müssen wir wieder das,
        0:13:50–0:13:53
        was wir tun, übersetzen in eine alte Sprache und irgendwie versuchen,
        0:13:53–0:13:57
        es so hinzudrehen, dass wir trotzdem die Freiheit haben, unsere Regeln zu leben
        0:13:58–0:14:00
        und von einem Förderprogramm aber trotzdem irgendwie Geld dazu bekommen.
        0:14:00–0:14:02
        Also es passt vorne und hinten nicht.
        0:14:03–0:14:07
        Genau, also und dass der Staat wirtschaftspolitisch zum Beispiel auch die falschen
        0:14:07–0:14:13
        Akteure immer noch subventioniert, indem er bestimmte Steuern nicht erhebt oder
        0:14:13–0:14:15
        bestimmte Subventionen weiter beibehält.
        0:14:17–0:14:22
        Genau, ich glaube, wir alle sehen, dass gerade die Politik auch einfach wieder
        0:14:22–0:14:27
        das alte Rezept, man will mehr Wirtschaftswachstum, das rettet unseren Wohlstand.
        0:14:27–0:14:30
        Und die Frage ist ja, wie kriegen wir denn erstmal ein anderes Verständnis oder
        0:14:30–0:14:36
        ein offeneres Verständnis, eine pluralere Sichtweise auf Wirtschaft in die Wirtschaftspolitik.
        0:14:36–0:14:39
        Und da seid ihr ja auch gerade am Dinge entwickeln. Erzähl doch mal davon ein
        0:14:39–0:14:40
        bisschen. Was passiert da?
        0:14:41–0:14:44
        Jo, genau. Also das, was du jetzt für euch beschrieben hast,
        0:14:44–0:14:47
        ist im Grunde, wie soll ich sagen, ist,
        0:14:47–0:14:50
        die tägliche Herausforderung von einem ganzen Feld von Akteuren,
        0:14:50–0:14:55
        die versuchen, in so einem notorischen Zwischenraum, in dem das Alter noch nicht
        0:14:55–0:14:57
        wirklich tot ist und das Neue noch nicht wirklich geboren ist,
        0:14:57–0:14:59
        mit Gramsci gesprochen,
        0:15:00–0:15:04
        irgendwie ein neues Verständnis von Ökonomie sozusagen auf die Straße zu bringen.
        0:15:05–0:15:09
        Und das sind Organisationen wie eure, Organisationen an der Uni, klar,
        0:15:10–0:15:13
        aber insbesondere auch Organisationen im Bereich der,
        0:15:13–0:15:19
        Politikberatung beziehungsweise der Politikgestaltung, die ja hier im deutschsprachigen
        0:15:19–0:15:22
        Raum oder jetzt auf Deutschland gesprochen, sehr stark von,
        0:15:23–0:15:28
        Wirtschaftsforschungsinstituten geprägt sind einerseits, also institutionalisierte
        0:15:28–0:15:33
        Politikberatungen, beispielsweise durch das IFO oder auch den Sachverständigenrat
        0:15:33–0:15:37
        zur Begutachtung der Wirtschaft, der SVR, die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen.
        0:15:38–0:15:42
        Und auch durch neoliberale Thinktanks, die durchaus auch im deutschsprachigen
        0:15:42–0:15:48
        Raum bestimmten Einfluss ausüben auf Prozesse der ökonomischen Politikgestaltung.
        0:15:49–0:15:52
        Und jetzt seit circa zehn Jahren dreht sich da so ein bisschen was oder passiert
        0:15:52–0:15:58
        da ein bisschen was, insofern als das ein neues Feld von Akteuren auf diesen Markt drängt,
        0:15:59–0:16:04
        und versucht sozusagen Politikgestaltung nicht nur inhaltlich anders zu füllen,
        0:16:04–0:16:09
        sondern auch von der Form der Intervention mit Politik innoviert.
        0:16:09–0:16:14
        Und das haben wir uns angeschaut in einem kleinen Forschungsprojekt und haben
        0:16:14–0:16:20
        15 Organisationen dieses sogenannten New Economy Spaces, wie er sich selber nennt,
        0:16:21–0:16:24
        untersucht, haben Interviews mit denen geführt und haben ihnen eben auch dann
        0:16:24–0:16:27
        gegenübergestellt zu klassischer Politikberatung und geschaut,
        0:16:27–0:16:29
        was machen die eigentlich anders so.
        0:16:30–0:16:33
        Und das ist sehr spannend, weil das ein Feld ist, was bisher wissenschaftlich
        0:16:33–0:16:38
        noch gar nicht untersucht wurde, obwohl es schon einige Achtungserfolge erzielt hat.
        0:16:38–0:16:43
        Also beispielsweise eine Konferenz in Brüssel, Beyond Growth,
        0:16:43–0:16:50
        wo eben auch sozusagen über ökonomische Konzepte nach dem Wachstumsparadigma debattiert wurde mit,
        0:16:51–0:16:56
        höchstrangigen VertreterInnen von Politik und Ökonomie in Brüssel,
        0:16:57–0:16:59
        wo man sieht, okay, es passiert ein bisschen was.
        0:17:00–0:17:05
        Und die nennen sich New Economy Space, würdest du sagen, also die nennen sich selbst so?
        0:17:05–0:17:10
        Genau, die nennen sich selber so, manchmal auch New Economy Ökosystem und sind
        0:17:10–0:17:15
        natürlich nicht auf Deutschland beschränkt, sondern sind im Grunde eine globale Bewegung.
        0:17:15–0:17:18
        Es gibt mittlerweile auch so zwei Überblickstudien, die versuchen,
        0:17:19–0:17:21
        das Feld sozusagen zu mappen.
        0:17:22–0:17:25
        Es sind sehr stark getrieben auch von philanthropischem Kapital,
        0:17:25–0:17:29
        insbesondere aus dem angelsächsischen Bereich, die das eben seit circa der Mitte
        0:17:29–0:17:31
        der Zehnerjahre massiv finanzieren.
        0:17:32–0:17:36
        Schlicht und ergreifend, weil auch etablierte Wissensproduktion an Universitäten
        0:17:36–0:17:39
        nicht die Form von Wissen hervorgebracht hat,
        0:17:40–0:17:45
        beispielsweise mit der Finanzkrise umzugehen, aber auch dann in der Folge sozusagen
        0:17:45–0:17:50
        die Stabilisierung im Grunde von den Institutionen vorzunehmen,
        0:17:50–0:17:55
        die ich vorhin schon genannt habe, also die sozusagen in der liberalen Moderne und für,
        0:17:55–0:17:58
        den modernen Nationalstaat einfach ausschlaggebend waren.
        0:17:59–0:18:04
        Und die Erosion sehen wir jeden Tag, was passiert, wenn sozusagen hier solche
        0:18:04–0:18:08
        Institutionen nicht stabilisiert werden und ein zentraler Ausgangspunkt dieses
        0:18:08–0:18:10
        Feldes ist eben, dass es für.
        0:18:12–0:18:16
        Ein Überleben sozusagen auch zum Beispiel von einem modernen Wohlfahrtsstaat
        0:18:16–0:18:22
        schlicht ergreifend neue Konzepte und aber auch neue Praktiken des Wirtschaftens
        0:18:22–0:18:26
        braucht und das versucht dieses Feld, so heterogenes es auch ist,
        0:18:27–0:18:34
        Ja, in Politik, in Institutionen und in auch konkrete Praktiken,
        0:18:34–0:18:40
        wie zum Beispiel auch ihr, die ihr mit konkreten Unternehmen einfach zusammenarbeitet, zu übersetzen.
        0:18:40–0:18:45
        Und magst du vielleicht mal ein paar Organisationen nennen, die hier in Deutschland
        0:18:45–0:18:48
        in dem Bereich so unterwegs sind? Also ich denke, ein paar kennen wir auch schon.
        0:18:50–0:18:55
        Aber genau. Genau, also einer der größeren Player oder die zwei größten Player
        0:18:55–0:18:58
        sind das Dezernat Zukunft und das Zoe-Institut.
        0:18:59–0:19:05
        Daneben gibt es aber auch kleinere wie zum Beispiel Fiscal Future oder Nela
        0:19:05–0:19:08
        Next Economy Lab in Bonn.
        0:19:09–0:19:15
        Eine Institution, die schon länger mit dabei ist, ist das Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig.
        0:19:15–0:19:19
        Und ich sage mal so, von der finanziellen Ausstattung her, die wirklich eher
        0:19:19–0:19:25
        kleinen Schnellboote in diesem Feld sind zum Beispiel Rebalance Now oder auch Comunia.
        0:19:26–0:19:31
        Und ja, wer sich schon sozusagen mit diesen Organisationen das ein oder andere
        0:19:31–0:19:35
        Mal auseinandergesetzt hat, wird jetzt alleine schon bei der Aufreihung merken
        0:19:35–0:19:39
        und sehen, dass das ein wirklich sehr heterogenes Feld ist.
        0:19:39–0:19:44
        Also bis auf diese, man kann eigentlich was sagen, diese leere Klammer New Economy
        0:19:44–0:19:48
        Space, wird die durch nicht allzu viel zusammengehalten.
        0:19:49–0:19:56
        Also es gibt beispielsweise kein verbindendes Narrativ oder verbindenden ökologischen
        0:19:56–0:19:59
        Unterbau oder so, oder ein wirtschaftspolitisches Programm,
        0:20:00–0:20:05
        aber man begreift sich schon stark sozusagen in Ablehnung eher antagonistisch
        0:20:05–0:20:10
        gegen etabliertes ökonomisches Wissen, auch gegenüber etablierter ökonomischer
        0:20:10–0:20:14
        Wissensproduktion und versucht dem was entgegenzusetzen.
        0:20:15–0:20:18
        Und das haben wir uns eben auch angeschaut, wie funktioniert sozusagen auch
        0:20:18–0:20:23
        ein Stück weit diese Aushandlung beziehungsweise Abgrenzung voneinander in dem Feld.
        0:20:24–0:20:29
        Ja, und es ist wirklich sehr spannend, weil hier sich extrem viel tut und dieses
        0:20:29–0:20:36
        Feld irgendwie zumindest mal bisher auch im Wachstum begriffen ist und das aber zu, ja,
        0:20:37–0:20:40
        wie soll ich sagen, zu beobachten bleibt, inwiefern sich das Feld überhaupt
        0:20:40–0:20:43
        langfristig etablieren kann, weil es natürlich, ich habe es schon erwähnt,
        0:20:43–0:20:49
        sehr stark von Drittmitteln oder von einfach Spendengeldern abhängig ist und eine eigene,
        0:20:50–0:20:56
        finanzielle Reproduktionsstrategie bisher zumindest nicht wirklich entwickelt hat.
        0:20:56–0:21:02
        Also bis auf ein, zwei Ausnahmen, die da stark über so ein Spendenmodell arbeiten, also Kleinstspenden,
        0:21:02–0:21:05
        Und an der Mitgliederbasis ist.
        0:21:07–0:21:11
        Das relativ volatil, das fällt gerade auch, wenn man es jetzt vergleicht zum
        0:21:11–0:21:18
        Beispiel zu Institutionen wie dem SVR oder eben die großen sechs Wirtschaftsforschungsinstitute,
        0:21:18–0:21:24
        die im Grunde alle durch staatliche Mittel grundsubventioniert werden zu zwei
        0:21:24–0:21:28
        Dritteln und dann nochmal ein Drittel Forschungsgelder, Drittmittel einwerben,
        0:21:28–0:21:31
        die oftmals auch von staatlichen Stellen kommen.
        0:21:31–0:21:37
        Also da sieht man schon in der Finanzierungsstruktur, in dem Finanzierungsvolumen
        0:21:37–0:21:42
        sowieso ein totales Machtungleichgewicht zwischen der etablierter Politikberatung
        0:21:42–0:21:46
        einerseits, also Wirtschaftspolitikberatung und eben diesem New Economy Space.
        0:21:47–0:21:50
        Und das ist im Grunde ein ganz gutes Beispiel dafür, womit wir das Gespräch
        0:21:50–0:21:52
        angefangen haben, nämlich das bei der Frage,
        0:21:53–0:21:58
        wer oder was ist überhaupt Ökonomie, wer hat da mitzureden und in welche Richtung
        0:21:58–0:22:04
        wollen wir diesen Bereich unserer Gesellschaft sozusagen weiter treiben,
        0:22:05–0:22:09
        gibt es eben nur eine bedingte Gestaltungsoffenheit.
        0:22:09–0:22:14
        Die ist sehr stark eben geprägt von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und
        0:22:14–0:22:17
        dieser New Economy Space, so interessanter auch ist,
        0:22:17–0:22:22
        ist halt eben im größeren gesellschaftlichen Gefüge, wenn es darum geht,
        0:22:22–0:22:28
        diese Domäne Wirtschaft zu deuten, eigentlich sitzt er an einem ziemlich kurzen Hebel.
        0:22:30–0:22:32
        Und gibt es da, also genau, du
        0:22:32–0:22:36
        hast jetzt gesagt, das ist auch ein internationales Feld auf jeden Fall.
        0:22:36–0:22:40
        Trotzdem habt ihr auch, also vor allem auch die deutschen Akteure untersucht.
        0:22:40–0:22:45
        Ausschließlich und genau die, also für den Dachraum haben wir uns das angeschaut.
        0:22:46–0:22:50
        Genau, also Österreich und Schweiz noch mit dazu.
        0:22:50–0:22:55
        Und genau, gibt es denn, genau, du hast gesagt, vieles ist noch nicht klar.
        0:22:55–0:22:57
        Also wie reproduzieren sie sich finanziell?
        0:22:57–0:23:00
        Da würde ich gleich auch nochmal mit einsteigen. aber vielleicht erstmal zu dem,
        0:23:02–0:23:08
        was ist die gemeinsame Haltung des Wirtschaftens vielleicht auch und auch wie,
        0:23:09–0:23:12
        oder überhaupt um diese Fragen, wie organisieren wir uns miteinander,
        0:23:13–0:23:15
        wie wird denn dieser Hebel länger,
        0:23:17–0:23:21
        an dem diese Organisationen sitzen, wie kooperieren die miteinander in dem Feld.
        0:23:22–0:23:25
        Es ist ja auch immer, eigentlich sind wir alle angehalten auch,
        0:23:26–0:23:30
        Also gegeneinander zu konkurrieren auf dem Markt.
        0:23:30–0:23:33
        Du hast vorhin auch, du hast sogar die Anführungszeichen gemacht,
        0:23:33–0:23:35
        das haben die nicht gesehen, unsere ZuhörerInnen.
        0:23:35–0:23:40
        Aber genau, ist ja auch die Frage, wie kommt man eigentlich auf diesem Feld,
        0:23:41–0:23:45
        miteinander gut klar? Wie organisiert man sich? Was gibt es da für Ansätze?
        0:23:45–0:23:50
        Ja, also die wichtigste Plattform ist auf jeden Fall eine jährlich stattfindende
        0:23:50–0:23:54
        Strategy-Plattform in Berlin, wo das Feld zusammenkommt.
        0:23:54–0:23:58
        Das wird organisiert durch das Zoe-Institut einerseits und das Netzwerk Pluralökonomik
        0:23:58–0:24:03
        andererseits und finanziert meines Wissens durch die Partners for New Economy,
        0:24:04–0:24:11
        also auch eine sozusagen der großen philanthropischen Stiftung im Feld, in dem Fall aus dem UK.
        0:24:12–0:24:19
        Und die Strategy-Plattform ist dezidiert so angelegt, dass sich hier sozusagen
        0:24:19–0:24:23
        eher über strategische und taktische Fragen unterhalten wird, wie der Name schon sagt.
        0:24:23–0:24:28
        Und weniger es jetzt darum geht, sozusagen zum Beispiel so gemeinsame inhaltliche
        0:24:28–0:24:33
        Fluchtpunkte auszumachen, weil diese eben auch so ein Konfliktpotenzial bergen
        0:24:33–0:24:37
        und das Feld sozusagen auch wieder von innen auflösen könnten.
        0:24:38–0:24:41
        Also die Strategy-Plattform ist wichtig, weil da sozusagen alles zusammenkommt,
        0:24:41–0:24:44
        was Rang und Namen hat und man zumindest einmal im Jahr weiß,
        0:24:45–0:24:49
        man sieht dort sozusagen Gleichgesinnte und kann miteinander sprechen,
        0:24:49–0:24:52
        ins Gespräch kommen, schauen, was es für neue Entwicklungen zum Beispiel im
        0:24:52–0:24:54
        politischen Berlin gibt, wo schon
        0:24:54–0:24:58
        relativ viele der Organisationen so ihr Hauptaugenmerk auch drauf haben.
        0:24:59–0:25:03
        Aber man sieht eben auch auf diesen Veranstaltungen, also wir haben auch Feldforschung
        0:25:03–0:25:07
        gemacht, bei diesen Plattformen, dass eben, wie du sagst, schlicht und ergreifend
        0:25:07–0:25:10
        hier auch alle um die gleichen Töpfe konkurrieren.
        0:25:11–0:25:17
        Und man insofern dieses Moment Konkurrenzwettbewerb auch in einem Feld hat,
        0:25:18–0:25:22
        die das vielleicht inhaltlich, ideologisch gar nicht wirklich toll finden.
        0:25:22–0:25:26
        Aber auf der performativen Ebene, also wie kommen wir sozusagen voran,
        0:25:26–0:25:29
        haben die schlicht und ergreifend damit umzugehen und haben das irgendwie auszuhandeln.
        0:25:30–0:25:35
        Bisher schafft das Feld es auf jeden Fall sehr gut, diese Konfliktpotenziale
        0:25:35–0:25:40
        auszutarieren und durchaus auch mit einer gemeinsamen Geschlossenheit aufzutreten.
        0:25:41–0:25:44
        Also die Plattformen sind jetzt überhaupt nicht, wie soll ich sagen,
        0:25:44–0:25:46
        konfliktgeladen oder so nach außen hin,
        0:25:47–0:25:53
        sondern sind wirklich sehr synergiegeprägte Happenings sozusagen,
        0:25:53–0:25:56
        wo einfach irgendwie auch alle mit einem guten Gefühl rausgehen.
        0:25:56–0:26:00
        Aber stellt sich eben schon im größeren Machtgefühl stellt sich auf jeden Fall
        0:26:00–0:26:05
        die Frage, wie können diese Impulse so skaliert und auch transformiert werden,
        0:26:05–0:26:09
        dass sie gerade auch politisch sozusagen größere Kreise ziehen.
        0:26:09–0:26:14
        Das muss sich auf jeden Fall der New Economy Space fragen, wenn er ja durchaus
        0:26:14–0:26:20
        auch seinen Anspruch Wirtschaft oder Wirtschaftspolitik in Deutschland zu verändern
        0:26:20–0:26:21
        tatsächlich einlösen möchte.
        0:26:22–0:26:25
        Genau, das ist ja auch immer, wie du schon angesprochen hast,
        0:26:25–0:26:32
        ein Vergleich zu den letzten Jahrzehnten und dem Einfluss von bestehender Wirtschaftspolitikberatung.
        0:26:33–0:26:36
        Da sind dann so Akteure wie das Institut für soziale Marktwirtschaft,
        0:26:37–0:26:41
        was sich erstmal total neutral und nett anhört, was aber auch,
        0:26:41–0:26:43
        ich habe ein bisschen eure Grafiken angeschaut in den Papern,
        0:26:44–0:26:50
        komplett über Unternehmensstiftungen am Ende finanziert wird und über Privatkapital.
        0:26:52–0:26:58
        Wir versuchen ja auch, meistens unabhängig von staatlichen Fördergeldern,
        0:26:59–0:27:03
        uns zu finanzieren über kleine Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten oder
        0:27:03–0:27:07
        dann auch eben ein Ökosystem, was uns finanziert und trägt.
        0:27:08–0:27:11
        Das funktioniert, das ist aber auch prekär auf jeden Fall.
        0:27:11–0:27:15
        Also da sind wir auch immer am Limit, weil wir natürlich auch immer mit den
        0:27:15–0:27:21
        Akteuren zusammenarbeiten, die nicht Systemprofiteure sind, sondern halt innerhalb
        0:27:21–0:27:25
        dieser Systemstrukturen versuchen, irgendwas auf die Kette zu bekommen.
        0:27:26–0:27:30
        Und ich weiß, dass du dich auch schon ganz viel damit beschäftigt hast, wie ist denn.
        0:27:31–0:27:36
        Auch das Marktdenken oder das neoliberale Denken, was du vorhin auch als neoklassische
        0:27:37–0:27:39
        Lehre sozusagen in der ökonomischen Bildung bezeichnet hast,
        0:27:40–0:27:42
        wie ist das eigentlich so mächtig und dominant geworden?
        0:27:43–0:27:47
        So dass man das Gefühl hat, es wird oft gar nicht mehr in Frage gestellt,
        0:27:47–0:27:50
        wie wir über Wirtschaft überhaupt nachdenken oder dass es verschiedene Antworten
        0:27:50–0:27:53
        gibt. Das ist ja den meisten überhaupt nicht bewusst, sondern das ist einfach
        0:27:53–0:27:56
        so eine gesetzte Wahrheit, wie Wirtschaft denn ist und wie Wirtschaft funktioniert.
        0:27:57–0:28:01
        Und wenn man das anders macht, dann wird man angeschaut, wie der letzte verrückte
        0:28:01–0:28:02
        Mensch von vielen Leuten.
        0:28:02–0:28:06
        Also es wird besser, es wird wirklich besser, weil die Leute merken,
        0:28:06–0:28:10
        dass die bestehenden Institutionen nicht mehr tragen und der Staat auch keine neuen Lösungen hat.
        0:28:10–0:28:14
        Und das Wirtschaftswachstum, wenn man sieht, wie alles austrocknet,
        0:28:15–0:28:18
        wie die Wälder verbrennen und so weiter, das wird den Menschen schon langsam
        0:28:18–0:28:21
        klar, dass es vielleicht nicht die beste Lösung ist, die wir gerade leben.
        0:28:22–0:28:26
        Aber genau, man wird immer noch oft angeschaut, wie so ein mit großen Augen,
        0:28:26–0:28:29
        wie ihr stellt das alles in Frage und,
        0:28:30–0:28:34
        vielleicht mal dahin geguckt, was war denn die Strategie von diesen Organisationen
        0:28:34–0:28:37
        und wie haben es denn die geschafft, so wirkmächtig zu werden und was kommt
        0:28:37–0:28:38
        vielleicht auch diese Strategie.
        0:28:40–0:28:45
        Ja, also erstmal würde ich eine wichtige Unterscheidung vornehmen wollen,
        0:28:45–0:28:50
        nämlich also zum Beispiel von neoklassischer Theorie und der Entwicklung in
        0:28:50–0:28:54
        den Wirtschaftswissenschaften zu unterscheiden von einem größeren politischen Prozess, der,
        0:28:55–0:28:59
        diese und andere Gedankenmuster gesellschaftlich wirksam gemacht hat.
        0:29:00–0:29:04
        Und da spielen auf jeden Fall jetzt bei diesen letzteren Prozessen,
        0:29:04–0:29:08
        wo ich eben auch den Begriff des Neoliberalismus verorten würde oder die politische
        0:29:08–0:29:11
        Bewegung eigentlich des Neoliberalismus verorten würde,
        0:29:11–0:29:15
        da spielt auf jeden Fall das Arbeiten mit Netzwerken eine ganz wichtige und große Rolle.
        0:29:16–0:29:20
        Also das Aufbau von institutionellen Akteuren und die Vernetzung,
        0:29:20–0:29:25
        die Verbindung dieser Akteure untereinander, um sozusagen gemeinsames koordiniertes
        0:29:25–0:29:29
        Vorgehen zu ermöglichen und auch sicherzustellen.
        0:29:30–0:29:33
        Und ein zweites wichtiges Moment ist auf jeden Fall, was,
        0:29:33–0:29:36
        wir aus der Forschung wissen, ist eine
        0:29:36–0:29:41
        gewisse Geschlossenheit in der Außenkommunikation und auch eine konzise,
        0:29:41–0:29:46
        auf relativ wenige Konzepte und Grundbotschaften ausgerichtete Kommunikation,
        0:29:46–0:29:50
        um gesellschaftliche Wirkmächtigkeit sozusagen entfalten zu können.
        0:29:51–0:29:56
        Bei gleichzeitiger Beibehalt auch durchaus von intellektuellen Konflikten oder
        0:29:56–0:29:58
        ideologischen Konflikten im Innenraum.
        0:29:59–0:30:01
        Also das wissen wir zum Beispiel aus der Montpellier Society,
        0:30:02–0:30:05
        dass sich die Leute wirklich an die Gurgel gegangen sind zum Teil,
        0:30:05–0:30:08
        also endlich gesprochen und gleichzeitig man es geschafft hat,
        0:30:08–0:30:12
        sozusagen immer wieder gemeinsame Abschlusskommuniqués und so weiter zu verfassen.
        0:30:13–0:30:19
        Also das sind zwei Momente Vernetzung und sozusagen eine sehr durchdachte strategische
        0:30:19–0:30:23
        Kommunikationsweise, die, glaube ich, relativ wichtig sind.
        0:30:23–0:30:26
        Was anderes aber, was auch sehr, sehr wichtig ist, und da würde ich jetzt nochmal
        0:30:26–0:30:30
        zu diesem Punkt Neoklassik und was das eigentlich in den Wirtschaftswissenschaften passiert,
        0:30:30–0:30:35
        zurückkommen, ist, dass diese neoliberale politische Bewegung es sehr gut verstanden
        0:30:35–0:30:40
        hat, sich eben mit dem Nimbus der Wissenschaften zu verbinden.
        0:30:41–0:30:46
        Und hier insbesondere die Wirtschaftswissenschaften sozusagen aus zu einer Leitdisziplin
        0:30:46–0:30:49
        eigentlich von modernen Gesellschaften zu machen.
        0:30:50–0:30:54
        Wichtiges Beispiel ist der sogenannte Wirtschaftsnobelpreis,
        0:30:54–0:30:56
        der eigentlich verliehen wird von der Schwedischen Reichsbank.
        0:30:57–0:31:03
        Das ist ein konkretes Ergebnis eigentlich von neoliberaler Politikgestaltung,
        0:31:03–0:31:07
        und hat dazu geführt, dass man das schlicht und ergreifend diese Wissenschaft
        0:31:07–0:31:10
        mit einem extremen Machtvorschuss.
        0:31:12–0:31:14
        Über Ökonomie sprechen kann.
        0:31:14–0:31:18
        Und das ist, glaube ich, eine wichtige Lehre jetzt auch zurück zum New Economy
        0:31:18–0:31:22
        Space. Wie verbindet man sich eigentlich mit Akademia?
        0:31:22–0:31:25
        Welche Rolle spielt da eigentlich wissenschaftliches Wissen?
        0:31:25–0:31:30
        Und wer generiert eigentlich auch das Wirtschaftswissen sozusagen,
        0:31:30–0:31:36
        mit dem man dann sozusagen seine konkreten politischen Prozesse irgendwie gestalten will?
        0:31:37–0:31:42
        Macht man das selber oder lehnt man sich dann nicht tatsächlich auch an AkademikerInnen,
        0:31:42–0:31:46
        die aber vielleicht aus anderen Bezugsdisziplinen kommen? Wie kann man sich mit denen verbinden?
        0:31:47–0:31:49
        Wie können die sich vielleicht auch untereinander vernetzen,
        0:31:49–0:31:53
        sodass sozusagen Menschen, die alternativ über Ökonomie nachdenken,
        0:31:53–0:31:58
        in der Wissenschaft selbst auch eigene Foren und Debatten und so weiter haben?
        0:31:58–0:32:02
        Und vielleicht als abschließende Bemerkung noch dazu, wir nehmen das tatsächlich
        0:32:02–0:32:05
        in den Wirtschaftswissenschaften selbst wahr, das, was du vorhin auch erwähnt
        0:32:05–0:32:08
        hast, nämlich, dass sich der Wind so ein bisschen dreht und man auch in den
        0:32:08–0:32:12
        Wirtschaftswissenschaften merkt, so ups, wir sind eigentlich viel zu lange,
        0:32:12–0:32:16
        in eine Richtung und dann noch eben eine problematische Richtung gerannt,
        0:32:17–0:32:21
        insbesondere auch, was die ökonomische Bildung, was die Lehre anbelangt.
        0:32:22–0:32:26
        Und da tut sich gerade in der Wissenschaft, in den Wirtschaftswissenschaften selbst was.
        0:32:26–0:32:32
        Aber ja, es ist fraglich, ob diese Impulse rechtzeitig kommen und ob sie dann
        0:32:32–0:32:36
        auch tiefgreifend genug sozusagen zu Veränderungen im Lehrbetrieb,
        0:32:36–0:32:39
        im Wissenschaftsbetrieb und so weiter und so fort führen werden.
        0:32:39–0:32:44
        Weil schlicht und ergreifend das Wissenschaftssystem eben auch so eingestellt
        0:32:44–0:32:49
        ist, dass diejenigen die Macht haben, die einfach auf Grundlage des etablierten
        0:32:49–0:32:51
        Denkens groß geworden sind in Wissenschaft.
        0:32:52–0:32:56
        Und insofern die institutionellen Rahmenbedingungen des Wissenschaftssystems
        0:32:56–0:33:00
        eigentlich in einem tiefgreifenden Wandel diametral entgegenstehen.
        0:33:01–0:33:04
        Und das ist was, was wir jetzt zum Beispiel in der Wissenschaftsforschung auch
        0:33:04–0:33:08
        in Linz machen, diese Prozesse uns anzuschauen, die vielleicht gar nicht so
        0:33:08–0:33:11
        sehr was mit den Wirtschaftswissenschaften zu tun haben, sondern eher mit Wissenschaft
        0:33:11–0:33:15
        insgesamt und den Mechanismen von akademischer Wissensproduktion.
        0:33:16–0:33:19
        Und dabei ist sich die Katze wieder so ein bisschen in den Schwanz.
        0:33:19–0:33:22
        Wir sind ja auch Praxisakteure zum Beispiel in dem Projekt Switch,
        0:33:24–0:33:28
        was jetzt auch gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften untersucht und ich merke
        0:33:28–0:33:32
        so, es braucht diesen Dreiklang ja am Ende.
        0:33:32–0:33:36
        Es braucht schon Praxisakteure, die es anders machen, die von der Wissenschaft
        0:33:36–0:33:41
        untersucht werden können, wo man dann daraus lernen kann, wo dann wieder sozusagen das auch,
        0:33:42–0:33:46
        ja, wenn man es jetzt klassisch ökonomisch-wissenschaftlich sich anschauen würde,
        0:33:46–0:33:51
        wo es eigentlich so dann hoch aggregiert wird oder skaliert wird, zumindest als Theorie.
        0:33:51–0:33:55
        Wie funktioniert das denn gesellschaftlich, was jetzt gerade in den Nischen ausprobiert wird?
        0:33:55–0:34:01
        Das kann man ja einerseits theoretisch machen, aber braucht auch eine gewisse andere Praxis dazu?
        0:34:01–0:34:07
        Ja, natürlich wurden neue Relationierungen auch von diesen unterschiedlichen Akteuren.
        0:34:07–0:34:13
        Also natürlich müssen Praxisakteure oder die Thinktanks im New Economy Space
        0:34:13–0:34:16
        haben unterschiedliche Expertise als jetzt zum Beispiel AkademikerInnen.
        0:34:17–0:34:22
        Oder als BerufspolitikerInnen oder UnternehmerInnen. Also das sind unterschiedliche,
        0:34:22–0:34:26
        ausdifferenzierte gesellschaftliche Felder, in denen diese Akteure unterwegs sind.
        0:34:26–0:34:30
        Und das ist auch wichtig so, dass es diese Felder gibt. Aber es braucht eben,
        0:34:31–0:34:33
        eine neue Relationierung dieser Felder.
        0:34:34–0:34:39
        Und jetzt mal auf das Verhältnis Wirtschaftswissenschaft und Politik geblickt,
        0:34:39–0:34:43
        haben wir es halt eben historisch mit einem hierarchischen Verhältnis zu tun.
        0:34:44–0:34:50
        Im Grunde sagt sozusagen der SVR, was die beste Politik wäre und überreicht
        0:34:50–0:34:55
        dann sozusagen das Jahresgutachten und dann muss man sehen, was sozusagen Politik
        0:34:55–0:34:56
        damit am anderen Ende macht.
        0:34:56–0:35:01
        Aber es kommt hier zu keinem gemeinsamen, wie soll ich sagen,
        0:35:01–0:35:07
        Verhandlungsprozess darüber, was denn jetzt die richtige Maßnahme in einem bestimmten,
        0:35:08–0:35:10
        sachpolitischen Feld meinetwegen sozusagen ist.
        0:35:10–0:35:15
        Also die klare Direktive geht hier von akademischem Wissen aus.
        0:35:16–0:35:20
        Und da ist jetzt, das war eins unserer Ergebnisse, jetzt mit Blick auf New Economy
        0:35:20–0:35:23
        Space, setzt sich da schon eher sozusagen.
        0:35:25–0:35:28
        Ein nicht hierarchisches, ein horizontales, ein ko-kreatives,
        0:35:28–0:35:34
        ein partizipatorisches, also you name the buzzwords, Verständnis der Interaktion
        0:35:34–0:35:37
        von Politik und Wissensproduktion durch.
        0:35:37–0:35:40
        Bis zu einem gewissen Grad. Manche machen das ein bisschen radikaler,
        0:35:40–0:35:41
        manche machen das ein bisschen anders.
        0:35:42–0:35:48
        In jedem Falle verändert sich dadurch der Prozess der Wissensproduktion als solcher.
        0:35:49–0:35:52
        Es gibt keine abgeschlossene Wissensproduktion sozusagen im Elfenbeinturm.
        0:35:53–0:35:58
        Dann wird dieses Wissen im besten Falle irgendwie mithilfe von Wissenschaftskommunikation
        0:35:58–0:36:00
        so verpackt, dass es auch andere Felder verstehen können.
        0:36:00–0:36:04
        Und die greifen es dann im besten Falle auch noch auf, weil sie es verstanden
        0:36:04–0:36:07
        haben oder weil sie es verstehen können und weil sie auch verstehen,
        0:36:07–0:36:09
        wie sie das in konkrete Politik zum Beispiel ummünzen.
        0:36:10–0:36:14
        Also das wäre sozusagen so ein lineares Verständnis. Und jetzt haben wir hier
        0:36:14–0:36:19
        eher Verständnisse, wo schon eben sozusagen in gemeinsamen Aushandlungen,
        0:36:19–0:36:21
        was ist überhaupt das politische Problem?
        0:36:22–0:36:26
        Blick auf bestimmte ökonomische Sachverhalte. Schon allein in der Problemdefinition
        0:36:27–0:36:29
        lernen sozusagen beide Akteure extrem viel.
        0:36:30–0:36:34
        Dann in der Bearbeitung, wer spielt hier überhaupt eine Rolle bei dem Problem,
        0:36:34–0:36:39
        also wie groß ist es und dann natürlich auch bei der Frage, wie müsste dieses
        0:36:39–0:36:40
        Problem eigentlich angegangen werden.
        0:36:41–0:36:45
        Also in diesem gemeinsamen Aushandlungsprozess wird hier sozusagen eine neue
        0:36:45–0:36:50
        Form von Wissen über Ökonomie entwickelt, was dann auch unmittelbar eigentlich praxisrelevant wird.
        0:36:50–0:36:53
        Und da hast du den Eindruck, dass die Politik damit gut umgehen kann?
        0:36:55–0:37:00
        Also das war nicht Teil der Studie. Wir haben jetzt sozusagen nicht diese Rezeptionsseite
        0:37:00–0:37:03
        nochmal uns angeschaut und haben zum Beispiel mit BerufspolitikerInnen gesprochen.
        0:37:04–0:37:09
        Was kommt jetzt da sozusagen bei euch an oder wie wirkt es auf euch?
        0:37:09–0:37:15
        Wir haben nur diesen spezifischen Modus dieser neuen Wissensproduktion haben
        0:37:15–0:37:19
        wir jetzt hier sozusagen einmal rekonstruiert und können das auch glaubhaft
        0:37:19–0:37:22
        darstellen, dass es sich hier tatsächlich um eigentlich einen neuen Typus,
        0:37:25–0:37:30
        von Wirtschaftswissenproduktion handelt, der so bisher zumindest mal im deutschsprachigen
        0:37:30–0:37:32
        Raum noch nicht vorhanden war.
        0:37:32–0:37:36
        Das war bisher immer eben sehr stark von Expertinnenwissen geprägter Raum,
        0:37:36–0:37:42
        auch in den ökosozialen Instituten, die so in den 70er Jahren und danach gegründet wurden.
        0:37:42–0:37:45
        Also Öko-Institut, Agora und so weiter, IEW.
        0:37:46–0:37:50
        Und das dreht sich jetzt so ein bisschen und darin verändert sich eigentlich
        0:37:50–0:37:56
        auch sozusagen das Verständnis davon, was überhaupt oder wer überhaupt Wissen
        0:37:56–0:38:01
        über Ökonomie auf welche Weise produzieren soll und darf.
        0:38:01–0:38:06
        Ja, wir arbeiten ja auch sehr stark und das so, also ko-kreativ,
        0:38:06–0:38:12
        partizipativ, genau und nicht hierarchisch und so weiter.
        0:38:12–0:38:16
        Und genau, es ist spannend, weil du vorhin gesagt hast, es gibt nicht dieses
        0:38:16–0:38:21
        Ei, also dieses vielleicht auch ausformuliert Einende in dem New Economy Space.
        0:38:21–0:38:27
        Ich habe aber schon das Gefühl, dass sich gerade so eine Grundhaltung verbreitet,
        0:38:27–0:38:33
        die viele einfach so intuitiv spüren und genau, man will es auch nicht so richtig jetzt irgendwie,
        0:38:34–0:38:37
        als die zehn Gebote irgendwie festklopfen, weil man auch Angst hat,
        0:38:37–0:38:39
        dass man dann, also genau, keiner hat, glaube ich, mehr Lust,
        0:38:40–0:38:44
        dieses Manifest sprachlich zu diskutieren und hier über das Wort und da über
        0:38:44–0:38:47
        das Wort zu diskutieren, weil, glaube ich, alle verstanden haben, so,
        0:38:48–0:38:51
        ne, man muss jetzt einfach Dinge tun, anders zu tun.
        0:38:52–0:38:57
        Und ich glaube, auch diese ganzen Akteure, die du vorhin aufgelistet hast,
        0:38:57–0:39:00
        die Finanzwende hast du vorhin nicht genannt, aber die sind da auch dabei,
        0:39:00–0:39:03
        die sind ja auch sehr stark einfach im, okay, wir machen jetzt.
        0:39:03–0:39:06
        Wir machen jetzt einfach irgendwas und wir machen jetzt nicht mehr hier die
        0:39:06–0:39:07
        großen Konzepte und Theorien.
        0:39:09–0:39:14
        Sondern sind ja auch alles Akteure, die nicht nur in der Wissensproduktion sind,
        0:39:14–0:39:20
        sondern ja auch wirklich in der Gestaltung auf Basis dieses veränderten Wissens.
        0:39:21–0:39:24
        Wo ich jetzt aber überhaupt, also aufgrund dieser Forschung gar nicht so eine
        0:39:24–0:39:29
        ganz große Trendschärfe mehr ziehen würde. Also gerade in diesen Gestaltungsprozessen
        0:39:29–0:39:32
        entsteht dann wieder auch konkretes praxisrelevantes Wissen,
        0:39:32–0:39:34
        wie zum Beispiel eine Gesetzesvorlage.
        0:39:35–0:39:38
        Was man jetzt nicht als akademischen Text bezeichnen würde natürlich,
        0:39:38–0:39:44
        aber was auch sozusagen Sedimente von wissenschaftlicher Arbeit in sich trägt.
        0:39:45–0:39:47
        Und auch wiederum für Wissenschaften interessant sein könnten,
        0:39:47–0:39:51
        also für kritische WissenschaftlerInnen sozusagen, die das auch wieder rezipieren könnten.
        0:39:52–0:39:57
        Also ja, viele der Akteure haben ein total Hands-on-Verständnis von,
        0:39:57–0:40:00
        was es eigentlich heißt, Wirtschaftspolitik zu betreiben.
        0:40:01–0:40:06
        Das ist nicht mehr sozusagen, wie schon gesagt, aushacken, ausdenken im stillen
        0:40:06–0:40:09
        Kämmerlein und dann tun wir erst, hier tun wir was, sondern wir tun etwas.
        0:40:10–0:40:14
        Und in diesem Tun zeigt sich eigentlich schon das, was wir sozusagen zum Beispiel
        0:40:14–0:40:16
        unter neuer Ökonomie oder einer
        0:40:16–0:40:20
        sozialökologischen Ökonomie oder einer solidarischen Ökonomie verstehen.
        0:40:20–0:40:24
        Mir scheint es aber trotzdem wichtig, jetzt aus einer Perspektive des Wissenschaftlers
        0:40:24–0:40:28
        natürlich, dass man das dann auch, was in diesem vor- oder nachsprachlichen
        0:40:28–0:40:31
        Bereich passiert, auch in diesem affektiven Bereich passiert,
        0:40:32–0:40:35
        dass man das zu einem gewissen Zeitpunkt dann doch auch wieder versucht,
        0:40:35–0:40:39
        zu Papier zu bringen, schlicht und ergreifend, Stichwort Neoliberalismus,
        0:40:40–0:40:43
        weil das dann auch wieder eine Sprachfähigkeit ermöglicht und erlaubt und auch
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        eine Form von Identitätsbildung letzten Endes erlaubt und ermöglicht,
        0:40:48–0:40:51
        die nicht notwendigerweise auf sozusagen zehn Gebote rauslaufen muss.
        0:40:52–0:40:53
        Darum geht es, glaube ich, nicht.
        0:40:53–0:40:56
        Aber an bestimmten Wegmarken sich wieder zu vergewissern, okay,
        0:40:56–0:40:59
        was ist das eigentlich, was wir die letzten fünf Jahre gemacht haben?
        0:41:00–0:41:04
        Und was sind so Learnings und was sind Dinge, die wir vielleicht in Zukunft
        0:41:04–0:41:06
        lieber bleiben lassen sollten?
        0:41:06–0:41:10
        Ich glaube, das sind Prozesse und Praktiken, die so ein New Economy Space,
        0:41:10–0:41:14
        jetzt steht dann bald die fünfte Plattform an.
        0:41:14–0:41:19
        Und der Space, würde ich mal sagen, ist circa zehn Jahre alt.
        0:41:19–0:41:24
        Stünde ihm, glaube ich, schon ganz gut zu Gesicht, auch solche Prozesse irgendwie anzustrengen.
        0:41:25–0:41:29
        Genau, aber dieses Miteinander, Co-Kreativ-Arbeiten, nicht Hirage,
        0:41:29–0:41:33
        ist ja schon mal eine, kann man schon mal als ein Eingebot da reinstellen,
        0:41:33–0:41:35
        sage ich mal. Ja, das würdest du sagen.
        0:41:36–0:41:39
        Ja genau, da würde ich gerade mit dir so ein bisschen, würde ich gerne so ein
        0:41:39–0:41:44
        bisschen ins Brainstorm gehen, weil ich glaube eine Grundhaltung oder eine Grundüberzeugung
        0:41:44–0:41:50
        auch, die ich so mitbekomme, aber auch eben nicht jetzt spezifisch wirtschaftswissenschaftlich.
        0:41:50–0:41:53
        Und ich glaube, das ist auch schon Teil davon, dass man eben nicht mehr diese
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        Fachgebiete so einzeln voneinander abgrenzt, sondern was ich wahrnehme als so
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        eine neue Haltung in dieser ganzen Bewegung, dass wir wollen eigentlich in einer
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        anderen Gesellschaft leben, ist,
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        dass diese Trennung von Theorie und Praxis, aber jetzt auf den Menschen bezogen
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        auch diese Trennung von Denken und Körper, also nicht mehr so da ist,
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        sondern dass es total Bewusstsein dafür gibt, dass man jetzt auch einen gesunden,
        0:42:20–0:42:26
        Ja, also dass man auch sich regenerieren muss und sich eben auch als Teil der Natur begreifen muss.
        0:42:27–0:42:31
        Also unsere Körper sind natürliche Körper, Teil der Natur.
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        Und dass es da eben nicht mehr so diese Trennung gibt auch von außen und also
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        von Mensch und Natur, sondern dass da sich ganz viele Trennungen so auflösen.
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        Und genau, Ganzheitlichkeit wäre da so ein Buzzword.
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        Also ich glaube auf jeden Fall, dass das Punkte sind, Ausgangspunkte,
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        die für einen Teil dieser Organisation total wichtig sind und auch in die DNA
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        der Organisation eingelassen sind, auch was
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        wie sozusagen konkret im Alltag gearbeitet wird oder miteinander umgegangen wird.
        0:43:03–0:43:08
        Aber ich würde das so nicht für den ganzen New Economy Space sozusagen als eine
        0:43:08–0:43:12
        Signatur des ganzen Spaces jetzt irgendwie zum Beispiel verstehen oder sehen.
        0:43:14–0:43:18
        Insgesamt aber schon dieser, also du hast jetzt ja gerade mehrere Grenzen verschoben,
        0:43:18–0:43:22
        Grenzen beschrieben, die sozusagen in Auflösung begriffen sind,
        0:43:22–0:43:26
        also sowieso auch wieder Stichwort Postmoderne und so weiter oder Spätmoderne.
        0:43:26–0:43:31
        Aber das ist insgesamt, glaube ich, einer der Gründe, weswegen überhaupt es
        0:43:31–0:43:34
        auch so ein Space wie den New Economy Space gibt.
        0:43:35–0:43:39
        Wir haben das in dem ersten Paper mit Sabine Maasen gemeinsam auf die Metapher
        0:43:39–0:43:43
        oder den Begriff der Anschlussfähigkeit gebracht. Und zwar also mit einem Strich
        0:43:43–0:43:47
        zwischen Anschluss und Fähigkeit oder auf Englisch Connectability.
        0:43:48–0:43:54
        Also die Fähigkeit in diesem Durcheinander, in dieser neuen Unordnung,
        0:43:55–0:43:59
        eben Anschlüsse herzustellen. Und das ist nicht sozusagen was Hausgemachtes,
        0:43:59–0:44:01
        sondern das ist ein Handwerk, was man zu lernen hat.
        0:44:02–0:44:06
        Also Anschlüsse zum Beispiel zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern,
        0:44:06–0:44:08
        Politik und Wissenschaft zum Beispiel.
        0:44:08–0:44:12
        Aber eben auch Anschlüsse wieder zwischen Denken und Handeln,
        0:44:12–0:44:15
        Körper und Sprache und so weiter und so fort.
        0:44:15–0:44:20
        Und man kann das auch für verschiedene sozusagen ehemals etablierte Grenzen
        0:44:20–0:44:23
        durchspielen. Und was dieser Space eben schafft, ist es tatsächlich,
        0:44:23–0:44:28
        die Fähigkeiten an den Start zu bringen, hier wieder spezifische Anschlüsse herzustellen.
        0:44:29–0:44:33
        Und die Frage ist dann, in welche Richtung bewegt sich das dann aber?
        0:44:33–0:44:38
        Also Anschlüsse herstellen ist ja erstmal nett, aber welche Vektoren werden
        0:44:38–0:44:43
        dadurch sozusagen möglich und welche neue Handlungsfelder werden dadurch aufgeschlossen?
        0:44:44–0:44:46
        Durch die spezifischen Verbindungen, die eben geknüpft werden.
        0:44:46–0:44:50
        Und das ist die total entscheidende oder auch interessante Frage vor dem Hintergrund
        0:44:50–0:44:53
        auch, wie hat sich zum Beispiel der Neoliberalismus entwickelt,
        0:44:53–0:44:56
        der hat einen ziemlich klaren Vektor, in welche Richtung es gehen soll.
        0:44:57–0:45:01
        Das ist hier im New Economy Space nicht so. Es gibt nicht diesen einen klaren Vektor.
        0:45:02–0:45:07
        Und was das sozusagen in the long or in the medium term mit dem Feld machen
        0:45:07–0:45:10
        wird, das ist auf jeden Fall spannend und.
        0:45:11–0:45:16
        Das ist was, wo wir auch dranbleiben und wo wir auch gerade jetzt die nächsten
        0:45:16–0:45:20
        Strategy-Plattformen einfach begleiten werden und wo man auch schauen muss,
        0:45:21–0:45:23
        was tut sich in dem philanthropischen Feld.
        0:45:24–0:45:29
        Weil jetzt die ersten zehn Jahre liefen sehr stark eben auf dem Ticket ökologischer
        0:45:29–0:45:36
        Raubbau, Übernutzung von natürlichen Ressourcen und insgesamt einfach sozusagen Klimakatastrophe.
        0:45:37–0:45:40
        Ich habe den Eindruck, dass das jetzt in den letzten zwei, drei Jahren eben
        0:45:40–0:45:46
        durch das große neue Makro-Thema Geopolitik, Sicherheit, Militarisierung ein
        0:45:46–0:45:48
        Stück weit aufgefressen wird.
        0:45:49–0:45:55
        Und die Frage ist, was macht das mit der Funding-Landschaft und dadurch auch
        0:45:55–0:45:59
        vermittelt, was macht das dann mit den jeweiligen Organisationen.
        0:45:59–0:46:03
        Müssen die, wie du es vorhin ja auch für euch beschrieben hast,
        0:46:03–0:46:07
        müssen die ihre Narrative dann neu ausrichten, um trotzdem aber gleichzeitig
        0:46:07–0:46:11
        intern irgendwie weiterhin das machen zu können, was einem eigentlich wichtig ist.
        0:46:11–0:46:17
        Also hängt man da sozusagen sein Fähnchen ins neue Geopolitische,
        0:46:17–0:46:19
        einen neuen geopolitischen Wind.
        0:46:19–0:46:25
        Oder bleiben vielleicht auch an der Stelle einzelne Funder stabil auf dem alten
        0:46:25–0:46:30
        Thema und ermöglichen dadurch sozusagen bestimmten Fraktionen des New Economy Spaces,
        0:46:31–0:46:34
        auf der Art und Weise weiterzuleben oder sich zu etablieren,
        0:46:34–0:46:35
        wie es jetzt die letzten zehn Jahre geschehen ist.
        0:46:35–0:46:38
        Also das sind Prozesse, die noch vollkommen offen sind.
        0:46:39–0:46:44
        Ja, spannend. Dann muss ich dich wohl nochmal einladen, wenn die nächste Strategy-Plattform
        0:46:44–0:46:48
        in einem Monat stattgefunden hat um vielleicht mal,
        0:46:49–0:46:52
        Genau, zu schauen, was sind eigentlich vielleicht gemeinsame Ziele,
        0:46:52–0:46:57
        was ist der gemeinsame Vektor, die Stoßrichtung, in die wir uns da organisieren.
        0:46:58–0:47:03
        Ja, genau. Ich glaube halt, viele sind einfach wirklich damit und da ist das
        0:47:03–0:47:05
        zweite Thema, wie ist man finanziert.
        0:47:05–0:47:11
        Viele Organisationen sind einfach wirklich schon mit dem gut ausgelastet, mit dem, was sie eh tun.
        0:47:11–0:47:16
        Wir als MYZELIUM auch fokussieren sich darauf und schauen, dass sie sich darin
        0:47:16–0:47:17
        noch finanzieren könnten.
        0:47:18–0:47:23
        Und gerade dieser Blick über die eigene Organisation und über die hin zur gemeinsamen
        0:47:23–0:47:27
        Strategie und zur gemeinsamen Vernetzung fällt dann halt oft hinten runter.
        0:47:28–0:47:31
        Ja und also was ich vielleicht schon auch nochmal, also was wir jetzt auch auf
        0:47:31–0:47:34
        der letzten Strategy-Plattform auch, also wir hatten uns darum gebeten,
        0:47:34–0:47:37
        Ergebnisse vorzustellen, dem Bundesum ja gerne nachgekommen.
        0:47:38–0:47:43
        Und ein Punkt aus der Forschung, den wir damals mitgebracht hatten und der seitdem meines,
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        Wissens nicht wirklich sozusagen weiterverfolgt wurde, der aber vielversprechend
        0:47:48–0:47:53
        wäre, ist schon der, dass man eigentlich neue Koalitionen auch mit der elaborierten
        0:47:53–0:47:55
        Politikberatung suchen müsste.
        0:47:56–0:48:00
        Stichwort auch Reformbemühungen in den Wirtschaftswissenschaften selbst,
        0:48:00–0:48:01
        aber auch in anderen Wissenschaften.
        0:48:02–0:48:06
        Ich glaube, das ist so ein Potenzial, was bisher noch nicht wirklich gehoben wurde.
        0:48:07–0:48:11
        Das kann man sicherlich nicht für alle dieser Forschungsinstitute und so weiter
        0:48:11–0:48:15
        in Anspruch nehmen, aber man kann das für einzelne Akteure, manchmal sind es
        0:48:15–0:48:18
        auch nur bestimmte einzelne Personen, die einen Unterschied machen können,
        0:48:19–0:48:22
        wo sozusagen neue interessante Allianzen möglich wären.
        0:48:22–0:48:26
        Also Maya Göbel nennt das, glaube ich, Weird Connections oder so.
        0:48:27–0:48:30
        Und das wäre, glaube ich, gerade so eine neue Anschlussfähigkeit,
        0:48:30–0:48:35
        schlicht und ergreifend auch deswegen, weil hier halt relativ stabile Voraussetzungen
        0:48:35–0:48:41
        finanzieller Natur, institutioneller Natur, personeller Natur vorliegen, die man nutzen könnte.
        0:48:41–0:48:45
        Und wenn auf einmal zum Beispiel im DEW eben auch.
        0:48:48–0:48:53
        Die Ideen, die Konzepte und die Verfahren von Ökonomie debattiert oder auch
        0:48:53–0:48:57
        skaliert würden, die jetzt zum Beispiel in einer Organisation des New Economy
        0:48:57–0:49:03
        Spaces debattiert werden, dann kommt das natürlich mit einer ganz anderen Schlagkraft daher.
        0:49:04–0:49:09
        Ja, also das sind auf jeden Fall, gerade alleine, wenn man sich schon die Finanzierungsstruktur
        0:49:09–0:49:12
        anschaut, glaube ich, Potenziale, die man nicht liegen lassen darf.
        0:49:13–0:49:18
        Das ist vielleicht für Organisationen jetzt wie euch mit Selium herausfordernder,
        0:49:18–0:49:23
        als das jetzt zum Beispiel für das Dezernat Z oder Zoe ist,
        0:49:24–0:49:31
        weil die von den Themen als auch von der Art und Weise der Wissens- und Politikproduktion,
        0:49:31–0:49:35
        näher sind an klassischer institutionalisierter Politikberatung.
        0:49:36–0:49:39
        Also gerade DSNAZ und DEW zum Beispiel,
        0:49:40–0:49:44
        ja, wären so natürliche Verbündete, aber andere Organisationen wie ihr habt
        0:49:44–0:49:48
        da wahrscheinlich eher, ja, habt da einen längeren Weg oder ihr müsstet eben
        0:49:48–0:49:52
        eher nochmal tatsächlich in andere Disziplinen reinschauen.
        0:49:53–0:49:59
        Ja, also ich glaube, was wir miterleben in unserer Arbeit und damit können wir
        0:49:59–0:50:03
        dann noch langsam zum Schluss kommen, ist halt, dass sich jetzt so etablierte Akteure wie,
        0:50:05–0:50:10
        Industrie- und Handelskammern für uns Industrie interessieren oder einfach kommunale
        0:50:10–0:50:14
        Verwaltungen, die nicht wollen, dass ihre Innenstädte leer stehen oder die sich
        0:50:14–0:50:16
        überlegen müssen, wie sie die Kaufhilfe neu beleben.
        0:50:16–0:50:22
        Und dass einfach also diese fehlenden Lösungen für die Probleme,
        0:50:22–0:50:27
        die wir haben, die weder politisch adressiert werden, noch marktwirtschaftlich
        0:50:27–0:50:30
        sozusagen klassisch adressiert werden können, weil es einfach,
        0:50:31–0:50:34
        sich in den Rahmen ökonomisch nicht mehr rentiert,
        0:50:35–0:50:37
        bestimmte Dinge, Probleme zu lösen.
        0:50:38–0:50:42
        Genau, da werden wir dann, also da werden wir gerade wieder interessant,
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        dass sich da Organisation öffnen und nach wirklich neuen Lösungen umschauen
        0:50:47–0:50:49
        und dann vielleicht auch manchmal auf uns kommen.
        0:50:51–0:50:55
        Genau, aber es ist schön nochmal, also diese Connectability,
        0:50:55–0:51:01
        also dass du die Fähigkeit hast, dich mit den richtigen anderen Menschen oder
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        Organisationen zu verbinden, die weird Connections.
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        Und ich glaube, das ist auch was ganz Wichtiges, was Teil von unserer Arbeit
        0:51:10–0:51:15
        ist. Also, dass wir nicht mehr so sehr mit den Menschen oder darauf schauen,
        0:51:15–0:51:18
        aus welcher Ecke kommst du denn? Bist du links oder rechts?
        0:51:19–0:51:21
        Fährst du Fahrrad oder Auto? Ja.
        0:51:23–0:51:26
        Dass es einfach darum geht, hey, du bist hier willkommen an diesem Ort,
        0:51:28–0:51:31
        wenn du Lust drauf hast und wenn du dich einbringst und wenn du irgendwie fähig
        0:51:31–0:51:34
        zu Verbindungen bist mit den Menschen vor Ort.
        0:51:34–0:51:40
        Also das ist eben auch diese Fähigkeit, sich mit anderen Menschen zu verbinden,
        0:51:40–0:51:44
        was vielleicht auch ein Kern ist von der neuen Gesellschaftsordnung,
        0:51:44–0:51:47
        in die wir reingehen, sind wir denn verbindungsfähig.
        0:51:49–0:51:54
        Genau und also bleiben wir das auch, weil das ist keine momentane Geschichte,
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        sondern es ist eine Frage von, wie kann ich auch, Stichwort Geopolitik zum Beispiel,
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        wie kann ich jetzt auch in einem geänderten,
        0:52:02–0:52:06
        gesellschaftlichen Gefüge auch wieder neu oder neue Verbindungen herstellen.
        0:52:07–0:52:11
        Also das ist einfach auch eine Fähigkeit, die sehr viel verlangt,
        0:52:11–0:52:17
        sozusagen am Zahn der Zeit auf Tuchfüllung zu bleiben und schlicht und ergreifend
        0:52:17–0:52:19
        auch wachsam zu sein und aufmerksam zu sein,
        0:52:21–0:52:22
        was um einen herum passiert.
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        Ja, also das ist etwas, was einfach dynamisch ist und was man nicht einmal erlernt
        0:52:29–0:52:33
        hat sozusagen und dann kann man es und dann bleibt man auch als organisationsstabil,
        0:52:33–0:52:37
        sondern es ist vielmehr ein Modus operandi,
        0:52:37–0:52:40
        den man ständig immer wieder, immer wieder durchleben muss.
        0:52:43–0:52:43
        Ja, vielleicht mal so.
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        Ja, genau, vielleicht mal so und vielleicht auch sozusagen die Einladung,
        0:52:47–0:52:49
        diesen Modus Operandi auch in der Frage, wie wirtschaften wir,
        0:52:49–0:52:56
        wie organisieren wir uns und so weiter einfach, genau, auch auszuprobieren mit uns als MYZELIUM,
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        genau, mit einer dieser anderen Organisationen, die brauchen auch immer,
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        die sind angewiesen auf Geld,
        0:53:01–0:53:03
        die freuen sich auch über Unterstützung.
        0:53:03–0:53:09
        Es gibt die Links zu euren Papern für die Zuhörerinnen und Zuhörer dann in der
        0:53:09–0:53:11
        Beschreibung und das wird auch den Dienstagern.
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        Link zu dem Buch, das haben wir vorhin gar nicht genannt, Grundfragen der Ökonomie geben.
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        Also wenn ihr da tiefer einsteigen wollt, wie denken wir über Wirtschaft nach,
        0:53:19–0:53:22
        was ist eigentlich Wirtschaft und euch das Ökonomiestudium sparen wollt,
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        weil es eh ein bisschen genervt hat, ehrlich gesagt, und man da gar nicht so
        0:53:26–0:53:28
        viele gute Antworten gefunden hat.
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        Ich darf das sagen, ich habe lange genug das studiert. Dann lest euch doch einfach
        0:53:33–0:53:37
        das neue Buch von Lukas Beule und ganz vielen anderen durch,
        0:53:37–0:53:38
        die daran mitgewirkt haben.
        0:53:39–0:53:41
        Genau. Willst du noch was loswerden?
        0:53:42–0:53:47
        Nein, herzlichen Dank für die Einladung, ein tolles Gespräch und ja,
        0:53:47–0:53:51
        ich bin gerne auch sozusagen bereit, Rede und Antwort zu stehen,
        0:53:51–0:53:55
        wenn es Rückfragen zum Buch oder zu den Aufsätzen gibt.
        0:53:55–0:53:59
        Wissenschaft ist ganz oft so ein ganz, ganz einsames Geschehen,
        0:53:59–0:54:03
        man sitzt da vor sich hin und grübelt und denkt und macht und wir alle sind
        0:54:03–0:54:08
        total dankbar, wenn auch Leute einfach auf uns zukommen und schreibt uns einfach Feedback,
        0:54:08–0:54:12
        gerne auch die Einzelautorinnen des Lehrbuches, ganz herzliche Einladung.
        0:54:13–0:54:14
        Ins Gespräch zu kommen.
        0:54:14–0:54:18
        Voll schön, genau. Auf deiner Webseite findet man auch deinen Kontakt,
        0:54:18–0:54:23
        lukasbeule.de und findet auch ganz viele Infos zu dir, zum Sozioökonom,
        0:54:23–0:54:27
        der das Wirtschaften im Wandel zu verstehen sucht.
        0:54:29–0:54:34
        Danke, dass du da warst. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Podcast-Folge. Tschüss.
        0:54:34–0:54:35
        Danke, ciao.
        0:54:37–0:54:41
        Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen,
        0:54:41–0:54:45
        dann geh doch auf MYZELIUM.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
        0:54:45–0:54:51
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        0:54:51–0:54:56
        Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
        0:54:56–0:54:57
        dass du heute mit dabei warst.
        0:54:58–0:55:00
        Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
        0:55:01–0:55:05
        dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
        0:55:05–0:55:07
        Wirtschaftens weiter zu verbreiten.


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        56 min
      • MP116 - Wie wir gemeinschaftsbasiert Spielräume erweitern – Hartmut Rosas Diagnose und was wir daraus machen

          Formulare, Algorithmen, Compliance-Regeln: Wir vollziehen, statt zu handeln. Wir drehen uns im Hamsterrad – und verlieren dabei, was Hartmut Rosa „soziale Energie“ nennt: die kollektive Kraft, gemeinsam Dinge in der Welt zu bewegen.

          In seinem Buch „Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums“ (2026) beschreibt Rosa eine stille gesellschaftliche Energiekrise – nicht durch offene Herrschaft, sondern durch technische und bürokratische Verdichtung, die unsere Spielräume schleichend enger macht.

          Hannah Heller spricht mit Timo Wans (MYZELIUM) darüber, wie gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften genau das aufbricht: Beitragsrunden, Verantwortungsgemeinschaften und CSX als Weg zurück in echtes Handeln – mit Urteilskraft, Verantwortung und der Erfahrung, wirklich zu gestalten statt nur auszuführen.

          Eine Folge für alle, die raus wollen aus dem Hamsterrad – und wissen wollen, wie das gemeinschaftlich gelingt.

          Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

          Transkription

          0:00:11–0:00:15
          Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
          0:00:15–0:00:18
          Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
          0:00:19–0:00:21
          Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
          0:00:21–0:00:23
          Und dieser Podcast unterstützt dich
          0:00:23–0:00:27
          dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
          0:00:27–0:00:31
          Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
          0:00:31–0:00:36
          und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
          0:00:36–0:00:39
          Mein Name ist Hannah Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
          0:00:49–0:00:53
          Herzlich willkommen zur 116. Folge des MYZELIUM-Podcasts. Ich freue mich sehr,
          0:00:53–0:00:58
          dass wir heute ein bisschen mehr in die Theorie einsteigen, in die soziologische Theorie.
          0:00:58–0:01:01
          Und wen hätte ich mir da sonst einladen sollen als Timo Wanz?
          0:01:01–0:01:03
          Hi Timo, schön, dass du da bist.
          0:01:03–0:01:04
          Hallo.
          0:01:04–0:01:08
          Heute geht es darum, wie wir aus dem Hamsterrad rauskommen. Oder nein,
          0:01:08–0:01:12
          wie wir unsere Spielräume gemeinschaftsbasiert erweitern.
          0:01:12–0:01:15
          Und dafür reden wir über das neue Buch von Hartmut Rosa.
          0:01:15–0:01:18
          Situation und Konstellation, das ist dieses Jahr erschienen.
          0:01:19–0:01:21
          Mit dem Untertitel vom Verschwinden des Spielraums.
          0:01:22–0:01:25
          Und Timo war ja so ein bisschen deine Idee, dass wir hier heute darüber reden.
          0:01:26–0:01:31
          Sag doch mal, kurze Zusammenfassung. Um was geht es und warum hat es dich vielleicht
          0:01:31–0:01:34
          auch so fasziniert? Oder vielleicht das auch erst im zweiten Zuge.
          0:01:34–0:01:36
          Worum geht es? Situation und Konstellation.
          0:01:37–0:01:43
          Also Hartmut Rosa hat eine ganze Reihe bekannter Bücher geschrieben,
          0:01:43–0:01:49
          die sich eigentlich immer mit der Frage beschäftigen, wie wir eigentlich als Menschen,
          0:01:50–0:01:54
          als Gesellschaft, ja, Welterfahrungen machen, ja, also wie sie uns vorkommt.
          0:01:54–0:02:00
          Und seit, naja, 300 Jahren oder so kommen sie uns halt immer beschleunigt vor.
          0:02:00–0:02:03
          Und es geht auch immer um die Frage, stehen wir in Resonanz zu der Welt,
          0:02:03–0:02:04
          können wir über sie verfügen?
          0:02:05–0:02:09
          Genau, mit solchen Fragen beschäftigt sich Hartmut Rosa in seinem Werk.
          0:02:10–0:02:15
          Und jetzt hat er ein neues Buch rausgebracht und um Daumen soll es im Kern gehen.
          0:02:16–0:02:20
          Und dieses Buch heißt Situation und Konstellation.
          0:02:21–0:02:25
          Und er beschreibt eben Situationen als...
          0:02:26–0:02:31
          Momente, in denen Menschen sich als handelnde Akteure wahrnehmen und sich vor
          0:02:31–0:02:36
          allem dadurch kennzeichnen, dass wir soziale Energie schöpfen.
          0:02:37–0:02:40
          Also wir können so müde sein, kennt jeder.
          0:02:41–0:02:44
          Eigentlich hast du überhaupt keine Lust, dich mit Freunden zu treffen,
          0:02:44–0:02:47
          bist total müde, du triffst sie und auf einmal bist du energetisiert.
          0:02:47–0:02:52
          Oder du hast, um eigentlich direkt zum Thema zu kommen, stundenlang Formulare
          0:02:52–0:02:58
          für irgendeine blöde Förderung ausgefüllt und der Computer ist dreimal abgestürzt und so weiter.
          0:02:59–0:03:02
          Und dann hast du danach einen Termin mit jemandem, der dir einmal ganz kurz
          0:03:02–0:03:06
          erzählt, vollkommen random, wie man die neue Ökonomie aufbaut.
          0:03:06–0:03:08
          Und eigentlich dürftest du dich überhaupt nicht darum kümmern,
          0:03:08–0:03:10
          aber du hast Energie ohne Ende.
          0:03:10–0:03:13
          Und das ist eine Situation, ja?
          0:03:13–0:03:16
          Ja, fühle ich. Ich fühle es.
          0:03:18–0:03:21
          Genau, also die Sache mit den Förderhandträgen hatten wir gestern.
          0:03:22–0:03:24
          Und tatsächlich hatte ich die andere Situation auch gestern.
          0:03:25–0:03:27
          Und hintereinander. Und,
          0:03:29–0:03:32
          eine Konstellation wird demgegenüber beschrieben als eine Situation,
          0:03:32–0:03:37
          wo wir uns eben nicht als handelnde Akteure verstehen, sondern als vollziehende.
          0:03:38–0:03:44
          Und was vollziehen wir? Wir vollziehen das, was in der Regel irgendeine Vorschrift
          0:03:44–0:03:47
          von uns verlangt. Gesetz, aber auch unternehmensinterne Regeln.
          0:03:48–0:03:53
          Sachen, die vielleicht gar nicht unbedingt Sinn machen. Und was Rosa beschreibt
          0:03:53–0:04:00
          und was viele von uns kennen, ist ja, dass so ein bisschen der Regelbruch ganz häufig notwendig ist,
          0:04:02–0:04:07
          um überhaupt dafür zu sorgen, dass ein Handeln überhaupt möglich ist.
          0:04:08–0:04:11
          Lass mal noch kurz zwei Beispiele machen, so aus dem Alltag,
          0:04:11–0:04:13
          die Hartmut Rose auch gebracht hat in einem Vortrag.
          0:04:13–0:04:19
          Ich versuche die einfach ähnlich wie er mal, also damit man Gespür dafür bekommt,
          0:04:19–0:04:21
          was ist denn der Unterschied zwischen Situation und Konstellation,
          0:04:21–0:04:24
          bevor wir sozusagen in die Anwendung gehen dieses Konzepts.
          0:04:25–0:04:30
          Er hat das Beispiel gebracht des Schiedsrichters. Also ein Schiedsrichter,
          0:04:30–0:04:32
          der so ein Spiel früher gepfiffen hat,
          0:04:32–0:04:36
          der hat dann auch mal irgendwie, der hat seine Spielräume genutzt,
          0:04:36–0:04:41
          in denen er als Schiedsrichter sozusagen noch ein bisschen selbstständig entscheiden konnte,
          0:04:41–0:04:45
          ist es jetzt hier schon die rote Karte oder ist es hier jetzt schon das Abseits?
          0:04:45–0:04:48
          Und da werden Schiedsrichter beschrieben, die halt gesagt haben,
          0:04:48–0:04:53
          naja, wenn es jetzt 5-0 für die Mannschaft steht und dann ist die unterlegene
          0:04:53–0:04:56
          Mannschaft sozusagen, kriegt nochmal eine Chance, rennt nach vorne.
          0:04:56–0:05:00
          Es könnte, es hätte auch in Abseits gepfiffen werden können, aber in dem Moment,
          0:05:00–0:05:05
          lässt man es mal so laufen, weil es war nicht ganz klar und so,
          0:05:05–0:05:08
          und der Schiedsrichter nimmt sozusagen seinen Spielraum da und sagt,
          0:05:08–0:05:12
          komm, die kriegen jetzt nochmal eine Chance, weil sie halt 5 zu 0 zurückliegen.
          0:05:13–0:05:17
          Das ist so eine Situation, während heute dann eben ganz klar Konstellation,
          0:05:17–0:05:22
          Videobeweis, Schiedsrichter hat eigentlich keinen eigenen Handlungsspielraum mehr und,
          0:05:23–0:05:29
          Und es wird nicht mehr situationsabhängig gepfiffen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl,
          0:05:29–0:05:31
          wie Hartmut Rose immer wieder betont,
          0:05:32–0:05:38
          sondern eben anhand strikter Regeln, die auch technisch überprüfbar vollzogen werden.
          0:05:39–0:05:42
          Genau. Ich finde das sehr schön, weil das Thema Energie kann man dann wieder
          0:05:42–0:05:44
          sehr schön reinbringen, soziale Energie.
          0:05:45–0:05:49
          Während wenn der dumme Schiri jetzt was getan hat, was er gar nicht hätte tun
          0:05:49–0:05:54
          dürfen, die Hütte brennt, alle sind energetisiert, alle stehen auf ihren Bergen.
          0:05:54–0:06:01
          Während das Warten auf die Entscheidung, bis der VR wieder das Traumtor ablässt, alle fertig macht.
          0:06:01–0:06:02
          Ja, das stimmt.
          0:06:03–0:06:04
          Jetzt mach ich mal den Kaffeefilter.
          0:06:05–0:06:07
          Okay, jetzt der Kaffeefilter, zweite Situation.
          0:06:07–0:06:11
          Und in der Kaffeeküche in der Uni hat was entdeckt. Teilnehmende Beobachtung.
          0:06:12–0:06:15
          Ich stelle mir das wirklich so vor. Du hast so eine Theorie im Kopf und dann
          0:06:15–0:06:18
          machst du alles und wendest auf alles, was du tust, diese Theorie an.
          0:06:18–0:06:21
          Und ich glaube, so ist auch dieses Beispiel entstanden.
          0:06:22–0:06:26
          Hartmut Rosa kocht wohl immer noch Kaffeefilter. Kaffee?
          0:06:26–0:06:31
          Und da ist es dann halt immer so die Abwägung, wie viel Kaffeepulver mache ich
          0:06:31–0:06:33
          jetzt rein? Wie viele Tassen koche ich überhaupt?
          0:06:33–0:06:37
          Kommen denn vielleicht hier noch Leute ins Büro? Wenn ich jetzt mehr Kaffee
          0:06:37–0:06:38
          koche, dann brauche ich auch mehr.
          0:06:39–0:06:43
          Und dann ist es eben so, mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl wägt man dann
          0:06:43–0:06:49
          ab, wie viel Wasser man da rein tut und wie viel Kaffeepulver man da rein tut.
          0:06:49–0:06:56
          Und während beim Vollautomaten oder bei der Tabs-Maschine es eben ganz klar
          0:06:56–0:06:59
          ist, ich mache hier das und das und das und drücke den Knopf und fertig.
          0:06:59–0:07:02
          Da mache ich überhaupt keine situationsbedingte Abwägung mehr,
          0:07:02–0:07:04
          sondern ich mache halt mir mit einem Knopf drücken meinen Kaffee.
          0:07:07–0:07:10
          Oder French Press, das ist ja auch die Frage, die Leute, die einfach reinkippen.
          0:07:11–0:07:14
          Und es zeigt doch dann, also all die Siebträger-Menschen sind einfach alles,
          0:07:16–0:07:18
          Konstellationalisten. Ich kann es gar nicht aussprechen.
          0:07:18–0:07:23
          Also die alles sagen, ich mache den Perfekt Kaffee nach einer perfekten Vorgabe
          0:07:23–0:07:26
          versus die anderen, die halt einfach irgendwie Kaffeepilver reinkippen und sagen, wird schon.
          0:07:27–0:07:29
          Ja, ich weiß nicht. Ich glaube, bei so einer Barista-Maschine ist es schon auch
          0:07:29–0:07:33
          wieder Fingerspitzengefühl und Augenmaß, weil da kommt es ja dann voll drauf
          0:07:33–0:07:37
          an, welche Temperatur stellst du ein, wie viel Wasser lädst du dadurch.
          0:07:37–0:07:41
          Es geht, glaube ich, schon Vollautomat versus Filterkaffee oder Vollautomat
          0:07:41–0:07:42
          versus Barista-Maschine auch.
          0:07:43–0:07:45
          Also da, wo doch die Kunst im Spiel ist.
          0:07:45–0:07:48
          Genau, da dürfen wir uns jetzt nicht mit den ganzen Kaffee-Barista-Leuten anlegen hier.
          0:07:50–0:07:53
          Die trinken beide auch gerne mal einen Barista-Kaffee.
          0:07:53–0:07:57
          Ja, ich habe einen Vollautomat, ich gebe es zu und da können wir vielleicht
          0:07:57–0:08:00
          auch schon in die Überleitung gehen, weil ich finde es super angenehm.
          0:08:01–0:08:04
          Ich finde es super angenehm, einfach nur diesen Knopf zu drücken, Kaffee kommt raus.
          0:08:04–0:08:09
          Ich muss überhaupt nichts situativ irgendwie denken morgens,
          0:08:09–0:08:16
          wenn ich meinen Kaffee mache, weil meine Arbeit ja schon total situativ ist in einer Tour.
          0:08:16–0:08:18
          Also wir beim MYZELIUM haben, glaube ich,
          0:08:19–0:08:25
          Also wirklich fast die ganze Zeit, Situationen zu handeln, also wirklich Entscheidungen
          0:08:25–0:08:27
          zu treffen, Situationen zu handeln.
          0:08:28–0:08:32
          Wir sind total handlungsfähig in unserem Tun, weil wir eben alles immer neu
          0:08:32–0:08:37
          erfinden, weil wir wenig standardisierte Prozesse haben, weil wir ganz wenig
          0:08:37–0:08:41
          Konstellationen haben, wo wir einfach mal abarbeiten müssen.
          0:08:42–0:08:45
          Also die Situation mit den Förderanträgen, wo man so, aber das ist ja auch,
          0:08:45–0:08:47
          ein Förderantrag sich ausgedacht hat,
          0:08:48–0:08:54
          situationsabhängig und dann aber halt die Herausforderung der konstellativen
          0:08:54–0:08:56
          Maske, der Fördermaske, wo man diesen Förderantrag dann,
          0:08:57–0:09:01
          reinquetschen muss, diese gemeinschaftsbasierte Idee, dann reinquetschen muss
          0:09:01–0:09:04
          in 200 Zeichen oder 2000 Zeichen, wie auch immer.
          0:09:04–0:09:09
          Das sind dann so die einzigen Situationen, wo wir konstellativ handeln müssen.
          0:09:09–0:09:12
          Und das ist immer komplett mein Thema, Hannah, weil du hast gesagt,
          0:09:12–0:09:17
          wir müssen konstellativ handeln. Also diese Förderanträge, also das ganze Fördersystem
          0:09:17–0:09:19
          ist eine Riesenkonstellation.
          0:09:19–0:09:22
          Und warum haben wir es geschaffen, nicht um die Menschen zu gängeln,
          0:09:22–0:09:26
          sondern der Wunsch vom Staat ist ja, wir wollen zum Beispiel Organisationen
          0:09:26–0:09:29
          wie dem MYZELIUM Geld geben.
          0:09:29–0:09:35
          Aber dann ist es super wichtig, dass es vergleichbar ist und dass es nachprüfbar ist.
          0:09:37–0:09:41
          Und jetzt wäre es natürlich am besten, wenn du genau für gesagt hättest,
          0:09:42–0:09:46
          mein Ziel ist es als Organisation Fördergelder anzuziehen und deswegen gründe
          0:09:46–0:09:51
          ich meine ganze Organisation und alle meine Abläufe, damit sie permanent Fördermittelkompatibel sind.
          0:09:52–0:09:57
          Und diese Organisation wird eigentlich von niemandem so gegründet.
          0:09:57–0:10:03
          Naja, doch. Sehr wohl. Chancengleichheitsgesetz. Schaut euch um.
          0:10:04–0:10:08
          Das ist eine riesige Maschinerie der Konstellation. Die sind nur da.
          0:10:08–0:10:13
          Bildungsträger, die nicht der Bildung wegen sich gegründet haben,
          0:10:13–0:10:16
          sondern weil sie gesehen haben, da gibt es ordentlich Fördergelder abzuziehen.
          0:10:16–0:10:22
          Und das machen die Konstellativ und machen sich einen Reibach und die Bildung dahinter ist schlecht.
          0:10:22–0:10:27
          Also das ist die Situation, wenn man von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder auch
          0:10:27–0:10:31
          in eine neue Arbeit suchend ist und man geht in so eine Fortbildung hinein,
          0:10:32–0:10:35
          gefördert durch das Chancengleichheitsgesetz oder,
          0:10:37–0:10:42
          Qualifizierungschancengesetz heißt es glaube ich und da kriegt man dann x Euro,
          0:10:42–0:10:46
          für jeden Menschen, den man sozusagen wieder fit macht für den Arbeitsmarkt
          0:10:46–0:10:48
          und man kann das so schlecht machen, wie man will.
          0:10:48–0:10:52
          Es gibt bestimmte Kriterien, die werden geprüft vom Staat. Nach denen sind die
          0:10:52–0:10:54
          natürlich optimiert, diese Unternehmen.
          0:10:54–0:10:56
          Konzellative Kriterien?
          0:10:56–0:11:01
          Genau. Konzellative Kriterien, die extern überprüfbar sind, aber die nichts
          0:11:01–0:11:05
          mit Qualität zu tun haben oder mit der Zufriedenheit der Menschen oder der Bildung.
          0:11:05–0:11:06
          Aber mit Nachprüfbarkeit.
          0:11:07–0:11:10
          Aber mit Nachprüfbarkeit, richtig. Und deshalb sind die darauf ausgerichtet,
          0:11:10–0:11:13
          diese Gelder anzuziehen, diese Kriterien zu erfüllen.
          0:11:13–0:11:16
          Aber sonst passiert da nicht mehr viel.
          0:11:16–0:11:20
          Und das ist übrigens, genau, und das sind wir wiederum genau beim Thema.
          0:11:20–0:11:23
          Also eigentlich könnte man jetzt sagen, theoretisch könnte man sagen,
          0:11:23–0:11:25
          auf eine gewisse Art und Weise könnte sich der Staat, der sagt,
          0:11:25–0:11:32
          okay, ich will, dass die Gelder vor allem nach nachprüfbaren Kriterien vorausgleichen
          0:11:32–0:11:34
          werden, genau solche Organisationen wünschen.
          0:11:35–0:11:37
          Richtig witzig wird es dann natürlich bei Innovationsprogrammen,
          0:11:38–0:11:41
          weil innovative Organisationen sind genau,
          0:11:42–0:11:48
          spezialisiert auf situatives Handeln, auf das Maximieren von Handlungsspielräumen,
          0:11:48–0:11:52
          weil sie sollen ja Dinge neu machen, sie sollen ja das alte aufbrechen, eigentlich auch die.
          0:11:55–0:11:59
          Konstellationen und hier und dann auf der anderen Seite gibt es ein Förderprogramm
          0:11:59–0:12:02
          und da müssen sich dann die innovativen Organisationen reinpressen.
          0:12:03–0:12:06
          Und dann beginnt halt eben das Spiel, ja, dann musst du deine Organisation an
          0:12:06–0:12:10
          die Programme anpassen und gleichzeitig, aber du willst innovativ weiter sein,
          0:12:10–0:12:12
          deine Hand umspielräume zu machen.
          0:12:13–0:12:17
          Und das ist, glaube ich, ein Spiel, was sehr viele Menschen vor allem spielen,
          0:12:17–0:12:20
          die vor allem einen Anspruch haben, was ändern zu wollen.
          0:12:20–0:12:22
          Was du beschrieben hast, sind natürlich Leute, die da sehr rational rangehen
          0:12:22–0:12:25
          und sagen, da gibt es Geld abzugreifen, ich gründe die Organisation,
          0:12:25–0:12:28
          die die ganzen Fördergelder kriegt, weil wir genau so handeln,
          0:12:28–0:12:30
          wie die es gerne hätten und dann kriegen wir das auch an.
          0:12:31–0:12:33
          Und die anderen sagen aber, ich bin aber keine Organisation,
          0:12:33–0:12:37
          die nur mit Fördergeldern handeln will, ich will allgemein handeln und ich nutze
          0:12:37–0:12:39
          das quasi ein bisschen als Booster.
          0:12:39–0:12:43
          Und ich glaube, um das Ganze nochmal wieder so ein bisschen zusammenzuführen,
          0:12:43–0:12:48
          ist es so zu sagen, um das einfach zu verstehen, Konstellationen wurden ins
          0:12:48–0:12:52
          Leben gerufen, nicht um die Menschen zu gängeln, sondern es ging vor allem um so eine Bewegung,
          0:12:53–0:12:59
          wo es nachgeht, um die Nachprüfbarkeit und Überprüfbarkeit und auch Chancengleichheit herzuführen.
          0:13:00–0:13:05
          Und es geht hierbei vor allem auch um einen gewissen mathematischen Statistikenansatz.
          0:13:05–0:13:09
          Kennzahlen generieren, das Handeln und so weiter. Das kennt ihr auch aus.
          0:13:11–0:13:16
          Aber der Gedanke dahinter ist nicht per se Gängelung, sondern ganz häufig ist
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          es auch Chancengleichheit.
          0:13:17–0:13:19
          Ja, Gerechtigkeit halt.
          0:13:21–0:13:26
          Der Spielraum als Problem, ja, das seht ihr zum Beispiel, der Schaffner ist
          0:13:26–0:13:28
          auch so ein Beispiel, was Rosner bringt. Früher konnte er sagen,
          0:13:28–0:13:32
          okay, ich kann verstehen, die Welt ist komplex und aus irgendeinem Grund hast
          0:13:32–0:13:35
          du jetzt halt kein Ticket, ich lasse dich davon kommen oder du kannst es bei mir noch kaufen.
          0:13:36–0:13:40
          Während es heutzutage nicht mehr geht und der Schaffner jetzt dann quasi entweder
          0:13:40–0:13:44
          gezwungen ist, illegal zu handeln, wenn er Spielraum handeln würde,
          0:13:44–0:13:47
          oder halt sagen muss, sorry, sich hinter die Vorschrift zurückziehen kann und
          0:13:47–0:13:51
          sagen kann, sorry, ich kann nichts machen. Vorschrift ist Vorschrift.
          0:13:52–0:13:55
          Und was zurückbleibt, ist halt ein Energieentzug auf allen Seiten.
          0:13:55–0:13:59
          Der Schaffner darf die Situation nicht auflösen, die er aufgrund von seinen Erfahrungen,
          0:14:01–0:14:05
          Und je krasser eine Konstellation wirkt, umso weniger vertrauen wir auch den
          0:14:05–0:14:08
          Menschen. Das hat ganz viel auch was mit dem Menschenbild zu tun.
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          Also der Homo economicus, Nutzenmaximierer.
          0:14:13–0:14:18
          Die Leute, die diese Vorschriften ausmaximieren, denen ist dieser Handeln der
          0:14:18–0:14:21
          Mensch und der Spielraum immer ein Problem, weil das könnte er ja zu seinem
          0:14:21–0:14:22
          eigenen Vorteil nutzen.
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          Ja, voll. Ich muss gerade an eine Situation denken, weil es,
          0:14:27–0:14:30
          glaube ich, nochmal ganz schön diese soziale Energie deutlich macht.
          0:14:31–0:14:35
          Ich musste mal irgendwie ganz früh zum Bahnhof und war halt zu spät für den
          0:14:35–0:14:40
          Bus, für den Zug natürlich auf dem Weg zum Bahnhof, weil ich zu spät aufgestanden
          0:14:40–0:14:41
          bin oder warum auch immer.
          0:14:41–0:14:46
          Und bin dann halt so vor mich hingeschockt zum Bahnhof und neben mir fuhr dann
          0:14:46–0:14:50
          tatsächlich diese Linie, die auch zum Bahnhof fährt, die Buslinie.
          0:14:51–0:14:55
          Und in dem Bus saß niemand, außer der Busfahrer. Und der hat mich halt da joggen
          0:14:55–0:14:58
          gesehen und dann hielt er einfach neben mir an und hat gesagt,
          0:14:58–0:15:00
          wollen Sie zum Bahnhof? Dann habe ich gesagt, ja.
          0:15:01–0:15:04
          Und dann hat er mich eben unabhängig von irgendeiner Bushaltestelle einfach
          0:15:04–0:15:07
          einsteigen lassen und hat mich da schnell hingebracht.
          0:15:07–0:15:10
          Obwohl er natürlich strikt die Regel hat, nicht außerhalb der Bushaltestellen
          0:15:10–0:15:14
          darf man ja nicht anhalten und nicht Leute einsteigen oder aussteigen lassen.
          0:15:14–0:15:18
          Aber es war einfach so, es waren nur wir beide auf dieser Straße und niemand
          0:15:18–0:15:22
          anderes. Und situationsabhängig hat er dann eben gehalten und mir diese Freude gemacht.
          0:15:22–0:15:26
          Und ich war so dankbar, dass er sich glaube ich halt auch gefreut hat.
          0:15:26–0:15:28
          Genau, er hat sich die Freude auch selber getan.
          0:15:28–0:15:28
          Genau.
          0:15:28–0:15:34
          Also das ist auch, warum? Weil er sich als handelnder Mensch wahrgenommen hat in der Situation.
          0:15:34–0:15:34
          Genau.
          0:15:34–0:15:37
          Er hat vielleicht einen total strikten Ablauf als Busfahrer,
          0:15:37–0:15:40
          aber in dem Moment, also das war vielleicht auch das Highlight des Tages,
          0:15:40–0:15:44
          das ist die Geschichte, die er zu Hause seiner Frau oder so erzählt hat, ja?
          0:15:44–0:15:44
          Ja.
          0:15:45–0:15:47
          Und ich hatte zum Beispiel auch so einen Moment erlebt,
          0:15:48–0:15:50
          Tatsächlich habe ich das Buch im Urlaub gelesen und ständig,
          0:15:50–0:15:53
          wenn mir solche Situationen passiert sind, habe ich es Hanna meiner Frau erzählt,
          0:15:53–0:15:54
          das fand sie auch ein bisschen nervig.
          0:15:54–0:15:57
          Aber wir waren dann zum Beispiel in einem Museum und da gab es eine Führung
          0:15:57–0:16:00
          und die war eigentlich schon ausgebucht. Und dann guckt die Frau uns halt an
          0:16:00–0:16:03
          und sagt, ach ja, euch vier, die hole ich noch dazu.
          0:16:03–0:16:06
          Ja, gebt ihr ein Trinkgeld. Und das war genau so eine Sache.
          0:16:08–0:16:13
          Sie hat es einfach gemacht und weil wir vier in der einen Situation nicht das
          0:16:13–0:16:16
          Problem dargestellt haben, ja, aber es vielleicht irgendeine Vorschrift gab,
          0:16:16–0:16:18
          so und um das zu verstehen,
          0:16:19–0:16:21
          und wenn wir das auch so ein bisschen auf Organisationen hochen,
          0:16:21–0:16:25
          jede Organisation ist im Grunde darauf gepolt, ja, es gibt Vorschriften,
          0:16:25–0:16:29
          die Vorschriften sollen, sind häufig auch entstanden, weil Spielräume auch immer
          0:16:29–0:16:31
          einklagbar sind, je größer,
          0:16:31–0:16:35
          Organisationen werden, umso mehr Gerichtsentscheidungen gibt es dann zu irgendwelchen
          0:16:35–0:16:41
          Themen, dann tat die Entscheidung so weh, also tut man die Vorschrift anpassen und,
          0:16:42–0:16:47
          soziologisch gesehen gibt es ganz viele Untersuchungen, dass in jeder Organisation
          0:16:47–0:16:50
          permanent kleinere und bis mittlere Regelbrüche notwendig sind,
          0:16:50–0:16:52
          um die Organisation zum Laufen zu bringen,
          0:16:52–0:16:56
          und die Menschen bereit sind, das zu tun, nicht um ihren Nutzen zu maximieren,
          0:16:56–0:17:00
          sondern weil sie gerne in einer funktionierenden Organisation arbeiten.
          0:17:00–0:17:03
          Stichwort Energie, weil wenn es funktioniert, haben sie Energie,
          0:17:03–0:17:07
          wenn es nicht funktioniert, haben sie nie Energie. Schrägstich Burnout und ähnliches.
          0:17:07–0:17:11
          Und nicht um Cousins, das ist eine der erfolgreichsten Streikmethoden,
          0:17:11–0:17:12
          Dienst nach Vorschrift.
          0:17:13–0:17:16
          Also wenn du willst, dass deine Organisation nicht funktioniert,
          0:17:16–0:17:19
          dann tut jeder Akteur nur mit Regelkatalog.
          0:17:19–0:17:25
          Also drückt jeder sich den Regelkatalog aus und dann machst du genau das,
          0:17:25–0:17:28
          was da drin steht. Und die Konsequenz ist, nichts passiert mehr.
          0:17:30–0:17:32
          Und deswegen ist der Spielraum so wichtig, weil der das halt häufig auflöst.
          0:17:33–0:17:36
          Aber du brauchst dafür ein anderes Menschenbild Und das beschreibt halt der
          0:17:36–0:17:38
          Russe auch. Also die Erfahrung des Menschen.
          0:17:39–0:17:44
          Nicht als Problem, sondern auch als Potenzial. Und ja, es kann auch ausgenutzt werden.
          0:17:45–0:17:51
          Das führt aber nur zur Frage, passiert es dann per se oder in welchen Situationen?
          0:17:52–0:17:59
          Wird es dann ausgenutzt? Und wie kann aber auch die Konstellation auch positiv
          0:17:59–0:18:02
          betrachtet werden? Also Herr Großer sagt gar nicht, dass alle Konstellationen
          0:18:02–0:18:04
          immer schlimm sind, alle Regeln.
          0:18:05–0:18:08
          Er sagt nur, sie werden nur dann zum Problem, wenn sie soziales Handeln gar
          0:18:08–0:18:09
          nicht mehr ermöglichen.
          0:18:11–0:18:15
          Und so sehr uns zwei, das natürlich hier Spaß macht, einen Theorie-Podcast zu
          0:18:15–0:18:20
          machen, wo wir einfach mal random über soziologische Theorie uns austauschen.
          0:18:20–0:18:21
          Ja, das ist schön.
          0:18:24–0:18:27
          Genau, entdecken wir natürlich, haben wir das natürlich gelesen und gesagt,
          0:18:27–0:18:29
          hey Mensch, das hat natürlich was mit uns zu tun.
          0:18:30–0:18:33
          Ja, ich denke da auch gerade drüber nach, weil ich mich schon manchmal frage.
          0:18:33–0:18:38
          Also gerade diese Konstellationen helfen dabei auch irgendwie nach messbaren
          0:18:38–0:18:42
          Kriterien gerecht und nachvollziehbar zu handeln.
          0:18:42–0:18:49
          Ja, ich denke, dafür wurden die geschaffen, auch um Kontrolle auszuüben,
          0:18:50–0:18:55
          aber auch um sich zum Beispiel bei der Verteilung von Fördergeldern zu legitimieren oder auch,
          0:18:57–0:19:00
          im Wirtschaften miteinander gibt es ja auch irgendwie strenge Gesetze,
          0:19:00–0:19:04
          wie man sich, gerade wenn man Fördermittelgelder bezogen hat,
          0:19:04–0:19:09
          wie man sozusagen Aufträge vergeben darf an andere Unternehmen oder an andere externe Tritte.
          0:19:10–0:19:13
          Und damit es eben nicht ist, von wegen, ich habe jetzt hier Geld vom Start abgezogen
          0:19:13–0:19:15
          und das verteile ich jetzt mal unter meinen Homies.
          0:19:16–0:19:24
          Und gleichzeitig ist ja das, was wir pushen, sag ich mal, was wir einführen
          0:19:24–0:19:28
          wollen, nämlich in stärkeres beziehungsbasiertes Wirtschaften,
          0:19:29–0:19:31
          ja eigentlich einen Schritt wieder hin zu Vetternwirtschaft.
          0:19:31–0:19:33
          Also wenn du es negativ formulieren willst.
          0:19:33–0:19:38
          Wir wollen ja, dass Menschen ein bisschen die Kontrolle abgeben,
          0:19:38–0:19:45
          die Kontrolle verlieren und sich voneinander abhängig machen und sich abhängig
          0:19:45–0:19:48
          machen von einer Beziehung mit einem Menschen.
          0:19:51–0:19:55
          Der mit einem kooperiert oder eben auch nicht. Also bestenfalls schon.
          0:19:56–0:20:00
          Und ich frage mich da schon manchmal, wenn man das jetzt mal denkt,
          0:20:00–0:20:06
          das machen jetzt nicht die moralisch legitimsten Leute, sondern eben die großen Unternehmen,
          0:20:07–0:20:13
          die großen Bosi-profitorientierten Unternehmen, die unser System gerade maßgeblich
          0:20:13–0:20:17
          gestalten, dann sieht man ja, dass die es schon längst tun.
          0:20:17–0:20:21
          Also dass die sehr beziehungsbasiert wirtschaften in ihren Strukturen,
          0:20:21–0:20:25
          wie sie sind, in ihren Elitenkreisen, in ihren Netzwerken.
          0:20:26–0:20:30
          Und dann bin ich schon irgendwo dankbar für diese Vorschriften und für diese
          0:20:30–0:20:36
          Kontrollen, die aber eben nicht mehr tragen ab einem gestimmten Level von Macht
          0:20:36–0:20:39
          und Machtgefälle auch zwischen Politik und Wirtschaft.
          0:20:39–0:20:44
          Also wo dann die mit mehr Ressourcen und mehr Einfluss aus der Wirtschaft dann
          0:20:44–0:20:47
          oft eben politische Regularien dann trotzdem umgehen können,
          0:20:47–0:20:52
          indem sie eben irgendwie gute Beziehungen in die Politik pflegen und in die
          0:20:52–0:20:54
          Kontrollbehörden pflegen.
          0:20:54–0:20:57
          Genau, die schaffen die Regeln. Also das ist ja auch der Punkt.
          0:20:57–0:21:01
          Also je mächtiger du wirst, umso weniger wirst du dominierend von den Konstellationen,
          0:21:01–0:21:05
          weil du halt ein Herr von Anwälten da drauf wachst und halt,
          0:21:05–0:21:08
          keine Ahnung, die richtige Wirtschaftsministerin installiert,
          0:21:08–0:21:12
          die dann halt die richtigen Regeln, die für dich möglich sind.
          0:21:12–0:21:15
          Und genau diese Möglichkeit haben halt zum Beispiel alle anderen Organisationen
          0:21:15–0:21:17
          ja nicht, die weniger Macht haben.
          0:21:17–0:21:21
          Und die haben halt aber die Möglichkeit, auf bestehenden Beziehungen zu wirtschaften.
          0:21:21–0:21:24
          Und jetzt ist halt die Frage, wo wird das Problem? Natürlich wird das potenziell
          0:21:24–0:21:26
          zum Problem, wenn ein Schaden entsteht.
          0:21:27–0:21:30
          Aber der Schaden entsteht ja vor allem auch wiederum in der Annahme,
          0:21:30–0:21:35
          indem man gesagt wird, okay, wenn der Bürgermeister immer seinem örtlichen Bauunternehmer
          0:21:35–0:21:39
          den Auftrag gibt, dann wird das wohl ja negative Konsequenzen haben.
          0:21:40–0:21:42
          Und das sind ganz viele neoliberale Annahmen, die hier sprechen,
          0:21:43–0:21:48
          weil der Bauerunternehmer vor Ort dann halt nicht dem Wettbewerb ausgesetzt
          0:21:48–0:21:51
          ist und dann hohe Preise nimmt.
          0:21:52–0:21:56
          Und stattdessen wird das Ergebnis ja besser, wenn ich es europaweit ausschreibe
          0:21:56–0:21:57
          und dann ein Unternehmen aus
          0:21:57–0:22:04
          Buxtehude in Stuttgart eine Straße verlegt oder ein Dorf bei Stuttgart.
          0:22:05–0:22:08
          Und dann hast du aber das Problem, dass die örtliche Ökonomie,
          0:22:08–0:22:13
          also das war Wachstum vor Ort, gar nicht so richtig erschaffen wird,
          0:22:13–0:22:17
          weil nämlich die ganzen, die Löhne und so weiter, also vielleicht wird noch
          0:22:17–0:22:20
          das Hotel um die Ecke gebucht von den Monteuren oder so.
          0:22:21–0:22:25
          Aber die Wertschöpfung an sich passiert dann gar nicht mehr vor Ort.
          0:22:26–0:22:29
          Und dann gibt es wieder Möglichkeiten zu sagen, okay, dann wollen wir das wieder
          0:22:29–0:22:33
          ändern, dann passen wir die Sachen an. Aber es ist die ganze Zeit ein Spiel.
          0:22:34–0:22:36
          Und das ist, glaube ich, das, auf was wir hinaus wollen, dass eigentlich die
          0:22:36–0:22:40
          ganze Zeit ein Spiel zwischen, da gibt es ein bisschen das Menschenbild,
          0:22:40–0:22:46
          wie Menschen agieren, wenn sie Handlungsoptionen, Handlungsmacht bekommen versus,
          0:22:47–0:22:51
          und die Leute, die ein positives Menschenbild haben, und dann gibt es Menschen
          0:22:51–0:22:53
          mit einem eher schlechten Menschenbild.
          0:22:53–0:22:59
          Also der Mensch ist als Nutzenmaximierer unterwegs und will vor allem seinen
          0:22:59–0:23:04
          persönlichen Nutzen maximieren. Und ich glaube, in dieser Welt stecken wir jetzt
          0:23:04–0:23:06
          drin. Und ich glaube, wenn wir halt so...
          0:23:08–0:23:11
          Auf unsere Organisationen gucken, die wir so begleiten und die Projekte,
          0:23:11–0:23:16
          die wir so begleiten, dann geht es auch ganz viel um die Wiedergelangung überhaupt
          0:23:16–0:23:19
          von Handlungsmacht. Also ganz viele Menschen, mit denen wir zu tun haben,
          0:23:19–0:23:21
          haben das Gefühl, sie können nicht handeln.
          0:23:21–0:23:26
          Sie sind in der Konstellation komplett gefangen und kriegen keine Handlungsmöglichkeiten.
          0:23:26–0:23:30
          Ja, es ist halt dieses Hamsterrad-Gefühl, ne? Also ich halte mich an die Regeln,
          0:23:30–0:23:34
          ich spiele das Spiel, ich mache alles, erfülle die Vorschriften und trotzdem
          0:23:34–0:23:35
          komme ich auf keinen grünen Zweig.
          0:23:38–0:23:41
          Und dann laden wir ja die Leute eigentlich einmal kurz innezuhalten und zu gucken,
          0:23:41–0:23:45
          okay, wofür renne ich hier eigentlich, wo will ich eigentlich hinrennen?
          0:23:45–0:23:48
          Machen diese Regulierungen gerade Sinn für mich oder kann ich,
          0:23:50–0:23:54
          nicht eine Situation draus machen, in der ich wieder zum handelnden Akteur werde
          0:23:54–0:23:58
          und dann eben nicht mehr der Marktlogik hinterher renne, sondern eben mir eine
          0:23:58–0:24:03
          Gemeinschaft aufbaue, die mich eben anders finanziert und ich mir andere Regeln setze,
          0:24:04–0:24:08
          in denen am besten Fall so nach und nach auch wieder Konstellationen entstehen dürfen.
          0:24:08–0:24:11
          Also regelmäßige Beitragsrunden, das ist ja auch so eine Konstellation.
          0:24:11–0:24:15
          So läuft es jedes Jahr, treffen wir uns und geben unsere Beiträge ab.
          0:24:15–0:24:21
          Aber genau, aber auch darin, also auch Beitragsrunden sind ja dann sehr situativ,
          0:24:21–0:24:23
          wo jeder entscheiden darf, wie handele ich darin.
          0:24:24–0:24:29
          Aber das, was du sagst, ist ja total wichtig. Also auch wenn du denkst,
          0:24:29–0:24:33
          dass du keine Handlungsmöglichkeiten hast, weil du fest in der Konstellation
          0:24:33–0:24:37
          gefangen bist. Also zum Beispiel, ich habe einen kleinen Unverpacktladen oder einen Bioladen.
          0:24:37–0:24:40
          Ja, ein Grüße nach Dortmund, glaube ich, an der Stelle.
          0:24:40–0:24:45
          Da habe ich ganz viele Gespräche geführt mit jemandem, der sich überlegt hat,
          0:24:45–0:24:50
          mit uns zusammenzuarbeiten, aber so am Rennen ist, dass er eben diese Situation
          0:24:50–0:24:52
          nicht sieht. Er sieht nur die Konstellation.
          0:24:53–0:24:55
          Genau, also er hat keine Handlungsmöglichkeiten. Und das ist,
          0:24:55–0:24:58
          glaube ich, nochmal richtig spannend. Also das ist ein Konzept.
          0:24:59–0:25:01
          Und gerade wenn du Unternehmer bist, nicht irgendwo angestellt,
          0:25:01–0:25:05
          sondern Unternehmer bist, hast du in diesem Land das Recht,
          0:25:06–0:25:12
          Und das muss man auch mal unterscheiden. Es gibt Konstellationen, die sind Gesetze.
          0:25:12–0:25:15
          Und dann gibt es aber auch Konstellationen, die kann ich mir selber schaffen.
          0:25:17–0:25:21
          Und wenn ich einmal etwas tue, ist das keine Konstellation. Aber wenn ich etwas
          0:25:21–0:25:24
          tue und das wiederhole, entsteht eine Konstellation. Und das kann aber auch
          0:25:24–0:25:27
          etwas Positives sein. Wie zum Beispiel, ich baue meine Gemeinschaft auf,
          0:25:27–0:25:30
          aus meinen Stammkunden, die mir monatlich Geld überweisen. Halleluja.
          0:25:32–0:25:35
          Daraus entstehen dann auch witzigerweise neue Geschichten.
          0:25:38–0:25:41
          Es beginnt aber quasi mit dem Menschenbild. Glaube ich daran,
          0:25:41–0:25:46
          dass Menschen in der Lage sind, mein Unternehmen zu unterstützen,
          0:25:46–0:25:48
          weil sie einfach gerne hätten, dass das existiert, weil es ihr Leben besser
          0:25:48–0:25:51
          macht. So, und jetzt passiert Folgendes.
          0:25:51–0:25:55
          Der Stammkunde wird zum Mitglied. Und was passiert ist, ist,
          0:25:55–0:25:59
          dass in einem total klassischen Verhalten, wo alles Konstellation ist,
          0:25:59–0:26:05
          ich gehe in den Laden, frage nichts für den Preis, kaufe, keine Energietransformation passiert.
          0:26:05–0:26:13
          Wenn die Person am Laden sagt, schön, dass du da bist, Frau Meier, wie geht dein Hund?
          0:26:14–0:26:18
          Auf einmal entsteht eine Situation, die Leute beginnen zu grinsen, Energie.
          0:26:19–0:26:21
          Im gemeinschaftsversiebten Wirtschaft, wenn sich ein Kunde entscheidet,
          0:26:21–0:26:26
          Mitglied zu werden, monatlichen Beitrag zu überweisen und dann den Laden hält.
          0:26:27–0:26:30
          Also ich meine, in der ersten Beitragsrunde mit einem Laden,
          0:26:30–0:26:34
          hast du ja auch erlebt, Hannah in Speyer, ich meine, da haben Leute geweint.
          0:26:35–0:26:40
          Und warum haben sie geweint? Weil sie Handlungsmacht erlebt haben und zwar als
          0:26:40–0:26:45
          Kunde. Einfach nur, weil sie gesehen haben, okay, wenn ich mein Handeln ändere
          0:26:45–0:26:47
          in der Situation, Beitragsrunde erstmal so,
          0:26:49–0:26:54
          Und meine Handlungsoptionen nutze, dann können wir hier zusammen Energie schaffen.
          0:26:54–0:26:57
          Und das ist halt das, was gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ausmacht.
          0:26:58–0:27:01
          Wir kommen aus dem Moment, wir können nichts mehr ändern, weil wir uns an die
          0:27:01–0:27:05
          festgestehenden Regeln halten, wie Gesellschaft nun mal funktioniert,
          0:27:06–0:27:07
          aber auch wie Märkte funktionieren.
          0:27:07–0:27:12
          Und hier die Unterscheidung ist, es ist nicht illegal, gegen Marktgesetze zu
          0:27:12–0:27:16
          verstoßen, wenn du selber Unternehmer bist. Ja, also du darfst als Unternehmer,
          0:27:16–0:27:20
          selber handeln, selber Verträge machen, es gibt Vertragsfreiheit und so weiter.
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          Und du kannst auch einfach deinen Laden anders führen.
          0:27:24–0:27:26
          Und deine Kunden können sich auch entsprechend anders verhalten.
          0:27:26–0:27:29
          Und schlagartig hast du aus dem Moment, wo keiner Energie hat,
          0:27:29–0:27:32
          der Unternehmer hat keinen Bock mehr, seinen Laden zu führen,
          0:27:32–0:27:36
          und die Stammkunden sehen einfach nur, dass ein Lieblingsladen nach dem anderen
          0:27:36–0:27:38
          schließt, hast du einen Moment, wo Energie geschöpft wird.
          0:27:38–0:27:42
          Aber weil zum Beispiel wir mit ins Spiel kamen und den Leuten,
          0:27:42–0:27:46
          sowohl dem Unternehmer als auch den Stammkunden, ihre Handlungsmacht zurückgegeben haben.
          0:27:47–0:27:51
          Und das finde ich halt total spannend am gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
          0:27:53–0:27:58
          Und dann eben ist gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, und ich hoffe,
          0:27:58–0:28:01
          ihr ertragt das jetzt, aber das ist halt das Spannende, was uns,
          0:28:01–0:28:02
          glaube ich, jetzt gerade so ausfuckt, ist,
          0:28:02–0:28:06
          schafft dann halt seine eigene neue Konstellation, die eigenen Regeln.
          0:28:06–0:28:08
          Und die Regeln sind aber anders.
          0:28:08–0:28:12
          Der Mensch ist gut, wir unterstützen unsere Unternehmerinnen beim Wirtschaften,
          0:28:12–0:28:14
          die die Verantwortung übernehmen, die werden von den Leuten,
          0:28:14–0:28:16
          die das Angebot nutzen, unterstützt.
          0:28:17–0:28:18
          Jeder schaut, was er beitragen kann.
          0:28:19–0:28:24
          Es gibt in der Regel keine festgesetzten Preise, sondern jeder kann zum Beispiel
          0:28:24–0:28:26
          für einen Gutschein zahlen, was er will.
          0:28:26–0:28:30
          Uge, das mal in anderen Folgen unseres Podcasts oder Ecosia hat das bitte.
          0:28:31–0:28:36
          Und so, und jetzt hast du eine neue Konstellation, die aber anders wirkt und
          0:28:36–0:28:41
          hoffentlich immer wieder Situationen ermöglicht. Aber auch in solchen Fällen,
          0:28:42–0:28:45
          gibt es potenziell immer wieder Verkrustungen, also Vorstellungen von,
          0:28:46–0:28:48
          das Mitglied ist ja so oder es verhält sich nicht wie.
          0:28:48–0:28:53
          Und deswegen ist es auch wichtig zu sagen, ja, es ist sowas wie eine Gegensozialisierung,
          0:28:53–0:28:55
          an der man eigentlich kontinuierlich einfach auch weiterarbeitet.
          0:28:55–0:29:01
          Und das ist so ein bisschen witzig, so die komische kleine Blase,
          0:29:01–0:29:05
          die Anna und ich und die MYZELIUM-Unternehmerinnen, MYZELIUM-Menschen,
          0:29:05–0:29:08
          und er hat eben drin Leben, dass das unsere Realität widerspiegelt.
          0:29:08–0:29:13
          Und wir es manchmal, uns manchmal auch einfach Leute sagen, wie könnt ihr einfach
          0:29:13–0:29:16
          sagen, dass das funktioniert, was ihr macht?
          0:29:17–0:29:19
          Warum seht ihr die Probleme gar nicht, die wir sehen? Voll.
          0:29:21–0:29:27
          Die sind ganz verwirrt davon. Hä, warum habt ihr so viel Energie und Lust da
          0:29:27–0:29:30
          drauf? Das kann doch alles gar nicht funktionieren. Und ich glaube,
          0:29:30–0:29:31
          das ist auch tatsächlich das,
          0:29:33–0:29:37
          Unsere Hauptaufgabe als MYZELIUM ist eben,
          0:29:39–0:29:44
          in der Lage zu sein, diese Situation auch uns vorstellen zu können, aushalten zu können.
          0:29:44–0:29:48
          Und ich meine, es wird einfacher mit jeder Situation, dass es funktioniert,
          0:29:48–0:29:51
          also sozusagen mit jeder gelungenen Situation, in der wir erlebt haben,
          0:29:51–0:29:54
          okay, Menschen verhalten sich, wenn sie handlungsfähig sind,
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          wenn sie handlungsmächtig sind, verhalten sich sozial.
          0:29:58–0:30:01
          Und ich glaube, das ist so ein bisschen gekippt in unserem System.
          0:30:01–0:30:05
          Also man kam aus einer, ich sage jetzt mal, ich fange mal beim Zweiten Weltkrieg
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          an, aber man kam aus einer Situation, in der sozusagen nichts geklärt war,
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          alles ist kollabiert, alles musste neu verhandelt werden,
          0:30:13–0:30:14
          Gemeinschaften mussten sich
          0:30:14–0:30:18
          organisieren, weil der Staat quasi nicht mehr da war, zum Glück damals.
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          Und dann fing man langsam an, wieder Konstellationen aufzubauen.
          0:30:23–0:30:27
          Die Bundesrepublik hat sich gegründet, zumindest im Westen, im Osten nochmal
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          eine eigene Geschichte. Aber genau, es fing wieder an, Konstellation zu werden.
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          Und das war auch gut und das ist prosperiert, aber weil auch man in diesen sich,
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          also es war noch nicht alles so verkrustet, wie du es gesagt hast,
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          sondern man hatte Konstellationen, man hat wieder Prozesse und Strukturen und
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          den Staat und Institutionen aufgebaut, aber innerhalb,
          0:30:47–0:30:49
          dieser Konstellation, dieser Strukturen,
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          Waren die Leute noch viel handlungsfähiger, hatten noch viel mehr Spielräume.
          0:30:54–0:30:58
          Also wenn ich mit meiner Oma spreche und sie mir von damals erzählt,
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          wie das war, wie sie da sich organisiert haben, wie sie, die hatten auch nichts
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          nach dem Weltkrieg und wie sie sich da langsam,
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          die Sachen aufgebaut haben, wie sie sich gegenseitig unterstützt haben,
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          wie auch die Verwaltungsstrukturen, Behörden und so weiter, die,
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          also auf kurzen Dienstwegen wirklich sich unterstützt haben gegenseitig,
          0:31:20–0:31:23
          dann kriege ich so eine Sehnsucht danach, weil ich so denke, ja warum?
          0:31:23–0:31:25
          Und meine Oma regt sich auch wahnsinnig auf, wenn sie jetzt auf eine Behörde
          0:31:25–0:31:33
          geht. Und dann sitzt da so ein junger Typ, Milchgesicht, grün hinter den Ohren
          0:31:33–0:31:36
          und sagt dir, nee, das geht nicht, weil das ist nicht meine Abteilung und das
          0:31:36–0:31:37
          ist nicht mein Verantwortungsbereich.
          0:31:37–0:31:39
          Wir haben in diesem Land Vorschriften.
          0:31:39–0:31:43
          Genau. Und dann sagt sie, ja, aber das geht schon. Und dann weißt du ja auch
          0:31:43–0:31:46
          immer noch, dass es diese Grauzonen gibt. Weil die gibt es ja.
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          Die gibt es auch bis heute noch.
          0:31:47–0:31:50
          Ich habe auch eine witzige Geschichte von meiner Uroma, die erzählen sie in
          0:31:50–0:31:52
          unserer Familie. Und zwar war die über 90.
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          Und weil sie ja gut sozialisiert ist, hat sie gemerkt, oh, der Waffenschein
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          für den Revolver, den ich von meinem,
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          Mann geerbt habe, der ist abgelaufen. Und dann läuft sie mit dem Revolver aufs
          0:32:08–0:32:10
          Ordnungsamt, legt ihn auf den Tisch und sagt,
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          ja, ich hätte gerne bitte den Waffenschein nochmal länger ausgeführt und bitte
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          nicht nur fünf Jahre, weil ich will ja nicht, also ich will ja nicht wiederkommen. Ja, so.
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          Genau, aber auch witzig, in der Situation ruft dann diese Ordnungsbeamte vollkommen
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          widerrichtlich meinen Opa an und fragt, ihre Mutter ist da, hat das alles recht.
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          Aber das Witzige ist hier auch, der Beamte hat die Konstellation gebrochen,
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          weil wahrscheinlich hätte er das gar nicht gedurft.
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          Ja, Datenschutz, der darf ja gar nicht wissen, wer der so ist.
          0:32:40–0:32:45
          Die alles bedroßen, was es so geht, ja, aber genau, also er hat offensichtlich
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          gesagt, irgendwie, also muss man ja hier handeln.
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          Aber ich glaube, worauf wir bei diesen ganzen Sachen immer wieder raus müssen,
          0:32:51–0:32:54
          Und ich glaube, das Witzige ist, immer wenn es eine Situation entsteht,
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          wird es häufig auch irgendwie witzig. Wir lachen.
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          Niemand lacht dabei, wenn er ein Förderformular ausführt und denkt,
          0:33:00–0:33:02
          Mensch, das ist aber jetzt witzig hier.
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          Sondern das ist irgendwie so, ach nee, meine Realität passt nicht in das blöde
          0:33:06–0:33:08
          Formular. Das beschreibt Rosa auch immer.
          0:33:09–0:33:13
          Und dann muss man irgendwas machen. Und das ist die Realität von sehr vielen
          0:33:13–0:33:15
          Menschen in diesem Land.
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          Und das kommt ja auch mit dem Begriff der Entfremdung.
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          Das sorgt man halt auch für Entfremdungserfahrungen. Also der Staat tritt mit
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          mir gegenüber in meine Welt in Form von Formularen und echt böse geschriebenen
          0:33:30–0:33:32
          Briefen vom Finanzamt oder so.
          0:33:33–0:33:36
          Ich würde auch mal echt vorschlagen, dass die mal gewaltfreie Kommunikation
          0:33:36–0:33:37
          für Finanzbeamte oder so.
          0:33:38–0:33:40
          Ey, mein Finanzbeamter schreibt mir super Sachen.
          0:33:41–0:33:41
          Das ist schön.
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          Meiner ist gut.
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          Ja, cool, guck, aber dann nutzt er seinen Handlungsspielraum, ne?
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          Ja.
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          Genau, und ich glaube für die Art, wo wir wirtschaften, haben wir auf der einen
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          Seite diesen Punkt mit den Unternehmen, wo wir den Unternehmerinnen zeigen, wie es geht.
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          Und auf der anderen Seite gibt es aber auch, sind wir auch immer mehr mit komplexeren
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          Organisationen unterwegs, mit Kommunen, aber auch mit Gesundheitsorganisationen.
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          Und auch dort geht es eigentlich immer wieder um die Frage auch der bestehenden
          0:34:09–0:34:14
          Leute, die ganz in ihren Konstellationen hängen, mit uns zusammenzuarbeiten,
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          um Handlungsspielräume aufzumachen, die auch teilweise außerhalb ihrer bestehenden Logik ist.
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          Und das ist, glaube ich, das, was wir, glaube ich, hier reinsteigen.
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          Legen wollen. Wenn du anders denkst und in der Lage bist, dein anderes Denken
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          in Handeln zu übersetzen, also Situationen zu schaffen,
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          dann kannst du die festgefahrenen Strukturen, Konstellationen,
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          in denen du lebst, eben aufbrechen oder eine zweite Realität daneben setzen.
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          Also das ist das, was wir in der Regel machen.
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          Also wir helfen niemandem, sein festgefahrenes Unternehmen jetzt irgendwie agiler zu machen oder so.
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          Aber was wir sagen ist, ja, dein bestehendes Unternehmen ist irgendwie dein
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          Job, ja, aber das löst irgendein Problem nicht.
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          Und was wir in den Regeln machen ist, wir schaffen ein zweites Spielfeld,
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          was nach anderen Regeln funktioniert.
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          Und was es dann halt natürlich braucht, ist ein Mensch in verantwortlicher Position,
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          der vielleicht ein bisschen auch Spieler ist.
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          Also wenn du Handlungsspielräume haben willst, dann musst du natürlich auch spielen wollen.
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          Ja, was heißt spielen? Ich glaube, es braucht erstmal richtig viel Mut,
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          die Handlungsspielräume zu nutzen, aber auch dieses Mutigsein,
          0:35:25–0:35:29
          sich den Menschen wieder, weil sich in Situationen zu begeben ist,
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          auch sich in die Hand von anderen Menschen zu begeben.
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          Also nicht mehr in die Hand von Regeln und Strukturen, sondern sich auch so
          0:35:35–0:35:39
          hinzugehen und zu sagen, hey, kannst du mir bitte helfen? Kannst du mich bitte
          0:35:39–0:35:42
          unterstützen? Kannst du bitte dich neben mich an meine Seite stellen?
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          Und ich glaube, was mich so traurig über unsere heutige Zeit oder was mich manchmal
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          so traurig macht, ist, dass so viele Leute dieses Vertrauen nicht mehr haben
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          in andere Menschen. Also dass sie davon ausgehen, dass Menschen eigentlich nicht
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          helfen und unterstützen wollen. Und.
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          Es ist so sozial in uns drin, wenn wir sonst nicht abtrainieren über die Konstellation,
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          in den Konstellationen, in denen wir aufwachsen, dass wir sozial sind.
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          Ich habe gestern so ein TikTok-Video gesehen oder Instagram-Video,
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          wo so Kinder dabei gefilmt wurden, tausende von Kindern.
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          Wie immer, die saßen neben ihren Eltern und haben alle so ein Blatt weggezogen
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          von ihrem Teller. Der war versteckt sozusagen unter so einem Tuchblatt. Und.
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          Auf einem Teller lagen zwei Kekse, beim Kind nämlich, und bei der Mutter oder
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          beim Vater lag ein Keks und ein Teller war leer.
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          Und das Kind konnte das nicht aushalten. Die haben so gelitten,
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          jedes Mal, wenn es hervorgezogen wurde, und haben sofort ihren Keks geteilt. Sofort.
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          Als erste soziale Reaktion. Und ich glaube, das ist das, was wir unseren Kindern
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          beibringen, natürlich, bis zum Kindergarten.
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          Wo sie dann beigebracht bekommen, nein, ihr dürft euer Essen nicht teilen,
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          weil das ist Corona und es gibt Hygienevorschriften. Das darf man nicht.
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          Das war ja ganz krass während Corona. Ich glaube, mittlerweile dürfen die auch
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          wieder teilen im Kindergarten. Aber ich glaube, dieser soziale Instinkt ist
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          da. Nur wir haben den so überschattet mit irgendwelchen Regeln und Strukturen,
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          die uns davon abhalten, zu helfen und abhalten, uns gegenseitig zu unterstützen.
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          Dass wir echt den Glauben daran verloren haben oder auch nicht mehr oft die
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          Erfahrung machen, dass uns geholfen wird.
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          Und das macht mich so traurig. Ich würde mir so wünschen, dass viel mehr Menschen
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          die Erfahrung machen, dass andere Menschen ihnen halt helfen und dass es ein
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          sozialer Instinkt ist, uns zu helfen.
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          Und das ist auch empirisch mittlerweile echt hoch und runter bewiesen,
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          dass es so ist. Bei Kindern, aber auch in Extremsituationen,
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          wo halt Strukturen und Regeln nicht mehr greifen.
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          Wir helfen uns gegenseitig, wir killen uns nicht.
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          Ja, und ich glaube, dass gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
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          so wie wir es aufziehen, eben immer wieder diese Erfahrung einlädt.
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          Guck mal, hier sind Leute, die wollen dir helfen.
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          Die wollen dir helfen, liebe Unternehmerinnen, liebe Unternehmer,
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          liebe Anbieter, dass du aus diesem Hamsterrad aussteigen kannst.
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          Und ich glaube, in den meisten Fällen muss man halt nicht mal,
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          so für uns gesprochen, nicht mal die Regeln brechen.
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          Nee, man muss dir nur neue schaffen.
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          Man muss dir neue schaffen und halt im Rahmen der bestehenden Regeln halt deine
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          Spielräume finden, weil die gibt es.
          0:38:15–0:38:19
          Die gibt es immer. Und das ist zum Beispiel als Unternehmer.
          0:38:20–0:38:24
          Ich habe als Unternehmer die Möglichkeit, meine Produkte gegen klassisch festgesetzte
          0:38:24–0:38:25
          Preise im Laden zu verkaufen.
          0:38:25–0:38:30
          Oder ich setze ein Gutschein-System auf und lasse die Leute für den Gutschein zahlen, was sie wollen.
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          Beides geht, aber es verändert das Verhältnis komplett.
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          Wenn ich jetzt noch sage, ich mache einmal im Jahr eine Beitragsrunde,
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          wo ich meine Kosten vorne bereit will zu teilen und dann jeder quasi für sich
          0:38:42–0:38:45
          im Hintergrund überlegt, okay, was er beitragen möchte, ja super,
          0:38:45–0:38:48
          dann habe ich das Unternehmen faktisch vom Markt genommen.
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          Aber, also faktisch oder in Teilen,
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          Aber im Außen ist es einfach meine unternehmerische Freiheit, das zu tun.
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          Ja, und es nennt sich Vertragsfreiheit. Und das ist, glaube ich,
          0:38:59–0:39:01
          richtig wichtig zu verstehen.
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          Wir leben in einer Welt, wo wir selber uns einreden, dass wir nicht handeln
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          können. Und wenn man in einer Organisation arbeitet, die dir keine Handlungsmöglichkeiten
          0:39:10–0:39:15
          gibt und du nichts anderes tun kannst und du siehst auch keine Möglichkeit,
          0:39:15–0:39:16
          irgendetwas zu ändern, ja, dann geh.
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          Aber da draußen kann man sich halt das Neue aufbauen, ja.
          0:39:21–0:39:24
          Und das kann man jetzt so leicht sagen und so weiter. Das tun wir halt die ganze
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          Zeit. Wir schaffen die ganze Zeit neue Organisationen oder begleiten dabei.
          0:39:29–0:39:33
          Und das ist, glaube ich, halt auch wichtig. Damit reden wir jetzt nicht vom
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          nächsten Startup-Kunden, bitte, ja.
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          Also überlegt jetzt nicht, dass ihr den Strohhalm gegen essbare Eislöffel ersetzt
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          und da jetzt ein Multimillionen-Startup hinsetzt, ja.
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          Viel Spaß in der nächsten Konstellation.
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          Denk eher nach, was deine Nachbarschaft braucht.
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          Und dann rede mit den Leuten, ob sie da mit in Verantwortung gehen wollen.
          0:39:53–0:39:57
          Und dann sagen die ja. Und dann sagst du, ja, okay, cool. Dann vielleicht mache
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          ich dir das Angebot. Wenn ihr mit in Verantwortung geht, dann sagen die auch
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          wieder ja. Und am Ende setzt ihr es um.
          0:40:02–0:40:06
          Und denk da einfach praktisch. Also was brauchen die Leute bei dir in der Umgebung?
          0:40:07–0:40:10
          Also für ein Projekt habe ich jetzt mal so ein Nachbarschafts- und Haustürgespräche
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          gemacht, erst kürzlich.
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          Und wir sind überhaupt gar nicht durch die Nachbarschaft durchgekommen,
          0:40:14–0:40:18
          weil wir ständig am Küchentisch saßen von Leuten, die uns erzählen wollten,
          0:40:19–0:40:26
          was ihre Themen sind und sich total freuen, dass mal jemand kommt und auf Vorsicht mit ihnen redet.
          0:40:28–0:40:31
          Und genau, wir haben ihnen diesem Projekt Nachbarschaftskantine vorgeschlagen
          0:40:31–0:40:32
          und die waren alle total begeistert.
          0:40:32–0:40:34
          Man wird jetzt doch Bürgermeister von Denkendorf.
          0:40:35–0:40:36
          Nein, nein, wir haben einen guten Bürgermeister.
          0:40:38–0:40:38
          Ja, Top-Bürgermeister.
          0:40:39–0:40:40
          Top-Bürgermeister, bester Bürgermeister.
          0:40:44–0:40:47
          Aber es sind auch ganz witzige Situationen entstanden. Also meine Lieblingsgeschichte
          0:40:47–0:40:50
          ist halt, die Frau lädt uns ein, wir sitzen am Tisch, erzählen das,
          0:40:50–0:40:53
          kommt der Mann rein und sagt, ah, sowas brauche ich nicht. Und dann sagt die
          0:40:53–0:40:54
          Frau, doch, das brauchst du.
          0:40:55–0:40:59
          Woher weißt du, was ich brauche? und sagst, ich höre auf zu kochen und ich schicke dich an.
          0:41:02–0:41:06
          Aber alle lachen und warum lachen sie? Wegen der Situation, ja?
          0:41:06–0:41:10
          Aber auch wegen der Möglichkeit, dass das Realität werden könnte. So.
          0:41:11–0:41:15
          Und darum geht es. Und dann zeigt das aber auch, da brechen ja viel mehr auf.
          0:41:15–0:41:19
          Also das ist ja feministische Theorie, kannst du ja reinlegen,
          0:41:19–0:41:22
          alles in dieses kurze Gespräch, was da drin steckt.
          0:41:22–0:41:25
          Und deswegen halt auch zu überlegen, so, wen will ich eigentlich empowern in
          0:41:25–0:41:27
          meiner Umgebung? Wen will ich Wer
          0:41:27–0:41:30
          profitiert am meisten in meiner direkten Umgebung von dem, was ich tue?
          0:41:31–0:41:33
          So und dann geh hin zu den Leuten und stell dir es denen vor.
          0:41:34–0:41:37
          Und es könnte einfach sein, dass die Leute sich wahrscheinlich freuen.
          0:41:38–0:41:41
          Und warum freuen sie sich? Weil sie aus einer Konstellation rauskommen.
          0:41:43–0:41:47
          Du bist die Alternative zu Essen auf Reden dann, ja? Also beschissenes Essen
          0:41:47–0:41:52
          in Plastik verpackt, alleine bei dir zu Hause von einem unmotivierten Menschen überreicht, ja?
          0:41:52–0:41:57
          Zu, ah, ich komme da hin und esse mit denselben Leuten, die ich kenne,
          0:41:58–0:42:01
          darfst vielleicht sogar selber zubereiten, ja?
          0:42:03–0:42:05
          Wenn ich will, wenn ich kann und so weiter. Und das ist genau das,
          0:42:05–0:42:07
          was die Leute sich quasi wünschen.
          0:42:07–0:42:13
          Also ausbrechen, neue Situationen schaffen, diese neuen Situationen in neue
          0:42:13–0:42:15
          Konstellationen packen, die anders funktionieren.
          0:42:16–0:42:20
          Die Handlungsspielräume ermöglichen und auch einladen, das zu tun,
          0:42:20–0:42:24
          weil das ist eigentlich, wenn man es jetzt nochmal zusammenbringt, ist es das MYZELIUM
          0:42:24–0:42:27
          und das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, wir schaffen neue Konstellationen,
          0:42:27–0:42:31
          die Handlungsspielräume erlauben und nicht verbieten, weil wir ein positives
          0:42:31–0:42:33
          Menschbild haben und das ist auch wichtig.
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          Konstellationen können Handlungsspielräume aufgrund vom negativen Menschenbild
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          ausradieren oder sie können sagen, wir finden das voll cool.
          0:42:41–0:42:45
          Und das war früher auch der Fall. Früher hat viele Leute Handlungsspielräume
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          und vollkommen frei zugestanden.
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          Und das ist auch ein Riesenproblem, weil wir weiterhin davon ausgehen,
          0:42:51–0:42:55
          auch ältere Menschen, dass Leute Handlungsspielräume haben. Aber heute ganz
          0:42:55–0:42:58
          viele Leute in Organisationen arbeiten, bei Polizei, Rettungsdienst,
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          sonst wo, die sagen, ich habe gar keinen Handlungsspielraum, ich vollziehe nur.
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          Und das zu danken, hey, es ist eine Kopfsache, wir können die neuen Organisationen
          0:43:05–0:43:10
          schaffen, aber die Leute müssen ihren Handlungsspielraum dann auch nutzen und
          0:43:10–0:43:14
          potenziell kündigen, potenziell wechseln.
          0:43:14–0:43:18
          Und dafür gibt es in dieser Welt aber ganz viele Supportmechanismen und auch
          0:43:18–0:43:22
          Möglichkeiten und wir sind nur eine ganz kleine davon.
          0:43:23–0:43:26
          Man kann die Welt ändern, wenn man Spaß in ihr haben will.
          0:43:27–0:43:30
          Wenn man die Welt nicht ändert und in den Konstellationen bleibt,
          0:43:30–0:43:34
          wird man keinen Spaß haben. Und das wird aber dadurch, dass es den permanenten
          0:43:34–0:43:39
          Entzug von Freude, wird es uns jetzt auch mal einen raus, wahrscheinlich dem
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          Faschismus näher bringen.
          0:43:42–0:43:46
          Weil wir ständig die Situation schaffen, die uns Energie entziehen,
          0:43:46–0:43:49
          anstatt dass wir sagen, hey, mein Nachbar ist eigentlich ganz cool so.
          0:43:52–0:43:54
          Ja, ich meine, das kann in beide Richtungen. Also ich glaube,
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          es gab auch Zeiten, in denen sozusagen so viel Situation, so viel Chaos,
          0:43:58–0:44:02
          so viel Unklarheit da war, wo man irgendwie dankbar war um die Konstellation,
          0:44:02–0:44:06
          die geschaffen wurden, mit Spielräumen. Und ich glaube, es ist dann halt irgendwann gekippt.
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          Also wenn so Systeme sich immer weiter verkomplizieren, immer mehr Kontrollmechanismen,
          0:44:12–0:44:16
          immer mehr Standards, immer mehr Regeln einführen und dann.
          0:44:21–0:44:25
          Diese Handlungsspielräume erstmal verschwinden und dann auch Generationen entstehen.
          0:44:25–0:44:28
          Und das finde ich bei unserer Generation manchmal auch ein bisschen gruselig,
          0:44:29–0:44:34
          dass diese Obrigkeitshörigkeit sozusagen gegenüber Regeln, dass man irgendwie
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          denkt, man müsste jetzt die ganze Zeit,
          0:44:37–0:44:42
          Genau, man geht so davon aus, man hat keine Handlungsspielräume. Und ich glaube,
          0:44:45–0:44:48
          wenn ihr Lust bekommen habt, nach diesem Gespräch auch wieder soziale Energie
          0:44:48–0:44:56
          zu spüren und eigene Handlungsspielräume zu entdecken und diese Konstellation
          0:44:56–0:44:59
          ein bisschen auszutrippeln, sage ich mal, die uns eben auch,
          0:45:00–0:45:04
          also nicht alle, aber die, die uns sozusagen nicht weiterbringen,
          0:45:05–0:45:10
          in der Situation, in der wir gerade sind, weil es ist eine einmalige menschheitliche,
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          Situation, in der wir gerade sind und alle agieren regelkonform,
          0:45:14–0:45:16
          was mich wahnsinnig macht und,
          0:45:17–0:45:20
          nutzen ihre Handlungsspielräume nicht und ich habe echt Sorge,
          0:45:20–0:45:22
          dass es irgendwann zu spät ist,
          0:45:23–0:45:27
          dass es irgendwann, halt irgendwann sind wir wieder gezwungen in die Situation
          0:45:27–0:45:31
          rein, weil Systeme crashen, aber man kann schon, bevor die Systeme crashen,
          0:45:31–0:45:33
          eben die eigenen Handlungsspielräume nutzen.
          0:45:33–0:45:35
          Und da würde ich dir ein Beispiel erzählen.
          0:45:35–0:45:36
          Ja, mach gerne.
          0:45:36–0:45:41
          Weil es gibt eine Organisation, da ist zum Beispiel der Betriebsrat auf mich zugekommen.
          0:45:42–0:45:45
          Weil er witzigerweise herausgefunden hat, dass er in seinem Leben schon in zwei
          0:45:45–0:45:47
          gemeinschaftsbasierten Projekten Mitglied war.
          0:45:47–0:45:52
          Übrigens Shoutout Grüne Perle in Witten und der Reiherhof in Stuttgart.
          0:45:52–0:45:56
          Der ist einmal umgezogen und ist in beiden Mitglied und hat darüber die dann
          0:45:56–0:45:58
          gefragt, hey, wie seid ihr auf ihre Ideen gekommen?
          0:45:58–0:46:02
          Die haben die erzählt, ja, MYZELIUM hat uns begleitet. Und dann ist er wegen
          0:46:02–0:46:04
          dem Betrieb, in dem er jetzt arbeitet, auf uns zugekommen.
          0:46:05–0:46:10
          Und wir haben da im Jahr gearbeitet und halt überlegt, okay,
          0:46:10–0:46:13
          wie können wir die Konstellation, in der der Betrieb gefangen ist und die Akteure,
          0:46:13–0:46:17
          wie können wir das in Bewegung bringen, wie können wir hier Handlungsspielräume reinbringen,
          0:46:18–0:46:22
          und das will ich auch mal sagen, also wenn du und das Spannende fand ich dir, es ist ja nicht,
          0:46:23–0:46:25
          die Betriebsführung, die den ersten Impuls gemacht hat, sondern hier ist es
          0:46:25–0:46:30
          tatsächlich der Betriebsrat gewesen und das ist jetzt auch eine sehr interessante
          0:46:30–0:46:33
          Bewegung, die wir einfach anschauen und eigentlich sind wir die ganze Zeit dabei zu gucken,
          0:46:34–0:46:36
          Wie bringen wir hier die Spielräume rein?
          0:46:36–0:46:39
          Und ganz häufig kommen wir dann aber sehr schnell wieder auf Menschenbild,
          0:46:40–0:46:43
          Überprüfbarkeit, Konstellation und Situation. Und deswegen auch für alle Leute,
          0:46:43–0:46:49
          die in diesen Bereichen arbeiten, hey, lest dieses Buch, es ist als Brille unglaublich wertvoll.
          0:46:50–0:46:54
          Und natürlich, es sagt dir am Ende aber nicht, was du konkret tun sollst.
          0:46:55–0:46:57
          Du kannst erkennen, das ist ein Erkenntnisinstrument.
          0:46:58–0:47:01
          Dein Methodenwissen und so weiter, das brauchst du am Ende tatsächlich in der
          0:47:01–0:47:05
          Umsetzung auch noch. Aber wenn du natürlich erkennst oder eine Ahnung davon
          0:47:05–0:47:09
          hast, was dir gegenüber tritt als Welt, dann hilft das schon.
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          Also mir hilft das eigentlich immer.
          0:47:11–0:47:15
          Ja, mega. Und wenn ihr diesen Podcast gehört habt und wenn ihr Lust habt,
          0:47:15–0:47:19
          sozusagen da mit dieser Brille euch euren Alltag auch anzuschauen, tut das.
          0:47:19–0:47:23
          Und es ist ja hier kein passives Zuhören mehr, sondern wir laden euch auch herzlich
          0:47:23–0:47:24
          ein in die MYZELIUM-Mitte.
          0:47:26–0:47:30
          Auch um sozusagen diese Erfahrung oder diesen neuen Blick auf die Welt auch
          0:47:30–0:47:33
          mit anderen zu teilen und sich vielleicht auch gemeinsam zu überlegen,
          0:47:33–0:47:36
          hey, was sind denn gerade die Konstellationen, aus denen ich raus will und wie
          0:47:36–0:47:40
          kann ich sie in Situationen umwandeln, die mir wieder Kraft und Energie geben.
          0:47:41–0:47:45
          Genau, schaut auf unserer Website vorbei, guckt rein, wann MYZELIUM Mitte stattfindet
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          und zu welchem Thema. Wir werden sicher mal eine machen, zeitnah zur Konstellation
          0:47:49–0:47:53
          und Situation und darüber mit euch in den Austausch gehen.
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          Und natürlich freuen wir uns, wenn ihr den Podcast unterstützt,
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          indem ihr es irgendwie auf euren, ja, das sage ich auch nie, auf diesen ganzen,
          0:48:00–0:48:06
          wenn ihr sie abonniert und anklickt und teilt und natürlich Fördermitgliedwert,
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          bei uns im MYZELIUM-Ökosystem.
          0:48:09–0:48:14
          Vielen Dank fürs Zuhören. Ich wünsche euch ein schönes, wildes, situatives Leben.
          0:48:16–0:48:20
          Genau. Und nicht zu viel zu Berge stehende Haare in den Konstellationen,
          0:48:20–0:48:21
          in denen wir uns befinden.
          0:48:22–0:48:25
          Vielen Dank, Timo, dass du da warst und danke, dass du das Thema eingebracht
          0:48:25–0:48:28
          hast und bis bald. Tschüssi.
          0:48:31–0:48:35
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          0:48:35–0:48:39
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          0:48:39–0:48:45
          MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
          0:48:45–0:48:50
          Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
          0:48:50–0:48:51
          dass du heute mit dabei warst.
          0:48:51–0:48:54
          Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
          0:48:55–0:48:59
          dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
          0:48:59–0:49:01
          Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

          The post MP116 – Wie wir gemeinschaftsbasiert Spielräume erweitern – Hartmut Rosas Diagnose und was wir daraus machen appeared first on MYZELIUM.

          50 min
        • MP115 - Dritte Orte als gemeinschaftsbasierter Weg aus der Einsamkeit – Ein Gespräch mit dem Silbernetz e.V.

            Rund acht Millionen Menschen ab 60 Jahren sind in Deutschland von Einsamkeit betroffen. Einsamkeit tut nicht nur weh – sie schwächt das Immunsystem, erhöht das Risiko für Depressionen, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine gesellschaftliche Herausforderung, die wir noch viel zu selten als das benennen, was sie ist: eine strukturelle Frage.

            Hannah Heller spricht mit Elke Schilling vom Silbernetz e.V. – einem Netzwerk, das einsamen Menschen ab 60 Jahren Wege aus der Isolation bahnt: anonym, vertraulich, kostenfrei. Im Gespräch geht es um die Konsequenzen von Einsamkeit für Menschen und Gesellschaft – und um die Frage, was Dritte Orte dabei leisten können. Inwiefern sind gemeinschaftlich getragene Begegnungsorte ein Weg, Einsamkeit nicht nur zu lindern, sondern strukturell zu verhindern? Und was müsste sich gesellschaftlich verändern, damit das wirklich gelingt?

            Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

            Transkription

            0:00:11–0:00:15
            Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
            0:00:15–0:00:18
            Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
            0:00:19–0:00:21
            Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
            0:00:21–0:00:23
            Und dieser Podcast unterstützt dich
            0:00:23–0:00:27
            dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
            0:00:27–0:00:31
            Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
            0:00:31–0:00:36
            und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
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            Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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            Herzlich willkommen zur 115. Folge des Podcasts zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
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            Heute geht es um gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften als Weg aus der Einsamkeit.
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            Und deshalb habe ich mir eine Expertin hier zum Thema Einsamkeit,
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            nicht nur zum Thema Einsamkeit. Wir haben beim Check-in schon gemerkt,
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            wir könnten auch über viele andere Themen reden.
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            Aber heute versuchen wir uns mal auf das Thema Einsamkeit und was das eigentlich
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            mit Gesellschaft, mit den Menschen macht und wie wir da vielleicht auch wieder rauskommen.
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            Darum wird es heute gehen und ich bin sehr froh, dass ich heute Elke Schilling bei mir habe.
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            Und Elke Schilling ist unter anderem, unter vielem anderen, glaube ich,
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            Vorsitzende des Vereins Silbernetz, der sich gegen Einsamkeit einsetzt mit 30
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            Mitarbeitenden, wie ich gehört habe.
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            Genau, aber bevor ich irgendwas Falsches sage, Elke, gebe ich einfach direkt
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            an dich ab und du sagst mal kurz,
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            wer bist du und was machst du und warum machst du das, was du machst?
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            Das ist wahrscheinlich gar keine so einfache Frage und du könntest lange dazu
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            erzählen, aber such dir einfach was aus, welchen Ausschnitt du davon nimmst.
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            Ja, herzlich willkommen.
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            Danke für das Willkommen, vielen Dank für die Intro, Hanna, und vielen Dank,
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            dass ich hier sozusagen erzählen darf über das, was wir machen,
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            nicht nur ich, sondern wir, wie gesagt, die 30 Menschen rund um mich.
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            Also ich bin Elke Schilling, ich bin die Gründerin vom Silbernetz.
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            Ja, das ist jetzt das achte Jahr.
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            Präsent ist in der deutschen Szene rund um Alterseinsamkeit und zwar deutschlandweit.
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            Was macht das Silbernetz? Es ist ein dreistufiges Angebot per Telefon für ältere
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            Menschen, also Menschen ab 60, mit dem Slogan einfach mal reden.
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            Ganz am Anfang sind wir als Einsamkeitstelefon gestartet und haben sofort festgestellt,
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            bei den ersten Gesprächen, die wir seit 2018 an diesem Telefon hatten,
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            dass die Leute uns sagten, Nee, einsam bin ich nicht. Ich habe nur die letzten
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            14 Tage mit keiner Männchensähe geredet.
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            Da haben wir den Slogan geändert, weil Einsamkeit ist ein Stigma, immer noch.
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            Und war es damals ganz besonders, weil keiner redete drüber,
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            man schämte sich dessen, man wusste, wenn ich einsam bin, bin ich selber schuld,
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            was man alles so an Stereotypen, Gewissheiten zu dem Thema im Kopf hatte.
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            Also ja, wir haben damals als gemeinnütziger Verein dieses Ding aufgebaut,
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            orientiert an einem englischen Vorbild, die Silverline Helpline.
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            Die 2011 als Pilotprojekt in Manchester startete und schon ein Jahr später englandweit
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            aktiv war und ja, andere Bedingungen hatte, als wir,
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            während Esther Ransom, die Gründerin der Silverline, gerade mal 18 Monate von
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            der Idee bis zur Umsetzung gebraucht hatte, haben wir viereinhalb Jahre gedraht.
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            Sagt was über unsere Verhältnisse.
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            Okay, also ich bin Jahrgang 44, das gehört auch noch dazu, weil ich habe natürlich
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            dank meines Alters ganz viele dieser speziellen Erfahrungen,
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            die man braucht, um in diesem Feld Altersdiskriminierung, Alterseinsamkeit, Expertin zu werden.
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            Das habe ich mitgebracht aus meiner beruflichen Laufbahn, aber über die muss
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            ich jetzt nichts erzählen. Das bin ich und das ist Silbernetz.
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            Und warum machst du das, was du machst?
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            Also da könnte ich jetzt wirklich lange drüber erzählen, vielleicht nur zwei Dinge.
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            Ich habe in den Anfang dieses Jahrtausends als Ehrenamtliche für die Telefonseelsorge gearbeitet,
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            und hatte so um 2003 rum einen alten Herrn am Telefon nachts um drei,
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            85, der mir sagte so, ich bin jetzt 85, die Reihen rund um mich sind leer,
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            können Sie mir sagen, warum ich noch leben soll?
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            Und das schlug damals bei mir schon ein, weil da war ich gerade mal noch neun
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            Jahre hin bis zur Rente und dachte, okay, das kommt aber auf dich zu,
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            also was dann, dieses Thema,
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            die Reihen lehren sich, da bleibt niemand mehr, was kann ich tun,
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            um Einsamkeit zu vermeiden und damit war das Thema bei mir gesettelt und ich
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            habe dann immer wieder geschaut in den Jahren, habe 2013, nachdem ich ihn nach
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            Berlin umgezogen bin, meinen alten Nachbarn hier,
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            der mir geholfen hat beim Einzug mit handwerklichen Handgriffen,
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            verloren, weil der Hilfe nicht annehmen konnte und wollte und dann in seiner
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            Wohnung einsam verstorben ist, was ich nach drei Monaten dann registriert hatte,
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            weil bei mir die Fliegen und die Speckkäfer kamen.
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            Und das war der Schlüsselmoment, wo ich dachte, so weit darf Einsamkeit nicht gehen.
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            Dass ein Mensch so verstirbt und zwar so vergessen verstirbt.
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            Und weil ich Statistikerin bin, habe ich herausgefunden, dass in jeder deutschen
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            Großstadt in jedem Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise sterben.
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            Und das ist ein Trigger, der mich in Bewegung gesetzt hat.
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            Ja, auch aus einer, also das ist eine sehr persönliche Frage,
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            aber auch aus einer eigenen Angst, einsam zu sterben?
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            Nee. Also ich bin ja Kind einer Großfamilie. Ich hatte fünf ältere Geschwister, alles Jungs.
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            Und ich bin sozusagen, ich schwimme in diesem Pool von Netzwerken und dem Genießen von Alleinsein.
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            Weil als jüngstes Kind in einer Großfamilie gibt es wunderbare Momente,
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            wo du sagst, die können dich jetzt alle mal, du bist ganz alleine. Wie schön.
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            Also ich habe dieses Spannungsfeld zwischen Einsamkeit und Alleinsein,
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            was ja zwei sehr unterschiedliche Dinge sind. Das eine kann Genuss sein,
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            das andere ist einfach mal bedrückend.
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            Das habe ich in meinem Erfahrungsspektrum drin. Und jetzt als Alte kann ich es wirklich genießen.
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            Das eine wie das andere auch zu haben. Ich kann in meiner Wohnung,
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            in meiner Single-Wohnung, wunderbar allein sein, mich um niemanden scheren.
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            Und ich kann im Silbernetz immer die Möglichkeit haben, in Kontakt zu gehen.
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            Und was würdest du sagen, was ist Einsamkeit? Was macht Einsamkeit aus und warum
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            passiert das auch so viel in unserer Gesellschaft? 300 Menschen im Jahr,
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            die vergessen sterben, wie du es formuliert hast, ist schon heftig.
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            Ja, ja, ja.
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            Also was ist Einsamkeit? Da schließe ich mich der Definition der namengebenden
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            Soziologen an, die da sagen, Einsamkeit ist das Gefühl, dass man sich das einstellt, wenn man,
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            dem eigenen Gefühl nach nicht genügend vertraute Kontakte hat.
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            Weil wir sind soziale Wesen. Wir brauchen zum Überleben soziale Kontakte,
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            zum Austausch, aber zur gegenseitigen Unterstützung für alles.
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            Ohne dem können wir uns auch selbst nicht definieren. Wir brauchen das Gegenüber,
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            um uns bestätigt zu sehen. Und wenn das fehlt, im eigenen Empfinden, dann sind wir einsam.
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            Und wenn das chronifiziert, dann können wir richtig krank daran werden und haben
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            die gute Chance, wesentlich früher zu sterben, als wenn wir uns in guter Gesellschaft befinden.
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            Also Einsamkeit ist ein Gefühl, ist zunächst mal ein Warnsignal unserer Psyche.
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            Wir sollten uns um Beziehung kümmern, weil das brauchen wir zum Überleben.
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            Und wenn wir das nicht schaffen, dann wird es chronisch und richtig.
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            Ja, dann wird es krankheitsverursachend und letzten Endes frühen Tod verursachen, möglicherweise.
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            Und Alleinsein ist etwas, was ich sozusagen in meiner Regie habe.
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            Ich kann mich zurückziehen und wie gesagt Alleinsein zu genießen.
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            Es heißt, dass ich auch in diesem Zeitraum, wo ich allein bin,
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            möglicherweise keine Kontakte habe, aber ich kann diese Kontakte jederzeit für
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            mich wieder reorganisieren.
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            Ja und du hast quasi in deinem Alltag auch genug Menschen, mit denen du dich
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            spiegeln kannst, genug gegenüber.
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            Und das ist das Problem bei der Alterseinsamkeit. Weil,
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            wenn ich als alter Mensch immobil bin, in meiner Wohnung verbleiben muss,
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            weil ich nicht mehr rausgehen kann, zweimal in der Woche den Pflegedienst da
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            habe und sonst auch keine verwandten Bekannten mehr, weil die Reihen haben sich gelehrt.
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            Habe ich keine Gelegenheit mehr, neue Kontakte zu schließen?
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            Und dann ist es tatsächlich eine Frage meiner eigenen Konstellation. Kann ich damit leben?
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            Kann ich sozusagen mein Ich zu meinem besten, vertrautesten Partner machen,
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            um diese langen Stunden, das sind ja, wenn zweimal in der Woche der Pflegedienst
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            kommt, ist ja verdammt viel leere Zeit, für mich gut zu füllen?
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            Oder kann ich das nicht? Hänge ich in diesem Verlust, in diesem Mangel,
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            in diesem Defizit fest und werde darüber immer noch trauriger und kränker und noch einsamer.
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            Es ist ein Phänomen, was Alte betrifft. Auf jeden Fall, wie du es schilderst,
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            wenn man immobil wird, wenn man nicht mehr Freunde, Ehepartner hat,
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            weil sie eben schon verstorben sind.
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            Gleichzeitig hat mein Patenkind mir letztens gesagt, die ist 19.
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            Also letztens ist auch wieder ein Stück her, dass sie gerne wann anders geboren
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            wäre, in einer anderen Zeit geboren wäre, weil sie sich auch einsam fühlt und weil,
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            dieser Bildschirm, das Gegenüber im Bildschirm eben nicht den sozialen Kontakt ersetzt und trotzdem,
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            man ist dann trotzdem alleine und gerade viele Jugendliche, die dann irgendwie,
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            aus der sozialen Arbeit, habe ich letztens gehört, dass vernachlässigte Jugendliche
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            irgendwie zwölf Stunden am
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            Bildschirm hängen und eben keine sozialen Kontakte eigentlich mehr haben.
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            Und auch da ist, glaube ich, auf beiden Seiten ein großer Anstieg der Einsamkeit
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            einfach zu beobachten, oder?
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            Ich weiß nicht, ob es ein Anstieg ist, weil wir haben ja früher niemals hin...
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            Also Alterseinsamkeit war sowas im Bewusstsein der Leute, der Gesellschaft vorhanden
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            ist, weil wir wussten ja, Weihnachten sind häufig alte Leute entsetzlich allein,
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            weil niemand mehr da ist, der kommt und mit ihnen feiert.
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            So, das war ein Bewusstsein der Gesellschaft drin.
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            Aber dass Kinder in unserer Gesellschaft schon lange schrecklich allein sind.
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            Also wenn ich überlege, wie ich aufgewachsen bin.
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            Ab vier Lebensjahren bin ich in Rotten auf der Straße rumgezogen.
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            Ich hatte immer Gleichaltrige oder Ältere rund um mich, mit denen ich mich austauschen konnte.
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            Obwohl ich eine erwerbstätige Mutter hatte, hatte ich auch erwachsene Personen,
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            die ich ansprechen konnte. Also ich bin als Kind in einem Netzwerk aufgewachsen.
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            Buchstäblich in dem, wo die Afrikaner sagen, ein Kind braucht ein Dorf,
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            um gut versorgt aufzuwachsen.
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            Und ich denke, viele meiner Generationen haben das erlebt, Obwohl sie in dieser
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            geschrecklichen Nachkriegszeit mit ganz viel Mangel aufgewachsen sind.
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            Aber die Kinder waren da und sie waren miteinander und sie konnten sich relativ
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            frei auf der Straße bewegen.
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            Welches Kind in den letzten 30 Jahren, zumindest im städtischen Raum,
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            konnte sich frei auf der Straße im Rudel bewegen?
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            Ja, nee.
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            Und wenn ich mir Schule angucke, gut, die war auch zu meiner Zeit nicht unbedingt etwas, was...
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            Doch, nein, andersrum. Ich bin ja im Osten aufgewachsen. Das heißt,
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            wir wurden in der Schule dazu angehalten, dass wir einander helfen.
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            Also ich als leistungsstarke Schülerin hatte immer einen leistungsschwachen
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            Schüler neben mir, dem ich zu helfen hatte.
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            Und meine Bewertung durch die Lehrerin ging auch davon aus, wie gut ich das schaffte.
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            Das heißt, ich bin dort in der Schule auf Zusammensein, auf Austausch,
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            auf Miteinander, auf Stärken und Schwächen miteinander austoben. Getrennt worden.
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            Das funktioniert heute in den Schulen ganz anders. Die Kinder sind in Konkurrenz miteinander.
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            Es wird ihnen auch letzten Endes von der Gesellschaft beigebracht.
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            Also diese Exzellenzklassen, diese Exzellenzschule, dieses Ausgruppieren von
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            physisch-psychisch schwachen Kindern, von auffälligen Kindern,
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            das habe ich bei meinen Enkeln erlebt. Wie furchtbar das funktioniert.
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            Obwohl diese Symptomträger letzten Endes ihrer Familienprobleme waren,
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            sind sie als Problemfälle wahrgenommen. Furchtbar, was da ablief.
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            Ja, also das sind ganz andere Rahmenbedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche
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            heute aufwachsen und leben müssen.
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            Und das macht einsam.
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            Voll. Und dann noch eine Gruppe, die ich mit reinholen will,
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            als junge Mutter, muss ich kurz hier,
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            Lobbyismus, also genau, muss ich da auch, weil ich glaube, auch das ist wirklich,
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            ich wohne in einer Kleinstadt, die, die länger den Podcast hören,
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            wissen schon, in Speyer und ich habe Freundinnen, die wohnen vielleicht fußläufig
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            zehn Minuten von mir weg und ich sehe die aber nie, weil,
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            wir alle so in unserem Alltag gefangen sind und so viel zu koordinieren haben,
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            Und das alles so individualisiert passieren muss, passiert,
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            sodass man sich einfach überhaupt nicht mehr begegnet und es auch keine Räume
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            gibt, in denen man sich begegnen kann.
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            Gut auf dem Spielplatz vielleicht, spontan, aber irgendwie funktioniert das auch nicht.
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            Und ich glaube, da wird ja auch immer wieder thematisiert, dass da Mütter auch
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            einfach einsam sind in ihrer Rolle,
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            als die Fürsorgliche für eine Familie, für ein Familiensystem,
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            für ein kleines, sehr kleines, in sich zurückgesogenes, isoliertes Familiensystem.
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            Genau. Das ist jetzt so eine kleine Randbemerkung. Im Osten gab es diesen politischen Slogan.
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            Die Familie ist die kleinste Zelle des Staates.
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            Und ich habe schon damals gesagt, weiß Gott, was für eine furchtbare Zelle. Eine Gefängniszelle.
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            Und das ist jetzt sehr viel stärker ausgeprägt.
            0:13:42–0:13:42
            Ja.
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            Gut, ich hoffe, wir haben niemanden vergessen. Wahrscheinlich schon.
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            Naja, wir haben all die einsamen Männer vergessen in allen Generationen,
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            die einfach von Kind auf darauf trainiert werden, ihre Gefühle eigentlich nicht
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            wahrzunehmen, zu ignorieren.
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            Und das Leiden überhaupt gar nicht wirklich selber für sich artikulieren zu
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            können. Also das war für uns der absolut spannende Moment mit Corona,
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            dem ersten Lockdown. Bis dahin hatten wir am Telefon ungefähr 10 Prozent männliche Anrufer.
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            Und in den Monaten nach dem Lockdown hat sich dieser Anteil wirklich ganz massiv gesteigert.
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            Weil mit Corona plötzlich Einsamkeit nicht mehr als persönliches Versagen gesehen
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            wurde, sondern als gesellschaftliches Problem, bedingt natürlich durch Corona,
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            aber es war ein gesellschaftliches Problem.
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            Und damit durften auch Männer darüber reden, wie es ihnen damit ging.
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            Deswegen hatten wir damals fast eine Verdopplung der männlichen Anrufe.
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            Weil es plötzlich legitim war, weil es plötzlich in Ordnung war.
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            Es war plötzlich kein persönliches Versagen mehr. Weil über persönliches Versagen darf man nicht reden.
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            Vor allem nicht als Mann.
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            Genau.
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            Und was, also ich meine, du bist ja schon ein Weilchen länger auf dieser Welt als ich.
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            Ja, wie schön. Ich liebe es.
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            Ja, und also im Älterwerden merke ich ja auch, wie man, ja, wie sich Dinge wiederholen,
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            wie man vielleicht eher Muster erkennt, wie man vielleicht auch Dinge historisch eher einordnen kann.
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            Mittlerweile kann ich ja so ein Mühe. Also ich wurde 90 geboren,
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            also zum Zeitpunkt der Wende. Ich habe noch nicht so viel Großes Historisches
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            erlebt, Aber ich glaube, ich habe noch einiges vor mir.
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            Ja, vielleicht kannst du mal sagen, was beobachtest du, wenn du sagst,
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            es wurde immer noch krasser und extremer.
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            Also Corona war da auch nochmal so ein Hebel, aber auch vielleicht über deine
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            Lebenszeit hinweg. Was beobachtest du vielleicht, was Einsamkeit mit Gesellschaft auch macht?
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            Naja, ich habe Einsamkeit ja wirklich bewusst auch erst dann wahrgenommen, als ich genau,
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            nach meinem Job als Staatssekretärin plötzlich in das Loch fiel,
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            dass ich nicht mehr gebraucht wurde, dass ich keine öffentliche Person mehr
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            war, dass ich sehen musste, wie ich bis zur Rente irgendwie klarkomme,
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            weil es gab ja auch keine Arbeitgeber für sowas wie mich.
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            Das heißt, ich musste irgendwie selber über die Runden kommen und habe in dieser
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            Phase tatsächlich auf Einsamkeit verspürt.
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            Weil es eine extreme Spannungsphase war, zu wissen, du hast noch zehn Jahre,
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            wo nichts wirklich für dich sorgt, wo du für dich selber sorgen musst,
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            wo du keinen Job kriegst, wo du mit deiner Position als Ex-Staatssekretär nicht
            0:16:17–0:16:20
            wirklich zum Jobcenter gehen kannst und sagen kannst, du bist arbeitslos.
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            So, das hat mich damals sozusagen schlüsselsensibilisiert, diese Geschichte.
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            Und da habe ich angefangen wahrzunehmen. Das heißt, ich habe eigentlich in meiner
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            Vorgeschichte bis 89 Einsamkeit bestenfalls bei anderen wahrgenommen,
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            aber war nicht sensibel dafür.
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            Und insofern hat sich das für mich massiv verändert, tatsächlich mit diesem
            0:16:43–0:16:45
            Systemwandel für uns Ossis.
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            Und ich kriege auch jetzt, also ich frage mich immer, warum wir aus dem Osten
            0:16:49–0:16:52
            weniger Anrufe haben, anteilmäßig, als aus dem Westen.
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            Und ich habe das immer darauf zurückgeführt, dass wir medial nicht so vertreten
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            sind im Osten wie im Westen. Tatsächlich, die Überregionalen und der ABB bringen uns relativ häufig.
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            Und dann trete ich immer mit meiner
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            Rufnummer auf, sodass sich dann die Anruferzahlen in der massiv steigern.
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            Aber nicht im Osten. Und ich habe immer gedacht, das liegt eben an dieser medialen Vertretung.
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            Aber da gibt es einen Widerspruch. Berlin ist ja Berlin-Brandenburg,
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            hat diesen gemeinsamen Regionalsender und der ABB kennt uns wirklich schon seit
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            zehn Jahren und berichtet regelmäßig auch mit uns über uns.
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            Das heißt, eigentlich müssten wir in Brandenburg mindestens stärker vertreten sein.
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            Funktioniert nicht. Und dann habe ich halt mal in einer Veranstaltung,
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            wo Ossis saßt, gefragt, ob die eine Idee haben.
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            Und dann kriegt dich zu hören, naja, denk doch mal dran, wie wir sozialisiert wurden.
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            Wir sind in Gemeinschaft sozialisiert worden. Auch wenn es ein Slogan war,
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            auch wenn es eine Parole war, von der Partei oktroyiert, aber wir waren ja tatsächlich
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            irgendwo immer zusammen,
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            und immer im Austausch miteinander für oder gegen irgendwas,
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            aber immer miteinander.
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            Und dieses grundsätzliche Miteinander existieren können, Miteinander überleben
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            können, hat sich bis heute gehalten. Das war die These dieses Menschen.
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            So, finde ich nachvollziehbar, würde ich gerne erforschen lassen.
            0:18:07–0:18:09
            Ich weiß nicht, ob es dafür Geld gibt in diesem Land.
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            Ja, bin ich mir auch nicht sicher. Wird alles gekürzt, habe ich gehört.
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            Und ansonsten denke ich, was immer so gerne erzählt wird, Einsamkeit steigert
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            oder hat sich gesteigert in den letzten Jahren oder jetzt Jahrzehnten.
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            Das können wir nicht sagen. Wir wissen es nämlich nicht, weil wir haben bis
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            Corona nicht wirklich genau hingeguckt.
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            Wo gibt es Einsamkeit? Wer verspürt Einsamkeit? Wie ist das?
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            Wir haben keine Zahlen von vor Corona, weil es nicht erforscht wurde vor Corona
            0:18:38–0:18:42
            oder nur punktuell in kleinen Stichbogen, aber nicht repräsentativ.
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            Das machen wir erst seit Corona.
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            Und das ist wie mit Missbrauch. In dem Moment, wo es politisch ein Thema wurde,
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            wo es in der Öffentlichkeit ein Thema wurde, hatten wir plötzlich sehr viel mehr Fälle als zuvor,
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            wo nicht darüber geredet werden konnte.
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            Ich weiß es nicht und ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen für die
            0:19:06–0:19:10
            Behauptung, es steigert sich ja.
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            Also ich würde sagen von dem Zeitraum, den ich überblicke,
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            sage ich jetzt mal so wenn ich mich als Jugendliche vergleiche im Vergleich
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            zu den Jugendlichen heute wir hatten Orte, an denen sich viele Jugendliche getroffen
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            haben ohne sich absprechen zu müssen also wir hatten Orte,
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            wo sozusagen klar war okay, alle Leute gehen nach der Schule,
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            gehen sie auf die Domwiese, zumindest wenn das Wetter einigermaßen hielt bei uns in Speyer.
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            Und die ist jetzt leer, die ist leergefegt. Also zumindest seit Corona, sagst du ja auch,
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            haben sich sozusagen kulturelle Muster, die von Jugendlicher zu Jugendlicher weitergegeben wurden,
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            wurden so ausgesetzt zwei, drei Jahre und konnten nicht mehr weitergegeben werden,
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            weswegen dann sozusagen die neuen Jugendlichen gar nicht, die haben nicht gelernt,
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            dass man sich auf der Domwiese trifft.
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            Die haben nicht gelernt, wie man, ich weiß nicht, dass man da vielleicht Hauspartys
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            oder WG-Partys macht. Auch im Studium, glaube ich, ist es extrem zurückgegangen,
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            dass so nicht kommerzielle Räume, glaube ich, auch des Miteinander-Seins,
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            Einfach weniger wurden. Wenn ich mir hier, also ich mache jetzt hier aus meiner
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            anekdotische Evidenz aus meinem Raum, aber die Kneipendichte,
            0:20:17–0:20:21
            also das ist ja zumindest ein statistischer Wert, der massiv zurückgegangen ist.
            0:20:21–0:20:24
            Die Teilnahme an Vereinen, massiv zurückgegangen.
            0:20:25–0:20:29
            Und das wird gefördert letzten Endes tatsächlich durch Social Media und die
            0:20:29–0:20:33
            gnadenlose Ausbeutung von Aufmerksamkeit durch Social Media.
            0:20:33–0:20:39
            Ja, da kann durchaus, also mindestens bei den Jugendlichen spitzt sich da etwas
            0:20:39–0:20:42
            zu, was vorher schon da war, was aber jetzt extrem wird.
            0:20:43–0:20:45
            Einfach durch die sich verändernden Rahmenbedingungen, ja?
            0:20:46–0:20:49
            Da stimme ich dir zu. Aber Zahlen?
            0:20:50–0:20:55
            Ja, und was, also ich frage mich so ein bisschen, bevor wir dann sozusagen ins
            0:20:55–0:20:59
            Konstruktive kommen, ich frage mich so ein bisschen, was macht das auch mit
            0:20:59–0:21:02
            Gesellschaft, wenn diese Räume nicht mehr da sind, wo man sich begegnen kann?
            0:21:02–0:21:07
            Und ich glaube, zumindest eine These wäre, es steigert soziale Ungleichheit.
            0:21:08–0:21:13
            Es führt irgendwie zu einer kollektiven Verdummung, also einer sozialen, aber auch so einer
            0:21:13–0:21:16
            politischen vielleicht kollektiven, also es hört sich jetzt vielleicht extrem
            0:21:16–0:21:20
            an, aber dieses nicht mehr fähig sein, miteinander in den Diskurs zu gehen,
            0:21:20–0:21:24
            nicht mehr fähig sein, miteinander auch Konflikte auszuhalten und.
            0:21:26–0:21:29
            Argumente auszutauschen über Dinge.
            0:21:29–0:21:33
            Ich fühle mich manchmal so, gerade in diesem politischen Wirrwarr,
            0:21:33–0:21:37
            ich meine, wir sind Sommer 26, Es wird ein turbulentes Jahr noch werden.
            0:21:38–0:21:41
            Man weiß nicht am Ende, wie lange diese Regierung noch hält.
            0:21:41–0:21:47
            Die Landtagswahlen stehen an in Bundesländern, in denen die AfD vielleicht sogar,
            0:21:48–0:21:51
            die absolute Mehrheit bekommt, wie auch immer.
            0:21:53–0:21:56
            Also es wird noch viel passieren und trotzdem jetzt ist es schon so,
            0:21:57–0:22:00
            dass so viel passiert und ich selbst als politischer Mensch,
            0:22:00–0:22:02
            der eigentlich gut eingebunden ist in der Zwerge, denke mir,
            0:22:02–0:22:06
            mit wem kann ich denn darüber sprechen? Keiner will mit mir darüber sprechen.
            0:22:06–0:22:08
            Ich nehme es mit in den Familienurlaub.
            0:22:08–0:22:13
            Es wird eigentlich, keiner hat Lust darüber zu sprechen. Und wenn man dann Räume
            0:22:13–0:22:19
            findet, in denen ich mich da reindrücke mit meinem politischen Anspruch,
            0:22:19–0:22:22
            Dinge miteinander zu wälzen.
            0:22:24–0:22:30
            Dann eskaliert es oder Leute wenden sich ab und sagen, sie wollen nicht darüber reden.
            0:22:31–0:22:32
            Lass mich in Ruhe damit, das ist schlimm genug.
            0:22:32–0:22:37
            Ja, genau. Und ich glaube, das finde ich so irritierend, was ich früher noch
            0:22:37–0:22:42
            anders erlebt habe, dass da Räume waren, in denen man sich darüber austauschen
            0:22:42–0:22:43
            konnte und auch wollte. Und,
            0:22:45–0:22:48
            gerade ist so ein Gefühl von, es ist mir auch zu anstrengend,
            0:22:48–0:22:51
            darüber zu sprechen. Ich will da gar nicht drüber sprechen, es ist mir zu anstrengend.
            0:22:51–0:22:56
            Ich schaue lieber mein YouTube-Video, ich scrolle lieber durch mein Instagram-Feed.
            0:22:57–0:23:01
            Ich habe da gar keine Lust drauf und ja, weiß nicht.
            0:23:01–0:23:04
            Ja, also all diese Phänomene stelle ich auch fest.
            0:23:05–0:23:09
            Und ich neige dazu, noch ein bisschen tiefer zu gucken, weil warum vermeide
            0:23:09–0:23:12
            ich denn solche? Oder warum werden solche Themen vermieden?
            0:23:12–0:23:14
            Was steht denn dahinter? Es steht
            0:23:14–0:23:18
            eigentlich, also für mich in meiner Wahrnehmung steht Angst dahinter.
            0:23:18–0:23:21
            Die Angst, dass es noch schlimmer wird, dass ich sowieso nichts ändern kann,
            0:23:21–0:23:26
            dass ich total hilflos bin. All diese Angst macht stumm.
            0:23:27–0:23:30
            Aber Angst, und das ist die andere Seite, Angst macht manipulierbar.
            0:23:31–0:23:34
            Und diese Manipulation, die nehme ich überall wahr.
            0:23:35–0:23:42
            Also ich nehme wahr, wie Geld aus dem Westen kommen, Funktionäre aus dem Westen kommen, seit 30 Jahren.
            0:23:43–0:23:48
            Die Einsamkeit im Osten oder die Angst im Osten manipuliert,
            0:23:48–0:23:54
            um Orte zu schaffen, wo man miteinander sein kann und manipuliert werden kann.
            0:23:55–0:24:05
            Und ich nehme wahr, wie Social Media uns über unsere Lustzentren manipuliert und weiter isoliert.
            0:24:05–0:24:08
            Aber unser menschliches Gefühl ist, wir sind isoliert.
            0:24:09–0:24:12
            Und Isolation macht Angst, weil ich brauche mein Gegenüber, um zu überleben.
            0:24:13–0:24:18
            Und ich habe dieses Gegenüber nicht mehr oder ich habe Angst auch vor diesem Gegenüber.
            0:24:19–0:24:21
            Weil es könnte mir ja übel wollen.
            0:24:22–0:24:27
            Und das ist dieser Teufelskreis auch der Einsamkeit. Wenn ich erstmal einen
            0:24:27–0:24:32
            gewissen Grad von Einsamkeit sozusagen unwiderstanden erlebe,
            0:24:33–0:24:35
            dann bekomme ich Angst vor meinem Nachbarn.
            0:24:35–0:24:38
            So wie mein Nachbar hier nebenan, als ich hinging und klopfte und sagte,
            0:24:38–0:24:42
            hey, wir sind Nachbarn, Sie haben mir damals geholfen, ich kann Ihnen helfen,
            0:24:42–0:24:43
            klopfen Sie an die Wand, wenn was ist.
            0:24:44–0:24:47
            Und er sagte, nein, danke, brauche ich nicht.
            0:24:48–0:24:53
            Da stand Angst dahinter, dass ich als dominante Alte sozusagen seine Grenzen
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            übersteige, weswegen er mich abwehren musste.
            0:24:59–0:25:03
            Und genau dieser Zyklus, dass ich einen Zustand erreicht habe,
            0:25:03–0:25:07
            den ich alleine nicht mehr bekämpfen kann und ich verliere das Vertrauen,
            0:25:07–0:25:10
            dass irgendjemand anders mir dabei helfen kann. Und das läuft.
            0:25:11–0:25:16
            Es entsteht so eine soziale Phobie auch, ne? Also dann sich in soziale Räume
            0:25:16–0:25:19
            zu begeben oder auch Hilfe anzunehmen, sich zu öffnen.
            0:25:19–0:25:24
            Ja, nach Hilfe zu fragen. Das ist ja eigentlich ein Geschenk an mein Gegenüber.
            0:25:25–0:25:29
            Wie gesagt, als ich einzog und dann mit meiner Spüle nicht fertig wurde und
            0:25:29–0:25:31
            dann stand mein Nachbar vor der Tür, ist was, und ich sagte,
            0:25:31–0:25:32
            ja, können Sie mir helfen?
            0:25:33–0:25:35
            Und der hat mir so gerne geholfen.
            0:25:35–0:25:35
            Ja.
            0:25:36–0:25:39
            Ja, das ist doch Austausch, das ist doch Gemeinsamkeit. Deswegen sind dritte
            0:25:39–0:25:43
            Orte so wichtig, weil man da in Austausch und Gemeinsamkeit gehen kann,
            0:25:43–0:25:45
            ohne Verpflichtung. Und,
            0:25:47–0:25:53
            die sozialen Medien manipulieren uns da massiv oder im Prinzip alle,
            0:25:54–0:25:59
            indem sie uns immer tiefer in diese Isolation hineinschicken und damit aber
            0:25:59–0:26:00
            auch die Angst vor dem Gegenüber steigern.
            0:26:00–0:26:04
            Also ich bin nicht so gut wie die dort beschriebenen schönen jungen Frauen,
            0:26:04–0:26:08
            ich bin zu fett, ich bin zu, ich bin ja, all diese Dinge, die da laufen und die...
            0:26:10–0:26:13
            Die ja natürlich schon gesellschaftlich in uns ein Stück weit drin sind,
            0:26:13–0:26:18
            aber die genau bedient und verstärkt werden, damit wir willige Konsumenten und
            0:26:18–0:26:21
            Verbraucher sind. Und nichts sonst.
            0:26:22–0:26:29
            Ja, also unserem Wirtschaftssystem hilft es total, wenn wir isolierte verängstigte Verbraucher sind.
            0:26:29–0:26:36
            Verängstigte Konsumentinnen sind. Also das ist ja auch tatsächlich wirklich
            0:26:36–0:26:39
            auch ausformuliert von Ökonominnen, da komme ich ja her, von Ökonomen,
            0:26:39–0:26:40
            sorry, da muss ich nicht gendern.
            0:26:41–0:26:44
            Von männlichen Ökonomen, die sich das ausgibt.
            0:26:44–0:26:48
            Ja, aber die haben das nicht geschrieben. Die waren eigentlich immer ganz Elena Ostrom oder so.
            0:26:49–0:26:54
            Aber wirklich Ökonomen, die beschrieben haben, dass sie nicht mehr eine nationale,
            0:26:54–0:26:57
            demokratische Souveränität wollen, sondern eine Konsumentin in Souveränität,
            0:26:58–0:26:59
            und uns dahin reinpressen wollen.
            0:26:59–0:27:02
            Aber wie auch immer, lass mal zu diesen dritten Orten springen,
            0:27:02–0:27:08
            weil ich führe das mal kurz ein, das Konzept, weil wir hier im Podcast noch
            0:27:08–0:27:09
            nicht so oft darüber gesprochen haben.
            0:27:10–0:27:13
            Wir wollen als MYZELIUM eigentlich dritte Orte aufbauen.
            0:27:13–0:27:18
            Und wir wollen auch aus Konsumorten dritten Orten machen. Also der ehemalige
            0:27:18–0:27:20
            Einzelhandel, wo man hingegangen ist, um irgendwas zu kaufen,
            0:27:21–0:27:25
            das bricht so ein bisschen weg, weil man kann es einfach im Internet kaufen,
            0:27:25–0:27:27
            auch günstiger im Internet kaufen.
            0:27:28–0:27:30
            Und diese Einzelhandelsläden in den Innenstädten, Innenstadt,
            0:27:30–0:27:34
            Leerstand, wie auch immer, gehen einfach kaputt. Es lohnt sich nicht mehr mit
            0:27:34–0:27:36
            diesem Geschäftsmodell des Verkaufs.
            0:27:36–0:27:39
            Was wir aber machen wollen, ist, dass wir mit unseren Läden,
            0:27:39–0:27:42
            die wir begleiten, eigentlich mehr und mehr dahin kommen, dass wir dritte Orte
            0:27:42–0:27:45
            aufbauen. Und was ist das? Der erste Ort ist das Zuhause.
            0:27:46–0:27:51
            Der zweite Ort ist der Arbeitsort, wenn man dann noch arbeitet und Lohnarbeit nachgeht.
            0:27:51–0:27:57
            Und der dritte Ort ist der informelle Begegnungsort, der Gemeinschaft stiftet.
            0:27:57–0:28:01
            Und das geht zurück, nur der Vorständigkeit halber, auf Ray Oldenburg,
            0:28:02–0:28:08
            ein Soziologe, der das Ende der 80er mal aufgeschrieben hat in The Great Good Place, ein Buch.
            0:28:09–0:28:14
            Und was ist so ein dritter Ort? Er ist eigentlich neutral, also im Sinne von
            0:28:14–0:28:19
            niemand muss kommen und niemand muss gehen. Also man muss irgendwie nichts erfüllen,
            0:28:19–0:28:21
            um anwesend sein zu dürfen.
            0:28:22–0:28:24
            Er ist ausgleichend im Sinne von.
            0:28:27–0:28:30
            Man muss nicht bestimmte sozioökonomische Kriterien zum Beispiel erfüllen,
            0:28:30–0:28:34
            also besonders reich sein, besonders Zahlungsfähigkeit, sondern er gleicht eigentlich
            0:28:34–0:28:36
            soziale Unterschiede in der Gesellschaft aus.
            0:28:37–0:28:41
            Die Konversation steht im Mittelpunkt, er ist leicht zugänglich,
            0:28:41–0:28:45
            man hat Stammgäste, die immer wieder kommen und man hat sozusagen Flugtube,
            0:28:45–0:28:48
            also ja, manchmal kommende Menschen.
            0:28:49–0:28:52
            Genau, es geht irgendwie um einen spielerischen Umgang dort.
            0:28:52–0:28:56
            Also man ist gemeinsam irgendwie spielerisch gestaltend tätig,
            0:28:56–0:28:59
            guckt, was halt gerade so passiert.
            0:28:59–0:29:01
            Und es hat eine große Offenheit darin.
            0:29:02–0:29:07
            Es kann sich wie ein zweites Zuhause anfühlen. Und es ist eher unscheinbar und
            0:29:07–0:29:08
            bescheiden von der Aufmachung.
            0:29:08–0:29:13
            Also es ist jetzt kein so ein Fancy, wo ich mich auch irgendwie zu einem bestimmten
            0:29:13–0:29:16
            Verhalten, also wenn man in ein schickes Restaurant oder Café geht,
            0:29:16–0:29:19
            dann fühlt man sich ja manchmal so, sodass man sich verhalten muss.
            0:29:19–0:29:23
            So ist er nicht, sondern er ist eher bescheiden von seiner Aufmachung.
            0:29:25–0:29:29
            Kennst du solche Orte? Bist du damit in Berührung mit diesem Konzept,
            0:29:29–0:29:33
            auch in deiner Arbeit im Umgang mit Einsamkeit?
            0:29:33–0:29:39
            Ja, natürlich. Ich bin ja ganz groß in dieser Ehrenamtsszene letzten Endes unterwegs,
            0:29:39–0:29:43
            weil ja wir nicht nur 30 Beschäftigte, sondern auch um die 350 Ehrenamtliche
            0:29:43–0:29:47
            haben und damit in diesen ganzen Ehrenamtsorganisationen auch verankert sind.
            0:29:47–0:29:52
            Und ja, ich komme ja aus der NGO-Arbeit für alte Menschen und für alte Menschen
            0:29:52–0:29:56
            gibt es seit 50 Jahren solche dritte Orte, Begegnungsorte.
            0:29:56–0:30:00
            Das heißen zwar Seniorenbegegnungsstätten, so wurde das ursprünglich mal gegründet,
            0:30:01–0:30:06
            weil vor 50 Jahren gab es ja diese Kriegerwitwender, die zurückgebliebenen alten Frauen,
            0:30:07–0:30:10
            die niemanden mehr hatten und für die wurden diese Begegnungsorte,
            0:30:10–0:30:12
            eigentlich diese Begegnungsstätten gegründet.
            0:30:12–0:30:15
            Also in Berlin gab es in den 70er Jahren tatsächlich eine Verordnung,
            0:30:15–0:30:20
            die da hieß, auf so und so 4000 Bevölkerung muss mindestens ein Platz in so
            0:30:20–0:30:22
            einer Begegnungsstätte gesichert sein.
            0:30:22–0:30:24
            Das ist dann sehr schnell unter die Räder gekommen, aber immerhin,
            0:30:24–0:30:25
            das gab es diese Vorstellung.
            0:30:25–0:30:30
            Es braucht für Menschen solche Orte, wo sie sich treffen können,
            0:30:31–0:30:36
            wo sie verpflichtungsfrei miteinander sein können und sich miteinander zusammen
            0:30:36–0:30:37
            und auseinandersetzen können.
            0:30:37–0:30:42
            Also von daher kenne ich dritte Orte und ich beobachte natürlich in den letzten
            0:30:42–0:30:44
            Jahren, dass mit dem Fortschreiten der Gentrifizierung.
            0:30:45–0:30:50
            Mit dem ganzen Mietenwahnsinn und den unbegrenzten Gewerbemieten hier in Berlin
            0:30:50–0:30:53
            solche dritte Orte massenhaft verloren gehen.
            0:30:53–0:30:57
            Also was bleibt, das sind die Spätis, das ist ja eine sehr Berliner typische
            0:30:57–0:31:00
            Einrichtung, da sehe ich solche dritten Orte.
            0:31:00–0:31:03
            Also dort wird zwar verbraucht, aber dort sitzt man auch zusammen stundenlang
            0:31:03–0:31:05
            vor dem Späti und quatscht miteinander.
            0:31:06–0:31:08
            So, da gibt es bei jedem Späti gibt es mindestens eine Bank.
            0:31:09–0:31:12
            Wo man auch verbrauchsfrei sitzen kann, weil der Späti-Besitzer hat gar keine
            0:31:12–0:31:15
            Zeitung, gar keine Lust zu gucken, ob dort wirklich verbraucht wird oder nicht.
            0:31:16–0:31:20
            Also ja, von daher ist mir dieses Konzept sehr bekannt und sehr vertraut.
            0:31:20–0:31:25
            Und wir haben ja mit unserem Kinder- und Jugendhilfegesetz auch mal sozusagen,
            0:31:26–0:31:29
            eine gesetzliche Verpflichtung für die Kommunen geschaffen. Also nicht wir,
            0:31:29–0:31:30
            sondern Bundesrepublik Deutschland.
            0:31:32–0:31:37
            Wo die Kommunen die Pflicht haben, in der schulfreien Zeit Orte zu schaffen,
            0:31:37–0:31:39
            wo Jugendliche miteinander sein können.
            0:31:40–0:31:47
            So, das ist auch ganz stark dem Sparzwang der Kommunen, der Liberalisierung
            0:31:47–0:31:49
            in den letzten 35 Jahren zum Opfer gefallen.
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            Es wird auch immer weniger. Und jetzt die neue Bundesregierung macht daher noch
            0:31:53–0:31:57
            ganz andere Dinge, um solche Dinge abzuschaffen und nicht mehr zu finanzieren,
            0:31:57–0:31:58
            nicht mehr dafür zu sorgen.
            0:31:58–0:32:02
            Also da ist Zivilgesellschaft in hohem Maße letzten Endes genötigt,
            0:32:03–0:32:09
            wenn sie denn noch die Sensibilisierung dafür hat, solche Orte wie auch immer bereitzustellen.
            0:32:10–0:32:13
            Und gilt diese Verordnung noch? Also gibt es die noch?
            0:32:13–0:32:17
            Nein, die ist lange, lange, lange weg. Also in 2010 ging das hier in Berlin
            0:32:17–0:32:19
            los. Berlin ist ja arm aber sexy.
            0:32:20–0:32:23
            Damals schon deklariert worden von dem damaligen Bürgermeister und dass in diesem
            0:32:23–0:32:28
            Zuge dieses Wissens um die Armut Berlins solche Orte, die jetzt häufig von den
            0:32:28–0:32:31
            Kommunen, also von den Bezirken finanziert wurden,
            0:32:32–0:32:37
            aus den unterschiedlichsten Gründen abgeschafft wurden. Damals war ich Seniorenvertreterin
            0:32:37–0:32:42
            und habe gemeinsam mit anderen Senioren dafür demonstriert, dass hier im Wedding
            0:32:42–0:32:45
            in Berlin-Mitte solche Orte erhalten blieben. Ist nicht durchgängig gelungen,
            0:32:45–0:32:47
            aber ein paar sind immer noch da.
            0:32:47–0:32:51
            Ja, ist ganz spannend, weil du sagst, die Gewerbe mieten und dann kamen eigentlich
            0:32:51–0:32:54
            kommerzielle Konzepte rein, dort, wo ehemals dritte Orte waren.
            0:32:54–0:32:59
            Und jetzt erleben wir aber gerade, dass auch diese kommerziellen Konzepte nicht mehr tragen.
            0:33:00–0:33:03
            Also dass auch die nicht mehr den Leerstand füllen und die Orte füllen,
            0:33:03–0:33:06
            sondern auch die eigentlich hops gehen. Also eine Kneipe ist ja auch letztendlich
            0:33:06–0:33:07
            ein kommerzielles Ding.
            0:33:07–0:33:10
            Ja, man kann ja mit Leerstand gewinnen erzielen. Das ist ja das Witzige.
            0:33:10–0:33:13
            Ja, das stimmt. Vor allem in Berlin.
            0:33:14–0:33:15
            Ich glaube auch in anderen Großstädten.
            0:33:16–0:33:22
            Im Westen. Also ja, in Großstädten generell und im Westen eben auch dann in
            0:33:22–0:33:23
            ländlicheren Regionen.
            0:33:24–0:33:28
            Während im Osten ja ländliche Regionen eher vom Aussterben bedroht sind.
            0:33:28–0:33:34
            Genau, die entfällt an sich. Aber das schon seit 35 Jahren, also das ist nichts Neues.
            0:33:34–0:33:39
            Ja, und würdest du sagen, von den Menschen, mit denen du auch über Silbernetz
            0:33:39–0:33:44
            in Kontakt bist, nutzen, also wenn es denn noch solche Räume gibt, werden die genutzt?
            0:33:44–0:33:48
            Und was sind, würdest du sagen, was sind so wichtige Eigenschaften von solchen
            0:33:48–0:33:51
            Orten, die jetzt vielleicht noch nicht genannt wurden, wo du sagst,
            0:33:51–0:33:53
            weil ich denke manchmal, wir haben so dritte Orte.
            0:33:54–0:33:58
            Und es ist aber trotzdem schwierig, selbst wenn die finanziert sind,
            0:33:58–0:34:02
            die Leute da einzuladen, reinzukommen, niedrigschwellig genug zu sein,
            0:34:02–0:34:04
            damit sich Leute trauen, da reinzugehen.
            0:34:04–0:34:08
            Und das aus allen, also seien es Menschen mit Migrationshintergrund,
            0:34:08–0:34:13
            aber auch Menschen mit Altershintergrund, Jugendliche, ist auch total schwierig,
            0:34:13–0:34:16
            die irgendwo sozusagen einladend reinzubekommen.
            0:34:17–0:34:19
            Ja, hast du da ein paar Ideen?
            0:34:20–0:34:26
            Naja, da habe ich schon diverse Ideen. Also Fakt ist, dass ja im Bereich der
            0:34:26–0:34:28
            älteren Menschen oder auch,
            0:34:28–0:34:34
            der Kiez-Zentren im Wesentlichen nicht Kiez-Initiativen die Träger sind,
            0:34:34–0:34:35
            sondern Wohlfahrtsverbände.
            0:34:36–0:34:39
            Wohlfahrtsverbände sind uralte Strukturen der Bundesrepublik Deutschland,
            0:34:39–0:34:44
            die sind wichtig, die sind notwendig, die sind großartig, aber es sind schwere,
            0:34:45–0:34:49
            langsame Maschinen, die ihre gewachsenen Vorstellungen haben,
            0:34:49–0:34:50
            wie Dinge zu laufen haben.
            0:34:50–0:34:55
            Dort gibt es großartige Menschen, die sich großartige Dinge ausdenken für Zielgruppen.
            0:34:56–0:35:02
            Und ganz selten machen sie einen Beteiligungsprozess, um diese Zielgruppen reinzuholen.
            0:35:02–0:35:07
            Und wenn ich etwas über jemanden aus meiner Theorie, aus meinem Studium,
            0:35:07–0:35:12
            aus welchen Hintergründen auch immer mitbringe, dann laufe ich Gefahr,
            0:35:12–0:35:15
            dass ich an den wirklichen Interessen vorbei agiere.
            0:35:16–0:35:21
            Und dann ist es nicht verwunderlich, dass die Zielgruppe das nicht annimmt oder
            0:35:21–0:35:26
            nicht annehmen kann oder was auch immer, also nicht kommt oder nur sehr kleckerweise kommt.
            0:35:27–0:35:31
            Was ich erlebt habe, war hier in Berlin, als ich 2010 zurückkam,
            0:35:31–0:35:35
            ein Verein, der nannte sich, ach ich weiß nicht, Ruhestand im Alter oder so ähnlich,
            0:35:36–0:35:40
            oder belebter Ruhe, keine Ahnung, jedenfalls ging es darum, Menschen,
            0:35:40–0:35:43
            die sich sozusagen dem Ruhestand annähernden, also 60 plus.
            0:35:44–0:35:50
            Über die Kommune anzusprechen, einzuladen und sozusagen sich an einem dritten
            0:35:50–0:35:56
            Ort einmal zu treffen und gemeinsam zu überlegen, ja, wo sind denn meine Interessen?
            0:35:56–0:36:00
            Wo finde ich denn unter den jetzt hier Anwesenden, Eingeladenen jemanden,
            0:36:00–0:36:01
            der bei diesen Interessen mitgeht?
            0:36:01–0:36:09
            Und tatsächlich aus diesen Begegnungen, aus diesen Anlässen ergaben sich immer
            0:36:09–0:36:12
            Gruppen von Menschen, die gemeinsam Dinge unternommen haben,
            0:36:13–0:36:18
            weil sie haben ihre Ideen vorgetragen, sie haben möglicherweise und wahrscheinlich
            0:36:18–0:36:20
            Interessenten, es waren immer
            0:36:20–0:36:23
            so um die 60 bis 80 Menschen, die von den tausenden Eingeladenen kamen.
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            Die gemeinsame Interessen gefunden haben, die eine Weile von dem Verein begleitet
            0:36:29–0:36:32
            worden sind, damit sie sich als Gruppe konstituieren konnten,
            0:36:33–0:36:37
            und dann nur noch den Ort hatten, wo sie sich begegnen konnten,
            0:36:37–0:36:40
            wo sie sich treffen konnten, austauschen konnten, aber ansonsten ihre Unternehmungen
            0:36:40–0:36:41
            unter sich selbst organisiert haben.
            0:36:42–0:36:46
            Das ist etwas, was Wohlfahrtsverbände selten machen.
            0:36:47–0:36:52
            Bei solchen Kiezdingern, also wir haben hier in Neukölln das O-Bahn-Haus,
            0:36:52–0:36:55
            das ist, glaube ich, von der Kiez-Initiative getragen.
            0:36:56–0:37:00
            Die machen solche Beteiligungsprozesse, die klagen nicht über Besuchermangel.
            0:37:00–0:37:05
            Die klagen darüber, dass sie zu wenig Leute haben, um dieses Zusammensein gut
            0:37:05–0:37:07
            zu organisieren und zu moderieren.
            0:37:07–0:37:12
            Und das ist das Problem. Selbst wenn ein Ort da ist, ist er in der Regel nicht
            0:37:12–0:37:15
            ausreichend mit festen Kräften finanziert,
            0:37:16–0:37:21
            um die Zielgruppen in Bewegung zu bringen, miteinander in Kontakt zu bringen,
            0:37:21–0:37:25
            miteinander ins Arbeiten zu bringen, miteinander ins Denken zu bringen. Das heißt, es ist,
            0:37:27–0:37:33
            Ich finde, dieser Sozialstaat hat, nachdem er nicht mehr beweisen musste,
            0:37:33–0:37:38
            dass er der bessere Sozialstaat ist, also sprich, nach dem deutsch-deutschen Anschluss,
            0:37:38–0:37:47
            angefangen, ganz viele gute Ideen zu vernachlässigen und ganz viele gute Initiativen abzubauen.
            0:37:49–0:37:55
            Ja, und von wem würdest du, also ich sag mal so, genau, ich bin irgendwie in
            0:37:55–0:38:01
            der Realität aufgewachsen, dass ich weder von Staat noch von Marktseite sonderlich
            0:38:01–0:38:04
            viel erwarten kann, sag ich mal so ganz platt.
            0:38:04–0:38:06
            Ja, ist ja auch ein Trainingsfeld, ne?
            0:38:07–0:38:12
            Ja, also genau, ich war auch parteipolitisch aktiv, also ich bin nicht irgendwie
            0:38:12–0:38:17
            Antistaat, ich finde es schon gut, dass wir den haben, nur, ja, viel, ja.
            0:38:17–0:38:19
            Es ist viel änderungsbedürftig.
            0:38:19–0:38:24
            Genau, kann man es mal so positiv formulieren. und gerade wird eben ja,
            0:38:24–0:38:26
            also die Tendenz ist ja eindeutig,
            0:38:27–0:38:30
            wir hinken ja den USA immer so 20 Jahre hinterher, sag ich mal,
            0:38:30–0:38:34
            als Deutschland in der Entwicklung und dort in den USA wurde jetzt ja,
            0:38:35–0:38:38
            wirklich auch der Staat so massiv beschädigt, dass sie es nicht mal mehr schaffen,
            0:38:38–0:38:42
            irgendwie ihr Wasser zu kontrollieren, ob da irgendwelche schlimmen Bakterien
            0:38:42–0:38:43
            drin sind, die die Leute krank machen.
            0:38:43–0:38:46
            Das machen wir ja auch nicht, also was der Rhein alles an Schadstoffen enthält,
            0:38:46–0:38:47
            wird ja auch nicht analysiert.
            0:38:48–0:38:53
            Ich dachte eigentlich schon, nicht? Na toll. Damit bewässern wir unsere Felder,
            0:38:53–0:38:54
            gerade aber rationiert.
            0:38:54–0:38:58
            Und daraus schöpfen wir auch Trinkwasser. Letzten Endes, zwar in der Aufbereitung und trotzdem.
            0:38:58–0:39:03
            Auch das ist ja sowas, was ich jetzt mit wachsender Aufmerksamkeit vermerke.
            0:39:04–0:39:10
            Es gibt immer mehr Gebiete, wo das Trinkwasser nicht mehr roh aus der Leitung zu trinken ist.
            0:39:10–0:39:11
            Ja.
            0:39:12–0:39:15
            Genau, das ist nochmal, glaube ich, das wird ein eigener Pod.
            0:39:16–0:39:19
            Ja, genau, es ist ein Phänomen von vielen. Und auch da würde ich gerne nochmal
            0:39:19–0:39:24
            betonen, dass unser Ansatz, unser Ansatz ist nicht unbedingt die Einsamkeit.
            0:39:24–0:39:27
            Bei uns geht es jetzt nicht darum, irgendwie Leute aus der Isolation zu führen
            0:39:27–0:39:31
            und zu schauen, dass es irgendwie dem Individuum besser geht,
            0:39:31–0:39:33
            sage ich mal. Das ist auch wichtig, total.
            0:39:33–0:39:38
            Und gleichzeitig ist unser Ansinnen eher, wir wollen eine regionale Widerstandsfähigkeit
            0:39:38–0:39:42
            auch aufbauen mit den Menschen, die sich in dritten Orten lernen zu organisieren,
            0:39:43–0:39:46
            lernen sich zu begegnen, sich miteinander verbinden, sich kennen,
            0:39:46–0:39:49
            sich aufeinander verlassen können, sich um Hilfe bitten können,
            0:39:49–0:39:52
            dass wenn solche Dinge wie im Ahrtal passieren oder,
            0:39:53–0:39:57
            Corona oder Hitze oder was auch immer, dass man einfach weiß,
            0:39:57–0:40:01
            also wenn schlimmere Katastrophen kommen und leider ist das ja absehbar,
            0:40:02–0:40:06
            wenn jetzt sowas wäre wie vergiftetes Trinkwasser oder nicht mehr genug Trinkwasser,
            0:40:07–0:40:10
            Lebensmittelpreise, die noch mehr durch die Decke gehen, dass man einfach wieder
            0:40:10–0:40:15
            lernt und einen Bezugsort hat, wo man sich organisieren kann, weil nur das hilft.
            0:40:16–0:40:20
            Diese Ohnmacht und diese Angst gegenüber den ganzen Veränderungen, die ja passieren,
            0:40:21–0:40:24
            Also ich komme aus der Transformationsforschung und habe jahrelang immer irgendwie
            0:40:24–0:40:26
            gesagt, ja, wir brauchen die Transformation.
            0:40:27–0:40:30
            Und da bin ich vollkommen von weg, weil ich so denke, die Transformation,
            0:40:30–0:40:33
            der Wandel, der wird kommen. Also da muss ich keine Werbung für machen.
            0:40:33–0:40:35
            Ob wir das wollen oder nicht.
            0:40:35–0:40:39
            Genau. Ja, genau. Der passiert. Und jetzt geht es eher darum,
            0:40:39–0:40:42
            wie verhalten wir uns denn darin? Wie gehen wir denn damit um?
            0:40:43–0:40:45
            Behalten wir die Nerven oder schreien wir uns alle nur noch an?
            0:40:46–0:40:47
            Ja, versauern wir die Isolation?
            0:40:47–0:40:48
            Dann lassen wir uns missbrauchen.
            0:40:49–0:40:53
            Ja, genau. Lassen wir uns manipulieren und missbrauchen oder organisieren wir
            0:40:53–0:40:59
            uns wieder miteinander, um dem etwas entgegenzusetzen und eine lebenswertige
            0:40:59–0:41:03
            Lebensqualität für uns zu erhalten und zu erkämpfen, wenn es sein muss, wieder neu.
            0:41:04–0:41:09
            Und genau deshalb auch diese dritte Orte, um da wirklich Leute reinzuholen,
            0:41:09–0:41:12
            die auch wieder lernen, hey, wir können uns aufeinander verlassen.
            0:41:12–0:41:16
            Hey, es gibt dir gute Möglichkeiten, sich miteinander zu organisieren.
            0:41:16–0:41:16
            Ja.
            0:41:17–0:41:21
            Und das, was du gesagt hast von Beteiligung und Teilhabe, ist ja immer so auch
            0:41:21–0:41:25
            ein politischer Slogan, sage ich mal, die Beteiligung hochzuhalten.
            0:41:25–0:41:26
            Sehr missbräuchlich, ja.
            0:41:26–0:41:30
            Ja, genau, auch viel missbraucht. Irgendwelche Beteiligungsprozesse,
            0:41:30–0:41:32
            die man so in der Politik beobachten kann.
            0:41:32–0:41:37
            Und gleichzeitig darin, wir haben jetzt gerade ein Pilotprojekt in Denkendorf,
            0:41:37–0:41:39
            kannst du dir auch mal anschauen, das ist ein leerstehender Supermarkt,
            0:41:40–0:41:44
            Nahversorgung hat es zweimal probiert, das zweimal sozusagen insolvent gegangen,
            0:41:44–0:41:48
            hat nicht funktioniert an dem Standort, weil nicht mehr genug Leute kaufen,
            0:41:48–0:41:50
            sondern eben dann doch mit dem Auto irgendwie,
            0:41:51–0:41:54
            auf die grüne Wiese fahren und dort einkaufen, weil der Parkplatz da näher ist,
            0:41:54–0:41:58
            weil es irgendwie bequemer ist und gleichzeitig fehlt halt dann in dem Dorf
            0:41:58–0:42:00
            einfach, da ist sonst nichts mehr.
            0:42:01–0:42:06
            Genau. Und diesen Leerstand beleben wir jetzt und bei unserer ersten Beteiligungsveranstaltung
            0:42:06–0:42:11
            einer Zukunftswerkstatt waren irgendwie 120 Leute und 60 Leute haben gesagt,
            0:42:11–0:42:15
            sie wollen Teil dieser Initiative werden und auch mitgestalten.
            0:42:15–0:42:15
            Super.
            0:42:15–0:42:19
            Und die organisieren wir jetzt, wie du es auch gesagt hast, in so kleinen Krüppchen,
            0:42:19–0:42:24
            wo die sagen, hey, wir wollen gemeinsam Kleider reparieren, wir wollen gemeinsam
            0:42:24–0:42:27
            Fahrräder reparieren, wir wollen gemeinsam kochen.
            0:42:27–0:42:28
            Genau.
            0:42:28–0:42:30
            Da wird eine Küche reinkommen und essen.
            0:42:30–0:42:32
            Wir betreiben als Genossenschaft einen Dorfladen.
            0:42:33–0:42:33
            Macht ihr?
            0:42:34–0:42:36
            Nee, da gibt es auch ganz viele.
            0:42:36–0:42:37
            Ja, genau.
            0:42:38–0:42:42
            Und genau, ich glaube, wie du auch gesagt hast, es braucht immer Menschen,
            0:42:43–0:42:48
            die trotzdem diese Gruppenprozesse hüten, sage ich mal. Die schauen,
            0:42:48–0:42:50
            dass sich wieder getroffen wird, die schauen, dass es weitergeht.
            0:42:50–0:42:53
            Die schauen, dass auch Entscheidungen, die man gemeinsam getroffen hat,
            0:42:53–0:42:56
            auch beibehalten werden und dass man sich an die gemeinsam hält.
            0:42:57–0:43:01
            Und diese Fähigkeiten bekommen in der gemeinsamen Selbstorganisation.
            0:43:03–0:43:08
            Und das führen wir ein und dann wollen wir aber wirklich auch Leute darin schulen,
            0:43:08–0:43:11
            dass sie das lernen und auch für ihre Gruppe betreiben und dann eben,
            0:43:11–0:43:14
            wenn sie es nicht mehr machen wollen, auch weitergehen an diese Gruppe,
            0:43:15–0:43:20
            damit es eben eigentlich keine bezahlte Mitarbeiterin oder nur noch minimals
            0:43:20–0:43:22
            bezahlte Menschen braucht von außen.
            0:43:23–0:43:30
            Und gleichzeitig sollte so Tätigkeiten, wenn es denn niemanden gibt,
            0:43:30–0:43:34
            der es ehrenamtlich macht, auch finanziert sein, weil von irgendwas müssen wir
            0:43:34–0:43:36
            auch leben und das Leben wird auch immer teurer.
            0:43:37–0:43:40
            Und die Mieten für solche Orte sind auch wie du gesagt hast,
            0:43:40–0:43:44
            absurd hoch. In Denkendorf hat die Gemeinde das Gebäude gekauft und dadurch,
            0:43:45–0:43:47
            viel mehr Spielraum auch das zu entwickeln.
            0:43:48–0:43:50
            Aber auch die Kommunen haben nicht mehr das Geld, um das einfach so zu machen.
            0:43:52–0:43:56
            Und da noch ein letzter Satz, dann darfst du nochmal da auch dieses gemeinschaftsbasierte
            0:43:56–0:43:59
            Wirtschaften zu nutzen, wirklich als,
            0:44:00–0:44:05
            als Werkzeug, damit solche Orte auch die finanziellen Möglichkeiten haben,
            0:44:05–0:44:09
            sich zu halten und auch gegebenenfalls, wenn nötig, Leute zu bezahlen,
            0:44:10–0:44:13
            die diesen Koordinationshütehut aufhaben,
            0:44:14–0:44:16
            weil es die eben braucht.
            0:44:17–0:44:23
            Und da machen wir schon die Erfahrung, dass es eigentlich genug Ressourcen in der Gesellschaft gibt.
            0:44:24–0:44:26
            Sie sind bloß falsch verteilt.
            0:44:26–0:44:31
            Sie sind bloß falsch verteilt. Genau, und man muss sozusagen...
            0:44:32–0:44:36
            Es muss aus einer Gemeinschaft heraus, wo es wohlständigere Menschen gibt,
            0:44:36–0:44:39
            mit mehr Ressourcen und Menschen gibt ohne Ressourcen.
            0:44:39–0:44:40
            Ja, sozusagen,
            0:44:42–0:44:45
            von Kind bis alt und von arm bis gut versorgt.
            0:44:45–0:44:47
            Ja, genau.
            0:44:47–0:44:49
            Wo jeder seinen Teil beitragen kann.
            0:44:49–0:44:49
            Ja.
            0:44:49–0:44:54
            Der eine möglicherweise mit Leistung oder mit Gespräch, was weiß ich,
            0:44:54–0:44:57
            oder Ideen und der andere mit auch noch ein bisschen Geld.
            0:44:58–0:44:58
            Ja.
            0:44:59–0:44:59
            Ja.
            0:44:59–0:45:02
            Und genau, diese Räume organisieren wir, gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
            0:45:02–0:45:06
            so nennen wir es, also dass man solidarisch beiträgt, manche eben mit Zeit,
            0:45:06–0:45:12
            mit, keine Ahnung, weil sie mit Fähigkeiten, manche mit wirklich materiellen Ressourcen.
            0:45:12–0:45:18
            Und das aber wieder auch zu lernen, dass das eben, also das merke ich manchmal,
            0:45:18–0:45:20
            naja, wir bezahlen doch schon Steuern dafür.
            0:45:21–0:45:25
            Und warum hat das denn hier keinen konkreten Preis? Also beides.
            0:45:25–0:45:27
            Eigentlich ist es die Aufgabe des Staates.
            0:45:27–0:45:33
            Was soll ich damit? Warum sollte ich jetzt hier Ressourcen reinbuttern von meines
            0:45:33–0:45:35
            versteuerten Einkommens?
            0:45:35–0:45:39
            Und auf der anderen Seite eben auch diese totale Irritation,
            0:45:40–0:45:43
            dass man nicht finanziell gleich behandelt wird.
            0:45:43–0:45:46
            Also, dass sozusagen manche mehr bezahlen und manche weniger bezahlen,
            0:45:46–0:45:48
            weil manche eben mehr haben und manche weniger haben.
            0:45:49–0:45:51
            Und das wieder zu lernen und darüber in Austausch zu kommen,
            0:45:51–0:45:57
            das ist eigentlich so der krasse Knackpunkt, an dem wir immer und immer wieder knabbern.
            0:45:57–0:45:58
            Allmende, ne?
            0:45:58–0:45:59
            Ja.
            0:45:59–0:46:00
            Ja.
            0:46:00–0:46:00
            Ja.
            0:46:01–0:46:05
            Das ist ja nichts, was sozusagen in der Schule gelehrt wird oder was in der
            0:46:05–0:46:06
            Gesellschaft offen kommuniziert wird.
            0:46:07–0:46:08
            Nee, Geld überhaupt nicht. Bloß nicht.
            0:46:09–0:46:14
            Über Geld redet man nicht, genau das. Und ja, und Geld ist ja das Einzige,
            0:46:14–0:46:15
            was uns Sicherheit gibt.
            0:46:16–0:46:20
            Je mehr du hast, desto sicherer bist du, was idiotisch ist, aber okay.
            0:46:21–0:46:26
            Ja, das ist Teil der Gesellschaftsordnung, in der wir leben und die,
            0:46:26–0:46:29
            wie gesagt, keinen Konkurrenten mehr hat, wo sie zeigen muss,
            0:46:29–0:46:30
            dass sie besser funktioniert.
            0:46:31–0:46:34
            Deswegen, also ich finde es,
            0:46:36–0:46:40
            also ich habe mich anlässlich des 77. Jahrestages der bundesdeutschen Verfassung,
            0:46:41–0:46:44
            mal intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und habe festgestellt,
            0:46:44–0:46:47
            es gibt dort diesen großartigen Artikel 106,
            0:46:48–0:46:57
            Absatz 2, der da sagt, das Einkommen aus Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer ist 100% ländereigen.
            0:46:57–0:46:58
            Mhm.
            0:46:59–0:47:03
            Und jetzt müssen wir mal genauer gucken, was in den letzten 70 Jahren mit Erbschaftssteuer
            0:47:03–0:47:05
            und Vermögenssteuer in diesem Land passiert ist.
            0:47:05–0:47:07
            Na gut, Erbschaftssteuer gibt es ja quasi nicht mehr.
            0:47:09–0:47:14
            Genau, aber 80 Prozent der großen Vermögen dieses Landes beruhen auf Erbschaften.
            0:47:15–0:47:19
            Da muss doch schon mal ein Denkprozess einsetzen. Ich hatte neulich in einer
            0:47:19–0:47:22
            Konferenz, hatten wir auf der Bühne eine wunderbare Unternehmerin,
            0:47:22–0:47:25
            die ein familiengeführtes Hotel in der vierten Generation führte.
            0:47:26–0:47:29
            Und die ich dann, wo ich dann in der Diskussion darauf angesprochen habe und
            0:47:29–0:47:33
            gesagt habe, hallo, diese Vermögen, die großen Vermögen, da steht,
            0:47:34–0:47:39
            der Verband der deutschen Familienverbände als machtstarke Lobbyorganisation
            0:47:39–0:47:43
            dagegen, dass in Sachen Vermögenssteuer wieder etwas gemacht wird,
            0:47:43–0:47:45
            was vor 50 Jahren selbstverständlich war.
            0:47:46–0:47:50
            Und dann sagte sie, naja, nun überlegen Sie sich doch mal, wenn unser Hotel,
            0:47:50–0:47:53
            das seit vier Generationen von den gleichen Leuten geführt wird,
            0:47:53–0:47:58
            jetzt durch den Eigentümer-Tod als Erbschaft aufgeteilt werden muss,
            0:47:58–0:48:00
            dann müssen wir das Hotel verkaufen.
            0:48:01–0:48:06
            Weil die Erbschaftssteuer ist so, dass keiner von uns das leisten kann. Und das ist ein Märchen.
            0:48:06–0:48:07
            Das ist ein Märchen, ja.
            0:48:07–0:48:10
            Das ist ein Märchen, dass der Verband, der Familienunternehmer,
            0:48:10–0:48:14
            dem dieses Unternehmen angehört, seinen Mitgliedern erzählt.
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            Und weil sie in diesem Verband Mitgliedsbeiträge zahlen, glauben sie dieses Märchen.
            0:48:21–0:48:24
            Und das ist auch wieder, Mit Angst kann ich Leute manipulieren.
            0:48:26–0:48:30
            Es ist immer dasselbe. Und ich denke, das ist sowas, was wir...
            0:48:30–0:48:35
            Also ich glaube, Demokratie jetzt heißt der Verein, die machen seit zwei Jahren
            0:48:35–0:48:38
            diese Veranstaltung bundesweit, Reden und Zuhören,
            0:48:39–0:48:43
            wo sie wirklich willkürlich herausgepickte Leute zusammenbringen,
            0:48:43–0:48:45
            miteinander ins Gespräch bringen,
            0:48:45–0:48:49
            zu Fragen, die von ihnen erst mal vorgelegt werden und wo man tatsächlich,
            0:48:49–0:48:55
            egal welcher Farbe man von der Einstellung her ist, sich an diesen Fragen entlanghangelt,
            0:48:55–0:49:00
            in eine gewisse Vertrautheit mit denen, die da einem gegenüber sitzen. Großartig.
            0:49:01–0:49:04
            Ja, die haben gerade jetzt, vorhin habe ich einen kurzen Aufruf von denen per
            0:49:04–0:49:08
            Mail entdeckt, dass sie jetzt gerade wieder eine große Kampagne machen zum Thema
            0:49:08–0:49:11
            Heimat tatsächlich. Also auch spannend.
            0:49:13–0:49:15
            Ja, das ist total wichtig. Und ich glaube auch letztendlich,
            0:49:15–0:49:19
            die werden jetzt so Pakete verschicken, wie man das macht, wie man das organisiert,
            0:49:19–0:49:20
            so Sprechen und zuhören.
            0:49:21–0:49:24
            Und das, glaube ich, braucht es auch an solchen dritten Orten,
            0:49:24–0:49:29
            weil die Leute gar nicht mehr sich trauen, in die Tiefe auch zu gehen miteinander.
            0:49:30–0:49:31
            Man ist so vorsichtig.
            0:49:32–0:49:36
            Beispiel aus der alten Szene, der Spruch, der mir am meisten immer wieder die
            0:49:36–0:49:40
            Haare senkrecht gegen die Berge wechseln lässt, ist der, ich gehe doch in keine
            0:49:40–0:49:44
            Begegnungsstätte, weil das sind nur alte Leute, die nur über Krankheit reden.
            0:49:44–0:49:46
            Ja, verstehe ich.
            0:49:46–0:49:51
            Ist ein wunderbarer Angstspruch, der verhindert, dass ich Eine meiner größten
            0:49:51–0:49:54
            Sehnsüchte, nämlich mit gleichaltrigen Menschen in Kontakt zu kommen,
            0:49:55–0:49:57
            absolut unterbindet, weil das
            0:49:57–0:50:01
            Vorurteil besteht, die reden nur über Krankheiten. Machen sie ja nicht.
            0:50:01–0:50:05
            Es gibt so viele andere Themen. Krankheiten sind eins von tiefen,
            0:50:05–0:50:07
            natürlich, aber eins von viel.
            0:50:08–0:50:12
            Und das ist, wie gesagt, ich produziere Angst durch entsprechende Stereotype,
            0:50:12–0:50:17
            ich nutze diese Stereotype, dann letzten Endes das Ganze zu vertiefen und den
            0:50:17–0:50:19
            Prozess der Spaltung zu verstärken.
            0:50:19–0:50:23
            Und gleichzeitig kann ich schon nachvollziehen, dass ich nicht unbedingt an
            0:50:23–0:50:28
            einen Ort, obwohl, also vielleicht auch schon, aber ich finde es schon schön
            0:50:28–0:50:30
            oder auch eine Qualität für sich, an einen Ort zu kommen, wo auch verschiedene
            0:50:30–0:50:32
            Generationen sich begegnen.
            0:50:32–0:50:34
            Aber ja, natürlich.
            0:50:35–0:50:38
            Ich würde jetzt auch nicht gerne in den Raum gehen mit nur jungen Müttern,
            0:50:38–0:50:42
            die mir nur von den Krankheiten ihrer Kinder erzählen und vom Wickeln.
            0:50:42–0:50:45
            Von ihrem Stillproblem. Also das ist schon auch, ja.
            0:50:46–0:50:48
            Aber ist ein Teil des Ganzen.
            0:50:48–0:50:54
            Ja, genau. Genau, es darf auch solche Räume geben, aber es darf auch diese Offenheit
            0:50:54–0:50:55
            geben und ich verstehe auch,
            0:50:56–0:51:00
            Also so Seniorenbüros oder so, die dann so Seniorentreffs haben.
            0:51:01–0:51:02
            Also ich weiß nicht, ob ich als Seniorin da hingehen würde.
            0:51:02–0:51:07
            Die Frauenbewegung hat ja jahrzehntelang darum gekämpft, geschützte Räume zu
            0:51:07–0:51:10
            schaffen, damit Frauen sich untereinander austauschen können,
            0:51:11–0:51:16
            unbeeinflusst von den Mainstream-Parolen des Patriarchats, die immer reinkommen,
            0:51:16–0:51:17
            wenn ein Mann im Raum ist.
            0:51:17–0:51:21
            Egal, ob der jetzt Feminist ist oder nur Mann und eben in der Frauengesellschaft,
            0:51:21–0:51:26
            die Frauen funktionieren dann patriarchatsozialisiert entsprechend.
            0:51:26–0:51:29
            Indem sie ihm Aufmerksamkeit schenken, ob er die braucht oder nicht.
            0:51:31–0:51:34
            Aber bei den Seniorentreffs sind ja auch Männer erlaubt, wie ich höre.
            0:51:34–0:51:36
            Da sind die nämlich alle im Vorstand.
            0:51:36–0:51:38
            Ja, das ist das eine, natürlich, aber sie gehen nicht gerne hin,
            0:51:38–0:51:39
            weil da so viele Frauen sind.
            0:51:40–0:51:43
            Wo sie sich so alleine fühlen und irgendwo so verunsichert sind.
            0:51:43–0:51:49
            Und dann eben doch nicht anteilig die Aufmerksamkeit bekommen, die sie gerne hätten.
            0:51:49–0:51:53
            Egal. Also ich erlebe das ja auch am Telefon. Wenn ich einen männlichen Anrufer
            0:51:53–0:51:55
            habe, mit manchen geht es großartig.
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            Und manche sind einfach in diesem patriarchalen Duktus drin,
            0:51:59–0:52:02
            sie müssen einer Frau etwas erklären, ob die das wissen will oder nicht.
            0:52:04–0:52:06
            Das sind sehr einsame Gespräche.
            0:52:09–0:52:12
            Also wir funktionieren erstmal so, wie wir sozialisiert worden sind und wir
            0:52:12–0:52:16
            müssen lernen, oder es wäre schön, wenn wir irgendwo die Chance hätten zu lernen,
            0:52:17–0:52:19
            diese Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.
            0:52:22–0:52:26
            Und dann gibt es ja noch was es gibt ja so ganz viele gesellschaftliche Vorurteile,
            0:52:26–0:52:30
            also ich bin, Dillernetz ist Teil einer der Berliner Bürgerplattformen,
            0:52:30–0:52:31
            ich weiß nicht, ob du das kennst,
            0:52:32–0:52:36
            das ist, das kommt aus den USA, viele gute Dinge kommen ja tatsächlich aus den
            0:52:36–0:52:40
            USA, die sind ja so riesig, dass alles dort eine Möglichkeit hat Trump genauso
            0:52:41–0:52:42
            wie in grünes Kalifornien, ja.
            0:52:45–0:52:50
            Und diese Bürgerplattformen kommen aus den USA, sind vor 20 Jahren hier in Berlin,
            0:52:50–0:52:53
            haben sie Fuß gefasst. Wir haben hier in Berlin vier verschiedene Bürgerplattformen.
            0:52:53–0:52:58
            Und das sind lose bürgerschaftliche Netzwerke,
            0:52:59–0:53:05
            wo im ursprünglichen Ansatz ein festangestellter Organizer durch die Kieze gewandert
            0:53:05–0:53:09
            ist und geguckt hat, wo liegen die Interessen und wer sind Vertreter von Interessen.
            0:53:09–0:53:14
            Und er hat dann diese Vertreter zusammengebracht und in solchen Austauschen
            0:53:15–0:53:19
            persönlich kennenlernen, miteinander reden und dann, wenn sie das gemacht haben,
            0:53:20–0:53:23
            miteinander gemeinsame Interessen suchen, die sie im Kies vertreten wollen.
            0:53:24–0:53:29
            Und deswegen sind diese Bürgerplattformen tatsächlich ein Spiegel der Bevölkerung
            0:53:29–0:53:33
            Berlins. Wir haben Moscheegemeinden dabei, wir haben freie Gemeinden dabei,
            0:53:33–0:53:35
            wir haben evangelische, katholische, sonstige Gemeinden dabei,
            0:53:35–0:53:38
            wir haben Konfessionslose wie mich dabei.
            0:53:39–0:53:45
            So, es ist alles da. Und was ich sehe halt, dass die Moscheegemeinden sich auch
            0:53:45–0:53:46
            ihre dritten Orte schaffen.
            0:53:47–0:53:50
            Und natürlich von den Deutschen mit Misstrauen betrachtet werden.
            0:53:51–0:53:55
            Und auf der anderen Seite, wie gesagt, unsere Wohlfahrtsverbände versuchen zwar,
            0:53:56–0:53:58
            Menschen mit Migrationsgeschichte zu integrieren,
            0:53:59–0:54:05
            aber sie bringen es eben auch nicht zustande, sich mit diesen Gemeinden auf
            0:54:05–0:54:10
            einer Ebene, die erstmal unbelastet ist, von Vorurteilen zu treffen und auszutauschen
            0:54:10–0:54:13
            und gemeinsame Bedürfnisse zu akquirieren. Das existiert nebeneinander.
            0:54:14–0:54:20
            Und ja, es gibt natürlich auch bösartige Interpretationen, die dann von Ghetto-Geschichte,
            0:54:20–0:54:23
            von der Ghettoisierung unserer migrantischen Mitbürger sprechen.
            0:54:23–0:54:25
            Clan-Strukturen und so wird es immer gesagt. Ja, die gibt es ja auch.
            0:54:25–0:54:26
            Die Clan-Strukturen in Berlin, ja.
            0:54:26–0:54:31
            Ja, ja, aber da wird eben auch unzulässig verallgemeinert und Angst produziert, wiederum.
            0:54:34–0:54:37
            Wenn du dir jetzt dieses gesellschaftliche, also so langsam kommen wir zum Ende,
            0:54:38–0:54:41
            wenn du dir dieses gesellschaftliche Gemisch jetzt mal anschaust.
            0:54:41–0:54:45
            Ja, und du hast ja auch schon irgendwie viel erlebt und viel irgendwie mit,
            0:54:46–0:54:47
            also drüber nachgedacht und
            0:54:47–0:54:50
            mitgestaltet auch, wie sich Gesellschaft entwickelt als Staatssekretärin.
            0:54:51–0:54:55
            Was, also vielleicht, was wünschst du dir gerade, was passiert?
            0:54:55–0:55:00
            Was willst du sehen, trotz sozusagen der Unwägbarkeiten, die nicht in unserer Hand liegen?
            0:55:00–0:55:04
            Was würdest du dir wünschen, was jetzt passiert, vielleicht aus der Zivilgesellschaft
            0:55:04–0:55:09
            heraus, die wir beide ja zumindest mitgestalten als Akteure?
            0:55:09–0:55:15
            Naja, ich wünsche mir sozusagen mehr Öffentlichkeit für das, was schon da ist.
            0:55:16–0:55:21
            Weil es ist so vieles da. Wenn man sich die Mühe machen kann und sich die Quellen
            0:55:21–0:55:23
            erschließt, um die Zugänge dazu zu bekommen.
            0:55:24–0:55:28
            Ja, ich kenne nicht umsonst diese Geschichte von Reden und Zuhören.
            0:55:28–0:55:33
            Ich kenne nicht umsonst Korrektiv, das ja sozusagen als autonomes Journalisten-Kollektiv
            0:55:33–0:55:36
            versucht, Hintergründe zu erforschen und zur Verfügung zu stellen,
            0:55:36–0:55:40
            die dem Mainstream nur bestenfalls teilweise entsprechen.
            0:55:41–0:55:43
            Und dort gibt es die Öffentlichkeit.
            0:55:44–0:55:48
            In unseren öffentlich-rechtlichen Medien kann ich, wenn ich genau hingucke,
            0:55:48–0:55:49
            auch viele solche Quellen finden.
            0:55:50–0:55:54
            Aber nicht in den normalen Nachrichten und zu den normalen Sendezeiten.
            0:55:55–0:55:59
            Da muss ich schon sehr genau hinterher sein. Und das ist aber was,
            0:55:59–0:56:03
            was ich mir wünsche, dass unsere Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich.
            0:56:05–0:56:10
            Die Mittel und Möglichkeiten und die Erlaubnis erhalten von ihren Rundfunkräten. Vielen Dank.
            0:56:12–0:56:18
            Gesellschaft in ihrer Vielfalt darzustellen und nicht immer dem Mainstream zu folgen.
            0:56:20–0:56:24
            Ja, weil so manche Dinge, die ich so in den offiziellen Nachrichten höre,
            0:56:24–0:56:26
            da weiß ich, da muss ich genauer nachfragen.
            0:56:27–0:56:32
            Aber das wissen eben nicht nur ich, Leute wie ich, die versuchen sich vielseitig
            0:56:32–0:56:37
            zu informieren und wirklich eine grundsätzlich kritische Herangehensweise haben.
            0:56:37–0:56:40
            Also dieses, wem nutzt es, was ich als Kind in der Schule gelernt habe,
            0:56:41–0:56:42
            das ist der Leitsatz für mein Leben.
            0:56:45–0:56:52
            Dass diese Möglichkeiten eben stärker gefördert wird, nicht nur in den Nachtsendungen,
            0:56:53–0:56:58
            die Informationen zu kriegen, die mir das Bild der Vielfalt unserer Gesellschaft vermitteln.
            0:56:59–0:57:03
            Das wünsche ich mir. Und ich wünsche mir, dass die, ja, Verzeihung,
            0:57:03–0:57:09
            die Printmedien sind inzwischen in den meisten Fällen Eigentum von irgendwelchen
            0:57:09–0:57:11
            Privatmenschen, die damit Interessen verfolgen.
            0:57:13–0:57:19
            Und damit sind sie eigentlich nicht mehr brauchbar, um über die Vielfalt unserer
            0:57:19–0:57:20
            Gesellschaft zu informieren.
            0:57:20–0:57:23
            Also ich finde es so jammer traurig.
            0:57:24–0:57:29
            Wir leben in einer Demokratie. Wir haben alle Möglichkeiten und wir werden über
            0:57:29–0:57:34
            die Angst, die uns Deutschen schon ein Stückchen sozusagen über Generationen
            0:57:34–0:57:36
            in die Gene gepflanzt wurde.
            0:57:39–0:57:43
            Wir werden über diese Ängste manipuliert und das lässt diese Demokratie eben
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            auch zu. Und was wir machen sollten, müssten, tatsächlich das,
            0:57:47–0:57:53
            was da ist, zu bestärken, zu unterstützen, zu fördern, wahrzunehmen und zu nutzen.
            0:57:55–0:57:58
            Und weißt du, ich gehe gerne auf solche Podcast-Anfragen ein.
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            Das gibt mir die Möglichkeit als Alte mit dir, die du meine Enkelin sein könntest,
            0:58:04–0:58:08
            mich auszutauschen und ein Bild davon zu gewinnen, wie du denkst,
            0:58:09–0:58:11
            wie Menschen deines Alters denken.
            0:58:11–0:58:16
            Nicht nur meine Enkel, die ich ja auch gut kenne und wo ich eine Vermutung habe,
            0:58:16–0:58:18
            wie sie denken, sondern eben auch noch andere.
            0:58:18–0:58:22
            Eben Vielfalt zu erfahren über die familiären Zusammenhänge hinaus.
            0:58:22–0:58:24
            Das ist so eine Chance. Vielen Dank dafür.
            0:58:24–0:58:28
            Ja, ich freue mich auch richtig. Also mir hat es auch richtig viel Freude gemacht.
            0:58:28–0:58:31
            Ich werde auch meiner Oma diesen Podcast schicken, damit sie ihn hört.
            0:58:32–0:58:36
            Genau, mit der ich auch immer wieder echt krasse Gespräche auch führe wo ich
            0:58:36–0:58:39
            denke, auch dieses generationenübergreifende Lernen, ich meine,
            0:58:39–0:58:41
            darum ging es jetzt heute nicht, aber das ist so wichtig.
            0:58:41–0:58:45
            Es ist so wichtig, die Generation von euch, die hat so krass gelernt,
            0:58:45–0:58:51
            auch nachhaltig zu leben, Ressourcen sinnvoll zu nutzen, sich selbst zu helfen,
            0:58:51–0:58:52
            also so in Gemeinschaft.
            0:58:52–0:58:53
            Und sich helfen zu lassen.
            0:58:53–0:58:58
            Und sich helfen zu lassen, genau. Um Hilfe auch zu fragen. Und ja,
            0:58:59–0:59:03
            also da kann unsere Generation total viel von lernen und ich glaube,
            0:59:03–0:59:06
            das ist auch mein Wunsch, den ich jetzt nochmal so ans Ende setzen.
            0:59:06–0:59:07
            Ich wünsche, dass wir uns,
            0:59:09–0:59:13
            in solche Räume auch reintrauen. Dass wir uns trauen.
            0:59:13–0:59:15
            Wenn sie denn da sind, ja.
            0:59:15–0:59:16
            Wenn sie denn da sind.
            0:59:18–0:59:23
            Ja, wenn sie denn da sind, aber noch sind sie da. Und wir können sie auch erhalten.
            0:59:23–0:59:24
            Wir können sie auch erhalten.
            0:59:24–0:59:28
            Also zumindest, ich jetzt als Vertreterin des Myzeliums kann auch wirklich sagen,
            0:59:28–0:59:30
            wir haben das Instrumentarium, sie zu erhalten.
            0:59:31–0:59:34
            Die müssen nicht schließen. Es gibt Möglichkeiten, diese Orte zu erhalten,
            0:59:34–0:59:36
            wenn Menschen sich organisieren und,
            0:59:38–0:59:41
            dafür Verantwortung auch übernehmen. Weil leider können wir es nicht,
            0:59:41–0:59:44
            also wir können es uns wünschen vom Staat.
            0:59:45–0:59:48
            Bitte, liebe Politik, erhalte diese Räume. Der hat jetzt andere Interessen. Genau.
            0:59:49–0:59:53
            Ich glaube auch, der Wunsch wird nicht so richtig gehört. Der Markt wird es
            0:59:53–0:59:54
            nicht für uns organisieren, ganz sicher nicht.
            0:59:55–0:59:58
            Nein, der Markt, da habe ich heute einen wunderbaren Podcast gehört von dem
            0:59:58–1:00:01
            Marcel Fratscher, dem Chef dieses Berliner Wirtschaftsinstitutes,
            1:00:01–1:00:06
            der da sagte, das ist eine der zehn Märchengeschichten, die öffentlich erzählt
            1:00:06–1:00:08
            werden. Der Markt richtet es nicht.
            1:00:09–1:00:13
            Damit der Markt was richten kann, braucht er die Kontrolle und den Ausgleich
            1:00:13–1:00:16
            durch die Politik. Und das funktioniert zurzeit gerade gar nicht.
            1:00:17–1:00:20
            Marktkonforme Demokratie, hat es ja Angela Merkel schon genannt.
            1:00:22–1:00:24
            Das System, in dem wir jetzt stecken.
            1:00:26–1:00:30
            Aber es kann diese Räume geben und es braucht aber auch Mut.
            1:00:30–1:00:34
            Es gibt diese Räume auch. Und es braucht aber auch den Mut, dass wir uns wieder raustrauen.
            1:00:34–1:00:36
            Bange machen gilt nicht.
            1:00:37–1:00:40
            Bange machen gilt nicht, bildet Banden. Das ist doch gut.
            1:00:42–1:00:46
            Ich danke dir, Elke, für deine Zeit und für deine für alles,
            1:00:46–1:00:49
            was du hier reingegeben hast und für deine Energie, die du hier reinbringst.
            1:00:49–1:00:50
            Vielen Dank für deine schönen Fragen, Hannah.
            1:00:51–1:00:55
            Macht mir große Freude. Gut, dann Grüße aus an die Du schickst mir den Link dann.
            1:00:55–1:00:55
            Ja?
            1:00:55–1:00:59
            Moment, noch gehen wir nicht, jetzt sagen wir erstmal unseren offiziellen Zuhörerinnen
            1:00:59–1:01:03
            Tschüss und bedanken uns fürs Zuhören und werdet Fördermitglied bei uns im Beziehenden
            1:01:03–1:01:04
            im Ökosystem, sag ich auch immer.
            1:01:05–1:01:08
            Und genau, Wenn ihr dritte Orte erhalten wollt, die ihr kennt,
            1:01:08–1:01:11
            meldet euch bei uns. Wir unterstützen gerne dabei.
            1:01:14–1:01:17
            Lasst uns diese Gesellschaft noch nicht aufgeben und uns von der Angst bange machen.
            1:01:17–1:01:25
            Lasst uns diese Demokratie verteidigen. Die ist da. Wir müssen sie noch nutzen. Okay. Tschüss, Seine.
            1:01:27–1:01:31
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            1:01:31–1:01:35
            Dann geh doch auf MYZELIUM.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
            1:01:35–1:01:41
            MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
            1:01:41–1:01:46
            Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
            1:01:46–1:01:47
            dass du heute mit dabei warst.
            1:01:47–1:01:50
            Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
            1:01:51–1:01:55
            dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
            1:01:55–1:01:57
            Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

            The post MP115 – Dritte Orte als gemeinschaftsbasierter Weg aus der Einsamkeit – Ein Gespräch mit dem Silbernetz e.V. appeared first on MYZELIUM.

            1 hr 3 min
          • MP114 - CREATE Regeneration – Wie Festival gemeinschaftsbasiert geht

              Festivals sind oft Konsum: Ticket kaufen, konsumieren, gehen. Was wäre, wenn ein Festival stattdessen ein Ort wäre, an dem Gemeinschaft nicht Kulisse ist, sondern Kern? An dem Menschen nicht Publikum sind, sondern Mitgestalter:innen?
              Hannah Heller spricht mit dem CREATE-Team darüber, wie die CREATE Convention – ein mehrtägiges Retreat auf dem Zukunftsort „Wir bauen Zukunft“ in Mecklenburg-Vorpommern – Festival als gemeinschaftsbasierte Erfahrung denkt: Ko-Kreation statt Programm, innere Arbeit statt Bühnenshow, regenerative Versorgung statt Catering-Logik.
              Eine Folge für alle, die spüren: Wie wir feiern, ist auch eine Frage davon, wie wir leben wollen.


              Das Festival findet vom 2.-5.7. statt.

              Hier gibt es mehr Infos und Tickets: https://create-regeneration.org/convention/#ticket

              Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

              Transkription

              0:00:11–0:00:15
              Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
              0:00:15–0:00:18
              Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
              0:00:19–0:00:21
              Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
              0:00:21–0:00:23
              Und dieser Podcast unterstützt dich
              0:00:23–0:00:27
              dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
              0:00:27–0:00:31
              Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
              0:00:31–0:00:36
              und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
              0:00:36–0:00:39
              Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
              0:00:49–0:00:53
              Herzlich willkommen zur 114. Folge des MYZELIUM-Podcasts.
              0:00:53–0:00:59
              Heute geht es um Create Regeneration, ein Festival oder auch nicht Festival,
              0:00:59–0:01:03
              was gemeinschaftsbasiert organisiert wird, zumindest in den ersten Ansätzen.
              0:01:03–0:01:07
              Ich freue mich sehr, dass Katharin Lehmann heute bei mir ist.
              0:01:08–0:01:09
              Hallo Hannah.
              0:01:10–0:01:13
              Mega schön, dass du dir Zeit nimmst. Wir kennen uns auch schon ein Weilchen
              0:01:13–0:01:18
              länger, weil wir uns bei Create Regeneration ein Projekt in dem Switch-Kontext
              0:01:18–0:01:21
              ist. Da haben wir auch schon einen Podcast zu aufgenommen, zu dem Projekt Switch.
              0:01:22–0:01:25
              Könnt ihr auch nachhören, ist noch nicht so lange her. Ja, bevor wir tiefer
              0:01:25–0:01:28
              einsteigen in Create Regeneration und,
              0:01:29–0:01:32
              das Festival an sich oder das Treffen, das Seminar, das Workshop,
              0:01:32–0:01:35
              wir werden ja gleich noch diskutieren, ob das eigentlich ein Festival ist oder
              0:01:35–0:01:37
              nicht, würde ich dir erstmal den Raum geben, Katharin.
              0:01:38–0:01:41
              Und du erzählst ein bisschen, wer bist du denn, was machst du und wie bist du
              0:01:41–0:01:45
              vielleicht auch dazu gekommen, dass du das machst, was du jetzt machst?
              0:01:46–0:01:50
              Ich hatte immer einen starken Bezug zur Natur schon in der Schulzeit und habe
              0:01:50–0:01:53
              mich dann irgendwann angefangen mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.
              0:01:53–0:01:57
              Also das war ganz lange so mein Wirkungsfeld. Ich habe Nachhaltigkeitsmanagement
              0:01:57–0:02:01
              dann im Master studiert und habe in der Nachhaltigkeitsforschung gearbeitet,
              0:02:01–0:02:05
              also wie wir Transformationen in die Gesellschaft bringen können und soziale
              0:02:05–0:02:07
              und ökologische Akteure zusammenbringen.
              0:02:07–0:02:10
              Also es ging bei mir auch immer viel darum, Verbindungen herzustellen zwischen
              0:02:10–0:02:13
              verschiedenen Gruppen. Ich habe mich selbst viel engagiert auch und mich mit
              0:02:14–0:02:17
              Menschen beschäftigt, die sich engagieren, da Forschung zugemacht.
              0:02:17–0:02:20
              Und habe dann gemerkt, Forschung ist jetzt nicht wirklich mein Bereich.
              0:02:21–0:02:26
              Und habe außerdem gemerkt, dass ich gerne selbstständig oder mit eigenen Ideen arbeite.
              0:02:26–0:02:30
              Und dann hatte ich die Möglichkeit, mich selbstständig zu machen oder freiberuflich
              0:02:30–0:02:32
              zu arbeiten und habe die ergriffen.
              0:02:33–0:02:37
              Und habe gleichzeitig gemerkt, irgendwie passt so das, wie ich Nachhaltigkeit
              0:02:37–0:02:38
              verstehe, nicht mehr so gut.
              0:02:38–0:02:42
              Also ich war auch viel im Klima- und Umweltschutz aktiv und hatte da ganz viel
              0:02:42–0:02:45
              so eine Anstrengung. So ich muss jetzt die Welt retten und immer mehr tun und
              0:02:45–0:02:48
              meinen Fußabdruck immer weiter verringern und so und habe gemerkt,
              0:02:48–0:02:52
              da kam zumindest bei mir so eine Anstrengung rein und so die ganzen Krisen der Welt.
              0:02:53–0:02:56
              Und habe mich dann aus persönlichen Gründen angefangen, viel mit innerer Arbeit
              0:02:56–0:02:58
              zu beschäftigen. Also was sind eigentlich meine Glaubenssätze?
              0:02:58–0:03:02
              Was steckt dahinter? Weshalb engagiere ich mich? Wie kommuniziere ich mit anderen Menschen?
              0:03:03–0:03:06
              Ja, wie ist eigentlich mein Blick auf mich selbst, auf die Welt, auf andere?
              0:03:07–0:03:11
              Und dadurch habe ich gemerkt, ich kann mich ganz anders ausrichten,
              0:03:11–0:03:14
              wenn ich der Freude folge in dem, was ich tue.
              0:03:14–0:03:19
              Und weniger aus diesem Krisen- und Angstmodus heraus, den ich vorher zum Teil gefahren habe.
              0:03:19–0:03:23
              Und dann hatte ich so eine tolle Welt an Menschen, die sich für die Welt engagiert
              0:03:23–0:03:26
              haben im Nachhaltigkeitsbereich in verschiedenen Kontexten,
              0:03:26–0:03:29
              und Menschen, die sich viel mit innerer Arbeit befasst haben und dann manchmal
              0:03:29–0:03:34
              aber auch sehr in dieses persönliche Optimieren gekommen sind und so einen sehr.
              0:03:35–0:03:37
              Auf sich bezogenen Fokus hatten.
              0:03:37–0:03:40
              Und ich dachte, das Wertvolle ist doch eigentlich, wenn wir dieses Beide zusammenbringen,
              0:03:40–0:03:44
              also für die Menschen, die sich im Außen stark engagieren, vielleicht mal innezuhalten
              0:03:44–0:03:46
              und zu schauen, weshalb mache ich das eigentlich, wo übernehme ich mich.
              0:03:47–0:03:49
              Auch so ein bisschen am Rand vom Burnout, was ja viele kennen,
              0:03:50–0:03:54
              unterwegs und gleichzeitig Menschen, die vielleicht gut mit sich stehen,
              0:03:54–0:03:58
              wo können die sich auch noch mehr in die Welt einbringen und diese beiden Gruppen zusammenzubringen.
              0:03:58–0:04:02
              Und ja, es war einerseits ein persönlicher Beweggrund, dass ich diese Gruppen
              0:04:02–0:04:05
              zusammenbringen wollte, weil ich diesen Mehrwert in der Verbindung gesehen habe.
              0:04:06–0:04:10
              Und gleichzeitig auch ein, ich glaube, die Welt braucht das total und das hilft
              0:04:10–0:04:13
              Menschen aus diesen Bereichen, sich miteinander zu verknüpfen.
              0:04:14–0:04:19
              Und dann bin ich auf die Regenerationstransformationsszene gestoßen,
              0:04:19–0:04:20
              die ich vorher noch nicht so kannte.
              0:04:20–0:04:24
              Ich habe gemerkt, da gibt es auch schon Menschen, die das zusammendenken und dann,
              0:04:26–0:04:29
              ist daraus quasi die erste Convention letztlich entstanden, Menschen,
              0:04:30–0:04:34
              zusammenzubringen aus diesem inneren, äußeren Kontext und aus dem Regenerationskontext
              0:04:34–0:04:37
              und gemeinsam zu schauen, nicht wie können wir die nächste Krise beheben,
              0:04:37–0:04:40
              sondern wie können wir diese ganzen tollen Lösungen, die es schon gibt für eine
              0:04:40–0:04:42
              alternative Welt, wie zum Beispiel Gemeinschaft
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              tragen, das Wirtschaften zusammenbringen, dass wir merken, das gibt es alles
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              und wie können wir das gemeinsam weiter in die Welt tragen.
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              Auch wenn ich jetzt mega Lust hätte, in diese Themen einzusteigen,
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              die du gerade so genannt hast, also dieses, wie viel Raum nehme ich mir auch,
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              zur Entfaltung, zur Entwicklung, zur Regeneration,
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              angesichts der Krisen da draußen.
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              Das ist auf jeden Fall auch eine offene Baustelle, die ich habe,
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              wo ich mir nicht sehr viel Zeit für nehme.
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              Und auf der anderen Seite so Menschen, die überwältigt sind von den Krisen und
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              einfach erst gar nicht dahinschauen können, weil sie sozusagen so viel Unsicherheit
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              und Kontrollverlust verspüren, den wir ja auch verspüren, dass es nicht aushaltbar ist.
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              Genau, hätte ich mega Lust, da noch tiefer einzusteigen, aber vielleicht kommt
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              es auch noch gleich. Erzähl doch mal, was ist die Convention? Was passiert da?
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              Bei der Convention laden wir, wie gesagt, diese Menschen ein,
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              die sich für eine andere Welt einsetzen wollen oder die einfach so merken,
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              das System wie bisher, das funktioniert nicht so richtig oder ich habe so einen Job, der,
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              ist nicht so stiftend, aber ich weiß auch noch nicht so genau,
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              wo möchte ich hinkommen.
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              Und dazu laden wir ein zusammen zu kommen und zwar aktuell machen wir das immer
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              bei Wir bauen Zukunft jetzt dieses Jahr zum dritten Mal,
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              und das ist ein wunderschöner Zukunftsort auf dem Gelände vom ehemaligen Botanischen
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              Garten und es gibt einfach schon mal so eine ganz andere Anbindung auch an die Natur.
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              Es ist uns immer sehr wichtig, unser Umfeld, die Mitwelt mit einzubeziehen und
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              nicht nur auch in unserem menschlichen Kosmos zu bleiben, sondern den Blick
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              darüber hinaus zu weiten.
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              Und bei der Convention gibt es dann verschiedene Elemente.
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              Also es ist uns wichtig, mit dem Körper zu arbeiten und nicht nur im Kopf.
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              Also deswegen heißt es auch nicht Konferenz oder ähnliches. Also wir sitzen
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              nicht da und bekommen einen Talvortrag, sondern wir erforschen und kreieren
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              gemeinsam. Es gibt natürlich schon Expertinnen, die sich einbringen, die den Raum begleiten.
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              Und gleichzeitig erforschen wir ganz viel gemeinsam. Von daher gibt es so Elemente,
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              die in Richtung Festival zum Beispiel gehen, mit abends Musik und Tanz und morgens
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              vielleicht nach Morgenpraxis.
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              Wir hatten schon Qigong und Yoga und was so Freude macht und gut in den Tag rein bewegt.
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              Und dann inhaltlich haben wir ein Thema und dieses Jahr haben wir uns dafür
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              entschieden, nochmal tiefer reinzuschauen. Was ist denn Regeneration eigentlich?
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              Was verstehen wir darunter? Das wollen wir gemeinsam nochmal erforschen.
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              Welche Prinzipien stecken dahinter?
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              Und dann haben wir immer Fokusgruppen, wo Menschen sich noch mal tiefer in ein
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              spezifisches Thema einarbeiten können und das ist dann ein gehaltener Raum für
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              Selbstreflexion und an eigenen Themen weiterzuarbeiten in einem bestimmten Kontext.
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              Und dieses Jahr schauen wir uns einerseits regeneratives Wohnen und Leben an,
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              also zum Beispiel Leute, die gerade auf Gemeinschaftssuche sind oder insgesamt
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              am Schauen sind, Ja, wie kann ich mein Wohnumfeld besser gestalten oder Gemeinschaftsprojekte
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              begleiten, je nachdem, was gerade der Fokus ist.
              0:07:38–0:07:42
              Dann schauen wir uns regenerative Arbeitswelten und Organisationen an.
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              Ich glaube, da haben fast alle irgendwie ein Thema mit.
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              Wie kann ich meine Arbeit besser gestalten oder wenn ich ein Team führe,
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              wie können wir das gemeinsam anders machen?
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              Oder ich bin vielleicht alleine bisher noch in meiner Organisation und möchte
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              was verändern und dann über die Convention Verbündete zu finden,
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              die vielleicht nicht in meiner Organisation sind, aber an ähnlichen Themen zu arbeiten. Vielen Dank.
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              Und dann haben wir dieses Jahr auch, was mir sehr am Herzen liegt,
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              regenerative Versorgung und Fürsorge mit dabei.
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              Also einerseits dieses, wo kommen eigentlich die Dinge her, die wir wirklich brauchen?
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              Und dieses ganz wichtige Thema an Care, wo gerade auch viele Menschen so ausgelastet,
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              überlastet mit sind. Und wie können wir das auch gemeinsam wirklich besser gestalten?
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              Und für diese drei Themen haben wir uns für dieses Jahr entschieden,
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              weil ich das Gefühl habe, dass die gerade sehr relevant sind in dem Feld.
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              Und wo es auch noch neue Impulse und Wege braucht, die dann weiter verbreitet werden können.
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              Ja, und drumherum machen wir uns einfach eine schöne Zeit in der Natur,
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              haben ganz viele tolle Leute da, die wir kennenlernen, Netzwerk ausbauen.
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              Genau, und dann gibt es am Ende noch eine Beitragsrunde oder einen Geldprozess.
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              Da werden wir sicherlich auch noch drauf zu sprechen kommen.
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              Aha. Ja, genau, für alle, die jetzt schon neugierig sind, Und mal vorweg die
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              Information, das Festival ist vom 2. bis 5. Juli, genau, so etwa eine Stunde von Hamburg.
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              Wer Wir Bauen Zukunft noch nicht kennt, ist auch ein Zukunftsort in Mecklenburg-Vorpommern.
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              Der sollte da, also der sollte einerseits wegen Create Convention,
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              aber auch für den Ort an sich einfach mal da hochreisen. Es ist sehr, sehr schön da oben.
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              Ich hoffe, dass ich die auch mal bald im Podcast habe, die Menschen jetzt dort aufbauen.
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              Genau, 2. bis 5.7. und es gibt noch Tickets und natürlich stelle ich euch auch den Link darunter.
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              Und vielleicht auch mal direkt zu den sozusagen Hard Facts, bevor wir weiter
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              einsteigen in Regeneration.
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              Genau, wie läuft das denn? Also du hast gesagt, am Ende gibt es eine Beitragsrunde
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              und trotzdem würde ich mir ja jetzt erstmal ein Ticket kaufen, oder?
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              Wie habt ihr euch das gedacht? Wie organisiert ihr das?
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              Ja, das ist eine sehr gute Frage. Wir sind da tatsächlich auch jedes Jahr ein
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              bisschen am Experimentieren, also auch mit den Menschen von Wirbau in Zukunft
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              zusammen, die sich ja auch mit gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften befassen.
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              Und dieses Jahr haben wir das für die Convention, oder wir versuchen das mal
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              so, dass wir einen überschaubaren Eintrittspreis haben. Ich glaube,
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              das sind 128 Euro oder so.
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              Das deckt etwa das an, was das Bio-Essen dort kostet. Also das heißt jetzt nicht
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              Essensticket, aber so von der Kalkulation her in unserem Kopf ist das etwa die Höhe.
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              Das heißt, wenn du dir ein Ticket holst, dann bist du versorgt mit leckerem
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              veganen Bio-Essen dort vor Ort.
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              Und alles andere haben wir uns entschieden, dass wir in die Beitragsrunde reinpacken,
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              sogar die Unterkünfte. Das heißt, jede Person, die auf dem Gelände schlafen
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              möchte, manche schlafen auch in der Umgebung, bucht sich eine Unterkunft, die ist aber auch frei.
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              Und wir wollen das dieses Jahr versuchen, dass vielleicht nicht die Person,
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              die den knappsten Geldbeutel hat, immer im Zelt schlafen muss,
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              auch wenn sie da vielleicht gar nicht schlafen kann. Und es gibt natürlich Leute,
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              die super gerne im Zelt schlafen, dann ist das ja toll.
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              Und gleichzeitig gibt es dann da zum Beispiel auch Clampingzelte und Tiny Houses
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              und so, die sich vielleicht eine Familie jetzt nicht leisten kann.
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              Und deswegen versuchen wir das dieses Jahr so, dass alle einfach nach ihrem
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              Bedarf, Bedürfnis eine Unterkunft buchen können und wir das in der Beitragsrunde
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              mit aufnehmen und auch versuchen, diese Unterkünfte gemeinschaftlich zu decken.
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              Und was dann noch mit reinfließt, sind natürlich die Ressortsdick-Mietkosten für den Ort.
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              Also für die Räumlichkeiten, für die Services, die die machen und für das gesamte
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              Programmorganisationsteam.
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              Wobei das bisher von der Menge her jetzt noch nicht gemeinschaftsgetragen tragbar
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              ist und wir deswegen auch weiterhin immer auf der Suche nach Förderung und Sponsoring
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              sind, auch damit die Gemeinschaft nicht überfordert wird.
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              Also wir wissen ja in etwa, wie zahlungskräftig auch die Menschen sind,
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              die kommen und da eine gute Lösung zu finden, dass alle sich beteiligen können
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              nach ihrer Maßgabe und wir es aber nicht überlagern, sondern schauen,
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              wo sonst noch Geld herkommen kann, wo es halt auch vielleicht leichter fließt.
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              Und magst du mal den Rahmen sagen, also für wie viel Euro verkauft ihr die Tickets auf der Webseite?
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              Das sind 128 Euro, glaube ich.
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              Für vier Tage.
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              Genau. Und dann halt in der Beitragsrunde das, was die Person dann noch leisten
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              kann für Unterkunftprogramm etc. Genau.
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              Cool. Schön. Und wenn man jetzt sagt, hey, ich finde es ultrazentral,
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              aber gar kein Geld, kann man euch dann eine Mail schreiben?
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              Auf jeden Fall.
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              Es gibt auch immer Möglichkeiten.
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              Sich sonst einzubringen und so.
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              Ja, ich glaube, das ist noch so ein bisschen der Hinkefuß der CSX-Bewegung,
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              sage ich mal, dass wir inklusiv und solidarisch ja sein wollen,
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              auch mit Menschen, die weniger zahlungsfähig sind.
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              Genau, und gleichzeitig aber halt allein von sozusagen den Worten,
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              die verwendet werden und der Art und Weise, wie Beitragsum gestaltet werden
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              und so weiter, halt viele Menschen einfach totale Hemmungen haben,
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              überhaupt die Räume zu betreten, die wir gestalten.
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              Habt ihr dazu Erfahrungen gemacht, was für zu sagen, was so Menschen sind,
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              die bei euch vorbeikommen?
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              Bist du manchmal auch so, dass du denkst, aha, das ist jetzt aber cool,
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              dass dieser Mensch, der kommt doch nicht aus unserer Bubble.
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              Wie sind da eure Erfahrungen?
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              Ja, es ist weiterhin eine Herausforderung, genau das, was du auch beschreibst.
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              Natürlich ist das auch ein sehr schöner Ort, der aber auch nicht für alle gleich
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              zugänglich ist. Also wir sind schon am Schauen, wie wir auch Barrieren abbauen
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              können und Diversität fördern.
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              Auch gerade dieses Jahr nochmal verstärkt, nachdem wir uns jetzt so ein bisschen gefunden haben.
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              Und gleichzeitig haben wir doch immer ein paar Menschen dabei,
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              wo wir so ein bisschen sind so, wo kommen die her? Voll cool,
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              dass die auch dabei sind.
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              Also letztes Jahr war zum Beispiel, ich habe das in meinem Tennisverein,
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              wo ich damals noch in Berlin gewohnt habe, erzählt.
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              Und dann kam einfach der Platzwart vom Tennisverein mit, weil der sich auch
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              mit Meditation und so weiter befasst. Der hatte sonst aber gar nichts so mit
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              der Szene zu tun. Er war auch vorher Steinsetzer, also mal so ein ganz anderer
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              Hintergrund, auch nicht akademisch und so.
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              Und das war richtig klasse, weil der hatte total seine Freude daran und war dann auch mit dabei.
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              Und auch andere Menschen, die vielleicht aus einem unternehmerischeren Kontext
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              kommen und jetzt gar nicht so im Transformationsbereich unterwegs sind.
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              Und das Schöne ist, bisher haben wir immer alle mitnehmen und erfüllen können,
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              also dann doch so gestalten, dass es verständlich ist.
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              Und das fand ich einen schönen Effekt. Und gleichzeitig wollen wir natürlich
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              weiter auch noch mehr Menschen erreichen aus verschiedenen Hintergründen.
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              Also es ist so eine Bewegung in beide Seiten. Aber wenn sie dann da sind und
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              wir es geschafft haben, und dann klappt es immer ganz gut, sie auch einzubinden
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              und dass sie auch was davon haben und ja, sie das verhält bereichern können
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              mit dem, was sie mitbringen. Ja.
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              Ich glaube auch, dass da vor allem das Potenzial liegt, also in dem Zusammenfinden
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              von, ich sage mal eher traditioneller, konservativ orientierten,
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              vielleicht auch marktliberal orientierten Menschen und,
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              der Transformationsbewegung,
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              ja gerade über das Körperliche, glaube ich am Ende.
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              Gerade es ist dieses körperliche Gefühl, die Intuition, die Emotion,
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              die dann irgendwie sagt, ja, das tut mir ja auch gut, auch wenn ich es vielleicht
              0:14:56–0:15:01
              ein bisschen schräg finde und das sonst niemand aus meinem Umfeld so machen würde.
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              Aber genau, da kann man, also genau, wenn sich Leute darauf einlassen,
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              finde ich, dann hat man sie auch sehr schnell ihr Herz erobert.
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              Aber genau, der Prozess bis dahin ist immer ein bisschen lang und schleppend
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              und braucht viel Energie und Krafteinsatz, finde ich oft.
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              Genau, vielleicht mal bei diesem Krafteinsatz bleibend. Warum,
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              also du hast es ja schon angeschnitten, aber warum Regeneration?
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              Warum glaubst du, dass das sozusagen nach all dem, was du auch erlebt hast,
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              du willst Natur regenerieren, daher kommst du, aber das ist ja jetzt sehr viel
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              größer gefasst, der Begriff.
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              Ja
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              Für mich ist das nochmal eine Perspektive, die halt über Nachhaltigkeit hinausgeht,
              0:15:45–0:15:49
              die das Ganze umfassender sieht und die uns als Menschen auch wirklich als Teil
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              von der Mitwelt begreift.
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              Also auch die Energien, die wir haben, die Emotionen, die wir haben,
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              die haben einen Einfluss. Und auch beim systemischen Denken wird aufgezeigt,
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              dass wir den Effekt unserer Handlungen gar nicht so gut vorherbestimmen können,
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              wie wir das sonst häufig denken.
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              Also zum Beispiel, wenn ich gut drauf bin, weil ich mich gut um mich gekümmert
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              habe und lächle eine fremde Frau auf der Straße an.
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              Weil ich gerade so strahle, dann könnte das sein, dass das für sie komplett
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              den Unterschied macht und ihr ganzer Tag viel besser ist und sie dann Muße hat,
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              der nächsten Person zu helfen, die sie trifft.
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              Und das werde ich aber nie herausfinden können, wie viele Menschen positiv jetzt
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              von meinem Einlächeln motiviert sind.
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              Und das geht ganz oft in unserem klassischen Diskurs unter, wenn wir zum Beispiel
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              halt rechnen, wie viel CO2 verbrauche ich und was muss ich technisch tun, um das zu ändern.
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              Und ich glaube, wir unterschätzen so wahnsinnig, wie soziale Menschen wir sind
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              und wie viel wir durch unterschiedlich anderen sozialen Umgang miteinander und
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              Arbeit mit Emotionen und Körper tatsächlich verändern können in unseren eigenen
              0:16:49–0:16:51
              Mustern und dem, was wir dann weitergeben.
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              Und das sind alles so Aspekte, die mir in der klassischen Nachhaltigkeit quasi
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              zu kurz kommen und in so einem regenerativen Bild gehört das alles dazu,
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              weil dann sind wir Wesen,
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              die Körper, Geist und Seele haben, die verbunden sind mit den Tieren,
              0:17:04–0:17:06
              mit der Mitwelt und für mich ist das so ein ganz anderer Blick,
              0:17:06–0:17:11
              weil wenn ich mich verbunden fühle mit dem, was mich umgibt und nicht mehr so
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              abgetrennt als Individuum, was alles auch alleine schaffen muss im schlimmsten
              0:17:14–0:17:17
              Falle, was wir auch oft beigebracht bekommen.
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              Dann ist es mir auch direkt ein Anliegen, mich anders darauf zu beziehen,
              0:17:23–0:17:24
              mich anders darum zu kümmern.
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              Und dann kann ich es auch weniger zerstören, weil alles, was mir wirklich am
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              Herzen liegt und was ich als Teil von mir betrachte, behandle ich im Schnitt ja auch besser.
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              Und mich selbst im Idealfall auch, wenn ich mich um meine eigene Regeneration mitkümmere.
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              Ich hatte gestern so eine Diskussion mit meiner Tochter am See,
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              am Baggersee, wo ein Kieswerk neben dran ist. Und meine Tochter hat gefragt,
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              ist dieses Kieswerk gut oder schlecht für die Umwelt?
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              Und es war so, naja, wahrscheinlich eher schlecht, aber es ist so diese generelle Frage dahinter.
              0:17:55–0:18:00
              Ist der Mensch, ich habe sie dann zurückgefragt, ist der Mensch gut oder schlecht
              0:18:00–0:18:03
              für die Umwelt? Dann hat sie eindeutig gesagt, schlecht.
              0:18:04–0:18:06
              Dann habe ich gesagt, aber Lotti, das kann man so gar nicht sagen.
              0:18:07–0:18:11
              Weil wir sind doch Teil, also wir sind doch auch Natur. Weißt du,
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              unsere Körper sind Natur und so weiter.
              0:18:14–0:18:18
              Dann hat sie gesagt, ja, stimmt. Aber genau, sie sieht halt auch,
              0:18:18–0:18:22
              was wir unserer nichtmenschlichen, natürlichen Umwelt antun.
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              Du hast es so schön beschrieben mit dem Lächeln.
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              Was würdest du dir wünschen, hat das Festival für, was erzeugt das für Resonanzen
              0:18:32–0:18:37
              oder was hat das für Auswirkungen auf die Welt? Was würdest du dir wünschen?
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              Das passt auch gut zu deinem Gespräch mit deiner Tochter, weil meine Perspektive
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              ist, seit ich mich vor allem mit Regeneration beschäftige und Rutger Prägmann im Grunde.
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              Als Buch, finde ich da auch sehr
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              passend zu, sodass wir Menschen im Grunde soziale und gute Wesen sind.
              0:18:54–0:19:00
              In unserer Kultur sind nur so viele Denkweisen drin, die halt dann Handlungsweisen
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              erschaffen, die nicht gut für unsere Mitwelt sind.
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              Aber deswegen sind wir nicht per se schlecht oder störend für die Mitwelt.
              0:19:06–0:19:10
              Wir können ja auch wieder lernen, wie wir uns regenerativ verhalten und einbinden
              0:19:10–0:19:14
              können und so nach und nach andere Handlungsweisen auszuprobieren.
              0:19:14–0:19:17
              Und genau das wollen wir auf der Convention zeigen, miteinander zu schauen,
              0:19:17–0:19:18
              wie kann das denn eigentlich gehen?
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              Weil niemand von uns hat jetzt bisher die finale Antwort, wie können wir wirklich
              0:19:22–0:19:26
              voll regenerativ sein? Wie gehen wir zum Beispiel mit so einem Kieswerk um,
              0:19:26–0:19:30
              um dann auch weiterzugehen? Wie kommen wir mit anderen Materialien voran,
              0:19:30–0:19:31
              dass wir das nicht mehr brauchen und so?
              0:19:32–0:19:36
              Und diese Schritte zu gehen, ist so der eine. Also das gemeinsam zu erforschen
              0:19:36–0:19:41
              und da Schritte für alle Beteiligten mitzunehmen und es auch besser nach außen tragen zu können.
              0:19:42–0:19:47
              Und durch die Verbindungen, die vor Ort entstehen und dieses andere Gefühl,
              0:19:47–0:19:49
              sich zugehörig zu fühlen von
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              etwas, was etwas Positives in die Welt bringt und halt eben dieses, wir,
              0:19:53–0:19:57
              wollen nicht schlecht sein oder weniger schlecht sein, kommt so eine ganz andere
              0:19:57–0:19:59
              Selbstwirksamkeit und Handlungskraft auch raus.
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              Und ich kann bei den Menschen beobachten, dass viel mehr so Hoffnung und Zukunftsmut
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              und eben Selbstwirksamkeit entsteht.
              0:20:08–0:20:11
              Konkrete Projekte entstehen, die Menschen dann miteinander weitermachen oder
              0:20:12–0:20:15
              sich mehr trauen, ihre Angebote rauszubringen, um eben diese Brücken zu bauen,
              0:20:15–0:20:20
              was wir eben hatten und auch, genau, also mein Wunsch ist, dass wir da mit einerseits
              0:20:20–0:20:22
              bei der Convention immer mehr Leute haben,
              0:20:22–0:20:26
              die halt neu in dieses Feld reinkommen und das kennenlernen und wir gleichzeitig
              0:20:26–0:20:29
              auch gemeinsam dann mehr Wirkung haben, es nach außen zu tragen,
              0:20:29–0:20:33
              alle an ihren einzelnen Punkten, wo sie sind und halt eben auch eine,
              0:20:34–0:20:38
              weitere Geschichte zu erzählen, neben Angst und Krisen und sowas in den Nachrichten.
              0:20:38–0:20:42
              Total stark ist, sondern dieses Hoffnungsvolle, es gibt Lösungen und die sind
              0:20:42–0:20:46
              schon alle da, sie dürfen nur breiter, bekannter werden und zugänglicher gemacht werden.
              0:20:46–0:20:50
              Das sind so Effekte, die ich mir von der Convention bisher sehen kann und auch
              0:20:50–0:20:52
              weiter wünsche, dass das noch stärker wird.
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              Ja, voll schön. Es ist ja so, dass es nicht nur, also ich sag mal in Anführungszeichen,
              0:21:00–0:21:03
              nicht nur bei diesen drei, vier Tagen vor Ort bleibt, sondern,
              0:21:04–0:21:06
              genau, du hast gesagt, da entstehen Projekte draus.
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              Also gemeinschaftsbasiert wirtschaften, jetzt mal auf unser Thema des Podcasts
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              zurückzukommen, heißt ja auch tatsächlich nicht nur, dass man irgendwie jetzt
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              anders die Finanzierung organisiert, sondern,
              0:21:19–0:21:23
              dass auch wirklich eine Gemeinschaft entsteht, die sich sozusagen mitverantwortlich fühlt,
              0:21:25–0:21:27
              für ein Angebot, was in der Welt ist.
              0:21:27–0:21:31
              Und du hattest vorhin, genau, vorhin in unserem Vorgespräch,
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              glaube ich sogar noch, gesagt, es gibt noch Tickets und das ist aber auch okay, weil
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              aktuell ist es halt so in unserer heutigen sehr flexiblen, sehr schnellen Zeit,
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              dass Menschen sich oft erst so zwei Wochen vorher anmelden und erst zwei Wochen
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              vorher sich wirklich definitiv festlegen, da gehe ich hin oder da gehe ich nicht hin.
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              Und das ist schön für alle, die sozusagen Teilnehmende sind.
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              Für die Organisatorinnen ist es etwas immer, ja, da kommt man immer ein bisschen
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              in Stress, wenn so drei Wochen vorher noch nicht so viele Tickets oder zwei
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              Monate vorher noch nicht so viele Tickets verkauft sind.
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              Ja, ich wollte dich das fragen. Wie bezieht ihr denn Gemeinschaft einerseits mit ein?
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              Und vielleicht auch so ein bisschen die Fragen in den Raum nehmen,
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              wie kann man es denn schaffen, dass auch vielleicht die Gemeinschaft nicht nur für,
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              das eine Mal und das eine Ticket mit in die Verantwortung geht,
              0:22:19–0:22:22
              sondern vielleicht auch langfristig sagt, hey, das finde ich eine richtig gute
              0:22:22–0:22:25
              Sache und ich unterstütze das einfach übers Jahr monatlich hinweg,
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              weil da müsst ihr ja auch finanziert.
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              Also ihr macht ja übers Jahr hinweg die Arbeit, damit dieses Festival dann stattfinden kann.
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              Genau, und ich gehe da sozusagen übers ganze Jahr mit in die Verantwortung,
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              damit es dann einmal im Jahr klappt.
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              Wieder stattfinden kann. Genau. Habt ihr euch dazu Gedanken gemacht?
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              Ja, das ist auf jeden Fall noch ein weiterer Weg oder Schritt zu schauen,
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              wie auch übers Laufe des Jahres noch Menschen mehr bei Create generell eingebunden werden können.
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              Und es gibt schon einige, die dann sehr aktiv sind und zum Beispiel beim letzten
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              Mal, wo es dann ein bisschen, oder wo noch Puffer war nach der Beitragsrunde,
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              die dann eigene Ideen einbringen und immer mal wieder sind so,
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              hey, habt ihr an das und jenes schon gedacht oder wie können wir euch da unterstützen, verknüpfen.
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              Also ich merke schon den Effekt von den Beitragsrunden, dass Menschen sich anders
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              Gedanken darüber machen, wie sie noch mitwirken können, als im ersten Jahr war das glaube ich.
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              Da haben wir in Anführungszeichen nur Tickets normal noch verkauft und da kam
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              das tatsächlich sogar aus der Gruppe. Also da haben wir uns noch gar nicht so
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              mit den gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften befasst. Da kamen dann Menschen,
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              die meinten so, also das kann doch jetzt noch nicht gereicht haben,
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              was ich an Ticketpreis bezahlt habe.
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              Und dann haben die das quasi ins Leben umgerufen und gesammelt,
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              dass noch mehr wieder in die Veranstaltung zurückfließt.
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              Und dann haben wir uns dann angefangen, auch dann mit Switch-Projekt,
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              aber auch durch diesen Anstoß damit zu befassen, wie können wir denn strukturell
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              eine Beitragsrunde einbinden,
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              in dem Wissen, dass das jetzt noch nicht unser ganzes Jahresbudget deckt,
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              aber halt so erste Schritte zu machen und auch erst mal das Denken zu lernen.
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              Also ich habe das Gefühl, das macht ihr auch ganz stark, Menschen erst mal diesen
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              neuen Ansatz näher zu bringen, In unseren eigenen Köpfen und dann denen, die da sind.
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              Und dann kann das auch immer stärker werden, so, ach, ich muss ja nicht nur
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              konsumieren, ich kann auch mitwirken, das erstmal freizuschalten quasi.
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              Und dann kann auch immer mehr daraus entstehen.
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              Und ja, wie wir das übers Jahr machen, da sind wir jetzt noch am Schauen.
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              Und gleichzeitig haben wir jetzt dieses Jahr auch noch eine Community dazu gestartet,
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              also auch nochmal als ein fixes Format.
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              Nicht nur die Menschen, die sowieso schon mal dabei waren, so als erweitertes
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              Netzwerk und Community, sondern eine engere, die dann sich jetzt auch digital
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              regelmäßig trifft und miteinander im Austausch bleibt, eben dass diese Themen
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              dann auch weiter bewegt werden.
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              Weil sonst kennt man das ja häufig von Veranstaltungen oder gegen mir zumindest früher so.
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              Dann war ich total inspiriert und kam nach Hause und bin erst mal in so ein
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              Loch gefallen, weil ich da die ganzen tollen Leute nicht mehr hatte und in meinem
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              Leben auch irgendwie ganz andere Sachen zu tun und dass wir so uns weiter bestärken können.
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              Also auch dann nach der nächsten Convention gibt es dann wieder die Möglichkeit,
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              auch neu in diese Community zu starten, gerade für die, die das wirklich übers
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              Jahr dann auch weiterziehen und bewegen wollen.
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              Und das haben wir auch jahreszeitlich orientiert, dass wir uns dann im Herbst
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              mehr mit Loslastenthemen beschäftigen und im Frühjahr mehr mit,
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              was wollen wir denn neu starten, dass das auch zu den Jahreszeiten passt.
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              Und da merken wir jetzt schon, welche Leute auch enger dran sind und sich mit
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              reingeben, dann Angebote machen und das immer mehr aufzubauen und auch ko-kreativ
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              zu gestalten. Also die Leute sagen, ich möchte jetzt mein Angebot hier mit euch
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              testen und das reinzugeben.
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              Und da sind wir gerade im Entwickeln, dass das immer mehr wird in die Richtung.
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              Und ich glaube, da gibt es noch ganz viel Potenzial und wir sind jetzt erst
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              mal am rausfinden, wo können wir das erschließen und was haben Menschen für Ideen.
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              Und dass das dann immer tragfähiger wird, weil das ja einfach eine selbstverständlichere
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              Haltung wird. Ich gestalte Dinge mit und bin ich nur Konsument und schaue zu,
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              so in diese Handlungskraft auch zu kommen.
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              Und heißt, genau, man könnte auch sozusagen Mitglied dann werden.
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              Seid ihr in einem Verein? Und dann monatlich sozusagen beitragen,
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              Teil der Community sein, wirklich da ein Netzwerk haben für Regeneration,
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              für die eigenen Ideen. Ist das so gedacht?
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              Ja, genau. Also Menschen können dann wirklich explizit sagen,
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              wir sind jetzt in der Community dabei und über einen monatlichen Beitrag,
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              der auch dann wieder frei wählbar nach eigener Finanzkapazität ist,
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              beziehungsweise über Beitragsrunde,
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              das unterstützen können.
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              Das ist dann erstmal für den Community-Bereich spezifisch und genau das erfahren
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              können, was du gerade gesagt hast.
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              Und da sind wir gerade am rausfinden, was passt am besten. Wir haben eine digitale
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              Plattform, wo man sich zu verschiedenen Themen austauschen kann und halt Calls und Angebote bekommt.
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              Jetzt habe ich irgendeinen Teil deiner Frage vergessen.
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              Wie das funktioniert? Also wie würde ich da denn Mitglied werden?
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              Und ob ihr ein Verein seid? Wie funktioniert das? Was bedeutet das?
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              Genau, die Vereinsfrage war es noch. Ja, wir sind aktuell als eigenständiges
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              Projekt unter dem Dach von Reinventing Society, was ein gemeinnütziger Verein
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              ist, die sehr verwandte Themen machen wie wir.
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              Und das bietet sich einfach an, weil so Vereinsarbeit ja mit sehr vielen Formalitäten
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              einhergeht, dass wir gesagt haben, wir schaffen auch da Synergien und ko-kreieren
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              und haben halt eine Person, die für
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              uns auch als Projekt dann zum Beispiel die Steuererklärung oder was auch immer
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              man im Finanzamt dann alles so einreichen muss,
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              mitmacht und schaffen jetzt gerade keine Parallelinfrastruktur,
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              die das dann auch nochmal separat machen muss, weil wir ja auch Menschen haben,
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              die dann zum Beispiel für Create tätig sind und für Reinventing Society und
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              das schafft dann halt einfach total
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              Synergien und dann weiß man auch, was bei den anderen passiert.
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              Genau, deswegen kann man bei
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              uns auch spenden halt an den Vereinen und das geht dann explizit an Create,
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              und ja, wir hatten jetzt gerade für die Community im Mai quasi die Startphase,
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              wo Menschen neu einsteigen konnten und jetzt ist gerade Anmeldungen über die
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              Webseite möglich für die neuen Interessierten, weil wir dann ab August loslegen mit allen, die auch,
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              nach der Convention vielleicht einsteigen wollen.
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              Weil wir gesagt haben, es ist schön, wie so ein bisschen geschlossenen Container
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              zu haben und dann ab August gibt es die erste Halbjahresphase mit.
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              Einer Gruppe, die sich dann auch wirklich finden und vertrauen kann,
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              weil wir gesagt haben, wenn jetzt alle zwei Wochen irgendwer Neues reinkommt,
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              dann kann nicht so ein gutes Gefäß entstehen, was ein Vertrauen miteinander aufbaut.
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              Genau, von daher kann man sich gerade oder über die Webseite melden bei Interesse
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              und kriegt dann die Infos dafür, im Juli gibt es dann die Infoveranstaltung,
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              ab August starten zu können in dem neuen Bericht.
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              Und wenn es jemandem ganz stark unter die Nägel brennt, dann finden wir auch
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              vorher schon eine Möglichkeit, dafür haben wir immer unsere E-Mail-Adressen,
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              also da auch nicht so starr zu sein, aber so ein Grundding eines gemeinsamen
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              Feldes zu bauen, dass es uns nicht zu sehr zerfasert.
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              Ja, cool. Also genau, ihr könnt jetzt schon mitmachen bei der Community und
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              dann im Juli beim Festival.
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              Und vielleicht enden wir mit der Frage, mit der wir begonnen haben.
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              Ist es denn nun ein Festival?
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              Oder genau, ich meine, du hast ja vorhin schon beschrieben, was passiert.
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              Ich habe sehr positive Knoten, also ich habe sehr positive Assoziationen und
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              also wenn mir jemand Festival sagt, dann denke ich sofort so an Lebensfreude,
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              an Leichtigkeit, an Menschen, an viele Menschen, an Sommer auch.
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              Festival hat sehr viel mit Sommer zu tun und ich meine, das trifft ja wohl erstmal
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              alles auf euch zu, würde ich sagen.
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              Was ist denn da nicht festivalig an eurem Festival?
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              Ja, die Assoziationen und Konnotationen kann ich auf jeden Fall mitnehmen,
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              wobei viele Festivals wahrscheinlich tendenziell noch ein Stück größer sind.
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              Also bei der Convention sind wir maximal 100 Menschen und ich kenne Festivals,
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              die von bis zu, ich weiß nicht, was hat so eine Fusion, zehntausende Leute geht oder so.
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              Das sind dann doch andere Größenordnungen, die Menschen da im Kopf haben können.
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              Ja, ich würde auf jeden Fall sagen, es hat diese Qualitäten von Festivals,
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              die du gerade aufgebracht hast und auch so Elemente wie so Morgenprogramm,
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              Abendprogramm gemeinsam gestaltet ist.
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              Für mein Empfinden ist der Unterschied, dass wir noch stärker in einen tiefgehenden
              0:30:03–0:30:07
              Prozess gehen, also in den zwei Tagen, Freitag, Samstag, die so der Haupte,
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              dann tauchen wir wirklich tief in so ein Thema ein mit einem,
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              durchgehenden Prozess und das sind dann weniger einzelne Workshops,
              0:30:15–0:30:18
              die lose zu einem Themengebiet passen, sondern wirklich die Gruppe findet sich
              0:30:18–0:30:21
              dann und ich kann selbst tief in mich reintauchen.
              0:30:21–0:30:24
              Also es geht dann auch los mit, wo stehe ich in diesem Thema gerade?
              0:30:24–0:30:25
              Dann gibt es Inspiration.
              0:30:26–0:30:29
              Wie kann ich das jetzt weiter angehen? Dann kommt wirklich eine konkrete praktische
              0:30:29–0:30:33
              Phase. Wie komme ich jetzt in die Umsetzung? Wie können wir das miteinander starten?
              0:30:33–0:30:37
              Und dann auch zu schauen, wie verbindet sich das mit den anderen Themen,
              0:30:37–0:30:41
              die die anderen bewegt haben und dann auch mit nächsten Schritten rausgehen.
              0:30:41–0:30:45
              Also es schafft noch mal mehr Verbindlichkeit mit mir selbst und auch mit den
              0:30:45–0:30:48
              anderen gegenüber, weil ich wirklich da eintauche, tiefgehe,
              0:30:48–0:30:52
              mich zeige und nicht nach anderthalb Stunden Workshop dann wieder in ein anderes Thema reinspringe.
              0:30:53–0:30:55
              Und ich würde sagen, dass der Unterschied ist, hat dann vielleicht mehr Ähnlichkeit
              0:30:55–0:31:01
              noch mit so einem Seminarkontext oder so im Rahmen vielleicht eines äußeren
              0:31:01–0:31:05
              Festival-Konstrukts. Vielleicht können wir uns auf sowas in die Richtung einigen.
              0:31:07–0:31:13
              Ja, ich finde das nochmal spannend, weil Festivals in der Welt,
              0:31:13–0:31:20
              so wie wir sie kennen, sind ja oft so kurze Phasen des massiven Rausbeamens aus dem eigenen Leben.
              0:31:21–0:31:26
              Also man ist dann so, man hat halt ganz viel Freude auf diesem Festival und
              0:31:26–0:31:32
              gar keine Sorgen auf diesem Festival und ist vielleicht auch dazu angehalten
              0:31:32–0:31:35
              und der Rahmen lässt es zu, dass man sich irgendwie verrückt,
              0:31:35–0:31:37
              kleidet und verrückte Dinge tut.
              0:31:37–0:31:43
              Und genau, ich glaube, es hört sich an nach einem Festival, was eher wieder
              0:31:43–0:31:48
              versucht, sozusagen den Rest des Lebens mit einzubeziehen, anstatt sozusagen so,
              0:31:49–0:31:56
              die Sorgen und Probleme und Herausforderungen und so weiter des Lebens so rausgedrängt zu haben.
              0:31:56–0:31:59
              Und es ist ja auch so, nur diese Trennung von Lohnarbeit, hier arbeite ich und
              0:31:59–0:32:03
              da habe ich meine Freizeit, hier bin ich frei und mache mir keine Sorgen mehr,
              0:32:04–0:32:09
              dass man es wieder mehr verbindet miteinander und nicht diese Phasen von Urlaub
              0:32:09–0:32:13
              und Festival und Phasen von totaler Stress und kurz vom Burnout,
              0:32:14–0:32:16
              sondern es wieder so ineinander fließen lässt.
              0:32:16–0:32:24
              Und genau, auf Festivals eben auch sozusagen sich weiterentwickelt und an sich
              0:32:24–0:32:28
              und an der Welt und an anderen Menschen sozusagen,
              0:32:29–0:32:34
              gestalten kann, also create, du hast es vorhin ganz schön gesagt, dieses Anfassende.
              0:32:37–0:32:41
              Genau. Und nicht diese Trennung, die wir eh überwinden wollen mit Regeneration.
              0:32:44–0:32:48
              Ja, das finde ich gerade nochmal für mich selbst auch nochmal eine wertvolle,
              0:32:49–0:32:50
              andere Perspektive darauf.
              0:32:50–0:32:53
              Also ich finde, das trifft es richtig gut. Also natürlich ist es wo anders als
              0:32:53–0:32:58
              im gewohnten Kontext, was halt neue Möglichkeiten eröffnet und neue Verbindungen schafft.
              0:32:58–0:33:00
              Und gleichzeitig Gleichzeitig ist unser Ziel genau, was du gesagt hast,
              0:33:00–0:33:04
              dass es auch lebensintegrativ ist und halt nicht dissoziativ vom eigenen Leben,
              0:33:05–0:33:08
              sondern zeigt so, und wie kann ich halt diese schönen Elemente,
              0:33:08–0:33:10
              die ich vielleicht sonst bei einem Festival auch kennenlerne,
              0:33:10–0:33:12
              wirklich mit ins Leben übertragen.
              0:33:12–0:33:15
              Also vielleicht kann ich auch in meinem eigenen Leben mich häufiger mal verkleiden
              0:33:15–0:33:18
              und Spaß haben, um jetzt das Beispiel zu nehmen.
              0:33:18–0:33:21
              Und es muss gar nicht immer nur beim Festival sein. Und wie können wir das wirklich,
              0:33:22–0:33:26
              mit ins Leben nehmen, dass das regenerativer wird und nicht nur so punktuell
              0:33:26–0:33:30
              bei, ich bin mal im Urlaub, mal bei einer Veranstaltung, sondern ja,
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              struktureller mitzunehmen.
              0:33:33–0:33:37
              Voll. Schön. Danke, dass du da warst, Katharin.
              0:33:37–0:33:42
              Magst du noch, ist dir noch irgendwas, ja, noch im Kopf, was du noch loswerden
              0:33:42–0:33:46
              willst, im Herzen, im Bauch, irgendwo, was du noch einmal an unsere Zuhörerinnen
              0:33:46–0:33:50
              und Zuhörer sagen möchtest, bevor wir dann hier langsam zum Ende kommen?
              0:33:51–0:33:51
              Mhm.
              0:33:53–0:33:56
              Ja, vielen Dank für das Gespräch. Es hat richtig Freude gemacht mit dir, Hannah.
              0:33:56–0:33:59
              Ich nehme auch nochmal neue Perspektiven mit und ja, ich glaube,
              0:33:59–0:34:01
              das mag ich noch mit reingeben.
              0:34:01–0:34:06
              Also ich finde das so wahnsinnig toll, was entstehen kann, sich mit anderen
              0:34:06–0:34:08
              Menschen auszutauschen, Ko-Kreation zu schaffen
              0:34:08–0:34:12
              und auch wirklich dieses Gemeinschaftsgetragen immer mehr zu lernen.
              0:34:12–0:34:15
              Also ich merke, wie ich da selbst auch noch umdenken kann, weil ich an ganz
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              vielen Stellen denke, das müsste ich jetzt alleine machen oder wie schaffe ich das?
              0:34:19–0:34:23
              Und einfach dieses mit anderen Menschen in Austausch zu kommen zu den Themen
              0:34:23–0:34:26
              kann so viel bewegen und dieses,
              0:34:27–0:34:31
              Anfang zu verlernen, dieses ich muss das immer alleine machen und ich bin ein
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              Individuum, sondern was so an Kraft im Kollektiven steckt, das ist für mich
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              selbst auch immer nochmal so eine Riesenüberraschung, wenn ich wieder merke,
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              ich bin wieder so in meinen, ich muss das jetzt alleine machen, muss da rein.
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              Bin und da finde ich es auch mit dem gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften einfach
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              so einen richtig tollen Ansatz, das immer weiter zu lernen und zu verlernen,
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              was vielleicht so klassische Prägungen sind und das finde ich richtig toll.
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              Dann habe ich jetzt doch noch eine letzte Frage bezüglich kollektiv und wie
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              man es gemeinsam sagt. Wie geht ihr denn mit Kindern um an diesem Ort?
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              Das wollte ich tatsächlich vorhin auch noch sagen, als du deine Tochter aufgefragt
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              hast. Danke, dass du nochmal drauf kommst und auch wegen Zugänglichkeit.
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              Also die Kinder kommen bei uns nämlich frei mit und Jugendlichen zahlen einen
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              kleinen Beitrag für ihr Essen, also die Eltern vermutlich.
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              Und wir binden die ein und wir haben auch, also es gibt verschiedene Möglichkeiten,
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              dass sie teilnehmen können. Wir haben auch Unterstützung für die Eltern mit
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              vor Ort und das werden wir da Austausch schaffen.
              0:35:28–0:35:32
              Und es gibt tatsächlich ein spezifisches Programm quasi auch für Kinder,
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              also nicht im Sinne von Kinderbetreuung, sie sind weg organisiert, sondern
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              sie können so eine ähnliche Lernreise machen wie die Erwachsenen,
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              halt kindgerecht in der Natur, begleitet von einer ganz tollen Person,
              0:35:42–0:35:44
              die viel Bildungserfahrung hat.
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              Und die lernen dann in der Natur, im Wald quasi die gleichen Themen,
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              die wir machen, aber halt auch in ihren Kontext angepasst.
              0:35:50–0:35:55
              Und die älteren Kids können entweder, je nachdem schon, können sich auch ein
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              anderes Programm aussuchen oder halt mit unterstützen und zu sagen,
              0:35:58–0:36:01
              hey, wir lernen das zusammen altersübergreifend.
              0:36:01–0:36:05
              Ja, und irgendwie wäre ich da fast gerne selbst wieder jünger und würde bei
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              dem Programm mitmachen und den ganzen Tag durch den Wald toben und da lernen.
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              Und dann haben wir auch die Punkte, wo wir dann schauen, was haben wir jeweils
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              gelernt und wie bringen wir das zusammen.
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              Also dann treffen wir auch darauf, was die Kids erarbeitet haben in der Zeit
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              mit den Erwachsenen zusammen. Und ja, dass wir wirklich auch die ganze Gesellschaft,
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              die ganze Familie und die Altersspannen abbilden.
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              Wir hatten auch schon von 15 Monaten bis, glaube ich, 75 so alles dabei.
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              Und das finde ich auch so richtig schön, diesen intergenerationalen Austausch
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              und die verschiedenen Perspektiven.
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              Und ich finde gerade, Kinder können uns so viel über Offenheit und Präsenz und
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              Staunen und so weiter lernen, was bei uns manchmal so untergeht als Erwachsene
              0:36:44–0:36:45
              oder was wir abtrainiert bekommen.
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              Ja, und da freue ich mich gerade jetzt sogar noch mehr drauf,
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              wenn ich da so drüber spreche. Es wäre richtig schön.
              0:36:52–0:36:57
              Ja, mega. Ja, ich habe auf jeden Fall jetzt richtig Lust bekommen,
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              noch zu kommen und werde auf jeden Fall mal checken, ob das irgendwie reinpasst,
              0:37:00–0:37:03
              weil das ist die erste Sommerferienwoche für uns in Rheinland-Pfalz.
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              Genau, vielleicht schnappe ich ja meine Tochter und düse nach Mecklenburg-Vorpommern,
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              auch wenn es wirklich eine wahnsinnig weite Strecke für mich aus Speyer ist.
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              Aber genau, es ist ein wunderbarer Ort und ich kenne euch und glaube auch,
              0:37:19–0:37:21
              dass es ein wunderbares Programm wird.
              0:37:21–0:37:24
              Genau. Und für alle, die auch Lust bekommen haben, herzliche Einladung,
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              sich anzuschließen und genau, mal auf der Webseite vorbeizuschauen,
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              sich vielleicht noch die letzten Fragen zu klären und dann ein Ticket zu buchen,
              0:37:33–0:37:35
              was sehr, sehr günstig ist für vier Tage.
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              130 Euro, wie ich finde, vor allem, wenn man auch noch seine Kinder mitbringen
              0:37:39–0:37:43
              kann und die auch noch ein tolles Programm bekommen und dann eben beitragen
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              und zwar so, dass es nicht wehtut und am Ende aber trotzdem alles finanziert ist.
              0:37:50–0:37:54
              Danke dir, Katharin, dass du dir Zeit genommen hast und dass du hier bei mir
              0:37:54–0:37:56
              im Podcast zu Besuch warst.
              0:37:56–0:37:58
              Vielen Dank, Hannah und allen einen schönen Tag.
              0:37:59–0:38:00
              Tschüss, macht's gut.
              0:38:03–0:38:07
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              0:38:11–0:38:17
              MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
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              Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
              0:38:22–0:38:23
              dass du heute mit dabei warst.
              0:38:24–0:38:27
              Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
              0:38:27–0:38:31
              dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
              0:38:31–0:38:33
              Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

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            • MP113 - Wie die Fair-Bio Genossenschaft den Biohandel zukunftssicher aufstellt – und warum das mehr ist als eine Branchenfrage

                Bio boomt – und gleichzeitig geraten genau die Strukturen unter Druck, die Bio einmal möglich gemacht haben. Kleine Bioläden, regionale Erzeuger, handwerkliche Verarbeiter: Sie begegnen steigendem Preisdruck und einem Markt, der immer weniger nach Werten fragt. Was wäre, wenn die Antwort nicht mehr Markt ist, sondern mehr Gemeinschaft?
                Hannah Heller spricht mit Joos van den Dool (Fair-Bio Genossenschaft) und Timo Wans (MYZELIUM) darüber, wie gemeinschaftsbasierte Mitgliedschaftsmodelle regionale Bio-Strukturen zukunftsfähig machen – und was das für kleine Bioläden konkret bedeutet.
                Mehr zur gemeinsamen Vision gibt es hier im Blogartikel.

                Blogartikel https://fairbio.bio/neustart-fuer-ein-anderes-wirtschaften/

                Fair Bio : https://fair-bio-genossenschaft.de/

                Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                Transkription

                0:00:10–0:00:15
                Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
                0:00:15–0:00:18
                Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                0:00:18–0:00:23
                Wir nennen es gemeinschaftsbasiert Wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
                0:00:23–0:00:27
                dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                0:00:27–0:00:31
                Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                0:00:31–0:00:36
                und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                0:00:36–0:00:39
                Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                0:00:49–0:00:55
                Herzlich willkommen zur 113. Folge des MYZELIUM-Podcasts für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
                0:00:55–0:01:00
                Heute geht es um die Fair-Bio-Genossenschaft und den gemeinschaftsbasierten
                0:01:00–0:01:03
                Wandel der Bio-Branche, der Ernährungswirtschaft.
                0:01:03–0:01:06
                Ich freue mich sehr, dass ich heute zwei Gäste habe.
                0:01:07–0:01:10
                Den einen kennt ihr schon etwas besser, das ist der Timo Wanz,
                0:01:10–0:01:11
                unser Geschäftsführer von MYZELIUM.
                0:01:11–0:01:14
                Der darf sich jetzt auch gar nicht mehr vorstellen, weil den kennt ihr hoffentlich
                0:01:14–0:01:16
                alle schon, die den Podcast hören. Hi Timo.
                0:01:17–0:01:17
                Hallo.
                0:01:18–0:01:21
                Und mein zweiter Gast, Joos van den Doel. Ich freue mich sehr,
                0:01:21–0:01:26
                dass du hier bist, zum ersten Mal in unserem Podcast, obwohl wir uns schon länger kennen.
                0:01:27–0:01:30
                Genau, hi, du bist Vorstand der FABIO-Genossenschaft, ne?
                0:01:30–0:01:31
                Danke Hannah, ja, das stimmt's.
                0:01:33–0:01:37
                Genau, und weil man dich hier in dem Podcast noch nicht so oft gehört hat oder
                0:01:37–0:01:40
                noch gar nicht, würde ich mich freuen, wenn du einfach mal ein bisschen erzählst,
                0:01:41–0:01:44
                genau, wer bist du, was hast du bisher schon so erlebt in deinem Leben und wie
                0:01:44–0:01:49
                kommt es, dass du jetzt Vorstand der Fair-Bio-Genossenschaft bist und warum machst du das?
                0:01:49–0:01:52
                Viele Fragen. Erzähl, was du erzählt magst.
                0:01:53–0:01:57
                Danke, ja. Ich erzähle es vielleicht von hinten nach vorne.
                0:01:57–0:02:03
                Ich bin jetzt seit ein halbes Jahr zusammen mit Karin Walter im Vorstand der Fabio Genossenschaft.
                0:02:04–0:02:11
                Und da gerade angekommen, seit einem guten Jahr bin ich beim Erzählen freiberuflich
                0:02:11–0:02:18
                in einigen Projekten aktiv, unter anderem auch in Begleitung von Projekten in der Biobranche.
                0:02:19–0:02:24
                Und schon viel länger, 15 Jahre, bin ich selbstständig Prozessbegleiter,
                0:02:24–0:02:26
                Organisationsentwickler, Moderator.
                0:02:26–0:02:31
                Eigentlich am liebsten in Projekte, wo man co-kreativ arbeitet,
                0:02:31–0:02:35
                also wo Menschen gemeinsam Neues in die Welt bringen und auch durch die Art
                0:02:35–0:02:37
                und Weise, wie sie miteinander,
                0:02:37–0:02:41
                zusammenarbeiten, gute Ideen umgesetzt werden.
                0:02:42–0:02:47
                Und davor habe ich in der Architektur-Stadtplanung gearbeitet,
                0:02:47–0:02:53
                im Bereich Beratung für die, also auch für komplexe oder für sehr partizipative
                0:02:53–0:02:56
                Prozesse. Das ist mein Hintergrund.
                0:02:56–0:03:01
                Und ich bin, wie ihr hören könnt, geburtiger Niederländer und seit 15 Jahren in Deutschland.
                0:03:02–0:03:08
                Und ja, also irgendwie fühlt es sich ganz stimmig an, jetzt in dieser Genossenschaft
                0:03:08–0:03:11
                Vorstand zu sein, weil diese Frage,
                0:03:12–0:03:19
                wie geht man fair miteinander um und was braucht es alles dafür im Sozialen
                0:03:19–0:03:20
                und im Wirtschaftlichen,
                0:03:20–0:03:22
                das ist etwas, was mich schon sehr lange interessiert.
                0:03:22–0:03:27
                Ich war schon vor meiner Studienzeit, habe ich zum Beispiel in einer sozial-ökologischen
                0:03:27–0:03:31
                Bank lange gearbeitet und also einfach als Aushilfe,
                0:03:31–0:03:36
                habe da ganz viel gesehen und ich habe sehr viel immer in werteorientierten
                0:03:36–0:03:38
                Organisationen gearbeitet.
                0:03:39–0:03:43
                Jus, du bist ja jetzt schon so ein halbes Jahr Vorstand der Fair-Bio-Genossenschaft
                0:03:43–0:03:44
                oder schon länger, die Zeit fliegt.
                0:03:45–0:03:47
                Seit Dezember, ja.
                0:03:47–0:03:50
                Seit Dezember, also noch gar nicht so lange, genau. Und vielleicht kannst du
                0:03:50–0:03:54
                aber mal so ein bisschen erzählen, genau, warum die Fair-Bio-Genossenschaft
                0:03:54–0:04:00
                damals gegründet wurde und was jetzt vielleicht auch das Neue ist,
                0:04:00–0:04:02
                was ihr beiden, Karin und du,
                0:04:03–0:04:05
                da einbringen wollt oder für was ihr angetreten seid auch.
                0:04:05–0:04:12
                Ja, sehr gerne. Also die Fairbio Genossenschaft, die gibt es seit über fünf Jahren.
                0:04:12–0:04:19
                Die wurde vor der Corona-Zeit gegründet von Hermann Heldberg,
                0:04:19–0:04:26
                der ist Geschäftsführer von Naturkost Eggershaus, also ein größerer Naturkostgroßhandel,
                0:04:26–0:04:30
                der in ganz Mitte, Ost und Norddeutschland aktiv ist.
                0:04:31–0:04:38
                Und mit dem Zweck auch wirklich fair in der Genossenschaft miteinander zu wirtschaften
                0:04:38–0:04:43
                und was die Genossenschaft bisher gemacht hat, war eine also eine,
                0:04:43–0:04:48
                denke ich, sehr wirksame Kampagne auch mit ganz vielen Gesichtern von bekannten
                0:04:48–0:04:52
                Menschen, die sich dafür eingesetzt haben, dass.
                0:04:52–0:04:57
                Also Bio in Deutschland noch nicht fair bedeutet und dass wir uns wirklich einsetzen
                0:04:57–0:05:00
                müssen, um fair miteinander zu handeln.
                0:05:00–0:05:07
                Also auch egal in welchen Art von Bio-Sieger, ob das jetzt Bio-Land-Demeter
                0:05:07–0:05:12
                oder was auch immer ist, wird sehr viel festgelegt und reguliert über die Art
                0:05:12–0:05:14
                und Weise, wie man Landbau betreibt.
                0:05:14–0:05:17
                Aber wie danach gehandelt wird mit den Waren, ist eigentlich,
                0:05:17–0:05:20
                ich würde mal sagen konventionell, ein bisschen überspitzt gesagt,
                0:05:20–0:05:24
                aber darauf kommt es eigentlich an.
                0:05:25–0:05:31
                Dass wir auch für den hier gehandelten Möhren, genauso für die fair gehandelte
                0:05:31–0:05:33
                Banane, die von woanders kommt,
                0:05:33–0:05:39
                wissen, es geht unseren Bauern und allen, die in der Wertschöpfungskette informiert
                0:05:39–0:05:41
                sind, gut und sie können gut davon leben.
                0:05:41–0:05:45
                Das ist aktuell bei weitem nicht der Fall und das hat viele Hintergründe,
                0:05:45–0:05:52
                aber der Handel hat da, denke ich, eine große Werkmacht, um da Dinge anders
                0:05:52–0:05:56
                zu machen und mit diesem Zweck wurde die Genossenschaft gegründet.
                0:05:56–0:06:02
                Die Genossenschaft hat auch schon ziemlich schnell an die 150 Mitglieder,
                0:06:02–0:06:09
                dazu gehören einige Produzenten und Großhändler, aber auch viele Konsumenten,
                0:06:09–0:06:15
                also einfach Privatpersonen, die Mitglied geworden sind und Landwirte,
                0:06:15–0:06:20
                Biobauern und Händler, auch Bio-Händler, Selbstständige, kleinere,
                0:06:20–0:06:23
                meistens kleine, genau, Bio-Läden.
                0:06:24–0:06:29
                Die Mitglied von der Fair-Bio-Genossenschaft sind. Es gibt auch einen Fair-Bio-Verein,
                0:06:29–0:06:30
                die gibt es schon länger.
                0:06:30–0:06:34
                Die hat 14 Mitglieder. Das klingt erstmal sehr überschaubar,
                0:06:34–0:06:35
                aber die hat auch einen ganz anderen Zweck.
                0:06:35–0:06:43
                Da geht es darum, ein Siegel wirklich für Fair-Bio-Produkte und Unternehmen zu etablieren.
                0:06:44–0:06:48
                Und diejenigen, die dieses Siegel haben, die sind da Mitglied.
                0:06:48–0:06:52
                Also das gibt es auch und damit kooperieren wir auch. Wir haben einen gemeinsamen
                0:06:52–0:06:55
                Blog gemacht, auch neulich. Die können wir vielleicht hier auch verlinken.
                0:06:57–0:07:02
                Und genau, das ist ganz spannend zu sehen, dass es mehr Menschen und Organisationen
                0:07:02–0:07:04
                gibt, die sich dafür einsetzen möchten.
                0:07:05–0:07:09
                Aber in der Regel habe ich den Eindruck, ist es bei den meisten Menschen noch
                0:07:09–0:07:12
                überhaupt nicht angekommen, was wir hier für ein Thema haben.
                0:07:13–0:07:16
                Wenn man sagt, okay, ich kaufe doch Bio ein, ist doch super und egal,
                0:07:16–0:07:21
                ob ich das jetzt, ich sage mal ein bisschen überspitzt im Lidl oder im kleinen
                0:07:21–0:07:25
                Lidl-Laden um die Ecke mache, ja, was macht das für große Unterschiede?
                0:07:25–0:07:27
                Das macht einen riesengroßen Unterschied.
                0:07:27–0:07:31
                Sollen wir da vielleicht nochmal echt tiefer reingehen, weil das finde ich so
                0:07:31–0:07:35
                spannend und ich glaube, das ist auch wirklich ein Problem, dass da viel zu
                0:07:35–0:07:36
                wenig drüber gesprochen wird.
                0:07:36–0:07:43
                Also die Biobranche schüttelt es ja gerade ganz schön durch, auch und besonders,
                0:07:43–0:07:51
                weil noch nicht so viele Jahre die bioproduzierenden Landwirte und verarbeitendes
                0:07:51–0:07:55
                Gewerbe eben den Lebensmitteleinzelhandel, heißt die Supermärkte und so weiter,
                0:07:55–0:07:57
                mit Bioprodukten beliefert.
                0:07:57–0:08:00
                Und es eben nicht mehr der kleine Bio-Fachhandel ist sozusagen,
                0:08:01–0:08:05
                der die Bio-Produkte hat, die besonderen Produkte, sondern es jetzt eben breit
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                in den Markt, sozusagen auf den Markt durch die Supermärkte Gold wird.
                0:08:09–0:08:13
                Und dann kann man ja einerseits sagen, hey, ist voll gut, der Biomarktanteil
                0:08:13–0:08:18
                steigt ja auch sozusagen kontinuierlich nach oben, weil es eben in den Supermärkten jetzt drin ist.
                0:08:19–0:08:23
                Gleichzeitig kämpft eben dadurch der Bio-Fachhandel viel mehr ums Überleben
                0:08:23–0:08:28
                und auch die Großhändler sozusagen, die kleinen Bio-Großhändler müssen sozusagen
                0:08:28–0:08:30
                neu abwägen, was passiert.
                0:08:31–0:08:36
                Ja, kooperiere ich jetzt mit den großen Lebensmitteleinzelhandelsketten oder mache ich das nicht?
                0:08:37–0:08:39
                Bleibe ich beim Bio-Fachhandel? Wie organisieren wir uns um?
                0:08:39–0:08:41
                Und das sind schon krasse Umbrüche.
                0:08:41–0:08:45
                Und ich glaube, dass viele Leute überhaupt nicht verstehen, was der Unterschied
                0:08:45–0:08:53
                ist jetzt zwischen dem Bio bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder im Bio-Fachhandel.
                0:08:53–0:08:56
                Vielleicht kannst du da auch nochmal drauf eingehen, Jus.
                0:08:57–0:09:02
                Ja, sehr gerne. Also das ist tatsächlich ein großer Unterschied und das merkt
                0:09:02–0:09:03
                man, wenn man mit diesen Menschen redet.
                0:09:03–0:09:08
                Zum Beispiel Völker, die Säfte, die findet man jetzt auch im Supermarkt.
                0:09:08–0:09:12
                Eigentlich in jedem Supermarkt, was natürlich großartig ist.
                0:09:12–0:09:19
                Aber wenn ein Produzent diese Produkte im normalen Supermarkt,
                0:09:19–0:09:24
                in den Lebensmitteln einzuhandelt, so wie das im Fachbegriff heißt, anbietet,
                0:09:24–0:09:29
                dann, damit du gelistet wirst, musst du ganz viel vorweisen können.
                0:09:29–0:09:31
                Erstmal an Verfügbarkeit und so weiter.
                0:09:32–0:09:37
                Und zweitens ist da ein sehr starker Konkurrenz und ein sehr starker Preisdruck,
                0:09:38–0:09:40
                Und sehr wenig Flexibilität.
                0:09:40–0:09:45
                Also da gibt es, man wird geknebelt, kann man schon sagen.
                0:09:45–0:09:52
                Und das Problem ist, dass man hat tatsächlich dann eine große Umsatzzunahme dadurch.
                0:09:53–0:09:56
                Aber die Produzenten, womit ich jetzt spreche, die Mitglied sind oder auch die
                0:09:56–0:10:01
                Mitglied werden möchten oder die wir einladen möchten, auch Mitglied zu werden,
                0:10:01–0:10:05
                die sagen, für uns ist das Wichtigste, dass der Lebensmittel-,
                0:10:05–0:10:09
                der Bio-Fachhandel, dass die wirklich aufrechtsbleibt.
                0:10:10–0:10:15
                Und die hat natürlich ganz andere Margen. Also ein Supermarkt ist einfach in
                0:10:15–0:10:23
                Logistik und in Werbung super effizient, weil sie so einen enormen Umsatz von Produkten hat.
                0:10:23–0:10:27
                Das kann man mit kleineren Strukturen nicht abbilden.
                0:10:28–0:10:33
                Und man muss vielleicht auch noch sagen, es gibt vier große Lebensmitteleinzelhandelsketten,
                0:10:34–0:10:37
                Genau, und die machen eigentlich, die bestimmen eigentlich, wie die,
                0:10:37–0:10:42
                wie die Sachen laufen, also das, da arbeite ich mich auch gerade ein in diesem,
                0:10:42–0:10:44
                in diesem Bereich und das ist schon.
                0:10:45–0:10:51
                Also mit diesem laienhaften Blick, den ich jetzt habe, frage ich mich ja,
                0:10:51–0:10:56
                warum haben wir so viele Parallelstrukturen, auch wenn man nur auf eine Bio-Möhre schaut.
                0:10:56–0:11:03
                Also es gibt die großen LKWs von den Supermärkten, die dann in jede Stadt,
                0:11:03–0:11:06
                jedes Dorf reinfahren und dann gibt es parallel,
                0:11:06–0:11:10
                falls es ein Alatura oder ein Dens oder wie auch immer, gibt es auch wieder
                0:11:10–0:11:16
                eigene Lieferstrukturen und dann die unabhängigen Bio-Fachhandel-Großhändler.
                0:11:16–0:11:19
                Und genau, die machen eigentlich alle das Gleiche.
                0:11:19–0:11:23
                Und die Frage ist, wie machen die das? Und auch, was ist natürlich der Preis,
                0:11:23–0:11:26
                die am Ende auf dem Schild steht im Biola?
                0:11:27–0:11:32
                Und dass eigentlich alles über den Preis geht. Das ist natürlich überall so.
                0:11:32–0:11:38
                Und auch da ist, gerade da ist natürlich der gemeinschaftsbasierte Ansatz.
                0:11:38–0:11:42
                Also die Gedanke, wie kann man das über Beiträge machen?
                0:11:43–0:11:50
                Ganz interessant. Wie kann man das in so einem größeren Kontext auch anwenden?
                0:11:50–0:11:54
                Und da sind wir dabei, das ist eigentlich so mein Wunsch für die Zukunft,
                0:11:55–0:12:00
                Wege zu finden, wie man mit allen Partnern aus der Wertschöpfungskette von Bauern,
                0:12:00–0:12:02
                über die Verarbeiter, Produzenten,
                0:12:03–0:12:09
                mit den Händlern und mit den Fachhändlern und mit den Konsumenten gemeinsam zu schauen,
                0:12:10–0:12:15
                hey, können wir das nicht effizienter, lokaler und fairer organisieren miteinander,
                0:12:15–0:12:17
                als wie es jetzt der Fall ist.
                0:12:17–0:12:19
                Und da ist wirklich viel Luft nach oben.
                0:12:20–0:12:23
                Cool, danke. Da sind wir jetzt schon bei der Vision angekommen.
                0:12:24–0:12:28
                Und ich glaube, du hast sie schon so ein bisschen angeteasert auch.
                0:12:29–0:12:32
                Gemeinschaftsbasiert soll sie natürlich sein, sonst würde ich euch nicht in
                0:12:32–0:12:33
                diesen Podcast einladen.
                0:12:33–0:12:40
                Und ich glaube, da kommt auch das MYZELIUM ins Spiel, weil das MYZELIUM ja enge
                0:12:40–0:12:43
                mit der Fabio-Genossenschaft jetzt schon, ich glaube, seit zwei,
                0:12:43–0:12:47
                drei Jahren, zwei Jahre kooperiert. Drei?
                0:12:47–0:12:48
                Drei, klar.
                0:12:48–0:12:52
                Ja, und vielleicht, Timo, magst du mal aus deiner Perspektive erzählen,
                0:12:52–0:12:57
                was schon an Kooperationen läuft mit der Fairbio-Genossenschaft und wo es auch,
                0:12:57–0:13:00
                genau, was gerade schon läuft und wo es vielleicht aber auch hingehen kann?
                0:13:01–0:13:07
                Die Kooperation ist so entstanden, dass wir als MYZELIUM einen Artikel in der Bio-Handel hatten,
                0:13:08–0:13:14
                wo wir unsere Arbeit vorgestellt haben und den hat der vorige Vorstand Hermann Heldberg gelesen,
                0:13:15–0:13:18
                und tatsächlich bei mir angerufen und gesagt, guck mal hier,
                0:13:19–0:13:24
                wir haben hier so eine Genossenschaft, wir wollen Gründe, die Vermarktungsstrukturen
                0:13:24–0:13:29
                vom Fachhandel, den Produzenten, den Händlern, den Marken fördern.
                0:13:29–0:13:33
                Das ist unser Ziel. Und ja, euer Ansatz des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens
                0:13:33–0:13:34
                finden wir total spannend.
                0:13:35–0:13:39
                Lasst uns doch mal an einem Punkt anfangen. Und da haben wir begonnen,
                0:13:40–0:13:44
                einzelne Läden, die auch richtig in der Fairbio-EG sind, dabei zu begleiten,
                0:13:44–0:13:46
                gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodelle aufzubauen.
                0:13:47–0:13:50
                Das haben wir gemacht mit einigem Erfolg.
                0:13:50–0:13:53
                Und vielleicht ganz kurz für die Leute, die nicht ganz klar ist,
                0:13:54–0:13:56
                was jetzt genau ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell ist.
                0:13:56–0:14:01
                Es kommt ursprünglich aus der Bewegung der solidarischen Landwirtschaft,
                0:14:02–0:14:09
                wo eben ein Landwirt seine Betriebskosten transparent macht und die Konsumenten das ausfinanzieren.
                0:14:09–0:14:15
                Und dieses Modell haben wir auf einen Bioladen übertragen mit einem monatlichen
                0:14:15–0:14:17
                Gutschein-System plus Mitgliedsbeiträgen.
                0:14:18–0:14:24
                Und genau, da haben wir unseren ersten erfolgreichen Pioniere zusammen mit der
                0:14:24–0:14:29
                Fairbio EG aufgebaut und daraus ist diese Zusammenarbeit entstanden.
                0:14:29–0:14:34
                Genau, nur dabei soll es ja nicht bleiben, sozusagen. Wir wollen ja über den einzelnen Laden.
                0:14:34–0:14:39
                Also ich glaube, die Herausforderung ist, um wirklich fairer zur Wirtschaft
                0:14:39–0:14:40
                miteinander ist, dass es eben nicht nur,
                0:14:41–0:14:43
                also nur, das ist ja auch schon ein großer Schritt sozusagen,
                0:14:43–0:14:48
                Der eine Verbraucherinnengemeinschaft organisiert sich um einen Laden,
                0:14:48–0:14:53
                sagt Umsätze zu, hält diesen Laden, nutzt ihn auch als Begegnungsort und ja,
                0:14:54–0:14:56
                als Ort auch gegen Einsamkeit.
                0:14:56–0:14:59
                Ich glaube, das darf man auch nicht unterschätzen, dass das einfach auch zentral ist.
                0:15:00–0:15:03
                Nahversorgung, wo man kurz vorbeigehen kann. Nicht,
                0:15:04–0:15:08
                auf Funktionalität ausgerichteter Ort, wie es jetzt im Supermarkt ist,
                0:15:08–0:15:11
                wo man sich wirklich gar nicht mehr in die Augen schaut, sich nicht mehr begrüßt,
                0:15:11–0:15:15
                sondern reingeht, sein Kram erledigt rausgeht, sondern der kleine Bioladen,
                0:15:16–0:15:21
                oder der kleinere, nicht so anonyme Laden, wo man gerne auch mal verweilt,
                0:15:21–0:15:24
                und eben auch Menschen trifft und wo man die Menschen kennt,
                0:15:24–0:15:27
                die dort arbeiten und wo man auch ein Vertrauen dazu hat, dass die Menschen,
                0:15:28–0:15:31
                die diesen Laden organisieren, das Sortiment aussuchen, wirklich auch darauf
                0:15:31–0:15:33
                achten, weil man sie kennt,
                0:15:33–0:15:38
                dass die Produkte wirklich gut produziert sind und auch fair produziert sind.
                0:15:39–0:15:44
                Und ich glaube, das Spannende ist, was jetzt passiert, was sozusagen über unsere
                0:15:44–0:15:46
                normale Arbeit hinausgeht als MYZELIUM, ist, dass wir eben versuchen,
                0:15:47–0:15:50
                nicht mehr nur den kleinen Laden an sich gemeinschaftsbasiert aufzustellen,
                0:15:50–0:15:54
                sondern wirklich jetzt auch die ganze Wertschöpfungskette uns anzuschauen,
                0:15:54–0:15:57
                die in einem Produkt abgebildet wird.
                0:15:57–0:16:04
                Ich glaube, was sehr spannend ist im Laufe der Zeit, dass wir halt eben mit
                0:16:04–0:16:09
                den Läden angefangen haben in der Wertschöpfungskette und dann eben auch Produzenten
                0:16:09–0:16:12
                auf uns zukamen und eben auch Großhändler.
                0:16:13–0:16:15
                Und wie du das schon beschreibst,
                0:16:16–0:16:19
                gab es immer eine gewisse Herausforderung, gerade auch von Produzentenseite,
                0:16:19–0:16:25
                die gesagt haben, also Leute, also Bauern, die sagen, ja, solidarische Landwirtschaft
                0:16:25–0:16:28
                ist ja schön und gut, aber ich produziere ein paar Tonnen Schikoree im Jahr.
                0:16:29–0:16:33
                Das kann ich ja nicht an so einer Gemeinschaft an 100 Konsumenten abgeben.
                0:16:36–0:16:40
                Und ausgiebig von diesem Gedanken sind wir mal losgezogen, auch mit einer Gruppe
                0:16:40–0:16:43
                von Bauern, die gesagt haben, hey, wir haben Bock.
                0:16:43–0:16:46
                Also es ist vielleicht auch nochmal richtig wichtig zu verstehen,
                0:16:47–0:16:51
                dass hier ist keine Kopfgeburt, sondern die Beteiligten dieser Wertschöpfungskette
                0:16:51–0:16:54
                haben uns aufgefordert, hier Lösungen zu entwickeln.
                0:16:55–0:17:00
                Und eine Lösung ist halt zu sagen, lasst uns diese Wertschöpfungskette gemeinschaftsbasiert
                0:17:00–0:17:06
                denken und vielleicht mal ein kleiner Glimpse in die Zukunft.
                0:17:06–0:17:08
                Mal jetzt ein bisschen visionär.
                0:17:08–0:17:17
                Stellt euch einfach vor, wir hätten 100 Fachhändler, die gemeinschaftsbasiert wirtschaften würden.
                0:17:17–0:17:23
                Das hieße, diese 100 Fachhändler würden monatlich einen relevanten Teil ihrer
                0:17:23–0:17:28
                Betriebskosten über Gutscheine und Mitgliedsbeiträge eben absichern.
                0:17:28–0:17:35
                In den Kassensystemen würde deutlich werden, was die Leute konsumieren und was
                0:17:35–0:17:36
                sie auch monatlich bezahlen.
                0:17:37–0:17:40
                Und jetzt kommt diese monatlichen Zahlungen, und das ist das Modell,
                0:17:40–0:17:46
                was wir gerade live entwickeln, wollen wir entlang der ganzen Wertschöpfungskette.
                0:17:47–0:17:51
                Bis zu den Produzenten durchreichen. Und das ist revolutionär.
                0:17:52–0:17:57
                Aber bis jetzt ist das so, dass die Bauern tatsächlich in ihrem Wirtschaftsjahr
                0:17:57–0:18:01
                wirklich am längsten quasi das Risiko tragen.
                0:18:02–0:18:06
                Also sie werden faktisch dann bezahlt, wenn die Ware vom Hof gefahren wird.
                0:18:06–0:18:10
                Und wenn dann kurz vorher noch irgendwas passiert, dann ist das ihr persönliches Problem.
                0:18:11–0:18:15
                Und wenn wir es jetzt hinkriegen, dass auch die Bauern, wie sie in der solidarischen
                0:18:15–0:18:18
                Landwirtschaft die Bauern, und jetzt auch die Bauern, die für den Einzelhandel
                0:18:18–0:18:22
                produzieren, wenn die auch monatlich bezahlt werden würden, dann würden wir
                0:18:22–0:18:24
                deren Risiko deutlich absichern.
                0:18:25–0:18:30
                Und das ist natürlich notwendig, weil wir in Zukunft deutlich mehr Risiken bekommen
                0:18:30–0:18:36
                werden durch die Annahmen der Klimakatastrophe, politische Probleme und so weiter.
                0:18:37–0:18:43
                Und so können wir es überhaupt auch schaffen, dass diese Bioproduzenten weiterhin gut am Markt bleiben.
                0:18:43–0:18:46
                Weil eine Sache, die auch eine
                0:18:46–0:18:49
                Schwierigkeit ist, wenn man mit den Großen zusammenarbeitet, ist halt,
                0:18:50–0:18:54
                dass es hier nicht so etwas wie ein gegenseitiges Verständnis von Bedarfen und
                0:18:54–0:19:00
                Solidarität herrscht, sondern es ist halt einfach eine reine Marktbeziehung,
                0:19:00–0:19:04
                die darauf fußen, dass man einen günstigen Preis produzieren kann.
                0:19:04–0:19:07
                Und wenn man das nicht mehr kann, dann wird man zum Beispiel gerade von Edeka
                0:19:07–0:19:08
                und Co. auch einfach gekauft.
                0:19:08–0:19:14
                Und unsere Idee ist, wir wollen diese unternehmerisch geführten Betriebe entlang
                0:19:14–0:19:19
                der ganzen Wertschöpfungskette weiterhin erhalten, in ihrer Funktion belassen
                0:19:19–0:19:23
                und gleichzeitig schauen, dass das, was sie tun, eben gut finanziert werden kann.
                0:19:23–0:19:27
                Und das kriegen wir eben hin in Zukunft, wenn wir möglichst viele Fachhändler
                0:19:27–0:19:32
                mit einem gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodell finanzieren können und dann
                0:19:32–0:19:35
                alle Partner entlang der Wertschöpfungskette quasi einbinden können,
                0:19:35–0:19:43
                diese Zahlungen quasi dann am Ende weiterzugeben über den Großhandel bis zu den Bauern.
                0:19:47–0:19:52
                Kann ich noch um zwei Punkte ergänzen. Also die Risiken hast du angesprochen.
                0:19:52–0:19:56
                Das sind, sage ich mal, auch jetzt handelsbedingte Risiken. Wenn du jetzt zum
                0:19:56–0:20:00
                Beispiel eine sehr gute Ernte hast und die anderen haben das auch,
                0:20:00–0:20:04
                wird der Preis sinken, der Stückpreis sinken.
                0:20:05–0:20:08
                Wenn du eine schlechte Ernte hast, wird der Stückpreis vielleicht ein bisschen
                0:20:08–0:20:13
                steigen und du wirst auch viel weniger absetzen können. Also deswegen sind die
                0:20:13–0:20:15
                Bauern eigentlich immer, sage ich mal, im Nachteil.
                0:20:16–0:20:20
                Und das kann man auch sehr gut auffangen, natürlich durch diese gemeinschaftsbasierten Modelle.
                0:20:21–0:20:25
                Und das andere, was du angesprochen hast, Hannah, mit der Einsamkeit.
                0:20:26–0:20:31
                Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir den Bezug, den wir haben möchten,
                0:20:31–0:20:38
                wo unsere Produkte herkommen, dass wir die über solche Lösungen auch viel stärker machen können.
                0:20:38–0:20:41
                Also jetzt ist es nur eine Transaktion, die ich machen kann.
                0:20:41–0:20:44
                Ich kann nur bezahlen, ich kann nur einen bestimmten Preis bezahlen,
                0:20:45–0:20:48
                nämlich die, die auf dem Preisschild steht für ein Produkt, nicht mehr und nicht weniger.
                0:20:49–0:20:52
                Aber wenn ich zum Beispiel, wenn da eine Kommunikation in Gang kommt,
                0:20:52–0:20:58
                wo ich weiß, okay, ich sorge nicht nur dafür, dass das Gemüse, das ich kaufe,
                0:20:59–0:21:04
                wachsen kann, aber dass der Hof, wo das Gemüse herkommt, wachsen kann und florieren kann.
                0:21:04–0:21:09
                Und ich kann dazu beitragen, zum Beispiel, indem ich, Wenn man eine gute Ernte
                0:21:09–0:21:12
                ist, einfach zwei Köpfe Salat mitnehmen statt eine.
                0:21:13–0:21:17
                Weil ich weiß, okay, die müssen jetzt weg, die müssen verarbeitet werden.
                0:21:17–0:21:22
                Und dass es mehr Kommunikationswege gibt, mehr Arten in Bezug zu haben,
                0:21:22–0:21:25
                eine Beziehung zu haben, als nur den Preis.
                0:21:25–0:21:29
                Dass ich sehe, ah, der Salat ist jetzt im Angebot, okay, deswegen nehme ich zwei.
                0:21:31–0:21:32
                Ja, danke.
                0:21:33–0:21:38
                Ich glaube, ich finde es so Wahnsinn, weil ich glaube, viele werden uns zuhören
                0:21:38–0:21:40
                und sagen, was für ein Wahnsinn.
                0:21:40–0:21:43
                Wie soll man sich denn gegen diese Supermärkte durchsetzen?
                0:21:44–0:21:49
                Die haben eine wahnsinnige Marktmacht, die sind einfach wahnsinnig zentralisiert,
                0:21:49–0:21:50
                auch organisiert in ihrer Logistik.
                0:21:51–0:21:55
                Die kaufen jetzt nach und nach sogar landwirtschaftliche Betriebe auf und so weiter.
                0:21:55–0:21:59
                Das kann man doch nicht aufhalten. Und wir setzen uns jetzt als kleines MYZELIUM
                0:21:59–0:22:04
                und als kleine Verbiogenossenschaft dagegen zur Wehr und organisieren den Widerstand,
                0:22:04–0:22:05
                sage ich mal, so ganz flapsig,
                0:22:06–0:22:10
                indem wir auch wirklich die Verbleibenden und ich glaube,
                0:22:10–0:22:16
                Timo, 5% Marktanteil in Anführungszeichen, weil wir wollen ja gar nicht auf
                0:22:16–0:22:21
                dem Markt wirtschaften, aber sozusagen 5% der Lebensmittel kommen noch aus dem
                0:22:21–0:22:25
                Biofachhandel und aus der unabhängigen Ernährungswirtschaft.
                0:22:26–0:22:30
                Und unabhängig, das ist mir nochmal wichtig zu sagen, weil wenn wir das jetzt
                0:22:30–0:22:34
                einfach so zulassen, diese Entwicklung, dass die Supermärkte alles kaufen,
                0:22:35–0:22:38
                dass es alles den Supermärkten gehört am Ende, was passiert denn dann?
                0:22:38–0:22:42
                Und meines Erachtens passiert dann halt, dass die einfach wirklich willkürlich
                0:22:42–0:22:46
                ihre Preise setzen können, dass die willkürlich den Preis drücken können bei
                0:22:46–0:22:50
                den Landwirten und für uns Verbraucherinnen einfach willkürlich den Preis setzen können.
                0:22:50–0:22:54
                Und da kann die Politik dann auch nicht mehr viel zu sagen, außer das ist aber
                0:22:54–0:22:57
                doof, dieses Oligopol, weil du hast ja keine Alternative mehr.
                0:22:57–0:23:01
                Und das ist, glaube ich, das, worum es geht. Wenn wir keine Alternative mehr
                0:23:01–0:23:05
                haben zu dem zentralisierten Großhandel, dann sind wir abhängig ohne Ende.
                0:23:06–0:23:09
                Und das ist riskant, würde ich sagen. Oder wie seht ihr das?
                0:23:10–0:23:15
                Ja, also da wird es ein bisschen politisch, aber ich glaube tatsächlich,
                0:23:16–0:23:21
                wir geben natürlich auch ihre Macht dadurch, dass wir da hingehen und da kaufen.
                0:23:22–0:23:30
                Aber es sollte nicht nur eine politische Motivation geben, wieso ich im fairen
                0:23:30–0:23:35
                Bioladen gehe, wenn der Bioladen wirklich fair ist, weil das ist bisher auch noch nicht der Fall.
                0:23:36–0:23:42
                Dann muss ich sozusagen auch andere Motivationen zu haben. Zum Beispiel der Preis, sage ich mal.
                0:23:45–0:23:49
                Ich glaube, viele Menschen sind bereit, einen höheren Preis zu zahlen,
                0:23:49–0:23:54
                wenn sie wissen, dass es dazu beiträgt, dass sie zu guten Bedingungen in der
                0:23:54–0:23:55
                Wertschöpfungskette führt.
                0:23:56–0:24:03
                Da gibt es ein ganz tolles Beispiel, dass ein großer Bio-Händler in der Niederlande
                0:24:03–0:24:08
                hat es eine Woche lang die Banane um ein Euro pro Kilo teurer gemacht.
                0:24:08–0:24:12
                Das ist eigentlich der Preis, den ihr zahlen müsstet, damit es fair ist.
                0:24:13–0:24:16
                Und der Umsatz ist gesteigert, die ist gestiegen.
                0:24:17–0:24:21
                Alle Menschen würden denken, dann kaufen die Leute doch eine Woche keine Banane.
                0:24:21–0:24:25
                Nein, die sind bereit, das zu machen. Und wir müssen vom Guten in den Menschen
                0:24:25–0:24:30
                ausgehen, dass sie nicht auf nur ihr eigenes, egoistisches, Okay,
                0:24:30–0:24:33
                wie komme ich mit so wenig wie möglich zu bezahlen überall weg?
                0:24:34–0:24:37
                Dafür müssen wir Angebote kreieren. Die gibt es gerade nicht.
                0:24:37–0:24:40
                Wenn ich das machen will, kann ich das gar nicht.
                0:24:40–0:24:45
                Gar nicht freiwillig im Laden sagen, du, ich gebe jetzt einfach euch mal 10%
                0:24:45–0:24:48
                mehr oder 50% mehr, weil ich es mir leisten kann, weil ich es gut finde.
                0:24:49–0:24:52
                Und in diese Richtung müssen wir gemeinsam Lösungen entwickeln.
                0:24:52–0:24:55
                Und da ist, glaube ich, die Genossenschaft,
                0:24:56–0:25:00
                Eine richtig gute Form auch, um so eine gegenseitige Wahrnehmung zu entwickeln.
                0:25:00–0:25:06
                Tatsächlich zusammen um den Tisch zu sitzen mit Verbrauchern oder Vertretern
                0:25:06–0:25:10
                von Verbrauchern und den verschiedenen Akteuren in der Beschreibungsküttel und
                0:25:10–0:25:15
                zu sagen, wie können wir das jetzt miteinander so aufbauen, dass das möglich ist.
                0:25:15–0:25:20
                Und dieser assoziative Gedanke, die war auch die Grundlage natürlich für die
                0:25:20–0:25:25
                solidarische Landwirtschaft zum Beispiel. Und wir damit haben auch einige Pioniere angefangen.
                0:25:25–0:25:31
                Und die Gedanken würde ich sehr gerne auch nah bei der Wurzel noch mal greifen
                0:25:31–0:25:34
                und verstehen wollen und schauen, wie können wir da anknüpfen,
                0:25:34–0:25:35
                auch bei diesen Impulse,
                0:25:36–0:25:41
                die vor teilweise über 100 Jahren auch schon in der Theorie gemacht wurden.
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                Da muss ich dich, Timo, auch, glaube ich, da kannst du auch was zu sagen.
                0:25:47–0:25:51
                Ja, dafür ist jetzt wirklich der Moment, wo man das machen kann.
                0:25:51–0:25:56
                Und ich glaube auch, wenn wir das nicht machen, dann werden wir irgendwann in
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                eine Wüste sein, sage ich mal, eine sprichwortliche Wüste, wo es keine Möglichkeiten
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                mehr gibt, diese Vielfalt aufrechts zu erhalten.
                0:26:06–0:26:09
                Ja, da würde ich mich ganz gerne anschließen. Vielleicht ganz kurz,
                0:26:10–0:26:12
                wenn man über Marktanteile und so weiter spricht, ist ja immer die Frage,
                0:26:13–0:26:16
                von was redet man genau, aber vielleicht können wir uns darauf konzentrieren,
                0:26:16–0:26:20
                dass wir gerade sagen, dass der Bio-Fachhandel ungefähr ein bis zwei Prozent
                0:26:20–0:26:25
                des gesamten Fachhandels quasi ausmacht, also Bio und Bio.
                0:26:26–0:26:29
                Also im Lebensmittelbereich, Einzelhandel, Bio und Nicht-Bio.
                0:26:30–0:26:36
                Können wir sagen, ist ein sehr kleiner Bereich, jedoch kommt er quasi eben aus
                0:26:36–0:26:37
                einer gegenseitigen Kooperation.
                0:26:37–0:26:42
                Diese Fachhändler haben damals überhaupt die Möglichkeit geschaffen,
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                dass sich Bio halt nach und nach durchsetzen kann.
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                Und das ist damals auch schon immer aus einem kooperativen Gedanken heraus entstanden.
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                Also man hat damals nicht super krass marktorientiert gedacht und tatsächlich
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                ist aber eine Herausforderung, dass sich dieser Fachhandel nicht geschafft hat,
                0:27:04–0:27:05
                quasi an die heutige Zeit anzupassen.
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                Nur damit meinen wir nicht, seine Wettbewerbsfähigkeit nach oben zu steigern,
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                weil das ist für so einen kleinen Laden natürlich keine Möglichkeit.
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                Also du kannst nicht wettbewerbsorientiert gegen all die antreten. Das macht keinen Sinn.
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                Und unser Ansatz ist halt zu sagen, setz nicht auf Wettbewerbsfähigkeit,
                0:27:25–0:27:27
                sondern setz voll auf Kooperationsfähigkeit.
                0:27:28–0:27:32
                Und versehe das mit einem gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodell,
                0:27:32–0:27:35
                was die Wertschöpfungskette tragen kann.
                0:27:36–0:27:40
                Und ich will uns alle zusammen auch einfach einladen, dass wir mutig sind.
                0:27:40–0:27:44
                Also jeder große, also von den ganzen großen Lebensmittelhändlern,
                0:27:44–0:27:47
                die haben Teams, die nennen sich Expansion.
                0:27:47–0:27:51
                Da ist niemand dabei, der sagt, ach, vielleicht bleiben wir so,
                0:27:51–0:27:54
                wie wir sind oder wir wollen nicht zu verrückt denken oder so.
                0:27:55–0:27:57
                Bloß nicht zu groß denken.
                0:27:58–0:28:04
                Ich würde sagen, lasst uns überlegen, wie wir durch so ein dezentraler und aber
                0:28:04–0:28:09
                auch nach solidarischen Prinzipien die Kooperationsfähigkeit stärken,
                0:28:09–0:28:15
                überlegen, wie wir eine ganze Wertschöpfungskette aufziehen können und wir beginnen einfach.
                0:28:15–0:28:18
                Also das ist vielleicht auch einfach so die Ansage hier, wir sind keine Theoretiker,
                0:28:18–0:28:21
                wir sind alle Praktiker, wir tun das.
                0:28:22–0:28:28
                Und wir sind eigentlich nur beschränkt durch unsere mentalen Infrastrukturen
                0:28:28–0:28:31
                in unseren Köpfen, dass wir nämlich uns das nicht vorstellen können,
                0:28:32–0:28:35
                dass das auch geht, dass die Kunden da auch mitmachen, aber das ist unsere alltägliche Praxis.
                0:28:36–0:28:39
                Dort, wo wir ausschlagen, freuen sich die Kunden, dass sie Verantwortung da
                0:28:39–0:28:41
                nehmen können, weil die leiden nämlich darunter, wenn ihr Bio-Laden zumacht
                0:28:41–0:28:46
                und die fühlen sich immer nicht gut, wenn sie ihr Bio-ID kaufen und dann vielleicht auch müssen.
                0:28:47–0:28:50
                Das wollen die gar nicht. Aber deswegen müssen wir die Leute auch fragen und
                0:28:50–0:28:51
                einladen, Verantwortung zu übernehmen.
                0:28:51–0:28:55
                Also vielleicht für alle Händler, die hier zuhören, eure Kunden möchten das,
                0:28:56–0:28:58
                was wir jetzt sagen, wenn ihr sie fragt.
                0:28:58–0:29:02
                Und dabei unterstützen wir euch gerne, diese Frage zu formulieren.
                0:29:04–0:29:08
                Und gleichzeitig halt auch wirklich zu sagen, wir machen das nicht,
                0:29:08–0:29:11
                weil wir sagen, ach, das ist alles irgendwie so nice to have.
                0:29:11–0:29:15
                Uns geht es auch wirklich in diesen Zeiten um die Absicherung unserer Lebensmittelversorgung
                0:29:15–0:29:22
                und der kleine Biobetrieb um die Ecke, der schafft halt eben Lebensmittelsicherheit.
                0:29:22–0:29:26
                So ein Betrieb, der Aldi & Co. gehört, der gehört erstmal Aldi & Co.
                0:29:26–0:29:31
                Und keine Ahnung, ob dieser Betrieb an seine Community, an seine Nachbarschaft
                0:29:31–0:29:35
                vor Ort liefern wird, Aber der Biobauer wird es halt tendenziell tun und auch
                0:29:35–0:29:38
                tun können, wenn er in entsprechende Strukturen eingeboren sind.
                0:29:38–0:29:43
                Also jetzt könnte man sagen, es geht um die Absicherung auf einer ökonomischen Basis.
                0:29:44–0:29:48
                Aber in den Zeiten, auf die wir zustimmen, geht es halt einfach auch um Lebensmittelsicherheit.
                0:29:49–0:29:56
                Und da möchte ich mir ehrlich gesagt nicht sagen, dass das ein bisschen verrückter
                0:29:56–0:29:58
                Traum ist, dass wir gerne unsere Lebensmittelsicherheit absichern möchten.
                0:29:59–0:30:03
                Und das muss aber selber gemacht werden. Da können wir jetzt nicht warten auf
                0:30:03–0:30:05
                irgendjemand anderes, der das tut.
                0:30:06–0:30:12
                Das müssen die Praktiker vor Ort machen und wir als MYZELIUM und FabioEG sind
                0:30:12–0:30:14
                absolut bereit, da zu unterstützen.
                0:30:16–0:30:24
                Also ich würde sagen, wenn wir jetzt konventionell einkaufen und diese exploitative
                0:30:24–0:30:29
                Handelsstrukturen unterstützen, dann sind wir aktiv dabei, diese Sicherheit auch abzubauen.
                0:30:30–0:30:38
                Das ist sozusagen keine Garantie, wenn ich jetzt die günstigen Bioprodukte in
                0:30:38–0:30:41
                den Zitteln Einzelhandel kaufe, dass ich die dann nächstes Jahr,
                0:30:42–0:30:43
                nächste Saison wieder kaufen kann.
                0:30:43–0:30:49
                Weil wir kennen die Zahlen auch von Bauernsternen, also es verschwinden einfach
                0:30:49–0:30:54
                dadurch, durch diese Anlustrukturen jedes Mal wieder Betriebe.
                0:30:54–0:31:00
                Es gibt so eine Bauernweisheit, also ein guter Bauer sollte eigentlich immer
                0:31:00–0:31:07
                drei Ernten auf Vorrat haben, also eine auf der Bank, eine in der Scheune und eine auf dem Feld,
                0:31:07–0:31:11
                dass man sozusagen gut sicher dasteht.
                0:31:11–0:31:16
                Die Tatsache ist, unsere Biobauern kämpfen jetzt ums Überleben.
                0:31:16–0:31:21
                Die sitzen oft, während ihre Ernte auf dem Feld wächst, am Büro,
                0:31:21–0:31:26
                um Liquidität zu organisieren, dass sie ihre Mitarbeiter bezahlen können und die haben keine...
                0:31:27–0:31:31
                Genau, keine Reserven. Also die spekulieren quasi schon mit der Ernte,
                0:31:31–0:31:32
                die jetzt auf dem Feld steht.
                0:31:34–0:31:40
                Und das müssen wir unbedingt verändern und das kann nicht ein einzelner Akteur machen.
                0:31:40–0:31:45
                Aber wenn jetzt dieser Bauer, der jetzt mit verschiedenen Großhändlern arbeitet,
                0:31:46–0:31:50
                wenn die Großhändler sagen würden, genauso wie in der solidarischen Landwirtschaft,
                0:31:50–0:31:53
                hey, wir kümmern uns darum, dass deine Betriebskosten gedeckt sind.
                0:31:55–0:32:00
                Und so ein Großhändler kann das nur sagen, weil er viele Einzelpersonen,
                0:32:00–0:32:03
                Fachhändler hinter sich hat, die das auch machen können.
                0:32:03–0:32:07
                Dann können wir zumindest eine Art von Grundrauschen organisieren,
                0:32:07–0:32:10
                wodurch das einfach funktioniert.
                0:32:10–0:32:15
                Und man kann trotzdem auch noch auf der gleiche konventionelle Art natürlich einkaufen.
                0:32:16–0:32:22
                Und da wollte ich mich auch noch mal Timo beipflichten, wenn jetzt Fachhändler zuhören und sagen, hey,
                0:32:23–0:32:26
                das will ich auch, werdet Mitglied in der Fairbio Genossenschaft,
                0:32:26–0:32:32
                wir können euch dann auch fördern bei dem Einstieg in solche Prozesse,
                0:32:32–0:32:38
                aber auch Verbraucher oder vor allem Produzenten, da sind wir auch sehr interessiert.
                0:32:38–0:32:42
                Wir möchten sehr gerne mit euch ins Gespräch kommen und schauen,
                0:32:42–0:32:45
                wie können wir da auch die Instrumente entwickeln als Genossenschaft,
                0:32:45–0:32:50
                die nur eine Genossenschaft mit seinen Genossen bilden kann,
                0:32:50–0:32:54
                um solidarische Strukturen aufzubauen. Da denke ich noch viel weiter als andere.
                0:32:54–0:32:58
                Da denke ich auch an Eigentülle, natürlich an Grund und Boden, Produktionsmittel.
                0:33:00–0:33:04
                Und ja, da sind wir auch jetzt in einer Phase, wo wir schauen,
                0:33:05–0:33:11
                welche Angebote können wir dafür in Zukunft auf die Beine stellen,
                0:33:11–0:33:14
                neben der Unterstützung für den Fachhandel.
                0:33:15–0:33:16
                Mega spannend, finde ich.
                0:33:16–0:33:17
                Genau.
                0:33:17–0:33:21
                Also ich würde gerne jetzt nochmal da reingehen, weil hier große Visionen und
                0:33:21–0:33:23
                wir machen es anders und gemeinschaftsbasiert.
                0:33:23–0:33:28
                Ich glaube, es wäre nochmal cool zu sagen, okay, wie kommen wir denn jetzt dahin?
                0:33:29–0:33:33
                Wie kommen wir denn schrittweise sozusagen dahin, dass wir Kooperationsfähigkeit
                0:33:33–0:33:35
                entwickeln innerhalb der Biobranche?
                0:33:36–0:33:40
                Wo sind da vielleicht auch noch die großen Fragezeichen und Hindernisse?
                0:33:40–0:33:43
                Aber was ist so grob vielleicht, ja, was sind so die, weiß ich nicht,
                0:33:43–0:33:45
                zehn nächsten Schritte dahin oder so?
                0:33:45–0:33:49
                Und der erste Schritt ist, Joris, das hast du schon gesagt, werdet Mitglied,
                0:33:49–0:33:54
                egal was ihr seid in der Ernährungswirtschaft, ob ihr irgendwie bewusste Verbraucherin
                0:33:54–0:33:56
                oder bewusster Verbraucher seid,
                0:33:56–0:34:03
                ob ihr einen Laden habt an der Ecke und entweder schon gemeinschaftsbasiert
                0:34:03–0:34:07
                wirtschaftet oder aber gemeinschaftsbasiert wirtschaften wollt,
                0:34:07–0:34:10
                dann lohnt es sich sozusagen doppelt, weil dann gibt es diese Förderung.
                0:34:10–0:34:16
                Ob ihr produziert, ob ihr einen landwirtschaftlichen Betrieb habt,
                0:34:16–0:34:20
                ob ihr verarbeitendes Gewerbe seid, Gastro geht auch, oder?
                0:34:20–0:34:24
                Die brauchen ja auch Lebensmittel. Also alles, egal was ihr seid,
                0:34:24–0:34:26
                werdet Fair-Bio-Mitglied.
                0:34:26–0:34:30
                Das könnt ihr auf der Webseite nachschauen, sobald es für Konditionen möglich ist.
                0:34:30–0:34:34
                Ich glaube, eine Verbraucherin, Was ist da der Jahresbeitrag?
                0:34:35–0:34:39
                Irgendwie 60 Euro, glaube ich. Und der Laden irgendwie 200 Euro, nagelt uns nicht fest.
                0:34:39–0:34:43
                Genau, aber werdet Mitglied, zahlt solidarisch sozusagen in die FairBio-Genossenschaft
                0:34:43–0:34:48
                ein, werdet Genossenschaftsmitglied und werdet dann auch Teil sozusagen dieser
                0:34:48–0:34:51
                Pilotphase, wo wir das aufbauen.
                0:34:51–0:34:53
                Und jetzt vielleicht dann nochmal die Frage, wie bauen wir denn diese,
                0:34:53–0:34:55
                was sind denn dann die nächsten Schritte?
                0:34:55–0:34:59
                Also wir kriegen jetzt durch diesen Podcast ganz viele Mitglieder in die FairBio-Genossenschaft.
                0:35:00–0:35:03
                Und bestenfalls, wir stellen auch Förderanträge und so weiter,
                0:35:03–0:35:06
                Und da bestenfalls bekommen wir auch irgendwie staatliches Geld,
                0:35:06–0:35:09
                um da Piloten zu entwickeln.
                0:35:10–0:35:13
                Aber vielleicht könnt ihr mal erzählen, was schwebt euch da vor? Wie geht es dann weiter?
                0:35:14–0:35:19
                Ja, also ganz wichtig ist, wir haben unseren Sitz in Göttingen und auch,
                0:35:19–0:35:24
                sag ich mal, der aktuelle Mitgliederschwerpunkt in Mitteldeutschland,
                0:35:24–0:35:26
                dass man das überall machen kann,
                0:35:26–0:35:30
                egal wo in dieses Land oder auch im Ausland.
                0:35:30–0:35:36
                Und eigentlich reicht es und ich glaube, da ist wirklich auch lokal oder regional ein Schlüssel,
                0:35:37–0:35:41
                dass man anfängt, die verschiedenen Akteure zu vernetzen, wenn man zum Beispiel
                0:35:41–0:35:47
                einen Bioladen hat und ein paar Zulieferer.
                0:35:48–0:35:51
                Beispielsweise Gemüse, Käse, Milch,
                0:35:52–0:35:54
                dass man dann schon anfangen kann, eigentlich zu sagen, hey,
                0:35:54–0:36:00
                wie können wir uns da gegenseitig unterstützen, wie können wir da zusammenarbeiten
                0:36:00–0:36:05
                auf eine Art, die über das konventionelle Handeln hinausgeht.
                0:36:06–0:36:12
                Und dafür gibt es auch schon viele Beispiele, sehe ich, wie das auch viele Unternehmen machen.
                0:36:12–0:36:19
                Und dass sie auch sehr stark auch diese persönlichen Beziehungen im Biofachhandel
                0:36:19–0:36:24
                pflegen, aber wo es dann doch immer wieder daran scheitert, dass es eigentlich
                0:36:24–0:36:27
                die wirklichen Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden.
                0:36:27–0:36:35
                Beispielsweise bei Getreide ist es so, es gibt bestimmte Unternehmen,
                0:36:35–0:36:36
                die Getreide verarbeiten,
                0:36:36–0:36:42
                die sagen, wir zahlen euch Getreidebauern schon einen Mehrpreis,
                0:36:42–0:36:44
                einen fixen Mehrpreis, die garantieren wir euch.
                0:36:44–0:36:51
                Das ist natürlich ein super Entgegenkommen für die Bauern, die damit arbeiten
                0:36:51–0:36:54
                und dadurch entsteht auch langfristige Zusammenarbeit.
                0:36:54–0:36:59
                Aber wir haben dann festgestellt, eigentlich sind diese Preise immer noch nicht
                0:36:59–0:37:02
                ausreichend, um wirklich die Betriebskosten zu decken.
                0:37:02–0:37:05
                Und dann zu schauen, okay, wie können wir zum Beispiel gemeinsam Betriebskosten
                0:37:05–0:37:09
                senken, indem wir auf die Geschäftsmodelle anfangen zu schauen.
                0:37:09–0:37:14
                Wie können wir da noch mehr zusammenarbeiten? Das sind zum Beispiel Schritte,
                0:37:14–0:37:19
                die wir als Genossenschaft begleiten können.
                0:37:20–0:37:24
                Ja, und vielleicht nochmal, Wenn man da, glaube ich auch an diesen bestehenden
                0:37:24–0:37:28
                Beispielen, die Kranken immer, aus meiner Perspektive, als MYZELIUM an einem
                0:37:28–0:37:32
                Problem, was ist, wenn es keine Ernte gibt oder viel weniger Ernte?
                0:37:32–0:37:35
                Dann ist der faire Preis auch nicht mehr die Lösung.
                0:37:35–0:37:40
                Und in unserem gemeinschaftsproversierten Modell werden die Bauern verantwortlich,
                0:37:40–0:37:44
                bezahlt für die Arbeit, die sie machen. Und es wird einfach verstanden,
                0:37:44–0:37:48
                dass sie durch die Wetterkapriolen nur einen sehr beschränkten Einfluss.
                0:37:49–0:37:52
                Du kannst der beste Bauer sein, den es gibt, aber du hast nur beschränkt Einfluss
                0:37:52–0:37:54
                darauf, was du am Ende wirklich an Ernte hast.
                0:37:54–0:37:58
                Und das ist einfach in diesem System massiv unfair.
                0:37:58–0:38:02
                Und wenn wir zum Beispiel sagen, okay, in unserem System bekommen die Bauern
                0:38:02–0:38:04
                das, was sie brauchen, um zu produzieren.
                0:38:04–0:38:08
                Und im Gegenzug nehmen wir immer alles ab, was auf dem Feld steht.
                0:38:08–0:38:11
                Das hat verschiedene Vorteile, weil gerade ist es ja auch so,
                0:38:11–0:38:15
                dass manchmal Bauern halt zum Beispiel auch Salat haben und niemand will ihn
                0:38:15–0:38:18
                abnehmen und dann wird er wieder untergepflügt, ja.
                0:38:19–0:38:23
                So, also auch eine hochgradige Ineffizienz des Marktsystems, ja.
                0:38:24–0:38:26
                Und wenn wir einfach sagen, in unserem System wird immer alles abgenommen und
                0:38:26–0:38:30
                mal ist es halt mehr und mal ist es halt weniger, aber wir kriegen das gepuffert
                0:38:30–0:38:33
                über das Gesamtsystem mit Bauern aus verschiedenen Regionen.
                0:38:35–0:38:39
                Mit Händlern aus verschiedenen Regionen, mit einem System von verbundenen Großhändlern,
                0:38:39–0:38:47
                dann sind wir viel effektiver und können auch so etwas wie den Beruf des Landwirts,
                0:38:47–0:38:49
                also gerade auch des selbstständigen Landwirts,
                0:38:50–0:38:53
                auch in der heutigen Zeit noch eine realistische Perspektive geben.
                0:38:55–0:39:01
                Und das ist, glaube ich, auch wichtig, um die Attraktivität dieses Berufsstands
                0:39:01–0:39:04
                auch einfach weiterhin beizubehalten.
                0:39:04–0:39:09
                Und dieses Problem lässt sich am Markt nicht klassisch lösen.
                0:39:09–0:39:13
                Also auch die besten Modelle, auch die, die faire Preise zahlen,
                0:39:13–0:39:18
                lösen am Ende nicht das Problem des Bauerns, was ist, wenn ich keine Ernte habe
                0:39:18–0:39:23
                oder zu wenig oder zu viel Ernte ausfälle, obwohl ich keinen objektiven Fehler gemacht habe.
                0:39:24–0:39:28
                Dann hake ich da gerne ein, weil das ist, glaube ich, ganz wichtig zu verstehen,
                0:39:28–0:39:33
                dass also wie in der Landwirtschaft produziert wird, grundlegend anders ist,
                0:39:33–0:39:34
                sage ich mal, in der Industrie,
                0:39:35–0:39:40
                wo bestimmte Grundstoffe genommen werden, Produktionsmittel gibt,
                0:39:40–0:39:45
                Maschinen und so weiter, die sich abnutzen und dann entsteht daraus ein Produkt, was verkauft wird.
                0:39:45–0:39:50
                In der Landwirtschaft ist es so, dass ein Bauer, ich würde mal sagen,
                0:39:50–0:39:53
                die Ernte ist eigentlich das Nebenprodukt, von was er macht.
                0:39:54–0:40:00
                Und bei Biobauer, der sorgt dafür, dass die Erde gut, dass der Boden,
                0:40:00–0:40:01
                dass der Humus, dass sie gut ist,
                0:40:02–0:40:07
                dass der sorgt dafür, dass das Umfeld, das Klima sich verbessert,
                0:40:07–0:40:10
                der sorgt dafür, dass eine große Biodiversität da ist.
                0:40:11–0:40:16
                Und man kann jetzt nicht sagen, okay, das sollst du nur dadurch finanzieren,
                0:40:16–0:40:20
                durch die Produkte, durch die Tomaten und die Möhren und so weiter,
                0:40:20–0:40:24
                die da herauskommen, die natürlich gesünder und so weiter sind.
                0:40:24–0:40:28
                Aber das müssen wir, glaube ich, verstehen, dass es ein unglaublicher Mehrwert
                0:40:28–0:40:29
                ist, dass es diese Bauern gibt,
                0:40:30–0:40:36
                dass die ganz viel tun für die Qualität von unserer Umwelt und dass man diese
                0:40:36–0:40:44
                Leistung jetzt, sage ich mal, nur bezahlt durch den Preis von dieser Ernte.
                0:40:45–0:40:50
                Und dieser Preis soll dann aber konkurrenzfähig sein, wettbewerbsfähig sein
                0:40:50–0:40:52
                mit dem Preis von Lidl-Aldi-Produkten.
                0:40:52–0:40:57
                Wo Landwirte… Ja, die das tut ja kaputt machen.
                0:40:57–0:41:02
                Ja, ich will jetzt nicht auf die konventionellen Landwirte, weil ob Bio-Siegel
                0:41:02–0:41:05
                oder nicht, also es gibt auch richtig gute konventionelle Landwirte,
                0:41:05–0:41:08
                aber ich habe ja viel mit Landwirten auch gesprochen im Rahmen meiner Doktorarbeit,
                0:41:08–0:41:14
                die haben oft so gute, also so naturverbundene Landwirte, sage ich mal,
                0:41:14–0:41:18
                haben dann oft diese Landwirte, die auf ihren Trecker steigen und dann macht
                0:41:18–0:41:21
                die Maschine, haben sie dann die Maschinisten genannt.
                0:41:21–0:41:25
                Also die Leute, die eigentlich gar nicht mehr diesen Blick haben für die Ökosysteme außenrum.
                0:41:26–0:41:30
                Und was uns halt auch total, das wird noch richtig heftig werden,
                0:41:30–0:41:33
                weil ich habe mit Landwirten gesprochen, die haben gesagt, ich kann hier noch
                0:41:33–0:41:37
                60 Ernten von meinem Feld holen und dann ist mein Feld unfruchtbar.
                0:41:37–0:41:44
                Ich kenne Landwirte, die lassen sich Erde ankachen in kleinen Döschen sozusagen.
                0:41:44–0:41:52
                Aus dem Regenwald, schön fruchtbar, Einwegerde sozusagen, die wird einmal dann
                0:41:52–0:41:55
                genutzt für Erdbeeren oder sonst was und dann wird es wieder weggekarrt.
                0:41:55–0:41:59
                Und diese Erde überhaupt zu ruhen, ist halt schon absurd teuer,
                0:41:59–0:42:01
                aber es ist anscheinend immer noch billiger,
                0:42:01–0:42:06
                als eben die Arbeit eines Biolandwirtes zu machen, der eben auf die Bodenfruchtbarkeit
                0:42:06–0:42:09
                achtet und so weiter, weil du dann eben nicht jedes Jahr auf den gleichen Feldern
                0:42:09–0:42:10
                die Erdbeeren anbauen kannst und so weiter.
                0:42:10–0:42:17
                Also es ist schon Wahnsinn, was wir uns da trauen zu tun und was wir riskieren
                0:42:17–0:42:23
                da auf dem Weg und das spürt man langsam durch die klimatischen Veränderungen,
                0:42:23–0:42:25
                aber das wird man noch immer heftiger spüren und dann sind wir froh,
                0:42:25–0:42:29
                wenn wir noch ein paar fruchtbare Felder von Biobauern um uns rum haben.
                0:42:30–0:42:34
                Und genau, ich wollte nochmal einen Schritt konkreter werden,
                0:42:34–0:42:39
                weil wenn wir uns das vorstellen, wir haben jetzt diese verbleibenden Höfe sozusagen,
                0:42:40–0:42:43
                die aber trotzdem tonnenweise Zeug produzieren und wo man nicht sagen kann,
                0:42:43–0:42:48
                hier die kleine solidarische Landwirtschaftsgemeinschaft nimmt jetzt da die Tonnen Chicorée ab.
                0:42:48–0:42:53
                Aber wenn man es größer denkt, könnte man sagen, okay, wir haben diese Landwirte,
                0:42:53–0:42:58
                dann haben wir zwischendrin die Händler, die Großhändler, die die Logistik organisieren
                0:42:58–0:42:59
                und dann haben wir Verbraucherinnengemeinschaften.
                0:42:59–0:43:03
                Und wenn man sich vorstellt, dass man sozusagen die kleine Solabi,
                0:43:03–0:43:07
                wo 100 Haushalte einen landwirtschaftlichen Betrieb hat,
                0:43:07–0:43:09
                Halten und finanzieren und dessen
                0:43:09–0:43:13
                Bedürfnisse jagen. Ich würde gar nicht unterstützen sagen, weil es ist so,
                0:43:14–0:43:17
                die bezahlen einfach seine Arbeit, damit er die gut tun kann und kriegen dafür
                0:43:17–0:43:25
                ja einen Haufen leckeres Zeug und fruchtbare Erde in ihrer Umgebung und sozusagen Sicherheit,
                0:43:26–0:43:29
                falls Ernährungssysteme in Zukunft nicht mehr so funktionieren wie jetzt.
                0:43:29–0:43:32
                Haben sie eben auch die Sicherheit, dass da jemand ist, der weiß,
                0:43:33–0:43:37
                wie man Ernährung produziert, sage ich mal, in ihrer direkten Umgebung.
                0:43:37–0:43:39
                Also das alles bekommen sie ja dafür.
                0:43:40–0:43:43
                Deshalb würde ich eher sagen, der Landwirt unterstützt diese Haushalte,
                0:43:44–0:43:47
                indem er für sie gute Lebensmittel produziert. Und das jetzt aber sozusagen
                0:43:47–0:43:51
                ein Level drüber zu produzieren, nur damit die Zuhörerinnen sich das mal vorstellen können.
                0:43:52–0:43:58
                Es wäre dann so, ein Großhandel, ein regionaler, kooperativer Großhandel,
                0:43:58–0:44:02
                kooperiert mit x, weiß ich nicht.
                0:44:03–0:44:07
                30 landwirtschaftlichen Betrieben, jetzt mal aus dem Nichtschampf,
                0:44:07–0:44:13
                die sagen, guck mal, das kostet meine Arbeit, das ungefähr kommt da raus in
                0:44:13–0:44:15
                so einer Spanne. Das sind die Produkte, die da rauskommen.
                0:44:15–0:44:18
                Mit denen kannst du arbeiten. Guck mal, wo du die unterbekommst.
                0:44:18–0:44:22
                Das ist der Bedarf, den ich habe, um dieses Jahr Arbeit gut stemmen zu können.
                0:44:22–0:44:28
                Dann auf der anderen Seite des Großhändlers hocken sozusagen 100 Verbraucherinnengemeinschaften,
                0:44:28–0:44:30
                also 100 Bioläden und so weiter.
                0:44:30–0:44:32
                Und die sagen, guck mal, ich versorge...
                0:44:33–0:44:40
                100, 200 Haushalte, die sind, die kaufen jeden Monat oder jedes Jahr so und so viel bei mir ein.
                0:44:40–0:44:43
                Ungefähr das kaufen die ein und wollen die haben. Ungefähr das kann ich abnehmen.
                0:44:44–0:44:48
                Okay, ich habe gehört, der Landwirt braucht das. Das kann ich aus meiner Gemeinschaft
                0:44:48–0:44:52
                sozusagen zusagen, dass ich euch das monatlich überschiebe.
                0:44:52–0:44:55
                Und der Großhändler, der muss eigentlich da wie die Spinne im Netz sitzen und
                0:44:55–0:44:59
                die ganze Zeit kommunizieren und kommunizieren und Informationen einholen.
                0:44:59–0:45:04
                Bestenfalls KI gestützt, damit er nicht wahnsinnig wird. die Logistik organisieren
                0:45:04–0:45:08
                und die Ressourcen verteilen und die Bedürfnisse befriedigen.
                0:45:09–0:45:11
                Oder? So ist das. Oder versteht es falsch?
                0:45:12–0:45:15
                Also ich glaube, das System ist eigentlich gar nicht so komplex,
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                weil sie wirklich auf vollständigen Informationen läuft.
                0:45:20–0:45:25
                Also das ist nochmal für die Feinschmecker unter euch, die auch manchmal so
                0:45:25–0:45:30
                Lust auf ökonomische Theorie haben. Also die neoklassische Ökonomie oder die
                0:45:30–0:45:32
                Neoliberalen sagen immer, Märkte funktionieren deswegen so gut,
                0:45:32–0:45:34
                weil sie alle Informationen haben.
                0:45:35–0:45:38
                Und jeder, der irgendwie praktisch unterwegs ist, weiß natürlich,
                0:45:38–0:45:42
                dass das nicht so ist. In unserem System werden aber keine Informationen verheimlicht.
                0:45:42–0:45:46
                Die Bauern sagen wirklich, was sie brauchen, um wirtschaften zu können.
                0:45:48–0:45:52
                Die Konsumenten geben ganz klar durch ihr Kaufverhalten in den Kassensystemen
                0:45:52–0:45:53
                ab, was sie konsumieren.
                0:45:54–0:45:58
                Alle entlang der Kette machen ihre Betriebskosten wirklich transparent.
                0:45:58–0:45:59
                Das ist wirklich richtig wichtig.
                0:45:59–0:46:04
                Dadurch haben wir ein Vertrauen innerhalb des Systems und haben tatsächlich
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                die wahren Kosten, also die wahren Kosten, soweit es uns möglich ist, zu brechen.
                0:46:08–0:46:11
                Aber das ist rein betriebswirtschaftlich ein unglaublicher Fortschritt.
                0:46:12–0:46:15
                Und das ist nur, indem wir alle beteiligten, halt ihre Kostenstrukturen offenlegen.
                0:46:17–0:46:20
                Und was bekommen sie im Gegenzug, dass sie das tun?
                0:46:20–0:46:23
                Naja, sie bekommen einfach Zukunftssicherheit ihrer Betriebe.
                0:46:23–0:46:26
                Also natürlich kannst du deine Kosten geheim halten und versuchen unter den
                0:46:26–0:46:30
                Bedingungen zu konkurrieren, aber das macht als Kleiner halt einfach wenig Sinn.
                0:46:31–0:46:35
                Auch die Großhändler in diesem Spiel sind sehr kleine Großhändler.
                0:46:36–0:46:38
                Da sind auch keine großen Platzhirsche oder so.
                0:46:39–0:46:42
                Und der Großhandel hat aber tatsächlich eine wichtige Aufgabe,
                0:46:42–0:46:46
                gerade auch im Bereich Kommunikation und Logistik in diesem Spiel.
                0:46:46–0:46:50
                Und deswegen einfach nochmal wirklich vorstellen, also wir wissen,
                0:46:50–0:46:54
                was die Konsumenten konsumieren können, diese Zahlen werden weitergegeben entlang
                0:46:54–0:46:57
                der Kette, auf der anderen Seite sagen die Bauern, was sie brauchen,
                0:46:58–0:47:01
                aber auch der Großhändler sagt, was er braucht für die Logistik und so weiter.
                0:47:03–0:47:07
                Und dann entsteht daraus halt zum Beispiel eine Ernteplanung,
                0:47:07–0:47:11
                aber eine Ernteplanung auf Basis von tatsächlich real existierenden Konsumenten,
                0:47:11–0:47:16
                so Konsumaussagen aus dem Kassensystem der Läden vor Ort, natürlich anonymisiert.
                0:47:17–0:47:22
                Und jetzt kommt's, wenn besonders viele mitmachen, dann spielt Mathematik halt eine große Rolle.
                0:47:22–0:47:26
                Also wenn jetzt Einzelne ihr Kaufverhalten ändern, dann macht das in der Varianz
                0:47:26–0:47:28
                der großen Zahlen keine großen Unterschiede.
                0:47:28–0:47:32
                Weil wenn wir Bauern in dem System haben, aus verschiedenen Regionen Europas
                0:47:32–0:47:35
                zum Beispiel und auch Deutschlands, dann haben die einen halt mal eine gute
                0:47:35–0:47:38
                Ernte und die anderen eine schlechte, aber es gleicht sich über das Gesamtsystem wieder aus.
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                Das ist eigentlich unglaublich effektiv.
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                Und alle Bauern bekommen trotzdem ihr Geld, unabhängig wie viel gerade ihre
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                Ernte ist, aber das sichert halt auch das ganze System ab. Und jetzt kommt der Punkt.
                0:47:51–0:47:56
                Natürlich muss auch in dem System gewachsen werden, aber wir als Myzenium würden
                0:47:56–0:47:59
                erstmal sagen, Lasst uns erstmal gucken, dass nicht weiter gestorben wird.
                0:48:00–0:48:05
                Also lasst uns versuchen, jeden Fachhandel abzusichern. Wenn der Händler das
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                nicht mehr machen will, klar, gar kein Problem.
                0:48:07–0:48:11
                Dann organisieren wir dort eine Nachfolge. Das machen wir gerade auch schon aktiv.
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                Hier vielleicht auch so ein Shoutout. Wenn ihr Einzelhändler mal wart und es
                0:48:16–0:48:19
                wieder werden wollt unter diesen Bedingungen, meldet euch einfach bei uns.
                0:48:19–0:48:22
                Also schreibt eine E-Mail an info.MYZELIUM.com.
                0:48:24–0:48:27
                Und weil was wirklich gebraucht wird, sind gerade Leute, die Lust haben,
                0:48:27–0:48:30
                so einen Laden zu führen, aber unter den Bedingungen, die wir sie jetzt gerade
                0:48:30–0:48:34
                beschrieben haben, auch nicht alleine beim Aufbau, sondern auch durch die Unterstützung
                0:48:34–0:48:36
                von der Fairbio und dem MYZELIUM.
                0:48:39–0:48:42
                Und auf der anderen Seite wird es auch darum gehen, neue Märkte,
                0:48:42–0:48:46
                neue Biomärkte, die gemeinschaftsbasiert funktionieren, wieder neu aufzubauen.
                0:48:46–0:48:51
                Aber die bauen wir dann halt in diese Wertschöpfungskette herein und nicht einfach auf die grüne Wiese.
                0:48:51–0:48:55
                Was, glaube ich, richtig wichtig ist gegenüber all den anderen Systemen,
                0:48:55–0:49:00
                die halt eben zentralistisch organisiert werden und wo Geld eben aus dem System
                0:49:00–0:49:03
                hinausfließt an Aktionäre, an Inhaber und so weiter,
                0:49:04–0:49:08
                ist es hier in diesem System, wie wir es beschreiben, ist jeder entlang des
                0:49:08–0:49:11
                Systems ein eigenwirtschaftlicher Betrieb.
                0:49:11–0:49:16
                Das ist wichtig zu verstehen, der aber verbunden wirtschaftet mit den anderen.
                0:49:16–0:49:23
                Und wir haben also hier ein dezentrales System, was hochgradig anpassungsfähig ist.
                0:49:23–0:49:27
                Und genau solche Systeme müssen wir gerade bauen und dafür stehen wir gerade.
                0:49:27–0:49:30
                Und alle, die diesen Podcast hören und sagen, hey, da haben Bock drauf,
                0:49:30–0:49:34
                werdet auf jeden Fall Mitglied in der Fabio EG.
                0:49:34–0:49:38
                All die Informationen zu dem, was wir gesagt haben jetzt und auch die Möglichkeiten,
                0:49:38–0:49:40
                wo man sich melden kann, packen wir alles in die Shownotes.
                0:49:41–0:49:43
                Beginnt gerade schon die Co-Moderation zu machen. Ich glaube,
                0:49:43–0:49:45
                ich sehe gerade die Zeit rum.
                0:49:46–0:49:50
                Und ja, ich glaube, wir freuen uns einfach, Joos und Hanna, auf jeden,
                0:49:50–0:49:52
                den wir hoffentlich motiviert haben.
                0:49:54–0:49:59
                Genau. Und die ein Teil davon sein wollen, ob Ob als Mitglied in der Fairbio-EG,
                0:49:59–0:50:03
                ob als Investor, ob als potenzieller neuer Geschäftsführer.
                0:50:03–0:50:06
                Ihr arbeitet irgendwo in einem Betrieb, euch ist langweilig,
                0:50:06–0:50:10
                aber ihr traut euch vor, so einen Laden zu führen, auch modernisiert,
                0:50:10–0:50:12
                automatisiert und so weiter.
                0:50:13–0:50:19
                Dann meldet euch doch einfach bei uns. Also wir haben echt Bedarf. Hier gibt es auch Jobs.
                0:50:19–0:50:22
                Man muss sich den Job natürlich selber schaffen, logisch. Geschenkt bekommt
                0:50:22–0:50:27
                man ihn nicht. Aber hey, wenn du in der Zukunft arbeiten willst, melde dich bei uns.
                0:50:28–0:50:37
                Ja, und diese Transparenz, wie man handelt und der Zahl zu geben,
                0:50:38–0:50:42
                das ist leicht gesagt, aber es ist nicht so einfach, weil wir das einfach nicht gewohnt sind.
                0:50:42–0:50:46
                Wir haben keine Kultur, in welcher wir das machen.
                0:50:46–0:50:50
                Und das ist etwas, woran wir auch sehr stark arbeiten und wo wir als Genossenschaft
                0:50:50–0:50:52
                auch sichere Räume geben können,
                0:50:53–0:50:57
                in welchen verschiedene Akteure zusammenkommen können, gerade das tun.
                0:50:57–0:51:03
                Und das ist auch eine soziale Arbeit, die wir da miteinander machen und wo wir
                0:51:03–0:51:09
                uns als Genossenschaft in der Rolle sehen, das zu tun für den Fachhandel.
                0:51:09–0:51:14
                Aber ich will auch sehr gerne mit den großen, die wir gerade gesprochen haben,
                0:51:14–0:51:17
                genau über die gleichen Ansätze sprechen und schauen, hey,
                0:51:17–0:51:22
                was wäre da, also wenn die vernünftig wären, würde das natürlich auch anfangen,
                0:51:22–0:51:25
                darüber nachzudenken und dafür auch eine Plattform zu sein,
                0:51:26–0:51:33
                in welcher die Bewusstwerdung dafür stattfinden kann und in welchen Kooperationen entstehen können.
                0:51:33–0:51:37
                Also auch da nochmal, meldet euch bei der Fabio Genossenschaft,
                0:51:37–0:51:42
                wenn ihr daran interessiert seid, wenn ihr Ansätze habt, Best Practices, die wir teilen können.
                0:51:43–0:51:50
                Und treibt dazu bei, dass wir hier auf eine ganz praktische Art große Dinge
                0:51:50–0:51:53
                auch verwirklichen können, die für die Zukunft wichtig sind.
                0:51:54–0:51:56
                Ja, ihr beiden habt schon gut
                0:51:56–0:52:00
                abmoderiert, würde ich sagen. Danke euch für diese schönen Schlussworte.
                0:52:00–0:52:05
                Genau, für allen, denen der Podcast gefallen hat, werdet auch Mitglied beim Mythenium Ökosystem.
                0:52:05–0:52:08
                Genau, es geht darum, dass wir uns organisieren. Es geht darum,
                0:52:08–0:52:10
                dass wir unsere Ressourcen teilen.
                0:52:10–0:52:14
                Es geht darum, dass wir anfangen, also genau, dass wir uns in Bewegung setzen.
                0:52:14–0:52:18
                Das tun wir. Macht gerne mit. Danke fürs Zuhören und bis bald.
                0:52:18–0:52:20
                Tschüssi. Ja, und danke, dass ihr da wart.
                0:52:20–0:52:21
                Danke, tschüss.
                0:52:21–0:52:22
                Sehr gerne.
                0:52:23–0:52:24
                Sehr gerne.
                0:52:26–0:52:30
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                Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
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                0:52:49–0:52:53
                für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                0:52:53–0:52:57
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                54 min
              • MP112 - Ehrenamt war gestern? – Wie gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften Engagement tragfähig macht

                  Kulturorte, Food-Coops, Carsharing-Initiativen, Begegnungsräume – viele dieser Projekte hängen am seidenen Faden des Ehrenamts. Doch das klassische Modell gerät zunehmend unter Druck: Menschen haben weniger Zeit, stehen wirtschaftlich stärker unter Stress, und die alten Vereinsstrukturen erzeugen mehr Belastung als sie nehmen. Was passiert, wenn das Engagement wegbricht – nicht weil der Wille fehlt, sondern weil das Modell nicht mehr trägt?
                  In dieser Folge fragen Stefan und Franka Schneider: Was kommt nach dem Ehrenamt? Und was braucht es, damit das, was Menschen mit Herzblut aufbauen, nicht in Selbstausbeutung oder Ausbrennen endet?

                  Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                  Transkription

                  0:00:10–0:00:15
                  Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
                  0:00:15–0:00:18
                  Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                  0:00:18–0:00:21
                  Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
                  0:00:21–0:00:23
                  Und dieser Podcast unterstützt dich
                  0:00:23–0:00:27
                  dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                  0:00:27–0:00:31
                  Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                  0:00:31–0:00:36
                  und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
                  0:00:36–0:00:39
                  Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                  0:00:49–0:00:53
                  Hey, hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge des MYZELIUM-Podcasts.
                  0:00:53–0:00:58
                  Mein Name ist Franka, ich melde mich aus einer beruflichen Auszeit,
                  0:00:58–0:01:01
                  aus einem Zwischenraum, am Stillwerden und Lauschen.
                  0:01:01–0:01:05
                  Deshalb ist es um mich im MYZELIUM auch gerade so still geworden.
                  0:01:05–0:01:09
                  Heute gibt es eine Aufnahme zum Thema Ehrenamt, zum Thema sozialer Beitrag und
                  0:01:09–0:01:14
                  Engagement und was das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften uns da eigentlich
                  0:01:14–0:01:19
                  auch für eine Alternative bieten kann zu den klassischen Strukturen,
                  0:01:19–0:01:20
                  die wir sonst so gewohnt sind.
                  0:01:20–0:01:24
                  Und ich möchte diesen Podcast natürlich gar nicht alleine aufnehmen,
                  0:01:24–0:01:27
                  sondern habe mir wieder jemanden gesucht an meiner Seite.
                  0:01:27–0:01:32
                  Ich habe meinen liebsten Ehemann und Weggefährten und Museumverbündeten mitgebracht.
                  0:01:32–0:01:34
                  Herzlich willkommen, lieber Stefan.
                  0:01:34–0:01:37
                  Hallo, Linz, Konka. Ich will, dass wir da sind.
                  0:01:37–0:01:41
                  Wir beide sitzen gerade in unserem Wohnzimmer und hatten dieses Thema schon
                  0:01:41–0:01:45
                  länger oder immer wieder eben bewegt, auch durch die Projekte,
                  0:01:45–0:01:49
                  die wir begleiten, immer wieder gesehen und wahrgenommen,
                  0:01:49–0:01:53
                  was da gerade auch für Schwierigkeiten in dieser Zeit, aber auch mit dieser
                  0:01:53–0:01:58
                  Struktur aus Verein und Ehrenamt so auf uns warten und beleuchtet werden wollen.
                  0:01:58–0:02:01
                  Und meine erste Frage, die geht einmal an dich.
                  0:02:01–0:02:06
                  Was beobachtest du eigentlich so in diesen Projekten, die vielleicht auch mit
                  0:02:06–0:02:10
                  einer Anfrage zu uns kommen und mit einem Stuck-Moment?
                  0:02:10–0:02:11
                  Ja, danke.
                  0:02:12–0:02:17
                  Ja, wir haben ja eben nicht nur Projekte, die von der Seite der Organisation
                  0:02:17–0:02:21
                  oder vom Markt oder von Unternehmungen kommen, sondern es gibt auch viele Projekte,
                  0:02:21–0:02:25
                  Anfragen, die in der Form von Vereinen tatsächlich zu uns kommen.
                  0:02:26–0:02:32
                  Kulturzentren, zum Beispiel Foodcorps, Carsharing-Sachen, Begegnungsorte.
                  0:02:33–0:02:38
                  Und was ich da immer wieder wahrnehme, ist, dass auch die Vereinsseite so ihre
                  0:02:38–0:02:44
                  Themen hat oder die Ehrenamtsseite, warum es quasi nicht so richtig rund läuft.
                  0:02:44–0:02:48
                  Und ein Thema ist sicherlich so, dass das Thema Geld und eher die Tendenz im
                  0:02:48–0:02:52
                  Vergleich zur Marktunternehmung, die ja eventuell sich zu sehr bereichert,
                  0:02:53–0:02:56
                  dann ist immer wieder das Thema der Selbstausbeutung das Thema,
                  0:02:56–0:03:00
                  dass Ehrenamtsmenschen gar nicht so gut zu finden mehr sind,
                  0:03:00–0:03:04
                  beziehungsweise das Leben ist voll geworden. Viele Menschen sind am Hasseln.
                  0:03:04–0:03:07
                  Es ist sehr viel schwerer heutzutage, den Lebensunterhalt zu verdienen,
                  0:03:08–0:03:11
                  für Familien zum Beispiel, um dann noch Zeit für Ehrenamt zu haben.
                  0:03:12–0:03:12
                  Und das geht immer mehr zurück.
                  0:03:13–0:03:15
                  Und den dritten Punkt, den man vielleicht auch noch ansprechen,
                  0:03:15–0:03:19
                  ist das ein bisschen die Entscheidungssysteme im Ehrenamt, worauf viel Basis
                  0:03:19–0:03:24
                  demokratisch versucht wird zu machen und was auch manchmal ein paar Schwierigkeiten mit sich bringt.
                  0:03:24–0:03:29
                  Cool, vielen Dank für diesen Blick darauf. Ich habe Lust einmal anzufangen mit
                  0:03:29–0:03:33
                  so einem kleinen Rückblick in die Vergangenheit,
                  0:03:33–0:03:41
                  weil dieses Ehrenamt ja aus einer Zeit kommt, wo es vor allem um Stadträte ging,
                  0:03:41–0:03:44
                  Kirchenvorstände oder auch Richterfunktionen.
                  0:03:44–0:03:47
                  Und ich habe das jetzt auch mit Absicht gerade nicht gegendert.
                  0:03:47–0:03:53
                  Da ging es vor allem um Männer, die gewisse Aufgaben zu sich genommen haben
                  0:03:53–0:03:55
                  oder die auch damit auch beauftragt wurden.
                  0:03:56–0:04:01
                  Und denen ging es ja meistens um das Thema Prestige oder auch das Thema Einfluss.
                  0:04:01–0:04:07
                  Und dieses Wort kommt nicht umsonst eben auch von, oder da steckt nicht umsonst das Wort Ehre drin.
                  0:04:08–0:04:12
                  Also du bekommst Ehre statt Einkommen, statt Geld und Bezahlung.
                  0:04:12–0:04:18
                  Und was wir eben jetzt heute merken, ist, dass vielleicht die Ehre kein ausreichender
                  0:04:18–0:04:22
                  Ausgleich mehr ist für reale Lebenshaltungskosten, in denen wir so drin stecken.
                  0:04:23–0:04:26
                  Und was sehr spannend ist, also wenn wir das so ein bisschen einordnen wollen,
                  0:04:26–0:04:32
                  Ehrenamt ist eben meist freiwillig oder ist immer freiwillig, es ist unbezahlt.
                  0:04:32–0:04:35
                  Es ist so ein bisschen wie so ein Add-on zu einem System.
                  0:04:35–0:04:39
                  Also es soll auch ohne funktionieren, brauchen tun wir es aber trotzdem alle.
                  0:04:40–0:04:46
                  Und dazu eben dieses absolute Überlastungssystem, das wir wahrnehmen und meist
                  0:04:46–0:04:50
                  auch eine sehr individuelle Motivation, das Ehrenamt auch auszuführen.
                  0:04:51–0:04:54
                  Und was wir jetzt tun können, ist, wenn wir das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften
                  0:04:54–0:04:59
                  dem gegenüberstellen, können wir sehen, dass aus freiwillig ein gemeinschaftlich
                  0:04:59–0:05:05
                  organisiert werden kann, dass aus einem unbezahlt ein solidarisch finanziert werden kann.
                  0:05:06–0:05:13
                  Dass aus diesem Nice-to-have-Anspruch wirklich ein benannter und transparenter
                  0:05:13–0:05:16
                  Bedarf werden kann, also wirklich ein eigenes System,
                  0:05:16–0:05:23
                  das hoffentlich aus dem oft überlastet ein strukturell getragen werden kann
                  0:05:23–0:05:27
                  und aus dem individuell motiviert ein Kollektiv verantwortet.
                  0:05:28–0:05:32
                  Und wie wir da hinkommen und was das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften damit
                  0:05:32–0:05:35
                  zu tun hat, das wollen wir gleich nochmal beleuchten. Stefan,
                  0:05:35–0:05:39
                  die Frage an dich ist, was verändert sich denn jetzt mit dem gemeinschaftsbasierten
                  0:05:39–0:05:42
                  Wirtschaften und diesem Begriff des Ehrenamts?
                  0:05:42–0:05:46
                  Wie sehen gemeinschaftsgetragene Organisationen aus und wie gehen die mit diesem Thema um?
                  0:05:47–0:05:50
                  Weil das Engagement von unseren Mitgliedern wollen wir auf jeden Fall weiterhin haben.
                  0:05:51–0:05:54
                  Ja, also ich denke, dass das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften,
                  0:05:54–0:05:58
                  das haben wir in der Folge sieben Gründe für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
                  0:05:58–0:06:02
                  schon ganz gut Transparenz gemacht und haben da vor allen Dingen in der Abgrenzung
                  0:06:02–0:06:04
                  zum Marktmodell hingeschaut.
                  0:06:04–0:06:07
                  Und wir haben ja auf der einen Seite das klassische Marktmodell und auf der
                  0:06:07–0:06:09
                  anderen Seite das Ehrenamtliche.
                  0:06:09–0:06:12
                  Und gemeinschaftsbasierte Wirtschaften ist für mich so ein dritter Weg,
                  0:06:12–0:06:16
                  was versucht, beides das Beste aus diesen beiden Welten zu vereinen.
                  0:06:16–0:06:21
                  Und ganz konkret bedeutet es dann in gemeinschaftsbasierten Organisationen oder
                  0:06:21–0:06:24
                  Strukturen in den setzlichen Projekten, dass sowohl finanzielle Beiträge als
                  0:06:24–0:06:27
                  auch ideelle Beiträge darin vorkommen.
                  0:06:27–0:06:34
                  Es geht nicht darum zu sagen, jeder Handschlag wird genau bezahlt oder entlohnt
                  0:06:34–0:06:36
                  oder entschädigt, da sind wir noch bei einem anderen spannenden Thema.
                  0:06:37–0:06:41
                  Sondern es geht vor allem darum anzuerkennen, dass zumindest alle möglichen
                  0:06:41–0:06:43
                  Gemeinschaftsinitiativen, Projekte, die ich kenne,
                  0:06:43–0:06:48
                  sei es Kulturorte oder sei es unser Gemeinschaftsgarten hier im Viertel,
                  0:06:48–0:06:52
                  es gibt immer eine Person oder ein Kern von Personen,
                  0:06:53–0:06:57
                  die sehr tragend sind und die wirklich richtig, richtig viel machen und ohne
                  0:06:57–0:07:01
                  die das so ohne weiteres gar nicht weitergehen würde oder auch nicht initiiert worden wäre.
                  0:07:01–0:07:04
                  Und was ich schade finde, und das ist so ein Paradox,
                  0:07:05–0:07:08
                  dass das Ehrenamt viel die Lücken füllt,
                  0:07:09–0:07:12
                  die tatsächlich durch Versagen vom Staat zustande kommen, was ich in der Pflege
                  0:07:12–0:07:16
                  oder so zum Beispiel, oder durch Versagen des Marktes zustande kommen,
                  0:07:16–0:07:19
                  weil in Marktwirtschaft eben dann doch nicht alle Bedarfe erfüllt,
                  0:07:19–0:07:23
                  wie so unsere Idee von der freien Marktwirtschaft vorherrscht.
                  0:07:23–0:07:27
                  Und das Ehrenamt fängt ganz viel aus und paradoxerweise stützt es damit das System.
                  0:07:28–0:07:32
                  Und dann kommt es eben vor, also auf der einen Seite stützt Ehrenamt dieses
                  0:07:32–0:07:35
                  System und auf der anderen Seite braucht es das andere System aber auch,
                  0:07:35–0:07:39
                  weil das Geld für den Lebensunterhalt eben in der anderen Welt verdient wird.
                  0:07:39–0:07:43
                  Oft tatsächlich auch durch Bullshit-Jobs oder durch Jobs, die Menschen eigentlich
                  0:07:43–0:07:48
                  gar nicht so gerne machen, um ihr Geld zu verdienen und dann frei in der freien
                  0:07:48–0:07:50
                  Zeit Ehrenamt machen zu können.
                  0:07:50–0:07:54
                  Und das zu verändern, das wäre, glaube ich, ein wirklicher Game-Changer,
                  0:07:54–0:07:59
                  dass nämlich die Herzensprojekte, die im Ehrenamt oft gemacht werden und die dadurch entstehen,
                  0:07:59–0:08:03
                  dass damit auch der Bedarf, die Lebenshaltungskosten gedeckt werden können für
                  0:08:03–0:08:08
                  die Menschen, die sehr initiativ da tätig sind und es das andere dafür nicht
                  0:08:08–0:08:10
                  mehr braucht und wir so an den richtigen Switch entkommen.
                  0:08:11–0:08:14
                  Also konkret ein Beispiel, wenn wir eben bei Kulturort zum Beispiel haben,
                  0:08:14–0:08:18
                  dann sehe ich gar nicht, warum die Menschen, die diesen Kulturort gründen und
                  0:08:18–0:08:21
                  seit zehn Jahren oder länger betreiben und wenn das Projekt das hört,
                  0:08:21–0:08:23
                  Du werdet genau wissen, von welchem Punkt ich spreche.
                  0:08:24–0:08:27
                  Warum sollten die dafür nicht entlohnt werden? Warum sollen die auf schwierige
                  0:08:27–0:08:30
                  Art und Weise ihr Geld woanders verdienen und dann kaum Zeit und Ressourcen
                  0:08:30–0:08:34
                  und auch kaum noch Energie haben, den Kulturort zu betreiben und ausbezahlen?
                  0:08:36–0:08:41
                  Ja, da sind wir bei so einem spannenden Glaubenssatz irgendwie gelandet,
                  0:08:41–0:08:48
                  nämlich diesem Satz, naja, für mein Herzensprojekt oder Herzensanliegen darf
                  0:08:48–0:08:49
                  ich doch kein Geld verdienen.
                  0:08:49–0:08:54
                  Und was das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften einlädt, ist an der Stelle ein, oh doch.
                  0:08:56–0:09:01
                  Vielleicht geht genau das zusammen und wir können das schaffen mit Herzensprojekten,
                  0:09:01–0:09:06
                  die der Welt dienlich sind und zu denen andere Menschen ein Ja haben,
                  0:09:07–0:09:10
                  dass die uns auch ökonomisch-finanziell tragen,
                  0:09:11–0:09:12
                  sodass wir unser Leben bestreiten können.
                  0:09:12–0:09:18
                  Und nicht mehr auch in diesem Spannungsfeld von, ich habe noch irgendwo anders
                  0:09:18–0:09:23
                  eine Arbeit, die sozusagen das Geld reinspult und mit dem Rest mache ich das
                  0:09:23–0:09:25
                  andere dann irgendwie so nebenher und das muss doch klappen.
                  0:09:25–0:09:28
                  Was wir viel sehen, also ich habe auch zu Stimmen schon gesagt,
                  0:09:28–0:09:30
                  wir können ja so ein bisschen auch wieder aus den Nähkästchen plaudern.
                  0:09:31–0:09:35
                  Wir haben zum Beispiel bei uns ums Eck in der Nachbarschaft ein wunderbares
                  0:09:35–0:09:37
                  Projekt, einen Gemeinschaftsgarten,
                  0:09:38–0:09:42
                  der auch eben ehrenamtlich gegründet wurde, auch sich als Verein gefunden hat
                  0:09:42–0:09:45
                  oder konstituiert hat und wo man ganz klar sieht,
                  0:09:45–0:09:49
                  dass alle so dankbar sind, auch dass er da ist und gleichzeitig es niemanden
                  0:09:49–0:09:53
                  gibt, der diesen Schritt wagt, sich zu fragen, was braucht es denn jetzt,
                  0:09:53–0:09:55
                  um ins Potenzial zu kommen?
                  0:09:55–0:10:01
                  Gibt es konkret Menschen, die Lust haben, das auch wirklich zu ihrer Tätigkeit
                  0:10:01–0:10:04
                  zu machen, vielleicht auch ihre Berufung eigentlich darin finden und das Ganze
                  0:10:04–0:10:06
                  dann wirklich nochmal weiterentwickeln?
                  0:10:06–0:10:13
                  Also was wäre denn, wenn ein Gemeinschaftsgarten nicht nur Gemeinschaftshochbete
                  0:10:13–0:10:18
                  anbietet und Kurse vor Ort, was wäre, wenn da einfach noch viel mehr drin ist?
                  0:10:18–0:10:22
                  Was ist, wenn dieses Viertel anfangen würde, gemeinsam zu kompostieren.
                  0:10:23–0:10:27
                  Dort der Humus hergestellt wird, der in unsere Gärten verteilt wird und so weiter?
                  0:10:27–0:10:30
                  Oder wenn noch eine Einmacherei dazu kommt, weil wir anfangen,
                  0:10:30–0:10:34
                  dieses Gemüse wieder weiter zu verarbeiten, einzumachen, einzukochen.
                  0:10:34–0:10:39
                  Vielmehr also auch wieder um noch mehr Bildung gehen könnte und gleichzeitig
                  0:10:39–0:10:44
                  natürlich um diese Idee von Gemeinschaft erfahren, in unseren Vierteln wieder
                  0:10:44–0:10:46
                  wirklich zusammenleben, uns Dinge zu überleben.
                  0:10:48–0:10:52
                  Also da komme ich immer in der Fantasie an meine Grenzen, wie das sozusagen
                  0:10:52–0:10:58
                  im reinen Ehrenamt funktionieren soll, in diesen Zeiten, wo wir auch einfach
                  0:10:58–0:11:02
                  voll sind und es auch irgendwie schwer genug ist,
                  0:11:02–0:11:06
                  den Alltag mit all dem unter einen Hut zu kriegen, was da eben so ist.
                  0:11:06–0:11:12
                  Und das verändert sich, wenn diese Tätigkeit tatsächlich mein neuer Job in Anführungsstrichen
                  0:11:12–0:11:15
                  ist. Ja, und dann ist es halt auch mehr als ein Job.
                  0:11:15–0:11:20
                  Dann geht es Richtung Berufung, Richtung Erfüllung und dem zu tun,
                  0:11:20–0:11:22
                  was man ohnehin gerne in die Welt bringen möchte.
                  0:11:22–0:11:26
                  Und da ist einfach diese Umkehr, der Denk ist so wichtig. Wir sind es sowas
                  0:11:26–0:11:28
                  von bei dem Glaubenssatz. Wir sind es ja gewöhnt, wir arbeiten.
                  0:11:29–0:11:32
                  Und Arbeiten ist, was man tut, um Geld zu verdienen.
                  0:11:32–0:11:36
                  Also eine Entschädigung dafür zu kriegen, weil Arbeit oft vielleicht auch gar
                  0:11:36–0:11:40
                  nicht so Spaß macht oder gar nicht das ist, was man so ganz richtig tun will.
                  0:11:40–0:11:43
                  Und dann braucht es eben diese Entschädigung dafür.
                  0:11:43–0:11:46
                  Und wenn wir das umdrehen auf eine Idee des Grundeinkommens,
                  0:11:47–0:11:52
                  macht das ja auch, und es geht darum, den Bedarf zu decken von den Menschen,
                  0:11:52–0:11:53
                  die was in die Welt bringen wollen.
                  0:11:54–0:11:59
                  Und mit dieser Sicherheit der Gemeinschaft auch im Rücken und mit dem gedeckten
                  0:11:59–0:12:02
                  Lebensunterhalt kann ich überhaupt erst richtig tätig werden.
                  0:12:02–0:12:06
                  Und das ist der große Game Changer an der Stelle.
                  0:12:06–0:12:10
                  Genau, und was wir in der Mycidium-Realität erfahren, ist, dass wir mit ganz
                  0:12:10–0:12:16
                  vielen GründerInnen auch zusammenarbeiten, die, und das gehört ja mit zur Wahrheit
                  0:12:16–0:12:19
                  dazu, die meiste Zeit, vor allem die ersten Jahre oft.
                  0:12:20–0:12:25
                  Sich gar kein Gehalt ausbezahlen, sich gar nichts rausnehmen können aus diesen Projekten.
                  0:12:25–0:12:29
                  Und das verändert sich, wenn wir anfangen, gemeinschaftsbasiert zu wirtschaften
                  0:12:29–0:12:36
                  und den Menschen auch ganz klar aufzuzeigen, was da eigentlich hinter der Fassade ja alles steckt.
                  0:12:37–0:12:41
                  Was da alles für Energie und Engagement fließt, auch gerade von den Menschen,
                  0:12:41–0:12:43
                  die eben solche Projekte tragen.
                  0:12:43–0:12:46
                  Und was so das Pendant noch dazu ist, ich habe vorher gesagt,
                  0:12:47–0:12:51
                  dass dieses Ehrenamt auch irgendwie so einen Add-on-Charakter hat und gleichzeitig.
                  0:12:52–0:12:53
                  Total systemrelevant ja ist.
                  0:12:53–0:12:58
                  Also da ist so ein ganz seltsames Paradox eigentlich am Werk.
                  0:12:58–0:13:02
                  Und was wir tun können, ist aus diesem naja, ich helfe irgendwie,
                  0:13:02–0:13:05
                  wenn ich Zeit habe und eigentlich passt es mir nicht so richtig rein.
                  0:13:06–0:13:08
                  Also ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber dann geht man zu so einem Arbeitseinsatz,
                  0:13:09–0:13:12
                  zum Beispiel an der Schule und irgendwie so richtig wusst hat auch niemand und
                  0:13:12–0:13:15
                  alle sind irgendwie gestresst, weil sie das auch noch reinpacken müssen.
                  0:13:15–0:13:21
                  Und wenn aus dieser Haltung ein Satz wird von, diese Arbeit,
                  0:13:21–0:13:23
                  die ich jetzt leisten werde, die ich auch nicht alleine leiste,
                  0:13:23–0:13:27
                  sondern mit anderen, die ist Teil unserer gemeinsamen Versorgung.
                  0:13:27–0:13:32
                  Und da sind wir jemals einzeln alle total wichtig und verantwortlich für und
                  0:13:32–0:13:35
                  gleichzeitig Gleichzeitig können wir einen Schritt zurücktreten im Sinne von,
                  0:13:35–0:13:41
                  wir wissen, dass diese Projekte eine gewisse Tragfähigkeit und Substanz haben,
                  0:13:41–0:13:45
                  mit und ohne das Engagement ihrer Mitglieder.
                  0:13:45–0:13:50
                  Also ich will das einladen und begrüßen, weil es gerade, wenn es ums Potenzial
                  0:13:50–0:13:53
                  geht, so unendlich wichtig ist, dass viele Menschen anpacken,
                  0:13:53–0:13:57
                  dass eben auch die Verantwortung auf mehrere Schulen verteilt wird und auch
                  0:13:57–0:13:58
                  das wirtschaftliche Risiko.
                  0:13:58–0:14:03
                  Und gleichzeitig auch klar diese relevanten Personen,
                  0:14:03–0:14:08
                  die sogenannten Quellpersonen auch wirklich ins Zentrum heben und sie ausstatten
                  0:14:08–0:14:12
                  mit dieser Frage von, hey, was brauchst du und was braucht ihr,
                  0:14:12–0:14:15
                  um diese Tätigkeit richtig gut tun zu können.
                  0:14:15–0:14:21
                  Und mit gut tun meine ich, dass diese Arbeit uns nährt, dass sie uns finanziell
                  0:14:21–0:14:27
                  genug ausstattet und dass wir sie tatsächlich nachhaltig langfristig auch ausüben können,
                  0:14:27–0:14:31
                  ohne bei dem nächsten Sturm gleich aus der Kugel zu kicken.
                  0:14:32–0:14:35
                  Ja, das mag ich voll aufnehmen. Also die zwei Sachen. Das eine ist,
                  0:14:35–0:14:40
                  was du genau sagst und was ich auf dir sehe, ist, dass sie selbst ausbauen und dieses Ausbrennen.
                  0:14:40–0:14:44
                  Und das passiert im Ehrenamt dann schon sehr und das passiert vor allen Dingen
                  0:14:44–0:14:49
                  bei den in unserer Sprache Quellpersonen. Ich möchte gerne nochmal was auch
                  0:14:49–0:14:54
                  noch dazulegen, was uns ja im Zulium einfach so wichtig ist.
                  0:14:54–0:15:01
                  Also wir arbeiten ja an dieser Idee der Beitragsökonomie und die besagt für
                  0:15:01–0:15:05
                  uns, wenn wir so ganz wenige Worte zusammenfassen dürfen, du gibst,
                  0:15:05–0:15:07
                  was du kannst und du nimmst, was du brauchst.
                  0:15:08–0:15:12
                  Und das bedeutet auch, sowohl als Mensch,
                  0:15:12–0:15:17
                  der initiiert, der ein Projekt ins Leben ruft oder es auch einfach trägt,
                  0:15:17–0:15:19
                  diese Frage wirklich auch ernst zu nehmen von, okay, was brauche ich,
                  0:15:19–0:15:23
                  was sind da für soziale Bedürfnisse, für ideelle Bedürfnisse,
                  0:15:23–0:15:24
                  für finanzielle Bedürfnisse,
                  0:15:24–0:15:29
                  wie kann ich die eben auch in die Mitte legen von einer Gemeinschaft oder zukünftigen
                  0:15:29–0:15:31
                  Gemeinschaft, sodass die sich bewegen können.
                  0:15:31–0:15:35
                  Und gleichzeitig eben auch die Mitglieder aufzurufen von, okay,
                  0:15:35–0:15:39
                  und wie, was ist eigentlich mein Bedürfnis, wenn ich hier Teil von bin,
                  0:15:39–0:15:43
                  so, was kann ich da reingeben, was kann ich aber vielleicht auch nicht reingeben.
                  0:15:43–0:15:49
                  Und auch da das nicht als was Statisches dann zu sehen, sondern als was Dynamisches,
                  0:15:49–0:15:53
                  als was, was sich verändert, was mal werden wird, was mal weniger wird.
                  0:15:53–0:15:58
                  Und was ich einfach aus eigener Erfahrung sagen kann, aus solchen Projekten,
                  0:15:58–0:16:01
                  von denen ich dann einfach Teil bin, ist, das darf sich wandeln.
                  0:16:01–0:16:04
                  Und da darf ein Jahr sein, wo ich jedes Mal einen Kuchen mitbringe,
                  0:16:05–0:16:08
                  wenn ich bei der Sulawi stehe auf Makka und den Salat ernte.
                  0:16:09–0:16:12
                  Und an manchen Jahren schaffe ich es gar nicht, da aufzutauchen.
                  0:16:12–0:16:15
                  Und ich bin einfach nur Gottfroh, dass ich dieses Gemüse abholen kann.
                  0:16:15–0:16:19
                  Und da auch in diesen Flow zu kommen und auch in das Vertrauen von,
                  0:16:19–0:16:23
                  okay, als kollektiver Organismus wird sich da was finden.
                  0:16:23–0:16:27
                  Und wenn es hier nicht in der Waage ist, dann sind die Menschen,
                  0:16:27–0:16:31
                  die aber zum Beispiel jetzt diesen Acker-Verantworten dazu aufgerufen,
                  0:16:31–0:16:35
                  das dann auch mitzuteilen und so zu gucken, dass da auch dann wieder mehr kommt,
                  0:16:35–0:16:36
                  zum Beispiel von den Mitgliedern.
                  0:16:37–0:16:40
                  Ja, das hattest du vorhin. Es ist so eine Gleichzeitigkeit von Verantwortung.
                  0:16:41–0:16:45
                  Das eine ist, im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften übernehmen wir als Mitglieder
                  0:16:45–0:16:49
                  durchaus mehr Verantwortung, vor allem als Konsument, als Gegenteil.
                  0:16:50–0:16:55
                  Und gleichzeitig nehmen die Menschen, die im Zentrum stehen,
                  0:16:55–0:16:57
                  die Anbietenden, auch Verantwortung.
                  0:16:57–0:17:00
                  Es ist auch wieder so beides, was du da gerade sagst.
                  0:17:00–0:17:04
                  Und im Verein übernehmen die Menschen auch Verantwortung. Und gleichzeitig ist
                  0:17:04–0:17:07
                  diese Anerkennung von dieser Rolle,
                  0:17:08–0:17:11
                  okay, da gibt es eine Person oder eine kleine Gruppe an Menschen,
                  0:17:11–0:17:15
                  die das Projekt hier wirklich gestartet haben und dies auch tragen und dies
                  0:17:15–0:17:16
                  auch ins Potenzial führen wollen.
                  0:17:17–0:17:21
                  Das ist diese Anerkennung auch, die da in gemeinschaftsbasierten Wirtschaften
                  0:17:21–0:17:25
                  stattfindet für diese anspruchsvolle Rolle und die Verantwortung,
                  0:17:25–0:17:28
                  die die tragen und gleichzeitig ein, hey, und wir wollen auch mit in die Verantwortung
                  0:17:28–0:17:31
                  gehen. oder ihr dürft uns auch ein Stück weit mit in die Verantwortung nehmen.
                  0:17:32–0:17:36
                  Weil die Sache ist halt auch die, diesen zum Beispiel, diesen Gemeinschaftsgarten,
                  0:17:37–0:17:40
                  den gibt es ja nicht nur, weil die Personen, die es gegründet haben,
                  0:17:40–0:17:43
                  den wollten, sondern es machen ja viele Menschen mit und die wollen ihn auch.
                  0:17:43–0:17:46
                  Und jetzt ist diese Frage, die du immer wieder stellst, total wichtig und legitim.
                  0:17:47–0:17:51
                  Was brauchen denn die Menschen, die da viel tun dafür, dass dieser Ort wirklich sein kann?
                  0:17:51–0:17:55
                  Und die anderen dürfen sich selbst fragen, ja, ich möchte den Ort ja auch haben.
                  0:17:55–0:17:59
                  Wie bei uns im Franzwerk früher auch. auch die Mitglieder im Borland auf diesem Ort.
                  0:17:59–0:18:03
                  Und dann ist die Frage 4 und Seite 3 dafür auch mit Verantwortung zu übernehmen,
                  0:18:03–0:18:08
                  in sozialen Beiträgen und auch in finanziellen Beiträgen, die wir im gemeinschaftsbasierten
                  0:18:08–0:18:13
                  Wirtschaften uns auch im Voraus zu den Committen, um da nämlich auch eine Entspannung
                  0:18:13–0:18:16
                  für die Anbietenden zu kommen.
                  0:18:17–0:18:23
                  Vielleicht ist ja jetzt so ein guter Moment gekommen, um so eine kleine Reflexionsfrage
                  0:18:23–0:18:24
                  einzuladen oder ein paar Fragen.
                  0:18:25–0:18:27
                  Vielleicht magst du die ja mitnehmen und für dich einfach bewegen.
                  0:18:28–0:18:31
                  Wo bringst du dich gerade ein? Was nährt dich eigentlich daran?
                  0:18:32–0:18:38
                  Und was würde sich eigentlich verändern, wenn diese Arbeit, die du da tust,
                  0:18:38–0:18:40
                  auch deinen Lebensunterhalt tragen könnte?
                  0:18:41–0:18:46
                  Oder was würde sich verändern, wenn es die finanzielle Existenz sichert,
                  0:18:46–0:18:50
                  von den Menschen, die dieses Projekt tragen, von dem du Teil bist.
                  0:18:51–0:18:55
                  Und ich habe ja schon ein bisschen von mir erzählt.
                  0:18:55–0:19:00
                  Ich glaube, dass dann unsere Welt deutlich schöner, bunter, lebendiger wäre.
                  0:19:01–0:19:07
                  Und vielleicht nehmen wir das nochmal mit zu einem Abschluss.
                  0:19:08–0:19:12
                  Lieber Stefan, was gibt es noch zu sagen? Was gibt es noch zu teilen?
                  0:19:12–0:19:13
                  Was ist dir noch wichtig?
                  0:19:13–0:19:18
                  Ja, noch zwei, drei Sachen, glaube ich. Also ich möchte darum nochmal das unterstreichen, dieses,
                  0:19:19–0:19:24
                  Ich halte es wirklich für unglaublich wichtig, dass wir diesen Schritt gehen.
                  0:19:25–0:19:29
                  Dass viele Gemeinschaftsprojekte, die aktuell auch noch ehrenamtlich sind,
                  0:19:30–0:19:33
                  und da meine ich vor allen Dingen die, die auch lokal tätig sind,
                  0:19:33–0:19:37
                  die regional tätig sind, die Orte schaffen, die Foodcourts schaffen,
                  0:19:38–0:19:42
                  die Solavis sowieso, die gemeinsame Carsharing-Angebote schaffen und all das,
                  0:19:42–0:19:47
                  die quasi unsere Gesellschaft mitgestalten, dass die auf eine Ebene kommen,
                  0:19:48–0:19:51
                  in dem Menschen das zu ihrer Berufung machen können und damit ihren Lebensunterhalt
                  0:19:51–0:19:52
                  eben auch verdienen können,
                  0:19:53–0:19:54
                  weil das andere auch gar nicht mehr geht.
                  0:19:55–0:19:57
                  Und das haben wir vorhin gar nicht so betrachtet, aber ich glaube,
                  0:19:57–0:20:00
                  das spürt jeder und das ist auch mit Zahlen überall belegbar.
                  0:20:00–0:20:04
                  Vor, weiß nicht, 40, 50 Jahren ging es irgendwie noch, dass man im klassischen
                  0:20:04–0:20:07
                  Rollenmodell, da war es dann, weiß ich, der Mann, der dann nicht mehr das Ehrenamt
                  0:20:07–0:20:11
                  gemacht hat, sondern früher eben den Hauptjob hatte, mit der Familie,
                  0:20:11–0:20:13
                  Haus, alles bezahlbar war.
                  0:20:13–0:20:18
                  Und dann gab es eben Raum für Ehrenamt noch und heutzutage ist das nicht mehr so.
                  0:20:18–0:20:22
                  Ich sehe viele Menschen im Strugglen, es braucht eigentlich überall zwei Einkommen,
                  0:20:22–0:20:26
                  um irgendwie noch zurechtzukommen in einer Welt, in der alles teurer geworden ist und so.
                  0:20:26–0:20:30
                  Und dementsprechend gibt es immer weniger Raum und Zeit und Ressourcen und Energie,
                  0:20:31–0:20:33
                  ehrenamtlich so tätig zu sein, wie das bisher ist.
                  0:20:33–0:20:36
                  Und deswegen müssen wir das für die Menschen, die die Projekte ernsthaft in
                  0:20:36–0:20:38
                  die Welt bringen und das Potenzial für mich ändern.
                  0:20:39–0:20:43
                  Und das würde viel verändern, glaube ich, weil dann nämlich auch diese Projekte
                  0:20:43–0:20:45
                  ins Potenzial gehen können.
                  0:20:45–0:20:47
                  Sie werden dadurch erst langfristig tragfähig.
                  0:20:48–0:20:52
                  Mit so einer Anfangsenergie ist ganz viel zu starten, auch im Ehrenamt.
                  0:20:52–0:20:54
                  Das sehe ich auch in den Projekten. Da gibt es ein paar Jahre,
                  0:20:54–0:20:59
                  wo die Leute die buttern rein, die bauen was auf und dann kommt aber der Moment,
                  0:20:59–0:21:04
                  wo einfach die Energie fehlt, das Ausbrennen manchmal geht und das Projekt dann
                  0:21:04–0:21:10
                  da ist und auf so einem Status Quo bleibt und das ist gut, aber es wäre im Potenzial
                  0:21:10–0:21:11
                  einfach noch so viel mehr möglich.
                  0:21:12–0:21:16
                  Das finde ich auch total wichtig. Und dann auch zu sehen, dass wir,
                  0:21:16–0:21:22
                  wenn wir das auf dieser Ebene halten, dass auch dieses Thema Empowerment einfach wieder so...
                  0:21:23–0:21:26
                  So möglich ist. Also mit diesen Projekten vor allen Dingen,
                  0:21:26–0:21:32
                  sich Dinge zurückzuholen, die wie gesagt größere Strukturen gerade nicht erfüllen
                  0:21:32–0:21:39
                  und das vor Ort und bei sich selbst in seiner Nachbarschaft im Viertel quasi
                  0:21:39–0:21:40
                  zu machen, um da Dinge umzusetzen.
                  0:21:41–0:21:45
                  Und da ist gematscht, das ist einfach unserer Meinung nach der gute Weg dafür.
                  0:21:46–0:21:50
                  Du hattest vorher noch das Thema Basisdemokratie angesprochen.
                  0:21:51–0:21:54
                  Magst du da noch mal ein bisschen zulegen? Ich glaube, jetzt wird es richtig heik.
                  0:21:56–0:21:59
                  Erzähl doch mal von so ein paar Vereins-Jahres-Hauptversammlungen.
                  0:22:00–0:22:02
                  Oh Gott, bei denen bin ich ja gar nicht so arg.
                  0:22:02–0:22:08
                  Aber genau, also oft auch, was ich auch wahrnehme, ist, wenn man schon was tatsächlich
                  0:22:08–0:22:13
                  anstrengend wird für Menschen, die mit viel Energie was initiieren,
                  0:22:13–0:22:15
                  also unsere Quellpersonen oder Quellteams,
                  0:22:16–0:22:20
                  Und dann geht ganz schnell, die DOSR gut, dafür machen wir halt einen Rechtsformenverein
                  0:22:20–0:22:22
                  und dann werden alle Mitglieder und da sind alle stimmberechtigt,
                  0:22:22–0:22:27
                  dann muss man diese ganzen Formalen erfüllen, diese ganzen Mitgliederversammlungen machen.
                  0:22:29–0:22:32
                  Und daran reiben sich dann tatsächlich Menschen auch auf.
                  0:22:32–0:22:37
                  Und es gibt dann auch basisdemokratische Anstrengungen, sage ich es mal.
                  0:22:38–0:22:42
                  Und da sind wir inzwischen großer Fan davon, soziokratische Strukturen eher
                  0:22:42–0:22:47
                  einzuführen, die nicht nur nach dem Mehrheitswahlrecht gehen,
                  0:22:47–0:22:50
                  sondern die konsentorientiert sind.
                  0:22:50–0:22:53
                  Jetzt verweise ich aber lieber auf unsere Soziokratie-Podcast-Folge.
                  0:22:54–0:22:58
                  Was ich einfach nur sehe, ist, dass tatsächlich auch Menschen in diesen Vereinsstrukturen
                  0:22:58–0:23:03
                  oft ausgebrannt sind, auch von der Art und Weise und dem Hin und Her,
                  0:23:03–0:23:07
                  wie Entscheidungen getroffen werden in dem Verein aufgrund von diesem einfachen
                  0:23:07–0:23:16
                  Mehrheitswahlrecht und auch da könnten wir einen Schritt in einen Demokratie-Upgrade
                  0:23:16–0:23:18
                  gehen, was die Soziokratie eben bietet.
                  0:23:18–0:23:22
                  Und wer sich dafür mehr interessiert, da verweise ich auf unsere Soziokratie-Folge,
                  0:23:22–0:23:25
                  die wir aufgenommen haben. Also du mit Tim zusammen.
                  0:23:26–0:23:27
                  Tim und Alina von MyWork.
                  0:23:29–0:23:32
                  Ja, vielleicht fühlst du dich ja gerade voll angesprochen, Irgendwie,
                  0:23:32–0:23:36
                  weil du Teil von einem Projekt bist, das genau vor diesen Herausforderungen
                  0:23:36–0:23:38
                  steht, die wir gerade beschrieben haben.
                  0:23:39–0:23:42
                  Ja, dann bleibt eigentlich nur zu sagen, dann melde dich bei uns,
                  0:23:42–0:23:46
                  melde dich beim MYZELIUM, weil wir einfach gemeinsam vielleicht auch überlegen
                  0:23:46–0:23:52
                  können, okay, was braucht dein oder euer Projekt, um sich da zu wandeln, zu verwandeln,
                  0:23:52–0:23:54
                  um wirklich tragfähig dastehen zu
                  0:23:54–0:23:58
                  können und vor allem eben gemeinschaftsgetragen in die Zukunft zu gehen.
                  0:23:58–0:24:03
                  Und dann sage ich vielen herzlichen Dank für diese kleine Mini-Podcast-Folge,
                  0:24:03–0:24:07
                  die wir jetzt einfach gemacht haben und mal gucken, was die in der Welt da draußen
                  0:24:07–0:24:09
                  so für Resonanzen erzielt.
                  0:24:09–0:24:16
                  Ich danke auch, liebste Volker und danke für euer Zuhören und bis bald. Tschüss. Ciao.
                  0:24:19–0:24:23
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                  0:24:28–0:24:34
                  MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
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                  Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                  0:24:38–0:24:42
                  Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                  0:24:42–0:24:46
                  für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
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                  hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

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                • MP111 - Wirtschaften als Krisenvorsorge – Wie gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung uns gegen Krisen schützt

                    Dorfläden schließen. Kulturvereine lösen sich auf. Cafés, die Begegnung ermöglicht haben, verschwinden – nicht weil niemand sie wollte, sondern weil die Marktlogik sie nicht trägt. Was wäre, wenn es einen Ansatz gäbe, der genau das verhindert? Der Räume nicht rettet, wenn es zu spät ist, sondern Strukturen aufbaut, die tragen – bevor die Krise kommt?

                    In dieser Folge sprechen wir über eines der drängendsten Themen unserer Zeit: Wie kann gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung konkret verhindern, dass soziale Infrastruktur abbricht – und was braucht es, damit das gelingt? Für welche Bereiche ist CSX als Ansatz sinnvoll – vom Dorfladen über Kulturräume bis zur Nahversorgung in ländlichen Regionen?

                    Hannah Heller ist im Gespräch mit Karin Walther, die aus ihrer Erfahrung in der gemeinschaftsbasierten Regionalentwicklung erzählt: Wie entsteht aus einzelnen Initiativen ein Ökosystem, das auch dann trägt, wenn externe Förderung ausläuft? Und wie sieht das konkret aus – in strukturschwachen Regionen, in Städten, in Räumen, die gerade noch da sind, aber zittern?

                    Außerdem stellen wir das neue Projekt vor, das MYZELIUM gerade aufbaut: die Ausbildung von Regionalverweber:innen – regionalen Multiplikator:innen, die vor Ort Gemeinschaften rund um Begegnungsorte aufbauen, befähigen und verbinden. Menschen, die nicht verwalten, sondern säen.

                    Wer mehr erfahren und selbst in den Austausch eintreten möchte: Die nächste MYZELIUM Mitte zu diesem Thema findet am 13. Mai statt – eine Einladung zum Erkunden, Fragen stellen und Verbinden. Hier anmelden.

                    Myzelium-Mitte: CSX Regionalentwicklung – Regionen gemeinschaftsbasiert gestalten

                    Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                    Transkription

                    0:00:10–0:00:15
                    Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
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                    Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                    0:00:18–0:00:23
                    Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
                    0:00:23–0:00:27
                    dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                    0:00:27–0:00:31
                    Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                    0:00:31–0:00:36
                    und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                    0:00:36–0:00:39
                    Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                    0:00:49–0:00:54
                    Herzlich willkommen zur 111. Folge des MYZELIUM-Podcasts zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
                    0:00:55–0:01:00
                    Ich freue mich heute sehr, dass ich quasi eine mir altbekannte Gästin hier habe, Karin Walter.
                    0:01:01–0:01:04
                    Megaschön, dass du da bist, aber du bist zum ersten Mal hier im Podcast und
                    0:01:04–0:01:09
                    das freut mich deshalb, dass die ZuhörerInnen dich jetzt auch mal kennenlernen. Hi Karin.
                    0:01:09–0:01:12
                    Hallo Hanna, ich freue mich auch sehr, jetzt mal hier zu sein.
                    0:01:13–0:01:17
                    Genau, heute in der Folge wird es um CSX Regionalentwicklung gehen,
                    0:01:17–0:01:19
                    also gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung.
                    0:01:19–0:01:23
                    Und da ist Karin einfach unsere Expertin, weil sie schon ganz viel in dem Bereich
                    0:01:23–0:01:29
                    gemacht hat, bevor sie zum MYZELIUM gekommen ist, wo sie jetzt mitarbeitet und
                    0:01:29–0:01:30
                    auch viele Projekte betreut.
                    0:01:30–0:01:34
                    Unter anderem auch ein Projekt in diesem Bereich, über das wir später mehr berichten
                    0:01:34–0:01:39
                    werden und wo ihr sogar auch mitmachen könnt, wenn ihr dazu Lust habt. Aber dazu später mehr.
                    0:01:40–0:01:41
                    Erstmal zu dir und deiner Person,
                    0:01:41–0:01:46
                    Karin. Wer bist du und wie bist du hier gelandet, wo du jetzt bist?
                    0:01:48–0:01:53
                    Ja, danke für die Fragen. Gar nicht so einfach zu beantworten, wer ich bin.
                    0:01:54–0:01:58
                    Wenn ja, wie viele. Genau, ich glaube, ich fange einfach mal ein bisschen so
                    0:01:58–0:01:59
                    vorne an, wo ich so herkomme.
                    0:01:59–0:02:05
                    Also ich bin relativ dörflich aufgewachsen, wenn auch ohne Bauernhof.
                    0:02:06–0:02:11
                    Und ja, war da also auch sehr eingebunden durch die Gärten meiner Familie,
                    0:02:11–0:02:16
                    meiner Patentante in so ganz klare Selbstverständlichkeiten von das Gemüse wächst
                    0:02:16–0:02:21
                    im Garten oder wir gehen Pilze sammeln und so ganz naheliegend,
                    0:02:21–0:02:24
                    dass all das, was man so zum Leben braucht, irgendwie in der Region entsteht.
                    0:02:24–0:02:28
                    Und dann gab es dann die Schule, in der uns beigebracht wurde,
                    0:02:28–0:02:33
                    dass die unsichtbare Hand des Marktes irgendwie alles regelt und dass es doch
                    0:02:33–0:02:37
                    ganz wichtig ist, den komparativen Kostenvorteil zu nutzen und überall auf der
                    0:02:37–0:02:40
                    Welt nur das zu produzieren, was dort am günstigsten zu produzieren ist und
                    0:02:40–0:02:42
                    dann alles durch die Gegend zu schicken.
                    0:02:43–0:02:46
                    Und ich stand dann, als wir umgezogen waren, an meinem Fenster und habe diese
                    0:02:46–0:02:50
                    ganzen LKWs vorbeiziehen sehen, und dachte mir so, irgendwas stimmt hier nicht.
                    0:02:51–0:02:57
                    Und habe dann Ökotopia gelesen von Anders Kallenbach, wo es um so eine Enklave geht in Kalifornien.
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                    Also so ein Fantasy-Roman, die so ganz autark dort sich ökologisch versorgen.
                    0:03:03–0:03:05
                    Und denke ich, das ist doch irgendwie alles total naheliegend und einfach.
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                    Also warum müssen wir unsere Welt so kaputt machen, wenn es doch eigentlich
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                    total klar ist, ist das alles oder ein großer Teil dessen, was wir zum Leben
                    0:03:13–0:03:18
                    brauchen, für die Ernährung, Baustoffe, für unsere Häuser etc.,
                    0:03:18–0:03:20
                    Energieversorgung, wenn das eigentlich auch in eine Region geht.
                    0:03:22–0:03:25
                    Und gerade heute, wenn wir einfach erleben, dass die Voraussetzungen,
                    0:03:26–0:03:29
                    unter denen diese ganze Globalisierung stattgefunden hat, zusammenbrechen,
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                    denke ich mir so, ja, es ist irgendwie total klar, es braucht wieder mehr Regionalentwicklung.
                    0:03:34–0:03:41
                    Zu der Frage, wer ich bin, dieses Thema resiliente Regionalentwicklung zieht
                    0:03:41–0:03:47
                    sich durch alle Dinge durch, in denen ich lebe und in denen ich arbeite.
                    0:03:48–0:03:49
                    Ich lebe in der Fuchsmühle.
                    0:03:50–0:03:52
                    Das ist in Nordhessen, in Waldkappel,
                    0:03:52–0:03:55
                    eine Gemeinschaft, die sich vor bald sechs Jahren gegründet hat.
                    0:03:56–0:04:00
                    Also nicht eine Gemeinschaft im klassischen Sinne, sondern es ist ein Commonsverbund,
                    0:04:00–0:04:05
                    wo junge Menschen angefangen haben, Solar wie gemeinsame Co-Working Spaces,
                    0:04:06–0:04:08
                    gemeinsame Mieten, Carsharing etc.
                    0:04:09–0:04:15
                    Wirklich als gemeinsame Betriebe quasi zu sehen, die gemeinsam nach dem Prinzip
                    0:04:15–0:04:18
                    der Solidarischen Landwirtschaft ausfinanziert werden.
                    0:04:18–0:04:23
                    Das heißt, es ist auch ein spannendes Experiment, wie man dort im Kleinen mit
                    0:04:23–0:04:27
                    50 Menschen mit einer Bieterrunde verschiedene Bereiche abdecken kann.
                    0:04:28–0:04:34
                    Und ich arbeite bei MYZELIUM als Transformationsbegleiterin und begleite dort
                    0:04:34–0:04:39
                    vor allen Dingen Bio-Läden, wo ich hautnah mitbekomme, was es bedeutet,
                    0:04:39–0:04:44
                    wenn die Gewinner in dieser ganzen Wertschöpfungskette eben nicht bei den Läden
                    0:04:44–0:04:46
                    und nicht bei den Landwirten landen.
                    0:04:46–0:04:54
                    Und wenn durch die krasse Preispolitik von den großen Discountern, von den fatalen Vier,
                    0:04:55–0:04:58
                    auch die Bio-Läden gezwungen werden, die Preise so zu drücken,
                    0:04:58–0:05:02
                    dass einfach auch da wirklich viele mit dem Rücken an der Wand stehen.
                    0:05:04–0:05:10
                    Genau und was auch richtig wichtig ist für mich ist, diese ganzen Themen bundesweit
                    0:05:10–0:05:15
                    und auch in der Region zu besprechen. Ich bin in der bundesweiten Arbeitsgruppe
                    0:05:15–0:05:17
                    CSX, Regionalentwicklung.
                    0:05:17–0:05:21
                    Das heißt, wir gucken, wie nicht nur einzelne Betriebe Gemeinschaftsgetragen,
                    0:05:22–0:05:28
                    sondern wie eine ganze Region verwoben werden kann zwischen diesen Betrieben,
                    0:05:28–0:05:31
                    sodass ein Ökosystem entsteht, was stabil ist.
                    0:05:32–0:05:36
                    Und ja, da erzähle ich wahrscheinlich aber auch nachher nochmal ein bisschen
                    0:05:36–0:05:39
                    mehr dazu. Genau, vielleicht soweit erstmal.
                    0:05:40–0:05:43
                    Du bist schon direkt mitten reingesprungen in ganz viele Themen.
                    0:05:44–0:05:48
                    Vielleicht versuchen wir erstmal das Thema, über das wir heute fokussiert sprechen
                    0:05:48–0:05:52
                    wollten, nämlich diese resiliente Regionalentwicklung, wie du sie genannt hast.
                    0:05:54–0:05:58
                    Nochmal wirklich besser zu verstehen, um was es dir darin geht,
                    0:05:58–0:06:01
                    aber um was es uns allen vielleicht oder auch dem Arbeitskreis,
                    0:06:01–0:06:06
                    den du erwähnt hast, den deutschlandweiten Arbeitskreis unter dem Dach des CSX-Netzwerkes.
                    0:06:07–0:06:12
                    Grüße gehen raus an die Menschen, die sich auch in diesen Bereichen da mit uns organisieren.
                    0:06:13–0:06:17
                    Genau, um das besser zu fassen. Also resilient heißt ja widerstandsfähig.
                    0:06:18–0:06:22
                    Vielleicht steigen wir da mal ein. Warum, würdest du denn sagen,
                    0:06:22–0:06:27
                    braucht es eine gemeinschaftsbasierte oder auch eine gemeinschaftsgetragene,
                    0:06:27–0:06:29
                    sagen wir es einfach mal so, ich glaube man kann das mit vielen verschiedenen
                    0:06:29–0:06:33
                    Begriffen beschreiben, aber eine gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung
                    0:06:33–0:06:35
                    und warum ist die resilienter,
                    0:06:35–0:06:40
                    also widerstandsfähiger als das aktuelle globalisierte Entwicklung?
                    0:06:42–0:06:47
                    Wir brauchen uns nur anschauen, wo wir sind. Und das ist fundamental und anders,
                    0:06:47–0:06:49
                    als es vor 20 Jahren noch war.
                    0:06:49–0:06:54
                    Wir leben in Zeiten von Krieg. Wir leben in Zeiten, wo die Energieversorgung,
                    0:06:54–0:07:00
                    die global ja ganz stark von Frieden abhängig ist, die Energieversorgung nicht mehr gesichert ist.
                    0:07:00–0:07:07
                    Wir leben auch in Zeiten, wo Kriege dazu führen, dass große Lieferketten,
                    0:07:07–0:07:12
                    wie auch Getreide aus der Ukraine oder andere Lebensmittel, Grundlebensmittel
                    0:07:12–0:07:14
                    nicht mehr sicher einfach zur Verfügung stehen.
                    0:07:15–0:07:21
                    Wir leben in Zeiten, wo Klimawandel, Ernteausfälle großflächig zur Folge hat.
                    0:07:22–0:07:26
                    Wir haben die Erfahrung gemacht mit Corona, dass Lieferketten einfach abgebrochen
                    0:07:26–0:07:32
                    sind, weil wir in einem krass linear gedachten Wirtschaftssystem leben.
                    0:07:33–0:07:36
                    Und das ist anfällig und brüchig.
                    0:07:36–0:07:42
                    Das heißt, da würde ich sagen, und was natürlich noch dazu kommt,
                    0:07:42–0:07:47
                    wir haben in den letzten Jahren, Jahrzehnten, eine Politik gehabt,
                    0:07:48–0:07:52
                    die die Marktgängigkeit von großen Konzernen massiv gefördert hat,
                    0:07:52–0:07:57
                    was dazu geführt hat, dass wir gerade exakt vier große Konzerne haben,
                    0:07:57–0:08:04
                    die quasi einen Großteil, die 85 Prozent unseres Lebensmittelmarktes dominieren.
                    0:08:04–0:08:08
                    Dominieren, dass es Edeka, Aldi, Rewe,
                    0:08:08–0:08:16
                    Lidl und was man sich klar machen muss, dass drei Inhaber von diesen großen
                    0:08:16–0:08:19
                    Ketten zu den zehn reichsten Deutschen gehören.
                    0:08:20–0:08:24
                    Das heißt, ja, und sich auch klar zu machen, dass diese krasse Konzentration
                    0:08:24–0:08:27
                    dazu führt, dass die wird nicht aufhören.
                    0:08:27–0:08:31
                    Jetzt kauft gerade Edeka die ganzen T-Gut-Filialen auf.
                    0:08:32–0:08:36
                    Die Schwarzgruppe ist ja auch schon zusammengesetzt aus zwei großen Playern.
                    0:08:36–0:08:40
                    Und vielleicht versuchen wir mal dieses Problem sozusagen der Widerstandsfähigkeit
                    0:08:40–0:08:43
                    wirklich am Ernährungssektor mal zu zeigen.
                    0:08:43–0:08:46
                    Weil Lebensmittel ist ja, da können wir uns glaube ich alle darauf verständigen,
                    0:08:46–0:08:50
                    ist was, was wir alle brauchen zum Leben. Lebensmittel.
                    0:08:51–0:08:55
                    Gute Ernährung. Und ich glaube, was wir auch alle beobachten können,
                    0:08:55–0:09:01
                    ist, dass die Preise für die gute Ernährung gestiegen sind, seit in der Corona-Krise,
                    0:09:01–0:09:04
                    durch die Ukraine-Krise und so weiter. Und warum?
                    0:09:05–0:09:11
                    Ich glaube, das sind immer viele Faktoren, aber zum Beispiel der Punkt der Zentralisierung,
                    0:09:12–0:09:14
                    den du vorhin gemacht hast, also des komparativen Kostenvorteils.
                    0:09:14–0:09:18
                    Ganz, ganz, ganz viel Weizen wird eben in der Ukraine produziert.
                    0:09:18–0:09:23
                    Wenn in der Ukraine Krieg ist und dieses Weizen eben nicht mehr auf den Weltmarkt
                    0:09:23–0:09:26
                    kommen kann, dann führt das zu einer Verknappung und zu einer Preiserhöhung
                    0:09:26–0:09:29
                    auf dem Weltmarkt. Jetzt haben wir das Gleiche mit dem Erdöl.
                    0:09:31–0:09:35
                    Dünger in der konventionellen Landwirtschaft besteht, in so einem ganz großen
                    0:09:35–0:09:37
                    Anteil braucht es Erdöl.
                    0:09:37–0:09:40
                    Heißt, wenn der Dünger jetzt in die Höhe schießt, dann müssen die konventionellen
                    0:09:40–0:09:44
                    Landwirte viel, viel, viel mehr Geld ausgeben für ihre Produktion.
                    0:09:44–0:09:49
                    Oder können sich den Dünger nicht leisten und dann fällt Ernte aus oder Ernte
                    0:09:49–0:09:51
                    wird, also Lebensmittel werden viel, viel teurer.
                    0:09:52–0:09:56
                    Genau, du hast die Tomatenfabrikation in Spanien erwähnt.
                    0:09:56–0:10:01
                    So, auch dadurch sozusagen eine massive, also unter anderem eins der Probleme,
                    0:10:02–0:10:05
                    eine massive Erdölabhängigkeit, weil das Zeug muss ja irgendwie hin und her geschifft werden.
                    0:10:06–0:10:09
                    Die Art und Weise des Anbaus braucht viel, viel mehr Energie und ja,
                    0:10:09–0:10:14
                    fossile Energien auch, als wenn wir unsere Tomaten sozusagen dezentral auf solidarischen
                    0:10:14–0:10:18
                    Landwirtschaftshöfen anbauen, saisonal produziert und so weiter.
                    0:10:19–0:10:22
                    Also diese Globalisierung macht uns sozusagen,
                    0:10:23–0:10:28
                    Hat funktioniert, solange eine Erwartungssicherheit gegeben war,
                    0:10:28–0:10:34
                    sage ich mal, in einem stabilen Klima, in stabilen Kosten von Produktionsfaktoren und so weiter.
                    0:10:34–0:10:39
                    In dem Moment, wo ein zentralisierter Ort sozusagen der Produktion ausfällt.
                    0:10:40–0:10:44
                    Beginnt das ganze System instabil zu werden. Und ich glaube,
                    0:10:44–0:10:48
                    das ist das, worauf wir hinaus wollen, dass wir sagen, hey,
                    0:10:48–0:10:54
                    wenn wir einfach mehr Orte haben, die produzieren und dezentrale produzieren
                    0:10:54–0:10:59
                    und dann bestimmte, dann diesen kleinen Orten bestimmte Probleme passieren,
                    0:10:59–0:11:01
                    dann hat man eben immer noch viele andere kleine Orte,
                    0:11:01–0:11:05
                    die das auffangen können, wenn dieser eine kleine Ort auffällt.
                    0:11:05–0:11:08
                    Wenn du aber nur noch ganz große Orte, zentralisierte Orte hast und die fallen
                    0:11:08–0:11:12
                    aus, dann bringt das sozusagen das ganze System ins Wanken.
                    0:11:12–0:11:16
                    Und das kann man sozusagen, das hat man bei der, also das ist jetzt eine andere
                    0:11:16–0:11:20
                    Ebene, aber das hat man auch bei der Bankenkrise gesehen, wenn eben große Finanzmarktplayer
                    0:11:20–0:11:25
                    ausfallen, in Anführungszeichen too big to fail, dann müssen sie gerettet werden.
                    0:11:26–0:11:30
                    Und als Ökonomin würde ich ganz kurz nochmal auf diesen komparativen Kostenvorteil
                    0:11:30–0:11:35
                    eingehen, weil es ja nicht darum geht, dass wir alle wieder alles produzieren.
                    0:11:35–0:11:41
                    Also der komparative Kostenvorteil, so wie Ricardo den um 1800, also Anfang des 19.
                    0:11:42–0:11:45
                    Jahrhunderts skizziert hat, war der, glaube ich, noch sinnvoll in dem Sinne,
                    0:11:45–0:11:49
                    dass da die Ökonomie auch an einer ganz anderen Stelle noch stand und es,
                    0:11:49–0:11:53
                    glaube ich, für die Leute, die damals den komparativen Kostenvorteil gedanklich
                    0:11:53–0:11:55
                    entwickelt haben, sich gar nicht vorstellen konnten,
                    0:11:55–0:12:02
                    dass so wie heute bestimmte Grundversorgungselemente in bestimmten Ländern und
                    0:12:02–0:12:04
                    Regionen überhaupt nicht mehr vorhanden sind.
                    0:12:04–0:12:07
                    Also ich glaube, David Grado konnte sich gar nicht vorstellen,
                    0:12:07–0:12:12
                    dass bestimmte Produktionszweige wie Lebensmittelversorgung,
                    0:12:13–0:12:16
                    aber auch wie Medikamente zum Beispiel, die Pharmazie oder, oder,
                    0:12:16–0:12:23
                    oder, dass die sozusagen so weggegeben werden aus der nationalen Souveränität
                    0:12:23–0:12:27
                    oder der regionalen Souveränität, sodass man wirklich sich so komplett abhängig
                    0:12:27–0:12:29
                    macht vom internationalen Markt.
                    0:12:31–0:12:36
                    Aber das erleben wir sozusagen. Wir erleben, wie wir plötzlich während Corona
                    0:12:36–0:12:41
                    gemerkt haben, oh Mist, wir können ja gar keine eigenen Pharmazieprodukte mehr produzieren.
                    0:12:41–0:12:44
                    Wir können gar keine eigenen Masken mehr produzieren und so weiter.
                    0:12:44–0:12:47
                    Und dann wurde es schnell sozusagen in der Krisensituation umgestellt und wir
                    0:12:47–0:12:50
                    haben das verändert, sodass wir das wieder hier machen konnten.
                    0:12:50–0:12:54
                    So, aber das ist glaube ich der Punkt. Es heißt nicht, ich muss mir meine eigenen
                    0:12:54–0:12:59
                    Schuhe produzieren und ich muss mir meine eigenen Medikamente produzieren.
                    0:13:00–0:13:06
                    Und vielleicht gibt es aber eben trotzdem einen Anlass, dass man in Regionen
                    0:13:06–0:13:12
                    sich so aufstellen könnte, dass bestimmte Grundversorgungselemente eben da sind. Und was passiert?
                    0:13:12–0:13:16
                    Was wären so Grundversorgungselemente? Energie, Lebensmittel,
                    0:13:16–0:13:19
                    wie wir schon gesagt haben, Grundeigentum.
                    0:13:19–0:13:23
                    Ich weiß nicht, vielleicht können wir mal skizzieren, was wäre denn sozusagen
                    0:13:23–0:13:28
                    eine gemeinschaftsgetragene Regionalentwicklung, wie wir sie uns vorstellen würden.
                    0:13:29–0:13:33
                    Was bedeutet das? Wie könnte sich das Leben anfühlen, wenn wir eine resiliente
                    0:13:33–0:13:36
                    regionale Versorgung hätten?
                    0:13:37–0:13:43
                    Ja, also du hast gerade angefangen aufzuzählen, für welche Branchen das sinnvoll
                    0:13:43–0:13:45
                    ist und ich bin komplett bei dir.
                    0:13:45–0:13:49
                    Es geht nicht darum, jetzt alles wieder in eine Region zu machen, sondern es geht darum,
                    0:13:49–0:13:53
                    in der Region das zu machen, was dort sinnvoll ist, zu produzieren und dann
                    0:13:53–0:13:58
                    Dienstleistungen anzubieten und natürlich das auch zwischen Regionen und auch
                    0:13:58–0:14:04
                    global zu organisieren, was sinnvollerweise woanders auch natürlich hergestellt wird.
                    0:14:04–0:14:07
                    Es geht überhaupt nicht darum, in eine komplette Autarkie zu gehen.
                    0:14:08–0:14:13
                    Und allein damit anzufangen, damit würden wir schon wahnsinnig viel erreichen.
                    0:14:14–0:14:18
                    Und da würde ich jetzt mal die Liste kompletieren, die du angefangen hast.
                    0:14:18–0:14:23
                    Also das ist natürlich Ernährung, aber nicht nur Ernährung im Primärbereich,
                    0:14:24–0:14:25
                    sondern auch in der Verarbeitung.
                    0:14:25–0:14:30
                    Wir haben einen unfassbaren Verlust von Mühlen, von Verarbeitungsbetrieben in
                    0:14:30–0:14:32
                    den letzten 20 Jahren in Deutschland erlebt.
                    0:14:32–0:14:36
                    Das heißt, die Produktion, also die Verarbeitung von Gemüse zum Babybrei oder
                    0:14:36–0:14:40
                    zum Aufstrich oder zu Convenience-Produkten, die findet einfach auch komplett
                    0:14:40–0:14:42
                    zentralisiert inzwischen statt.
                    0:14:42–0:14:48
                    Das ganze Thema Gesundheit und Pflege. In der Pflege sind auch viele Großkonzerne
                    0:14:48–0:14:55
                    unterwegs, die dann die kleinen Pflegeheime oder Pflegestrukturen quasi unter sich vereinen.
                    0:14:56–0:14:59
                    Und das Geld, was dort fließt, es ist ja eine unfassbare Menge an Geldern,
                    0:14:59–0:15:02
                    die da fließen, Das fließt nicht in die Region.
                    0:15:02–0:15:04
                    Also das Geld fließt dann auch zu diesen Konzernen.
                    0:15:05–0:15:10
                    Das ganze Thema Energie, also BürgerInnenenergie, das heißt Solaranlagen,
                    0:15:11–0:15:16
                    die BürgerInnen gemeinsam organisieren können, wo quasi das Geld, was dort verdient wird.
                    0:15:17–0:15:23
                    Gemeinsam auch sozusagen im Dorf genutzt werden kann oder gemeinsame Wärmepumpen, Solarthermie etc.
                    0:15:23–0:15:28
                    Das lässt sich alles nachbarschaftlich und im Dorf oder auch in der Region kleinteilig organisieren.
                    0:15:28–0:15:30
                    Das ganze Thema Wohnen weg von den
                    0:15:30–0:15:34
                    großen Wohnkonzernen hin zu wieder mehr genossenschaftlichen Wohnungsbau,
                    0:15:34–0:15:39
                    der das Ziel hat, ökologischen und sozial bezahlbaren Wohnraum anzubieten und
                    0:15:39–0:15:44
                    auch da das Geld in die Genossenschaft oder in eine andere Rechtsform zurückfließen zu lassen.
                    0:15:44–0:15:51
                    Das ganze Thema IT, regionale Unterstützung, das ganze Thema Kindertagesstätten,
                    0:15:51–0:15:56
                    Arbeit mit Geflüchteten, Musikkultur, therapeutische Angebote.
                    0:15:56–0:16:03
                    Also es lässt sich ganz breit tragen zu sagen, hey, hier findet in vielen Bereichen
                    0:16:03–0:16:09
                    eine Konzentration von Geld, also eine Umverteilung von Geld der Nutzerinnen
                    0:16:09–0:16:11
                    hin zu großen Konzernen statt.
                    0:16:11–0:16:17
                    Lasst uns das wieder in BürgerInnenhand nehmen und dort, wo es möglich ist,
                    0:16:17–0:16:25
                    regional finanzieren, das Geld bei uns in der Region fließen lassen und damit
                    0:16:25–0:16:31
                    sinnvolle, sinnstiftende Arbeitsplätze auch schaffen und damit auch unsere ländlichen
                    0:16:31–0:16:32
                    Räume auch wiederbeleben.
                    0:16:33–0:16:38
                    Und dann würden jetzt wahrscheinlich andere Menschen, die mir in meinem VWL-Studium
                    0:16:38–0:16:43
                    begegnet sind, sagen, um Gottes Willen, dann kostet das ja alles so, so, so viel mehr.
                    0:16:43–0:16:47
                    Ja, und dazu, genau, dazu darfst du auch gleich was sagen, aber ich will auch
                    0:16:47–0:16:50
                    vorher was dazu sagen, weil du vorhin erwähnt hast,
                    0:16:50–0:16:55
                    dass drei von den vier besitzenden Eigentümer von diesen riesigen,
                    0:16:55–0:17:00
                    also von den fatalen vier, wie du sie vorhin genannt hast, den großen Supermarktketten,
                    0:17:01–0:17:03
                    dass die zu den reichsten Menschen kommen.
                    0:17:03–0:17:07
                    Deutschlands Gehirn. Und das ist ja auch so spannend, wenn man denkt,
                    0:17:07–0:17:11
                    oh Gott, das Gemüse der solidarischen Landwirtschaft ist ja so viel teurer,
                    0:17:11–0:17:14
                    weil es irgendwie regional und ökologisch und fair produziert ist und so weiter.
                    0:17:17–0:17:23
                    Und absurderweise ist ja das Gemüse im Supermarkt tatsächlich,
                    0:17:23–0:17:26
                    wenn man das wirklich umrechnen würde,
                    0:17:27–0:17:33
                    was wenig Sinn gibt, weil das sozusagen ist wahrscheinlich Birnen mit Äpfeln
                    0:17:33–0:17:36
                    zu vergleichen, aber weil du eben bei der Solawine Kiste bekommst,
                    0:17:36–0:17:41
                    die ernteabhängig ist, heißt in Monaten, wo du mehr anpflanzen kannst,
                    0:17:41–0:17:44
                    bekommst du auch viel mehr, dann im Winter bekommst du eben weniger und so weiter.
                    0:17:44–0:17:48
                    Also der Vergleich hinkt auf jeden Fall und es ist einfach sichtbar,
                    0:17:48–0:17:54
                    wie viel Gewinn damit gemacht wird mit diesem Lebensmittelhandel und wie viel
                    0:17:54–0:17:57
                    davon auch sozusagen von jedem Produkt, was ihr im Supermarkt kauft,
                    0:17:57–0:18:00
                    wie viel davon abgeschöpft wird und zwar abgeschöpft einerseits,
                    0:18:00–0:18:04
                    indem es aus der Region wegfließt in zentralisierte Konzerne,
                    0:18:04–0:18:11
                    die davon den Eigentümern und Shareholdern und so weiter Gewinne ausbezahlen.
                    0:18:13–0:18:19
                    Und damit gleichzeitig eben auch Kosten in der Region entstehen,
                    0:18:19–0:18:23
                    die anders nicht entstehen würden oder sogar regeneriert werden.
                    0:18:23–0:18:27
                    Also wenn man sich die Umweltkosten anschaut, die Felder, die konventionell
                    0:18:27–0:18:29
                    bewirtschaftet sind und irgendwann keine Ernte mehr abwerfen.
                    0:18:29–0:18:33
                    Oder es muss immer noch mehr Dünger draufgeworfen werden, was auch wieder zu
                    0:18:33–0:18:34
                    hohen Umweltbelastungen führt und so weiter.
                    0:18:34–0:18:40
                    Also genau, das Geld, was wir sozusagen mehr an die Solavi bezahlen,
                    0:18:40–0:18:45
                    theoretisch, bleibt in der Region und kursiert öfter in der Region und bereichert
                    0:18:45–0:18:49
                    uns damit alle, uns und die Natur und die Umwelt,
                    0:18:50–0:18:52
                    in der wir leben.
                    0:18:53–0:18:58
                    Und deshalb ist dieses, naja, ich spare jetzt 20 Cent, wenn ich in den Edeka
                    0:18:58–0:19:03
                    gehe oder in den Rewegehe-Stadt, wenn ich der Solavi sozusagen meinen monatlichen
                    0:19:03–0:19:05
                    Beitrag gebe, der hinkt von vorne bis hinten,
                    0:19:06–0:19:10
                    weil eben nicht sichtbar ist, was mit diesem Geld passiert, was ich dem Supermarkt gebe.
                    0:19:11–0:19:14
                    Und was eben auch auf dessen Kosten nicht passiert.
                    0:19:14–0:19:17
                    Und ich wollte noch ein zweites Beispiel machen, weil was ich so spannend finde
                    0:19:17–0:19:21
                    an dieser ganzen Zentralisierungsfrage, Ja, es wird Geld abgeschöpft.
                    0:19:21–0:19:23
                    Ja, es entstehen Umweltkosten.
                    0:19:23–0:19:30
                    Ja, Menschen sind nicht so zufrieden, wenn sie in einer Solar-Wie auf dem Acker stehen.
                    0:19:31–0:19:35
                    Und was ich finde auch sehr gut zu beobachten ist am Lebensmittelsektor,
                    0:19:36–0:19:38
                    es geht einfach die Qualität massiv zurück.
                    0:19:38–0:19:44
                    Also, und es liegt einerseits daran, dass du natürlich irgendwie als großer
                    0:19:44–0:19:47
                    Konzern irgendwie immer kosteneffizienter produzieren willst und da einfach
                    0:19:47–0:19:51
                    Einsparungen machst und dann die Tomaten halt nicht mehr in der Erde wachsen,
                    0:19:51–0:19:54
                    sondern in irgendwelchen Tinkturen so.
                    0:19:54–0:19:58
                    Und es liegt aber auch daran, dass durch eine Zentralisierung und dadurch,
                    0:19:58–0:20:02
                    dass die Menschen die Entscheidungen treffen für diese Lebensmittelversorgung,
                    0:20:02–0:20:06
                    für die zentralisierte Lebensmittelversorgung, dass die sozusagen keine Rechenschaft
                    0:20:06–0:20:09
                    mehr schuldig sind, auch gegenüber den Menschen, die bei ihnen kaufen.
                    0:20:10–0:20:14
                    Also wenn ich bei einer Sola wie mein Gemüse hole.
                    0:20:15–0:20:18
                    Oder bei Tay-Key, wo ich meine Zitrusfrüchte bestelle oder so,
                    0:20:19–0:20:23
                    dann kann ich da diesem Unternehmen oder der Solavie direkt Rückmeldung geben
                    0:20:23–0:20:29
                    und sagen, hey, keine Ahnung, da war eine faule Karotte drin, woran liegt denn das?
                    0:20:29–0:20:33
                    Oder keine Ahnung, die Tomaten sind aber klein geraten dieses Jahr, woran liegt denn das?
                    0:20:33–0:20:38
                    Und die kriegen sozusagen eine direkte Rückmeldung von den Nutzerinnen ihrer
                    0:20:38–0:20:42
                    Lebensmittel und können damit umgehen.
                    0:20:42–0:20:47
                    Und du hast da so ein bisschen einen sozialen Kontrollmechanismus drin, in beide Richtungen.
                    0:20:47–0:20:53
                    Und dem Supermarktbesitzer, dem ist es aber völlig wurscht, dem ist es einfach
                    0:20:53–0:20:56
                    völlig wurscht, was ich zu seinen Produkten sage, weil der so eine Marktmacht
                    0:20:56–0:20:58
                    hat, dass es ihm einfach egal ist.
                    0:20:58–0:21:02
                    Und wenn wir uns jetzt vorstellen, eine Welt, auf die wir gerade zusteuern,
                    0:21:02–0:21:03
                    wenn wir nicht aufstehen und dagegen
                    0:21:03–0:21:08
                    handeln, wo es eben nur noch diese zentralisierten Supermärkte gibt,
                    0:21:08–0:21:12
                    denen es egal ist, ob es uns schmeckt, was sie uns verkaufen,
                    0:21:12–0:21:16
                    denen es egal ist, was für Umweltkosten sie erzeugen, weil die Politik es eh
                    0:21:16–0:21:18
                    nicht schafft zu regulieren, weil sie so viel in Lobbyismus investieren,
                    0:21:18–0:21:19
                    dass es einfach nicht passiert.
                    0:21:20–0:21:24
                    Also bisher habe ich es zumindest noch nicht erlebt, vielleicht kommt es ja noch und so weiter.
                    0:21:25–0:21:32
                    Dann machen wir uns einfach extrem abhängig und setzen sozusagen unsere gute,
                    0:21:32–0:21:34
                    qualitativ hochwertige, aber
                    0:21:34–0:21:38
                    auch grundsätzliche Versorgung aufs Spiel und unsere Selbstbestimmung.
                    0:21:38–0:21:41
                    Weil wenn es nur noch die vier gibt, dann können die auch mit den Preisen machen, was sie wollen.
                    0:21:41–0:21:46
                    Dann können die auch einfach sagen, Leute, der Brokkoli ist halt jetzt 50 Cent
                    0:21:46–0:21:50
                    teurer, Enthält keine Nährstoffe mehr, aber ist uns ja wurscht.
                    0:21:50–0:21:55
                    Und deshalb müssen wir, glaube ich, echt extrem aufpassen, dass wir das einerseits
                    0:21:55–0:22:02
                    wirklich begreifen, was das bedeuten würde, von vier Oligopolisten abhängig zu sein.
                    0:22:03–0:22:08
                    Und was das auch mit unserer Lebensqualität und mit unserer Gesundheit auch
                    0:22:08–0:22:10
                    macht. Ja, aber jetzt darfst du nochmal ergänzen.
                    0:22:11–0:22:18
                    Ja, genau. Ich würde gerne nochmal einen Punkt aufgreifen, nämlich Geld und Einkommen.
                    0:22:19–0:22:24
                    Das ist nämlich wirklich ein großes Thema. Also das meiste Argument,
                    0:22:24–0:22:27
                    wenn ich mit Leuten, also mit Bioläden arbeite, ist,
                    0:22:27–0:22:33
                    dass die meisten Kaufentscheidungen aufgrund des Preises passieren und dass
                    0:22:33–0:22:38
                    es nur einen kleinen Anteil von Menschen gibt, die sich das leisten können,
                    0:22:38–0:22:40
                    nicht auf den Preis zu schauen und einen kleinen Anteil gibt,
                    0:22:40–0:22:42
                    die trotz des hohen Preises sagen,
                    0:22:42–0:22:45
                    mir ist es aber wichtig und ich entscheide mich trotzdem dafür.
                    0:22:46–0:22:50
                    Und gleichzeitig stimmt das auch gar nicht, dass Bio immer teurer ist.
                    0:22:50–0:22:56
                    Und in diesen ganzen Strukturen finde ich eine Sache ganz wichtig, sich anzugucken.
                    0:22:56–0:23:01
                    Also eines hast du gerade schon erklärt, die ganzen Warenkosten sind nicht eingepreist
                    0:23:01–0:23:05
                    und die müssen wir als Gesellschaft trotzdem bezahlen.
                    0:23:06–0:23:11
                    Aber ganz viele Initiativen zeigen, dass es total möglich ist,
                    0:23:11–0:23:14
                    in ganz vielen Bereichen die Kosten tatsächlich radikal zu senken.
                    0:23:15–0:23:20
                    Und da bin ich bei sowas wie der Solabi. Wenn eine Solabi genug Mitglieder hat
                    0:23:20–0:23:23
                    und vielleicht auch sowas wie ein Mitmachmodell hat, wo Leute die Bock haben,
                    0:23:23–0:23:27
                    einfach ein Stück, also eine Stunde oder zwei im Garten, pro Woche oder pro Monat mitzuhelfen,
                    0:23:28–0:23:33
                    dann sinken ja auch tatsächlich die Kosten und der ganze Zwischenhandelfeld weg.
                    0:23:33–0:23:38
                    Das heißt, alles, was so mit Direktvermarktung zu tun hat, ist für viele Landwirtinnen
                    0:23:38–0:23:45
                    und Landwirte ein ganz wichtiger Ausweg, um einerseits Kundinnen und anderen,
                    0:23:45–0:23:49
                    also zu sagen, dass das Gemüse das günstiger wird, das allerbeste Gemüse der Welt.
                    0:23:50–0:23:55
                    Und überhaupt aus dieser Knechtschaft der diktierten Preise rauszukommen.
                    0:23:56–0:24:00
                    Und das Gleiche gilt ja für alle anderen Versorgungsbereiche auch.
                    0:24:01–0:24:07
                    Nämlich, wenn ich in einer selbstverwalteten Wohnungsbaugenossenschaft meine
                    0:24:07–0:24:10
                    Wohnung habe, bestimme ich dort mit, wie die Mietpreise sind.
                    0:24:11–0:24:14
                    Und habe vielleicht sogar ein solidarisches Mietsystem, was berücksichtigt,
                    0:24:15–0:24:19
                    dass Menschen sehr krass unterschiedliche Einkommenssituationen haben.
                    0:24:20–0:24:22
                    Oder genauso bei der Energie.
                    0:24:23–0:24:26
                    Also jetzt mehr denn je, jetzt gerade wo die Energiepreise so stark steigen,
                    0:24:27–0:24:30
                    Wärme vor allen Dingen, das ist ein viel größeres Problem als Strom,
                    0:24:31–0:24:37
                    auf Dauer tatsächlich gemeinsam zu organisieren und gemeinsam die Kosten,
                    0:24:37–0:24:42
                    aber auch gemeinsam die Erträge zu teilen, ist unterm Strich einfach eine Form,
                    0:24:42–0:24:45
                    selber die Preise bestimmen zu können auch.
                    0:24:46–0:24:53
                    Und was es aber verlangt von Menschen ist, ein, naja, verlangt klingt schon wieder so anstrengend.
                    0:24:53–0:24:58
                    Ich glaube, es macht was möglich vor allen Dingen, nämlich es macht möglich,
                    0:24:58–0:25:04
                    das Wissen und das Können, wo auch immer, im Quartier, im Dorf,
                    0:25:04–0:25:07
                    in der Kleinstadt der Menschen auch zu nutzen.
                    0:25:08–0:25:11
                    Und ja, es ist viel Energie und Zeitaufwand, aber es lohnt sich,
                    0:25:11–0:25:16
                    weil es extrem sinnstiftend ist. Und ja, wir sind alle an Kapazitätsgrenzen.
                    0:25:16–0:25:19
                    Und auch da aber zu sagen, hey, da geht es vielleicht auch darum,
                    0:25:19–0:25:24
                    klug Kapazitäten aufzubauen, nicht alles alleine zu machen, eben auch Gemeinschaften
                    0:25:24–0:25:28
                    aufzubauen, die solche Dinge, die fehlen und die Menschen sich wünschen,
                    0:25:28–0:25:30
                    wirklich gemeinsam auf die Beine zu stellen.
                    0:25:31–0:25:35
                    Und du hast vorhin nochmal gefragt nach dem Begriff der Resilienz.
                    0:25:35–0:25:37
                    Das habe ich vorhin vergessen nochmal zu erklären.
                    0:25:39–0:25:45
                    Ich finde, Resilienz heißt nicht nur krisenfest zu sein. Resilienz bedeutet viel, viel mehr.
                    0:25:45–0:25:49
                    Resilienz heißt, dass es eine Gemeinschaft gibt oder eine Struktur oder eine Organisation,
                    0:25:50–0:25:56
                    in der die Menschen miteinander in Beziehung stehen und gemeinsam auch füreinander sorgen können,
                    0:25:56–0:26:01
                    weil sie, wenn irgendein Problem auftaucht, Kreativität, Ressourcen,
                    0:26:01–0:26:02
                    Kapazitäten aktivieren können,
                    0:26:03–0:26:06
                    weil eine Verbindung da ist und füreinander einsteigt. denen da ist.
                    0:26:06–0:26:11
                    Und durch diese Verbundenheit und dieses gemeinsame Problemlösen,
                    0:26:11–0:26:17
                    ja, sie viel eher in der Lage sind, Lösungen zu entwickeln, wenn irgendwas schief geht.
                    0:26:17–0:26:21
                    Keine Ahnung, ich bin in der Fuchsmühle zu Hause, der erste Orkan fickt über die Stadt.
                    0:26:23–0:26:28
                    Zerstört irgendwie 15 Wohnhäuser und natürlich ist dann das Netzwerk am Start
                    0:26:28–0:26:32
                    und alle Leute kommen eines Tages irgendwo unter, weil das eine Selbstverständlichkeit
                    0:26:32–0:26:35
                    ist, genau, und werden versorgt.
                    0:26:36–0:26:42
                    Und daraus lernt man vielleicht, okay, wir können Wohnraum vielleicht anders organisieren.
                    0:26:42–0:26:45
                    Also man geht nach einer bewältigten Krise da vielleicht auch viel kreativer,
                    0:26:46–0:26:50
                    mit viel klaren Lösungen auch raus und sagt, okay, lasst uns doch generell Wohnraum
                    0:26:50–0:26:54
                    organisieren. Mir steht so viel leer, wir bauen die Häuser nicht neu auf,
                    0:26:54–0:26:56
                    wir machen da irgendwie noch eine Solarweh auf die Fläche.
                    0:26:57–0:27:03
                    Und diese Anpassungsfähigkeit ist ganz logisch natürlich umso höher,
                    0:27:04–0:27:09
                    umso stärker die Bindung, Beziehung und die Bezogenheit auch zwischen den Menschen
                    0:27:09–0:27:11
                    in der Region oder in der Struktur auch sind.
                    0:27:11–0:27:17
                    Also regionale Resilienz auch einfach als Handlungsfähigkeit,
                    0:27:18–0:27:21
                    Problemlösungsfähigkeit vor Ort in Gemeinschaften.
                    0:27:23–0:27:27
                    Du hast ja schon eine längere Reise hinter dir. Erstens, weil du älter bist
                    0:27:27–0:27:33
                    als ich, aber zweitens auch, weil du schon ganz lange in dem Feld auch einfach unterwegs bist.
                    0:27:33–0:27:37
                    Und vielleicht kannst du da uns mal einen kleinen Abriss geben,
                    0:27:37–0:27:43
                    wo du schon überall unterwegs warst und was du vielleicht auch aus den einzelnen
                    0:27:43–0:27:48
                    Erfahrungen so mitgenommen hast als Erfahrungen,
                    0:27:48–0:27:53
                    als Erkenntnisse und vielleicht auch als Don'ts.
                    0:27:53–0:27:55
                    Do's und Don'ts.
                    0:27:55–0:27:57
                    Also was hat vielleicht auch nicht funktioniert?
                    0:27:58–0:28:03
                    Einfach um da von deinem Erfahrungsschatz ein bisschen profitieren zu können, kann man sagen.
                    0:28:03–0:28:10
                    Ja, also ich habe tatsächlich aus diesem Gedanken heraus, das muss doch irgendwie
                    0:28:10–0:28:13
                    anders gehen, nachhaltige Regionalentwicklung studiert.
                    0:28:13–0:28:17
                    Bei Ulf Hane, den ich sehr, sehr schätze, an der Uni Kassel,
                    0:28:17–0:28:21
                    der schon lange diese Perspektive auch immer wieder stark gemacht hat.
                    0:28:21–0:28:23
                    Unterjährige Nahtwicklung ist aus verschiedensten Gründen extrem sinnvoll.
                    0:28:24–0:28:29
                    Und damals war es aber noch stark, also vor 20 Jahren, noch stark diese Cluster-Politik.
                    0:28:29–0:28:34
                    Das heißt auch da dieses, okay, lasst uns mal gucken, worin ist eine bestimmte
                    0:28:34–0:28:37
                    Region stark und lasst uns dieses Cluster ausbauen, was ja auch total Sinn macht,
                    0:28:37–0:28:40
                    zum Beispiel ein Tourismus-Cluster in einer Region, wo sonst nicht so viel passiert.
                    0:28:42–0:28:47
                    Und mich hat dieses Thema aber nicht losgelassen. Und was für mich ganz wichtig
                    0:28:47–0:28:51
                    war, war die Zeiten, in der ich bei der Bewegungsakademie gearbeitet habe und
                    0:28:51–0:28:56
                    dort mit verschiedenen Akteuren gemeinsam die Praxiswerkstatt ökonomischer Wandel organisiert habe,
                    0:28:56–0:29:00
                    wo ein Jahr lang Menschen miteinander eine Lernreise gemacht haben,
                    0:29:00–0:29:04
                    wo es erst darum ging, sich ökonomische Alternativen, also eine gute Kapitalismuskritik
                    0:29:04–0:29:08
                    anzueignen oder die eigene auch zu reflektieren und sich dann die ganzen ökonomischen
                    0:29:08–0:29:11
                    Alternativen, die sozusagen gerade gedacht und gelebt werden,
                    0:29:12–0:29:17
                    wirklich auch anzuschauen und dort mit Leuten zu sprechen, die in diesen Feldern unterwegs sind und,
                    0:29:18–0:29:22
                    In diesen Kreisen um Gemeinwohlökonomie, um Kommening,
                    0:29:22–0:29:27
                    um Tauschlügefreiheit, um solidarische Ökonomie, um Plattformökonomie,
                    0:29:27–0:29:34
                    hat sich für mich immer mehr herauskristallisiert, dass wenn wir Wirtschaften anders definieren.
                    0:29:35–0:29:38
                    Dann wird irgendwie ein Schuh draus.
                    0:29:38–0:29:42
                    Und zwar, wenn wir sagen, okay, es geht darum, gemeinsam für die Bedürfnisse
                    0:29:42–0:29:46
                    der Menschen zu sorgen und dafür Strukturen zu finden,
                    0:29:46–0:29:53
                    die den Menschen sinnstiftend tätig sein können und in der wir möglichst die
                    0:29:53–0:29:58
                    Schäden, die wir der Natur verursacht haben, auch wieder gut machen.
                    0:29:58–0:30:04
                    Also eine Form von regenerativen Bezogensein auch auf die Natur und auf das Miteinander.
                    0:30:04–0:30:08
                    Und ich finde es schön, von Fürsorgendenwirtschaft zu sprechen,
                    0:30:08–0:30:10
                    weil das das so auf den Punkt bringt.
                    0:30:10–0:30:14
                    Und das wird für mich am stärksten deutlich in der Arbeit, die vor allen Dingen
                    0:30:14–0:30:19
                    Silke Helfrich in Deutschland ganz stark gemacht hat, die leider 2021 verstorben
                    0:30:19–0:30:21
                    ist, nämlich das Thema Commoning,
                    0:30:22–0:30:27
                    wo sie dort auch so eine Art Mustersprache entwickelt hat, die eine Kultur beschreibt,
                    0:30:27–0:30:33
                    wie dieses Gemeinschaften, dieses gemeinsame Sorgen und Produzieren wirklich
                    0:30:33–0:30:39
                    auch funktionieren kann, was man eben auch solche Strukturen wie ein Kommensverbund, eine Solabi,
                    0:30:39–0:30:41
                    eine Regionalentwicklung auch tatsächlich gut anwenden kann.
                    0:30:42–0:30:47
                    Und im Netzwerk ökonomischer Wandel waren diese ganzen VertreterInnen,
                    0:30:48–0:30:53
                    auch über mehrere Jahre unterwegs gemeinsam und haben dort die verschiedenen
                    0:30:53–0:30:57
                    Alternativen nebeneinander gelegt, also vor allen Dingen in den Jahren 2019
                    0:30:57–0:31:01
                    bis 2021 und haben lange diskutiert.
                    0:31:02–0:31:06
                    Und versucht das zusammenzubringen und letzten Endes ist so ein Dreiklang entstanden,
                    0:31:07–0:31:11
                    der leicht zu merken ist, nämlich die Ansage ist, lasst uns wirklich kommensbasiertes
                    0:31:11–0:31:16
                    Wirtschaft ausbauen und dazu gehört auch die Frage nach Eigentum,
                    0:31:16–0:31:19
                    also wie kann eigentlich auch anderes Eigentum funktionieren?
                    0:31:19–0:31:21
                    Da gibt es auch viele, viele Ideen.
                    0:31:21–0:31:24
                    Das ist auch nochmal eine eigene Folge wert, glaube ich.
                    0:31:25–0:31:30
                    Lasst uns das, wo Markt notwendig ist, wirklich am Gemeinwohl ausrichten,
                    0:31:30–0:31:34
                    also die Gemeinwohlökonomie da auch rausholen und ganz wichtig,
                    0:31:34–0:31:37
                    wirtschaftliche Prozesse wieder stärker zu demokratisieren.
                    0:31:37–0:31:42
                    Also Menschen vor Ort mitentscheiden zu lassen, was es braucht,
                    0:31:42–0:31:46
                    wie es produziert wird, von wem und weg von dieser Abhängigkeit.
                    0:31:46–0:31:50
                    Also diese Vorstellung, wenn man eine Karte macht von Deutschland und guckt,
                    0:31:51–0:31:54
                    wer hat eigentlich die Möglichkeit, noch jenseits der vier Riesen einzukaufen,
                    0:31:54–0:31:56
                    dann dünnt sich das ganz schön aus.
                    0:31:57–0:32:01
                    Genau, und was ein ganz schönes Projekt war, was nämlich auch nach Nordhessen
                    0:32:01–0:32:04
                    gelockt hat, ist das Reallabor, kooperatives Wirtschaften.
                    0:32:05–0:32:11
                    Ein richtig tolles Projekt mit der Wirtschaftsförderung, mit dem Landkreis,
                    0:32:11–0:32:14
                    mit der Bürgerenergiegenossenschaft, mit vielen Akteuren, mit dem Vereinigten
                    0:32:14–0:32:17
                    Regionalentwicklung, der seit 30 Jahren in der Region aktiv ist,
                    0:32:17–0:32:25
                    wo es wirklich darum ging, auf einer politischen Ebene mit den Wirtschaftsakteuren
                    0:32:25–0:32:30
                    gemeinsam zu gucken, Wie können wir in Nordhessen eigentlich kooperative Strukturen
                    0:32:30–0:32:31
                    und Verbünde wirklich auch aufbauen?
                    0:32:32–0:32:37
                    Und wir haben da zwei Jahre lang richtig viel getroffen, eine große Zukunftskonferenz
                    0:32:37–0:32:41
                    gemacht und daraus sind auch Strukturen entstanden, die weiterhin tragen.
                    0:32:43–0:32:47
                    Zum Beispiel ist ein Ernährungsrat entstanden, es ist ein Stammtisch für gemeinschaftliches
                    0:32:47–0:32:51
                    Wohnen entstanden, es ist im Bereich Ernährung ein Verein entstanden,
                    0:32:51–0:32:57
                    der so eine Art Dachstruktur für die lokalen zähen solidarischen Landwirtschaften
                    0:32:57–0:33:00
                    bildet, weil auch da deutlich wird, als ein Element von Regionalentwicklung,
                    0:33:00–0:33:06
                    die haben alle ähnliche Probleme und es ist sinnvoll, da Unterstützungsstrukturen herzustellen.
                    0:33:07–0:33:09
                    Genau, und da arbeiten wir auch dran.
                    0:33:10–0:33:13
                    Es gab jetzt eine Botschafterinnen-Schulung für die Solaristas.
                    0:33:14–0:33:19
                    Genau, und letzten Endes, ja, die Arbeit eben im CSX-Netzwerk,
                    0:33:19–0:33:24
                    dort vernetzen wir uns bundesweit mit Brandenburg, einer Dachgenossenschaft,
                    0:33:25–0:33:28
                    mit München, was dort ringsum Tagwerkgenossenschaft passiert.
                    0:33:28–0:33:33
                    Wir haben starke Kontakte zu Freiburg, wo im Bereich Ernährung auch gerade ein
                    0:33:33–0:33:37
                    starkes Netzwerk entsteht, was in Gemeinschaftsgetragen in die Regionalentwicklung geht.
                    0:33:38–0:33:41
                    Und natürlich auch hier vor Ort, jenseits der Fuchsmülle auch,
                    0:33:41–0:33:43
                    viele Strukturen hier in der Region.
                    0:33:44–0:33:48
                    Und da geht es vor allen Dingen darum, dass wir ganz konkret gucken,
                    0:33:48–0:33:51
                    okay, was machen wir, was ist unsere Analyse, was braucht es,
                    0:33:52–0:33:56
                    wie können wir das machen, wie können wir Ressourcen organisieren und da auch
                    0:33:56–0:34:00
                    eine gute Struktur schaffen, wo alle voneinander lernen können.
                    0:34:01–0:34:04
                    Genau, das ist so das, wo ich bisher so unterwegs bin.
                    0:34:05–0:34:11
                    Und die Fragen sind, die Erkenntnis aus dieser Arbeit in den verschiedenen Strukturen
                    0:34:11–0:34:14
                    lokal und bundesweit ist, so dieser Satz von den Zapatistas,
                    0:34:14–0:34:16
                    Fragen schreiten wir voran.
                    0:34:17–0:34:21
                    Die Ausrichtung ist klar, es geht um lebensdienliches Wirtschaften,
                    0:34:21–0:34:25
                    für alles geht um das gute Leben, es geht um gutes Essen, um schönes Wohnen,
                    0:34:25–0:34:28
                    um Gemeinschaft und sinnstiftendes Arbeiten als Visionen.
                    0:34:29–0:34:35
                    Und um Selbstbestimmung und eine Vollfreiheit, in der wir uns da auch bewegen können da drin.
                    0:34:36–0:34:41
                    Und genau, dieser Satz, Fragen schreiten wir voran, heißt für mich,
                    0:34:41–0:34:48
                    ja, wir gucken immer wieder und wir lernen einfach immer wieder Austausch, Beziehungsaufbau,
                    0:34:49–0:34:53
                    Austauschstrukturen voneinander lernen, konkrete Projekte initiieren,
                    0:34:53–0:34:57
                    aus diesen Projekten lernen, uns kritisches Feedback einholen,
                    0:34:57–0:35:01
                    dass das so der Weg ist, in dem so inkrementell Dinge entstehen,
                    0:35:01–0:35:03
                    die total sinnvoll sind.
                    0:35:03–0:35:08
                    Was glaubst du sind so Grundlagen, damit Regionalentwicklung,
                    0:35:09–0:35:14
                    gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung oder Commons Regionalentwicklung funktioniert?
                    0:35:15–0:35:21
                    Einer meiner wichtigsten Muster aus der Commoning-Muster-Kartensammlung ist,
                    0:35:21–0:35:23
                    sich in Vielfalt gemeinsam ausrichten.
                    0:35:24–0:35:29
                    Und auch so ein bisschen so typische linke Verhaltensmuster,
                    0:35:30–0:35:36
                    ein bisschen sozusagen zu verlernen nach der Frage, was ist jetzt genau das Richtige?
                    0:35:36–0:35:40
                    Also ich glaube, was so eine wichtige Grundlage ist, ist irgendwie eine Idee
                    0:35:40–0:35:41
                    haben, wie es gehen könnte.
                    0:35:42–0:35:48
                    Vorangehen, schnell scheitern, schnell lernen, es besser und anders machen und
                    0:35:48–0:35:52
                    so vorangehen und Und genau, das ist so das eine,
                    0:35:52–0:35:57
                    konkret, also mutig sein, Sachen zu machen und auch sozusagen fehlerfreundlich
                    0:35:57–0:36:02
                    unterwegs zu sein und ganz stark die Gemeinschaften, die anderen,
                    0:36:02–0:36:07
                    die auch auf demselben Weg sind, als Ressource zu erleben, als Ausdachsressource, als Feedbackraum,
                    0:36:07–0:36:09
                    als InputgeberInnen zu erleben.
                    0:36:10–0:36:16
                    Ja, und was natürlich nicht, also was auch ein Learning ist aus dem Reallabor
                    0:36:16–0:36:19
                    ist, Politik und Strukturen sind richtig wichtig,
                    0:36:20–0:36:24
                    aber unterm Strich sind es dann doch die zivilgesellschaftlichen Akteure,
                    0:36:25–0:36:27
                    die wirklich die konkreten Sachen auch umsetzen und voranbringen.
                    0:36:28–0:36:31
                    Aber gleichzeitig ist es auch wichtig, die Ressourcen dafür zu schaffen.
                    0:36:31–0:36:36
                    Und da ist gerade die Stiftung Gemeinschaftsgetragen in Gründung und am Staat,
                    0:36:37–0:36:41
                    wo es genau darum geht, auch das ewige Problem, dass Menschen neben ihrer Lohnarbeit
                    0:36:41–0:36:44
                    nicht auch noch eine Energiegenossenschaft aufbauen können,
                    0:36:45–0:36:48
                    dieses Problem zu lösen, indem es Möglichkeiten geben kann,
                    0:36:49–0:36:54
                    irgendwann Menschen ihre Lohnarbeit wirklich in diesem TSX-Feld machen zu können.
                    0:36:54–0:36:56
                    Und da laufen auch verschiedene Förderanträge.
                    0:36:56–0:37:01
                    Das ist so eine kritische Pfad. Also die Kapazitäten ist eine ganz kritische Pfad.
                    0:37:02–0:37:07
                    Genau, da sind wir schon bei den Sachen sozusagen gelandet. Was hindert denn Regionalentwicklung?
                    0:37:08–0:37:12
                    Und so würdest du vor allem sagen, sind die zeitlichen und damit irgendwie auch
                    0:37:12–0:37:16
                    finanziellen Ressourcen, also irgendwie dieses, okay, Menschen müssen halt Lohn arbeiten,
                    0:37:16–0:37:20
                    um sich selbst zu finanzieren und können nicht parallel das machen und können
                    0:37:20–0:37:22
                    sich auch nicht sozusagen freistellen lassen, in Anführungszeichen,
                    0:37:22–0:37:24
                    oder sich selber freistellen und das tun?
                    0:37:25–0:37:27
                    Würdest du sagen, das sind so die größten Hinderungspunkte?
                    0:37:28–0:37:32
                    Das ist sozusagen auf der Kapazitätenseite, ja, das ist ganz wichtig,
                    0:37:32–0:37:37
                    aber was ich fast noch wichtiger und größer finde, ist so das Stichwort,
                    0:37:37–0:37:42
                    so mentale Infrastrukturen, also was sind unsere Denkgewohnheiten, unsere Muster,
                    0:37:42–0:37:47
                    wie die Welt funktioniert und dass wir ganz wenig,
                    0:37:47–0:37:54
                    also in so normalen Erwachsenwerden leben, arbeiten, lernen wir überhaupt nicht,
                    0:37:54–0:37:58
                    auf Augenhöhe in Gruppen miteinander Dinge auszuhandeln und zu entscheiden.
                    0:38:00–0:38:07
                    Umzusetzen und auch überhaupt ein Bewusstsein dafür zu haben, wie wichtig es ist,
                    0:38:08–0:38:11
                    also immer mehr Sachen auch selber in die Hand zu nehmen, die einfach durch
                    0:38:11–0:38:16
                    Staat und Markt nicht gut organisiert sind und wo ich auch die Hoffnung aufgegeben
                    0:38:16–0:38:18
                    habe, dass sie das können.
                    0:38:20–0:38:27
                    Es gibt immer so eine kritische Masse, die von den Werten her eigentlich das
                    0:38:27–0:38:30
                    möchte, alle finden regional gut, aber kaufen dann doch billig ein.
                    0:38:31–0:38:36
                    So dieses, okay, was braucht es denn, damit das in den Köpfen anders passiert.
                    0:38:36–0:38:37
                    Und das finde ich ganz spannend.
                    0:38:38–0:38:41
                    Wir haben neulich in einem Forschungsprojekt, wo wir beide auch aktiv sind,
                    0:38:41–0:38:45
                    festgestellt, dass wir von den Werten eigentlich 25 Prozent der Bevölkerung
                    0:38:45–0:38:48
                    erreichen mit dem, was wir wollen. Und das ist eine große Menge.
                    0:38:50–0:38:54
                    Und das ist ganz stark an der Kommunikation liegt, dass wir Menschen nicht erreichen
                    0:38:54–0:39:00
                    und ich so ein großer Schwerpunkt in der Arbeit ist für mich immer mehr Übersetzungsarbeit
                    0:39:00–0:39:03
                    zu leisten und mit Menschen zu reden,
                    0:39:03–0:39:06
                    mit Leuten in meinem Umfeld zu reden, gar nicht davon auszugehen,
                    0:39:06–0:39:06
                    dass Menschen irgendwie,
                    0:39:07–0:39:10
                    wenn ich von Gemeinschaft getragen spreche, schon wissen, wovon ich spreche
                    0:39:10–0:39:13
                    und mich damit auch zu zeigen, was mir darin wichtig ist.
                    0:39:13–0:39:18
                    Also diese Überzeugungsarbeit, diese alltägliche, auch mit guten,
                    0:39:19–0:39:24
                    also mit guter Pressearbeit etc., guten Veranstaltungen, das ist,
                    0:39:24–0:39:27
                    glaube ich, die absolute Basis, die gerade noch zu kurz kommt.
                    0:39:28–0:39:33
                    Voll spannend, weil ich würde gerne nochmal auf diese mentale Infrastruktur drauf eingehen.
                    0:39:34–0:39:39
                    Also die Glaubenssätze, nach denen wir selbst leben und handeln,
                    0:39:39–0:39:42
                    also das, was wir als normal empfinden.
                    0:39:43–0:39:47
                    Und ich glaube, was da so ein Ding ist, was vielleicht auch nur,
                    0:39:47–0:39:52
                    also was vielleicht diese zeitliche und finanzielle Knappheit auch nur vorschiebt.
                    0:39:53–0:39:57
                    Also tatsächlich habe ich so viele Menschen in meinem Umkreis wie also ne,
                    0:39:59–0:40:02
                    Wie keine Generation vor mir, also wenn ich jetzt meine Mutter oder meine Oma
                    0:40:02–0:40:07
                    oder so betrachte, die eigentlich nicht mehr arbeiten müssen.
                    0:40:07–0:40:10
                    Also die eigentlich so viel Rücklage auf dem Konto haben, dass sie sagen,
                    0:40:11–0:40:13
                    okay, die nächsten zehn Jahre muss ich eigentlich nicht mehr arbeiten.
                    0:40:13–0:40:16
                    Oder die auch locker sagen könnten, es würde auch reichen, wenn ich nur noch
                    0:40:16–0:40:20
                    die Hälfte der Zeit arbeite. arbeite, und da geht es ja schon los,
                    0:40:20–0:40:23
                    nämlich Lohnarbeite. Was bedeutet arbeiten?
                    0:40:23–0:40:26
                    Bedeutet ja, dass ich irgendwo hingehe, für irgendein Unternehmen,
                    0:40:27–0:40:32
                    für irgendeinen Arbeitgeber, meine Zeit aufwende und dafür Geld bekomme.
                    0:40:32–0:40:37
                    Und das, und das ist der zweite Glaubenssatz, also Arbeit ist das,
                    0:40:37–0:40:40
                    das ist der erste, ich bekomme Geld dafür, für das, was ich tue.
                    0:40:40–0:40:46
                    Und der zweite Glaubenssatz ist, ich mein Wert, den ich in dieser Gesellschaft
                    0:40:46–0:40:51
                    habe, und mit dem ich mich identifiziere, hängt davon ab, wie viel ich denn
                    0:40:51–0:40:53
                    bekomme für diese Arbeit auch.
                    0:40:54–0:40:58
                    Und das macht zwei Dinge unmöglich, würde ich sagen. Nämlich das macht unmöglich,
                    0:40:58–0:41:03
                    dass du gerne und irgendwie selbstverständlich auch irgendwie mit anpackst,
                    0:41:03–0:41:06
                    wenn andere Arbeit entsteht.
                    0:41:06–0:41:12
                    Also diese fürsorgende Arbeit eher, aber auch die Arbeit, mal am Nachmittag
                    0:41:12–0:41:14
                    auf der Solavie auf dem Acker zu unterstützen.
                    0:41:14–0:41:20
                    Da merken dann, also ich glaube, da kommt so eine Enge oder so eine Beklemmung
                    0:41:20–0:41:21
                    rein, weil viele Leute denken,
                    0:41:21–0:41:24
                    das ist ja jetzt irgendwie, jetzt muss ich da mitarbeiten und ich bezahle doch
                    0:41:24–0:41:28
                    trotzdem aber meinen monatlichen Beitrag dafür und das ist doch eine Arbeit,
                    0:41:28–0:41:30
                    für die ich nicht entlohnt werde, dass es irgendwie,
                    0:41:30–0:41:33
                    Das ist irgendwie falsch, das fühlt sich nicht richtig an, das fühlt sich so
                    0:41:33–0:41:39
                    an, als würden die mich ausnutzen, als würden die mir etwas von meinem Wert wegnehmen oder sowas.
                    0:41:39–0:41:44
                    Also ich glaube, dass das, das merkt man ja auch überall,
                    0:41:44–0:41:48
                    ehrenamtliche Arbeit geht zurück und so weiter, weil einfach diese neoliberale
                    0:41:48–0:41:54
                    Gegenüberstellung von Arbeit ist das, was du tust und Geld dafür bekommst,
                    0:41:54–0:41:57
                    im Gegensatz zu dieser Leisurey Time,
                    0:41:57–0:42:02
                    also dieser Freizeitgestaltung, wo ja viele Menschen mittlerweile auch im Freizeitstress sind,
                    0:42:02–0:42:07
                    wofür du Geld bezahlst und Erholung,
                    0:42:07–0:42:09
                    Spaß, bla bla bla bekommst.
                    0:42:09–0:42:12
                    Und das aber auch sozusagen.
                    0:42:13–0:42:18
                    Ich glaube, viele kennen das schon, dass man auch an Arbeit Spaß haben kann.
                    0:42:18–0:42:24
                    Also, dass bestimmte produktive Tätigkeiten, die man so macht und reproduktive
                    0:42:24–0:42:27
                    Tätigkeiten auch einfach schön sind und schön sein können.
                    0:42:28–0:42:32
                    Gemeinsam einen gemeinsamen Umzug zu gestalten mit Freunden, kann schön sein.
                    0:42:33–0:42:37
                    Gemeinsam irgendwelche Dinge zu ernten und einzulegen, zu verarbeiten,
                    0:42:37–0:42:42
                    gemeinsam kann schön sein, kann Freude bringen, kann total viel Selbstwirksamkeit bedeuten.
                    0:42:42–0:42:47
                    Und trotzdem ist es, glaube ich, in unseren Köpfen, in dieser mentalen Infrastruktur
                    0:42:47–0:42:51
                    so mittlerweile so tief eingesunken, dass es eben diese eine Arbeit gibt,
                    0:42:51–0:42:54
                    da bekommst du Geld für und diese andere Freizeit gibst.
                    0:42:54–0:42:59
                    Da musst du eigentlich Geld für bezahlen und das darf auch nichts mit Arbeit zu tun haben.
                    0:42:59–0:43:06
                    Und ich glaube, in diesem Dualismus, der tut uns nicht gut und da verliert auch
                    0:43:06–0:43:09
                    Leben an Qualität, wenn man das so macht.
                    0:43:09–0:43:13
                    Also man ist dann im Stress auf der Arbeit, wo man sein hart verdientes Geld
                    0:43:13–0:43:18
                    bekommt und das gibt man dann wieder im Freizeitstress in irgendwelchen Centerparks
                    0:43:18–0:43:23
                    oder in irgendwelchen Konsumfreizeitorten.
                    0:43:24–0:43:27
                    Also genauso teuer aus, ohne dass es wirklich schön ist, um ehrlich zu sein.
                    0:43:28–0:43:33
                    Und ich glaube, dieser Dualismus ist ein Problem für das, was wir aufbauen wollen.
                    0:43:33–0:43:37
                    Und ich frage mich halt so, wie wir, also genau, ich frage es mich eigentlich
                    0:43:37–0:43:40
                    nicht, weil eigentlich sind ja die Erfahrungen, die wir gemeinsam machen,
                    0:43:41–0:43:46
                    wo wir merken, ah, gemeinsam irgendwas zu gestalten, gemeinsam was zu erschaffen, was zu schaffen.
                    0:43:46–0:43:51
                    Gemeinsam was zu schaffen kann ja auch mega schön und selbstwirksam und sinnstiftend sein.
                    0:43:51–0:43:53
                    Nur ist es manchmal, glaube ich, die Herausforderung, die Leute da,
                    0:43:54–0:43:58
                    so zu dieser ersten Erfahrung hinzuführen. Und das frage ich mich manchmal.
                    0:43:58–0:44:02
                    Wie kriegen wir die eigentlich in diese Erfahrung, die sozusagen diese mentale
                    0:44:02–0:44:06
                    Infrastruktur auch infrage stellt, wie kriegen wir die da überhaupt rein?
                    0:44:08–0:44:14
                    Ja, mit Praxis. Da sind wir, genau, ich würde gerne noch was zu den mentalen
                    0:44:14–0:44:18
                    Infrastrukturen sagen und dann ist das ja auch schon eine richtig gute Überleitung
                    0:44:18–0:44:20
                    zu den Regionalverwieberinnen.
                    0:44:22–0:44:28
                    Genau, also was ich auch richtig wichtig finde ist diese Frage also was zu knacken
                    0:44:28–0:44:31
                    gilt ist das Geld Gleichsicherheit bedeutet,
                    0:44:32–0:44:36
                    Und dass deswegen so dieses für sich Wirtschaften, möglichst viel Ansparen,
                    0:44:36–0:44:40
                    möglichst viel Arbeiten, dass das so ganz tief eingeschrieben ist in uns.
                    0:44:40–0:44:44
                    Und dass wenn wir da aber mal innehalten und uns fragen, okay,
                    0:44:44–0:44:48
                    was gibt eigentlich wirklich Sicherheit, wenn es mir schlecht geht,
                    0:44:49–0:44:53
                    dann sind das soziale Beziehungen und eine gute Infrastruktur.
                    0:44:53–0:44:57
                    Aber eine gute gesundheitliche Infrastruktur auch im ländlichen Raum,
                    0:44:57–0:45:00
                    eine gute Einkaufs- und Versorgungsinfrastruktur auch im ländlichen Raum,
                    0:45:00–0:45:05
                    eine gute soziale Infrastruktur, wo Menschen einfach Spaß haben.
                    0:45:05–0:45:10
                    Und gerade wenn ich auch an ältere Menschen denke, zu sagen, hey, es geht auch darum,
                    0:45:10–0:45:16
                    die Ältesten wieder mehr zu schätzen und deren Können und Wissen nicht sozusagen
                    0:45:16–0:45:20
                    auf den Alterskompost zu werfen, sondern zu sagen, hey, das ist wichtig.
                    0:45:20–0:45:24
                    Die haben uns was beizubringen, die wollen was beitragen.
                    0:45:26–0:45:30
                    Und so sich klar zu machen, Sicherheit entsteht durch gute, soziale,
                    0:45:30–0:45:34
                    verbindliche, vertrauensvolle Strukturen, in der Menschen einfach füreinander da sind.
                    0:45:35–0:45:39
                    Und das Gemüse im Garten wächst und das Gesundheitskollektiv um die Ecke ist
                    0:45:39–0:45:41
                    und sich mit Widmung kümmern kann.
                    0:45:43–0:45:46
                    Und die Wärme für die Dusche und die Badewanne am Abend aus der Solarthemie
                    0:45:46–0:45:50
                    kommt. Und das Schwimmbad funktioniert, weil es einen tollen Schwimmbadverein gibt.
                    0:45:52–0:45:56
                    Und genau und deine Frage ist ja, wie schaffen wir das denn,
                    0:45:56–0:45:59
                    dass Menschen andere Erfahrungen machen und da bin ich,
                    0:45:59–0:46:05
                    genau, das Stichwort Erfahrungsräume, niedrigschwellig und das hat auch was
                    0:46:05–0:46:09
                    zu tun, da fasse ich mich auch in meine eigene Nase, was ich vorhin schon gesagt
                    0:46:09–0:46:13
                    habe, Kommunikation, wie beschreiben wir Dinge, wie schaffen wir eine einfache
                    0:46:13–0:46:14
                    Sprache, um das zu vermitteln,
                    0:46:15–0:46:19
                    was uns wichtig ist und um an Werte der anderen, also an Werte der Menschen
                    0:46:19–0:46:21
                    anzuknüpfen, die wir erreichen wollen.
                    0:46:21–0:46:24
                    Aber dieses Erfahrungsräume schaffen ist oft was ganz,
                    0:46:25–0:46:28
                    ganz banal ist, was auch an Erfahrungen von Menschen anknüpft.
                    0:46:28–0:46:31
                    Und da kann ich so ein paar Beispiele aus der Fuchsmülle nennen,
                    0:46:31–0:46:35
                    wo Menschen Dinge in die Hand genommen haben, die gut funktionieren.
                    0:46:35–0:46:38
                    Zum Beispiel Apfelsaftpressen.
                    0:46:38–0:46:43
                    Viele Leute haben Äpfel in ihren Gärten stehen und es gibt mobile Saftpressen
                    0:46:43–0:46:47
                    und dieses gemeinsame Erlebnis zu schaffen, dass in einem öffentlichen Raum
                    0:46:47–0:46:51
                    auf dem Marktplatz die Saftpresse steht, alle mit ihren Äpfeln kommen und erleben,
                    0:46:52–0:46:56
                    ich muss ja nicht genau den Saft kriegen, den ich da an Äpfeln abgeliefert habe.
                    0:46:56–0:47:00
                    Es ist toll, dass hier Apfelsaft entsteht und ich nehme einfach so viel mit, wie ich brauche.
                    0:47:00–0:47:05
                    Das ist eine Lernerfahrung, wo es darum geht, beizutragen und das zu bekommen, was ich möchte.
                    0:47:06–0:47:10
                    Oder Kleidertauschparty, gerade erst letztes Wochenende zu sehen. Ah ja.
                    0:47:11–0:47:17
                    Leute haben Klamotten über, das Thema Klamotten ist eh auch ein unfassbares, großes Thema.
                    0:47:18–0:47:22
                    Und sagen, hey, lass uns Klamotten wertschätzen, wenn wir sie nicht mehr tragen,
                    0:47:22–0:47:24
                    lass sie uns tauschen, da fließt kein Geld.
                    0:47:25–0:47:29
                    Sondern sie sollen einfach dort landen, wo sie noch geliebt und genutzt werden.
                    0:47:29–0:47:33
                    Und lass uns nebenbei noch ein Repair-Kaffee machen, wo Lieblingsteile repariert werden.
                    0:47:33–0:47:37
                    Und da die Erfahrung zu machen, dass es Spaß macht und auch da fließt kein Geld.
                    0:47:37–0:47:40
                    Da können Leute gerne eine Spende für den Kuchen da lassen, wenn sie wollen.
                    0:47:40–0:47:46
                    Aber da geht es weg davon, dieses für jenes zu tauschen und auch zu merken,
                    0:47:47–0:47:50
                    Leute trauen sich nicht, sich einen Kuchen und einen Kaffee zu nehmen und fragen
                    0:47:50–0:47:52
                    sofort, ah, wo kann ich das denn bezahlen?
                    0:47:52–0:47:55
                    Und sagen, muss das nicht bezahlen? Da hat jemand Spaß daran gehabt,
                    0:47:55–0:47:56
                    diesen Kuchen für uns zu backen.
                    0:47:56–0:48:00
                    Nimm die einfach und freu dich drüber. und wenn du aber das Projekt hier unterstützen
                    0:48:00–0:48:04
                    willst, hier ist eine Spättenkasse für das Gesamtprojekt, tu es gerne da rein, wir können es brauchen.
                    0:48:04–0:48:09
                    Und da so Erfahrungen zu machen, wo so ein tauschlogikfreies Miteinander funktioniert,
                    0:48:09–0:48:15
                    wo Spaß funktioniert, wo Dinge möglich werden auf einmal und das auch wirklich.
                    0:48:16–0:48:21
                    Auszudehnen und genau, das ist so was, wo ich so denke, in der Richtung viel,
                    0:48:21–0:48:24
                    viel mehr möglich zu machen, dort hinzugehen, wo die Menschen sind.
                    0:48:24–0:48:29
                    Ein Beispiel, weil mir das richtig gelungen war, möchte ich gerne noch einbringen
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                    zum Thema Erfahrungsräume.
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                    Wir haben 2021 in der Fuchsmühle ein Oasenspiel gemacht. Das ist ein Beteiligungsformat,
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                    was über mehrere Tage läuft.
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                    In dem sich eine Gruppe zusammentut und von Haustür zu Haustür läuft und Menschen
                    0:48:45–0:48:49
                    befragt oder auch Menschen auf der Straße befragt, hey, was gefällt dir an diesem Ort?
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                    Was siehst du für Potenziale? Was fehlt dir? Was ist deine Vision?
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                    Was, wenn wir zaubern könnten, was sollte hier entstehen? Und wir haben daraus
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                    so ein großes leerstehendes Schaufenster gestaltet, wo Leute so ihre Träume
                    0:49:02–0:49:05
                    in großen Sprechblasen dann sehen konnten.
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                    Und da ging es um, hey, ich möchte, dass mir mein Schachspielen beibringt.
                    0:49:09–0:49:11
                    Ich wünsche mir ein Nähcafé, ich wünsche mir mehr Kinderbetreuung,
                    0:49:12–0:49:14
                    ich wünsche mir mehr Austausch für ältere Menschen,
                    0:49:14–0:49:19
                    ich wünsche mir, dass jemand mit meinen Kindern das und das macht und zu sehen,
                    0:49:19–0:49:22
                    wow, da gibt es eigentlich ganz viele Wünsche und jetzt braucht es eigentlich nur noch Leute,
                    0:49:23–0:49:27
                    die den Schritt gehen und sagen, okay, da gibt es einen Bedarf,
                    0:49:27–0:49:30
                    ich nehme das in die Hand, dass das organisiert wird.
                    0:49:31–0:49:34
                    Superschön. Auch wenn ich super gerne noch länger über die mentalen Infrastrukturen
                    0:49:34–0:49:35
                    sprechen würde, merke ich.
                    0:49:35–0:49:40
                    Vielleicht nachher nochmal. War das ja aber eine wirklich schöne Überleitung
                    0:49:40–0:49:43
                    zu unserem Projekt, was gerade im MYZELIUM läuft.
                    0:49:43–0:49:48
                    Das Regionalverweberinnen-Projekt, ursprünglich mal Gemeinschaftsgärtnerinnen.
                    0:49:48–0:49:51
                    Wir haben uns jetzt für einen anderen Begriff entschieden, RegionalverweberInnen.
                    0:49:52–0:49:54
                    Also Regionalverweber und RegionalverweberInnen.
                    0:49:54–0:49:59
                    Das ist gefördert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Vielen Dank dafür.
                    0:49:59–0:50:05
                    Und ermöglicht uns eben, dass zwei Menschen, nämlich du und Johanna aus unserem
                    0:50:05–0:50:09
                    Myzelium, sich damit beschäftigen, okay, wie könnte denn,
                    0:50:09–0:50:15
                    Ja, wie könnten denn Menschen in Regionen zu Regionalverweberinnen werden?
                    0:50:15–0:50:20
                    Und vielleicht magst du mal erzählen, was verstehen wir unter Regionalverweberinnen
                    0:50:20–0:50:22
                    und was soll da passieren in diesem Projekt?
                    0:50:23–0:50:28
                    Also ein Ausgangspunkt für die Idee, diese Ausbildung anzubieten,
                    0:50:28–0:50:35
                    war, es gibt die Bedarfe und es gibt die Ideen und es gibt Möglichkeiten, Dinge umzusetzen.
                    0:50:36–0:50:40
                    Aber es fehlt oft sozusagen an dem kleinen Schubs oder vielleicht auch an der
                    0:50:40–0:50:44
                    Unterstützung, dass Menschen, die Kapazitäten haben, wie zum Beispiel auch ältere
                    0:50:44–0:50:48
                    Menschen, wirklich auch ins Tun zu begleiten.
                    0:50:49–0:50:54
                    Und eine zweite Erkenntnis, auf der das Projekt fußt, ist, dass Gemeinschaften
                    0:50:54–0:50:59
                    dann eigentlich vor allen Dingen entstehen, wenn es nicht irgendwie nur einen
                    0:50:59–0:51:01
                    gemeinschaftsgetragenen Bäckereiladen gibt,
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                    sondern wenn das auch ein Ort ist, wo mehr passiert.
                    0:51:05–0:51:10
                    Also wo man hingeht, wo man Leute trifft, wo Veranstaltungen stattfinden,
                    0:51:10–0:51:15
                    also sogenannte dritte Orte, die mehrere Funktionen vereinen und wo Begegnung
                    0:51:15–0:51:18
                    stattfindet, wo Ideen entstehen, also sozusagen der öffentliche Küchentisch.
                    0:51:19–0:51:24
                    Und da gibt es viele, viele Vorbilder für und zu sagen, hey,
                    0:51:25–0:51:32
                    lasst uns schauen, dass wir das ein Stück weit als Blaupause nehmen,
                    0:51:33–0:51:36
                    damit mehr Gemeinschaft entstehen kann und natürlich auch unsere Bio-Läden,
                    0:51:36–0:51:40
                    die wir begleiten, weil dort finden die Menschen auch oft viel Austausch,
                    0:51:40–0:51:43
                    Begleitung und dort entstehen auch Dinge, gerade wenn sie jetzt auch sich mehr
                    0:51:43–0:51:44
                    als Gemeinschaft verstehen.
                    0:51:44–0:51:53
                    Und die Rolle der Regionalverweberin sind eigentlich, das möchte ich auch gerne
                    0:51:53–0:51:55
                    wirklich niedrigschwellig beschreiben,
                    0:51:56–0:52:00
                    es geht darum, dass Menschen erkennen, was fehlt.
                    0:52:01–0:52:05
                    Und dass Menschen Ja sagen dazu, in eine Rolle zu gehen, anzufangen,
                    0:52:05–0:52:08
                    auszuloten, was da möglich ist, zu organisieren.
                    0:52:08–0:52:14
                    Und das heißt, einerseits zu schauen, also wirklich auch auf Menschen zuzugehen,
                    0:52:14–0:52:19
                    Beziehungen zu knüpfen, Räume zu schaffen, Treffen zu organisieren zu einem bestimmten Thema.
                    0:52:19–0:52:22
                    Ich mache jetzt mal ein Fantasiebeispiel.
                    0:52:24–0:52:30
                    Eine Bäckerei in einer kleinen Stadt beschließt zu schließen innerhalb des nächsten Jahres.
                    0:52:31–0:52:36
                    Das finden sich zwei, drei Leute, die sagen, hey, die machen so tolle Croissants.
                    0:52:37–0:52:40
                    Also ohne diese Bäckerei ist das Leben hier nur noch halb so schön.
                    0:52:40–0:52:45
                    Ich möchte diesen Laden gerne unterstützen. Und das könnten dann Regionalverweberinnen
                    0:52:45–0:52:49
                    sein, die einladen, hey, also die zu der Bäckerin gehen und sagen,
                    0:52:49–0:52:51
                    hey, wir wollen dich gerne unterstützen. Die Bäckerin sagt dann,
                    0:52:51–0:52:52
                    ja geil, lass uns das machen.
                    0:52:52–0:52:57
                    Hier ist ein Fonds von der EU, da kann man irgendwie Leute unterstützen lassen finanziell.
                    0:52:58–0:52:59
                    Lass uns einen Antrag schreiben.
                    0:52:59–0:53:02
                    Und dass die dann anfangen, Treffen zu organisieren, Ideen zu entwickeln,
                    0:53:03–0:53:09
                    ein Konzept zu entwickeln und dass diese Bäckerei durch die Arbeit der Regionalverweberinnen
                    0:53:09–0:53:13
                    zu einem dritten Ort wird, der Anlaufstelle ist, wo Veranstaltungen stattfinden, etc.
                    0:53:14–0:53:19
                    Das ist so eine Fantasie dazu und Gemeinschaften können aber überall entstehen.
                    0:53:19–0:53:21
                    Also die können ganz neu entstehen.
                    0:53:22–0:53:27
                    Es können auch Menschen sein, die die Gemeinschaften in den Läden,
                    0:53:27–0:53:30
                    die wir begleitet haben, stärken wollen, die sich darum kümmern,
                    0:53:31–0:53:35
                    dass die Mitglieder von den Bioläden, von den Klöstern,
                    0:53:35–0:53:39
                    die Mitglieder vom Stegreiforchester, also auch so eine Gemeinschaft,
                    0:53:39–0:53:44
                    die ja auch entstanden ist aus bestimmten Gründen, dass die auch anfangen,
                    0:53:44–0:53:48
                    sich mehr als Gemeinschaft zu verstehen, weil oft sind die Ladnerinnen gar nicht
                    0:53:48–0:53:50
                    so stark in der Lage, auch noch die Gemeinschaft gut zu organisieren.
                    0:53:51–0:53:55
                    Oder wie bei uns jetzt im Werra-Meißner-Kreis mit dem Verein WMK Solawi.
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                    Die ganz konkrete Unterstützungsarbeit für die Slavis zu machen,
                    0:54:02–0:54:06
                    indem es Ausbildung gibt für Botschafterinnen, die Mitglieder werben,
                    0:54:06–0:54:10
                    die Öffentlichkeitsarbeit machen, die Verarbeitung anbieten etc.
                    0:54:12–0:54:16
                    Es geht darum, diese Rolle zu stärken, also einerseits Teil von der Struktur
                    0:54:16–0:54:19
                    zu sein, aber auch mit so einem Draufblick von,
                    0:54:19–0:54:25
                    was braucht es, damit der Prozess ins Laufen kommt, Und da wie so eine Art Moderationsrolle,
                    0:54:25–0:54:30
                    Prozessgestaltungsrolle zu übernehmen und da so ein Team für sich aufzubauen,
                    0:54:30–0:54:35
                    was hoffentlich dazu führt, dass wieder mehr Miteinander und Engagement und
                    0:54:35–0:54:38
                    Selbstermächtigung in Orten stattfinden kann.
                    0:54:39–0:54:42
                    Genau und vielleicht ganz konkret, wenn ihr denkt, das hört sich ja gut an,
                    0:54:42–0:54:47
                    das hört sich nach was an, auf das ich Lust habe, dann lade ich euch erstens
                    0:54:47–0:54:50
                    ganz herzlich ein zu MYZELIUM Mitte am 13.
                    0:54:50–0:54:56
                    Mai, Mittwochabend um 20 Uhr. Die Veranstaltung findet ihr auch auf unserer
                    0:54:56–0:54:58
                    Webseite www.MYZELIUM.com.
                    0:54:58–0:55:03
                    Da könnt ihr euch noch mehr dazu informieren, was heißt Regionalverweberin zu
                    0:55:03–0:55:07
                    werden und zu dem Projekt, aber auch zu dem Thema CSX Regionalentwicklung allgemein.
                    0:55:07–0:55:11
                    Werden wir da auch nochmal den Podcast nachbesprechen, den wir gerade aufnehmen.
                    0:55:12–0:55:16
                    Und genau, wir werden auch so Richtung Sommer, Richtung Juni,
                    0:55:16–0:55:21
                    sage ich mal, eine Stellenausschreibung wirklich auf die Webseite setzen und
                    0:55:21–0:55:23
                    verbreiten über den Newsletter und so weiter.
                    0:55:24–0:55:29
                    Also abonniert den, wenn ihr den noch nicht habt, wo wir nach potenziellen Regionalverweberinnen
                    0:55:29–0:55:31
                    suchen für in fünf Regionen.
                    0:55:32–0:55:37
                    Und der Auftakt für diese Regionalverweberinnen-Ausbildung und für den Staat
                    0:55:37–0:55:42
                    sozusagen gemeinsam diese Rolle zu erkunden in den verschiedenen Regionen,
                    0:55:42–0:55:48
                    in einer von uns begleiteten Gruppe und in einer Art Online-Ausbildungsformat,
                    0:55:49–0:55:50
                    aber auch offline, auch vor Ort natürlich.
                    0:55:50–0:55:56
                    Natürlich der Auftakt für diese Lernreise, für diese gemeinsame, wird der 18. bis 20.
                    0:55:56–0:56:02
                    September sein, auf unserem Ökosystemtreffen, was wir auch schon einigermaßen geplant haben.
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                    Genau, Karin, vielleicht kannst du da auch noch, weil Karin organisiert auch
                    0:56:06–0:56:08
                    dieses Treffen für den MYZELIUM Ökosystemverein.
                    0:56:09–0:56:12
                    Genau, vielleicht kannst du da schon mal sagen, was ist denn schon bekannt, was wird da passieren?
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                    Also was wir da vorhaben, ist, dass wir uns gedacht haben, wir wollen innerhalb
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                    von Mezellum und innerhalb vom Ökosystem in dieser ganzen bundesweiten Struktur,
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                    wo es ja auch das CSX-Netzwerk gibt, wo es bald die Stiftung gibt,
                    0:56:31–0:56:36
                    die Stiftung Gemeinschaftsgetragen, wo es viele regionale Initiativen gibt, zu sagen, hey,
                    0:56:36–0:56:42
                    lasst uns CSX wirklich mal in so einer regionalen Praxisperspektive anschauen.
                    0:56:42–0:56:44
                    Also was passiert konkret vor Ort?
                    0:56:44–0:56:49
                    Das heißt, wir werden ein Format haben, wo wir anders als sonst tatsächlich
                    0:56:49–0:56:53
                    einen Tag lang uns hier konkrete Projekte anschauen.
                    0:56:54–0:57:00
                    Eins davon wird die Fuchsmühle sein, wo wir das, was ich am Anfang geschrieben
                    0:57:00–0:57:05
                    habe, die Commons-Struktur und den Commons-Verbund uns anschauen.
                    0:57:05–0:57:13
                    Der zweite Ort wird sein das Intercom-Netzwerk, weil es in Nordhessen Kommunen gibt,
                    0:57:13–0:57:19
                    die schon seit 30, 40 Jahren existieren und die schon längst verstanden haben,
                    0:57:19–0:57:22
                    dass es total sinnvoll ist, die eigenen Strukturen, also die haben auch alle
                    0:57:22–0:57:27
                    eigene Betriebe, viel auch im landwirtschaftlichen Bereich, aber auch in der Pflege und im Handwerk.
                    0:57:28–0:57:32
                    Dass es sich darum geht, sich an zu gucken, okay, was machen die eigentlich,
                    0:57:32–0:57:35
                    wie sorgen die eigentlich in einer,
                    0:57:36–0:57:38
                    kommensbasierten, beitragenden Haltung, fürsorgenden Haltung,
                    0:57:38–0:57:44
                    dafür die Bedarfe innerhalb dieser ganzen Gemeinschaften miteinander auch zu versorgen.
                    0:57:46–0:57:51
                    Genau. Ich habe noch eine Ergänzung zu den Rollen der Regionalverweberinnen,
                    0:57:51–0:57:55
                    damit es nicht so eingegangt ist, das würde ich gerne noch hinten dran hängen, also genau, es geht,
                    0:57:55–0:58:00
                    Ich habe jetzt das eine Beispiel benannt, dieses Café oder die Gemeinschaften in den Bioläden.
                    0:58:01–0:58:05
                    Es kann aber auch um etwas ganz anderes gehen.
                    0:58:05–0:58:09
                    Es kann darum gehen, einen eigenen Dorfladen aufzumachen, einen Hof zu beleben
                    0:58:09–0:58:11
                    oder einen Pflegebauernhof draus zu machen.
                    0:58:11–0:58:15
                    Es geht aber auch um Strukturen, in denen wir noch nicht so stark drin sind.
                    0:58:15–0:58:21
                    Und zum Beispiel auch kirchliche Strukturen mehr einzubinden oder auch das Dorfgemeinschaftshaus
                    0:58:21–0:58:23
                    wieder zu beleben als dritten Ort.
                    0:58:24–0:58:28
                    Und da auch mal so ein bisschen aufmerksamer und spüriger zu sein,
                    0:58:29–0:58:32
                    was eigentlich jenseits der Bubble passiert an Gemeinschaftsbildung,
                    0:58:32–0:58:34
                    wie sich diese Strukturen auch besser verweben können,
                    0:58:34–0:58:36
                    weil es letzten Endes ja um die
                    0:58:36–0:58:40
                    Menschen geht, die halt nicht nur in der Solabi und in der Kirche sind,
                    0:58:40–0:58:44
                    sondern halt auch die, die vielleicht bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im
                    0:58:44–0:58:48
                    Schwimmbadverein aktiv sind und da zu schauen, was geht da.
                    0:58:48–0:58:52
                    Also heißt, ihr müsst kein sozial-ökologischer Aktivist sein,
                    0:58:52–0:58:57
                    Das ist nicht das Qualitätskriterium, das Eintrittskriterium, sondern die Grundlage,
                    0:58:57–0:59:00
                    um Regionalverweber, Regionalverweberin zu werden, wäre,
                    0:59:00–0:59:04
                    okay, ich habe Lust zu entdecken, was eigentlich fehlt in meiner Region oder
                    0:59:04–0:59:07
                    auch vielleicht eine Empörung darüber, was es alles schon nicht mehr gibt in
                    0:59:07–0:59:13
                    der Region und gerne aus allen möglichen, ich nenne es jetzt mal traditionelleren Vereinen,
                    0:59:13–0:59:19
                    Vereinigungen, Organisationen, wie zum Beispiel der Kirche oder dem Schwimmbadverein
                    0:59:19–0:59:24
                    in Neudenau, wo ich regelmäßig ja campen gehe und den Silke Helfrich ja auch
                    0:59:24–0:59:27
                    genau beschrieben hat in ihrem Comments-Buch. Genau, Grüße auch dahin.
                    0:59:29–0:59:33
                    Genau, also meldet euch gerne bei uns, kommt zum MYZELIUM Mitte,
                    0:59:33–0:59:37
                    wenn es euch interessiert, abonniert den Newsletter, dann verpasst ihr auf jeden
                    0:59:37–0:59:38
                    Fall diese Ausschreibung nicht
                    0:59:38–0:59:43
                    und merkt euch schon mal das Datum für das Ökosystemtreffen 18. bis 20.
                    0:59:44–0:59:47
                    September in der Wegwarte in Nordhessen.
                    0:59:48–0:59:51
                    Karin, letzte Worte und dann kommen wir zum Abschluss.
                    0:59:52–0:59:57
                    Genau, als es darum ging, was sind die Voraussetzungen, die wir nicht mehr haben,
                    0:59:57–0:59:59
                    die es vielleicht vor 10, 20 Jahren noch gab.
                    0:59:59–1:00:02
                    Und ich würde es anders formulieren, als ich es gesagt habe vorhin.
                    1:00:02–1:00:05
                    Also sozusagen Voraussetzungen, die wir nicht mehr haben, ist,
                    1:00:05–1:00:09
                    dass wir in einer friedlichen Welt leben, dass wir sichere Lieferketten haben,
                    1:00:09–1:00:15
                    sichere Handelsbeziehungen, dass wir planbare Ernten haben und verfügbares und billiges Öl und Gas.
                    1:00:15–1:00:21
                    Das sind alles Voraussetzungen, die kippen gerade und deswegen ist es so wichtig
                    1:00:21–1:00:27
                    zu schauen, wie können wir klügere, vernetztere Versorgungsstrukturen aufbauen,
                    1:00:27–1:00:29
                    die mit dieser Situation klug umgehen.
                    1:00:30–1:00:33
                    Ja, und vielleicht sind es aber auch ganz gute Schlussworte,
                    1:00:33–1:00:35
                    weil darum geht es ja am Ende.
                    1:00:35–1:00:40
                    Also genau, ich glaube, die allermeisten von uns wollen irgendwie ein gutes
                    1:00:40–1:00:47
                    Leben umgeben von Natur, die trägt und die lebendig ist. Keiner hat Lust,
                    1:00:47–1:00:48
                    diese absterbenden Wälder zu sehen.
                    1:00:49–1:00:52
                    Keiner hat Lust, dass die Ernte hier nicht mehr funktioniert auf dem Feld.
                    1:00:52–1:00:55
                    Keiner hat Lust, dass es keine Tiere und Insekten mehr gibt.
                    1:00:56–1:01:02
                    Und genau, also ich glaube, wir könnten uns eigentlich relativ schnell darauf
                    1:01:02–1:01:06
                    einigen, was es braucht und gleichzeitig sind halt diese das,
                    1:01:06–1:01:11
                    wie wir denken, dahin zu kommen, ist halt so verkorkst durch wirklich Jahrzehnte von,
                    1:01:12–1:01:19
                    ja, von Einübung, von Denk- und Handelsmustern, die einfach nur wehtun,
                    1:01:20–1:01:24
                    wenn man sie sich irgendwie mal ein bisschen von außen anschaut und vielleicht eine.
                    1:01:26–1:01:32
                    Zum Schluss noch augenöffnende Beschreibung aus dem Artikel,
                    1:01:32–1:01:36
                    aus einem Artikel von Ilona, der uns gerade zugestellt wurde,
                    1:01:36–1:01:40
                    den ich auch verlinken würde in den Shownotes hier unten, ist dieses,
                    1:01:41–1:01:47
                    Ja, dieser Bezug zum Geld, diese Tauschlogik im Gegensatz zur gemeinschaftsbasierten
                    1:01:47–1:01:49
                    Logik, weil man könnte ja sagen, ja okay,
                    1:01:50–1:01:54
                    der Markt regelt das, das macht halt keinen Sinn, das regional zu organisieren,
                    1:01:54–1:01:58
                    wir lassen das jetzt globalisiert und das wird schon Sinn machen.
                    1:01:58–1:02:03
                    Aber wie wenig Sinn das macht, merkt man an dieser einen schönen Beschreibung,
                    1:02:03–1:02:05
                    die sie da so vorgebracht hat.
                    1:02:05–1:02:08
                    Nämlich es stehen, du bist eine Bäckerin, du hast ein Brot, du hast ein Brot
                    1:02:08–1:02:12
                    gebacken, weil wir ja gerade auch die guten Croissants hatten.
                    1:02:13–1:02:16
                    Und du willst sie natürlich Menschen geben, weil du hast sie ja gebacken,
                    1:02:17–1:02:19
                    du kannst nicht alle Croissants selber essen, sondern du hast sie gebacken,
                    1:02:19–1:02:21
                    damit Menschen sie genießen können.
                    1:02:22–1:02:26
                    Und jetzt ist die Frage, wie kriegst du diese Croissants an die Menschen?
                    1:02:26–1:02:31
                    Und dann stehen da drei Menschen vor dir. Der eine hat einen dicken Wanst und
                    1:02:31–1:02:36
                    ganz viele Croissants schon zu Hause liegen und auch ganz viel Geld und kann
                    1:02:36–1:02:38
                    dir noch mehr Geld dafür geben, um noch mehr Croissants zu kaufen.
                    1:02:38–1:02:43
                    Der zweite hat ein bisschen was, aber hat auch ein bisschen Geld und würde sich
                    1:02:43–1:02:45
                    auch über die Croissants freuen.
                    1:02:45–1:02:48
                    Und der dritte Mensch hat noch nie in seinem Leben ein Croissant gegessen,
                    1:02:48–1:02:50
                    hat nichts zu essen und kein Geld.
                    1:02:51–1:02:55
                    Und das Denkmuster und das Handlungsmuster, in dem wir so drinstecken,
                    1:02:55–1:02:58
                    ist, dass unser System uns dazu verleitet und anleitet,
                    1:02:59–1:03:03
                    diese Grandsense am ehesten dem Menschen zu geben, der eigentlich schon viel
                    1:03:03–1:03:06
                    zu viel hat, der die auch gar nicht mehr wertschätzen kann, aber der halt uns
                    1:03:06–1:03:07
                    am meisten Geld dafür gibt.
                    1:03:12–1:03:17
                    Und der soziale Impuls, der, glaube ich, in den allermeisten von uns Menschen
                    1:03:17–1:03:20
                    drinsteckt, außer wir haben sie in uns wirklich massiv abtrainiert,
                    1:03:20–1:03:23
                    um erfolgreich zu sein in dem jetzigen System,
                    1:03:23–1:03:26
                    ist, dass wir eben die Konzerns den Menschen geben wollen, der am meisten Freude
                    1:03:26–1:03:29
                    daran hat und der sie am ehesten braucht, nämlich den Menschen,
                    1:03:29–1:03:33
                    der kein Geld hat und der noch nie Konzerns gegessen hat.
                    1:03:33–1:03:39
                    Und ich glaube, das ist der große Unterschied von dieser Reziprozität,
                    1:03:39–1:03:44
                    also diesem Geben und Nehmen, dem gemeinschaftsbasierten Beitragen und dem bedürfnisorientierten
                    1:03:44–1:03:48
                    Nehmen und dieser Tauschlogik, in der wir so sehr drinstecken.
                    1:03:49–1:03:53
                    Und ich glaube, das Menschen begreiflich zu machen, was wir hier aufbauen,
                    1:03:53–1:03:54
                    das ist das Allerschwierigste.
                    1:03:55–1:04:00
                    Und das Zweitschwierigste ist dann, sie dazu einzuladen, es anders zu machen.
                    1:04:00–1:04:04
                    Ich war letztens, noch eine letzte Anekdote, ich war an der Waldorfschule und
                    1:04:04–1:04:05
                    da gab es ein Spendenbuffet.
                    1:04:05–1:04:10
                    Es gab also ein reichliches Buffet mit Limonade und mit einem selbstgebrachten
                    1:04:10–1:04:11
                    Fingerfood und so weiter.
                    1:04:11–1:04:15
                    Und dann standen da Leute, die haben dieses Essen verteilt. Man hätte es sich
                    1:04:15–1:04:16
                    aber auch einfach nehmen können.
                    1:04:17–1:04:20
                    Also, aber es war so nicht vorgesehen und es war spendenbasiert.
                    1:04:21–1:04:23
                    Heißt, was ich gemacht habe, ist, ich habe einen 20-Euro-Schein genommen,
                    1:04:23–1:04:27
                    ist in die Kasse gesteckt und dann halt den Leuten gesagt, was ich gerne hätte.
                    1:04:28–1:04:33
                    Und das war aber total voll, alle waren am Buffet, da war total viel los und
                    1:04:33–1:04:36
                    das hat keiner mitbekommen, wie ich dieses Geld da reingesteckt habe.
                    1:04:36–1:04:40
                    Und ich habe mir da reichlich aufgeladen und gesagt, davon noch was und davon
                    1:04:40–1:04:43
                    noch was. Und dann deine Spende.
                    1:04:43–1:04:45
                    Dann habe ich gesagt, ich habe schon gespendet.
                    1:04:45–1:04:48
                    Ihr habt das schon da reingetan. Und dann haben sie gesagt, ja,
                    1:04:48–1:04:53
                    aber nee, hier so 2 Euro für den und 3 Euro für den ist die Spendempfehlung
                    1:04:53–1:04:55
                    und so 3 Euro für die Limo ist die Spendempfehlung.
                    1:04:56–1:04:58
                    Ja, und ich habe gesagt, ja, ihr habt da 20 Euro gerade rein.
                    1:04:58–1:05:01
                    Das sollte dicke langen für alles, was ich da auf meinem Teller habe.
                    1:05:02–1:05:05
                    Das ist sogar mehr, als ich spenden müsste, in Anführungszeichen.
                    1:05:06–1:05:10
                    So, und dann habe ich da mit denen rumgezuchtelt. Aber da habe ich so gemerkt, okay, selbst die,
                    1:05:10–1:05:15
                    die so ein Spendenbuffet machen, sind so stark in dieser Tauschlogik drin,
                    1:05:15–1:05:20
                    dass ich nicht die Fülle des Buffets genießen kann und dass sie nicht die Fülle
                    1:05:20–1:05:22
                    meines Beitrags genießen können.
                    1:05:22–1:05:25
                    Und das ist so ad absurdum geführt. Und ich glaube, das ist echt so ein Kern,
                    1:05:26–1:05:28
                    den wir wieder erfahren dürfen gemeinsam, diese Fülle.
                    1:05:29–1:05:34
                    Wenn jeder nimmt, was er braucht und gibt, was er oder sie kann, dann ist da eine Fülle.
                    1:05:34–1:05:38
                    Und das haben wir sozusagen so in dieser ganzen Knappheitserzählung des Geldes
                    1:05:38–1:05:39
                    haben wir so ein bisschen verlernt zu sehen.
                    1:05:39–1:05:46
                    Und das ist, glaube ich, dieser Knoten, den wir knacken dürfen gemeinsam in
                    1:05:46–1:05:49
                    der CSX-Gemeinschaftsbasierten Regionalentwicklung.
                    1:05:49–1:05:53
                    Was passiert denn, wenn wir anfangen, wieder die Fülle zu sehen?
                    1:05:55–1:06:01
                    Und damit beenden wir vielleicht dieses spannende Gespräch, diesen spannenden Podcast.
                    1:06:01–1:06:07
                    Ich fand es sehr reich an Erkenntnissen und an Projekten, die da schon passieren
                    1:06:07–1:06:12
                    da draußen. und genau, freue mich, dass wir da diesen Weg gemeinsam gehen, Karin.
                    1:06:13–1:06:19
                    Und jetzt gebe ich dir nochmal zum Abschluss das Wort, vielleicht was du noch loswerden willst.
                    1:06:20–1:06:24
                    Ja, ich würde zum Abschluss tatsächlich gerne diese Perspektive der Fülle und
                    1:06:24–1:06:25
                    der Lebensdienlichkeit,
                    1:06:27–1:06:31
                    Ich bin großer Fan von Robin Wall Kimmerer, die sagt, okay, im Grunde ist die
                    1:06:31–1:06:35
                    Natur eine große Schenkeökonomie.
                    1:06:35–1:06:39
                    Es ist eigentlich alles in Fülle da und es gibt die Möglichkeit,
                    1:06:39–1:06:45
                    wieder Beziehungen herzustellen, um in dieser Fülle leben zu können und wieder das zu lernen,
                    1:06:46–1:06:52
                    wie ein gesundes, langfristig lebensfähiges Miteinander und Wirtschaft und wie
                    1:06:52–1:06:54
                    eine Versorgung wirklich aussehen kann.
                    1:06:54–1:06:57
                    Und solche Prozesse zu gestalten, ist jetzt dran.
                    1:06:58–1:07:01
                    Und es gibt da einfach schon ganz viel. Und das ist das, was mich angesichts
                    1:07:01–1:07:05
                    der aktuellen Situation echt über Wasser hält und mir Hoffnung gibt,
                    1:07:05–1:07:08
                    dass viele Menschen kapieren, worum es hier geht und sich auf den Weg machen,
                    1:07:08–1:07:13
                    Dinge zu organisieren, ohne zu wissen, wie es geht, aber mit ganz viel Lust, das herauszufinden.
                    1:07:14–1:07:17
                    Danke, Karin, dass du da warst. Danke, ihr Lieben, dass ihr zugehört habt.
                    1:07:18–1:07:22
                    Werdet mit Zillium Fördermitglied, falls ihr es noch nicht seid und gerne auch,
                    1:07:22–1:07:24
                    was ich jetzt von anderen Podcastern gehört habe, gelernt habe,
                    1:07:25–1:07:29
                    liked unseren Podcast auf den Plattformen, wo ihr ihn schaut.
                    1:07:29–1:07:32
                    Also, weißt du, man kann den abonnieren und liken und wie auch immer,
                    1:07:32–1:07:35
                    verteilt den weiter, damit wir mehr Reichweite,
                    1:07:36–1:07:41
                    erzielen, dass mehr Menschen von uns mitbekommen und mehr Menschen in die Fülle,
                    1:07:41–1:07:45
                    in die Handlungsfähigkeit und in die Selbstwirksamkeit finden,
                    1:07:46–1:07:48
                    in die Freiheit und in die Fülle.
                    1:07:48–1:07:52
                    Das war's von uns. Bis zum nächsten Mal und tschüss. Danke fürs Zuhören.
                    1:07:55–1:07:59
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                    1:07:59–1:08:04
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                    1:08:04–1:08:09
                    MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
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                    Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                    1:08:14–1:08:17
                    Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                    1:08:17–1:08:21
                    für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                    1:08:21–1:08:25
                    hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

                    The post MP111 – Wirtschaften als Krisenvorsorge – Wie gemeinschaftsbasierte Regionalentwicklung uns gegen Krisen schützt appeared first on MYZELIUM.

                    1 hr 9 min
                  • MP110 -  Das Mensch-Tier-Natur-Portal: Wirtschaften in Verbundenheit mit der lebendigen Mitwelt

                      Was wäre, wenn Wirtschaften nicht länger bedeutet, Natur in Ressourcen und Beziehungen in Dienstleistungen umzuwandeln – sondern wenn ein Ort in der Stadt zeigt, dass es auch anders geht?
                      In dieser Folge sprechen wir über einen Ort in Göttingen, der seit mehr als 20 Jahren beweist, dass Verbundenheit mit Tieren und Natur keine romantische Idee ist, sondern eine tragfähige Grundlage für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften. Hannah Heller ist im Gespräch mit Helgard Greve, Gründerin des Mensch-Tier-Natur-Portals – einem lebendigen Ort, an dem Pferde, Esel und Menschen gemeinsam leben, Pferdeäpfel zu kostbarer Terra Preta werden und Tierpatenschaft zur Form solidarischer Mitverantwortung wird.
                      Helgard wird vom MYZELIUM begleitet und erzählt, wie sie Beitragslogik statt Preise, Patenschaft statt Kundschaft und Gemeinschaft als Fundament in die Praxis bringt – und was Pferde ihr dabei beigebracht haben, loszulassen.

                      Link: www.mensch-tier-natur-portal.de

                      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                      Transkription

                      0:00:10–0:00:15
                      Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
                      0:00:15–0:00:18
                      Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                      0:00:18–0:00:21
                      Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
                      0:00:21–0:00:23
                      Und dieser Podcast unterstützt dich
                      0:00:23–0:00:27
                      dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                      0:00:27–0:00:31
                      Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                      0:00:31–0:00:36
                      und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
                      0:00:36–0:00:39
                      Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                      0:00:49–0:00:57
                      Ja, herzlich willkommen zur Folge 110, heute mit Helgert Gräbe und zum Projekt
                      0:00:57–0:00:59
                      Mensch-Tier-Naturportal.
                      0:00:59–0:01:03
                      Ich freue mich sehr, dass du da bist, Helgert, dass du mein Gast heute bist. Hi, willkommen.
                      0:01:04–0:01:06
                      Hi, hallo Hanna.
                      0:01:08–0:01:11
                      Hi, heute wird es ja um dein Projekt gehen, was wir gemeinsam entwickeln.
                      0:01:11–0:01:16
                      Ein Projekt, was in Göttingen-Geismar stattfindet. Deshalb für alle,
                      0:01:16–0:01:22
                      die in der Nähe von Göttingen oder direkt in Geismar leben, spitzt die Ohren.
                      0:01:22–0:01:26
                      Es hat sich eigentlich entwickelt aus, also es ist unter dem Dach der Transition
                      0:01:26–0:01:28
                      Town-Initiative Göttingen im Wandel.
                      0:01:29–0:01:34
                      Und es geht um Humus, es geht um die Natur als Mitfeld.
                      0:01:34–0:01:39
                      Es geht um Tiere, um Pferde und Esel, aber auch um alles, was kreucht und fleucht
                      0:01:39–0:01:41
                      so im Boden und in der Luft und um uns herum.
                      0:01:42–0:01:46
                      Und es geht auch um uns Menschen und unseren Platz darin.
                      0:01:47–0:01:50
                      Aber bevor ich alles verrate, freue ich mich erstmal von Helgert selbst zu hören.
                      0:01:50–0:01:55
                      Helgert, erzähl doch mal ein bisschen, wer bist du und was machst du denn so in deinem Leben?
                      0:01:56–0:01:58
                      Was sind so deine Leidenschaften? Das ist jetzt eine große Frage,
                      0:01:58–0:02:00
                      weil Helgert schon einiges hinter sich hat.
                      0:02:00–0:02:04
                      Aber vielleicht, genau, fängst du mal an zu erzählen, wo du erzählen magst.
                      0:02:04–0:02:09
                      Ja, genau, eine große Frage. Aber ich sage mal so Kernsachen.
                      0:02:09–0:02:16
                      Also ich bin aufgewachsen in Hamburg in so einer langweiligen Wohnblock-Situation
                      0:02:16–0:02:20
                      und hatte eigentlich immer die Sehnsucht nach Natur.
                      0:02:21–0:02:25
                      In den Ferien immer bei meiner Tante, da war es auf dem Land und da gab es eine
                      0:02:25–0:02:29
                      Katze und da gab es Tiere und da gab es einen Garten und so.
                      0:02:29–0:02:35
                      Und ich habe mir schon als Kind, habe ich mir damals von meiner Tante immer
                      0:02:35–0:02:39
                      in so einem Blumentopf einfach mal so Erde mitgenommen und einfach in Hamburg
                      0:02:39–0:02:43
                      auf ein Fensterbrett gestellt, zu gucken, was da rauskommt.
                      0:02:43–0:02:48
                      Und weil ich, als wenn ich da so ein Stück Natur mit nach Hause genommen hätte
                      0:02:48–0:02:50
                      in meine langweilige Welt.
                      0:02:52–0:02:57
                      Und eigentlich ist das das Thema, was mich die ganze Zeit so begleitet.
                      0:02:58–0:03:01
                      Und das ist schon eine lange Zeit, weil ich bin schon über 70.
                      0:03:03–0:03:09
                      Und wenn ich so gefragt werde, was ist das eigentlich, was möchtest du der Welt
                      0:03:09–0:03:14
                      geben? Und dann würde ich sagen, mehr in die Lebendigkeit zu kommen,
                      0:03:14–0:03:15
                      mehr aus der Erstarrung heraus.
                      0:03:16–0:03:21
                      Also als Kind habe ich mich oft so erstarrt gefühlt und als wäre ich so versteinert
                      0:03:21–0:03:24
                      und als wäre die Natur woanders.
                      0:03:25–0:03:34
                      Und da möchte ich immer, oder ich komme, ich in meinem Leben komme halt immer mehr da rein,
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                      das zu fühlen, dass ich lebendig bin und dass ich ein Teil von dieser ganz großen
                      0:03:39–0:03:42
                      Lebendigkeit bin, die um mich herum überall ist und,
                      0:03:43–0:03:49
                      Darum geht es mir auch. Das möchte ich auch der Welt geben, da immer mehr einzusteigen.
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                      Ich bin Sozialpädagogin und habe viel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet
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                      und in der Beratungsstelle und habe viele Sachen gemacht.
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                      Und irgendwann habe ich mir dann ein Pferd, also ja,
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                      ein Pferd als Fohlen zugelegt, weil ich da so, ich wollte gerne die Verkehrssituation
                      0:04:14–0:04:17
                      verändern. Aber das ist ein weites Feld.
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                      Ich bin mit dem Kutsche gefahren und so.
                      0:04:20–0:04:25
                      Und ich hatte ja gar keine Ahnung von Pferden und bin da aber reingekommen.
                      0:04:25–0:04:28
                      Und dann hat sich das weiterentwickelt.
                      0:04:28–0:04:35
                      Jetzt habe ich einen Hof, das Mensch-Tier-Naturportal und da leben zwei Esel
                      0:04:35–0:04:43
                      und drei Pferde und ich biete jetzt schon seit längerer Zeit da mit den Tieren
                      0:04:43–0:04:45
                      so Erlebnisangebote an.
                      0:04:45–0:04:49
                      Man kann da, früher konnte man noch Kutsche fahren mit mir, das mache ich jetzt
                      0:04:49–0:04:50
                      nicht mehr aus verschiedenen Gründen.
                      0:04:51–0:04:58
                      Man kann jetzt mit den Eseln wandern, man kann so Kurse zur Begegnung mit den Tieren machen,
                      0:04:58–0:05:09
                      die Körpersprache erfahren und die kostbaren Pferdeäpfel, die verwandeln wir in Terra Preta.
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                      Ja, und das ist auch ein, das ist tatsächlich,
                      0:05:13–0:05:16
                      also da habe ich mir den Blumentopf als Kind mit nach Hause genommen,
                      0:05:17–0:05:18
                      das mache ich immer noch,
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                      dass ich diese Erde, Erde ist sowas, also ich mag auch gerne Erde anschassen,
                      0:05:23–0:05:27
                      also Erde ist auch wirklich meine Leidenschaft und wer da alles drin lebt,
                      0:05:27–0:05:31
                      das ist irre und damit habe ich mich auch schon mal öfter beschäftigt.
                      0:05:33–0:05:38
                      Und Erde ist ja auch was ganz Lebendiges. Du hast das in der Hand und da sind
                      0:05:38–0:05:40
                      Milliarden von kleinen Tierchen drin.
                      0:05:40–0:05:47
                      Und wenn sie denn gesund ist und in der, die man jetzt meistens auf den Ackern
                      0:05:47–0:05:49
                      findet, ist das eben nicht mehr der Fall.
                      0:05:50–0:05:55
                      Genau, das können wir wieder beleben. Soweit erstmal.
                      0:05:55–0:06:02
                      Ja, das war jetzt ein kleiner Ausflug schon und ein kleiner Ausblick auf die Projekte auch.
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                      Genau, wir sind uns zum ersten Mal begegnet, du dem MYZELIUM,
                      0:06:08–0:06:13
                      weil ihr das Projekt Solidarische Humuswirtschaft in Göttingen gestartet hat,
                      0:06:13–0:06:17
                      was ich so auch noch nicht an anderer Stelle irgendwie gehört oder irgendwie
                      0:06:17–0:06:20
                      mitbekommen habe, dass es keine solidarische Landwirtschaft,
                      0:06:20–0:06:23
                      sondern eine solidarische Humuswirtschaft gibt.
                      0:06:24–0:06:27
                      Und vielleicht magst du mal von diesem Projekt im Speziellen ein bisschen erzählen,
                      0:06:28–0:06:33
                      wie ist das entstanden damals und um was ging es da, genau, oder um was geht es da auch noch?
                      0:06:33–0:06:36
                      Also jetzt nochmal ganz kurz zu meiner Geschichte. Offenmals ist so ein Satz
                      0:06:36–0:06:40
                      wirklich ausschlaggebend dafür, dass ich dann viel später in meinem Leben was damit gemacht habe.
                      0:06:40–0:06:44
                      Ich habe irgendwann mal gelesen, mit Pferdeäpfeln kann man Wüsten zurückgewinnen.
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                      Zack, das hat sich in mich eingesetzt und ich hatte dann schon eine Weile meine
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                      Tiere und habe immer schon fleißig die Scherdeäpfel gesammelt und kompostiert und dann,
                      0:06:56–0:07:00
                      da habe ich jedenfalls zum ersten Mal von Thera Preta gehört und mich damit
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                      beschäftigt und dann haben wir von Göttingen im Wandel so eine Wirkgruppe gegründet.
                      0:07:05–0:07:11
                      Also Wirkgruppe, wir haben gewirkt, wir sagen dann nicht Arbeitsgruppe, sondern Wirkgruppe.
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                      Wir haben also eine Wirkgruppe zu Terra Preta gegründet und haben dann angefangen
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                      auszuprobieren, wie das geht und ob da nun Erde rauskommt. Und erst hat das
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                      gar nicht gut geklappt und haben es immer weiter probiert.
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                      Und dann kam vom Bundesumweltministerium so ein Aufruf, Bottom-up-Projekte.
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                      Und da gab es richtig Gelder zu beantragen für so Projekte.
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                      Und das haben wir gemacht und
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                      das hat geklappt. Wir haben da richtig Geld gekriegt für zwei Jahre lang,
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                      um dieses Projekt aufzubauen und haben das auch genutzt, um so eine Infrastruktur
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                      zu erstellen und konnten auch Helfer einstellen und Fachleute,
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                      also wir hatten ja gar nicht so viel Ahnung.
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                      Und die uns da zur Hand gehen und haben tatsächlich dann Verfahren herausbekommen,
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                      wie wir aus den Pferdeäpfeln und Pflanzenkohle und Steinmehl und Grünschnitt
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                      und effektiven Mikroorganismen und einem Verfahren, was zwei Stufen hat und so weiter,
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                      wie wir da so eine richtig gute Schwarzerde herstellen.
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                      Und wir haben das immer weiterentwickelt und es wird immer besser,
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                      wir machen noch andere Sachen dazu.
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                      Und das ist jetzt acht Jahre, seit acht Jahren, das ist acht Jahre her.
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                      Und genau. Und dann haben wir eben auch das abgeguckt von der solidarischen
                      0:08:39–0:08:42
                      Landwirtschaft, dass wir dachten, wenn wir jetzt diese tolle Erde haben,
                      0:08:42–0:08:44
                      dann wollen wir das auch verteilen.
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                      Und nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und haben auch eine Gruppe
                      0:08:49–0:08:52
                      von 30 Leuten, das ging relativ leicht,
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                      die kamen auch zusammen und haben auch bei Aktionen immer so mitgeholfen,
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                      weil wenn man so größere Aktionen macht, um die Erde aufzubauen,
                      0:08:59–0:09:01
                      dann braucht man viele Leute.
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                      Und das waren immer so nette Aktionen und so machen wir es auch weiter, seit acht Jahren.
                      0:09:07–0:09:07
                      Genau.
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                      Und es gibt so 30 Menschen, die sich einmal im Monat etwa, also nur damit ihr
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                      eine Vorstellung bekommt, wie umfangreich das ist, so 30 Liter Erde sich abholen können.
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                      Die kommen dann mit ihren Eimern vorbei, schaufeln sich die Eimer voll mit toller
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                      Humuserde und bringen die in ihren Gärten aus und beleben dadurch wieder,
                      0:09:31–0:09:34
                      also ja, tragen dazu bei, dass Boden fruchtbar wird.
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                      Und also ich kriege ja meine Erde, wenn ich hier meinem Garten mal wieder versuche
                      0:09:39–0:09:42
                      aufzupäppeln, was auch selten genug vorkommt.
                      0:09:42–0:09:47
                      Aber muss ich tatsächlich ins Bauhaus, fahre ich dann oder in so ein Gartencenter
                      0:09:47–0:09:53
                      und hole mir dann in Plastik verpackt diese Erde, wo man dann irgendwie darauf achten muss.
                      0:09:53–0:09:55
                      Ist da Torf drin oder ist da kein Torf drin?
                      0:09:56–0:09:59
                      Genau. Also woher kommt die Erde? Wie ist die überhaupt aufbereitet?
                      0:09:59–0:10:04
                      Was wurde davon genutzt oder was würde dafür auch vielleicht zerstört,
                      0:10:04–0:10:08
                      weil man, glaube ich, auch gar nicht den Überblick hat, bei so einer normalen
                      0:10:08–0:10:11
                      Bauhauserde, wie ist die überhaupt entstanden?
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                      Und es fühlt sich auch so ein bisschen, also es fühlt sich ehrlich gesagt total
                      0:10:15–0:10:20
                      entfremdet an, so eine Erde in so einem Plastiksack zu holen und dann weiß ich wieder auszuschütten.
                      0:10:20–0:10:24
                      Deshalb finde ich das mega. Und vielleicht auch noch dazu gesagt,
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                      wir reden ja hier auch gerne über das Geld in diesem Podcast.
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                      Was bezahlen denn eure Mitglieder als Richtwert in der solidarischen Humuswirtschaft?
                      0:10:32–0:10:38
                      Also bisher bezahlen die 13 Euro Richtwert für 30 Liter.
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                      Also 13 Euro im Monat für 30 Liter.
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                      Ja, das ist schon Wahnsinn, ne? Weil so ein 10-Liter-Sack im Bauhaus...
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                      Also 10 Liter Sack, glaube ich, kostet, oder ich weiß gar nicht genau,
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                      kostet so 20 Euro oder was, ne?
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                      Also wenn man jetzt, man kann ja auch Therapeuter jetzt schon kaufen in Gartencentern,
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                      die auch im Plastiksack.
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                      Und da kostet so ein 10 Liter Sack 18 Euro.
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                      Also ihr seht, solidarische Landwirtschaft, solidarische Humuswirtschaft bedeutet,
                      0:11:07–0:11:13
                      ist kein Konzept für die reiche Elite, sondern es geht wirklich darum, das, was wir brauchen,
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                      bedürfnisorientiert zur Verfügung zu stellen und so, dass es sich eben kostendeckend trägt.
                      0:11:19–0:11:25
                      Genau, aber eigentlich sprechen wir hier nicht mehr über das Projekt Solidarische
                      0:11:25–0:11:28
                      Humuswirtschaft, sondern es entwickelt sich gerade weiter.
                      0:11:28–0:11:34
                      Und das begleiten ich und Felix als Begleiterinnen. Seit Anfang des Jahres eigentlich
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                      arbeiten wir zusammen, enger.
                      0:11:37–0:11:44
                      Und aus dem Solidarische Humus Wirtschaft Projekt wird ein Mensch-Tier-Natur-Portal-Projekt.
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                      Und da kann ich euch schon mal direkt empfehlen.
                      0:11:47–0:11:52
                      Die Webseite ist ganz aktuell online und ihr könnt euch alles dazu durchlesen
                      0:11:52–0:12:00
                      auf www.mensch-tier-natur-portal.de.
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                      Genau. Klickt da mal vorbei und lest es euch durch. Das ist ein Film, weil es spannend ist.
                      0:12:05–0:12:09
                      Aber ihr könnt auch einfach weiter zuhören, weil Helga wird jetzt erzählen,
                      0:12:09–0:12:11
                      um was es dabei denn geht.
                      0:12:11–0:12:13
                      Was passiert da in der Weiterentwicklung?
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                      Also zunächst nochmal zu der Notwendigkeit, warum sich das Humus-Projekt weiterentwickelt hat.
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                      Diese 13 Euro durchschnittlich, die da bezahlt wurden, die reichen halt nur für die Sachkosten.
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                      Und wir hatten ja bisher auch Förderungen bekommen und hatten ehrenamtliche Helfer.
                      0:12:35–0:12:38
                      Und deshalb ging das so. Deshalb konnten wir das so günstig anbieten.
                      0:12:38–0:12:43
                      Aber jetzt ist die Förderung vorbei und die ehrenamtlichen Helfer gehen auch
                      0:12:43–0:12:51
                      andere Wege und jetzt muss es auch anders aufgestellt werden und wird es auch anders aufgestellt.
                      0:12:51–0:12:57
                      Das heißt, ich gebe der Gemeinschaft nicht nur die Erde, sondern ich erweitere
                      0:12:57–0:13:02
                      das Angebot auch auf die Erlebnismöglichkeiten mit den Tieren.
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                      Und die sind, die gehören ja irgendwie dazu und das mag ich auch so gern ganzheitlich,
                      0:13:09–0:13:11
                      denn die Tiere, die sind ja sowieso die Haupt.
                      0:13:15–0:13:21
                      Wesen, auch für die Erde schon. Die bringen ja die Hauptzutat und auch,
                      0:13:21–0:13:26
                      dass die gesund sind und dass es denen gut geht, das macht ja auch was aus mit der Qualität der Erde.
                      0:13:27–0:13:33
                      Und die haben natürlich auch Fähigkeiten, die auch in die Lebendigkeit führen.
                      0:13:34–0:13:39
                      Die können ganz deutlich spüren, wie es uns Menschen geht und können uns Rückmeldung
                      0:13:39–0:13:40
                      geben, ohne zu bewerten.
                      0:13:40–0:13:46
                      Und die können uns in eine Welt führen, wo es nicht darum geht,
                      0:13:46–0:13:52
                      was noch alles zu tun ist oder To-Do-Listen abzuarbeiten oder der Tollste zu
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                      sein oder die Wettbewerbe zu gewinnen, sondern eine Welt,
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                      voller Präsenz und Beziehungsfähigkeit.
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                      Und vielleicht auch Achtsamkeit. Vielleicht erklären wir es erstmal fertig,
                      0:14:05–0:14:09
                      bevor wir in die Details und in das Magische einsteigen, finde ich,
                      0:14:09–0:14:14
                      was du immer so mitbringst, auch in unseren Begleitungssessions.
                      0:14:14–0:14:18
                      Es ist total eins unserer Lieblingsprojekte, mit der wir zusammenarbeiten.
                      0:14:20–0:14:25
                      Man spürt einfach, dass du dein ganzes Leben schon daran geforscht hast,
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                      wie man wieder lebendig ist. Also es ist sehr lebendig mit dir.
                      0:14:29–0:14:31
                      Es macht große Freude immer.
                      0:14:32–0:14:35
                      Naja, und auf jeden Fall dieses Mensch-Tier-Natur-Portal. Da gibt es,
                      0:14:36–0:14:41
                      wie der Name schon eröffnet, sozusagen drei verschiedene Angebotsmöglichkeiten
                      0:14:41–0:14:43
                      oder auch Teilhabemöglichkeiten.
                      0:14:44–0:14:50
                      Entweder der Mensch mit seiner Mitwelt, mit Natur, mit Tieren im Mittelpunkt.
                      0:14:51–0:14:57
                      Oder ein Paket kleiner sozusagen. Angebote mit den Tieren, also Eselwanderungen.
                      0:14:58–0:15:01
                      Man kann auch seine Geburtstagsfeiern zum Beispiel mit Kindern dort bei dir
                      0:15:01–0:15:08
                      auf dem Hof verbringen und auch andere Sachen. und dann ein kleines Teilhabepaket
                      0:15:08–0:15:13
                      sozusagen, wo es eigentlich um weiterhin die Thera Preta Erde geht.
                      0:15:13–0:15:21
                      Also an sich die solidarische Humuswirtschaft, zu der man dann beitritt im Alten Sprech sozusagen.
                      0:15:22–0:15:24
                      Genau, und man kann sich sozusagen entscheiden, will man nur Erde,
                      0:15:24–0:15:31
                      will man eben Zeit mit Tieren verbringen Oder will man auch wirklich in dieses
                      0:15:31–0:15:33
                      Gefühl der Achtsamkeit,
                      0:15:33–0:15:39
                      der Beziehungsfähigkeit, der Spiegelung durch Tiere einsteigen und in so ein Coaching gehen?
                      0:15:39–0:15:42
                      Und da würde ich gerne nochmal mehr von dir hören, weil ich finde es immer so
                      0:15:42–0:15:49
                      wahnsinnig spannend, wie du das erzählst, was man durch sehr viel Achtsamkeit
                      0:15:49–0:15:51
                      und Ruhe von diesen Tieren lernen kann.
                      0:15:51–0:15:55
                      Vielleicht kannst du da noch mal ein bisschen erzählen, wie du das wahrnimmst
                      0:15:55–0:15:59
                      oder was du auch gelernt hast durch die Pferde und die Esel.
                      0:15:59–0:16:00
                      Also...
                      0:16:02–0:16:05
                      Zuerst mal, wir Menschen sind ja meistens so ganz voll.
                      0:16:05–0:16:09
                      Also ganz voll, sind gar nicht in der Wahrnehmung. Wir müssen das machen,
                      0:16:09–0:16:12
                      wir müssen das machen, wir müssen dahin gehen und das muss noch zeitlich und
                      0:16:12–0:16:15
                      es ist schon 5 Uhr und jetzt schnell.
                      0:16:15–0:16:21
                      Und wenn das alles wegfällt, was ist dann? Also wir kommen einfach viel mehr
                      0:16:21–0:16:26
                      in die Wahrnehmung, wenn wir uns einlassen auf die Welt der Pferde und Esel.
                      0:16:26–0:16:32
                      Das sind Wahrnehmungskünstler, die haben Antennen, also dass alle Sinne jedenfalls
                      0:16:32–0:16:33
                      zusammengeschaltet sind.
                      0:16:33–0:16:39
                      Hören, sehen, riechen, erstmal alle Sinne, die wir so gleich kennen und dann
                      0:16:39–0:16:44
                      auch die Intuition und vor allen Dingen reagieren die sehr stark oder nehmen
                      0:16:44–0:16:46
                      sehr stark die Stimmung wahr.
                      0:16:46–0:16:49
                      Wie ist denn eigentlich die Stimmung dieses Moments?
                      0:16:49–0:16:51
                      Wie ist die Stimmung dieses Menschen?
                      0:16:51–0:16:53
                      Wie ist die Stimmung der Situation?
                      0:16:54–0:16:56
                      Die beziehen alles ein, auch weiter.
                      0:16:57–0:17:02
                      Also die Landschaft, wie ist die Stimmung der Landschaft?
                      0:17:02–0:17:12
                      Und das alles zusammen geht in so ein großes Wahrnehmungsfeld und das können wir von denen lernen.
                      0:17:13–0:17:17
                      Wir können das auch unsere Wahrnehmung öffnen und das mache ich auch.
                      0:17:18–0:17:24
                      Vorm Coaching sowieso, da gibt es bestimmte Übungen, wie wir so auf deren Level
                      0:17:24–0:17:29
                      uns einstimmen können und schon sieht die Welt ganz anders aus.
                      0:17:29–0:17:31
                      Das ist dieser Raubtierblick.
                      0:17:32–0:17:38
                      Der Friedtierblick. Also Raubtiere, die wollen was kriegen, die wollen was fangen,
                      0:17:38–0:17:44
                      die haben den Fokus eng, die wollen was greifen, festhalten.
                      0:17:45–0:17:49
                      Und die Friedtiere, die Pferde, die haben ja gar keine Hände.
                      0:17:49–0:17:55
                      Die können gar nichts festhalten. Nichts, nichts. Die können nichts festhalten. Zack, geht nicht.
                      0:17:56–0:18:00
                      Die können nur sein und gucken, was kommt. Und natürlich können sie auch was
                      0:18:00–0:18:02
                      bewirken, aber nicht durch festhalten.
                      0:18:03–0:18:09
                      Und das kann man durch Übungen auch, können wir uns da einstimmen auf so eine
                      0:18:09–0:18:14
                      Seinsart, die nichts festhält und die ganz groß in der Wahrnehmung ist.
                      0:18:15–0:18:22
                      Ja, und wenn wir uns in so ein Coaching begeben, in so einen engeren Kontakt
                      0:18:22–0:18:28
                      mit einem Tier, dann kann das auch dazu führen, dass wir auf ganz andere Lösungen
                      0:18:28–0:18:30
                      kommen, auf ganz andere Ideen.
                      0:18:31–0:18:38
                      Dass wir uns und unsere Situation aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.
                      0:18:38–0:18:40
                      Und das kann sehr erhellend sein.
                      0:18:40–0:18:44
                      Ich finde es so spannend, wie du das beschreibst, weil das eigentlich auch Metaphern
                      0:18:44–0:18:47
                      sind für die Art und Weise, wie wir wirtschaften tatsächlich.
                      0:18:48–0:18:52
                      Also dieses gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ist ja eher dieses,
                      0:18:53–0:18:57
                      okay, wenn man selbst in Fülle lebt, kann man auch viel geben.
                      0:18:57–0:19:00
                      Es fließt so durch einen durch, dieses Geld. Also es bringt nichts,
                      0:19:00–0:19:05
                      es zu horten, sondern man befriedigt die eigenen Bedürfnisse und gibt dann weiter, wo man kann.
                      0:19:05–0:19:11
                      Das hat dieses Nicht-Festhalten, nicht sich selbst die ganze Zeit bereichern,
                      0:19:11–0:19:19
                      auch nicht diesen Fokus profitorientiert irgendwas anhäufen zu wollen oder irgendwo
                      0:19:19–0:19:26
                      hinzukommen, sondern wirklich ein Angebot, was beiträgt zum Wohlfühlen der Menschen.
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                      Was auch wieder dieses stiftet, also unser Entscheidungskriterium,
                      0:19:31–0:19:35
                      ob irgendwas gemeinschaftsbasiert ist oder nicht, ist oft auch dieses stiftet
                      0:19:35–0:19:36
                      es Gemeinschaft oder nicht.
                      0:19:36–0:19:40
                      Also stiftet es dieses Gefühl von dem Hier und Jetzt zu sein,
                      0:19:40–0:19:43
                      die Menschen um sich herum wahrzunehmen, die Mitwelt um sich herum wahrzunehmen.
                      0:19:43–0:19:50
                      Ich will es gar nicht nur auf Menschen beschränken, sondern in so ein Miteinander wieder zu kommen.
                      0:19:50–0:19:55
                      Oder dieses andere, was du jetzt als Raubtier, es wird ja auch von Raubtierkapitalismus
                      0:19:55–0:20:01
                      gesprochen, was dieses Erbarmungslose, Skrupellose auch übergehen der Einheit.
                      0:20:01–0:20:10
                      Der Bedürfnisse ist von anderen, um selbst festzuhalten, mehr zu haben und so weiter.
                      0:20:10–0:20:13
                      Deshalb gefällt mir diese Metapher sehr gut.
                      0:20:13–0:20:18
                      Genau, und du erzähl nochmal genauer, weil wir machen diese Folge ja auch für
                      0:20:18–0:20:22
                      Menschen, die vielleicht Lust haben, Teil der Mensch-Tier-Natur-Gemeinschaft
                      0:20:22–0:20:26
                      zu werden, die sich nämlich jetzt im Mai gründen wird.
                      0:20:26–0:20:31
                      Und genau, wenn ihr also in der Nähe von Göttingen in Geismar seid,
                      0:20:31–0:20:35
                      dann könnt ihr euch jetzt mal überlegen, ob ihr nicht Interesse habt,
                      0:20:35–0:20:40
                      diesen Weg auch einzuschlagen, zu mehr Achtsamkeit, zu mehr Lebendigkeit zu finden,
                      0:20:40–0:20:45
                      mit der Hilfe von Helgert, mit der Hilfe von den Pferden und Eseln von Helgert.
                      0:20:45–0:20:49
                      Und vielleicht magst du mal ein bisschen erzählen, was, wenn man sich jetzt
                      0:20:49–0:20:55
                      entscheidet, da auch als Mensch mit Tier und Natur zusammenarbeiten zu wollen,
                      0:20:55–0:20:57
                      wie genau findet es statt?
                      0:20:57–0:21:00
                      Also genau, wie geht das?
                      0:21:00–0:21:05
                      Genau, also dazu haben wir eben dieses Wort erschaffen, Mensch,
                      0:21:05–0:21:08
                      Tier, Naturgemeinschaft, wo du teilnehmen kannst.
                      0:21:08–0:21:13
                      Und um da teilzunehmen, kannst du dir, wie schon Hannah eben gesagt hat,
                      0:21:13–0:21:17
                      aus diesen Paketen etwas auswählen.
                      0:21:17–0:21:22
                      Ob du nun Erde haben willst oder mit den Tieren mal zusammen wandern oder eben
                      0:21:22–0:21:27
                      intensiver einsteigen durch Coaching oder auch Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung.
                      0:21:28–0:21:31
                      Und also das Coaching findet einzeln statt.
                      0:21:32–0:21:38
                      Es geht um deine Fragen, um dein, es geht nicht um irgendein großes Thema oder
                      0:21:38–0:21:44
                      was feststeht, sondern es geht genau um deine Fragen, die dir dein Leben gerade stellt,
                      0:21:44–0:21:49
                      wo du vielleicht gerade hakst, Wo du gerade nicht weiterkommst,
                      0:21:49–0:21:53
                      wo du feststeckst oder wo du einfach Impulse haben möchtest,
                      0:21:53–0:21:56
                      um deinen nächsten Schritt zu finden.
                      0:21:56–0:21:59
                      Und das finden wir erstmal raus.
                      0:22:00–0:22:05
                      Was ist denn da? Was ist denn deine Frage genau eigentlich? Wo ist denn der Punkt?
                      0:22:05–0:22:11
                      Und dann gehst du mit dieser Frage in die Beziehung zu dem Pferd.
                      0:22:11–0:22:19
                      Ich habe so einen Sandplatz, da bist du dann im geschützten Raum mit dem Pferd
                      0:22:19–0:22:23
                      und ich bin auch da, ich bin außerhalb des Platzes und wir bleiben im Gespräch
                      0:22:23–0:22:25
                      und das Pferd ist auch im Gespräch mit dir.
                      0:22:25–0:22:29
                      Und es gibt aber vorher eine Einführung, wie du das vielleicht verstehst.
                      0:22:29–0:22:32
                      Und wir gucken, was passiert. Und es gibt immer eine Antwort.
                      0:22:32–0:22:36
                      Es gibt immer eine Antwort, weil du trägst das mit dir. Und das Pferd spürt es.
                      0:22:37–0:22:43
                      Und ja, das ist wirklich was. Und da kann ich gar nicht mehr zu beschreiben.
                      0:22:43–0:22:48
                      Also das, genau. Und dann gibt es dieses Coaching ist in drei Sessions.
                      0:22:49–0:22:53
                      Die dritte Session ist, das auszuwerten. Was habe ich eigentlich für eine Antwort
                      0:22:53–0:22:58
                      bekommen? und wie kann ich die in mein Leben bringen? Und was ist mein nächster Schritt?
                      0:22:59–0:23:02
                      Genau und jetzt die spannende Frage, was kostet das? Und ja,
                      0:23:02–0:23:05
                      die ist natürlich nicht so einfach zu beantworten im gemeinschaftsbasierten
                      0:23:05–0:23:09
                      Wirtschaften, weil es eben darum geht, auch Menschen Zugang zu solchen Angeboten
                      0:23:09–0:23:15
                      zu ermöglichen, die nicht einen bestimmten Preis bezahlen können.
                      0:23:15–0:23:19
                      Deshalb vielleicht, genau, erklärst du auch mal, wie diese Finanzierung funktioniert.
                      0:23:19–0:23:27
                      Genau. Wir haben uns dafür auch so Richtwerte überlegt und nach dem Prinzip
                      0:23:27–0:23:31
                      des solidarischen Wirtschaftens geht es ja so,
                      0:23:31–0:23:35
                      dass du nicht ein Coaching bezahlst, sondern dass du monatlich einen Betrag
                      0:23:35–0:23:37
                      bezahlst und dann steht dir dieses Coaching zu,
                      0:23:37–0:23:41
                      wann immer du das buchen möchtest oder in diesen drei Sessions.
                      0:23:41–0:23:46
                      Und der Richtwert für das Coaching ist 40 Euro im Monat.
                      0:23:47–0:23:51
                      Das dient ja auch dazu, dass man es monatlich bezahlt und eben nicht sozusagen
                      0:23:51–0:23:54
                      ein Coaching, ein Preis, eine Bezahlung.
                      0:23:54–0:23:58
                      Das dient ja auch dazu, dass einfach deine Bedürfnisse übers Jahr planbar auch
                      0:23:58–0:24:02
                      befriedigt sind und genährt sind.
                      0:24:02–0:24:06
                      Ich habe jetzt das Coaching beschrieben und dieses andere, intensivere mit den
                      0:24:06–0:24:10
                      Pferden sind ja diese Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung.
                      0:24:10–0:24:16
                      Das ist auch in dem großen Paket drin oder alternativ in dem großen Paket Pferde, Esel und du selbst.
                      0:24:17–0:24:23
                      Und das sind Kurse, die führe ich gern mit fünf Teilnehmerinnen durch und du
                      0:24:23–0:24:27
                      erlebst, wenn du dich einmal darauf einstellst,
                      0:24:28–0:24:34
                      erlebst du auch in dem Kontakt der anderen, alle werden mit einem Tier in Kontakt
                      0:24:34–0:24:40
                      sein, mit ihrem momentanen Befinden und die anderen schauen zu.
                      0:24:40–0:24:45
                      Und ich führe dann auch erstmal in die Art des Zuschauens, der wahrnehmenden,
                      0:24:45–0:24:47
                      nicht bewertenden Zuschauens ein.
                      0:24:48–0:24:51
                      Und da fühlst du mit, dann geht das.
                      0:24:53–0:25:00
                      Du bist trotzdem Teil des Geschehens, auch wenn du auf der Tribüne sitzt und zuschaust.
                      0:25:00–0:25:05
                      Das wäre sozusagen das Mensch-Pferde-Esel-und-du-selbst-Paket.
                      0:25:05–0:25:10
                      Und vielleicht magst du mal noch was zum Tier-und-Natur-Paket sagen,
                      0:25:10–0:25:12
                      zu dieser zweiten Stufe.
                      0:25:12–0:25:16
                      Was sind denn da die Angebote, die man nutzen kann?
                      0:25:16–0:25:24
                      Ja, da gibt es drei. Und zwar kannst entweder zwei Eselwanderungen durchführen.
                      0:25:24–0:25:26
                      Da gehst du mit dem Esel durch.
                      0:25:26–0:25:28
                      Wir haben so kleine, wir haben in Geismar da.
                      0:25:28–0:25:34
                      Also Geismar ist übrigens kein eigener Ort, sondern es ist ein Stadtteil von Göttingen.
                      0:25:34–0:25:37
                      Das möchte ich hier nochmal hinstellen. Also es ist nicht bei Göttingen,
                      0:25:38–0:25:40
                      sondern Geismar ist ein Stadtteil von Göttingen.
                      0:25:40–0:25:46
                      Und ist am Stadtrand aber. Und da wird es schön, da geht gleich,
                      0:25:46–0:25:49
                      das ist so eine Grenze zwischen Stadt und Land.
                      0:25:49–0:25:53
                      Das liebe ich, das ist so ein Grenzbereich.
                      0:25:54–0:25:58
                      Auf der einen Seite ist die Bushaltestelle und auf der anderen Seite geht die Landschaft auf.
                      0:25:58–0:26:04
                      Und da wandern wir mit den Eseln und es gibt erstmal eine Einführung in die Eselwanderung.
                      0:26:04–0:26:09
                      Und da ist es aber auch schon so, dass ein Kontakt hergestellt wird.
                      0:26:09–0:26:15
                      Du nimmst nicht den Esel und zerrst am Strick und sagst so, sondern da findet
                      0:26:15–0:26:16
                      eine Kommunikation statt.
                      0:26:16–0:26:23
                      Der Esel macht auch nur mit, wenn du eine Beziehung zu dem aufbaust und weißt,
                      0:26:24–0:26:27
                      dass Druck Gegendruck erzeugt.
                      0:26:27–0:26:31
                      Also wenn du an dem Esel zerrst oder ungeduldig wirst, dann rammt er die Beine
                      0:26:31–0:26:34
                      in die Erde und geht nicht mehr mit.
                      0:26:34–0:26:41
                      Und da geht es auch schon um so ein Spüren, das ist auch spannend.
                      0:26:41–0:26:46
                      Das ist Eselwanderung, dann gibt es die Möglichkeit, einen Geburtstag oder auch
                      0:26:46–0:26:51
                      eine andere Festivität mit den Tieren zu begehen auf meinem Grundstück.
                      0:26:51–0:26:54
                      Und da gibt es so Gäste.
                      0:26:54–0:26:59
                      Und das ist ganz schön auch, da bringt man dann Kuchen mit oder was man da haben
                      0:26:59–0:27:02
                      will. Und da kommt man schon in Kontakt mit den Tieren.
                      0:27:02–0:27:08
                      Und dann gibt es so kleine spielerische Aufgaben um die Tiere herum, je nach Alter.
                      0:27:08–0:27:12
                      Also es kann ja auch Kindergeburtstag sein, aber auch Erwachsene feiern das gerne.
                      0:27:12–0:27:16
                      Also die schöne Geburtstage haben wir auch mit Erwachsenen gehabt.
                      0:27:17–0:27:22
                      Erwachsene mögen auch gern spielen. Und dann auch so zu merken,
                      0:27:23–0:27:27
                      wie die Tiere reagieren. und dass sie überhaupt auf dich reagieren, auf so kleine Sachen.
                      0:27:27–0:27:32
                      Ob du die anblickst zum Beispiel, das reicht ja schon.
                      0:27:32–0:27:37
                      Wo du deine Aufmerksamkeit hin, die spüren genau, wo du deine Aufmerksamkeit
                      0:27:37–0:27:39
                      hintust. Und darauf reagieren sie.
                      0:27:41–0:27:45
                      Ja, und du siehst und du lernst auch die kleinen Zeichen, wenn das Ohr dann
                      0:27:45–0:27:47
                      zu dir guckt, dann, ah, die nimmt mich wahr und so.
                      0:27:48–0:27:52
                      Genau, das ist dieses, ein Nachmittag oder ein Geburtstag feiern.
                      0:27:52–0:27:55
                      Und dann gibt es noch die Möglichkeit einer Tierpatenschaft.
                      0:27:56–0:28:01
                      Eine Tierpatenschaft geht so, dass du entweder mit der Herde oder mit einem
                      0:28:01–0:28:05
                      Tier zusammentreffen kannst, alle 14 Tage sagen wir mal.
                      0:28:06–0:28:12
                      Du hast einen Termin, sagst du mal Montagnachmittag kann ich immer gut und dann
                      0:28:12–0:28:16
                      kommst du für eine Stunde und wir machen was mit dem Tier zusammen.
                      0:28:16–0:28:22
                      Also man kann zum Beispiel auch, was sie immer gerne mögen, an den Wegesrand
                      0:28:22–0:28:23
                      gehen und die fressen lassen.
                      0:28:24–0:28:28
                      Ich habe ja nur eine kleine Weide, aber der Wegesrand ist die große Weide.
                      0:28:29–0:28:35
                      Und so in die Weide gucken und dich auf das Tier einstimmen.
                      0:28:35–0:28:41
                      Oder du hilfst einfach mit bei deren Alltag. Füttern lernt man sie auch kennen.
                      0:28:41–0:28:43
                      Putzen, mit zusammen sein.
                      0:28:45–0:28:48
                      Das ist die Tierpatenschaft. Und manchmal entwickeln sich da wirklich Freundschaften.
                      0:28:49–0:28:53
                      Also das Tier weiß dann schon, wenn die kommt, oh, da bin ich dran und so, dann kommt schon.
                      0:28:55–0:28:57
                      Oder manche sind auch mit der ganzen Herde einfach nur.
                      0:28:58–0:29:02
                      Das ist auch schön. Das ist die Tierbadenschaft. Genau.
                      0:29:03–0:29:06
                      Und auch da haben wir uns einen Richtwert ausgedacht. Magst du dem vielleicht auch noch sagen?
                      0:29:07–0:29:07
                      20 Euro.
                      0:29:09–0:29:13
                      Unsere regelmäßigen Hörerinnen und Hörer wissen das schon. Ein Richtwert bedeutet
                      0:29:13–0:29:17
                      eben nicht, dass alle diesen Preis bezahlen, sondern ein Richtwert bedeutet,
                      0:29:17–0:29:22
                      dass wenn im Durchschnitt sozusagen dieses Angebot von vielen Menschen genutzt
                      0:29:22–0:29:26
                      wird und diese vielen Menschen bezahlen, 20 Euro im Monat, dann ist sozusagen
                      0:29:26–0:29:28
                      der Bedarf, um das Angebot in die Welt zu bringen, gedeckt.
                      0:29:28–0:29:35
                      Und dazu gesagt eben auch, dass manche Leute eben sich diesen monatlichen Richtwert
                      0:29:35–0:29:38
                      nicht leisten können und deshalb eingeladen sind, weniger zu geben.
                      0:29:38–0:29:42
                      Und manchen Leuten tut es aber auch nicht weh, für dieses Angebot mehr zu geben,
                      0:29:42–0:29:45
                      also irgendwie 40 oder 50 Euro zu geben im Monat.
                      0:29:45–0:29:49
                      Und wenn man sich das mal hochrechnet, also wir sind ja, wir leben ja alle in
                      0:29:49–0:29:54
                      dieser marktorientierten Welt und haben gelernt über unser Leben hinweg immer
                      0:29:54–0:29:59
                      wieder zu gucken, kommen wir da, werden wir übers Ohr gehauen, kommen wir da zu kurz,
                      0:30:00–0:30:03
                      gibt es nicht das noch irgendwo billiger?
                      0:30:03–0:30:07
                      Wenn ihr euch das mal als Richtwert jetzt hochrechnet über die zwölf Monate.
                      0:30:08–0:30:13
                      Dann ist das am Ende, entspricht das schon wahrscheinlich einer klassischen
                      0:30:13–0:30:19
                      Miete für einen halben Tag im, keine Ahnung, wo man, also für so einen Kindergeburtstag
                      0:30:19–0:30:21
                      muss man ja auch dann irgendwas anmieten.
                      0:30:21–0:30:26
                      Wenn ich das jetzt mal als junge Mutter so vergleiche, in irgendeinem schäbigen
                      0:30:26–0:30:29
                      Freizeittrampolin-Center oder sowas,
                      0:30:29–0:30:34
                      da kommt man sehr schnell auf den gleichen Wert, wie wenn man beiträgt,
                      0:30:34–0:30:38
                      zum Beispiel monatlich 20, 30 Euro zu dem Angebot und dann wirklich einen schönen
                      0:30:38–0:30:44
                      Tag mit den Tieren verbringen kann und noch sehr viel lernen kann von dir, Helga.
                      0:30:44–0:30:46
                      Ich habe wirklich das Gefühl, immer wenn ich mit dir spreche.
                      0:30:47–0:30:50
                      Lerne ich auch einfach was. Weil...
                      0:30:51–0:30:57
                      Ja, genau. Ich bin auch eher städtisch aufgewachsen und nicht mit so viel Achtsamkeit
                      0:30:57–0:30:58
                      gegenüber Natur und Tieren.
                      0:30:59–0:31:05
                      Und ich finde das wirklich auch faszinierend, weil ich habe schon mal eine Ponywanderung
                      0:31:05–0:31:06
                      oder eine Eselwanderung gemacht.
                      0:31:06–0:31:10
                      Aber das sind dann oft so Höfe, da kriegst du halt dann dieses Pony in die Hand
                      0:31:10–0:31:14
                      gedrückt und dann wird halt gesagt, so und jetzt läufst du los und mehr nicht.
                      0:31:15–0:31:19
                      Und ich glaube, dass die große Magie in den Angeboten, die du in die Welt bringst,
                      0:31:19–0:31:27
                      ist halt, dass man wirklich wieder zu spüren lernt, Stück für Stück und wieder
                      0:31:27–0:31:29
                      in diese Wahrnehmung reingeht.
                      0:31:29–0:31:32
                      Und das finde ich, das fasziniert mich sehr und ich freue mich schon auf den
                      0:31:32–0:31:36
                      Tag, an dem ich endlich mal auch auf deinem Hof stehe, weil bisher sind wir
                      0:31:36–0:31:37
                      uns immer nur online begegnet.
                      0:31:38–0:31:46
                      Und ja, ich glaube, es bewegt sich viel einfach, wenn man bei dir da zur Ruhe kommt und verweilt.
                      0:31:47–0:31:54
                      Das hast du schön gesagt, Hanna. Ich will noch was ergänzen und zwar zu diesem Angebot.
                      0:31:55–0:32:00
                      Und so einen Kindergeburtstag kannst du zweimal feiern im Jahr oder aber auch
                      0:32:00–0:32:05
                      den kombinieren mit einer Eselwanderung und einem Kindergeburtstag.
                      0:32:05–0:32:08
                      Also so, und einen Erwachsenen.
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                      Also entweder du machst zwei Nachmittage schön feierst oder du machst zwei Eselwanderungen
                      0:32:14–0:32:18
                      Oder du machst eine Eselwanderung und eine Feier.
                      0:32:19–0:32:25
                      Ja, also ihr merkt, wie würde man das jetzt richtig sagen, Helgert verkauft
                      0:32:25–0:32:26
                      sich da auch noch unter Wert.
                      0:32:26–0:32:29
                      Nein, so würde man das in der alten Welt sagen.
                      0:32:29–0:32:36
                      Aber Helgert braucht nicht so viel, um ihre Bedürfnisse zu nähren,
                      0:32:36–0:32:38
                      weil sie schon so viel Gutes in ihrem Leben hat, glaube ich.
                      0:32:38–0:32:44
                      Und so eine zufriedene Person ist, die einfach im Hier und Jetzt gut leben möchte.
                      0:32:44–0:32:47
                      Und deshalb kann sie eben diese Angebote ja auch zu,
                      0:32:48–0:32:54
                      zu geringen Betriebskosten sozusagen in die Welt bringen, will ich mal sagen.
                      0:32:54–0:32:57
                      Und wenn ihr mehr zu den Betriebskosten und deren Aufteilung wissen wollt,
                      0:32:58–0:32:59
                      dann müsst ihr zum Beitragsabend kommen.
                      0:33:00–0:33:02
                      Und der ist nämlich 21.
                      0:33:02–0:33:08
                      Mai um 19 Uhr im Gemeindehaus in Geismar, Göttingen.
                      0:33:09–0:33:13
                      Ja, das stimmt. Gemeindehaus St. Martin, Mitteldorfstraße 2.
                      0:33:13–0:33:17
                      Seht ihr? Das findet ihr auch alles, wie gesagt, auf der Internetseite.
                      0:33:17–0:33:22
                      Mensch-tier-natur-portal.de, wo ihr nochmal nachschauen könnt.
                      0:33:23–0:33:27
                      Und genau, die Infoabende sind jetzt Ende April und Anfang Mai ein Infoabend.
                      0:33:28–0:33:36
                      Und der erste Infoabend ist 28. April und der ist auch um 19 Uhr und der ist
                      0:33:36–0:33:38
                      im Mensch-Tier-Natur-Portal direkt.
                      0:33:38–0:33:41
                      Da muss ich nochmal gucken, da werden wir uns auf meinem Sandplatz treffen.
                      0:33:42–0:33:49
                      Der ist unter einem Dom und da werde ich mal gucken, wie ich dann an der Wäscheleine
                      0:33:49–0:33:51
                      die Plakate dann aufhänge.
                      0:33:51–0:33:55
                      Genau, das ist der erste Infoabend, 28. April.
                      0:33:56–0:34:01
                      Und das ist ein Dienstag. Und der zweite Infoabend ist der 7. Mai.
                      0:34:02–0:34:07
                      Auch um 19 Uhr, auch im Mensch-Tier-Natur-Portal direkt. Bei meinen Tieren.
                      0:34:07–0:34:12
                      Also eine herzliche Einladung. Alle, die in der Nähe von Göttingen sind oder
                      0:34:12–0:34:15
                      den Weg auf sich nehmen wollen. Ich glaube, es lohnt sich sehr,
                      0:34:15–0:34:21
                      bei Helgard vorbeizuschauen, wenn ihr es noch nicht aus meinen Lobeshymnen rausgehört habt.
                      0:34:21–0:34:27
                      Genau, ich freue mich sehr über dieses Projekt und auf den Beitragsabend und
                      0:34:27–0:34:30
                      hoffe sehr, dass genug Leute den Weg zu dir finden.
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                      Ich hoffe es für die Menschen tatsächlich und auch natürlich für dich und das
                      0:34:35–0:34:38
                      Projekt, weil es wirklich ganz, ganz wertvoll ist, finde ich,
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                      was du da in die Welt bringst.
                      0:34:41–0:34:44
                      Herzlichen Dank, dass du heute bei uns warst, Helgert, und von deinem Projekt berichtet hast.
                      0:34:45–0:34:50
                      Und genau, wir hören und sehen uns bald wieder. Tschüss.
                      0:34:51–0:34:51
                      Tschüss.
                      0:34:54–0:34:58
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                      MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung
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                      bewirkt. Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
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                      Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
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                      für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
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                      36 min
                    • MP109 - Gemeinschaftsbasierte Vorsorge – Wie Mehrgenerationenwohnen, Pflege und Gemeinschaft zusammen die Welt verändern können


                        In dieser Folge sprechen wir über eines der drängendsten Themen unserer Zeit: Wie können wir Mehrgenerationenwohnen, Pflege und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen so zusammendenken, dass sie tragen – auch dann noch, wenn viele der heutigen Strukturen es nicht mehr tun?
                        Hannah Heller ist im Gespräch mit Rainer Kroll (wohnprojekt⁺ beratung und entwicklung), Dr.-Ing. Anke Schmietainski (Vision Gesundheit) und Felix Bruns (MYZELIUM). Gemeinsam haben sie das MYZELIUM-Orientierungsangebot zu Mehrgenerationenwohnen und Pflege in Gemeinschaften entwickelt – und teilen in dieser Folge ihre Erfahrungen, ihre Fragen und ihre Vision.

                        Links für mehr Infos

                        Blogbeitrag zu den Solidargemeinschaften: https://www.vision-gesundheit.de/gesundheits-solidargemeinschaften/

                        Vision Gesundheit: www.vision-gesundheit.de

                        " rel="noopener noreferrer"> https://t.me/Vision_Gesundheit

                        Gemeinschaftliches Wohnen in Karlsruhe: https://am-albgruen.com/

                        Die Füchsmühle als Beispiel für gemeinschaftsliches Wohnen: https://www.ardmediathek.de/video/anders-leben/zukunft-in-der-land-wg-s01-e01/hr/YmNjZDA5OGYtMzE4Ni00MTUzLWFjYTMtYTJmZGM3NDUxZGEy

                        https://www.myzelium.com/veranstaltungen/mehrgenerationen-workshopreihe/

                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                        Transkription

                        0:00:10–0:00:15
                        Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
                        0:00:15–0:00:18
                        Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                        0:00:18–0:00:23
                        Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
                        0:00:23–0:00:27
                        dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                        0:00:27–0:00:31
                        Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                        0:00:31–0:00:36
                        und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                        0:00:36–0:00:39
                        Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                        0:00:49–0:00:55
                        Herzlich willkommen zur 109. Folge des MYZELIUM-Podcasts für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
                        0:00:55–0:01:01
                        Heute geht es um eigentlich den Kern, nämlich die gemeinschaftsbasierte Vorsorge
                        0:01:01–0:01:04
                        mit den Bereichen Pflege und Wohnen mit dabei.
                        0:01:05–0:01:07
                        Und wir schauen uns heute diese zwei Bereiche des Lebens an,
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                        die besonders gefährdet sind, durch unser aktuelles System zu wirtschaften.
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                        Daher wollen wir auch als MYZELIUM in diese Bereiche rein, weil wir denken,
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                        da braucht es unsere Arbeit besonders.
                        0:01:20–0:01:23
                        Und deshalb haben wir jetzt ein allererstes Projekt in diesem Bereich gestartet,
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                        nämlich eine Orientierungsphase zum Mehrgenerationenwohnen.
                        0:01:28–0:01:33
                        Dieses Angebot gestalten wir nicht alleine, sondern mit zwei PartnerInnen.
                        0:01:33–0:01:38
                        Deshalb bin ich besonders froh, dass ich heute euch drei, nämlich unseren Vertreter
                        0:01:38–0:01:40
                        vom MYZELIUM, Felix Bruns,
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                        dann Rainer Kroll, ein erfahrener Berater und Entwickler im Bereich des gemeinschaftlich
                        0:01:45–0:01:51
                        organisierten Bauens und Wohnens und Anke Schmitanski von Vision Gesundheit.
                        0:01:51–0:01:56
                        Ich freue mich sehr, dass ihr heute alle drei bei mir im Podcast sitzt. Herzlich willkommen.
                        0:01:57–0:01:57
                        Hallo.
                        0:01:58–0:02:00
                        Ja, wir freuen uns hier zu sein.
                        0:02:00–0:02:01
                        Danke für die Einladung.
                        0:02:02–0:02:05
                        Bevor wir in eure Vorstellungsrunde starten und in die Inhalte starten,
                        0:02:05–0:02:12
                        gleich mal vorweg, das Projekt läuft ja gerade schon und wird auch noch ein weiteres Mal laufen.
                        0:02:12–0:02:16
                        Für alle, die jetzt sich schon mal Gedanken machen, während sie zuhören,
                        0:02:16–0:02:18
                        ob das nicht vielleicht auch was für sie ist.
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                        Das läuft gerade, da kann man nicht mehr einsteigen, aber es wird auch bald
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                        nochmal laufen. Wollt ihr nochmal sagen, nee, sorry Leute, das machen wir nicht.
                        0:02:26–0:02:30
                        Wir machen erstmal die Vorstellungsrunde, sonst ist es ja totaler Käse. Tobi, rausschneiden.
                        0:02:30–0:02:34
                        Okay, ich freue mich sehr, dass ihr da seid bei mir und genau,
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                        bevor wir in das Projekt starten und in die Inhalte starten,
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                        freue ich mich, wenn ihr euch einmal vorstellt.
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                        Anke, vielleicht möchtest du den Anfang machen. Wer bist du und was machst du
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                        sonst so in deinem Leben und was ist Vision Gesundheit?
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                        Ja, ich bin von Hause aus eigentlich Ingenieurin, bewege mich aber seit mehr
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                        als 20 Jahren im Bereich der Integrativmedizin.
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                        Erst beratend für Praxen im Rahmen einer Medienagentur und seit 2022 mit dem
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                        Team von Vision Gesundheit, eine GmbH im Verantwortungseigentum.
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                        Und wir haben uns,
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                        Vorgenommen, wir unterstützen Initiativen von den ersten Visionsfindungen,
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                        Gemeinschaftsbildung, Organisationsentwicklung, alles was ich brauche,
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                        um so ein Projekt zu entwickeln,
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                        in Kooperation mit dem reiner, auch zu baulichen Themen, bis am Ende Patienten
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                        oder eben zu Pflegende in so einer Gesundheitseinrichtung oder Pflegeeinrichtung ein- und ausgehen.
                        0:03:40–0:03:42
                        Wir begleiten diesen ganzen Prozess.
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                        Und was uns wichtig ist, wir möchten Menschen ermutigen, die ein Problem sehen,
                        0:03:49–0:03:56
                        die sehen, wo die Systeme hinlaufen, die eine Vision haben, diese wirklich anzugehen und umzusetzen.
                        0:03:56–0:03:58
                        Und da sind wir die Leute im Rücken.
                        0:03:59–0:04:02
                        Vielen Dank, Anke. Ich glaube, da gibt es noch viele Fragen zu,
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                        aber erstmal gebe ich weiter an Rainer.
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                        Rainer, wer bist du denn und was hast du denn schon so gemacht in deinem Leben?
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                        Also wer ich bin, das ist ja immer die am schlechtesten zu beantwortende Frage.
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                        Man kennt sich ja bekanntlich meistens nicht so ganz gut und kennt andere immer viel besser.
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                        Aber ich bin vom Beruf her Kaufmann und Diplom-Ingenieur Architektur und habe
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                        in meinem Leben gearbeitet, in meinem ersten Leben als Architekt und Landschaftsarchitekt,
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                        als Stadtplaner und Dorfentwickler,
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                        als Bauträger und auch mal eine Professur gehabt für gemeinschaftliche Projektentwicklung.
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                        Und würde heute sagen, ich bin so etwas wie ein Sozialarchitekt.
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                        Also ich versuche mit den Gruppen oder in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen
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                        Projekte möglich zu machen durch dialogische Projektentwicklung,
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                        nenne ich das, oder assoziative Projektentwicklung.
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                        Also wir entwickeln auch große Projekte.
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                        Ich habe jetzt hunderte von Wohneinheiten mit solchen Gruppen ins Leben gerufen.
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                        In unterschiedlichsten Projekten. Wir entwickeln die Projekte aus dem Gespräch,
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                        aus dem Dialog miteinander und wir machen das so, dass wir das eben möglichst
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                        gemeinwohlorientierte Formen finden, Rechtsformen, Finanzierungsformen und das
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                        habe ich zu meinem Beruf gemacht und nenne das eben jetzt Sozialarchitekt.
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                        Vielen Dank für den kleinen Überblick, zu dem man wahrscheinlich auch noch in
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                        die Tiefe tauchen könnte.
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                        Aber erstmal rüber zu Felix. Felix ist mein geschätzter Kollege beim MYZELIUM
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                        seit jetzt auch schon irgendwie mehr als ein Jahr.
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                        Genau, und du warst noch nie bei uns im Podcast, deshalb freue ich mich,
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                        wenn du dich hier auch mal kurz vorstellst.
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                        Wer bist du, wo kommst du her? Weil was du machst, wissen wir ja,
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                        du arbeitest mit mir im MYZELIUM.
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                        Aber genau, du hast ja auch schon eine kleine Reise hinter dir.
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                        Ja, guten Morgen. Schön, hier im Podcast das erste Mal zu sein und schön,
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                        mit euch dreien hier zu sein.
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                        Genau, ich heiße Felix, lebe in einer Gemeinschaft, Fuchsmühle,
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                        die habe ich auch vor fünf Jahren mitgegründet.
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                        Ebenso aus der Suche heraus, wie können wir uns denn eigentlich als Gemeinschaften organisieren?
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                        Wie funktioniert eigentlich gemeinschaftliches Leben und mit all den Bereichen?
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                        Und genau, ich beschäftige mich viel damit, wie kann ich eigentlich ein Leben
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                        gestalten, das weniger an lebensfeindlichen Strukturen und Verhaltensweisen,
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                        die wir als Gesellschaft einfach so miteinander oft unwillentlich aufbauen und
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                        aufgebaut haben und in die wir hineingeboren sind.
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                        Und wie kann ich da ein Stück weit aussteigen oder die irgendwie transformieren?
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                        Und in dem Sinne habe ich als Projektentwickler, als Team- und Organisationsentwickler
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                        gearbeitet, beschäftige mich viel so mit Themen rund um Selbstorganisation oder
                        0:06:52–0:06:53
                        partizipative Führung.
                        0:06:53–0:06:59
                        Also wie können Teams eigentlich weniger hierarchisch und dafür emergenter und
                        0:06:59–0:07:01
                        lebendiger, kreativer miteinander arbeiten?
                        0:07:03–0:07:06
                        Da weiß man immer wieder wichtig, systemische Perspektiven auch mit reinzubringen,
                        0:07:06–0:07:08
                        also aus dem Systems-Ranking.
                        0:07:10–0:07:16
                        Und ja, ich bin irgendwie auf der Suche nach positiven Zukunftsvisionen,
                        0:07:16–0:07:17
                        wie wir da wohl hinkommen.
                        0:07:18–0:07:22
                        Cool, danke Felix. Schön, dass ihr alle drei da seid. Das hört sich nach einem
                        0:07:22–0:07:23
                        wirklich, also schon die Vorstellungsrunde
                        0:07:23–0:07:26
                        hört sich nach einem richtig spannenden Mix an, finde ich.
                        0:07:27–0:07:31
                        Genau, und ihr macht gerade zusammen mit Timo, unserem Geschäftsführer,
                        0:07:31–0:07:36
                        den glaube ich alle Podcast-HörerInnen soweit kennen, den wir heute hier nicht
                        0:07:36–0:07:39
                        mit dabei haben, weil sein Terminkalender immer sehr voll ist.
                        0:07:39–0:07:42
                        Und wir gedacht haben, wir können auch ohne Timo gut erzählen,
                        0:07:42–0:07:43
                        was eigentlich in diesem Projekt passiert.
                        0:07:44–0:07:50
                        In dieser Orientierungsreise, so heißt sie nämlich, zu dem Thema Mehrgenerationen-Wohnprojekt,
                        0:07:50–0:07:54
                        Gesundheit und Pflege und gemeinschaftsbasierten Versorgungsstrukturen.
                        0:07:55–0:07:57
                        Also wirklich eine Bandbreite an Themen, die ihr da abdeckt.
                        0:07:57–0:08:01
                        Und vielleicht wollt ihr davon mal erzählen, was ist dieses Projekt und wie
                        0:08:01–0:08:05
                        kam es dazu und was passiert da drin und wie kann man da mitmachen?
                        0:08:06–0:08:09
                        Vielleicht all das auf einmal. Es starte, wer starten möchte.
                        0:08:10–0:08:16
                        Uns ging es darum, wie in der Expedition, verstehen wir uns als Reisebegleiter
                        0:08:16–0:08:21
                        für Menschen, die etwas entdecken wollen und für sich herausfinden wollen.
                        0:08:21–0:08:27
                        Mensch, mehr Generationen wohnen, zusammen kombiniert mit Gesundheit,
                        0:08:27–0:08:32
                        Pflegeeinrichtungen oder eben auch noch gemeinschaftsbasierten Wirtschaften,
                        0:08:32–0:08:36
                        wäre das was für mich. die für sich da eine Entscheidung treffen wollen.
                        0:08:36–0:08:43
                        Und da wollen wir aus unterschiedlichsten Perspektiven einen Blick auf diese
                        0:08:43–0:08:48
                        Themen werfen und den Menschen ein Gefühl kriegen, was hängt da mit dran,
                        0:08:48–0:08:50
                        was bedeutet das für mich,
                        0:08:51–0:08:56
                        damit sie ihre Entscheidungen im Prinzip fachlich mehr unterfüttern können,
                        0:08:56–0:08:58
                        aber damit sie auch ein besseres Bauchgefühl kriegen.
                        0:08:59–0:09:05
                        Will ich sowas, ist das was für mich. Also das ist der Hauptzweck einer Orientierungsreise,
                        0:09:05–0:09:07
                        also dieses innere Erleben.
                        0:09:08–0:09:14
                        Ja und gleichzeitig würde ich sagen auch noch, wieso die Lösungsansätze,
                        0:09:14–0:09:17
                        die eben in Mehrgenerationen wohnen,
                        0:09:17–0:09:20
                        in alternativen Pflege- und Gesundheitssystemen, vielleicht auch in Kombination
                        0:09:20–0:09:24
                        mit gemeinschaftsbasierten und deswegen hoffentlich resilienteren,
                        0:09:24–0:09:28
                        zukunftsfähigeren Versorgungsstrukturen liegen die Lösungsansätze.
                        0:09:28–0:09:31
                        Dafür, für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen,
                        0:09:31–0:09:35
                        auch wenn wir in die Zukunft schauen, sehen wir da ja viel, oder können wir
                        0:09:35–0:09:38
                        da viele Herausforderungen sehen und die Frage eben danach gemeinsam zu erkunden,
                        0:09:38–0:09:43
                        inwiefern können solche Strukturen da Zukunftsfähigkeit aufbauen,
                        0:09:43–0:09:48
                        Lösungen sein und wie bauen wir die auch wirklich selber gemeinsam auf.
                        0:09:49–0:09:53
                        Ja, ich freue mich sehr. Das ist für mich wie so eine Fortsetzung von etwas,
                        0:09:53–0:09:59
                        was ich vor etwas längerer Zeit schon mal aufbauen durfte und praktizieren konnte.
                        0:09:59–0:10:05
                        Und zwar war ich in den Vorstand des Forums Gemeinschaftliches Wohnen gewählt worden.
                        0:10:06–0:10:11
                        Und das Forum ist so wie eine Art Bundesvereinigung der gemeinschaftlichen Wohnprojekte,
                        0:10:11–0:10:16
                        die sich speziell auch diesem Thema des Mehrgenerationenwohnens und was können
                        0:10:16–0:10:18
                        eben solche Projekte vielleicht auch bringen.
                        0:10:18–0:10:24
                        Gerade im Hinblick auf das Zusammenleben aller Generationen und das Leben im
                        0:10:24–0:10:26
                        Alter vor allen Dingen auch.
                        0:10:26–0:10:30
                        Also wenn es dann eben nicht mehr alles so funktioniert und man gelegentlich
                        0:10:30–0:10:32
                        vielleicht auch mal Hilfe braucht.
                        0:10:33–0:10:38
                        Und da habe ich dann mit dem Bundesfamilienministerium damals eine Art Förderprojekt
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                        aufgebaut und war mit diesem Förderprojekt dann drei Jahre lang in der ganzen
                        0:10:44–0:10:45
                        Bundesrepublik unterwegs.
                        0:10:45–0:10:50
                        Und wir haben sowas wie so eine Art Schulungsprogramm aufgebaut zu diesem Thema
                        0:10:50–0:10:56
                        und haben dann, ich weiß nicht, hunderte von Gruppen in ganz Deutschland begleiten
                        0:10:56–0:10:59
                        können auf ihrem Weg und haben auch weitergeführt.
                        0:10:59–0:11:02
                        Dutzende von Genossenschaften auf den Weg gebracht damals.
                        0:11:03–0:11:06
                        Also genau zu diesem Programm. Und was war der Hintergrund? Und ich denke,
                        0:11:06–0:11:11
                        das spielt heute eine ganz große Rolle. Damals war das mehr so eine Prognose.
                        0:11:12–0:11:15
                        Da hatte es nämlich einen Bericht gegeben an die Bundesregierung,
                        0:11:16–0:11:18
                        den sogenannten zweiten alten Bericht.
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                        Und der hatte mal versucht zu prognostizieren, wie wird sich das denn alles entwickeln,
                        0:11:24–0:11:30
                        unser Gesundheitswesen, unser Pflegewesen und hatte dann die nicht so ganz angenehme
                        0:11:30–0:11:35
                        Prognose gemacht, das wird alles so, wie wir das organisiert haben hier, das wird nicht reichen.
                        0:11:35–0:11:39
                        Also irgendwann in der Zukunft wird das unter ganz großem Stress geraten,
                        0:11:39–0:11:44
                        dieses System ist letztlich nicht finanzierbar und die Lösung sei,
                        0:11:44–0:11:46
                        Das war dann der Inhalt dieses Berichtes eben,
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                        doch bitte Strukturen aufzubauen und das möge die Bundesregierung eben fördern
                        0:11:53–0:11:57
                        und die Politik und die Kommunen, die darauf hinauslaufen, dass die Menschen
                        0:11:57–0:11:58
                        das selber in die Hand nehmen.
                        0:11:58–0:12:02
                        Also wie können wir uns selber untereinander sozusagen stark machen?
                        0:12:03–0:12:05
                        Wie können wir diese Lebensphasen bewältigen?
                        0:12:05–0:12:09
                        Und da haben sich damals hunderte von Projekten auf den Weg gemacht.
                        0:12:09–0:12:14
                        Es gibt auch mittlerweile ein ganz ausgebautes Netzwerk solcher Projekte eben
                        0:12:14–0:12:18
                        vertreten, zum Beispiel durch das Forum Gemeinschaftliches Wohnen.
                        0:12:18–0:12:23
                        Und jetzt denke ich, sind wir genau in dieser Zeit angekommen. Jetzt wird es akut.
                        0:12:24–0:12:28
                        Jetzt gilt es sozusagen. Also schaffen wir das, dass wir solche selbstbestimmten
                        0:12:28–0:12:34
                        gemeinschaftlichen Strukturen aufbauen können und nehmen die Dinge selber in die Hand.
                        0:12:35–0:12:40
                        Und daran mitzuwirken und hier erstmal so eine erste Orientierung zu ermöglichen.
                        0:12:40–0:12:43
                        Was kann denn das heißen? Was würde das für mich bedeuten?
                        0:12:44–0:12:48
                        Was gibt es denn da für unterschiedliche Formen? Wie kann ich da mit anderen
                        0:12:48–0:12:52
                        Menschen zusammen in die Kraft kommen, sodass wir das gut bewältigen können?
                        0:12:53–0:12:59
                        Das ist die Chance von dieser Orientierungsreise und deswegen mache ich da sehr, sehr gerne mit.
                        0:12:59–0:13:04
                        Ja, wenn sich jetzt Leute sozusagen, ja, wenn euch das anspricht,
                        0:13:04–0:13:09
                        euch ZuhörerInnen, dann wäre es ja vielleicht noch interessant zu wissen, wie läuft das genau ab?
                        0:13:09–0:13:14
                        Also muss man da irgendwie, genau, also was passiert da in diesem Programm?
                        0:13:14–0:13:17
                        Und vielleicht auch, gibt es noch Möglichkeiten teilzunehmen?
                        0:13:18–0:13:22
                        Wir haben jetzt die Orientierungsreise geplant über sechs Monate.
                        0:13:22–0:13:28
                        Wir haben gestartet mit einem Präsenztermin in einem Beispielprojekt,
                        0:13:28–0:13:30
                        über das der Rainer vielleicht später noch erzählt.
                        0:13:31–0:13:35
                        Wir haben dann sieben Online-Termine und schließen wieder mit einem Präsenztermin
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                        in einem anderen Beispielprojekt.
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                        Also das ist jetzt ein halbes Jahr, da kann man leider nicht mehr einsteigen.
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                        Wir haben in der Vorbereitung manchmal die Rückmeldung gekriegt,
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                        über ein halbes Jahr kann ich mir schlecht einrichten.
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                        Und deswegen werden wir das dieses Jahr im Herbst mal komprimiert auf vier Tagen anbieten vom 29.10.
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                        Bis zum 1.11.
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                        Und wir werden die Reise auch ein weiteres Mal, wenn Interesse daran besteht,
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                        so als längere Orientierungsreise über ein halbes Jahr anbieten,
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                        da können sich Interessenten melden und wenn da genügend zusammenkommen,
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                        dann starten wir die auch ein zweites Mal.
                        0:14:18–0:14:22
                        Das könnte auch Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres sein.
                        0:14:24–0:14:30
                        Ich würde das gerne noch ergänzen von der Anke. Das sind jetzt erstmal so Termine,
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                        die wir ja von uns aus mal oder Möglichkeiten, die wir von uns aus anbieten.
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                        Ich glaube aber, wenn man uns jetzt so richtig belagert, also da gibt es zum
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                        Beispiel schon eine Initiativgruppe, die jetzt unbedingt busy werden möchte,
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                        die jetzt loslegen möchte, dann werden sich Möglichkeiten finden.
                        0:14:47–0:14:53
                        Also kommt einfach auf uns zu, sprecht uns an und wir können eben das anbieten,
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                        was wir mit Vorlauf oder wir können auch reagieren, wenn eine Initiative schon
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                        ganz warm gelaufen ist und jetzt weiter sozusagen vorangehen will und nicht warten will.
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                        Genau und vielleicht der Vollständigkeit halber auf unserer Webseite MYZELIUM.com
                        0:15:10–0:15:16
                        unter Mehrgenerationen wohnen findet ihr dort alle Informationen und könnt euch
                        0:15:16–0:15:19
                        das nochmal in Ruhe durchlesen. Ja, vielen Dank euch.
                        0:15:20–0:15:24
                        Jetzt würde ich gerne nochmal so ein bisschen genau da drauf schauen.
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                        Ich meine, ihr seid beide, Anke und Rainer und auch Felix, sozusagen in diesem
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                        Bereich schon lange unterwegs. Ja.
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                        Vielleicht auch mal so ein bisschen zu beschreiben, was, warum braucht,
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                        also du hast es schon angesprochen, Rainer, es wird jetzt konkret,
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                        sozusagen das, was man vor, ich weiß nicht, wann du mit dem Forum da unterwegs
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                        warst, vor wie vielen Jahren oder Jahrzehnten, aber genau, man weiß eigentlich schon lange,
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                        es wird so ein Problem werden.
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                        Und jetzt sind wir da angelangt in dem Moment, wo irgendwie Menschen sich gar
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                        nicht mehr Pflege leisten können,
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                        wo Menschen sich Wohnen nicht mehr leisten können, wo Menschen sich eine würdevolle
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                        Versorgung im Alter, aber auch davor, muss ich sagen, als Mutter mit jüngeren Kindern.
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                        Ich meine, ich wohne noch da, wo ich aufgewachsen bin und meine Oma und meine
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                        Mutter sind in der Nähe und so weiter.
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                        Und mein Vater auch, mein Opa leider nicht mehr, egal wie auch immer.
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                        Auf jeden Fall, ich habe eine Versorgungsstruktur um mich herum,
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                        aber auch da ist ja die Frage, was kann ich mir überhaupt leisten an Versorgung?
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                        Und wäre das nicht alles einfacher, würde ich nicht in einer großen Gemeinschaft
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                        leben mit anderen Eltern, mit anderen Kindern, mit anderen Großeltern,
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                        wo man das so ein bisschen gemeinschaftlich abhofern kann.
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                        Aber genau, vielleicht wollt ihr mal so ein bisschen nochmal ins Problem einsteigen
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                        und auch in die Absicht. Was braucht es denn jetzt?
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                        Vielleicht kann ich mal mit einer Bildbeschreibung beginnen.
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                        Und das war ja auch das Erste, was wir in unserer Orientierungsreise gemacht haben.
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                        Nämlich, wir haben alle eingeladen hier
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                        in unser gemeinschaftliches Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Karlsruhe.
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                        Das ist 2012, ist das erste Gebäude entstanden.
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                        Und 2017 oder 2016 war es dann alles bezugsfertig, weil das sind über 100 Wohneinheiten hier.
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                        Wir wohnen also hier mit 250 Menschen durch alle Generationen in der Stadt,
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                        aber nah am Grün, in einem sehr schönen Grünzug und deswegen heißt das Projekt auch Alpgrün.
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                        Das ist das Flüsschen, das fließt von Bad Herrenalp bis zum Rhein.
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                        Also man kann es hier wirklich sehr gut aushalten. und wir haben jetzt hier
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                        so ein gemeinschaftliches Mehrgenerationen-Wohnprojekt eben gemacht und das
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                        kann man wie ein Dorf in der Stadt ansehen.
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                        Und was haben wir hier alles an Einrichtungen? Also einmal sind alle Wohnungen
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                        barrierefrei erreichbar.
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                        Das heißt auch jemand, der jetzt wirklich sich kaum noch bewegen kann,
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                        der kann sich hier in dem ganzen Projekt bewegen über Aufzüge.
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                        Es ist alles schwellenfrei. Es gibt elektrische Türen da, wo es zu schwierig
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                        wäre, die aufzumachen und so weiter.
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                        Das ist mal so eine Grundvoraussetzung, dass sowas gut funktionieren kann.
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                        Und dann haben wir hier ein Gesundheitshaus.
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                        Wo Ärzte und ein paar Therapeuten sind, auch speziell für so die Zipperlein,
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                        die man im Alter haben kann.
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                        Dann haben wir einen Pflegebetrieb, einen ambulanten Pflegebetrieb hier im Projekt.
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                        Wir haben eine solidarische Landwirtschaft, wir haben eine Food Coop,
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                        wir haben einen Carsharing Pool, wir haben gemeinsame Werkstätten,
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                        wir haben viele Gemeinschaftsräume, wir haben eine Kindertagesstätte,
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                        Wir haben eine Behinderten-WG,
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                        wir haben Nachbarschaftshilfsdienst, wir haben eine Hospizgruppe,
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                        wir haben mehrere Gästewohnungen, Gästezimmer und so weiter.
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                        Das ist eine ganze soziale Infrastruktur, die wir hier gemeinsam geschaffen
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                        haben und die wirkt. Also die hat jetzt einfach, hier ist ständig was los.
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                        Also uns muss niemand animieren, sondern man muss schon gucken,
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                        wenn man hier einen Gemeinschaftsraum belegen will, dass man da noch ein Plätzchen
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                        findet, weil es so viele Initiativen gibt, die irgendwas anbieten.
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                        Kulturprogramme, Lesen, Singen, Gesundheits-, Fitnesskurse und Yoga und Qigong.
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                        Also hier ist ständig was los und auch nicht nur für uns hier im Projekt,
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                        sondern das verbindet uns auch mit unserer Nachbarschaft hier.
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                        Der ganze Ortsteil feiert hier Geburtstage oder Hochzeiten oder auch mal ein
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                        Begräbnis, weil der Friedhof ist auch gleich nebenan.
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                        Also wir haben sozusagen von der
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                        Wiege bis zur Bahre hier die ganze Infrastruktur. direkt am Projekt und,
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                        Das ist einfach unglaublich lebendig und wenn hier jemand ein Problem hat,
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                        überhaupt kein, das ist eigentlich kein Problem, ein Rundmail hier in unseren
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                        Verteilern und da wir es gewöhnt sind,
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                        da wir sowas eben gemeinsam aufgebaut haben, finden sich sofort Leute,
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                        die die Hand heben und sagen, ich habe da was oder ich helfe dir oder wir haben
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                        auch Menschen schon ins Sterben begleitet,
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                        oder junge Mütter geholfen und jungen Eltern, wenn eben die Kinder dann da sind
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                        Und keine, nicht so eine schöne Familienstruktur, Hanna,
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                        die bei dir in der Nähe ist, ja, das hat ja nicht mehr jeder.
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                        Und das kann so ein Projekt unglaublich einfangen und einfach hilfreich sein
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                        und kann Spaß machen, ja.
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                        Wenn ich jetzt mal auf Gesundheit und Pflege drauf schaue, also uns ist allen klar, wir werden älter.
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                        Und gerade wenn man jetzt die letzten sechs Jahre anschaut, haben wir auch,
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                        also die Bevölkerung war nie so krank wie jetzt.
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                        Also wenn man sich die Berichte der Krankenkasse anguckt, schreiben die jedes
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                        Jahr Rekorde in den Krankschreibungen.
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                        Das heißt, wir brauchen dringend einen Paradigmenwechsel.
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                        Also wenn wir jetzt auf die Pflege schauen, dann haben wir 2035 etwa 4 Millionen
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                        mehr über 67-Jährige und gleichzeitig deutlich weniger Erwerbstätige.
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                        Und es fehlen circa 1,8 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen bis 2035.
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                        Allein in der Pflege werden bis zu 500.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt.
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                        Es ist aber jetzt so, dass unsere Strukturen so sind, dass viele Pflegekräfte
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                        einfach, weil sie nicht mehr können, ihren Beruf verlassen haben.
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                        Über 80.000 Pflegekräfte würden wieder zurückgehen in ihren Beruf,
                        0:21:39–0:21:41
                        wenn sie andere Strukturen hätten.
                        0:21:41–0:21:48
                        Die jetzigen Strukturen sind ein zutiefster Wertekonflikt, weil wenn eine Nachtschwester
                        0:21:48–0:21:52
                        alleine mit 30 Patienten ist, kann sie ihren ursprünglichen Anspruch,
                        0:21:52–0:21:55
                        wie sie in den Beruf gegangen ist, nicht mehr erfüllen.
                        0:21:56–0:22:00
                        Um nicht daran zu zerbrechen, kann sie nur noch gehen. Aber sie lieben eigentlich ihren Beruf.
                        0:22:01–0:22:05
                        Und wenn ich jetzt auf das Thema Gesundheit drauf schaue, brauche ich auf der
                        0:22:05–0:22:09
                        einen Seite einen völlig anderen Umgang mit Gesundheit.
                        0:22:09–0:22:14
                        Wir sind in Deutschland wunderbar aufgestellt, was Akutmedizin angeht.
                        0:22:14–0:22:16
                        Also wenn hier jemand einen Unfall
                        0:22:16–0:22:20
                        hat, ist er sicher in Deutschland gut aufgehoben, versorgt zu werden.
                        0:22:20–0:22:24
                        Was problematisch ist, ist die Versorgung von chronischen Erkrankungen.
                        0:22:24–0:22:28
                        Und 90 Prozent der Menschen sterben an chronischen Erkrankungen.
                        0:22:29–0:22:33
                        Da brauche ich einen Paradigmenwechsel. Wie gehe ich mit Erkrankungen um?
                        0:22:34–0:22:40
                        Das wird aber sehr häufig, eine ganzheitliche Behandlung, wird von unseren Kassen nicht bezahlt.
                        0:22:40–0:22:43
                        Weil auch da der Fokus auf der Akutmedizin ist.
                        0:22:43–0:22:49
                        Sehr häufig geht es einfach darum, eine Erkrankung handhabbar zu machen.
                        0:22:50–0:22:54
                        Also der Diabetiker wird nicht auf Heilung therapiert. In den meisten Fällen
                        0:22:54–0:22:59
                        lässt sich, die Zeit gar nicht zu, sondern der Diabetiker wird eingestellt,
                        0:22:59–0:23:01
                        dass man mit seinem Diabetes leben kann.
                        0:23:02–0:23:08
                        Also brauchen wir da andere Versorgungsstrukturen und wir brauchen Bezahlmöglichkeiten,
                        0:23:09–0:23:14
                        die das ermöglichen, dass Ärzte und Therapeuten so arbeiten können,
                        0:23:14–0:23:16
                        möglicherweise auch interdisziplinär.
                        0:23:16–0:23:18
                        Kommen wir möglicherweise später nochmal dazu.
                        0:23:19–0:23:24
                        Ich gehe nochmal auf dieses Pflegethema ein, um da vielleicht nochmal klarzumachen,
                        0:23:24–0:23:27
                        was da gerade passiert gesellschaftlich.
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                        Wir haben jetzt eine Pflegeversicherung, von der wir alle wissen und ständig
                        0:23:31–0:23:36
                        hören in der Presse, die ist am Anschlag. Und das ist in Zukunft nicht mehr
                        0:23:36–0:23:40
                        finanzierbar und da muss schon ganz viel Steuergeld reingesteckt haben und da
                        0:23:40–0:23:41
                        machen wir ja auch nur Schulden.
                        0:23:43–0:23:49
                        Und jetzt ist diese Berg, diese Riesenmilliardensummen, die reichen aus,
                        0:23:49–0:23:54
                        um sage und schreibe nur 20 Prozent des tatsächlichen Pflegebedarfs abzudecken.
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                        80 Prozent des Pflegebedarfs werden immer noch in den Familien geleistet und
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                        zwar im Wesentlichen von den jüngeren Frauen.
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                        Das ist eine gesellschaftliche Realität. Und jetzt werden aber diese Familienstrukturen
                        0:24:12–0:24:13
                        immer schwächer, weil früher hatten wir,
                        0:24:14–0:24:19
                        jeder kennt diesen berühmten Pilz in der Bevölkerungs-, in der Altersverteilung,
                        0:24:19–0:24:20
                        in der Gesamtgesellschaft.
                        0:24:20–0:24:26
                        Und diesen Pilz gibt es ja jetzt zunehmend nicht mehr. Und unten kommt eben nichts mehr nach.
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                        Also jetzt, wo die Riesenwelle von diesen geburtenstarken Jahrgängen langsam
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                        in diese Pflegebedürftigkeit hineinkommen,
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                        da gibt es unten aber nicht annähernd mehr eine Bevölkerung,
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                        diese 80 Prozent sind einfach nicht mehr da, die die noch versorgen können.
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                        So und da merkt man, das Problem kann man nur lösen, wenn man jetzt sozusagen
                        0:24:49–0:24:53
                        die Gleichaltrigen untereinander viel stärker aktiviert.
                        0:24:53–0:24:59
                        Das ist sonst überhaupt nicht lösbar. Das heißt, wir müssen diese Gemeinschaftsformen
                        0:24:59–0:25:04
                        wählen sozusagen und in Niederlanden zum Beispiel macht man das hervorragend
                        0:25:04–0:25:07
                        mit diesem Butzauk-Netzwerk. Wir müssen das aktivieren.
                        0:25:08–0:25:12
                        Da gibt es eben Menschen, die haben das Glück im Alter richtig und bis zum Ende,
                        0:25:13–0:25:17
                        weitgehend zum Ende schön fit zu sein und noch was tun zu können.
                        0:25:17–0:25:19
                        Und es gibt eben die anderen, die hat es leider erwischt.
                        0:25:20–0:25:25
                        Und es wäre ein Riesenvorteil, wenn die Menschen, die sich gut kennenlernen.
                        0:25:26–0:25:31
                        Eben weil sie zusammenleben in solchen Projekten, das sind die Wahlverwandtschaften
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                        dann, und dann unterstützt man sich eben, wenn der eine oder der andere mal Probleme hat.
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                        Und dann ist das keine geldwerte Leistung, sondern das entsteht eben aus dem
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                        gemeinschaftlichen Zusammenleben.
                        0:25:43–0:25:49
                        Da entsteht das. Das ist die Perspektive des gemeinschaftlichen Mehrgenerationenwohnens.
                        0:25:50–0:25:55
                        Uns geht eben auch darum, überhaupt gar nicht erst in die Pflegebedürftigkeit zu kommen.
                        0:25:55–0:26:00
                        Also frühzeitig dafür zu sorgen, dass wir fit in die Kiste steigen können.
                        0:26:00–0:26:02
                        Und das geht Hand in Hand.
                        0:26:04–0:26:10
                        Und da könnte man noch auf etwas kommen, Anke, was wir ja gut kennen als Salutogenese.
                        0:26:10–0:26:15
                        Also was erhält uns gesund oder wenn wir krank werden, was macht uns wieder gesund?
                        0:26:15–0:26:21
                        Und da hat doch tatsächlich ein Forscher, das über Jahrzehnte mit zehntausenden
                        0:26:21–0:26:24
                        von Probanden systematisch erforschen, was ist das Ergebnis?
                        0:26:25–0:26:26
                        Und das ist jetzt ganz spannend.
                        0:26:26–0:26:32
                        Es sind alles soziale Faktoren, die darüber bestimmen, wie gesund wir werden oder bleiben.
                        0:26:32–0:26:37
                        Und wenn man jetzt eben eine gute Gemeinschaft hat, dann ist das die beste Voraussetzung,
                        0:26:37–0:26:40
                        richtig lange gesund zu bleiben und fit zu bleiben.
                        0:26:40–0:26:45
                        Man erlebt noch Sinn mit anderen Menschen zusammen, man hat Geselligkeit,
                        0:26:45–0:26:50
                        man ist nicht einsam, man macht was zusammen, das sind die besten Faktoren,
                        0:26:50–0:26:53
                        um auf Dauer gesund zu bleiben. Man wird auch mal gebraucht.
                        0:26:54–0:27:01
                        Man kann auch was tun für andere und hat selber Hilfe und das weiß man auch.
                        0:27:02–0:27:05
                        Da ist Verlässlichkeit, da ist Verbindlichkeit, da ist Vertrauen.
                        0:27:06–0:27:11
                        Das ist diese soziale Einbindung. Das ist das, was uns am besten gesund hält.
                        0:27:11–0:27:15
                        Ihr beide habt ja jetzt spezifisch nochmal zum Thema Gesundheit und Pflege gesprochen.
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                        Das sind ja im Grunde zwei Bedürfnisbereiche, die wir als Menschen so haben.
                        0:27:21–0:27:25
                        Und genauso brauchen wir aber ja auch Versorgung mit Lebensmitteln,
                        0:27:25–0:27:32
                        mit Mobilität, mit allen möglichen weiteren Dienstleistungen und Gütern.
                        0:27:33–0:27:37
                        Das heißt, wir können das auch wie so eine Art generelleres Bild übertragen.
                        0:27:38–0:27:42
                        Und genau, da sehe ich auch, jetzt hattet ihr es ja schon angesprochen,
                        0:27:42–0:27:44
                        zum Beispiel das Problem demografischer Wandel,
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                        und genauso können wir da, wenn wir in die Zukunft schauen, aber auch ökologische
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                        Herausforderungen sehen, also Klimawandel und dadurch zunehmend kollabierende Klimasysteme,
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                        die zum Beispiel total viel mit Nahrungsmittelverfügbarkeit und Nahrungsmittelsicherheit,
                        0:27:59–0:28:01
                        Ernährungssicherheit machen werden.
                        0:28:01–0:28:05
                        Genau, dann gibt es ja noch viel weitere Faktoren außer Klima,
                        0:28:05–0:28:09
                        die zu ökosystemischen Herausforderungen führen.
                        0:28:09–0:28:12
                        Es gibt zum Beispiel dieses Modell der Planetary Boundaries,
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                        wo Forscher so elf verschiedene oder neun verschiedene Kategorien sind,
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                        glaube ich, Grenzen der Tragfähigkeit dieses Planetens aufgezeigt haben und
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                        wie sehr wir die als Menschheit in vielerlei Hinsicht überschreiten.
                        0:28:25–0:28:28
                        Genauso sehen wir ja gerade immer mehr und mehr eine Krise der Demokratie.
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                        Und ich glaube, das liegt auch viel daran, wie unsere sozialen Strukturen.
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                        Sozialer Ungerechtigkeit. Also darin, wie innerhalb zum Beispiel auch unserer
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                        deutschen Gesellschaft, wie ungleich verteilt dort Ressourcen sind,
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                        einfach durch ein Leben mit den
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                        aktuellen wirtschaftlichen Logiken des Kapitalismus jetzt seit ein paar,
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                        Jahrzehnten so richtig extrem und ein paar Jahrhunderten, wo immer mehr Akkumulationen,
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                        also immer mehr ankommen, dass die eine Wirtschaft mit Staubsauger,
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                        also wie so, dass Ressourcen einfach und Güter hochgesaugt werden zu ein paar wenigen, genau.
                        0:29:03–0:29:07
                        Innerhalb einer Gesellschaft, aber dann auch, also innerhalb eines Staates,
                        0:29:07–0:29:11
                        sage ich mal, deutsche Gesellschaft in Anführungszeichen, aber darüber hinaus
                        0:29:11–0:29:16
                        ja auch total stark noch in neokolonialen Mustern, also Nord-Süd-Süd.
                        0:29:17–0:29:24
                        Genau, und weiteren Machtdimensionen, in denen wir wo immer noch ganz viel Diskriminierung herrscht.
                        0:29:25–0:29:29
                        Genau, also das wie so als der Horizont auch, oder der Kontext,
                        0:29:29–0:29:34
                        in dem wir Versorgung organisieren müssen und der sich auch weiterhin vermutlich
                        0:29:34–0:29:35
                        krisenhaft verschärfen wird,
                        0:29:36–0:29:41
                        was ja auch unter diesem Begriff der Polykrise oder Metakrise gerade oft gegriffen wird.
                        0:29:42–0:29:45
                        So, und jetzt also die Frage dann, wie gestalten wir Versorgungsstrukturen,
                        0:29:45–0:29:51
                        die in diesem Kontext weiterhin Bedürfniserfüllung ermöglichen.
                        0:29:51–0:29:55
                        Also mich gut mit Nahrung versorgen, mit Pflege und Gesundheit,
                        0:29:56–0:29:59
                        mit allen möglichen weiteren Bedürfnisbereichen.
                        0:30:00–0:30:06
                        Auch eben dann, wenn der aktuelle Markt oder aber der Staat dafür nicht mehr gut sorgen können.
                        0:30:07–0:30:10
                        Also Staat im Sinne von zum Beispiel, okay, das Pflegesystem,
                        0:30:10–0:30:13
                        das staatliche Pflegesystem, das staatliche Rentensystem kann mit demografischem
                        0:30:13–0:30:15
                        Wandel so nicht mehr weiter umgehen.
                        0:30:15–0:30:19
                        Und ist nicht mehr finanzierbar und tragfähig, wie Reinhard es gerade benannt hat.
                        0:30:20–0:30:25
                        Oder Markt, so diese Idee von, naja, freier Markt führt zu bestmöglicher Ressourcen-
                        0:30:25–0:30:26
                        und Bedürfnisbefriedigung.
                        0:30:26–0:30:28
                        Alle, die an diesem Markt teilnehmen, das sehen wir ja schon lange,
                        0:30:29–0:30:31
                        dass das einfach absolut nicht funktioniert.
                        0:30:32–0:30:36
                        Also die Frage nach dem Aufbau von alternativen Strukturen, auch abseits davon.
                        0:30:36–0:30:41
                        Und da würde ich sagen, ist dann genau das, was wäre hier, die Idee davon,
                        0:30:42–0:30:45
                        Gemeinschaften zusammenzubringen rund um einen Ort. Erstmal,
                        0:30:45–0:30:49
                        indem sie gemeinsam wohnen und sich dann da gemeinsam miteinander zu organisieren,
                        0:30:49–0:30:51
                        einzuüben, wie funktioniert denn das überhaupt?
                        0:30:51–0:30:54
                        Rainer hat ja gerade schon gesagt, weil wir das jetzt schon lange Zeit einüben,
                        0:30:54–0:30:57
                        schreiben wir einfach eine Rundmelde in unseren Verteiler und direkt melden sich Leute.
                        0:30:57–0:31:01
                        Also da ist eine gewisse Kultur auch gewachsen, da ist eine gewisse Verbundenheit
                        0:31:01–0:31:05
                        miteinander. Und all das sind wieder so ein bisschen anderer Lebensstil,
                        0:31:05–0:31:10
                        als als separiertes Individuum in der Konsumgesellschaft zu leben erstmal einfach.
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                        Und das ist also was, was wir einüben können, also uns organisieren als Menschen.
                        0:31:17–0:31:20
                        Gemeinschaften. Und das zu üben.
                        0:31:21–0:31:26
                        Genau. Das einzuüben darin, fähig zu werden, mehr und mehr und mehr dann also
                        0:31:26–0:31:29
                        auf so eine Art und Weise unser Leben und unsere Bedürfnisse zu befriedigen
                        0:31:29–0:31:35
                        und bestreiten und dann auch, wenn der Kontext krisenhafter wird in Zukunft,
                        0:31:35–0:31:39
                        darauf zurückgreifen zu können und damit eben eine Versorgungsstruktur zu haben,
                        0:31:40–0:31:43
                        die auch in dieser krisenhafteren Welt noch funktioniert, noch trägt,
                        0:31:43–0:31:48
                        die in dem Sinne resilient ist, sich also an Krisen und in eine Kontexte anpassen kann.
                        0:31:49–0:31:52
                        Wir erleben das in den Gesprächen.
                        0:31:54–0:31:57
                        Dass Menschen fast wie resignieren.
                        0:31:57–0:32:03
                        Ich höre die Nachrichten, ich höre diese Krisen überall und ich kann nichts tun.
                        0:32:04–0:32:12
                        Und da möchten wir wirklich euch einfach ermutigen und einladen zu schauen, hey, ihr habt Visionen.
                        0:32:13–0:32:17
                        Traut euch, diese Visionen auszusprechen. Geht in Gesprächen mit anderen,
                        0:32:17–0:32:22
                        alleine schaffst du es nicht, aber mit anderen gemeinsam ist es möglich,
                        0:32:22–0:32:24
                        riesige Projekte aufzubauen.
                        0:32:25–0:32:29
                        Es ist unglaublich, was wir als Gemeinschaften aufbauen können.
                        0:32:29–0:32:37
                        Und wir sollten diese Systeme, diese neuen Strukturen, diese Inseln jetzt aufbauen,
                        0:32:37–0:32:42
                        solange das Alte noch irgendwie existiert, damit sie stark genug sind, wenn das Alte bricht.
                        0:32:43–0:32:49
                        Ich bin ein Kind der DDR und ich habe erlebt, wie ein altes System zusammengebrochen
                        0:32:49–0:32:53
                        ist und wie dann die alten Strukturen mitten mal die neuen waren,
                        0:32:53–0:32:54
                        weil das neue nicht stark genug war.
                        0:32:55–0:33:00
                        Und deswegen ist es mir extrem wichtig, dass wir jetzt starke Strukturen aufbauen.
                        0:33:01–0:33:07
                        Kommt ins Tun, fangt an mit den ersten Schritten. Gemeinsam ist ganz viel möglich.
                        0:33:07–0:33:12
                        Und gemeinsam können wir eine Welt gestalten auf einer lokalen Basis.
                        0:33:12–0:33:17
                        Viele, viele Inseln, die miteinander vernetzt sind, die voneinander lernen und
                        0:33:17–0:33:24
                        wo wir gemeinsam dieses Feld entwickeln, erst mal egal, was da draußen passiert.
                        0:33:24–0:33:29
                        Ja, danke. Danke euch allen sozusagen. Ich finde es mega reich,
                        0:33:29–0:33:33
                        dieses Gespräch und würde gerne einmal noch, genau, auch was dazulegen, weil es ist ja,
                        0:33:34–0:33:37
                        also genau, was ich total oft höre, wenn ich dann sage, ja, gemeinschaftsbasierte
                        0:33:37–0:33:42
                        solidarische Wirtschaftsstrukturen, Versorgungsstrukturen, dann sagen die Leute, ja Gott, ne?
                        0:33:42–0:33:46
                        Aber Gott, dann muss ich ja irgendwie damit klarkommen, dass da andere Menschen
                        0:33:46–0:33:48
                        sind, die irgendwie mir auf den Nerv gehen.
                        0:33:49–0:33:54
                        Also es wird immer so gestöhnt, dass Gemeinschaft so anstrengend ist.
                        0:33:54–0:33:58
                        Und was man ja heute, was uns ja beigebracht wurde, also ich bin kein Kind der
                        0:33:58–0:34:02
                        DDR, ich bin ein Kind des Neoliberalismus, so nenne ich mich,
                        0:34:03–0:34:07
                        was uns heute, also was mir beigebracht wurde in meinem Aufwachsen ist,
                        0:34:08–0:34:12
                        naja, du sicherst dich halt eigenständig ab und du bist möglichst unabhängig
                        0:34:12–0:34:14
                        von anderen und das machst du, indem du,
                        0:34:15–0:34:19
                        Erstmal dir eine gute Bildung, also in dem du in diesem Bildungswettbewerb bestehst,
                        0:34:20–0:34:21
                        dann holst du dir einen sehr guten Job.
                        0:34:21–0:34:24
                        Der ist sehr gut, weil du sehr viel Geld verdienst.
                        0:34:25–0:34:29
                        Sonst ist es eigentlich kein anderes Kriterium für gut, sondern du verdienst halt sehr viel Geld.
                        0:34:30–0:34:34
                        Und dann mit diesem vielen Geld kannst du dich eben absichern gegen alles,
                        0:34:35–0:34:38
                        was da kommt und bestenfalls dir jede Freiheit kaufen, die du haben kannst.
                        0:34:39–0:34:41
                        Und wenn ich das jetzt mal so überlege, ich hätte, wäre diesen Weg gegangen,
                        0:34:41–0:34:44
                        dann hätte ich jetzt irgendwie, keine Ahnung, ein hohes Einkommen.
                        0:34:45–0:34:53
                        Würde mir halt eine beste Versorgung für meine Kinder irgendwie kaufen für 500 Euro im Monat.
                        0:34:53–0:34:56
                        Wahrscheinlich gibt es auch mehr, aber sonst die normale 500 Euro im Monat.
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                        Dann bezahle ich in alle möglichen Versicherungen ein, die mich im Fall des
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                        Falles irgendwie bestenfalls absichern.
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                        Ich meine, bei der Pflege wissen wir es nicht, bei der Rente ehrlich gesagt wissen wir es nicht.
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                        Aber dann gibt es ja noch die Privaten
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                        sozusagen, die in den Finanzmarkt investieren oder ich hole mir ETFs.
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                        Also investiere direkt in den Finanzmarkt und spekuliere sozusagen da mit in
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                        der Hoffnung, dass eben die Unternehmen, in die da investiert wird,
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                        immer weiter steigen und das Währungs- und Finanzsystem eben bestenfalls nicht zusammenbricht.
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                        Auch das kann man ja heute gar nicht mehr mit Sicherheit sagen.
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                        Und dann gehöre ich eben vielleicht zu den, keine Ahnung, 5%,
                        0:35:34–0:35:39
                        10% hier in Deutschland, die sich eben diesen Lebensstil leisten können, bestenfalls.
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                        Als wenn man aber jetzt nicht zu dieser Elite gehört,
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                        die sozusagen die allerhöchsten Gehälter verdient, sondern eher orthonormalmäßig
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                        mit seinen 2000 Euro Netto unterwegs ist, das ist das Medianeinkommen hier in
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                        Deutschland, dann kann man dieses Spiel nicht mitspielen.
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                        Also dann überlege ich mir, okay, ich habe Eltern, die müssen gepflegt werden,
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                        für die muss ich 4000 Euro, 5000 Euro im Monat für einen Pflegeplatz bezahlen.
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                        Gerade jetzt, Reinhard gesagt, vor allem junge Frauen kümmern sich dann um die
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                        Pflege ihrer Kinder und ihrer Eltern.
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                        Und sollen auch noch arbeiten. Kein Lifestyle-Teilzeit hier,
                        0:36:18–0:36:20
                        sondern bestenfalls Vollbeschäftigung.
                        0:36:20–0:36:24
                        Und dann kriegt man so eine Enge um die Brust.
                        0:36:24–0:36:28
                        Und wenn man sich das dann noch überlegt, okay, es wird jetzt noch krisenhafter,
                        0:36:28–0:36:33
                        als es gerade eh schon ist. Also wir werden weniger Menschen haben,
                        0:36:33–0:36:34
                        die in der Pflege arbeiten.
                        0:36:36–0:36:40
                        Einkommen wird wahrscheinlich jetzt erstmal nicht steigern.
                        0:36:40–0:36:46
                        Die sozialen Sicherungssysteme werden gerade eher abgebaut als ausgebaut und so weiter.
                        0:36:47–0:36:50
                        Dann ist das was, was ich mir in zehn Jahren gar nicht vorstellen will.
                        0:36:50–0:36:53
                        Heißt, was ich nochmal betonen will, ist dieses...
                        0:36:54–0:36:57
                        Ich meine, man kann den Kopf in den Sand stecken und irgendwie resignieren und
                        0:36:57–0:37:02
                        trotzdem wird man auf diese Zukunft dann hinauslaufen, wenn man nichts tut,
                        0:37:02–0:37:08
                        wenn man sich nicht organisiert, sondern wenn man in die Systeme vertraut, die so existieren,
                        0:37:08–0:37:15
                        dann wird man da als orthonormal verdienende Person wahrscheinlich hinten unterfallen.
                        0:37:16–0:37:20
                        Und deshalb auch vielleicht nochmal für euch, für die Zuhörenden so zum Nachdenken,
                        0:37:21–0:37:26
                        was ist denn wirklich eine Absicherung, eine Versicherung, auf die wir bauen wollen?
                        0:37:27–0:37:33
                        Also was halten wir denn für wahrscheinliche Szenarien und vertrauen wir wirklich
                        0:37:33–0:37:35
                        darauf, dass uns der Markt nicht fallen lässt?
                        0:37:35–0:37:42
                        Also dass der so weiter funktioniert oder hat nicht die Vergangenheit bewiesen
                        0:37:42–0:37:44
                        mit Finanzkrisen und so weiter, dass eigentlich,
                        0:37:44–0:37:48
                        wenn es wirklich krisenhaft wird, dass sich dann ein paar Leute noch schnell
                        0:37:48–0:37:52
                        die Taschen voll machen und das System kollabieren lassen und dann bestenfalls
                        0:37:52–0:37:54
                        darauf hoffen, dass der Staat einspringt.
                        0:37:54–0:37:59
                        Und trauen wir gerade dem Staat zu, auch unter dem Druck, unter dem er gerade
                        0:37:59–0:38:04
                        steht und sozusagen mit der Fantasie, in der er agiert.
                        0:38:05–0:38:09
                        Not, also sehr fantasielos, will ich damit sagen. Ich bin Kommunalpolitikerin
                        0:38:09–0:38:13
                        und es ist einfach nur Wahnsinn, wie unkreativ.
                        0:38:14–0:38:17
                        Wir als Politik und als Verwaltung, ich nehme mich damit rein.
                        0:38:19–0:38:23
                        Also wie unkreativ unsere Lösungsvorschläge sind, auf die wir uns einigen können,
                        0:38:23–0:38:26
                        in den politischen Konstellationen, die sie sind.
                        0:38:26–0:38:29
                        Also genau, deshalb nochmal vielleicht der Appell an die Menschen da draußen,
                        0:38:30–0:38:33
                        sich nochmal zu überlegen, wo investiere ich denn mein Geld rein?
                        0:38:34–0:38:38
                        Und da wirklich zu gucken, macht es Sinn für mich, mein Geld abzuführen an den
                        0:38:38–0:38:41
                        Finanzmarkt, an große Konzerne, die dann wiederum dieses Geld nehmen,
                        0:38:41–0:38:48
                        um in riesige Pflegemonopole reinzuinvestieren, die dann wieder Profit aus dem
                        0:38:48–0:38:52
                        System ziehen oder stecke ich es nicht in den Aufbau von Gemeinschaften?
                        0:38:52–0:38:55
                        Und da würde ich gerne auch nochmal von euch hören, vielleicht nicht jetzt,
                        0:38:55–0:39:02
                        aber wie würde das denn funktionieren, wenn ich jetzt sage, ich glaube auch
                        0:39:02–0:39:04
                        nicht daran, dass es so weitergeht und ich glaube auch nicht daran,
                        0:39:04–0:39:06
                        dass Markt und Staat gerade fähig sind,
                        0:39:06–0:39:09
                        uns gute Möglichkeiten zu präsentieren.
                        0:39:10–0:39:12
                        Dann zu fragen, okay, was sind denn Schritte, die ich gehen kann,
                        0:39:12–0:39:14
                        um mich in Gemeinschaft zu organisieren?
                        0:39:14–0:39:18
                        Wo soll ich denn rein investieren? Was sind denn die nächsten Schritte sozusagen?
                        0:39:20–0:39:23
                        Ich sehe, Rainer mag darauf antworten und ich mag noch kurz vorher einen zweiten
                        0:39:23–0:39:27
                        guten Grund, wie Sie da hinlegen, warum wir über diese Alternativen nachdenken
                        0:39:27–0:39:30
                        sollten, nämlich neben der Versorgungssicherheit, auf die Hanna ja jetzt angespielt
                        0:39:30–0:39:33
                        hat, die Frage nach Werten.
                        0:39:33–0:39:38
                        Also im Sinne von, ich kann ja jetzt in ETFs investieren oder wie auch immer.
                        0:39:38–0:39:42
                        Und letztlich, was ich damit tue, ist ja mitspielen in einem Spiel von Ausbeutung und Extraktion.
                        0:39:43–0:39:46
                        Also wo kommen die Profite im Finanzmarkt her? Daher, dass an anderen Stellen
                        0:39:46–0:39:48
                        Menschen und Natur ausgebeutet wird.
                        0:39:49–0:39:52
                        Und ich spiele dann mit in dem Spiel von so einer Art Ellbogengesellschaft.
                        0:39:52–0:39:56
                        Die Frage nach, wer kann sich am ehesten noch retten?
                        0:39:57–0:40:01
                        Oder ich habe oft auch so ein Bild von vielen Booten auf steigendem Wasser und
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                        die kleinen Boote gehen immer mehr und mehr unter und die Frage ist,
                        0:40:03–0:40:06
                        kann ich noch in ein großes Boot steigen? Kann ich mein Boot ausbauen?
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                        Also ich bin in so einem ganz individuellen Absichern und nehme damit total
                        0:40:10–0:40:13
                        in Kauf, dass rundherum, aber alle möglichen Leute absaufen.
                        0:40:14–0:40:18
                        Also ich spiele mit und reproduziere auch so eine Ellbogengesellschaft.
                        0:40:19–0:40:21
                        Und das ist für mich auch noch ein super wichtiger zweiter Punkt.
                        0:40:21–0:40:23
                        Nicht nur die Frage nach persönlicher Versorgungssicherheit,
                        0:40:23–0:40:25
                        sondern auch, in was von der Welt wollen wir denn leben?
                        0:40:26–0:40:31
                        Wollen wir wirklich Burgen bauen und die bewaffnet verteidigen? Genau.
                        0:40:32–0:40:35
                        Und jetzt als Schleife zurück wieder zu der Frage von Hannah,
                        0:40:35–0:40:40
                        die Rainer vielleicht jetzt beantwortet, auch nach Alternativlösungen und Vorschlägen.
                        0:40:42–0:40:46
                        Also um das nochmal klarzumachen, was Anka auch angesprochen hat eben.
                        0:40:46–0:40:54
                        Also nur mal so ein ganz kurzer Blick noch auf zwei Zahlen, damit man sehen
                        0:40:54–0:40:56
                        kann, was hier gerade passiert.
                        0:40:57–0:41:07
                        Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Einkommen aus Kapital 0,9 Prozent und 99,1 Prozent aus Arbeit.
                        0:41:08–0:41:15
                        Jetzt haben wir ein Verhältnis von, und ich bin beileibe, ich bin leidenschaftlicher
                        0:41:15–0:41:18
                        Unternehmer, also mich bitte nicht falsch verstehen.
                        0:41:18–0:41:22
                        Also ich habe mit kommunistischen Systemen oder sozialistischen nichts zu tun,
                        0:41:23–0:41:27
                        sondern mich fasziniert es, wenn die Menschen ihre Dinge selber in die Hand nehmen.
                        0:41:29–0:41:35
                        Jetzt haben wir ein Kapitaleinkommen von um die 40 Prozent und das steigt exponentiell.
                        0:41:36–0:41:41
                        Das heißt, der Anteil der Arbeit an der Wirtschaft nimmt ständig ab und der
                        0:41:41–0:41:45
                        Anteil des Anspruchs des Kapitals auf Verzinsung nimmt ständig zu.
                        0:41:46–0:41:51
                        Und dieses System ist eben so gebaut, dass es automatisch so geht durch den Zinseszins.
                        0:41:51–0:41:56
                        Da gibt es also überhaupt keinen Vertun. Dieses System geht mit Notwendigkeit auf diesen Punkt zu.
                        0:41:57–0:42:02
                        Und diejenigen, die dieses System erfunden haben oder das steuern, die wissen das.
                        0:42:03–0:42:08
                        Also das kann man, wenn man mag, kann man das an entsprechenden Stellen nachlesen.
                        0:42:08–0:42:11
                        Wollen wir jetzt hier nicht tiefer eingehen. Wir wollen ja Lösungen präsentieren.
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                        Und meine Mentoren, die ich das Glück gehabt habe, muss ich sagen,
                        0:42:17–0:42:22
                        zu haben, das waren Menschen, das war ein Anwalt, ein Steuerberater und ein
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                        Finanzierungsberater.
                        0:42:25–0:42:32
                        Und die haben, soweit mir bekannt, das erste gemeinschaftliche Mehrgenerationenwohnprojekt
                        0:42:32–0:42:36
                        gemacht in Deutschland, was so diese Überschrift hatte und das als bewussten
                        0:42:36–0:42:37
                        Gestaltungsprozess gemacht hat.
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                        Und das ist in Bielefeld entstanden und später hat sich herausgestellt,
                        0:42:42–0:42:45
                        dass eben die Menschen, die sowieso schon um mich herum waren,
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                        also mein Steuerberater, der Anwalt, mit dem ich zusammengearbeitet habe,
                        0:42:49–0:42:52
                        sowas braucht man eben, wenn man so größere Projekte macht.
                        0:42:53–0:42:57
                        Und das waren schon die, ich wusste nur nicht, dass sie dieses Projekt gemacht
                        0:42:57–0:43:03
                        haben, weil ich lebe ja in Karlsruhe und nicht in Bielefeld und so fügte sich das alles zusammen.
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                        Und dieser Finanzierungsberater, der kam auf dem Umfeld um den Ernst-Wilhelm
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                        Barkhoff, der Barkhoff ist der eigentliche Gründer der GLS-Bank.
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                        Und die GLS-Bank hieß ja ursprünglich Gemeinschaft für Laien und Schenken und nicht Bank.
                        0:43:20–0:43:25
                        Das ist eine Erfindung der nachfolgenden Generation. Ich würde vielleicht sagen,
                        0:43:25–0:43:28
                        es ist vielleicht sogar der Verrat an der eigentlich ursprünglichen Idee.
                        0:43:28–0:43:34
                        Weil was hat der Ernst Wilhelm Barkow als Credo gehabt sozusagen?
                        0:43:34–0:43:39
                        Der hat gesagt, Banken braucht man nur, weil ihr euch nicht vertraut untereinander.
                        0:43:39–0:43:44
                        Wenn ihr euch vertraut und deswegen Gemeinschaft für Laien und Schenken.
                        0:43:45–0:43:48
                        Und er hat auch entsprechende Finanzierungsinstrumente damals erfunden.
                        0:43:48–0:43:54
                        Und so sind dieses ganze, ich möchte sagen, wirtschaftliche Ökosystem,
                        0:43:54–0:43:57
                        was in der anthroposophischen Szene mal aufgebaut worden ist,
                        0:43:57–0:43:58
                        diese hunderte von Schulen,
                        0:43:59–0:44:04
                        die Altersheime, die eine unglaubliche Qualität haben, mit nichts zu vergleichen,
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                        was man sonst so in der Altenpflege kennt.
                        0:44:07–0:44:12
                        Also geht mal wirklich in so ein Heim, das sind Kulturhochburgen und wie da
                        0:44:12–0:44:14
                        gepflegt wird und so weiter.
                        0:44:15–0:44:19
                        Und diese Gemeinschaft für Leihen und Schenken und diese Finanzierungsinstrumente,
                        0:44:19–0:44:22
                        die haben erlaubt, diese Infrastruktur aufzubauen.
                        0:44:22–0:44:26
                        So, und jetzt ist das natürlich so nicht mehr richtig präsent.
                        0:44:26–0:44:27
                        Es gibt noch so Reste davon.
                        0:44:28–0:44:32
                        Also müsste man jetzt fragen, wie kann man das machen?
                        0:44:32–0:44:37
                        Und der große Leitsatz vom Ernst-Wilhelm Barkow, wenn man mich mit mir zusammen
                        0:44:37–0:44:40
                        zu einem Vortrag bestellt, dann kommt er immer so an erster Stelle mit.
                        0:44:41–0:44:48
                        Und wenn du Vorsorge betreiben willst, dann baue soziale Strukturen auf.
                        0:44:48–0:44:52
                        Also investiere dein Geld in den Aufbau sozialer Strukturen.
                        0:44:52–0:44:57
                        Und wenn ich euch jetzt eben diese Zahl genannt habe, dass unser ganzes System
                        0:44:57–0:45:01
                        nicht in der Lage ist, die Pflege abzudecken, dass wir mit diesen Milliardenbeträgen
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                        nur 20 Prozent abgedeckt kriegen, und das ja auch mehr schlecht und recht, wie wir alle wissen,
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                        aus den Zeitungsberichten.
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                        Und 80 Prozent werden in sozialen Strukturen erbracht, dann wissen wir um die
                        0:45:13–0:45:16
                        Leistungsfähigkeit der sozialen Strukturen.
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                        Und wenn jetzt eben diese alten Großfamilienstrukturen, die das bisher getragen
                        0:45:21–0:45:27
                        haben oder auch Kleinfamilienstrukturen, eben so immer weiter zerfallen, wir kennen das alle,
                        0:45:27–0:45:31
                        wir wissen, dass es immer weniger Familien gibt, es wird immer weniger geheiratet,
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                        es gibt immer weniger Kinder,
                        0:45:33–0:45:38
                        also diese Strukturen gibt es eben nicht mehr, dann ist ja die einzige Möglichkeit,
                        0:45:38–0:45:45
                        das was früher so aus natürlichen Prozessen heraus sozusagen soziale Strukturen
                        0:45:45–0:45:47
                        gebaut hat, Familienstrukturen, Dorfstrukturen,
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                        Clanstrukturen und so weiter, das waren die sozialen Systeme,
                        0:45:52–0:45:56
                        dann müssen wir das jetzt als bewusst gestalteten Prozess machen.
                        0:45:57–0:46:00
                        Und genau das ist das, was wir hier tun und was wir euch anbieten.
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                        Baut soziale Strukturen. Und wie man das machen kann, das ist genau das,
                        0:46:07–0:46:10
                        was wir auf dieser Reise mit euch, diesen Weg einmal aufzuzeigen.
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                        Was sind einzelne Komponenten davon und wie kann man diesen Weg gehen?
                        0:46:16–0:46:23
                        Ich möchte nochmal auf dieses Thema bau soziale Strukturen als deine Absicherung
                        0:46:23–0:46:27
                        eingehen. Ich bin seit 20 Jahren Artabaner-Mitglied.
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                        Das ist eine Gesundheits-Solidar-Gemeinschaft. Menschen kommen in kleinen Gemeinschaften
                        0:46:32–0:46:37
                        zusammen, wäre übrigens auch ein Modell dann für solche Wohngemeinschaften und
                        0:46:37–0:46:40
                        versprechen sich gegenseitige Solidarität.
                        0:46:40–0:46:45
                        Sie sind beim Arzt mit dem, was Sie einzahlen, sind Sie Selbstzahler,
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                        das heißt, Sie können zum Heilpraktiker, zum Arzt gehen und handeln mit dem
                        0:46:48–0:46:51
                        Arzt aus, was eine faire Bezahlung wäre.
                        0:46:51–0:46:54
                        Nicht an Leistungskataloge gebunden,
                        0:46:54–0:46:58
                        nicht an irgendwelche Gängelungen von irgendwelchen Kassensystemen.
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                        Ich schätze meinen eigenen Bedarf ein und bin natürlich eigenverantwortlich, den zu decken.
                        0:47:07–0:47:10
                        Aber ich bin in einem sozialen Kontext.
                        0:47:10–0:47:15
                        Ich habe eine Gemeinschaft, die mich unterstützt, wenn ich ein größeres Problem habe.
                        0:47:16–0:47:19
                        Ich habe eine Region, die mich unterstützt. Und so sind eben,
                        0:47:19–0:47:26
                        das zeigt Antabana, sind eben auch sehr, sehr große Fälle lösbar.
                        0:47:26–0:47:33
                        Also wir existieren seit Ende der 90er Jahre, haben da jetzt viel Erfahrung,
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                        sind knapp 3000 Menschen.
                        0:47:35–0:47:41
                        Außer uns gibt es noch zwei weitere berufsunabhängige Solidargemeinschaften,
                        0:47:41–0:47:44
                        Solidago und die Samariter, die ähnlich funktionieren.
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                        Und wir zeigen, dass wir einfach auch mit sehr, sehr großen Fällen gut umgehen
                        0:47:49–0:47:55
                        können und eben zum Teil Menschen besser begleiten können, Weil es eben nicht nur die Finanzen sind,
                        0:47:55–0:48:00
                        sondern eben auch die tägliche Unterstützung in den Gemeinschaften.
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                        Und als es für mich so um die Frage geht, verlasse ich die Krankenkasse,
                        0:48:05–0:48:13
                        da war eine ganz klare innere Antwort, deine Sicherheit ist die Gemeinschaft, in die du investierst.
                        0:48:13–0:48:21
                        Mit dem, was ich tue, mit meiner ehrenamtlichen Arbeit dort und mit diesem Bezug in der Gemeinschaft.
                        0:48:21–0:48:25
                        Das wollte ich nochmal zu diesem Investieren in Gemeinschaft dazu ergänzen.
                        0:48:26–0:48:31
                        Für mich ist die Hauptüberschrift, dass man vielleicht auch sich mal klar macht,
                        0:48:31–0:48:34
                        warum funktionieren denn diese anderen Strukturen so gut.
                        0:48:37–0:48:41
                        Also in jedem Gemeinderat, wo ich sitze, da wird immer, du wirst das kennen,
                        0:48:41–0:48:44
                        Hanna, Investoren, wo sind die Investoren?
                        0:48:45–0:48:48
                        Und ich denke immer, oh Gott, wo bin ich hier gelandet?
                        0:48:49–0:48:53
                        Die können ja auch brüllen, oh, versklavt mich bitte, wo sind sie denn, die das tun wollen?
                        0:48:54–0:49:01
                        Ja, also warum denn? Weil der Investor bezahlt gar nichts, weil bezahlen müssen wir das alles.
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                        Der kann ja nicht davon leben, dass er nachher Verlust macht,
                        0:49:05–0:49:06
                        sondern der lebt von uns.
                        0:49:06–0:49:10
                        Wir bezahlen ihn. Jeden Euro, den wir ausgeben, ich habe das eben gesagt,
                        0:49:10–0:49:13
                        40 Prozent, das ist natürlich nur der Durchschnitt.
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                        Das ist dann eben unterschiedlich gewichtet natürlich.
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                        Aber wenn wir einen Euro ausgeben, dann zahlen wir 40 Prozent an Menschen,
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                        die keine Leistung dafür erbringen für uns. Null.
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                        Doch, Sie haben doch Geld, Rainer. Sie haben doch einfach viel Geld. Das ist doch auch was.
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                        Wir haben doch, wir zahlen alles. Also wenn ich eine Miete zahle,
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                        dann zahle ich, wenn ich in einem älteren Haus wohne und wohne zur Miete,
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                        dann zahle ich 90 Prozent meines Geldes gehen ans Kapital.
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                        Das Haus ist ja schon bezahlt.
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                        90 Prozent. Und jetzt stellt euch vor, diese 90 Prozent eurer jetzigen Miete
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                        würdet ihr in euer eigenes Projekt investieren.
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                        Deswegen, wenn ich mit den Gruppen zusammenkomme, das ist natürlich am Anfang
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                        immer diese ganzen Ängste und ja und mit dem Geld und klappt das überhaupt?
                        0:50:03–0:50:04
                        Wie kriegt man eine Finanzierung hin?
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                        Da sage ich, die Finanzierung, die sitzt da schon. Ihr seid das.
                        0:50:10–0:50:15
                        Ihr müsst nur aussteigen aus diesem Staubsauger. Ihr müsst einfach da rausgehen.
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                        Und da ihr das alleine natürlich nicht könnt, alleine ist man ja da ohnmächtig.
                        0:50:21–0:50:25
                        Ich kann halt nicht konkurrieren mit einem Unternehmen, was Milliarden im Hintergrund
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                        hat und das schön absichern kann und schon bezahlte Grundstücke und Gebäude
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                        hat und überall irgendwelchen anderen Investoren wieder Absicherung bieten kann.
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                        Das kann ich alleine ja nicht. Da kann ich nicht mit konkurrieren.
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                        Das heißt, ich bin alleine in einer gewissen Ohnmachtstellung und dann kommt der Investor,
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                        also auch so ein Gemeinderat, der fühlt sich ja immer ohnmächtig,
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                        weil er eben nicht mehr genug Geld hat in der Gemeindekasse,
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                        weil man schon so verschuldet ist.
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                        Und dann ist er ohnmächtig und dann ruft er eben nach den Investoren.
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                        Und da müssen wir genau an dem Punkt müssen wir aussteigen und sagen,
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                        das Geld ist schon da. Noch ist es da, will ich sagen.
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                        Und wir müssen es einfach anders damit wirtschaften. Und dann sind wir bei eurem Thema.
                        0:51:09–0:51:13
                        Und deswegen arbeite ich gerne mit dem MYZELIUM zusammen. Eure Oberschrift für
                        0:51:13–0:51:18
                        eure Überschrift ist gemeinschaftliches Wirtschaften oder gemeinschaftsgetragenes
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                        Wirtschaften. Und das ist genau die Formel, mit der man das macht.
                        0:51:22–0:51:26
                        Und da müssen wir einfach anfangen. Und dann bauen wir Strukturen,
                        0:51:26–0:51:31
                        in denen systematisch sozusagen dem Staubsauger das Geld weggenommen wird und
                        0:51:31–0:51:33
                        es wird in eigene Strukturen gestellt.
                        0:51:33–0:51:36
                        Und ich würde, glaube ich, gerne noch einmal wirklich betonen,
                        0:51:36–0:51:40
                        weil du sagst, das Geld ist noch da. Weil wenn wir jetzt,
                        0:51:40–0:51:46
                        Also sobald man sozusagen in diese Bedrängnis kommt, dass man in so einen Pflegefall
                        0:51:46–0:51:50
                        wird und man irgendwie 4.000, 5.000 Euro im Monat dann bezahlen muss,
                        0:51:50–0:51:55
                        dann ist das Geld schnell weg auch. Also ich glaube, alle spüren es.
                        0:51:56–0:52:02
                        Wir sind an diesem Punkt, wo es gerade wirklich zählt, wie wir uns entscheiden,
                        0:52:03–0:52:04
                        wie sich viele von uns entscheiden.
                        0:52:05–0:52:08
                        Gebe ich mein Geld weiter in den Staubsauger und lasse es absaugen?
                        0:52:08–0:52:15
                        In Private Equity Fonds, die irgendwie lieblose Pflegeheime betreiben?
                        0:52:15–0:52:18
                        In ETFs, die irgendwie BlackRock und Co. finanzieren.
                        0:52:20–0:52:24
                        Also da gibt es ja zig Beispiele in Deutsche Wohnen und so weiter,
                        0:52:24–0:52:31
                        die auch einfach einsaugen und nicht mehr zurückgeben an uns, an die Realwirtschaft.
                        0:52:33–0:52:38
                        Oder steige ich da raus und nehme das, was ich habe, das, was ich eh habe und
                        0:52:38–0:52:42
                        jetzt gerade absaugen lasse, nehme ich es und gebe es in ein System,
                        0:52:42–0:52:51
                        was mir Sicherheit bietet und was mir auch würde im Sinne von Werten her,
                        0:52:51–0:52:56
                        die mir entsprechen, weil ich eben nicht andere Leute absaufen lassen möchte.
                        0:52:56–0:53:01
                        Und ich glaube, das möchte ich nochmal betonen, damit die Leute es auch verstehen,
                        0:53:01–0:53:03
                        es geht wirklich gerade ums Jetzt.
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                        Wie entscheide ich mich jetzt? Es geht nicht mehr um Übermorgen und es geht
                        0:53:06–0:53:08
                        nicht mehr um eine enkeltaugliche Zukunft.
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                        Es geht um eine Gegenwart, um eine würdevolle Gegenwart.
                        0:53:11–0:53:14
                        Und ich glaube, das sollten wir uns alle nochmal bewusst machen und da auch
                        0:53:14–0:53:19
                        uns die Zeit nehmen, uns bewusst in diesem Moment einmal zu fragen,
                        0:53:20–0:53:23
                        was möchte ich eigentlich fördern in der Welt?
                        0:53:23–0:53:31
                        Ich möchte noch mal einen Aspekt reinbringen, dieses Thema, warum mache ich
                        0:53:31–0:53:34
                        alles dreist zusammen, warum kombiniere ich das?
                        0:53:35–0:53:40
                        Mal abgesehen von diesem Thema Gemeinschaft, also ja,
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                        Ich baue da ein Wohnprojekt zusammen und das, was ich gewinne,
                        0:53:45–0:53:49
                        ist die Marge vom Bauträger und vom Investor.
                        0:53:49–0:53:51
                        Und der schafft mir jetzt Freiheit.
                        0:53:51–0:53:56
                        Ich kann aus dieser Freiheit gestalten. Ich kann es ökologischer machen.
                        0:53:56–0:53:58
                        Ich könnte es auch günstiger machen.
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                        Ich könnte es kultureller oder wie auch immer machen.
                        0:54:02–0:54:07
                        Also ich habe eine Gestaltungsfreiheit und ich könnte zum Beispiel auch sagen,
                        0:54:07–0:54:12
                        ja, uns ist es wichtig, dass eine Pflegestation hier existiert, in diesem Quartier.
                        0:54:12–0:54:18
                        Oder ich möchte, dass es hier Therapeuten gibt, die vielleicht auch gemeinschaftsbasiert
                        0:54:18–0:54:20
                        für diese Community sorgen.
                        0:54:20–0:54:25
                        Und jetzt schaffe ich aus diesen gemeinschaftlichen Wirtschaften heraus günstigere
                        0:54:25–0:54:30
                        Räume für die und erlaube dadurch, dass auch die ihre Leistungen günstiger anbieten können,
                        0:54:30–0:54:35
                        weil eben kein Kapital nach außen abfließen muss, weil alles hier bleibt.
                        0:54:35–0:54:38
                        Ja, ich glaube, wir sind an einem
                        0:54:38–0:54:42
                        guten Ende angekommen, auch wenn es erst irgendwie wie ein Anfang klingt.
                        0:54:43–0:54:48
                        Und da nochmal der Verweis an alle Zuhörenden am 15.
                        0:54:48–0:54:53
                        April 2026, falls ihr die Folge jetzt noch davor hört.
                        0:54:53–0:54:59
                        Um 20 Uhr treffen wir uns nochmal online und dort könnt ihr Fragen stellen zum
                        0:54:59–0:55:01
                        Podcast, könnt eure Resonanz teilen,
                        0:55:02–0:55:06
                        könnt aber auch Fragen stellen zu einem Projekt und zur Orientierungsphase und
                        0:55:06–0:55:10
                        zu denen, die da noch kommen, wenn ihr daran Interesse habt oder wenn ihr denkt,
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                        okay, jetzt ist mir bewusst geworden, ich will alles anders machen und direkt
                        0:55:14–0:55:16
                        in so eine Orientierungsphase gehen.
                        0:55:16–0:55:19
                        Meldet euch und kommt gerne auch zu diesem Online-Austausch-Format.
                        0:55:20–0:55:24
                        Genau, die verschiedenen Links werden wir auch nochmal in die Shownotes packen, unter die Folge.
                        0:55:25–0:55:29
                        Jetzt würde ich euch nochmal einladen, euch drei. Ich weiß, man könnte noch
                        0:55:29–0:55:33
                        viel sagen und das ist alles mit allem verbunden und das ist ein ultra wichtiges Thema.
                        0:55:33–0:55:40
                        Aber noch einmal zu überlegen, was muss zum Ende dieser Folge noch gesagt werden?
                        0:55:40–0:55:45
                        Was wollt ihr noch loswerden und zu einer Schlussrunde einladen? Wer möchte starten?
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                        Ich mag nochmal da anknüpfen, was Anke gerade gesprochen hat und vielleicht
                        0:55:50–0:55:52
                        einfach nochmal ein paar ganz konkrete Beispiele machen.
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                        Wir haben ja jetzt oft auch so ein bisschen auf einer gewissen Metaebene gesprochen,
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                        die glaube ich total viel Sinn macht, weil nur aus der Perspektive versteht
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                        man, warum brauchen wir eigentlich, was wir hier vorschlagen.
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                        Aber um es noch ein Stück konkreter zu machen, also dieser Punkt von ich kann
                        0:56:05–0:56:09
                        dann durch die nicht abfließenden Margen,
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                        günstiger, sozialer, ökologischer, kultureller das Projekt gestalten.
                        0:56:14–0:56:15
                        Wie sieht denn das dann aus?
                        0:56:16–0:56:18
                        Frank hat ja gerade schon gesagt, zum Beispiel wird dadurch möglich,
                        0:56:18–0:56:21
                        vor Ort dann Pflege anzusiedeln oder so.
                        0:56:21–0:56:23
                        Wenn ich hier bei uns ins Projekt schaue, in die Fuchsmühle,
                        0:56:24–0:56:29
                        dann ist es zum Beispiel so, dass dadurch zum Thema sozialer und inklusiver,
                        0:56:30–0:56:32
                        dass es dadurch zum Beispiel möglich wird,
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                        dass wir eine Food Corp haben, bei der Menschen sich einfach Essen nehmen,
                        0:56:36–0:56:40
                        so viel sie brauchen und wir dann im Sechs-Monats-Rhythmus schauen,
                        0:56:40–0:56:44
                        dass wir die Kosten dafür solidarisch finanzieren.
                        0:56:44–0:56:48
                        Also auch Menschen, die weniger Geld haben, können dann dort sich so viel Essen
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                        holen, wie sie brauchen.
                        0:56:50–0:56:56
                        Wir haben zum Beispiel hier so verschiedene Umverteilungstöpfe aufgebaut,
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                        in die, wenn Menschen im Kontext von Fuchsmühle arbeiten und damit geldeinnehmenden
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                        Teil des Einkommens in diese Umverteilungstöpfe fließen lassen,
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                        durch das Menschen die Aufbauarbeit hier vor Ort machen können.
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                        Also wenn sie sagen, naja, ich würde hier gerne was aufbauen,
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                        kann das aber nur, wenn ich ein Stück weniger für Geld außerhalb der Fuchsmühle
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                        arbeiten muss, dann können sie darüber refinanziert werden.
                        0:57:17–0:57:22
                        Genauso haben wir in unserer Beitrags- und Bieterunde, in der vieles davon auf
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                        einen Schlag finanziert wird,
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                        Umverteilungstöpfe für, den haben wir so Dekolonialitätsumverteilungstopf genannt,
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                        also wo Geld in den globalen Süden fließen kann und für Arbeit rund um Abbau
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                        von Diskriminierungsstrukturen und Machtstrukturen.
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                        Genau, wir bauen oder renovieren gerade die große Mühle hier und können das
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                        nach ökologischen Standards machen,
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                        einfach dadurch, dass wir verdankenswerterweise insgesamt zum Beispiel eine
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                        Million Euro Kapital eingesammelt haben als Genossenschaft, Genossenschaftsanteile,
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                        die Menschen bei uns angelegt haben, die diese Idee gut finden,
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                        also auch da so eine gemeinschaftsbasierte Finanzierung aufgebaut haben.
                        0:58:02–0:58:06
                        Die eben zinsfrei ist und die uns ermöglicht, diese Projekte umzusetzen und
                        0:58:06–0:58:09
                        das hier zum Beispiel ökologischer dann an der Stelle zu bauen.
                        0:58:10–0:58:14
                        Genau, weil wir nicht so viel Geld für die Rückfinanzierung von Krediten dann am Ende brauchen.
                        0:58:16–0:58:20
                        Genau, da könnte man noch viel mehr zu sagen. Wenn es euch wirklich doll interessiert,
                        0:58:20–0:58:24
                        kommt doch in die nächste Runde, eben am 29.10. bis 1.11.
                        0:58:25–0:58:30
                        Einmal ein kompaktes Wochenende oder aber für eine weitere 6-Monats-Reise.
                        0:58:31–0:58:36
                        Dafür schaut auf der Webseite vom MYZELIUM die Webseite ganz konkret.
                        0:58:36–0:58:38
                        Zu diesem Projekt stellen wir euch ja auch nochmal in die Shownotes.
                        0:58:38–0:58:42
                        Da könnt ihr euch bereits voranmelden oder aber Interesse bekunden.
                        0:58:42–0:58:45
                        Dann werdet ihr weiterhin informiert über die nächsten Schritte.
                        0:58:46–0:58:50
                        Ja, und ich verabschiede mich dann jetzt für heute auch. Vielen Dank für unser
                        0:58:50–0:58:52
                        tolles Gespräch. Ich bin natürlich jetzt noch weiter hier dabei,
                        0:58:52–0:58:54
                        aber das sind ja meine Abschlussworte.
                        0:58:54–0:58:56
                        Mir hat sehr viel Spaß gemacht.
                        0:58:57–0:59:05
                        Dann mache ich mal weiter. Was mir wichtig ist, so in der Abschlussrunde, traut euch zu träumen.
                        0:59:06–0:59:11
                        Traut euch, über eure Träume zu sprechen. Kommt zusammen und fangt an.
                        0:59:12–0:59:16
                        Und im Dragon Dreaming gibt es so dieses Zahlenspiel.
                        0:59:16–0:59:21
                        Es gibt tausend Visionen und Ideen in den Köpfen der Menschen.
                        0:59:22–0:59:24
                        Nur über hundert sprechen sie.
                        0:59:24–0:59:28
                        Zehn fließen in konkrete Projekte und drei sind erfolgreich.
                        0:59:28–0:59:34
                        Und unser Anspruch hier in dieser Runde ist, diese Zahl 3 nach oben zu bringen.
                        0:59:35–0:59:40
                        Lasst uns viele, viele gute, ausstrahlende Projekte anfangen.
                        0:59:40–0:59:45
                        Lasst uns daran lernen und daran wachsen. Und damit gestalten wir die Welt.
                        0:59:46–0:59:48
                        Du kannst gestalten. Trau dich.
                        0:59:49–0:59:54
                        Ja, da kann ich gut anschließen. Ich habe ja ganz viele Gruppen schon begleiten
                        0:59:54–0:59:59
                        dürfen, die eben solche Mehrgenerationen-Mohn-Projekte gemacht haben erfolgreich
                        0:59:59–1:00:02
                        und das geschafft haben.
                        1:00:02–1:00:06
                        Und so im Laufe dieser Arbeit ist ein Wort entstanden.
                        1:00:06–1:00:11
                        Irgendwann war es einfach da, was es so nicht gibt im deutschen Sprachgebrauch,
                        1:00:11–1:00:19
                        aber was vielleicht zum Ausdruck bringt, was so ein bisschen wie so ein Erfolgsrezept ist sozusagen.
                        1:00:19–1:00:22
                        Und dieses Wort heißt Weitmut.
                        1:00:23–1:00:28
                        Und das setze ich eben aus zwei Teilen zusammen. Und der erste Teil weit,
                        1:00:28–1:00:33
                        das heißt, gebt den anderen Menschen und gebt euch selber einen weiten Raum.
                        1:00:33–1:00:36
                        Also wir sind heute oft sehr eng.
                        1:00:36–1:00:40
                        Wir haben bestimmte Vorstellungen, wir haben bestimmte Erwartungen und wenn
                        1:00:40–1:00:43
                        die nicht erfüllt sind, genauso wie wir uns das so denken,
                        1:00:44–1:00:50
                        dann sind wir empfindlich und dann haben wir Ärger miteinander und dann fühlen
                        1:00:50–1:00:51
                        wir uns nicht wohl und so weiter.
                        1:00:51–1:00:56
                        Und deswegen, das meine ich wirklich ganz ernst, gebt, lasst uns einander einen
                        1:00:56–1:01:00
                        weiten Raum geben, damit Gemeinschaften gut gelingen können.
                        1:01:00–1:01:02
                        Und das Zweite ist, dafür braucht es Mut.
                        1:01:02–1:01:06
                        Ich muss mich darauf einlassen, auf einen neuen Weg. Ich muss aus meinem jetzigen
                        1:01:06–1:01:08
                        System, aus meinem Komfortsystem,
                        1:01:08–1:01:12
                        aus meinen Ängsten, aus meinen vielleicht auch sogar Traumata,
                        1:01:13–1:01:18
                        aus meinen Gewohnheiten, aus meinen Traditionen, ich muss einfach einsteigen
                        1:01:18–1:01:24
                        und muss Lust haben und Freude haben und den Mut haben, eben mit anderen Menschen
                        1:01:24–1:01:25
                        zusammen etwas aufzubauen.
                        1:01:26–1:01:32
                        Das ist das Fundament, auf dem so etwas entstehen kann.
                        1:01:32–1:01:39
                        Und wir laden euch ganz herzlich ein, kommt mit uns auf diese Orientierungsreise, die wir euch anbieten.
                        1:01:40–1:01:45
                        Das ist eine gute Gelegenheit, dass ihr das einmal sozusagen noch so in einer
                        1:01:45–1:01:49
                        Art Vorfeld kennenlernen könnt und entscheiden könnt und herausfinden könnt.
                        1:01:49–1:01:53
                        Das ist auch für uns was Gutes. Das wollen wir machen.
                        1:01:53–1:02:00
                        Und am 15.04., wie Hanna schon sagte, da trefft ihr uns alle live und da könnt
                        1:02:00–1:02:02
                        ihr uns ordentlich mit euren Fragen löchern.
                        1:02:03–1:02:08
                        Kommt gerne vorbei und lasst uns gemeinsam in so dieses Thema einsteigen.
                        1:02:09–1:02:14
                        Vielmehr bleibt mir nicht zu sagen. Danke fürs Zuhören. Wenn ihr unsere Arbeit
                        1:02:14–1:02:17
                        unterstützen wollt, dann liked diesen Podcast und verteilt ihn.
                        1:02:17–1:02:18
                        Schickt ihn an Menschen, die es interessiert.
                        1:02:19–1:02:24
                        Und werdet Mitglied im MYZELIUM-Ökosystem-Verein und vielen Dank fürs Zuhören.
                        1:02:24–1:02:26
                        Alles Gute euch. Tschüss.
                        1:02:27–1:02:32
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                        1:02:32–1:02:36
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                        1:02:36–1:02:42
                        MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                        1:02:42–1:02:46
                        Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                        1:02:47–1:02:50
                        Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                        1:02:50–1:02:54
                        für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                        1:02:54–1:02:58
                        hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

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                        1 hr 3 min

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