Myzelium Podcast

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  • MP089- Soziokratie

    • Hannah Heller
        In diese Folge geht es um die Soziokratie. Wir erzählen von den soziokratischen Entwicklungen innerhalb der MYZELIUM Organisation, was das eigene Anwenden und Lernen für Auswirkungen auf unsere Begleitung hat und führen ganz allgemein in die Welt der Soziokratie ein. Dafür haben wir uns von zwei Soziokrat*innen Verstärkung geholt, Alina und Tim von nowwork.

        Hier gehts zu nowwork https://nowwork.de/

        Buchempfehlung: Eva Stützel – Macht voll verändern!

        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

        Transkription
        Hannah Heller
        0:00:09–0:00:15

        Herzlich willkommen zum 89. Mycelium-Podcast, dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

        0:00:16–0:00:20

        Mein Name ist nach wie vor Hanna Heller und ich hoste heute diesen Podcast zusammen

        0:00:20–0:00:24

        mit Franka, die ja auch schon allzeit bekannt ist aus dem Podcast,

        0:00:24–0:00:29

        aus den letzten inhaltlichen Folgen und die mich heute begleiten wird in der

        0:00:29–0:00:33

        Moderation und die unsere Kulturpilotin ist im Mycelium.

        0:00:33–0:00:37

        Das ist ein neuer Begriff, den wir jetzt hier mal so setzen, einfach für Franka.

        0:00:37–0:00:41

        Und in diesem Sinne beschäftigen wir uns auch heute mit der Soziokratie,

        0:00:41–0:00:48

        eine Methode, um Organisationen in einer gleichberechtigten und nachhaltigen,

        0:00:49–0:00:52

        bestenfalls regenerativen Art und Weise aufzustellen.

        0:00:52–0:00:55

        Und ich freue mich sehr, dass wir zwei Gäste heute bei uns haben,

        0:00:55–0:01:00

        nämlich Alina Reinhardt und Tim Weinert von NowWork, beides Expertinnen in diesem Bereich.

        0:01:01–0:01:05

        Und deshalb starten wir auch mit euch beiden, bevor wir dann gleich in die Inhalte

        0:01:05–0:01:08

        der Soziokratie eintauchen.

        0:01:08–0:01:13

        Alina und Tim, wer seid ihr und was verbindet euch denn mit dem Mycelium?
        Tim
        0:01:14–0:01:17

        Genau, ich starte. Ich habe mit der Alina ausgetüftelt, wir haben uns beiden startet.

        0:01:17–0:01:21

        Ich bin der Tim, ich lebe in Stuttgart,

        0:01:21–0:01:28

        bin 42 und bin beruflich unterwegs als Brückenbauer zwischen Alter und Neuarbeitsfeld,

        0:01:28–0:01:33

        sage ich gerne, als Organisationsentwickler und Nachhaltigkeitsberater und benutze

        0:01:33–0:01:35

        dabei eben viel die Soziokratie,

        0:01:35–0:01:39

        bewegt mich in der Gemeinwohlökonomie und lebe

        0:01:39–0:01:45

        privat in einer kleinen Mietshäuser-Syndikat-Gemeinschaft mit 18 Menschen,

        0:01:45–0:01:49

        sodass diese Fragestellung, wie fällen wir eigentlich gemeinsam gute Entscheidungen

        0:01:49–0:01:51

        und wenn wir uns näher sind,

        0:01:51–0:01:56

        da gerne rauskommt und war tatsächlich schon einmal im Podcast zum Thema Gemeinwohlökonomie,

        0:01:56–0:01:58

        müsste irgendwo in den 30er folgen.
        Alina
        0:01:58–0:02:02

        Mein Name ist Alina und ich wohne in der Nähe von Stuttgart und ich habe so

        0:02:02–0:02:03

        zwei Stränge in meinem Leben.

        0:02:03–0:02:07

        Das eine ist der Strang solidarische Landwirtschaft und das ist wahrscheinlich

        0:02:07–0:02:14

        auch schon so der kleine Querling zum Mycelium oder zur Grundidee von Mycelium und die Soziokratie.

        0:02:14–0:02:18

        Und ich habe die solidarische Landwirtschaft Stuttgart in meinem Studium gegründet,

        0:02:19–0:02:24

        was genau ein ganz anderes war und mit aufgebaut über acht Jahre.

        0:02:24–0:02:27

        Und in der Zwischenzeit bin ich dann ab auf den Acker gewechselt,

        0:02:27–0:02:31

        habe noch eine Ausbildung gemacht, habe also auch insgesamt am Ende acht Jahre

        0:02:31–0:02:34

        auf verschiedenen Äckern gestanden, nicht nur in der Soda wie Stuttgart.

        0:02:35–0:02:38

        Und das ist so der eine Strang, der mich dann auch ins Netzwerk Solidarische

        0:02:38–0:02:39

        Landwirtschaft verschlagen hat.

        0:02:39–0:02:43

        Also auf die Bundesebene für die Solidarische Landwirtschaft.

        0:02:43–0:02:47

        Und genau auf diesem ganzen Weg habe ich eigentlich relativ schnell gemerkt,

        0:02:47–0:02:50

        dass da noch andere Handwerkszöge nötig sind.

        0:02:50–0:02:53

        Und so bin ich dann auf die Soziokratie gestoßen und habe gemerkt,

        0:02:54–0:02:57

        hey, das ist genau das, was wir brauchen, um uns zu organisieren,

        0:02:58–0:03:03

        um unseren Ansprüchen gerecht zu werden, Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu gestalten

        0:03:03–0:03:06

        und gleichzeitig aber auch voranzukommen und das umzusetzen,

        0:03:06–0:03:08

        was wir denn so als Vision haben.

        0:03:08–0:03:13

        Und dieser Strang ist weitergegangen auch und bin selbstständig,

        0:03:13–0:03:15

        beziehungsweise jetzt eben auch mit Now Work unterwegs.
        Hannah Heller
        0:03:16–0:03:20

        Ja, vielen Dank. Megaschön, dass ihr beide da seid und euch die Zeit für uns

        0:03:20–0:03:21

        nehmt und unseren Podcast.

        0:03:22–0:03:24

        Franca, erzähl doch mal, ist das auch so ein bisschen auf deinem Mist gewachsen,

        0:03:24–0:03:26

        dass wir hier zusammensitzen? Erzähl

        0:03:26–0:03:30

        doch mal, warum geht es heute um Soziokratie? Was ist daran wichtig?
        Franziska
        0:03:30–0:03:34

        Hallo auch von meiner Seite. Warum sind wir heute hier? Das Mycelium nennt sich

        0:03:34–0:03:37

        mittlerweile soziokratische Organisation.

        0:03:37–0:03:43

        Das liegt daran, dass wir mit der Soziokratie gearbeitet haben und unter anderem

        0:03:43–0:03:45

        auch von Tim da begleitet wurden.

        0:03:45–0:03:50

        Wir haben ein Organisationsmodell in den letzten Monaten entwickelt und dazu

        0:03:50–0:03:51

        auch Entscheidungsstrukturen.

        0:03:52–0:03:56

        Und einerseits wollen wir heute so ein bisschen auch wieder aus dem Nähkästchen

        0:03:56–0:04:00

        plaudern, was das mit uns als Organisation gemacht hat. und gleichzeitig den

        0:04:00–0:04:04

        Blick auch wieder rauswerfen Richtung Begleitung.

        0:04:04–0:04:08

        Weil uns natürlich immer mehr auffällt, dass in den ganzen Projekten,

        0:04:08–0:04:14

        die wir begleiten, das Thema Soziokratie ein Must-Have ist. Und darum soll es heute gehen.
        Hannah Heller
        0:04:14–0:04:17

        Dann lasst uns doch mal einsteigen mit der ganz banalen Frage,

        0:04:17–0:04:22

        was ist denn Soziokratie? Wer kann da von euch ein bisschen erzählen?
        Alina
        0:04:23–0:04:26

        Soziokratie ist erstmal ein Organisations- und Steuerungsmodell,

        0:04:26–0:04:31

        das dabei hilft, Zusammenarbeit wirksamer zu gestalten und da erstmal einen

        0:04:31–0:04:34

        Werkzeugkoffer mit verschiedenen Werkzeugen mitbringt.

        0:04:34–0:04:39

        Soziokratie setzt dabei auf die Ausrichtung am gemeinsamen Ziel,

        0:04:39–0:04:42

        Transparenz und Vertrauen und Selbstorganisation.

        0:04:42–0:04:47

        Also wie können wir uns gemeinsam so organisieren, dass alle Klarheit haben

        0:04:47–0:04:49

        und wir gemeinsam vorankommen.

        0:04:49–0:04:54

        Dazu gibt es eben vier Basisprinzipien. Die soziokratische Kreisstruktur setzt

        0:04:54–0:04:57

        erst mal darauf, eben die Zuständigkeitsbereiche genau zu definieren.

        0:04:57–0:05:02

        Und das bedeutet, dass dadurch die Kreise in einem gewissen Bereich teilautonom handeln können.

        0:05:03–0:05:06

        Und das bringt voran erst mal, weil man eben nicht für alles nach oben laufen

        0:05:06–0:05:09

        muss und jemanden fragen muss, sondern weiß eben, das kann ich alleine tun.

        0:05:10–0:05:13

        Und für andere Dinge, genau, muss ich mich mit den anderen Kreisen abstimmen.

        0:05:13–0:05:17

        Also diese genaue Definition dieser Bereiche oder der Kreisdomäne,

        0:05:18–0:05:22

        wie wir es auch nennen in der Soziokratie und die doppelte Verknüpfung,

        0:05:22–0:05:25

        die eben dafür sorgt, dass diese Kreise, die wir in der Organisation haben,

        0:05:25–0:05:27

        auch wirklich miteinander vernetzt sind.

        0:05:27–0:05:32

        Also es gibt immer eine Kreisleitung, die vom höheren Kreis kommt und eine Kreisdelegierte,

        0:05:32–0:05:36

        die nach oben geht und in beiden Kreisen drin sitzt und dafür sorgen,

        0:05:36–0:05:39

        dass die verschiedenen Perspektiven in beiden Kreisen gehört werden und auch

        0:05:39–0:05:43

        bei Entscheidung eben Einzug erhalten und beachtet werden.

        0:05:43–0:05:47

        Und kein Kreis über den anderen entscheidet, ohne dass der das mitbekommt oder

        0:05:47–0:05:50

        dass deren Bedürfnisse nicht gehört werden.

        0:05:50–0:05:55

        Das sind so die beiden Strukturelemente, wie man sich so eine Organisation vorstellen kann.

        0:05:55–0:06:00

        Und dann gibt es noch zwei Prozesselemente, würde ich sagen.

        0:06:00–0:06:06

        Das Consent-Prinzip, das eben ein effektives Entscheidungsverfahren ist in Teams

        0:06:06–0:06:12

        und eben dabei hilft, zu tragfähigen Ergebnissen zu kommen, die dann auch alle mittragen können.

        0:06:12–0:06:16

        Und da kommen wir später nochmal zu, da werden wir bestimmt nochmal tiefer eintauchen.

        0:06:16–0:06:22

        Und die offene Rollenwahl, die einfach klare Definition auch für einzelne Rollen

        0:06:22–0:06:25

        vergibt, wir haben ja eben gesagt, die Kreise werden sehr klar definiert,

        0:06:25–0:06:27

        aber auch in den Kreisen gibt es sehr klare Zuordnung,

        0:06:27–0:06:34

        wer welche Rolle hat, wie es die definiert, welche Aufgaben hat die und was

        0:06:34–0:06:36

        darf sie auch dann in dieser Rolle alleine entscheiden.

        0:06:37–0:06:41

        Und gleichzeitig eben mit der offenen Rollenwahl, die passende Besetzung dafür zu finden.

        0:06:42–0:06:46

        Und nicht, wie das ja häufig so passiert, also gerade in ehrenamtlichen Bereichen,

        0:06:46–0:06:49

        wo man sagt, ja, wer will das jetzt machen? Und dann meldet sich erst keiner.

        0:06:50–0:06:55

        Dann meldet sich die Person, die eh schon zu viel hat, da irgendwie zu einem anderen Weg zu kommen.

        0:06:56–0:07:01

        Wertschätzend und auch wirklich passend Menschen in Rollen und Verantwortung zu bringen.

        0:07:01–0:07:06

        Und das sind so die vier Basisprinzipien, die eben diesen Werkzeugkoffer ausmachen.
        Hannah Heller
        0:07:06–0:07:09

        Ja, vielen Dank für den Einblick. Also ich fasse mal zusammen.

        0:07:10–0:07:13

        Es gibt sozusagen die Organisationsaufbauebene. Das ist diese,

        0:07:14–0:07:18

        man organisiert sich in Kreisen und man hat diese doppelte Verknüpfung,

        0:07:18–0:07:23

        habe ich auch noch aus meinem Basis-Sozioportie-Kurs irgendwie mitgenommen, zwischen den Kreisen.

        0:07:23–0:07:26

        Also immer eine Person von unten, eine Person von oben, wie du es erklärt hast.

        0:07:26–0:07:28

        Und es gibt dann eben die Prozessfragen.

        0:07:29–0:07:32

        Wir entscheiden im Konsent und wir haben diese offene Rollenwahl.

        0:07:32–0:07:35

        Ich glaube, ich würde auf beide Ebenen nochmal kurz eingehen,

        0:07:35–0:07:37

        Mit welcher sollten wir starten?

        0:07:37–0:07:40

        Mit der Prozessebene oder mit der Organisationsentwicklungsebene?

        0:07:40–0:07:44

        Manchmal denke ich, vielleicht die Prozessebene ist noch anschaulicher so.

        0:07:45–0:07:48

        Genau, dann erzähl doch nochmal zum Prozess. Wie läuft das ab?

        0:07:48–0:07:50

        Wie trifft man Entscheidungen in der Soziokratie?
        Tim
        0:07:50–0:07:53

        Ich bin auch Fan davon, dass wir mit der Prozessebene anfangen,

        0:07:53–0:07:58

        weil es für Gruppen, die damit starten, auch das zugängliche Prinzip ist und

        0:07:58–0:08:00

        dann eher die anderen dazukommen können sukzessive.

        0:08:01–0:08:07

        Der Consent stellt für manche Menschen erstmal so diese Entscheidungshaltung auf den Kopf,

        0:08:08–0:08:12

        weil wir eben sagen, es geht nicht mehr darum, dass die eine Person,

        0:08:12–0:08:16

        die halt die Organisation gegründet hat oder die ganz oben steht,

        0:08:16–0:08:20

        einfach sagen darf, geht links oder geht rechts rum oder macht es schwarz oder macht es weiß.

        0:08:20–0:08:27

        Das nennen wir gerne den Machtentscheid, also weil eben jemand oben ist in der

        0:08:27–0:08:29

        klassischen Pyramide. Und was passiert,

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        Ich behaupte mal, wir alle hier total cool finden, ist, wir fallen aber auch

        0:08:33–0:08:37

        nicht in die komplette Basisdemokratie, die in ihrer, sag mal,

        0:08:37–0:08:40

        schwierigsten Ausführung sagt, alle dürfen bei allem mitreden und wir müssen

        0:08:40–0:08:44

        so lange reden, bis wir die kleinste gemeinsame Lösung gefunden haben.

        0:08:44–0:08:48

        Und da fällt die Macht auf einmal nicht mehr zu der Person, die ganz oben in

        0:08:48–0:08:51

        der Pyramide sitzt, sondern zu der Person mit dem größten Sitzfleisch oder der

        0:08:51–0:08:52

        meisten Zeit, die immer noch sagt,

        0:08:53–0:08:56

        reicht mir noch nicht, reicht mir noch nicht. Also den Konsens mit S.

        0:08:57–0:09:01

        Und das sehend haben halt die Menschen, die Soziokratie entwickelt,

        0:09:01–0:09:04

        gesagt, können wir das nicht anders machen.

        0:09:04–0:09:08

        Und jetzt funktioniert der Consent eben mit einem ersten Trick und sagt,

        0:09:09–0:09:12

        lass uns bitte die Entscheidung mit dem Blick auf das gemeinsame Ziel treffen.

        0:09:12–0:09:15

        Und nicht mehr nur noch diese persönliche Vorliebe, was will denn eigentlich

        0:09:15–0:09:20

        ich und möchte ich gewinnen und die anderen dann im besten oder im schlimmsten

        0:09:20–0:09:22

        Falle noch verlieren lassen.

        0:09:22–0:09:25

        Denn auch da sagen wir, ihr arbeitet ja in der gleichen Organisation.

        0:09:25–0:09:30

        Wie traurig ist es eigentlich, wenn wir dauernd Verliererinnen und GewinnerInnen produzieren?

        0:09:30–0:09:33

        Und dementsprechend sagt der Content, lasst uns die Entscheidung fällen,

        0:09:33–0:09:37

        die gut genug für jetzt und sicher genug ist, um sie auszuprobieren.

        0:09:37–0:09:40

        Die SoziokratInnen sagen dann, good enough for now, safe enough to try.

        0:09:40–0:09:45

        Und das erzielen wir eben durch eine bestimmte Art von Redestrukturen,

        0:09:45–0:09:47

        die am Anfang auch sehr steif wirken,

        0:09:47–0:09:51

        weil wir mit einem Vorschlag starten, dann in eine Inforunde gehen,

        0:09:51–0:09:55

        wo es auch alle Menschen nacheinander gehört werden, wo es darum geht, Fragen zu stellen,

        0:09:56–0:09:58

        dann zwei Meinungsrunden machen und dann eben schauen,

        0:09:58–0:10:02

        haben wir eine Entscheidung, die alle Menschen hier mittragen können,

        0:10:02–0:10:06

        aber eben nicht mit der Frage, bin ich dafür, sondern habe ich Konsent im Hinblick

        0:10:06–0:10:09

        aufs gemeinsame Ziel und keinen schwerwiegenden Einwand.

        0:10:10–0:10:13

        Das vielleicht mal so als den schnellen Überblick, weil da gibt es lauter Details,

        0:10:14–0:10:19

        wie man dann den schwerwiegenden Einwand integriert, warum das in Runden gesprochen wird und so weiter.
        Franziska
        0:10:19–0:10:24

        Ich erinnere mich da gerade, Tim, an die Begleitung von NowWork beziehungsweise

        0:10:24–0:10:30

        von dir und wie du als eigentlich allererstes mit uns den Purpose versucht hast zu formulieren.

        0:10:30–0:10:34

        Und ich erinnere mich auch an das Teamtreffen, was es dann dazu gab,

        0:10:34–0:10:39

        wo du uns natürlich auf der einen Seite den Konsent irgendwie erklärt hast und

        0:10:39–0:10:44

        gleichzeitig unsere erste Entscheidung, nämlich eigentlich über diesen Purpose, auch moderiert hast.

        0:10:44–0:10:49

        Und ich kann da noch abrufen, wie mein erster Gedanke war, ah ja, schon ganz schön steif.

        0:10:49–0:10:53

        Also im Sinne von, wir haben eine ganz, ganz klare Struktur und an die halten wir uns.

        0:10:54–0:10:58

        Und das mag zuerst eben so wirken wie, okay, jetzt müssen wir uns da irgendwie,

        0:10:58–0:11:02

        man darf nicht, also man darf bei der Inforunde, fragt man tatsächlich nach,

        0:11:02–0:11:06

        also fragt man nach, was man eigentlich noch braucht, um entscheiden zu können.

        0:11:06–0:11:09

        Dann gibt es eine Meinungsrunde und so weiter. Und wir haben selber sozusagen

        0:11:09–0:11:11

        im Team gemerkt, wie wir uns manchmal noch verhaspeln.

        0:11:12–0:11:15

        Wie wir manchmal das eine noch in das andere packen. Und das Schöne ist,

        0:11:15–0:11:17

        dass wir damit einfach sehr liebevoll umgehen konnten.

        0:11:17–0:11:24

        Und mittlerweile tatsächlich der Konsens sozusagen wie eingeimpft ist in dieser Organisation.

        0:11:24–0:11:29

        Und in all unseren Kreisen, naja, wie so einfach aus dem Ärmel tatsächlich auch geschüttelt wird.

        0:11:30–0:11:35

        Und tatsächlich auch eben die Struktur oder die Moderationsskills aus dem Ärmel geschüttelt werden.

        0:11:35–0:11:38

        Und das aber schon ein ganz schöner Prozess war, dann auch da hinzukommen.
        Hannah Heller
        0:11:39–0:11:41

        Ja, der Soziokratie wird ja immer so ein bisschen angeheftet.

        0:11:41–0:11:45

        Das dauert ja dann ewig, wenn wir alles im Kreis machen und dann eine Inforunde

        0:11:45–0:11:48

        und eine Meinungsrunde und noch eine Meinungsrunde und dann im Konsent und dann

        0:11:48–0:11:51

        nutzt irgendjemand sein Veto und wir können überhaupt keine Entscheidungen treffen.

        0:11:52–0:11:56

        Genau, ich hätte da auch ein paar Geschichten zu erzählen, aber vielleicht könnt

        0:11:56–0:11:59

        ihr auch einfach aus eurer Erfahrung ein bisschen erzählen, warum dauert es

        0:11:59–0:12:03

        denn vielleicht doch nicht länger, genau so Entscheidungen zu treffen.
        Alina
        0:12:03–0:12:08

        Genau, im Lehrprozess kommt einem das natürlich erst mal umständlich vor,

        0:12:08–0:12:13

        weil das Hirn was Neues lernen muss und man nicht mehr einfach reinruft oder aufzeigt.

        0:12:14–0:12:17

        Und vielleicht hat man auch noch nie die Zeit gestoppt von der Entscheidung.

        0:12:17–0:12:21

        Vor allem nicht gestoppt, wenn man so eine Entscheidung so irgendwie getroffen

        0:12:21–0:12:25

        hat, wie man es halt immer gemacht hat und dann entweder danach nichts passiert

        0:12:25–0:12:29

        oder man in drei Wochen das gleiche Thema nochmal hat, weil Person XY kommt

        0:12:29–0:12:31

        und sagt, Ich war beim letzten Mal aber nicht dabei.

        0:12:31–0:12:35

        So können wir das Ganze bitte nochmal diskutieren. Also ich glaube,

        0:12:35–0:12:38

        man unterschätzt auch sehr, was man sonst an Zeit braucht.

        0:12:38–0:12:41

        Und dann kommt einem erstmal in diesem Lernprozess umständlich vor.

        0:12:42–0:12:45

        Genau, ihr habt es ja auch schon schön beschrieben. Das lässt dann irgendwann

        0:12:45–0:12:49

        nach und unsere Erfahrung ist schon auch, dass Teams, die das einmal so gelernt

        0:12:49–0:12:51

        haben, eigentlich auch nicht mehr zurück wollen.

        0:12:51–0:12:55

        Oder auch Menschen, die in Organisationen damit gute Erfahrungen machen,

        0:12:55–0:12:59

        halt dann überall, wo sie hinkommen, erstmal sagen, so kann ich nicht arbeiten.

        0:12:59–0:13:04

        Lass uns mal bitte kurz klären, wann ist hier eine Entscheidung getroffen?

        0:13:04–0:13:09

        Also einem fällt ja erst auf, wie unklar das in den meisten Kontexten ist,

        0:13:09–0:13:13

        wenn man es mal für sich geklärt hat oder in seiner eigenen Organisation erlebt hat.

        0:13:14–0:13:19

        Und insofern, ja, am Anfang mag es irgendwie einem steif vorkommen oder so sehr

        0:13:19–0:13:22

        stark strukturiert, wo auch manche Leute sagen, ja, es ist so unlebendig,

        0:13:22–0:13:25

        wo ist dann der Spaß und die Leichtigkeit und so.

        0:13:25–0:13:29

        Und nach einer Weile merkt man, ja genau darin liegt die Leichtigkeit,

        0:13:29–0:13:31

        dass man eben nicht mehr kämpfen muss.

        0:13:32–0:13:34

        Also es sind auch bestimmte Leute, die sagen, wo ist denn hier die Leichtigkeit?

        0:13:35–0:13:37

        Nämlich die, die immer reingeredet haben, zu denen ich auch gehören.

        0:13:38–0:13:43

        Und dann zu sagen, ah ja, es entlastet mich total, es entlastet alle.

        0:13:43–0:13:47

        Jeder weiß, wann er dran ist. Der Kreis geht immer rum und ich weiß,

        0:13:47–0:13:53

        ich werde meinen Raum haben und ich werde da Zeit haben, meine Perspektive zu benennen,

        0:13:54–0:13:59

        ohne alles zu wiederholen, was andere gesagt haben, aber ich werde meinen Raum haben.

        0:13:59–0:14:05

        Und die Lauten oder Extrovertierten entlastet das, weil sie nicht das Gefühl

        0:14:05–0:14:08

        haben, sie müssen das Gespräch vorantreiben und müssen irgendwie alles können und wissen.

        0:14:09–0:14:12

        Und die Ruhigeren entlastet das,

        0:14:13–0:14:16

        weil sie nicht kämpfen müssen gegen die Leute, die immer präsent sind.

        0:14:16–0:14:21

        Und so haben eigentlich beide Seiten was davon und am Ende kommen bessere Lösungen

        0:14:21–0:14:24

        raus, weil eben alle gehört wurden und nicht nur die, die denken,

        0:14:25–0:14:27

        dass sie dafür alleine verantwortlich sind.

        0:14:27–0:14:33

        Oder es gibt ja viele Gründe, warum Leute dann da so reinspringen und das schafft eher Entspannung.

        0:14:33–0:14:39

        Und am Ende auch eigentlich sehr knackige Prozesse, weil ja klar ist,

        0:14:39–0:14:43

        es wurde alles gesagt schon, ich muss jetzt nur noch mich anschließen oder diesen einen Punkt nennen,

        0:14:44–0:14:49

        muss nicht durch meine eigene Rede hier gerade alle von meiner Lösung überzeugen.
        Hannah Heller
        0:14:49–0:14:55

        Das ist auch meine Erfahrung. Es bringt irgendwie Ruhe in solche Entscheidungssituationen

        0:14:55–0:14:57

        und Gesprächssituationen im Allgemeinen.

        0:14:57–0:15:01

        Ich bin mittlerweile großer Fan von diesem Kreisgespräch in allen möglichen Kontexten.

        0:15:01–0:15:04

        Auch politisch würde das, glaube ich, oft zu besseren Entscheidungen führen,

        0:15:04–0:15:10

        wenn es nicht die formale Formalia gibt, wie es jetzt gerade irgendwie am Start

        0:15:10–0:15:14

        ist. Ich würde gerne nochmal auf diese Frage der Bedenken eingehen.

        0:15:14–0:15:18

        Also wie geht man denn mit leichten oder schwerwiegenden Bedenken um?

        0:15:18–0:15:22

        Wie integriert man die und wie ist auch so ein bisschen die Haltung gegenüber

        0:15:22–0:15:24

        diesen Bedenken, die da kommen?
        Tim
        0:15:25–0:15:30

        Die Soziokratinnen nennen das den schwerwiegenden Einwand, also die Bedenken,

        0:15:30–0:15:35

        sozusagen in der Pedanterie nicht ein Veto, sondern es ist der schwerwiegende

        0:15:35–0:15:38

        Einwand im Hinblick auf das gemeinsame Ziel.

        0:15:38–0:15:41

        Das heißt, wir sagen, wenn wir eine Entscheidung treffen wollen,

        0:15:41–0:15:44

        die unsere Organisation voranbringt, also das in die Welt zu bringen,

        0:15:44–0:15:47

        was wir uns vorgenommen haben, was unser Purpose, unsere Vision,

        0:15:47–0:15:48

        unsere Mission ist, was auch immer,

        0:15:49–0:15:54

        dann hat jeder Kreis und sei ja noch so untergeordnet, trägt einen Teil zu diesem

        0:15:54–0:15:57

        gemeinsamen großen Ziel bei und weiß auch genau, welchen Teil.

        0:15:57–0:16:00

        Das war die Domäne, die Alina angesprochen hat.

        0:16:01–0:16:03

        Und wenn wir jetzt in diesem Kreis entscheiden,

        0:16:03–0:16:06

        dann legen wir eben dieses Entscheidungsziel als Gruppe dahin.

        0:16:07–0:16:10

        Dazu können wir vielleicht später auch nochmal so ein bisschen mehr zu sprechen,

        0:16:10–0:16:14

        dass es auch eigentlich eine neue Haltung in der Gruppe und in der Person selber

        0:16:14–0:16:17

        braucht, wie ich denn in so einer Entscheidung drin sitze.

        0:16:17–0:16:22

        Und nach eben dieser Info-Runde und den zwei Meinungsrunden gibt es einen angepassten

        0:16:22–0:16:26

        oder veränderten Vorschlag und wir prüfen mit der Gruppe, haben wir Consent?

        0:16:26–0:16:27

        Das ist so die Moderationsfrage.

        0:16:28–0:16:30

        Und jetzt kann eine Person sagen, nee, ich habe keinen Consent,

        0:16:31–0:16:35

        ich habe einen schwerwiegenden Einwand und hier ist jetzt die erste Änderung

        0:16:35–0:16:38

        in der Moderation und in der Gruppe zu sagen, danke für deinen schwerwiegenden

        0:16:38–0:16:40

        Einwand, wie können wir die Lösung besser machen?

        0:16:40–0:16:44

        Also raus aus der, ach Gott, Franka, du hast jetzt schon wieder einen schwerwiegenden

        0:16:44–0:16:47

        Einwand, wir könnten jetzt schon lange fertig sein, wenn du nicht wieder kämpfst.

        0:16:48–0:16:51

        Und weil wir aber sagen, der schwerwiegende Einwand sichert ab,

        0:16:52–0:16:54

        dass wir das gemeinsame Ziel erreichen können.

        0:16:54–0:16:58

        Also dass wir nichts tun, was jetzt unternehmerisch gesprochen uns so viel Geld

        0:16:58–0:17:02

        kostet, dass wir bankrott gehen, was irgendjemand in einen zeitlichen Burnout

        0:17:02–0:17:06

        bringt, obwohl wir die Person sehr gerne bei uns haben, was nicht irgendwie

        0:17:06–0:17:07

        bestimmte Zielgruppen verschreckt.

        0:17:08–0:17:11

        Also die relevanten Dinge für das gemeinsame Ziel.

        0:17:11–0:17:15

        Und dann sagen wir in der soziokratischen Haltung, bitte gib deinen schwerwiegenden

        0:17:15–0:17:19

        Einwand, kann, denn er macht unsere Lösung besser.“ Das ist eben eine Abkehr

        0:17:19–0:17:22

        von der klassischen Entscheidungshaltung, wo,

        0:17:23–0:17:27

        Die Menschen, die mächtiger sind am Tisch oder in der Runde oder mehr Rang und

        0:17:27–0:17:30

        mehr Macht haben, sagen, ja, jetzt machen wir das einfach so.

        0:17:30–0:17:32

        Und das ist auch das, was Alina bespricht.

        0:17:32–0:17:36

        Diese Entscheidung ist vielleicht schnell, aber dann werden Menschen intelligent

        0:17:36–0:17:40

        und lassen das, was sie tun müssen, um diese Entscheidung durchzuführen,

        0:17:40–0:17:44

        liegen, machen es zur Hälfte, machen es anders, dann wird es wieder eskaliert,

        0:17:44–0:17:45

        wie man das so schön sagt.

        0:17:46–0:17:50

        Das heißt, diese Entscheidung wird vielleicht gar nicht wirksam oder nur geringfügig

        0:17:50–0:17:53

        wirksam, dauert in dieser Gesamtzeit viel länger.

        0:17:53–0:17:56

        Und der schwerwiegende Einwand sagt halt, hey, wie cool ist es,

        0:17:56–0:17:59

        dass du einen schwerwiegenden Einwand hast, denn du siehst etwas,

        0:17:59–0:18:00

        was wir anderen nicht sehen.

        0:18:00–0:18:05

        Lass hören und helf uns, es zu integrieren. Und auch da finde ich,

        0:18:05–0:18:07

        gestern Konsent moderiert,

        0:18:08–0:18:12

        es fällt Menschen erst mal total schwer, also sich zu trauen,

        0:18:12–0:18:15

        den schwerwiegenden Einwand zu äußern, weil man halt noch diese alte Haltung hat von,

        0:18:16–0:18:17

        okay, ich halte die Gruppe auf

        0:18:17–0:18:21

        und dann aber auch wieder in den inneren Konsens zu gehen und zu sagen,

        0:18:21–0:18:25

        wenn ich den gebe, was könnte denn meine konstruktive Lösung sein und es ist

        0:18:25–0:18:29

        immer erlaubt, dass die Person sagt, helft mir bitte, also es ist keine Pflicht,

        0:18:29–0:18:32

        zumindest so wie ich das moderiere und ich glaube Alina auch,

        0:18:32–0:18:35

        dass die Person die Lösung haben muss, weil wir wieder wertschätzen und davon

        0:18:35–0:18:37

        ausgehen, nein, es kann ja auch sein, dass du einfach einen schwerwiegenden

        0:18:37–0:18:40

        Einwand hast und der ist berechtigt, aber du kennst die Lösung nicht.

        0:18:41–0:18:45

        Aber wir arbeiten eigentlich immer in diesem konstruktiven Lösungsraum.

        0:18:45–0:18:48

        Also wir arbeiten eben nicht in diesem Veto-Raum von, ah, ich finde es total

        0:18:48–0:18:52

        cool, einen schwerwiegenden Einwand zu leisten, weil mir halt die Lösung nicht

        0:18:52–0:18:55

        entspricht, sondern ich sehe etwas, was der andere nicht sieht.
        Hannah Heller
        0:18:56–0:19:00

        Was ich auch cool finde an der Soziokratie ist, dass extrem komplexe Entscheidungen

        0:19:00–0:19:01

        getroffen werden können.

        0:19:01–0:19:06

        Also es ist nicht dieses, also im Stadtrat hat man dann immer so eine Beschlussvorlage,

        0:19:06–0:19:08

        da stehen dann drei Sätze drin.

        0:19:08–0:19:13

        Da ist aber sozusagen ganz viel im Hintergrund natürlich, was diese drei Sätze

        0:19:13–0:19:16

        beinhaltet, was irgendwie gar nicht mit auf dem Tisch liegt und was man der

        0:19:16–0:19:18

        Komplexität halber auch lieber weglässt.

        0:19:18–0:19:21

        Sonst reibt sich da noch jemand dran und dann lässt man die Leute lieber im

        0:19:21–0:19:25

        Nichtwissen, als dass man die Dinge wirklich auf den Tisch packt.

        0:19:25–0:19:29

        Und bei der Soziokratie finde ich, dass durch die leichten Bedenken gerade,

        0:19:29–0:19:33

        also auch schwerwiegende Bedenken, aber auch diese leichten Bedenken, wo man sagt, okay,

        0:19:33–0:19:37

        hier hätte ich noch einen Einwand, das muss noch mit reingedacht werden,

        0:19:37–0:19:43

        hier fehlt noch was, dass man da wirklich sehr komplexe und sehr umfassende

        0:19:43–0:19:46

        Entscheidungen treffen kann in dieser Form der Zusammenarbeit.
        Alina
        0:19:46–0:19:51

        Genau, das ist ja sozusagen der Sinn und Zweck von der zweiten Meinungsrunde.

        0:19:51–0:19:55

        So einmal zu sagen, okay, wie geht es mir mit dem, was da vorgeschlagen wird?

        0:19:55–0:19:59

        Und in der zweiten Meinungsrunde, wenn ich alle anderen gehört habe, auch nochmal zu sagen.

        0:20:00–0:20:03

        Und jetzt habe ich ein besseres Bild, weil ich jetzt auch die Person,

        0:20:03–0:20:07

        die die Finanzen macht und die Person, die das dann draußen umsetzen muss, gehört habe.

        0:20:07–0:20:12

        Und was ist dann jetzt gerade noch wichtig? Oder welchen Änderungsvorschlag würde ich noch machen?

        0:20:12–0:20:16

        Und das ist vor allem der Ort, wo die leichten Bedenken hingehören.

        0:20:16–0:20:20

        Und sozusagen die nicht alle mit in den Konsens zu schleppen,

        0:20:20–0:20:21

        also in die Abstimmungsrunde.

        0:20:22–0:20:25

        Es gibt schon die Möglichkeit, das sind so Stilfragen, zu sagen,

        0:20:26–0:20:30

        höre ich in der Beschlussrunde noch leichter einwende und das kann man machen

        0:20:30–0:20:33

        oder nicht und das ist dann wirklich aber nur noch hören.

        0:20:33–0:20:37

        Da geht es dann nicht mehr darum, alles zu integrieren, weil das ist eigentlich

        0:20:37–0:20:40

        das Ziel von der zweiten Meinungsrunde,

        0:20:40–0:20:44

        da was du meinst, so integrativ zu arbeiten und zu sagen, alles,

        0:20:44–0:20:49

        was sich nicht widerspricht oder irgendwie schädlich ist, kann man erstmal reinpacken,

        0:20:49–0:20:54

        weil dann sind alle Perspektiven schon im Beschluss festgehalten.
        Tim
        0:20:54–0:20:59

        Was mir noch ganz wichtig ist, auch in meiner Anfangsbegeisterung für die Soziokratie

        0:20:59–0:21:02

        und in den meisten Gruppen wollen wir jetzt alles in Consent entscheiden.

        0:21:03–0:21:08

        Und davor würde ich warnen. Denn der Consent-Entscheidung, das hast du,

        0:21:08–0:21:12

        Hanna, ja schon so schön rausgebracht, ist sehr gut geeignet für komplexe Entscheidungen.

        0:21:13–0:21:16

        Aus Organisationsentwickler-Sicht sagen wir für Strukturentscheidungen,

        0:21:16–0:21:19

        also da, wo es einen Prozess gibt, der immer wieder laufen soll.

        0:21:19–0:21:22

        Oder eben für diese strategischen Ausrichtungssachen.

        0:21:23–0:21:27

        Sollte aber nach Möglichkeit nicht dafür aufgewendet werden,

        0:21:27–0:21:32

        wollen wir jetzt Rapunzel-Früchte-Müsli oder Rapunzel-Basismüsli in unser Unverpacktsortiment aufnehmen.

        0:21:33–0:21:36

        Das lässt sich total schön in den Konsens zu bringen, weil wir haben alle eine

        0:21:36–0:21:38

        Meinung dazu, ob wir Rosinen mögen oder nicht.

        0:21:38–0:21:41

        Und dann reden wir drei Stunden im Konsens. Und wir kommen auch zu einer Entscheidung,

        0:21:42–0:21:46

        wo wir aber sagen, könnt ihr bitte eine Rolle per Konsens wählen?

        0:21:46–0:21:51

        Also offene Wahl, das andere Basisprinzip, was Alina gesprochen hat.

        0:21:51–0:21:55

        Und die Rolle bekommt die Aufgabe, das Sortiment des Unverpacktladens zusammenzustellen

        0:21:55–0:21:59

        und bekommt die Kriterien mit soziokratisch geliefert.

        0:21:59–0:22:02

        Also es sollte bitte Bio sein, es sollte bitte Folgenlieferanten,

        0:22:02–0:22:04

        es sollte irgendwie einen regionalen Touch haben, was auch immer.

        0:22:05–0:22:09

        Und dann schicken wir die Person in den konsultativen Einzelentscheid.

        0:22:09–0:22:12

        Das ist das zweite Entscheidungsverfahren, was aus meiner Sicht ganz wichtig

        0:22:12–0:22:14

        ist, zum Konsens zu erklären.

        0:22:14–0:22:18

        Nämlich zu sagen, wir möchten Menschen ermächtigen, einfach laufen zu dürfen.

        0:22:18–0:22:21

        Und nur wenn jetzt diese Person, die wir da gewählt haben, wiederholt,

        0:22:21–0:22:25

        keine Ahnung, Produkte bestellt, die überhaupt nicht zu diesen Kriterien passen,

        0:22:25–0:22:28

        dann thematisieren wir das im Kreis und sagen, hey Leute, müssen wir diesen

        0:22:28–0:22:32

        Bestellprozess klären, müssen wir die Rolle klären, müssen wir die Kriterien klären.

        0:22:33–0:22:35

        Und das finde ich nochmal so

        0:22:35–0:22:40

        relevant hinzuweisen. Der Consent ist für Grundsatzentscheidungen gedacht.

        0:22:40–0:22:43

        Und als Gruppe darf man sich auch immer wieder fragen,

        0:22:44–0:22:48

        War das jetzt nötig? Und am Anfang ist es ganz normal, dass man erst mal so

        0:22:48–0:22:52

        ein paar einfachere Entscheidungen, die man später nicht mehr im Konsent fällen

        0:22:52–0:22:56

        würde, darin trifft, weil es ja auch gilt zu üben, schwerwiegende Einwände.

        0:22:56–0:22:59

        Aber umso reifer die Organisation ist, umso wichtiger ist es zu sagen,

        0:22:59–0:23:04

        hey Leute, wirklich, können wir da bitte heute keinen Konsententscheid zu machen?

        0:23:04–0:23:09

        Kann jemand bitte eine Rollenbeschreibung mitbringen, damit wir das für länger erklären?

        0:23:09–0:23:12

        Weil sonst hast du ja diese Produktauswahl an diesem Beispiel.

        0:23:12–0:23:16

        Hättest du jedes Mal im Kreis und damit kannst du ganze Kreismeetings bespielen.

        0:23:17–0:23:20

        Wenn wir aber Wirkung in der Welt erzeugen wollen, ist das schade.
        Franziska
        0:23:21–0:23:27

        Tim, ich fühle mich gerade ganz inspiriert, weil ich mit deinem Sprechen sozusagen

        0:23:27–0:23:31

        merke, wie zart dieses Pflänzchen im Mycelium noch ist.

        0:23:32–0:23:36

        Und wie wir sozusagen in einem ständigen Tanz sind, auch rauszufinden, okay,

        0:23:36–0:23:41

        wie wirkmächtig ist auch gerade der Kreis und es gehört sozusagen da rein und

        0:23:41–0:23:48

        die Entscheidung Und wer trifft sie da oder gehen wir sozusagen in das höhere Gremium,

        0:23:48–0:23:53

        das bei uns ein Synchronisationskreis ist? Das merke ich gerade und das ist total spannend.

        0:23:53–0:23:58

        Und ich merke auch, wie die Soziokratie uns, und vielleicht gehen wir deshalb

        0:23:58–0:24:01

        jetzt einfach nochmal auf diese andere Ebene, uns so eine Entspannung gebracht

        0:24:01–0:24:03

        hat, was eben diese Zuständigkeiten angeht.

        0:24:04–0:24:07

        Auf der einen Seite war das zuerst mal auch wieder wie so ein Sturm,

        0:24:07–0:24:10

        der durch eine Organisation fegt, weil man ja erst mal rausfinden muss,

        0:24:10–0:24:13

        wer ist denn für was zuständig und wer will auch für was zuständig sein.

        0:24:13–0:24:16

        Und gleichzeitig führt es zu so einer Entspannung, das dann zu haben und damit

        0:24:16–0:24:17

        dann arbeiten zu können.

        0:24:18–0:24:22

        Und genau an dem Punkt sind wir jetzt eben, dass es diese Kreise mit Helium

        0:24:22–0:24:26

        gibt, die auch schon ins Leben gerufen sind und schon arbeiten.

        0:24:26–0:24:30

        Und gleichzeitig finden wir eben gerade raus, naja, welche Entscheidung gehört

        0:24:30–0:24:36

        dann eigentlich genau wohin? und wir versuchen uns einfach da auch sehr liebevoll

        0:24:36–0:24:39

        zu begleiten, weil es nicht ganz trivial ist tatsächlich.
        Hannah Heller
        0:24:40–0:24:44

        Ja, dann gehen wir doch gleich mal auf diese Ebene. Warum ist die Soziokratie

        0:24:44–0:24:50

        fürs Mycelium, aber vielleicht auch für die Projekte im Mycelium so relevant, Franke?
        Franziska
        0:24:50–0:24:54

        Also aus der Geschichte vom Mycelium ist es ja so, dass eigentlich ein Mensch

        0:24:54–0:24:58

        beziehungsweise zwei eine Organisation gegründet haben und ganz lange zu zweit waren.

        0:24:58–0:25:02

        Und da ist es vielleicht noch nicht ganz so komplex, wie man da jetzt die Entscheidungen so trifft.

        0:25:02–0:25:06

        Und dann gibt es aber eben Entwicklung und es gibt vor allem auch im Mycelium

        0:25:06–0:25:10

        zum Beispiel Wachstum im Sinne von, erstens gibt es da viel mehr zu tun.

        0:25:10–0:25:13

        Und zweitens gibt es da viel mehr Menschen, die auch in der Organisation arbeiten.

        0:25:13–0:25:17

        Und auf einmal gibt es einen Bedarf, sich wirklich zu organisieren und sich

        0:25:17–0:25:20

        eben diesen Fragen aufzustellen, wie wollen wir uns organisieren und wie wollen

        0:25:20–0:25:21

        wir Entscheidungen treffen.

        0:25:21–0:25:26

        Und durch diesen Prozess sind wir eben letztes Jahr mithilfe von Tim auch gegangen

        0:25:26–0:25:31

        und sind da eben jetzt an einem Punkt, wo wir schon damit spielen,

        0:25:31–0:25:33

        mit diesen neuen Strukturen, die es da gibt.

        0:25:33–0:25:38

        Und gleichzeitig merken, dass das natürlich eine Reise ist, die wir da begonnen

        0:25:38–0:25:42

        haben und die doch längst nicht irgendwie an einem, weiß ich nicht,

        0:25:42–0:25:45

        an einem Ende oder an einem wirklich weitentwickelten Zustand ist.

        0:25:45–0:25:49

        Und was wir halt parallel im Mycelium ja immer machen, wir entwickeln sozusagen

        0:25:49–0:25:54

        für uns intern etwas und merken aber gleich, das ist wie eine neue Brille,

        0:25:54–0:25:57

        die wir uns aufsetzen und merken, ah, die braucht es ja auch draußen in den

        0:25:57–0:25:59

        Organisationen, die wir da eben auch begleiten.

        0:25:59–0:26:03

        Und dann sind das manchmal Menschen ja in der Gründung, die wir begleiten,

        0:26:03–0:26:05

        die fangen erst mal alleine an, aber da kommt dann gleich eine Gemeinschaft

        0:26:05–0:26:08

        dazu. Also wir gehen ja für das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften.

        0:26:08–0:26:12

        Auf einmal kann man sich fragen, naja, was ist denn die Rolle eines Mitglieds?

        0:26:12–0:26:16

        Wie weit dürfen Mitglieder bei uns in dieser Unternehmung sozusagen mitentscheiden zum Beispiel?

        0:26:16–0:26:20

        Oder wir merken, was auch passiert. Wir sind ja mittlerweile eben vielmehr auch

        0:26:20–0:26:22

        in VerbraucherInnen-Initiativen unterwegs.

        0:26:23–0:26:27

        Das heißt, mehrere Menschen gründen gleichzeitig ein Projekt vor.

        0:26:28–0:26:32

        Und da gehen wir ganz schnell rein in dieses, was ist denn das gemeinsame Ziel

        0:26:32–0:26:34

        und wie wollen wir denn eigentlich hier Entscheidungen treffen?

        0:26:34–0:26:37

        Und vielleicht kann man da auch nochmal so ein bisschen rückkoppeln zu den letzten

        0:26:37–0:26:42

        beiden Podcast-Folgen zum Thema Quelle. Ich weiß nicht, ob ihr beiden das auch gehört habt.

        0:26:42–0:26:46

        Das wäre eine Frage, so ein bisschen, die ich euch auch gerne stellen würde,

        0:26:46–0:26:52

        wie kriegt ihr das schon gut zusammen, dieses Konzept der Quelle und die Soziokratie?

        0:26:53–0:26:56

        Das war nämlich eine Frage, die wir auch noch ganz offen als Forschungsfrage

        0:26:56–0:26:59

        sozusagen das letzte Mal auch gestellt hatten.

        0:26:59–0:27:02

        Vielleicht habt ihr was zum Reinlegen und könnt da anknüpfen.
        Tim
        0:27:02–0:27:07

        Ja, ihr habt später, also oder ihr habt auf unserem, auf dem Leitfaden so schön

        0:27:07–0:27:09

        hingeschrieben, Tabuthema Macht.

        0:27:10–0:27:14

        Das kommt deshalb bei mir zuerst bei der Quelle, weil ich da,

        0:27:15–0:27:19

        wer Lust darauf hat, das neue Buch von der Eva Stützel aus Siebenlinden empfehlen

        0:27:19–0:27:21

        mag, die Machtvoll verändern geschrieben hat.

        0:27:21–0:27:26

        Und sich halt mit dieser Frage der Macht und des Rangs und der Privilegien in

        0:27:26–0:27:27

        der Organisation auseinandersetzt.

        0:27:27–0:27:31

        Und warum knüpfe ich da an? Weil sie auch die Quellentheorie im Buch hat und

        0:27:31–0:27:38

        sagt, das ist eine Theorie, wenn ich die lese, die hat sogar so einen esoterischen Touch.

        0:27:38–0:27:41

        Das möchte ich ablehnen oder so oder so ähnlich schreibt sie das.

        0:27:41–0:27:45

        Und dann schreibt sie aber weiter, aber überall, wo ich hinkomme, sehe ich das.

        0:27:46–0:27:49

        Also praktisch die Realität zeigt mir, dass es Quellen gibt,

        0:27:49–0:27:53

        um das kurz einzufügen. Also Personen, die irgendwie diesen Gründungsimpuls,

        0:27:53–0:27:56

        den Anfangsimpuls haben und die,

        0:27:56–0:28:02

        eben die Ursprungsquelle der Organisation sind und wenn man die nicht beachtet,

        0:28:02–0:28:07

        was auch immer das im Detail heißen mag, dann wird es häufig anstrengend,

        0:28:07–0:28:08

        das wäre so die Beschreibung.

        0:28:08–0:28:14

        Und wenn wir davon ausgehen, dann hat das für mich in der Soziokratie Wirkkraft

        0:28:14–0:28:18

        und auch zum Beispiel eben in der Begleitung des Myceliums für mich immer die

        0:28:18–0:28:21

        Klarheit zu sagen, Timo ist eure anwesende Quelle.

        0:28:21–0:28:25

        Das heißt, wir müssen ihn auch mindestens am Anfang in seinen Rollen so ausstatten,

        0:28:26–0:28:29

        dass er das weiter sein darf, weil das praktisch richtig ist.

        0:28:30–0:28:34

        Eva Stützel beschreibt das so schön. Die Quelle kann weitergegeben werden,

        0:28:34–0:28:37

        also das ist jetzt kein Naturgesetz und das ist auf immer und ewig,

        0:28:37–0:28:40

        aber sie sollte halt bedacht weitergegeben werden, indem man sagt,

        0:28:40–0:28:43

        okay, welche Rollen liegen denn eigentlich alle auf dem Timo,

        0:28:43–0:28:50

        die durch diese Zwei-Personen-Start zu ihm gekommen sind und wie geben wir die ab?

        0:28:50–0:28:52

        Und es ist ganz normal, dass eben diese Person, die angefangen hat.

        0:28:53–0:28:57

        Ideen hat oder in Anstrengung gerät, wenn jetzt auf einmal die Menschen,

        0:28:57–0:29:00

        die neu dazukommen, sagen, wir machen jetzt alles anders und wir haben ja den

        0:29:00–0:29:05

        Consent und jetzt soll der Timo sich mal nicht so haben oder die andere Person in euren Projekten.

        0:29:05–0:29:11

        Deswegen finde ich das sehr relevant, da achtsam umzugehen.

        0:29:11–0:29:17

        Und ich spreche das immer sehr deutlich, das ist der Schatten der Menschen,

        0:29:17–0:29:24

        die sich als links und ökologisch einordnen, die eben in diese komplette Basisdemokratie fallen.

        0:29:24–0:29:28

        Es gibt hier keine Hierarchien, wo ich mittlerweile sage, es ist einfach eine Selbstbetrug,

        0:29:29–0:29:33

        also eine Lüge, denn wenn wir behaupten, es gäbe keine Hierarchien,

        0:29:33–0:29:38

        dann bauen wir informelle, also welche, die eben nicht gesprochen sind und die

        0:29:38–0:29:43

        sind häufig viel ekliger als die, die wir praktisch ablehnen und gegen die, die wir arbeiten.
        Alina
        0:29:44–0:29:48

        Ja, ich finde es auch nochmal spannend, weil die Soziokratie da ja schon mit

        0:29:48–0:29:50

        dem Konsens sich ja auch absichert.

        0:29:50–0:29:55

        So einerseits zu sagen, ja, es gibt diese Menschen, die irgendwie GründerInnen

        0:29:55–0:30:00

        sind oder besonders viel Verantwortung übernehmen, wo die Frage ist,

        0:30:00–0:30:01

        wollen die das oder verteilt man besser.

        0:30:02–0:30:05

        Aber auch zu sagen, mit dem Consent

        0:30:05–0:30:09

        hat jeder bei Beschlüssen eben die Möglichkeiten, Consent einzulegen.

        0:30:09–0:30:14

        Und das, finde ich, levelt es ja so aus. Da bringt die Augenhöhe.

        0:30:14–0:30:17

        Und ich finde, das gibt beiden Seiten Sicherheit.

        0:30:18–0:30:22

        Ich meine, Soziokratie ist ja auch ein Organisationsmodell, was in etablierten

        0:30:22–0:30:25

        Unternehmen sozusagen über die klassische Struktur drübergelegt wird.

        0:30:25–0:30:33

        Das besonders bekannt ist ja geworden durch ein Elektroingenieurbüro in den Niederlanden.

        0:30:33–0:30:37

        Also da hat es ja angefangen, dass man sozusagen das so ganz klassisch auf die

        0:30:37–0:30:40

        Organisationshierarchie gelegt hat und dann gesagt hat, ah ja,

        0:30:40–0:30:42

        es gibt diese Teamleitungen noch,

        0:30:42–0:30:45

        aber die haben jetzt eine klare Rollenbeschreibung und die haben in ihrem Team

        0:30:45–0:30:48

        nicht mehr Entscheidungsmacht als der Rest vom Team.

        0:30:48–0:30:53

        Und das schafft ja diese Augenhöhe und Gleiches gilt natürlich dann auch eben

        0:30:53–0:30:55

        für diese Gründer in Persönlichkeiten.

        0:30:56–0:31:00

        Und dann lässt sich das sicherlich integrieren. Ich finde es halt immer da schwierig,

        0:31:01–0:31:08

        wenn Leute dann sozusagen in Berufung auf diese Theorie sozusagen Sonderregeln für sich einfordern.

        0:31:08–0:31:12

        Wir machen hier Soziokratie und wir haben Regeln, aber ich bin ja die Quelle

        0:31:12–0:31:16

        und für mich gilt es ja nicht. Oder ihr müsst das doch würdigen.

        0:31:17–0:31:21

        Und genau, ich glaube, die Würdigung muss ja viel mehr auf dieser zwischenmenschlichen,

        0:31:21–0:31:26

        wertschätzenden Ebene stattfinden und zu sagen, hey, mega, dass du die Idee

        0:31:26–0:31:32

        hattest und das sozusagen gegründet hast, genau, dass von dieser strukturellen Ebene das auswirkt.

        0:31:32–0:31:37

        Loszulösen. Also nicht ganz, aber halt passende Orte zu finden und die Wertschätzung

        0:31:37–0:31:38

        auf der Ebene auch zu geben.
        Hannah Heller
        0:31:38–0:31:43

        Ja, vielleicht nochmal zu dem gemeinschaftsbasierten Kontext auch nochmal enger.

        0:31:43–0:31:48

        Wir begleiten ja meist Unternehmerinnen und Unternehmer in Unternehmen,

        0:31:49–0:31:52

        also in bestehenden Unternehmen, die sagen, okay, wir brauchen eine wirtschaftliche

        0:31:52–0:31:55

        Stabilisierung, so wie wir es gerade machen, läuft es nicht mehr.

        0:31:55–0:32:00

        Und dann bauen wir eben ein gemeinschaftsbasiertes Finanzierungsmodell auf.

        0:32:00–0:32:04

        Und das ist aber auch erstmal, würde ich sagen, sozusagen dieser erste Schritt,

        0:32:05–0:32:07

        also gemeinschaftsbasiert dieses Unternehmen zu finanzieren.

        0:32:08–0:32:12

        Da passiert natürlich auch ganz viel innerer Wandel mit den Unternehmerinnen,

        0:32:12–0:32:16

        also sich zu öffnen für Neues, die eigene Rolle auch klarer zu bekommen,

        0:32:16–0:32:20

        die eigenen Bedürfnisse klarer zu kommen, überhaupt in diese Transparenz zu gehen.

        0:32:20–0:32:24

        Und dann merken wir aber, oder ich merke das jetzt vermehrt,

        0:32:24–0:32:28

        nach dem ersten halben Jahr der Begleitung, wenn dann dieses Finanzierungsmodell

        0:32:28–0:32:33

        eingeführt ist, also nach der ersten Beitragsrunde, dann zieht das einen Rattenschwanz

        0:32:33–0:32:34

        an weiteren Dingen hinter sich her.

        0:32:34–0:32:37

        Also dann gibt es die Unternehmerin, die kennen wir jetzt gut,

        0:32:37–0:32:41

        die kennt das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften gut, die hat irgendwie neue

        0:32:41–0:32:45

        Perspektiven entwickelt und ist bereit, da in die Transformation zu gehen.

        0:32:45–0:32:48

        Und dann gibt es aber noch das Team drumherum, also die Menschen,

        0:32:48–0:32:52

        die da noch arbeiten. Und dann gibt es eben jetzt auch diese Gemeinschaft drumherum,

        0:32:52–0:32:53

        der Mitglieder, die finanzieren.

        0:32:53–0:32:57

        Und da ist, glaube ich, auch so der Punkt, wo wir gerade stehen.

        0:32:57–0:33:01

        In welche, ja, wie tief gehen wir da rein in die Transformation?

        0:33:02–0:33:06

        Wann ist der richtige Zeitpunkt, um auch den nächsten Schritt zu gehen?

        0:33:06–0:33:10

        Wie geht man diesen Schritt auch, ohne die Unternehmerin sozusagen noch weiter

        0:33:10–0:33:14

        zu belasten? Weil die sind meistens eh irgendwie voll mit Kram.

        0:33:15–0:33:20

        Und genau, wie schafft man es da vielleicht auch Verantwortung im Team zu verteilen?

        0:33:20–0:33:25

        Habt ihr da Tipps sozusagen für den Einstieg in die Soziokratie?
        Franziska
        0:33:26–0:33:29

        Darf ich noch schnell was ergeben, bevor wir die beiden hören?

        0:33:29–0:33:33

        Also ich wollte nochmal nachlegen, dass ich glaube, dass es sozusagen kein Rattenschwanz

        0:33:33–0:33:35

        ist, sondern eigentlich ein Potenzial.

        0:33:35–0:33:39

        Also wir merken, wir fangen an mit, aha, es gibt einen Bedarf,

        0:33:39–0:33:44

        eine Unternehmerin und ein Projekt auf sichere Beine zu stellen und tatsächlich auf ganz andere.

        0:33:44–0:33:48

        Also wir versuchen ja genau wegzukommen von am Marktwirtschaften hin,

        0:33:48–0:33:50

        so hey, wir wollen eine Gemeinschaft wirtschaften und wir merken,

        0:33:50–0:33:51

        das ist der erste Schritt,

        0:33:51–0:33:54

        den wir meist gehen und dann im zweiten Zyklus, Also nach dieser ersten Beitragsrunde

        0:33:54–0:33:58

        erfahren wir jetzt auch eben zunehmend in der Begleitung, weil wir ganz viele

        0:33:58–0:34:01

        Projekte jetzt haben in diesem zweiten Zyklus von,

        0:34:01–0:34:04

        ah, jetzt gibt es da eigentlich ein Potenzial, das erst entsteht mit der Art

        0:34:04–0:34:06

        und Weise, wie wir wirtschaften.

        0:34:06–0:34:12

        Und dieses Potenzial heißt, die Unternehmerin noch mal ganz anders zu verwurzeln eigentlich,

        0:34:13–0:34:17

        also sowohl im Innen als auch im Außen und gleichzeitig das Potenzial dieser

        0:34:17–0:34:23

        Gemeinschaft, die sich da gegründet hat, mit dem Zweck, dieses Angebot in dieser

        0:34:23–0:34:25

        Welt zu sichern, das eigentlich zu heben.

        0:34:26–0:34:31

        Und damit würde ich voll gerne jetzt zu euch geben, wie kann uns dabei die Soziokratie unterstützen?
        Alina
        0:34:32–0:34:36

        Ich kann mal einen Start machen. Also ich bin gerade vor allem an dem Thema

        0:34:36–0:34:41

        Gründerinnen oder Unternehmen und Mitglieder hängen geblieben,

        0:34:41–0:34:45

        weil Gründerinnen und Teams, das ist ja erstmal was, was es in vielen Kontexten gibt.

        0:34:45–0:34:49

        Wie geht da Entwicklung? Können wir auch gleich bestimmt drauf gucken oder vielleicht

        0:34:49–0:34:51

        hat Tim da auch nochmal Gedanken.

        0:34:51–0:34:54

        Und spannend ist ja, wo kommt Unternehmen und Mitglieder zusammen?

        0:34:54–0:34:57

        Und das ist ja auch das, was solidarische Landwirtschaft ausmacht.

        0:34:57–0:35:03

        Das ist ja das Gleiche, wie ihr macht, nur eben auf Landwirtschaft und Gemüseproduktion bezogen.

        0:35:03–0:35:07

        Und wie kommen die zusammen? Und das ist halt ein totaler Erfolgsgarant,

        0:35:07–0:35:11

        dass beide Seiten das Gefühl haben, wir können miteinander reden.

        0:35:11–0:35:14

        Und ich kann jetzt einfach mal aus meinem Kontext berichten,

        0:35:14–0:35:16

        dass viele Landwirtinnen und

        0:35:16–0:35:19

        GärtnerInnen, die sich mit der Idee beschäftigen, erstmal so Angst haben.

        0:35:19–0:35:25

        Oh krass, muss ich jetzt jede Möhren-Aussaat oder jede Sortenwahl mit allen

        0:35:25–0:35:27

        Mitgliedern beschließen?

        0:35:27–0:35:34

        Und dann würde ich jetzt mal sagen, nein, das muss man nicht, sondern da zu gucken,

        0:35:34–0:35:39

        was gibt es für Kontaktpunkte oder wie sieht die Organisationsstruktur aus,

        0:35:39–0:35:42

        dass an irgendeiner Stelle Mitglieder reinkommen.

        0:35:43–0:35:48

        Und das kommt ja total auf Rechtsform an oder wie viele Mitglieder es sind, Aber zu sagen.

        0:35:49–0:35:53

        In so Vereinsstruktur sind es ja oft Vorstände, die gewählt werden und da zu sagen,

        0:35:53–0:35:59

        hey, die Mitglieder wählen einmal im Jahr bei der Beitragsrunde eben ihre Vorstände

        0:35:59–0:36:03

        auch oder Delegierten, wie auch immer man das Kind dann nennt,

        0:36:03–0:36:04

        je nach Rechtsform und sagt,

        0:36:04–0:36:10

        das sind die Ansprechpersonen für das Unternehmen unterm Jahr und die dafür sorgen, zu sagen, ah ja,

        0:36:11–0:36:15

        sollen wir da mal eine Umfrage machen oder ich habe gehört, das habt ihr das

        0:36:15–0:36:18

        auch gehört, da müssen wir mal drüber sprechen. wenn Spannungen auftauchen.

        0:36:18–0:36:23

        Also einfach diese Verbindung zu halten, ohne ständig die Erwartung zu haben,

        0:36:23–0:36:29

        dass alle Mitglieder genug Information haben oder genug Interesse und Zeit haben,

        0:36:29–0:36:30

        sich da gerade einzubringen.

        0:36:30–0:36:34

        Das würde ja alle Seiten überfordern und da eben gute…

        0:36:35–0:36:39

        Wege des Austauschs für zu finden und zu gucken, welche Informationen brauchen die Mitglieder?
        Tim
        0:36:40–0:36:45

        Ich reite da also auch wirklich gerne in meinen Begleitungen auf dieser Frage,

        0:36:45–0:36:47

        das sind nicht entscheiden dürfens rum,

        0:36:48–0:36:53

        weil wir mit der Soziokratie ja erstmal diese schöne Welt aufmachen,

        0:36:53–0:36:57

        so ey, ihr dürft mitentscheiden und so geht es und das ist auch gut so.

        0:36:58–0:37:02

        Und da kommt aber eben auch der romantische Teil rein, den Alina ja jetzt auch

        0:37:02–0:37:06

        schon angesprochen hat, zu sagen, liebe Mitglieder, das dürft ihr mitentscheiden.

        0:37:06–0:37:11

        Und zwar zu diesem Zeitpunkt und dann auch wieder, aber nicht dazwischen.

        0:37:11–0:37:17

        Und falls ihr mitentscheiden möchtet, dann müsst ihr dafür Zeit aufwenden.

        0:37:17–0:37:20

        Also das mache ich mittlerweile auch ganz viel mit Organisationen.

        0:37:20–0:37:24

        Wer mitreden möchte, darf das gerne. Und es braucht dafür ein Zeitbudget.

        0:37:24–0:37:29

        Und dann sind ganz viele Menschen schon klar, ach so, ja, dann kann ich auch den Mund halten.

        0:37:29–0:37:35

        Und zwar, ich finde das insofern positiv, weil eben dieses alte Machtprinzip

        0:37:35–0:37:38

        von, ich rede mit, weil ich gehe dann abends zu diesem.

        0:37:40–0:37:44

        Was auch immer, wie die Versammlung heißt, zum Plenum und ich möchte danach

        0:37:44–0:37:45

        aber nichts davon umsetzen.

        0:37:45–0:37:50

        Und da kann Soziokratie auch klarer sein, zu sagen, wenn du mitentscheidest

        0:37:50–0:37:52

        möchtest, dann kommst du in einen Kreis.

        0:37:52–0:37:56

        In einen Kreis reinkommen heißt aber auch Arbeitszeit aufwenden,

        0:37:56–0:37:58

        weil das ist praktisch die Energiewährung.

        0:37:58–0:38:01

        Und wenn du das tust, dann darfst du sehr gerne mitentscheiden.

        0:38:01–0:38:04

        Wenn du aber eben nur reinrufen möchtest von der Seite, dass du das alles blöd

        0:38:04–0:38:07

        findest und dass du es anders machen würdest, dass du das besser weißt,

        0:38:07–0:38:09

        dann halte bitte den Mund.

        0:38:09–0:38:13

        Aber wertschätzend, wir können dich reinwählen. Aber damit kommen halt auch

        0:38:13–0:38:16

        Pflichten. Das heißt, ich spreche das mittlerweile gerne zusammen.

        0:38:17–0:38:22

        Mitentscheiden heißt mitverantworten und heißt mitumsetzen. Und das führt zur Klarheit.

        0:38:22–0:38:25

        Und das ist es ja, was wir sozokratisch erzielen.

        0:38:26–0:38:29

        Was ich in diesem Kontext auch noch so auf dieser.

        0:38:30–0:38:34

        Einmal hochgeflogen wichtig finde. Wenn wir klassisch arbeiten,

        0:38:35–0:38:38

        dann müssen wir nicht alles klären und aufschreiben, weil am Ende hat die Person,

        0:38:38–0:38:41

        die oben ist, kann halt sagen, ich hätte es gerne anders.

        0:38:41–0:38:44

        Und das ist in Ordnung so, das haben wir alle gelernt. Also so funktioniert

        0:38:44–0:38:48

        in Teilen Schulsystem, Bildungssystem und ganz viele andere Konstrukte unserer Gesellschaft.

        0:38:49–0:38:52

        Wenn wir soziokratisch arbeiten wollen, dann müssen wir mehr aufschreiben.

        0:38:52–0:38:56

        Auch das strengt Menschen am Anfang mehr an, weil eben die Domäne geklärt sein

        0:38:56–0:39:02

        muss, um zu sagen, es ist nicht mehr beliebig und dann laufe ich zu der Gründerin

        0:39:02–0:39:03

        und sage, wie hättest du es denn gerne?

        0:39:04–0:39:07

        Also im Optimalfall, und da sind wir auch bei der inneren Transformation,

        0:39:07–0:39:10

        sagt die Gründerin, das kann ich gar nicht entscheiden.

        0:39:10–0:39:14

        Das gibt doch den Produktkreis. Frag den doch gerne, wenn du ein neues Produkt

        0:39:14–0:39:16

        haben möchtest. Ist überhaupt nicht mein Job, es liegt gar nicht in meiner Domäne.

        0:39:17–0:39:22

        Also das ist auch eine Herausforderung für Gründerinnen, egal ob im gemeinschaftsbasierten

        0:39:22–0:39:25

        Wirtschaften oder in anderen Begleitungen, die Alina und ich machen.

        0:39:26–0:39:31

        Die Person, die die meiste Macht bisher hatte, muss sehr aufmerksam sagen,

        0:39:31–0:39:32

        nein, das entscheide ich nicht mehr.

        0:39:32–0:39:35

        Nein, das entscheide ich nicht mehr. Das gehört nicht mehr in meine Domäne.

        0:39:36–0:39:38

        Willst du das bitte dahin tragen, wo es hingehört?

        0:39:39–0:39:41

        Ja, dann dauert es halt länger. Da kann ich leider nichts dran machen.

        0:39:42–0:39:45

        Also praktisch in dieser Liebe zu. Ich will es jetzt anders machen,

        0:39:45–0:39:48

        Weil jedes Mal, wenn die mächtigste Person im Raum sagt, ja,

        0:39:49–0:39:53

        jetzt machen wir das einfach, boykottiert sie praktisch diesen Transformationsprozess.

        0:39:53–0:39:57

        Und zwar nicht, weil die Person böse ist, sondern weil es halt so inhärent in

        0:39:57–0:39:58

        uns drin ist, so zu arbeiten.
        Hannah Heller
        0:39:59–0:40:00

        Ja, mega. Ich finde mich auf jeden

        0:40:00–0:40:04

        Fall mega wieder, auch in unserem Transformationsprozess im Mycelium.

        0:40:04–0:40:09

        Es ist immer noch eine Herausforderung, sozusagen da konsequent in den Kreisen

        0:40:09–0:40:14

        zu bleiben und diese Rollenklarheit und Verantwortungsklarheit eben auch zu haben.

        0:40:14–0:40:18

        Und ich glaube, das ist auch am Anfang wirklich eine Herausforderung,

        0:40:18–0:40:22

        die Rollen zu klären, die Verantwortungsbereiche festzulegen.

        0:40:23–0:40:28

        Es braucht Zeit, es braucht diesen Raum, um diese Klarheit zu schaffen und dann

        0:40:28–0:40:31

        eben in der Hoffnung, dass es danach einfach flowiger ist,

        0:40:31–0:40:37

        weil man irgendwie mit dieser Klarheit als Grundlage loslaufen kann und alle

        0:40:37–0:40:42

        in ihren Verantwortungsbereichen einfach auch frei agieren können.

        0:40:42–0:40:44

        Ich finde ja, das Schlimme an unserem bestehenden System ist,

        0:40:44–0:40:49

        dass man kennt das, man ruft irgendwo an in der Hoffnung, dass man irgendwie

        0:40:49–0:40:54

        eine Auskunft bekommt oder sogar einem weitergeholfen wird,

        0:40:54–0:40:57

        gerade bei Verwaltungen, aber auch Universitäten oder so.

        0:40:58–0:41:02

        Konformistischen Systemen, heißt diese in so Kästchen, Organigramm strukturiert sind,

        0:41:03–0:41:05

        da ist dann ganz auf die Aussage, nee, kann ich nicht zusagen,

        0:41:05–0:41:10

        weiß ich nicht, muss Abteilung A machen und Abteilung A sagt aber,

        0:41:10–0:41:13

        nee, macht Abteilung C und am

        0:41:13–0:41:17

        Ende gibt es gar keine sozusagen gar keine Verantwortungsübernahme mehr.
        Tim
        0:41:18–0:41:20

        Und wenn du dann den Professor kennst, dann wird es ganz einfach.
        Hannah Heller
        0:41:21–0:41:25

        Genau. Ja, und so funktioniert es ja heute. Du musst dann an die richtigen Leute

        0:41:25–0:41:30

        ran, Führt aber auch dazu, dass eben nur ganz wenig Leute vorgeben,

        0:41:30–0:41:32

        wie unsere Welt gestaltet ist.

        0:41:32–0:41:35

        Und ich glaube, da sind wir auch ein bisschen in der Sackgasse unterwegs,

        0:41:35–0:41:37

        wenn wir die Leute, also wenn das so bleibt.

        0:41:38–0:41:41

        Jetzt sind wir kurz auf die Gesellschaftsebene abgerutscht. Entschuldigung.
        Alina
        0:41:41–0:41:47

        Ich wollte nochmal auf diese Einführung von Soziokratie zurück oder das,

        0:41:47–0:41:52

        was ihr davon so erzählt und wo einem ja auch oft die Hoffnung begegnet.

        0:41:52–0:41:56

        Ich kenne das aus meinen eigenen Organisationen, auch bei denen,

        0:41:56–0:42:00

        die wir begleiten, dass man so denkt, ja, okay, jetzt müssen wir uns einmal

        0:42:00–0:42:05

        richtig, richtig viel Mühe geben und alles aufschreiben und dann sind wir für immer fertig.

        0:42:06–0:42:11

        Also ja, es bringt ganz viel Klarheit und das ist ein wichtiger Schritt und

        0:42:11–0:42:14

        es ist erstmal eine Grundlagenarbeit, die gemacht werden muss.

        0:42:14–0:42:21

        Aber auch dann zu sagen, ja und wir sind weiterhin ja beweglich oder eine lebendige

        0:42:21–0:42:25

        Organisation, die mit der Außenwelt agiert und Dinge ändern sich in der Welt.

        0:42:25–0:42:30

        Das heißt auch wir werden uns ändern müssen oder Menschen wechseln und Dinge

        0:42:30–0:42:34

        ändern sich dadurch. Und das ist eben auch eine dieser Haltungen der Soziokratie

        0:42:34–0:42:37

        eigentlich, dass man immer so wieder schaut.

        0:42:38–0:42:43

        Wie ist es denn gerade? So Regelkreisläufe von Plan, Tun, Messen und dann wieder anpassen.

        0:42:43–0:42:48

        Und das bezieht sich natürlich auf alles, was wir auch da also inhaltlich tun,

        0:42:48–0:42:52

        aber auch eben auf den Strukturen, auf den strukturellen Teil zu sagen.

        0:42:52–0:42:57

        Ja, wir fangen jetzt an mit dieser Kreisbeschreibung und setzen uns vielleicht einmal im Jahr.

        0:42:58–0:43:01

        Manche sind da ganz streng und sagen, keine Entscheidung wird eigentlich getroffen,

        0:43:01–0:43:05

        ohne dass man ein Review-Datum setzt und wieder draufschaut und sagt,

        0:43:05–0:43:08

        ist das so, wie es gerade läuft, noch passend?

        0:43:09–0:43:15

        Das würde natürlich ganz viel auch an Review-Bedarf auftun.

        0:43:15–0:43:18

        Wenn man es ein bisschen lockerer angehen will, kann man sagen,

        0:43:18–0:43:21

        wir sprechen dann wieder drüber, wenn es eine Spannung gibt.

        0:43:21–0:43:24

        Also wenn irgendjemand in diesem Kreis oder in dieser Organisation sagt,

        0:43:25–0:43:29

        mir ist aufgefallen, die letzten drei Male hat das nicht so geklappt oder die

        0:43:29–0:43:33

        letzten vier Male war unklar, wer eigentlich die Moderation hat,

        0:43:33–0:43:34

        müssen wir nochmal kurz drauf gucken.

        0:43:34–0:43:38

        Was können wir tun? Müssen wir eine neue Person wählen, weil die andere gerade

        0:43:38–0:43:40

        eigentlich gar keine Zeit mehr hat?

        0:43:40–0:43:44

        Müssen wir die Kreisbeschreibung nochmal anpassen, weil neue Kreise dazugekommen

        0:43:44–0:43:49

        sind? Also diese realistische Erwartung von, wir machen das jetzt einmal für

        0:43:49–0:43:53

        immer, hin zu, ja, wir werden uns auch da immer weiterentwickeln.

        0:43:53–0:43:57

        Und das entspricht dann auch eben diesem Bedürfnis nach Lebendigkeit,

        0:43:57–0:43:59

        was wir es am Anfang von hatten.

        0:43:59–0:44:04

        Und eben nicht so ein starres System zu haben, in dem man dann jahrelang sich

        0:44:04–0:44:06

        selbst gefangen hält. Das ist nicht das Ziel.
        Franziska
        0:44:07–0:44:10

        Tim, vielleicht magst du noch mal auch auf Spannungen eingehen.

        0:44:10–0:44:13

        Also wie gehen wir, gibt uns die Soziokratie was an die Hand,

        0:44:13–0:44:15

        wie wir mit Spannungen umgehen.
        Tim
        0:44:15–0:44:21

        Ja, eine sehr schnelle Antwort. Ich habe währenddessen auch so ein bisschen

        0:44:21–0:44:22

        auf meinen Zettel geguckt.

        0:44:22–0:44:27

        Ich finde zum einen nochmal ganz wichtig, also Soziokratie ist super hilfreich

        0:44:27–0:44:30

        und es muss nicht alles soziokratisch ablaufen.

        0:44:30–0:44:33

        Zum Beispiel kommt der Begriff der Spannung aus der kleinen Schwester,

        0:44:34–0:44:39

        der Soziokratie von der Holacriti und ist ein, wie wir finden,

        0:44:39–0:44:43

        sehr probates Mittel, nämlich zu sagen, liebe Menschen, ich habe eine Spannung,

        0:44:44–0:44:47

        die diese Methode, wenn man sie so groß machen mag, nicht kennt,

        0:44:48–0:44:50

        sondern so, was ist das Ding, irgendwas ist schlecht.

        0:44:51–0:44:56

        Und wir sagen in unserem Begleitung, Spannung ist einfach die neutrale Feststellung.

        0:44:57–0:45:01

        Ich hätte gerne etwas, das es anders ist und es ist heute aber so.

        0:45:01–0:45:07

        Also es ist ein Unterschied zwischen dem, was ich mir wünsche, zu dem, wie es heute ist.

        0:45:07–0:45:11

        Und damit bringen wir Organisationen bei diesem Begriff eigentlich immer dann

        0:45:11–0:45:17

        zu sagen, ich brauche Veränderung, denn Systeme, die es nicht verändern, sind tot.

        0:45:17–0:45:21

        Und das ist praktisch so, wie Alina das ja auch eingebracht hat.

        0:45:22–0:45:29

        Der Start für etwas zu tun und eine Spannung kann heißen, ich muss nur eine

        0:45:29–0:45:32

        Info haben, dazu brauchst du dann keine Content-Entscheidung und nichts,

        0:45:32–0:45:34

        sondern einfach nur die Hanna sagt, ich habe da noch eine Spannung,

        0:45:34–0:45:37

        mir fehlt folgende Info und die Franka sagt, hier ist deine Info.

        0:45:37–0:45:41

        Spannung verschwunden, die sozusagen basalste Spannung.

        0:45:42–0:45:44

        Und eine Spannung kann aber eben auch eine kreative Idee sein,

        0:45:45–0:45:50

        die heißt, ich würde gerne diesen Kreis schließen, denn die Domäne ist erledigt.

        0:45:50–0:45:53

        Wir haben das erreicht und deshalb möchte ich gerne uns selber vorschlagen,

        0:45:53–0:45:58

        uns aufzulösen. Also auch das, was Alina meinte, dass es nicht stabil ist,

        0:45:58–0:46:02

        sondern immer wieder in diesem, wir planen es, wir tun es, wir messen,

        0:46:02–0:46:04

        ob das, was wir geplant haben, sinnvoll ist.

        0:46:04–0:46:09

        Und da ist die Spannung der Treiber, ich glaube, in der Holacracy heißt es auf

        0:46:09–0:46:13

        Englisch auch der Driver, also das ist der Treiber, um wieder einen Schritt

        0:46:13–0:46:15

        weiter zu gehen, wohin auch immer der führt.

        0:46:15–0:46:20

        Und Spannung dürfen und können natürlich auch emotionale Anstrengungen sein,

        0:46:20–0:46:21

        Konflikte zwischen Personen.

        0:46:21–0:46:23

        Das ist ja das, wie wir das im Deutschen häufig kennen.

        0:46:24–0:46:27

        Wir führen dann häufig einen Spannungsspeicher in Organisationen ein,

        0:46:28–0:46:33

        dass wir eben sagen, Leute, wenn ihr möchtet, versucht eure Spannung auszuspeichern.

        0:46:33–0:46:37

        Das kommt wiederum aus einem ganz anderen Universum von Getting Things Done.

        0:46:37–0:46:41

        Halte die Spannung bitte nicht in deinem Kopf, weil dann machen sie dich unruhig,

        0:46:41–0:46:46

        lassen dich schlecht schlafen, sondern trage sie an einen papierenden oder digitalen

        0:46:46–0:46:51

        Ort und sorge dann aber dafür, dass dieser Speicher regelmäßig gelehrt wird.

        0:46:51–0:46:53

        Das heißt, dass man also in einem Team-Meeting sagt, hey, liebe Leute,

        0:46:53–0:46:55

        hier ist ja unser Spannungsspeicher.

        0:46:55–0:46:57

        Guck mal, da stehen drei Spannungen drauf.

        0:46:58–0:47:01

        Schaffen wir die heute alle? Nee, schaffen wir nicht. Welche ist halt die drängendste?

        0:47:01–0:47:03

        Also lass uns bitte über diese Spannung sprechen.

        0:47:03–0:47:06

        Und dann kann es sein, dass die sehr schnell im Meeting zu lösen ist oder dass

        0:47:06–0:47:10

        man sieht, oh, das ist ja eine sehr relevante Spannung. Lass uns einen Termin dafür machen.

        0:47:10–0:47:13

        Lass uns einen extra Raum dafür kreieren.

        0:47:13–0:47:18

        Aber dadurch kommen wir in diese Schleifen, also in diese iterativen Loops und

        0:47:18–0:47:20

        können Themen ansprechen.

        0:47:21–0:47:25

        Ich habe meine Spannung los und ich muss aber auch nicht direkt auf eine andere Person zuhetzen.

        0:47:25–0:47:29

        Also jetzt, egal ob ihr zusammen in einem Büro sitzt oder virtuell zusammenarbeitet,

        0:47:30–0:47:34

        in klassischen Organisationen kann das so sein, ich rege mich irgendwie darüber

        0:47:34–0:47:37

        auf, dass zum dritten Mal ein Dokument falsch formuliert ist.

        0:47:37–0:47:41

        Jetzt renne ich zur Hannah, reiße sie aus ihrer Arbeit, komme auch noch mit

        0:47:41–0:47:44

        meiner Emotion, erzähle ihr das, sie versteht das vielleicht auch,

        0:47:44–0:47:47

        es geht ja gar nicht darum, dass das jetzt ein Riesenkonflikt wird,

        0:47:47–0:47:50

        aber sie ist erstmal aus ihrer Arbeit gerissen und muss sich da wieder reinfinden.

        0:47:50–0:47:54

        Wenn ich aber geübt bin, mache ich den Spannungsspeicher auf und schreibe halt

        0:47:54–0:47:59

        da rein, einheitliche Formatierung der Dokumente klären und dann könnte es.

        0:48:00–0:48:03

        Je nachdem wie groß die Organisation ist, das ist jetzt eher Wirtschaftsunternehmen,

        0:48:04–0:48:08

        lass uns doch bitte mal eine Corporate Identity und Corporate Design festlegen,

        0:48:09–0:48:12

        Vorlagen ablegen und dann müssen wir uns nicht mehr über die Formatierung,

        0:48:12–0:48:15

        die also ja eigentlich keine persönliche Spannung zwischen Hannah und mir ist,

        0:48:16–0:48:19

        erklären, sondern haben gesagt, ah ja, cool, jetzt ist das geklärt.

        0:48:19–0:48:21

        Und jetzt können auch alle anderen immer darauf hinweisen, hey,

        0:48:21–0:48:23

        wir haben doch gesagt, wir benutzen die Vorlage.

        0:48:23–0:48:27

        Also auch so entsteht Evolution in der Organisation.
        Alina
        0:48:30–0:48:30

        Das ist mega.
        Hannah Heller
        0:48:31–0:48:33

        Wieder was gelernt. Alina, du willst noch vergänzen?
        Alina
        0:48:34–0:48:38

        Das bringt mich noch zu einem wichtigen Vorteil vom Consent-Entscheid.

        0:48:39–0:48:42

        Da gibt es zwar auch verschiedene Wege, aber einer ist auf jeden Fall,

        0:48:42–0:48:45

        der vorschlagsbasiert zu arbeiten, den wir vor allem nutzen.

        0:48:45–0:48:52

        Und das ist eben genau dieser Weg von, ich habe eine Spannung und hinzu habe

        0:48:52–0:48:55

        ich schon einen Vorschlag und den ich zur Entscheidung stellen kann.

        0:48:55–0:49:00

        Und das, finde ich, ist auch ein ganz großer Unterschied zu bestimmten Kontexten,

        0:49:01–0:49:02

        die ich halt kenne, wo es dann heißt.

        0:49:03–0:49:08

        Wir müssten doch mal oder heute möchte ich mal über das Thema reden und es gibt

        0:49:08–0:49:12

        aber vielleicht gar keine Ownership oder gar keine Idee.

        0:49:12–0:49:15

        Oder noch schlimmer, die Person hat eigentlich eine sehr, sehr gute,

        0:49:15–0:49:20

        konkrete Idee und agiert aber in einem Kontext, wo sie denkt,

        0:49:20–0:49:25

        sie muss alle erstmal fragen, bevor sie ihre eigene Idee platzieren kann.

        0:49:25–0:49:29

        Das hat ja dann ganz komische Blüten hinzu. Also ich würde gerne mal mit euch

        0:49:29–0:49:34

        reden über, dann sagen alle, was sie dazu denken und am Ende sagt die Person,

        0:49:34–0:49:37

        ja, aber ich weiß ja, wie es am besten geht und das dann irgendwie durchbringt.

        0:49:37–0:49:44

        Und dann ist es super ineffizient und da zu sagen, hey, ist doch super,

        0:49:44–0:49:49

        wenn jemand eine Spannung hatte und schon Ideen dazu hat, dann soll die das

        0:49:49–0:49:50

        als Vorschlag mitbringen.

        0:49:50–0:49:59

        Gerne so ausführlich wie möglich oder nötig, aber idealerweise nur so 70 Prozent ausgearbeitet.

        0:49:59–0:50:02

        Also nicht, dass die Person da irgendwie zwei Tage dran sitzt,

        0:50:02–0:50:05

        eine 120-Prozent-Lösung hat und dann ist es super schwierig,

        0:50:05–0:50:07

        mit anderen Leuten da noch drüber zu reden.

        0:50:07–0:50:12

        Weil es ist ja perfekt und man hat ja so viel Zeit investiert, um zu sagen.

        0:50:13–0:50:15

        Ich habe eine Spannung, ich habe mir Gedanken gemacht, ich bringe mal so eine

        0:50:15–0:50:21

        70% Aufschlag für eine Lösung mit und dann prozessieren wir das im Consent.

        0:50:21–0:50:25

        Infofragen, zwei Meinungsrunden, dann lasse ich mir sozusagen den Vorschlag

        0:50:25–0:50:29

        noch besser machen durch meine Gruppe oder meinen Kreis und dann beschließen,

        0:50:29–0:50:33

        dass und dann ist schon fertig und wir müssten nicht drei Runden drehen und genau.
        Franziska
        0:50:34–0:50:39

        Ich will da kurz anknüpfen, weil das für mich so ein Game-Changing-Moment war,

        0:50:39–0:50:42

        als ich verstanden habe, was dieser Vorschlag eigentlich alles kann.

        0:50:42–0:50:46

        Im Sinne von, ich erarbeite was sehr, sehr Konkretes schon.

        0:50:47–0:50:51

        Zum Beispiel ein neues Logo für das Mycelium, ein neues Design.

        0:50:51–0:50:55

        Und steckt da schon irgendwie viel Hirnschmalz rein und auch schon einzelne

        0:50:55–0:50:56

        Absprachen und so weiter.

        0:50:56–0:50:59

        Und dann erarbeite ich daraus sozusagen einen Vorschlag. Der ist schon sehr

        0:50:59–0:51:03

        konkret, der hat schon was, wo andere dann weitermachen können.

        0:51:03–0:51:06

        Aber es ist nicht die Idee von, das ist der Vorschlag und der muss dann so bleiben

        0:51:06–0:51:09

        und darf sich keiner Veränderung mehr unterziehen, sondern im Gegenteil.

        0:51:09–0:51:12

        Ich gehe mit was rein in die Mitte, ich lege was in die Mitte,

        0:51:12–0:51:16

        was für mich schon so einen Reifegrad hat, dass ich damit sehr zufrieden bin.

        0:51:17–0:51:20

        Und gleichzeitig habe ich die innere Haltung von, jetzt freue ich mich aber

        0:51:20–0:51:22

        auch auf die Geschenke, die da auf mich warten.

        0:51:22–0:51:27

        Im Sinne von, wenn es da Menschen gibt, die schwerwiegende oder auch leichte

        0:51:27–0:51:30

        Einwände haben, dann sind die eben mein Geschenk, um meinen Vorschlag nochmal

        0:51:30–0:51:33

        auf das nächste Level tatsächlich zu bringen.

        0:51:33–0:51:37

        Und das war für mich, und ich glaube auch eben im Mycelium tatsächlich macht

        0:51:37–0:51:41

        einen riesigen Unterschied diese neue Haltung von Vorschlag.
        Tim
        0:51:43–0:51:47

        Ich finde, dadurch ändert sich dann sukzessive auch Sprache,

        0:51:47–0:51:51

        weil in den ersten Meinungsrunden, wenn Menschen neu sind, ja,

        0:51:51–0:51:53

        meine Meinung ist, ich bin gegen den Vorschlag.

        0:51:53–0:51:56

        Man sagt als Moderator, ja, in Ordnung.

        0:51:57–0:52:00

        Kannst du sagen, was an dem Vorschlag dich anstrengt?

        0:52:00–0:52:05

        Und wenn möglich und gerne ab Meinungsrunde 1, wie du das lösen würdest,

        0:52:05–0:52:09

        dass es dich nicht mehr anstrengt oder dich ein bisschen weniger anstrengt.

        0:52:09–0:52:11

        Das heißt, auch da sind wir so geübt.

        0:52:12–0:52:16

        Wir hatten es ja eben, entweder ist es der Machtentscheid oder die Basisdemokratie.

        0:52:16–0:52:19

        Jetzt sagen manche Vereine oder Ehrenamt, Mehrheitsentscheid,

        0:52:19–0:52:21

        das ist ja demokratisch.

        0:52:21–0:52:23

        Wir sagen, nein, der Mehrheitsentscheid ist das Entscheidungsverfahren,

        0:52:24–0:52:26

        was wir in die Demokratie gepflanzt haben, könnten wir aber auch rausnehmen.

        0:52:27–0:52:31

        Der Merz jetzt schreibt, braucht Polaritäten. Also der braucht Schwarz und Weiß,

        0:52:32–0:52:33

        braucht Verlehrerinnen und Gewinner.

        0:52:33–0:52:38

        Und wir sind also gewohnt, so da zu sitzen. Also entweder, wir hören den Vorschlag

        0:52:38–0:52:43

        und in uns läuft so ein Mini-Entscheidungsprozess ab. Finde ich cool? Bin ich dafür?

        0:52:43–0:52:47

        Oder geht gar nicht? Und jetzt kommen wir, soziokratische Moderatorinnen,

        0:52:47–0:52:50

        und sagen, ja, das ist schön, dass du dagegen bist, aber damit kommen wir ja

        0:52:50–0:52:53

        nicht weiter zum gemeinsamen Ziel, denn ihr sitzt ja in der gleichen Runde,

        0:52:53–0:52:58

        also ihr seid ja keine GegnerInnen. Also bitte erzähle doch, was dir helfen würde.

        0:52:58–0:53:02

        Und das ist bei manchen Menschen aber so tief drin. Dann kommt in der Meinungsrunde zwei.

        0:53:02–0:53:06

        Ja, ich bin immer noch der Meinung, dass mein Vorschlag richtig ist.

        0:53:06–0:53:08

        Weil ich dann sage auch wieder, okay, danke.

        0:53:09–0:53:14

        Kannst du etwas finden mit dem, was du eben gehört hast, wie du deinen Vorschlag

        0:53:14–0:53:16

        anpasst, damit er gleich Consent bekommt?

        0:53:17–0:53:20

        Denn der Consent ist ja die Gangbarmachung.

        0:53:20–0:53:22

        Also ihr wollt einen Schritt weiterkommen. und der.

        0:53:23–0:53:28

        Also der Consent kann auch ergeben, also du kommst mit deinem Logo und so weiter und die Gruppe sagt,

        0:53:29–0:53:32

        wir fühlen uns heute nicht entscheidungsreif, also der angepasste Vorschlag

        0:53:32–0:53:36

        lautet, wir fühlen uns heute nicht fähig, ein Logo zu entscheiden,

        0:53:36–0:53:40

        um beim nächsten Mal das gut entscheiden zu können, brauchen wir noch folgende Schritte,

        0:53:40–0:53:45

        wo wir dann sagen würden, ja, Top-Consent-Entscheidung, nämlich ihr habt es gangbar gemacht.

        0:53:45–0:53:49

        Und auch da, das hast du ja schon erzählt und Alina mit dem Vorschlag,

        0:53:49–0:53:53

        wir machen eben nicht dieses im stillen Kämmerlein perfekt bearbeiten,

        0:53:53–0:53:57

        also diese Entscheidungsvorlagen des Stadtrats und da muss es durchgehen.

        0:53:57–0:54:02

        Sondern wir sagen, hey Menschen, wir haben da so eine Idee und dazu haben wir

        0:54:02–0:54:06

        auch schon Lösungsmöglichkeiten entwickelt und wir brauchen euch jetzt,

        0:54:07–0:54:10

        damit der so gut wird, damit wir ihn danach gemeinsam tragen können.

        0:54:10–0:54:15

        Das ist aber eben, wir hatten das jetzt schon häufiger, Das ist eine ganze Haltungsänderung

        0:54:15–0:54:17

        zu dem, wie wir domestiziert sind.
        Hannah Heller
        0:54:17–0:54:22

        Also habt ihr vielleicht ein paar gute Tipps für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer,

        0:54:22–0:54:27

        die oft selbst Gründerinnen und Unternehmerinnen sind und ich glaube ganz oft

        0:54:27–0:54:30

        in dieser Überforderung sind,

        0:54:30–0:54:33

        man müsste mal das und das und das und das machen,

        0:54:33–0:54:36

        damit meine Organisation gut läuft.

        0:54:36–0:54:39

        Und da habe ich Leute sozusagen in einem Anstellungsverhältnis jetzt schon,

        0:54:39–0:54:43

        die kann ich finanzieren unter einem großen Druck, diese Finanzierung überhaupt

        0:54:43–0:54:45

        zu erwirtschaften und so weiter. Und,

        0:54:46–0:54:50

        Da sind dann oft Leute, also wenn ich ein Beispiel aus unserem Kosmos,

        0:54:50–0:54:54

        irgendwie der klassische Bio-Supermarkt, es gibt eine Geschäftsführung,

        0:54:54–0:54:56

        dann gibt es irgendwie 18 Mitarbeitende,

        0:54:56–0:55:02

        die sind eigentlich sehr gewohnt, halt klare Anweisungen zu machen.

        0:55:02–0:55:06

        Und dann setzen sie auch das um, was sozusagen die Anweisung ist und gehen aber

        0:55:06–0:55:10

        nicht in diese Verantwortungsrolle rein und haben auch meistens gar nicht den

        0:55:10–0:55:14

        Impuls, irgendeine Spannung, also das wird dann so hinter dem Rücken irgendwie,

        0:55:14–0:55:15

        wird sich darüber ausgelassen,

        0:55:16–0:55:20

        und gejammert und gemeckert so, aber es kommt nicht zu diesem proaktiven Moment,

        0:55:20–0:55:24

        zu diesem konstruktiven Moment zu sagen, ja und da hätte ich,

        0:55:24–0:55:26

        genau, da würde ich gerne was dran ändern.

        0:55:26–0:55:32

        Und wie schafft man es, Leute in diese Mitverantwortung einzuladen aus der Unternehmerinnenperspektive?

        0:55:32–0:55:38

        Also welche Haltung muss man vielleicht selbst einnehmen und welche Kniffs gibt

        0:55:38–0:55:42

        es, auch wirklich proaktiv einzuladen, da mit in die Verantwortung zu gehen?
        Tim
        0:55:42–0:55:45

        Ich finde das Erste ist, es ist einfach nicht einfach.

        0:55:46–0:55:51

        Also weil das, was wir gerade erzählen, ist eine Mischung aus Persönlichkeitsentwicklung.

        0:55:51–0:55:55

        Also möchte ich als Gründerin auch kurz auf mich selbst gucken.

        0:55:55–0:56:00

        Also muss keine siebenjährige Therapie sein, aber mag ich mal kurz gucken,

        0:56:00–0:56:01

        warum mache ich das denn eigentlich?

        0:56:02–0:56:06

        Und das Ergebnis dürfte zum Beispiel sein, ja, ich mag es, Macht über andere

        0:56:06–0:56:10

        zu haben und das finde ich jetzt in einem wohlwollenden Kontext nicht das Schlimmste,

        0:56:10–0:56:12

        aber dann hätten wir wieder Klarheit, wo ich auch sage, ja, dann lass es bitte

        0:56:12–0:56:15

        auch so, wie es ist und mach es bitte auch nicht so zu gratig.

        0:56:15–0:56:16

        Also das wäre so Schritt eins.

        0:56:17–0:56:21

        Die Person, die die Macht heute hat, möchte ich das überhaupt und bin ich mir

        0:56:21–0:56:26

        im Teil der Konsequenzen bewusst, nämlich wenn ich das jetzt aufmache und erste Sachen abgebe,

        0:56:27–0:56:31

        und ich finde Mitarbeiterinnen, die das wollen, wenn ich es dann zurückziehe,

        0:56:31–0:56:34

        wird es vielleicht blöd, also lass es dann lieber einfach sein und das ist in

        0:56:34–0:56:36

        Ordnung. Also es wäre für mich so Schritt 1.

        0:56:37–0:56:41

        Und warum ist es nicht einfach? Das, was ich eben gesagt habe,

        0:56:41–0:56:45

        wir kommen eben aus einer Welt, in der wir verstanden haben,

        0:56:45–0:56:48

        jemand, der weiter oben ist, darf uns Anweisungen geben.

        0:56:48–0:56:52

        Wir kommen aus einer Welt, wo wir ganz viele Dinge nicht mitentscheiden dürfen.

        0:56:52–0:56:56

        Das heißt, meine Mitarbeitenden oder auch die Mitglieder, wo wir eben waren,

        0:56:56–0:56:59

        brauchen zumindest ein bisschen Kompetenz.

        0:56:59–0:57:02

        Und ich weiß, dass die Solar wie Stuttgart zum Beispiel Soziokratie Weiterbildung

        0:57:02–0:57:05

        für ihre Mitglieder anbietet, denn wir können nicht davon ausgehen,

        0:57:06–0:57:07

        dass die das einfach wissen.

        0:57:07–0:57:10

        Das heißt, es braucht zumindest, es gibt von Sociocracy for All,

        0:57:11–0:57:14

        gibt es Online-Videos, also es braucht so eine Art Grundbleiche zu sagen,

        0:57:14–0:57:19

        guck mal Menschen, damit würde ich jetzt zu euch kommen, habt ihr Lust euch das anzuschauen.

        0:57:19–0:57:25

        Also das heißt, der Weg ist langsam und der dauert länger und der dauert eher Jahre als Tage.

        0:57:25–0:57:28

        Also Alina ist, glaube ich, auch schon darauf eingegangen. Es ist nicht dieses,

        0:57:28–0:57:33

        wir machen jetzt Soziokratie, wir schreiben einmal was auf und ab da funktioniert das.

        0:57:33–0:57:36

        Sondern es ist wirklich sozusagen eine gemeinsame Entscheidung.

        0:57:37–0:57:42

        Und es ist auch so, je nachdem, wie weit man das geht, dass es passieren kann,

        0:57:42–0:57:45

        dass gerade Mitarbeiterinnen sagen, nein, das möchte ich so nicht.

        0:57:45–0:57:47

        Und dafür gibt es gute Gründe.

        0:57:47–0:57:50

        Mein Leben ist gerade voll. Ich habe gerade Kinder, die ich erziehe.

        0:57:51–0:57:54

        Oder ich habe noch einen Hauptjob oder einen Nebenjob, was auch immer.

        0:57:54–0:57:58

        Und ich möchte zu diesem Job, den ich hier habe, wo ihr jetzt mit Soziokratie

        0:57:58–0:58:01

        anfangt, eigentlich nur reinfallen und wissen, was zu tun ist.

        0:58:01–0:58:03

        Und das soll mir am besten auch noch jemand beantworten.

        0:58:04–0:58:09

        Und ich möchte nicht in Mitverantwortung. Ich sage so, das ist auch legitim.

        0:58:09–0:58:12

        Das stresst manche Menschen, weil ich denen ja praktisch sage,

        0:58:12–0:58:13

        wenn du Lust hast, kündige doch.

        0:58:14–0:58:17

        Das ist für mich jetzt wieder in dieser Haltung von, du bist auch als Mitarbeiterin

        0:58:17–0:58:20

        dafür verantwortlich zu prüfen, ob du das willst.

        0:58:20–0:58:25

        Und all diese Sachen in Kombination zeichnen, glaube ich, dieses Bild,

        0:58:26–0:58:27

        dass es herausfordernd ist.

        0:58:27–0:58:32

        Um aber nochmal zu der Frage zurückzukommen, zu sagen, ja, ein bisschen Selbstreflexion

        0:58:32–0:58:33

        bei der Person, die die Macht hat.

        0:58:34–0:58:39

        Es braucht die Kompetenzen und es braucht den Willen zu experimenten, also zum Ausprobieren.

        0:58:39–0:58:42

        Also eben nicht die erste Konsententscheidung ist perfekt, auch nicht die zehnte,

        0:58:43–0:58:48

        sondern dann, so habt ihr das ja jetzt auch schon erzählt, wir haben ja in 23

        0:58:48–0:58:51

        angefangen, ich glaube im Frühling 23.

        0:58:51–0:58:54

        Das heißt, ihr erzählt jetzt praktisch nach anderthalb Jahren,

        0:58:54–0:58:57

        oh, wir fangen langsam an zu merken, wie wirkmächtig das sein kann,

        0:58:58–0:59:01

        wenn wir uns da reinbegeben. Und das halte ich aber auch für einen normalen

        0:59:01–0:59:04

        zeitlichen Ablauf und nicht für irgendwas Langsames oder so.
        Alina
        0:59:05–0:59:09

        Das war eine kleine Ergänzung. Das war zwar bei Tim schon auch ein bisschen

        0:59:09–0:59:11

        mit drin, aber vor allem dieses Thema Zeit einplanen.

        0:59:11–0:59:14

        Also wenn man jetzt mal annimmt, es gibt ein Team von, ich weiß nicht,

        0:59:14–0:59:16

        wie sich der Bio-Supermarkt unterteilt,

        0:59:16–0:59:20

        aber vielleicht gibt es das Team Kassel, das Team Lager oder so.

        0:59:20–0:59:24

        Und wenn die jetzt sagen, hey, vielleicht möchte wenigstens einer von uns zusammen

        0:59:24–0:59:29

        mit der Geschäftsführung irgendwo einmal im Monat sitzen und sprechen und die wählt.

        0:59:29–0:59:33

        Das sind ja so Modelle von, ja, nicht alle müssen, aber vielleicht möchte einer

        0:59:33–0:59:36

        und der braucht die Legitimität von den anderen.

        0:59:36–0:59:40

        Und dann muss diese Person aber Zeit dafür bekommen, weil im Grunde gibt man

        0:59:40–0:59:42

        der dann neue Aufgaben und das ist halt.

        0:59:43–0:59:47

        Glaube ich, ein häufiger Fehler, dass man das nicht so richtig einplant und

        0:59:47–0:59:51

        das sollte man auf jeden Fall tun, weil sonst Frust aufkommt,

        0:59:51–0:59:52

        bei Überstunden, Überlastung etc.

        0:59:53–0:59:59

        Und das Zweite, wenn man jetzt über Treffen mit den anderen spricht oder sich

        0:59:59–1:00:04

        auf den Weg gemacht hat, ganz, ganz schnell eigentlich Leitung und Moderation zu trennen.

        1:00:04–1:00:08

        Also das ist auch so, es gibt drei Rollen ja in der Soziokratie.

        1:00:09–1:00:13

        Es gibt die Leitung Sinnhütung, die darauf achtet, dass der Kreis seine Ziele erfüllt.

        1:00:13–1:00:16

        Es gibt die Moderation, die eben für den Prozess verantwortlich ist und das

        1:00:16–1:00:19

        Sekretariat oder die Dokumentation,

        1:00:19–1:00:24

        die eben Informationen transparent hält durch Mitschriften und durch Einladungsschreiben

        1:00:24–1:00:29

        und diese Rollen auch zu trennen, weil natürlich eine Leitung oder ein Chef,

        1:00:29–1:00:30

        der sein eigenes Meeting moderiert,

        1:00:31–1:00:37

        hat gewisse Widersprüche in sich selber oder wird auch anders wahrgenommen.

        1:00:37–1:00:41

        Und da zu sagen, so ja, ich bin hier und ich passe auf, dass das Ziel nicht

        1:00:41–1:00:45

        aus den Augen gerät, aber dafür, dass der Konsententscheid richtig gut abläuft,

        1:00:45–1:00:49

        das macht eine andere Person, weil vom eigenen Chef natürlich in der Meinungsrunde

        1:00:49–1:00:52

        unterbrochen zu werden, hat eine ganz andere Konnotation, als zu sagen,

        1:00:52–1:00:55

        hey, wir haben eine Moderation gewählt, die darf mir sagen, wenn ich gerade

        1:00:55–1:01:00

        wiederhole oder nicht konkret spreche oder anderen ins Wort falle und das ist

        1:01:00–1:01:03

        von der Teamleitung nochmal ein anderer Schnack, ne?
        Franziska
        1:01:04–1:01:09

        Ich merke gerade, Hannah, wie sich unser Baukasten sozusagen so füllt im Sinne

        1:01:09–1:01:16

        von, wir haben die Soziokratie ins Mycelium gerufen, sowohl nach innen als auch

        1:01:16–1:01:17

        sozusagen in die Begleitungen.

        1:01:17–1:01:21

        Wir haben sehr viel das Thema Verbindungskultur bei uns präsent,

        1:01:21–1:01:25

        wo wir versuchen uns tatsächlich auch an Naturzyklen oder Jahreszeiten und Zyklen

        1:01:25–1:01:27

        sehr viel mit diesen Mustern zu arbeiten.

        1:01:28–1:01:32

        Und ich merke gerade ganz arg, dass die Ausbildung bei mir von The Art of Hosting

        1:01:32–1:01:33

        ganz arg auch da reinfließt.

        1:01:34–1:01:39

        Und diese Idee, von welcher Art von Kreiskultur wollen wir eigentlich sozusagen leben?

        1:01:39–1:01:43

        Und ich merke, es gibt diese Mischung aus wahrscheinlich noch viel mehr Elementen,

        1:01:44–1:01:46

        aber es gibt so einen unfassbar gesunden Nährboden.

        1:01:46–1:01:52

        Da zurück zur Kultur, neben sozusagen dieser Idee von Soziokratie und der Struktur

        1:01:52–1:01:56

        und wie wir das sozusagen machen, gibt es eben dieses, naja,

        1:01:56–1:01:58

        welche Prinzipien wollen wir uns eben geben?

        1:01:58–1:02:02

        Zum Beispiel lasst uns präsent sein und aufmerksam bei der Person,

        1:02:02–1:02:04

        die eben gerade spricht. Das gehört für mich so dazu.

        1:02:05–1:02:10

        Oder lasst uns wirklich mit offenem Herzen sowohl zuhören als auch tatsächlich sprechen.

        1:02:10–1:02:13

        Dafür braucht es ganz schön viel Mut, das auch dann oft zu tun.

        1:02:13–1:02:16

        Lasst uns wirklich sagen, was relevant ist und unsere Absicht zum Beispiel kennen.

        1:02:17–1:02:21

        Und lasst uns auch dieses Prinzip wirklich leben, dass wir eben alle Teilgebende

        1:02:21–1:02:22

        sind und nicht mehr Teilnebende.

        1:02:22–1:02:25

        Das ist auch so ein Paradigmenwechsel, den wir eigentlich da brauchen.

        1:02:25–1:02:29

        Und ich merke so richtig, in mir verweben sich gerade verschiedene,

        1:02:29–1:02:33

        weiß ich nicht, Konzepte und Brillen.

        1:02:33–1:02:38

        Und die Mischung aus all dem führt dann wahrscheinlich zu einem wirklich gesunden Boden.
        Hannah Heller
        1:02:39–1:02:43

        Ja, vielen Dank, Franka, für diese allumfassende Zusammenfassung nochmal und

        1:02:43–1:02:47

        Zusammenführung auch von verschiedenen Konzepten, die wir hier im Podcast schon vorgestellt haben.

        1:02:47–1:02:51

        Ich würde die Gelegenheit nutzen und auch das tatsächlich als Abschlussworte

        1:02:51–1:02:54

        nutzen. Alina, Tim, mega schön, dass ihr da wart.

        1:02:54–1:02:57

        Schön, dass ihr eure Erfahrung und euer Wissen geteilt habt.

        1:02:58–1:03:03

        Genau, wollt ihr noch eine letzte Runde Ergänzungen machen und euch auch verabschieden

        1:03:03–1:03:05

        bei unseren Hörerinnen?
        Tim
        1:03:05–1:03:09

        Danke, dass ihr uns eingeladen habt. Die Betonung, finde ich,

        1:03:10–1:03:13

        ist wirklich auf diesem geht los und tut es langsam.

        1:03:13–1:03:19

        Und lasst euch praktisch nicht irritieren, wenn es dabei holpert, weil das gehört dazu.

        1:03:20–1:03:27

        Ich freue mich, wenn das weiter nach draußen dringt und soziokratische Ansätze

        1:03:27–1:03:30

        oder sogar komplette soziokratische Prinzipien genutzt werden.
        Alina
        1:03:31–1:03:33

        Ja, ich bedanke mich auch für die Einladung. Ich fand es schön,

        1:03:33–1:03:37

        hier zu sein und bin immer wieder begeistert, darüber zu sprechen oder auch

        1:03:37–1:03:41

        mit sozusagen euch zu reden oder anderen Leuten, die es auch anwenden,

        1:03:41–1:03:45

        weil ich schon glaube, dass das einfach so einen großen Wert hat,

        1:03:45–1:03:47

        weil wir alle so wichtige Dinge tun.

        1:03:47–1:03:51

        Und wie können wir das tun, ohne uns dabei zu verbrennen?

        1:03:51–1:03:56

        Und da glaube ich, ist Soziokratie ein großer Beitrag. Und deswegen schön,

        1:03:56–1:03:59

        dass ihr das heute auch nur mit dem Podcast in die Welt bringt. Danke.
        Hannah Heller
        1:03:59–1:04:02

        Ja, vielen Dank, dass ihr da wart. Stichwort Beitrag.

        1:04:02–1:04:07

        Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ihr könnt gerne beitragen zu diesem Podcast,

        1:04:07–1:04:13

        in dem ihr Mitglied werdet in unserem neu gegründeten Verein mycelium-ev.com.

        1:04:13–1:04:17

        Da könnt ihr Fördermitglied werden und dann bekommt ihr auch alle Zugänge zu

        1:04:17–1:04:22

        diesem Podcast und könnt alle Folgen hören, die bisher erschienen sind und auch alle weiteren.

        1:04:23–1:04:27

        Wir freuen uns, wenn ihr näher tretet an unserem Mycelium-Ökosystem und wünschen

        1:04:27–1:04:30

        euch noch eine gute Woche. Vielen Dank fürs Zuhören. Tschüss.

        The post MP089- Soziokratie appeared first on MYZELIUM.

        1 hr 5 min
      • MP088 - Einführung in die Quelltheorie (2/2)

        • Hannah Heller
          • Stefan Schneider

              Liebe Hörer*innen, hier kommt die zweite Aufnahme mit Franka und Stefan zum Thema Quelle („Source“). Wir laden euch ein, nochmal etwas tiefer ins Thema Quelle zu tauchen, denn wir bewegen in dieser Folge den „Source-Compass“ von Tom Nixon: den Tanz zwischen Zweifel und Klarheit, zwischen Entscheiden und Partizipation. Zudem reichern wird das Konzept mit anderen Werkzeugen wie der Soziokratie an und dürfen wieder aus den Erfahrungen mit dem FRANZwerk lernen. Wir bewegen am Ende welche Schlüssel-Aufgaben und Verantwortungen Quellpersonen haben und warum dafür an der ein oder anderen Stelle die Begleitung vom MYZELIUM hilfreich sein kann. Viel Spaß beim Reinhören in unsere 88. Folge.

              Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

              Transkription
              Hannah Heller
              0:00:09–0:00:13

              Herzlich willkommen zu unserer 88. Folge des Mycelium-Podcasts,

              0:00:13–0:00:16

              der Podcast zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.

              0:00:16–0:00:20

              Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich auf zwei Gäste heute,

              0:00:21–0:00:22

              nämlich Franka und Stefan.

              0:00:22–0:00:25

              Die waren ja schon angekündigt in der 87.

              0:00:26–0:00:30

              Folge zur Quelltheorie. Und deshalb werden wir die beiden auch nicht mehr vorstellen heute.

              0:00:31–0:00:35

              Wenn ihr genauer wissen wollt, wer die beiden sind, könnt ihr in mehrere Folgen

              0:00:35–0:00:37

              im Fall von Franka und Stefan, glaube ich, reinhören.

              0:00:38–0:00:41

              Wir hatten sie schon öfter da als Gäste, aber vor allem in der letzten Folge

              0:00:41–0:00:44

              haben wir sie auch noch mal genauer vorgestellt.

              0:00:44–0:00:48

              Und diese Folge ist es eh sinnvoll zu hören, wenn wir jetzt in die Quelltheorie

              0:00:48–0:00:50

              noch mal tiefer einsteigen.

              0:00:50–0:00:53

              Weil, wie gesagt, letzte Folge haben wir auch schon mal drüber gesprochen.

              0:00:53–0:00:58

              Und Stefan hat da mal was vorbereitet und würde uns mal kurz abholen,

              0:00:58–0:01:01

              wo wir denn letzte Folge aufgehört haben.

              0:01:01–0:01:04

              Stefan, ich darf direkt an dich geben und freue mich, dass du da bist.

              0:01:04–0:01:07

              Und Franka, ich freue mich natürlich auch, dass du da bist.

              Stefan
              0:01:08–0:01:16

              Hallo zusammen. Ich glaube, es ist wichtig oder ich möchte noch mal kurz auf die Basics eingehen,

              0:01:16–0:01:19

              quasi so das Fundament noch mal nachgießen, was wir das letzte Mal zu diesem

              0:01:19–0:01:24

              Thema Quelle gelegt haben, um auf dem Aufbau und Teufel weitersprechen zu können.

              0:01:25–0:01:28

              Gleichzeitig macht es sicherlich Sinn, die Folge nochmal anzuhören davor.

              0:01:28–0:01:30

              Also beziehungsweise, wenn du die Folge noch nicht gehört hast,

              0:01:30–0:01:32

              zurückzugehen, die Folge anzuhören, 87 und dann jetzt die.

              0:01:33–0:01:36

              Was mir das letzte Mal ein bisschen zu kurz gekommen ist, womit ich anfangen

              0:01:36–0:01:38

              möchte, ist so die Frage nach dem Warum.

              0:01:38–0:01:41

              Also worum geht es hier eigentlich gerade? Und ich habe nochmal einen Podcast

              0:01:41–0:01:45

              mit Tom Mixon gehört und er sagt, das beschreibt das selber sehr schön,

              0:01:45–0:01:49

              indem er sagt, dass es ihm in seinem Buch Work with Source gar nicht so sehr

              0:01:49–0:01:51

              um Leadership geht oder um Organisationsentwicklung.

              0:01:51–0:01:55

              Gleichwohl er weiß, dass das Buch auch in diesen Kontexten als solches verwendet wird.

              0:01:56–0:01:59

              Sondern ihm geht es vielmehr um die Frage, wie kommen eigentlich Ideen in die

              0:01:59–0:02:03

              Welt? Wie manifestieren sie sich und wie gelingt dies in einer guten Art und Weise?

              0:02:04–0:02:09

              Also die Idee von Bringing Ideas to Life, etwas, was mich auch in meinem Leben sehr beschäftigt.

              0:02:09–0:02:14

              Und die Idee von Source ist da, oder von Quelle ist da eben das Grundlegendste

              0:02:14–0:02:17

              und das Tieflegendste, was unter ganz vielen anderen Sachen drunter liegt,

              0:02:18–0:02:21

              was er beziehungsweise Peter König entdeckt hat.

              0:02:21–0:02:25

              Und dabei geht es nicht um den eigenen Willen, was will das Ego in die Welt

              0:02:25–0:02:28

              bringen, schreibt er auch so schön, sondern es geht eh um ein Durchlässigsein

              0:02:28–0:02:33

              und was für eine Kraft durch uns hindurch fließt, um etwas in die Welt zu bringen.

              0:02:33–0:02:36

              Also die Frage, was will durch mich eigentlich in die Welt kommen?

              0:02:36–0:02:41

              Und da sind sowohl KünstlerInnen, also Aktivisten, Community Organizers oder

              0:02:41–0:02:45

              eben bei unserem Fall UnternehmerInnen, die Persönlichkeiten oder die verschiedenen

              0:02:45–0:02:47

              Ausprägungen, wie diese Kraft in die Welt kommt.

              0:02:48–0:02:52

              Und die haben alle gemeint, dass wir Vorstellungskraft haben,

              0:02:53–0:02:55

              etwas zu realisieren, was noch nicht da ist.

              0:02:55–0:02:58

              Wir haben Vorstellungskraft über eine Zukunft, wie sie noch nicht da ist.

              0:02:58–0:03:03

              Und das ist was ganz anderes. Das ist Kreativität im wahrsten Sinne des Wortes für mich.

              0:03:03–0:03:07

              Und was anderes als die alte Geschichte von wir arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.

              0:03:08–0:03:12

              Das ist so, worum es eigentlich geht. Was ich sehr spannend und sehr cool finde.

              Hannah Heller
              0:03:13–0:03:16

              Ja, vielen Dank. Auch schön, dass du es nochmal betonst. Und ich glaube auch

              0:03:16–0:03:19

              für jeden irgendwie möglich, diese Kraft zu finden.

              0:03:20–0:03:22

              Aber vielleicht muss man sich auch manchmal die Ruhe und die Zeit nehmen,

              0:03:22–0:03:28

              da nachzuspüren und da zu schauen, was ist eigentlich die Kraft, die mich ausmacht?

              0:03:28–0:03:31

              Was ist die Kraft, die ich stärken möchte und die Kreativität,

              0:03:31–0:03:35

              die ich genau in die Welt bringen möchte? Voll schön, voll schöner Gedanke.

              0:03:35–0:03:37

              Danke. Zweiter Punkt, geht wieder ab.

              Stefan
              0:03:37–0:03:40

              Zweiter Punkt ist Story, also ist Geschichte.

              0:03:40–0:03:45

              Er betont am Anfang nochmal, was machen wir Menschen? Wir sind sinngebende Wesen

              0:03:45–0:03:48

              und durch unsere Geschichten erzeugen wir Bedeutung für uns und für die Welt.

              0:03:49–0:03:52

              Und die Grundlage von Kooperation, um etwas gemeinsam zu erschaffen,

              0:03:52–0:03:54

              sind gemeinsame Geschichten, gemeinsame Mythen.

              0:03:55–0:03:58

              Und Menschen schließen sich eben solchen Geschichten an, vor allem.

              0:03:58–0:04:01

              Sie schließen sich diesen Visionen an und deswegen braucht es,

              0:04:01–0:04:05

              damit Menschen sich anschließen, braucht es eben Klarheit in dieser Geschichte.

              0:04:06–0:04:12

              Und das Dritte ist dann eben, das ist eben die Quelle. die Beobachtungen zeigt,

              0:04:13–0:04:17

              dass es am Anfang immer genau eine Quellperson gibt, die eben diese Idee,

              0:04:17–0:04:21

              diese Vision empfangen hat und die die Initiative ergreift.

              0:04:21–0:04:24

              Er schreibt nochmal deutlich, und das finde ich wichtig zu betonen,

              0:04:24–0:04:29

              dass alle Projekte, Organisationen oder Bewegungen sind am Anfang eine Initiative.

              0:04:29–0:04:33

              Und diese Initiative treten eben, entweder beginnen wir Menschen Initiativen

              0:04:33–0:04:36

              oder wir treten ihnen bei, um Ideen in der Welt zu realisieren.

              0:04:38–0:04:42

              Und wenn wir diese beitreten, dann können wir zu spezifischen Quellen in einem größeren Feld werden.

              0:04:42–0:04:45

              Und was mir da heute Morgen kurz aufgefallen ist, ist total spannend,

              0:04:45–0:04:49

              selbst das Mycelium, also selbst Timo ist ja die globale Quelle des Myceliums

              0:04:49–0:04:52

              und gleichzeitig ist er die spezifische Quelle einer viel größeren Bewegung,

              0:04:52–0:04:55

              nämlich zum Beispiel der sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft.

              0:04:56–0:05:00

              Das heißt, wir sind eigentlich immer alle auch spezifische Quellen von was Größerem

              0:05:00–0:05:02

              und sind in was Großes eingebettet.

              0:05:03–0:05:06

              Und dann habe ich noch den vierten Punkt, das kommt da jetzt auch schon mit,

              0:05:06–0:05:08

              das ist eben die Idee von kreativen Feldern.

              0:05:09–0:05:13

              Das heißt unter allem dem, was wir Organisationen nennen und wir begreifen Organisationen

              0:05:13–0:05:15

              ja als irgendwie als Ding, als juristische Person und so.

              0:05:16–0:05:19

              Er begreift es mehr als, ja Menschen organisieren sich halt,

              0:05:19–0:05:21

              um Dinge in die Welt zu bringen.

              0:05:21–0:05:25

              Und dem drunter liegt dieses kreative Feld, was er benennt.

              0:05:25–0:05:29

              Und er beschreibt das als eine Art Gravitationsfeld, das Menschen anzieht und

              0:05:29–0:05:31

              Ressourcen anzieht, um die Vision zu verwirklichen.

              0:05:32–0:05:35

              Und aber auch als eine Wiese, er sagt im Englischen Meadow, ein schönes Wort

              0:05:35–0:05:39

              dafür, so Wiese, Weide, als physischen Raum, auf dem Menschen zusammenkommen,

              0:05:39–0:05:41

              um an der Vision zu arbeiten.

              0:05:41–0:05:49

              Und das ist ein Konzept oder eine Idee, die einfach viel tiefer liegt als darauf,

              0:05:49–0:05:53

              was dann aufbauend an Organisationsstrukturen entsteht, was aufbauend an,

              0:05:53–0:05:56

              wie die Ownership geregelt ist,

              0:05:56–0:06:00

              wie Entscheidungen geregelt sind, Und wie alt das kommt später aufgrund von

              0:06:00–0:06:02

              diesem kreativen Geld, was da auch nicht unterliegt.

              Hannah Heller
              0:06:03–0:06:06

              Wir wollen nochmal einen Rundumschlag auf jeden Fall. Genau,

              0:06:06–0:06:08

              wir werden glaube ich auf die einzelnen Punkte auch nochmal später eingehen,

              0:06:08–0:06:11

              weil heute nähern wir uns der ganzen Sache ja so ein bisschen theoretischer,

              0:06:11–0:06:13

              wie man vielleicht schon merkt.

              0:06:13–0:06:18

              Stefan zitiert schon fleißig aus dem Buch. Jetzt aber nochmal zurück zu unserer

              0:06:18–0:06:21

              letzten Podcast-Folge und vielleicht auch der Resonanz, die wir dazu bekommen

              0:06:21–0:06:23

              haben, beziehungsweise Fragen von ZuhörerInnen.

              0:06:24–0:06:29

              Nämlich die Frage so ein bisschen danach, gibt es wirklich immer nur eine Quelle?

              0:06:29–0:06:33

              Ich glaube, wir kennen auch in unserem Mycelium-Ökosystem auch Beispiele,

              0:06:34–0:06:35

              wo sich dann die Menschen fragen,

              0:06:35–0:06:38

              die zu zweit was gegründet haben oder zu dritt was gegründet haben.

              0:06:38–0:06:42

              Wer ist denn jetzt die Quelle eigentlich von uns beiden oder von uns dreien?

              0:06:43–0:06:46

              Und da die Frage, Franka, gibt es da eine eindeutige Antwort?

              0:06:46–0:06:48

              Gibt es immer nur eine Quelle? Müssen die sich jetzt einigen,

              0:06:49–0:06:52

              wer eigentlich die Quelle ist? Oder kann es in Ausnahmefällen vielleicht auch zwei geben?

              Franziska
              0:06:53–0:06:57

              Okay, die Frage nehme ich gerne auf. Ich freue mich auch, dass so viel Resonanz

              0:06:57–0:07:00

              kam von Hörerinnen und Hörern zu diesem Podcast.

              0:07:01–0:07:04

              Und es ist nicht so ganz simpel, die Frage zu beantworten, weil es kann eben

              0:07:04–0:07:06

              sein, dass wir gerade in einem Stadium sind von einem Projekt,

              0:07:06–0:07:12

              wo natürlich zwei Menschen oder mehrere das gleich verantwortungsvoll bereits tun.

              0:07:12–0:07:16

              Und wenn wir aber trotzdem die Frage stellen, wo kam eigentlich wirklich diese

              0:07:16–0:07:21

              Idee und diese Vision her, wir uns dann doch eine Urquelle finden.

              0:07:21–0:07:26

              Und wir hatten die Frage bei uns im Myzilium auch bezüglich des Hubs,

              0:07:26–0:07:30

              den es immer mal wieder gegeben hat, von Sarah und Ronja, die ganz klar gesagt

              0:07:30–0:07:32

              haben, wir machen das doch zu zweit.

              0:07:32–0:07:36

              Das kann doch nicht sein, dass einer von uns jetzt hier irgendwie die Quelle

              0:07:36–0:07:38

              sein muss vielleicht auch.

              0:07:38–0:07:42

              Und was die Reise begeben hat, ist, dass es eine Urquelle gab, nämlich Nadine,

              0:07:43–0:07:47

              die das erste Mal diesen Hub gemacht hat und dann eine wundervolle Übergabe

              0:07:47–0:07:52

              gemacht hat an die beide, die dann zu zweit in ihrer Kraft standen und dann

              0:07:52–0:07:54

              dieses Projekt weitergeführt haben.

              0:07:54–0:07:58

              Und solche Fragen kamen jetzt nachgelagert zu unserer…

              0:07:58–0:08:02

              So unsere ersten Folge und die wollen wir heute auch immer mal wieder so ein

              0:08:02–0:08:06

              bisschen versorgen und wohl wissentlich, dass wir uns mit dem Konzept,

              0:08:06–0:08:10

              es nicht darum geht, die Hände dafür ins Feuer zu legen,

              0:08:10–0:08:16

              sondern wirklich eine Blickweise, eine Brille aufzusetzen, die uns dabei helfen kann,

              0:08:17–0:08:21

              eigentlich unserem menschlichen Urbedürfnis nach Kreation, nach Schöpfung,

              0:08:21–0:08:25

              wir wollen etwas in die Welt bringen, nachzukommen und das zu verwirklichen.

              Hannah Heller
              0:08:25–0:08:29

              Ich bleibe mir aber an dem Punkt direkt mal dran, weil du hast gerade erwähnt,

              0:08:29–0:08:32

              Nadine hatte den Impuls, so einen Hub in die Welt zu bringen,

              0:08:32–0:08:35

              hat ihn dann weitergegeben an Ronja und Sarah.

              0:08:35–0:08:39

              Hier gab es ja auch eine Frage aus der Zuhörerschaft, nämlich die Frage,

              0:08:39–0:08:45

              wie funktioniert es denn, dass man diesen Quellimpuls gut abgibt,

              0:08:45–0:08:46

              dass er gut aufgenommen wird von anderen.

              0:08:47–0:08:49

              Vielleicht habt ihr da noch einen Tipp?

              Franziska
              0:08:49–0:08:53

              Ja, also das ist was, was für uns gerade sehr, sehr spannend ist und was wir

              0:08:53–0:08:57

              tatsächlich auch bewegen und uns noch nicht so ganz klar diesbezüglich sind,

              0:08:58–0:08:59

              weil uns noch die Erfahrung auch fehlt.

              0:09:00–0:09:03

              Also wir haben ja als Muzilium in der Begleitung, arbeiten wir ja vor allem

              0:09:03–0:09:08

              mit GründerInnen zusammen und gleichzeitig jetzt ja vermehrt mit sogenannten

              0:09:08–0:09:11

              Nachfolgeprojekten oder Übergaben.

              0:09:11–0:09:16

              Das heißt, ein Unternehmer oder eine Unternehmerin hört auf und es gilt,

              0:09:17–0:09:19

              dieses Projekt in neue Hände zu geben.

              0:09:19–0:09:25

              Und da ist genau das ja dann relevant, die Quelle richtig gut zu übergeben und

              0:09:25–0:09:30

              dafür braucht sich ja einiges. unter anderem natürlich eine klare Vision,

              0:09:30–0:09:31

              die auch übergeben wird.

              0:09:32–0:09:35

              Gleichzeitig auch ein Loslassen von der aktuellen Quelle,

              0:09:35–0:09:40

              die wirklich auch rausgeht und auch sowas vielleicht eben Energetisches wirklich

              0:09:40–0:09:45

              auch überträgt und gleichzeitig auch eine neue Quelle, die wirklich in ihrer

              0:09:45–0:09:47

              Kraft steht und auch darin sehr gut begleitet wird.

              0:09:48–0:09:51

              Und jetzt sind wir aber da eben an einem spannenden Punkt.

              0:09:51–0:09:57

              Ich habe noch nicht den Erfahrungsschatz, ob das wirklich dann auf diese Art

              0:09:57–0:09:58

              und Weise auch gelingen.

              0:09:58–0:10:01

              Und ich glaube, es gibt aber genug Beispiele in dieser Welt,

              0:10:01–0:10:05

              wo sozusagen Übergaben eben nicht gelingen. Und.

              0:10:05–0:10:09

              Viel mehr kann ich zu der Frage gar nicht so sagen.

              0:10:09–0:10:12

              Vielleicht mag Stefan noch was dazulegen, aber ich glaube, das wird was sein,

              0:10:12–0:10:16

              was wir einfach in den nächsten Monaten und auch in der Zeit sozusagen in unserer

              0:10:16–0:10:20

              Rolle im Mycetium weiter beobachten werden und auch immer mal wieder vielleicht

              0:10:20–0:10:21

              neue Erkenntnisse teilen können.

              Hannah Heller
              0:10:22–0:10:24

              Stefan, steht noch was Schlaues dazu im Buch drin?

              Stefan
              0:10:25–0:10:29

              Im Buch steht viel dazu drin, ja. Also es gibt auch ein ganzes Kapitel dazu

              0:10:29–0:10:31

              zu erfolgreicher Succession.

              0:10:31–0:10:34

              Ich glaube, es ist wichtig zu sehen, dass das auf verschiedenen Ebenen stattfindet.

              0:10:34–0:10:39

              Also eine erfolgreiche Übergabe findet nicht unbedingt nur zwangsläufig auf

              0:10:39–0:10:40

              einer operativen Ebene statt.

              0:10:41–0:10:45

              Also das kann zwar auch sein, also Aufgaben können vielleicht sogar gut operativ

              0:10:45–0:10:50

              übergeben werden, aber wenn die übergebende Person quasi nicht wirklich loslässt

              0:10:50–0:10:53

              und nicht so richtig, dann bleibt es drin haften.

              0:10:54–0:11:00

              Und er beschreibt viele Fallbeispiele und auch eigene Erfahrungen in seinem Buch, wie das war.

              0:11:00–0:11:04

              Also er ist selber aus einer großen Firma ausgestiegen und es aber hat sie nie

              0:11:04–0:11:07

              richtig losgelassen und das hat auch alles dann nicht mehr funktioniert und

              0:11:07–0:11:10

              er ist zwei Jahre später wieder zurück, weil er gemerkt hat,

              0:11:10–0:11:11

              dass das nicht geklappt hat.

              0:11:11–0:11:17

              Ich kenne es aus der eigenen Erfahrungen auf zumindest auf vielen spezifischen

              0:11:17–0:11:20

              Quellebenen und wir haben ja vorhin festgestellt, dass es eigentlich egal ist,

              0:11:20–0:11:23

              auf welcher Ebene wir das betrachten, weil als spezifische Quelle sind wir eine

              0:11:23–0:11:25

              globale Quelle auch für bestimmte Bereiche.

              0:11:26–0:11:30

              Ich habe in meinem Leben ja einige Dinge begonnen oder begleitet und auch wieder

              0:11:30–0:11:32

              abgegeben. Ich habe das tatsächlich schon oft gemacht.

              0:11:33–0:11:37

              Ich kann sagen, dass das durchaus funktioniert. In einzelnen Bereichen,

              0:11:37–0:11:42

              die ich verantwortet habe, in Organisationen, habe ich sehr verantwortlich.

              0:11:42–0:11:45

              Also am Ende, früher war es auch mal so, dass es irgendwie nicht geklappt hat

              0:11:45–0:11:48

              und dann ist man mehr oder weniger so von heute auf morgen gegangen,

              0:11:48–0:11:49

              weil es was nicht gut hingekriegt hat.

              0:11:50–0:11:53

              In den letzten Jahren habe ich das sehr viel besser und verantwortlicher hinbekommen

              0:11:53–0:11:58

              und habe quasi Nachfolgemenschen gezielt gesucht, habe sie eingeladen,

              0:11:58–0:12:00

              habe ihnen das beigebracht und bin dann irgendwann gegangen.

              0:12:01–0:12:05

              Das dauert tatsächlich. Also im Franzwerk war es eine ähnliche Sache.

              0:12:05–0:12:08

              Das ist tatsächlich auch sehr spannend, weil wir da.

              0:12:08–0:12:12

              Im Nachhinein erkannt haben, dass weder ich noch Franka da globale Quelle waren

              0:12:12–0:12:16

              und das Teil der Geschichte des Franzwerkes auch, warum auch manche Sachen da

              0:12:16–0:12:17

              nicht so funktioniert haben.

              0:12:17–0:12:22

              Aber meine spezifische Quellfunktion eben auch als Geschäftsführer und in vielen

              0:12:22–0:12:27

              Bereichen dafür verantwortlich zu sein, die haben wir sehr deutlich und sehr klar übergeben.

              0:12:27–0:12:31

              Zum einen in der Idee an den Kollektiv, also es waren viele dabei in diesem

              0:12:31–0:12:35

              ganzen Prozess und gleichzeitig war eindeutig eine Person da,

              0:12:35–0:12:40

              die bis jetzt diese Rolle quasi komplett übernommen hat und diese auch ausfüllt.

              0:12:40–0:12:44

              Und ich habe die tatsächlich komplett auch losgelassen und es funktioniert auch

              0:12:44–0:12:47

              weiterhin gut und der Laden läuft weiter. Super.

              Hannah Heller
              0:12:47–0:12:51

              Jetzt sind ja viele von unseren ZuhörerInnen, sind GründerInnen,

              0:12:51–0:12:57

              sind Quellen für bestimmte Projekte und dieser Podcast soll ihnen helfen.

              0:12:57–0:12:59

              Er soll ihnen helfen, in der Praxis

              0:12:59–0:13:03

              gute Quellen zu sein, gut mit dieser Verantwortung der Quelle umzugehen,

              0:13:03–0:13:08

              um die Ideen, die Impulse, die Organisationen, die Initiativen,

              0:13:08–0:13:11

              die sie in die Welt bringen, auch in der Langfristigkeit zu stabilisieren,

              0:13:12–0:13:18

              indem eben die Quellen ihrer Rolle sich bewusst werden und damit auch verantwortungsvoll umgehen.

              0:13:18–0:13:22

              Deshalb meine Frage an euch. Was brauchen diese Weltpersonen?

              0:13:22–0:13:26

              Was müssen sie wissen? Mit welchen Werkzeugen sollten sie durch die Welt gehen?

              Franziska
              0:13:26–0:13:31

              Ich fange mal an mit etwas, was Peter König gesagt hat, was mich sehr bewegt hat.

              0:13:31–0:13:37

              Er hat nochmal klargemacht, dass die Quellen echt auch eine schwere Rolle haben,

              0:13:37–0:13:39

              weil sie so unfassbar alleine sind.

              0:13:39–0:13:44

              Also es geht tatsächlich um eine Einsamkeit, weil man die einzigste Person ist,

              0:13:44–0:13:50

              die diese Vision auf diese Art und Weise und mit dieser Tiefe tatsächlich greifen

              0:13:50–0:13:52

              kann und auch spüren kann.

              0:13:52–0:13:57

              Und das Verrückte ist, dass also der Job der Quelle ist, damit umgehen zu können,

              0:13:58–0:14:02

              mit dieser Einsamkeit, also vor allem mit dieser geistigen Einsamkeit sozusagen.

              0:14:03–0:14:09

              Und der eigenen Intuition auch immer zu folgen, weil die ist der Zugang zu dem Ganzen.

              0:14:10–0:14:13

              Und dann eben auch in eine Verantwortung zu gehen.

              0:14:13–0:14:17

              Und am Ende geht es tatsächlich auch darum, dieses Privileg,

              0:14:17–0:14:25

              was man auch hat, weil man eben diese Quelle sein darf, wirklich auch auszufüllen.

              0:14:25–0:14:29

              Und das bedeutet zum Beispiel in manchen Momenten, dass man ein Entscheidungsrecht

              0:14:29–0:14:33

              hat, weil man als einzigste Person in dieser ganzen Initiative vielleicht eben,

              0:14:34–0:14:39

              überhaupt diese Vision so spüren kann und so hüten kann und auch als einzigste

              0:14:39–0:14:43

              Person vielleicht ganz genau weiß, wo es hingeht oder es aber vielleicht auch nicht weiß.

              0:14:43–0:14:46

              Und vielleicht ist das jetzt auch ein Punkt, Stefan, wo du nochmal reingehen

              0:14:46–0:14:51

              kannst in diesen Kompass, den du heute mitgebracht hast, weil der einiges an

              0:14:51–0:14:54

              Werkzeugen oder zumindest an Prinzipien bereithält.

              Stefan
              0:14:54–0:14:58

              Ja, mache ich gern. Da wird es nämlich sehr konkret und sehr praktisch und ich

              0:14:58–0:15:02

              merke, wir reden viel auf sehr tiefen oder sehr hohen Ebenen,

              0:15:02–0:15:04

              je nachdem, wie man das gerade sehen will.

              0:15:04–0:15:08

              Das Buch, gerade von Tom Nixon, ist unglaublich pragmatisch und tatsächlich

              0:15:08–0:15:11

              down to earth, beziehungsweise es ist beides.

              0:15:11–0:15:15

              Also er schreibt auch über sehr tiefe spirituelle Themen tatsächlich und gleichzeitig

              0:15:15–0:15:19

              gibt er uns Werkzeuge an die Hand und er nennt es den Source-Kompass.

              0:15:20–0:15:24

              Und da geht es quasi darum, vor allen Dingen schreibt er auch davor,

              0:15:24–0:15:28

              dass es darum geht, opposender Thinking zu lernen und auszuhalten.

              0:15:29–0:15:33

              Ich übersetze es so, quasi Paradoxien halten zu können, beziehungsweise auch

              0:15:33–0:15:36

              aus Entweder-oder-Denken in Sowohl-als-Auch-Denken zu kommen.

              0:15:36–0:15:40

              Und die zwei zentralen Spannungsfelder, die er in seinem Kompass da aufzeigt,

              0:15:40–0:15:44

              sind das erste ist Doubt und Clarity, also Zweifel und Klarheit.

              0:15:44–0:15:49

              Und dass die Quellperson sich in einem permanenten Tanz zwischen diesen zweiten Polen befindet.

              0:15:49–0:15:53

              Und auch aus eigener Erfahrung, und ich war mehrfach in meinem Leben Quellperson

              0:15:53–0:15:59

              oder auch Teil von anderen Quellpersonen, ist es, wenn man selber eine Idee

              0:15:59–0:16:02

              von etwas hat und was beginnt und eine Initiative startet,

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              dann ist es meistens, tatsächlich der meiste Zustand ist Unwissenheit.

              0:16:06–0:16:12

              Die meiste Zeit weiß ich nicht ganz genau, wo es hingeht und was der nächste Schritt ist.

              0:16:12–0:16:18

              Und genau ist das gleichzeitig das, was nur die wirkliche globale Quelle so

              0:16:18–0:16:23

              richtig kann und weiß. Er schreibt in dem Buch eine andere, nennt das The State of Not Knowing Yet.

              0:16:23–0:16:28

              Also ich weiß es noch nicht genau, wie es geht und das heißt,

              0:16:28–0:16:32

              dann habe ich die Aufgabe, entweder ins Innere lauschen zu gehen,

              0:16:32–0:16:34

              zum Beispiel sich tatsächlich auch zurückzuziehen und weit zu gehen,

              0:16:35–0:16:38

              innere Klarheit zu finden, was der Weg ist, wieder offen zu werden,

              0:16:38–0:16:43

              um wieder was zu empfangen, was der nächste Schritt ist oder eben in Gespräche

              0:16:43–0:16:46

              zu gehen, in Dialog zu gehen, mit anderen zu gehen und darüber die Klarheit zu finden.

              0:16:47–0:16:51

              Das zweite zentrale Spannungsfeld ist das zwischen Top-Down und Bottom-Up.

              0:16:52–0:16:56

              Also das auf der einen Seite, diese hatten wir das letzte Mal auch,

              0:16:56–0:17:01

              die zentrale Aufgabe von Guarding the Edges, also die Integrität der Initiative schützen.

              0:17:01–0:17:06

              Und auf der anderen Seite es aber auch loszulassen und andere in die volle Verantwortung

              0:17:06–0:17:10

              kommen zu lassen, um ihren Teil der Vision in der Gesamtvision umsetzen zu dürfen.

              0:17:11–0:17:15

              Ich möchte da als Beispiel, das ist tatsächlich auch ein Franzwerk-Thema gewesen

              0:17:15–0:17:19

              und was wir auch merken, was alle möglichen dritte Orte sehr schnell bekommen.

              0:17:19–0:17:23

              Wenn solche Orte entstehen, werden ganz viele Bedarfe geweckt und ganz viele

              0:17:23–0:17:25

              Menschen, auch ganz viele Mitglieder haben ganz viele Ideen,

              0:17:25–0:17:28

              was sie in diesem Raum alles tun wollen.

              0:17:28–0:17:32

              Und wir hatten damit auch ganz klaren Konflikt. Für uns war das Franzwerk ein

              0:17:32–0:17:36

              Ort, ein Epizentrum, ein Ausgangsort für sozial-ökologische Transformation.

              0:17:36–0:17:40

              Und jetzt gab es aber auch Bedürfnisse von vielen Menschen, da Partys zu machen,

              0:17:40–0:17:44

              weil der Raum dafür geeignet ist, und bis nachts um viel eine Technoparty zu machen.

              0:17:45–0:17:48

              Und da sind wir dann an dieser Stelle gewesen von Guarding the Edges.

              0:17:48–0:17:51

              Und bei mir hat sich dann alles gesträubt, dass das nicht in dem Feld ist,

              0:17:51–0:17:53

              was ich für den Ort sehe. Und ich wollte das nicht.

              0:17:54–0:17:56

              Und dann kam es zu Konflikten. Und das ist sehr, sehr spannend.

              0:17:57–0:17:59

              Und das ist aber die Integrität der Initiative.

              0:18:00–0:18:05

              Also das ist was ganz Spannendes. Das sind diese zwei Polaritäten dieses Kompasses.

              0:18:06–0:18:10

              In der Mitte davon, das würde ich noch dazulegen, steht die Quelle und er nennt

              0:18:10–0:18:14

              das Integrated Identity, also die Identität der Quelle.

              0:18:15–0:18:20

              Und was durch das Buch hinweg absolut klar wird, ist, dass eine der Hauptaufgaben

              0:18:20–0:18:23

              und wichtigsten Aufgaben von Quellpersonen ist Persönlichkeitsentwicklung.

              0:18:24–0:18:29

              Das ist das Entwickeln von einem sehr hohen Maß an Selbstkenntnis,

              0:18:29–0:18:33

              Selbstreflexion und Selbstbewusstheit im Sinne von sich selbstbewusst sein,

              0:18:33–0:18:38

              weil die Auswirkungen des Felds sehr groß sind und wir manifestieren eben in

              0:18:38–0:18:42

              der Welt das, was wir sind und zwar egal, ob es eben unbewusst oder bewusst ist.

              0:18:42–0:18:46

              Das heißt, unbewusste Anteile zu heben, Schattenarbeit zu machen,

              0:18:47–0:18:49

              das ist tatsächlich große Aufgabe

              0:18:49–0:18:53

              von Quellpersonen, da es sonst zu Verwerfungen im ganzen Feld kommt.

              Hannah Heller
              0:18:53–0:18:57

              Also heißt Stefan, nur um das nochmal bildlich zu machen, du hast in der Mitte

              0:18:57–0:19:01

              die Quelle, die soll am besten irgendwie klar haben, wer sie ist.

              0:19:02–0:19:05

              Und dann hast du in eine Richtung die Klarheit.

              Stefan
              0:19:05–0:19:05

              Ja.

              Hannah Heller
              0:19:06–0:19:08

              Oben die Klarheit und unten die…

              Stefan
              0:19:08–0:19:12

              Oben Top-Down, unten Bottom-Up-Ansatz. Genau, und links, rechts Klarheit und Zweifel.

              Hannah Heller
              0:19:12–0:19:17

              Ah ja, okay, spannend. Weil es ist ja auch sozusagen im Umfeld einer Quelle

              0:19:17–0:19:21

              nicht leicht, damit umzugehen, dass manche Dinge vielleicht sehr klar sind,

              0:19:21–0:19:24

              an denen man sich stört und die man gerne ausdiskutieren würde.

              0:19:24–0:19:28

              Und dann aber auch wieder ganz viel ganz unsicher ist, wo man irgendwie spürt,

              0:19:28–0:19:31

              okay, da muss ich jetzt eigentlich unterstützend reingehen, weil da spüre ich

              0:19:31–0:19:35

              vielleicht eine Klarheit, da spüre ich vielleicht sozusagen eine spezifische

              0:19:35–0:19:37

              Quelle, die mir eine Klarheit gibt.

              0:19:37–0:19:40

              Ja, spannend. Okay, Franka, ergänze.

              Franziska
              0:19:40–0:19:44

              Mega spannend und ich glaube, genau da können wir als Myzilium auch nochmal

              0:19:44–0:19:45

              eine Hilfestellung sein,

              0:19:46–0:19:50

              weil wir sozusagen in spezifischen Quellräumen für die Menschen so eine Art

              0:19:50–0:19:54

              Angebot schaffen können, um sich mit sich selbst auch auseinanderzusetzen und

              0:19:54–0:19:59

              um in diesem Tanz zwischen Klarheit und Zweifel sich wirklich gut zurechtzufinden.

              0:20:00–0:20:02

              Und wir haben jetzt den Kompass, der ist noch gar nicht fertig, Stefan.

              0:20:02–0:20:06

              Wir haben ja noch das Oben und Unten, also das Bottom-up und Top-down,

              0:20:07–0:20:11

              diese Polarität noch nicht bewegt und vielleicht, gehen wir eben da auch gleich

              0:20:11–0:20:18

              hin, weil das nämlich der nächste Tanz ist, den wir da zu handeln haben oder zu tanzen haben.

              Stefan
              0:20:19–0:20:22

              Ja, beziehungsweise so ein bisschen war es ja schon drin, das ist eben dieses

              0:20:22–0:20:26

              Garling the Edge und dann quasi das ist das Top-Down und das Bottom-Up ist,

              0:20:27–0:20:30

              die Menschen quasi in die Verantwortung zu lassen, ihre eigenen spezifischen

              0:20:30–0:20:32

              Visionen innerhalb der Gesamten zu erfüllen.

              0:20:33–0:20:35

              Und dazwischen entsteht ja eine Spannung.

              0:20:35–0:20:39

              Was zu dem Kompass noch dazukommt, wir haben ja jetzt, wenn man Kompass denkt,

              0:20:39–0:20:41

              wir haben jetzt ja die vier Haupthimmelsrichtungen quasi damit.

              0:20:41–0:20:46

              Es gibt noch die halben und das sind die Behaviors of the Source.

              0:20:46–0:20:50

              Also das sind die Verhaltensweisen, die zwischen diesen Polen quasi so stattfinden.

              0:20:51–0:20:54

              Und das sprengt ein bisschen den Rahmen. Und vor allen Dingen können wir es

              0:20:54–0:20:57

              im Podcast halt nicht visualisieren. Da möchte ich krass auf das Buch verweisen.

              0:20:57–0:21:01

              Ich kann kurz was dazu sagen, weil das gerade von dir aufnehmen, Hanna.

              0:21:02–0:21:04

              Dieses, naja, aber jetzt ist ja irgendwie keine Klarheit da.

              0:21:04–0:21:07

              Was kann die Quellperson jetzt tun?

              0:21:07–0:21:12

              Sie kann einerseits ins Listening gehen, also ins innere Listening,

              0:21:12–0:21:15

              also ich gehe in den Wald, meditiere eine Runde, sitze da und gucke,

              0:21:15–0:21:21

              was da kommt und gleichzeitig aber auch ins Hosting und ins Listening mit den Menschen,

              0:21:21–0:21:26

              mit denen ich alle zusammen arbeite und dadurch entsteht eventuell Insgesamtklarheit

              0:21:26–0:21:28

              und auch in der Quellperson.

              0:21:28–0:21:30

              Und dann kann ich eventuell sogar entscheiden.

              0:21:31–0:21:34

              Und die Aussage ist, und ich glaube, dass das wirklich stimmt,

              0:21:34–0:21:40

              wenn die Quellperson klar ist und wenn ihre Entscheidung im Prinzip aligned

              0:21:40–0:21:46

              ist mit diesem Purpose dieser Organisation und die anderen ja auch aligned sind mit der Organisation,

              0:21:47–0:21:49

              dann schreibt der, Consent will come naturally.

              0:21:50–0:21:55

              Dann wird irgendwie allen klar sein, jawohl, das ist der richtige Weg und dann tun wir den auch.

              0:21:55–0:22:00

              Also die Aussage ist, dass dann die Widerstände tatsächlich eigentlich gar nicht

              0:22:00–0:22:02

              da sind und gar nicht so groß sind.

              0:22:02–0:22:06

              Und das ist natürlich eine total spannende Aussage und es ist auch spannend, das so zu beobachten.

              0:22:06–0:22:09

              Und wenn ich reflektiere über meine Erfahrungen, glaube ich,

              0:22:09–0:22:10

              ist da sehr, sehr viel dran.

              Franziska
              0:22:11–0:22:15

              Ich glaube, was wir da jetzt auch sehen, ist so dieses Konzept,

              0:22:15–0:22:21

              das passt, also wo passt es eigentlich rein? Da geht es um das Thema Führung oder Leadership.

              0:22:21–0:22:26

              Es geht gleichzeitig um Organisationen, Organisationsstruktur.

              0:22:26–0:22:30

              Und auf der anderen Seite trifft es eigentlich ja dieses eigentliche Warum,

              0:22:31–0:22:33

              ist das die Frage, wie bringen wir das?

              0:22:34–0:22:40

              Neues in diese Welt? Wie gehen wir in diesen Schöpfungsprozess oder in diese Kraft eigentlich rein?

              0:22:40–0:22:44

              Und irgendwie passt es zu allem und was wir merken ist, dass es,

              0:22:44–0:22:49

              wenn wir jetzt bei diesen Himmelsrichtungen bleiben von Top-Down, Bottom-Up,

              0:22:50–0:22:54

              dann geht es halt noch um was Zusätzliches und mit was wir das auch jetzt im

              0:22:54–0:22:57

              Myzilium gerade verbinden, ist nämlich mit der Soziokratie und der Frage,

              0:22:57–0:23:00

              naja, wie gestalten wir denn jetzt unsere Organisation?

              0:23:00–0:23:07

              Also wenn wir die Quellbrille mit Absicht auch aufziehen und die eben als ein

              0:23:07–0:23:11

              Konzept oder als eine Perspektive nehmen, mit was können wir die noch anreichern und ergänzen?

              0:23:12–0:23:17

              Und ich glaube, darum geht es auch, nicht nur das als das einzig Wahre und nur

              0:23:17–0:23:21

              dieses eine eben zu betrachten, sondern es zu kombinieren mit anderen Dingen.

              0:23:22–0:23:25

              Unter anderem zum Beispiel eben mit soziokratischen Ansätzen.

              0:23:25–0:23:29

              Und dann lösen sich auch ganz viele Ebenen, an denen sich vielleicht Menschen

              0:23:29–0:23:32

              gerade getriggert fühlen, tatsächlich auch auf.

              0:23:33–0:23:38

              Und das eine ist zum Beispiel eben dieses, es geht nicht nur um Selbstorganisationen,

              0:23:38–0:23:43

              um komplett bottom-up Organisationen, wo alle gleich sind.

              0:23:43–0:23:48

              Sondern die Quellbrille, die zeigt uns, dass wir eine Verschiedenheit akzeptieren können.

              0:23:49–0:23:53

              Und dann ist eigentlich die Frage, okay, wie können wir das eigentlich wirklich

              0:23:53–0:23:56

              gut schaffen und wie können wir auch damit umgehen, dass Menschen verschiedene

              0:23:56–0:24:00

              Kompetenzen haben, verschiedene Kommunikationsfähigkeiten, auch verschiedene

              0:24:00–0:24:03

              Kenntnisse sozusagen von sich selbst vielleicht.

              0:24:04–0:24:08

              Und wie kriegen wir das alles integriert? Und da reicht die Quellbrille nicht

              0:24:08–0:24:12

              aus, um dieses Wie auch tatsächlich zu beantworten.

              0:24:12–0:24:17

              Und was wir mit Zebium an der Stelle eben tun, ist das Thema Kultur mit in die

              0:24:17–0:24:21

              Mitte zu legen. und wir orientieren uns da an der Verbindungskultur,

              0:24:21–0:24:24

              vor allem, dass wir eben von CircleWise,

              0:24:25–0:24:28

              und Elke gelernt haben und in unser Feld mit reinkommt.

              0:24:29–0:24:35

              Und wie können wir da sozusagen für alle Menschen auch einen Platz finden als

              0:24:35–0:24:39

              spezifische Quelle, als Unterstützungsperson und so weiter.

              0:24:39–0:24:42

              Und wie können wir uns in Kreisen organisieren und am Ende auch unsere Entscheidungen treffen.

              0:24:42–0:24:46

              Und wenn wir noch mal kurz auch Richtung Führung oder Leadership gehen,

              0:24:47–0:24:50

              es ist natürlich spannend, dass wir sozusagen gerade in der Welt,

              0:24:50–0:24:54

              wo uns Egozentrik mega krank macht und wir überhaupt keinen Bock darauf haben,

              0:24:54–0:24:59

              mit der Quellbrille eigentlich dahin gehen, dass wir sagen, okay,

              0:24:59–0:25:01

              weniger so arg, was wollt ihr,

              0:25:01–0:25:04

              sondern auch die Frage wirklich in das Zentrum rücken, ja, was will ich,

              0:25:04–0:25:08

              was will ich als Quelle gerade in diese Welt bringen und was hüte ich für eine Vision?

              0:25:09–0:25:12

              Und das ist natürlich ein Spannungsfeld, das wir da einfach aufmachen.

              Stefan
              0:25:12–0:25:18

              Ja, ich möchte was dazulegen. Zwei Sachen. Am Anfang ging es ja auch um diese

              0:25:18–0:25:22

              Entscheidung und dieses Consent come naturally, wenn es irgendwie klar ist.

              0:25:22–0:25:26

              Das Fundament und das als klarer Tipp an alle UnternehmerInnen,

              0:25:27–0:25:28

              die als Initiative starten,

              0:25:28–0:25:34

              ich kriege natürlich später massive Konflikte, wenn ich Menschen zusammenfinde,

              0:25:34–0:25:37

              um gemeinsam etwas zu tun, aber die Geschichte und die Vision nicht wirklich

              0:25:37–0:25:39

              klar ist und der Purpose nicht klar ist.

              0:25:40–0:25:46

              Dann wird es eben nicht natural sein, dass alle irgendwie aligned sind und gemeinsam diese Wege gehen.

              0:25:46–0:25:51

              Das heißt, es ist am Anfang elementar wichtig, sein eigenes Warum zu klären,

              0:25:52–0:25:55

              das Warum, diese Organisation zu klären und eine Vision zu klären.

              0:25:55–0:25:59

              Und dann schließen sich Menschen diesem eben an. Das heißt, Klarheit in der

              0:25:59–0:26:02

              eigenen Geschichte ist sehr, sehr wichtig, damit es später flowt.

              0:26:02–0:26:04

              Sonst fällt einem das irgendwann auf die Füße hin.

              0:26:05–0:26:08

              Und das zweite gerade zur Soziokratie. Die Soziokratie ist ein sehr schönes

              0:26:08–0:26:12

              Beispiel, die im Spannungsfeld zwischen Top-Down und Bottom-Up ist.

              0:26:12–0:26:17

              Wenn wir eine reine Bottom-Up-Organisation denken, dann denken wir eher an vielleicht

              0:26:17–0:26:21

              Mehrheitsentscheid, basisdemokratische Entscheide oder Konsens.

              0:26:21–0:26:26

              Eine Top-Down-Organisation zeichnet sich aus durch hierarchischen Einzelentscheid.

              0:26:26–0:26:30

              Ich halte beides für nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr zielführend.

              0:26:30–0:26:33

              Und die Soziokratie ist tatsächlich für mich ein verbindendes Element.

              0:26:33–0:26:36

              Da geht es nicht darum, dass alle für etwas sind, sondern es geht darum,

              0:26:36–0:26:40

              wer darf wann berechtigte Einwände vorbringen.

              0:26:40–0:26:45

              Und somit geht es ganz nah diesem Nicht-Macht-Über, was du das letzte Mal erwähnt

              0:26:45–0:26:46

              hast, sondern dieses Macht-Mit.

              0:26:47–0:26:50

              Und auch Lalou schreibt, es geht nicht darum, dass alle gleichmächtig sind,

              0:26:50–0:26:53

              sondern es geht darum, dass alle vollkommen mächtig werden in der Organisation.

              0:26:53–0:26:55

              Und das ist ein sehr großer Unterschied.

              Hannah Heller
              0:26:55–0:26:58

              Vielleicht nochmal ein paar Worte zu diesem Unterschied, oder?

              0:26:59–0:27:05

              Weil so eine Quelle, die da irgendwie im Zentrum steht oder im Zentrum stand

              0:27:05–0:27:11

              und jetzt sozusagen in der Organisationsentwicklung auch immer wieder so ein

              0:27:11–0:27:14

              bisschen von außen drauf schaut auf die Organisation und fragt,

              0:27:14–0:27:15

              ist das eigentlich meine Vision?

              0:27:16–0:27:19

              Will ich eigentlich, dass diese Organisation sich so entwickelt,

              0:27:20–0:27:23

              wie sie sich gerade entwickelt, mit ihren verschiedenen spezifischen Quellen,

              0:27:23–0:27:26

              also Leute übernehmen Verantwortung,

              0:27:26–0:27:32

              übernehmen Macht und dann sozusagen, dann kommt es ja zu Reibung.

              0:27:33–0:27:37

              Wenn es dann passiert, dass Menschen in ihrer Rolle der spezifischen Quelle

              0:27:37–0:27:40

              innerhalb der Organisation eine Rolle übernehmen und die Hauptquelle sagt,

              0:27:41–0:27:43

              sorry, passt jetzt aber gar nicht zu meiner Vision.

              0:27:44–0:27:47

              Ich denke, da kommt es dann oft zu Reibung. Man kann natürlich irgendwie sagen,

              0:27:47–0:27:50

              naja, wenn man vorher gut aligned ist, also wenn man sich gut mitgesprochen

              0:27:50–0:27:55

              hat, wenn man einander viel zugehört hat, wenn man einander auch vertrauensvoll

              0:27:55–0:27:58

              gegenübersteht, dann entsteht da so ein Konsens automatisch.

              0:27:59–0:28:02

              Aber was, wenn das nicht automatisch passiert?

              0:28:02–0:28:05

              Also was, wenn da eine Reibung entsteht? Wie kann man damit gut umgehen?

              Stefan
              0:28:06–0:28:11

              Darf ich? Da brennt es mir voll unter den Fingernägel oder auf der Zunge.

              0:28:11–0:28:14

              Was mir dazu einfällt, ist was ganz Wichtiges, und das hatten wir noch nicht.

              0:28:14–0:28:20

              Die Vision ist auch etwas, das sich bewegt. und eine Vision auch in der Quellperson

              0:28:20–0:28:23

              darf sich ändern und darf sich erweitern.

              0:28:23–0:28:27

              Und das kann vor allen Dingen gerade passieren, wenn ich in meine Vision Menschen

              0:28:27–0:28:31

              einlade und sie ihre dazulegen, dann kann das ja genauso sein,

              0:28:31–0:28:36

              dass ihre spezifische Vision, wenn wir uns das als Kreis auch vorstellen, als Feld,

              0:28:36–0:28:39

              so am Rand meiner ist und darüber hinaus geht.

              0:28:39–0:28:44

              Also es erweitert etwas von meiner Ursprungsvision und Idee als Quelle.

              0:28:45–0:28:48

              Und das kann dann einfach in dem Rahmen passieren, dass, ja,

              0:28:48–0:28:50

              es erweitert sich einfach. Es wird einfach mehr.

              0:28:50–0:28:53

              Es wird durch die Ränder, wird es mehr und es wird immer größer.

              0:28:54–0:28:56

              Und das kann durchaus passieren.

              0:28:56–0:28:59

              Jetzt kann es auch sein, dass es irgendwas ist, was so weit außerhalb ist,

              0:28:59–0:29:02

              dass es tatsächlich zum Konflikt kommt und das nicht dazugehört.

              0:29:02–0:29:05

              Und dann werden wir das irgendwie lösen müssen.

              0:29:05–0:29:09

              Und da im Bild zu bleiben, vom letzten Mal ist mir noch eingefallen,

              0:29:09–0:29:12

              in der Quelle und den Fluss, also aus der Quelle kommt das Wasser hinzu.

              0:29:12–0:29:16

              Und die spezifischen Quellen sind quasi kleine Flüsse oder Bäche,

              0:29:16–0:29:20

              die in diesen größeren Fluss mit reinfließen und dann wird der ja immer größer, das Gemeinsame.

              0:29:21–0:29:24

              Aber es kann auch sein, dass irgendwann wieder diese Flüsse wieder ausfließen.

              0:29:24–0:29:30

              Und ein anderer bekannter Unternehmensfreund, der lange Demokratisierung schon

              0:29:30–0:29:34

              so macht, der hat den Begriff des Sinnkoppelns mal in die Welt gebracht.

              0:29:34–0:29:36

              Und das finde ich wichtig zu sehen.

              0:29:36–0:29:38

              Also es geht nicht um Sinn stiften, es geht um Sinn koppeln.

              0:29:39–0:29:43

              Und wenn wieder der Purpose der Organisation klar ist, dann koppeln wir miteinander.

              0:29:43–0:29:47

              Also ich kann gerade extrem gut mit dem Mycelium koppeln, weil der Purpose des

              0:29:47–0:29:50

              Myceliums viel auch in mir auslöst, dass ich da mitmachen möchte.

              0:29:51–0:29:55

              Und es kann sich aber auch einfach wieder ändern. Also Menschen und auch in

              0:29:55–0:29:57

              Form von Organisationen dürfen irgendwann wieder auseinander gehen,

              0:29:57–0:30:00

              wenn sie merken, dass diese Kopplung nicht mehr trägt.

              0:30:00–0:30:04

              Also es gibt tatsächlich, es gibt die Erweiterung der Vision, das ist das eine.

              0:30:04–0:30:08

              Und das andere ist ja, dass man auch wieder auseinander geht und das ist in

              0:30:08–0:30:10

              Ordnung. Und dann versucht man das halt gut zu machen.

              Franziska
              0:30:11–0:30:15

              Ich muss gerade an ein Konzept von Dragon Dreaming denken,

              0:30:15–0:30:21

              wo es ja darum geht, eine gemeinsame Vision eigentlich zu entwickeln und auch

              0:30:21–0:30:26

              aber irgendwie um den kleinsten gemeinsamen Nenner.

              0:30:27–0:30:31

              Und wer da sozusagen immer nicht mehr mitgehen kann, der geht dann auch raus

              0:30:31–0:30:35

              und irgendwie am Ende entsteht was, aber irgendwie was sehr Kleines.

              0:30:35–0:30:39

              Und das Konzept der Quelle ist einfach nochmal ein anderes, Das im Sinne von,

              0:30:39–0:30:43

              es gibt eine Person, die schon so richtig was in die Mitte legt und mit dieser

              0:30:43–0:30:47

              Idee Menschen dann anzieht und auch dazu einlädt, mitzumachen.

              0:30:48–0:30:51

              Und diese zwei Konzepte, die kann man jetzt einfach nebeneinander stehen lassen.

              0:30:52–0:30:55

              Und ich will, wie gesagt, mir geht es so gar nicht darum, da zu bewerten und

              0:30:55–0:30:56

              zu sagen, das eine ist richtig, das andere ist falsch.

              0:30:57–0:31:00

              Das mag beides auch an verschiedenen Punkten vielleicht einfach seine Berechtigung haben.

              0:31:01–0:31:05

              Und gleichzeitig fühlt sich an manchen Stellen für mich sozusagen die Idee von

              0:31:05–0:31:08

              Dragon Dreaming dann an wie so ein verwässerter Konsens,

              0:31:09–0:31:14

              Und der Quellblick, der versucht was anderes, der versucht wirklich sich zu fragen, okay,

              0:31:14–0:31:18

              was ist hier die Intention, was ist die Absicht von diesem Menschen,

              0:31:18–0:31:24

              der auch einlädt und der diese erste Initialzündung bei sich findet und auch

              0:31:24–0:31:25

              die erste Kraft der Umsetzung.

              0:31:25–0:31:30

              Und wir haben das gerade auch, wenn wir eben jetzt auch immer mehr Initiativen

              0:31:30–0:31:33

              begleiten oder diese Übernahmeprozesse und so weiter, wo das tatsächlich dann

              0:31:33–0:31:39

              relevant wird, wo die Frage da ist, gibt es eigentlich eine Quelle von einer Initiative,

              0:31:40–0:31:45

              die das Ganze wirklich diesen Anfang gemacht hat?

              0:31:46–0:31:50

              Oder gibt es die, also es ist einfach spannend und ich wünsche mir diese Frage

              0:31:50–0:31:53

              auch wirklich einfach reinzugeben in die Initiativen, die dort einfach mal bewegt

              0:31:53–0:31:56

              werden darf und ich freue mich so sehr darauf,

              0:31:56–0:32:00

              das sozusagen auch als kleines Forschungsfeld zu sehen, um rauszufinden,

              0:32:01–0:32:02

              wie ist es denn da eigentlich?

              0:32:03–0:32:07

              Ich habe gerade das Gefühl, ich komme gerade als Begleiterin in viele Initiativen

              0:32:07–0:32:11

              so dazu, ich habe gerade oft das Gefühl, ich habe gleich ein Gespür,

              0:32:11–0:32:12

              wer eigentlich hier die Quelle ist.

              0:32:12–0:32:16

              Das ist eine ganz besondere Energie, die von den Menschen ausgeht und nicht

              0:32:16–0:32:22

              im Sinne von, die machen so viel Operatives und übernehmen überall sozusagen

              0:32:22–0:32:26

              die Aufgaben und so, sondern das ist was anderes.

              0:32:26–0:32:32

              Das ist wie ein Zugang, den man spürt und eine ganz besondere Kraft,

              0:32:32–0:32:33

              die von diesen Leuten ausgeht.

              0:32:33–0:32:37

              Und wenn die nicht mehr da wären, glaube ich, würde es sofort ins Stocken kommen

              0:32:37–0:32:39

              und sofort aufhören in irgendeiner Art.

              0:32:40–0:32:44

              Genau, und ich freue mich total darauf, das einfach mitzunehmen und auch den

              0:32:44–0:32:47

              Initiativen nahezulegen, das Ganze einfach mal anzuhören und durch ihre Systeme

              0:32:47–0:32:52

              durchlaufen zu lassen und mit uns dann in Räumen auch einfach die Erkenntnisse,

              0:32:52–0:32:55

              Oder vielleicht auch die großen Fragen einfach zu bewegen.

              Stefan
              0:32:55–0:32:59

              Also ich kenne das halt auch aus, da muss man gar nicht in dem Unternehmerischen

              0:32:59–0:33:03

              sein, aus Freundeskreisen oder Familiensystemen.

              0:33:03–0:33:06

              Also ich meine, was hält Familien zusammen?

              0:33:06–0:33:11

              Bei mir war es die Oma und die weit verstreute, über Deutschland verteilte Familie.

              0:33:11–0:33:15

              Na klar, ist die Uroma und die Oma die Quellperson davon. Und die Familie war

              0:33:15–0:33:19

              so lange noch einigermaßen zusammengehalten, als es noch regelmäßig Geburtstagsfeste

              0:33:19–0:33:21

              oder goldene, diamanten Hochzeits von denen gab.

              0:33:21–0:33:26

              Jetzt sind die tatsächlich nicht mehr da und auf der nächsten Ebene ist das

              0:33:26–0:33:30

              Familiensystem nicht so wirklich mehr intakt, weil die Person fehlt, die es zusammenhält.

              0:33:30–0:33:32

              Das Gleiche habe ich auch Erfahrung gemacht in Freundeskreisen.

              0:33:33–0:33:37

              Ich hatte einen sehr engen Freundeskreis in der Studienzeit und das war krass von einem.

              0:33:37–0:33:41

              Das war auch immer der Wohnung von dieser einen Person und da waren immer die ganzen Treffen.

              0:33:41–0:33:44

              Die ist irgendwann weggezogen und es ist sehr lose geworden.

              0:33:44–0:33:47

              Man sieht es tatsächlich an ganz, ganz vielen Stellen.

              Hannah Heller
              0:33:47–0:33:52

              Wenn wir jetzt ein paar Werkzeuge oder ein paar, ja eigentlich sind es eher

              0:33:52–0:33:56

              so Fragen, durch die man sich durchhangeln sollte als Quelle,

              0:33:56–0:33:59

              nochmal versuchen zusammenzutragen,

              0:34:00–0:34:05

              dann wäre es einerseits die Bitte oder die Frage an die Quelle,

              0:34:05–0:34:07

              ihre Vision klar zu haben.

              0:34:08–0:34:11

              Also so mal in sich zu gehen und zu fragen, was ist denn meine Vision?

              0:34:11–0:34:14

              Und da wirklich eine Schärfung vorzunehmen und sich dafür auch gut Zeit zu nehmen,

              0:34:14–0:34:21

              damit es später, ja, es beugt Konflikten vor, sage ich mal, im weiteren Verlauf

              0:34:21–0:34:24

              der Organisationsentwicklung diese Vision klar zu haben.

              0:34:24–0:34:29

              Und dann aber auch einzuladen und zu sagen, okay, wie ist denn meine eigene Rolle?

              0:34:30–0:34:33

              Und da auch zu überlegen, wie gehe ich denn auch in der Offenheit sozusagen

              0:34:33–0:34:38

              einladend auf andere Personen zu, dort auch Verantwortung zu übernehmen in ihrer

              0:34:38–0:34:40

              spezifischen Quellfunktion,

              0:34:41–0:34:44

              diese Offenheit der Visionserweiterung oder der Sinnkoppelung,

              0:34:44–0:34:47

              wie du es genannt hast, auch in sich zu tragen.

              0:34:47–0:34:54

              Habt ihr noch so ein paar Key-Takeaways, Schlüsselpunkte, wo ihr sagen würdet, okay,

              0:34:55–0:34:58

              liebe Quellen, bitte macht das auf jeden Fall, wenn ihr eine neue Idee in die

              0:34:58–0:35:03

              Welt bringen wollt und die auch stabil in dieser Welt bleiben soll und immer

              0:35:03–0:35:05

              mehr Menschen um sich versammeln soll.

              0:35:06–0:35:10

              Also einerseits Vision klar haben, zweitens Offenheit für Sinnkoppelung,

              0:35:11–0:35:12

              Drittens, ergänzt mich gerne.

              Franziska
              0:35:13–0:35:19

              Drittens ist für mich auf jeden Fall, dass die Quelle die Gaben ehren sollte.

              0:35:19–0:35:24

              Wertschätzt sollte die das Kollektiv, also die anderen Menschen in diesem Feld sozusagen geben.

              0:35:25–0:35:30

              Das heißt, die Menschen, die im Projekt arbeiten, denen wirklich zum Auszug

              0:35:30–0:35:34

              zu bringen, wie wichtig es ist, dass sie da sind und wie schön es ist, dass sie da sind.

              0:35:34–0:35:40

              Also ja, da geht es um Wertschätzen und Feiern tatsächlich. Das wäre mein Punkt drei.

              Hannah Heller
              0:35:41–0:35:43

              Punkt vier, Stefan, hast du noch was?

              Stefan
              0:35:43–0:35:48

              Ein permanentes Üben des Loslassens tatsächlich, je mehr dazukommt.

              0:35:49–0:35:54

              Und aus dem Kontrollding rauszukommen und ins Vertrauen reinzuwachsen und das

              0:35:54–0:35:57

              Mikromanagement quasi nicht mehr zu tun.

              0:35:57–0:35:59

              Weil am Anfang ist man alleine, man muss alles machen.

              0:36:00–0:36:03

              Und mit der Zeit ist es eine permanente Loslassaufgabe.

              0:36:03–0:36:06

              Das ist wie als Eltern auch. Ich meine, man hat ein Kind und man muss sich komplett

              0:36:06–0:36:11

              darum kümmern und das gesamte Erwachsenwerden von Kindern ist ein einziger Prozess

              0:36:11–0:36:17

              des Loslassens und des Freilassens und des Begleitens aber auch und des Wertschätzens,

              0:36:17–0:36:19

              also es geht da alles mit rein.

              Franziska
              0:36:19–0:36:25

              Ich hätte noch einen. Ich glaube, es geht auch immer darum, sich wirklich explizit

              0:36:25–0:36:30

              Auszeiten zu nehmen, um die Vision wiederzugreifen und für sich die eigenen

              0:36:30–0:36:32

              nächsten Schritte zu klären.

              0:36:32–0:36:35

              In der Theorie wird es auch als Quellzeit bezeichnet.

              0:36:36–0:36:41

              Und da geht es eben, wie gesagt, darum, Stille zu finden, wirklich nochmal sich

              0:36:41–0:36:45

              zu connecten mit dieser Vision und in die Kraft dazu kommen.

              0:36:46–0:36:50

              Und ich glaube, ein wichtiger Punkt wäre es noch, auch die Absicht in sich zu

              0:36:50–0:36:51

              finden, wirklich als Quelle zu agieren.

              0:36:52–0:36:55

              Sonst sind wir wieder bei den Dingen, die wir beim letzten Mal schon so arg behandelt haben.

              0:36:55–0:37:01

              Wenn ich die Absicht nicht in mir trage, dann kann es sein, dass ich diese Rolle,

              0:37:01–0:37:05

              die ich eigentlich in mir trage, verkenne, also irgendwie selber leugne.

              0:37:05–0:37:10

              Oder dass sie dann doch zu einem sehr despotischen Ausdruck kommt oder dass

              0:37:10–0:37:15

              ich einfach zu weich, in Anführungsstrichen, in dieser Rolle bin und dadurch

              0:37:15–0:37:18

              meine Aufgabe vernachlässige. Das ist möglich.

              0:37:18–0:37:24

              Das heißt wirklich, sich zu koppeln mit der Verantwortung, die ich als Quelle

              0:37:24–0:37:26

              tragen kann und übernehmen kann.

              0:37:26–0:37:31

              Und diese Erkenntnis, dass ich halt als Quellperson tatsächlich oft auch die

              0:37:31–0:37:33

              Antwort eigentlich in mir trage, wenn ich den Zugang dazu finde.

              Hannah Heller
              0:37:34–0:37:35

              Nummer 6.

              Stefan
              0:37:35–0:37:40

              Ja, das kam mir dann gleich dazu. Alles, was mit selbst zu tun hat,

              0:37:40–0:37:48

              im Sinne von Üben in Selbstreflexion, Selbstbewusstheit, Selbstfürsorge.

              0:37:48–0:37:54

              Tatsächlich die Arbeit oder die eigene Reise der inneren Entwicklung ist wirklich sehr, sehr wichtig.

              0:37:55–0:37:59

              Und das gegebenenfalls auch, sich Hilfe dazu zu holen oder Begleitung dazu zu

              0:37:59–0:38:03

              holen, halte ich für wichtig. Und paradoxerweise ist dieses,

              0:38:03–0:38:06

              sich um sich selbst da zu kümmern, vor allen Dingen dienlich,

              0:38:06–0:38:09

              um das eigene Ego im Check und im Balance zu haben.

              0:38:09–0:38:13

              Also sowohl die eigenen Unbewusstheiten, die wirken, die eigenen Schattenanteile,

              0:38:13–0:38:16

              die wirken, als auch vor allen Dingen den Ego-Check.

              0:38:16–0:38:22

              Weil natürlich ist diese Idee von Quelle wahnsinnig einladend und darauf muss

              0:38:22–0:38:25

              es massiv gecheckt werden für Menschen, die ein riesengroßes Ego-Thema haben

              0:38:25–0:38:28

              oder die vielleicht sogar auch narzisstisch veranlagt sind.

              0:38:28–0:38:32

              Und es geht aber um etwas ganz anderes. Es geht um ein absolutes Freiwerden

              0:38:32–0:38:36

              von zu viel Ego und aber in der Klarheit zu sein gleichzeitig.

              0:38:36–0:38:44

              Das ist auch sehr wichtig und sehr anspruchsvoll und gleichzeitig sehr schön und bereichernd.

              Franziska
              0:38:45–0:38:48

              Ich habe da noch was, Hannah. Ich glaube, ich habe richtig Lust,

              0:38:48–0:38:52

              den Otto Scharmer an der Stelle zu zitieren, weil er einfach sowieso ein inspirierender

              0:38:52–0:38:55

              Mensch ist und wir nochmal so ein bisschen in die Führungsgeschichte reinkommen.

              0:38:56–0:38:58

              Der sagt nämlich, und vielleicht ist es ein schöner Abschluss,

              0:38:59–0:39:03

              es kommt nicht darauf an, was Führungskräfte tun, noch wie sie es tun,

              0:39:03–0:39:07

              sondern auf ihren inneren Zustand, den inneren Raum, aus dem sie operieren,

              0:39:07–0:39:08

              die Quelle ihres Handelns.

              0:39:08–0:39:11

              Und da sind wir vielleicht wieder bei der Quelle.

              Hannah Heller
              0:39:12–0:39:16

              Schön, dann nehmen wir doch das als Abschlusswort. Und ich hoffe,

              0:39:16–0:39:22

              wir konnten ein paar Dinge zum Mitschreiben für unsere ZuhörerInnen und Quellen

              0:39:22–0:39:24

              da draußen heute sammeln,

              0:39:24–0:39:28

              damit ihr einfach gestärkt daraus geht, damit sich Organisationen stabil entwickeln können.

              0:39:29–0:39:32

              Weil was ich auch echt immer mitbekomme, ist, dass dieses Quellthema unbewusst

              0:39:32–0:39:36

              ist, dass Menschen was starten, dann irgendwie wieder einen anderen Fokus in

              0:39:36–0:39:43

              ihrem Leben entwickeln Und da dann aber einfach so unbeholfen rausstolpern aus der Organisation,

              0:39:43–0:39:46

              die sie sozusagen oder aus der Initiative, die sie gestartet haben und dann

              0:39:46–0:39:49

              diese Initiative aber auch mit der Zeit versiegt.

              0:39:49–0:39:53

              Und das wäre sehr schade, wenn diese ganzen Impulse, die von den Quellen kommen,

              0:39:53–0:39:58

              die ganzen kreativen Ideen dann nur so kurz in der Welt sind.

              0:39:58–0:40:04

              Und deshalb dieser Podcast, damit Quellen auch nicht immer nur in ihrem Projekt

              0:40:04–0:40:05

              verhaftet bleiben müssen,

              0:40:06–0:40:10

              sondern auch immer wieder neue Dinge starten können, weil das sind oft Quellpersonen,

              0:40:10–0:40:14

              sie bringen was in die Welt, aber dann zieht sie es auch wieder weiter.

              0:40:14–0:40:17

              Aber damit diese Projekte auch längerfristig in der Welt bleiben,

              0:40:17–0:40:21

              dann braucht es da einfach einen guten bewussten Umgang mit diesem Thema und

              0:40:21–0:40:26

              eine gute Übergabe auch an Menschen, die dann vielleicht dieses Projekt,

              0:40:26–0:40:28

              diese Idee weitertragen.

              0:40:28–0:40:33

              Ja, vielleicht als letzter Punkt noch, ist diese Welttheorie allumfassend oder

              0:40:33–0:40:38

              hilft es vielleicht auch mit verschiedenen Theorien da zu arbeiten?

              0:40:38–0:40:44

              Stefan, du hattest vorhin nochmal das Stichwort gebracht, die Theorie als Entscheidung

              0:40:44–0:40:48

              sozusagen, man soll sich für sie entscheiden, man kann sie aber auch wieder

              0:40:48–0:40:51

              zur Seite legen und andere Theorien sich rauspicken.

              0:40:52–0:40:54

              Genau, wie sieht es damit aus?

              Stefan
              0:40:54–0:40:58

              Keine Ahnung, was zu sagen. Natürlich ist diese Theorie der heilige Kral und

              0:40:58–0:41:01

              ist auf jeden Fall richtig und absolut wahr.

              0:41:02–0:41:07

              Spaß beiseite. Auch Tom Nixon schreibt es, all models are flawed, but somewhat useful.

              0:41:07–0:41:11

              Und er schreibt auch, dass es vor allem Personal Choice ist, dies zu wählen.

              0:41:11–0:41:16

              Und für mich, ich bin großer Fan von verschiedenen Konzepten und Modellen und

              0:41:16–0:41:17

              ich kenne tatsächlich, glaube ich, echt viele.

              0:41:18–0:41:21

              Für mich sind das, ich habe irgendwann für mich die Metaphorik von der Landkarte

              0:41:21–0:41:23

              gefunden. Und das sind für mich alles verschiedene Landkarten,

              0:41:23–0:41:28

              die uns helfen können, uns in der Realität und in der Welt zu orientieren.

              0:41:28–0:41:32

              Und nicht mehr, nicht weniger. Und es gibt verschiedene Landkarten für verschiedene

              0:41:32–0:41:33

              Terrasse, auf denen wir unterwegs sind.

              0:41:33–0:41:37

              Es gibt auch verschiedene Landkarten für gleiche Terrasse, die wir unterwegs

              0:41:37–0:41:39

              sind, die aber einen anderen Fokus drauflegen.

              0:41:39–0:41:43

              Und das Gleiche ist, wir können auch die Metapher der Brille benutzen und sagen,

              0:41:43–0:41:46

              hey, wir ziehen diese Brille auf und wenn wir durch eine Brille schauen, jeder kennt das,

              0:41:46–0:41:50

              wir haben eine Sonnenbrille auf und dann sieht die Welt anders aus von den Farben

              0:41:50–0:41:54

              her und dann sehen wir sie so und dann setzen wir sie ab und können andere aufsetzen

              0:41:54–0:42:00

              und dann sehen wir andere Sachen fokussiert und deswegen dürfen wir mit diesen Konzepten spielen.

              0:42:00–0:42:03

              In der integralen Theorie, sagt man, zu vielen Modellen und die kann eben alles

              0:42:03–0:42:06

              nebeneinander halten, sagt man true but partial.

              0:42:06–0:42:11

              Also war aber unvollständig oder hilfreich, aber unvollständig.

              0:42:11–0:42:15

              Und das finde ich wichtig, sehr wichtig sogar, das beizubehalten.

              0:42:15–0:42:18

              Und wir werden in diesem Podcast in den nächsten Monaten, Jahren sicherlich

              0:42:18–0:42:21

              noch einige andere Modelle oder Konzepte vorstellen. Denn ich denke,

              0:42:21–0:42:25

              der Verbindungskulturkompass wird das Nächste sein und Soziokratie wird auch kommen.

              0:42:25–0:42:28

              Und von dem her werden wir das alles zusammenbauen.

              0:42:28–0:42:34

              Ein Puzzlestück at a time oder ein Mosaiksteinchen zum Nächsten für das Gesamtkunstwerk.

              Hannah Heller
              0:42:35–0:42:38

              Schön. Vielen, vielen Dank euch beiden. Ich freue mich, dass ihr nochmal hier

              0:42:38–0:42:42

              wart, dass wir die Quelltheorie, glaube ich, gut als eine Brille von vielen

              0:42:42–0:42:47

              gut nochmal skizziert haben und Bilder entstanden sind bei den Menschen,

              0:42:47–0:42:48

              die ihnen einfach helfen,

              0:42:49–0:42:53

              da gut ins Weltsein zu kommen und ins Entwickeln zu kommen von Organisationen

              0:42:53–0:42:58

              und diese Welt ein Stück größer zu machen und zu verändern hin zu mehr Gemeinschaft

              0:42:58–0:43:00

              und Verbindung. Ich danke euch fürs Zuhören.

              0:43:00–0:43:08

              Wenn ihr diesen Podcast unterstützen wollt, dann werdet Mitglied im Mycelium-Verein, mycelium-ev.com.

              0:43:09–0:43:14

              Dort könnt ihr ganz einfach Mitglied werden und dann auch diesen Podcast unterstützen.

              0:43:14–0:43:18

              Ich freue mich, wenn ihr Teil von unserem Mycelium-Ökosystem werdet.

              0:43:18–0:43:21

              Vielen Dank fürs Zuhören und noch eine gute Woche. Tschüss.

              Franziska
              0:43:22–0:43:23

              Tschüss, auch von unserer Seite.

              Stefan
              0:43:24–0:43:24

              Ciao, ciao.

              The post MP088 – Einführung in die Quelltheorie (2/2) appeared first on MYZELIUM.

              44 min
            • MP087 - Einführung in die Quelltheorie (1/2)

              • Hannah Heller
                • Stefan Schneider

                    In dieser Folge widmen sich Franka, Stefan und Hannah dem Konzept der Quelle.
                    Was ist das, eine Quelle? Mit der Konzeptbrille gehen wir davon aus, dass jede Initiative eine Urquelle hat, eine „Quellperson“, die eine Idee/Vision/Inpsiration empfängt und dann eine erste, meist wagnisreiche Aktion initiiert und Menschen einläd, sich daran zu beteiligen. Die Quellperson hat in der Initiative fortwährend eine besondere Stellung. Diese Besonderheit und Empfindsamkeit bewegen wir in der ersten Folge (unserer Doppelpodcastserie) mit einem Mix aus persönlichen Erfahrungen und Theorie.

                    Außerdem laden wir unsere Projektmenschen explizit dazu ein, den Podcast als Inspiration zu nehmen, um in euren Initiativen darüber zu sprechen (gerne in gehaltenen Räumen eurer MYZELIUM-Begleiter*innen) und wollen für die Zukunft extra Quellräume schaffen, um Quellpersonen richtig gut versorgen zu können.

                    Artikel von Eva Stützel (Ökodorf Sieben Linden)
                    https://www.gemeinschaftskompass.de/de/das-quellen-prinzip/

                    Buch „Work with Source“ von Tom Nixon
                    https://workwithsource.com/

                    Buch „kleines rotes Buch über die Quelle“ von Stefan Merckelbach
                    https://www.buch7.de/produkt/ein-kleines-rotes-buch-ueber-die-quelle-stefan-merckelbach/1039629149?ean=9782970108764&partner=spiel-dein-leben

                    Urquelle Quell-Konzept: Peter Koenig

                    Spannendes um im Thema tiefer zu gehen, persönliche Empfehlung von Stefan:

                    https://www.youtube.com/watch?si=fPa6MbjZZKFHY9LM&v=dPyK_9KD4Y0&feature=youtu.be

                    https://open.spotify.com/episode/6bN7aNl7CWnDnOVZWEG1GW?si=tNRkYOn9TFuod86ysEGl1g&context=spotify%3Ashow%3A58LnE3qSDSjOOu9DodDNws&nd=1&dlsi=16ab6ae731e9441b

                    https://www.youtube.com/watch?v=YM-UZ79TwHM

                    Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                    Transkription
                    0:00:09–0:00:13

                    Herzlich willkommen zu einer weiteren Mycelium-Podcast-Folge.

                    0:00:13–0:00:18

                    Ich freue mich, heute zwei Gäste zu haben, die mit mir über die Quelltheorie sprechen.

                    0:00:18–0:00:21

                    Und zwar habe ich hier bei mir Franka und Stefan.

                    0:00:21–0:00:25

                    Und ich würde es einfach den beiden selbst überlassen, sich vorzustellen,

                    0:00:26–0:00:29

                    weil sonst verhaspel ich mich nur, weil das beides sehr vielfältige Charaktere

                    0:00:29–0:00:34

                    sind, die schon sehr viel erlebt haben und aufgebaut haben und getan haben in ihrem Leben.

                    0:00:34–0:00:37

                    Und deshalb gebe ich einfach an euch ab, bevor ich irgendwas Falsches erzähle.

                    0:00:37–0:00:39

                    Franka, stell dich doch mal kurz vor.

                    0:00:39–0:00:43

                    Ja, hallo von mir. Schön, dass ich wieder hier sein darf im Podcast.

                    0:00:44–0:00:47

                    Und ja, ich stelle mich gerne auch nochmal vor. Ich bin Franca,

                    0:00:47–0:00:53

                    ich arbeite aktuell ja auch im Mycelium als Teil dieses wunderbaren Kernteams,

                    0:00:54–0:00:58

                    darf da den Hut tragen für die Sichtbarkeit und unter anderem eben auch Projekte

                    0:00:58–0:01:03

                    begleiten und mich mit meinem Herzensthema der Verbindungskultur einbringen.

                    0:01:03–0:01:07

                    Ja, wie bin ich zum Bezirium gekommen oder wie waren meine Wege dorthin?

                    0:01:07–0:01:11

                    Das führt wieder zurück zum Franzwerk, einem gemeinschaftsbasierten Arbeitszuhause,

                    0:01:12–0:01:17

                    das ich eben mal mitbegründen durfte oder vor allem eben spezifische Quelle

                    0:01:17–0:01:20

                    für ein Thema sein durfte, nämlich das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften.

                    0:01:21–0:01:26

                    Und heute ist eben auch noch Stefan dabei, der nicht nur mit mir dann das Franzwerk

                    0:01:26–0:01:31

                    damals gewuppt hat, sondern auch mein Lebensgefährte ist und mit dem ich in

                    0:01:31–0:01:35

                    Partnerschaft leben darf, in einer Patchwork-Familie mit vielen, vielen Kindern.

                    0:01:36–0:01:39

                    Und ja, das sind einfach mal meine Überleitungsworte zu dir.

                    0:01:39–0:01:41

                    Gut, dann mache ich weiter. Hallo, Stefan.

                    0:01:42–0:01:46

                    Ich war auch schon ein oder zweimal im Podcast zu Gast.

                    0:01:47–0:01:50

                    Lebensgefährte von Franziska. Unsere vielen Patchwork-Kinder,

                    0:01:50–0:01:53

                    vielleicht noch mit einer Zahl hinterlegen, es sind sechs an der Zahl.

                    0:01:53–0:01:55

                    Wir haben viel zu tun, ein volles Haus.

                    0:01:56–0:02:00

                    Ich bin mit dem Mycelium verbandelt, auch über das Franzwerk.

                    0:02:00–0:02:05

                    Ich bin einer der Miturgründer im Franzwerk gewesen, im gemeinschaftsbasierten

                    0:02:05–0:02:06

                    Arbeitszuhause hier in Tübingen.

                    0:02:07–0:02:12

                    Hab damals dann Timo kennengelernt und wir haben gemeinsam den Ort zu einem

                    0:02:12–0:02:14

                    gemeinschaftsbasierten Arbeitszuhause gemacht.

                    0:02:15–0:02:17

                    Also Timo hat uns quasi früher begleitet.

                    0:02:17–0:02:20

                    Und im letzten Jahr haben wir ein bisschen die Rollen gewechselt.

                    0:02:20–0:02:24

                    Über ein Förderprogramm habe ich den Timo und Mithelium angefangen,

                    0:02:24–0:02:28

                    andersrum zu begleiten und vor allen Dingen in dem Thema der Kommunikation,

                    0:02:28–0:02:31

                    also die Essenz finden, den Purpose finden, ist auch ein spannendes Quellthema,

                    0:02:31–0:02:35

                    auch gleich schon mal vorausgestellt, und in der Organisationsentwicklung.

                    0:02:35–0:02:40

                    Und ich bin gerade auch im Mycelium-Orbit mit so dabei und bin nicht so ganz,

                    0:02:40–0:02:45

                    ganz drin im Sinne von Kernteam, aber ich bin in einem nahen Orbit so umkreisend

                    0:02:45–0:02:49

                    und begleitend in der Organisationsentfaltung des Myceliums gerade.

                    0:02:50–0:02:56

                    Und da ist die Idee von diesem Konzept von Quelle ein sehr spannendes und darum geht es heute.

                    0:02:56–0:03:00

                    Noch ein Satz zu mir. Ich habe einfach schon viele verschiedene Dinge in meinem

                    0:03:00–0:03:02

                    Leben gemacht. Ich kann das gar nicht so auf den Punkt bringen.

                    0:03:02–0:03:06

                    Ich war unternehmerisch ganz viele Projekte aktiv, Ich habe schon viele gegründet,

                    0:03:06–0:03:11

                    mitbegründet, erfolgreich gemacht, daran gescheitert, wieder verlassen.

                    0:03:11–0:03:14

                    Von dem her, ich habe da irgendwie so 10, 15 Jahre spannende Geschichten hinter

                    0:03:14–0:03:15

                    mir, was jetzt ein bisschen den Rahmen sprengen würde.

                    0:03:16–0:03:19

                    Ja, dazu vielleicht wann anders nochmal. Ich freue mich auf jeden Fall,

                    0:03:19–0:03:21

                    dass ihr heute unsere, also meine Gäste seid.

                    0:03:21–0:03:24

                    Ich bin Hanna Heller, für alle, die es noch nicht mitbekommen habe.

                    0:03:25–0:03:30

                    Ich moderiere und hoste jetzt diesen Podcast zusammen mit Tobi,

                    0:03:30–0:03:33

                    der noch im Hintergrund die ganze technische Abwicklung macht,

                    0:03:33–0:03:35

                    wofür ich immer noch sehr dankbar bin.

                    0:03:35–0:03:38

                    Deshalb darf ich hier einfach spannende Gespräche führen.

                    0:03:38–0:03:40

                    Und heute wird es eben um die Quelltheorie gehen.

                    0:03:41–0:03:44

                    Ja, es war ja ein Anliegen von euch, dass wir heute über die Quelltheorie sprechen.

                    0:03:44–0:03:48

                    Insofern, erzählt doch mal, warum sprechen wir über die Quelltheorie?

                    0:03:48–0:03:51

                    Was ist daran so relevant für uns und auch unsere Projekte?

                    0:03:51–0:03:55

                    Weil unsere Zuhörerinnen sind die meisten wahrscheinlich unserem Ökosystem,

                    0:03:56–0:04:01

                    die auch Organisationen aufbauen, die Projekte entwickeln und so weiter.

                    0:04:01–0:04:03

                    Warum sollten die von der Quelltheorie erfahren?

                    0:04:03–0:04:07

                    Da fange ich voll gerne an, weil ich, glaube ich, die Quelle für diesen Podcast bin.

                    0:04:08–0:04:15

                    Also für diesen Quell-Podcast, weil mir dieses Thema immer wieder gerade wie

                    0:04:15–0:04:18

                    über den Weg läuft oder mit einer Riesenfahne winkt.

                    0:04:18–0:04:23

                    Und das ist einerseits, weil ich in der Projektbegleitung immer wieder…

                    0:04:24–0:04:28

                    Darauf hingewiesen werde oder eigentlich diese Brille aufsetzen möchte.

                    0:04:29–0:04:32

                    Und zwar einerseits, wenn es um Herausforderungen geht oder wenn es auch um

                    0:04:32–0:04:36

                    Konflikte geht, dann sind das tatsächlich oft Quellthemen.

                    0:04:36–0:04:41

                    Und gleichzeitig, weil ich so arg aus eigener Erfahrung mit dem Franzwerk begriffen

                    0:04:41–0:04:46

                    habe, dass diese Brille unfassbar wichtig ist und eigentlich von Anfang an in

                    0:04:46–0:04:47

                    Initiativen, die sich gründen.

                    0:04:48–0:04:52

                    Und dann hatten wir noch einen besonderen Moment, einerseits bei einem Teamtreffen.

                    0:04:53–0:04:58

                    Und weil wir da was aufgestellt haben, unsere Organisation und auch die Rolle der Quelle.

                    0:04:58–0:05:03

                    Und lustigerweise, die Hannah alles, diese Quelle gespielt hat,

                    0:05:03–0:05:05

                    die von dieser Theorie und von dieser Brille gar nichts weiß,

                    0:05:05–0:05:09

                    aber genau das getan hat, körperlich sozusagen getan hat, was Quellen machen.

                    0:05:09–0:05:13

                    Nämlich am Anfang versammeln sie Menschen um sich rum und dann treten sie eigentlich

                    0:05:13–0:05:19

                    mehr nach außen und haben eine beobachtende, eine sehende und eine schützende

                    0:05:19–0:05:20

                    Haltung auch tatsächlich.

                    0:05:21–0:05:25

                    Und das war für mich ein sehr magischer Moment, das da zu entdecken und dann

                    0:05:25–0:05:29

                    gleichzeitig den Moment will ich noch teilen beim Pilztreffen,

                    0:05:29–0:05:32

                    wo ja auch die letzte Podcast-Folge drüber ging,

                    0:05:32–0:05:37

                    als wir viele Menschen eben da hatten und so eine Art Pilzvorstellung gemacht

                    0:05:37–0:05:40

                    haben, also die Frage in den Raum gegeben haben oder in den Kreis,

                    0:05:40–0:05:43

                    wer bist du oder wo kommst du her und wie bist du mit dem Mycelium verbunden?

                    0:05:43–0:05:49

                    Und wir festgestellt haben, alle zur gleichen Zeit, dass die allermeisten Wege

                    0:05:49–0:05:52

                    eben zu uns führen über Timo.

                    0:05:53–0:05:59

                    Und dass einfach 95 Prozent dieser Menschen, die da waren, das mal so benannt haben.

                    0:05:59–0:06:04

                    Und das hat am Ende vor allem Timo sprachlos gemacht und bei uns allen einen

                    0:06:04–0:06:06

                    Zauber irgendwie sichtbar gemacht.

                    0:06:06–0:06:10

                    Und spätestens da habe ich kapiert, okay, wir müssen jetzt diesen Podcast aufnehmen

                    0:06:10–0:06:17

                    als Idee von, wir droppen jetzt mal diese Theorie, diese Brille, diese Methode.

                    0:06:18–0:06:23

                    Auf die Welt zu blicken oder auf die Initiativen zu blicken und fangen damit

                    0:06:23–0:06:30

                    an und können das sozusagen auch so weiter raus in die Welt geben und vor allem

                    0:06:30–0:06:33

                    in unsere Projekte reingeben, um danach immer wieder damit zu arbeiten.

                    0:06:34–0:06:36

                    Super, danke. Stefan, magst du noch was ergänzen dazu?

                    0:06:37–0:06:41

                    Warum ist es dir wichtig oder was ist vielleicht dein Erfahrungsraum mit dieser

                    0:06:41–0:06:44

                    Quelltheorie? Warum hältst du es für relevant, darüber zu sprechen?

                    0:06:44–0:06:49

                    So eine Mini vorab, also wir reden gerade von Theorie, da möchte ich ganz kurz

                    0:06:49–0:06:52

                    einwerfen, so ganz streng genommen, es ist keine Theorie, es ist ein Konzept,

                    0:06:52–0:06:57

                    also es ist keine wissenschaftlich evidenzbasierte Theorie, sondern es kommt

                    0:06:57–0:07:01

                    aus Beobachtung von gewissen Menschen und die haben das konzeptionell entwickelt

                    0:07:01–0:07:06

                    und da kommen wir sicherlich später noch im Detail drauf. Warum ist das für mich so wichtig?

                    0:07:06–0:07:12

                    Ich bin damit in Berührung gekommen vor ungefähr einem knappen Jahr sogar erst.

                    0:07:13–0:07:17

                    Und ich habe mich in dieses Thema angezogen. Ich habe mir die Podcasts angehört.

                    0:07:17–0:07:20

                    Ich habe mir die Bücher dazu reingezogen, die zwei, drei, die wir danach kurz vorstellen.

                    0:07:20–0:07:26

                    Und es hat für mich für eine unfassbare Klarheit gesorgt, rückblickend auf die

                    0:07:26–0:07:28

                    ganzen Projekte, die ich in meinem Leben gemacht habe, wo ich genau wusste,

                    0:07:28–0:07:30

                    boah, das ist so ein Schlüssel.

                    0:07:30–0:07:33

                    Der hat so gefehlt. Und ich konnte zurückschauen und konnte sehen,

                    0:07:33–0:07:36

                    wo es unbewusst, ohne dieses Konzept klar zu haben,

                    0:07:37–0:07:41

                    extrem gut funktioniert hat, weil dieses Prinzip quasi natürlich sich entfaltet

                    0:07:41–0:07:44

                    hat und wo es einfach tatsächlich überhaupt nicht funktioniert hat und wo ich gesehen habe,

                    0:07:45–0:07:47

                    warum da irgendwie Spannungen waren, warum Machtkämpfe waren,

                    0:07:47–0:07:51

                    warum die Organisationen irgendwie nicht richtig vorankommen,

                    0:07:51–0:07:52

                    weil es da Quellthemen gibt.

                    0:07:53–0:07:57

                    Und das war für mich absolut krass und umwerfend und klar.

                    0:07:57–0:08:01

                    Und ich habe mich jetzt seit über zehn Jahren damit beschäftigt.

                    0:08:03–0:08:07

                    Projekte umzusetzen und immer, wenn man Dinge tut im Sinne einer Co-Kreation,

                    0:08:07–0:08:10

                    die größer ist, als man eben alleine macht, arbeitet man mit Menschen zusammen,

                    0:08:10–0:08:14

                    man kommt immer in die Fragen, wie organisieren wir uns, wie entscheiden wir

                    0:08:14–0:08:16

                    uns und so weiter und ich habe mich sehr viel damit beschäftigt und,

                    0:08:17–0:08:20

                    Grundlagen der Arbeit ist Frederic Lallou, das vielleicht einige kennen,

                    0:08:20–0:08:23

                    Reinventing Organizations oder The Connected Company,

                    0:08:23–0:08:27

                    also wie entstehen heutzutage auch Soziokratie, solche ganzen Organisationen

                    0:08:27–0:08:31

                    und es hat immer was gefehlt, also wir haben all das versucht immer umzusetzen,

                    0:08:31–0:08:34

                    den Lalu hoch und runter und es hat trotzdem nicht so richtig geklappt.

                    0:08:35–0:08:40

                    Und dann gibt es jetzt ein super Buch, Tom Nixon heißt ja auch,

                    0:08:40–0:08:44

                    das werden wir sicherlich später nochmal sagen, das heißt Work with Source und das ist,

                    0:08:45–0:08:48

                    ein unglaublicher Schlüssel, der irgendwie zu den anderen dazugehört und für

                    0:08:48–0:08:50

                    mich das so rund gemacht hat, dass ich jetzt das Gefühl habe,

                    0:08:51–0:08:56

                    ah, jetzt kann das echt endlich mal so richtig klappen mit diesen ganzen Initiativen,

                    0:08:56–0:08:57

                    Projekten und Organisationen.

                    0:08:58–0:09:01

                    Okay, jetzt wollen wir unsere Zuhörerinnen und Zuhörer aber nicht mehr auf die

                    0:09:01–0:09:04

                    lange hinhalten und die Spannung hochhalten, sondern erzähl doch mal,

                    0:09:04–0:09:06

                    um was geht es in dieser Quelltheorie?

                    0:09:07–0:09:11

                    Oder in diesem Konzept? Genau, vielleicht für den Anfang, also Stefan hat es

                    0:09:11–0:09:14

                    gerade schon gedroppt, wenn wir über die Quelle sprechen, möchte ich auch gerne

                    0:09:14–0:09:17

                    kurz die Urquellen tatsächlich am Anfang benennen.

                    0:09:17–0:09:24

                    Und das ist einmal eben vor allem Peter König, der die Urquelle dieses Konzeptes ist.

                    0:09:24–0:09:29

                    Der ist auch bekannt von der Geldarbeit. Also vielleicht sagt das jemand auch in unserer Bubble was.

                    0:09:29–0:09:32

                    Dann haben Stefan und ich vor allem eben mit diesem Buch gearbeitet von Tom

                    0:09:32–0:09:34

                    Nixon, Working Resource.

                    0:09:34–0:09:39

                    Und es gibt auch ein deutsches Buch, Das heißt, das kleine Buch über die Quelle

                    0:09:39–0:09:41

                    von Stefan Meckelbach. Genau.

                    0:09:41–0:09:44

                    Und es gibt einen wunderbaren Artikel, den werden wir auch noch verlinken,

                    0:09:44–0:09:49

                    aus dem Ökodorf Siebenlinden von einer Eva Stützel, die auch richtig toll darüber

                    0:09:49–0:09:53

                    geschrieben hat und das auch als Grundlage dient, auch für heute und vielleicht

                    0:09:53–0:09:57

                    auch für alle, die daran weiterarbeiten wollen oder weiter nachlesen wollen.

                    0:09:58–0:10:01

                    So, und jetzt fangen wir damit an. Ja, was ist, also um was geht es eigentlich?

                    0:10:01–0:10:02

                    Was ist eigentlich eine Quellperson?

                    0:10:02–0:10:06

                    Und vielleicht fangen wir auch damit an. Wenn wir uns überlegen,

                    0:10:06–0:10:10

                    wie Initiativen in diese Welt kommen,

                    0:10:11–0:10:17

                    dann ist es meistens so, dass eine Person eine Initiative ergreift und irgendwas

                    0:10:17–0:10:21

                    in Bewegung setzt, das vorher nicht da war und vor allem auch ein Wagnis eingeht.

                    0:10:22–0:10:29

                    Und diese Initiative geht meist eben eine Idee voraus oder eine Intuition oder eine Inspiration.

                    0:10:30–0:10:38

                    Und was so schön ist in der Idee von einer Quelle, ist, dass der Ursprung also

                    0:10:38–0:10:39

                    irgendein eigentlich ein Geschenk ist.

                    0:10:40–0:10:44

                    Den haben wir nicht erzwungen oder wirklich gemacht, sondern diese Idee,

                    0:10:44–0:10:45

                    diese Intuition, die kam zu uns.

                    0:10:46–0:10:51

                    Und was das also von Anfang an verändert, ist, dass wir eine viel demütigere

                    0:10:51–0:10:56

                    Haltung entwickeln und dass wir mehr in eine Art Verwaltung von dieser Idee

                    0:10:56–0:10:59

                    gehen und nicht so arg in eine Eigentümerschaft.

                    0:10:59–0:11:04

                    Und vielleicht wird das später nochmal klar, aber was jetzt so nochmal sitzen

                    0:11:04–0:11:08

                    darf, es geht darum, dass man sich fragt, aha, auch in den Initiativen,

                    0:11:08–0:11:10

                    die schon irgendwie da sind, dass man sich mal überlegen kann, aha,

                    0:11:11–0:11:14

                    aus was ist die eigentlich ersprungen?

                    0:11:15–0:11:18

                    Und da liebe ich dieses Wort jetzt schon wieder, das wir sozusagen finden.

                    0:11:18–0:11:23

                    Wir kriegen wieder ein Bild aus der Natur, weil wir können uns auch eine Wasserquelle

                    0:11:23–0:11:24

                    mal eben vor Augen führen.

                    0:11:25–0:11:29

                    Und da entspringt etwas aus dem Schoße der Erde.

                    0:11:29–0:11:34

                    Und das Wasser kommt nie spontan so richtig aus dem Nichts, sondern das kommt immer irgendwo her.

                    0:11:34–0:11:37

                    Und das ist was Schönes, was wir jetzt nochmal mitnehmen können.

                    0:11:38–0:11:43

                    Um darauf aufzubauen. Ich untermale es einfach immer mit Beispielen.

                    0:11:45–0:11:48

                    Was heißt Quellperson? Ein für mich sehr erfolgreiches Projekt.

                    0:11:48–0:11:52

                    Ich habe vor einigen Jahren im Jahr 2016, 2017 einen Naturkindergarten gegründet,

                    0:11:52–0:11:54

                    weil ich wollte, dass meine Kinder einen Naturkindergarten geben.

                    0:11:55–0:11:59

                    Das heißt, ich habe ihn mitgegründet, weil ich wurde eingeladen dafür.

                    0:11:59–0:12:02

                    Ich habe von Menschen gehört, die über den Zusammenschlägen haben,

                    0:12:02–0:12:04

                    da gibt es jemanden, der möchte einen Kindergarten gründen. Ich sage,

                    0:12:04–0:12:05

                    ja cool, das finde ich super, da will ich mitmachen.

                    0:12:06–0:12:13

                    Und die Person hat ganz klar, das war tatsächlich ein Paar, das das für ihre

                    0:12:13–0:12:16

                    Kinder machen heute, oder gemacht haben wir es zusammen,

                    0:12:17–0:12:21

                    und die haben am Anfang zu gewissen Treffen eingeladen und haben Menschen eingeladen

                    0:12:21–0:12:25

                    und haben sich da gezeigt, haben ihre grundlegende Idee, ihre grundlegende Vision

                    0:12:25–0:12:29

                    für diesen freien Naturkindergarten, was dann später geworden ist, in die Mitte gelegt, so,

                    0:12:30–0:12:32

                    und hey, wir machen das nicht alleine, wer will irgendwie mitmachen,

                    0:12:32–0:12:36

                    aber sie waren tatsächlich auf eine sehr natürliche Art und Weise schon sehr

                    0:12:36–0:12:37

                    klar darüber, was es ist.

                    0:12:38–0:12:41

                    Also es ging nicht darum, von wegen, wir treffen uns mal und überlegen uns,

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                    ob wir irgendwas machen, oder wir treffen uns mal und überlegen,

                    0:12:44–0:12:47

                    irgendeinen Kindergarten zu machen, sondern nein, wir treffen uns und wir haben eine Idee.

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                    Und auch von den beiden, als Paar war ganz klar, dass in dem Fall sie die Urinitiatorin

                    0:12:54–0:12:57

                    war, die die Initiative ergriffen hat.

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                    Sie hat die Initiative ergriffen, dass etwas entsteht. Und das ist die Quellperson.

                    0:13:03–0:13:09

                    Und die These dieser Beobachtung des Konzeptes, es gibt in jeder kreativen Initiative

                    0:13:09–0:13:14

                    in unserer Welt lässt es sich auf eine, auf eine Quellperson zurückführen,

                    0:13:15–0:13:20

                    die diese natürliche Rolle einfach in sich trägt, diese natürliche und auch

                    0:13:20–0:13:24

                    energetische Rolle, glaube ich, dass es ist und die,

                    0:13:24–0:13:28

                    und da kommen wir auch später bestimmt noch dazu, dieses kreative Feld aufspannt,

                    0:13:28–0:13:31

                    das da ist und das ist etwas,

                    0:13:31–0:13:34

                    das ist jenseits von irgendwelchen Ideen von,

                    0:13:35–0:13:38

                    Organisationsstrukturen oder Hierarchien oder Rechtsformen oder sonst was.

                    0:13:38–0:13:42

                    Es ist tatsächlich was ganz anderes und es ist auch keine Rolle,

                    0:13:42–0:13:44

                    die jemandem zugeschrieben werden kann.

                    0:13:44–0:13:48

                    Die wird nicht gewählt oder da wird kein soziokratisches Mandat für gegeben.

                    0:13:49–0:13:52

                    Auf der natürlichen Ebene ist es einfach so, wie es ist.

                    0:13:53–0:13:58

                    Franka, du wählst die ganze Zeit, wir sind ja im Zoom. Du möchtest was reinwerfen. Mach mal bitte.

                    0:13:59–0:14:03

                    Genau, ich finde es voll schön. Ich glaube, es wird einen Podcast,

                    0:14:03–0:14:08

                    wo wir einerseits, wie gesagt, dieses Konzept irgendwie erklären wollen und

                    0:14:08–0:14:11

                    gleichzeitig vor allem ganz viel einfach eigene Erfahrungen reinlegen wollen.

                    0:14:12–0:14:18

                    Und deshalb wird es immer so ein bisschen ein Spiel aus, wir erklären das Konzept

                    0:14:18–0:14:22

                    und gleichzeitig teilen wir einfach unsere Erfahrungen und das sind vor allem so Aha-Momente.

                    0:14:23–0:14:27

                    Also es ist auch unsere Erfahrung und auch jetzt in der Begleitung,

                    0:14:27–0:14:31

                    das ist es immer zurückzuführen auf diese eine Person, die es da gibt.

                    0:14:31–0:14:34

                    Und vor allem kriegen wir ein Problem, wenn wir das nicht sehen und das nicht

                    0:14:34–0:14:36

                    würdigen. Und vielleicht können wir da nachher noch hinkommen.

                    0:14:37–0:14:40

                    Und ich möchte noch einen Begriff jetzt droppen. Also wir waren gerade bei der

                    0:14:40–0:14:43

                    Quellperson und die wird auch die globale Quelle genannt.

                    0:14:43–0:14:49

                    Das ist also diese Person, die die Initiative ergreift und was startet und was

                    0:14:49–0:14:52

                    loslegt und die dann andere Menschen anzieht.

                    0:14:53–0:14:58

                    Sie einlädt. Und was dann lustigerweise passiert ist, entsteht eben dieses kreative

                    0:14:58–0:15:02

                    Feld, auf das andere Menschen noch dazukommen, die vielleicht Verantwortung

                    0:15:02–0:15:05

                    übernehmen für Bereiche davon.

                    0:15:05–0:15:10

                    Also spezifische Quelle werden. Und das Wichtige bei dieser Quellperson ist

                    0:15:10–0:15:15

                    jetzt wieder, diese Quellperson ist die Hüterin von diesem kreativen Feld,

                    0:15:15–0:15:16

                    die das aufspannt und aufmacht.

                    0:15:17–0:15:21

                    Und in dieses Feld dürfen Menschen dazukommen, die dann die Werte und die Visionen

                    0:15:21–0:15:25

                    dieser Quellperson und berücksichtigen und dann spezifische Quelle werden und

                    0:15:25–0:15:29

                    auch ganz schön autark sein können mit ihrem Thema oder ihrer Idee.

                    0:15:30–0:15:34

                    Und ich möchte mich zurückerinnern, ich habe dieses Konzept kennengelernt in

                    0:15:34–0:15:37

                    der Ausbildung von Circlewise, in der Verbindungskulturausbildung.

                    0:15:38–0:15:42

                    Und da hatte uns die Elke das so erklärt, dass sie dieses Institut gegründet

                    0:15:42–0:15:45

                    hat und eben diese Urquelle ist.

                    0:15:45–0:15:51

                    Und jetzt konnten dann Menschen dazukommen sozusagen. Da gibt es auf einmal

                    0:15:51–0:15:56

                    eine Familienfreizeit, die angeboten wird in diesem Kontext Circlewise und Verbindungskultur.

                    0:15:57–0:16:02

                    Und die machen aber dieses, die machen, wir spielen dieses Thema völlig alleine.

                    0:16:02–0:16:06

                    Das Einzige, was Elke gemacht hat, sie stand sozusagen außen als Membran und

                    0:16:06–0:16:09

                    hat geschaut, okay, passt das in meinen Kontext rein und will ich das sozusagen

                    0:16:09–0:16:11

                    in diesem Kontext haben?

                    0:16:11–0:16:17

                    Und wenn man da zu einem Jahr kommt, dann die Menschen auch auszustatten mit

                    0:16:17–0:16:20

                    Verantwortung und tatsächlich auch stückweise loszulassen.

                    0:16:20–0:16:23

                    Und wir haben die Situation gerade im Bezilium, dass wir sozusagen von dieser

                    0:16:23–0:16:28

                    Quelle Timo kommen, der ganz viele Menschen dann um sich herum versammelt hat

                    0:16:28–0:16:31

                    und eine Organisation gebildet hat.

                    0:16:31–0:16:36

                    Und diese Organisation, die versucht sich gerade Strukturen zu geben,

                    0:16:36–0:16:37

                    um gut arbeiten zu können.

                    0:16:37–0:16:41

                    Ja, ich glaube, ich würde schon mal einen Schritt weiter gehen noch,

                    0:16:41–0:16:45

                    weil ich glaube, dann kommen wir so ein bisschen ins spannende Konfliktäre,

                    0:16:45–0:16:48

                    weil wir haben diese Quellpersonen, wir haben dann diese Menschen,

                    0:16:48–0:16:54

                    die sie um sich schaut, wir haben irgendwie einen Antrieb und einen energetisierenden Moment, so ja,

                    0:16:55–0:17:00

                    gute Idee, lass das umsetzen und viele Menschen sind versammelt und dann kommen

                    0:17:00–0:17:03

                    wir in diese Org-Entwicklungsstruktur, Aufbau.

                    0:17:04–0:17:10

                    Verantwortungsverteilungsgeschichten, Wie treffen wir Entscheidungen?

                    0:17:10–0:17:11

                    Wer darf überhaupt Entscheidungen treffen?

                    0:17:12–0:17:16

                    Wie sind die Machtstrukturen aufgebaut in dieser Organisation und so weiter?

                    0:17:16–0:17:21

                    Und da würde ich, genau, fängt es an spannend zu werden, finde ich,

                    0:17:21–0:17:25

                    weil dann geht es ja darum, wie kann diese Quelle auch loslassen?

                    0:17:25–0:17:28

                    Wie kann sie sozusagen, um in dem Bild des Körperlichen zu bleiben,

                    0:17:28–0:17:34

                    mit dem du eingestiegen bist, Franka, was wir in unserer Organisationsentwicklungsaufstellung,

                    0:17:35–0:17:37

                    vielleicht um die Zuhörerinnen und Zuhörer noch reinzuholen.

                    0:17:37–0:17:43

                    Wir haben uns als Organisation Mycelium-Kernteam sozusagen aufgestellt,

                    0:17:43–0:17:45

                    aber nicht nur Mycelium-Kernteam,

                    0:17:45–0:17:49

                    sondern tatsächlich Ökosystem mit unserer Quelle und sie ist,

                    0:17:49–0:17:54

                    wie Franka vorhin beschrieben hat, dann von der Mitte und des sozusagen klumpigen

                    0:17:54–0:17:56

                    Leute um sich scharrens,

                    0:17:57–0:18:01

                    dann gewechselt ins Außen und in eine haltende,

                    0:18:01–0:18:05

                    ja also so quasi in einen äußeren Kreis bildende Haltung gegangen.

                    0:18:06–0:18:10

                    Und wie bekommt man diesen Schritt gut hin als Initiative? Was ist dabei wichtig?

                    0:18:11–0:18:15

                    Wie muss auch vielleicht eine Quelle agieren, um da einen Raum aufzuspannen,

                    0:18:15–0:18:18

                    um Verantwortung auch abzugeben und daraus wirklich eine Organisation zu machen

                    0:18:18–0:18:22

                    und einen ganzen See oder einen Fluss oder ein Meer?

                    0:18:22–0:18:26

                    Okay, ich fange einfach mal damit an. Ich glaube, was das Allerwichtigste ist

                    0:18:26–0:18:32

                    mit diesem Konzept, ist, dass wir einfach erkennen, dass wir diese Quelle würdigen.

                    0:18:33–0:18:38

                    In Anführungsstrichen ja, müssen. Also das ist eine besondere Rolle und die

                    0:18:38–0:18:39

                    ist tatsächlich auch nicht einfach.

                    0:18:39–0:18:43

                    Und da kommen wir vielleicht auch gleich noch hin, warum das einfach nicht so simpel ist alles.

                    0:18:44–0:18:52

                    Wir brauchen eine richtig hohe Empfindsamkeit mit dieser Rolle und dürfen die

                    0:18:52–0:18:56

                    wertschätzen und berücksichtigen, weil dann kann sich diese Initiative,

                    0:18:57–0:19:00

                    glaube ich, sehr, sehr kraftvoll und fokussiert auch entwickeln.

                    0:19:00–0:19:04

                    Ansonsten kommen wir zu Problemen und da kommen wir vielleicht gleich einfach hin.

                    0:19:04–0:19:12

                    Und was an dieser Quelle so spannend ist, da geht es um eine gewisse natürliche Ordnung.

                    0:19:12–0:19:18

                    Und die wieder anzuerkennen und anzunehmen, um die geht es bei diesem Konzept.

                    0:19:19–0:19:24

                    Es gibt eine natürliche, wie eine Art natürliche Hierarchie.

                    0:19:24–0:19:28

                    Also wenn wir mal kurz an unseren Familiensystem denken, an Eltern,

                    0:19:28–0:19:36

                    dann sind Eltern die Urquelle oder eben diese Quelle von diesen Kindern und nicht andersherum.

                    0:19:36–0:19:39

                    Und das werden sie auch immer bleiben.

                    0:19:39–0:19:43

                    Und jetzt zum Beispiel, wenn wir das nicht anerkennen und das zum Beispiel leugnen,

                    0:19:43–0:19:47

                    dann führt es automatisch zu Konflikten. Und jetzt habe ich ein ganz simples

                    0:19:47–0:19:49

                    Beispiel genommen, weil wir alle irgendwie Teil von Familie sind.

                    0:19:49–0:19:53

                    Das können wir uns vielleicht so ein bisschen mehr dann spüren, um was es da geht.

                    0:19:53–0:19:57

                    Und bei der Quelle geht es nie darum, Macht über irgendwas zu haben,

                    0:19:58–0:20:00

                    sondern es geht eigentlich darum, eine Kultur zu entwickeln,

                    0:20:01–0:20:04

                    Macht mit zu implementieren in diesem System.

                    0:20:06–0:20:08

                    Und vielleicht können wir uns mal ganz kurz einfach angucken,

                    0:20:09–0:20:15

                    was es für Herausforderungen geben kann für Quellen, weil das dann einfach konkreter wird.

                    0:20:15–0:20:18

                    Es gibt einmal zum Beispiel, also wir nehmen jetzt einfach mal an,

                    0:20:18–0:20:20

                    okay, wir bleiben dabei, es gibt überall eine Urquelle.

                    0:20:21–0:20:24

                    Und jetzt kann es sein, dass unsere Urquelle richtig blind ist.

                    0:20:25–0:20:27

                    Die sagt also die ganze Zeit, ach, wir sind doch alle gleich.

                    0:20:28–0:20:32

                    Wir entscheiden doch einfach alles zusammen und ich habe da doch gar nichts

                    0:20:32–0:20:34

                    mehr zu sagen, sondern macht ihr doch.

                    0:20:35–0:20:38

                    Und das führt meistens dazu, dass diese Initiativen komplett verwässern,

                    0:20:38–0:20:42

                    weil man gar nicht weiß, zu was man sich eigentlich genau anschließt und man

                    0:20:42–0:20:46

                    komplett führungslos da so rumwabert.

                    0:20:48–0:20:53

                    Und was auch noch passieren kann, ist sozusagen, dass es eine andere Seite gibt

                    0:20:53–0:20:57

                    von einer Art Willkür, also einer Quelle, die die ganze Zeit sagt,

                    0:20:57–0:20:59

                    nö, das ist mein Projekt und ich entscheide es.

                    0:20:59–0:21:04

                    Und diese Quelle hat nicht verstanden, dass es nicht um Macht übergeht, sondern um Macht mit.

                    0:21:04–0:21:09

                    Und die verwechselt ganz schön dolle, erstens das, mit was ich eingeleitet habe,

                    0:21:09–0:21:13

                    nämlich diese Haltung, diese ganz andere empfangende und dienende Haltung tatsächlich

                    0:21:13–0:21:16

                    mit ihrem Ego. Und dann gibt es noch eine.

                    0:21:17–0:21:21

                    Die so ein bisschen nachlässig ist zum Beispiel. Also die sagt,

                    0:21:21–0:21:25

                    ich habe da eine Idee, aber irgendwie macht ihr doch mal.

                    0:21:25–0:21:31

                    Das sind ganz oft auch in meiner Erfahrung, vor allem auch ein Thema von uns Frauen im Sinne von,

                    0:21:31–0:21:35

                    wir trauen uns nicht so richtig, diese Quelle zu sein und canceln da so ein

                    0:21:35–0:21:38

                    bisschen rum, weil wir sie irgendwie nicht so richtig uns trauen oder nicht

                    0:21:38–0:21:41

                    mutig genug sind, sie uns wirklich zu nehmen und sich hinzustellen und zu sagen, ja,

                    0:21:42–0:21:46

                    ich bin die Quelle von dieser Initiative und ihr seid hier, weil ich was gestartet

                    0:21:46–0:21:47

                    habe. Das ist nicht so ganz einfach.

                    0:21:48–0:21:52

                    Und was ich jetzt eben merke in der Begleitung, ist, dass irgendwas von diesen

                    0:21:52–0:21:55

                    drei immer so ein bisschen auftaucht und dass sich das nur dann auflöst,

                    0:21:55–0:21:56

                    wenn wir wirklich darüber sprechen.

                    0:21:56–0:22:02

                    Und meistens löst es sich dann in ein absolutes Wohlempfinden aus und ist gar

                    0:22:02–0:22:03

                    nicht wirklich ein Problem.

                    0:22:04–0:22:09

                    Ja, spannend. Also es gibt wie so drei, sag ich mal, Typen von Quellen und der

                    0:22:09–0:22:14

                    Frage des Umgangs damit, wie sie sich verhält und was das dann auch mit einer Organisation macht.

                    0:22:14–0:22:17

                    Stefan, erzähl weiter. Erzähl uns mehr.

                    0:22:17–0:22:20

                    Ja, ich möchte es ergänzen, weil das total gut ist.

                    0:22:20–0:22:24

                    Also das sind quasi die drei Ausprägungen, wo man sagen kann,

                    0:22:24–0:22:26

                    dass die Quelle nicht wirklich in ihrer Kraft steht.

                    0:22:26–0:22:31

                    Und aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie schwierig das tatsächlich ist,

                    0:22:31–0:22:36

                    diese Quellenfunktionen, diese Balance aus diesen Sachen zu sein.

                    0:22:36–0:22:40

                    Einerseits in sich, in seinem Zentrum zu stehen und das anzunehmen und gleichzeitig

                    0:22:40–0:22:45

                    eben nicht in diese Strukturen zu überkippen, so Dinge dominieren zu wollen.

                    0:22:45–0:22:50

                    Und ich kann auch verstehen, warum gerade, ich denke mal schon auch so in unseren

                    0:22:50–0:22:53

                    Kreisen, damit meine ich die sozial-ökologischen Transformationen und auch ein

                    0:22:53–0:22:55

                    bisschen linken Kreisen so vielleicht,

                    0:22:55–0:22:59

                    dass die haben ganz, das stößt auf großen Widerstand, diese Idee,

                    0:22:59–0:23:02

                    weil wir tatsächlich wieder eine natürliche Hierarchie einbauen und sagen, ja,

                    0:23:02–0:23:05

                    es ist post-nicht-hierarchisch sozusagen.

                    0:23:05–0:23:10

                    Und wir haben alle massive Kränkungen erfahren mit Machtstrukturen und mit Hierarchien.

                    0:23:10–0:23:15

                    Und gerade die Quellübertreibung des Tyrants, also der Dominanz,

                    0:23:15–0:23:19

                    die kennen wir allzu gut, weil unsere gesamten Organisationsstrukturen aus dem

                    0:23:19–0:23:20

                    letzten Jahrhundert darauf aufbauen.

                    0:23:22–0:23:28

                    Und eine Gegenübertreibung davon, finde ich, ist eben ganz oft die Ausprägung der Ignoranz.

                    0:23:29–0:23:35

                    Wir wollen unbedingt als Gegenpol zu dieser Kränkung, die wir aus der Dominanz

                    0:23:35–0:23:38

                    erfahren haben, wollen wir alles leugnen.

                    0:23:38–0:23:44

                    Wir wollen jegliche natürliche Erfahrungskompetenz oder eben Quellhierarchie

                    0:23:44–0:23:48

                    leugnen und wollen in der Übertreibung so tun, als wären wir alle genau gleich.

                    0:23:48–0:23:51

                    Und das sorgt in meiner Beobachtung für massive Probleme.

                    0:23:52–0:23:55

                    Und es ist spannend zu sehen, wir haben uns im letzten Jahr ganz viel mit Gemeinschaften

                    0:23:55–0:23:57

                    beschäftigt, weil wir selbst eine gründen wollten.

                    0:23:58–0:24:01

                    Und in den ganzen Gemeinschaftspodcasts ist das ein Megathema,

                    0:24:01–0:24:05

                    auch immer mehr so, weil die sich auch an der Idee von wir sind doch alle ganz

                    0:24:05–0:24:09

                    gleich und wir machen alles Basisdemokratie und wir entscheiden im Konsens so

                    0:24:09–0:24:12

                    abgearbeitet haben, dass sie merken, dass das gar nicht funktioniert.

                    0:24:12–0:24:15

                    Und die beschäftigen sich mit Drang, die beschäftigen sich mit Macht,

                    0:24:16–0:24:19

                    die beschäftigen sich mit Soziokratie und eben auch mit dieser Idee,

                    0:24:20–0:24:22

                    was sind Quellpersonen und was entsteht da für eine natürliche Ordnung.

                    0:24:23–0:24:27

                    Und ich kann, vielleicht machen wir das gleich nochmal danach,

                    0:24:27–0:24:29

                    ich kann eben auch, für mich mein.

                    0:24:30–0:24:33

                    Schönstes Beispiel ist eben dieser Kindergartenwohneperson, Also keiner von

                    0:24:33–0:24:35

                    uns hatte damals Kenntnis von dieser Idee,

                    0:24:35–0:24:39

                    aber die Hauptgründe, die Initiatoren von diesem Kindergarten,

                    0:24:39–0:24:44

                    die stand tatsächlich, sie steht in ihrem Zentrum und die stand so gut,

                    0:24:45–0:24:48

                    sehe ich aus heutiger Perspektive, in dieser natürlichen Ausfüllen dieser Quelle.

                    0:24:48–0:24:51

                    Weil sie hat uns Raum gegeben, sie hat uns eingeladen.

                    0:24:51–0:24:55

                    Und trotzdem war ganz normal klar so, keiner von uns hat rebelliert.

                    0:24:55–0:24:57

                    Keiner von uns wollte Entscheidungen über ihren Kopf hinweg treffen.

                    0:24:57–0:24:59

                    Es gab keinerlei Machtkämpfe.

                    0:24:59–0:25:04

                    Wir haben gemeinsam eine Vision erarbeitet. Den Prozess habe ich irgendwie angeleitet.

                    0:25:04–0:25:09

                    Und wir waren da am Anfang acht Menschen und haben uns die Vision gemeinsam erarbeitet.

                    0:25:09–0:25:14

                    Aber natürlich kam ganz viel von ihr und wir haben zugelegt und angereichert.

                    0:25:14–0:25:18

                    Und am Ende, und das war der große Unterschied zu einigen anderen Visionsprozessen,

                    0:25:18–0:25:19

                    den ich mal gemacht habe mit Teams.

                    0:25:20–0:25:25

                    Am Ende stand davor nicht die unausgesprochene Frage, wir wollen auf jeden Fall

                    0:25:25–0:25:28

                    das zusammen machen, sondern es stand die Frage aus dem Kreis dieser Menschen,

                    0:25:28–0:25:32

                    was finden wir für eine Vision, die wirklich für diesen Kindergarten ist.

                    0:25:33–0:25:37

                    Und die war dann klar und die war erarbeitet. Und danach war die Frage,

                    0:25:37–0:25:41

                    okay, wer will daran teilnehmen und wer nicht? Das war dann die offene Frage.

                    0:25:42–0:25:45

                    Nicht so dieses, oh, wir trauen uns nicht so richtig und wir müssen ja alle

                    0:25:45–0:25:47

                    zusammenbleiben, sondern, und dann haben zwei Personen gesagt,

                    0:25:47–0:25:50

                    hey, ich finde das Konzept, das finde ich cool, aber es ist nicht mehr meins,

                    0:25:50–0:25:54

                    macht ihr das mal und dann waren wir fünf und dann waren wir ein Kernteam,

                    0:25:54–0:25:57

                    was diesen Kindergarten innerhalb von einem halben Jahr auf die Beine gestellt hat.

                    0:25:57–0:26:01

                    Wir haben danach, nach dieser Erklärung, ein Dreivierteljahr gebraucht bis zum

                    0:26:01–0:26:05

                    ersten Kindergartentag und das ist dann die Kraft, die dann entsteht,

                    0:26:05–0:26:07

                    wenn das wirklich funktioniert. Das war.

                    0:26:08–0:26:13

                    Wunderschön einfach. Mega. Genau, Franka, brauche ich gar keine Frage stellen.

                    0:26:13–0:26:16

                    Du weißt schon, was du sagen willst, oder? Dann mach einfach weiter.

                    0:26:16–0:26:21

                    Okay, ja, also was mir da bei dem Beispiel einfach nochmal so klar wird.

                    0:26:23–0:26:25

                    Diese Quellrolle, ich glaube, die wirkt einfach immer.

                    0:26:25–0:26:30

                    Und wir können sie irgendwie ignorieren oder so tun, als gäbe sie nicht oder

                    0:26:30–0:26:31

                    so, sondern aber die ist einfach da.

                    0:26:32–0:26:35

                    Und entweder schaffen wir es, diese Brille mal aufzusetzen und uns das einfach

                    0:26:35–0:26:38

                    mal anzugucken oder wir schaffen es halt nicht und dann ist sie aber trotzdem da.

                    0:26:39–0:26:42

                    Und dann ist es halt sozusagen, dann wirkt die im Untergrund und irgendwie im

                    0:26:42–0:26:43

                    Schatten und dann entfaltet die nicht ihre Kraft.

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                    Und das Verrückte ist an, glaube ich, nochmal zurück zu den Quellpersonen,

                    0:26:49–0:26:53

                    dass, glaube ich, das große Geschenk, das Quellpersonen machen,

                    0:26:53–0:26:55

                    ist neben der Initiative, die sie für diese Welt gründen,

                    0:26:55–0:27:02

                    ist, wenn sie sich ihrer echt auch schwierigen Rolle bewusst werden und sich

                    0:27:02–0:27:04

                    mit dieser Aufgabe auseinandersetzen.

                    0:27:04–0:27:07

                    Und das heißt, sich vor allem mit sich selbst auseinandersetzen.

                    0:27:08–0:27:12

                    Weil wir sind nicht automatisch alle geborene Quellpersonen,

                    0:27:12–0:27:15

                    sondern da gibt es die ganze Zeit irgendwie Sachen, wo wir strugglen,

                    0:27:16–0:27:19

                    mit denen wir gar nicht genau wissen, zum Beispiel das Thema,

                    0:27:19–0:27:24

                    also was wir vorher hatten, diese Schwierigkeiten, die da auftreten können,

                    0:27:24–0:27:26

                    warum wir die Rolle nicht so richtig ausführen und so weiter.

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                    Und das heißt, so eine richtig beherzte Auseinandersetzung mit sich selbst ist

                    0:27:30–0:27:31

                    vor allem, glaube ich, das Wichtige.

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                    Und das ist das, was passiert, wenn ich dieses Konzept in den Projektbegleitungen

                    0:27:36–0:27:41

                    relativ am Anfang schon droppe, weil da was entsteht und was losgeht.

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                    Und das sich dann so richtig auch entfaltet in dem weiteren Fortgehen.

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                    Und wenn wir uns angucken, wir arbeiten ja nicht nur in der Gründungsbegleitung.

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                    Eben als Mycelium, sondern ja auch oft in der Transformation,

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                    das heißt in der Transformation von bestehenden Geschäftsmodellen.

                    0:27:59–0:28:02

                    Das heißt, wir haben da zum Beispiel auch eine Initiative, die es schon viel, viel länger gibt.

                    0:28:02–0:28:05

                    Und dann mal die Frage zu stellen, wer hat eigentlich diese Initiative wirklich gegründet?

                    0:28:06–0:28:09

                    Ist diese Quellperson gerade noch an Bord oder ist die schon längst weg?

                    0:28:09–0:28:12

                    Und hat eigentlich irgendjemand diesen Staffelstab übernommen.

                    0:28:13–0:28:16

                    Und jetzt kommt ein Punkt, wo ich mir nicht ganz sicher bin in dem Konzept.

                    0:28:16–0:28:20

                    Ist sehr klar, dieser Staffelstab muss immer auch weitergereikt werden an eine Person.

                    0:28:21–0:28:24

                    Da fehlt mir noch so ein bisschen die Erfahrung, da muss ich noch rausfinden,

                    0:28:25–0:28:26

                    wie ich tatsächlich dazu stehe.

                    0:28:26–0:28:30

                    Ich glaube, dass es auch möglich ist, dass wenn eine Quellperson rausgeht,

                    0:28:30–0:28:34

                    das nicht dann nur an eine Person wieder übergeben wird, sondern irgendwie in

                    0:28:34–0:28:38

                    der Art Kollektiv, aber auch nur dann, wenn es sehr bewusst passiert.

                    0:28:38–0:28:42

                    Also auch da wieder, wenn zum Beispiel Übergaben halt nicht nur einfach irgendwelche

                    0:28:42–0:28:44

                    Übergaben sind und meistens machen wir noch nicht mal welche,

                    0:28:45–0:28:48

                    sondern wenn das sehr bewusste, vor allem Rituale sind und das ist das,

                    0:28:48–0:28:51

                    wo vor allem dann auch Peter König und die anderen darauf eingehen,

                    0:28:52–0:29:00

                    uns das wirklich ins Bewusstsein zu rufen und sich damit tief zu beschäftigen. Ja, das ist spannend.

                    0:29:00–0:29:05

                    Vielleicht knüpfe ich da ganz kurz mal an, weil ich gerade auch in der Organisation mehr tätig bin,

                    0:29:05–0:29:08

                    gar nicht in unserem Myceliumskontext, ein bisschen anderer Kontext,

                    0:29:09–0:29:14

                    wo, glaube ich, die Quelle dann aus Überlastung nach der Gründung des Projekts

                    0:29:14–0:29:19

                    sozusagen irgendwie rausgegangen ist und zwar ohne eine klare Übergabe.

                    0:29:19–0:29:21

                    Und es war nicht klar, wer die Sache übernimmt.

                    0:29:22–0:29:27

                    Wir haben auch noch nicht mit der Quelltheorie Brille auf die Organisation geblickt.

                    0:29:27–0:29:31

                    Und ich glaube, was da passiert ist, war, dass es eben nicht klar geregelt war,

                    0:29:31–0:29:37

                    dass zwei Leute sich in der Verantwortung gefühlt haben, hier weiter sozusagen

                    0:29:37–0:29:41

                    zu stehen, Verantwortung zu nehmen und auch richtungsweisend für die Organisation

                    0:29:41–0:29:43

                    irgendwo Verantwortung zu übernehmen.

                    0:29:44–0:29:49

                    Und es dadurch dann zu stärkeren Konflikten kam, weil einfach nicht klar war,

                    0:29:49–0:29:53

                    so in welche Richtung gehen wir und man nie einen offiziellen Austausch darüber

                    0:29:53–0:29:56

                    hatte und es waberte die ganze Zeit diese Zerrissenheit.

                    0:29:56–0:30:02

                    Also erst ein Vakuum, das dann gefüllt wurde, unklar, einfach aus der Entwicklung

                    0:30:02–0:30:06

                    heraus und dann waberte dieses an, wo fließen wir denn jetzt lang?

                    0:30:06–0:30:09

                    Weil ich finde das Schöne an diesem Quellbild ist auch, die Quelle kommt aus

                    0:30:09–0:30:12

                    diesem Felsen gesprungen und sie sucht sich erstmal neue Wege.

                    0:30:13–0:30:20

                    Und sozusagen, da kommt mehr Wasser hinterher und das fließt dieser Quelle auch hinterher.

                    0:30:21–0:30:25

                    Sie sucht auch irgendwie diese neuen Wege und hat irgendwie ein Bild davon,

                    0:30:25–0:30:27

                    wo man gemeinsam hinfließen will.

                    0:30:27–0:30:31

                    Und klar, wenn dann Leute sagen, ich sehe es eigentlich nicht,

                    0:30:31–0:30:35

                    ich will nicht den Weg dieser Quelle irgendwie weiterverfolgen,

                    0:30:35–0:30:41

                    es ist nicht mein Weg, dann kann man natürlich auch wieder gehen oder sich andere Flüsse suchen.

                    0:30:42–0:30:44

                    Ich würde da was dazulegen wollen.

                    0:30:45–0:30:52

                    Gerade zu deinem Anfang, da ist eine nicht erfolgte Übergabe gemacht und dann wird es wabbelig so.

                    0:30:52–0:30:55

                    Dann ist irgendwie nicht klar, wo es ist und was dann die Folge ist.

                    0:30:55–0:30:58

                    Und es ist genau das Gleiche, also ob entweder eine Übergabe nicht erfolgt ist

                    0:30:58–0:31:03

                    oder ob die Quelle quasi entweder in der Ignoranz ist, weil sie einfach sowas

                    0:31:03–0:31:09

                    komplett leugnet oder weil sie zu schwach ist, die Rolle auszuführen, dann entstehen Vakuum.

                    0:31:09–0:31:16

                    Und da entsteht, da ist tatsächlich, glaube ich, auf einer ganz natürlich feinen

                    0:31:16–0:31:20

                    und auch energetischen Ebene ist ein Vakuum in dieser Organisation oder in diesem

                    0:31:20–0:31:24

                    Team drin und die Folge von dem sind zum Beispiel Machtkämpfe.

                    0:31:26–0:31:27

                    Hundertprozentig. Und.

                    0:31:29–0:31:32

                    Was ich da noch sehe, ist so, also wenn man mit, ich weiß nicht,

                    0:31:32–0:31:33

                    ob manche sich vielleicht schon

                    0:31:33–0:31:36

                    mit systemischer Organisationsentwicklung beschäftigt haben, ich glaube,

                    0:31:36–0:31:40

                    ich würde das als einen Teil von der systemischen Organisationsentwicklung sehen,

                    0:31:40–0:31:44

                    weil es eben so ein ganzes System sieht und ganz wichtig in der systemischen

                    0:31:44–0:31:48

                    Organisationsentwicklung ist mal auch wieder klar, eines der Metaprinzipien ist,

                    0:31:48–0:31:50

                    die Dinge nicht zu leugnen.

                    0:31:51–0:31:55

                    Und da ist eben zum Beispiel ein Thema von Rang oder von Zeitfolge.

                    0:31:55–0:31:58

                    Es macht, wenn du in ein Projekt reinkommst oder in ein Team,

                    0:31:58–0:32:03

                    es macht einen Unterschied, ob ein Mensch seit drei Wochen da dabei ist oder seit 30 Jahren.

                    0:32:04–0:32:07

                    Und das ist ein systemisches Ordnungsprinzip, nennt sich das.

                    0:32:07–0:32:09

                    Und das ist diese Quellidee auch.

                    0:32:10–0:32:15

                    Und wenn wir die nicht wahrhaben wollen, wenn wir die leugnen aus einer Übertreibung

                    0:32:15–0:32:18

                    der Hierarchielosigkeit, die wir anstreben, und was wir eigentlich wollen,

                    0:32:18–0:32:24

                    ist, wir wollen Machthierarchien abbauen, aufdrukturierte und tyrannische Machthierarchien.

                    0:32:24–0:32:28

                    Und das haben wir alles gemacht. Ich bin da auch ein ganz gebranntes Kind.

                    0:32:28–0:32:30

                    Also zu meinem Hintergrund, ich komme aus der ehemaligen DDR.

                    0:32:31–0:32:35

                    Also ich weiß, was ist, aufzuwachsen in sehr dominanten und tyrannischen Strukturen.

                    0:32:36–0:32:39

                    Und habe dann die ersten Jahre mit verschiedenen Organisationen,

                    0:32:39–0:32:42

                    die wir schön im Kollektiv gegründet haben, damit verbracht,

                    0:32:42–0:32:44

                    ganz flache Dinge zu bauen.

                    0:32:44–0:32:48

                    Unsere Organisationsmodelle waren immer Pfandkuchen, weil auf gar keinen Fall

                    0:32:48–0:32:50

                    auch nur irgendeine Ebene sein durfte.

                    0:32:51–0:32:56

                    Und das funktioniert nicht tatsächlich, weil das leugnet. Es leugnet natürliche Hierarchien.

                    0:32:56–0:32:59

                    Und das ist auch etwas, was ich vor allen Dingen von Frederic Lanou schon gelernt

                    0:32:59–0:33:03

                    habe, ist, dieser große Unterschied zwischen natürlichen Hierarchien.

                    0:33:03–0:33:07

                    Und es macht einen Unterschied, ob jemand in irgendeinem Arbeitsbereich 15 Jahre

                    0:33:07–0:33:09

                    Erfahrung hat oder keine.

                    0:33:10–0:33:16

                    Und es ist blöd, wenn daraus eine fixe Dominanz Machthierarchie gebaut wird,

                    0:33:16–0:33:20

                    aber es ist völlig in Ordnung und das ist ein natürlicher Fluss und wenn wir

                    0:33:20–0:33:23

                    da irgendwie in uns auch gesund sind an diesem Thema wieder,

                    0:33:23–0:33:28

                    dann können wir natürlicherweise führen und folgen. und es ist die ganze Zeit ein Wechselspiel.

                    0:33:28–0:33:31

                    Das habe ich mal von einem Schweizer Unternehmer genannt, der sein ganzes Unternehmen

                    0:33:31–0:33:32

                    auch demokratisiert hat.

                    0:33:32–0:33:35

                    Er hat gesagt, das Wichtigste ist in der Zusammenarbeit, wir lernen und das

                    0:33:35–0:33:40

                    machen wir in unserem Alltag ganz natürlich, wenn wir uns gemeinsam treffen und ein Essen kochen,

                    0:33:40–0:33:44

                    dann entstehen ganz natürliche, wechselnde, ich folge dir mal in dem einen und

                    0:33:44–0:33:48

                    dann folgst du mir und da übernehme ich Führung und da lasse ich mich führen

                    0:33:48–0:33:50

                    und da wollen wir in Organisationen auch hin.

                    0:33:51–0:33:53

                    Und dann kommt das alles absolut in den Fluss.

                    0:33:55–0:33:59

                    Wenn die Quellperson in dieser Rolle, also in diesem systemischen Ordnungsprinzip,

                    0:33:59–0:34:00

                    ich bin eine Quellperson,

                    0:34:00–0:34:04

                    wenn sie da in ihrer Kraft steht und diese Quelle tatsächlich auch ausfüllt

                    0:34:04–0:34:09

                    und eine natürliche, ich hätte jetzt fast Autoritätsperson gesagt,

                    0:34:09–0:34:12

                    da werden viele Schwierigkeiten haben mit dem Griff, im Englischen ist es die

                    0:34:12–0:34:13

                    Authorship, das ist noch besser,

                    0:34:14–0:34:18

                    also die Autorenschaft so ein Stück weit hat.

                    0:34:18–0:34:23

                    Hey, da will ich anknüpfen. Also erstens Autorität aus dem Lateinischen heißt

                    0:34:23–0:34:25

                    vermehren, eigentlich ganz schön.

                    0:34:25–0:34:30

                    Und wir sind gerade wieder bei der Quelle und bei dieser Idee,

                    0:34:30–0:34:31

                    von was für Aufgaben hat die eigentlich.

                    0:34:31–0:34:36

                    Und ich glaube, ich möchte nochmal sozusagen ein bisschen Theory hier reinbringen.

                    0:34:37–0:34:41

                    Und ja, für alle Menschen, die sozusagen vielleicht eben Quellen sind.

                    0:34:42–0:34:45

                    Ja, und auch für den Timo, die Hauptaufgaben.

                    0:34:46–0:34:52

                    Also erstens das Empfangen einer Intuition, einer Idee, einer Vision und die

                    0:34:52–0:34:57

                    Umsetzung durch eine Initiative, also das Einbringen von Energie und vor allem

                    0:34:57–0:35:00

                    das Eingehen von dem ersten Risiko ist die erste Aufgabe.

                    0:35:01–0:35:04

                    Und das heißt, es ist so richtig die Rolle einer Unternehmerin oder eines Unternehmers.

                    0:35:04–0:35:07

                    Deshalb ist es auch einfach für unseren Kontext so wichtig.

                    0:35:07–0:35:11

                    Die zweite Aufgabe ist es, die Initiative auf einen zukünftigen Kontext zu setzen

                    0:35:11–0:35:14

                    und den Kurs richtig festzulegen, also zu führen.

                    0:35:14–0:35:19

                    Die dritte Aufgabe ist es, auf diesen Rahmen zu achten, das heißt auf den Rahmen

                    0:35:19–0:35:21

                    von Werten und Visionen.

                    0:35:21–0:35:26

                    Das heißt, es ist so eine Hütungsrolle und das meinte ich auch vorher mit diesem

                    0:35:26–0:35:35

                    membranartigen Sein einer Quelle, die eben dieses Feld, das sie kreiert hat,

                    0:35:35–0:35:39

                    auch stückweise tatsächlich irgendwie bewacht und schützt und sich eben genau

                    0:35:39–0:35:42

                    überlegt, was da reinpasst und was da vielleicht auch nicht reinpasst.

                    0:35:42–0:35:48

                    Das heißt, die hat diese Hütefunktion im Außen.

                    0:35:49–0:35:53

                    Und eben das Zweite, also wieder zurück zum zweiten Punkt, die Idee nach innen

                    0:35:53–0:35:58

                    wirken, indem ich einen Kontext vorgebe und auch einen Kurs festlege,

                    0:35:58–0:36:02

                    wo wir hinwollen. Ja, das ist so der Anfang. Und dann?

                    0:36:06–0:36:11

                    Also ich habe jetzt einen Punkt vergessen, also den ich sehe und das ist die

                    0:36:11–0:36:16

                    Idee quasi, auf Englisch vom Tom Nixon heißt es, share the creative field with specific sources.

                    0:36:17–0:36:20

                    Also wir erzeugen das kreative Feld und wir laden Menschen ein,

                    0:36:20–0:36:26

                    selber in die spezifischen Rollen zu kommen, die dann in ihren Bereich quasi

                    0:36:26–0:36:28

                    dadurch zu einer globalen Quelle für ihren Bereich werden.

                    0:36:30–0:36:34

                    Und je nachdem, wie groß meine Initiativen Unternehmung wird,

                    0:36:34–0:36:38

                    gibt es dadurch quasi vernästete Unterstrukturen, sogenannte Holachien,

                    0:36:38–0:36:43

                    wo das Ganze ein Teil eines nächsthöheren Ganzen ist oder eines nächstumfasseren

                    0:36:43–0:36:48

                    Ganzen ist und das ist eine typische Struktur, wie so dieses kreative Feld aussieht.

                    0:36:49–0:36:55

                    Und das eine, was ich mit dem guarding the edges heißt das im Englischen,

                    0:36:55–0:37:00

                    also tatsächlich diese diese Schutz- und Hütungsfunktion, was gehört in dieses

                    0:37:00–0:37:02

                    aufgespannte, kreative Feld rein oder nicht.

                    0:37:02–0:37:05

                    Und ich kann mich da erinnern, ich habe das mal, und da waren wir alle noch

                    0:37:05–0:37:07

                    ganz unbewusst in dem Thema, ich habe das früher von Timo gelernt,

                    0:37:07–0:37:13

                    als wir die Gemeinschaft für das Franzwerk initiiert haben und Menschen inspiriert

                    0:37:13–0:37:18

                    haben, uns diesem solidarischen Arbeits-Zuhause anzuschließen,

                    0:37:18–0:37:21

                    einen Ort zu schaffen für sozial-ökologische Transformation.

                    0:37:22–0:37:26

                    Und er irgendwann auch gesagt hat, hey, deine Rolle als Unternehmerpersönlichkeit

                    0:37:26–0:37:29

                    für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ist, auch die Gemeinschaft zu schützen.

                    0:37:31–0:37:35

                    Auf Ebene von, hey, da kommen irgendwie Menschen rein, die da irgendwie zufällig

                    0:37:35–0:37:38

                    dazukommen, die aber überhaupt nicht zu unserem Werteraum passen und überhaupt

                    0:37:38–0:37:39

                    nicht zu unserer Mission passen.

                    0:37:39–0:37:44

                    Und auch das ist in vielen Kreisen eine ganz schwierige Nummer. Und ich verstehe das.

                    0:37:44–0:37:48

                    Wir wollen eine Willkommenskultur leben. Wir wollen Menschen nicht ausschließen.

                    0:37:48–0:37:50

                    Wir brauchen eine sehr integrative Gesellschaft.

                    0:37:51–0:37:56

                    Wir haben wahnsinnig viele Kränkungen an dieser Stelle, weil überall Diskriminierung

                    0:37:56–0:37:57

                    ist und Menschen ausgeschlossen werden.

                    0:37:57–0:38:02

                    Aber wenn ich ein Angebot schaffe für eine Organisation, für eine Unternehmung

                    0:38:02–0:38:06

                    als Quelle, dann habe ich nicht die Aufgabe, und die ist viel zu groß,

                    0:38:06–0:38:09

                    eine gesamtgesellschaftliche Integrationsrolle zu machen.

                    0:38:10–0:38:17

                    Sondern ich mache ein Angebot und ich habe dafür einen Werteraum und auch gewisse Vorstellungen.

                    0:38:17–0:38:21

                    Und wenn da Menschen reinkommen würden, die das massiv verletzen, dann ist,

                    0:38:22–0:38:24

                    also sonst haben wir auch nie eine Gemeinschaft, also tatsächlich auch wieder

                    0:38:24–0:38:27

                    das krasse, wenn ich sage, es geht um Gemeinschaft,

                    0:38:27–0:38:32

                    dann ist per Definition gibt es ein drinnen und ein draußen und auch dafür,

                    0:38:32–0:38:36

                    das darf man auch nicht leugnen und deswegen haben auch zum Beispiel,

                    0:38:36–0:38:39

                    da können wir viel von wirklich Lebensgemeinschaften nennen,

                    0:38:39–0:38:42

                    von Lernen von Ökodörfern, wie sie mir nennen, deswegen haben die Aufnahme- und,

                    0:38:43–0:38:46

                    Anbahnungsprozesse, die ein oder zwei Jahre dauern und wo man Schritt für Schritt

                    0:38:46–0:38:50

                    für Schritt für Schritt da dazukommt und reinkommt, bevor man wirklich ganz

                    0:38:50–0:38:51

                    drin ist in dieser Gemeinschaft.

                    0:38:51–0:38:56

                    Und das ist die Funktion, den Werteraum, den die aufspannen und so,

                    0:38:56–0:38:58

                    wie die miteinander leben wollen, tatsächlich zu schützen.

                    0:38:58–0:39:00

                    Und das ist für mich wichtig und vor allen Dingen okay.

                    0:39:02–0:39:08

                    Wichtige Quellpersonaufgabe. Und es wird, also kurz, es wird unweigerlich zu Konflikten führen.

                    0:39:08–0:39:12

                    Also jetzt nehmen wir an, im Mycelium arbeiten wir sehr selbstorganisiert und

                    0:39:12–0:39:14

                    irgendjemand, also das ist ein gutes Beispiel dafür,

                    0:39:14–0:39:18

                    die Land- und Handlungsgemeinschaft LOAG oder auch das Hub, das ist nicht von

                    0:39:18–0:39:19

                    Timo entstanden, das hat nicht der gemacht,

                    0:39:19–0:39:24

                    sondern das haben Menschen gemacht, die selbst die Initiative ergriffen haben,

                    0:39:24–0:39:27

                    die dieses Programm komplett selbstständig entwickelt haben und dies in dem

                    0:39:27–0:39:30

                    Werteraum, im kreativen Feld vom Mycelium einfach umgesetzt haben.

                    0:39:31–0:39:34

                    Und Timo stand eigentlich nur da und hat da eigentlich gar nichts mit zu tun

                    0:39:34–0:39:36

                    gehabt, außer dass er sich gefreut hat, dass er das gemacht hat.

                    0:39:37–0:39:40

                    Und das hat deswegen funktioniert, weil die Menschen im gleichen Werteraum sind.

                    0:39:40–0:39:43

                    Und der Timo hat ganz sicher, nicht bewusst, aber unbewusst,

                    0:39:43–0:39:48

                    innerlich abgewegt, passt das zu meinen Werten und zu meiner Vision fürs Mycelium.

                    0:39:48–0:39:50

                    Und da das so war, hat er keinen Widerstand gehabt.

                    0:39:50–0:39:54

                    Wenn ich da jetzt aber anfange, irgendwas reinzulegen und sage,

                    0:39:54–0:39:58

                    oh, ich mache jetzt im Mycelium das und ich fange an, ein Projekt zu machen,

                    0:39:58–0:40:01

                    wo ich, mir fällt gerade nichts ein, wo ich halt irgendwas mache,

                    0:40:01–0:40:03

                    was völlig der Idee vom Mycena widerspricht,

                    0:40:04–0:40:06

                    dann wird der Timo innerlich anfangen zu rebellieren.

                    0:40:06–0:40:10

                    Und es wird nicht funktionieren, weil es nicht in den Werteraum passt.

                    0:40:10–0:40:12

                    Also werden auch andere Mycena anfangen zu rebellieren, aber vor allen Dingen

                    0:40:12–0:40:14

                    eher. Und dann wird man in den Konflikt kommen.

                    0:40:16–0:40:20

                    Und da wird es dann am Ende eine klare, tatsächlich eine Ansage geben.

                    0:40:20–0:40:22

                    Und da kommen wir mit Bottom-Up und Top-Down zusammen.

                    0:40:23–0:40:26

                    Man wird innerhalb von diesem kreativen Feld nichts machen können,

                    0:40:26–0:40:29

                    was dem diametral diesem Quellperson gegenübersteht.

                    0:40:30–0:40:32

                    Das wird nie funktionieren. Und das ist gut so.

                    0:40:36–0:40:41

                    Ja, mega. Ich würde gerne noch einen Begriff daneben legen, um die Common-Szene

                    0:40:41–0:40:42

                    hier auch nochmal zu würdigen.

                    0:40:42–0:40:46

                    Die Muster des Commoning, die nennen das Heterarchie.

                    0:40:47–0:40:52

                    Also ein Miteinander, wie ihr es auch sozusagen vorgestellt habt.

                    0:40:52–0:40:57

                    Ein gegenseitiges Führen und Folgen, was sozusagen in der Wechselbewegung passiert.

                    0:41:00–0:41:06

                    Aber trotzdem auf einer gleichberechtigten Augenhöhe. Also auch wir können unserer

                    0:41:06–0:41:09

                    Quelle, unserem Timo irgendwie Ansagen machen und sagen, ja,

                    0:41:10–0:41:11

                    und hier musst du jetzt loslassen.

                    0:41:11–0:41:15

                    Das ist jetzt mein Stiefel, bitte lass mich da los.

                    0:41:16–0:41:21

                    Ich diskutiere es gerne mit dir aus, aber ich will auch spezifische Quelle werden

                    0:41:21–0:41:22

                    für eine bestimmte Sache.

                    0:41:22–0:41:28

                    Und ich glaube, das ist ein wichtiger Aushandlungsprozess, den auch so eine

                    0:41:28–0:41:34

                    Organisation durchmachen muss, um eben auch der Quelle ihren richtigen Platz

                    0:41:34–0:41:36

                    zuzuweisen, sozusagen.

                    0:41:36–0:41:40

                    Ich glaube, da würde ich gerne nochmal anschließen, einfach auch nochmal mit

                    0:41:40–0:41:44

                    den Wörtern aus diesem Konzept, um euch auch damit richtig auszustatten heute.

                    0:41:45–0:41:53

                    Es gibt zwei Prinzipien, die Peter König eben für die Quellarbeit eigentlich so gedroppt hat.

                    0:41:53–0:41:56

                    Das ist einmal auch das Äquivalenzprinzip und das ist das, was du auch,

                    0:41:57–0:42:00

                    Hanna, gerade eben angesprochen hast. Da geht es um eine Gleichwürdigkeit.

                    0:42:00–0:42:06

                    Das bedeutet, man ist in der Lage, jeder Mensch in diesem Feld eine spezifische Quelle auch zu werden.

                    0:42:07–0:42:11

                    Und so eben hat jeder in diesem Feld die Möglichkeit der Einflussnahme.

                    0:42:13–0:42:18

                    Und dann gibt es noch ein Prinzip, das nennt sich Primatsprinzip.

                    0:42:18–0:42:24

                    Das bedeutet eben, dass diese Quelle vor allem in ihrer Einzigartigkeit,

                    0:42:24–0:42:29

                    in dieser Einzigartigkeit dieser Rolle anerkannt wird und sich wirklich mit

                    0:42:29–0:42:33

                    dieser Rolle in den Dienst des Projektes stellt. Das ist was richtig, richtig Wichtiges.

                    0:42:34–0:42:37

                    Und jetzt kann man irgendwie meinen, so hä, widerspricht sich da nicht irgendwie

                    0:42:37–0:42:40

                    was? Und ich glaube, es tut sich eigentlich nicht und gleichzeitig hängt es

                    0:42:40–0:42:41

                    an verschiedenen Faktoren.

                    0:42:42–0:42:47

                    Nämlich einmal, naja, wie ist so der Umgang mit dieser Rolle,

                    0:42:47–0:42:52

                    also von der Quellperson und gleichzeitig auch, wie ist eigentlich die Kultur in dieser Gruppe?

                    0:42:52–0:42:55

                    Und da kommen wir vielleicht auch nochmal zurück zu diesem Thema Verbindungskultur,

                    0:42:55–0:42:56

                    warum mir das so wichtig ist.

                    0:42:57–0:43:03

                    Das ganze Ding kann nicht funktionieren, wenn wir zwar unsere Quellkonzepte

                    0:43:03–0:43:06

                    irgendwie versuchen umzusetzen, aber sozusagen nicht das Miteinander,

                    0:43:06–0:43:13

                    also das Wie gehen wir als Kollektiv, als Organisation oder als Initiative mit

                    0:43:13–0:43:16

                    gewissen Themen um und natürlich braucht es das eine und es braucht das andere.

                    0:43:16–0:43:23

                    Und da gibt uns nicht das Quellkonzept sozusagen die ausreichenden Werkzeuge

                    0:43:23–0:43:26

                    oder so, sondern da braucht es natürlich was noch parallel dazu.

                    0:43:26–0:43:31

                    Ja, mega. Ich glaube, wir sind schon fast am Ende dieser Podcast-Aufnahme und

                    0:43:31–0:43:35

                    ich würde auf jeden Fall unseren Zuhörenden sagen,

                    0:43:35–0:43:38

                    dass wir da nochmal eine zweite Folge zu machen, wo wir nochmal tiefer in die

                    0:43:38–0:43:42

                    Theorie einsteigen und sozusagen nochmal detaillierter werden und nochmal mehr

                    0:43:42–0:43:47

                    Wissen und dadurch auch Handwerkszeug sozusagen euch in die Hände geben wollen.

                    0:43:47–0:43:55

                    Jetzt am Schluss würde ich nochmal einladen zu einer kleinen Reflektionsanregung

                    0:43:55–0:43:59

                    eigentlich, die wir nach außen schicken wollen, wo wir unseren Projekten,

                    0:43:59–0:44:04

                    unseren Initiativen und unseren Quellen da draußen, die wir so gerne begleiten

                    0:44:04–0:44:08

                    und denen wir gerne auch helfen wollen,

                    0:44:09–0:44:15

                    ihre Rolle zu finden, damit diese ganzen tollen Projekte, die wir hier mit Celium Ökosystem haben,

                    0:44:15–0:44:19

                    die da entstehen, dass die sich auch richtig entfalten können und zu stabilen

                    0:44:19–0:44:24

                    Organisationen bestenfalls mit wenigen großen Konflikten werden.

                    0:44:25–0:44:30

                    Genau, Franka, da hast du ein paar Reflexionsfragen sozusagen mitgebracht,

                    0:44:30–0:44:33

                    wo man irgendwie rausfinden kann, bin ich eine Quelle, ist das mein Platz in

                    0:44:33–0:44:37

                    der Organisation, was ist mein Platz, wie fülle ich meine Rolle gut aus?

                    0:44:39–0:44:43

                    Ja, genau, ich hatte mir das gewünscht irgendwie als Ende, um,

                    0:44:44–0:44:47

                    euch HörerInnen irgendwie noch mal mit auf diesen Weg zu geben,

                    0:44:47–0:44:51

                    neben diesem Konzept, das wir jetzt einfach mal hier kurz in einer Stunde ein

                    0:44:51–0:44:54

                    bisschen haben fallen lassen und sicher noch gar nicht ausreichend behandelt

                    0:44:54–0:44:56

                    haben, aber es ist wie gesagt ein Anfang,

                    0:44:57–0:45:01

                    und ich freue mich auf einen nächsten Teil und ich freue mich vor allem auch,

                    0:45:01–0:45:07

                    wenn die Möglichkeit entsteht, dass sozusagen ein Austausch darüber stattfindet

                    0:45:07–0:45:10

                    Und für diesen Austausch möchte ich euch einfach ein paar Fragen mitgeben.

                    0:45:10–0:45:15

                    Und die erste wäre, wo in deinem Leben bist du eigentlich Quelle?

                    0:45:16–0:45:21

                    Also hast du ein kreatives Feld oder eben eine Initiative oder ein Projekt gestartet,

                    0:45:21–0:45:25

                    wo du ganz klar spürst, da warst du eigentlich die Quelle oder bist es vielleicht eben immer noch?

                    0:45:27–0:45:31

                    Und wie erlebst du dich eigentlich da? Was ist eigentlich das Wasser,

                    0:45:31–0:45:33

                    das durch dich durchströmt?

                    0:45:34–0:45:38

                    Und dann hatten wir diese andere Rolle heute auch schon mehrmals erwähnt.

                    0:45:38–0:45:42

                    Wo bist du vielleicht spezifische Quelle innerhalb eines größeren Feldes?

                    0:45:43–0:45:47

                    Und dann gibt es noch was, was wir noch gar nicht so richtig beleuchtet haben

                    0:45:47–0:45:50

                    heute. Wo bist du vielleicht einfach unterstützend dabei?

                    0:45:51–0:45:55

                    Und wer könnte hier eigentlich die Quelle sein? Genau, ich glaube,

                    0:45:56–0:46:00

                    die Fragen möchten wir euch jetzt auf den Weg mitgeben.

                    0:46:00–0:46:02

                    Und vielleicht können wir abschließen mit dem Bild. Wir haben vorher angefangen

                    0:46:02–0:46:05

                    mit einer Wasserquelle, die sprudelt.

                    0:46:05–0:46:08

                    Und vielleicht können wir noch mal ein bisschen da reingehen in dieses,

                    0:46:08–0:46:11

                    was braucht eigentlich eine Quelle, um so richtig zu sprudeln?

                    0:46:11–0:46:14

                    Oder was hindert die Quelle vielleicht auch am Sprudeln?

                    0:46:16–0:46:18

                    Das waren zumindest auch zwei Fragen, die mich sehr bewegt haben.

                    0:46:19–0:46:24

                    Und die für uns rückblickend auf unsere Franzwerkzeit auch eine richtig große Rolle gespielt haben.

                    0:46:25–0:46:28

                    Und vielleicht starten wir damit beim nächsten Mal als Einleitung.

                    0:46:29–0:46:34

                    Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Und jetzt geben wir sozusagen an euch

                    0:46:34–0:46:38

                    ab, ins Mycelium-Ökosystem-Orbit, hier mal in die Reflexion zu gehen.

                    0:46:39–0:46:45

                    Ihr könnt uns auch gerne Rückmeldungen schicken über unsere Kanäle der Öffentlichkeit.

                    0:46:46–0:46:49

                    Ihr könnt auch gerne Mitglied in unserem Verein werden und uns näher rücken.

                    0:46:49–0:46:54

                    Die Vereinsgelder werden jetzt auch dazu genutzt, um diesen Podcast mitzufinanzieren.

                    0:46:54–0:46:59

                    Geht dafür einfach noch auf mycelium-ev.com.

                    0:46:59–0:47:03

                    Bald wird es eine neue Homepage geben. So Ende des Jahres, da sitzen Stefan

                    0:47:03–0:47:07

                    und Franke auch dran. Auch eins der kleinen Nebenprojekte, für die sie Quelle sind.

                    0:47:08–0:47:12

                    Oder wer ist eigentlich die Quelle davon? Stefan oder Franke? Es gibt ja nur eine.

                    0:47:12–0:47:15

                    Egal, das diskutieren wir jetzt nicht mehr aus. Auf jeden Fall freue ich mich,

                    0:47:15–0:47:19

                    dass es bald eine neue Homepage gibt. Aber solange es diese noch nicht gibt,

                    0:47:19–0:47:21

                    könnt ihr Mitglied werden mit

                    0:47:21–0:47:27

                    selium-ev.com und damit auch Mitglied in der Podcast-Gemeinschaft werden.

                    0:47:27–0:47:32

                    Das würde uns sehr freuen, weil wir euch gerne bereichern mit Wissen und Erfahrungen

                    0:47:32–0:47:35

                    aus unserem Ökosystem. Vielen Dank fürs Zuhören.

                    0:47:35–0:47:37

                    Vielen Dank, Franka und Stefan, dass ihr da wart.

                    0:47:38–0:47:41

                    Ich freue mich schon auf die nächste Folge zur Quelltheorie,

                    0:47:41–0:47:45

                    die wir dann mit der Frage starten, die du gerade in den Raum gelegt hast.

                    0:47:45–0:47:49

                    Vielen Dank fürs Zuhören und tschüss. Tschüss. Danke viel.

                    The post MP087 – Einführung in die Quelltheorie (1/2) appeared first on MYZELIUM.

                    48 min
                  • MP086 - Myzelium Pilztreffen

                    • Hannah Heller

                        In dieser Folge spreche ich mit Celina von collect-moments und Tine von Heimat 3.0, zwei Projekten in unserem Ökosystem, über das Pilztreffen. Dieses Treffen fand am 28.10. im Wandelwinkel in Mühlheim statt und war ein bewegender Begegnungsort zwischen den vielen Pilzen in unserem Ökosystem. Wir haben dort geteilt, was sich im Ökosystem gerade neues entwickelt und das gefeiert, was schon gewachsen ist, wie z.B. der neue Ökosystem Verein. Hört rein, wenn ihr mehr erfahren wollt.

                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                        Transkription
                        0:00:00–0:00:03

                        Ich bin hier heute beim Mycelium-Pilz-Treffen und ganz froh,

                        0:00:03–0:00:09

                        mich mit mehr Gleichgesinnten zu verbünden und auch zu gucken und aufzudecken,

                        0:00:09–0:00:13

                        was tut sich so im System und wie können wir vielleicht auch nochmal ganz anders träumen.

                        0:00:14–0:00:17

                        Und eine Sache, die ich für mich heute mitnehme, ist nochmal die Frage,

                        0:00:17–0:00:19

                        wie können wir auch Menschen erreichen,

                        0:00:19–0:00:23

                        bei denen es irgendwelche Barrieren gibt, warum sie noch nicht teilwerden können

                        0:00:23–0:00:28

                        vom Mycelium oder vom gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften Und was können wir

                        0:00:28–0:00:33

                        eigentlich da tun und unsere Narrative und unsere Sprache ändern,

                        0:00:34–0:00:38

                        um diesen Menschen auch zu gönn zu geben, zu dem, was wir so tun.

                        0:00:41–0:00:44

                        Herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast des Myceliums.

                        0:00:45–0:00:50

                        Ich freue mich sehr, heute zwei Gäste da zu haben, nämlich Selina.

                        0:00:50–0:00:52

                        Schön, dass du da bist. Hallo.

                        0:00:54–0:01:00

                        Und die Tine. Freut mich. Hallo. Das sind beides Menschen.

                        0:01:00–0:01:03

                        Ihr seid beide Menschen, die mit Projekten hier bei Mycelium dabei seid.

                        0:01:04–0:01:10

                        Und ihr wart auch dabei bei unserem Pilztreffen, was erst vor einer Woche passiert ist.

                        0:01:10–0:01:15

                        Mir kommt es schon viel länger hervor, aber meine Woche war auch irgendwie sehr voll seitdem.

                        0:01:16–0:01:19

                        Genau, es ist aber erst eine Woche her und ich will mit euch einfach ein bisschen

                        0:01:19–0:01:23

                        darüber reden, was dort alles passiert ist, was wir dort erlebt haben gemeinsam,

                        0:01:23–0:01:27

                        um auch die Menschen, die uns gerade zuhören, aus unserem Mycelium-Ökosystem

                        0:01:27–0:01:29

                        ein bisschen dazu einzuladen,

                        0:01:30–0:01:33

                        Teil dieser Reise zu werden oder zumindest einen Eindruck zu bekommen,

                        0:01:33–0:01:38

                        was da für eine Reise passiert ist mit unserem Team.

                        0:01:38–0:01:42

                        Also das Mycelium-Team war komplett dort oder das Kernteam, wir neun,

                        0:01:42–0:01:44

                        die wir jetzt mittlerweile sind.

                        0:01:45–0:01:50

                        Und Projekte waren dort. Wir waren so etwa 40 Menschen, glaube ich.

                        0:01:51–0:01:55

                        Und es war auf jeden Fall ein super intensiver Tag, den wir da in Mühlheim im

                        0:01:55–0:01:57

                        Wandelwinkel verbracht haben.

                        0:01:57–0:02:03

                        Ich würde mal anfangen und einfach mal anfangen, mit dem wir dort auch angefangen

                        0:02:03–0:02:08

                        haben, nämlich mit einer Vorstellungsrunde, wo einfach alle Menschen,

                        0:02:08–0:02:10

                        die in dem Raum waren, wir waren in einem großen Kreis gesessen,

                        0:02:10–0:02:11

                        im Wandelwinkel in Mühlheim.

                        0:02:12–0:02:14

                        Es war sehr cool, dass wir dort sein durften.

                        0:02:15–0:02:18

                        Und genau, wir haben so ein bisschen angefangen mit…

                        0:02:19–0:02:24

                        Mit der Erzählung des Myzeliums, wo wir versuchen, ein bisschen mehr zu verstehen,

                        0:02:24–0:02:27

                        wer sind wir eigentlich, was ist das Myzelium, wo wollen wir hin,

                        0:02:27–0:02:31

                        was ist unsere Vision und was ist auch unser Selbstverständnis.

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                        Da haben wir einen kleinen Impuls reingegeben in den Raum, den ich jetzt hier

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                        gerne auch kurz teilen würde, nämlich dieses Gemeinsame des Ökosystems,

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                        des Myzelium-Ökosystems.

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                        Wir haben die Menschen dort vor Ort eingeladen, einzutauchen mit uns in den Wald.

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                        Und das hat so schön gepasst, weil der Wandelwinkel, das obere Stockwerk sieht

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                        ein bisschen aus wie so ein Baumhaus mit braunen Tönen. Wenn man rausschaut, sieht man die Bäume.

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                        Und da wir uns ja als Pilzgeflecht verstehen, hat es ganz gut gepasst.

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                        Und wir haben angefangen mit dem, was uns verbindet und mit den Worten,

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                        die auch bald auf unserer Homepage erscheinen sollen, wenn sie dann fertig ist.

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                        Nämlich uns verbindet der Wunsch nach Veränderung, nach einer Wirtschaft,

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                        die auf Beziehungen basiert und dem Leben dienlich ist.

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                        Nach Menschen, die dafür Verantwortung übernehmen. Und mit diesen Menschen,

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                        die eben dafür mit uns gemeinsam Verantwortung übernehmen, waren wir in einem

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                        Raum und haben erst mal gefragt, naja, wer seid ihr?

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                        Wo kommt ihr her? Und was verbindet euch mit dem Ökosystem?

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                        Und die Frage gebe ich jetzt auch erst mal hier an meine beiden Gästinnen.

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                        Dann erzählt doch ihr mal gerne auch, also was ihr dort vielleicht geteilt habt,

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                        aber auch gerne, was ihr jetzt teilen wollt.

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                        Jetzt haben wir ja mehr Zeit, jetzt sind wir keine 40 Leute, sondern nur drei.

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                        Und genau, ich muss euch nicht abwürgen, dass ihr auf den Punkt kommt,

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                        sondern ihr dürft jetzt einfach mal ein bisschen erzählen, wer ihr seid,

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                        was ihr macht und genau, wie ihr mit dem Ökosystem verbunden seid.

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                        Wir starten mal mit Selina.

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                        Ja, danke, Hanna. Ich konnte gerade irgendwie nochmal richtig eintauchen.

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                        Als du gesprochen hast. Ja, und genau, ich bin Selina.

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                        Bin mit dem Mycelium-Ökosystem so in Kontakt seit Februar bin ich,

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                        sind wir oder März in enger Begleitung und genau, wir haben hier ein Projekt in Dreieich,

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                        Nähe Frankfurt ist es.

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                        Es ist quasi ein Raum, beziehungsweise eigentlich, ja, es war ein Spielwarenladen.

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                        Ich sage jetzt wahr, weil der Raum momentan gerade tatsächlich leer ist,

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                        aber so begann eigentlich alles, ja, mit dem Spielwarenladen hier vor Ort.

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                        Und der, der mich, der uns gerufen hat, der ist im Unternehmen von meinem Vater,

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                        die Filiale und ja, so angebunden an eine, ja, in so einer Einkaufsstraße,

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                        wo schon echt viel, viel Leerstand momentan ist.

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                        Und genau, es sind fast 300 Quadratmeter und dieser Ort, ja,

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                        der hat gerufen nach Wandel, wirklich das Thema Spielen nochmal aufzugreifen.

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                        Was bedeutet es eigentlich wirklich?

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                        Nämlich bestimmt viel mehr als einfach rein raus zu gehen und Dinge zu kaufen.

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                        Ja, und das Ganze natürlich auch in einer anderen Form zu wirtschaften.

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                        Ja, da haben wir auch gespürt, da braucht es was Neues und irgendwie anders.

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                        Seitdem sind wir da jetzt eigentlich auf einer Reise zu experimentieren, neue Räume zu öffnen.

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                        Zwischenzeitlich war auch der Spielbahnladen da und vorne Begegnungsfläche,

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                        hinten die Räume, wurden schon genutzt für Workshops.

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                        Ja, aber der Raum möchte irgendwie nochmal auch jetzt auch ein bisschen renoviert

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                        werden. Und ja, wir schauen jetzt gerade, wie es weitergeht.

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                        Also es ist ganz viel, ganz viel im Umbruch und Wandel gewesen jetzt so in den letzten Monaten.

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                        Ja, auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen überall. Also es hat eigentlich

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                        ganz viel, ganz viel ausgelöst.

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                        Das könnte man jetzt gar nicht so schnell in der Kürze runterbrechen.

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                        Genau, aber da werden wir ganz

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                        toll vom Museum Ökosystem begleitet von Franka und Sarah. Die Reise ist,

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                        Noch längst nicht zu Ende. Ja, vielen Dank.

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                        Genau, Transformation. Ich finde es schön, weil bei dir hört man raus,

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                        dass dieses Thema der Begleitung vom Mycelium eben schon auch darüber hinausgeht,

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                        dass wir irgendwie jetzt nur die Finanzierung umstellen,

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                        sondern wirklich auch nochmal hinterfragen, was ist eigentlich das,

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                        was wir wirklich in diese Welt bringen wollen.

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                        Und da ist es natürlich cool, dass du die Freiheit hast, so eine große Fläche

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                        auch gestalten zu können und da dann nochmal wirklich in die Tiefe zu gehen,

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                        was denn dort entstehen kann.

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                        Und wenn es soweit ist, können wir mal eine extra Folge machen zu Collect Moments

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                        und was dort bei euch passiert oder passieren wird.

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                        Da lade ich dich dann nochmal extra ein.

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                        Jetzt gehen wir erstmal rüber zu Tine und genau, selbe Frage an dich.

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                        Wer bist du, wo kommst du her und wie bist du mit uns, mit dem Ökosystem verbunden?

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                        Ja, ich bin Tine. Ich habe das Heimat 3.0 in Laar. Das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Münster.

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                        Ich habe einen Bruchteil von der Fläche, die Selina zur Verfügung hat,

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                        habe ich gerade so gedacht.

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                        Also das ist ein ganz kleines, schnuckiges Ladenlokal hier direkt im Ortskern.

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                        Und dieser Laden ist zum einen Laden, also man kann da selbstgemachte Dinge

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                        kaufen. Dieser Laden ist auch Kaffee, ist auch ein Ort, wo Platz für Ideen und Vorhaben ist.

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                        Und so ist Heimat 3.0 auch entstanden, dass wir nämlich irgendwie mit vielen

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                        Menschen gesagt haben, hier ist es total schön im Ort, was fehlt uns noch,

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                        was wünschen wir uns noch?

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                        Und wir dann irgendwann an dem Punkt waren zu sagen, ja, dann müssen wir das wohl selber schaffen.

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                        Und es wurde total gut angenommen und ich bin dann,

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                        nachdem es uns schon so ein oder anderthalb Jahre gab, aufs Mycelium gestoßen

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                        und hatte Kontakt mit Timo und habe da wirklich gemerkt, dass so diese Idee

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                        oder das, was das Mycelium noch reingebracht hat,

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                        uns nochmal total zurückgeführt hat zu dieser Grundidee von Heimat 3.0,

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                        nämlich dass es eben nicht nur ein Café sein soll,

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                        sondern dass es einfach ein Raum für Begegnung sein soll und ein Ort sein soll,

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                        wo einfach Menschen zusammenkommen, wo Raum für ganz vieles ist.

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                        Und das hat eben für Heimat 3.0 auf jeden Fall das Mycelium sehr geschafft,

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                        diese Rückbesinnung nochmal darauf, was soll das hier eigentlich sein und was

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                        wollen wir hier schaffen und was wollen wir mit Heimer 3.0 auch in diesen Ort bringen.

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                        Und das tut auch sehr gut, diese Rückbesinnung jetzt zu haben.

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                        Ja, danke schön, Tine.

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                        Vielleicht will ich unsere ZuhörerInnen und euch auch nochmal,

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                        aber ihr kennt das jetzt schon, nochmal mitnehmen in den Metapher, die wir versuchen,

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                        ja so ein bisschen für uns zu etablieren, aber auch für eine Sprachfähigkeit nach außen, weil das,

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                        was im Mycelium passiert, oft irgendwie schwierig ist mit den Begriffen und

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                        Bildern, aus denen wir kommen letztendlich, die heute so als normal gelten,

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                        vor allem im Bereich des Wirtschaftens.

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                        Es ist schwierig zu erklären, was das Mycelium macht und deshalb suchen wir

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                        so ein bisschen nach unseren eigenen Bildern und Worten.

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                        Genau und denken da sehr in der Sprache des Waldes oder der Pilze,

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                        weil Pilze eben dieses Myzel, was irgendwie in Wäldern zum Beispiel Bäume miteinander verbindet.

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                        Dessen Sinn ist es, sozusagen Nährstoffe umzuverteilen und quasi das Ökosystem

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                        wirklich miteinander zu verbinden und da auch in eine stetige Kommunikation

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                        zu gehen und bedürfnisorientiert eben Nährstoffe hin und her zu schicken.

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                        Und dafür braucht das Mycel auch, und da kommen wir nachher nochmal hin,

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                        Zucker sozusagen, damit dieses Mycel auch sich erhalten kann und gut funktionieren

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                        kann. und dadurch entsteht sozusagen ein kontinuierliches Geben und Nehmen.

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                        Also die Mycelien liefern Nährstoffe, bekommen dafür Zucker,

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                        aber nicht in einem Äquivalenztauschverhältnis, wie es in der Ökonomie ist,

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                        also ein Euro für eine Paprika,

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                        sondern durch ein bedürfnisorientiertes Geben, wenn man gerade geben kann und

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                        auch ein bedürfnisorientiertes Nehmen, wenn man gerade mehr Nährstoffe braucht.

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                        Und so ist es auch so ein bisschen zwischen den Bäumen.

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                        Größere Bäume können mehr Zucker abgeben ans Mycel und mehr Nährstoffe ins Mycel

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                        geben, die dann wiederum kleineren Bäumen, die vielleicht noch nicht so standhaft sind.

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                        Sie mit diesen Nährstoffen unterstützen, damit sie auch wachsen können und sich stabilisieren können.

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                        Und vom Bild her gesprochen, im Bild weiter gesprochen, gibt es einfach da draußen viele Bäume.

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                        Viele Bäume, die alleine kämpfen, die alleine im Wind stehen,

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                        die vielleicht schon verwurzelt sind, aber eben sehr alleine da irgendwie versuchen,

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                        für Veränderungen, für eine Transformation hin zu einer sozial gerechteren und

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                        ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft beizutragen.

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                        Und was wir uns wünschen in dem Myzilium ist eben, dass sich diese Bäume miteinander

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                        zu einem Wald verbinden und dadurch einfach ein stabileres System entsteht und

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                        nicht jeder alleine kämpft und.

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                        So sehen wir euch eben als eure Organisationen, als Bäume.

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                        Ihr seid als Menschenteil des Mycels, als Pilze, die diese Bäume irgendwie nähren

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                        und pflegen und genau diesen einzelnen Baum jeder Organisation.

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                        Also Heimat 3.0 wäre ein Baum, Collect Moments wäre ein Baum.

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                        Und eure Mitglieder, um in der Metapher zu bleiben, ihr ZuhörerInnen,

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                        die vielleicht Mitglieder seid in einem solchen Baum des Myceliums,

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                        ihr seid sozusagen die Blätter, die durch die Photosynthese zu der Wertschöpfung

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                        des Baumes sozusagen beitragen und durch die auch der Zucker entsteht erst.

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                        Und genau, dieses Bild haben wir

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                        da so ein bisschen, ja, darüber haben wir gesprochen und davon erzählt.

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                        Und genau, ich würde euch einfach gerne mal fragen, was ihr,

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                        ob ihr da anknüpfen könnt an dieses Bild und ob ihr euch als Pilz und als Baum

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                        und so weiter wohlfühlt oder was diese Bilder mit euch machen oder wie ihr das

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                        auch da empfunden habt, auf den Pilz treffen,

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                        was da bei euch einfach im Kopf, im Herz, wie auch immer im Körper entstanden

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                        ist an Bildern und Assoziationen.

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                        Ja, für mich wurde es sehr spürbar tatsächlich auch nochmal vor Ort.

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                        Wirklich da zusammen in diesem Raum zu sein.

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                        Total, ja mir kam auch so die ganzen tollen Unternehmer und Unternehmerinnen

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                        oder Ladnerinnen, die dann dort im Raum sind.

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                        Also es kam ja auch oft das Bild, wow, was für starke Bäume,

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                        die wirklich so verkörpert, die Menschen auch nochmal zu sehen.

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                        Jede, jeder für sich.

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                        Und auch was, ja, mir kam auch nochmal das Bild, wow,

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                        so beständig zum Teil und auch was für Wind und Wetterung diese Bäume auch oft

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                        irgendwie ausgesetzt sind und echt da so eine.

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                        Und ja, echt nochmal so ein totaler Respekt auch irgendwie für diesen Weg und

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                        für diese Zeit und Beständigkeit, die da irgendwie bei vielen,

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                        ich nehme es jetzt mal an,

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                        dahinter steckt.

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                        Aber das wurde für mich irgendwie nochmal so spürbar.

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                        Und dann wirklich physisch auch nochmal in diesem Raum zu sein,

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                        die Bäume und die Pilze und also sozusagen oder das,

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                        also es war sofort in diesem Raum für mich so ein Gefühl von Verbundenheit,

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                        als wären wir schon die ganze Zeit verbunden gewesen.

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                        Aber dadurch, dass wir in diesem Raum dann alle, also einige von uns waren.

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                        Ja, es war schön zu spüren, dieses, okay, wir waren irgendwie schon davor verbunden, aber jetzt,

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                        indem wir jetzt nochmal in einem Raum sind, zu merken, okay,

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                        das ist dann schon nochmal was anderes, körperlich irgendwie in einem Raum zu

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                        sein, zu merken, okay, auch auf der Ebene.

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                        Wurde es einfach noch stärker spürbar und wie wichtig,

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                        also es fließt schon die ganze Zeit in Form von Austausch auch und indem wir

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                        auch über das Ökosystem verbunden sind, über die Pilze,

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                        das wurde so spürbar auch, was ihr für einen Raum der Verbindung da hergestellt habt.

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                        Und wie wichtig jeder Baum nochmal auf unterschiedliche Art und Weise ja seine,

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                        Blätter trägt. Also ich mag das Bild.

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                        Ja, man konnte auch im.

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                        Da ist eine Baumkrone oder ist was im Hintergrund oder im Rücken,

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                        sind bei einigen noch ganz viele Mitglieder oder Menschen, wo was zufließt,

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                        wo eine Energie zufließt.

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                        Und das tatsächlich irgendwie so das Ganze nähern kann, indem das irgendwie

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                        so den einen großen, starken Baum nähert,

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                        fließt es auch irgendwie in diesen Raum. Ja, das kommt mir jetzt gerade.

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                        Genau, von dem her, ich finde es spannend, mit dem Bild zu spielen auch.

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                        Ja, ich konnte mit diesem Bild von dem Baum auch total viel anfangen.

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                        Ich hatte es da ja auch erzählt am Tag vorher im Wald, deswegen war das irgendwie

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                        für mich total präsent und knüpfte da irgendwie total gut an.

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                        Und ich habe jetzt gerade so gedacht, das trifft auch irgendwie so.

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                        Also ich weiß, wenn ich hier sitze und auf die Häuser gucke,

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                        weiß ich auch, da ist irgendwo draußen Wald und mir geht es immer gut,

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                        wenn ich in den Wald gehe und der Wald ist total wichtig,

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                        und es fühlt sich aber nochmal ganz anders an, da zu sein und so ging es mir

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                        mit dem Pilztreffen auch.

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                        Also natürlich weiß ich, es gibt viele andere Bäume,

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                        die irgendwo stehen und die durch das Mycelium verbunden sind und die auch ihre

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                        Blätter haben und die unterschiedlich groß oder unterschiedlich klein sind oder

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                        vielleicht auch schon in Baumgruppen zusammenstehen.

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                        Und bei unserem Treffen in Mühlheim wurde das nochmal so total…

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                        Sehr erfahrbar für mich, dass ich eben nicht nur ein einzelner Baum bin,

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                        der irgendwie seine Blätter hat und der das Mycelium hat und so weiter,

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                        sondern da wurde dieses Waldgefühl so total spürbar für mich.

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                        Und das ist ja auch letztlich das, was Stabilität gibt.

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                        Also so ein einzelner Baum ist viel anfälliger für Sturm und für Witterung,

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                        als es ein ganzer Wald ist, wo alle irgendwie zusammen sind und wo ganz viel

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                        Leben stattfindet und der Bund ist, wo ganz viel,

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                        je genauer man hinguckt, desto mehr entdeckt man irgendwie.

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                        Und das hat für mich auch bei diesem Pilztreffen so stattgefunden.

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                        Ja, einfach die ganzen anderen Bäume zu treffen und so ein Waldgefühl zu haben,

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                        um in diesem Bild zu bleiben.

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                        Und das habe ich auch wirklich sehr, sehr mitgenommen, dieses Gefühl und trägt

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                        gerade noch sehr. Ja, also jetzt ist ja wirklich genau eine Woche her,

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                        seit wir uns alle in echt gesehen haben.

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                        Und es wirkt noch sehr nach, einfach so dieses Gefühl von nicht ein einzelner

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                        Baum zu sein, der irgendwo steht, sondern ja, Teil eines Waldes zu sein. Ja, vielen Dank.

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                        Genau, ich teile auch nochmal meine Perspektive. Ich schlüpfe so ein bisschen

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                        aus der Moderation raus und drehe einfach auch mit.

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                        Weil, was ich so beeindruckend in dieser Runde fand, Auch wenn ich so die ganze

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                        Zeit in dieser Raumhaltefunktion da war und irgendwie auch so ein bisschen den

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                        Zeitdruck im Nacken hatte, weil wir so viel vorhatten mit euch an dem Tag.

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                        Fand ich es so spannend.

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                        Und genau, wir saßen alle im Kreis miteinander, jeder hat mal gesprochen.

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                        Am Anfang war ich noch so, ja, nicht so lange und 40 Leute teilen ihre Geschichte.

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                        Da kann man ja viel Zeit mit verbringen und es ist auch schön.

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                        Und gleichzeitig habe ich so gemerkt, wie dann die Runde Richtung Ende,

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                        also so die ersten waren noch, naja, eigentlich auch nicht verhalten,

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                        aber eher noch eher kürzer angebunden, vielleicht auch durch meine Moderation,

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                        aber Richtung Ende, Richtung Mitte des Kreises wurde es immer irgendwie,

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                        ich hatte das Gefühl, immer ja auch tiefer und ernsthafter so auf eine Art.

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                        Und gegen Ende der Runde hat dann ein Teilnehmender geteilt,

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                        dass er sich wie so ein Vogel fühlt und dass er irgendwie noch nicht seinen

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                        Platz gefunden hat in diesem System,

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                        vielleicht auch Ökosystem und ja, dass er Bürgergeldempfänger ist und dass irgendwie

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                        alles gerade voll schwierig ist und so.

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                        Und ich glaube, sowas zu teilen, was mit so einer gesellschaftlichen Stigmatisierung

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                        auch irgendwie verbunden ist,

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                        das hat mich schon auch tief berührt, dass da einfach so, obwohl man sich irgendwie

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                        zum ersten Mal begegnet ist, also dass da so eine Sicherheit da war,

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                        auch sowas zu teilen, sowas Existenzielles und sowas Unsicheres und was einem

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                        selbst ja auch nicht leicht fällt, sowas zu teilen.

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                        Also, dass man irgendwie gar nicht weiß, was man eigentlich gerade,

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                        wo man hingehört, was man tun soll.

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                        Genau, und das hat mich tief beeindruckt, wie offen und wie ehrlich und wie

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                        ernsthaft wir da miteinander waren in dieser Runde. Das war sehr cool.

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                        Ja, ich bin super gespannt und merkt, ob Sie hergekommen nach Wilhelm.

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                        Weil ich ja zum ersten Mal auch tatsächlich so viele Menschen aus dem Mycelium-Netzwerk

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                        oder Ökosystem kennenlerne.

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                        Und ja, bin mega begeistert von der Vielfalt, von den unterschiedlichen Menschen,

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                        von den unterschiedlichen Projekten und was mich am allermeisten passioniert

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                        und begeistert ist einfach, wenn alle da sind.

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                        Begeisterung und mit Leuchten, wenn Augen dabei sind, egal an welcher Stelle,

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                        die Persönmaniere jetzt gerade stehen.

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                        Das finde ich mega inspirierend auch für mich und da freue ich mich sehr,

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                        da zu sein, dabei zu sein.

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                        Ja, dann gab es Mittagessen. War auch schön und es war irgendwie, es sprudelte alles.

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                        Alle Leute haben sich so gut unterhalten und es gab so ein leckeres Essen.

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                        Genau, und dann sind wir nach der Mittagspause ins Social Pressencing Theater gegangen mit Johannes.

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                        Das war eine Methode, die ich auch einen Tag vorher auf unserem Teamtreffen

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                        kennengelernt hatte. Also wir als Mycelium-Kernteam hatten uns,

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                        vorher das Wochenende genommen, um einfach ein paar Sachen für uns klarzubekommen.

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                        Und da hatte Johannes auch schon so eine Session angeleitet und er hat dann

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                        eine kürzere Version auch nochmal bei dem Pilztreffen angeleitet.

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                        An einem Fall von Isabel, von Umgekrempelt, die sich gefragt hat,

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                        wie bekomme ich eigentlich, wie schaffe ich es auch, mehr Mitglieder für meine

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                        Gemeinschaft zu gewinnen?

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                        Wie schaffe ich es auch, mehr Vielfalt in meinen Mitgliedern,

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                        also so vielfältigere Mitglieder zu gewinnen?

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                        Und auch die Frage dahinter, was ist eigentlich die Rolle des Myzeliums,

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                        des Myzeliumsvereins, wie auch sozusagen der Myzelium-Transformationsbegleiterin,

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                        innen, die wir da sind und.

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                        Genau, weil der Anlass des Pilztreffens, das hätte ich vielleicht am Anfang

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                        schon mal sagen sollen, war ja auch, dass wir diesen Verein als neue gemeinnützige

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                        Organisation gegründet haben und da auch nochmal hoffen,

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                        dass wir dadurch nochmal mehr Freiheit und mehr Spielräume in unserem Wirtschaften

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                        und in unserer transformativen Begleitung sozusagen zu gewinnen.

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                        Und genau, dann haben wir wirklich, um euch das greifbar zu machen,

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                        also euch, die dazuhören, haben wir verschiedene Rollen vergeben.

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                        Also eine Person bei der Mycelium-Verein, eine Person war die Mycelium-Projektbegleitung,

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                        eine Person war die Unternehmerin vor Ort sozusagen,

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                        die das Unternehmen, also in dem Fall Isabel von Ungekrempelt,

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                        die das Unternehmen aufgebaut hat.

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                        Die Mitarbeitenden von Ungekrempelt waren eine Person.

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                        Puh, was gab es noch alles? Dann gab es die Vision als Rolle,

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                        also wo wollen wir eigentlich alle gemeinsam hin?

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                        Dann gab es die ökologische Trennung als eine Rolle, also was eigentlich uns

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                        daran hindert, ökologisch nachhaltig zu wirtschaften.

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                        Und die soziale Trennung, warum manche Leute vielleicht nicht teilhaben können

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                        am gemeinschaftsbasierten Wirtschaften, die standen mit im Raum.

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                        Und, und, und. Ich glaube, es waren insgesamt zehn Leute, die dann am Ende da

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                        aufgestellt wurden und dann dynamisch miteinander in eine Bewegung gegangen sind, um rauszufinden,

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                        wo sitzen eigentlich irgendwelche Herausforderungen vielleicht oder vielleicht

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                        kristallisiert sich auch durch dieses Aufstellen eine Lösung heraus.

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                        Und wir konnten auf jeden Fall irgendwie viel lernen. Ich glaube,

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                        jede Person in dem Raum, die da zugeschaut hat, wir haben das gemeinsam ausgewertet,

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                        aber halt auch nur in einer sehr begrenzten Zeit.

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                        Und ich glaube, jede Person hat irgendwie was anderes mitgenommen und es würde

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                        mich ja auch mega interessieren, was bei euch davon hängen geblieben ist oder

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                        was ihr vielleicht dort für euch auch mitnehmen konntet für eure eigenen Projekte.

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                        Ich würde mal starten als der Mycelium-Verein, den ich genau bei diesem Social

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                        Presencing Theater hatte.

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                        Eigentlich wollte ich gar nicht mitmachen, sondern nur Zuschauer sein und da

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                        hat es mich dann doch irgendwie reingezogen.

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                        Und es war tatsächlich mega erkenntnisreich. Also ich fand es irgendwie sehr eindrücklich.

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                        Alle Beteiligten, stimmt nicht so richtig, ich suche gerade nach dem richtigen Wort,

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                        alle Komponenten oder alle Bestandteile,

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                        die zu einem gemeinschaftsbasierten Unternehmen oder zu dem Mycelium auch dazugehören,

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                        die einfach wirklich mal so gestaltlich sozusagen auf der Bühne zu sehen. Das fand ich.

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                        Total eindrücklich und ich habe für mich total klar gekriegt,

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                        also sowohl für Heimat 3.0 war das irgendwie erkenntnisreich und habe nochmal

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                        so einen totalen Aha-Moment gehabt, wirklich auch was den Mycelium-Ökosystem e.V.

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                        Angeht. Und habe gedacht, ah ja, okay, das ist die Idee,

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                        weil bei mir die Erkenntnis war oder das, was sozusagen dieser Bewegungsimpuls

                        0:26:17–0:26:19

                        auch ein Stück weit gemacht hat oder gebracht hat,

                        0:26:20–0:26:24

                        dass es ganz viel um die Mitglieder auch geht.

                        0:26:24–0:26:29

                        Also, dass das gar nicht ausschließlich meine Rolle als Unternehmerin sein muss

                        0:26:29–0:26:30

                        oder als Betreiberin sein muss,

                        0:26:31–0:26:36

                        mich um alle Mitglieder irgendwie intensiv zu kümmern, sondern dass das eigentlich

                        0:26:36–0:26:40

                        auch eine total coole Chance ist, dass das eben nicht nur alles über mich laufen

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                        muss, sondern dass dafür eben auch der Mycelium-Verein super gut ist.

                        0:26:44–0:26:48

                        Und genau, auch das war mir rational klar, wurde aber irgendwie nochmal viel

                        0:26:48–0:26:50

                        spürbarer und erfahrbarer bei dieser Methode.

                        0:26:50–0:26:55

                        Das fand ich irgendwie, ja, hat mir richtig gut gefallen und wirklich für einen

                        0:26:55–0:26:57

                        dicken Aha-Moment bei mir gesorgt.

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                        Genau, danke. Also vielleicht, um es nochmal rauszukristallisieren.

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                        Was ich bei dir gehört habe, also der Verein als sozusagen Plattform oder mögliche

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                        Institutionen, Und die sozusagen Unternehmerin unterstützt dabei,

                        0:27:17–0:27:21

                        dieses Transformationsgefühl, diese Transformationserfahrung,

                        0:27:22–0:27:28

                        diese Transformationsvision vielleicht auch mit den Mitgliedern zu teilen und

                        0:27:28–0:27:30

                        die da auch mehr mit reinzuholen.

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                        Und zwar nicht nur als Finanzierungsquelle sozusagen, sondern auch als wirklich

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                        wichtiger Teil dieses Ökosystems, wenn sie denn anfangen zu begreifen.

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                        Also viele machen das bestimmt schon, aber ich glaube, darin müssen wir noch

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                        besser werden und bessere Worte finden.

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                        Und sozusagen auch mehr Räume schaffen für diese gemeinsame Erfahrung,

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                        die wir jetzt beim Pilztreffen vielleicht erlebt haben und die wir aber auch

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                        raustragen müssen, bis hin zu den Mitgliedern, bis hin zu vielleicht unerreichten Menschen,

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                        dass sie sagen, okay, wir werden auch Teil dieser Transformation.

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                        Und ich glaube, das ist so ein bisschen die Idee des Vereins,

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                        den du da wirklich verkörpert hast.

                        0:28:12–0:28:15

                        Das war mir gar nicht klar. Voll gut. Voll gut, dass du heute da bist.

                        0:28:16–0:28:18

                        Ja, genau.

                        0:28:20–0:28:23

                        Ja, und ich würde ganz kurz gerne noch was ergänzen, wo du das gerade sagst.

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                        Ich habe das auch so als unheimlich entlastend wahrgenommen.

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                        Also so dieses, ich bin hier vor Ort natürlich irgendwie sichtbar und ansprechbar für die Mitglieder,

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                        aber hatte da so das Gefühl, ich kann auch ein Stück weit Verantwortung an den

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                        Verein abgeben im Sinne von,

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                        ja cool, das was so Vermittlung nochmal mehr ist von,

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                        was sind so eigentlich die ganzen Chancen und Möglichkeiten, die das auch bietet.

                        0:28:50–0:28:52

                        Das darf ich auch ein Stück weit an den Verein abgeben.

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                        Ja, wollte ich gerne noch ergänzen. Kapitän, wir hatten ja danach auch reflektiert,

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                        gerade zusammen in der kleinen Gruppe.

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                        Das war auch so spannend von dir noch mal zu hören, wie du dich da gefühlt hast

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                        in dieser Rolle, Verein.

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                        Ja, ich habe das Ganze von außen beobachtet und konnte jetzt auch noch mal jetzt

                        0:29:17–0:29:20

                        in der Reflexion auch da schon total wahrnehmen,

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                        wie um die Ladenbesitzerin rum,

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                        da war so viel Anstrengung irgendwie spürbar auch oder so eine Verkrampftheit

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                        auch, konnte ich wahrnehmen, wie.

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                        Und auch so eine starre, so eine enge irgendwie.

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                        Und dann nach diesem Bewegungsimpuls, wo sich auch nochmal hier der Verein so

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                        irgendwie in die richtige Position gefunden hat und konnte auch irgendwie, fand ich spannend,

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                        Mycelium, die Begleiterin oder Mycelium Begleitung, konnte viel näher rücken.

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                        An die, also es ist von der Nähe auch zu der Ladenbesitzerin hin und es ist

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                        auch so ein bisschen mehr Freiraum entstanden um die Ladenbesitzerin und generell mehr Entspannung.

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                        Ich hatte auch das Gefühl, vielleicht, ja, da fließt dann vielleicht,

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                        oder es gibt mehr Handlungsspielraum, dass

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                        auch wirklich physisch Menschen vielleicht auch von Mycelium mehr oder aus dem

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                        Ökosystem irgendwie auch sich mehr physisch zu der Ladenbesitzerin oder zu dem

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                        Ort und zu den Mitgliedern bewegt und da irgendwie mehr Räume geschaffen werden.

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                        So die Bilder kamen irgendwie, dass vor Ort da einfach noch mehr Verbindung entsteht,

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                        die jetzt gerade sind, ist ja noch Mycelium und Begleitung oft dann ja auch

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                        auf der Distanz und von über die Distanz hinweg und dass da irgendwie mehr fließen

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                        kann oder mehr Nähe geschaffen wird.

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                        Und ja, ohne zu wissen, was kommt, aber so das Bild kam mir.

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                        Es war mehr Entspannung spürbar.

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                        Und was ich auch noch spannend fand, was mir hängen geblieben ist,

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                        am Anfang das Bild, wo die Natur, die sich in die Mitte gelegt hat des Raumes, um,

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                        Und wo dann noch mitgeteilt wurde am Ende so dieses, hä, war dieser Ruf so von

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                        ihm, oder fand ich irgendwie spannend, ich weiß auch jetzt nicht genau, aber wie er gesagt hat,

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                        derjenige, der da in der Mitte lag, die Natur verkörpert hat,

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                        er fand es total komisch, warum nicht der Fokus auf ihn kam und warum so viel irgendwo abging.

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                        Aber da war ja dieser ganz starke Impuls, hallo, warum guckt ihr nicht auf mich?

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                        Das bleibt mir irgendwie auch noch total hängen.

                        0:32:11–0:32:14

                        Toll, es war eine spannende Methode, finde ich.

                        0:32:14–0:32:18

                        Und auch spannend, was da dann durch diese Leute hindurchfließt,

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                        die sich da freiwillig oder unfreiwillig, eigentlich wollte man ja gar nicht.

                        0:32:23–0:32:26

                        Und dann hat man doch irgendwie den Impuls gehabt, da in die Mitte zu gehen.

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                        Und was dann da auch passiert und wie es so viele verschiedene Interpretationen

                        0:32:31–0:32:35

                        davon gibt und jeder, glaube ich, auch was anderes mitnimmt. Einfach schön.

                        0:32:36–0:32:38

                        Genau, dann hatten wir nochmal eine kleine Pause

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                        nach dieser intensiven eineinhalb-Stunden-Session war es, glaube ich, nur.

                        0:32:44–0:32:50

                        Hatten wir nochmal Zeit, um kurz auszuruhen, kurz an die frische Luft zu gehen

                        0:32:50–0:32:52

                        und haben uns dann wieder getroffen,

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                        genau, zu einem Impuls, der auch von mir vorgetragen wurde, zum Thema einerseits,

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                        was wollen wir eigentlich anbieten als Mycelium-Kernteam.

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                        Was die Aufgabe hat, sozusagen dieses Ökosystem bedürfnisorientiert miteinander zu verbinden,

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                        und da ins Geben und Nehmen, also in den gemeinsamen Austausch von Nährstoffen zu gehen.

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                        Und da habe ich erst mal genau vorgestellt, was wir alles irgendwie leisten

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                        möchten, was wir alles beitragen möchten als Mycelium,

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                        nämlich das, was wir eh schon tun, also die Transformationsbegleitung,

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                        Begleitung von Gründung oder auch Nachfolgebegleitung, wie jetzt bei dir,

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                        Selina, aber auch eben mehr und da kommt der Verein mit ins Spiel,

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                        mehr in diese Verbraucherinnenbildung,

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                        so wird es zumindest vom Finanzamt genannt, als gemeinnütziger Zweck dieses Vereins,

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                        also wirklich den Mitgliedern auch dieses Gefühl von Transformation,

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                        von Visionsarbeit und so weiter näher zu bringen, damit sie irgendwie auch eine

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                        andere Rolle einnehmen können bei den Unternehmen, in denen sie Teil von der Gemeinschaft sind.

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                        Also weniger dieses, ja okay, ich gebe halt Geld und dafür bekomme ich eine

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                        Leistung, sondern eben hinzukommen zu diesem schenkekonomischen Ansatz.

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                        Wir sind davon ein Teil. Wir wollen geben, was wir können und wir wertschätzen

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                        das Angebot, was wir dafür brauchen.

                        0:34:32–0:34:36

                        Genau, was dadurch existieren kann überhaupt erst.

                        0:34:36–0:34:41

                        Und da auch einfach als Verein in die Unterstützung des Gemeinschaftsaufbaus,

                        0:34:41–0:34:46

                        Ausbaus und eben auch dieser Pflege der Gemeinschaft reinzukommen.

                        0:34:47–0:34:53

                        Genau, das haben wir vorgestellt und wir haben sozusagen einen neuen Rahmen

                        0:34:53–0:34:57

                        auch geschaffen für unser Begleitungsangebot, nämlich in Zyklen auch,

                        0:34:57–0:35:00

                        wo wir irgendwie klarbekommen, okay, wir haben einen ersten Zyklus,

                        0:35:01–0:35:02

                        da geht es ganz stark darum,

                        0:35:02–0:35:05

                        erstmal mit den Unternehmerinnen ganz viel zu lernen, begreifbar zu machen,

                        0:35:06–0:35:10

                        was wollen wir eigentlich mit unserem Unternehmen, was wollen wir eigentlich

                        0:35:10–0:35:13

                        beitragen in dieses Ökosystem.

                        0:35:13–0:35:18

                        Aber was sind unsere Bedürfnisse auch? Was brauchen wir auch, um das tun zu können?

                        0:35:19–0:35:23

                        Gut, in einem zweiten Zyklus nach der ersten Beitragsrunde in dieses Fördern

                        0:35:23–0:35:27

                        zu kommen und dann in weiteren Zyklen, die da folgen, hoffentlich gemeinsam.

                        0:35:27–0:35:30

                        Wir wollen immer langfristig mit den Unternehmerinnen zusammenarbeiten.

                        0:35:32–0:35:36

                        Ins gemeinsame Vernetzen kommen. Und wirklich, dass die einzelnen Unternehmerinnen,

                        0:35:36–0:35:40

                        wirklich dieses Gefühl bekommen von wegen, wir sind jetzt Teil eines Waldes

                        0:35:40–0:35:42

                        und wir können auch auf diesen Wald bauen.

                        0:35:42–0:35:47

                        Und wenn wir was brauchen, dann rufen wir das in den Wald hinein und das schallt

                        0:35:47–0:35:53

                        hoffentlich auch etwas hinaus und dass wir da einfach uns gegenseitig besser

                        0:35:53–0:35:57

                        stabilisieren in Zukunft und da sind wir ja auch total noch am Lernen und am

                        0:35:57–0:35:58

                        Wachsen und am Entwickeln,

                        0:35:58–0:36:01

                        also wir als Myzelium-Kernteam, wie das gut funktionieren kann,

                        0:36:02–0:36:04

                        und was der Verein dazu leisten kann.

                        0:36:04–0:36:09

                        Und dann habe ich eben auch von unserem Geldfluss erzählt, für den ich ja auch

                        0:36:09–0:36:10

                        zuständig bin im Myzelium.

                        0:36:10–0:36:13

                        Ich mache ja nicht nur hier den Podcast seit Neuestem, sondern versuche auch

                        0:36:13–0:36:16

                        irgendwie zu schauen, dass wir immer jeden Monat genug Liquidität haben,

                        0:36:17–0:36:22

                        um die Menschen zu finanzieren, die gerade das Kernteam bilden vom Mycelium.

                        0:36:23–0:36:28

                        Und da auch einfach mal die Leute oder die Menschen euch zu erklären,

                        0:36:28–0:36:30

                        wie wir uns finanzieren.

                        0:36:30–0:36:35

                        Da haben wir einerseits diesen Regenfluss sozusagen, der durch wirklich die

                        0:36:35–0:36:37

                        erste Begleitung passiert.

                        0:36:38–0:36:42

                        Also am Anfang hatten wir einen fixen Betrag für unsere Begleitung,

                        0:36:42–0:36:46

                        den haben wir jetzt ein bisschen geöffnet hin zu einer solidarischen Range,

                        0:36:46–0:36:50

                        wo Unternehmen irgendwie selber bestimmen können, wie stehen sie gerade da,

                        0:36:50–0:36:53

                        haben sie gerade viel zu geben und können uns sozusagen mehr für diese Begleitungsarbeit

                        0:36:53–0:36:57

                        geben oder ist es gerade knapp und wir müssen irgendwie gemeinsam schauen,

                        0:36:57–0:37:00

                        wo wir das Geld herbekommen.

                        0:37:00–0:37:07

                        Und dann eben das zweite Standbein, was wir jetzt anfangen zu etablieren,

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                        über Fördermitgliedschaften, also die Blätter sozusagen, die uns den Zucker

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                        liefern, da nochmal einfach eine…

                        0:37:14–0:37:19

                        Eine Basis zu schaffen, die uns einfach den Freiraum gibt, auch für Entwicklung

                        0:37:19–0:37:26

                        und für diese Arbeit mit den Mitgliedern, aber auch für die Vernetzungsarbeit mit den Unternehmen.

                        0:37:26–0:37:30

                        Also dass es einfach mehr dieser Pilztreffen geben kann, weil ich glaube,

                        0:37:30–0:37:35

                        es ist total zentral, sich mal gemeinsam in einem Raum zu spüren als Wald.

                        0:37:35–0:37:40

                        Und da wollen wir eben auch hingehen, hinkommen, dass wir jetzt im kommenden

                        0:37:40–0:37:43

                        Jahr über den Winter werden wir das nochmal besser entwickeln.

                        0:37:43–0:37:50

                        Und dann eben auch rausgehen mit den Terminen für einen Infoabend im Januar

                        0:37:50–0:37:56

                        und im Februar und dann bestenfalls soll eine Beitragsrunde stattfinden im März,

                        0:37:57–0:38:00

                        wo wir nochmal alle Menschen, die irgendwie Teil dieses Ökosystems sind,

                        0:38:01–0:38:07

                        dazu einladen, zu überlegen, was sie beitragen können und in welcher Form,

                        0:38:07–0:38:11

                        also vielleicht auch nicht nur finanziell, sondern auch einfach durch die Fähigkeiten,

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                        die vielleicht in unserem Ökosystem vorhanden sind und noch nicht in unserem

                        0:38:15–0:38:20

                        Kernteam vorhanden sind, dass man da schaut, wie kann man sich gegenseitig stabilisieren,

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                        wie können wir uns gegenseitig stärken.

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                        Ja, das haben wir vorgestellt. Vielleicht könnt ihr, das waren ja dann so ein

                        0:38:25–0:38:29

                        bisschen, da ging es dann mehr ums Geld und weniger um die schönen Worte und Bilder.

                        0:38:30–0:38:35

                        Vielleicht könnt ihr da nochmal teilen, wir hatten ja auch sozusagen dann Murmelrunden

                        0:38:35–0:38:36

                        gemacht mit den Teilnehmenden.

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                        Wo es dann am Ende auch irgendwie ein bisschen viel Input und viel Gedanken

                        0:38:42–0:38:45

                        und viel Impulse, glaube ich, für sehr wenig Zeit.

                        0:38:45–0:38:50

                        Aber so ist es halt immer auf so Tagesveranstaltungen, dass man am Ende irgendwie

                        0:38:50–0:38:51

                        doch irgendwo kürzen muss.

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                        Aber genau so ein bisschen haben wir dann noch gesprochen, was in den kleinen

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                        Murmelrunden, die sozusagen gefragt wurden, was sind denn eure Bedürfnisse,

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                        was wünscht ihr euch vom Bezidium-Ökosystem, was braucht ihr einerseits?

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                        Und auf der anderen Seite aber auch die Frage, was könnt ihr geben?

                        0:39:09–0:39:12

                        Einerseits finanziell, andererseits durch andere Ressourcen.

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                        Und da sind auf jeden Fall schon in diesen beiden Murmelrunden ganz viele gute

                        0:39:18–0:39:22

                        Ideen entstanden und Impulse entstanden, die wir jetzt auch mitnehmen und verarbeiten

                        0:39:22–0:39:24

                        werden und dann schauen,

                        0:39:25–0:39:30

                        was wir wann und in welcher Priorisierung Schritt für Schritt umsetzen können.

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                        Genau, vielleicht könnt ihr da nochmal eure Perspektive einfach darauf teilen,

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                        was ihr davon mitgenommen habt.

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                        Es wurde nochmal bewusst oder spürbar, wie viel oder für mich auch nochmal, ja,

                        0:39:46–0:39:50

                        wie dankbar ich bin irgendwie, dass ihr euch als Kernteam schon so die ganze

                        0:39:50–0:39:54

                        Zeit irgendwie, dass da schon so viel, ja,

                        0:39:55–0:39:59

                        es ist wie so eine Kultur, die sich da gerade, die sich da auch irgendwie aufbaut.

                        0:39:59–0:40:05

                        Oder alles, so diese ganzen großen Visionen, die wir, glaube ich,

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                        zum Teil auch alle irgendwie teilen, so wo es im größeren Sinne auch hingehen soll,

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                        die brauchen ja auch dann wirklich so stabile Strukturen und das eine baut irgendwie

                        0:40:19–0:40:22

                        auf das andere auf und es sind…

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                        Ja, und da braucht es irgendwie ein Fundament und auch schon Strukturen,

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                        die sich immer mal verändern, aber auch stabil sind.

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                        Und das wurde mir auch nochmal so spürbar, dass so viel da ist,

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                        auf dem wir irgendwie so Schritt für Schritt aufbauen können jetzt so in den nächsten Jahren.

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                        Und was ich auch wahrgenommen habe,

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                        dass so viel, also indem wir da in diesen Austausch gegangen sind,

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                        in die Murmelrunden und auch das, was dann nachgeteilt wurde,

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                        wurde nochmal so ganz sichtbar,

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                        okay, wie viel in diesem Ökosystem schon ist und was ins Fließen kommen möchte.

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                        Und ja, was für wertvolle Potenziale und Ressourcen so bei den einzelnen Menschen

                        0:41:11–0:41:15

                        liegen, die sich irgendwie verbinden wollen und ja,

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                        wo ich auch das Gefühl habe, dass es viel mehr kommen wird noch und das war

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                        irgendwie total schön zu spüren und total,

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                        ja, also mir hat das Ganze nochmal so viel von dem, was ich auch fühle, was dran ist,

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                        was irgendwie bestätigt und auch so viel Hoffnung für die nächste Zeit gegeben

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                        tatsächlich und auch dieses, okay,

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                        und Schritt für Schritt und jeder Beitrag ist irgendwie gerade so wichtig,

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                        den jeder von uns, die da sind und noch dazukommen werden, irgendwie gerade

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                        leistet, so an dem Platz, wo man gerade ist.

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                        Ja, das ist so das, was mir gerade kommt. Ich fand es auch einfach schön,

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                        euch mal miteinander zu sehen und zu erleben als Team. Also das fand ich richtig cool.

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                        Zum einen, uns einzelne.

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                        Projekte zu sehen, aber euch als Team auch nochmal so miteinander zu erleben

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                        und dann nochmal zum Abschluss, Hannah, in deiner Präsentation auch einfach

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                        nochmal so zu sehen, was ihr euch so für Gedanken macht, was euch beschäftigt,

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                        Und toll fand ich auch, dass ihr das für uns nochmal geöffnet habt.

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                        Also wirklich mit der Frage, was wünscht ihr euch? Das fand ich richtig, richtig toll.

                        0:42:38–0:42:43

                        Und hat mich nochmal angeregt, auch wirklich zu reflektieren,

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                        okay, was brauche ich eigentlich noch? Oder was wünsche ich mir vom Mycelium?

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                        Oder was, ja, wie du auch sagtest, Selina, was gibt es da eigentlich alles für

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                        tausend Potenziale, die irgendwie gerade mal so ein bisschen aufblitzen und

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                        eigentlich irgendwo schlummern und darauf warten, gehoben zu werden?

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                        Und das hat für mich diese Runde so ausgemacht.

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                        Also was so im Kleinen stattfand von, hey, hat jemand schon Erfahrung da und damit?

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                        Oder hey, hat jemand von euch ein Formular da und dafür?

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                        Das ist es ja eigentlich letztlich nur im Kleinen, was auch schon erleichternd

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                        und total hilfreich ist, finde ich, dass man da voneinander profitieren kann.

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                        Aber auch eben auf dieser weniger konkreten Ebene oder abseits von Formularen sozusagen.

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                        Ja, wirklich einfach zu gucken, was oder nochmal diesen, ich habe so diesen

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                        Wunsch bei vielen rausgehört oder dieses Bedürfnis,

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                        dieses ganze Potenzial auch irgendwie zugänglich zu haben und so darauf zugreifen

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                        zu können und zu wissen oder irgendwo auch einfach finden zu können,

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                        okay, was schlummert denn da eigentlich alles so?

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                        Also ja, das ist bei mir total aus dieser letzten Runde irgendwie hängen geblieben. Ja, vielen Dank.

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                        Genau, und ich glaube, dann war unser offizieller Teil zu Ende.

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                        Und Tine, du bist ja dann auch nach Hause gefahren, wenn ich mich nicht täusche,

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                        oder warst du abends noch dabei? Nee, du?

                        0:44:11–0:44:15

                        Nee, ich habe mich pro Kinder entschieden, schon musste dann nach Hause.

                        0:44:17–0:44:21

                        Ja, sehr vernünftig, wenn auch sehr schade, weil dann gab es noch eine,

                        0:44:22–0:44:30

                        Ja, eine Hörspielaufnahme, also quasi eine Lesung mit toller Musik untermalt von Julian und Juri.

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                        Das war wahnsinnig bewegend.

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                        Ich habe eigentlich die ganze Zeit durchgeheult, muss ich zugeben.

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                        Ja, weil, genau, Heike Purian mit ihrem Buch, Wie wir wieder wahrnehmen,

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                        sehr zu empfehlen, sich mal dieses Buch anzuschauen und zu erwerben.

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                        Sie hatte auch Dortwalti dabei und man konnte die zu einer solidarischen Preisfindung

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                        auch irgendwie sich mitnehmen.

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                        Genau, gab es diese Lesung. Und da würde ich jetzt noch mal kurz zu einsteigen,

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                        was da eigentlich mit mir passiert ist, wo ich die ganze Zeit geweint habe,

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                        aber vielleicht auch mit Selina, die noch dabei war.

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                        Aber Tina, auch jetzt stehen gleich bei dir die hungrigen Kinder vor der Tür.

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                        Und deshalb würde ich dich schon mal verabschieden, damit du nicht in Stress

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                        kommst und gut versorgen kannst die Menschen, die von dir versorgt werden möchten.

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                        Danke, ja, ich muss mich tatsächlich jetzt verabschieden. Ich fand es toll,

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                        dabei zu sein. Es hat irgendwie Spaß gemacht, nochmal jetzt mit dieser Woche

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                        Abstand einfach nochmal das Ganze nochmal gemeinsam sacken zu lassen und zu

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                        reflektieren und zu sortieren.

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                        War schön mit euch. Danke. Danke. Tschüss.

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                        Danke dir. Tschüss. War sehr schön. Genau, Selina. Dann sprechen wir vielleicht

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                        nochmal kurz über diese Lesung am Abend.

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                        Und man muss sich vorstellen, es wurde dann schnell umgebaut.

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                        Wir haben einen Spaziergang gemacht. wir Teilnehmenden, nach einem wieder sehr

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                        leckeren Abendessen, waren wir nochmal ein bisschen in Mühlheim an der Ruhr

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                        spazieren und sind dann zurückgekommen und sind wieder in so ein ganz anderes Ambiente gefallen.

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                        Es waren auch viel mehr Leute in dem Raum, in dem wir vorher nur, also nur zu 30, 40 waren.

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                        Es sind dann Leute, die tagsüber da waren, teilweise schon abgereist und neue

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                        Leute hinzugekommen, haben sich dann ins Publikum gesetzt.

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                        Wir lagen, also die Leute, die schon den ganzen Tag dort waren,

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                        waren schon so wohlig in dem Raum, dass wir uns alle so vorne hingeflätzt hatten

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                        mit Kissen und Yogamatten und Decken und irgendwie auch in so einer kuscheligen

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                        Atmosphäre da rumlagen.

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                        Genau, und dann hat Heike Purian angefangen aus ihrem dritten Kapitel,

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                        wie gesagt, wie wir ihn wieder wahrnehmen, vorzulesen und musikalisch untermalt von Juri und Julian.

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                        Und Juri hat eben auch dieses Stehgreiforchester damals mitgegründet und das

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                        auch zu uns geführt, zum Mycelium geführt.

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                        Und dadurch haben wir jetzt das Potenzial in unserem Ökosystem von ganz vielen

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                        tollen MusikerInnen und diesem Stehgreiforchester, worüber ich mich auch immer wieder freue.

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                        Und genau, war auch mein erstes Mal, dass ich Juri und Julian kennengelernt

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                        habe und mich sehr gefreut, die kennenzulernen. und Heike Purian E.

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                        Auch eine Wandelforscherin, die gerade auch ein neues Projekt gründet, die Wegwarte.

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                        Da wird auch noch Unterstützung gesucht. Also wenn ihr genau euch dieses Projekt

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                        anschaut, dann schaut mal im Internet Heike Purian und Wegwarte,

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                        die in dieser Commons-Bewegung verankert ist und dort ganz viel bewegt und anstößt.

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                        Und so hat sie auch diesen Raum bewegt.

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                        Und ich glaube, ganz viel Wandel in den Menschen auch angeregt, die dazugehört haben.

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                        Also bei mir arbeitet es auf jeden Fall immer noch seitdem, weil sie einfach

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                        Worte gefunden hat für das, was uns so trennt in unserer Gesellschaft.

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                        Es ging sehr viel um, wie viel Kontrolle wir eigentlich brauchen,

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                        um uns sicher zu fühlen und wie wir vielleicht auch wieder mehr zu einem Vertrauen

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                        hinkommen, was nicht so viel Kontrolle bedarf und das hat mich schon sehr bewegt.

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                        Genau, kannst dir mal erzählen, Selina, wie es dir geht währenddessen?

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                        Unfassbar berührend.

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                        Also, ja, ich habe ja auch von dir mitbekommen. Also, das auch noch begleitet

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                        von dieser Musik, also das war irgendwie so eine ganz,

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                        krasse Energie in dem Raum. Ich weiß nicht, das Es war, diese Worte von Heike nochmal zu hören.

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                        Ich habe sie auch hinterher, habe ich erfahren, es war so zusammengesetzt,

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                        so wie es sonst auch nicht in einem Buch als Kapitel steht.

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                        Es war speziell für den Abend, hat sie da Sachen zusammengefügt,

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                        die total ins Herz gegangen sind.

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                        Und weiß nicht, vielleicht auch gerade durch das Spüren von Verbundenheit und

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                        gleichzeitig dieser Trennung,

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                        die auch so oft spürbar ist in meinem Alltag.

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                        Sie hat was ausgesprochen, was glaube ich in diesem Raum, ja es lag so in der

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                        Luft, als könnten es irgendwie gerade alle spüren.

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                        Und ich konnte auch nochmal spüren, wie wichtig diese Räume sind,

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                        wo wir irgendwie so das Ganze auch,

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                        was wir uns irgendwie so angeeignet haben, unsere ganzen Rüstungen und ja,

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                        so dieses Harte auch immer wieder irgendwie ablegen können oder uns gegenseitig helfen dabei,

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                        diese Rüstungen abzulegen.

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                        Und ich glaube, sie hat auch einmal davon gesprochen, irgendwie so diese Stützräder

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                        abzunehmen, die uns irgendwie auch so behindern in diesem freien Pfad und irgendwie

                        0:49:59–0:50:04

                        so seine eigene Bewegungsform wieder zu finden. Oder sind jetzt meine Worte?

                        0:50:06–0:50:09

                        Ja, wie wichtig und wertvoll diese Räume sind.

                        0:50:11–0:50:14

                        Ja, das war sehr eindringlich.

                        0:50:15–0:50:20

                        Soll. Und wir sind dann auch irgendwann, also was ich auch so ja,

                        0:50:20–0:50:24

                        was mich auch bewegt hat auf jeden Fall, war dann diese, also es war ja sozusagen

                        0:50:24–0:50:25

                        eine Hörspielaufnahme.

                        0:50:26–0:50:29

                        Ich kann also nur allen empfehlen, dieses Hörspiel sich auch mal anzuhören,

                        0:50:29–0:50:31

                        wenn es dann veröffentlicht wird.

                        0:50:31–0:50:35

                        Und sie haben halt extra dieses Hörspiel nicht sozusagen in der Trennung von

                        0:50:35–0:50:38

                        den Zuhörenden in einem Studio aufgenommen,

                        0:50:38–0:50:43

                        sondern haben Orte gewählt wie unseren in Mühlheim dann im Wandelwinkel,

                        0:50:43–0:50:47

                        um dieses Hörspiel aufzunehmen und auch die Resonanz der Menschen, die dem zuhören,

                        0:50:48–0:50:51

                        mit auf diesem Hörspiel zu haben.

                        0:50:51–0:50:57

                        Und irgendwann haben wir dann auch so gemeinsam gesungen und uns…

                        0:51:01–0:51:05

                        Uns da auch musikalisch durch unsere Stimmen irgendwie daran beteiligt an dieser

                        0:51:05–0:51:07

                        Hörspielaufnahme und ich bin mega gespannt, die dann mal zu hören,

                        0:51:07–0:51:10

                        wenn die rauskommt und da nochmal reinzugehen in den Moment.

                        0:51:10–0:51:11

                        Es wird bestimmt auch verrückt.

                        0:51:12–0:51:16

                        Aber ich glaube, es ist, wie du sagst, ich glaube, es braucht mehr solcher Räume.

                        0:51:18–0:51:22

                        Und Heike Purian, die auch Teilnehmerin war, den ganzen Tag über schon da,

                        0:51:22–0:51:25

                        sie hat die ganze Zeit mitgemacht, obwohl sie dann abends diese Lesung noch hatte.

                        0:51:26–0:51:33

                        Hat auch einen ganz wichtigen Punkt, finde ich, nochmal irgendwie so gefasst,

                        0:51:33–0:51:37

                        während unseres Pilztreffens, nämlich dass das Besondere am Myzelium ist diese

                        0:51:37–0:51:39

                        Verbindung von Kultur und Struktur.

                        0:51:40–0:51:44

                        Also wir verändern Strukturen, aber wir verändern sie, indem wir eine andere

                        0:51:44–0:51:46

                        Kultur einbringen in diese Strukturen.

                        0:51:47–0:51:52

                        Und das hat mich nochmal in meinem theoretischen Denken auch über den Wandel,

                        0:51:52–0:51:57

                        der gerade passiert, auch nochmal voll mir da eine Klarheit gegeben,

                        0:51:57–0:51:59

                        wie man auch das verstehen kann, was wir da tun.

                        0:52:00–0:52:05

                        Und ich glaube, das wird wirken. Ich bedanke mich, Selina, dass du dir die Zeit

                        0:52:05–0:52:07

                        genommen hast, hier mit mir zu sprechen.

                        0:52:07–0:52:12

                        Und genau, Tina auch, wenn sie diesen Podcast dann hört. Hat mich mega gefreut,

                        0:52:12–0:52:15

                        dass ihr beide Lust hattet, hier mit mir zu sprechen.

                        0:52:16–0:52:21

                        Nochmal an unsere Zuschauerinnen da draußen, wenn ihr Teil dieses Mycelium-Podcasts

                        0:52:21–0:52:26

                        werden wollt, Teil der Mycelium-Podcast-Gemeinschaft, Teil des Mycelium-Vereins,

                        0:52:27–0:52:31

                        Auch wenn ihr vielleicht noch keinen eigenen Myzeliumbaum in der Nähe habt,

                        0:52:31–0:52:35

                        der kann ja noch entstehen, der kann ja noch wachsen oder der will auch vielleicht

                        0:52:35–0:52:37

                        gesät werden, sodass er wachsen kann,

                        0:52:37–0:52:42

                        werdet doch Fördermitglied bei uns im Myzelium-Ökosystem-Verein, den es jetzt neu gibt.

                        0:52:42–0:52:50

                        Ihr könnt das machen über myzelium-ev.com. Da könnt ihr Mitglied werden, wenn ihr das wollt.

                        0:52:50–0:52:53

                        Und dann bekommt ihr mehr von uns zu hören und werdet auch eingeladen auf diese

                        0:52:53–0:52:59

                        Pilz-Treffen und auf andere Dinge, die wir uns vornehmen in Zukunft.

                        0:53:02–0:53:06

                        Ja, ich bedanke mich fürs Zuhören und ich wünsche euch allen noch eine gute

                        0:53:06–0:53:14

                        Woche und freue mich, wenn wir uns bald in dem einen oder anderen Bezelium-Raum

                        0:53:14–0:53:16

                        wieder begegnen persönlich.

                        0:53:17–0:53:18

                        Vielen Dank. Tschüss.

                        0:53:22–0:53:28

                        Ja, ich bin ganz voller Aufregung und Neugier hier angekommen,

                        0:53:29–0:53:37

                        weil ich so gerne spüren wollte, wie sich so ein Geflecht, so ein Zählung anfühlt.

                        0:53:40–0:53:45

                        Und im Vorhinein war es eben so sehr von Aufregung und Unbewusstsein geprägt.

                        0:53:45–0:53:58

                        Und jetzt schwimme ich hier gerade in der Fülle und bin ganz bereichert und warm irgendwie,

                        0:53:59–0:54:01

                        das fühlt sich sehr schön an.

                        0:54:03–0:54:04

                        Danke.

                        The post MP086 – Myzelium Pilztreffen appeared first on MYZELIUM.

                        55 min
                      • MP085 - Kein Raum für Zynismus

                        • Hannah Heller

                            Die Zeit von Krisen und schlechten Zukunftsperspektiven ist die Zeit der Zyniker:innen. Menschen, die nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern in ihrem Umfeld zur Verbesserung der Situation beitragen möchten, bekommen es oft mit Zyniker:innen zu tun. Sie können den Gestalter:innen viel Kraft kosten, wenn sie lamentieren, dass das eh alles keinen Sinn hat, dass es eh nicht funktioniert oder falls doch, dass es nichts verändert im großen und ganzen. Wie gehen wir mit diesen Menschen um? Welche Haltung wollen wir gegenüber dem Zynismus einnehmen? Das erfährt ihr in dieser Folge.

                            Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                            Transkription
                            Hannah Heller
                            0:00:09–0:00:14

                            Liebe Podcast-Gemeinschaft, herzlich willkommen zu einem weiteren Mycelium-Podcast.

                            0:00:14–0:00:18

                            Heute wieder mit mir, Hanna Heller, die neue Moderatorin, ihr erinnert euch,

                            0:00:18–0:00:21

                            und Timo Wanz vom Mycelium.

                            0:00:21–0:00:23

                            Und heute reden wir über Zynismus.

                            0:00:24–0:00:28

                            Timo, warum reden wir heute eigentlich über Zynismus? Erzähl doch mal.

                            Timo
                            0:00:28–0:00:34

                            Ja, warum reden wir über Zynismus? Ich glaube, was meine ich damit eigentlich

                            0:00:34–0:00:40

                            überhaupt? Das ist so, in vielen verschiedenen Ausprägungen kennt ihr das sicher.

                            0:00:41–0:00:45

                            Jemand sagt, das geht nicht. Die Menschen sind nicht so.

                            0:00:46–0:00:51

                            Früher war ich auch mal so wie ihr und jetzt bin ich aber Realist.

                            0:00:51–0:00:54

                            Und eine bessere Welt ist nicht möglich.

                            0:00:55–0:01:02

                            Ich weiß nicht, ob ihr das spürt, aber in diesem Moment wird die Energie dem Raum entzogen.

                            0:01:02–0:01:09

                            Es wird auf einmal anstrengend, der Bauch krampft sich zusammen und es verbreitet

                            0:01:09–0:01:12

                            sich das Gefühl, doch besser zufrieden.

                            0:01:13–0:01:18

                            Nichts zu tun und zu akzeptieren, dass man nichts ändern kann. Genau.

                            0:01:18–0:01:23

                            Und ich glaube, dieses Gefühl von Zynismus ist für jeden Transformationsakteur

                            0:01:23–0:01:25

                            total toxisch, schwierig.

                            0:01:26–0:01:31

                            Und deswegen, weil es immer wieder vorkommt, heute meine Podcast-Folge zu dem Thema.

                            Hannah Heller
                            0:01:32–0:01:36

                            Ja, schön. Ich finde es spannend. Ich habe mich so ein bisschen informiert von

                            0:01:36–0:01:40

                            dem Podcast, wo eigentlich Zynismus herkommt als Begriff, als Idee.

                            0:01:40–0:01:46

                            Und tatsächlich von den Griechen, damit wurden erstmal Hunde bezeichnet,

                            0:01:46–0:01:50

                            aber dann ging es eben über zu einer Lebensanschauung und Lebensweise,

                            0:01:50–0:01:57

                            die sich durch eine Bedürfnislosigkeit und einen ethischen Skeptismus, also mir ist alles egal,

                            0:01:57–0:02:01

                            ich bin bedürfnislos, hat alles gar nichts mit mir zu tun,

                            0:02:02–0:02:04

                            Haltung sozusagen ausgezeichnet hat.

                            0:02:04–0:02:11

                            Und heute wird es eigentlich benutzt, zynisch, um eine Weise zu beschreiben,

                            0:02:11–0:02:16

                            die auf grausame und den Anstand beleidigende Weise spöttisch ist.

                            0:02:16–0:02:22

                            Auch spannend finde ich, darüber nochmal nachzudenken, wie man den Anstand von

                            0:02:22–0:02:29

                            jemand auf eine spöttische Art und Weise irgendwie herunterspielt oder infrage stellt.

                            Timo
                            0:02:29–0:02:33

                            Ja, ich glaube, so Begriffsgeschichte ist ja schon auch immer spannend Und ich

                            0:02:33–0:02:36

                            glaube, dieses Spöttische ist ja auch das, was so weh tut.

                            0:02:36–0:02:40

                            Also jemand hat eine Idee und sagt, die Welt könnte besser sein.

                            0:02:40–0:02:46

                            Und dann reagiert der Mensch vielleicht auch mit so einem Gesichtsausdruck und

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                            einem gewissen Lächeln und sagt so, ja, die Jugend oder diese Träumer.

                            0:02:53–0:02:55

                            Früher war ich vielleicht ja auch so.

                            0:02:55–0:03:00

                            Aber man muss doch realistisch bleiben. Die Menschen sind so und so.

                            0:03:00–0:03:04

                            Und was dann jetzt sofort passiert ist, ist das System stabilisieren.

                            0:03:04–0:03:09

                            Also Zyniker brauchst du keine Angst haben, dass es die Revolution der Zyniker gibt.

                            0:03:10–0:03:12

                            Die findet vielleicht anders statt. Also,

                            0:03:13–0:03:17

                            Oder ich nehme es zurück, wir erleben gerade eine Revolution der Zyniker,

                            0:03:17–0:03:22

                            das heißt AfD-Wahlergebnisse, aber du brauchst keine Angst haben,

                            0:03:23–0:03:24

                            dass die Zyniker irgendwie aktiv werden.

                            0:03:24–0:03:27

                            Die werden jetzt nicht alle Mitglied in der AfD, die wählen die halt.

                            0:03:28–0:03:37

                            Und dann darf diese Partei des lebenden Zynismus im Grunde ihr Menschenbild verbreiten.

                            0:03:38–0:03:42

                            Aber du brauchst keine Angst haben, dass der Zyniker irgendwie beginnt zu handeln.

                            0:03:42–0:03:46

                            Und jetzt, wenn du aber genau die andere Person bist, also jemand,

                            0:03:46–0:03:50

                            der handeln möchte und auf diese Menschen trifft, ich glaube,

                            0:03:50–0:03:51

                            muss man sich da ein bisschen wappnen.

                            Hannah Heller
                            0:03:52–0:03:57

                            Okay, und wie wappnen wir, wir IdealistInnen, wie wappnen wir uns gegen den Zynismus?

                            0:03:58–0:04:01

                            Wie lassen wir uns nicht die Energie rauben von den ZynikerInnen?

                            Timo
                            0:04:02–0:04:05

                            Ja, ich glaube erstmal, dass wir uns nicht auf ihr Spielfeld begeben,

                            0:04:05–0:04:10

                            weil natürlich ist der Markt, also ist im Marktmodell an sich sowas wie ein

                            0:04:10–0:04:12

                            gelebter Zynismus schon enthalten.

                            0:04:13–0:04:18

                            Also Dörsen, Tina, also der ist no alternative, also zum Markt.

                            0:04:20–0:04:25

                            Und also der Kapitalismus funktioniert immer weiter, er hat, ob es siegt.

                            0:04:26–0:04:31

                            Und jede Alternative zum klassischen kapitalistischen Wirtschaften funktioniert nicht.

                            0:04:31–0:04:36

                            Also diese Sichtweise, diese Form von Zynismus steckt ja auch da drin.

                            0:04:38–0:04:42

                            Und das ist, glaube ich, auch das, was gemeinschaftsbasiert wirtschaftenden

                            0:04:42–0:04:46

                            Akteuren, also Leute, die sagen, hey, lass uns eine Wirtschaftsgemeinschaft

                            0:04:46–0:04:48

                            aufbauen, lass uns selber bestimmen, wie wir wirtschaften wollen,

                            0:04:48–0:04:52

                            der einen entgegenschlägt, dass sie sagen, das kann doch nicht funktionieren.

                            0:04:53–0:04:58

                            Ja, und ich glaube, das Spannende ist, also der Zyniker, der argumentiert ja

                            0:04:58–0:05:01

                            immer auch vermeintlich rational,

                            0:05:02–0:05:08

                            also der kommt immer über den Kopf und das Spannende ist, wenn man dem Zyniker

                            0:05:08–0:05:16

                            jetzt entgegentreten will, sollte man sich nicht auf seinem Feld duellieren, sondern genau,

                            0:05:16–0:05:17

                            auf einem Neuen.

                            Hannah Heller
                            0:05:19–0:05:22

                            Und wie eröffnet man dieses neue Feld?

                            Timo
                            0:05:22–0:05:25

                            Genau, also erstmal, dass man gar nicht versucht zu sagen, okay,

                            0:05:25–0:05:28

                            ich will den Kapitalismus ein kleines bisschen besser machen.

                            0:05:29–0:05:34

                            Also so Geschäftsmodelle wie, wenn du diese Cola-Flasche kaufst,

                            0:05:34–0:05:35

                            pflanzen wir zehn Bäume.

                            0:05:36–0:05:40

                            Ja, also da kann der Zyniker natürlich leichtes Spiel, ja. Also da vollkommen

                            0:05:40–0:05:43

                            zu Recht kann er sagen, dass das Greenwashing ist und nichts bringt.

                            0:05:44–0:05:48

                            Sondern du solltest es selber halt auch ernst meinen, bei dir selber beginnen und überlegen, okay.

                            0:05:50–0:05:53

                            In unserem Fall natürlich dann ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell aufbauen,

                            0:05:53–0:05:57

                            also wo es eben darum geht, wirklich zu sagen, wie wollen wir eigentlich wirtschaften.

                            0:05:58–0:06:02

                            Und wir sowohl von Unternehmerseite als auch von Konsumentenseite für das Angebot

                            0:06:02–0:06:04

                            zusammen Verantwortung übernehmen.

                            0:06:04–0:06:08

                            Und dann kann der Zyniker zwar sagen, na, das funktioniert so nicht und die

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                            Menschen sind nicht so, aber man hat halt den großen Vorteil,

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                            sobald man 100 Leute zusammen hat, die sagen, nö, wir glauben auch daran und

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                            wir sind optimistisch und das funktioniert, weil wir daran glauben und weil

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                            wir auch diese Spirale durchbrechen im Sinne von,

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                            ich würde es ja machen, mein Nachbar aber nicht, sobald man im Raum von 100

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                            Leuten sitzt, die auch so agiert, funktioniert das Argument nicht mehr.

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                            Und dann passiert eigentlich auch was Verrücktes. Auf einmal sind die Zyniker nicht mehr da.

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                            Also die Zyniker sind nur einmal da, um zu motzen. Wenn sie dann merken,

                            0:06:41–0:06:44

                            dass sie sich nicht durchsetzen können mit ihrem Zynismus, also Also übrigens

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                            ein total witziges Element, ich hatte mal die zweite Beitragsrunde,

                            0:06:49–0:06:51

                            Hanna, vielleicht erinnerst du dich auch daran beim Kaufladen,

                            0:06:52–0:06:57

                            da gab es so ein witziges Moment, wo eigentlich voll die positive Stimmung da

                            0:06:57–0:07:01

                            war und die Leute gesagt haben, ja, wir machen alle mit und wir wissen, dass das funktioniert.

                            0:07:01–0:07:03

                            Und da war dann so eine Person, die sich irgendwann mal so gemeldet hat,

                            0:07:03–0:07:06

                            also die kann man nicht als Zynikerin bezeichnen, aber die hat irgendwann mal

                            0:07:06–0:07:11

                            gesagt so, ja, okay, das scheint ja alles, also es scheint ja alle der Meinung

                            0:07:11–0:07:14

                            zu sein, dass das hier funktioniert und irgendwie auch einfach ist.

                            0:07:14–0:07:18

                            Ich habe dann aber da doch nochmal so eine Frage.

                            0:07:18–0:07:24

                            Und dann war es ganz witzig, weil da ganz viele erfahrene Mitglieder so halb

                            0:07:24–0:07:27

                            entrüstet darauf reagiert haben. Ich weiß nicht, ob du dich an den Moment erinnerst.

                            Hannah Heller
                            0:07:28–0:07:29

                            Nein, gerade nicht.

                            Timo
                            0:07:29–0:07:34

                            Und dann gesagt haben, natürlich funktioniert das und das ist eigentlich ganz

                            0:07:34–0:07:39

                            einfach und das war eigentlich total spannend, weil in diesem Raum war überhaupt

                            0:07:39–0:07:40

                            kein Platz für Zynismus.

                            0:07:40–0:07:43

                            Die Leute wissen einfach, dass es funktioniert.

                            0:07:43–0:07:46

                            Sie wissen, dass sie diese Macht haben und setzen es einfach um.

                            0:07:47–0:07:54

                            Und genau, deswegen würde ich auch einfach sagen, das Schöne am Zyniker ist,

                            0:07:55–0:08:00

                            er es motzt einmal rum und sobald er merkt, er kann die Dynamik aber nicht in

                            0:08:00–0:08:05

                            seine Richtung denken, ist er einfach weg und das ist eigentlich eine extrem

                            0:08:05–0:08:09

                            positive Perspektive, die man mir, glaube ich, reinbringen kann.

                            Hannah Heller
                            0:08:09–0:08:13

                            Ich glaube, es liegt aber auch tatsächlich, wenn man sich so die Projekte anschaut,

                            0:08:13–0:08:17

                            mit denen wir zusammenarbeiten, ich glaube, man muss sich schon auch entscheiden.

                            0:08:18–0:08:23

                            Glaube ich daran, dass das was wird und lege ich sozusagen die sehr einfach

                            0:08:23–0:08:28

                            einzunehmende Haltung des Zynismus ab. Also, weil es ist ja sehr einfach,

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                            zynisch zu sein, dieser Tage.

                            0:08:30–0:08:33

                            Irgendwie alles läuft schlecht, kann man eh nichts dran machen.

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                            Und dann sozusagen die eigenen Bedürfnisse abzulegen und zu sagen,

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                            ich kämpfe für nichts, ich will nichts, ich gucke nur, dass es mir irgendwie

                            0:08:39–0:08:42

                            gut geht, indem ich mich jeden Tag vor die Glotze hocke und mir irgendwelche

                            0:08:42–0:08:47

                            Geschichten reinziehe, die mir irgendwie ein kurzfristiges Glücksgefühl irgendwie erzeugen.

                            Timo
                            0:08:48–0:08:51

                            Der Zyniker kämpft doch für nichts. Also er glaubt ja auch nicht daran,

                            0:08:51–0:08:52

                            dass es ihm gut gehen kann.

                            0:08:52–0:08:56

                            Also ich glaube, er ist ja eigentlich eher dann immer nur in der Ablenkung,

                            0:08:57–0:08:59

                            oder? Also wenn er was macht, dann denkt er sich ab, oder?

                            Hannah Heller
                            0:08:59–0:09:04

                            Ja, das ist eher so ein vor sich hin vegetieren und irgendwie den Zustand überleben,

                            0:09:04–0:09:12

                            in dem man halt gerade so durchkommt, ohne Ziel, ohne Herz, ohne Wünsche.

                            0:09:12–0:09:14

                            Ich meine, das ist der Extremfall.

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                            Aber ich denke, wir alle spüren auch die leichten Anfälle des Zynismus an manchen

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                            Tagen, in denen man irgendwie rausschaut und denkt so, oh, und jetzt renne ich

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                            wieder gegen Windmühlen. Ich glaube, dieses Gefühl kennt man schon.

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                            Und sich davon nicht hinreißen zu lassen, genau, dafür rufe ich immer dich gerne an.

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                            Ich glaube, du bist so der Antizyniker tatsächlich. Also einfach mal so ein

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                            Schwung, ein Schwung wieder Optimismus, ein Schwung Vision und ein Schwung Vorstellungskraft,

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                            dass es eben doch möglich ist, eine andere Welt aufzubauen.

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                            Dafür ist immer ein Telefonat mit Timo gut das ist meine Erfahrung tatsächlich so ganz unironisch,

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                            Und doch jetzt nochmal zu den Projekten zurückkommen. Ich habe schon das Gefühl,

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                            dass es auch ein großer Punkt unserer Arbeit ist, wirklich diese Vorstellungskraft,

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                            dieses es ist möglich, mach es einfach, dann wird es möglich sein,

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                            wenn du dich dazu entscheidest, es auszuprobieren und es, also nicht auszuprobieren,

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                            sondern einfach zu tun. Wir setzen es gemeinsam um, Punkt.

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                            Und ich glaube, da ist es schon dann immer die Frage, wie sehr schaffen wir es?

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                            Also es gibt Unternehmerinnen und Unternehmer, es gibt Gemeinschaften,

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                            die tragen das in sich. So, da hast du, glaube ich, gleich ein ganz gutes Beispiel für uns.

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                            Die sagen, ja, okay, die lassen sich leicht anstecken von Vorstellungskraft,

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                            von utopischem Wissen sozusagen.

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                            Und dann gibt es aber die, die glauben nicht so ganz dran.

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                            Die probieren es mal aus, die machen diesen Prozess mit, die sind interessiert,

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                            aber vielleicht auch der innere Zyniker ist noch so stark und so eintrainiert

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                            auch in dieser Zeit, dass man denkt, ah.

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                            Es funktioniert wahrscheinlich doch nicht.

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                            Das ist irgendwie eine Nummer zu groß gedacht. Das ist irgendwie völlig abgefahren.

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                            Und da merkt man auch, dass das ganze Projekt dann sozusagen durchschwächt,

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                            indem man sagt, okay, dann setzen wir eben doch auf billige Preise und Angebote

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                            und Rabattsysteme und so weiter, noch neben dem gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.

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                            Und da merkt man, okay, nee, ihr müsst euch entscheiden. Ihr müsst euch entscheiden,

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                            welchen Weg ihr gehen wollt.

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                            Ob ihr den großen Weg euch traut.

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                            Und wenn man aber das Gefühl hat, okay, man traut sich diesen großen Weg nicht,

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                            dann ist die Frage, wie schafft man vielleicht Leute um sich,

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                            wo man sich dann gemeinsam den großen Weg traut.

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                            Aber genau, den nur halb zu gehen, bringt eigentlich oft nichts,

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                            weil man da den Zynikern zu viel Raum gibt, würde ich sagen.

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                            Aber vielleicht ein positives Beispiel von dem.

                            Timo
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                            Also ich glaube, das ist auch zum Beispiel wichtig, das, was du angesprochen

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                            hast, stimmt natürlich total. Also wir alle sind auch Zyniker. Also das ist so.

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                            Und ich glaube, es hilft zu sagen, es sind einfach Qualitäten,

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                            die in allen Menschen drinstecken und ich glaube, manchmal ist auch der Zyniker

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                            optimistisch, irgendwie aus Versehen.

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                            Er hat sein Weltbild mal für zwei Minuten die ganze Kontrolle.

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                            Und genauso gut ist der Optimist auch zynisch in bestimmten Situationen.

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                            Und ich glaube, Wenn wir zum Beispiel mit Unternehmern sprechen,

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                            dann kommt die Stationismus zum Beispiel dann durch, wenn die sagen,

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                            ja der Kunde oder die Kundin ist so.

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                            Das ist so ein ganz zynischer Moment, weil wir dürfen die nicht überfordern.

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                            Also das ist so, in dem Moment wird der Kunde dann auch nochmal eigentlich gekrönt.

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                            Er bekommt das Krönchen auf, wird Kunde König.

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                            Der darf nicht zu viel, muss im Grunde alle Wünsche von den Augen abgelesen

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                            werden und nicht zu viel fordern.

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                            Und ich glaube, das Wichtige daran ist, dass in diesen zynischen Momenten im

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                            Grunde auch immer eine Verletzung steckt.

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                            Also dieses immer dann, wenn wir zynisch sind, dann kommt im Grunde eine Wunde zum Vorschein.

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                            Und ich bin auch wirklich der Meinung, dass jeder einzelne ausgebildete Einzelhandelsmensch

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                            nie auf die Idee gekommen ist, dass es sein Wunsch ist,

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                            Kunden wie Könige zu behandeln, ja, sondern es wurde ihm antrainiert,

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                            ja, das nennt man dann Ausbildung und,

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                            ich glaube, es gibt so bestimmte, ich muss immer daran lachen,

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                            in meiner Zeit in Berlin, habe ich gedacht, irgendwie, es gibt dann auch so

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                            kulturelle Widerstände dagegen, irgendwie, also irgendwie der Service-Mitarbeiter

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                            in Berlin, der hat sich dagegen immer wehren können, gefühlt. Ja.

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                            Aber grundsätzlich ist das halt so, da gibt es eine Wunde, es ist eine Verletzung

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                            und die Verletzung entsteht im Grunde darüber, dass ich mein eigenes Ich,

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                            mein eigenes Bedürfnis darf ich offensichtlich nicht zeigen,

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                            wenn ich auf diesen Kunde komme.

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                            Der Kunde hat immer recht, eigentlich auch unglaublich brutale Aussage,

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                            weil warum darf sich ein Kunde irgendein Unternehmen benehmen,

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                            nur weil er in den Laden geht und was kaufen will, also komplett verrückt.

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                            Und dann noch verbunden mit der Aussage, nichts ist änderbar,

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                            das ist halt so. Jetzt muss ich in diesem Laden arbeiten.

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                            Und jetzt gehört mir der Laden vielleicht auch.

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                            Und meine Existenz ist davon abhängig, dass diese Menschen jetzt bei mir einkaufen kommen.

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                            Ich habe keine Wahl, ich kann nichts ändern, ich muss mit diesen Leuten unterwegs sein.

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                            Und das ist, glaube ich, dann auch wirklich gesundheitsschädigend so und auch

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                            so eine dauerhafte Verletzung der eigenen Bedürfnisse, weil die eigenen Bedürfnisse

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                            stehen ja immer hinter den Kunden zurück.

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                            Also wie es mir geht, ist egal.

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                            Und das ist eigentlich eine unglaubliche Brutalität, die in diesem,

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                            Marktmodell gerade auch im Einzelhandel finde ich, dadurch schimmert.

                            Hannah Heller
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                            Also heißt, sich vor dem Zynismus zu schützen, ist auch irgendwie klar zu haben,

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                            was die eigenen Bedürfnisse sind und diese auch zu formulieren gegenüber den

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                            Menschen, die um einen sind,

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                            egal von welcher Hierarchie sozusagen kommend oder welche Hierarchie man auch

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                            irgendwie antrainiert bekommen hat.

                            Timo
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                            Genau, also es beginnt im Grunde damit, dass wir auch die Unternehmerin dann

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                            begleiten, zu fragen, was sind denn eigentlich deine Bedürfnisse?

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                            Also was muss eigentlich gegeben sein, damit du deine Arbeit gut machen kannst?

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                            Und es dauert dann nicht lange, bis sie darüber beginnen, dass sie gerne eine

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                            neue Beziehung zu ihren Kunden hätten.

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                            Und damit es eine bessere Beziehung zu den Kunden gibt, müssen die Kunden aufhören, Kunden zu sein.

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                            Auch die Stammkundschaft, es sind im Grunde Menschen, die regelmäßig kommen,

                            0:15:57–0:16:02

                            sich auch gut benehmen im Laden, aber trotzdem fehlen denen natürlich Informationen,

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                            Ressourcen, wirklich Verantwortung zu übernehmen.

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                            Aber die sind schon aus einer inneren Haltung her, versuchen die im Grunde im

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                            Kontakt mit den Mitarbeitern und wenn sie im Laden sind, wieder gute Energie

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                            reinzubringen und so weiter.

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                            Und diesen Menschen, die es im Grunde schon verstanden haben,

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                            dass sie sich jetzt nicht hier aufführen können wie Rumpelstilzchen oder so,

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                            ohne jetzt Rumpelstilzchen zu nahe zu treten, ja.

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                            Diesen Menschen muss man ein besseres Angebot machen und das ist eben zu sagen,

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                            hör auf Stammkundin zu sein, werde Mitglied im gemeinschaftsbasierten Modell

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                            wir geben dir sämtliche Informationen und auch die Möglichkeit,

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                            wie du Verantwortung übernehmen kannst,

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                            und dann können wir diesen Teufelskreis hier durchbrechen, also auch diesen

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                            Teufelskreis aus ständigen Verletzungen permanenter Unzufriedenheit,

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                            unverständiger Kommunikation und daraus auch dieses total destruktive Katz-und-Maus-Spiel,

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                            was im Grunde im Einzelhandel gespielt wird von Unternehmern und Konsumenten.

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                            Also sich gegenseitig mit Rabatten, Margen im Grunde permanent gegenseitig übers Ohr zu hauen.

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                            Und so der Kunde ist halt so, der Kunde will es günstig.

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                            Ich als Unternehmer muss aber natürlich auch Marge haben, Also mache ich bestimmte

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                            Sachen günstig und hoffe, dass er nicht checkt, an welchen Stellen ich ihm das

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                            Geld aus der Tasche ziehe.

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                            Und der Kunde selber ist aber nicht viel besser, weil er rennt rein und denkt,

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                            er kann das System überlisten. Und…

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                            Genau, so. Und zu sagen, jetzt haben wir halt eben die Wahl,

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                            spielen wir dieses Spiel weiter oder steigen wir aus?

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                            Und das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften ist halt zu sagen,

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                            okay, liebe Leute, wenn wir halt eben glauben, dass der Kunde nun mal so ist,

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                            dann können wir nie was ändern.

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                            Dann haben wir keine Chance. Und wenn wir Angst vor dem Kunden haben und ihn

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                            beschützen wollen, können wir auch nichts ändern.

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                            Und es ist nicht so, dass, also wir erleben ja auch, also wenn Hanna zum Beispiel

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                            spricht, dann haben wir auch Menschen vor Augen oder Unternehmer in unserem

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                            Netzwerk, denen das leichter fällt als anderen.

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                            Und Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften hat dann viele Chancen,

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                            auch erstmal die Beziehung zu verändern, aber auch den Mitgliedern der zukünftigen

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                            Gemeinschaft, ehemals Stammkunden, bekommen ja so viel mehr.

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                            Die bekommen ja nicht nur mehr Einblick in den Laden, sondern sie werden auch

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                            Teil einer Geschichte des Gelingens.

                            Hannah Heller
                            0:18:35–0:18:40

                            Wenn man sich darauf einlässt und daran glaubt gemeinsam, dass es gelingt.

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                            Und da spielen dann wieder so soziale Dynamiken total mit rein.

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                            Also ich glaube, das spielt auch sozusagen mit rein, wie wir uns vom Mycelium dort reinstellen.

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                            Also mit dieser Erfahrung, die wir haben, zu sagen, ja, es ist da gelungen,

                            0:18:55–0:18:57

                            es ist da gelungen, es ist da gelungen.

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                            Wir können groß denken und es kann gelingen.

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                            Und eben diesem Zynismus keinen Raum zu geben, zu sagen, ja,

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                            aber das kann doch nicht funktionieren und das kann doch nicht funktionieren

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                            und das kann doch nicht funktionieren.

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                            Und da wirklich die Leute sozusagen anzustecken, anzustecken mit großer Vorstellungskraft

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                            und mit einer Zukunftsperspektive und mit eben einer Alternative,

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                            die da schon an verschiedenen Orten, in verschiedenen Läden,

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                            in verschiedenen Unternehmen erprobt wird.

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                            Aber ich glaube, es kommt wirklich darauf an, dass man mit dieser Vorstellungskraft,

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                            mit diesem Optimismus, mit dieser Ausrichtung an Bedürfnissen auch tatsächlich überzeugt.

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                            Und da kannst du ja vielleicht mal erzählen, wie da deine Strategie ist,

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                            da zu überzeugen, weil dir gelingt das ja regelmäßig.

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                            Hast du da eine Strategie oder kommt das einfach aus dem Bauch heraus?

                            Timo
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                            Nö, also meine Strategie ist, die Menschen regelmäßig dazu begrüßen,

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                            dass wir jetzt hier die Welt retten.

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                            Ich finde diesen Terminus, wir retten die Welt, super wichtig.

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                            Also nicht ich rette die Welt, wir retten die Welt, wir retten sie zusammen.

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                            Und zwar deswegen, weil das ja schon mal der erste Kampf gegen den Zynismus ist.

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                            Also wenn man die Reaktion darauf, wenn jemand sagt, wir retten die Welt,

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                            ist ja, dass die Leute schon beginnen zu grinsen und zu sagen,

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                            ja, wer bist du denn, dass du jetzt hier die Welt retten willst?

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                            Und überhaupt Welt retten. Da kommt ja schon wieder so ein Menschenbild und

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                            die Natur, also die will ja überhaupt nicht gerettet werden und so weiter.

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                            Also es gibt ganz witzige Perspektiven, wie darauf zynistisch geantwortet werden kann.

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                            Ja, aber ehrlich gesagt macht mir das unglaublich viel Spaß,

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                            weil wir können natürlich uns direkt abtauchen im Zynismus, wenn wir in dieser

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                            Situation, in der wir jetzt sind, sagen wollen, wir wollen nicht mehr die Welt retten.

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                            Ja, weil natürlich wollen wir unsere eigene Welt retten.

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                            Wir wollen unsere eigenen Lebensperspektiven retten. Und wenn wir jetzt nicht

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                            mehr unterwegs sind und das tun zu wollen, können wir gerade,

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                            ja, dann brauchen wir eigentlich gar nichts mehr machen.

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                            Aber ich glaube, was eigentlich das Spannende ist, ist,

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                            dass Menschen auf uns zukommen und das Angebot des Myceliums ist es eigentlich nicht,

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                            das einzelne Unternehmen zu retten, ja, sondern wir bringen eigentlich immer

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                            Transformation in Regionen.

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                            Und das ist, glaube ich, schon mal der erste Unterschied. Also jemand meldet

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                            sich zum Beispiel und sagt, hey, mein Unverpacktladen stirbt.

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                            Wir sind jetzt gerade eine Initiative hier von 20 Leuten. Wir würden gerne den Laden retten.

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                            Und wenn die sich dann bei uns melden, dann sagen wir halt, ja super,

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                            toll, dass ihr euch meldet.

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                            Wir als Mycelium wollen gerne dann eure Stadt transformieren.

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                            Dann gucken die erstmal so ein bisschen, dann sagen wir, ja,

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                            aber es geht uns doch eigentlich nur um uns, also wir fragen dich jetzt wegen

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                            diesem Unverpacktladen und warum müssen wir jetzt die ganze Stadt transformieren

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                            so und da muss man das ein paar Mal wiederholen und irgendwann mal beginnt es

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                            dann aber zu sinken und die Leute sagen dann so,

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                            oh ja ich bin ja eigentlich irgendwie beim VCD und wir haben hier noch so ein

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                            Kascheng-Projekt, könnte man das dann auch so machen?

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                            Und die Antwort ist halt immer ja, so und das ist im Grunde das Angebot des

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                            Myceliums, also für die Leute, die es wirklich checken also für diese Supermitglieder,

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                            die merken oh das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften ist ein Handlungsangebot.

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                            Um immer nach dem selben Modell, hey, jemand hat ein Angebot oder jemand will

                            0:22:38–0:22:42

                            ein Angebot machen, Leute haben entsprechende Bedürfnisse, die dem gegenüberstehen.

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                            Und wenn dann 20, 30, 40, 100 Leute sagen, jo, wir wollen das Angebot übernehmen, dann existiert das.

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                            Und das ist eigentlich unglaublich einfach. Du musst dir eigentlich immer nur

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                            die Frage stellen, gibt es genügend Menschen in meiner Region,

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                            die das unterstützen wollen?

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                            Und wenn du dann zum Beispiel schon Angebote hast, wie zum Beispiel ein Carsharing-Modell,

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                            wo schon Leute mitmachen, aber es ist halt noch disso-funktional,

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                            hat aber schon Stammkunden, dann ist der Weg, es perfekter zu machen,

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                            halt sehr kurz, weil man einfach nur den Stammkunden sagen muss,

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                            also so wie wir es jetzt machen, funktioniert es halt nicht und wenn ihr ein

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                            bisschen Verantwortung übernehmt, funktioniert es viel besser und wir können

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                            das, was wir jetzt gelernt haben, dann als nächstes auf dem Buchladen umsetzen.

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                            Tatsächlich erlebt ihr mich so grinsen, weil das, was ich euch hier erzählt

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                            habe, Ich toppe noch nicht genau, wo das mir passiert ist, dass genau diese

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                            Geschichte genauso gelaufen ist.

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                            Aber es war letzte Woche Donnerstag, dass ich genau so einem Menschen gegenüber saß.

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                            Tatsächlich auch in Bayern, ja.

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                            Und die genauso agieren. Das sind einfach 20 Leute, die retten jetzt erstmal

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                            ihren Unverpackt-Laden und sind danach dabei, weiterzumachen.

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                            Und man hat Termine mit denen und die grinsen einem einfach an und sagen,

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                            jo, wir haben Bock und das wird was und wir glauben alle daran.

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                            Und ich bin übrigens hier noch Schatzmeister bei drei anderen Vereinen und der

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                            andere ist Informatiklehrer.

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                            Die dritte Person hat in der Kirchengemeinde in Kaschheim organisiert, der dritte ist vom VCD.

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                            Das sind eigentlich auch alle schon so super krasse Multiplikatoren-Typen.

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                            Eigentlich auch schon, man merkt schon, das sind keine Zyniker im Raum.

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                            Das sind schon Leute, die schon immer machen. Und diese Zyniker,

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                            die kriegen jetzt gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften als Technik an die Hand.

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                            Als, hey, liebe Optimisten und Menschen, die glauben, man kann was ändern.

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                            Ihr könnt tun und lassen, was ihr wollt, solange ihr zusammen die sozialen und

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                            finanziellen Bedingungen ausfinanzieren könnt. Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,

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                            das ist davon eine Technik.

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                            Und das Mycelium schenkt euch dafür Rahmen und Prozesse.

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                            Also ihr, die sowieso schon so viel macht, ihr müsst euch jetzt nicht für jeden

                            0:24:41–0:24:45

                            einzelnen Teil überlegen, wie man jetzt die Gründung macht.

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                            Das macht ihr einfach in unserem Mycelium-Räumen.

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                            Und die grinsen an einen und sagen, ja natürlich, weil ich schon so sauviel

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                            Erfahrung habe, möchte ich natürlich jetzt nicht bei unserem Unverpackt-Laden

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                            so ein Organisationsentwicklungsprojekt starten und überlegen,

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                            wie könnte man jetzt so einen Laden neu machen, sondern ich will einfach unverpackte

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                            Lebensmittel konsumieren auf eine coole Art und Weise und dann habe ich da noch

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                            andere Ideen und das hockt.

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                            Der Kampf gegen den Zynismus beginnt im Grunde da, wo das Mycelium sagt,

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                            dein einzelnes Projekt ist uns eigentlich gar nicht so wichtig.

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                            Wir als Mycelium wollen eure Region verändern.

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                            Wir wollen die Menschen, die in dem einen Projekt sind, mit den Projekten mit

                            0:25:24–0:25:27

                            den Menschen im nächsten Projekt miteinander verbinden und kontinuierlich Jahr

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                            für Jahr überlegen, wie man die nächsten Projekte macht. Das ist unsere Vision.

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                            Und dann passiert das Witzige, dass die Leute noch dreimal nachfragen,

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                            ob wir das wirklich ernst meinen und dann beginnen,

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                            das ist total witzig, ich hatte gestern einen Workshop abends, wo ich so zehn Leuten.

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                            Ins Gesicht gucke und sie beginnen so ganz fein zu lächeln, so, ja,

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                            also und das finde ich so, das ist das, äh, das ist irgendwie,

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                            das, die Antireaktion auf den Zyniker, der Zyniker der lächelt,

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                            also der lächelt spöttisch und, ähm,

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                            der, der Optimist oder,

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                            ja, wie grinsen die, die grinsen irgendwie fein, nachsichtig,

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                            freudig, die freuen sich auf das, was kommt, so.

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                            Und, ja, das existiert und diese Menschen da draußen sind und,

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                            äh, wenn ihr euch denkt, dass ihr auch so seid.

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                            Erster Schritt, Mitglied im Mythenium-Ökosystem e.V. werden,

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                            würde ich mal sagen, als Privatperson.

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                            Nächster Step, gucken, wo die Organisationen sitzen und dann transformieren wir eure Region.

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                            Und wenn ihr Zyniker seid und daran nicht glaubt, was ich jetzt hier sage, bleibt bloß weit weg.

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                            Also wir haben keine Zeit, uns mit euch zu beschäftigen. Wirklich nicht.

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                            Wir sind nicht da, Therapiestunden für Zyniker zu machen.

                            Hannah Heller
                            0:26:45–0:26:48

                            Ja, ja und, also ich sehe bei vielen Leuten ja schon dieses,

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                            das ist halt so erleichternd. Es ist so erleichternd zu sagen,

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                            okay, es klappt alles nicht.

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                            Es ist erleichternd zu sagen, die Welt geht eh unter, kann ich nichts dran ändern.

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                            Der schwierige Weg, so der Anstrengende, emotional Anstrengende und wahrscheinlich

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                            auch von der Arbeitsbelastung her, ist es zu sagen, ich glaube daran,

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                            dass es noch besser werden kann.

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                            Ich glaube daran, dass meine Kinder auch eine gute Zukunft haben können,

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                            wenn wir uns anders verhalten mit unseren ganzen technologischen Möglichkeiten, die wir haben.

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                            Und ich glaube ja, dass dieses, also dass Kinder, wenn sie auf die Welt kommen,

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                            da gibt es keine Zyniker. Kinder sind keine Zyniker.

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                            Kinder glauben fest daran, dass alles, was sie anpacken, sie auf jeden Fall

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                            auch hinbekommen und können.

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                            Und ich glaube, es ist eher super anstrengend, im Erwachsenenwerden zu sagen,

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                            oder es ist eine Reaktion auf die ganzen Enttäuschungen, die man erlebt.

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                            Und dann halt zu sagen, ja, okay, dann werde ich jetzt halt Zyniker,

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                            ist irgendwie einfacher.

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                            Ich glaube aber, dass in jedem Menschen tatsächlich dieses Optimistische,

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                            dieses, ja, ich habe Bock, ich habe Bock,

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                            Teil von was Großes zu sein, ich habe Bock, Teil von was Gelingendem zu sein,

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                            ich habe Bock, es besser zu machen, ich habe Lust, die Welt zu retten in diesen

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                            verfahrenden Situationen, in denen wir drinstecken,

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                            dass das in vielen drin ist und wenn man ihnen sozusagen den Bus zeigt,

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                            in den sie einsteigen können und mit dem man dann gemeinsam irgendwie Richtung

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                            Weltrettung fahren kann,

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                            dass das die Leute total ankitzelt.

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                            Und ich glaube wirklich, dass auch die Strategie, das ist jetzt nicht als solch

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                            benannt, aber sich wirklich da hinzustellen und auch wirklich diese Größe der

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                            Dimension erst mal aufzumachen und die Leute damit so ein bisschen zu kitzeln,

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                            was kommt denn da für eine Reaktion,

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                            dass das schon, dass das was ist, was diesen kindlichen Optimismus,

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                            dass diese kindliche Lust am ich schaff das, ich will, dass es gelingt.

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                            Dass sie die rauskitzeln kann und dass das eine gute Übung ist für alle,

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                            sozusagen mit dem Mycelium zusammenzuarbeiten, Projekte von Mycelium zu unterstützen,

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                            für alle ist, die eben nicht Lust haben, diesen Zynismus siegen zu lassen und

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                            alleine zu Hause vor sich hin zu vegetieren und irgendwie gar keine Freude und

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                            gar keine Resonanz mehr zu spüren.

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                            Das ist ja auch das, was verloren geht, wenn man zynisch wird.

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                            Man ärgert sich nur noch über alles oder ist frustriert und ohnmächtig.

                            Timo
                            0:29:18–0:29:19

                            Man geht auf einmal AfD.

                            Hannah Heller
                            0:29:20–0:29:27

                            Und man wählt auf einmal AfD. Ja, oder Sarah Wagenknecht. Die packt ja auch die Zyniker.

                            Timo
                            0:29:28–0:29:30

                            Genau. Ich glaube, was ich gerade auch noch ganz stark habe,

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                            den Zyniker überzeugst du nicht in dem Moment, wo es darum geht,

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                            ein Projekt zu gründen, wo es noch nicht existiert.

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                            Ich glaube, der Moment, wo man den Zyniker irgendwann mal langsam knacken kann,

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                            wenn überhaupt, ist, wenn man zeigt, dass es funktioniert.

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                            Und dann wird es noch ein bisschen nervig, weil dieser Mensch wird,

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                            der kommt ja nicht mit offenem Herzen um die Ecke und sagt, jetzt habe ich es

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                            verstanden, sondern er wird ein bisschen.

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                            Das Haar in der Suppe suchen, aber je mehr man,

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                            zeigt, dass es funktionieren kann und man vielleicht auch, ohne es zu wissen,

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                            vielleicht die Pflaster oder die Heilmittel für die Wunden dieser Zynika bereitstellt,

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                            kann man vielleicht auch was dagegen tun.

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                            Aber ich glaube, gerade in Gründungszeiten oder wo Projekte quasi so entstehen,

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                            ist es, glaube ich, wirklich wichtig, Zynika auch auszuschließen.

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                            Und ihnen nicht Traum zu geben und auch nicht sagen, das ist eine wichtige Perspektive.

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                            Nee, es ist keine wichtige Perspektive.

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                            Auch Kritik, übermäßige Kritik, die immer darin mündet, dass Projekte nicht funktionieren,

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                            ist auch nicht so sinnvoll, weil in den ganzen Prozessen, die wir begleitet

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                            haben, wir haben wirklich viele Gründungsprozesse in den letzten sechs Jahren

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                            begleitet, also über 60,

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                            ist es so, dass ich sagen, wirklich mit Fug und Recht sagen kann,

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                            es gibt in Deutschland keine leichtsinnigen Unternehmer, es gibt keine Gründungsgruppe,

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                            wo nicht 20.000 Mal abgeklärt wird, ob irgendwas rechtlich auch wirklich in Ordnung ist, ja.

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                            Deswegen, also leichtsinnig ist da eigentlich niemand und deswegen brauchst

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                            du die Perspektive auch nicht so sehr, weil das schon so tief in uns drin steckt.

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                            Und es braucht viel mehr diese Menschen, die sagen, ja, tschakka,

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                            ich glaube daran, dass das Ganze funktioniert.

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                            Und die Perspektive, die dir einfach wichtig ist, zu sagen, es funktioniert,

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                            weil es funktioniert, weil es funktioniert.

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                            Und dahinter steckt natürlich viel Arbeit, weil es ist ein Prozess.

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                            Man beginnt etwas zu tun, dann kommen neue Herausforderungen und die Idee ist

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                            aber immer zu sagen, okay, es kommt eine neue Herausforderung,

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                            dafür wird es eine Lösung geben. Wie ist die Lösung?

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                            Die Leute, die diesen Prozess begleitend sind, ich habe heute zum Beispiel von

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                            einem Aufsichtsrat gehört, wir nehmen hier eine Rolle der wohlwollenden Begleitung ein.

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                            Wohlwollende Beratung finde ich unglaublich toll. Die haben gesagt,

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                            nein, wir wollen den Prozess hier nicht stören, den der Vorstand anstößt,

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                            sondern wir wollen einfach unsere Perspektive einbringen und den Prozess besser machen.

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                            Ja, das ist geradezu antizynisch. Und,

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                            da sehe ich so einfach im Grundsatz da ranzugehen und zu sagen, jo,

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                            wir können die Welt gestalten, wir können Dinge besser machen wir sind Optimisten

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                            und auch stolz drauf, weil wir diese Welt gestalten können wir schämen uns nicht

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                            für unseren Optimismus, wir schämen uns auch nicht dafür dass wir die Welt retten

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                            wollen, also dass wir unsere Welt, also,

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                            wirklich die Welt, in der wir leben unsere Nachbarschaft,

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                            die Natur, natürlichen Ressourcen, die wir brauchen um existieren zu können,

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                            die wollen wir erhalten das sagen wir mit Stolz und nicht verschämt Und was

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                            dann passiert ist, dass sich die Leute zeigen, die daran auch glauben.

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                            Und dann hat man die Leute beisammen, mit denen man was machen kann.

                            Hannah Heller
                            0:32:54–0:32:57

                            Ja, schön. Hast du vielleicht noch ein Beispiel?

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                            Also ist dir das schon mal passiert, dass du irgendwie, also wahrscheinlich

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                            schon, sehr wahrscheinlich,

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                            ist mir wahrscheinlich auch schon passiert, dass du einen Zyniker oder eine

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                            Zynikerin im Raum hattest und die hat wirklich dagegen geschossen sozusagen.

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                            Sagen, die sind ja dann oft auch sehr beharrlich und wollen auch,

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                            dass andere zynisch werden und nicht daran glauben.

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                            Aber wie gehst du dann konkret damit um? Sagst du wirklich so,

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                            ja, schön, dass sie da waren, aber sie dürfen jetzt auch gehen,

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                            weil es kann gelingen, aber was wir nicht brauchen, ist, dass es jemand die

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                            ganze Zeit schlecht redet?

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                            Also bist du dann so hart und schickst die Leute wirklich weg?

                            Timo
                            0:33:35–0:33:40

                            Also Zyniker zeichnet sich da daraus aus, dass sie so eine Perspektive haben,

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                            dass sie die Menschen vor potenziellen Weltrettungsperspektiven ja schützen müssen.

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                            Also das ist ein bisschen so, du hast einen Raum von 100 Leuten und du kannst

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                            dir ziemlich sicher sein, dass du den Zyniker entdecken wirst,

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                            weil der Zyniker wird dir sagen, dass er ein Zyniker ist.

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                            Und der wird, zumindest wenn es ein Mann ist, aber Frauen sind aber auch so,

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                            darauf bestehen, dass seine zynische Perspektive den ganzen Abend dominiert.

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                            Also wenn man so einen Termin hat. Also bitte beschäftigt euch alle mit meinen zynischen Gedanken.

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                            Weil die sind super wichtig. Es sind zwar noch 99 andere Leute im Raum,

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                            die vielleicht überhaupt nicht so denken, aber ich bin davon überzeugt,

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                            dass wir alle darüber reden müssen.

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                            Und die Lösung ist da schlicht Moderationstechnik. Problem ist nur,

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                            der Zyniker hat in der Regel so ein Sinnungsbewusstsein, dass er sich daran nicht hält.

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                            Oder versuchen wird, da auszubüxen. Aber ja, ich glaube, also ich würde sagen,

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                            einerseits ist Moderationstechnik, aber ich habe auch Zynikern auch schon aktiv

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                            das Wort entzogen und siehe da, die anderen in den Raum waren darüber glücklich.

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                            Weil sie nämlich überhaupt nicht so viel Zeit mit dieser Perspektive verbringen wollten.

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                            Weil man muss auch einfach, das Spannende ist auch, und das ist auch wiederum

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                            der eigene Zyniker in einem selber, wenn man zum Beispiel Zynikern zu viel Raum

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                            gibt, dann ist der eigene Zyniker in einem drin und denkt, ja,

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                            die Kritik ist ja auch berechtigt und wir fordern ja so viel.

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                            Und ja, und Kritik ist ja eigentlich immer gut, macht Prozesse ja eigentlich immer besser.

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                            Und dann gibt man den Leuten super viel Raum und vergisst eigentlich total,

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                            dass da vielleicht 70, 60 Leute sitzen, die eigentlich das Ganze schon sagen,

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                            wir sind dabei, wir finden es richtig, richtig gut und wir wollen jetzt darüber

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                            reden, was wir tun müssen, damit es funktioniert.

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                            Und stattdessen nutzen wir diese wertvolle Zeit ständig darum,

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                            warum es nicht funktioniert.

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                            Und warum wir diesen Menschen Raum geben, ist, weil es unsere eigene Wunde ist.

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                            Das ist, glaube ich, immer wichtig zu verstehen. Es gibt nicht den einen Zyniker

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                            und den einen Optimisten, sondern es sind immer Qualitäten, die alle in uns drinstecken. und.

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                            Genau, und ich habe mir schon wirklich angeboten, ich habe schon regelmäßig

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                            diesen Menschen das Wort dann auch entzogen,

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                            auch sehr aktiv und habe dann zum Beispiel auch so Sätze gesagt,

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                            dass das hier ein Angebot ist an Menschen, die daran glauben, dass das funktioniert.

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                            Wer daran nicht glaubt, muss nicht mitmachen, aber die Menschen hier sind auch

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                            alle erwachsen, sie müssen auch nicht geschützt werden vor neuen Perspektiven.

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                            Und was dann halt eben passiert ist, ist, dass der restliche Raum nicht hinter

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                            dem Zyniker dann hinterher läuft.

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                            Der Zyniker geht häufigerweise auch gar nicht, das ist total verrückt,

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                            der Zyniker wird auf einmal leise und setzt sich hin.

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                            Das ist eigentlich, das wundert mich eigentlich auch immer.

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                            Es gibt am Ende sogar auch Zyniker, die tatsächlich mitmachen,

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                            also die hören nicht auf zu nerven, ja, aber so, ne, also das würde ich auch

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                            nochmal so sagen, so, also ähm,

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                            äh, ich glaube, Das Wichtige ist, dem Zyniker nicht nachzugeben,

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                            ihm nicht zu viel Raum zu geben.

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                            Immer wichtig zu sein, dass es viele Leute im Raum gibt, die keine Zyniker sind.

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                            Und gleichzeitig gibt es tatsächlich die, die da gehen und die du nicht wieder

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                            siehst, aber es gibt auch die Leute, die sich hinsetzen.

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                            Und zum Beispiel einer meiner Lieblingszyniker, der mir wirklich viel Nerven

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                            geraubt hat, der hat dann in dem Projekt tatsächlich Klopapierrollen miteinander verglichen.

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                            Und der hat mir dann im Grunde was geschenkt. Also der hat im Unverpacktladen

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                            wirklich mal nachgerechnet, ob die Rolle im Unverpacktladen wirklich teurer ist.

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                            Vergleichbar wie nicht. Hat es ausgerollt, hat rausgefunden,

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                            dass da mehr drauf ist und so weiter.

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                            Und der hat mir jetzt tatsächlich einen Talking Point geschenkt,

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                            in dem ich jetzt sagen kann, hey, und es gibt auch jemand, der hat mal nachgeguckt,

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                            dass die Klopapierrolle im Unverpacktladen nicht teurer ist.

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                            Das Theorem ist immer alles teurer. Das hat mir dieser Zyniker geschenkt.

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                            Und der ist aber regelmäßig mit seinen Perspektiven dabei. Aber mittlerweile

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                            ist es auch so, dass die Gemeinschaft auch mit ihm umgehen kann.

                            0:37:35–0:37:38

                            Und er bleibt auch dabei tatsächlich, was ja nicht ganz nett geht.

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                            Die Gemeinschaft toleriert ihn auch, aber fängt ihn auch ein und revidiert sich selber.

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                            Und er macht immer so spannende Aktionen, die aber irgendwie für die Bewegung

                            0:37:47–0:37:52

                            dann auf eine gewisse verquere Logik dann doch irgendwie auch furchtbar sind.

                            Hannah Heller
                            0:37:53–0:37:57

                            Ich glaube, der Zyniker sucht ja auch nach Gemeinschaft am Ende und er sucht

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                            auch nach Hoffnung. Ganz tief in sich drin.

                            Timo
                            0:37:58–0:37:59

                            Die Wunde ist das.

                            Hannah Heller
                            0:37:59–0:38:01

                            Ja, natürlich.

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                            Also es ist ja sozusagen ein Pflaster, was kurzfristig hält,

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                            aber nicht langfristig die Wunde irgendwie heilt.

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                            Also der Zynismus, also diese Verletzung, es gelingt nicht.

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                            Ich meine, man wird ja groß als

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                            Kind und kriegt von vielen Erwachsenen oft gesagt, das klappt eh nicht.

                            0:38:21–0:38:24

                            Oder jetzt die Jugendlichen in der Klimagerechtigkeitsbewegung,

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                            ja, ihr könnt auf die Straße gehen und so weiter, aber ihr werdet eh nichts

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                            ändern. Die Systeme sind so festgefallen.

                            Timo
                            0:38:29–0:38:33

                            Christian Lindner, lass doch mal die Erwachsenen das machen. Die Profi.

                            Hannah Heller
                            0:38:34–0:38:38

                            Genau. Und man wird ja groß und kriegt das ständig gesagt.

                            0:38:38–0:38:42

                            Und dann ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass da viele Leute das

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                            dann glauben und sich eine Strategie suchen, damit umzugehen.

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                            Und das ist dann eben der Zynismus.

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                            Und genau. Ich glaube, es ist selbst ein total wichtiges, also für mich selbst

                            0:38:53–0:38:57

                            auch, weil es ist ja nicht schwierig, diese Zeiten auszuhalten, das zu üben.

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                            Zu sagen, nee, ich schaue mir jetzt die positiven Beispiele an und konzentriere

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                            mich auf die, weil die zeigen, dass es eben funktionieren kann und dass es geht, es anders zu machen.

                            0:39:09–0:39:13

                            Und ich glaube, das ist auch das Schöne an diesem Podcast, einfach mitzubekommen,

                            0:39:13–0:39:17

                            okay, es gibt gute Beispiele, es gibt Leute, die sich aufmachen,

                            0:39:17–0:39:21

                            es zu verändern und es gibt dieses Potenzial und sich nicht diesem Zynismus hinzugeben,

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                            sondern immer dieses kleine Kind zu suchen, das eben dran glaubt, dass es gelingen kann.

                            Timo
                            0:39:26–0:39:27

                            Amen.

                            Hannah Heller
                            0:39:28–0:39:32

                            Amen. Gut, dann war es uns heute zum Thema Immer Zynismus.

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                            Ich finde ein schönes Gespräch. Ich finde es schön anregen, kann man was mitnehmen

                            0:39:37–0:39:39

                            für den Alltag. Lasst den Zynismus nicht gewinnen.

                            0:39:40–0:39:45

                            Bleibt dem Mycelium Podcast treu und mischt euch ein. Gründet Projekte.

                            0:39:45–0:39:49

                            Kommt uns näher. Wir sind immer offen für alle möglichen verrückten Ideen,

                            0:39:49–0:39:53

                            weil wir dran glauben, dass sie umsetzbar sind. Vielen Dank, Timo.

                            Timo
                            0:39:53–0:39:58

                            Genau. Und wenn du aktiv werden willst, ne? Wird Mitglied in der Podcast-Gemeinschaft.

                            0:39:59–0:40:06

                            Geh auf mycelium-ev.com Werd Fördermitglied. Erster Schritt gegen den Zynismus. So geht’s.

                            0:40:07–0:40:09

                            Und ja, wir freuen uns.

                            Hannah Heller
                            0:40:09–0:40:14

                            Nimm unsere Angebote wahr, auch auf der Homepage mitcelium-ev.de oder komm.

                            Timo
                            0:40:15–0:40:15

                            Komm.

                            Hannah Heller
                            0:40:15–0:40:22

                            Mitcelium-ev.com. Dort findet ihr auch Vortragsräume oder Räume des Austausches,

                            0:40:23–0:40:26

                            wo man sich miteinander vernetzen kann und gemeinsam üben kann,

                            0:40:26–0:40:29

                            nicht dem Zynismus zu verfallen, sondern den eigenen Optimismus zu trainieren

                            0:40:29–0:40:32

                            und selbstwirksam zu werden in dem Umfeld,

                            0:40:33–0:40:35

                            um die eigene Welt zu retten.

                            0:40:35–0:40:38

                            Vielen Dank euch, schöne Woche noch. Tschüss.

                            Timo
                            0:40:38–0:40:39

                            Perfekt, tschüss.

                            The post MP085 – Kein Raum für Zynismus appeared first on MYZELIUM.

                            41 min
                          • MP084 - Wie Geld wirkt

                              Timo Wans war dieses Jahr Teil des Geldgipfels 2024 der GLS Bank, der online und in ko-kreativen Hubs stattfand, und hat erzählt, wie Geld innerhalb des MYZELIUM Ökosystems wirkt. In dieser Folge greifen wir diese Gedanken auf und verfolgen ihn weiter: Was macht Geld mit unseren Beziehungen? Wie können wir als Individuen es schaffen, über die Schmerzen, die Geld bei uns auslöst, egal ob wir reich oder arm sind, zu sprechen, um die Konflikte, die in Zusammenhang mit Geld oft entstehen, zu überwinden? Wir sprechen darüber, wie ihr konkret mit eurem Geld und euren alltäglichen Ausgaben einen Unterschied macht und wie ihr das Myzelium und die verschiedenen Myzelien auch darüber hinaus stärken könnt. Und natürlich denken wir auch über unsere Vision einer Schenk- oder Beitragsökonomie nach und welche Rolle Geld in einer solchen Wirtschaftsform spielt, die eben nicht in Äquivalenztauschverhältnissen funktioniert, weil eines ist sicher – Qualitäten verlieren durch Geld ihren Wert. Viel Spaß beim Hören und Ausprobieren. Schreibt uns gerne oder lasst uns darüber austauschen: Was macht Geld mit euch? Fühlt ihr euch arm oder reich, wirksam und frei oder ohnmächtig und gezwungen in unserem Geldsystem? Und welche Spielräume seht ihr unsere Bedürfnisse lebensdienlich zu befriedigen und welche Rolle spielt dabei Geld?

                              Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                              Transkription
                              Hannah Heller
                              0:00:10–0:00:14

                              Herzlich willkommen zum Mycelium-Podcast, dem Podcast, der sich rund um die

                              0:00:14–0:00:17

                              Themen des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens beschäftigt.

                              0:00:17–0:00:20

                              Mein Name ist Hannah Heller. Ihr hört schon einen kleinen Unterschied in der Stimme.

                              0:00:21–0:00:25

                              Tobi wird sich jetzt mehr auf die Technik rund um den Podcast konzentrieren

                              0:00:25–0:00:29

                              und ich werde mehr in die Rolle der Moderation schlüpfen.

                              0:00:29–0:00:32

                              Genau, ich bin Teil des Mycelium-Teams jetzt vielleicht schon ein halbes Jahr,

                              0:00:32–0:00:38

                              dreiviertel Jahr oder so und kümmere mich vor allem um die Themen rund um Finanzierung

                              0:00:38–0:00:41

                              und Geld im Mycelium-Ökosystem,

                              0:00:41–0:00:44

                              und freue mich deshalb, dass wir einsteigen mit einem Podcast,

                              0:00:44–0:00:48

                              der sich genau um dieses Thema kümmern wird und auch tatsächlich sich zum ersten

                              0:00:48–0:00:52

                              Mal in der Reihe der Podcast-Aufnahmen sich um dieses Thema kümmert.

                              0:00:53–0:00:59

                              Timo war gestern auf dem Geldgipfel der GLS Bank und hat dort an einem Podium teilgenommen.

                              0:00:59–0:01:03

                              Und das ist so ein bisschen der Aufhänger, warum wir heute hier in dem Podcast

                              0:01:03–0:01:06

                              mal uns mit dem Thema Geld beschäftigen.

                              0:01:06–0:01:11

                              Timo, erzähl doch mal, was war da gestern los und was war deine Rolle darin?

                              Timo
                              0:01:11–0:01:15

                              Ja, vielen Dank. Also erstmal freue ich mich auch, dass du in die Rolle schlüpfst,

                              0:01:15–0:01:18

                              in die Lücke, die Tobi hier hinterlassen hat.

                              0:01:18–0:01:24

                              Und ja, genau, Thema Geld, gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften spielt natürlich

                              0:01:24–0:01:29

                              eine totale große Rolle, aber irgendwie erklären wir gemeinschaftsbasiertes

                              0:01:29–0:01:30

                              Wirtschaften nie über Geld.

                              0:01:31–0:01:36

                              Und so kam es eigentlich ganz gut zu pass, dass die GLS Bank mich angefragt

                              0:01:36–0:01:40

                              hat, ob ich im Rahmen des GLS Geldgipfels, ja,

                              0:01:40–0:01:47

                              einem ganzen einmonatigen dezentralen Workshop-Programm zum Thema Geld, über Geld zu sprechen.

                              0:01:47–0:01:54

                              Und saß da mit Christian Gelleri vom Chiemgauer, einer Regionalwährung im Panel.

                              0:01:55–0:02:01

                              Und ja, was ich vor allem mitgenommen habe aus dieser Session war.

                              0:02:03–0:02:07

                              Dass aus meiner Perspektive gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,

                              0:02:08–0:02:13

                              Schenkekonomie ist und dass Unternehmerinnen ihren Gemeinschaften vor Ort ein

                              0:02:13–0:02:18

                              Geschenk machen, indem sie ganz tolle Angebote machen, wie zum Beispiel einen

                              0:02:18–0:02:19

                              Unverpacktladen bereitstellen.

                              0:02:20–0:02:23

                              Das Geschenkartige ist, dass sie das auf eigenes Risiko machen,

                              0:02:24–0:02:28

                              dass sie eigentlich nie wirklich besonders reich werden können mit solchen Angeboten

                              0:02:28–0:02:31

                              und es trotzdem machen, weil sie einfach fühlen, dass es das Richtige ist.

                              0:02:32–0:02:38

                              Und die Herausforderung ist, so habe ich das analysiert in dem Moment und auch

                              0:02:38–0:02:41

                              direkt nach dem Podcast in den Reel gepackt, der schon ganz viel Zustimmung,

                              0:02:42–0:02:47

                              auf Instagram erreicht hat, ist, dass weder die Unternehmerinnen häufig so bewusst

                              0:02:47–0:02:51

                              haben, dass sie eigentlich ein Geschenk machen an ihre Gemeinschaft und auch

                              0:02:51–0:02:53

                              nicht alle ihrer Stammkundschaft das verstehen.

                              0:02:54–0:02:57

                              Und wenn man eine Gemeinschaft aufbaut, dann passiert das, dass die Leute,

                              0:02:57–0:03:00

                              die das Geschenkartige verstehen, aus dem Gefühl heraus und auch vielleicht

                              0:03:00–0:03:03

                              in gewissen Verwirrungen, aber das Herz ist offen, sagt, yo,

                              0:03:03–0:03:05

                              ich werde hier Teil der Gemeinschaft, ich übernehme auch Verantwortung,

                              0:03:06–0:03:07

                              nehme ich einen Teil der Gemeinschaft,

                              0:03:09–0:03:11

                              Betriebskosten mit einem monatlichen Beitrag ausfinanziere, damit dieser Laden

                              0:03:11–0:03:15

                              weiter existieren kann. Also ich gebe quasi das Geschenk, das ich erfahre, wieder zurück.

                              0:03:16–0:03:20

                              Ja, und die Aufgabe des Mycelium ist es, auf der einen Seite der Unternehmerin,

                              0:03:20–0:03:23

                              klar zu machen, dass sie ein Geschenk macht, auf der anderen Seite möglichst

                              0:03:23–0:03:31

                              vielen Konsumenten ihre Rolle als Empfänger dieses Geschenkes bewusst zu machen.

                              0:03:32–0:03:36

                              Und genau, da finde ich es spannend,

                              0:03:36–0:03:39

                              darüber nachzudenken, ob das Schenkökonomie ist. Ich würde sagen ja.

                              0:03:40–0:03:44

                              Und es unterscheidet sich halt eben vom Wirtschaftenmarkt deutlich.

                              Hannah Heller
                              0:03:45–0:03:49

                              Vielleicht können wir da mal kurz reingehen. Und genau, ich habe ja für alle,

                              0:03:49–0:03:51

                              die es nicht wissen, kurze Angebesession.

                              0:03:51–0:03:55

                              Ich habe ja gerade einen Doktor gemacht zu Wirtschaft und mich viel mit,

                              0:03:55–0:03:58

                              also im Bereich der Wirtschaft, Wirtschaftsphilosophie eher.

                              0:03:58–0:04:04

                              Nicht speziell mit Geld, aber schon mit Themen, wie können wir anders wirtschaften?

                              0:04:04–0:04:06

                              Was gibt es für verschiedene Wirtschaftsstile?

                              0:04:07–0:04:11

                              Und da gibt es zum Beispiel die Unterscheidung zwischen der sozusagen klassischen

                              0:04:11–0:04:15

                              Schuldökonomie, in der wir drinstecken, also wo alles tauschlogikbasiert funktioniert.

                              0:04:15–0:04:20

                              Wir haben ein Äquivalenztauschverhältnis, eine Paprika kostet einen Euro und

                              0:04:20–0:04:23

                              eigentlich immer, wenn man in die Transaktion geht, geht man in die Verschuldung rein.

                              0:04:24–0:04:29

                              Und zwar in eine Verschuldung, die irgendwie abstrakt von irgendjemandem einmal monetarisiert wurde.

                              0:04:29–0:04:34

                              Also wer bestimmt denn, wie viel eine Paprika kostet, wer bestimmt denn,

                              0:04:34–0:04:37

                              wie viel Arbeit ich in so eine Paprika stecke und so weiter,

                              0:04:37–0:04:42

                              was die ökologischen und sozialen Nebeneffekte von so einer Paprika sind und so weiter und so fort.

                              0:04:42–0:04:47

                              Und so als Gegenmodell gibt es dann eben noch die Redistribution,

                              0:04:47–0:04:50

                              also eigentlich die klassisch-zentralistische Wirtschaft.

                              0:04:50–0:04:53

                              Also man gibt alles in einen Topf und dieser Topf verteilt dann um.

                              0:04:53–0:04:56

                              Da sind wir, glaube ich, auch nicht beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften,

                              0:04:56–0:05:00

                              sondern wir sind in dieser, ich würde schon sagen, ja, ich denke schon,

                              0:05:00–0:05:03

                              man kann es Schenke-Ökonomie nennen, weil es was Reziprokes ist,

                              0:05:03–0:05:05

                              also ein Geben und Nehmen.

                              0:05:06–0:05:10

                              Was halt nicht auf einem gleichen Tauschverhältnis via Geld passiert.

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                              Wir nutzen Geld auch, dazu vielleicht gleich mehr, wie wir es nutzen.

                              0:05:14–0:05:20

                              Aber was auf einem bedürfnisorientierten Geben, ja, ich gebe hier viel Energie

                              0:05:20–0:05:24

                              rein, weil ich möchte euch diesen Laden, diesen Ort hier anbieten.

                              0:05:24–0:05:26

                              Ich möchte euch diese Dienstleistung hier anbieten.

                              0:05:26–0:05:29

                              Und ich bin aber auch gleichzeitig darauf angewiesen, und das muss nicht jetzt

                              0:05:29–0:05:32

                              sein, und das muss nicht zu einem gleichen Verhältnis sein, Nein,

                              0:05:32–0:05:39

                              aber es muss sich langfristig sozusagen nach meinen Bedürfnissen ausgerichtet tragen können.

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                              Und da sind wir sozusagen auf dem Weg dahin, würde ich sagen,

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                              rauszufinden, ob dieses Geschenk, was die Unternehmerinnen machen,

                              0:05:46–0:05:52

                              eben auch diese Reziprozität erfährt, in dem Sinne, dass die Leute, die beschenkt werden,

                              0:05:52–0:05:58

                              wo gesagt wird, okay, da macht jemand was, was gut fürs Gemeinwohl ist,

                              0:05:58–0:06:00

                              was irgendwie nicht darauf ausgerichtet ist,

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                              den eigenen Profit zu maximieren und irgendwie mich zu verschulden,

                              0:06:05–0:06:09

                              sondern was darauf ausgerichtet ist, erstmal zu geben.

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                              Und dann ist eben die Frage an die Gemeinschaften, die wir da aufbauen,

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                              auch die Frage, und was schenkt ihr zurück so? Wie viel ist es euch wert?

                              0:06:18–0:06:21

                              Und zwar nicht monetarisiert im Äquivalenztauschverhältnis, wie viel hat die

                              0:06:21–0:06:26

                              Person geleistet, wie viel hat sie verdient, sondern wie viel braucht sie und

                              0:06:26–0:06:28

                              wie viel bin ich bereit, auch zurückzugeben.

                              Timo
                              0:06:29–0:06:30

                              Also wenn ich da vielleicht ganz

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                              kurz andocke, ich glaube, was das total Spannende ist, ist eben gerade,

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                              wenn man bei diesem Bereich des Geschenk bleibt, ist ja die Frage,

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                              wie geht man mit dem Geschenk um?

                              0:06:46–0:06:49

                              Und ich glaube, das ist teilweise eine weitere Herausforderung,

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                              vor der wir stehen. Also wir leben in der Kultur, da bekommt man ein Geschenk

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                              und dann ist das erstmal so seins.

                              0:06:58–0:07:03

                              Und dann, wir leben auch nicht in einer Kultur, wo Geschenke weiter verschenkt werden.

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                              Und im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften ist es ja schon so,

                              0:07:08–0:07:11

                              dass dieses Geschenk vor allem auch eine Beziehung aufbaut.

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                              Und dazu muss man aber diesen Akt verstehen und auch empfangen können.

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                              Also man muss verstehen, dass

                              0:07:20–0:07:24

                              man gerade beschenkt wird. Man muss eine Wertschätzung quasi erfahren.

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                              Und ich glaube, das ist eine große Herausforderung, vor allem auch eine Kommunikation,

                              0:07:27–0:07:30

                              Weil wenn man in einem Laden ist,

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                              der vielleicht, wir stellen ja auch gerade viele Läden um, der vorher marktwirtschaftlich

                              0:07:35–0:07:40

                              kommuniziert hat, vielleicht auch über Debatte und jetzt die Kommunikation ändert

                              0:07:40–0:07:45

                              und sagt, hey, ich möchte deutlich machen, dass ich euch eigentlich beschenken möchte,

                              0:07:46–0:07:48

                              jetzt die Menschen einlädt, Verantwortung zu übernehmen.

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                              Was wir dann durchaus erfahren ist, dass die einen Menschen verwirrt reagieren

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                              und die anderen Menschen so mit offenen Herzen ein Ja aussprechen und sagen,

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                              ja, ich übernehme Verantwortung.

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                              Die einen bleiben dann halt vielleicht normal Kunden und die anderen werden

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                              eben Teil dieser Gemeinschaft.

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                              Und das bringt so ein bisschen zum Ausdruck, wie Menschen halt eben auch mit

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                              Geschenken umgehen können.

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                              Also sie entweder behalten, also privatisieren oder halt sagen,

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                              okay, ich verstehe, dass ich auch wieder etwas zurückgeben muss.

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                              Und durch diese Form des Zurückgebens gehen sie halt in eine Beziehung,

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                              wenn die anderen sich dafür entscheiden, nicht in eine Beziehung gehen zu wollen.

                              0:08:29–0:08:33

                              Und das ist ein spannender Akt, wenn ein Unternehmen beginnt,

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                              Gemeinschaft zu schaffen.

                              0:08:35–0:08:37

                              Aufzubauen oder gemeinschaftsbasiert wirtschaften zu wollen.

                              Hannah Heller
                              0:08:38–0:08:41

                              Ich finde diese Frage von Geld und Beziehung nochmal ganz spannend,

                              0:08:41–0:08:47

                              weil Geld ja eigentlich wirklich dafür gemacht wurde und auch dazu genutzt wurde,

                              0:08:47–0:08:50

                              Beziehungen zu zerstören und aufzulösen.

                              0:08:50–0:09:00

                              Also früher in egalitären, gemeinschaftlicheren Wohn- und Lebensformen, sage ich jetzt mal,

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                              ist schon ein Stück her, Ja, aber man kann so, am Ende war es dann der Anfang

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                              der Industrialisierung, wo dann gesagt wurde, okay, wir brauchen eigentlich

                              0:09:07–0:09:08

                              billige Arbeitskräfte.

                              0:09:08–0:09:10

                              Wir müssen die Leute abhängig vom Geld machen.

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                              Wir gehen jetzt in die Dorfgemeinschaften rein, die sich eigentlich reziprok,

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                              nämlich durchgeben und nehmen.

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                              Ich habe gerade viele Eier, gebe ich in die Dorfgemeinschaft rein.

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                              Ich brauche gerade Kartoffeln, kriege ich aus der Dorfgemeinschaft raus,

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                              ohne jetzt da ein Buch zu führen.

                              0:09:28–0:09:30

                              Also ich glaube, die haben schon ein Buch geführt, wer wem was schuldet ungefähr.

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                              Ich habe dem Eier gegeben, jetzt soll er mir mal gefälligst auch ein paar von

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                              seinen Kartoffeln geben, wenn er viele Kartoffeln hat.

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                              Aber halt nicht dieses 1 zu 1 und auch nicht natürlich die Next Level der Perversion

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                              sozusagen der Finanzmarkt da mit drin, der auch viel mit Geld zu tun hat.

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                              Aber genau, und im Zuge der Ausweitung des Kapitalismus wurde dann gesagt,

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                              okay, wir brauchen eigentlich, diese Beziehungen stören unser Geldsystem,

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                              stören unser Wirtschaftssystem, weil dann die Leute ja sozusagen gar nicht gezwungen

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                              sind, Geld zu verdienen.

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                              Ja, und jetzt ist sozusagen die Irritation da, wo wir das irgendwie 250 Jahre gemacht haben.

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                              Wir machen alles über Geld und wir bauen eigentlich Beziehungen ab.

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                              Selbst wird über Geld geregelt, wer auf unsere Kinder aufpasst,

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                              es wird über Geld geregelt.

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                              Es gibt kaum noch einen Bereich, der nicht über das Geld geregelt wird.

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                              Und wo Beziehungen halt nicht mehr von Nöten sind, weil du irgendwie sagst,

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                              ja, okay, dem gebe ich Geld, dann brauche ich keine gute Beziehung mit dem.

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                              Und wir gehen jetzt da wieder zurück und sagen, nee, wir wollen aber eigentlich

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                              wieder gute und stabile Beziehungen, weil unsere Gesellschaft so isoliert ist

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                              und weil wir uns alle einsam fühlen und weil wir dadurch auch Demokratie gefährden,

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                              dadurch, dass wir so viele Beziehungen abbauen.

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                              Und ich glaube, das ist auch so ein Knackpunkt in unserer Arbeit des gemeinschaftsbasierten

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                              Wirtschaftens, dass die Leute das erst wieder lernen müssen und dass es denen auch unangenehm ist,

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                              also weil einerseits ist es ja gegenüber der Unternehmerin, die total viel gibt,

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                              man weiß es, die verdienen meistens wenig Geld am Anfang des Wirtschafts,

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                              am Anfang der Unternehmensgründung oder Umstellung,

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                              die befinden sich oft in irgendwie wirtschaftlich prekären Situationen und aus

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                              der eigenen Perspektive sind

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                              da oft Leute irgendwie drin, die höhere Gehälter verdient und so weiter.

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                              Und dann fühlt man sich, weil man eine Beziehung hat mit dieser Person,

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                              die dafür einen wirtschaftet, die einem dieses Geschenk macht,

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                              fühlt man sich auch schon in der Verantwortung, da was wieder zurückzugeben.

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                              Und ich glaube, das ist vielen Leuten unangenehm. Und viele Leute halten das nicht aus.

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                              Und gleichzeitig gibt es dann diesen Widerspruch, das wieder über Geld zu lösen.

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                              Also ich glaube, da treffen zwei Welten zueinander, die halt emotional und Und

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                              ja, auch rational irgendwie, wobei das ja dasselbe ist.

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                              Wir denken und fühlen übers Hirn. Aber wo es halt irgendwie zu Widersprüchen

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                              gibt und wo wir so habitualisierte Gewohnheiten einfach so hart infrage stellen,

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                              dass es schwierig ist, das auszuhalten.

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                              Das ist das eine gegenüber der Unternehmerin und dann ja noch härter innerhalb der Gemeinschaft.

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                              Also da ist jemand neben mir, der hat viel weniger Gehalt oder kann viel weniger

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                              beitragen, verdient viel weniger. Es ist ja auch hart, wie wir über Geld sprechen.

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                              Verdient viel weniger als ich.

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                              Nicht, weil er irgendwie weniger leistet wahrscheinlich, sondern einfach,

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                              weil er irgendwie einen Job hat, der halt nicht so hoch bewertet ist von unserer Geldgesellschaft.

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                              Genau. Und da bin ich dann auch wieder gefragt, sozusagen als Mensch,

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                              der mehr Geld verdient, mehr zu geben.

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                              Oder als Mensch, der weniger verdient, auch anzunehmen, dass die anderen mehr Geld geben.

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                              Also es sind irgendwie schwierige Aushandlungsprozesse mit einem selbst,

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                              mit sich selbst, aber auch innerhalb der Gemeinschaft.

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                              Und das ist spannend. Und da einen Umgang zu finden und da auch eine gute Kommunikation

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                              zu finden, ist, glaube ich, echt ein Knackpunkt.

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                              Und deshalb, kurzer Werbeblock, wir bieten auch Tiefenräume an mit Sonja,

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                              die auch Teil des Mycelium-Teams ist,

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                              um sozusagen den eigenen Umgang mit Geld zu erforschen und auch die eigenen

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                              Schmerzpunkte mit Geld zu spüren und miteinander darüber in den Austausch zu

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                              gehen, weil Geld tatsächlich so ein Knackpunkt ist, über den wir ja nicht sprechen,

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                              aber wahnsinnig aufgeladene Gefühle mit dem Thema haben.

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                              Also wenn ihr Teil des Mycelium-Ökosystems schon seid, dann haltet Ausschau

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                              nach diesen Angeboten der Tiefenräume zum Thema Geld, die, glaube ich,

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                              wirklich spannend sind, da in die Erforschung zu gehen.

                              Timo
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                              Ich habe gerade vor einer halben, dreiviertel Stunde ein Gespräch gehabt mit

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                              Ronja Pohl, die ja auch Menschen begleitet im Mycelium.

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                              Und wir kamen so ein bisschen darauf, dass viele Menschen, die im Mycelium aktiv

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                              sind, Gründe auf der Suche sind, ob als Unternehmerin oder auch als Mitglied.

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                              Und wir schon Menschen sind, ja 200 Jahre lang, wie Hannah eben auch beschrieben

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                              hat, von der Gemeinschaft entfremdet wurden.

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                              Also die Gemeinschaften wurden ja auch aktiv zerstört.

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                              Um halt eben auch Märkte zu implementieren und einzuführen.

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                              Und trotzdem existiert die Gemeinschaft kontinuierlich weiter.

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                              Auch gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften existiert. Ich habe gestern bei dem

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                              Geldgipfel ein Beispiel erzählt, wie ich die Äpfel von der Streuobstwiese zusammen

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                              mit meiner Mutter geerntet habe.

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                              Also sehr altertümliche Form von Wirtschaften.

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                              Erstmal so ein Streuobstbaum, das ist nicht eine Plantage.

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                              Das kannst du auch nicht effizient machen, so ein Baum.

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                              Kannst du kein Geld mitverdienen. Ah, okay, kein Markt. Diese Äpfel haben für

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                              uns aber trotzdem einen Wert, also weil sowohl meine Mutter als auch ich und

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                              meine ganze Familie würden leiden, wenn wir sie nicht benutzen würden.

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                              Also wir sehen, das ist so total spannend, das ist eine alte indigene Perspektive,

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                              die auch in uns drin steckt.

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                              Wir sehen da ein Geschenk der Natur und leiden darunter, wenn wir das Geschenk nicht annehmen.

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                              Also wir sehen also eine Notwendigkeit, uns um diese Äpfel zu kümmern,

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                              sie nicht verkommen zu lassen.

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                              Und irgendwann mal sagt meine Mutter, hier Timo, da gibt es doch diesen einen

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                              Nachbarn, der mag dich doch nicht so.

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                              Und jetzt nimmst du mal die Äpfel und gehst da mal rüber und machst da mal schön Wetter.

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                              Und es ist total spannend. Alles, was wir gerade erzählt haben,

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                              steckt jetzt quasi hier drin.

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                              Also es gibt keinen Markt, es ist aber trotzdem wertvoll.

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                              Und wir kriegen ein Geschenk von der Natur überreicht und nutzen dieses Geschenk,

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                              um es weiter zu verschenken.

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                              Und meine Mutter hat das jetzt nicht theoretisch durchdacht,

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                              sondern das ist eine Form von Gemeinschaft, die steckt in ihr drin,

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                              weil sie auf dem Dorf aufgewachsen ist, weil sie diese Form der Ökonomie kennt,

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                              dass man sich umeinander kümmert.

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                              Und dieses Geschenk soll genutzt werden, um Gemeinschaft zu stiften oder zum

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                              Beispiel zu signalisieren, hey, ich denke an dich.

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                              Genau, wir gehören doch zusammen, du bist mein Nachbar. Und ich finde,

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                              in diesen kleinen Gesten des Alltags stecken noch Reste drin, die wir nutzen können.

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                              Und das Spannende ist, es waren viele Äpfel.

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                              Es waren bestimmt 30 Äpfel, die ich ihm hingebracht habe.

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                              Vier Äpfel, Bio-Qualität, kosten irgendwie, was kosten die? Drei, vier Euro.

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                              Ich weiß gar nicht, was ein Apfel kostet, weil ich für Äpfel kein Geld bezahle,

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                              weil ich ja von der Sola wie Äpfel kriege und aus meinem Garten.

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                              Aber ja, es ist ein Überfluss Und den teilen wir so Und das ist das Schöne an

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                              Gemeinschaften Und das kennen wir Aber wir wurden davon entwöhnt,

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                              Gemeinschaftsbasierte Wirtschaften Versuchen wir uns wieder daran zu erinnern

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                              Aber wir sind in fremde Persönlichkeiten Uns fehlen die Rituale Um gemeinschaftsbasiert

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                              wirtschaften zu können Das ist unser großes Problem Wir versuchen wieder Sprache zu finden,

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                              Und das ist unsere große Herausforderung Auch mit Geld Und deswegen ist es auch so eng Und nicht frei Ja.

                              Hannah Heller
                              0:16:47–0:16:52

                              Vielleicht magst du da nochmal drauf eingehen sozusagen, wie das Mycelium mit

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                              der Enge des Geldes, aus der wir ja kommen, sozusagen umgeht und versucht auch

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                              und zwar mit welchen Ritualen sozusagen eine Fülle herzustellen.

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                              Vielleicht kannst du ja das nochmal irgendwie beschreiben.

                              Timo
                              0:17:04–0:17:09

                              Ja, vielleicht beschreibe ich mal die Beitragsrunde vom Wandelwinkel,

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                              die vor ca. zwei Wochen stattgefunden hat.

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                              Da möchte ich an die Stelle mal ganz kurz nutzen, um meinen O-Ton einzuspielen.

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                              Hans, Beitragsrunde vorbei. Was hast du gelernt? Boah, ich habe ganz viel gelernt.

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                              Ich glaube, für die Beitragsrunde habe ich gelernt, dass es ganz viel darauf

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                              ankommt, aus dem Kopf in den Bauch zu kommen und das Ganze mitzunehmen.

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                              Immer mal wieder auch Pausen zu machen und in Verbindung zu treten mit den Menschen.

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                              Optimismus und Zuversicht, ich glaube, das ist so der Schlüssel.

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                              Als uns noch, weil sie nicht 12.000 gefehlt haben, dann ganz ruhig zu bleiben und sagen, ja, so wird.

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                              Und ich habe gelernt nochmal, also, was heißt gelernt, aber beobachten können,

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                              wie unglaublich wertvoll es ist,

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                              das Ganze mit einer Gruppe zu machen und wie jeder das eigene mit reinbringt

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                              und der eine bastelt irgendwie Nudelsäckchen für alle,

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                              der andere bastelt an der Präsentation, die andere geht mit dem Skript rein.

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                              Also wenn man es auf so viele Beine stellt, dann kriegt es Details und Tiefe.

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                              Und wenn man sozusagen nur in einer schnellen Arbeitsgruppe drüber arbeitet,

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                              dann sind zwar alle Punkte drin, aber der Geschmack fehlt.

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                              Sehr cool.

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                              Ja, das war direkt aufgenommen nach der Beitragswunde, auch auf der Straße,

                              0:18:42–0:18:43

                              ich glaube, ihr habt es gehört.

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                              Anna, was war denn das, was dich jetzt so im ersten Moment, als du das gehört

                              0:18:47–0:18:53

                              hast, was hat dich berührt oder was hat denn der Hans da geteilt aus deinem Perspektiv?

                              Hannah Heller
                              0:18:55–0:19:00

                              Naja, dieses, also wir tendieren im Alltag so, oder ja, so wie wir erzogen und

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                              aufgewachsen sind, total dazu und ich auch.

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                              Auch, ich merke das so hart an mir, gut, ich bin auch durch die harte Schule

                              0:19:04–0:19:07

                              der Volkswirtschaftslehre gegangen, wo man das so eingetrichtert kriegt von

                              0:19:07–0:19:10

                              vorne bis hinten, aber kosteneffizient zu sein, sei schnell,

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                              sei kosteneffizient, mach alles in kürzester Zeit, sozusagen, ja, also,

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                              minimalster Ressourceneinsatz, maximalstes Ergebnis, auch wenn das irgendwie

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                              gar nicht funktioniert, aber zumindest ein stabiles Ergebnis und genau,

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                              was ich da jetzt gehört habe, war eine andere Logik einfach,

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                              also dieses, jeder gibt sein ein Beitrag.

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                              Manche sind vielleicht super unnötig aus der Perspektive der Kosteneffizienz,

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                              weil man muss wahrscheinlich nicht jedem ein Nudelsäckchen basteln.

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                              Ich weiß nicht genau, was mit den Nudelsäckchen passiert ist,

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                              aber ich finde die Vorstellung schön, dass einfach man mit der Gemeinschaft

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                              irgendwie Nudelsäckchen hat, in der Gemeinschaft Nudelsäckchen als Beitrag,

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                              als Dankeschön, als Wertschätzung, als ich sehe dich und,

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                              will, dass du hier auch irgendwie was Haptisches mitnimmst aus dieser Begegnung.

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                              Jeder trägt was bei, wie in der Schenkekonomie und deshalb bekommt die Sache,

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                              die man da gemeinsam macht, Qualität und Qualität ist ja auch was,

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                              was wir total verlieren in unseren Gesellschaften.

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                              Durch Kosteneffizienz, durch die Konzentration aufs Geld, verlieren wir die.

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                              Ja, den Blick für den Wert an sich und die Qualität des Wertes an sich.

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                              Also probiere mal Äpfel oder Äpfeltomaten, was weiß ich, alle die Sachen aus

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                              der industriellen Produktion und sprich mal mit alten Leuten und frag,

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                              wie das Zeug denen schmeckt.

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                              Die sagen, nee, Erdbeeren haben früher richtig gut geschmeckt.

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                              Äpfel haben anders geschmeckt, Tomaten haben anders geschmeckt.

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                              Die gab es dann halt nur für zwei, drei Monate im Jahr. Aber in dieser Zeit

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                              haben die halt richtig, richtig Qualität gehabt.

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                              Und das finde ich so schön, wenn man da wieder durch diese Beitragsökonomie,

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                              wie wir sie nennen, oder Schenkökonomie, wenn man dadurch wieder den Raum bekommt,

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                              um Qualitäten auch wirklich wieder diesen Raum zu geben und Qualitäten auch

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                              wieder wertzuschätzen.

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                              Und ich glaube, wir schaffen es auch nur, diese Qualitäten wertzuschätzen durch

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                              eine Intersubjektivität, also durch die Gemeinschaft.

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                              Alleine kann ich nämlich, alleine ist die Qualität nicht so wertvoll,

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                              weil ich sie nicht mit anderen teilen kann,

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                              weil ich mich nicht mit anderen freuen kann, weil ich eben ein soziales Wesen

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                              bin und diese Freude und diese Wertschätzung auch mit den anderen,

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                              mit der Gemeinschaft zu tun hat und sich über Qualitäten gemeinsam zu freuen,

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                              ist glaube ich wirklich eine Situation, die heute,

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                              nicht mehr so oft passiert und die aber extrem wertvoll ist und das Leben extrem bereichert.

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                              Ja, deshalb freue ich mich sehr über das, was Hans da geteilt hat.

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                              Sehr schön. Sehr tiefgründig auch.

                              Timo
                              0:21:49–0:21:52

                              Ich glaube, was Sie halt auch sehr schön gemacht haben, Sie haben ja in der

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                              Beitragsrunde ganz viele Resonanzmomente geschaffen.

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                              Also dieses eine mit den Säckchen, also da hat jemand sich halt wirklich hingesetzt

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                              und für jedes Gemeinschaftsmitglied über 100 Stück Säckchen gebastelt.

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                              Auch in jeder Auszählpause, also für die Leute, die es nicht wissen,

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                              in Beitragsrunden werden einmal die Bedürfnisse transparent gemacht und in mehreren

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                              Runden überlegt sich dann jeder, was er beitragen kann.

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                              Und am Ende erreicht man dann sein Ziel.

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                              Also jeder gibt, was er kann. Nicht alle zahlen das Gleiche.

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                              Gehen wir gleich noch ein bisschen drauf ein. Aber in jeder Pause haben sie

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                              auch eine kleine Band spielen lassen.

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                              Und das war eigentlich auch einfach immer sehr schön. Und es gab Kaffee und Kuchen.

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                              Und es war ein sehr schöner Tag, wo auch sich die Gemeinschaft…

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                              Ja sich sehr viel Mühe gegeben hat, was beizutragen.

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                              Also dieser ganze Termin war eigentlich auch ein Geschenk, das die Gemeinschaft

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                              sich selber gemacht hat.

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                              Und das war ein sehr, sehr schönes Gefühl. Und aus diesem Gefühl heraus hat

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                              man dann ganz nebenbei noch das Geldthema gelöst.

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                              Nämlich jeder sich überlegt hat, Mensch, verstehe ich wirklich,

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                              was hier gerade passiert?

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                              Ich verstehe, dass wir in unserem System, es ist notwendig, dass wir auch Geld

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                              haben. haben, was kann ich denn geben?

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                              Genau, in der ersten Runde haben wir halt gefragt, was könnt ihr ganz leicht geben?

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                              Und da ist schon eine große Summe zusammengekommen und da haben auch Menschen

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                              gefragt, ja, müssen wir unbedingt drei Runden machen?

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                              Und in der zweiten Runde ist es dann nochmal deutlich näher an das Endziel gekommen,

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                              da hätten wir uns ja geärgert, wenn wir keine zweite Runde gemacht hätten.

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                              Und in der dritten Runde wurde dann das Ziel tatsächlich dann auch erreicht

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                              und die Menschen haben halt immer geguckt, okay, was kann ich geben,

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                              was denke ich, was gut ist, wir haben es noch nicht erreicht,

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                              aber wenn ich in mich gehe, merke ich, oh, ich kann noch.

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                              Manche haben vielleicht gesagt, oh, ich kann nicht mehr, aber andere haben gemerkt,

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                              ich kann noch wirklich geben.

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                              Und diese Beziehung zu sich selbst, auch an diesem Raum mit den anderen Menschen,

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                              das ist, glaube ich, die Magie des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens und

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                              wo man halt auch das Individuelle einen Ticken zurücknimmt, also nicht verliert.

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                              Also in modernen Gemeinschaften bleibt das Individuum in dem Sinne stark,

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                              dass es nicht unterdrückt wird, dass es sich ausdrücken darf,

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                              dass es keine Diskriminierungen erfährt.

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                              Ja, also da wollen wir ja nicht hin zurück.

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                              Aber auf einem ökonomischen Sinne geht man halt miteinander in Beziehung und

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                              verbindet sich und gibt das, was man kann.

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                              Und das ist die eine Aufgabe. Die, die wenig haben, die müssen halt eben lernen

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                              oder die lernen, das zu geben, was sie wirklich können und nicht zu viel.

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                              Und auf der anderen Seite, die Menschen, die richtig viel haben,

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                              lernen auch, das zu geben, was ihnen zusteht. Also die haben teilweise einen weiteren Weg vor sich.

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                              Also die umgekehrte Logik von Christian Lindner.

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                              Genau. Aber das ist sehr, sehr spannend.

                              0:24:53–0:24:57

                              Und ich finde auch nochmal von Hans, also nochmal diese Betonung,

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                              also wie stark er dieses Gefühl, wie stark er die Qualität des Raumes quasi gemacht hat.

                              0:25:04–0:25:07

                              Und wie wenig er eigentlich über Geld geredet hat.

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                              Also das finde ich eigentlich auch sehr, sehr zentral von diesem U-Ton.

                              0:25:12–0:25:15

                              Ach ja, wenn ihr wissen wollt, um was es bei Wandelwinkel eigentlich geht,

                              0:25:15–0:25:19

                              das ist die vorige Podcast-Folge hier. Genau, hören Sie.

                              Hannah Heller
                              0:25:20–0:25:24

                              Ja, wir denken gerade im Rahmen unserer Arbeit im Mycelium und den Begleitungen,

                              0:25:24–0:25:25

                              die wir machen, auch ganz stark

                              0:25:25–0:25:29

                              über Bilder nach und wie wir eigentlich vermitteln, sozusagen wie wir,

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                              ja, in was für einer Kultur, in was für einem Geist, in was für einem Miteinander wir unterwegs sind.

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                              Und da tauchen immer wieder Wald- und Wiesenbilder auf.

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                              Und ich glaube auch, dass diese Fragen der Finanzierung einfach Bilder auch braucht,

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                              um klarzumachen, was die eigene Rolle in diesem Kreislauf letztendlich des Geldes,

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                              also von der Regionalwährung, die wurde vorhin schon erwähnt,

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                              welche Kreisläufe unterstützen wir eigentlich im Bereich des Geldes.

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                              Regionalwährung ist deshalb so förderlich für eine Regionalökonomie,

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                              weil sie halt deutlich macht, das Geld dreht sich in der Region und fließt nicht ab.

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                              Wenn ich es einem Supermarkt gebe, Lidl, dann fließt es ab zur Schwarzgruppe.

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                              Dann kriegen die Verkäuferinnen noch irgendwie ihren Mindestlohn.

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                              Aber ansonsten ist das Geld weg aus der Region, weil die Produzentinnen nicht

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                              in der Region sind, weil die Leute, die das Geld sammeln und horten,

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                              nicht in der Region sind.

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                              Und genau, wenn man eben Regionalwährung hat, dann bleibt es in der Region und

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                              so ein bisschen gehen wir auch so mit unserem Geld im Ökosystem,

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                              im EZELEUM-Ökosystem rum.

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                              Und vielleicht, genau, wollte ich dich noch mal einladen, das in ein paar Bilder

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                              zu packen, wie das Geld in unserem Ökosystem vielleicht auch fließen kann und

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                              fließen soll, damit es zu einer Fülle beiträgt.

                              Timo
                              0:26:48–0:26:51

                              Ich glaube einmal mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Regionalwährung.

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                              Also das Spannende ist, die Regionalwährung an sich sorgt ja quasi für eine

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                              gemeinsame Form von regionaler Ökonomie, unter Betrieben, die sonst zum Beispiel

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                              jetzt nicht unbezwangsläufig solidarisch wirtschaften, aber was man merkt, auch das,

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                              auch hier stifte in der Regionalwährung wieder Beziehung.

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                              Das ist sehr, sehr spannend. Im Bezillium haben wir den Ansatz,

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                              dass sich die Wirkung des Geldes Betrieb für Betrieb im Grunde verändert.

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                              Auch wenn es zum Beispiel in so einem Laden Preise gibt,

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                              Menschen zum Beispiel monatlich einen Konsumgutschein von diesem Laden beziehen,

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                              dann können die sich zum Beispiel entscheiden, was sie für diesen Gutschein

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                              mit dem Nennwert von 100 Euro leisten wollen.

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                              Wollen. Also dann zahlt der eine vielleicht 50 Euro für einen 100-Euro-Gutschein

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                              und dann halbieren sich alle Preise im Laden.

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                              Und der andere zahlt vielleicht 200 Euro für einen 100-Euro-Gutschein,

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                              dann verdoppeln sich alle Preise im Laden.

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                              Nur das Spannende ist, für die, die den Gutschein so nutzen,

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                              die haben eigentlich keine Preise mehr.

                              0:27:54–0:28:01

                              Für die leben sie in einer Welt, in dem sie den Preis im Grunde auflösen und

                              0:28:01–0:28:03

                              eben zahlen und beitragen, was sie können.

                              0:28:03–0:28:07

                              Die anderen, die da nicht mitmachen, die leben weiterhin in einer klassischen Marktwirtschaft.

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                              Das ist das Spannende an diesem Experiment Unverpacktladen, der gemeinschaftsbasiert

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                              wirtschaftet, dass zwei Formen der Ökonomien quasi parallel zueinander existieren.

                              0:28:15–0:28:19

                              Also, wer daraus vielleicht mal eine Bachelorarbeit schreiben will, spannendes Thema.

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                              Und worauf ich im Grunde hinaus will, ist, dass.

                              0:28:27–0:28:32

                              Gerade durch die Auflösung dieses Prinzips, wenn du in diesem Laden teilnehmen

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                              kannst, musst du den Preis zahlen können, sonst bist du ausgeschlossen.

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                              Das Prinzip wird dann eben aufgelöst und gesagt, die Leute, die Verantwortung

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                              übernehmen wollen, dürfen hier mitmachen.

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                              Also es gibt Unverpackt auf einmal für alle, aber nicht dadurch,

                              0:28:46–0:28:51

                              dass es quasi auf Kosten des Ladens geht, sondern die Konsumenten entscheiden,

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                              was sie beitragen können. Und dadurch können aber auf der anderen Seite die

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                              Produzenten auch faire Preise gezahlt werden.

                              0:28:58–0:29:02

                              Und das ist genau der Unterschied zur Marktökonomie.

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                              Also Aldi spricht zum Beispiel von der Demokratisierung des Biokonsums.

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                              Was die damit meinen ist, super billig, Discount und auf Kosten der Produzenten und der Natur.

                              0:29:14–0:29:19

                              Das ist nicht dasselbe. Das ist so eine böse Marketinglüge.

                              0:29:19–0:29:22

                              Ist eigentlich auch so Democracy Washing.

                              Hannah Heller
                              0:29:23–0:29:27

                              Es kommt von dem Begriff ganz kurz der Konsumenten-Souveränität.

                              0:29:27–0:29:33

                              Die haben damals sozusagen den Demokratiebegriff als sozial organisierte,

                              0:29:33–0:29:36

                              demokratisch organisierte Gesellschaft, haben sie weggenommen und Konsumenten-Souveränität

                              0:29:36–0:29:39

                              drauf gemacht, um die Demokratie gegenüber dem Markt zu schwächen.

                              0:29:39–0:29:44

                              Was schon wahnsinnig gut funktioniert hat, aber was wir aufdecken sollten und

                              0:29:44–0:29:46

                              nicht nochmal sozusagen erweitern sollten.

                              Timo
                              0:29:47–0:29:51

                              Sehr gut, wenn man da so ein, wie nennt man das, so ein Glossar,

                              0:29:51–0:29:53

                              ein lebendes Glossar neben sich hier im Podcast sitzen hat.

                              0:29:55–0:29:58

                              Ja, genau. Und das ist eigentlich das Spannende. Und da versteht ihr dieses

                              0:29:58–0:30:02

                              Geld, also Angebot, also Preise bilden sich aus Angebot und Nachfrage.

                              0:30:03–0:30:07

                              Und naja, Preise gibt es in so einem Laden dann nur für Leute,

                              0:30:07–0:30:08

                              die nicht Teil der Gemeinschaft sind.

                              0:30:08–0:30:10

                              Die anderen haben gar keine Preise mehr im klassischen Sinne,

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                              sondern entscheiden sich selber, was sie beitragen können.

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                              Und also, wenn jetzt aus Angebot und Nachfrage kein Preis entsteht,

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                              dann haben wir mal ein zentrales Theorem der BWL mal aufgelöst.

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                              Und dann fragen wir uns, aus was entsteht dann Angebot und Nachfrage?

                              0:30:29–0:30:30

                              Naja, auf Basis von Bedürfnissen. müssen.

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                              Und deswegen nennen wir das halt eben auch Beitragsökonomie.

                              0:30:35–0:30:40

                              Also man trägt eben bei, was man kann, aber niemand wird daraus ausgeschlossen.

                              0:30:40–0:30:44

                              Und so verändern wir auch die Wirkung von Geld in gemeinschaftsbasierten Wirtschaften,

                              0:30:44–0:30:46

                              indem es nicht den Zugang regelt.

                              0:30:48–0:30:52

                              Das ist sehr, sehr spannend. Auf der anderen Seite ist es aber so,

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                              dass Menschen sich eben beschäftigen müssen mit ihrem Verhältnis zu Geld.

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                              Und das ist aus unserer Erfahrung mit Menschen mit wenig Geld auch nicht so einfach.

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                              Also Christian Lindner würde jetzt davon ausgehen, die gehen da alle rein und zahlen alle gar nichts.

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                              Das ist dem sein Menschenbild. Das Homo economicus, Nutzen maximieren,

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                              immer ausnutzen, ist aber nicht so.

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                              Also gerade auch Menschen mit wenig Geld haben teilweise auch einen Stolz dazu,

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                              dass sie sich trotzdem solche Dinge leisten können.

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                              Obwohl sie einen gigantisch hohen Prozentsatz ihres Einkommens dann ausgeben.

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                              Und auf der anderen Seite müssen wir auch feststellen, dass Menschen mit viel

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                              Geld teilweise dann Herausforderungen haben, ja auch deutlich mehr für so einen Gutschein zu zahlen.

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                              Also sie machen es, aber sie zahlen dann vielleicht 130 oder 150 Euro für so einen Gutschein.

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                              Oder 10 Euro oder 20 Euro mehr. Das hilft für die Solidarität innerhalb der

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                              Gemeinschaft und ist meistens auch ausreichend.

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                              Aber tendenziell ist es manchmal auch eine Herausforderung, dass diese Menschen

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                              tendenziell zu wenig geben.

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                              Das führt gerade auch tatsächlich zu dem nächsten Thema, wo ich sagen würde,

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                              gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften und Geld.

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                              Für das, was wir machen, ist es eben auch wichtig, dass Vermögen umverteilt werden.

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                              Aber das ist vielleicht das nächste Thema. Aber das hat auch wieder Bezug zum

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                              konkreten Handeln vor Ort in den einzelnen Läden, um da auch Dinge möglich zu machen.

                              Hannah Heller
                              0:32:15–0:32:22

                              Nochmal, die Betonung finde ich wahnsinnig wichtig, weil Forschung zeigt,

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                              dass wenn man in arme Gemeinschaften geht, dass da die Großzügigkeit,

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                              dieses Gebende, halt so viel stärker ausgeprägt ist, als sozusagen in eher reichen,

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                              ökonomisierten Gesellschaften, die halt voll nach dieser Logik laufen.

                              0:32:35–0:32:43

                              Und es ist ein wahnsinnig langer Prozess, glaube ich, bis Leute erstmal checken,

                              0:32:43–0:32:44

                              was sie für Privilegien haben.

                              0:32:44–0:32:46

                              Also erstmal zu gucken, was verdiene ich denn?

                              0:32:46–0:32:50

                              Also ich glaube, Leute, die gut verdienen, überschätzen immer,

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                              wie viel das Durchschnittsgehalt ist in Deutschland. Das ist nämlich gar nicht hoch.

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                              Das liegt irgendwie um die 2000 Euro und man wundert sich sozusagen als besser

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                              verdienende Person, so niedrig.

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                              Ja, aber die meisten Menschen verdienen echt nicht und bekommen echt nicht so

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                              viel Geld zugeteilt, weil sie verdienen mehr, sie bekommen zu wenig und dadurch

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                              können sie sich viel weniger leisten,

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                              viel weniger teilhaben auch an Gesellschaft als bisher.

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                              Und das Faszinierende an den gemeinschaftsbasierten Wirtschaften und diesen

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                              solidarischen Beitragsrunden finde ich, dass wir da nicht den Marktpreis gesetzt bekommen.

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                              Wir bekommen nicht einen Marktpreis für alle, der für alle gleich ist,

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                              sondern wir denken diese, ich habe unterschiedliche Privilegien,

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                              ich habe unterschiedliche Möglichkeiten, aber eigentlich habe ich in den meisten

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                              Bereichen doch sehr ähnliche Bedürfnisse.

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                              Wir sind ja viel in Grundversorgungsbereichen unterwegs, im Ernährungsbereich,

                              0:33:44–0:33:53

                              in Bekleidung, in Begegnungsorten, also eigentlich Orte, wo alle gerne teilhaben würden.

                              0:33:54–0:33:59

                              Und da ermöglicht eben dieses, manche geben mehr, manche geben weniger,

                              0:33:59–0:34:02

                              ermöglicht uns, dass wir individualisiert

                              0:34:02–0:34:05

                              die Preise sozusagen solidarisch einfach setzen gemeinsam.

                              0:34:05–0:34:08

                              Und wenn man das jetzt sozusagen über den einzelnen Laden hinausdenkt und das

                              0:34:08–0:34:11

                              wirklich als größeren Kreislauf denkt, dass man sagt, okay, wir nehmen da auch

                              0:34:11–0:34:14

                              noch Produzenten mit rein, wir nehmen da auch noch die Logistik mit rein.

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                              Und das finde ich jetzt spannend, weil…

                              0:34:19–0:34:23

                              Weil das auch so abstrus ist heutzutage in unserem System. Wir nehmen jetzt

                              0:34:23–0:34:28

                              auch noch sozusagen die Leistung der Bereitstellung des Kapitals sozusagen.

                              0:34:28–0:34:34

                              Also überhaupt Kapital bereitzustellen, aber mit dem Blick auf Qualitäten und

                              0:34:34–0:34:38

                              nicht mit dem Blick auf Kosteneffizienz und Maximierung, mit dem Blick auf Qualitäten

                              0:34:38–0:34:41

                              und Bedürfnisse. Was bedeutet das eigentlich?

                              0:34:41–0:34:47

                              Und da sind wir auch immer sozusagen kreativ in, Wie schaffen wir es im Ökosystem,

                              0:34:47–0:34:51

                              so einen fruchtbaren Boden anzulegen an Menschen,

                              0:34:51–0:34:58

                              die das verstanden haben und die auch bereit sind zu geben, um dafür was Gemeinschaftliches

                              0:34:58–0:34:59

                              wachsen zu sehen sozusagen,

                              0:34:59–0:35:03

                              um damit irgendwie zu sehen, wie tiefere Wurzeln sich verhaken,

                              0:35:03–0:35:06

                              wie wir alle gemeinsam stärker werden und da zu sehen, okay,

                              0:35:06–0:35:12

                              dazu trage ich was bei und dazu gebe ich was.

                              0:35:12–0:35:15

                              Was und da ist eben Geld auch gerade für den Aufbau, in dem wir gerade drinstecken,

                              0:35:15–0:35:19

                              essentiell wichtig leider in der Gesellschaft, in der wir nehmen.

                              0:35:19–0:35:22

                              Also wir nehmen auch alles andere. Wir nehmen auch alle möglichen Beiträge, die da so kommen.

                              0:35:22–0:35:27

                              Also da gibt es auch wirklich ein stabiles Netzwerk, was irgendwie beiträgt,

                              0:35:27–0:35:28

                              auch über das Geld hinaus.

                              0:35:28–0:35:34

                              Aber auch dieses Geld ins Ökosystem zu geben und zu gucken, wie es sozusagen

                              0:35:34–0:35:40

                              genutzt wird und zirkuliert, um den Boden zu nähren für alles, was da wachsen will.

                              0:35:41–0:35:46

                              Das finde ich auch faszinierend am Mycelium-Ökosystem auf jeden Fall.

                              0:35:46–0:35:51

                              Und da auch herzlich die Einladung, da mitzumachen und da beizutragen und gerne

                              0:35:51–0:35:54

                              auch in diese tiefen Räume zum Thema Geld zu kommen und wirklich eigene Schmerzpunkte

                              0:35:54–0:35:58

                              auch sich anzuschauen, was Geld mit mir macht und auch zu gucken,

                              0:35:58–0:36:00

                              welche Privilegien habe ich.

                              0:36:00–0:36:03

                              Und ich glaube, da müssen wir auch stärker werden in den Beitragsrunden und

                              0:36:03–0:36:06

                              in den Vorbereitungen der Beitragsrunden, hier auch drauf zu gucken und zu gucken,

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                              ja, wie kommen wir dahin?

                              0:36:08–0:36:13

                              Wie kommen wir zu einer Reflexion des Systems, in dem wir jetzt gerade drinstecken

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                              und des Denkmusters, in dem wir gerade drinstecken?

                              0:36:16–0:36:18

                              Geld ist nämlich auch eine Denklogik einfach.

                              0:36:19–0:36:25

                              Und wie helfen wir da Menschen irgendwie, tiefer zu gehen und wieder die Qualitäten

                              0:36:25–0:36:28

                              zu entdecken? Und das machen wir jetzt mit dem Verein.

                              Timo
                              0:36:29–0:36:29

                              Genau,

                              0:36:31–0:36:35

                              ich glaube, in einer der nächsten Folgen erklären wir nochmal den Verein.

                              0:36:36–0:36:39

                              Genau, ich glaube, was ich an der Stelle spannend finde, ist,

                              0:36:39–0:36:46

                              dass die, wenn man immer fragen muss, wie kann man eigentlich überhaupt Verantwortung

                              0:36:46–0:36:49

                              für eine Situation übernehmen und wer bin ich eigentlich?

                              0:36:49–0:36:50

                              Es ist, glaube ich, auch einfach wichtig, dass man versteht,

                              0:36:50–0:36:52

                              wie positioniere ich mich eigentlich in dieser Gesellschaft.

                              0:36:54–0:37:04

                              Und da ist es natürlich schwierig, wenn jemand so wie unser zukünftiger CDU-Kanzlerkandidat,

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                              mehrfacher Millionär, sagt er, sich selber als gehobene Mittelschicht einsortiert. Schwierig.

                              0:37:11–0:37:17

                              Deswegen ist so eine Selbstpositionierung auch wichtig und tatsächlich ist das

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                              auch so, dass in manchen unserer Beitragsrunden,

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                              im Vorhinein auch mal so von der Zeit so ein Ungleichheitsbarometer herumgeschickt

                              0:37:27–0:37:29

                              wird, wo man sich selber mal ein bisschen positionieren kann,

                              0:37:30–0:37:33

                              und das so ein bisschen dann auf seine eigenen Beiträge.

                              0:37:35–0:37:36

                              Übertragen kann.

                              0:37:36–0:37:40

                              Häufig ist das auch so, dass Laden auch von direkten Investitionen,

                              0:37:40–0:37:42

                              Direktkrediten und Ähnliches profitieren.

                              0:37:44–0:37:48

                              Und da ist es natürlich auch so eine Frage, die einzelne Unternehmerinnen oder

                              0:37:48–0:37:52

                              einzelne Mitglieder sich durchaus stellen können und sagen, naja.

                              0:37:53–0:37:57

                              Wenn ich über Geld verfüge, dann investiere ich das häufig. Also selbst wenn

                              0:37:57–0:38:00

                              ich es liegen lasse, dann spielt die Bank damit.

                              0:38:01–0:38:05

                              Aber wenn ich jetzt zum Beispiel dieses Geld nehme und Menschen mit Geld wissen

                              0:38:05–0:38:09

                              wahrscheinlich jetzt, was ein ETF ist, vermute ich mal.

                              0:38:10–0:38:12

                              Also das ist eine Übersetzung.

                              0:38:13–0:38:19

                              Das ist im Grunde ein großer Fonds, wo sehr viele verschiedene Vermögenswerte drin stecken.

                              0:38:19–0:38:25

                              Also Aktienunternehmen, in denen man investieren kann,

                              0:38:25–0:38:32

                              einen Risikostrom machen und bekommt große, in der Regel stabile Rendite über

                              0:38:32–0:38:36

                              die Jahre bei dem einen oder anderen Fonds tatsächlich von 8%.

                              0:38:37–0:38:39

                              Dafür will ich aber nicht überhaupt gar keine Werbung machen,

                              0:38:39–0:38:43

                              weil jeder, der da rein investiert und gleichzeitig in einem gemeinschaftsbasierten

                              0:38:43–0:38:44

                              Unternehmen Mitglied ist,

                              0:38:44–0:38:51

                              reißt im Grunde mit seiner Form der Altersvorsorge und Anlageentscheidung das

                              0:38:51–0:38:52

                              ein, was er eigentlich versucht mit

                              0:38:52–0:38:56

                              seiner Mitgliedschaft in diesem gemeinschaftsbasierten Laden aufzubauen.

                              0:38:56–0:39:04

                              Eine neue Form der Ökonomie, eine regenerative Ökonomie, wo man mehr zurückgibt, als man verbraucht.

                              0:39:04–0:39:09

                              Aber die Aktienunternehmen, die stehen aber für Wachstum und ich würde auch

                              0:39:09–0:39:10

                              mal in meiner sehr radikalen Art

                              0:39:10–0:39:14

                              und Weise hier vielleicht ein bisschen provozierend rein sagen ins Mikro,

                              0:39:14–0:39:20

                              Auch die grünen Fonds sind, ich bin sehr radikal, es ist alles Greenwashing.

                              0:39:21–0:39:25

                              Also lasst euch da nicht übers Ohr hauen. So und jetzt…

                              Hannah Heller
                              0:39:27–0:39:31

                              Naja, ich muss noch eine Sache dazu sagen. Gerade auch eine Doku darüber gesehen,

                              0:39:31–0:39:36

                              habe ich die drei großen Asset-Manager-Firmen, sozusagen BlackRock,

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                              StageStreet und Vanguard oder sowas.

                              Timo
                              0:39:41–0:39:45

                              BlackRock ist übrigens der ehemalige Arbeitgeber von Friedrich Merz.

                              0:39:46–0:39:48

                              Nur falls jemand hier überlegt, CDU zu wählen.

                              Hannah Heller
                              0:39:50–0:39:55

                              Genau, also wie die halt das Kapital nehmen, was ihr in ETFs und in Altersvorsorge

                              0:39:55–0:40:00

                              und in die Aktienrente, die jetzt bald kommt, auch staatlich irgendwie steckt.

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                              Und dieses Geld, also die kontrollieren sozusagen, wo das rein investiert wird

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                              und immer mit der Perspektive der Profitmaximierung natürlich und bringen damit

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                              auch die Unternehmen in eine wahnsinnige Abhängigkeit.

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                              Also ich habe gesprochen mit Unternehmen, die dann irgendwie große Investitionen

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                              von profitorientierten Organisationen bekommen haben oder von Investorinnen bekommen haben.

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                              Ich muss hier glaube ich nicht gendern, weil meistens sind es Männer.

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                              Und meistens sind es sehr impulsiv autoritäre Männer, die halt Druck machen,

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                              die einen wahnsinnigen Druck auslösen und sagen, ihr müsst jetzt hier mir mein

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                              Geld vermehren und zwar schnell.

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                              Und die Unternehmerinnen und Unternehmer, die eigentlich mit einer Vision und

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                              einer intrinsischen Motivation angetreten sind.

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                              Halt die Qualität für ihre Produkte total hinten anstellen müssen,

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                              weil sie sagen müssen, nee, wir müssen jetzt halt kosteneffizient hier das Geld

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                              maximieren von diesen Menschen, wo ich halt sozusagen in die Falle getreten

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                              bin, weil ich es angenommen habe.

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                              Und hier wollen wir als Mycelium auch eine Möglichkeit bieten,

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                              sozusagen da Möglichkeiten zu schaffen, dass Unternehmerinnen Investitionen

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                              bekommen einerseits, die sie aber nicht gängeln und sie erdrücken.

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                              Und andererseits Menschen, die vielleicht mehr Ressourcen haben,

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                              auch die Möglichkeit geben, Projekte zu unterstützen, die halt vor Ort wirklich

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                              wirken und zwar nicht in der Geldvermehrung, sondern in der Mehrung von Qualität und Sinn.

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                              Genau, aber ich glaube, jetzt auf den Finanzmarkt und das große System geschaut,

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                              brauchen wir schon auch wirklich größere alternativen Transformationsfonds,

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                              wo dann auch wirklich die Frage ist, wo wird denn das Geld investiert?

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                              Weil ich habe für so einen Fair-World-Fonds mal gearbeitet.

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                              Ich weiß nicht, ob ich das erzählt habe. Ich war das kleinste Rad in diesem

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                              ganzen Prozess und war die Maschine sozusagen, die da stand und durchgegoogelt

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                              hat, wer, also worein der Fair-World-Fonds investieren kann.

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                              Also in welche Unternehmen kann der überhaupt investieren? Welche Unternehmen

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                              sind sozusagen so fair und nachhaltig, dass sie überhaupt in Frage kommen für

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                              Investitionen? Da gibt es Steueroasen, gibt es Kinderarbeit,

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                              gibt es Steueroasen, fliegen schon mal die meisten raus.

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                              Investieren die in Waffen, produzieren die Waffen, produzieren die Atomkraft, beuten die Natur aus.

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                              Es bleiben nur noch sehr, sehr wenig übrig und deshalb ist dieses Green, also,

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                              Ja, grüne nachhaltige Investitionen vom Finanzmarkt her gedacht,

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                              echt ein schwieriges Thema, weil die meisten Unternehmen halt in diesem System

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                              überhaupt nicht nachhaltig wirtschaften

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                              können, sodass sie für nachhaltige Investitionen in Frage kommen.

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                              Also so ein Henne-Ei-Problem, so ein Teufelskreis, wo man sich gegenseitig blockiert,

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                              wirklich nachhaltig zu wirtschaften.

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                              Deshalb finde ich es so erfrischend bei Mycelium, dass wir wirklich tatsächlich

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                              recht unabhängig von Marktmechanismen und recht unabhängig von auch Staat leider Fördergelder.

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                              Wir würden gerne mehr nehmen, warten noch auf den Geldsegen sozusagen,

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                              aber recht unabhängig von Markt und Staat und deren Logiken,

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                              weshalb eben hier auch Geld bewegen und Wirkung erzielen. spielen.

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                              Aber weil wir eben unabhängig von Markt und Staat sind, brauchen wir eben die

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                              Menschen, die Menschen, die es begreifen und die Menschen, die bereit sind zu

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                              geben und die Menschen, die Bock haben auf Sinn und Qualität.

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                              Ja, Shoutout, kommt zu uns.

                              Timo
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                              Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, ich würde sagen, falls ihr euch fragt,

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                              wie das klappt, so häufig ist das so, dass in Gemeinschafts-,

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                              also gerade in Beitragsrunden,

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                              Menschen mit Geld eben auch sich angesprochen fühlen und dann aber über die

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                              Unternehmerin halt eine andere Beziehung aufbauen.

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                              Also diese Unternehmerinnen machen diesen Menschen dann halt eben auch klar

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                              und sagen, hey, ich nehme dein Geld nicht unter den Bedingungen,

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                              dass du nicht in Verantwortung dafür gehst.

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                              Weil sonst kann ich das nicht annehmen, ohne dass es mich gängelt.

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                              Und dann finden die halt einen Weg, wie auch so eine Investition,

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                              also wie sie ihr Geld investieren können, aber auf eine Art und Weise,

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                              dass es förderlich ist, dass etwas Neues entstehen kann.

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                              Sowas wie Zinsen gibt es dann natürlich nicht so viel. Und dieses Geld wird

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                              häufig dann natürlich auch nur dann zurückgezahlt, wenn das Unternehmen sich

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                              das auch leisten kann. Also das ist mein Mittel in Verantwortung.

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                              Und dann kann Geld, also Geld, das quasi so von der Bank genommen wird und in

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                              solche Strukturen geleitet wird, kann dann eben auch Neues produzieren,

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                              aber ohne das Alte zu, Vorsicht, so zu luken, wird er zu reproduzieren.

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                              Also im Sinne von mit zu viel Zins und so weiter und zu wenig Übernahme von

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                              Verantwortung, dann doch wieder mehr alte Welt als neue Welt zu produzieren.

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                              Und ich glaube, ich würde es halt wirklich ausmachen. Das wird in Zukunft wirklich

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                              eine sehr, sehr große Sache sein, wie Geld eigentlich auch investiert wird,

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                              weil es darüber entscheidet, wie die Zukunft einfach aussieht.

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                              Und gerade bei Altersvorsorgegeschichten bin ich halt auch wirklich fuchsteufelswild,

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                              weil auch quasi in Alternativensphären einem wirklich angeboten wird,

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                              ja, mach dir ein ETF, das ist sicher.

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                              Und wenn ich dann schreibe so, ja, aber ich möchte eigentlich gar nicht in diese

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                              Unternehmen investieren, dann sagen die, ja, aber es gibt keine guten Alternativen.

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                              Und dann merkt man wieder Markt versus Gemeinschaft. Ich will das Ding von der Stange kaufen.

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                              Ich will also wenig Verantwortung für meine Umgänge mit Geld übernehmen.

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                              Der gemeinschaftsbasierte Weg ist eher, ich übernehme mehr Verantwortung.

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                              Also ich beschäftige mich selber damit. Ich gehe vielleicht auch selber direkt auf Unternehmen.

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                              Zu und mache denen vielleicht auch selber ein sehr persönliches Angebot, das ist möglich.

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                              Und das sorgt übrigens auch immer für unglaublich viel Energie.

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                              Also jedes Mal, wenn ich das erlebe, dass jemand kommt und sagt,

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                              hey, ich habe Geld übrig, ich möchte

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                              das, wie kann ich denn das im gemeinschaftsbasierten Unternehmen geben?

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                              Es ist jedes Mal eine Ausschüttung von Endorphinen, weil man sich einfach gesehen fühlt.

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                              Weil das muss man auch sagen, Transformationsakteure, bei denen ist Geld immer

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                              knapp und man macht ihnen das Leben einfach leichter und von daher so nochmal

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                              einmal so ein bisschen so ein Bild auf so eine Metaperspektive, einfach einmal,

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                              ja, das war vielleicht mal ein ganz anderes Bild, aber wie denn so eine Ökonomie

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                              aussieht, die wir uns vorstellen.

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                              Vielleicht habt ihr das schon mal erlebt, dass ja, manche Bäume alle zur selben

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                              Zeit, zum Beispiel Nussbäume, in die Mast gehen und Und alle Bäume gleichzeitig

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                              Nüsse produzieren zum Beispiel.

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                              Und das ist die Frage, wie können die das machen? Und die können das eben machen,

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                              weil die Bäume die Energie, die sie haben, über das Pilzgeflecht mit Zedium

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                              untereinander verteilen.

                              0:46:36–0:46:40

                              Und das für Sorgen, dass eben alle genügend Energie haben, um auszutreiben.

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                              Auch wenn sie an einem schlechteren Standort stehen.

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                              Und das ist im Grunde so unser Bild einer zukünftigen Ökonomie.

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                              Dass alle Akteure, die daran teilnehmen, halt immer in die Lage versetzt werden.

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                              Auch zu partizipieren an den Aktionen, die passieren, Teil des Wirtschaftslebens

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                              sind und eben nicht ausgeschlossen zu werden durch so etwas wie Geld,

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                              sondern dass Geld auch nur etwas ist, was potenziell einfach verteilt werden muss.

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                              Und wenn es zum Beispiel ganz aktiv auch auf Zinseszins und Zinseszinseffekte

                              0:47:08–0:47:13

                              verzichtet werden, wenn es vielleicht auch verschenkt und gespendet wird,

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                              in anderen Fällen, dann kann man die Wirkung schon auch ändern.

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                              Und jeder Mensch, der da über Mittel verfügt, trägt auch eine gewisse eigene

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                              Verantwortung über unsere Zukunft.

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                              Jede Investitionsentscheidung, die in Unternehmen gehen, die in die alte Welt

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                              investieren oder Greenwashing betreiben, verdüstern unsere Zukunftschancen.

                              0:47:36–0:47:37

                              Das muss man so schon noch sagen.

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                              Und den eigenen Konsum, Ja, hier zu sagen, ich unterstütze zum Beispiel gemeinschaftsbasierte

                              0:47:44–0:47:48

                              Projekte, indem ich auch meinen Beitrag in höheren monatlichen Beitrag zahle

                              0:47:48–0:47:50

                              als andere, sorgt eben auch dafür,

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                              dass dieses Geld nicht anders ausgegeben wird, sondern Teilhabe eben ermöglicht wird.

                              0:47:54–0:47:58

                              Und da muss man nicht irgendwie auf gesellschaftliche Lösungen warten,

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                              da kann man auch ganz konkret vor Ort zum Beispiel in gemeinschaftsbasierten Aktionen aktiv werden.

                              Hannah Heller
                              0:48:03–0:48:08

                              Vielen Dank, Timo. Ich glaube, das war ein runder Abschluss für unseren ersten

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                              Einstieg ins Thema Geld.

                              0:48:09–0:48:12

                              Wir haben viele Pfade entdeckt, die es sich noch in Zukunft lohnt zu erforschen.

                              0:48:13–0:48:15

                              Wenn ihr aber selbst direkt schon aktiv werden wollt, dann könnt ihr natürlich

                              0:48:15–0:48:19

                              auch direkt Mitglied in unserer Podcast-Gemeinschaft machen und die Arbeit,

                              0:48:19–0:48:23

                              die wir hier miteinander betreiben, nämlich gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften

                              0:48:23–0:48:27

                              und die Themen, ums gemeinschaftsbasierte Wirtschaften zu erklären und zu verbreiten.

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                              Und genau, werdet Mitglied und werdet direkt wirkungsvoll und natürlich könnt

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                              ihr auch Mitglied werden in unserem neu gegründeten Verein.

                              0:48:36–0:48:44

                              Den findet ihr unter mycelium-ev.com. Dort könnt ihr ganz einfach online Mitglied

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                              werden und euch dort eintragen und auch über eine Fördermitgliedschaft sozusagen

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                              unsere Arbeit des Vereins stärkt.

                              0:48:49–0:48:53

                              Ja, wir würden uns freuen, wenn ihr einfach Teil dieses Ökosystems werdet und

                              0:48:53–0:48:56

                              wir gemeinsam Wirkung entfalten als kleiner Wald.

                              0:48:58–0:49:03

                              In der Betonwüste. Nein, so enden wir nicht. Wir lassen die Metapher stehen.

                              0:49:04–0:49:09

                              Ich freue mich auf euch, euch zu begegnen und freue mich, wenn ihr das nächste

                              0:49:09–0:49:12

                              Mal wieder einschaltet und zuhört. Bis dann.

                              Timo
                              0:49:12–0:49:14

                              Ja, tschüss, auch von mir.

                              The post MP084 – Wie Geld wirkt appeared first on MYZELIUM.

                              50 min
                            • MP083 - Wandelwinkel in Mülheim - ein lebendiger Ort

                              • Laura
                                • Katrin
                                  • Hans

                                      Heute haben wir mal wieder ein Projekt eingeladen, der Wandelwinkel und seine drei Möglichmacher*innen Laura, Hans und Katrin sind hier zu Gast, denn der Ort soll gemeinschaftsbasiert wirtschaften und entsteht mit der Begleitung vom Myzelium. 


Beherzt wird hier begleitet und gewirtschaftet, denn irgendwie beginnt alles mit einer Lovestory. Es wird offensichtlich, dass hier ein Ort entsteht, der Anfangspunkt und Inspirationsquelle für die Stadt sein wird, ein Knotenpunkt an dem sich die Verbindungen weben werden.



                                      Interesse geweckt? 
Anmelden, Mitmachen, zur Beitragsrunde gehen, nicht nur weil der Ort günstiger wird wenn es mehr sind, sondern WEIL DU ES MÖGLICH MACHEN KANNST, dass hier und jetzt der Wandelwinkel entsteht, sei Teil der Transformation, übernehme deinen Teil der Verantwortung.

                                      Wandelwinkel Ruhr – https://wandelwinkel.ruhr/
                                      Anmeldung zur Beitragsrunde – https://wandelwinkel.ruhr/Beitragsrunde/

                                      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                                      Transkription
                                      Tobias
                                      0:00:09–0:00:13

                                      Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Mezillium-Podcasts,

                                      0:00:13–0:00:16

                                      der Podcast, in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                                      0:00:16–0:00:20

                                      Tja, heute nicht mit dem Timo, sondern mit der Franka. Hi Franka!

                                      Franziska
                                      0:00:21–0:00:24

                                      Hallo ihr alle. Timo ist im Urlaub, deshalb bin ich hier.

                                      Tobias
                                      0:00:25–0:00:28

                                      Ja, du darfst aber auch so sonst auch immer gerne hier sein.

                                      0:00:28–0:00:31

                                      Du hast ja mittlerweile auch ein Hütchen im Mezillium auf, deswegen.

                                      0:00:31–0:00:33

                                      Ja, vielleicht gibt es das ja noch häufiger.

                                      Franziska
                                      0:00:33–0:00:35

                                      Ja, sehr gerne. Ja.

                                      Tobias
                                      0:00:35–0:00:38

                                      Möchtest du nochmal ganz kurz in wirklich zwei Sätzen kurz sagen,

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                                      wer du bist, damit wir alle auch nochmal abholen, die dich vielleicht nicht

                                      0:00:43–0:00:45

                                      so im näheren Umfeld haben?

                                      Franziska
                                      0:00:46–0:00:53

                                      Ja, sehr gerne. Ich bin Franke. Ich habe 2021 mit Mycelium Begleitung das Franzwerk

                                      0:00:53–0:00:56

                                      gegründet, ein gemeinschaftsbasiertes Arbeitszuhause.

                                      0:00:56–0:01:02

                                      Und das habe ich Ende 2022 in gemeinschaftsbasierte Selbstorganisation übergeben,

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                                      weil ich in Mutterschutz gegangen bin.

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                                      Und nach dem Mutterschutz bin ich im Mycelium aufgetaucht. Und jetzt bin ich

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                                      Begleiterin hier und habe noch verschiedene andere Hüte im Mycelium auf,

                                      0:01:11–0:01:12

                                      aber heute als Begleiterin hier.

                                      Tobias
                                      0:01:12–0:01:18

                                      Ja, sehr schön. Also du sprichst mit voller Expertise und ja,

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                                      Expertise ist auch bei unserem nächsten Projekt gefragt.

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                                      Wir haben heute nämlich drei weitere Gäste hier am Start.

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                                      Und zwar geht es um das Projekt der Wandelwinkel. Und ja, was das genau ist,

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                                      das sagt uns heute die Laura, die Katrin und der Hans. Hi ihr drei.

                                      Laura
                                      0:01:35–0:01:36

                                      Hallo. Hallo.

                                      Hans
                                      0:01:37–0:01:38

                                      Hallo zusammen.

                                      Tobias
                                      0:01:38–0:01:43

                                      Ja, sehr schön. Am besten wäre eigentlich, wir starten damit, wer ihr denn seid.

                                      0:01:43–0:01:47

                                      Also wer fühlt sich berufen, da als allererstes mal zu erzählen,

                                      0:01:47–0:01:52

                                      wer ihr denn seid, was ihr so macht und ja auch so ein bisschen, wo ihr herkommt.

                                      Laura
                                      0:01:52–0:01:56

                                      Ich springe immer direkt am liebsten in die Bresche, weil ich glaube ich so

                                      0:01:56–0:01:59

                                      ein bisschen diejenige bin, die alle an Land gezogen hat.

                                      0:01:59–0:02:02

                                      Also bei mir mühzählt es auch ordentlich rum.

                                      0:02:03–0:02:05

                                      Ja, ich bin Laura, ich bin aus Mülheim an der Ruhr.

                                      0:02:06–0:02:11

                                      Und bin relativ früh hier in die solidarische Landwirtschaft in Mülheim eingestiegen.

                                      0:02:11–0:02:15

                                      Auch direkt kopfüber eingetaucht und voll mit durchgestartet.

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                                      Und habe da ganz viel Sinnhaftigkeit drin gefunden.

                                      0:02:20–0:02:25

                                      Und seitdem netzwerke ich so von der Solawi aus ins Ruhrgebiet und weiter.

                                      0:02:26–0:02:29

                                      Und bei der Solawi habe ich den Hans auch kennengelernt.

                                      0:02:29–0:02:33

                                      Und weil ich nicht nur netzwerke, sondern auch ganz viel Yoga praktiziere,

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                                      ist die Katrin mir über den Weg gelaufen.

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                                      Und genau, so sind wir zusammengekommen.

                                      Tobias
                                      0:02:39–0:02:42

                                      Ja, super cool. Also hast du da so den Keim gesät?

                                      Laura
                                      0:02:43–0:02:44

                                      Ja, so kann man es sagen.

                                      Tobias
                                      0:02:45–0:02:47

                                      Und Hans und Katrin, was macht ihr so? Katrin vielleicht?

                                      Katrin
                                      0:02:48–0:02:54

                                      Ja, also ich bin in meinem sonstigen Leben eigentlich Juristin und Yoga-Lehrerin

                                      0:02:54–0:02:59

                                      und habe noch so ganz viele andere Ausbildungen gemacht, als ich so auf der Suche war.

                                      0:03:00–0:03:05

                                      Und genau, habe die Lera über das Yoga kennengelernt und von diesem Projekt.

                                      0:03:05–0:03:07

                                      Des Wandelwinkels erfahren.

                                      0:03:07–0:03:10

                                      Ja, und er hat mich irgendwie direkt überzeugt, dass es irgendwie wert ist,

                                      0:03:11–0:03:13

                                      da einzusteigen und mitzumachen.

                                      Tobias
                                      0:03:13–0:03:17

                                      Und Hans, wie kamst du dazu? Oder was ist dein Weg bis jetzt?

                                      Hans
                                      0:03:17–0:03:21

                                      Ich schließe mich gerne an. Genau, mein Weg bis jetzt.

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                                      Die Laura kenne ich über die Solari, die ich mit Freunden hier in Mühlheim so

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                                      in der Corona-Zeit im Grunde mitgegründet habe.

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                                      Uns gibt es jetzt im dritten Jahr und wir gehen aufs vierte Zug.

                                      0:03:36–0:03:41

                                      Ich bezahle meine Miete, indem ich in einem Abgeordnetenbüro im Landtag in Düsseldorf arbeite.

                                      0:03:43–0:03:47

                                      Genau, und bin aber im Grunde seit Gründung in unterschiedlichen Funktionen in der Solabi.

                                      0:03:47–0:03:52

                                      Gerade habe ich einen Minijob da und mache die Buchhaltung und bin im Vorstand

                                      0:03:52–0:03:59

                                      und habe da im Grunde gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften gelernt,

                                      0:03:59–0:04:02

                                      ohne den Überbegriff gekannt zu haben.

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                                      Und ich trage, glaube ich, so ein bisschen mit ins Wandelwinkel-Team diese Jahre

                                      0:04:09–0:04:15

                                      in der Solabi und immer wieder auf die Schnittstellen da mit rein.

                                      Tobias
                                      0:04:15–0:04:19

                                      Ja, cool. Also bist du schon, wie soll ich sagen, ein gemeinschaftsbasierter

                                      0:04:19–0:04:22

                                      Experte. Schon alles schon einmal durchgemacht.

                                      0:04:22–0:04:25

                                      Ja, die Wandelwinkel, das haben wir jetzt schon öfter gehört.

                                      0:04:25–0:04:27

                                      Den Namen, was versteckt sich denn hinter diesem Namen?

                                      0:04:27–0:04:31

                                      Was wird das? Was ist das? Was kann das sein?

                                      Laura
                                      0:04:31–0:04:36

                                      Also ich habe mir den Namen zusammen gegoogelt, deswegen muss ich es vielleicht auch kurz erläutern.

                                      0:04:36–0:04:40

                                      Oder darf es kurz erläutern. Wir waren uns klar, dass wir was verändern wollen

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                                      und dann spricht man ja gerne von Transformation und für uns ist irgendwie auch

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                                      alle klar, dass es eine sozial-ökologische Transformation ist,

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                                      aber wir wollten das nicht verwissenschaftlichen, sondern irgendwas Greifbares

                                      0:04:53–0:04:57

                                      finden und dann war der Wandel irgendwie klar, dass es irgendwas mit Wandel sein soll.

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                                      Und der Winkel heißt auf Mölmsplatt, also das ist hier unser Mülheimer Slang,

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                                      habe ich einfach im Wörterbuch geblättert und das heißt einfach kleines Geschäft

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                                      oder kleiner Laden und dann war der Wandelwinkel schnell zusammengesetzt und

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                                      ja, dann haben wir gesagt, irgendwie muss es heißen, keiner hatte eine andere Idee,

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                                      keiner hat widersprochen und dann war es schnell gesetzt und die Anekdote dahinter

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                                      ist, dass Wandelwinkel auf Niederländisch Wandergeschäft heißt,

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                                      weil Wandeln Wandern heißt und Winkel kleines Geschäft nicht nur auf Mölmsch,

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                                      sondern auch auf Niederländisch.

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                                      Und wenn man Wandelwinkel ohne Mühlheim im Internet sucht, dann landet man in

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                                      holländischen Wandergeschäften.

                                      Tobias
                                      0:05:40–0:05:41

                                      Ja, okay.

                                      Laura
                                      0:05:41–0:05:45

                                      Hat sich noch keiner verlaufen. Also es wollte noch keiner Wanderschuhe bei

                                      0:05:45–0:05:47

                                      uns kaufen. Deswegen ist es, glaube ich, okay, wie es ist.

                                      Tobias
                                      0:05:48–0:05:50

                                      Gut, also habe ich jetzt schon rausgehört, Wanderschuhe gibt es nicht.

                                      0:05:51–0:05:52

                                      Was gibt es denn bei euch?

                                      Hans
                                      0:05:53–0:05:57

                                      Was es bei uns gibt? Ich glaube, ich kann das erstmal nur für mich vielleicht

                                      0:05:57–0:06:00

                                      beantworten, lad dann die anderen beiden gerne auch noch ein, zu ergänzen.

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                                      Ich glaube, ich habe immer so einen Ort gesucht, also einen Raum,

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                                      irgendwas, was greifbares, wo wir die Ideen oder die Idee, die hinter der solidarischen

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                                      Landwirtschaft steckt, nämlich dass eine Gemeinschaft ein Etwas finanziert.

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                                      Wirklich auch einen Ort und einen Raum schafft, in dem diese Idee nochmal greifbarer

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                                      wird und irgendwie so auch in die Stadtgesellschaft getragen wird.

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                                      Weil wir mit der Solabi ja schon sehr dezidiert in Richtung Gemüse arbeiten

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                                      und mit unseren Standorten, die Mielhammer Randbereiche, sozusagen in erster

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                                      Linie da sichtbar sind oder greifbar sind.

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                                      Mit den Feldern, mit den Äckern, mit dem Hof. Und,

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                                      Irgendwie so dieses, dass eine Gemeinschaft eine Wirklichkeit entfalten kann,

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                                      das auch in die Innenstadt zu holen, das war mir so ein Grundanliegen.

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                                      Und die Erklärungsgeschichte kann die Laura, glaube ich, wunderschön erzählen,

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                                      weil die unterschiedlichen Nutzungen,

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                                      die, mit denen wir jetzt im Wandelwinkel starten, sich so ganz natürlich ergeben haben.

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                                      Und für mich war es eben diese Idee, dass eine Gemeinschaft solidarisch etwas

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                                      ermöglicht, die am Startpunkt stand.

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                                      Und mit dieser Idee sind Laura und ich im letzten Herbst bei der GLS-Bank bei

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                                      einem Netzwerktreffen gewesen, wo es eben um dieses gemeinschaftsgetragene Wirtschaften ging.

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                                      Und von daraus würde ich vielleicht mal Laura übergeben.

                                      Laura
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                                      Ja, also diesen Tag, den muss ich mir mal rot, grün, gelb, super bunt im Kalender

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                                      eintragen, weil das für mich irgendwie ein ganz besonderer Tag ist,

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                                      an dem nicht ich so die Fäden zusammen versucht habe zu knoten,

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                                      sondern da ist der Knoten geplatzt.

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                                      Das war irgendwie ganz besonders.

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                                      Ja, das war ein Tag, der geht erstmal zum Thema Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften.

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                                      Und in den Wochen davor sind mir so ein paar Sachen vor die Füße gefallen.

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                                      Also unsere Yogaschule hat geschlossen. Unsere Yogalehrerinnen haben nach 13

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                                      Jahren Ashtanga-Yoga im Shanti-Ultra-Betrieb gesagt, es ist genug.

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                                      Wir waren aber eine feste Gemeinschaft von Yoga-Praktizierenden und haben dann

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                                      in so einer Nacht-und-Nebel-Aktion auch weiter praktiziert in einem Raum,

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                                      den wir gemeinschaftlich getragen haben, ganz unkompliziert.

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                                      Das lief so gut und wir waren froh, dass wir weitermachen konnten und ein paar

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                                      Monate vorher hatte hier in Mühleim der Unfallparkladen schon geschlossen.

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                                      Da haben wir auch in so einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit drei Freunden gesagt,

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                                      so komm, komm, wir kaufen denen jetzt einfach mal das Inventar ab.

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                                      Wir können nicht akzeptieren, dass man in Mühlheim keine unverpackten Lebensmittel mehr kaufen kann.

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                                      Wer weiß, wo wir die nochmal irgendwie unterkriegen.

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                                      Und dann war klar, dass der Raum, in dem wir jetzt sind, unterhalb der Altstadt,

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                                      also nicht in der toten Fußgängerzone, sondern in so einem wirklich schicken

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                                      Winkel von Mühlheim, da war so ein Laden lokal frei, gegenüber von unserem Lieblingscafé.

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                                      Und jedes Mal, wenn wir da saßen, haben wir da so rübergelünkert und gesagt, wie schön wäre das doch.

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                                      Und mit diesen ganzen Flausen im Kopf sind wir da so zu diesem GLS-Banktreffen gestolpert.

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                                      Und ich weiß noch, beim Reingehen habe ich die Charlotte vom CSX-Netzwerk angesprochen

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                                      und gefragt, so hey, von welcher Solawi bist du denn hier?

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                                      Weil für mich bis dahin gar nicht klar war, dass gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften

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                                      auch was anderes ist als Solawi. Das war so naiv und schön.

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                                      Dann hat sie mir direkt erklärt, wo sie herkommt.

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                                      Ich kannte CSX, klar, aber habe mich nie in der Tiefe damit beschäftigt.

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                                      Und dann war ich mal so mit den Händen an der Solawi.

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                                      Und ja, beim Rausgehen habe ich zum Hans gesagt, nach einem super spannenden Tag,

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                                      an dem ich mich ein bisschen in Frank verliebt habe und ihre Energie noch in

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                                      der Elternzeit mit Baby im Arm und dem Franzwerk im Rücken, habe ich gedacht, das will ich auch.

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                                      Und bin in der Pause zu Timo gestolpert und habe gesagt, was müssen wir machen,

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                                      damit wir eure Begleitung kriegen können.

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                                      Aber den Bogen können wir vielleicht gleich nochmal ziehen. Wir sind auf jeden

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                                      Fall abends aus diesem Treffen raus, voller Energie, voll aufgetankt,

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                                      bisschen schlapp von so viel Input, aber trotzdem noch mit so einem Restfunken.

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                                      Und ich habe so Hans eingehakt auf dem Nachhauseweg und gesagt,

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                                      ey Hans, lass das mal machen.

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                                      Und dann war irgendwie klar, dass das passieren muss. Und ja,

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                                      von da an ging es rasant los.

                                      Tobias
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                                      Ja, schön. Also so eine richtige, wie soll man sagen, Liebesstartgeschichte.

                                      Laura
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                                      Ja, ganz viel Herz. Wie in Hollywood.

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                                      Sowas von. Ich glaube, es ist auch geglitzert hinter uns, wenn wir ausgestolpert sind.

                                      Tobias
                                      0:10:46–0:10:48

                                      Wunderbar. Ihr habt es eben schon so ein bisschen angedeutet.

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                                      Ihr schafft einen Raum, einen Ort in der Stadt, einen Ort der Begegnung.

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                                      Aber mal so ganz konkret, was

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                                      werdet ihr denn anbieten oder was bietet ihr vielleicht da jetzt schon an?

                                      Katrin
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                                      Also Wandelwinkel, der Name ist eigentlich Programm. Das ist ein Ort,

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                                      Ort ist für Wandel, für Transformation auf verschiedenen Ebenen.

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                                      Wir wollen verschiedene Projekte, Initiativen, Angebote schaffen.

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                                      Jetzt mal ganz grob gesagt für Menschen und Natur.

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                                      Der Wandel steht immer im Mittelpunkt. Also natürlich einmal auf dieser gemeinschaftsbasierten

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                                      Ebene, dass man sagt, man möchte da irgendwie eine soziale Transformation voranbringen,

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                                      auch für einen persönlichen Wandel.

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                                      Also wir möchten die Leute ermutigen, ins Tun, ins Handeln zu kommen.

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                                      Weg von diesem reinen Konsumieren hin zum Prosumieren.

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                                      Also man ist es so gewohnt, zum Beispiel ich gebe meine Kleidung ab zum Reparieren

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                                      und hole die nach einer Woche wieder ab.

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                                      Ich gebe mein Fahrrad ab zum Reparieren und hole es nach einer Woche wieder ab.

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                                      Bei uns gibt es im Moment schon das Textile-Repair-Café und ein Fahrrad-Repair-Café,

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                                      wo man selber Hand anlegen darf und auch muss.

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                                      Also es gibt das Know-how und das Werkzeug, was man braucht.

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                                      Aber dass man einfach wieder selber Verantwortung übernimmt, ins Handeln kommt.

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                                      Und auch der Ort an sich ist eigentlich, also unterliegt dem ständigen Wandel.

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                                      Das sind so die Angebote, die wir bis jetzt haben, die Repair-Cafés.

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                                      Wir haben das Ashtanga-Yoga und wir sind gerade in Kooperation mit einem Unverpackt-Laden

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                                      dabei, dass wir Lebensmittel unverpackt in die Regale bekommen und unseren Winkelingen anbieten können.

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                                      Und wir wissen nicht genau, was in Zukunft passiert.

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                                      Das wird ein ständiger Wandel sein, was noch für weitere Angebote kommen dürfen.

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                                      Und es steht und fällt ja auch einfach mit den Menschen, die kommen und mitmachen.

                                      Tobias
                                      0:12:38–0:12:41

                                      Ja, super cool. Also seid ihr nicht irgendwie noch in der Ideenphase,

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                                      sondern es gibt ja schon dann quasi ganz konkret einen Ort, wo man hingehen kann.

                                      Katrin
                                      0:12:45–0:12:49

                                      Genau, wir haben auch einfach angefangen, muss man sagen. Wir sind einfach losgelaufen

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                                      und es hat funktioniert, ja.

                                      Tobias
                                      0:12:51–0:12:52

                                      Ja, cool.

                                      Hans
                                      0:12:52–0:12:57

                                      Ich glaube, wenn man jetzt, oder wenn du die Augen schließt und irgendwie überlegst,

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                                      du stehst an so einem Platz und dann ist da ein großes Fenster,

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                                      da liest man dann Wandelwinkel, sieht man unser Logo und dann kommt man rein

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                                      und das ist noch im Erdgeschoss und als erstes sieht man halt die unverpackten

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                                      Lebensmittel beziehungsweise das Möbeljahr aus dem Ringel und Tritt Unverpackt-Laden.

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                                      Und dann ist, wir haben mal so ein Bild gehabt von Hummeln und Bienen.

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                                      So ein Raum in dem, so in die Bienen, da geht es ganz schnell,

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                                      da geht man mal rein, da ist irgendwie,

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                                      da trifft man sich, da hängen die Informationen aus, da sind Flyer,

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                                      da kann man sich auch mal hinsetzen und schnell eine Mail tippen oder das ist

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                                      also so ein bisschen, da kommt man rein und da ist erstmal Bewegung und dann

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                                      geht man durch so eine kleine Glastür.

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                                      Und kommt in so einen Flur und dann zieht man auch erstmal seine Schuhe aus.

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                                      Und da wird man so langsam entschleunigt.

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                                      Und irgendwie bremst man so ein bisschen und kommt erstmal an.

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                                      Dann geht links so eine Treppe hoch in den zweiten Stock, wo einfach so ein

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                                      Riesenraum ist, den wir bespielen dürfen.

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                                      Und rechts haben wir dann Duschen und Umkleiden und die Fahrradwerkstatt aktuell.

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                                      Und also da ist so ein bisschen noch Eingruscheln oder Ankommen.

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                                      Und dann geht man hoch und dann öffnet sich es plötzlich ganz krass.

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                                      Also dieser Moment, als Laura mir das zum ersten Mal gezeigt hat und du kommst

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                                      hoch und da ist so ein, weiß ich nicht, über 100 Quadratmeter, 150,

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                                      keine Ahnung, ein riesiger Raum, komplett unbegrenzt, ganz warme Farben,

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                                      trotzdem irgendwie hell und also toller Raum.

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                                      Und in dem Raum passiert halt aktuell das Nähcafé in einer Ecke.

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                                      Man sieht irgendwie so die Elemente von den Yogis.

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                                      Aber alleine dieser Raum, wenn man da mit Leuten hochgeht, produziert da so

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                                      ganz viele Assoziationen und Ideen, weil der so offen ist, weil der so weit ist.

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                                      Also das sind so ganz unterschiedliche Raumelemente, die einfach in diesem Ort irgendwie passieren.

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                                      Und ich glaube, was jetzt auch schon manchmal so angeklungen ist,

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                                      so dieses Laura hakt sich an und sagt, okay, wir machen das jetzt.

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                                      Ich glaube, das ist so die Qualität, die immer so durchschwingt.

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                                      Und das war auch schon bei der Solarvision.

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                                      Und ich glaube, das ist auch so ein Kern von diesen gemeinschaftsbetragenen

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                                      Wirtschaften, dass wenn eine Gemeinschaft Bock darauf hat, Dinge zu tun,

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                                      dann ist das sozusagen ein Geschäftsmodell oder ein Modus operandi, der das ermöglicht.

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                                      Und das wollen wir sein. Wir sind ein Ort, der Impulse aufgreifen kann und sozusagen

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                                      die Werkzeuge und den Raum stellt, dass das da stattfindet.

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                                      Alles immer in Bezug auf den sozusagen Mensch und Natur und auch,

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                                      also nicht alles, sondern sozusagen einhergehend mit unserer Idee davon,

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                                      wie ein Wandel aussehen kann, aber auch sozusagen der Idee der Gemeinschaft.

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                                      Ey, was brauchen wir denn? Was wollt ihr denn machen?

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                                      Und wir können mit diesem Ort und dem Konzept eben diesen Raum stellen.

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                                      Und ja, also wir haben da jetzt schon erste Ideen, die irgendwie auch laufen

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                                      und funktionieren aktuell.

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                                      Aber sozusagen die Kombination aus diesem Konzept, aus der Gemeinschaft und

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                                      diesem Ort, das ist so für mich der Schlüssel.

                                      Laura
                                      0:16:08–0:16:11

                                      Ja, ich finde, man sieht das halt an den Repair-Cafés ganz schön.

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                                      Also das Yoga und Unverpackt, das war so gesetzt.

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                                      Die Yogaschule ist zu, der Unverpackt-Laden ist zu. Die Bedarfer waren da,

                                      0:16:16–0:16:20

                                      die Leute, die diesen Bedarf verspüren, die sind da gewesen.

                                      0:16:20–0:16:23

                                      Aber die Repair-Cafés, die sind so aus der Gemeinschaft entstanden.

                                      0:16:23–0:16:26

                                      Also die Ariane, das ist eine bei uns aus dem Gründungsteam,

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                                      die hat Bekleidungstechnik und nachhaltige Entwicklung studiert.

                                      0:16:29–0:16:32

                                      Und die hat gesagt, ey, ich will das Textil im Kreislauf bleiben.

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                                      Ich kann das handwerklich und lass uns das machen.

                                      0:16:35–0:16:39

                                      Und das war so, sie war so die zündende Idee und dann haben wir das gemacht.

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                                      Sie brauchte weder einen Verein, noch einen Raum an Mieten. Das war alles schon da.

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                                      Wir haben da zwei Tische hingestellt, die wir geschenkt gekriegt haben und seitdem

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                                      kriegen wir jede Woche eine Nähmaschine geschenkt.

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                                      Also nur, weil die Leute wissen, dass wir das haben, kommt jede Woche eine Nähmaschine.

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                                      Also noch haben wir keine abgelehnt, aber bald müssen wir es.

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                                      Und das Fahrrad Repair Café, dasselbe Thema. Ich fahre super gerne Fahrrad,

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                                      kann gar nicht schrauben. Mir ist jemand über den Weg gelaufen,

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                                      der gesagt hat, ich bin ein Zweiradmechaniker.

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                                      Ich habe da richtig Bock drauf, vor allem auch in meiner Freizeit das zu machen,

                                      0:17:06–0:17:10

                                      ohne diesen wirtschaftlichen Hintergrund, sondern einfach weil ich will,

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                                      dass die Leute das können aus eigenem Antrieb.

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                                      Zack, haben wir die Umkleide in den Duschraum verfrachtet, weil da kann man

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                                      sich auch umziehen, völlig ausreichend.

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                                      Haben dann den Raum fertig gemacht mit Werkzeug, was wir im Keller hatten,

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                                      wo wir alle gesagt haben, das brauchen wir nicht mehr zu Hause.

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                                      Wir packen das dahin, dann können da alle darauf zugreifen.

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                                      Und seitdem kommen jede Woche Leute und bringen Fahrradwerkzeug vorbei.

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                                      Also das passiert dann einfach, weil man sich nicht mehr abarbeiten muss an

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                                      dem, was wir jetzt einmal gemacht haben.

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                                      Wir haben jetzt einmal einen Verein gegründet, wir haben uns einmal mit Ersatzung

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                                      gequält, wir haben so, dass diese Infrastruktur, die haben wir jetzt einmal

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                                      über den Berg gewuppt und jetzt ist es leicht.

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                                      Jetzt kann man kommen und sagen, hey, ich habe Bock Müll zu sammeln,

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                                      hast du Lust mitzumachen?

                                      0:17:49–0:17:50

                                      Und dann geht man los.

                                      Tobias
                                      0:17:50–0:17:55

                                      Ich wollte gerade eben schon sagen, okay, alles easy, Verliebtheitsphase,

                                      0:17:55–0:17:58

                                      wir machen das jetzt ganz easy durchgezogen, Podcast zu Ende.

                                      0:17:59–0:18:03

                                      Jetzt hast du aber schon so anklingen lassen, gequält habe ich da gehört,

                                      0:18:04–0:18:06

                                      mit der Satzung abgearbeitet habe ich da gehört.

                                      0:18:07–0:18:12

                                      Gab es dann doch auch Situationen, die vielleicht nicht so ganz easy waren und

                                      0:18:12–0:18:18

                                      wo dann vielleicht das Mycelium ins Spiel kommt, weil ihr seid ja begleitet.

                                      0:18:19–0:18:24

                                      Vom Mycelium, durchs Mycelium und hat das vielleicht dann da doch irgendwie

                                      0:18:24–0:18:25

                                      eine Hilfestellung gegeben?

                                      Hans
                                      0:18:26–0:18:31

                                      Ein Gedanke noch, dann gehe ich gerne auf die Frage ein, der Gedanke,

                                      0:18:32–0:18:34

                                      der noch, und eigentlich passt das auch zusammen, also.

                                      0:18:36–0:18:41

                                      Das Mycelium hat uns immer wieder einen Raum geöffnet, um uns auf ein Gemeinsames

                                      0:18:41–0:18:48

                                      zu verständigen und von Anfang an immer wieder auch so einen Schritt zurück zu gehen und eben aus

                                      0:18:49–0:18:54

                                      Wir sind voll im Fluss und wir ballern geradeaus nach vorne und stellen alles

                                      0:18:54–0:18:59

                                      irgendwie auf die Füße und am Ende ist es aber ein großes Fußkuddelmuddel hin

                                      0:18:59–0:19:00

                                      zu, wir kommen zusammen,

                                      0:19:01–0:19:04

                                      wir gehen vielleicht auch nochmal diesen notwendigen Schritt zurück und überlegen,

                                      0:19:04–0:19:06

                                      was sonst wirklich wichtig ist.

                                      0:19:06–0:19:11

                                      Und ein Ergebnis aus dem, was uns wirklich wichtig war, war, dass es einfach ist.

                                      0:19:11–0:19:15

                                      Dass es eben nicht zu viel,

                                      0:19:15–0:19:22

                                      nicht zu verkopft wird auch und dass wir immer wieder diesen Ort in den Mittelpunkt

                                      0:19:22–0:19:26

                                      stellen und uns nicht zu früh festlegen, was wir sind, sondern das war,

                                      0:19:26–0:19:29

                                      glaube ich, einer der ersten zentralen Prozesse, bei denen uns das Mycelium

                                      0:19:29–0:19:30

                                      wahnsinnig geholfen hat,

                                      0:19:31–0:19:34

                                      ist auch aus diesen Erfahrungen, die es schon gibt, aus diesem Erfahrungsschatz

                                      0:19:34–0:19:39

                                      von über 40 Gründungen so, okay, was ist denn die Qualität, die ihr anbieten wollt?

                                      0:19:39–0:19:45

                                      Und das ist eben dieses, es ist ein Ort, an dem ich einfach ins Tun komme.

                                      0:19:46–0:19:50

                                      Und am Beispiel jetzt vom Unverpackt-Laden, über den wir noch nicht so viel

                                      0:19:50–0:19:54

                                      gesprochen haben oder diesen Lebensmittelbereich, wie wir ihn nennen.

                                      0:19:55–0:20:00

                                      Da ging es uns auch darum, wie ist das denn eine Lösung, die für uns einfach

                                      0:20:00–0:20:05

                                      ist und gleichzeitig auch für den Winkeling, nennen wir unsere Mitglieder.

                                      0:20:07–0:20:12

                                      Nämlich die Lösung ist, Katrin hat es gerade angesprochen, irgendwie am Ende dann super einfach.

                                      0:20:12–0:20:16

                                      Nämlich wir gehen in Kooperationen, wir müssen nicht alles selber machen.

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                                      Und der Ort Wandelwinkel stellt

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                                      jetzt wie so eine Abholstation für den Unverpacktladen in Duisburg dar.

                                      0:20:22–0:20:30

                                      Das heißt, der ganze Kaufprozess findet zwischen dem Unverpacktladen in Duisburg

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                                      und den Winkelingen statt.

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                                      Und wir sind wieder nur der Ort, der eben das ermöglicht.

                                      0:20:37–0:20:40

                                      Und immer wieder diesen Schritt rauszugehen und zu überlegen,

                                      0:20:41–0:20:47

                                      okay, was ist die Qualität, die wir bieten können oder was ist die Ortqualität?

                                      0:20:47–0:20:54

                                      Und da so wirklich einen geschärften Blick dafür zu bekommen, was können wir sein.

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                                      Dafür ist es unglaublich wertvoll, immer wieder auch einen Raum gehalten zu

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                                      bekommen und nicht selber diesen Raum halten zu müssen.

                                      Tobias
                                      0:21:01–0:21:06

                                      Franka, wie war das für dich aus Mycelium-Sicht? Da kamen hier die jungen Wilden auf dich zu.

                                      0:21:06–0:21:11

                                      Ich sage ja, klang ja alles sehr, sehr super positiv und mit einer richtig guten

                                      0:21:11–0:21:14

                                      Idee und richtig viel Gründungsenergie.

                                      0:21:14–0:21:18

                                      Also merkt man ja auch jetzt im Gespräch, dass sie so richtig dafür brennen.

                                      0:21:18–0:21:21

                                      Ja, wie habt ihr dann in die Zusammenarbeit gefunden?

                                      Franziska
                                      0:21:21–0:21:26

                                      Ja, also ich kann erstmal diese Verliebtheit auf jeden Fall zurückgeben und auch zurückspielen.

                                      0:21:26–0:21:30

                                      Und ich glaube, diese Energie hat auf jeden Fall auch bei mir dazu geführt,

                                      0:21:30–0:21:33

                                      dass ich viel früher aus der Elternzeit zurückgekommen bin, als ich es eigentlich wollte.

                                      0:21:34–0:21:37

                                      Also unter anderem waren diese drei Menschen und dieses Projekt da auch der

                                      0:21:37–0:21:43

                                      Grund für und waren sozusagen auch mein Start in diese Mycelium-Zeit.

                                      0:21:43–0:21:48

                                      Und was ich von Anfang an einfach gespürt habe, ist dieses für mich sehr magische

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                                      Zusammenspiel aus diesen drei Menschen, die schon unfassbar viel Wissen irgendwie so mitbringen.

                                      0:21:53–0:21:57

                                      Also Hans aus der Betriebswirtschaft, dann ist da Katrin als Juristin und Laura

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                                      ist eine geborene Unternehmerin.

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                                      Dann sind diese drei Menschen auch noch verortet in diesem Feld oder Kontext

                                      0:22:03–0:22:06

                                      der sozial-ökologischen Transformation. Und dann gibt es da auch noch diesen

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                                      Ort, der unfassbar viel möglich macht.

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                                      Also für mich hat es sich von Anfang an angefühlt wie so eine Traumkombination.

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                                      Und dann noch dieser Wunsch, aus diesem Ort eigentlich so einen Ausgangspunkt zu machen.

                                      0:22:19–0:22:25

                                      Also diesen Ausgangspunkt zu gestalten, damit Menschen eine Spielwiese vorfinden

                                      0:22:25–0:22:27

                                      und gleichzeitig eine Inspirationsquelle.

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                                      Und das hat mich einfach unfassbar daran erinnert, was ich auch vorhatte mit dem Franzwerk.

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                                      Und ich glaube, deshalb war ich da so Feuer und Flamme.

                                      0:22:35–0:22:40

                                      Und deshalb sind wir seit Februar irgendwie zusammen und begleiten diese drei

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                                      Menschen. Und was für mich sehr, oder was glaube ich auch spannend ist,

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                                      ist, dass es ja auch so ein bisschen, also ich empfinde mich als Wegbegleiterin

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                                      eigentlich oder als Gefährtin.

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                                      Und in dem Fall bin ich es nicht von einem Menschen, der ein Projekt umsetzt,

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                                      sondern von diesen drei Menschen.

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                                      Also es hat auch immer ein bisschen was, unsere Räume haben auch immer ein bisschen

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                                      was von Teamcoaching oder so Alignment zu tun. Also ich glaube,

                                      0:23:02–0:23:03

                                      das ist das, was Hans vorher sagen wollte.

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                                      Wir gehen oft auch ganz arg nochmal einen Schritt zurück und versuchen,

                                      0:23:06–0:23:12

                                      diese drei Menschen, die dieses Projekt umsetzen wollen, auch wirklich nochmal zusammenzubringen.

                                      0:23:12–0:23:17

                                      Und das ist irgendwie auch ein bisschen das Besondere an dieser Begleitung.

                                      0:23:17–0:23:21

                                      Und was mir so arg gefällt, ist das, was Hans vorher gesagt hat, von wegen,

                                      0:23:21–0:23:26

                                      ja, die Solavie, die hat natürlich Hands-on in der Erde und mit dem Gemüse und

                                      0:23:26–0:23:34

                                      dieser Ort hat dieses Potenzial für Mühlheim ganz arg zu wirken und in diese Stadt hinein zu wirken.

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                                      Und das ist das, was auch im Franzwerk passiert ist, dass diese Transformationsakteure,

                                      0:23:40–0:23:43

                                      die da draußen sind und sich eigentlich tummeln, endlich diesen einen Ort finden,

                                      0:23:43–0:23:46

                                      diesen Bienenstock, wo sie gemeinsam ins Schaffen kommen können.

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                                      Und sich auch überhaupt begegnen, um das zu tun.

                                      Tobias
                                      0:23:49–0:23:53

                                      Ist das, was Franka jetzt gerade so zusammengefasst hat, auch,

                                      0:23:53–0:23:57

                                      würde ich sagen, so der Kern eurer Vision oder was kommt da noch dazu?

                                      0:23:57–0:24:01

                                      Also so einen Ort für TransformationsakteurInnen zu schaffen,

                                      0:24:01–0:24:04

                                      geht ihr da mit oder was kommt da noch dabei?

                                      Katrin
                                      0:24:05–0:24:10

                                      Im Fall ist das ein großer Teil unserer Vision, würde ich sagen,

                                      0:24:11–0:24:12

                                      ein Ort für Transformation.

                                      0:24:12–0:24:17

                                      Ich finde aber auch ganz wichtig und das schließt ja das,

                                      0:24:18–0:24:21

                                      gemeinschaftsbasierte Wirtschaften ein, dass das ein zugänglicher Ort ist,

                                      0:24:21–0:24:27

                                      also möglichst für alle zugänglich und das schließt einmal natürlich das Wirtschaftsmodell

                                      0:24:27–0:24:29

                                      ein, aber auch, dass sich jeder bei uns wohlfühlen soll,

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                                      dass jeder so kommen darf, wie er möchte, wie er ist und dann,

                                      0:24:34–0:24:37

                                      Jeder das einbringen darf, was er möchte und was er einbringen kann,

                                      0:24:37–0:24:41

                                      also sei es finanziell, als auch durch seine Handlungen und Ideen.

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                                      Ich glaube, das ist ganz wichtig. Wir haben auch immer gesagt,

                                      0:24:43–0:24:47

                                      es soll ein gemütlicher Ort sein, wo man gerne Zeit verbringt,

                                      0:24:47–0:24:53

                                      wo man verweilt, wo Menschen sich begegnen können, wo Gleichgesinnte sich begegnen können.

                                      0:24:53–0:25:00

                                      Auch mal diesen Wert der Gleichwürdigkeit, also dass sich bei uns jeder gleichwürdig

                                      0:25:00–0:25:03

                                      und wohlfühlen darf. Das ist auch noch ein wichtiger Teil.

                                      Tobias
                                      0:25:04–0:25:08

                                      Sehr schön. Das wäre quasi auch meine nächste Frage gewesen.

                                      0:25:08–0:25:13

                                      Ist es deswegen gemeinschaftsbasiert? Also alles, was du jetzt gerade so gesagt

                                      0:25:13–0:25:16

                                      hast, wie seht ihr da die Vorteile des gemeinschaftsbasierten Wirtschaften?

                                      0:25:17–0:25:20

                                      Ist das die Wirtschaftsform, die das alles erfüllen kann?

                                      Laura
                                      0:25:21–0:25:25

                                      Also ich würde noch eine kurze Schleife drehen, bevor ich an unseren BWL-Hans übergebe.

                                      Tobias
                                      0:25:26–0:25:28

                                      Der BWL-Hans finde ich ein sehr schöner Spitzname.

                                      Laura
                                      0:25:29–0:25:30

                                      Nein, eigentlich heißt der Finanz-Hans.

                                      0:25:31–0:25:36

                                      Ah, okay. Also wir sind da rausgegangen und dieser zauberhafte,

                                      0:25:36–0:25:40

                                      Sternstaub-Moment war ganz klar, dass ich, also ich habe auch zu Hans gesagt,

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                                      so ohne Mycelium können wir das nicht machen und wollen wir das nicht machen.

                                      0:25:44–0:25:47

                                      Das ist das, was es gefehlt hat, um den Schritt zu gehen.

                                      0:25:47–0:25:51

                                      Also ich hätte, ich kann mir kein anderes Szenario vorstellen,

                                      0:25:51–0:25:53

                                      wie wir das hätten verwirklichen können.

                                      0:25:53–0:25:58

                                      Also keiner von uns hätte sich in irgendeiner Form klassisch mit Eigenkapital

                                      0:25:58–0:25:59

                                      selbstständig gemacht.

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                                      Wir machen das alle nur ehrenamtlich. Also bis jetzt ist noch kein Euro Personalkosten

                                      0:26:04–0:26:05

                                      in dieses Projekt geflossen.

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                                      Das ist alles unser Herzblut, was da rein fließt und kein Drang der Selbstverwirklichung

                                      0:26:12–0:26:17

                                      im kapitalistischen Gründungssystem. Das wäre keine Option gewesen.

                                      Katrin
                                      0:26:17–0:26:18

                                      Ja auch die,

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                                      nicht Projekte, aber Dinge, woraus das entstanden und wir haben halt einfach

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                                      gesehen, wie andere mit ihren Unternehmen ja nicht gescheitert sind,

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                                      aber einfach aufhören mussten, sei es eine Yogaschule, ich hatte auch ein Yogastudio zwei Jahre,

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                                      oder der Unverpackt-Laden, wir haben einfach gesagt, das muss es geben,

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                                      das kann nicht sein, dass das einer alleine oder auf zwei, drei Schultern ist,

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                                      das muss einfach verteilt sein, damit es funktioniert langfristig.

                                      Hans
                                      0:26:46–0:26:52

                                      Ich würde vielleicht gerne nochmal an dieses Bild der Nachhaltigkeitsakteur anknüpfen, also so,

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                                      Also ich habe tatsächlich nicht BWL studiert, sondern nachhaltige Entwicklung,

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                                      aber immer mal wieder so Elemente drin gehabt.

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                                      Und ich glaube, mit meiner eigenen Motivation ist es, also wir haben diesen

                                      0:27:06–0:27:09

                                      Begriff der Wir-Wirksamkeit.

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                                      Und ich glaube, dass das Besondere an gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften ist,

                                      0:27:16–0:27:24

                                      dass es als Werkzeug helfen kann oder das Fundament gießen kann,

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                                      damit Menschen überhaupt erst zu Nachhaltigkeitsakteuren werden.

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                                      Also das ist kein Ort, an dem sie sich treffen, weil sie irgendwie geboren schon da sind,

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                                      sondern das ist ein Ort, an dem aus diesem, boah, irgendwie habe ich einfach

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                                      auch zu dieser Welt so ein Gefühl von,

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                                      also wir sind ja rundherum mit Ohnmachtsszenarien konfrontiert.

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                                      Und irgendwie nach vier Jahren nachhaltiger Entwicklung hatte ich das Gefühl,

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                                      okay, ich habe jetzt verstanden, wo überhaupt nicht nachhaltige Entwicklung

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                                      ist, aber wie werde ich denn jetzt Nachhaltigkeitsakteur?

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                                      Und dann gibt es so diesen Weg zu sagen, ich schließe mich einer Organisation

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                                      an oder ich werde Nachhaltigkeitsmanager oder wie auch immer.

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                                      Also ich gliedere mich irgendwo ein und das ist bestimmt ein Weg zur Wirksamkeit.

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                                      Also das nicht klein machen, aber zu überlegen, wo ist denn eigentlich meine

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                                      eigene Kraft und meine Energie und wie möchte ich oder wo könnte ich eigentlich

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                                      zu einem Nachhaltigkeitsakteur werden?

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                                      Ich habe aber ganz oft Barrieren sozusagen im Realitätscheck,

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                                      weil ich eben nicht mit, also im Normalfall habe ich halt eine 40-Stunden-Woche,

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                                      habe Verantwortung für Familie, für Bekannte.

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                                      Also ich bin ja eingebunden in einem realen, also in einer Welt,

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                                      in einem Lebenskontext.

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                                      Und dieser Schritt, ich werde jetzt Nachhaltigkeitsakteur, der ist ja sehr hochschwellig.

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                                      Und ich glaube, mit dieser Wirrwirksamkeit und diesem Modell,

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                                      was plötzlich einen Ort öffnet, zu dem ich hinkommen kann und mich mit als Akteur verstehen kann.

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                                      Also das ist für mich persönlich auch irgendwie ein Antrieb,

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                                      das aufzuzeigen. Ja, hey.

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                                      Hier ist ein Ort und das kann auch die Solawi sein. Also das sind Orte,

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                                      in denen kann ich mich einbringen und wirksam fühlen und aus dieser Ohnmacht

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                                      rauskommen und aus diesem Gefühl von, das Einzige, was ich noch kann, ist moppern.

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                                      Nee, das Einzige, was ich noch kann, ist irgendwo mich einbringen und da eine

                                      0:29:30–0:29:34

                                      Freude drin entwickeln. Also auch in einer Gemeinschaft Spaß zu haben.

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                                      Also am Ende geht es ja irgendwie auch darum, mein Wohlbefinden,

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                                      mein individuelles zu steigern.

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                                      Und ich glaube, da dieses Bild von, nee, wir sind kein Ort, an dem Profis zusammenkommen

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                                      und erzählen, welche tollen Business Cases sie gebaut haben,

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                                      sondern wir sind ein Ort, an dem Menschen sich treffen und das machen,

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                                      worauf sie Bock haben und was irgendwie ihnen ein Wirksamkeitsgefühl gibt zusammen.

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                                      Ja, auch so ein bisschen biografisch.

                                      Tobias
                                      0:30:04–0:30:08

                                      Ja, es ist schön, wie du gerade ja quasi als Beispiel dann so sagst,

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                                      wie gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften diese, ja du hast es gesagt,

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                                      Hürden oder Barrieren einreißt, die es dann,

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                                      die manchmal Menschen davon abhalten, dann transformativer Akteur oder Akteurin zu werden.

                                      Hans
                                      0:30:21–0:30:25

                                      Sorry, und ich glaube, das ist in der Kommunikation, und deswegen ist es auch

                                      0:30:25–0:30:28

                                      toll, diesen Podcast zu haben, das ist so schwer zu kommunizieren.

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                                      Also weil wir ganz oft als irgendwie Laden gesehen werden, der was verkauft

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                                      und der irgendwie, da gehe ich jetzt hin und konsumiere was.

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                                      Und irgendwie heute im Museum-Termin haben wir genau diesen Gedanken noch gehabt.

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                                      Nee, wir sind nicht ein Laden, der was verkauft oder wo ich eine Dienstleistung

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                                      entgegennehme, sondern wir sind ein Ort, in dem ihr, also im Grunde die Mühler,

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                                      innen oder alle drumherum zusammenkommen können und überlegen,

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                                      was wollen sie denn Schönes machen.

                                      0:30:57–0:31:01

                                      Und wir unterstützen dabei. Also wir sind im Grunde so ein Mikromerzilium.

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                                      Und das ist aber eine super Herausforderung. Und ich glaube,

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                                      da ist auch noch so dieser Weg, den wir vor uns haben, das ist genau das.

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                                      Immer wieder diese Welle auch zurückzuspielen und zu ermutigen und miteinander

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                                      das zu machen und nicht zu sagen, ja, wir sind der Dienstleister, wir machen das.

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                                      Und das fällt mir selber auch super schwer, weil ich das so gewohnt bin,

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                                      in diesen Kategorien zu denken.

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                                      Das war super wertvoll, heute Vormittag noch irgendwie miteinander darüber zu

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                                      sprechen, dass es irgendwie immer um wir geht und nicht um wir und ihr.

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                                      Wir machen was und ihr könnt es konsumieren, sondern wir zusammen können wirksam werden.

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                                      Das vielleicht noch als Ergänzung. Und als Beispiel, wie Mycelium da hilft,

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                                      also diese Räume zu öffnen.

                                      Franziska
                                      0:31:47–0:31:51

                                      Ich würde da auch kurz anschließen, Tobi, weil wir genau da sehen,

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                                      dass diese neue Art und Weise des Wirtschaftens, nämlich gemeinschaftsbasiert,

                                      0:31:55–0:31:59

                                      einfach ein Riesenlernfeld ist im Sinne von, es gibt ganz neue Rollen.

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                                      Nämlich nicht mehr die Rolle der Konsumentin oder des Konsumenten oder der Kundin

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                                      oder so, hin zu einem Mitglied.

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                                      Und gleichzeitig auch für die Menschen, die dieses Angebot erstmal bereitstellen

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                                      und im Hintergrund überhaupt möglich machen,

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                                      da auch nicht reinzugehen in dieses Gefühl von, oh, ich muss jetzt aber irgendwas

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                                      erbringen und die anderen fordern eine Leistung von mir und so weiter.

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                                      Und da gibt es so viel zu lernen.

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                                      Und ich glaube, gerade dafür ist immer wieder die Begleitung vom Mycelium einfach wichtig.

                                      Laura
                                      0:32:30–0:32:34

                                      Und das Netzwerk, also die Begleitung und zu sehen, andere tun dasselbe und

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                                      haben auch die Fragen oder haben sich die Fragen vielleicht vor einem halben

                                      0:32:37–0:32:39

                                      Jahr gestellt und haben vielleicht schon eine Antwort,

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                                      auf die wir aufbauen können und so, da hängt ja noch viel, viel mehr dran als Franka und Timo.

                                      Hans
                                      0:32:46–0:32:50

                                      Ich würde vielleicht, glaube ich, ganz gerne mal den Ball an Laura spielen,

                                      0:32:50–0:32:54

                                      weil ich glaube, was, wenn ich jetzt mir vorstelle, ich höre das gerade,

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                                      ja und irgendwie alle werden, tragen mit Verantwortung und man muss sich voll

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                                      mit einbringen, irgendwie auch noch so mal dieses Level an, was bedeutet das

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                                      denn so ein bisschen zu kategorisieren.

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                                      Also es ist nicht, also aus meiner Warte und Laura, du bist so nah am Alltag

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                                      vom Wandelwinkel, da mal ein paar Beispiele zu geben, weil es ist ja nicht,

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                                      ihr werdet jetzt Geschäftsführer und müsst irgendwie diesen Karren alleine tragen.

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                                      Also es geht nicht darum, diese Last abzuwälzen, sondern wenn jeder so,

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                                      ob das finanziell ist oder mit Zeit, wenn jeder so,

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                                      Stückchen, Stückchen, Stückchen übernimmt. Und da vielleicht das nochmal greifbar

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                                      zu kriegen, Laura, das würde mich super interessieren. Oder Katrin auch?

                                      Laura
                                      0:33:38–0:33:43

                                      Ja, wir zusammen, ich glaube, es gab einen ganz besonderen Tag neben dem GLS-Bank-Tag.

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                                      Wir haben dann so eröffnet, schleichend und so. Wir hatten keine fette Eröffnungsparty,

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                                      weil wir einfach angefangen haben, da Yoga zu machen. Dafür braucht man ja nicht viel.

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                                      Und dann haben wir so uns irgendwann einen Überblick verschafft,

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                                      ja, was muss denn hier eigentlich so jede Woche passieren?

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                                      Blumen gießen, Klo putzen, durchsaugen, durchwischen, irgendwie so die klassischen,

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                                      Pflegearbeiten und dann haben wir einfach die Yogis zusammengetrommelt,

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                                      weil das waren so die ersten, die da aktiv waren, haben so mit ein paar Leuten

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                                      im Kreis gesessen und haben das mal so vorgetragen und dann haben wir so ein

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                                      bisschen die Frage gestellt, wie gehen wir jetzt damit um?

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                                      Wir zwei können das nicht leisten, wir praktizieren da selber Yoga und kümmern

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                                      uns um die Satzung, damit wir ein Bein gründen können.

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                                      Entweder wir schmeißen jetzt ein bisschen Geld in die Runde und finanzieren

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                                      eine Person, die das für uns übernimmt oder wir übernehmen Selbstverantwortung für das, was wir da,

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                                      verursachen, nämlich Haare und Staub und Schweiß und teilen uns auf.

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                                      Und ich glaube, das hat keine anderthalb Minuten gedauert. Da waren halt alle

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                                      diese 20 Aufgaben verteilt und das Thema war erledigt.

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                                      Und der Laden lief.

                                      Katrin
                                      0:34:44–0:34:48

                                      Daraus hat sich da halt jeder wieder so das rausgesucht. Wenn jemand einen grünen

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                                      Daumen hat, der kümmert sich jetzt um die Pflanzen, so nach dem Motto.

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                                      Ich fand, das war dann, glaube ich, kurz nach dem Tag.

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                                      Also wir hatten mit den Jungis dann schon über eine

                                      0:34:57–0:35:02

                                      Signalgruppe kommuniziert und es gab halt also schon verschiedene Zeiten zum

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                                      Praktizieren und wir hatten immer einen, der quasi die Verantwortung für diese

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                                      Zeit übernimmt, damit einfach geguckt wird am Ende, so sind die Kerzen auch

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                                      aus und wirklich nichts passieren kann.

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                                      Und dann schrieb so eine Teilnehmerin in die Gruppe, boah, ich fände es voll

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                                      gut, wenn freitags nachmittags noch eine Zeit wäre, ich würde die auch übernehmen.

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                                      Also es ist so direkt, da ist ein Bedarf und direkt aber auch eine Handlung

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                                      verknüpft gewesen. Und da haben wir so gedacht, boah, es ist einfach voll angekommen

                                      0:35:27–0:35:30

                                      und es war so ein schöner Moment, ja.

                                      Tobias
                                      0:35:30–0:35:34

                                      Ja, voll cool. Ja, das würde mich auch interessieren, weil ihr habt eben ja

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                                      auch schon darüber gesprochen, okay, wir wollen kein Laden sein oder oft gucken

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                                      die Leute von außen, oh, das ist ein Laden, gerade auch mit den Lebensmitteln und so.

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                                      Also ja, wie kommuniziert ihr denn nach außen ja diesen gemeinschaftsbasierten,

                                      0:35:46–0:35:51

                                      gemeinschaftsgetragenen Gedanken, dass eben nicht, okay, ich komme da rein und

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                                      bin halt Konsument oder Kundin oder was auch immer,

                                      0:35:54–0:35:58

                                      sondern, ah, okay, das hier ist gemeinschaftsbasiert, das ist was ganz Neues

                                      0:35:58–0:36:02

                                      und ich muss auch Verantwortung übernehmen und ja, alles läuft so ein bisschen anders.

                                      Hans
                                      0:36:04–0:36:08

                                      Ich glaube, meine erste Assoziation dazu ist die Beitragsrunde,

                                      0:36:08–0:36:11

                                      die ja, also bei uns findet die jetzt am 15.09. statt.

                                      0:36:12–0:36:19

                                      WinkySmile, Zwinkersmiley-Anmeldung unter www.wandewinkel.ru Herzlich Willkommen.

                                      0:36:21–0:36:28

                                      Aber also die Beitragsrunde ist ja der Tag, an dem analog zu dem, analog zu dem, was,

                                      0:36:29–0:36:36

                                      Laura und Katrin, mit den Aufgaben rund um den täglichen Betrieb passiert ist,

                                      0:36:36–0:36:38

                                      nämlich dass jeder sich irgendwie so einen kleinen Anteil davon nimmt.

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                                      Das passiert ja bei der Beitragsrunde sozusagen mit dem Geld.

                                      0:36:44–0:36:50

                                      Ich glaube, das ist schon mal ein Kern, der auch in der Kommunikation so anders ist,

                                      0:36:51–0:36:54

                                      ist zu sagen, ja, hey, wenn du Teil des Wandelwinkels sein willst,

                                      0:36:54–0:36:59

                                      dann kommst du nicht hierhin und zahlst für das, was, weiß ich nicht,

                                      0:36:59–0:37:03

                                      für die Stunde im Repair-Café,

                                      0:37:03–0:37:08

                                      sondern du kommst zur Beitragsrunde und überlegst dir, was ist es dir wert,

                                      0:37:08–0:37:14

                                      Teil des Wandelwinkels zu sein, Mitglied im Wandelwinkeling zu sein.

                                      0:37:15–0:37:19

                                      Und wir stellen da im Grunde drei Fragen. Also wie oft nutzt du den Wandelwinkel?

                                      0:37:20–0:37:24

                                      Was sind deine persönlichen finanziellen Ressourcen? Und was ist es dir wert,

                                      0:37:24–0:37:25

                                      dass dieser Ort besteht?

                                      0:37:27–0:37:31

                                      Und wenn wir irgendwie auf dem Platz vor dem Wandelwinkel stehen,

                                      0:37:31–0:37:32

                                      werden wir immer gefragt, ja, was kostet das denn?

                                      0:37:33–0:37:38

                                      Dann kann ich das gar nicht beantworten, weil jeder Beitrag,

                                      0:37:38–0:37:41

                                      also wir haben feste Kosten, jeder Beitrag hilft.

                                      0:37:41–0:37:45

                                      Und wenn ich nur einmal im Monat komme und wenig Geld habe,

                                      0:37:45–0:37:48

                                      dann hilft das genauso der Gemeinschaft, diesen Ort zu unterstützen,

                                      0:37:48–0:37:53

                                      wie wenn ich viermal die Woche da bin, alle Nutzungsformen mittrage und so ein

                                      0:37:53–0:37:58

                                      richtiger winkelig Ultra werde und auch einen großen finanziellen Batzen übernehme.

                                      0:37:58–0:38:02

                                      Das ist beides in Ordnung. Und das ist ja so der große Unterschied,

                                      0:38:03–0:38:06

                                      diese Wertschätzung, die beidseitig ist.

                                      0:38:06–0:38:09

                                      Also für uns ist jeder Beitrag super viel wert.

                                      0:38:09–0:38:14

                                      Und gleichzeitig diese Wertschätzung von den Mitgliedern.

                                      0:38:14–0:38:22

                                      Dann, ey, euer Ort, ist es mir wert, in meiner persönlichen Werttabelle oder

                                      0:38:22–0:38:25

                                      in meiner Werteinschätzung, ist es mir das wert.

                                      0:38:25–0:38:28

                                      Das, was ich gebe, das, was ich geben kann, das, was ich geben möchte,

                                      0:38:28–0:38:30

                                      das, was ich als angemessen empfinde.

                                      0:38:31–0:38:36

                                      Und so ganz zu lösen von dem, was wir normalerweise haben, Preis-Leistung.

                                      0:38:38–0:38:42

                                      Also immer wieder zurückzukommen auf diese Beitragsrunde. und deswegen finde

                                      0:38:42–0:38:45

                                      ich das auch so ein wertvolles, also so ein wertvoller Termin,

                                      0:38:45–0:38:49

                                      weil man wirklich, weil das ist das Herzstück.

                                      0:38:50–0:38:55

                                      Da wird klar, wie auch, also da wird ja auch das Solidarische klar.

                                      0:38:55–0:39:00

                                      Jeder gibt das, was er kann und man unterstützt sich gegenseitig und das ist

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                                      okay, wenn ich nicht so viel geben kann. Das ist völlig in Ordnung.

                                      Tobias
                                      0:39:04–0:39:09

                                      Und wie, ja, wie wird das so aufgenommen von den Menschen, die ihr ansprecht? Also,

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                                      Also ich war ja auch schon mal im Gemeinschaftsaufbau und ich glaube,

                                      0:39:13–0:39:15

                                      wir alle, also Franka kennt das wahrscheinlich auch zu Genüge,

                                      0:39:16–0:39:19

                                      die Menschen sind entweder total begeistert oder manche, die stehen wirklich

                                      0:39:19–0:39:22

                                      so wie der Ochs vom Berg vor einem.

                                      0:39:23–0:39:26

                                      Und ja, wie ist das bei euch? Was begegnet euch da so?

                                      Katrin
                                      0:39:28–0:39:31

                                      Ja, auch tatsächlich beides. Also ich glaube, es gibt Leute,

                                      0:39:31–0:39:34

                                      vielleicht auch gerade, die schon mal was von der Solabi gehört haben und irgendwie

                                      0:39:34–0:39:38

                                      wissen, wie das System funktioniert, die sich damit schon mal auseinandergesetzt

                                      0:39:38–0:39:40

                                      sind und direkt Feuer und Flamme sind.

                                      0:39:40–0:39:44

                                      Und dann gibt es natürlich auch Menschen, die davon noch nie was gehört haben

                                      0:39:44–0:39:49

                                      und da muss man also ein bisschen investieren und mit denen sprechen und das

                                      0:39:49–0:39:52

                                      erklären und auch vor allen Dingen im persönlichen Kontakt, das merken wir immer wieder.

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                                      Es kommt jetzt gerade mit dem Lebensmittelbereich ganz auf die Frage,

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                                      ja kann ich dann da auch einkaufen, wenn ich kein Mitglied bin und dann muss

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                                      man erklären, das funktioniert nicht. Wenn der Ort nicht finanziert wird,

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                                      wenn wir den Ort nicht haben, dann können wir hier auch keine Lebensmittel ausgeben.

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                                      Also es hängt einfach zusammen und den Menschen aber auch erklären, was der Vorteil ist.

                                      0:40:11–0:40:17

                                      Also je mehr hier mitmachen, also desto günstiger wird es für jeden Einzelnen auch.

                                      0:40:17–0:40:24

                                      Der Beitrag, der geleistet werden kann, wie auch immer und was wir hier anbieten können.

                                      0:40:25–0:40:29

                                      Also zum einen ist es das Finanzielle, was von den Mitgliedern lebt,

                                      0:40:29–0:40:32

                                      aber auch das Angebot an sich. Also je mehr Menschen sich einbringen,

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                                      wie auch immer, desto vielfältiger und einfacher wird es, da Angebote zu schaffen.

                                      Laura
                                      0:40:38–0:40:42

                                      Also wir machen im Moment einmal im Monat so einen Markt vor der Tür,

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                                      den Markt der schönen Dinge, mit ganz vielen schönen Dingen aus Mülheim.

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                                      Und wir sind relativ schnell dazu übergegangen, an diesem Stand zu stehen,

                                      0:40:49–0:40:52

                                      ja, aber zu sagen so, hey, einmal in der Stunde machen wir eine Führung durch den Wandelwinkel.

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                                      Und dann kommen die Leute mit rüber über die Straße und gehen mit uns durch

                                      0:40:56–0:41:00

                                      die Räume und da reinzugehen und diese Gemütlichkeit wahrzunehmen,

                                      0:41:00–0:41:04

                                      die wir da mit aller Kraft versucht haben aufzubauen und die wir selber ja auch

                                      0:41:04–0:41:08

                                      total genießen und gerne teilen und da durchzuschlendern und denen zu erzählen,

                                      0:41:08–0:41:11

                                      wie so ein normaler Tag im Wandelwinkel aussieht und was da so passiert und

                                      0:41:11–0:41:15

                                      was da so passieren soll und welche Ideen wir davon haben,

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                                      welche Energie da durch die Räume fliegen soll.

                                      0:41:19–0:41:22

                                      Damit kann man es erklären, finde ich. Ich finde, da durchzugehen und so ein

                                      0:41:22–0:41:26

                                      bisschen klar nebenbei die Beitragsrunde zu erklären und meine erste Frage ist

                                      0:41:26–0:41:29

                                      immer, kennt ihr die Solawi? Dann kann man schon mal darauf aufbauen.

                                      0:41:29–0:41:33

                                      Aber so da durchzugehen und das ist was, was man echt fühlt.

                                      0:41:33–0:41:37

                                      Also was, wenn man mal in so einem Nähcafé gewesen ist und da mit reparierten

                                      0:41:37–0:41:42

                                      Klamotten rausgeht oder nach einer Yogastunde, man geht einfach immer anders

                                      0:41:42–0:41:43

                                      raus, als man reingekommen ist.

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                                      Und ich behaupte mal knallhart besser, gefühlt besser, als man reingegangen ist.

                                      Hans
                                      0:41:49–0:41:54

                                      Hoffentlich, das ist jetzt nicht zu technisch, der Exkurs. Aber ich habe ja

                                      0:41:54–0:41:56

                                      sowieso schon das Label verpasst bekommen von Finanzansatz.

                                      0:41:56–0:42:02

                                      Ich finde es bemerkenswert, noch mal festzustellen, dass es im Wandelwinkel so ist,

                                      0:42:03–0:42:12

                                      dass die Kosten bei einer größeren Gemeinschaft nicht gleichwertig mitwachsen.

                                      0:42:13–0:42:16

                                      Das heißt, es ist wirklich so, dass die Kosten, die wir haben,

                                      0:42:16–0:42:17

                                      einfach mehr verteilt werden.

                                      0:42:18–0:42:24

                                      Und damit, Katrin hat es angedeutet, der Beitrag sinkt, der Durchschnittsbeitrag pro Nase.

                                      0:42:24–0:42:29

                                      Also es gilt natürlich weiterhin, dass jeder so viel geben kann,

                                      0:42:29–0:42:33

                                      wie er kann und möchte, aber wir brauchen einfach nicht mehr so viel,

                                      0:42:34–0:42:36

                                      wenn es sich ganz breit verteilt.

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                                      Das ist ein bisschen anders als bei der solidarischen Landwirtschaft,

                                      0:42:40–0:42:44

                                      wo wir ja, wenn wir mehr werden, auch mehr Gärtnerinnenstunden bezahlen müssen

                                      0:42:44–0:42:47

                                      und mehr Fläche brauchen und mehr Saatgut und all das.

                                      0:42:47–0:42:50

                                      Das ist es eben beim Wandelwinkel nicht, sondern wir haben einen begrenzten Ort.

                                      0:42:51–0:42:55

                                      Und wenn da ganz viele Leute mittragen, dann wird das eben ein Ort,

                                      0:42:55–0:42:59

                                      der für die Gemeinschaft besteht. steht, auch sozusagen finanziell,

                                      0:43:00–0:43:02

                                      der wird dann immer leichter. Es wird immer leichter.

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                                      Das macht auch Spaß zu erzählen.

                                      0:43:06–0:43:10

                                      Und gleichzeitig gibt es ja schon so einen berechtigten Punkt,

                                      0:43:11–0:43:13

                                      was kosten die Nudeln? Ja, d’accord.

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                                      Und dann aber wieder, wie Katrin das erzählt, darauf einzugehen, ja, hey,

                                      0:43:18–0:43:24

                                      die Nudeln, du zahlst einmal im Monat deinen Beitrag und dann zahlst du für

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                                      die Nudeln das, was wir am Großmarktpreis,

                                      0:43:27–0:43:31

                                      am Großmarkt dafür zahlen, plus so einen kleinen Aufschlag für den unverpackt

                                      0:43:31–0:43:33

                                      ladenden Duisburg, dass er es überhaupt,

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                                      bereitstellt und die Abrechnung macht und sowas, aber in den Nudeln hast du

                                      0:43:39–0:43:42

                                      keine Kosten mehr für Personal, du hast in der Nudel keine Kosten mehr für,

                                      0:43:43–0:43:46

                                      Miete, du hast in der Nudel keine Kosten mehr für Versicherung,

                                      0:43:46–0:43:50

                                      für all das, was normalerweise eine Nudel kostet.

                                      0:43:51–0:43:55

                                      Und wenn wir jetzt ganz viele sind, dann wird die Nudel für alle günstiger.

                                      Laura
                                      0:43:55–0:43:56

                                      Die Nudel.

                                      Tobias
                                      0:43:57–0:43:58

                                      Und jeder mag die Nudel.

                                      Hans
                                      0:43:59–0:44:00

                                      Und jeder mag eine Nudel.

                                      Laura
                                      0:44:00–0:44:03

                                      Dann müssen wir noch auskannen ab Spirelli oder Spaghetti.

                                      Hans
                                      0:44:03–0:44:06

                                      Oder Kaffee oder was auch immer.

                                      0:44:07–0:44:15

                                      Also das auch wieder, was das plötzlich aufmacht an Unterschied zu einem klassischen

                                      0:44:15–0:44:19

                                      Marktsystem, an dem ich einen festen Preis habe.

                                      Franziska
                                      0:44:19–0:44:23

                                      Für diese Nudel darf jetzt jede Verantwortung übernehmen.

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                                      Und ich glaube, das ist das, wo wir uns im Bezillium sozusagen metamäßig so

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                                      ein bisschen auch die Zähne dran ausbeißen oder wo wir ran müssen.

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                                      Und was natürlich auch bei euch die Herausforderung ist. Wir dürfen den Menschen

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                                      bewusst machen, dass sie Verantwortung übernehmen müssen dafür,

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                                      dass es zum Beispiel Nudeln bei euch gibt oder insgesamt in Mühlheim eben unverpackte

                                      0:44:42–0:44:45

                                      Lebensmittel oder eben ein Yoga-Studio oder und so weiter.

                                      0:44:45–0:44:50

                                      Das heißt, im Großen und Ganzen geht es auch da ganz arg darum, bewusst zu machen.

                                      0:44:50–0:44:53

                                      Deshalb ist es eine Art von Bewusstseinsarbeit, die wir auch die ganze Zeit

                                      0:44:53–0:44:55

                                      mit gemeinschaftsbasiertem Wirtschaften tun.

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                                      Dass es diese lebendigen Innenstädte, die wir eigentlich wollen,

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                                      die bunten, die lebensdienlichen, nicht nur einfach so gibt,

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                                      sondern nur, wenn wir alle mit in die Verantwortung gehen.

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                                      Und für die Mitglieder, und das ist das, was Timo oft meint mit Transformation, ist doch einfach.

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                                      Für die Mitglieder ist es eigentlich gar nicht so schwer. ja,

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                                      die dürfen jetzt euer Anmeldeformular ausfüllen, die dürfen mitmachen und zur Beitragsrunde gehen.

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                                      Und das ist mir nochmal mega wichtig, auch heute da rauszusenden an all die

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                                      Menschen, die das jetzt hören und vielleicht Lust haben, eben bei euch dabei

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                                      zu sein und vielleicht sogar eben in Mühlheim sitzen.

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                                      Übernehmt die Verantwortung, übernehmt diesen kleinen Teil, den ihr dazu beitragen

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                                      könnt, diesen Wandel, den wir alle, glaube ich, in dieser Welt brauchen und

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                                      auch sehen, möglich zu machen.

                                      Tobias
                                      0:45:40–0:45:43

                                      Da hat die Franka schon ein bisschen meine letzte Frage an euch,

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                                      ihr drei, vorgegriffen.

                                      0:45:46–0:45:53

                                      Nämlich, ihr habt es schon angedeutet, am 15. September ist Beitragsrunde und

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                                      möchtet ihr nochmal so in einem, wie sagt man, in einem kurzen, knackigen Pitch,

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                                      den Leuten das Ganze ein bisschen schmackhaft machen, vielleicht ein paar Worte

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                                      mitgeben, eben warum die denn unbedingt am 15.

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                                      Mitbieten sollten oder mit zur Beitragsrunde kommen sollten und einfach Teil

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                                      der Gemeinschaft im Wandelwinkel werden müssen?

                                      Hans
                                      0:46:19–0:46:24

                                      Ich glaube, die Antwort ist so einfach, weil es euch braucht oder weil es dich

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                                      braucht, weil es jeden Einzelnen braucht, weil sozusagen das Gewicht leichter wird, je mehr wir sind.

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                                      Und so einfach ist es. Und das, was du beiträgst, ist dir überlassen.

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                                      Aber dein Beitragen hilft.

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                                      So simpel ist es, glaube ich. Es ist eben dieses, wir öffnen einen Raum und

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                                      sind aber auch einfach darauf angewiesen.

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                                      Und die ganze Idee ist immer wieder darauf angewiesen, dass es eine Gemeinschaft

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                                      gibt, die auch sagt, ja, mache ich. Ich komme am 15.

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                                      Und trage mit.

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                                      Das ist, soweit können wir es tragen. Das ist der Punkt, wir können sozusagen

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                                      den Raum entwickeln bis zu diesem Tag der Beitragsrunde und,

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                                      Da trifft man sich. Da treffen wir uns.

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                                      Und genau irgendwann braucht es dieses Datum.

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                                      Es braucht irgendwann einen Tag, an dem man sich zusammenfindet,

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                                      an dem man sich zusammensetzt und sagt, ey, ich übernehme diese Verantwortung.

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                                      Und darauf sind wir angewiesen. Und das macht aber auch Freude.

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                                      Also das ist nicht das ist nicht bibbern, sondern das ist das ist ja der Kern.

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                                      Also wir freuen uns auf die Beitragsrunde, weil das ist, wenn es wirklich losgeht.

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                                      Das ist, wenn wir ein Wir sind.

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                                      Also dann ist es wirklich eine Wir-Wirksamkeit.

                                      Laura
                                      0:47:58–0:48:02

                                      Ja, also ich behaupte ja immer, dass der Beitragsrundentag ist der Tag,

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                                      wo es anfängt zu glitzern.

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                                      Also wo wir zusammenkommen und das wahrnehmen, was wir mit aller Mühe versuchen

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                                      zu erklären, was wir da vorhaben und wie es aussehen soll und Luftschlösser

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                                      bauen und träumen und viel darüber reden.

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                                      Aber an dem Tag kann man das wirklich fühlen. Man sitzt in so einem Raum,

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                                      also ich erinnere mich so an die Beitragsrunden,

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                                      bei der Solawi, davon habe ich jetzt schon zwei mitgemacht und das ist so,

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                                      man sitzt da so zusammen und jeder geht mal so in sich und checkt mal so seine

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                                      Finanzen und dann tastet man sich so aneinander ran finanziell,

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                                      aber es geht eigentlich nicht mehr um die Finanzen, also man hat da so diesen,

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                                      Finanzpart, aber da ist man eigentlich schnell von weg, sondern man geht auch

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                                      schnell so ins Fühlen, so was kann ich, was will ich und man geht dann vielleicht

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                                      auch nochmal eine zweite Runde

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                                      mit, weil es vielleicht nicht ganz gereicht hat in der ersten, sondern,

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                                      da passiert irgendwie was und das Und das ist so dieses, eigentlich geht es

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                                      an dem Tag um den Finanzplan, sachliches Thema, wie viel Geld brauchen wir,

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                                      wie viel können wir geben.

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                                      Aber man geht da mit einer Idee oder mit einem Gefühl raus, dass es gar nichts

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                                      mit einer sachlichen Ebene zu tun hatte, sondern mit dem Gefühl,

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                                      Teil einer Gemeinschaft zu sein und die Wirksamkeit in der Zukunft dort platzieren

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                                      zu können, ab dem Tag, wo wir leben.

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                                      Geld oder die Finanzen, die dafür nötig sind, zusammengetragen haben.

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                                      Und da fängt es an zu glitzern.

                                      Katrin
                                      0:49:21–0:49:24

                                      Was vielleicht auch speziell für unser Projekt noch wichtig ist,

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                                      also es wird auch möglich sein, Mitglied im Wandelwinkel und Winkeling zu werden

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                                      nach dieser Beitragsrunde am 15. September.

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                                      Also die Türen sind ja nicht geschlossen danach bei uns.

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                                      Trotzdem ist das so immens wichtig, dass jeder Einzelne, der an dem Tag da ist

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                                      und da schon Mitglied wird und seinen Beitrag zahlt, ermöglicht,

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                                      uns einfach weiterzumachen mit diesem Projekt, jetzt mit den Lebensmitteln zu starten.

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                                      Also wenn das nicht möglich ist, dann können wir erst mal nicht weitermachen.

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                                      Also dieses so, ich gucke mir erst mal an, was die da machen und was für Lebensmittel

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                                      da sind, das funktioniert halt so nicht.

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                                      Also dann brauchen wir so einen kleinen Vertrauensvorschuss,

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                                      sage ich mal, dass die Leute einfach schon mal Mitglied werden und wir starten

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                                      können und weitergehen können.

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                                      Und was für uns auch noch ganz wichtig ist, dass sich die Menschen,

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                                      interessierte Menschen, Menschen auf unserer Homepage für den Newsletter zur

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                                      Beitragsrunde anmelden und für die Beitragsrunde anmelden, damit wir vorher

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                                      so eine Idee haben, wie viele Leute kommen, dass es uns so eine gewisse Sicherheit gibt.

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                                      Wir sind gerade so motiviert hier im Endspurt.

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                                      Das würde uns einfach noch mal sehr, sehr viel Support geben.

                                      Hans
                                      0:50:30–0:50:36

                                      Dieser Begriff der Solidarität, der ist ja nicht nur unter den Winkelingen,

                                      0:50:37–0:50:43

                                      sondern oder im Solawi-Kontext ist die Solidarität nicht nur unter den Ernteanteilnehmern,

                                      0:50:43–0:50:49

                                      sondern die Solidarität ist ja auch immer erlebbar zwischen den Gärtnerinnen

                                      0:50:49–0:50:51

                                      und der Ernteanteilnehmerschaft,

                                      0:50:51–0:50:55

                                      weil die Ernteanteilnehmerschaft den Gärtnerinnen Sicherheit gibt,

                                      0:50:55–0:50:58

                                      für ein Jahr arbeiten zu können.

                                      0:50:58–0:51:04

                                      Und für uns ist es natürlich auch so, wir freuen uns über Solidarität mit uns

                                      0:51:04–0:51:06

                                      und die Sicherheit, die wir dadurch bekommen.

                                      0:51:07–0:51:12

                                      Ja, und ich glaube, das ist auch dieser Zauber oder das Glitzern, von dem Laura spricht.

                                      0:51:13–0:51:19

                                      Solidarität ist so abstrakt als Begriff. Und irgendwie, der wabert so in unserer

                                      0:51:19–0:51:24

                                      Gesellschaft rum, was bedeutet Solidarität, Nächstenliebe, Verantwortung,

                                      0:51:24–0:51:26

                                      all diese Begriffe. Aber da wird es mal konkret.

                                      0:51:28–0:51:30

                                      Man schenkt sich gegenseitig Sicherheit.

                                      0:51:31–0:51:34

                                      Und uns. Also das ist toll.

                                      Tobias
                                      0:51:35–0:51:40

                                      Sehr schön. Also ich danke euch wirklich recht herzlich für diese wunderbare,

                                      0:51:40–0:51:43

                                      ja, für diesen wunderbaren Einblick in euer Projekt.

                                      0:51:43–0:51:47

                                      Also so wie ihr dafür brennt, also da sehe ich gar kein Problem,

                                      0:51:47–0:51:50

                                      dass ihr die Winkelinge alle zusammenbekommt

                                      0:51:50–0:51:54

                                      und euch da, euch eine schöne Gemeinschaft unterstützen wird.

                                      0:51:55–0:51:59

                                      Wunderbar. Also ich werde auch alles nochmal unten in die Beschreibung packen.

                                      0:51:59–0:52:01

                                      Anmeldung, Newsletter, eure Website.

                                      0:52:02–0:52:05

                                      Social Media, was auch immer, was ihr da alles habt, also werdet ihr dann unten

                                      0:52:05–0:52:10

                                      finden und dann bleibt mir wirklich nur eins zu sagen, dass ihr euch da unbedingt

                                      0:52:10–0:52:13

                                      anmelden müsst, wenn ihr aus Mülheim kommt.

                                      0:52:14–0:52:17

                                      Natürlich auch, man kann euch bestimmt auch unterstützen, wenn man jetzt außerhalb

                                      0:52:17–0:52:19

                                      von Mülheim kommt und einfach Bock auf das Projekt hat.

                                      0:52:20–0:52:22

                                      Ich sehe da so Nicken gegenüber.

                                      Laura
                                      0:52:22–0:52:28

                                      Wir haben sogar Mitglieder aus Hamburg, Karlsruhe, was war da noch?

                                      0:52:28–0:52:33

                                      Also wir haben ja, klar, Man kann ja auch ab und zu vorbeikommen und trotzdem

                                      0:52:33–0:52:35

                                      Teil der Gemeinschaft sein.

                                      Tobias
                                      0:52:35–0:52:41

                                      Super, wunderbar. Ja, nochmal vielen Dank an euch für eure Zeit und ja,

                                      0:52:41–0:52:44

                                      wir haben auch eine Gemeinschaft hier, die Podcast-Gemeinschaft und bei der

                                      0:52:44–0:52:47

                                      möchte ich mich zum Abschluss der Folge auch nochmal ganz herzlich bedanken,

                                      0:52:48–0:52:50

                                      denn nur durch euch wird das Ganze hier möglich.

                                      0:52:50–0:52:53

                                      Ihr unterstützt uns mit einem kleinen oder auch größeren Beitrag,

                                      0:52:54–0:52:59

                                      monatlich und ja, so können zum Beispiel die Franka und Und ich und der Timo

                                      0:52:59–0:53:04

                                      hier das Ganze möglich machen mit Schnitt und Technik und Vorbereitung und was

                                      0:53:04–0:53:05

                                      auch immer da so auf uns zukommt.

                                      0:53:06–0:53:11

                                      Dafür nochmal ein herzliches Dankeschön. Ja, und bei allen Zuhörenden bedanke

                                      0:53:11–0:53:13

                                      ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao, ciao.

                                      Laura
                                      0:53:14–0:53:14

                                      Tschüss.

                                      Hans
                                      0:53:15–0:53:15

                                      Tschüss.

                                      The post MP083 – Wandelwinkel in Mülheim – ein lebendiger Ort appeared first on MYZELIUM.

                                      54 min
                                    • MP082 - Transformation ist einfach

                                        MP082 – Weil Transformation einfach einfach ist

                                        In dieser Podcast-Folge betonen wir die Wirksamkeit einfacher Lösungen bei der gesellschaftlichen Transformation. Timo teilt seine Erfahrungen mit einem Carsharing- und Dämm-Projekt von Häusern und betont die Bedeutung von einfachen Prozessen bei gemeinschaftsbasiertem Wirtschaften. Wir ermutigen die Zuhörenden, selbst aktiv zu werden und einfache Lösungen umzusetzen. Einfachheit ist der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation.

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                                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                                        Transkription
                                        Tobias
                                        0:00:10–0:00:13

                                        Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Mycelium-Podcasts,

                                        0:00:13–0:00:16

                                        der Podcast, in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                                        0:00:16–0:00:23

                                        Ja, heute wieder in kleiner Runde, in Anführungszeichen, gegenüber von mir virtuell der Timo. Hi Timo.

                                        Timo
                                        0:00:23–0:00:23

                                        Hallo.

                                        Tobias
                                        0:00:24–0:00:28

                                        Ja, und mich, den Tobias als Host, den kennt ihr ja mittlerweile ganz gut.

                                        0:00:28–0:00:32

                                        Heute, du kamst ja ganz spontan auf mich zu und hast gemeint,

                                        0:00:32–0:00:36

                                        ich möchte so ein bisschen nochmal aus meinem Leben erzählen, Timo.

                                        0:00:36–0:00:42

                                        Timo, ein paar Anekdoten und was dich daran so ein bisschen aufregt,

                                        0:00:42–0:00:47

                                        nämlich Transformation, das wissen wir alle, ist ein ganz anstrengendes,

                                        0:00:47–0:00:50

                                        schweres Thema. Oder ist das etwa nicht so?

                                        0:00:51–0:00:57

                                        Was waren so deine Erfahrungen? Weswegen kamst du auf mich zu mit dieser Podcast-Folge?

                                        Timo
                                        0:00:57–0:01:03

                                        Ja, genau, wie du eben schon beschreibst. Also ich war auf einer Veranstaltung

                                        0:01:03–0:01:07

                                        in Darmstadt mit Bürgermeistern und wenn man denen so zugehört hat,

                                        0:01:07–0:01:09

                                        dann sind wir in einer unmöglichen Situation.

                                        0:01:09–0:01:13

                                        Wir können eigentlich gar nichts ändern. Alles ist unglaublich kompliziert.

                                        0:01:14–0:01:19

                                        Transformation als Mammutaufgabe unserer Gesellschaft. Und ich habe einfach

                                        0:01:19–0:01:22

                                        gemerkt, dass ich ein innerliches Nö in mir habe.

                                        0:01:23–0:01:28

                                        Also eigentlich ist es gar nicht so schwierig. Es ist nur ein Perspektivenproblem.

                                        0:01:28–0:01:31

                                        Wenn du denkst, dass es kompliziert ist, dann ist es auch kompliziert.

                                        0:01:31–0:01:34

                                        Und wenn du denkst, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist,

                                        0:01:34–0:01:37

                                        dann findest du vielleicht auch Lösungen und siehst vielleicht auch Lösungen,

                                        0:01:37–0:01:40

                                        die vielleicht gar nicht so kompliziert sind.

                                        0:01:40–0:01:49

                                        Und genau, seitdem laufe ich damit durch die Gegend und mit einem inneren Perspektivwechsel

                                        0:01:49–0:01:51

                                        und bestehe darauf, dass Transformation einfach ist.

                                        Tobias
                                        0:01:52–0:01:56

                                        Okay, was sind denn so die Argumente der Bürgermeister? Ich denke mal,

                                        0:01:56–0:01:59

                                        es waren nur Männer gewesen.

                                        0:02:00–0:02:08

                                        Was für eine unfassbare Aufgabe wir hier gerade von den Menschen und der Politik fordern.

                                        0:02:09–0:02:11

                                        Warum klappt das denn nicht mit der Transformation so einfach?

                                        Timo
                                        0:02:12–0:02:15

                                        Ich glaube, das erste Problem ist, die denken überhaupt nicht in Transformation,

                                        0:02:15–0:02:17

                                        sondern die denken in ihren bestehenden Aufgaben.

                                        0:02:18–0:02:21

                                        Also die fühlen sich überfordert von dem, was sie jetzt schon zu tun haben.

                                        0:02:22–0:02:29

                                        Keine Ahnung. Flüchtlinge unterbringen und klassische Geschichten rund um Konflikte,

                                        0:02:29–0:02:31

                                        rund um Raumnutzung. Weiß der Geier.

                                        0:02:32–0:02:34

                                        Schwule sanieren, sowas denken die.

                                        Tobias
                                        0:02:35–0:02:38

                                        Also du meinst, wenn man Parkplätze wegmacht, hat man ja gar keine Parkplätze mehr.

                                        Timo
                                        0:02:39–0:02:42

                                        Ja, oder wenn ich Parkplätze wegmachen will, dann habe ich ein Problem.

                                        0:02:42–0:02:46

                                        Deswegen ist Transformation schwierig, weil dann beschweren sich die Leute.

                                        0:02:46–0:02:49

                                        Besser Parkplätze da sein lassen, dann habe ich auch kein Problem.

                                        Tobias
                                        0:02:49–0:02:50

                                        Ja, okay.

                                        Timo
                                        0:02:50–0:02:55

                                        Keine Schwierigkeiten. So. Und das kannst du quasi übertragen auf sämtliche

                                        0:02:55–0:02:58

                                        Themen, Wärmewende, was der Geier.

                                        0:02:58–0:03:01

                                        Naja, aus dieser Perspektive heraus habe ich einfach gedacht, so ja, nee,

                                        0:03:01–0:03:05

                                        in der Welt, in der wir leben, machen wir das ja ständig, also wir machen ja

                                        0:03:05–0:03:09

                                        ständig transformative Lösungen und wir denken ja gar nicht in dem Konzept,

                                        0:03:09–0:03:11

                                        dass es schwierig ist, sondern eigentlich denken wir am Mycelium,

                                        0:03:11–0:03:13

                                        dass die Lösungen eigentlich einfach sind,

                                        0:03:14–0:03:18

                                        dass es nur schwierig oder kann schwierig werden, weil Leute nicht gewohnt sind,

                                        0:03:18–0:03:21

                                        einfache Lösungen auch als einfach zu begreifen.

                                        0:03:22–0:03:26

                                        Und das ist im Grunde unsere Herausforderung. Ich würde einfach mal sehr spontan

                                        0:03:26–0:03:31

                                        die These in den Raum werfen, wenn wir es zulassen würden, dass wir für die

                                        0:03:31–0:03:35

                                        Transformation einfach nur einfache Lösungen umsetzen müssen,

                                        0:03:36–0:03:37

                                        und die gar nicht kompliziert sind,

                                        0:03:38–0:03:42

                                        dann wären wir einen großen Schritt weiter und würden endlich auch anfangen,

                                        0:03:42–0:03:44

                                        einen anderen Diskurs zu führen.

                                        0:03:44–0:03:47

                                        Also einen Diskurs im Sinne von, lass uns doch die einfachen Lösungen umsetzen.

                                        0:03:47–0:03:48

                                        Aber den führen wir einfach nicht.

                                        Tobias
                                        0:03:49–0:03:53

                                        Ja, du hast jetzt schon mal sowas wie Wärmewende Wärmewende und auch Carsharing,

                                        0:03:53–0:03:55

                                        oder wir haben über Autos gesprochen.

                                        0:03:56–0:03:59

                                        Carsharing ist da ja so ein ganz, ganz einfaches Beispiel.

                                        0:04:00–0:04:03

                                        Was sind denn die einfachen Lösungen dafür? Also ich kann mir ja nicht vorstellen,

                                        0:04:03–0:04:07

                                        dass du in die Podcast-Folge gekommen bist, ohne da jetzt direkt was aus dem

                                        0:04:07–0:04:07

                                        Ärmel schütteln zu können.

                                        Timo
                                        0:04:08–0:04:12

                                        Ja, genau. Also lass uns mal mit den beiden Beispielen agieren.

                                        0:04:12–0:04:20

                                        Ja, Wärmewende und Automobil oder Verkehr oder wie Katja dir sprechen würde,

                                        0:04:20–0:04:22

                                        Leute von der Autokratie.

                                        0:04:23–0:04:26

                                        Also wenn du irgendwas mit Mobilität machen willst und Häuser sanieren,

                                        0:04:26–0:04:29

                                        dann sind das ja absolute politische Todesurteile.

                                        0:04:29–0:04:33

                                        Da darfst du nicht ran. Da kann man nichts dran ändern.

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                                        Das ist so auch gesellschaftliches Gefühl. Diese Perspektive verhindert aber

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                                        auf der anderen Seite auch, dass einfache Lösungen umgesetzt werden.

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                                        Und ich will einfach mal ein ganz konkretes Beispiel nennen.

                                        0:04:44–0:04:48

                                        Dort, wo ich lebe, in Neuhausen auf den Vierdern, eine kleine Kommune,

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                                        12.000 Einwohner bei Stuttgart.

                                        0:04:50–0:04:56

                                        Da gab es kein Carsharing-Auto und ich bin zum regionalen Carsharing-Anbieter

                                        0:04:56–0:05:02

                                        Stadtmobil gegangen und gefragt, was braucht ihr, damit meine Heimatdorf ein

                                        0:05:02–0:05:03

                                        Carsharing-Auto bekommt.

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                                        Und dann haben die gesagt, ja Timo, werd Mitglied in unserem Stadtmobil e.V.

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                                        Und dann sorgt dafür, dass auf diese Liste 20 Menschen draufschreiben,

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                                        dass sie sich grundsätzlich vorstellen könnten, dass es hier ein Carsharing-Auto

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                                        noch neu auskommt. Und dann, wenn

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                                        das passiert, dann stellen wir euch dein Carsharing-Auto hin, vereinfacht.

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                                        Auf der einen Seite habe ich mich gefreut, auf der anderen Seite bin ich innerlich

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                                        fast explodiert, weil diese Hürde ist ja so unglaublich niedrig.

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                                        Dass es einfach nicht vorstellbar ist, dass offensichtlich meine Kommune Stadtmobil

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                                        diese Frage nie gestellt hat oder irgendjemand anderes nicht mit genügend Werf

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                                        und Energie und dem Thema angemessen da losgelaufen ist.

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                                        Und ich bin schon auch irgendwie der Meinung, dass es Aufgabe der Stadt ist, das zu tun.

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                                        Und was dann aber passiert ist, ist, dass ich und zusammen mit Heinz Beinert,

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                                        dem aufrechten Alt-SWDler hier, losgetigert sind und ehrenamtlich dafür gesorgt haben,

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                                        dass dieses Auto jetzt hier hinkommt.

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                                        Und wir reden jetzt im Juli, das Auto kommt jetzt, Parkplatz ist auch da,

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                                        die Kommune kooperiert auch und ja, aber wir haben uns jetzt auch ganz ehrlich

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                                        nicht überarbeitet, wir haben das Thema ein Dreivierteljahr langsam vor sich

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                                        hin, immer einen Schritt nach dem anderen gemacht und jetzt ist das Auto da, so.

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                                        Wir haben ein bisschen mit den Fraktionen geredet, eine Infoveranstaltung gemacht,

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                                        das Thema ist jetzt virulent, genau.

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                                        Ich meine, das klingt ja fast schon langweilig, oder?

                                        Tobias
                                        0:06:38–0:06:40

                                        Das ist ein bisschen langweilig. Frage.

                                        Timo
                                        0:06:43–0:06:43

                                        Voll so.

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                                        Transformation, eine langweilige Geschichte. Ein Beispiel eines Carsharing-Autos.

                                        Tobias
                                        0:06:52–0:06:58

                                        Ja, was für mich jetzt natürlich eine Frage wäre, wie kommt das an in deinem Umfeld?

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                                        Also wie wird das aufgenommen von der, ja einmal von der Gemeinde selbst,

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                                        also von der politischen Ebene, aber auch von den Menschen, die da wohnen?

                                        Timo
                                        0:07:08–0:07:11

                                        Also von der politischen Ebene, das ist glaube ich so, wir haben eine Veranstaltung

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                                        gemacht und da sind auch alle Fraktionen gekommen und da war einfach so,

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                                        ja, macht es doch, voll gut, braucht einen Parkplatz.

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                                        Da haben wir ein bisschen mit der Verwaltung noch rumgemacht,

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                                        irgendwie so ein bisschen Hütchenspiel gemacht, wo wir einen Parkplatz hin machen.

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                                        Es gab jetzt eine sehr bezeichnete Lösung.

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                                        Wir haben wirklich den absoluten Premium-Parkplatz, weil wir einen neu geschaffenen

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                                        Parkplatz bekommen, direkt an der Längsseite des Rathaus, super prominent.

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                                        Der innere Kritiker in mir sagt, naja, ein neu geschaffener Parkplatz tut ja

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                                        keinen bestehenden Parkplatz umwandeln in einen Karscheng-Parkplatz.

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                                        Könnte eine Gedanke gewesen sein, ich weiß es nicht, aber ich beschwere mich auch nicht.

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                                        Und ja, es kommt. Es gab auch keinen Konflikt darum.

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                                        Also das ist übrigens auch so, Transformation muss immer Konflikt sein? Nö.

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                                        Also wir haben eine Infoveranstaltung gemacht, dann hat der Gemeinderat mal drüber geredet,

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                                        dann hat Stadtmobil gesagt, okay, da ist genügend Bewegung drin,

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                                        wir bestellen das Auto, es sind noch kleine Sachen passiert,

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                                        dass jetzt irgendwie noch der neu geschaffene Parkplatz muss jetzt noch markiert werden mit,

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                                        und so und dann hat noch die Zulassungsstelle in Stuttgart noch für zwei Monate

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                                        gebraucht, um das Auto zuzulassen, so kleine Sachen.

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                                        Aber das Ding kommt jetzt und je mehr ich darüber rede, ich weiß gar nicht,

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                                        ob unsere Zuhörer hier einschlafen, weil es gibt einfach keinen Peak,

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                                        es ist einfach wie so ein es ist eine total langweilige, einfache Geschichte.

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                                        Das, was wir da machen, könnte wirklich jeder machen.

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                                        Tun aber nicht jeder. Jeder Mensch könnte theoretisch so lostigern und sagen,

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                                        okay, ich hätte gerne ein Kassel-Auto vor meiner Haustür in meiner Kommune.

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                                        Und Stadtmobil würde sagen, ja, voll gut.

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                                        Hast du hier ein paar Leute gefunden. Und dann kommt das.

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                                        Ja gut, ich glaube.

                                        Tobias
                                        0:09:07–0:09:11

                                        Da ist echt noch in diesen Köpfen, okay, aber ein Auto teilen,

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                                        also ich glaube, da ist wirklich ja irgendwie Angst davor, ein Auto auch anderen

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                                        Menschen in die Hände zu geben oder so, weil dann brauche ich das ja vielleicht

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                                        spontan mal und dann ist es nicht da oder was weiß ich, ne?

                                        Timo
                                        0:09:27–0:09:29

                                        Ja, genau, diese Probleme gibt

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                                        es und total spannend, also nochmal so eine kleine Story hier bei mir,

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                                        so, ich erzähle jetzt einfach Geschichten aus meinem Kleinstadt-Dasein,

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                                        genau, und tatsächlich ist es jetzt auch so, dass ich den Leuten erzähle,

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                                        das Carsharing-Auto kommt und ich erzähle das halt so,

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                                        hier gestern im Freibad habe ich das meiner Mutter von meiner Tochter quasi

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                                        erzählt und ich so, ja, voll gut, ich habe ja auch ein Auto,

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                                        das steht eigentlich nur rum

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                                        und dann haben wir uns auch mal begonnen, so ein bisschen durchzurechnen und

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                                        das hat dann auch Sinn gemacht,

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                                        und dann wurde es total witzig, weil dann kam ihr Mann und dann hat sie das

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                                        mit ihrem Mann diskutiert.

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                                        Und das ist immer so ein Moment, wo ich immer denke, jetzt wird schwierig.

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                                        Meistens sind die Männer nicht die, die es einfach machen, aber dann haben die

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                                        so ein bisschen hin und her diskutiert und irgendwann hat er halt auch gesagt,

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                                        ja, probier es halt mal aus, schaffst das Auto nicht ab und dann probierst du

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                                        es halt mal und wenn es sich dann gut ausgeht, dann mach es.

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                                        Und ich so, ja genau, einfach mal ausprobieren, weil man kann das einfach ausprobieren

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                                        und dann auch wieder lassen, tut auch überhaupt nicht weh.

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                                        Und ich habe mich auch gedacht, warum immer direkt in alle guten Lösungen erstmal

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                                        abschieben, schießen, alles problematisieren, was denn schief gehen könnte.

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                                        Und da hat sie mir auch Fragen gestellt und ich habe gesagt,

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                                        nee, es gibt gar kein Problem, kostet auch nichts, wenn du es nicht nutzt.

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                                        Hier eine App. Und was ist, wenn ich da meine Kind immer zum Turnen fahren muss oder zum Reiten?

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                                        Ja, dann blockierst du halt das immer und dann ist das Auto auch immer da,

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                                        weil in der Regel machst du ja keine Spontanfahrten, nee, mach ich nicht ja,

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                                        das hört sich das ja eigentlich gut an, so, ja und was es dann so braucht,

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                                        das merke ich so jemand wie ich, der halt auch gar keine Hürde aufkommen lässt,

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                                        ne, so, nee, ist alles gar kein Problem, alles gar nicht so schwierig ja,

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                                        Wenn ich mich dann auch hinstelle und sage, ja, das ist natürlich nicht für

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                                        jeden was und ich kann voll verstehen, dass du immer spontan in dein Auto und

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                                        aufs Gas treten willst und losfährst, dann ist das natürlich nichts für dich.

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                                        Wenn ich natürlich so einen Diskurs führe, dann ist natürlich alles total schwierig

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                                        und die Hürde ist voll da, aber man kann es genauso gut andersrum führen,

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                                        warum eigentlich dieses Modell perfekt für dich ist, warum es dein Leben erleichtert,

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                                        warum du dich nicht mehr um dein Auto kümmern musst und so weiter.

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                                        Und ich glaube, ich weiß gar nicht, ich frage mich, wie unsere Zuhörerinnen

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                                        hier eigentlich darauf reagieren auf diese Folge, ob die mittlerweile das zum

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                                        Einschlafen benutzen. Vielleicht wird das hier so ein Einschlaf-Podcast.

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                                        Oh, Transformation als Einschlaf-Podcast. Vielleicht ist das auch ein geiler Twist.

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                                        Genau, weil die Nadel wird sich in der Empörungsspirale nicht heben.

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                                        Das war’s. Eine ganz einfache, umsetzbare Lösung.

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                                        Kannst du hier bei der Region wahrscheinlich mit den meisten Carsharing-Anbietern

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                                        kannst du sowas ähnliches machen.

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                                        Ein Carsharing-Auto vor die Haustür setzen.

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                                        Es gibt vielleicht immer wieder ein bisschen andere Bedingungen.

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                                        Die wünschen sich vielleicht ein bisschen mehr. Also die Hürde hier war wirklich niedrig. Aber ja, so.

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                                        Und dann ein anderer Diskurs, der so ein bisschen kam, war, ja,

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                                        aber das bringt ja gar nichts.

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                                        Sie hat 12.000 Einwohner, 10.000 Autos. Jetzt ist ein Carsharing-Auto da,

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                                        reduziert vielleicht 10 Autos.

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                                        Und da habe ich halt auch innerlich gedacht, so, yo, also ich wäre auch motiviert,

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                                        hier 200 Carsharing-Autos einzustellen.

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                                        Aber dann halt eben auch mit diesem Diskurs ist es total einfach,

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                                        man müsste es halt machen Ja Und also man stelle sich vor, man motiviert in

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                                        Neuhausen theoretisch 200 Menschen,

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                                        oder 200 Haushalte dass die halt sagen, okay in meiner Straße,

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                                        ich weiß gar nicht wie viele Straßen Neuhausen hat, aber wenn man die Idee hat,

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                                        in jeder Straße soll ein Carsharing-Auto stehen,

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                                        dass man in jeder Straße theoretisch eine Person findet, die halt ein bisschen

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                                        ihre Nachbarschaft organisiert und so Aufsuchen der Mobilitätsberatung macht,

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                                        du hast ja drei Autos, eins steht nur rum,

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                                        wie wär’s, willst du das mal ausprobieren?

                                        Tobias
                                        0:13:15–0:13:15

                                        Ja.

                                        Timo
                                        0:13:17–0:13:23

                                        Das wäre doch mal ein spannendes Projekt. Genau. Wäre möglich, meiner Meinung nach.

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                                        So, okay, da merkt man schon, okay, dann steigt die Fiebernaht schon ein bisschen

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                                        bei der Vorstellung, bei mir beginnt es auch schon mehr zu kribbeln, so.

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                                        Aber ja, ich meine, man muss ja nicht alles so im Schlafwagen versuchen genau,

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                                        das ist so ein Beispiel, wie Transformation eigentlich ganz einfach geht ohne

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                                        Widerstände ohne Probleme keiner regt sich auf, alle zucken mit der Schulter

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                                        und sagen, jo, so ist das hier gelaufen ja.

                                        Tobias
                                        0:13:51–0:13:58

                                        Cool einfach ja, einfach, einfach, genau jetzt hatten wir noch ein anderes Beispiel

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                                        mit ja, dem Dämmen von Häusern,

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                                        Hast du da auch noch eine schöne anekdotische Geschichte für uns?

                                        Timo
                                        0:14:06–0:14:11

                                        Ja, ich glaube, also das ist jetzt nicht so eine Story wie alles geht einfach

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                                        und das ist doch easy peasy.

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                                        Weil ich ganz kurz einen Einschieb zum CarShank, also natürlich müssen die Leute

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                                        das Auto jetzt noch fahren, ne?

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                                        Aber irgendwie, so wie das hier durchgelaufen bin, gehe ich davon aus.

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                                        Und das Ding hat natürlich schon auch so ein bisschen Vorteil,

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                                        weil ich natürlich schon durch die Kommune gehe und Leute anspreche.

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                                        Also ich mache schon Gemeinschaftsaufbau hier.

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                                        Aber weil, das muss man vielleicht auch mal erleben, ich mache in meinem Leben

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                                        ja nichts anderes als gemeinschaftsbasierte Projekte, das ist so mein Leben,

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                                        meine Haltung, wie ich Probleme löse und das mache ich hier jetzt einfach so

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                                        nebenbei und wahrscheinlich funktioniert es.

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                                        Aber Leute, die halt auch so ein Leben führen wie ich, können sowas halt theoretisch

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                                        halt eben wahrscheinlich auch machen.

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                                        Fällt mir besonders einfach, weil ich die Denke habe, weil ich das gar nicht als Problem betrachte.

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                                        Genau. Und vielleicht ganz kurz zum Thema Dämmen.

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                                        Da gibt es gerade ein neues Projekt, das heißt Dammit.

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                                        Die Idee ist, früher haben die Leute sich gegenseitig geholfen, noch weiter zu bauen.

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                                        Jetzt geht es darum, dass sie sie sanieren. Wir werden dazu nochmal eine ganz

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                                        extra Folge demnächst mal machen.

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                                        Machen wir in Tübingen mit der Klima-Taskforce, das ist ein Verein für Klimatransformation.

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                                        Und jetzt erzähle ich wahrscheinlich schon ein bisschen zu viel,

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                                        aber die grundsätzliche Idee dahinter ist, Wärmewende ist auch so etwas,

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                                        was, das klingt maximal kompliziert und unmöglich.

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                                        Und wir haben uns jetzt mal einfach die Aufgabe gestellt und sagen,

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                                        wie kann denn Dämmung einfach sein? Also wie kann denn Dämmen einfach sein?

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                                        Und dann haben wir eine ganze Zeit damit verbracht, ein Dämmsystem zu finden, was einfach ist.

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                                        Ja, also da sind wir halt komplett davon weggekommen, irgendwelche Platten mit

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                                        Kleber an Wände zu kleben.

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                                        Das ist hochgradig kompliziert.

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                                        Sehr schwierig zu machen und da sind wir so ein bisschen dabei,

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                                        wie Marktlösungen halt auch agieren.

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                                        Leute, die am Markt unterwegs sind, also auch diese Handwerksbetriebe,

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                                        die wollen gar nicht, dass das einfach ist, weil ihre und also die finden auch

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                                        komplexe Lösungen tendenziell gut, also sowas wie ein Ölkessel oder so, ja? Oder.

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                                        Warum finden Autowerkstätten Elektroantriebe blöd? Naja, weil es ja nicht so kompliziert ist.

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                                        Je komplexer umso höher sind die Markteintrittshürden umso mehr können Leute verdienen,

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                                        die diese Hürden überwunden haben wenn es jetzt einfache Lösungen gibt ist dieses

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                                        Potenzial, diese Hürde die du mal erklommen hast die Anstrengung,

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                                        die du da reingeschickt hast ist irgendwie auch immer nichts mehr wert und deswegen

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                                        war auch unsere Erfahrung dass so diese Profi-Handwerker uns gar keine große Hilfe waren,

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                                        weil die immer sagen nee, nee, das ist viel zu kompliziert und in ihrer Welt

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                                        ist das vielleicht auch so, sie haben halt eine Lösung gefunden,

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                                        wie sie in Anführungsstrichen komplizierte Dämmmethode professionell,

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                                        umsetzen und damit auch noch Geld verdienen. Und da haben sie einen gewissen Stolz drin entwickelt.

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                                        Aber das hilft uns halt transformatorisch nicht, wenn wir sagen,

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                                        Dämmung ist kompliziert und das können nur Profis machen, weil es werden gerade

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                                        nur 1% aller Häuser saniert im Jahr.

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                                        Genau, Ende der Story, so werden wir es nicht packen.

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                                        Und dann haben wir uns irgendwann gedacht, was ist denn ein Dämmsystem,

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                                        System, was so ähnlich funktioniert wie ein Balkonkraftwerk.

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                                        Nicht jeder kann sich.

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                                        Solaranlagen aufs Dach bauen, außer er arbeitet natürlich mit so Local Energy

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                                        zusammen, dann geht das, haben wir auch eine Podcast-Folge hier gemacht.

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                                        Aber ein Balkonkraftwerk ist ja noch viel einfacher. Du steckst das Ding einfach

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                                        in die Steckdose, hängst es über den Balkon und zack, kriegst du Energie.

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                                        Du musst dafür einfach nichts können.

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                                        Außer vielleicht, wenn du unbedingt möchtest, das Ding bei deinem Stromversorger

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                                        anmelden und dann noch zehn Formulare ausfüllen.

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                                        Wobei, ich habe gehört, die wenigsten machen das. Es gibt anscheinend schon

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                                        zwei Millionen Balkonkraftwerke.

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                                        Das ist auch irgendwie ganz spannend, dass, wenn die Erlösung so einfach ist,

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                                        die Idee ist, zu verkomplizieren, einfach überhaupt nicht mehr funktioniert,

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                                        weil die Leute so sagen, okay, ich gehe das potenzielle Risiko ein. Nein, also.

                                        Tobias
                                        0:18:14–0:18:18

                                        Sogar mittlerweile gibt es ja in Kommunen sogar Förderung dafür und so.

                                        Timo
                                        0:18:18–0:18:20

                                        Ja, genau. Also finde ich sehr toll.

                                        Tobias
                                        0:18:20–0:18:24

                                        Dass es da ein bisschen, dass es da auch in der Politik ankommt und den Leuten

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                                        ein bisschen entspannter gemacht wird.

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                                        So eine einfache Lösung einfach umzusetzen.

                                        Timo
                                        0:18:30–0:18:33

                                        Ja, bei mir zwei Orte weiter wurde das auch gemacht und irgendwie am ersten

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                                        Tag war diese gesamte Förderung weg, weil niemand sich vorstellen könnte,

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                                        so haben die ja die Leute alle geholt.

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                                        Und das ist so mein Ding, also die Transformation ist nicht ein Atomkraftwerk

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                                        bauen, sondern jeden Menschen dazu motivieren, sich ein Balkonkraftwerk in die

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                                        Steckdose zu stecken, so in der Art, ja, und davon wird es Millionen brauchen,

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                                        genau, aber Millionen Menschen, die es schaffen, sich ein Balkonkraftwerk in

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                                        die Steckdose zu stecken,

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                                        das ist die Transformationsweg, ja, und nicht wir bauen zehn Jahre lang ein

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                                        Atomkraftwerk und hoffen, dass es da irgendwann mal Geld gibt,

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                                        aber das ist die Marktlösung, ja?

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                                        Genau, so, und genau, jetzt kommen wir noch ganz kurz wieder zum Dämmen,

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                                        also wir haben dann überlegt, was ist das Äquivalenz, ne?

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                                        Und ja, sagen wir es mal so, warum macht das keiner, weil sich also diese Form

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                                        der Gedanken zu machen und auch wie daraus dann in den Prozessen steht,

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                                        das hat uns halt schon ein Jahr gekostet, aber wir haben es halt gemacht und ähm.

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                                        Auch weil wir so ein bisschen verrückt sind und nicht ständig alles durchrechnen

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                                        an Aufwand, sondern einfach der Meinung waren, dass es das braucht,

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                                        dann haben wir es halt gemacht.

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                                        So, und dann haben wir ein Dämmsystem gefunden, wo man im Grunde auch Leinen,

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                                        eine Holzverschalung machen und dann eine Firma kommt, die eine Ausblasdämmung reinmacht.

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                                        Und dann bist du wieder bei dem Punkt, wo du so denkst, also okay,

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                                        wir bauen ein Gerüst auf, wenn wir es brauchen und dann hämmern wir so ein bisschen

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                                        Holz an so einen Rahmen und dann kommt die Dämmung.

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                                        Das klingt ja irgendwie so unkomplex.

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                                        Aber weißt du, das ist wirklich so, hä, das ist jetzt die Lösung?

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                                        Weißt du, das ist echt teilweise auch schwer auszuhalten, wenn die Lösung dann einfach einfach ist.

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                                        Natürlich, die Bürokratie hilft dir noch ein bisschen, die Komplexität kommt schon rein.

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                                        Du musst natürlich schon auch KfW-Förderung, Also bei Papierkram kommt schon.

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                                        Wenn du jetzt natürlich sagst, ich pfeife auf die Förderung und dann hast du

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                                        auch wieder weniger Papierkram theoretisch.

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                                        Und ich glaube, am Ende könnte es auch sein, dass wenn die, also diese Fördergeschichten

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                                        mit den KfW-Förderungen und so weiter, die führen auch dazu,

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                                        dass Leute gerade nicht dämmen, weil sie sagen wollen,

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                                        irgendwas passt mir jetzt gerade nicht mit der Förderung oder der Fördertopf

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                                        ist ausgeschöpft und dämme ich nächstes Jahr.

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                                        Voll blöd für die Transformation. Und unser Gedanke ist, kann es einfach so

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                                        einfach werden mit dem und so günstig, dass die Leute es einfach machen, weil sie sagen.

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                                        Ich mache es einfach, ja. Ich mache das mit meinem Nachbar, so.

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                                        Und ich glaube, das ist der Weg, wo wir hinkommen müssen. Wir dürfen einfach

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                                        nicht zulassen, dass Transformation irgendwie kompliziert ist.

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                                        Alle Lösungen müssen einfach umsetzbar sein. Und wie machst du das?

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                                        Ja, du fragst deinen Nachbarn bei Mitnacht.

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                                        Und dann gehst du zu deinem Nachbarn und sagst, und danach machen wir es bei

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                                        dir. Jo, kasten Bier noch in die Mitte und dann dämmen wir unsere Häuser.

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                                        Jetzt war überspitzt, ja. Und dann laden wir noch den Dämp-Papst der Region

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                                        ein, der das halt ein bisschen überwacht, der guckt, dass das Ganze auch dicht

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                                        ist und dann läuft das. Also das ist so das Mindset.

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                                        Und dann kommt natürlich direkt so, ja, wie läuft das mit dem Versicherungsschutz?

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                                        Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung.

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                                        Darf man das? Ja, man darf das. das, also das ist das, was wir halt gemacht haben im Hintergrund.

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                                        Wir haben halt diese ganzen Hürden. Das ist ähnlich wie beim Carsharing.

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                                        Man baut die ganzen Hürden auf und sorgt dafür, dass es gar nicht kompliziert wird.

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                                        Und witzig ist, wir hatten jetzt einen Infotermin und da haben dann immer wieder

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                                        Leute gesagt, ja, das ist ja jetzt die einfache Lösung, aber können wir es nicht

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                                        auch komplizierter machen?

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                                        Also ich habe da so eine Lieblings- Dämm-Methode, die habe ich mir jetzt in

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                                        meinem Selbststudium über mehrere Monate hinweg ausgesucht. und ich hätte gern

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                                        genau diese eine der Methode, weil die gefällt mir am besten.

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                                        Und dann haben wir halt auch gesagt, ja, kann man schon machen,

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                                        aber dann ist es halt wieder kompliziert.

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                                        Also deine Form für den Individualismus macht die Sache halt kompliziert.

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                                        Und genau so. Und jetzt läuft es so vor sich hin.

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                                        Wir machen jetzt verschiedene Infotermine, finden jetzt bald unsere fünf ersten

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                                        Menschen, die das mit uns zusammen machen wollten.

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                                        Da gibt es eine Gemeinschaftskoordination, die halt die die Leute organisiert

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                                        untereinander, dass die alle zum selben, also geplant wird, wann kommt welches

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                                        Haus, bist du als Mensch überhaupt bereit, da mitzumachen, du musst als Hausbesitzer

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                                        auch ein bisschen Eigenschaften haben.

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                                        Du musst in der Lage sein, einfach zu denken. Also du kannst alles kompliziert

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                                        machen, wenn du kompliziert denkst.

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                                        Das hat nichts damit zu tun, dass du unverantwortlich bist.

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                                        Aber du bist auch unverantwortlich, wenn du den einfachen Prozess unbedingt

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                                        komplizierter machen musst, als er eigentlich sein sollte.

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                                        Weil dann ist der einfache Prozess nämlich nicht mehr einfach,

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                                        sondern findet nie statt.

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                                        Und deswegen halt immer auch zu denken, okay, es gibt eine Institution,

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                                        das Mycelium, die Klima-Taskforce, die kümmern sich um die Komplexitätsgrade,

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                                        haben sich aber massiv darum gekümmert, dass es einfach wird.

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                                        Es gibt jemand, der hat in Anführungsstrichen die Bauaufsicht,

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                                        also der guckt, dass auch die Normen alle eingehalten werden,

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                                        und es gibt eine Gemeinschaftskoordination, die guckt, dass die richtigen Leute

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                                        mitmachen, dass zum richtigen Zeitpunkt das Haus gedämmt wird und dann machst

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                                        du das und lädst deine Nachbarn dazu ein, dir zu helfen, weil das an sich nicht

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                                        so schwierig ist, diese Verschalung dahin zu hämmern an die Wand, ja.

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                                        Also, alle hören mal, wer da hämmert, Leute, Leute können da regelmäßig mitmachen

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                                        und das ist dann ja auch was Cooles, weil man was zusammen macht.

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                                        Das ist ja auch so, wenn ein Fachbetrieb ein Haus dämmt, passiert gemeinschaftstechnisch

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                                        in deiner Straße genau null.

                                        Tobias
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                                        Ja, ja.

                                        Timo
                                        0:24:23–0:24:28

                                        Wenn du deine Nachbarn dazu einlädst, mit dir zusammen das Haus zu dämmen und

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                                        du machst ein bisschen wie ein Straßenfest draus, dann ist das eine Gemeinschaftsaktion,

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                                        die vielleicht sogar Spaß macht, ja?

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                                        Und natürlich müssen die dir nicht helfen, aber wer Spaß hat,

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                                        darf mitmachen. Und es gibt Leute, die haben daran Spaß.

                                        Tobias
                                        0:24:42–0:24:44

                                        Ja, und hat ja auch so eine Pionierwirkung.

                                        Timo
                                        0:24:45–0:24:50

                                        Ist bestimmt auch ansteckend. Also, weil, wenn der Nachbar das so gemacht hat,

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                                        und das schien ziemlich einfach,

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                                        dann diese komplexe Lösung zu machen, dir einen Fachbetrieb zu holen,

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                                        den du vollkommen ausgeliefert bist, der dir sagt, oh, ich verkaufe dir absolute

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                                        Sicherheit, aber das Dumme ist, am Ende weißt du nicht, wie es passiert.

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                                        Und du hast dann vielleicht so eine Styropordämmung, irgendwelche Nachbarkids

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                                        haben haben Spaß dran, die auszuschalten. Kannst du schon machen, ja.

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                                        Bei uns in der Grundschule ist das so, da haben die auch so eine Styropordämmung

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                                        auf den Schulhof gepackt und die Kids, die haben die halt so ausgemeißelt,

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                                        wie so Störche. Dann hast du halt wieder keine Dämmung.

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                                        Also Dinge, aber das haben bestimmt Profis gemacht, diese Form der Dämmung,

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                                        ja. Aber halt nicht zu Ende gedacht.

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                                        Und genau, ja, Long Story Short, wo ich da eigentlich hin will mit diesen ganzen

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                                        Beispielen, ist so, ja, einfach machen ist irgendwie einfach und du brauchst

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                                        halt Leute, die einfache Lösungen entwickeln.

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                                        Und das ist schon irgendwie auch End of Story. Also so.

                                        Tobias
                                        0:25:48–0:25:50

                                        Ja, super. Cool.

                                        Timo
                                        0:25:50–0:25:53

                                        Ich glaube, wir können ja wirklich einen Einschlaf-Podcast daraus machen.

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                                        Warum Transformation eigentlich langweilig und einfach sein könnte,

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                                        wir uns gar nicht drüber aufregen müssen.

                                        Tobias
                                        0:26:02–0:26:06

                                        Aber gut, was wir ja jetzt irgendwie so abschließend nochmal zusammenfassend

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                                        sagen können, genau ist, wenn man nicht so in diesem ja…

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                                        In dieser Denke drin ist, okay, ist alles so kompliziert und muss sich aber

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                                        irgendwie professionalisiert und lohnen und was dabei rauskommt und so.

                                        0:26:22–0:26:23

                                        Kann es ganz einfach sein.

                                        Timo
                                        0:26:24–0:26:28

                                        Du brauchst nicht die technischen Experten immer im Werk, merke ich auch,

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                                        sondern du brauchst Profi-Organisationen, die darauf spezialisiert sind,

                                        0:26:34–0:26:35

                                        Prozesse einfach zu machen.

                                        Tobias
                                        0:26:35–0:26:38

                                        Ja, genau, das meinte ich so ein bisschen.

                                        0:26:38–0:26:43

                                        Also die einfache Lösung und dann die einfach, also ich sage immer gerne einfach

                                        0:26:43–0:26:47

                                        in Anführungszeichen, aber die dann auch einfach machen, also ins Handeln kommen.

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                                        Nicht irgendwie diese, ja, wie es die FDP gerne mit Technologieoffenheit beschreibt.

                                        Timo
                                        0:26:54–0:26:58

                                        Können wir nicht auch die komplexe Idee fördern, die wahrscheinlich nie umgesetzt

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                                        wird, aber ganz, ganz viel Geld da reinstecken, anstatt wir Geld zum Beispiel

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                                        in soziale Innovationen stecken?

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                                        Weil hinter der einfachen Lösung steckt immer die soziale Innovation,

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                                        darauf zu bestehen, dass die Lösung einfach ist.

                                        Tobias
                                        0:27:11–0:27:15

                                        Ja, naja, klar. Und das ist natürlich schwierig für den Markt.

                                        Timo
                                        0:27:16–0:27:19

                                        Genau, weil es nämlich keine Hochtechnologie ist.

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                                        Also hinter der einfachen Lösung stecken halt auch immer einfache Technologien,

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                                        die Hinz und Kunz anwenden kann.

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                                        Ein Balkonkraftwerk ist technisch ja total simpel. Es ist ein Solarmodul mit

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                                        Stecker dran und so einem kleinen Wechselrichter. Also daran ist nichts kompliziert.

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                                        Und dass zum Beispiel das Carsharing so einfach nach Neuhausen kam,

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                                        ist davon abhängig, dass wir uns halt nicht groß gestresst haben und es einfach

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                                        gemacht hatten, weil wir die Erfahrung dahinter hatten und wussten,

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                                        dass das eigentlich gar nicht schwierig ist.

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                                        Und das ist halt das Thema. Also damit Innovationen einfach sind,

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                                        brauchst du Profis, die darauf spezialisiert sind, Prozesse einfach zu machen.

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                                        Und gerade haben wir nur Profis, die Prozesse kompliziert machen.

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                                        Und das sind leider halt auch die Leute, die zum Beispiel gerade …

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                                        Ähm, also es sind halt teilweise auch leider Handwerker, die Prozesse schwierig

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                                        machen, weil die halt damit ihr Geld verdienen.

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                                        Also Handwerker-Bashing ist in Deutschland halt nicht besonders beliebt,

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                                        das verstehe ich auch, aber, ähm, ja, aber das muss man halt eben auch sagen.

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                                        Und was dahinter halt eben steckt ist, wenn Prozesse einfach sein sollen,

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                                        müssen alle Beteiligten sie halt auch verstehen.

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                                        Also dahinter steckt ein Bildungsaspekt. Also damit die Leute mitmachen und

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                                        die einfache Lösung wählen und ihr Haus einfach dämmen in einer Welt,

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                                        wo eigentlich nur komplizierte Lösungen von Profis durchgeführt und damit Sicherheit garantiert ist,

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                                        durchgeführt werden, musst du die schulen.

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                                        Also die müssen halt wirklich dann verstehen, wie Dämmung eigentlich funktioniert,

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                                        was eigentlich dahinter steht.

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                                        Nebenbei verstehen die dann auch das Haus, das sie gedämmt haben.

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                                        Also sie können es auch wieder selbstständig reparieren.

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                                        Aber sie müssen halt auch lernen wollen, einen bestimmten Bereich ihres Lebens.

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                                        Und ich würde mal sagen, am Ende ist es gar nicht viel mehr Zeit draufgegangen,

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                                        als wenn die den Profibetrieb drangelassen hätten, weil die Leute beschäftigen

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                                        sich teilweise zwei Jahre lang mit dem Thema Dämmen, total unstrukturiert und

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                                        ohne geleiteten Prozess, den es bei Dämmit ja gibt.

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                                        Da steigen die Leute ja in den Prozess ein und gehen einen Schritt nach dem

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                                        anderen weiter und am Ende ist das Haus gedämmt.

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                                        Genau, so. Und das ist genau, das ist so ähnlich wie die Geschichte mit dem

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                                        Auto und den anderen Verkehrsmitteln,

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                                        dass wenn du wirklich alles hardcore durchrechnest und allen Aufwand,

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                                        den du mit deinem Auto hast und so weiter und mit dem Stau steht, ist es in der Regel so,

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                                        dass du mit dem Auto gar nicht schneller an deinem Ziel bist,

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                                        als wir mit anderen Verkehrsmitteln.

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                                        Aber du hast halt das Gefühl in der Situation, dass du vielleicht unabhängig bist, ja?

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                                        Und so ähnlich ist es bei dem Dämmen, wenn du es selber machst,

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                                        halt eben auch. Natürlich kannst du das, denkst du so, und jetzt gebe ich den

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                                        Auftrag auf und zack, ist es fertig.

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                                        Aber du hast überhaupt nicht dran gedacht, den ganzen Zeitaufwand,

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                                        den du davor hattest und den du vielleicht noch danach hast,

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                                        wenn der vermeintliche Profibetrieb vielleicht doch nicht so gut war oder wenn

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                                        er zwischendrin pleite gegangen ist oder so.

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                                        All die kleinen Risiken, die du mit deiner Totalabsicherung vielleicht nicht

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                                        ganz durchdenken willst, ja,

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                                        und stattdessen hast du halt, das ist das, was die einfache Lösung dir immer

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                                        bietet, ich verstehe das Problem,

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                                        ich verstehe die Lösung und ich habe Einblick in den Prozess und daraus habe

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                                        ich eine Sicherheit, ja, und die Leute, mit denen ich das zusammen mache,

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                                        denen vertraue ich, weil ich die,

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                                        weil da ist ein gemeinschaftsbildendes Prozess gehabt, ja.

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                                        Und das ist die Transformation, die wir brauchen. So Sicherheit generieren.

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                                        So Sachen, dass die Transformationen einfach selber machen und dann Gemeinschaft daraus stiften.

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                                        Handlungsfähigkeit generieren. Und das ist, glaube ich, mein Tag hier,

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                                        den ich einfach rüberbringen will in dieser Gesellschaft.

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                                        Ich bin fast motiviert. Ich glaube, fast muss man da mit den zwei Beispielen

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                                        ein Buch draus schreiben. Das ist, glaube ich, ja gerade voll so die Gegenstory.

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                                        Ich glaube, das ist fast so wie im Grunde gut von dem, kennst du,

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                                        weißt du noch, wie der heißt?

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                                        Vielleicht kann man den, kennst du dieses Buch im Grunde gut?

                                        Tobias
                                        0:31:20–0:31:21

                                        Ja, aber noch nicht gelesen.

                                        Timo
                                        0:31:22–0:31:25

                                        Und das geht im Grunde darum, wenn die Welt untergeht, gehen die Leute davon

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                                        aus, dass sie sich alle gegenseitig an die Gurgel gehen.

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                                        Aber dafür gibt es eigentlich überhaupt gar keine Beispiele.

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                                        Also wenn es Katastrophen gibt, dann gibt es einen Haufen Beispiele,

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                                        warum die Menschen sich gegenseitig helfen.

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                                        Und er hat da ganz viele Beispiele gebracht. Und ich glaube,

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                                        man könnte ganz viele Beispiele dafür bringen, warum die Transformation eigentlich einfach ist.

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                                        Und ich glaube, so bräuchte es mal. Vielleicht gibt es da draußen auch jemanden,

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                                        der das schreiben will. Also bei mir fehlt ein bisschen die Zeit.

                                        Tobias
                                        0:31:50–0:31:50

                                        Sehr schön.

                                        Timo
                                        0:31:51–0:31:51

                                        Ja.

                                        Tobias
                                        0:31:52–0:31:56

                                        Cool. Ja, ich hoffe, es hat so ein bisschen, wie soll ich sagen,

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                                        die Zuhörenden dazu animiert, einfach die einfachen Lösungen umzusetzen und

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                                        nicht auf die große technische Rettung zu warten.

                                        Timo
                                        0:32:05–0:32:10

                                        Oder einfach zu sagen, nee, das muss doch auch einfacher gehen. So als Mindset.

                                        Tobias
                                        0:32:13–0:32:20

                                        Genau. Ja, sehr schön. Danke für deinen Einblick in diese zwei Projekte,

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                                        die du da begleitest oder initialisiert hast.

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                                        Und ja, ich finde das ganz schön zu sehen, wie einfach das geht und wir eben

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                                        nicht, ja, wie gesagt, auf diese Heilsbringer- Technologien warten müssen.

                                        Timo
                                        0:32:35–0:32:38

                                        Perfekt, sehe ich auch so. Sehr schön. Einfach machen.

                                        Tobias
                                        0:32:39–0:32:39

                                        Einfach machen.

                                        Timo
                                        0:32:41–0:32:44

                                        Aber einfach, einfach, einfach machen. Nicht einfach komplizierte Sachen machen.

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                                        Einfach, einfache Sachen machen.

                                        Tobias
                                        0:32:48–0:32:50

                                        Hast du da nicht so eine Werbung irgendwie, weil einfach, einfach,

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                                        einfach ist oder so? Ich weiß nicht. Werbegeschädigtes Kind der 2000er.

                                        Timo
                                        0:32:57–0:33:01

                                        Genau, vielleicht ich, also Also und was dabei auch auffällt,

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                                        so diese nachhaltigen Startups sind übrigens nicht einfach.

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                                        Nichts ist daran einfach, eine Organisation zu bauen, die essbare Eislöffel produziert.

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                                        Also A, brauchst du es nicht, B, ist es nicht die Lösung, C,

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                                        ist die Organisation dahinter unglaublich kompliziert.

                                        0:33:17–0:33:19

                                        Genau, einfach, einfach Eis essen geht anders.

                                        0:33:21–0:33:26

                                        Nämlich vielleicht einfach lecken. Okay, ich weiß nicht, vielleicht wird das Ende bringen.

                                        Tobias
                                        0:33:27–0:33:34

                                        Sehr schön. Ja, danke Timo für deine Zeit und bei allen unseren Zuhörenden bedanke

                                        0:33:34–0:33:36

                                        ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao, ciao.

                                        Timo
                                        0:33:36–0:33:37

                                        Tschüss.

                                        The post MP082 – Transformation ist einfach appeared first on MYZELIUM.

                                        34 min
                                      • [TRAILER]MP081 - Nervensystem und Stresssituationen

                                          In dieser Folge desMYZELIUM Podcasts sprechen Tobi und Sonja über das Nervensystem, Stress und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften. 
Wirtschaftliche Engpässe und Notfälle fühlen sich oft wie ein Kampf ums tatsächliche Überleben an. Auch wenn gemeinschaftsbassiertes Wirtschaften Teil der Lösung ist, ist der Prozess dorthin oft sehr stressig und kann verschiedene Reaktionen wie Kampf, Flucht und Starre hervorrufen.
Sonja hebt die Bedeutung einer regulierten Präsenz hervor, um Menschen in solchen Situationen zu unterstützen, in denen diese Reaktionen aktiv sind. Ohne Selbstreflexion und persönliches Wachstum ist gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften weit anstrengender als nötig.

                                          Die Episode verdeutlicht psychologische und neurologische Aspekte des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens und unterstreicht die Bedeutung der mentalen Gesundheit und der Selbstfürsorge bei der Bewältigung der damit immer verbundenen Herausforderungen.

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                                          2 min
                                        • MP080 - Waldwichtel: die solidarische Nähwerkstatt

                                          In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Julia Engel über gemeinschaftsbasierte Kinderkleidung der Waldwichtel in Mannheim. Mit der Begleitung von Isabelle Kempf von Umgekrempelt Mannheim hat sie ein gemeinschaftsbasiertes Konzept erarbeitet. Der Fokus liegt auf nachhaltiger, lokal produzierter Kinderkleidung, individuellen Bestellungen und einer offenen Nähwerkstatt. Das solidarische Gemeinschaftsmodell der Wooligans fördert faire und nachhaltige mitwachsende Kinderkleidung für alle. Die Wooligans erhalten für zurückgegebene Kleidung und ihren monatlichen Beitrag Guthaben und können den Laden so unterstützen und zu einer nachhaltigen Wirtschaft beitragen.

                                          Waldwichtel Mannheim – https://www.waldwichtel-shop.de/
                                          Mitmachen – https://www.waldwichtel-shop.de/mitmach-formular/
                                          Umgekrempelt Mannheim – https://www.umgekrempelt-mannheim.de/

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                                          Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.
                                          Transkription

                                          Tobias
                                          0:00:09–0:00:12
                                          Hallo und herzlich willkommen zum Bezellium-Podcast, der Podcast,
                                          0:00:12–0:00:15
                                          in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.
                                          0:00:15–0:00:19
                                          Und ich bin ganz froh, denn heute haben wir nochmal was aus der Praxis.
                                          0:00:19–0:00:23
                                          Aber wie immer, ja, meine Begrüßung an den Timo. Hi Timo.
                                          Timo
                                          0:00:23–0:00:24
                                          Hallo Tobi.
                                          Tobias
                                          0:00:24–0:00:29
                                          Und heute haben wir noch zwei weitere Gästinnen hier am Start.
                                          0:00:29–0:00:34
                                          Und zwar einmal die Isabel, die ihr schon aus vorherigen Folgen kennt.
                                          0:00:34–0:00:37
                                          Sie hat den Ungekrempelt-Laden in Mannheim. Hi Isabel.
                                          Isabelle Kempf
                                          0:00:38–0:00:39
                                          Hallo, guten Morgen, Tobi.
                                          Tobias
                                          0:01:07–0:01:14
                                          Du hast einen Waldwichtelladen, du hast die Waldwichtel Wuligens,
                                          0:01:14–0:01:18
                                          darüber werden wir gleich noch weitersprechen, als solidarisches Konzept.
                                          0:01:18–0:01:22
                                          Aber vielleicht müsstest du dich mal kurz nochmal vorstellen und sagen,
                                          0:01:23–0:01:26
                                          was denn die Waldwichtel überhaupt machen oder sind oder was gibt es da?
                                          Julia Engel
                                          0:01:27–0:01:30
                                          Die Waldwichtel, die gibt es in der Langen Rötterstraße in Mannheim.
                                          0:01:30–0:01:31
                                          Das ist die Neckarstadt.
                                          0:01:31–0:01:36
                                          Das ist ein sehr beliebter Stadtteil in Mannheim, auch gerade von Familien.
                                          0:01:36–0:01:40
                                          Und wir sind da seit vier Jahren mit unserem Laden, aber auch,
                                          0:01:40–0:01:44
                                          und das ist das Besondere bei unserem Laden, mit unserer Schneiderei.
                                          0:01:44–0:01:47
                                          Und wir produzieren Kinderkleidung direkt vor Ort.
                                          0:01:48–0:01:52
                                          Und dabei legen wir besonders Wert auf Qualität und mitwachsende Kleidung,
                                          0:01:52–0:01:56
                                          also Kleidung, die möglichst lange hält. Und natürlich, dass die Materialien,
                                          0:01:56–0:01:59
                                          die wir verwenden, auch nachhaltig und fair produziert wurden.
                                          0:02:00–0:02:05
                                          Und uns ist eben ganz wichtig, dass die Kleidung nicht sofort nach dem ersten
                                          0:02:05–0:02:09
                                          Waschen oder auch nach dem ersten Tragen des Kindes kaputt geht,
                                          0:02:09–0:02:12
                                          sondern dass sie möglichst lange genutzt werden kann.
                                          0:02:13–0:02:17
                                          Und bei uns vor Ort kann man eben diese Kleidung kaufen, man kann die aber auch
                                          0:02:17–0:02:19
                                          individuell bestellen.
                                          0:02:19–0:02:23
                                          Also je nachdem, ob das Kind vielleicht eine besondere Größe braucht,
                                          0:02:23–0:02:27
                                          weil es extrem lange Beine hat, kann man die Hose einfach anfertigen lassen.
                                          0:02:27–0:02:32
                                          Oder auch man hat jetzt einen besonderen Farbwunsch der Hose und wir können
                                          0:02:32–0:02:36
                                          das dann direkt vor Ort möglich machen. Uns gibt es jetzt seit vier Jahren.
                                          Tobias
                                          0:02:37–0:02:40
                                          Also das habe ich jetzt richtig verstanden, dass ihr nicht nur so ein Laden
                                          0:02:40–0:02:46
                                          seid, wo man Kinderklamotten kaufen kann, sondern ihr produziert da in Mannheim direkt selbst.
                                          Julia Engel
                                          0:02:47–0:02:52
                                          Genau, also wir haben da so eine kleine Nähwerkstatt, mittlerweile wieder im Laden integriert.
                                          0:02:53–0:03:00
                                          Und dort vernähen wir die Kleidung und entwerfen sie, vernähen sie.
                                          0:03:01–0:03:07
                                          Und genau, man kann uns quasi über die Schulter schauen, wie so in manchen Lokalen in die Küche.
                                          Tobias
                                          0:03:07–0:03:11
                                          Ah, wie so ein Open-Kitchen-System. Ja.
                                          0:03:12–0:03:17
                                          Ja, das ist ja eigentlich, also jetzt mal Isabel als Expertin mit eingebunden,
                                          0:03:17–0:03:23
                                          nachhaltiger und regionaler und fairer kann man ja eigentlich kaum produzieren, oder?
                                          Isabelle Kempf
                                          0:03:24–0:03:31
                                          Ja, auf jeden Fall. Also wir sind große Waldwichtel-Fans. Auch hier bei Umgekrempelt,
                                          0:03:31–0:03:33
                                          wo es ja vor allem Erwachsenenkleidung gibt,
                                          0:03:33–0:03:40
                                          haben wir auch schon sehr lange Waldwichtel-Kinderkleidung mit im Sortiment,
                                          0:03:40–0:03:41
                                          weil wir wirklich sagen,
                                          0:03:41–0:03:45
                                          ja, hier vor Ort das zu produzieren, was tatsächlich gebraucht wird,
                                          0:03:45–0:03:50
                                          ist einfach wahnsinnig sinnvoll und man kann es ja dann auch vor Ort wieder
                                          0:03:50–0:03:51
                                          reparieren und so weiter.
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                                          Also man hat ganz wenig Transport.
                                          0:03:54–0:03:58
                                          Es wird das produziert, was gebraucht wird. Also ja, nachhaltiger wird es,
                                          0:03:58–0:03:58
                                          glaube ich, wirklich nicht.
                                          Tobias
                                          0:03:59–0:04:05
                                          Ja, mega cool. Und jetzt gibt es darüber hinaus, haben wir ja eben schon angedeutet,
                                          0:04:05–0:04:09
                                          jetzt eine solidarische Nährwerkstatt der Waldwichtel.
                                          0:04:09–0:04:12
                                          Wie kam es zu der Idee oder was steckt dahinter?
                                          Julia Engel
                                          0:04:13–0:04:17
                                          Ja genau, also Isabel und ich kennen uns jetzt schon eine Weile und sie hat
                                          0:04:17–0:04:23
                                          ja vor einiger Zeit oder vor jetzt nicht ganz einem Jahr ihren Laden umgekrempelt.
                                          0:04:23–0:04:29
                                          Das heißt, mit dem Mycelium hat sie das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften für
                                          0:04:29–0:04:31
                                          den ersten Kleiderladen entwickelt.
                                          0:04:32–0:04:38
                                          Und die Idee fand ich ziemlich gut, denn klar, das hört sich alles so toll an.
                                          0:04:38–0:04:41
                                          Wir produzieren hier in Deutschland faire Klamotten für Kinder,
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                                          Aber die Sache hat natürlich leider einen Haken, denn ich als kleine Nähwerkstatt
                                          0:04:47–0:04:51
                                          kann natürlich lange nicht für solche Kosten produzieren, wie das die großen Firmen machen.
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                                          In Deutschland Personalkosten und Raumkosten bezahlen.
                                          0:04:55–0:05:01
                                          Alle Unternehmer wissen, was das bedeutet. Und ja, wir kriegen da langfristig
                                          0:05:01–0:05:05
                                          ein Problem. Also es ist mit sehr viel Herzblut verbunden, dieses Projekt.
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                                          Und ja, wir haben einfach langfristig, kann man sagen, wird sich das nicht finanzieren
                                          0:05:12–0:05:15
                                          lassen, unsere Idee. Und deswegen sind wir...
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                                          Dank eben dem Mycelium auch auf die Idee gekommen, zu sagen,
                                          0:05:20–0:05:25
                                          ja, eigentlich wird es ja noch besser, wenn sich alle diese Kleidung leisten können.
                                          0:05:25–0:05:30
                                          Deswegen wollen wir auch gemeinschaftsbasiert wirtschaften und den Laden umstellen.
                                          Tobias
                                          0:05:31–0:05:35
                                          Ah ja, cool. Und das werden dann die Wuligens, habe ich das richtig verstanden?
                                          Julia Engel
                                          0:05:35–0:05:39
                                          Das werden dann die Wuligens. Das heißt, wir sind kurz vor der Umstellung oder
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                                          das heißt Umstellung, es bleibt weiterhin auch ein Laden. Aber wir wollen eben
                                          0:05:42–0:05:45
                                          jetzt das Projekt starten.
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                                          Jetzt im Juli soll es losgehen.
                                          Tobias
                                          0:05:48–0:05:54
                                          Timo, mit so Sachen, die, ich sage es jetzt einfach mal, so ein bisschen idealistisch
                                          0:05:54–0:06:01
                                          sind und eigentlich eine super coole Sache, aber am Markt, in Anführungszeichen, sich nicht tragen.
                                          0:06:02–0:06:06
                                          Da kennst du dich bei den letzten Jahren, hast du dich ja spezialisiert da drauf.
                                          0:06:06–0:06:10
                                          Ja, ist da einfach der logische Schluss, dass es dann eine Gemeinschaft geben muss?
                                          Timo
                                          0:06:10–0:06:14
                                          Ja, ich glaube, was einfach wichtig ist, man braucht natürlich schon ein Angebot,
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                                          was sich die Menschen wünschen.
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                                          Aber das ist ja bei etablierten Unternehmen, wie zum Beispiel jetzt hier auch
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                                          Weidwichtel, ja auch der Fall.
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                                          Also es gibt ja Stammkunden, es gibt Fans, es gibt Menschen,
                                          0:06:28–0:06:32
                                          die das möchten und die es auch konsumieren wollen.
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                                          Und jetzt ist es aber so, dass es nach klassischen marktwirtschaftlichen Kategorien sich nicht trägt.
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                                          Und jetzt ist halt die Frage, was macht man jetzt? Es lassen ist ziemlich unbefriedigend,
                                          0:06:44–0:06:48
                                          weil dann wird ja quasi an den Bedarfen der Menschen vorbeiproduziert.
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                                          Und was wir halt haben, ist, wir haben faktisch ein totales Regulierungsproblem,
                                          0:06:53–0:06:59
                                          dass halt in der Modebranche, die, die am umfährsten produzieren,
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                                          die höchsten Margen haben, am meisten Geld verdienen und je fairer du unterwegs
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                                          bist, je weniger du auf die Gesellschaft, auf die Umwelt abwälzen willst,
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                                          umso kleiner werden deine Gewinnmargen, umso größer dein eigenes Risiko.
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                                          Und das ist einfach ein Regulierungsproblem. Also da haben sich die großen Unternehmen
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                                          durchgesetzt in ihrer Lobbymacht und trotz aller Lippenbekenntnisse ist es einfach so,
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                                          dass die Marge von einer fairen Jeans viel, viel kleiner ist,
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                                          das fast nicht mehr existent für den Produzenten, als wie quasi von jemand,
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                                          der das möglichst billig produziert, dann eine Marke drauf klatscht und sagt,
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                                          so jetzt hätte ich gern 200 Prozent Marge oder so. wenn es mal selber spitzt.
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                                          Und vor dem Hintergrund stehen wir halt eben da und sagen, okay, es muss sich rechnen.
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                                          Ja, das verstehen wir auch und wir wollen auch, dass es sich für die fairen
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                                          Unternehmer rechnet und gleichzeitig wirtschaften die Seite unter komplett unfairen
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                                          Bedingungen und brauchen deswegen
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                                          halt ganz dringend das Mit-in-Verantwortung-Gehen von den Stammkunden,
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                                          die sich genau diese Geschäftsmodelle wünschen, damit sie existieren können.
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                                          Deswegen einfach Einfach nochmal einmal ganz kurz zu dieser Wiederholung.
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                                          Ohne diese Regulierung, die halt große und möglichst ausbeutete Geschäftsmodelle
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                                          unterstützt, könnte es die großen gar nicht geben.
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                                          Muss man eben auch sagen. Und wir brauchen halt jetzt aber sowas wie so ein
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                                          bisschen die Gegenregulierung für die Kleinen. Und das sind halt die Gemeinschaften. So.
                                          Tobias
                                          0:08:28–0:08:31
                                          MARKUS TRANTOW Ja, wie konkret? Also wie funktioniert das dann?
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                                          Also wie werden die Wuligens zu Wuligens? Wie wird das eine Gemeinschaft?
                                          Julia Engel
                                          0:08:38–0:08:43
                                          Genau, also die Idee ist, dass die Gemeinschaft, also die haben wir jetzt einfach
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                                          die Wooligans genannt, weil es ist immer schön,
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                                          wenn man die Gruppe nicht einfach nur die Menschen oder die Gemeinschaft nennt,
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                                          sondern wenn die irgendwie so eine Verbindung auch haben und die werden wie Mitglied in dem Laden.
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                                          Das heißt, die zahlen monatlich einen Ladenkostenbeitrag, den wollen wir WULE-Beitrag
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                                          nennen oder können auch mal gucken, wie die Gemeinschaft das findet, aber wieso.
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                                          Und was sind diese Ladenkosten? Die Ladenkosten sind die Fixkosten,
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                                          die monatlich einfach so ein Unternehmen zu tragen hat, wie Raum,
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                                          Miete, Strom, Personalkosten und der Unternehmerlohn.
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                                          Einfach damit diese Kosten, die einfach monatlich anfallen, gedeckt sind.
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                                          Und wenn diese Kosten gedeckt sind, dann können wir eben ganz tolle Angebote
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                                          für diese Wohligens-Gemeinschaft machen.
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                                          Auch wenn sie schon zum Teil gedeckt sind, können die da schon von publizieren.
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                                          Aber das große Ziel wäre eigentlich natürlich, es wäre mega,
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                                          wenn die komplett gedeckt wären.
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                                          Denn dann könnten die Wohligens einfach zu günstigeren Konditionen einkaufen.
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                                          Das heißt, wir müssen ja, wenn wir so ein Teil produzieren, müssen wir ja immer
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                                          natürlich die Materialkosten einrechnen, aber auch alles andere, was da dran hängt.
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                                          Also Personalkosten, Produktionskosten, alles, was da dran hängt.
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                                          Und das hat ja Timo eben auch schon gesagt.
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                                          Also dieser Teil, der ist natürlich bei mir immens hoch, weil ich eben so kleine
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                                          Teile, kleine Serien in Deutschland produziere. Und den könnten wir halt damit deutlich senken.
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                                          Das heißt, die Preise könnten damit gesenkt werden, sodass sich alle eben diese
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                                          faire Kleidung leisten können.
                                          Tobias
                                          0:10:14–0:10:16
                                          Ich finde das ganz schön, weil wir haben jetzt auch Isabel dabei,
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                                          dass ihr beide jetzt so ein bisschen, ich sag mal, so ein Begriff Hooligans,
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                                          kommt ja klar von Hooligans und Isabel mit ihren Ultras, das so ein bisschen
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                                          anders besetzt, als das vielleicht sonst in der Gesellschaft aufgenommen wird.
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                                          Und ist ja auch kein Geheimnis, Isabel, dass du das ja schon machst mit deiner Gemeinschaft.
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                                          Warst du so ein bisschen Vorreiter dann auch für die Hooligans oder unterstützt
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                                          ihr euch da gegenseitig?
                                          Isabelle Kempf
                                          0:10:41–0:10:44
                                          Ja, genau. Also die Ungegrämmelt Ultras, so heißt meine Gemeinschaft,
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                                          die gibt es jetzt seit November 23.
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                                          Also wir sind jetzt im Mai 24, also das ist ein gutes halbes Jahr.
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                                          Ja, wir haben uns das ausgedacht und ich habe Julia sehr darin bestärkt,
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                                          ihre Gemeinschaft Wuligens zu nennen, weil ich das schön finde,
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                                          dass das auch so ähnlich ist.
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                                          Und wir sind da ja ähnlich rebellisch unterwegs und wir merken auch so,
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                                          was es mit der Gemeinschaft macht, dass wir sie Ultras nennen.
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                                          Also das macht was mit den Menschen, wenn sie sich damit identifizieren können.
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                                          Genau, wir haben das Modell bei uns umgesetzt mit dem Mycelium zusammen und
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                                          jetzt darf ich die Julia bei diesem Prozess begleiten, auch im Rahmen des Myceliums.
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                                          Und das ist natürlich sehr cool, weil wir jetzt die Erfahrungen,
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                                          die wir schon gemacht haben, übertragen können und das Ganze sozusagen nochmal
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                                          einen Schritt weiter denken.
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                                          Und das ist das, was mich dabei persönlich sehr fasziniert, weil wir haben es
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                                          eben uns ausgedacht für wie funktioniert das für einen Klamottenladen,
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                                          der vor allem für Erwachsene ist, wo es aber auch Reparaturen gibt und so.
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                                          Also ein sehr nachhaltiges Konzept für faire Mode für Erwachsene mit Reparaturen
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                                          und Workshops mit dabei.
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                                          Dieses Modell haben wir uns ausgedacht und jetzt drehen wir es mit Julia einen
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                                          Schritt weiter. Wie funktioniert das für Kinderkleidung?
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                                          Was braucht es da nochmal für andere Elemente, damit es für Kinderkleidung funktioniert.
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                                          Weil ich meine, für Erwachsene, klar, kann man auch das Problem haben,
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                                          dass sich der Körper verändert und man deswegen Klamotten aussortieren muss.
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                                          Passiert bei Erwachsenen logischerweise aber sehr viel seltener als bei Kindern,
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                                          wo es automatisch immer passiert.
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                                          Weil Kinder wachsen und wachsen deswegen aus Dingen heraus, die aber eigentlich
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                                          noch gut sind. Und deswegen ist dieses Weitergeben und auch Secondhand und Reparieren
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                                          bei der Kinderkleidung noch sehr viel relevanter.
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                                          Und da haben wir eben jetzt noch weitere Elemente mit eingebaut.
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                                          Und ja, das ist eben sehr cool, das gemeinsam weiterzudenken und natürlich die
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                                          Tatsache, dass wir an einem Ort sind, ist natürlich auch cool,
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                                          weil wir auch quasi unsere Gemeinschaften miteinander verbinden können, da in Austausch gehen,
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                                          sogar einfach Treffen vor Ort organisieren und ja, das ist sehr schön.
                                          Tobias
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                                          Ja, voll cool. Wollt ihr da nochmal genauer drauf eingehen, auf dieses,
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                                          ja, du hast es jetzt eben schon angesprochen, mitwachsende Second-Hand-Kleidung
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                                          oder Second-Hand ist da gefallen oder weitergeben eher.
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                                          Wie läuft das? Weil das ist ja dann auch, also ich kenne es von meinem Kleinen,
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                                          klar, der hat sehr, sehr wenig Neugekauftes und auch viel Weitergegebenes.
                                          0:13:28–0:13:32
                                          Läuft das bei euch auch so? Aber dann halt in diesem wohligen Gemeinschaftskonstrukt?
                                          Julia Engel
                                          0:13:32–0:13:37
                                          Genau, also im Prinzip passt es auch zu dem, was Timo für ihn gesagt hat.
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                                          Es ist ja so, wenn diese Kleidung nicht sich verschleißt, dann brauchst du auch nichts Neues.
                                          0:13:43–0:13:47
                                          Oder wenn sie gut weitergegeben werden kann. Und genau da wollte ich eigentlich
                                          0:13:47–0:13:49
                                          die ganze Zeit schon ansetzen.
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                                          Aber mit dem konventionellen Konzept ist es eben sehr schwierig,
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                                          weil ich muss ja irgendwie einen gewissen Gewinn einfach machen.
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                                          Und den mache ich am besten mit Neuware. Und das ist ja gerade der Quatsch an
                                          0:13:57–0:14:00
                                          dieser Geschichte, dass man immer wieder Neues auf den Markt bringen muss und
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                                          man das nutzen kann, was eh schon da ist.
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                                          Und deswegen haben wir uns halt überlegt, dass es cool wäre,
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                                          wenn die Waldwichtelkleidung einfach wieder zu uns in den Laden zurückkommt.
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                                          Eben von den Wooligans, die bringen dann ihr gebrauchtes Teil wieder,
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                                          bekommen dafür ein Guthaben und die Waldwichtel sorgen dafür,
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                                          dass dieses Teil wieder in den Verkauf kommt.
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                                          Das heißt, es wird dann als getragenes Teil im Waldwächtelladen angeboten.
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                                          Und so können natürlich auch noch mehr Leute an dieser Ferienkleidung teilnehmen,
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                                          weil es sich der Preis senkt.
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                                          Jeder kann sich eine Hose für 45 Euro neu leisten.
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                                          Und vor allem kriegen die Kleider dadurch natürlich einen viel höheren Wert,
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                                          weil sie einfach mehrfach genutzt werden.
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                                          Jetzt könnte man ja sagen, klar, ich kann die doch aber auch auf dem Flohmarkt verkaufen.
                                          0:14:47–0:14:50
                                          Es gibt aber da nochmal einen großen Unterschied. Denn wenn du sie zu uns bringst,
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                                          hast du sie ab sicher verkauft. Wenn du dich auf den Flohmarkt stellst,
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                                          musst du erstmal einen Käufer finden.
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                                          Und außerdem kriegst du bei uns, je höher die Ladenkosten gedeckt sind,
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                                          auch viel mehr für diese Hose zurück. Zum Beispiel jetzt an dem Beispiel der Hose.
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                                          Und weißt auch, dass es sicher wieder genutzt werden kann, weil wir halt auch
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                                          nochmal Reparaturarbeit und so weiter reinstecken.
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                                          Und das Ganze funktioniert halt eigentlich nur, wenn die Ladenkosten mitfinanziert werden.
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                                          Denn der Aufwand, der dahinter steckt, die Kleidung zurückzunehmen,
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                                          zu reparieren, gegebenenfalls nochmal was Neues anzunehmen, der ist einfach
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                                          sehr hoch und dafür brauchen wir halt auch wieder einfach Personal,
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                                          Zeit und so weiter und dann einfach Geld.
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                                          Und deswegen müssen die Ladenkosten gedeckt sein, damit wir sowas Tolles anbieten können.
                                          Tobias
                                          0:15:38–0:15:43
                                          Ja, aber super coole Sache. Also das ist ja quasi, ja, gerade bei Kinderklamotten,
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                                          die sind ja wirklich, wenn der Kleine oder mein Kleiner rausgewachsen ist,
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                                          die sind ja eigentlich noch wie neu, so nach dem Motto.
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                                          Und dann mit kleineren Reparaturen einfach locker weiterzugeben.
                                          Isabelle Kempf
                                          0:15:54–0:15:59
                                          Ich würde gerne als Mutter auch einfach was dazu sagen, weil,
                                          0:15:59–0:16:04
                                          also ich meine, man hätte gerne richtig gute Klamotten, aber die neu zu kaufen,
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                                          also was fair und ökologisch produziert ist, neu zu kaufen, ist einfach richtig teuer.
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                                          Das ist das eine, sprich, wenn das besser zugänglich wird, ist es einfach fantastisch.
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                                          Und dann aber auch dieses Problem, ja, dann ist es rausgewachsen und dann muss
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                                          ich mich um diese Berge von Klamotten ständig wieder kümmern.
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                                          Also diese Zeit habe ich oft einfach nicht und natürlich will ich es gut machen
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                                          und natürlich ist es schön, wenn der Wert, der eigentlich da ist,
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                                          wenn ich auch von dem profitieren kann.
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                                          Das, was Julia gesagt hat, natürlich kann ich mich auf den Flohmarkt stellen,
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                                          aber erstens ist das nicht mein Ding. Ich habe die Zeit nicht und ich kriege
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                                          halt auf dem Flohmarkt für die Hose, die ich mal für 45 Euro gehauft habe,
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                                          vielleicht noch 10, wenn ich Glück habe.
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                                          Weil Flohmarktpreise sind einfach anders.
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                                          Wenn ich sie aber halt im Laden zurückgebe, dann ist das einfach ja immer möglich.
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                                          Das heißt, ich spare mir diese ganze Zeit, ich gebe es einfach in Zahlung und
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                                          kann direkt die neue Hose, die ich jetzt brauche, mitnehmen.
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                                          Und zwar kann ich ja gucken, will ich dann wieder eine neue haben oder ist vielleicht
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                                          bei den Gebrauchten, die da hängen, eine für mich dabei, die jetzt meinem Kind passt.
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                                          Also ich finde auch dieses, wir nehmen den Eltern mit diesem Konzept da Mühe
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                                          ab und stellen einfach Lösungen bereit für das, was Eltern irgendwie ständig haben an.
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                                          Ja, schon ein Problem oder Arbeit mit dieser Kinderkleidung,
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                                          wo man ja ständig was verändern muss.
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                                          Und das ist eben die Arbeit,
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                                          die der Waldwichtelladen dann eben leistet und dafür sind eben dann diese Solidarbeiträge
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                                          und auch quasi der Beitrag noch,
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                                          der dann schon auch nochmal verdient wird an einem gebrauchten Teil.
                                          0:17:52–0:17:55
                                          Also auch das war ja eine bewusste Entscheidung, dass wir gesagt haben,
                                          0:17:55–0:18:00
                                          naja, also auch in das gebrauchte Kleidungsstück wird nochmal Arbeit und Mühe reingesteckt.
                                          0:18:02–0:18:06
                                          Und ja, der Preis, den man wiederbekommt, ist niedriger als der,
                                          0:18:06–0:18:09
                                          den man nachher wieder dafür im Laden bezahlt.
                                          Tobias
                                          0:18:10–0:18:12
                                          Ja gut, jetzt haben wir ja schon so ein bisschen die Theorie besprochen.
                                          0:18:13–0:18:14
                                          Wir machen jetzt mal ein kleines Rollenspiel.
                                          0:18:15–0:18:17
                                          Ich, oder eigentlich brauche ich gar kein Rollenspiel machen,
                                          0:18:17–0:18:20
                                          weil mein Sohn, der ist jetzt gerade fünf geworden, Er hat irgendwie in den
                                          0:18:20–0:18:24
                                          letzten Monaten gefuttert bis zum Gehtnichtmehr und eigentlich braucht er ganz viele neue Klamotten.
                                          0:18:25–0:18:27
                                          Jetzt habe ich hier so eine Waldwichtelhose.
                                          0:18:28–0:18:31
                                          Die wird jetzt gerade so ein bisschen zu kurz. Also die in der Kita,
                                          0:18:31–0:18:35
                                          die gucken schon immer so ein bisschen morgens, wenn er die noch anhat,
                                          0:18:35–0:18:37
                                          weil das eher so eine Dreiviertelhose ist.
                                          0:18:38–0:18:42
                                          So, jetzt bringe ich die, jetzt habe ich ja hier gehört im Podcast,
                                          0:18:43–0:18:44
                                          okay, ich kann die zurückbringen.
                                          0:18:45–0:18:49
                                          Jetzt klingelt bei dir quasi die Ladentür und ich stehe da als,
                                          0:18:49–0:18:53
                                          wie die Väter ja immer so sind, unwissender Papa mit so einer Hose.
                                          0:18:54–0:18:57
                                          Wie holst du mich ab?
                                          Julia Engel
                                          0:18:58–0:19:04
                                          Ja, genau. Also möchtest du die Hose gerne zurückbringen und dir eine neue kaufen?
                                          Tobias
                                          0:19:05–0:19:12
                                          Genau, am besten, weil die ist ja jetzt viel zu klein, aber ohne Hose ist auch schwierig.
                                          Julia Engel
                                          0:19:12–0:19:14
                                          Du brauchst quasi eine neue Hose für dein Kind.
                                          Tobias
                                          0:19:15–0:19:15
                                          Genau.
                                          Julia Engel
                                          0:19:16–0:19:20
                                          Ja, also wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Du kannst jetzt einfach mir die Hose zurückgeben.
                                          0:19:20–0:19:23
                                          Wir gucken mal rein, was das für eine Größe ist und wir schauen, was da hängt.
                                          0:19:23–0:19:28
                                          Was du stattdessen für eine Hose brauchst, also die nächste Größe.
                                          0:19:28–0:19:30
                                          Dann kannst du dir da die Farben und so weiter aussuchen.
                                          0:19:30–0:19:33
                                          Wenn du uns die Hose jetzt zurückgibst, du bist noch nicht bei den Bullygans, oder?
                                          Tobias
                                          0:19:34–0:19:37
                                          Nee, leider noch nicht. Aber was ist das? Klingt ja eher nach Fußball.
                                          Julia Engel
                                          0:19:39–0:19:43
                                          Genau. Hat nicht so richtig viel mit Fußball zu tun, wobei wir uns schon so
                                          0:19:43–0:19:45
                                          ein bisschen die Kleider wie Bälle hin und her schieben.
                                          0:19:46–0:19:51
                                          Aber genau, die Wuligens ist meine Gemeinschaft, die mich dabei unterstützt,
                                          0:19:51–0:19:56
                                          dass ich den Laden hier weiter betreiben kann und dieses coole Tauschmodell hier anbieten kann.
                                          0:19:56–0:20:01
                                          Wenn du jetzt ein Wooligan bist, dann kannst du mir die Hose so oder so zurückgeben.
                                          0:20:01–0:20:04
                                          Als Wooligan bekommst du aber für die Hose ein Guthaben.
                                          0:20:04–0:20:07
                                          Also ich gucke mir die mal an. Ja, man sieht schon, ich glaube,
                                          0:20:07–0:20:09
                                          ihr habt die sicher zwei Jahre getragen, weil die wächst ja super lange mit.
                                          0:20:09–0:20:12
                                          Also man sieht, da müsste man jetzt mal noch das Bündchen austauschen.
                                          0:20:12–0:20:16
                                          Also wir müssen da ein bisschen Arbeit reinstecken, da wir aktuell...
                                          0:20:17–0:20:22
                                          Unsere Fixkosten noch nicht ganz gedeckt haben, bekommst du einen Teil des Wiederverkaufswerts
                                          0:20:22–0:20:24
                                          von dieser Hose jetzt gut geschrieben als Wohligan.
                                          0:20:25–0:20:28
                                          Wenn du jetzt noch kein Wohligan bist, dann danke ich dir sehr für diese Hose.
                                          0:20:28–0:20:32
                                          Die kommt einfach in unseren Kreislauf und du kannst jetzt schauen,
                                          0:20:32–0:20:36
                                          ob bei den getragenen Hosen eine für dein Kind dabei ist in der richtigen Größe
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                                          und kannst dir die gebrauchte Hose kaufen.
                                          0:20:38–0:20:42
                                          Die ist etwas günstiger als die neu produzierten. Du darfst dir natürlich aber
                                          0:20:42–0:20:45
                                          auch gerne eine neue Hose aussuchen und die dann wieder zurückbringen.
                                          0:20:45–0:20:47
                                          Der Vorteil, wenn du wo du halt bei uns Wohligant bist, ist,
                                          0:20:47–0:20:53
                                          dass du nochmal quasi dieses Guthaben für die Hose zurückbekommst.
                                          Tobias
                                          0:20:53–0:20:55
                                          Außerhalb des Guthabens ist
                                          0:20:55–0:20:58
                                          da noch irgendwie, also ist das wie so ein Abo-Modell oder wie läuft das?
                                          Julia Engel
                                          0:20:58–0:21:01
                                          Du kannst selbst festlegen, wie deine monatlichen Beiträge sind.
                                          0:21:02–0:21:05
                                          Im Prinzip gibt es zwei Beiträge, die du zahlst.
                                          0:21:05–0:21:08
                                          Einmal ist es der Ladenkostenbeitrag. Der ist einfach dafür da,
                                          0:21:08–0:21:13
                                          dass wir da sind, dass wir dir diesen Service bieten, dass wir die Hosen reparieren,
                                          0:21:13–0:21:18
                                          den Kreislauf managen und hier den Laden aufrechterhalten, also für die Personalkosten,
                                          0:21:18–0:21:19
                                          Raumkosten und so weiter.
                                          0:21:19–0:21:23
                                          Und dann kannst du noch ein sogenanntes Gutschein-Abo machen.
                                          0:21:24–0:21:27
                                          Das heißt, du kannst, wenn du sowieso hier häufiger hinkommst zum Einkaufen,
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                                          ich habe dich ja jetzt eh schon ein paar Mal gesehen, dann kannst du überlegen,
                                          0:21:31–0:21:35
                                          wie viel Geld gebe ich wohl im Jahr hier bei Waldrichtl aus und kannst das in
                                          0:21:35–0:21:37
                                          Form eines Gutschein-Abos einfach monatlich zahlen.
                                          0:21:37–0:21:42
                                          Der Vorteil für uns dabei ist, dass wir einfach viel mehr Ware regelmäßig im
                                          0:21:42–0:21:44
                                          Sortiment haben, denn du gibst
                                          0:21:44–0:21:48
                                          uns damit sozusagen ein bisschen eine Vorleistung, also in Form von Geld,
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                                          dass wir gerade wenn jetzt im Sommer alle im Urlaub sind, trotzdem schon die
                                          0:21:52–0:21:54
                                          Sachen für den Winter einkaufen können.
                                          0:21:54–0:21:59
                                          Denn meistens müssen wir ja Material für die neue Stoffe oder auch die anderen
                                          0:21:59–0:22:02
                                          Produkte, die wir anbieten, müssen wir ja in großen Mengen einkaufen.
                                          0:22:02–0:22:06
                                          Und wenn wir dafür einfach schon ein bisschen Kapital haben, ist es super.
                                          0:22:06–0:22:09
                                          Und dann, wenn du kommst und was brauchst, kannst du von diesem Gutschein,
                                          0:22:09–0:22:12
                                          Guthaben, einfach deinen Einkauf bezahlen.
                                          0:22:13–0:22:15
                                          Das heißt, der ist dann sozusagen schon wie bezahlt.
                                          Tobias
                                          0:22:16–0:22:17
                                          Ah, okay.
                                          Julia Engel
                                          0:22:17–0:22:21
                                          Und wenn du jetzt diese Hose zurückgebracht hast, dann erhöht sich dein Guthaben,
                                          0:22:21–0:22:22
                                          dein Gutschein-Abo sozusagen.
                                          0:22:23–0:22:26
                                          Das heißt also, wenn du jetzt Kleidung hast, die du gerade zurückbringst,
                                          0:22:27–0:22:30
                                          aber du brauchst gar nichts Neues, stellst du einfach das Gutgeschrieben und
                                          0:22:30–0:22:32
                                          wenn du dann was brauchst, kommst du und rufst das Guthaben ab.
                                          Tobias
                                          0:22:33–0:22:39
                                          Ah ja, super. Das ist ja dann quasi, ja, wie wenn ich einfach schon mal so in
                                          0:22:39–0:22:43
                                          Raten vorzahle und euch damit was Gutes tue und ich selber aber dann,
                                          0:22:43–0:22:46
                                          wenn ich dann dringend was brauche, gar nicht so in,
                                          0:22:46–0:22:48
                                          ich sage jetzt mal, in den Finanzierungsdruck komme.
                                          Julia Engel
                                          0:22:49–0:22:53
                                          Genau, ja. Es ist wie wenn du dir schon den Bike overall, den du im Winter kaufen
                                          0:22:53–0:22:56
                                          möchtest, ansparst sozusagen.
                                          Tobias
                                          0:22:57–0:23:02
                                          Ja, cool. Ist das dann auch das, um jetzt nochmal aus dem Rollenspiel rauszukommen,
                                          0:23:02–0:23:04
                                          was dann so inklusiv ist,
                                          0:23:04–0:23:10
                                          was dann auch vielleicht Familien oder Menschen ermöglicht, da eine Teilhabe
                                          0:23:10–0:23:16
                                          zu haben an dieser fairen, guten Kinderkleidung, die sich vielleicht sonst nicht
                                          0:23:16–0:23:17
                                          so etwas leisten könnten?
                                          Julia Engel
                                          0:23:18–0:23:23
                                          Genau, das ist sozusagen der Punkt. Dadurch, dass ja die Beiträge selbst gewählt
                                          0:23:23–0:23:28
                                          sind, können also die, die etwas mehr haben, auch gerne mehr geben monatlich,
                                          0:23:28–0:23:32
                                          damit die, die weniger haben, trotzdem an diesem Kreislauf und an dem ganzen
                                          0:23:32–0:23:33
                                          Prozess teilnehmen können.
                                          0:23:33–0:23:38
                                          Und wir wollen natürlich, wenn unsere Fixkosten finanziert sind,
                                          0:23:38–0:23:42
                                          dann können wir auch in Form von Rabatten, das hört sich ja immer gut an,
                                          0:23:42–0:23:49
                                          können wir den Mitgliedern natürlich auch die Produkte, die wir hier verkaufen,
                                          0:23:49–0:23:53
                                          zu günstigeren Konditionen anbieten, weil wir ja mit dem Produkt einfach nicht
                                          0:23:53–0:23:56
                                          mehr den Gewinn machen müssen, um unsere Kosten zu decken.
                                          0:23:58–0:24:00
                                          Das ist eigentlich der Clou an der Sache. Und dann ist es egal,
                                          0:24:00–0:24:04
                                          ob du jetzt jemand bist, der viel einbringt oder wenig einbringt.
                                          0:24:04–0:24:09
                                          Im Endeffekt zahlen alle den gleichen Preis für die Produkte und eben günstiger,
                                          0:24:09–0:24:10
                                          als wenn sie eben kein Wohligern sind.
                                          Tobias
                                          0:24:11–0:24:14
                                          Ja, cool. Ich glaube, der Knackpunkt ist wirklich dann auch diese,
                                          0:24:14–0:24:19
                                          ja, nicht so fast fashion von der Stange für die Kinder zu haben,
                                          0:24:19–0:24:26
                                          sondern auch was, was langlebig ist und wo die Kinder sich womöglich auch mehr wohl drin fühlen.
                                          Julia Engel
                                          0:24:27–0:24:31
                                          Ja, und ein Punkt ist auch, ich meine, wir sind hier direkt in einer Neckarstadt,
                                          0:24:31–0:24:34
                                          wo viele Familien leben und wir bieten ja auch noch kleine Geschenke und so an.
                                          0:24:34–0:24:37
                                          Und es gibt ganz viele, die unglaublich dankbar sind, dass wir einfach da sind,
                                          0:24:37–0:24:41
                                          wenn man mal einen Kindergeburtstag hat oder eben auch gerade auch für die Kleidung.
                                          0:24:41–0:24:45
                                          Weil man möchte einfach, also ich bin ja auch Mutter, ich finde es ganz furchtbar
                                          0:24:45–0:24:47
                                          für Kinder, online Sachen zu bestellen, weil gerade bei Hosen,
                                          0:24:47–0:24:49
                                          die muss man einfach anprobieren oft.
                                          0:24:49–0:24:52
                                          Ja, weil die passen dann nicht. Das sind zwar ewig lange Beschreibungen,
                                          0:24:52–0:24:54
                                          aber ich finde das sehr schwierig.
                                          0:24:55–0:24:58
                                          Und die meisten wünschen sich ja eigentlich, dass die Läden bleiben und ich
                                          0:24:58–0:25:03
                                          glaube halt, dass es nur so funktionieren kann langfristig, denn die meisten
                                          0:25:03–0:25:06
                                          Läden schließen nach drei Jahren wieder, weil man einfach merkt,
                                          0:25:06–0:25:07
                                          mit der Finanzierung geht es nicht auf.
                                          0:25:07–0:25:10
                                          Ich denke, dass dieses Wirtschaftsmodell da eine große Chance hat,
                                          0:25:11–0:25:15
                                          dass wir da gut auch einfach vor Ort bleiben und es vor Ort anbieten und die
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                                          Leute können einfach kommen, wenn was mit dem Teil ist. Wir können es direkt
                                          0:25:17–0:25:19
                                          bearbeiten, direkt reparieren.
                                          0:25:19–0:25:22
                                          Man muss es nicht von A nach B schicken oder bekommt dann so eine E-Mail mit,
                                          0:25:22–0:25:26
                                          ja, wir schreiben Ihnen einen Teil des Betrags gut, bitte behalten Sie das defekte
                                          0:25:26–0:25:27
                                          Teil. Das passiert ja auch immer häufiger.
                                          0:25:28–0:25:30
                                          Also das ist ja absolut eine Katastrophe.
                                          Tobias
                                          0:25:31–0:25:36
                                          Ja, danke für dieses kleine Rollenspiel, Julia. Ich glaube, so können die Leute
                                          0:25:36–0:25:39
                                          das ganz gut nachvollziehen, wie das denn läuft.
                                          0:25:40–0:25:43
                                          Ja, ich würde sagen, wir geben einfach mal ab an Timo und noch so einen kleinen
                                          0:25:43–0:25:46
                                          Theorieblock, weil wir sind ja im Mycelium-Podcast.
                                          0:25:46–0:25:53
                                          Genau, einfach diese gemeinschaftsbasierten Komponenten dahinter noch mal gerade herausstellen.
                                          Timo
                                          0:25:54–0:25:56
                                          In einem anderen Podcast hat sich mal jemand dafür entschuldigt,
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                                          dass so Mycelium-Podcasts immer so ein bisschen rüberkämen, wie so kleine wissenschaftliche Exkurse.
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                                          Aber ich glaube, was, glaube ich, immer wichtig ist, einfach noch mal zu verstehen,
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                                          warum machen wir das Ganze so?
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                                          Also wir übertragen ja hier immer das Modell der solidarischen Landwirtschaft
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                                          auf andere Bereiche des Wirtschaftens.
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                                          Und jetzt gerade bei Julias Laden haben wir wirklich einige Zeit knubbeln müssen,
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                                          bis wir das Modell dann gut raus hatten.
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                                          Wir wollen ja immer bestimmte Elemente des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens sicherstellen.
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                                          Wir wollen auf jeden Fall eine Kostendeckung. Also wir wollen,
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                                          dass sowohl die Konsumenten als auch die Unternehmer sich die Verantwortung
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                                          teilen für die Kosten, die anfallen, um so einen Laden halt eben aufrecht zu
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                                          erhalten und damit eben auch eine Resilienz, eine Krisensicherheit eben herzustellen.
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                                          Das gehört eben auch, dass man sich auch für die Vorfinanzierung quasi in Verantwortung
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                                          geht zusammen und sich dann am Ende aber auch teilt, was man eben zusammen möglich macht.
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                                          Und da gibt es eben verschiedene Solidaritäten, also einmal zum Unternehmer,
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                                          das habt ihr schon gehört, durch die beiden Beitragsmodelle.
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                                          Auf der einen Seite das Gutschein-Abo, würde ich einmal ganz kurz nochmal zeigen,
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                                          welche Wirkung das im Laden entfaltet. Im Laden entfaltet das halt die Wirkung,
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                                          dass dieses Geld monatlich kommt.
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                                          Das heißt, dass dafür ganz konkret Geld gespart werden kann,
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                                          gerade beim Einkauf von Ware.
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                                          Also viele Produzenten geben ja auch ein sogenanntes Skonto,
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                                          also so einen Rabatt, wenn du besonders schnell zahlst.
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                                          Das heißt, das, was die Mitglieder günstiger kriegen, das teilt man sich quasi
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                                          innerhalb der Gemeinschaft dann eben auch, weil der Laden das gar nicht erst bezahlen muss.
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                                          Und gleichzeitig aber auch so banale Sachen wie Dispo-Zinsen und so fallen halt
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                                          einfach nicht mehr an, wenn das Geld halt einfach schon auf dem Konto ist.
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                                          Also selbst wenn ihr zum Beispiel sagt, ach, ich kaufe jetzt im August nichts,
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                                          dafür im Dezember ist das Problem, dass das Klamottenläden den Juli und den
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                                          August vorfinanzieren müssen.
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                                          Und das hat wiederum Kosten. Und dadurch, dass halt eben durch eure Gutschein-Abos
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                                          das Geld schon auf dem Konto ist, müssen diese Vorkonanzierungskosten vom Laden
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                                          gar nicht getragen werden.
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                                          Das ist das Besondere in der Klamottenbranche, also die Wirkung,
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                                          die wir da zusammen mitfalten.
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                                          Und gleichzeitig können aber auch die Rechnungen der Produzenten von diesen
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                                          fairen Produkten auch sofort bezahlt werden.
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                                          Also wenn zum Beispiel ein Laden erst nach der dritten Mahnung bezahlt,
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                                          produziert das entlang der Wertschöpfungskette oder wie wir das nennen,
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                                          Wertschätzungskette ja wiederum auch Kosten.
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                                          Und durch eure Gutschein-Abos, die ja für die variablen Kosten,
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                                          also für Wareneinkauf insbesondere da sind, tun wir entlang der gesamten Kette
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                                          jetzt schon dafür Sorgen, dass die besser finanziert ist und dabei aber auch
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                                          geringere Finanzierungskosten anfallen, die wiederum an euch, Wuligens,
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                                          als Gemeinschaft hier auch weitergegeben werden kann, weil es der Laden erst
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                                          gar nicht bezahlt werden muss.
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                                          Also rein ökonomisch gesehen, das ist das Argument von vorher,
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                                          da muss ich doch rechnen.
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                                          Naja, das rechnet sich, wenn alle Beteiligten dafür Verantwortung übernehmen,
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                                          übrigens alle zusammen günstiger, weil Kosten gar nicht erst Anfall.
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                                          Und das andere ist Verhaltensänderung. In dem Moment, wo ihr euren Gutschein-Abo bei den Wuligerns habt.
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                                          Dann wird es euch weniger häufig passieren, dass ihr mal so ganz nebenbei dann
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                                          doch bei H&M landet, weil es halt gerade praktisch ist oder weil es vor der
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                                          Nase ist. Ihr wollt es eigentlich gar nicht.
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                                          Ist auch nicht, weil ihr schlechte Menschen seid, aber so funktioniert das System
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                                          und die Strukturen halt.
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                                          Gelegenheitskäufe werden animiert
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                                          und die sind in der Regel immer zum Nachteil von den fairen kleinen.
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                                          Und ja, in den Köpfen verändert sich. Das ist die Wirkung von dem Gutscheinarbeit.
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                                          Aber weil sie im Grunde Ausfinanzierung des gesamten Systems ermöglichen,
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                                          voranbringen, aber auch Verhaltensänderungen von euch möglich machen,
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                                          ohne dass es euch wehtut.
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                                          Ja, es ist im Grunde etwas, was in eurem Alltag ganz leicht Platz haben wird.
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                                          Und der andere Beitrag, der Woolly-Beitrag, also für den Ladenkosten,
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                                          naja, hier geht es einfach sehr stark einfach darum, auszugleichen,
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                                          dass die Marge in den Geschäftsmodellen halt einfach viel zu klein ist.
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                                          Ja, also weil Betrieb ist zu klein, faire Stoffe einkaufen ist vor allem auch teurer.
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                                          Und hier geht es vor allem um Menschen, die es halt eben schon verstanden haben,
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                                          die gesagt haben, ja, ich verstehe, wenn es diesen Laden geben soll,
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                                          muss ich ein gewisses Maß eben an Verantwortung übernehmen.
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                                          Es ist einfach eine Investition in eure Nachbarschaft. Ja, so.
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                                          Aber eine Sache ist ja auch klar, ihr merkt es ja schon, es sind schon vier
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                                          Läden in Mannheim, es werden bald noch mehr werden und da einfach auch dieses
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                                          Verständnis zu haben, ich gebe jeden Monat Geld für Netflix und Amazon Prime aus,
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                                          wenn es wirklich eine Geldfrage ist, geht es hier ums Umschichten.
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                                          Oder halt zu sagen, ganz bewusst, also ich empfehle es wirklich auch zu sagen,
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                                          wenn man wirklich auf der Suche nach einem nachhaltigen Invest,
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                                          nachhaltigen Geldanlage ist,
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                                          macht einen Mitgliedsbeitrag bei Umgekrempelt oder bei den Beitwichtern.
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                                          Das ist Geld auf jeden Fall richtig angelegt. Gemeinschaft wird gefördert und
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                                          eben auch Strukturen resilient und krisensicher aufgebaut.
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                                          Und ganz nebenbei entsteht halt ein nachhaltiges Wirtschaften,
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                                          Quettel zu Quettel, Sachen behalten ihren Wert, bekommen ihn immer wieder auch zurück.
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                                          Und so viel vielleicht so als kleinen Exkurs und Ergänzung, aber was alles Tolles
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                                          in diesem Geschäftsmodell so drinsteckt, was man möglich machen kann und vor
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                                          allem mit Kosten, die man ja monatlich sowieso hat.
                                          Isabelle Kempf
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                                          Ich würde gerne noch zwei kleine, vielleicht weiche Aspekte hinzufügen.
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                                          Das eine ist wirklich dieses Gemeinschaftsgefühl.
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                                          Also die Ultras gibt es ja jetzt schon eine Weile und wir hatten es gerade gestern
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                                          wieder, Da kommt das erste Gemeinschaftsmitglied, wir unterhalten uns,
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                                          plötzlich kommt das zweite Gemeinschaftsmitglied zur Tür rein und wir freuen uns schon.
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                                          Dann kam das dritte, dann kam das vierte und dann waren plötzlich fünf Gemeinschaftsmitglieder
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                                          gestern Nachmittag im Laden.
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                                          Und das war so, man ist irgendwie gemeinsam Teil von etwas Größerem.
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                                          Wir wollen alle irgendwie diese Transformation, aber wir wissen es im Alltag
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                                          nicht, wie wir das eigentlich anstellen sollten.
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                                          Und hier ist die konkrete Möglichkeit, wirklich Teil dieser Transformation zu
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                                          sein und es wird greifbar und spürbar, weil in unsere Leben kann man halt reingehen.
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                                          Man kann da reingehen und man ist Teil davon, man kann es fühlen,
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                                          man begegnet diesen Menschen und kann sich austauschen.
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                                          Also das kriegen wir auch als Rückmeldung, dass es einfach so,
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                                          so wertvoll ist, dass man gleichgesinnte Menschen trifft und die ähnliche Themen
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                                          irgendwie haben, mit denen sie sich beschäftigen und dass man sich da unterhalten kann.
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                                          Also das ist das eine, was ich wirklich großartig finde daran.
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                                          Und das andere ist mehr auf der Produktebene, dass wenn wir als Läden einfach,
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                                          wenn unsere Existenz gesichert ist, können wir Dinge tun, die sich wirtschaftlich
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                                          überhaupt nicht rechnen, aber die sehr nachhaltig sind.
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                                          Also zum Beispiel sehr kaputte Hosen reparieren, wo irgendjemand dran hängt.
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                                          Ich habe gerade eine Freundin besucht und die lässt immer ihre Kinderhosen bei mir reparieren.
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                                          Es ist großartig, dass sie das tut, aber ich meine, sie muss dann 15 Euro für
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                                          eine Kinderhosenreparatur bezahlen und sie könnte sie auch im nächsten Second-Hand-Laden
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                                          für drei Euro eine neue gebrauchte kaufen.
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                                          Also das ist einfach bisher so, dass man das wirklich aktiv entscheiden muss
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                                          und volle Kanne drauflegt, wenn man sich nachhaltig verhält.
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                                          Aber wenn wir als nachhaltige Läden, nachhaltige Orte quasi einfach da sein
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                                          können, dann können wir diese Dinge machen, weil die Gemeinschaft sozusagen
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                                          dafür sorgt, dass wir existieren können.
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                                          Und wir haben halt die Skills, es zu tun. Wir tun es nur nachher nicht,
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                                          weil kein Mensch unsere Arbeitsstunden dafür halt bezahlen kann.
                                          Tobias
                                          0:33:45–0:33:49
                                          Jetzt gäbe es zum Abschluss, nachdem wir jetzt erfahren haben,
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                                          warum das alles super cool ist, noch eine wichtige Frage.
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                                          Und zwar, wie werde ich denn Mitglied oder wie werde ich denn Wuligin noch besser?
                                          Julia Engel
                                          0:33:58–0:34:02
                                          Ja, also unsere Beitragsrunde ist am 25. Juni 2024.
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                                          Das heißt, wenn ihr jetzt nach dem 25. Juni den Podcast hört,
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                                          könnt ihr natürlich immer noch wohligen werden.
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                                          Dann einfach bei mir melden oder auf der Website vorbeischauen,
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                                          mir eine E-Mail schreiben.
                                          0:34:14–0:34:20
                                          Die Idee ist an diesem Beitragsabend, dass sich dort alle interessierten zukünftigen
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                                          Mitglieder versammeln und gemeinsam einfach ihre Gebote abgeben.
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                                          Das heißt, wie viel gebe ich an Ladenkosten, Wie viel gebe ich an Gutschein, Abo monatlich?
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                                          Und damit schaut man einfach mal, wie weit kommen wir damit?
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                                          Also wie hoch sind die jeweiligen Gesamtbeiträge, wenn man die dann addiert?
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                                          Und cool wäre natürlich, wenn wir da schon relativ viel zusammenbekommen.
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                                          Aber wir sind natürlich realistisch. Das ist so, dass eine Gemeinschaft auch wachsen muss.
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                                          Das heißt, es ist auch immer möglich, jederzeit da noch mit einzusteigen.
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                                          Wenn man jetzt das bis dahin nicht geschafft hat, einfach im Laden mich ansprechen
                                          0:34:55–0:34:57
                                          oder eine E-Mail schreiben oder auf der Website vorbeikommen.
                                          0:34:58–0:35:03
                                          Gibt es dann die nötigen Formulare bzw. genau, da wird es dann alle weiteren
                                          0:35:03–0:35:06
                                          Infos geben, wie man zum Hooligan werden kann.
                                          Tobias
                                          0:35:06–0:35:11
                                          Ja, cool. Geht das nur regional oder kann man auch deutschlandweit Hooligan werden?
                                          Julia Engel
                                          0:35:11–0:35:14
                                          Das ist eine gute Frage. Danke.
                                          0:35:17–0:35:19
                                          Ja, also ich denke schon, dass man das deutschlandweit kann.
                                          0:35:20–0:35:24
                                          Was halt natürlich dann dazu kommt, ist, also du kannst ja einfach den Laden
                                          0:35:24–0:35:26
                                          unterstützen mit einem Ladenkostenbeitrag.
                                          0:35:26–0:35:30
                                          Du darfst natürlich auch gerne deine gebrauchte Kleidung zurücksenden und wir senden dir Neues.
                                          0:35:30–0:35:35
                                          Wir haben aktuell noch einen Online-Shop, wobei das natürlich sehr viel Zeit und Ressourcen kostet.
                                          0:35:35–0:35:39
                                          Den werden wir definitiv verschmälern und nur noch auf Weißlichtkleidung auslegen.
                                          0:35:39–0:35:40
                                          Das ist so der Plan. waren.
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                                          Aber klar, es gibt ja mittlerweile so viele Möglichkeiten einzukaufen über Videotelefonie und so weiter.
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                                          Also wenn du da jetzt in einer anderen Stadt bist und sagst,
                                          0:35:50–0:35:52
                                          ich will trotzdem oder ich habe schon weit nicht gekleidet von euch und ich
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                                          möchte trotzdem mitmachen, geht das auch anders.
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                                          Man braucht halt dann ein bisschen Flexibilität.
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                                          Schreib mich an und dann finden wir eine Lösung, wie du zu unseren Produkten
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                                          kommst und wie wir deine gebrauchte Kleidung wieder zurückbekommen.
                                          Isabelle Kempf
                                          0:36:05–0:36:08
                                          Also da kann ich vielleicht kurz unsere Erfahrungen teilen jetzt,
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                                          wo wir schon ein paar Monate am Start sind.
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                                          Also wir haben durchaus sehr in Deutschland verstreute Mitglieder.
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                                          Natürlich ist der Großteil hier regional, aber wir haben verstreute Mitglieder,
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                                          weil das unterscheidet uns ja von der Nahrungsmittelbranche.
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                                          Klamotten kauft man nicht jede Woche. Deswegen kann man das durchaus planen,
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                                          auch mit einem Ausflug verbinden oder eben doch mal ein Paket schicken.
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                                          Also da wirklich die Einladung, sich damit zu beschäftigen und Mitglied zu werden,
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                                          wenn das irgendwie spannend erscheint.
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                                          Also eine räumliche Distanz, daran sollte es wirklich nicht scheitern.
                                          Timo
                                          0:36:42–0:36:47
                                          Da bin ich ja auch Beispiel. Ich mache ja auch bei Isabel Umgekrimmel mit und
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                                          kaufe da zum Beispiel meine Rosen.
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                                          Und ich bin ja alle paar Monate mal in Mannheim, da kann ich die auch anprobieren
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                                          und habe dann auch eine Rose bestellt und wird mir dann nachgeschickt.
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                                          Geht schon, wenn man denn möchte.
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                                          Und das ist glaube ich auch so, was ich einfach merke,
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                                          Ich habe einen enormen weniger Stress, wenn ich einfach weiß,
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                                          wo ich meine Sachen kaufe.
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                                          Also dieses Ding, ich habe immer volle Wahlfreiheit, sorgt bei mir persönlich für Stress.
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                                          Und wenn ich mich einfach entscheiden kann, wo ich meine Sachen kaufe,
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                                          habe ich schon einen Entscheidungsstresspunkt in meinem Leben weniger.
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                                          Und ich weiß, mein Geld geht auf jeden Fall an die Richtigen.
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                                          Ich unterstütze die. auch ganz egoistisch gesehen, kaufe ich meine Hosen einfach bei Isabel.
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                                          Punkt. Ich muss mich darüber nie wieder Gedanken machen.
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                                          Und so eben auch zum Vorteil zu sagen, ich kaufe meine Kinderklamotten hier
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                                          bei den Waldwichteln und werde dafür wohligen.
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                                          Genau. Und weiß, dass es mir halt eben auch ermöglicht wird,
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                                          wir räumen zusammen, die würden aus dem Weg hier potenziell stehen,
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                                          aber so eine Entscheidung einfach mal im Leben getroffen zu haben, ist auch,
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                                          beruhigt auch einfach mal so ein bisschen das Nervensystem und so in unserer
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                                          Welt und man geht halt auch nicht mit schlechtem Gewissen aus dem Laden,
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                                          wo man sich so ein bisschen denkt, Mist, eigentlich wollte ich ja jetzt gar
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                                          nicht rein, aber jetzt haben sie mich doch gekriegt, weil mein Leben hektisch ist,
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                                          und da sind solche Geschäftsmodelle,
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                                          die solidarisch sind, aber auch einfach entschleunigend und regeln einfach im
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                                          Leben bestimmte Themen und Und ja, ich glaube, das ist das Spannende.
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                                          Im Gefühl und in der Mitgliedschaft ist das eine Bereicherung und keine Einschränkung,
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                                          sondern die bestimmte Entscheidung sorgt eben auch für eine Entspannung.
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                                          Ich glaube, es ist ein großes Missverständnis, dass diese Wahl und Entscheidungsfreiheit
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                                          zwischen 20.000 Anbietern uns gut tut.
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                                          Also ich merke für mich persönlich, dass mich das sehr entspannt.
                                          Isabelle Kempf
                                          0:38:50–0:38:54
                                          Ich glaube, auch der Aspekt, sich damit zu beschäftigen, was gebe ich eigentlich
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                                          für Kleidung, für Kinderkleidung aus und dann zu sagen, okay,
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                                          jetzt spare ich das monatlich an und dann hat man ja auch eine Kontrolle,
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                                          dann ist es ein fester Betrag und dann kann man am Ende vom Jahr sehen,
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                                          okay, reicht der eigentlich,
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                                          ist es mehr, ist es weniger, also auch das bringt ja eine Transparenz und eine Entspannung.
                                          Julia Engel
                                          0:39:11–0:39:15
                                          Ja, was auch eine Entspannung bringt, ist einfach auch zu wissen, hey, die bleiben da.
                                          0:39:15–0:39:18
                                          Also ich finde, gerade gestern Abend habe ich wieder mit einer Freundin gesprochen,
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                                          die hat gesagt, ich wollte in den einen Laden gehen, der hat schon wieder zugemacht.
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                                          Also es ist einfach auch eine Konstante zu haben.
                                          0:39:25–0:39:28
                                          Also gerade auch bei Kinderkleidung, wenn man weiß, da habe ich jetzt einmal
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                                          echt die passenden Sachen gefunden, die haben den Stil, der mir gefällt und so weiter.
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                                          Und so ein Kind, das braucht ja Kleidung. Also ich sage ja, wir haben ja ungefähr
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                                          so bis neun Jahre, kann man ja bei uns die neun, zehn Jahre,
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                                          je nachdem wie groß die Kinder sind, kann man die bei uns einkleiden.
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                                          Und das ist schon eine echt lange Zeit. Und wenn ich da einfach einen zuverlässigen
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                                          Ansprechpartner habe, wo ich das immer finde, wo mein Kind den Laden auch kennt,
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                                          ja, man muss das ja auch, also Kinder müssen ja auch motiviert werden,
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                                          mitzumachen beim Anprobieren oder beim Aussuchen.
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                                          Es gibt auch, also finde ich, eine große Leichtigkeit, dass man weiß,
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                                          die sind dann einfach da.
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                                          Wir haben nicht selten Leute, die kommen und sagen, wir haben vor zwei Jahren
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                                          hier so eine tolle Hose gekauft. Jetzt passt sie nicht mehr.
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                                          Und wir sind froh, dass ihr noch da seid. Also die Leute, das ist ihnen schon
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                                          klar, dass das auch nicht selbstverständlich ist.
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                                          Aber genau da liegt ja das Problem. Wenn ich zwei Jahre lang eigentlich nicht
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                                          brauche, weil die Hose so lange passt,
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                                          Es ist halt auch schwierig, weiter zu existieren. Da brauchen wir richtig viele Kunden.
                                          Timo
                                          0:40:23–0:40:28
                                          Vielleicht an der Stelle auch nochmal reinzugehen. Also ihr tut euch auch selber einen Gefallen.
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                                          Es geht nicht nur darum, dass jetzt eine Unternehmerin unterstützt, ihr als Konsumentin.
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                                          Also wenn ihr Konsumentin seid, die das hört, also wahrscheinlich hören das
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                                          sowohl Unternehmerinnen als auch Konsumenten.
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                                          Eine Unternehmerin hat sehr viel Stabilität, sehr viel mehr Ruhe,
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                                          kann das machen, was sie wirklich machen will.
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                                          Nach vorne denken, Missionen umsetzen, vielleicht schauen, was sonst noch möglich ist.
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                                          Aber ihr als Konsumenten habt einfach die Sicherheit, ihr habt eine Form von
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                                          Versorgungssicherheit euch geschaffen, ihr wisst einfach, dieses Element wird weiter existieren,
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                                          und zusammen erzählen wir uns halt daneben auch tolle Geschichten,
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                                          man kann halt eben zusammen am Küchentisch sich dann gegenseitig die Geschichte
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                                          erzählen, wie man diesen Laden halt eben einmal aufnimmt,
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                                          das ist eine Geschichte des Gelingens und ich glaube da ist halt auch einfach
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                                          zu verstehen, was macht das Mycenium, das Mycenium begleitet auf der einen Seite
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                                          die Unternehmerin beim Aufbau der Geschäftsmodelle,
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                                          aber Aber auf der anderen Seite ermöglichen wir auch für euch Konsumentinnen,
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                                          dass diese Läden halt eben weiter existieren.
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                                          Und da stehen wir zwischendrin.
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                                          Und ich glaube, das ist ein richtig tolles Angebot und freue mich,
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                                          dass das bald existiert.
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                                          Und falls ihr übrigens aus Mannheim kommt und euch noch was fehlt,
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                                          entweder seid ihr Unternehmerin und habt selber irgendwie einen coolen Laden.
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                                          Und hier können wir sagen, komplett egal was.
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                                          Also vom Kaffee über Lebensmittel. Die beiden Unverpackt-Läden machen bei uns
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                                          ja auch mit in Mannheim oder vielleicht was ganz anderes.
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                                          Ja, auch das geht gemeinschaftsbasiert, siehe dieser Podcast.
                                          0:41:53–0:41:58
                                          Und wenn ihr als Konsumentin vielleicht auch selber einen Lieblingsladen habt,
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                                          dem es nicht so gut geht, geht auch auf unsere Homepage.
                                          0:42:02–0:42:07
                                          Unter 10x10 kann man da auch Läden eintragen, die aus eurer Meinung unbedingt
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                                          gerettet werden müssten und das machen wir auch tatsächlich Menschen und dann
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                                          melden wir uns bei denen und dann gucken wir mal, ob die Unternehmerinnen mitmachen wollen.
                                          Tobias
                                          0:42:15–0:42:20
                                          Sehr schön. Ja, danke euch. Ich glaube, da haben wir jetzt einen ganz schönen
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                                          Einblick bekommen, was denn die Waldwächter Wuligens werden werden.
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                                          Ist das ein Satz? Ich weiß gar nicht.
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                                          Ja, cool. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg, Julia.
                                          0:42:31–0:42:35
                                          Bei deiner Beitragsrunde ist jetzt noch ein bisschen Vorbereitung und,
                                          0:42:36–0:42:40
                                          ich weiß aus eigener Erfahrung und auch aus den ganzen Podcast-Folgen,
                                          0:42:40–0:42:42
                                          das ist immer ein bisschen spannend,
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                                          bis es dann losgeht, aber Aber da kann man ja vielleicht auch nochmal darauf
                                          0:42:46–0:42:49
                                          hinweisen, dass die Isabel da eine
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                                          ganz wunderbare Begleitung ist und auch Begleitung für andere anbietet.
                                          Isabelle Kempf
                                          0:42:54–0:42:58
                                          Ja, im Rahmen des Myceliums eben. Macht mir sehr viel Freude,
                                          0:42:58–0:43:03
                                          das zu tun und meine Erfahrungen, die wir hier mit den Ultras sammeln,
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                                          einfach weiterzugeben und weiter zu spinnen auch.
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                                          Also das finde ich echt großartig, darüber nachdenken zu dürfen,
                                          0:43:10–0:43:12
                                          gemeinsam mit anderen Menschen im Mycelium.
                                          Tobias
                                          0:43:12–0:43:20
                                          Ja, sehr schön. Dann nochmal danke an euch für die guten Einblicke hier und
                                          0:43:20–0:43:24
                                          bei allen Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao, ciao.
                                          Timo
                                          0:43:25–0:43:27
                                          Tschüss. Tschüss.

                                          44 min

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