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  • MP079 - Unternehmerische Vielfalt: Ein Blick auf die Idealtypen mit Hannah Heller (2/2)

      In dieser Podcastfolge tauchen wir tiefer in die Welt der Transformationstypen ein. Diese besonderen Akteure meistern die Herausforderung ressourcenknapper Nischen mit vereinten Kräften.

      Gemeinsame Ziele, starke Werte: Erfahren Sie, wie Transformationstypen durch Gemeinschaft und geschickte Vernetzung gemeinsame Ziele und starke Werte verwirklichen.

      MYZELIUM als Brücke: Als Systemdienstleister fungieren wir als Brücke und Unterstützung für Transformationstypen. Wir bieten den Raum und die Ressourcen, um ihre visionären Ideen in die Tat umzusetzen.

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      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

      Transkription
      Tobias
      0:00:10–0:00:13

      Hallo und herzlich willkommen zum Mezzerium-Podcast, der Podcast,

      0:00:13–0:00:16

      in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

      0:00:16–0:00:22

      Und heute, ja, wir sind wieder zu dritt, da freue ich mich, an meiner Seite der Timo. Hi Timo.

      Timo
      0:00:23–0:00:23

      Hallo.

      Tobias
      0:00:23–0:00:27

      Und die Hanna, die ihr ja schon aus der letzten Folge kennt. Hallo Hanna.

      Hannah Heller
      0:00:28–0:00:28

      Hi Tobi.

      Tobias
      0:00:29–0:00:32

      Und wir haben heute richtig so alle so ein bisschen angeschnupft,

      0:00:32–0:00:34

      aber ich glaube, das geht trotzdem. Stimmt.

      0:00:35–0:00:40

      Heute wollen wir sprechen nochmal über die verschiedenen Typen des Wirtschaftens

      0:00:40–0:00:43

      und ja, nachdem wir in der letzten Folge,

      0:00:43–0:00:46

      ja, die so ein bisschen definiert haben, die drei Typen, wer sind diese drei

      0:00:46–0:00:52

      Typen, wollen wir das heute ein bisschen größer ziehen aufs große Ganze und

      0:00:52–0:00:55

      natürlich auch nochmal ein bisschen darauf eingehen, was für eine Rolle das

      0:00:55–0:00:57

      Mycelium in der ganzen Geschichte spielt.

      0:00:58–0:01:02

      Aber um euch nochmal abzuholen, würde ich sagen, fangen wir damit an,

      0:01:02–0:01:04

      nochmal kurz diese drei Typen zu definieren.

      0:01:05–0:01:09

      Aber wenn ihr da nähere Infos zu haben wollt, am besten die Folge hier vorhören

      0:01:09–0:01:12

      und dann hier mit der Folge einsteigen.

      0:01:12–0:01:16

      Aber Hanna, möchtest du nochmal kurz diese drei Typen des Wirtschaftens definieren,

      0:01:16–0:01:19

      wie wir uns überlegt haben anhand von Kuchen?

      Hannah Heller
      0:01:20–0:01:21

      Am Hand von Kuchen.

      0:01:49–0:01:56

      Also grundsätzlich ist der Markttyp aber eben einer, der sich den Strukturen

      0:01:56–0:01:59

      anpasst und erstmal nach dem persönlichen Glück, nach finanzieller Sicherheit

      0:01:59–0:02:03

      und sozusagen auch quantitativer Freiheit,

      0:02:03–0:02:10

      das heißt Wahlfreiheit zwischen möglichst vielen Optionen strebt und da eben sich sozusagen…

      0:02:10–0:02:15

      Nach dem Markt richtet. Je nachdem, was der Markt für Preise vorgibt, gehe ich danach.

      0:02:15–0:02:20

      Deshalb würde der Markttyp den Kuchen auf dem Markt kaufen, sozusagen beim günstigsten

      0:02:20–0:02:22

      Bäcker seiner Wahl oder Bäckerin.

      0:02:23–0:02:32

      Der Traditionstyp, der handelt basierend auf eher konservativen Werten und da

      0:02:32–0:02:34

      könnte man dann vielleicht soweit gehen zu sagen,

      0:02:35–0:02:42

      dass da noch sozusagen das konservative Bild von der Frau zu Hause die Sorgearbeit

      0:02:42–0:02:47

      erledigt und die Kinder betreut und dann eben auch den Kuchen backt für das Kindergartenfest,

      0:02:47–0:02:51

      während der Mann eben von morgens bis abends hart schuftet.

      0:02:52–0:02:56

      Der Kuchen würde wahrscheinlich sehr lecker schmecken und wäre klassisch gebacken

      0:02:56–0:03:00

      mit viel Ei und Milch und Sahne und sehr lecker wahrscheinlich,

      0:03:00–0:03:02

      würde gut ankommen auf dem Kindergartenfest.

      0:03:02–0:03:08

      Und der Transformationstyp würde wahrscheinlich einen veganen,

      0:03:08–0:03:15

      nussigen Kuchen backen aus Öko-Lebensmitteln und gesund und irgendwie so,

      0:03:15–0:03:17

      genau, sowas vielleicht.

      Timo
      0:03:17–0:03:22

      Aber wäre, wenn ich mich da mal ganz kurz einschalte, würde aber auch zwischen allen Stühlen sitzen.

      0:03:22–0:03:25

      Weil eigentlich würde ich es tendenziell gerne selber machen,

      0:03:26–0:03:31

      aber je nachdem, wie viel Zeit man schon mit dem Thema sich damit beschäftigt

      0:03:31–0:03:32

      hat, weiß man nicht, wie gut der Kuchen wird.

      0:03:33–0:03:36

      Und dann beginnt man langsam darüber nachzudenken, ob es nämlich jemanden gibt,

      0:03:36–0:03:38

      wo man es dann vielleicht doch kaufen könnte.

      0:03:38–0:03:41

      Hat dann aber auch ein schlechtes Gewissen, weil man will ja nicht so sein wie

      0:03:41–0:03:46

      der Markttyp. Also implizit. Das schwirre ich mir eher unterschwellig mit.

      0:03:46–0:03:50

      Und dann versucht man das alles zu heilen, indem man natürlich bei der besten,

      0:03:52–0:03:57

      Freundin und Unternehmerin, die mal Transformationsunternehmerin den Kuchen in Auftrag gibt.

      0:03:59–0:04:03

      Ich glaube, das ist aber ganz spannend an der Stelle, weil um das Ganze so ein

      0:04:03–0:04:08

      bisschen tatsächlich für euch zuhören, diese Kuchengeschichte ist aus dem Vorgespräch

      0:04:08–0:04:09

      quasi entstanden und ähm,

      0:04:10–0:04:12

      Weil es ja tatsächlich auch Hannas Herausforderung gerade ist.

      0:04:13–0:04:17

      Aber ich glaube, was ich jetzt tatsächlich auch daran so spannend fände,

      0:04:17–0:04:20

      ist halt einfach, bevor Hanna jetzt gleich nochmal wirklich erklärt,

      0:04:20–0:04:21

      was der Transformationstyp eigentlich ist.

      0:04:22–0:04:25

      Es zeigt halt so die Nöte, dass der Transformationstyp auch zwischen den ganzen

      0:04:25–0:04:27

      Stühlen dann eben steht.

      0:04:27–0:04:31

      Also so und auch gar nicht so leicht zu verorten ist.

      0:04:32–0:04:35

      Also was mir auch im Nachgang an so Gesprächen auch aufgefallen ist,

      0:04:35–0:04:39

      ist, dass der Transformationstyp durchaus auch Anteile des Traditionstyps und

      0:04:39–0:04:42

      des Markttyps in gewisser Weise in sich drin rumträgt.

      0:04:42–0:04:44

      Aber jetzt übergebe ich mal wieder nicht zurück.

      0:04:44–0:04:49

      Am Ende müssen wir natürlich auslösen, welche Kuchenvariante es geworden ist.

      Tobias
      0:04:49–0:04:53

      Ich fand auf jeden Fall das ein ganz wunderbares Beispiel, denn Kuchen ist auf

      0:04:53–0:04:57

      jeden Fall großer oder sollte ein großer Teil eines Lebens sein.

      Hannah Heller
      0:04:57–0:05:00

      Ja, aber tatsächlich nochmal kurz auf den Transformationstyp und den Kuchen dazu.

      0:05:00–0:05:05

      Also der Transformationstyp hat ja das Problem sozusagen, dass er nur,

      0:05:05–0:05:10

      also er oder sie, ich spreche jetzt mal von dem Typ,

      0:05:11–0:05:15

      also er nur in der Nische existiert bisher und gar keine Strukturen hat,

      0:05:15–0:05:17

      sozusagen wie der Markttyp, der hat etablierte Marktstrukturen,

      0:05:17–0:05:20

      der kann einfach hingehen mit seinem Geld was kaufen.

      0:05:20–0:05:25

      Der Transformationstyp, wenn wir sozusagen in einer schon transformierten Gesellschaft

      0:05:25–0:05:29

      leben würden, dann würde der Transformationstyp das wahrscheinlich so lösen,

      0:05:30–0:05:36

      dass er eine gemeinschaftsbasierte Unternehmerin hat oder eine Gemeinschaft hat,

      0:05:37–0:05:41

      wo bestimmte Sorgearbeitstätigkeiten einfach gemeinsam erledigt werden können.

      0:05:42–0:05:46

      Und dann eben eine Person in dieser Kindergartengemeinschaft sagt zum Beispiel,

      0:05:46–0:05:50

      ich kann fünf Kuchen backen und alle, die nicht dazukommen, ist auch okay.

      0:05:51–0:05:56

      Und hier nochmal sozusagen zurück auf die wissenschaftliche Erkenntnis und weniger Kuchenbeispiel.

      0:05:56–0:05:59

      Ich habe mir die Ernährungswirtschaft angeschaut Bis zum nächsten Mal.

      0:06:00–0:06:07

      Beim Transformationstyp, dieser Typ definiert sich sehr stark über die Gemeinschaft

      0:06:07–0:06:11

      und strebt eben sehr stark auch nach Beziehung, nach Transformation,

      0:06:12–0:06:15

      obwohl eben, da würde ich gerne nochmal gleich darauf eingehen,

      0:06:15–0:06:19

      was das überhaupt heißt, Transformation dann in diesem Kontext und eben auf

      0:06:19–0:06:22

      Befähigung, heißt Bildung, Bewusstseinsbildung,

      0:06:22–0:06:29

      aber auch sozusagen Ausbildung von Fähigkeiten in Gemeinschaft und eben angeleitet durch eine Vision.

      0:06:29–0:06:33

      Und da können wir nochmal drauf eingehen, weil Vision und Transformation sehr

      0:06:33–0:06:35

      stark hier zusammenhängt.

      0:06:35–0:06:38

      Was steckt denn dahinter, hinter dieser Vision von Transformation?

      0:06:39–0:06:43

      Genau, und er strebt nach diesen Zielen der Transformationstyp,

      0:06:43–0:06:47

      um eben, ja, eigentlich aus einem gesellschaftlichen Interesse heraus.

      0:06:47–0:06:51

      Also meist ist es so, dass Pioniere des Wandels, des Transformationstyps sehr

      0:06:51–0:06:55

      stark irgendwie auf dieser gesellschaftlichen, politischen Ebene denken und

      0:06:55–0:06:59

      auch sozusagen nicht nationalstaatlich begrenzt,

      0:06:59–0:07:03

      sondern tatsächlich die planetare Gesellschaft irgendwie auf dem Schirm haben.

      0:07:03–0:07:09

      Und irgendwie dann auch agieren, eingebunden in größere Netzwerke,

      0:07:09–0:07:14

      die über die Gemeinschaft hinausgehen und die irgendwie die Tätigkeit des Transformationstyps

      0:07:14–0:07:18

      im Kleinen, in der kleinen Gemeinschaft sozusagen stabilisieren und stützen und unterstützen.

      0:07:19–0:07:20

      Und der…

      0:07:21–0:07:25

      Sozusagen, wenn wir jetzt in Narrativen denken, heißt in Geschichten denken,

      0:07:25–0:07:26

      dann ist immer so gut und böse.

      0:07:26–0:07:29

      Also gut, das Netzwerk, das unterstützt und trägt und hilft.

      0:07:30–0:07:35

      Und die Widersacher sind tatsächlich die bestehenden Strukturen.

      0:07:35–0:07:39

      Und da macht der Transformationstyp, wie ich ihn in den Interviews erlebt habe,

      0:07:39–0:07:43

      auch keinen Unterschied, keinen großen Unterschied zwischen Markt und Staat.

      0:07:43–0:07:47

      Also tatsächlich ist die Wahrnehmung von vielen Transformationsakteuren,

      0:07:47–0:07:51

      dass eben der Markt durch die politischen Strukturen, wie sie jetzt gerade sind,

      0:07:51–0:07:56

      gestützt wird und da sozusagen eine starke Zusammenarbeit stattfindet,

      0:07:56–0:08:01

      die Transformation erstmal verhindert oder anstrengt, wegen der sich eher,

      0:08:01–0:08:08

      der Transformationstypen, unabhängig von beiden größeren Akteuren, Markt und Staat zu sein.

      Tobias
      0:08:08–0:08:11

      Ist das vielleicht, du sagtest jetzt eben schon so, Bildung oder Bildung von

      0:08:11–0:08:16

      Gemeinschaft, suchen wir uns deswegen so Netzwerke und versuchen uns zu vernetzen,

      0:08:16–0:08:20

      um so eine heilsame Parallelwelt, heilsame Struktur aufzubauen?

      0:08:21–0:08:26

      Weil wir ja so ein bisschen, du sagtest jetzt schon, der Transformationstyp

      0:08:26–0:08:31

      sich eher vom Markt und auch Staat, ja wie soll ich sagen, vernachlässigt fühlt.

      Hannah Heller
      0:08:31–0:08:38

      Ja, und auch wenn du sozusagen, also du als Transformationstyp hast du nicht

      0:08:38–0:08:46

      groß Zugänge zu Ressourcen, also du hast nicht viel Kapital zur Verfügung meistens,

      0:08:46–0:08:48

      weil du sozusagen so nicht gepolt bist.

      0:08:48–0:08:52

      Bestenfalls hast du es, wenn wir uns irgendwie so aktivistische Beispiele wie

      0:08:52–0:08:57

      Marlene Engelhorn anschauen, die da plötzlich auch den, also ich würde sie als

      0:08:57–0:09:00

      Transformationsakteuren bezeichnen und glücklicherweise hat sie irgendwie ein

      0:09:00–0:09:03

      großes Erbe dann eben auch noch und kann das jetzt dafür einsetzen, was sie ja macht.

      0:09:03–0:09:08

      Aber die meisten Transformationsakteure agieren eher in der Nische und eher sozusagen.

      0:09:09–0:09:13

      Außerhalb der Systemstrukturen und sind deshalb auch nicht innerhalb der Systemstrukturen

      0:09:13–0:09:14

      sonderlich erfolgreich,

      0:09:15–0:09:19

      also heißt verdienen nicht sehr viel Geld, mit dem sie dann,

      0:09:19–0:09:23

      also genau, zielen auch gar nicht darauf ab, sonderlich jetzt lukrative Jobs

      0:09:23–0:09:25

      zu machen und da groß Karriere zu machen,

      0:09:25–0:09:33

      sondern versuchen im Kleinen sozusagen eben unabhängig von dieser Marktlohnarbeit

      0:09:33–0:09:35

      sich was eigenes aufzubauen.

      0:09:35–0:09:38

      Und wenn du dann auch nicht auf staatliche Strukturen zurückgreifen willst,

      0:09:39–0:09:43

      weil du kein Vertrauen darin hast,

      0:09:43–0:09:47

      dass der Staat sozusagen in die richtige Richtung steuert von seinen politischen

      0:09:47–0:09:52

      Agieren her und vielleicht auch Systeme wie Rente, Gesundheitssystem irgendwie

      0:09:52–0:09:56

      für falsch verschraubt sozusagen,

      0:09:56–0:10:02

      also falsch ausgerichtet und nicht mehr funktional hältst, dann musst du halt

      0:10:02–0:10:04

      schauen, was du dir dann als Alternative ausdenkst.

      0:10:05–0:10:08

      Und da sind es eben dann die Netzwerke, die Beziehungen zu anderen Akteuren,

      0:10:08–0:10:13

      das Zutrauen von anderen Akteuren, die dann zum Beispiel auch Kapital,

      0:10:13–0:10:18

      wenig Kapital dann, aber viele kleine Summen sozusagen in diese Transformationsarbeit

      0:10:18–0:10:23

      stecken und dadurch dann auch wieder Freiraum für ein transformatives Handeln entsteht.

      Tobias
      0:10:24–0:10:30

      Jetzt ist so meine sarkastische Frage, was war zuerst? Hast du wenig Kapital

      0:10:30–0:10:34

      und wirst dann Transformationstyp oder bist du erst Transformationstyp und hast

      0:10:34–0:10:36

      dann nicht so den Blick auf…

      0:10:37–0:10:38

      Kapital?

      Hannah Heller
      0:10:38–0:10:45

      Ich glaube, das bedingt sich gegenseitig vielleicht schon, aber da gibt es bestimmt

      0:10:45–0:10:47

      viele Beispiele für beide Seiten.

      Tobias
      0:10:47–0:10:47

      Okay.

      Hannah Heller
      0:10:48–0:10:50

      Ja, vielleicht kann man auch erst Transformationstyp werden,

      0:10:51–0:10:58

      tatsächlich, wenn man sozusagen privilegiert genug ist, um genau die Zeit zu

      0:10:58–0:11:00

      haben, überhaupt sich mit diesen großen Fragen zu beschäftigen.

      Timo
      0:11:00–0:11:06

      Ja, vielleicht gerade zum Thema, wie wichtig ist eigentlich Geld für Transformationsakteure?

      0:11:06–0:11:10

      Da habe ich einen Artikel in einem, ich würde sagen, fast gemeinschaftsbasierten,

      0:11:10–0:11:16

      tollen Medienprojekt den Krautreportern gelesen.

      0:11:16–0:11:20

      Und da in diesem Artikel ging es eben darum, dass eben gesagt,

      0:11:20–0:11:23

      also die Autorin meinte, Geld sei ihr nicht wichtig.

      0:11:23–0:11:26

      Und dann hat sie aber tatsächlich auch nochmal reflektiert und hat halt eben

      0:11:26–0:11:33

      herausgefunden, dass sie ein großes Vertrauen dazu hat, dass sie immer genug Geld hat.

      0:11:33–0:11:38

      Also diese Position aus Geld ist mir nicht so wichtig, hat sie entdeckt,

      0:11:38–0:11:43

      ist dann durchaus schon wieder aus einer privilegierten Perspektive quasi heraus entstanden.

      0:11:44–0:11:49

      Und ich glaube, wenn man so ein bisschen anguckt, also die Transformationsakteure, die ich so kenne,

      0:11:49–0:11:54

      da würde ich sagen, Also da gibt es durchaus Menschen, die nie Geld hatten,

      0:11:54–0:11:58

      aber es gibt auch Menschen, die quasi aus einem privilegierten Elternhaus kommen

      0:11:58–0:12:00

      und durchaus eine gewisse Sicherheit haben.

      0:12:01–0:12:06

      Aber es gibt durchaus aber halt auch wirklich auch Leute, für die Geld ein Thema

      0:12:06–0:12:13

      ist, die das in ihrer Tätigkeit als Transformationsakteur halt einfach auch schwieriger macht.

      0:12:13–0:12:20

      Also weil als Transaktionsakteur, auch wenn du quasi nicht auf hohe Renditen

      0:12:20–0:12:23

      aus bist, dann spielt Geld eigentlich fast noch eine viel, viel größere und

      0:12:23–0:12:27

      ständigere Rolle, weil es ist eigentlich nie automatisch da. Also es…

      0:12:27–0:12:33

      Du musst begründet werden, du musst für Geld eigentlich auch immer in Beziehung treten.

      0:12:33–0:12:37

      Dein gesamtes Geschäftsmodell ist im Grunde ein Hack. Und das heißt,

      0:12:37–0:12:41

      du bist eigentlich auch sehr darauf angewiesen, dass du sehr genau weißt, was du machst.

      0:12:41–0:12:46

      Und das ist halt zum Beispiel ja im Mycelium eins unserer Steckenpferde,

      0:12:46–0:12:48

      dass wir diese Transformationsakteure, die noch nicht genau,

      0:12:48–0:12:52

      also ihr Geschäftsmodell offensichtlich noch nicht perfekt kalibriert haben,

      0:12:52–0:12:53

      in Anführungsstrichen,

      0:12:53–0:12:57

      dass wir die ausfindig machen wollen oder dass die uns finden und wir dann helfen

      0:12:57–0:12:59

      wollen, das quasi gut aufzustellen.

      0:12:59–0:13:02

      Und das ist, glaube ich, eines der größten Probleme, die diese transformatorischen

      0:13:02–0:13:04

      Unternehmer eigentlich haben,

      0:13:05–0:13:10

      dass sie sehr, sehr wenig Orientierung haben, wie sie denn in dieser Welt,

      0:13:10–0:13:14

      in der sie Dinge anders machen wollen, in Geschäftsmodelle so gestricken,

      0:13:14–0:13:20

      dass sie wirklich transformatorisch sind und dass es aber auch gut für sie ist.

      0:13:20–0:13:24

      Und die größte Herausforderung ist eigentlich, dass der Markt durch unsere Sozialisierung

      0:13:24–0:13:26

      immer wieder zurückkommt.

      0:13:26–0:13:29

      Und das ist, glaube ich, ein großer Vorteil vom Markttyp, also.

      0:13:31–0:13:35

      Der lebt in dieser kapitalistischen Welt und,

      0:13:36–0:13:41

      muss sich nicht permanent in Frage stellen, ja, so, also er hat andere Probleme,

      0:13:41–0:13:45

      ja, also seine Welt bröckelt und so weiter, aber er versteht nicht genau,

      0:13:45–0:13:47

      warum, versucht es dann wieder festzuhalten,

      0:13:48–0:13:50

      aber ich glaube, der Punkt, auf den ich eigentlich hinaus will,

      0:13:50–0:13:54

      ist es eigentlich, wie im Ansatz grundsätzlich anstrengend das Transformatorische

      0:13:54–0:13:59

      ist und dass eigentlich sich das Beschäftigen mit Geld und welche Beziehungen ich dazu habe.

      0:13:59–0:14:05

      Also im Mycelium, wie viel Zeit wir darauf verwenden, unsere Geldbeziehungen klar zu kriegen.

      Hannah Heller
      0:14:05–0:14:09

      Ja, vielleicht ganz, jetzt sind wir zum Thema Geld abgeschwoffen,

      0:14:09–0:14:14

      was auf jeden Fall auch ein großes Fass ist, aber tatsächlich Transformationsakteure

      0:14:14–0:14:19

      bisher in der Nische noch nicht sozusagen im System etabliert mit bestimmten,

      0:14:21–0:14:22

      Institutionen, bestimmten.

      0:14:23–0:14:27

      Kulturellen Praktiken letztendlich, die aber in Institutionen festgegossen sind,

      0:14:27–0:14:30

      die sozusagen nicht immer zwischen den Menschen ausgehandelt werden müssen,

      0:14:30–0:14:33

      sondern die einfach in Gesetze gegossen sind und so macht man es halt.

      0:14:34–0:14:38

      Ein klassischer Unternehmer-Markttyp, der fackelt halt nicht lange,

      0:14:39–0:14:42

      wie verhandeln wir jetzt Gehälter in unserem Unternehmen, sondern der guckt

      0:14:42–0:14:46

      halt, was verdient so ein Mensch normalerweise auf dem Markt?

      0:14:46–0:14:49

      Google ich mal kurz, aha, hier ist das Gehalt.

      0:14:49–0:14:56

      Naja, gut, dann dann kriegt er halt den Schnitt davon, den Marktpreis sozusagen, als Lohn.

      0:14:56–0:14:58

      Und ich als Geschäftsführer, da hatte ich auch ein Beispiel,

      0:14:59–0:15:04

      der hat sozusagen gesagt, das kann mir schon sozusagen, dem einen Koch habe ich jetzt irgendwie,

      0:15:05–0:15:07

      hat jetzt schon, verdient eigentlich jetzt auf dem Markt nicht viel,

      0:15:08–0:15:10

      Mindestlohn oder was, der war damals noch niedriger.

      0:15:10–0:15:14

      Und als Geschäftsführer, na, verdient man schon ordentlich, aber es ist halt so.

      0:15:14–0:15:18

      Also ihm kam diese Gehaltsspanne in seinem eigenen Unternehmen,

      0:15:18–0:15:20

      was er selbst festgelegt hat, sozusagen sehr groß vor.

      0:15:21–0:15:24

      Aber er hat erst mal so gesagt, na ja, ist halt so.

      0:15:24–0:15:27

      Der Markt gibt halt die Preise so vor, also bezahle ich mir halt dieses sehr

      0:15:27–0:15:31

      große Gehalt, wie es ihm vorkam und diesem anderen Menschen,

      0:15:31–0:15:34

      der eigentlich auch eine wichtige Tätigkeit leistet in seinem Unternehmen,

      0:15:34–0:15:35

      eben ein eher geringes Gehalt.

      0:15:35–0:15:41

      Während bei den Transformationstypen, siehe Mycelium, sozusagen immer wieder

      0:15:41–0:15:43

      neu verhandelt werden muss, wie legen wir denn unsere Löhne fest?

      0:15:44–0:15:48

      Wie legt man denn Löhne in einem Unternehmen solidarisch und bedürfnisorientiert

      0:15:48–0:15:50

      fest, wenn es nicht darum geht.

      0:15:51–0:15:57

      Es einfach so zu machen, dass ich als Unternehmer möglichst viel da Gewinn daraus

      0:15:57–0:16:01

      ziehe oder mein Unternehmen möglichst schnell wachsen kann und, und, und.

      0:16:01–0:16:03

      Genau, und das muss alles immer

      0:16:03–0:16:06

      neu verhandelt werden und dafür gibt es sozusagen noch kein Schema F.

      0:16:07–0:16:11

      Und das war auch so ein bisschen das Anliegen meiner Art, da kann man sie dann

      0:16:11–0:16:17

      auch nachlesen, Narrative der sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft,

      0:16:17–0:16:20

      am Beispiel der Ernährungswirtschaft, nur um nochmal den Titel genannt zu haben.

      0:16:20–0:16:26

      Da sind auch Organisationsmuster tatsächlich festgehalten, also wie machen es

      0:16:26–0:16:28

      denn im Moment transformative Organisation,

      0:16:29–0:16:33

      wie versuchen die denn ihre Werte sozusagen in diese Praktiken,

      0:16:33–0:16:37

      also Praktiken auf Basis dieser Werte sozusagen zu entwickeln,

      0:16:37–0:16:38

      die dann auch festgelegt werden.

      0:16:38–0:16:42

      Und da gibt es tatsächlich eine ganz große Range an Möglichkeiten.

      0:16:42–0:16:47

      Und da ist es zum Beispiel auch eine Rolle von uns als Mycelium zu sagen,

      0:16:47–0:16:53

      okay, wir wollen in bestimmten Bereichen, wir haben uns jetzt meinschaftsfestes Wirtschaften,

      0:16:53–0:16:57

      Geschäftsmodellaufbau sozusagen uns darauf spezifiziert, aber in diesem Bereich,

      0:16:57–0:17:00

      haben wir sozusagen schon Kulturtechniken, die wir vorschlagen,

      0:17:00–0:17:03

      die wir ausprobiert haben, mit denen wir Erfahrung gesammelt haben und wo wir

      0:17:03–0:17:06

      sagen, okay, das hat sich erprobt, hier, das könnt ihr so übernehmen,

      0:17:06–0:17:09

      weil das macht einfach die Arbeit leichter und nicht jeder muss,

      0:17:09–0:17:13

      nicht jeder Transformationsakteur, nicht jede transformative Organisation muss

      0:17:13–0:17:16

      sozusagen aufs Neue ihre Praktiken neu erfinden.

      Tobias
      0:17:17–0:17:19

      So, jetzt haben wir schon ganz viel ausgeholt und über Geld gesprochen,

      0:17:19–0:17:22

      über das Bezirium und über tausend andere Dinge.

      0:17:22–0:17:27

      Wir wollten aber noch eine Frage am Anfang klären Und zwar, wie es ja auch deine

      0:17:27–0:17:32

      Arbeit beschreibt, wozu brauchen wir diese Typen, die du jetzt definierst hast,

      0:17:32–0:17:37

      diese Typen des Wirtschaftens, wozu brauchen wir die, um dann überhaupt Transformation zu verstehen?

      Hannah Heller
      0:17:38–0:17:42

      Ja, also tatsächlich war das Grundanliegen meiner Arbeit…

      0:17:43–0:17:50

      Sozusagen den Transformationsakteuren auch ein Narrativ, ein Selbstbild zur Verfügung zu stellen,

      0:17:50–0:17:55

      sprachlich sozusagen schon gefasst, womit sie sich miteinander identifizieren

      0:17:55–0:17:59

      können und auch zusammenschließen können, weil ich es für ganz zentral halte, dass wir,

      0:17:59–0:18:03

      und da spreche ich jetzt als Transformationsakteurin auch,

      0:18:03–0:18:10

      als Teil des Myceliums, aber auch als Teil eines großen Netzwerkes von Transformationsakteuren,

      0:18:10–0:18:15

      während die da draußen herumspringen und die sich oft ganz vielen verschiedenen

      0:18:15–0:18:17

      Strömungen irgendwie zuordnen,

      0:18:17–0:18:21

      sei es die Gemeinwohlökonomie, sei es Commoning, sei es solidarische Ökonomie,

      0:18:21–0:18:24

      sei es, genau, da gibt es viele Bewegungen da draußen.

      0:18:24–0:18:31

      Und ich glaube, was gut wäre, ist, dass wir, wie der Markttyp,

      0:18:31–0:18:36

      wie auch vielleicht die eher konservativen Menschen, also Traditionstypen.

      0:18:37–0:18:43

      Uns hinter so ein paar gemeinsamen Werten und Zielen einen, damit wir einfach

      0:18:43–0:18:46

      gemeinsam unsere Kräfte bündeln können und vorangehen können.

      0:18:46–0:18:52

      Und danach habe ich gesucht und deshalb war es mir wichtig, gerade diesen Transformationstyp

      0:18:52–0:18:57

      in seinem Weltbild, in seinen Weltwerten doch nochmal zu fassen.

      0:18:57–0:19:04

      Und da sozusagen zu fragen, genau, der Transformationstyp sieht sich als Alternative,

      0:19:04–0:19:06

      grenzt sich immer ab zum bestehenden System.

      0:19:07–0:19:12

      Ich bin irgendwie postkapitalistisch, ich bin Postwachstumsökonomin, wie auch immer.

      0:19:13–0:19:18

      Aber wir Transformationsakteure, wir haben wie noch nichts Eigenes.

      0:19:18–0:19:20

      Wir wissen noch nicht, wohin die Gesellschaft geht.

      0:19:20–0:19:23

      Aber, und das habe ich eben gefunden in meiner Arbeit,

      0:19:23–0:19:29

      wir haben schon eben gemeinsame Werte und gemeinsame auch Zielbilder,

      0:19:29–0:19:35

      die vielleicht noch abstrakt sind, weil noch nicht sozusagen institutionalisiert,

      0:19:35–0:19:39

      noch nicht sozusagen gesellschaftlich erlebbar, aber in der Nische eben in den

      0:19:39–0:19:42

      Geschichten schon erlebbar im Wirklichkeitsraum.

      0:19:42–0:19:47

      Bevor ich die kurz beschreibe, noch mal eine Sache zu Narrativen,

      0:19:47–0:19:53

      zu Erzählungen, was wir vielleicht auch noch ein bisschen unterbelichtet haben.

      0:19:54–0:19:58

      Es ist so wichtig, dass wir uns Geschichten voneinander erzählen und von wie

      0:19:58–0:20:01

      wir es machen, wie wir erfolgreich sind, nach was wir streben,

      0:20:01–0:20:05

      dass wir Worte finden für die Dinge, die wir als Transformationsakteure tun,

      0:20:05–0:20:09

      weil das formt den Möglichkeitsraum unserer Handlungen.

      0:20:09–0:20:12

      Also Erzählungen sind wie so eine Anleitung für Handlungen.

      0:20:13–0:20:15

      Jemand erzählt mir was und dann sagt man, das ist doch eine gute Idee,

      0:20:16–0:20:17

      könnte ich eigentlich auch so machen.

      0:20:17–0:20:22

      Und dieses Weitererzählen von transformativen Praktiken, von transformativen

      0:20:22–0:20:24

      Geschichten ist zentral.

      0:20:24–0:20:28

      Und dann die Geschichten zu teilen, was ist eigentlich meine Vision,

      0:20:28–0:20:32

      wie stelle ich mir die Zukunft vor und wie versuche ich sie jetzt umzusetzen,

      0:20:32–0:20:34

      danach habe ich sozusagen gefragt.

      0:20:35–0:20:41

      Und genau, da kamen eben vier Werte raus, die wir letzte Folge auch schon so

      0:20:41–0:20:45

      ein bisschen angeteasert haben und die ich jetzt gerne, wenn das,

      0:20:45–0:20:50

      genau, könnt ihr dann gerne auch anknüpfen daran, nochmal kurz ausführen würde.

      0:20:50–0:20:54

      Ja. Weil, genau, weil ich es schön fände, wenn ich sozusagen,

      0:20:55–0:20:57

      wenn wir es schaffen würden, auch eine Sprache zu liefern für,

      0:20:57–0:21:03

      wo wollen wir denn hin als Transformationsakteure, wie fühlt sich denn die Gesellschaft an? Ja.

      0:21:04–0:21:07

      Genau, diese vier Werte. Ich fange mal mit dem Grundlegendsten an,

      0:21:07–0:21:09

      sozusagen, das ist die Resonanz.

      0:21:09–0:21:14

      Resonanz ist ein Konzept von Hartmut Rosa und das ist ein Soziologe,

      0:21:14–0:21:19

      der da ein ganz dickes Buch zugeschrieben hat zu Weltbeziehungen, sozusagen.

      0:21:19–0:21:23

      Und die Resonanz kann man sozusagen auf verschiedenen Ebenen erleben.

      0:21:23–0:21:30

      Das ist einerseits die Resonanz mit mir selbst, also wie stehe ich in Beziehung zu mir?

      0:21:30–0:21:36

      Hier fühle ich mich, habe ich eine Beziehung zu meinen Bedürfnissen,

      0:21:37–0:21:39

      kann ich meine Gefühle äußern.

      0:21:41–0:21:45

      Aber auch eine Resonanz für die Tätigkeit, in der ich stehe,

      0:21:46–0:21:51

      also fühle ich mich sinnvoll bei der Tätigkeit, die ich da mache,

      0:21:51–0:21:54

      fühle ich mich lebendig, fühle ich Energieflüsse,

      0:21:55–0:22:00

      Und dann aber auch diese, ich nenne es mal planetare Resonanz,

      0:22:00–0:22:06

      also diese Weltbeziehung tatsächlich, die dann oft auch von Kreisläufen geprägt

      0:22:06–0:22:08

      ist, von einem Natur- und Weltbezug.

      0:22:08–0:22:15

      Zu der Resonanz mit meiner Umwelt, genau, Mitwelt, hat auch ein Akteur gesagt.

      0:22:18–0:22:22

      Also wie trete ich der Welt eigentlich gegenüber? Schwingt da was oder bin ich

      0:22:22–0:22:25

      eigentlich gleichgültig oder abgetrennt von dieser Welt?

      0:22:26–0:22:31

      Und dann nochmal zu diesem Traditionstyp und Markttyp sozusagen in Abgrenzung

      0:22:31–0:22:36

      zum Transformationstyp, der ist auch nicht immer in Resonanz mit der Welt,

      0:22:36–0:22:40

      versteht mich nicht falsch, Aber der weiß, was damit gemeint ist.

      0:22:40–0:22:44

      Und der Traditionstyp, so wie ich ihn kennengelernt habe, der weiß auch,

      0:22:44–0:22:46

      was damit gemeint ist. Also wie gesagt…

      0:22:47–0:22:50

      Ich habe mir die Ernährungswirtschaft angeschaut und da eben Landwirte und die

      0:22:50–0:22:53

      haben einen Naturbezug, die haben einen Bezug zu Kreisläufen,

      0:22:53–0:22:58

      die haben ganz viele kindliche Bezüge auch zu ihrem Beruf und so weiter,

      0:22:58–0:23:01

      also so kindliche Erinnerungen und deshalb Resonanz.

      0:23:01–0:23:07

      Aber im Moment sind die so hingekotzt von der Struktur, in der sie strecken,

      0:23:07–0:23:10

      dass sie eher in einer Feindseligkeit gegenüber der Welt stehen.

      0:23:10–0:23:17

      Also dass sie alles wirklich als ungerecht und ablehnend und schlecht und zukunftslos,

      0:23:17–0:23:21

      perspektivlos erfahren und deshalb wahnsinnig wütend sind oftmals,

      0:23:21–0:23:24

      weil sie eigentlich keine Chance haben, mehr weiter zu existieren.

      0:23:24–0:23:29

      Sie schaffen es nicht, einfach ihr Dasein, ihre Existenz zu erhalten und sind

      0:23:29–0:23:30

      gezwungen, sich zu verändern.

      0:23:30–0:23:33

      Und meistens eben, weil die Strukturen so sind, wie sie sind,

      0:23:33–0:23:36

      in Richtung Markttyp, Wachse oder Weiche.

      0:23:37–0:23:41

      Aber es gibt eben auch die Richtung Transformationstyp. Das sind dann die solidarischen

      0:23:41–0:23:45

      Landwirtschaften, die dann auch mit Problemen konfrontiert sind,

      0:23:45–0:23:46

      weil Pioniere und so weiter.

      0:23:46–0:23:50

      Aber da gibt es eine Transformationsmöglichkeit.

      0:23:51–0:23:55

      Und der Markttyp, der ist eigentlich eher in der Gleichgültigkeit gegenüber

      0:23:55–0:24:02

      der Welt und auch seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und auch seiner Tätigkeit gegenüber unterwegs.

      0:24:02–0:24:07

      Also der spürt nicht, ich pauschalisiere sehr, es sind Idealtypen,

      0:24:07–0:24:12

      da gibt es viele Graubereiche zwischendrin und so weiter und viele Ausnahmen,

      0:24:12–0:24:16

      die die Regeln bestätigen, aber im Idealtyp gesprochen ist der,

      0:24:16–0:24:20

      genau, identifiziert er sich jetzt nicht groß mit seinem Beruf,

      0:24:20–0:24:26

      ist in der Gleichgültigkeit der Welt gegenüber und nicht in der Resonanz.

      0:24:26–0:24:29

      Das ist das Erste, es wird jetzt so ein kleiner Monolog.

      0:24:30–0:24:32

      Das Zweite ist die, dass.

      0:24:34–0:24:36

      Eine gemeinsinnige Ausrichtung, also.

      0:24:37–0:24:43

      Also gemein im Sinne von, man denkt über gesellschaftliche Probleme nach,

      0:24:43–0:24:47

      man denkt für Gemeinschaften mit, man denkt nicht nur aus der Ich-Perspektive,

      0:24:47–0:24:54

      man denkt regional eingebunden, man handelt regional eingebunden und eben mit

      0:24:54–0:24:56

      einer Vision für Gesellschaft,

      0:24:56–0:25:00

      mit einer hohen Identifikation, auch mit Gemeinschaft.

      0:25:00–0:25:07

      Genau und in Vertrauen auch zu Gemeinschaft und zugewandt zur Gesellschaft sozusagen.

      0:25:07–0:25:11

      Und Gemeinsinn wird eigentlich auch immer sichtbar.

      0:25:11–0:25:15

      Beispiel war diese schlimme Katastrophe im Ahrtal.

      0:25:15–0:25:19

      Da haben auch gerade der Traditionstyp, also ich will das gar nicht nur dem

      0:25:19–0:25:25

      Transformationstyp zuschreiben, diese Werte. Auch der Traditionstyp ist sozusagen

      0:25:25–0:25:28

      ein sehr gemeinsinniger Typ, weil er sehr in Gemeinschaft noch denkt.

      0:25:28–0:25:34

      Also Landwirte haben damals Dorfgemeinschaften geprägt und diese Menschen sind

      0:25:34–0:25:38

      es, die dann im Katastrophenfall eben da sind und für die Gemeinschaft einstehen

      0:25:38–0:25:41

      und helfen einfach und unterstützen.

      0:25:41–0:25:48

      Und das sozusagen nicht nur, also der Transformationstyp ist quasi dauerhaft im Katastrophenfall,

      0:25:48–0:25:54

      weil der sieht diese Katastrophe, die Klimakrise kommen und der handelt vorausschauend

      0:25:54–0:25:59

      auf diese Krise, versucht er möglichst gemeinsinnig Strukturen aufzubauen,

      0:25:59–0:26:00

      die auch in den Krisen tragen.

      0:26:00–0:26:03

      Das ist ja auch Teil der Arbeit des Myceliums. Vielleicht willst du auch da

      0:26:03–0:26:04

      nochmal einhaken, Timo.

      Timo
      0:26:04–0:26:09

      Also was ich einfach merke, während ich in diesem Podcast sitze,

      0:26:09–0:26:14

      in dieser Aufnahme, dass meine Sympathien für den Traditionstypen immer weiter steigen.

      0:26:14–0:26:19

      Ich sehe ihn tatsächlich immer mehr, teilweise auch ein bisschen als sowas,

      0:26:19–0:26:20

      als eine tragische Figur.

      0:26:21–0:26:25

      Und meine Gedanken gehen eigentlich immer mehr dahin, dass es eigentlich auch

      0:26:25–0:26:30

      Aufgaben von Transformationstypen ist, eigentlich Koalitionen mit den Traditionstypen zu schließen.

      0:26:30–0:26:37

      Also ich habe eine Aufnahme von Thilo Jung gesehen mit einer jungen Vertreterin

      0:26:37–0:26:41

      von einem Bauernverband und da stand er so davor und hat gesagt,

      0:26:41–0:26:46

      hört mal zu, wir haben mal geguckt, welche Parteien eigentlich eure Ziele unterstützen.

      0:26:46–0:26:52

      Und Parteien, die das nicht tun, ist die CDU, ist die FDP, SPD.

      0:26:53–0:26:56

      Und am meisten Überschneidungen habt ihr tatsächlich mit Linkspartei und Grünen.

      0:26:56–0:27:02

      Aber ihr macht zusammen mit den großen Konzernen, die nicht eure Interessen

      0:27:02–0:27:05

      vertreten, Stimmungen gegen die, die eigentlich auf eurer Seite stehen.

      0:27:06–0:27:09

      Und da merke ich eigentlich auch gerade, dass wir eigentlich gerade,

      0:27:10–0:27:14

      kommt auch ein bisschen wieder der Soziologe hier durch, eigentlich in einem Klima sind,

      0:27:14–0:27:18

      wo die richtig großen Konzerne, also wenn es mal richtig auf die Spitze treibt,

      0:27:18–0:27:23

      also Menschen, die den, also krasse Markttypen, im Grunde den Traditionstyp

      0:27:23–0:27:27

      und den Transformationstyp gegeneinander ausspielen. Und das gerade mit großem Erfolg.

      Hannah Heller
      0:27:28–0:27:29

      Ja, toll.

      Timo
      0:27:29–0:27:31

      Obwohl die jetzt nicht eigentlich viel zu sagen haben.

      Hannah Heller
      0:27:31–0:27:35

      Genau, die haben viele Überschneidungen, gerade auf der Werte-Ebene und von

      0:27:35–0:27:39

      dem, was sie auch an Zielen anstreben, weil der Traditionstyp ist eigentlich

      0:27:39–0:27:42

      total zukunftsorientiert, weil der will nämlich,

      0:27:43–0:27:46

      Tradition, und jetzt kann man irgendwie das aus dem Lateinischen ableiten,

      0:27:46–0:27:49

      ich sage jetzt nicht das lateinische Wort, weil das sage ich sicher falsch,

      0:27:51–0:27:56

      Tradare oder so, Tradire, aber das heißt sozusagen in die Zukunft überführen,

      0:27:56–0:27:58

      an die nächste Generation übergeben, erhalten.

      0:27:58–0:28:05

      Also es ist eigentlich was total zukunftsgerichtetes, was sie als Ziel verfolgen,

      0:28:05–0:28:07

      nämlich den Erhalt für die nächste Generation.

      0:28:07–0:28:13

      Und sei es der eigene Betrieb, sei es die eigene Tradition, sei es der eigene Beruf sozusagen,

      0:28:15–0:28:21

      die dann eben aber auch sozusagen ein bisschen in Abgrenzung zum Transformationstyp

      0:28:21–0:28:25

      Rollenbilder, also solche Dinge dann eben auch.

      0:28:26–0:28:31

      Also bestimmte Traditionen im, ja, das sage ich jetzt mal als Frau,

      0:28:31–0:28:33

      wo ich sagen würde, gut, da könnten wir schon mal ein bisschen,

      0:28:33–0:28:36

      die müssen wir nicht unbedingt erhalten in der Zukunft.

      Timo
      0:28:37–0:28:40

      Total spannend. Also was ich jetzt ja gerade halt zum Beispiel merke,

      0:28:40–0:28:43

      ich habe ja diesen Christian Lindner vor Augen, wie er vor den Bauern spricht.

      0:28:44–0:28:48

      Und er hat ja diesen Auftritt bei den Bauernprotesten gehabt,

      0:28:48–0:28:53

      wo er die ganze Zeit auf Hartz-IV-Empfänger eingetroschen hat und wo er im Grunde

      0:28:53–0:28:57

      auf die also auf die Grünen quasi an den Panger gestellt hat, so,

      0:28:58–0:29:02

      Und dieses Bild ist mir eigentlich jetzt gerade super präsent und es macht mir

      0:29:02–0:29:06

      eigentlich nur deutlich, der Traditionstyp ist ja eigentlich an sich auch nicht

      0:29:06–0:29:08

      immer Anhänger des Marktes gewesen.

      0:29:08–0:29:13

      Die haben ja auch die größte Zeit ihrer Existenz über Jahrtausende,

      0:29:13–0:29:16

      in Anführungsstrichen, wenn man, keine Ahnung, wenn man so weit zurückgeht,

      0:29:16–0:29:20

      aber auch, ich bin selber auf dem Dorf aufgewachsen, da hat die Gemeinschaft

      0:29:20–0:29:21

      eine viel größere Rolle gespielt.

      0:29:21–0:29:26

      Ich habe ein altes Buch gefunden, mein Opa, meine ganze Familie war ein Müller

      0:29:26–0:29:30

      und auch der Vorfahre von meinem Ur-Opa.

      0:29:30–0:29:34

      Da gab es ein uraltes Buch und da wurde quasi mit Hühnern bezahlt.

      0:29:35–0:29:38

      Also so viel zum Thema Markt. Und warum wurde diese Bezahlung akzeptiert?

      0:29:38–0:29:40

      Naja, weil man Teil einer Gemeinschaft war. Ja, so.

      0:29:42–0:29:48

      Und da merke ich einfach, und das finde ich jetzt gerade sehr,

      0:29:48–0:29:55

      sehr spannend, dass, warum, also ich glaube, die Markttypen haben eigentlich

      0:29:55–0:29:56

      auch Angst vor den Traditionstypen.

      0:29:56–0:30:00

      Und zwar genau deswegen, weil sie sagen, also weil sie sagen,

      0:30:00–0:30:03

      wenn es da eine Koalitionsgabe aus Traditionstypen und Transformationstypen,

      0:30:03–0:30:05

      dann hätten wir potenziell ein Problem.

      0:30:05–0:30:08

      Weil es gibt ja in Deutschland unglaublich viele Traditionstypen,

      0:30:08–0:30:16

      also diese ganzen Familienunternehmen und so weiter, die per se nicht ganz entschlossen sind.

      0:30:16–0:30:21

      Und da hetzt es im Grunde Markttypen und das ist also Christian Lindner Typen,

      0:30:21–0:30:26

      die formal liberal sind, nutzen eigentlich, also jetzt wird es halt ein bisschen

      0:30:26–0:30:29

      komplex, weil diese Schieberegler nicht mehr richtig funktionieren.

      0:30:29–0:30:37

      Also so jemand wie Christian Lindner nutzt so Sozialneid-Debatten,

      0:30:37–0:30:41

      also aber von oben nach unten getreten und versucht damit, den Traditionstypen

      0:30:41–0:30:43

      vom Transformationstyp einfach fernzuhalten.

      0:30:43–0:30:48

      Und auch, ich glaube, eher subtile natürlich Einwanderungsgeschichten,

      0:30:48–0:30:54

      wo eigentlich eine liberale Partei eine andere Position haben müsste und auch

      0:30:54–0:30:57

      so Sachen wie Gendern, das machen die nicht so laut.

      0:30:58–0:31:03

      Ja, aber wann haben wir denn Christian Lindner mal fürs Gendern eintreten hören

      0:31:03–0:31:06

      oder so, ne? Also das ist so, ist eher so eine subtile Geschichte.

      0:31:07–0:31:12

      Und das finde ich, glaube ich, nochmal sehr spannend, wo man sich auch,

      0:31:12–0:31:16

      also wenn man es mal jetzt auf den Punkt bringt und nicht durch die Blume deutet,

      0:31:16–0:31:23

      die, ich glaube, ich lasse mal diesen Punkt an der Stelle so stehen und das

      0:31:23–0:31:25

      sagt mir einfach, ich glaube, es ist einfach auch zu gucken,

      0:31:25–0:31:27

      wo sind denn Koalitionen tendenziell möglich?

      0:31:29–0:31:32

      Und was können eigentlich Transformationstypen machen? Und ich glaube,

      0:31:32–0:31:33

      das ist so ein bisschen die Sache.

      0:31:33–0:31:36

      Es ist auch Aufgabe der Transformationstypen, diese Koalition zu schlagen,

      0:31:36–0:31:42

      weil die Traditionalisten vielleicht in Teilen dazu nicht in der Lage sind.

      Hannah Heller
      0:31:44–0:31:47

      Ja, toll. Also ich unterschreibe alles, was du sagst.

      0:31:47–0:31:53

      Ich nicke die ganze Zeit ganz heftig, weil es tatsächlich so ist,

      0:31:53–0:31:56

      auch unter den klassischen UnternehmerInnen sozusagen von mittelständischen

      0:31:56–0:31:58

      Unternehmen gibt es Menschen,

      0:31:58–0:32:04

      die Traditionstyp sind und nicht Markttyp, weil sie total für die Gemeinschaft

      0:32:04–0:32:07

      ihres Unternehmens, für die Familien, die dahinterstehen und so weiter eintreten

      0:32:07–0:32:11

      und eben nicht sozusagen profitorientiert dann Arbeitsplätze reduzieren.

      0:32:11–0:32:14

      Von jetzt auch nachher, wie Elon Musk jetzt gerade hier bei Tesla macht zum

      0:32:14–0:32:17

      Beispiel, sondern ganz klar haben, da stehen Familien dahinter,

      0:32:17–0:32:23

      die sind meinem Unternehmen loyal gegenüber, ich bin denen loyal gegenüber und dieses gemeinsinnige,

      0:32:24–0:32:28

      gemeinschaftsorientierte und aber auch sozusagen sich ihrer gesellschaftlichen

      0:32:28–0:32:31

      Verantwortung sich total bewusst sind.

      0:32:31–0:32:35

      Und noch ein Wert, einer von diesen Vieren,

      0:32:36–0:32:41

      die einen Transformationstyp ausmachen, aber würde ich eben auch sagen,

      0:32:42–0:32:47

      trifft auch auf den Traditionstyp zu, nämlich diese Ausrichtung nach qualitativer Freiheit.

      0:32:47–0:32:49

      Und jetzt muss ich mal kurz nochmal.

      0:32:51–0:32:55

      Ausholen, was Freiheit bedeuten kann, weil es kann einerseits bedeuten,

      0:32:55–0:32:58

      ich nehme sozusagen die Strukturen hin,

      0:32:58–0:33:02

      wie sie sind und gehe in den Supermarkt und wähle aber zwischen dem Käse,

      0:33:02–0:33:08

      der billiger ist und dem Käse, der teurer ist oder der hochwertigeren Tiefkühlpizza

      0:33:08–0:33:11

      und der weniger hochwertigen Tiefkühlpizza.

      0:33:11–0:33:15

      Aber ich kann mich nicht grundsätzlich gegen den Supermarkt entscheiden,

      0:33:15–0:33:18

      weil das sind einfach die Strukturen, die gegeben sind.

      0:33:18–0:33:20

      Und das ist eine quantitative Freiheit,

      0:33:20–0:33:26

      also eine Grenzenlosigkeit in den Wahlmöglichkeiten, die ich habe.

      0:33:26–0:33:30

      Aber ich kann sozusagen nicht, und das wäre die qualitative Freiheit,

      0:33:30–0:33:33

      ich kann sozusagen nicht über die Qualität meines Lebens bestimmen,

      0:33:33–0:33:38

      weil ich nicht über die Strukturen hinausdenke, die da existieren und nicht

      0:33:38–0:33:43

      mich für einen anderen Lebensstil entscheiden kann, zum Beispiel der nicht mit

      0:33:43–0:33:44

      diesen Strukturen konform ist.

      0:33:44–0:33:51

      Und diese qualitative Freiheit, die trägt eben wirklich nicht eine Wahl von

      0:33:51–0:33:54

      Möglichkeiten in sich, sondern eine Entscheidungsfreiheit.

      0:33:54–0:33:59

      Heißt, ich kann wirklich selbstorganisiert in Eigenverantwortung entscheiden,

      0:34:00–0:34:02

      wie ich mein Leben leben will.

      0:34:03–0:34:07

      Und das hat auch viel mit Bildung zu tun, das hat auch viel mit Befähigung zu

      0:34:07–0:34:12

      tun, also überhaupt nur diese Möglichkeiten wahrzunehmen, auch außerhalb des Supermarks,

      0:34:13–0:34:17

      Lebensmittel zum Beispiel sich zu organisieren oder zu sagen,

      0:34:17–0:34:22

      ich will diese Großkonzernstrukturen nicht mittragen und organisiere mich anders in Gemeinschaft,

      0:34:22–0:34:28

      aber diese Freiheit wirklich selbstständig entscheiden zu können und das ist

      0:34:28–0:34:32

      sozusagen auch wieder ein Wert, den Transformations- und Traditionstyp miteinander

      0:34:32–0:34:36

      teilen, weil auch dem Traditionstyp ist diese Selbstständigkeit,

      0:34:36–0:34:39

      diese Eigenverantwortung, wie bestelle ich mein Land,

      0:34:40–0:34:43

      wie führe ich bestimmte Dinge aus, wie gehe ich mit meinen Tieren um, total wichtig.

      0:34:43–0:34:46

      Und das ist auch was, was verloren gegangen ist über die letzten Jahrzehnte,

      0:34:46–0:34:48

      einfach durch eine hohe.

      0:34:49–0:34:55

      Ja, durch viel Standardisierung, durch viele Vorgaben, weil der Traditionstyp

      0:34:55–0:35:01

      im Gegensatz zum Transformationstyp, der ist eben schon innerhalb der Strukturen etabliert.

      0:35:01–0:35:04

      Der wird immer mitreguliert, während der Transformationstyp,

      0:35:04–0:35:10

      der sozusagen in der Nische noch unter der Erde sich sozusagen sein eigenes Systemchen baut,

      0:35:10–0:35:13

      seine eigenen sozialen Praktiken irgendwie organisiert und sich noch sozusagen

      0:35:13–0:35:18

      rumwienert um die Regulierungen, weil eben noch so klein und weil noch nicht etabliert.

      0:35:19–0:35:24

      Aber da an sozusagen die Eigenverantwortung, diese Freiheit zu appellieren,

      0:35:24–0:35:28

      auch in der Verbindung von Transformation und Tradition halte ich für total,

      0:35:29–0:35:33

      fruchtbar, weil das ist es, was, glaube ich, anspricht beide Typen.

      0:35:33–0:35:36

      Und dann muss man eben schauen, wie schafft man es trotzdem.

      0:35:37–0:35:39

      Regeln zu etablieren in einer,

      0:35:40–0:35:44

      Ja, aber trotzdem mitten im Spielraum sozusagen, die aber dafür sorgen,

      0:35:44–0:35:47

      dass wir sinnvoll mit Natur umgehen, dass wir sinnvoll mit anderen Menschen

      0:35:47–0:35:50

      umgehen. Also bestimmte Standards brauchen wir, denke ich, schon.

      0:35:50–0:35:54

      Aber die Art und Weise, wie wir sie den Menschen auferlegen und was sozusagen

      0:35:54–0:35:59

      ihr eigener Handlungsspielraum noch ist, darüber müssen wir, denke ich, reden.

      0:35:59–0:36:03

      Weil oft weiß es der Staat eben nicht besser als der Landwirt,

      0:36:03–0:36:08

      der schon jahrhundertelang dieses Land bestellt, wie jetzt genau in welcher

      0:36:08–0:36:12

      Größenordnung bestimmte Dinge da passieren oder nicht passieren.

      0:36:13–0:36:15

      Genau. Voll spannend.

      Timo
      0:36:16–0:36:18

      Kann ich an der Stelle ganz kurz diese eine Ergänzung machen?

      0:36:19–0:36:25

      Du hast gerade nebenbei gesagt, der Traditionstyp wird mitreguliert.

      0:36:25–0:36:29

      Und da ist mir wirklich jetzt gerade dieses Licht aufgegangen.

      0:36:29–0:36:33

      Weil das Spannende ist jetzt, zum Beispiel die großen Agrarkonzerne oder die

      0:36:33–0:36:38

      Lebensmittelindustrie lobbyiert zum Beispiel in Europa für eine bestimmte Form

      0:36:38–0:36:43

      von Regulierung der Bauern, die sie gerne hätten, damit sie wiederum ihre Gewinne machen können.

      0:36:44–0:36:51

      Und gleichzeitig schreien aber deren Vertreter und Bauernverband, Schuld sind die Ökos.

      0:36:52–0:36:57

      So. Und das ist im Grunde die Diskussion und der Traditionstyp steckt da drin.

      0:36:57–0:37:02

      Und ich glaube, das ist auch etwas, wo wir als Transformationsmenschen auf eine

      0:37:02–0:37:04

      gewisse Weise sagen müssen, ja, wir finden das zum Beispiel nicht cool,

      0:37:04–0:37:09

      wie die Traditionalisten die Tiere halten. Aber ich glaube, wir müssen verstehen,

      0:37:09–0:37:11

      dass das nicht aus Überzeugung passiert.

      0:37:11–0:37:14

      Also teilweise vielleicht aus Affirmationen, um das zu ertragen,

      0:37:14–0:37:21

      aber dass da auch eine aufgezwungene Entfremdung, die gar nicht aus ihnen selbst heraus entstanden ist.

      0:37:22–0:37:25

      Aber wenn man vielleicht selber nicht Opfer sein will, sagt,

      0:37:25–0:37:27

      das ist halt so und so weiter.

      0:37:27–0:37:31

      Aber ich glaube, diese strategische Koalition, dafür finde ich deine Arbeit

      0:37:31–0:37:35

      sehr wertvoll und auch diese Typen, um einfach sich beginnen zu können,

      0:37:35–0:37:38

      sich darin zu positionieren, um halt Koalitionen zu schmieden.

      Hannah Heller
      0:37:40–0:37:44

      Ja und oft, vielleicht eine Ergänzung noch, oft ist es auch gar nicht der Staat,

      0:37:44–0:37:47

      der jetzt zum Beispiel die Landwirte, in meinem Fall, den ich untersucht habe,

      0:37:48–0:37:52

      reguliert, sondern tatsächlich die großen Lebensmittelhandelsketten.

      0:37:53–0:37:59

      Also die setzen dann Qualitätsstandards und denen müssen dann die Landwirte

      0:37:59–0:38:02

      folgen oder es sind eben die Großkonzerne, die über Lobbyismus dann auf den

      0:38:02–0:38:05

      Staat Einfluss nehmen, wie du es gesagt hast. Also, ja.

      0:38:06–0:38:11

      Genau. Und letzter Wert, dann höre ich auf mit dem Monolog. Und da würde ich

      0:38:11–0:38:13

      sagen, ist eben der Transformationstyp schon nochmal,

      0:38:13–0:38:18

      unterscheidet sich schon nochmal von den anderen Typen, ist nämlich Gleichberechtigung

      0:38:18–0:38:22

      oder Gleichwertigkeit als Wert. Genau.

      0:38:23–0:38:31

      Dass man eben allen Menschen sehr auf Augenhöhe begegnet und erstmal davon ausgeht,

      0:38:31–0:38:33

      die sind mir gleichberechtigt,

      0:38:33–0:38:41

      die sind gleichwertig mir gegenüber und da eben andere Praktiken der Kommunikation einübt,

      0:38:42–0:38:45

      Transparenz in Organisationen herstellt,

      0:38:45–0:38:50

      Organisationsstrukturen etabliert, die eben diese Gleichberechtigung ermöglichen.

      0:38:50–0:38:55

      Und das heißt ja nicht, dass jeder sozusagen über alles mitentscheidet und wir

      0:38:55–0:38:56

      stundenlang im Plenum sitzen,

      0:38:56–0:39:03

      das will ich ja auch nochmal betonen, aber dass jeder grundsätzlich erstmal die Möglichkeit hat,

      0:39:03–0:39:10

      sich in diese Entscheidungsfähigkeit, in diese Position zu bringen,

      0:39:10–0:39:14

      auch in diese Entscheidungsfähigkeit zu kommen. Genau.

      0:39:15–0:39:18

      Und das ist sozusagen was, diese Gleichberechtigung, diese Gleichwertigkeit

      0:39:18–0:39:21

      ist schon was, was sich stark unterscheidet

      0:39:21–0:39:25

      vom Markttyp und auch dem Traditionstyp, weil beide Typen eher,

      0:39:26–0:39:32

      also man würde jetzt im Fachjargon konformistisch oder sogar autoritär sozusagen entscheiden.

      0:39:32–0:39:36

      Also es gibt im Supermarkt einen Finialeiter und der organisiert eben die anderen

      0:39:36–0:39:38

      und da gibt es auch nichts zu diskutieren.

      0:39:38–0:39:43

      Es gibt, wenn du Glück hast, einen Betriebsrat, aber auch beim Traditionstyp

      0:39:43–0:39:47

      gibt es eben meistens einen Chef, der bestimmt und dann ist es eben so.

      0:39:47–0:39:51

      Und die anderen, gerade ganz unten an die Kette geschaut, die Saisonarbeiter,

      0:39:52–0:40:00

      Saisonarbeiterinnen können da nichts mitbestimmen oder einbringen,

      0:40:00–0:40:05

      während diese transformativen Organisationen eben sehr stark überlegen,

      0:40:05–0:40:08

      wie binden wir wirklich alle betroffenen Personen von der Entscheidung,

      0:40:08–0:40:11

      betroffenen Personen mit in die Entscheidungen ein.

      0:40:11–0:40:16

      Nein, da hatte ich auch einen ganz spannenden Fall, vielleicht noch eine Anekdote.

      0:40:16–0:40:19

      War eigentlich ein Unternehmen, Gemeinschaftsgärten.

      0:40:21–0:40:25

      Ja, aufgebaut hat, aber nebenbei auch Gartenbau woanders gemacht hat.

      0:40:26–0:40:32

      Die hatten einen Mitarbeiter auf dieser Fläche, wo sie unbedingt wollten,

      0:40:32–0:40:35

      dass der auch Vereinsmitglied wird und damit Gesellschafter von dieser GmbH

      0:40:35–0:40:38

      und damit genauso entscheidungsberechtigt wie alle anderen.

      0:40:38–0:40:41

      Und der hat sich einfach geweigert. Der hat gesagt, nö, ich will kein Mitglied werden.

      0:40:41–0:40:44

      Ich will hier ganz, das war so ein Traditionstyp, würde ich sagen.

      0:40:44–0:40:46

      Der hat gesagt, ich will hier einfach nur Angestellter sein.

      0:40:46–0:40:49

      Ich will hier gesagt bekommen, was ich tun soll und dann mache ich das.

      0:40:49–0:40:54

      Und der war dieser ganzen Organisation mega loyal gegenüber und hat mega gut

      0:40:54–0:40:56

      seine Arbeit gemacht und war immer da, wenn man ihn gebraucht hat.

      0:40:56–0:41:04

      Also total gemeinsinnig und genau, aber der wollte einfach nicht in diese Gleichberechtigung

      0:41:04–0:41:07

      hinein, sondern der wollte da einfach nochmal Angestellte haben.

      0:41:07–0:41:11

      Und das ist dann auch okay, auch wenn es dem Transformationsteam dann irgendwie

      0:41:11–0:41:13

      widerstrebt, hier so einen normalen Angestellten zu haben, der einfach nur seinen

      0:41:13–0:41:18

      Lohn bekommt und arbeitet, aber genau, auch das Das ist, denke ich,

      0:41:18–0:41:19

      möglich auf Augenhöhe miteinander.

      0:41:19–0:41:24

      Der war dann trotzdem natürlich qualitativ viel freier, als wenn er für ein

      0:41:24–0:41:28

      Standardunternehmen gearbeitet hätte, weil am Ende wurde ihm dann halt doch

      0:41:28–0:41:30

      gesagt, jetzt schaust du mal, wie du machst, du weißt eh am besten,

      0:41:30–0:41:31

      wie du es machst. Guckst du halt mal.

      0:41:32–0:41:35

      Genau, das fand ich aber sehr sympathisch so als Beispiel.

      Timo
      0:41:36–0:41:39

      Was man daran ja wiederum merkt, ist, dass das, was wir alle zusammen lernen

      0:41:39–0:41:42

      müssen, ja eher darum geht, dass die Transformation auf der Beziehungsebene

      0:41:42–0:41:44

      und nicht vom Status abhängig ist.

      0:41:46–0:41:51

      Weil es ist ja faktisch wichtig, wie es gelebt wird und wie du gesagt hast,

      0:41:51–0:41:55

      wie viel Freiheit, wie viel Resonanz daraus entsteht.

      0:41:55–0:41:59

      Und es ist weniger wichtig, ob das Anstellungsverhältnis jetzt Mitgesellschafter

      0:41:59–0:42:03

      oder doch Angestellter ist, wenn das selbstbestimmt ist wiederum.

      0:42:03–0:42:07

      Also das sorgt halt aber wiederum bei allen Beteiligten halt dafür,

      0:42:07–0:42:11

      dass sie halt auch wirklich nicht nur quasi äußeren Wandel betreiben,

      0:42:11–0:42:14

      also dieses Status festhaltbare,

      0:42:14–0:42:17

      das was auch, ich glaube, ich auch den Staat immer so in dem Wahnsinn treibt,

      0:42:17–0:42:23

      wenn er mit Transformationsakteuren zu tun hat, dann lieber irgendwie über Innovationsfonds

      0:42:23–0:42:27

      in Stuttgart, Stuttgart hat einen großen Innovationsfonds, 50 Millionen Euro.

      0:42:27–0:42:30

      Also da wird natürlich alles gefördert, was Ergebnisse bringt.

      0:42:30–0:42:34

      Im Zweifelsfall 20 Seatboards irgendwo hingeworfen, aber nicht zu crazy Konzepte,

      0:42:34–0:42:36

      wo der Outcome nicht ganz klar ist.

      0:42:38–0:42:40

      Und das ist halt zum Beispiel halt einfach auch das Spannende,

      0:42:40–0:42:44

      wo wir jetzt eigentlich dann glaube ich auch gleich dazu kommen,

      0:42:44–0:42:49

      welche Strukturen brauchen wir denn wirklich,

      0:42:49–0:42:54

      damit wirklich Innovation passiert passiert und halt nicht Schein-Innovationen

      0:42:54–0:42:58

      oder so Theater-Innovationen halt eben getrieben werden,

      0:42:59–0:43:03

      wo es sich dann halt wieder um Transformationstypen quasi um die Passat-Grund

      0:43:03–0:43:05

      prügeln und nicht das tun, was sie eigentlich gerne tun möchten.

      0:43:06–0:43:09

      Das ist, glaube ich, auch nochmal was. Also das muss auch so sein,

      0:43:09–0:43:14

      wir haben jetzt viel darüber geredet, wie der Traditionstyp quasi mitreguliert wird von den Konzernen.

      0:43:15–0:43:20

      Aber faktisch ist es so, jedes Mal, wenn Google eine coole Förderung rausbringt,

      0:43:20–0:43:24

      regulieren sie auch das Feld der Transformationstypen, weil sie eben zeigen,

      0:43:24–0:43:27

      wofür es Geld gibt und wofür nicht.

      0:43:27–0:43:30

      Und das ist, glaube ich, auch wichtig. Wir werden alle mit reguliert,

      0:43:30–0:43:32

      um halt auch eine Lanze zu brechen.

      Tobias
      0:43:33–0:43:37

      Ja, da hat auch der Timo jetzt eigentlich so den Ball, wie soll man sagen,

      0:43:37–0:43:42

      den Aufschlag gemacht zum eigentlichen Thema des Podcasts Systemdienstleister.

      0:43:42–0:43:47

      Da wollte jetzt die Hanna, die scharrt schon mit den Hufen, drauf eingehen.

      Hannah Heller
      0:43:47–0:43:51

      Ja, weil, genau. Du kannst jetzt eben sagen,

      0:43:51–0:43:58

      Transformation oder die Institutionalisierung von transformativen Praktiken,

      0:43:58–0:44:05

      also dass transformatives Handeln sozusagen von der Nische ins System übergeht,

      0:44:06–0:44:12

      das hängt jetzt ab an so großen Akteuren wie Google oder dem Staat und deren

      0:44:12–0:44:17

      Förderkriterien und was sie sich vorstellen, was irgendwie transformativ ist und was nicht.

      0:44:17–0:44:20

      Ja, können wir drauf warten, können wir uns drauf bewerben, können wir machen,

      0:44:20–0:44:22

      können wir uns verbiegen für.

      0:44:22–0:44:24

      Aber es gibt eben auch noch eine andere Gruppe.

      0:44:25–0:44:33

      Die ich so ein bisschen zwischen Markt, Tradition und Transformation sehe.

      0:44:33–0:44:36

      Und das sind die Systemdienstleister. Warum sind die so dazwischen?

      0:44:37–0:44:43

      Weil die einerseits schon wie der Markttyp etabliert sind und auch nach Wachstum streben.

      0:44:43–0:44:49

      Also die wollen sich ausbreiten. Die haben schon sozusagen die Strukturen,

      0:44:49–0:44:53

      die Geschäftsmodelle, um sich auszubreiten und zu wachsen.

      0:44:54–0:44:57

      Dann sind sie aber auch ganz stark verbunden mit der Tradition,

      0:44:57–0:45:00

      weil sie ganz stark nach Erhalt streben.

      0:45:01–0:45:05

      Sie kämpfen oft für die kleinen selbstständigen Betriebe, die da draußen sind

      0:45:05–0:45:09

      und wollen eigentlich mit ihrer Arbeit, die sie tun, die erhalten.

      0:45:09–0:45:13

      Und dann sind sie aber total transformativ, weil sie haben eine Vision von einer anderen Gesellschaft.

      0:45:13–0:45:20

      Sie tragen diese Werte in sich, sind eigentlich transformativ von ihrem Mindset her, sage ich mal.

      0:45:21–0:45:27

      Und diese Systemdienstleister, die gibt es da draußen schon und ich würde auch sagen,

      0:45:27–0:45:32

      dass wir als Mycelium ein solcher Systemdienstleister sind und diese Systemdienstleister

      0:45:32–0:45:38

      können eben die Rolle von Google und Start und so weiter ersetzen und sagen, okay,

      0:45:38–0:45:44

      wir in einem bestimmten Bereich sichern jetzt einfach Ressourcen, Wissen,

      0:45:44–0:45:52

      Praktiken, Erfahrungen und geben die sozusagen raus an die Transformationsakteure,

      0:45:52–0:45:54

      dass ich sozusagen wie ein Schema F,

      0:45:54–0:46:00

      ich würde jetzt, meine Arbeit habe ich geschrieben, horizontal vervielfältigt,

      0:46:00–0:46:06

      also ein Standard geht an ganz viele kleine Pioniere des Wandels und alle machen

      0:46:06–0:46:08

      sozusagen diesen Standard mit, weil es eben einfacher ist,

      0:46:08–0:46:11

      als den Standard immer wieder selbst zu erfinden.

      0:46:11–0:46:16

      Also zum Beispiel unser gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell geben wir jetzt

      0:46:16–0:46:21

      als Standard an ganz viele Unternehmen und fallen daran und werden dadurch immer

      0:46:21–0:46:23

      besser, weil wir Erfahrungen sammeln mit diesem Geschäftsmodell,

      0:46:24–0:46:25

      werden mit den Unternehmen immer besser.

      0:46:26–0:46:30

      Aber es ist irgendwo schon eine Standardisierung, die wir da vornehmen.

      0:46:30–0:46:36

      Und so gibt es eben noch ganz viele, in Anführungszeichen, andere Systemdienstleister,

      0:46:36–0:46:41

      Dienstleister, die sozusagen in anderen Bereichen der Dienstleistung dann unterwegs sind und.

      0:46:42–0:46:48

      Transformative Akteure unterstützen, ihre Ideen zu etablieren,

      0:46:48–0:46:54

      zu institutionalisieren, ins System zu bringen, aber auch und das ist das Spannende

      0:46:54–0:46:55

      vielleicht, die dabei helfen.

      0:46:57–0:47:01

      Markttypen, die sozusagen vielleicht gar nicht freiwillig Markttyp sind,

      0:47:01–0:47:05

      sondern einfach sich den Strukturen angepasst haben, dabei zu unterstützen,

      0:47:05–0:47:09

      rauszukommen aus diesen Marktstrukturen und transformativer handeln zu können.

      0:47:11–0:47:14

      Und Traditionstypen eben auch dabei unterstützen, sich zu erhalten,

      0:47:14–0:47:18

      indem sie eben nicht Wachse oder Weiche zum Markttyp überwechseln,

      0:47:18–0:47:21

      sondern indem sie eben Richtung Transformationstyp sich bewegen.

      0:47:21–0:47:27

      Und da sind die Systemdienstleister ganz zentral. und da kann ich auch gerne

      0:47:27–0:47:28

      noch ein paar Beispiele nennen.

      0:47:29–0:47:32

      Aber wir können auch gerne auf das Beispiel Mycelium eingehen.

      Tobias
      0:47:33–0:47:36

      Ja, da wäre jetzt meine Frage, wie du auch gesagt hast, okay,

      0:47:36–0:47:38

      du gibst das an die Transformationstypen weiter.

      0:47:39–0:47:44

      Das ist ja, wie soll ich sagen, da läufst du ja offene Türen ein, denke ich mal.

      0:47:44–0:47:50

      Aber wie ist das auch gerade für Timo und dich in der Arbeit als Systemdienstleister,

      0:47:44–0:47:50

      Aber wie ist das auch gerade für Timo und dich in der Arbeit als Systemdienstleister,

      0:47:50–0:47:54

      als Mycelium, wenn ihr halt Markttypen oder Transformationstypen begegnet?

      0:47:50–0:47:54

      als Mycelium, wenn ihr halt Markttypen oder Transformationstypen begegnet?

      0:47:54–0:47:59

      Weil die müsst ihr ja erstmal, ich will es nicht überzeugen nennen, aber ich sage mal so,

      0:47:54–0:47:59

      Weil die müsst ihr ja erstmal, ich will es nicht überzeugen nennen, aber ich sage mal so,

      0:47:59–0:48:04

      ja, ich merke das selber, wenn ich Menschen von Solawi erzähle,

      0:47:59–0:48:04

      ja, ich merke das selber, wenn ich Menschen von Solawi erzähle,

      0:48:04–0:48:08

      kommt da erstmal so eine Ablehnung, bis ich so ein bisschen erzählt habe und

      0:48:04–0:48:08

      kommt da erstmal so eine Ablehnung, bis ich so ein bisschen erzählt habe und

      0:48:08–0:48:10

      dann kriegt man sie vielleicht.

      0:48:08–0:48:10

      dann kriegt man sie vielleicht.

      0:48:11–0:48:14

      Und plötzlich sind sie angemeldet und sind Mitglied.

      0:48:11–0:48:14

      Und plötzlich sind sie angemeldet und sind Mitglied.

      0:48:15–0:48:19

      Ja, wie ist das bei euch so in der alltäglichen Arbeit, in der Begegnung mit diesen Typen?

      0:48:15–0:48:19

      Ja, wie ist das bei euch so in der alltäglichen Arbeit, in der Begegnung mit diesen Typen?

      Timo
      0:48:20–0:48:24

      Ja, ich glaube, wir müssen nochmal eine Werbung machen für deine Podcast-Folge

      0:48:20–0:48:24

      Ja, ich glaube, wir müssen nochmal eine Werbung machen für deine Podcast-Folge

      0:48:24–0:48:27

      mit dem Psychologen for Future oder Psychologinnen for Future.

      0:48:24–0:48:27

      mit dem Psychologen for Future oder Psychologinnen for Future.

      0:48:27–0:48:32

      Da gibt es eine sehr schöne Geschichte, wie die erste Person,

      0:48:27–0:48:32

      Da gibt es eine sehr schöne Geschichte, wie die erste Person,

      0:48:32–0:48:36

      die mit dem Fahrrad gekommen ist, zur Arbeit sich darüber lustig gemacht wurde.

      0:48:32–0:48:36

      die mit dem Fahrrad gekommen ist, zur Arbeit sich darüber lustig gemacht wurde.

      0:48:36–0:48:39

      Ach ja, E-Bike. Am Ende fahren sie alle E-Bike.

      0:48:36–0:48:39

      Ach ja, E-Bike. Am Ende fahren sie alle E-Bike.

      0:48:39–0:48:44

      Oder auch diese Geschichte, wie du quasi diese Podcast-Folge dazu geführt hast,

      0:48:39–0:48:44

      Oder auch diese Geschichte, wie du quasi diese Podcast-Folge dazu geführt hast,

      0:48:44–0:48:45

      die Einladung zur Podcast-Folge.

      0:48:44–0:48:45

      die Einladung zur Podcast-Folge.

      0:48:45–0:48:49

      Also wirklich, hört sie euch diese Folge an. Es ist wirklich spannend.

      0:48:45–0:48:49

      Also wirklich, hört sie euch diese Folge an. Es ist wirklich spannend.

      0:48:49–0:48:53

      Dazu geführt hat, wie sie sich überhaupt mit SolaVie beschäftigt haben.

      0:48:49–0:48:53

      Dazu geführt hat, wie sie sich überhaupt mit SolaVie beschäftigt haben.

      0:48:53–0:48:57

      Und die eine Frau hat erzählt, wie dann allein die Einladung schon dazu geführt

      0:48:53–0:48:57

      Und die eine Frau hat erzählt, wie dann allein die Einladung schon dazu geführt

      0:48:57–0:48:59

      hat, dass sie dann wiederum drei andere davon überzeugt hat.

      0:48:57–0:48:59

      hat, dass sie dann wiederum drei andere davon überzeugt hat.

      0:49:00–0:49:04

      Und auch immer für uns die Selbstvergewissung, nee, wir machen hier keinen Laber-Podcast.

      0:49:00–0:49:04

      Und auch immer für uns die Selbstvergewissung, nee, wir machen hier keinen Laber-Podcast.

      0:49:04–0:49:08

      Der Podcast an sich ist auch transformativ. Der Impact-Podcast.

      0:49:04–0:49:08

      Der Podcast an sich ist auch transformativ. Der Impact-Podcast.

      0:49:08–0:49:11

      Ja, und tatsächlich, die Leute, die diesen Podcast ja mit unterstützen,

      0:49:08–0:49:11

      Ja, und tatsächlich, die Leute, die diesen Podcast ja mit unterstützen,

      0:49:11–0:49:15

      mit ihren monatlichen Beiträgen, sorgen dafür, dass wir zumindest einigermaßen

      0:49:11–0:49:15

      mit ihren monatlichen Beiträgen, sorgen dafür, dass wir zumindest einigermaßen

      0:49:15–0:49:17

      kostendeckend hier auch unterwegs sind.

      0:49:15–0:49:17

      kostendeckend hier auch unterwegs sind.

      0:49:17–0:49:20

      Aber vielleicht ganz kurz zu dieser Frage nochmal zurück.

      0:49:17–0:49:20

      Aber vielleicht ganz kurz zu dieser Frage nochmal zurück.

      0:49:21–0:49:26

      Ich glaube, das Spannende ist, und da muss ich jetzt einfach verdammt aufpassen,

      0:49:21–0:49:26

      Ich glaube, das Spannende ist, und da muss ich jetzt einfach verdammt aufpassen,

      0:49:26–0:49:30

      dass mein Gehirn das jetzt voll Kanne auf Hochtouren läuft und ich bin einfach

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      dass mein Gehirn das jetzt voll Kanne auf Hochtouren läuft und ich bin einfach

      0:49:30–0:49:32

      Hanna auch so dankbar für diese traditionellen Typen.

      0:49:30–0:49:32

      Hanna auch so dankbar für diese traditionellen Typen.

      0:49:32–0:49:36

      Ich glaube, ich klammere mal einen klitzekleinen Gedanken aus,

      0:49:32–0:49:36

      Ich glaube, ich klammere mal einen klitzekleinen Gedanken aus,

      0:49:36–0:49:43

      innerhalb der Szene der Transformationstypen könnte man das nochmal mal aufspannen

      0:49:36–0:49:43

      innerhalb der Szene der Transformationstypen könnte man das nochmal mal aufspannen

      0:49:43–0:49:48

      und das macht die Sache total spannend jetzt wieder, weil wenn wir z.B.

      0:49:43–0:49:48

      und das macht die Sache total spannend jetzt wieder, weil wenn wir z.B.

      0:49:48–0:49:51

      Unterwegs sind, wo wir sind, also wir haben z.B.

      0:49:48–0:49:51

      Unterwegs sind, wo wir sind, also wir haben z.B.

      0:49:51–0:49:55

      Kontakt zu den Transformationstypen der 80er Jahre.

      0:49:51–0:49:55

      Kontakt zu den Transformationstypen der 80er Jahre.

      0:49:57–0:50:05

      So, Weltläden, Einzelhandels-Bioläden und so weiter, die haben ihre Kollektiverfahrung

      0:49:57–0:50:05

      So, Weltläden, Einzelhandels-Bioläden und so weiter, die haben ihre Kollektiverfahrung

      0:50:05–0:50:06

      von vielen Jahren zurück.

      0:50:05–0:50:06

      von vielen Jahren zurück.

      0:50:06–0:50:10

      Das sind eigentlich in unserem Segment der Transformationstypen dann wieder

      0:50:06–0:50:10

      Das sind eigentlich in unserem Segment der Transformationstypen dann wieder

      0:50:10–0:50:12

      fast die Traditionalisten, ja.

      0:50:10–0:50:12

      fast die Traditionalisten, ja.

      0:50:12–0:50:15

      Also da hören wir dann halt so Sachen wie, ja, das haben wir doch schon alles

      0:50:12–0:50:15

      Also da hören wir dann halt so Sachen wie, ja, das haben wir doch schon alles

      0:50:15–0:50:19

      schon ausprobiert oder meine Erfahrungen aus 30 Jahren.

      0:50:15–0:50:19

      schon ausprobiert oder meine Erfahrungen aus 30 Jahren.

      0:50:21–0:50:27

      So, kommt alles vor so. Und das Spannende bei denen ist aber tatsächlich,

      0:50:21–0:50:27

      So, kommt alles vor so. Und das Spannende bei denen ist aber tatsächlich,

      0:50:28–0:50:32

      dass die intuitiv schon, also wir können mit denen eine Brücke bauen,

      0:50:28–0:50:32

      dass die intuitiv schon, also wir können mit denen eine Brücke bauen,

      0:50:32–0:50:35

      weil die sich schon daran erinnern, dass sie vor vielen Jahren auch so waren wie wir.

      0:50:32–0:50:35

      weil die sich schon daran erinnern, dass sie vor vielen Jahren auch so waren wie wir.

      0:50:35–0:50:42

      Da geht es eher darum, dass wir ganz stark sagen, hey, und das ist ja wirklich

      0:50:35–0:50:42

      Da geht es eher darum, dass wir ganz stark sagen, hey, und das ist ja wirklich

      0:50:42–0:50:45

      ehrlich gemeint, wir stehen auf euren Schultern.

      0:50:42–0:50:45

      ehrlich gemeint, wir stehen auf euren Schultern.

      0:50:46–0:50:49

      Also wir sind gar nicht gegen euch, sondern das, was ihr, den Weg,

      0:50:46–0:50:49

      Also wir sind gar nicht gegen euch, sondern das, was ihr, den Weg,

      0:50:49–0:50:53

      den ihr vorgetreten habt, der ist halt ermöglicht, dass es solche Leute wie uns gab.

      0:50:49–0:50:53

      den ihr vorgetreten habt, der ist halt ermöglicht, dass es solche Leute wie uns gab.

      0:50:53–0:50:57

      Und wir wollen den Kreis jetzt wieder schließen. Also wir wollen quasi die Sachen,

      0:50:53–0:50:57

      Und wir wollen den Kreis jetzt wieder schließen. Also wir wollen quasi die Sachen,

      0:50:58–0:51:00

      die wir von euch gelernt haben und dann weiterentwickelt haben,

      0:50:58–0:51:00

      die wir von euch gelernt haben und dann weiterentwickelt haben,

      0:51:00–0:51:01

      wollen wir wieder zu euch zurückbringen.

      0:51:00–0:51:01

      wollen wir wieder zu euch zurückbringen.

      0:51:01–0:51:04

      Also das kann man quasi zu dieser Szene sagen.

      0:51:01–0:51:04

      Also das kann man quasi zu dieser Szene sagen.

      0:51:04–0:51:08

      Und das sind total spannende Geschichten. Und dann gibt es natürlich so die

      0:51:04–0:51:08

      Und das sind total spannende Geschichten. Und dann gibt es natürlich so die

      0:51:08–0:51:14

      Menschen, die tatsächlich Transformationen machen wollen, aber eher aus einer

      0:51:08–0:51:14

      Menschen, die tatsächlich Transformationen machen wollen, aber eher aus einer

      0:51:14–0:51:15

      Marktperspektive heraus.

      0:51:14–0:51:15

      Marktperspektive heraus.

      0:51:16–0:51:20

      Also das gibt es halt eben tatsächlich auch. Also Menschen, die was ändern wollen,

      0:51:16–0:51:20

      Also das gibt es halt eben tatsächlich auch. Also Menschen, die was ändern wollen,

      0:51:21–0:51:27

      aber sich quasi, ich habe immer diese Bio-Szene vor Augen, die haben sich einfach

      0:51:21–0:51:27

      aber sich quasi, ich habe immer diese Bio-Szene vor Augen, die haben sich einfach

      0:51:27–0:51:31

      professionalisiert, in Anführungsstrichen. Und wohin professionalisiert?

      0:51:27–0:51:31

      professionalisiert, in Anführungsstrichen. Und wohin professionalisiert?

      0:51:31–0:51:32

      Natürlich weg von Gemeinschaft Richtung Markt.

      0:51:31–0:51:32

      Natürlich weg von Gemeinschaft Richtung Markt.

      0:51:34–0:51:41

      Und jetzt beginnt da halt Wachse oder Weiche und das Verschlucken der Großen

      0:51:34–0:51:41

      Und jetzt beginnt da halt Wachse oder Weiche und das Verschlucken der Großen

      0:51:41–0:51:44

      und jetzt ist es wieder so ein Moment, wo wir mit denen aber auf einmal wieder

      0:51:41–0:51:44

      und jetzt ist es wieder so ein Moment, wo wir mit denen aber auf einmal wieder

      0:51:44–0:51:45

      reden können, weil sie offen werden.

      0:51:44–0:51:45

      reden können, weil sie offen werden.

      0:51:46–0:51:51

      Nicht, weil sie jetzt sagen, oh, wir haben uns verrannt, sondern sie versuchen

      0:51:46–0:51:51

      Nicht, weil sie jetzt sagen, oh, wir haben uns verrannt, sondern sie versuchen

      0:51:51–0:51:55

      jetzt quasi ihre Position am Markt zu behaupten.

      0:51:51–0:51:55

      jetzt quasi ihre Position am Markt zu behaupten.

      0:51:56–0:52:01

      Und setzen jetzt dadurch wieder auf Koalitionen und das ist so eine Öffnungsperspektive,

      0:51:56–0:52:01

      Und setzen jetzt dadurch wieder auf Koalitionen und das ist so eine Öffnungsperspektive,

      0:52:01–0:52:02

      wo wir wieder reinkommen können.

      0:52:01–0:52:02

      wo wir wieder reinkommen können.

      0:52:03–0:52:05

      Also der Pilz hat dann wieder, findet da Nährstoffe.

      0:52:03–0:52:05

      Also der Pilz hat dann wieder, findet da Nährstoffe.

      0:52:07–0:52:10

      Genau, für alle, die uns nicht so lange kennen, mit Helium-Pilzgeflecht unter der Erde.

      0:52:07–0:52:10

      Genau, für alle, die uns nicht so lange kennen, mit Helium-Pilzgeflecht unter der Erde.

      0:52:13–0:52:22

      Und bei den ganz klassischen Transformationstypen, da ist es eigentlich auch

      0:52:13–0:52:22

      Und bei den ganz klassischen Transformationstypen, da ist es eigentlich auch

      0:52:22–0:52:27

      total spannend, fällt es gar nicht so leicht, als Ökosystemdienstleister zu landen,

      0:52:22–0:52:27

      total spannend, fällt es gar nicht so leicht, als Ökosystemdienstleister zu landen,

      0:52:28–0:52:30

      weil die in Teilen gar nicht müssen.

      0:52:28–0:52:30

      weil die in Teilen gar nicht müssen.

      0:52:32–0:52:37

      Also es gibt auch Transformationstypen, die haben sich in der Nische gut eingerichtet,

      0:52:32–0:52:37

      Also es gibt auch Transformationstypen, die haben sich in der Nische gut eingerichtet,

      0:52:37–0:52:40

      können da auch ganz gut existieren und,

      0:52:37–0:52:40

      können da auch ganz gut existieren und,

      0:52:43–0:52:48

      müssen manchmal gar nicht. Also der Ökosystemdienstleister kommt eigentlich

      0:52:43–0:52:48

      müssen manchmal gar nicht. Also der Ökosystemdienstleister kommt eigentlich

      0:52:48–0:52:53

      immer dann ins Spiel, wenn irgendeine bestehende der Struktur nicht mehr richtig

      0:52:48–0:52:53

      immer dann ins Spiel, wenn irgendeine bestehende der Struktur nicht mehr richtig

      0:52:53–0:52:57

      funktioniert und dann eine Öffnungsperspektive stattfindet,

      0:52:53–0:52:57

      funktioniert und dann eine Öffnungsperspektive stattfindet,

      0:52:57–0:53:01

      aber aus so einer ideologischen Überzeugung heraus, also wenn ich das mal so richtig sagen darf,

      0:52:57–0:53:01

      aber aus so einer ideologischen Überzeugung heraus, also wenn ich das mal so richtig sagen darf,

      0:53:02–0:53:05

      also die Menschen, mit denen das Mycelium zusammenarbeitet, sind eigentlich

      0:53:02–0:53:05

      also die Menschen, mit denen das Mycelium zusammenarbeitet, sind eigentlich

      0:53:05–0:53:09

      alle Unternehmertypen und ihr könnt mich gleich korrigieren,

      0:53:05–0:53:09

      alle Unternehmertypen und ihr könnt mich gleich korrigieren,

      0:53:09–0:53:16

      falls ich falsch liege, die merken, ich komme nicht weiter und ich bin in einer Krise und,

      0:53:09–0:53:16

      falls ich falsch liege, die merken, ich komme nicht weiter und ich bin in einer Krise und,

      0:53:17–0:53:19

      die sich dann öffnen.

      0:53:17–0:53:19

      die sich dann öffnen.

      Hannah Heller
      0:53:20–0:53:24

      Ja und nein. Genau, also das ist diese drei Typen,

      0:53:20–0:53:24

      Ja und nein. Genau, also das ist diese drei Typen,

      0:53:24–0:53:29

      also sozusagen es gibt diese Überlappungsbereiche immer inzwischen diesen Typen

      0:53:24–0:53:29

      also sozusagen es gibt diese Überlappungsbereiche immer inzwischen diesen Typen

      0:53:29–0:53:34

      auf jeden Fall, wo dann eher marktorientierte Menschen aber transformativ handeln

      0:53:29–0:53:34

      auf jeden Fall, wo dann eher marktorientierte Menschen aber transformativ handeln

      0:53:34–0:53:39

      wollen mit einer Vision und traditionelle Typen eben auch ins Transformative.

      0:53:34–0:53:39

      wollen mit einer Vision und traditionelle Typen eben auch ins Transformative.

      0:53:39–0:53:42

      Die Landwirte, die sich von Gruppen breitschlagen lassen, die zu sagen,

      0:53:39–0:53:42

      Die Landwirte, die sich von Gruppen breitschlagen lassen, die zu sagen,

      0:53:42–0:53:44

      ist doch mal eine Sola wie jetzt und dann ihren Betrieb irgendwie,

      0:53:42–0:53:44

      ist doch mal eine Sola wie jetzt und dann ihren Betrieb irgendwie,

      0:53:45–0:53:48

      dann ständig diskutieren müssen mit einer Gemeinschaft, ja okay,

      0:53:45–0:53:48

      dann ständig diskutieren müssen mit einer Gemeinschaft, ja okay,

      0:53:48–0:53:51

      dann mach ich es eben so, okay, wollt das, ihr wollt weniger Fenschel und mehr

      0:53:48–0:53:51

      dann mach ich es eben so, okay, wollt das, ihr wollt weniger Fenschel und mehr

      0:53:51–0:53:55

      Kartoffeln, dann mach ich das eben so. Das sind die Solas.

      0:53:51–0:53:55

      Kartoffeln, dann mach ich das eben so. Das sind die Solas.

      Timo
      0:53:55–0:53:57

      Die ständig Streit haben mit den Bauern, glaube ich.

      0:53:55–0:53:57

      Die ständig Streit haben mit den Bauern, glaube ich.

      Hannah Heller
      0:53:57–0:54:02

      Genau, da gibt es glaube ich auch ein paar Beispiele und dann gibt es von mir aus diese klassischen,

      0:53:57–0:54:02

      Genau, da gibt es glaube ich auch ein paar Beispiele und dann gibt es von mir aus diese klassischen,

      0:54:04–0:54:08

      Transformationsakteure, die sozusagen alle diese Werte in Perfektion verkörpern,

      0:54:04–0:54:08

      Transformationsakteure, die sozusagen alle diese Werte in Perfektion verkörpern,

      0:54:08–0:54:12

      sich ihr Geschäftsmodell selbst ausbaldobern und dadurch wirtschaftliche Stabilität

      0:54:08–0:54:12

      sich ihr Geschäftsmodell selbst ausbaldobern und dadurch wirtschaftliche Stabilität

      0:54:12–0:54:17

      haben und dann vielleicht gar nicht in ihrer Gemeinschaft auf Systemdienstleister angewiesen sind.

      0:54:12–0:54:17

      haben und dann vielleicht gar nicht in ihrer Gemeinschaft auf Systemdienstleister angewiesen sind.

      0:54:17–0:54:22

      Aber was eben, glaube ich, dann schon fehlt, ist diese,

      0:54:17–0:54:22

      Aber was eben, glaube ich, dann schon fehlt, ist diese,

      0:54:24–0:54:26

      Skalierbarkeit und zwar nicht in einer Ich-wachse-wachse-wachse,

      0:54:24–0:54:26

      Skalierbarkeit und zwar nicht in einer Ich-wachse-wachse-wachse,

      0:54:27–0:54:32

      sondern meine Idee wird woanders sozusagen auch so umgesetzt und ich glaube,

      0:54:27–0:54:32

      sondern meine Idee wird woanders sozusagen auch so umgesetzt und ich glaube,

      0:54:32–0:54:34

      das ist eben schon zentral.

      0:54:32–0:54:34

      das ist eben schon zentral.

      0:54:34–0:54:37

      Wir müssen die transformativen Akteure finden, die es sich geschafft haben,

      0:54:34–0:54:37

      Wir müssen die transformativen Akteure finden, die es sich geschafft haben,

      0:54:37–0:54:42

      sozusagen selbst so ein Geschäftsmodell und ein Organisationsmuster letztendlich

      0:54:37–0:54:42

      sozusagen selbst so ein Geschäftsmodell und ein Organisationsmuster letztendlich

      0:54:42–0:54:48

      aufzubauen, die funktionieren, die tragen, die gut funktionieren, auch in der Nische.

      0:54:42–0:54:48

      aufzubauen, die funktionieren, die tragen, die gut funktionieren, auch in der Nische.

      0:54:50–0:54:54

      Also auch ohne sozusagen ein unterstützendes System dahinter der Gesellschaft

      0:54:50–0:54:54

      Also auch ohne sozusagen ein unterstützendes System dahinter der Gesellschaft

      0:54:54–0:54:59

      und deren Praktiken uns genau anschauen und dann sagen,

      0:54:54–0:54:59

      und deren Praktiken uns genau anschauen und dann sagen,

      0:54:59–0:55:04

      okay, und die tragen wir jetzt zu anderen Organisationen und helfen denen eben

      0:54:59–0:55:04

      okay, und die tragen wir jetzt zu anderen Organisationen und helfen denen eben

      0:55:04–0:55:06

      sich auch so ähnlich aufzustellen.

      0:55:04–0:55:06

      sich auch so ähnlich aufzustellen.

      0:55:06–0:55:11

      Und da braucht es dann eben Systemdienstleister auch für die klassisch transformativen

      0:55:06–0:55:11

      Und da braucht es dann eben Systemdienstleister auch für die klassisch transformativen

      0:55:11–0:55:17

      Transformationsakteure, weil allen Transformationsakteuren ist eben gemeint,

      0:55:11–0:55:17

      Transformationsakteure, weil allen Transformationsakteuren ist eben gemeint,

      0:55:17–0:55:18

      dass es nicht nur darum geht,

      0:55:17–0:55:18

      dass es nicht nur darum geht,

      0:55:18–0:55:23

      auf einer kleinen Insel in Gemeinschaft irgendwie den Bio-Apfel anzubauen,

      0:55:18–0:55:23

      auf einer kleinen Insel in Gemeinschaft irgendwie den Bio-Apfel anzubauen,

      0:55:23–0:55:25

      sondern es geht denen allen immer um die Gesellschaft,

      0:55:23–0:55:25

      sondern es geht denen allen immer um die Gesellschaft,

      0:55:25–0:55:32

      um darum ein Rädchen zu sein in dem Schutz des Planeten, in dem Erhalt unserer

      0:55:25–0:55:32

      um darum ein Rädchen zu sein in dem Schutz des Planeten, in dem Erhalt unserer

      0:55:32–0:55:35

      Zivilisation, muss man ja mittlerweile fast sagen.

      0:55:32–0:55:35

      Zivilisation, muss man ja mittlerweile fast sagen.

      0:55:35–0:55:41

      Also es geht ja darum, dass wir in besten Fall Frieden, das sieht gerade da

      0:55:35–0:55:41

      Also es geht ja darum, dass wir in besten Fall Frieden, das sieht gerade da

      0:55:41–0:55:46

      dunkel aus, in Frieden miteinander zivilisiert leben können.

      0:55:41–0:55:46

      dunkel aus, in Frieden miteinander zivilisiert leben können.

      0:55:46–0:55:48

      Darum geht es ja uns Transformationsakteuren.

      0:55:46–0:55:48

      Darum geht es ja uns Transformationsakteuren.

      0:55:48–0:55:53

      In Resonanz zur Welt, in Resonanz zueinander, in Frieden, in Freiheit,

      0:55:48–0:55:53

      In Resonanz zur Welt, in Resonanz zueinander, in Frieden, in Freiheit,

      0:55:53–0:55:54

      in Gleichberechtigung.

      0:55:53–0:55:54

      in Gleichberechtigung.

      0:55:54–0:56:03

      Und wenn wir es laufen lassen und sozusagen alle in den Markttyp überschwappen

      0:55:54–0:56:03

      Und wenn wir es laufen lassen und sozusagen alle in den Markttyp überschwappen

      0:56:03–0:56:06

      und den Markttyp einfach machen lassen und der Markt regelt das,

      0:56:03–0:56:06

      und den Markttyp einfach machen lassen und der Markt regelt das,

      0:56:06–0:56:07

      dann haben wir halt ein Problem,

      0:56:06–0:56:07

      dann haben wir halt ein Problem,

      0:56:07–0:56:10

      weil dann geht uns diese Zivilisation hops,

      0:56:07–0:56:10

      weil dann geht uns diese Zivilisation hops,

      0:56:11–0:56:14

      würde ich mittlerweile sagen. Das stimmt.

      0:56:11–0:56:14

      würde ich mittlerweile sagen. Das stimmt.

      Timo
      0:56:14–0:56:17

      Um nochmal mit deinen Worten zu bleiben, der Markt regelt das nicht,

      0:56:14–0:56:17

      Um nochmal mit deinen Worten zu bleiben, der Markt regelt das nicht,

      0:56:17–0:56:18

      der Markt reguliert uns.

      0:56:17–0:56:18

      der Markt reguliert uns.

      0:56:18–0:56:23

      Und ich glaube, was ich jetzt gerade nochmal gesagt habe, was du gerade noch

      0:56:18–0:56:23

      Und ich glaube, was ich jetzt gerade nochmal gesagt habe, was du gerade noch

      0:56:23–0:56:28

      mal gesagt hast, mit der Skalierung durch funktionierende Geschäftsmodelle.

      0:56:23–0:56:28

      mal gesagt hast, mit der Skalierung durch funktionierende Geschäftsmodelle.

      0:56:28–0:56:35

      Und ich glaube, da piekst gerade meine Mycelium-Seele noch mal sehr groß, weil was der Markt will,

      0:56:28–0:56:35

      Und ich glaube, da piekst gerade meine Mycelium-Seele noch mal sehr groß, weil was der Markt will,

      0:56:36–0:56:42

      ist ja eigentlich explizit, dass er nicht, er möchte nicht, dass in Beziehung

      0:56:36–0:56:42

      ist ja eigentlich explizit, dass er nicht, er möchte nicht, dass in Beziehung

      0:56:42–0:56:46

      gehende Akteure untereinander, also gerade marktbasiertes Wirtschaften ist ja.

      0:56:42–0:56:46

      gehende Akteure untereinander, also gerade marktbasiertes Wirtschaften ist ja.

      0:56:48–0:56:51

      Du kannst über den Markt wirtschaften, ohne dass du mit allen beteiligten Akteuren

      0:56:48–0:56:51

      Du kannst über den Markt wirtschaften, ohne dass du mit allen beteiligten Akteuren

      0:56:51–0:56:52

      in Beziehung gehen wirst.

      0:56:51–0:56:52

      in Beziehung gehen wirst.

      0:56:52–0:56:56

      Und was hat das für die Transformation zu tun und was ist das Besondere für

      0:56:52–0:56:56

      Und was hat das für die Transformation zu tun und was ist das Besondere für

      0:56:56–0:56:58

      den Ökosystemdienstleister hier?

      0:56:56–0:56:58

      den Ökosystemdienstleister hier?

      0:56:58–0:57:01

      Die Rolle des Ökosystemdienstleisters ist nicht, funktionierende Geschäftsmodelle

      0:56:58–0:57:01

      Die Rolle des Ökosystemdienstleisters ist nicht, funktionierende Geschäftsmodelle

      0:57:01–0:57:04

      irgendwo zu nehmen und dann woanders hinzutragen,

      0:57:01–0:57:04

      irgendwo zu nehmen und dann woanders hinzutragen,

      0:57:04–0:57:10

      sondern der Ökosystemdienstleister entwickelt ja mit Transformationstypen funktionierende

      0:57:04–0:57:10

      sondern der Ökosystemdienstleister entwickelt ja mit Transformationstypen funktionierende

      0:57:10–0:57:14

      Geschäftsmodelle und begleitet dann den Transformationstyp dabei,

      0:57:10–0:57:14

      Geschäftsmodelle und begleitet dann den Transformationstyp dabei,

      0:57:14–0:57:18

      nachdem sein Geschäftsmodell auf eine optimale Größe gewachsen ist,

      0:57:14–0:57:18

      nachdem sein Geschäftsmodell auf eine optimale Größe gewachsen ist,

      0:57:18–0:57:23

      hier ist jemand anderem zu zeigen, warum die Beziehungsebene geknüpft wird.

      0:57:18–0:57:23

      hier ist jemand anderem zu zeigen, warum die Beziehungsebene geknüpft wird.

      0:57:24–0:57:29

      Und deswegen auch immer so mal ganz kurz so diesen Impuls auch nach da draus.

      0:57:24–0:57:29

      Und deswegen auch immer so mal ganz kurz so diesen Impuls auch nach da draus.

      0:57:30–0:57:34

      Tatsächlich ist es beim Mycelium so, also zum Beispiel gerade in der Unverpackt-Szene,

      0:57:30–0:57:34

      Tatsächlich ist es beim Mycelium so, also zum Beispiel gerade in der Unverpackt-Szene,

      0:57:35–0:57:40

      nehmen viele die Ideen, die innerhalb Myceliums und Ökosystemdienstleister auch

      0:57:35–0:57:40

      nehmen viele die Ideen, die innerhalb Myceliums und Ökosystemdienstleister auch

      0:57:40–0:57:45

      entwickelt wurden und hinter ihren Geschäftsmodellen quasi selbstständig um.

      0:57:40–0:57:45

      entwickelt wurden und hinter ihren Geschäftsmodellen quasi selbstständig um.

      0:57:45–0:57:50

      Das können sie tun und tatsächlich ist das auch etwas, was wir unserem eigenen

      0:57:45–0:57:50

      Das können sie tun und tatsächlich ist das auch etwas, was wir unserem eigenen

      0:57:50–0:57:51

      Impact auf die Fahne schreiben.

      0:57:50–0:57:51

      Impact auf die Fahne schreiben.

      0:57:51–0:57:58

      Tatsächlich haben wir da immer ein Stück, das nicht in Beziehung gegangen wird.

      0:57:51–0:57:58

      Tatsächlich haben wir da immer ein Stück, das nicht in Beziehung gegangen wird.

      0:57:58–0:58:03

      Und deswegen, falls ihr das eben hört, diese Transformation entsteht halt über

      0:57:58–0:58:03

      Und deswegen, falls ihr das eben hört, diese Transformation entsteht halt über

      0:58:03–0:58:08

      diese Beziehungsebene der Akteure untereinander und diese Beziehungsebene wird

      0:58:03–0:58:08

      diese Beziehungsebene der Akteure untereinander und diese Beziehungsebene wird

      0:58:08–0:58:10

      von Ökosystemdienstleistungen geknüpft.

      0:58:08–0:58:10

      von Ökosystemdienstleistungen geknüpft.

      0:58:11–0:58:15

      Und weil für die weitere Transformation, wir wollen ja weitergehen,

      0:58:11–0:58:15

      Und weil für die weitere Transformation, wir wollen ja weitergehen,

      0:58:16–0:58:18

      wir wollen ja nicht einzelne Unternehmen retten, sondern wir wollen eine ganze

      0:58:16–0:58:18

      wir wollen ja nicht einzelne Unternehmen retten, sondern wir wollen eine ganze

      0:58:18–0:58:21

      Beitragsökonomie, Wertschätzungsketten, wo alle Beteiligten fragen,

      0:58:18–0:58:21

      Beitragsökonomie, Wertschätzungsketten, wo alle Beteiligten fragen,

      0:58:22–0:58:25

      was brauchst du, wie können wir das, wenn du nicht was kostest.

      0:58:22–0:58:25

      was brauchst du, wie können wir das, wenn du nicht was kostest.

      0:58:25–0:58:28

      Und dazu braucht es aber eine Vernetzung auf Basis von gelingenden Beziehungen.

      0:58:25–0:58:28

      Und dazu braucht es aber eine Vernetzung auf Basis von gelingenden Beziehungen.

      0:58:29–0:58:31

      Und dafür braucht es auch die Verantwortung für die Übernahme der Transformationsabgabe

      0:58:29–0:58:31

      Und dafür braucht es auch die Verantwortung für die Übernahme der Transformationsabgabe

      0:58:31–0:58:33

      für den Ökosystemdienstleister.

      0:58:31–0:58:33

      für den Ökosystemdienstleister.

      0:58:34–0:58:37

      Und das ist halt das, was das Mycelium halt eben ausmacht. All die Unternehmen,

      0:58:34–0:58:37

      Und das ist halt das, was das Mycelium halt eben ausmacht. All die Unternehmen,

      0:58:37–0:58:41

      mit denen wir im Mycelium zusammenarbeiten, Die übernehmen halt eben auch wiederum

      0:58:37–0:58:41

      mit denen wir im Mycelium zusammenarbeiten, Die übernehmen halt eben auch wiederum

      0:58:41–0:58:43

      Verantwortung für uns und wir

      0:58:41–0:58:43

      Verantwortung für uns und wir

      0:58:43–0:58:48

      können dann halt auch permanent zurück Verantwortung für sie übernehmen.

      0:58:43–0:58:48

      können dann halt auch permanent zurück Verantwortung für sie übernehmen.

      0:58:48–0:58:55

      Ja, also das Mycelium entwickelt zum Beispiel genau das, was der Markt gibt.

      0:58:48–0:58:55

      Ja, also das Mycelium entwickelt zum Beispiel genau das, was der Markt gibt.

      0:58:55–0:59:00

      Also wir entwickeln Standards, wir entwickeln funktionierende Geschäftsmodelle,

      0:58:55–0:59:00

      Also wir entwickeln Standards, wir entwickeln funktionierende Geschäftsmodelle,

      0:59:00–0:59:06

      wir entwickeln die auch mit den Akteuren weiter vor und werden dabei aber getragen

      0:59:00–0:59:06

      wir entwickeln die auch mit den Akteuren weiter vor und werden dabei aber getragen

      0:59:06–0:59:08

      von den Unternehmen, für die wir das machen.

      0:59:06–0:59:08

      von den Unternehmen, für die wir das machen.

      0:59:08–0:59:11

      Es ist nicht von oben nach unten, sondern es ist von unten nach oben oder nee,

      0:59:08–0:59:11

      Es ist nicht von oben nach unten, sondern es ist von unten nach oben oder nee,

      0:59:12–0:59:14

      von unten in die Horizontale. So rum, Hannah.

      0:59:12–0:59:14

      von unten in die Horizontale. So rum, Hannah.

      0:59:15–0:59:22

      Und ich glaube, das ist quasi so dieses, ich mache das jetzt alleine und gehe nicht in Beziehung,

      0:59:15–0:59:22

      Und ich glaube, das ist quasi so dieses, ich mache das jetzt alleine und gehe nicht in Beziehung,

      0:59:22–0:59:28

      da nimmt man sich ein Eskalierungspotenzial für die Transformation,

      0:59:22–0:59:28

      da nimmt man sich ein Eskalierungspotenzial für die Transformation,

      0:59:28–0:59:31

      weil auch alle ihr Transformationsunternehmer, ich spreche jetzt vielleicht

      0:59:28–0:59:31

      weil auch alle ihr Transformationsunternehmer, ich spreche jetzt vielleicht

      0:59:31–0:59:32

      mal jemanden ganz direkt an,

      0:59:31–0:59:32

      mal jemanden ganz direkt an,

      0:59:32–0:59:39

      die sagen, ich bin jetzt mal vorübergehend oder lebensabschnittsmäßig mal unverpackt Unternehmerin.

      0:59:32–0:59:39

      die sagen, ich bin jetzt mal vorübergehend oder lebensabschnittsmäßig mal unverpackt Unternehmerin.

      0:59:41–0:59:45

      Es ist total toll, aber das, was wir mitbringen, ist quasi ein Konzept und eine

      0:59:41–0:59:45

      Es ist total toll, aber das, was wir mitbringen, ist quasi ein Konzept und eine

      0:59:45–0:59:49

      Möglichkeit, wie du auch die nächste Idee gemeinschaftsbasiert umsetzen kannst.

      0:59:45–0:59:49

      Möglichkeit, wie du auch die nächste Idee gemeinschaftsbasiert umsetzen kannst.

      0:59:49–0:59:52

      Wie du eigentlich alles Mögliche gemeinschaftsbasiert umsetzen kannst.

      0:59:49–0:59:52

      Wie du eigentlich alles Mögliche gemeinschaftsbasiert umsetzen kannst.

      0:59:52–0:59:55

      Wie du deine ganze Stadt transformieren kannst. Das ist, wo wir mit dir hinwollen.

      0:59:52–0:59:55

      Wie du deine ganze Stadt transformieren kannst. Das ist, wo wir mit dir hinwollen.

      0:59:56–1:00:00

      Aber dafür brauchen wir als Ökosystemdienstleister, dass du mit uns in Beziehung gehen möchtest.

      0:59:56–1:00:00

      Aber dafür brauchen wir als Ökosystemdienstleister, dass du mit uns in Beziehung gehen möchtest.

      1:00:02–1:00:03

      So, kleiner Impuls.

      1:00:02–1:00:03

      So, kleiner Impuls.

      Hannah Heller
      1:00:03–1:00:08

      Ja, das ist, glaube ich, auch ein gutes Ende für diese Sendung.

      1:00:03–1:00:08

      Ja, das ist, glaube ich, auch ein gutes Ende für diese Sendung.

      1:00:08–1:00:11

      Und ich wollte nochmal darauf eingehen, genau, das Mycelium,

      1:00:08–1:00:11

      Und ich wollte nochmal darauf eingehen, genau, das Mycelium,

      1:00:11–1:00:14

      was wir machen, hast du gut, glaube ich, auf den Punkt gebracht.

      1:00:11–1:00:14

      was wir machen, hast du gut, glaube ich, auf den Punkt gebracht.

      1:00:15–1:00:18

      Aber es gibt auch noch andere Systemdienstleister. Es gibt dann Genossenschaften,

      1:00:15–1:00:18

      Aber es gibt auch noch andere Systemdienstleister. Es gibt dann Genossenschaften,

      1:00:18–1:00:23

      die zum Beispiel Boden bereitstellen für bestimmte Organisationen.

      1:00:18–1:00:23

      die zum Beispiel Boden bereitstellen für bestimmte Organisationen.

      1:00:23–1:00:30

      Es gibt Aktiengesellschaften, die Kapital bereitstellen für bestimmte Organisationen.

      1:00:23–1:00:30

      Es gibt Aktiengesellschaften, die Kapital bereitstellen für bestimmte Organisationen.

      1:00:30–1:00:36

      Es bräuchte dringend Organisationen, die sozusagen auch eine digitale Infrastruktur,

      1:00:30–1:00:36

      Es bräuchte dringend Organisationen, die sozusagen auch eine digitale Infrastruktur,

      1:00:36–1:00:42

      also Open Food Network zum Beispiel, ist da ein Beispiel, die diese Software,

      1:00:36–1:00:42

      also Open Food Network zum Beispiel, ist da ein Beispiel, die diese Software,

      1:00:42–1:00:48

      digitale Lösungen anbieten für die transformative Szene oder Rechtsformberatung

      1:00:42–1:00:48

      digitale Lösungen anbieten für die transformative Szene oder Rechtsformberatung

      1:00:48–1:00:51

      für die transformative Szene, wo wir jetzt auch als Mycelium stärker reingehen wollen.

      1:00:48–1:00:51

      für die transformative Szene, wo wir jetzt auch als Mycelium stärker reingehen wollen.

      1:00:51–1:00:57

      Aber all diese Dinge, genau, die brauchen, und da wäre es eben gut,

      1:00:51–1:00:57

      Aber all diese Dinge, genau, die brauchen, und da wäre es eben gut,

      1:00:57–1:01:01

      wenn Systemdienstleister existieren würden, die sich darauf konzentrieren,

      1:00:57–1:01:01

      wenn Systemdienstleister existieren würden, die sich darauf konzentrieren,

      1:01:01–1:01:08

      kleine Bereiche zu verstehen, gut zu lösen mit den Unternehmerinnen und Unternehmern

      1:01:01–1:01:08

      kleine Bereiche zu verstehen, gut zu lösen mit den Unternehmerinnen und Unternehmern

      1:01:08–1:01:12

      zusammen, mit den Menschen zusammen, mit den Organisationen zusammen und dann

      1:01:08–1:01:12

      zusammen, mit den Menschen zusammen, mit den Organisationen zusammen und dann

      1:01:12–1:01:14

      sozusagen zu vervielfältigen.

      1:01:12–1:01:14

      sozusagen zu vervielfältigen.

      1:01:14–1:01:16

      Und so entsteht Tradition, äh, Transformation.

      1:01:14–1:01:16

      Und so entsteht Tradition, äh, Transformation.

      Tobias
      1:01:18–1:01:20

      Hoffentlich irgendwann auch Tradition.

      1:01:18–1:01:20

      Hoffentlich irgendwann auch Tradition.

      Hannah Heller
      1:01:21–1:01:24

      Ja, genau. Bestenfalls auch mit den Traditionsmenschen zusammen.

      1:01:21–1:01:24

      Ja, genau. Bestenfalls auch mit den Traditionsmenschen zusammen.

      Timo
      1:01:25–1:01:27

      Unser Ziel ist es, dass wir immer Traditionalisten werden.

      1:01:25–1:01:27

      Unser Ziel ist es, dass wir immer Traditionalisten werden.

      Hannah Heller
      1:01:29–1:01:29

      Oh yeah.

      1:01:29–1:01:29

      Oh yeah.

      Tobias
      1:01:30–1:01:32

      Gemeinschaftsbasiert, das haben wir immer schon so gemacht.

      1:01:30–1:01:32

      Gemeinschaftsbasiert, das haben wir immer schon so gemacht.

      Timo
      1:01:33–1:01:37

      Ja, guck mal. Eigentlich sind wir konservative. Wir wären gar nicht konservative.

      1:01:33–1:01:37

      Ja, guck mal. Eigentlich sind wir konservative. Wir wären gar nicht konservative.

      Tobias
      1:01:39–1:01:44

      Ja, schön, ihr beiden. Ich habe mich heute bewusst so ein bisschen rausgezogen.

      1:01:39–1:01:44

      Ja, schön, ihr beiden. Ich habe mich heute bewusst so ein bisschen rausgezogen.

      1:01:44–1:01:48

      Einmal, weil ich erkältet bin und einmal, weil das Gespräch so schön lief. Ganz toll.

      1:01:44–1:01:48

      Einmal, weil ich erkältet bin und einmal, weil das Gespräch so schön lief. Ganz toll.

      1:01:49–1:01:53

      Danke, Danke, Hanna, für deine wunderbare Arbeit, die du uns hier vorgestellt

      1:01:49–1:01:53

      Danke, Danke, Hanna, für deine wunderbare Arbeit, die du uns hier vorgestellt

      1:01:53–1:01:56

      hast. Ich denke, da haben wir ganz viel mitnehmen können.

      1:01:53–1:01:56

      hast. Ich denke, da haben wir ganz viel mitnehmen können.

      1:01:57–1:02:01

      Ja, danke auch dir, Timo, dann für die Einordnung, gerade immer noch mit dem

      1:01:57–1:02:01

      Ja, danke auch dir, Timo, dann für die Einordnung, gerade immer noch mit dem

      1:02:01–1:02:05

      Mycelium. Gerne. Mich würde immer noch interessieren, welcher Typ seid ihr?

      1:02:01–1:02:05

      Mycelium. Gerne. Mich würde immer noch interessieren, welcher Typ seid ihr?

      1:02:06–1:02:11

      Schickt uns da gerne mal was in die Trema-Gruppe, die es gibt.

      1:02:06–1:02:11

      Schickt uns da gerne mal was in die Trema-Gruppe, die es gibt.

      Hannah Heller
      1:02:11–1:02:15

      Also was den Kuchen betrifft, bin ich übrigens Markttyp. Ich werde heute zum

      1:02:11–1:02:15

      Also was den Kuchen betrifft, bin ich übrigens Markttyp. Ich werde heute zum

      1:02:15–1:02:19

      Bäcker gehen und ankommen für das Gittergeschäft, um da den Boden zu schlagen.

      1:02:15–1:02:19

      Bäcker gehen und ankommen für das Gittergeschäft, um da den Boden zu schlagen.

      1:02:19–1:02:21

      Man ist also nie nur ein Typ.

      1:02:19–1:02:21

      Man ist also nie nur ein Typ.

      1:02:21–1:02:26

      Ich lade alle ein, zu gucken, welcher Teil von mir ist denn welcher Typ.

      1:02:21–1:02:26

      Ich lade alle ein, zu gucken, welcher Teil von mir ist denn welcher Typ.

      Tobias
      1:02:26–1:02:30

      Irgendwann gibt es so ein, wie heißt dieses, 16 Personalities Test,

      1:02:26–1:02:30

      Irgendwann gibt es so ein, wie heißt dieses, 16 Personalities Test,

      1:02:30–1:02:38

      gibt es dann irgendwann so, der Typ-Test auf www.hannastest.de und ähm.

      1:02:30–1:02:38

      gibt es dann irgendwann so, der Typ-Test auf www.hannastest.de und ähm.

      Timo
      1:02:39–1:02:43

      Ich möchte auch noch sagen, welcher Typ ich bin. Ich habe in meinem Leben noch

      1:02:39–1:02:43

      Ich möchte auch noch sagen, welcher Typ ich bin. Ich habe in meinem Leben noch

      1:02:43–1:02:46

      keinen Kuchen gebacken, aber das hängt damit zusammen, dass ich ganz traditionalistisch

      1:02:43–1:02:46

      keinen Kuchen gebacken, aber das hängt damit zusammen, dass ich ganz traditionalistisch

      1:02:46–1:02:49

      mit einer Konditorin verheiratet bin und mich das einfach nicht traue.

      1:02:46–1:02:49

      mit einer Konditorin verheiratet bin und mich das einfach nicht traue.

      1:02:51–1:02:54

      Genau. Aber das ist, glaube ich, auch mal ganz wichtig, um das nochmal hier

      1:02:51–1:02:54

      Genau. Aber das ist, glaube ich, auch mal ganz wichtig, um das nochmal hier

      1:02:54–1:02:55

      so ein bisschen öffentlich zu machen.

      1:02:54–1:02:55

      so ein bisschen öffentlich zu machen.

      1:02:55–1:02:59

      Also unsere ganze Perspektive war nicht, irgendjemand hier auf die Füße zu treten,

      1:02:55–1:02:59

      Also unsere ganze Perspektive war nicht, irgendjemand hier auf die Füße zu treten,

      1:02:59–1:03:04

      sondern es war einfach zu sehen, hey, was kann denn einfach Ordnung,

      1:02:59–1:03:04

      sondern es war einfach zu sehen, hey, was kann denn einfach Ordnung,

      1:03:04–1:03:11

      was kann uns denn Brillen aufsetzen, damit wir in diesem Wust da draußen überhaupt was verstehen.

      1:03:04–1:03:11

      was kann uns denn Brillen aufsetzen, damit wir in diesem Wust da draußen überhaupt was verstehen.

      1:03:11–1:03:15

      Und das ist halt eigentlich auch das Schöne, was die Sozialwissenschaften schaffen können.

      1:03:11–1:03:15

      Und das ist halt eigentlich auch das Schöne, was die Sozialwissenschaften schaffen können.

      1:03:15–1:03:19

      Und ich will einfach sagen, hey, Hanna, deine Arbeit, davon werden wir so krass

      1:03:15–1:03:19

      Und ich will einfach sagen, hey, Hanna, deine Arbeit, davon werden wir so krass

      1:03:19–1:03:20

      profitieren. Ich bin dir so dankbar.

      1:03:19–1:03:20

      profitieren. Ich bin dir so dankbar.

      1:03:21–1:03:24

      Ich renne seit zwei Wochen mit dieser Unterscheidung durch die Gegend in meinem

      1:03:21–1:03:24

      Ich renne seit zwei Wochen mit dieser Unterscheidung durch die Gegend in meinem

      1:03:24–1:03:26

      Kopf oder seit drei. Und ich sehe mehr.

      1:03:24–1:03:26

      Kopf oder seit drei. Und ich sehe mehr.

      Tobias
      1:03:26–1:03:30

      Nur noch so Leute am Kategorisieren. Ja, wunderbar.

      1:03:26–1:03:30

      Nur noch so Leute am Kategorisieren. Ja, wunderbar.

      1:03:31–1:03:35

      Ich möchte mich zum Abschluss noch einmal ganz herzlich bei der Podcast-Gemeinschaft begannen, bedanken.

      1:03:31–1:03:35

      Ich möchte mich zum Abschluss noch einmal ganz herzlich bei der Podcast-Gemeinschaft begannen, bedanken.

      1:03:35–1:03:38

      Es gibt Menschen, die unterstützen uns hier mit einem kleinen und auch größeren

      1:03:35–1:03:38

      Es gibt Menschen, die unterstützen uns hier mit einem kleinen und auch größeren

      1:03:38–1:03:43

      Beitrag monatlich und nur dadurch wird das Ganze hier möglich und wir haben

      1:03:38–1:03:43

      Beitrag monatlich und nur dadurch wird das Ganze hier möglich und wir haben

      1:03:43–1:03:49

      die Mittel, um das hier zu machen und uns vorzubereiten, nachzubereiten und,

      1:03:43–1:03:49

      die Mittel, um das hier zu machen und uns vorzubereiten, nachzubereiten und,

      1:03:50–1:03:54

      so wunderbare Sachen wie zum Beispiel Hannas Arbeit in die Welt zu bringen.

      1:03:50–1:03:54

      so wunderbare Sachen wie zum Beispiel Hannas Arbeit in die Welt zu bringen.

      1:03:54–1:03:59

      Ja, danke dafür. und nochmal danke euch beiden und bei allen Zuhörenden bedanke

      1:03:54–1:03:59

      Ja, danke dafür. und nochmal danke euch beiden und bei allen Zuhörenden bedanke

      1:03:59–1:04:00

      ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao.

      1:03:59–1:04:00

      ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao.

      The post MP079 – Unternehmerische Vielfalt: Ein Blick auf die Idealtypen mit Hannah Heller (2/2) appeared first on MYZELIUM.

      1 hr 5 min
    • MP078 - Unternehmerische Vielfalt: Ein Blick auf die Idealtypen mit Hannah Heller (1/2)

      • Hannah Heller

          In dieser Folge begrüßen wir Hannah Heller, eine Expertin für Unternehmertum, die in ihrer Forschung die verschiedenen Facetten des Wirtschaftens beleuchtet. In ihrer Dissertation hat sie drei Idealtypen von Unternehmer:innen herausgearbeitet: den Markttyp, den Traditionstyp und den Transformationstyp. Wir tauchen tief in die Narrative dieser Idealtypen ein und diskutieren, was diese besonders macht und wie sie sich auf gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften auswirken. Tune ein und entdecke die vielschichtigen Aspekte der Wirtschaftswelt mit uns!

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          MP035 – Bundestagswahl und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften mit Hannah Heller

          Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

          Transkription
          Tobias
          0:00:18–0:00:22

          Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des MeZerium-Podcasts,

          0:00:22–0:00:26

          der Podcast, in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaftsdachfahrt.

          0:00:26–0:00:29

          Ja, heute wieder bei mir der wunderbare Timo. Hi Timo.

          Timo
          0:00:29–0:00:30

          Hallo.

          Tobias
          0:00:30–0:00:33

          Ja, und ich freue mich ganz besonders, denn wir haben heute nochmal ein bisschen

          0:00:33–0:00:38

          Unterstützung mitgebracht. Und zwar begrüße ich ganz herzlich die Hanna Heller. Hi Hanna.

          Hannah Heller
          0:00:39–0:00:39

          Hi Tobi.

          Tobias
          0:00:39–0:00:43

          Hanna, du warst ja schon mal im Podcast zu Gast.

          0:00:43–0:00:47

          Ich glaube, also das ist schon ein bisschen her zur Bundestagswahl, war das?

          Hannah Heller
          0:00:48–0:00:48

          Ja.

          Tobias
          0:00:48–0:00:51

          In welchem Jahr sind wir jetzt? Jahr drei oder so, ne?

          Hannah Heller
          0:00:51–0:00:53

          Ja, so vor drei Jahren, genau.

          Tobias
          0:00:54–0:01:00

          Ja, hat sich ein bisschen was getan. Du bist jetzt ein bisschen mehr im Mycelium verwurzelt.

          0:01:00–0:01:03

          Was ist denn deine Rolle jetzt im Mycelium? Willst du dich mal kurz nochmal

          0:01:03–0:01:08

          vorstellen für die Menschen, die dich so in den letzten drei Jahren nicht mitbekommen

          0:01:08–0:01:10

          haben oder nicht so ganz wissen, was du gerade so machst?

          Hannah Heller
          0:01:11–0:01:18

          Ja, voll gerne. Ich bin jetzt eigentlich die Finanzfrau, Beitragskoordinatorin, Chief of Money. nie.

          0:01:18–0:01:21

          Wir haben noch keinen richtigen Titel für mich gefunden, aber wir sind auf der Suche.

          0:01:22–0:01:25

          Ich kümmere mich auf jeden Fall darum, dass Gehälter bezahlt werden können,

          0:01:26–0:01:31

          dass wir genug Geld auf dem Konto haben und wir genug Menschen im Rücken haben,

          0:01:31–0:01:34

          die uns unterstützen finanziell und genau, diese,

          0:01:36–0:01:40

          gemeinschaftsbasierte Transformation, die wir mit den Unternehmen anstoßen wollen,

          0:01:40–0:01:45

          auch immer in Ruhe und einigermaßen gut finanziert passieren kann.

          Tobias
          0:01:45–0:01:47

          Ja, wichtiger Posten, würde ich sagen.

          Hannah Heller
          0:01:48–0:01:53

          Ja, ich fühle mich wohl. Es macht Spaß. Und es ist tatsächlich auch die praktische

          0:01:53–0:01:58

          Umsetzung von dem, was ich jetzt irgendwie mir jahrelang Gedanken dazu gemacht

          0:01:58–0:02:01

          habe in meiner Doktorarbeit, zu der wir ja gleich noch kommen werden.

          Tobias
          0:02:01–0:02:05

          Ja, jetzt hast du schon gespoilert. Wir haben mit dem Timo überlegt,

          0:02:05–0:02:11

          wir haben jetzt viel in den Podcasts und auch so in der Geschichte des Museums

          0:02:11–0:02:18

          Podcasts natürlich immer viel Theorie gehabt, viel Wissenschaft auch und viel

          0:02:18–0:02:20

          über Projekte gesprochen.

          0:02:21–0:02:24

          Und jetzt kamst du mit deiner Doktorarbeit um die Ecke und da ging es jetzt

          0:02:24–0:02:27

          um die Menschen dahinter.

          0:02:27–0:02:32

          Also was sind das für Menschen, mit denen wir mit CELIUM zu tun haben?

          0:02:32–0:02:36

          Und da haben wir gedacht, machen wir doch einfach nochmal eine Podcast-Folge

          0:02:36–0:02:39

          zu und erklären das einfach, weil das im Podcast am besten geht.

          0:02:39–0:02:44

          Ja Timo, mit was für Menschen hast du denn so zu tun? Oder hast du schon mal

          0:02:44–0:02:47

          so eine grobe Richtung, in die es heute gehen wird?

          Timo
          0:02:48–0:02:54

          Ja, ich glaube, wenn man unseren Podcast so betrachtet, dann haben wir ja eine

          0:02:54–0:02:57

          ganze Reihe gemacht, wo wir im Grunde herausfinden

          0:02:57–0:02:59

          wollten, was eigentlich gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ist.

          0:02:59–0:03:04

          Und wir haben das im Wesentlichen in Abgrenzung zu anderen Ansätzen alternativen

          0:03:04–0:03:08

          Wirtschaftens gemacht, zum Beispiel Genossenschaftswesen, Postwachstum,

          0:03:08–0:03:14

          klar auch solidarische Landwirtschaft, Commons, you name it.

          0:03:15–0:03:19

          Donut-Ökonomie hatten wir. Also ich glaube, wir haben so gut wie jeden wesentlichen Ansatz.

          0:03:19–0:03:26

          Und was das Spannende an diesen Großansätzen ist, dass sie so ein bisschen systemisch unterwegs sind.

          0:03:26–0:03:34

          Also sie haben weniger die Menschen vor Augen, die diese Transformation dann auch machen.

          0:03:35–0:03:39

          Oder also wer sind dann eigentlich konkret die Menschen, die diese Transformation

          0:03:39–0:03:43

          dann auch wirklich durchführen im Sinne dieser Ansätze?

          0:03:44–0:03:49

          Und genau, da verspreche ich mir von der heutigen Folge gerade mal so die Möglichkeit,

          0:03:49–0:03:54

          dass wir so eine Brille bekommen und so ein bisschen die Möglichkeit haben,

          0:03:54–0:03:59

          Begriffe zu haben, mit denen wir diese Menschen die Transformation machen,

          0:03:59–0:04:02

          eben auch beschreiben können und vielleicht auch ein bisschen einsortieren.

          Tobias
          0:04:03–0:04:07

          Ja, sortieren, das hast du gemacht. Hanna, muss ich eigentlich dich mit dem

          0:04:07–0:04:08

          Titel anwenden oder geht das so?

          Hannah Heller
          0:04:09–0:04:12

          Noch nicht, ich muss es noch veröffentlichen.

          Tobias
          0:04:13–0:04:21

          Okay, also kriegt ihr ja hier das aktuelle oder kriegt ihr ja hier unveröffentlichte Sneak-Review quasi.

          0:04:22–0:04:27

          Richtig. Ja, sehr schön. Möchtest du mal kurz anreißen, ich weiß,

          0:04:27–0:04:29

          so eine Doktorarbeit ist super, super umfangreich,

          0:04:29–0:04:35

          aber mal kurz anreißen, was du da gemacht hast und was da den Menschen im Vordergrund

          0:04:35–0:04:37

          hat, was deine Fragestellung war.

          Hannah Heller
          0:04:38–0:04:43

          Ja, also tatsächlich hat mich beschäftigt, dass ich den Eindruck hatte,

          0:04:43–0:04:48

          dass sozusagen diese Marktwirtschaft und Leute, die irgendwie in der Marktwirtschaft

          0:04:48–0:04:51

          erfolgreich sein sollen, die haben irgendwie ein klares Bild vor Augen, was sie wollen.

          0:04:51–0:04:55

          Wohlstand, Wachstum, technologischer Fortschritt, irgendwie sind da die Narrative,

          0:04:55–0:04:59

          die Erzählungen, mit denen ich mich befasst habe in meiner Doktorarbeit, irgendwie recht klar.

          0:04:59–0:05:02

          Und dann gibt es auch dieses andere Narrativ in der Wirtschaft,

          0:05:02–0:05:05

          das heißt der Staat, Planwirtschaft,

          0:05:05–0:05:11

          Sozialismus, alles Böse, Bürokratie und dann gibt es aus meiner Perspektive

          0:05:11–0:05:14

          aber eben ganz viele Menschen, wie wir auch, würde ich sagen,

          0:05:14–0:05:19

          die eigentlich nicht profitorientiert, aber dezentral, heißt nicht durch einen

          0:05:19–0:05:27

          Staat gesteuert, sondern recht selbstständig uns für eine andere Form des Wirtschaftens einsetzen.

          0:05:27–0:05:30

          Und diese andere Form des Wirtschaftens, die wird dann, wie Timo gerade gesagt

          0:05:30–0:05:36

          hat, irgendwie als Postwachstum, als Postkapitalismus, als Donut Economics,

          0:05:37–0:05:39

          als was auch immer beschrieben, aber sozusagen es ist nicht klar,

          0:05:40–0:05:44

          was denn unsere Ziele sind, was unsere Werte sind, die uns motivieren und antreiben.

          0:05:45–0:05:49

          Und hinter denen wir uns auch vereinen können, also wo wir irgendwie eine gemeinsame

          0:05:49–0:05:50

          Sprache haben und so weiter.

          0:05:51–0:05:54

          Ich spreche jetzt die ganze Zeit schon von wir, als Wissenschaftlerin muss man

          0:05:54–0:05:58

          da ein bisschen aufpassen, aber ich werde heute einfach meine Interpretation

          0:05:58–0:06:04

          der Ergebnisse hier präsentieren und nicht, was ich sozusagen als Wissenschaftlerin sagen darf.

          0:06:05–0:06:12

          Genau, und wir als Transformationstypen haben eben nicht dieses vereinende Narrativ,

          0:06:12–0:06:21

          noch nicht sprachlich gefasst und danach habe ich gesucht in meiner Dissertation und ja,

          0:06:21–0:06:26

          auf dem Weg dieser Suche bin ich eben dann über diese Idealtypen sozusagen mehr

          0:06:26–0:06:27

          oder weniger gestolpert,

          0:06:27–0:06:31

          die haben sich empirisch gegeben aus den Interviews, die ich geführt habe mit

          0:06:31–0:06:36

          Menschen, die eben entweder konventionell wirtschaften, also marktbasiert,

          0:06:36–0:06:39

          die Markttypen sind oder dann,

          0:06:40–0:06:45

          eben, ja, ich habe es eben, traditionell wirtschaften, also den Traditionstyp,

          0:06:45–0:06:48

          so habe ich ihn genannt, der eben nicht gleichzusetzen ist mit diesem,

          0:06:50–0:06:52

          Staatsnarrativ, was ich vorher hatte, planwirtschaftlich und so,

          0:06:52–0:06:55

          sondern der irgendwie nach anderen Werten wirtschaftet und dann eben diesem

          0:06:55–0:07:01

          Transformationstyp, den ich dann sozusagen tiefergehend untersucht habe in der DISS, genau.

          0:07:01–0:07:06

          Aber das war sozusagen einer dieser Zwischenschritte, diese drei Idealtypen zu fassen.

          Tobias
          0:07:07–0:07:11

          Ja, möchtest du uns kurz diese drei Typen mal vorstellen, vielleicht nacheinander?

          Hannah Heller
          0:07:11–0:07:13

          Mit welchem willst du anfangen?

          Tobias
          0:07:13–0:07:14

          Ja, Markttyp, oder?

          Hannah Heller
          0:07:15–0:07:18

          Markttyp würde ich sagen, und ich habe es jetzt nicht quantitativ erforscht,

          0:07:18–0:07:21

          das würde noch ausstehen, aber der Markttyp ist, glaube ich,

          0:07:21–0:07:26

          der, der am häufigsten vertreten ist und dem man so am meisten begegnet, würde ich sagen.

          0:07:26–0:07:30

          Das ist der Mensch, der sich irgendwie an die bestehenden Strukturen anpasst.

          0:07:31–0:07:38

          Der sich orientiert an sozusagen auch den Marktkennzahlen, also welches Gehalt bekomme ich?

          0:07:38–0:07:43

          Ah, da google ich jetzt mal irgendwie, was das normale Gehalt in meiner Branche

          0:07:43–0:07:44

          mit meiner Qualifikation ist.

          0:07:46–0:07:51

          Oder wann fliege ich in Urlaub? Mache ich davon abhängig, wann der Flug am günstigsten ist?

          0:07:51–0:07:54

          Also diese Marktkennzahlen, man orientiert sich sehr stark an Preisen.

          0:07:54–0:07:58

          Man trifft seine Entscheidungen abhängig von diesen Preisen.

          0:07:58–0:08:02

          Sprich, man lässt so ein bisschen auch sein Leben regeln vom Markt.

          0:08:03–0:08:08

          Ja, und warum macht man das? Also was sind die Ziele, die dieser Markttyp verfolgt?

          0:08:08–0:08:10

          Vielleicht könnt ihr es euch auch schon denken.

          0:08:10–0:08:13

          Es ist irgendwie finanzieller Erfolg, würde ich gar nicht mal sagen,

          0:08:13–0:08:14

          sondern vor allem finanzielle Sicherheit.

          0:08:14–0:08:20

          Also die Sicherheit zu haben, einfach in Ruhe, in seiner gut eingerichteten,

          0:08:20–0:08:25

          schönen Wohnung leben zu können oder in seinem Haus leben zu können und irgendwie

          0:08:25–0:08:29

          eine finanzielle Sicherheit zu haben, haben sich auch sozusagen die Dinge kaufen

          0:08:29–0:08:31

          zu können, die Dinge leisten zu können,

          0:08:31–0:08:33

          auf die man Lust hat, die man braucht.

          0:08:34–0:08:38

          Genau, dafür opfert der Markttyp aber auch einiges, was ich empirisch gefunden

          0:08:38–0:08:41

          habe, eben Zeit mit der Familie zum Beispiel.

          0:08:42–0:08:47

          Also er muss dann eben sehr viel arbeiten und genau, die Perspektive von diesem

          0:08:47–0:08:51

          Markttyp ist aber so, dass er ständig das Gefühl hat, er kann eigentlich gar nicht anders.

          0:08:51–0:08:55

          Also er muss jetzt noch mehr arbeiten oder er muss jetzt irgendwie den neuen

          0:08:55–0:08:58

          Job annehmen und sich befördern lassen oder mehr Verantwortung im Unternehmen.

          0:08:58–0:09:05

          Also diese Karriereleiter hochklettern letztendlich, weil das einfach muss,

          0:09:05–0:09:08

          weil es alternativlos ist, sozusagen unter den gegebenen Umständen.

          0:09:08–0:09:14

          Und die Vorstellungskraft reicht nicht, sich vorzustellen, dass es auch anders gehen würde.

          0:09:14–0:09:19

          Also wie könnte sein Leben anders aussehen, wenn er sich nicht komplett diesen

          0:09:19–0:09:25

          Strukturen ergibt und sich in diesem Markt orientiert.

          Tobias
          0:09:25–0:09:30

          Ja, ja spannend. Ich glaube, da haben wir alle sofort so eine Person im Kopf, so aus unserem Umfeld.

          Timo
          0:09:30–0:09:33

          Wen hast du denn im Kopf? Jemand berühmtes, Tobi?

          Tobias
          0:09:34–0:09:37

          Jemand berühmt ist. Ich weiß jetzt nicht, ob Menschen in meiner Familie berühmt sind.

          Timo
          0:09:37–0:09:42

          Aber Also du hast jemand aus deiner Familie im Kopf.

          Tobias
          0:09:42–0:09:42

          Genau.

          Timo
          0:09:43–0:09:45

          Ich musste direkt an Elon Musk denken.

          Tobias
          0:09:46–0:09:50

          Ja gut, aber der ist ja nicht auf Suche des Jobs oder sowas,

          0:09:50–0:09:55

          was Anna jetzt beschrieben hat, sondern ist ja eher so ein Innovationsmarkt-Typ.

          0:09:56–0:09:57

          Gibt es das auch noch mit Innovation?

          Hannah Heller
          0:09:58–0:10:02

          Naja, das würde ich da reinordnen. Also es gibt natürlich verschiedene Tina

          0:10:02–0:10:04

          Ranges, das war jetzt eher der Orthonormal-Typ.

          0:10:04–0:10:10

          Ich habe jetzt nicht Elon Musk interviewt, aber Elon Musk wäre sozusagen die

          0:10:10–0:10:12

          Zuspitzung dieses Markttyps.

          0:10:12–0:10:17

          Also ich habe selbstständige Kaufleute, Leute,

          0:10:19–0:10:24

          die als Geschäftsführer agieren, schon interviewt und die waren eben auch total

          0:10:24–0:10:26

          diesem Wachstumszwang unterworfen und diesem,

          0:10:26–0:10:33

          okay, wir müssen jetzt irgendwie noch ausbauen und wir müssen irgendwie hier

          0:10:33–0:10:37

          noch effizienter werden und hier noch am Personal sparen oder, oder, oder, oder.

          0:10:38–0:10:42

          Weil das eben sozusagen der Zwang ist, dem wir unterworfen sind und anders geht nicht.

          0:10:42–0:10:45

          Und interessanterweise auch mit Blick auf Transformation und Nachhaltigkeit

          0:10:45–0:10:51

          auch dieses, wir würden ja total gerne irgendwie gut wirtschaften im Sinne von

          0:10:51–0:10:54

          nachhaltig wirtschaften und ökologisch wirtschaften und auch wir würden voll

          0:10:54–0:10:56

          gerne höhere Löhne zahlen.

          0:10:56–0:11:00

          Es ist schon krass, dass die Gehaltsspanne in unserem Unternehmen so groß ist,

          0:11:00–0:11:02

          zwischen mir, dem Geschäftsführer und der armen Putzfrau.

          0:11:03–0:11:07

          Aber leider geht es nicht anders. Es muss halt so sein. Es ist einfach so,

          0:11:07–0:11:08

          wir können nicht anders.

          0:11:08–0:11:13

          Und das finde ich spannend. Und Elon Musk hat da sozusagen vielleicht noch eine

          0:11:13–0:11:16

          Vorstellungskraft mehr im Sinne von, ja, aber jetzt können wir ja auch noch

          0:11:16–0:11:19

          den Mars besiedeln als Lösung aller, was weiß ich, Probleme.

          0:11:19–0:11:24

          Aber dieses Denken, dass das System an sich, die Strukturen an sich alternativlos

          0:11:24–0:11:28

          sind, in dem steckt er, glaube ich, schon auch fest.

          Tobias
          0:11:28–0:11:31

          Ja klar, auf dem Mars gibt es halt noch keinen Betriebsrat.

          Hannah Heller
          0:11:32–0:11:32

          Praktisch.

          Tobias
          0:11:33–0:11:37

          Praktisch. Ja, jetzt würde mich interessieren, also wir sind ja leider schon

          0:11:37–0:11:44

          irgendwie so gefestigt in diesem Marktdenken, dass es ja schon fast eine Tradition ist.

          0:11:44–0:11:49

          Deswegen würde ich mich drinnen ja schon interessieren, wie sich jetzt der Traditionstyp,

          0:11:49–0:11:50

          den du definiert hast, davon absetzt.

          Hannah Heller
          0:11:51–0:11:56

          Also man muss sagen, ich habe in der Ernährungswirtschaft geforscht,

          0:11:56–0:12:00

          heißt meine Traditionstypen waren Landwirte und da muss ich auch nicht gendern,

          0:12:00–0:12:02

          das waren wirklich männliche Landwirte.

          0:12:03–0:12:07

          Und ich muss auch sagen, immer alles, was ich sage, ist jetzt sozusagen ein

          0:12:07–0:12:14

          empirisch entstandenes Konzept, aber es ist noch nicht quantitativ sozusagen bestätigt.

          0:12:14–0:12:20

          Also das sind meine Interpretationen von dem, was ich gehört und mit den Leuten besprochen habe.

          0:12:21–0:12:25

          Der Traditionstyp, wenn ich es jetzt mal verallgemeiner von der Ernährungswirtschaft

          0:12:25–0:12:30

          weg, ist einer, der aus Leidenschaft seinen Beruf ausübt.

          0:12:30–0:12:33

          Also ein Mensch mit ganz starkem Berufsethos.

          0:12:34–0:12:41

          Ein Mensch, der einfach seinem Beruf nachgeht. Zum Beispiel mein Vater hat schon

          0:12:41–0:12:42

          irgendwie Schuhe gepflegt,

          0:12:42–0:12:46

          deshalb pflege ich jetzt auch Schuhe oder mein Vater war schon in der Landwirtschaft

          0:12:46–0:12:50

          oder ich bin auf einem traditionellen Familienbetrieb aufgewachsen oder in einem

          0:12:50–0:12:52

          traditionellen Familienunternehmen und ich mache das,

          0:12:53–0:12:56

          weil ich das irgendwie mache oder keine Ahnung, meine Eltern waren schon Ärzte

          0:12:56–0:12:58

          oder KrankenpflegerInnen oder wie auch immer.

          0:12:59–0:13:03

          Deshalb stehe ich diesem Beruf sehr nahe und verbinde damit viel Werte und deshalb

          0:13:03–0:13:05

          gehe ich diesem Beruf auch nach.

          0:13:07–0:13:09

          Also Leute mit einem großen Berufsethos, die…

          0:13:10–0:13:14

          Ja, die das irgendwie aus einer traditionellen Bindung heraus machen.

          0:13:14–0:13:17

          Also in der Landwirtschaft war es ganz klar, waren es irgendwie familiengeführte

          0:13:17–0:13:22

          landwirtschaftliche Betriebe, die schon in der fünften Generation in der Familie waren.

          0:13:22–0:13:27

          Und die sind aufgewachsen mit dieser Natur und mit dem Acker und mit dem Traktor.

          0:13:27–0:13:30

          Und das ist das, was sie lieben und was sie weitermachen wollen.

          0:13:31–0:13:36

          Und der Traditionstyp ist verzweifelt, weil diese traditionellen Strukturen

          0:13:36–0:13:42

          eigentlich in den marktwirtschaftlichen Zwängen, in denen wir drinstecken,

          0:13:42–0:13:45

          gar nicht mehr funktionieren.

          0:13:46–0:13:50

          Also du kannst eigentlich nicht mehr traditionell dein Land bestellen oder mit

          0:13:50–0:13:57

          deinem, also zum Beispiel im Fall der Krankenpflege, kannst du nicht mehr deinen

          0:13:57–0:13:59

          Beruf so ausüben, wie du ihn gerne ausüben würdest,

          0:13:59–0:14:03

          weil du einfach wahnsinnig getrippet bist durch die ganzen Strukturen,

          0:14:03–0:14:04

          in denen wir drinstecken.

          0:14:04–0:14:07

          Die haben gar keine Zeit mehr, mit den Leuten zu sprechen, im Krankenhaus,

          0:14:07–0:14:11

          mit den PatientInnen, weswegen sie aber eigentlich ihren Beruf machen und lieben.

          0:14:13–0:14:15

          Sondern sind durch diese Marktsfänge hart getaktet.

          0:14:15–0:14:20

          Deshalb ist der Traditionstyp geprägt von Verzweiflung und Perspektivlosigkeit

          0:14:20–0:14:22

          und einer richtigen Existenzangst.

          0:14:22–0:14:27

          Und ich finde, so während ich meine Disco geschrieben habe, waren ja dann auch

          0:14:27–0:14:31

          die großen Proteste der Landwirte auf ihren Traktoren und eine richtige Wut

          0:14:31–0:14:34

          auf die Gesellschaft, auf die Strukturen, auf die Politik.

          0:14:34–0:14:41

          Auf die Politik, weil sie eben schon noch irgendwo, sie trauern so diesem Wohlstandskapitalismus

          0:14:41–0:14:44

          sozusagen dem deutschen Wirtschaftswunder nach, auch irgendwo,

          0:14:44–0:14:48

          wo irgendwie auch eine soziale Gerechtigkeit irgendwie vorgeherrscht hat und

          0:14:48–0:14:54

          solche Traditionsbetriebe auch einfach gut existieren konnten. Aber jetzt…

          0:14:55–0:15:01

          Ja, seit den 70ern, jetzt trifft dich ab, aber jetzt ist es eben immer schwieriger möglich,

          0:15:01–0:15:04

          auch weil immer mehr Standards von den Großhändlern, also nicht nur vom Staat,

          0:15:04–0:15:09

          sondern die sind auch gegängelt von jetzt in der Landwirtschaft vom Großhandel,

          0:15:09–0:15:11

          der ihnen einfach Preise vorschreibt.

          0:15:11–0:15:16

          Also wir haben noch vier Monopolisten, die unseren Lebensmittelhandel dominieren

          0:15:16–0:15:20

          und man kann sich zwischen den vier sozusagen entscheiden,

          0:15:20–0:15:27

          von wem man sich die wirklich niedrigen Preise, die unter den Entstehungskosten

          0:15:27–0:15:29

          oft liegen in der Landwirtschaft, von wem man sich die vorschreiben lässt.

          0:15:29–0:15:33

          Aber die sind alle fies gegenüber der Landwirtschaft.

          0:15:33–0:15:38

          Und in dieser Verzweiflung gehen die dann auf die Straße und die haben auch

          0:15:38–0:15:40

          keine Alternative vor Augen.

          0:15:40–0:15:45

          Ähnlich wie der Markttyp, nur dass der Markttyp eben irgendwie damit klarkommt

          0:15:45–0:15:47

          und irgendwie happy ist und nach seinen Erfolgszielen strebt.

          0:15:47–0:15:52

          So ist der Traditionstyp einfach am Ende mit den Nerven, mit dem Rücken zur

          0:15:52–0:15:56

          Wand und weiß nicht eigentlich, wie er weiter existieren soll in diesem System.

          Timo
          0:15:57–0:16:01

          Was ich jetzt gerade so super spannend finde, wenn man die beiden Typen unterscheidet,

          0:16:02–0:16:08

          dann ist der Markttyp, sieht sich zumindest tatsächlich noch als Profiteur.

          0:16:08–0:16:11

          Also ich glaube, die Selbstbestreibung ist so, ich surfe auf der Welle,

          0:16:11–0:16:15

          während der andere versucht,

          0:16:15–0:16:20

          immer mal wieder quasi von der Welle verschluckt wieder aufs Surfspot zu kommen,

          0:16:20–0:16:23

          auf dem er früher doch mal auch gesurft ist.

          0:16:24–0:16:27

          Also wenn man so, wenn ich mir mal kurz das Bild erlaube und was ich,

          0:16:27–0:16:30

          ich will mal jetzt eine kleine persönliche Geschichte erzählen.

          0:16:30–0:16:35

          Ich war mit meiner Familie auf so einem Ausflugsbauernhof mit einem großen Café

          0:16:35–0:16:42

          und hab schon gedacht, okay, hier ist tendenziell dann vielleicht auch der Surfertyp

          0:16:42–0:16:44

          unter den Bauern, weil hat ja den Café und Ausflug und so weiter.

          0:16:44–0:16:47

          Und dann habe ich dann auch diese, ich weiß nicht, ob ihr die kennt,

          0:16:48–0:16:56

          das ist von den Bauernverbänden, solche plakativen Botschaften auf so einem Schild.

          0:16:56–0:16:58

          Und da habe ich gemerkt, dass ich da total sauer werde.

          0:16:59–0:17:04

          Und ich bin jetzt hier unterwegs und werde jetzt hier mit diesen politischen

          0:17:04–0:17:07

          Botschaften, die ich, und das muss ich auch wirklich sagen, ich glaube,

          0:17:07–0:17:11

          ein Problem, das ich dem Traditionstyp auch zusprechen würde,

          0:17:11–0:17:13

          ist so eine mangelnde Ausdrucksmöglichkeiten.

          0:17:15–0:17:21

          Also ich kenne das ein bisschen, mein Opa war auch Bauer, also noch deutlich

          0:17:21–0:17:28

          älter, aber für den hatte Sprache und Ausdruck auch überhaupt keine große Bedeutung,

          0:17:28–0:17:29

          sondern es ging nur ums Machen. haben.

          0:17:30–0:17:34

          Und was ich bei diesen traditionellen Bauern gerade erlebe ist,

          0:17:34–0:17:36

          dass die das auch nicht gut können.

          0:17:36–0:17:44

          Also die können sich nicht gut ausdrücken, was sie eigentlich wollen und tun es auf eine,

          0:17:45–0:17:53

          auf eine maximal destruktive, wütende Art und Weise, die ihnen in Teilen aber

          0:17:53–0:17:54

          auch gar nicht so gerecht wird.

          0:17:54–0:17:58

          Weil das habe ich nämlich erlebt. Ich bin nämlich in das angeschlossene Café

          0:17:58–0:18:02

          gegangen und habe gesagt, ich habe mich ein bisschen aufgeregt und ein bisschen

          0:18:02–0:18:04

          überlegt, was ich mache. War schon kurz davor eine Google-Bewertung zu schreiben.

          0:18:05–0:18:07

          Ich will den Geschäftsführer sprechen.

          0:18:07–0:18:11

          Ja, aber dann habe ich mich wirklich überlegt, ja gut, ich kann mich jetzt hier

          0:18:11–0:18:14

          anonym die Google-Bewertung machen. Also Marktlösung wählen,

          0:18:14–0:18:15

          nicht in Beziehung gehen.

          0:18:17–0:18:21

          Oder, gut, ich bin tatsächlich reingelaufen ins Café und habe dann gefragt,

          0:18:21–0:18:23

          wer ist denn hier die Betriebsleitung? Tatsächlich.

          0:18:23–0:18:27

          Und dann hat sie gesagt, ja, diesen Hof macht mein Bruder. Auch witzig,

          0:18:27–0:18:30

          auch traditionalistisch, so Familienbetrieb und so.

          0:18:31–0:18:35

          Und dann kam der tatsächlich dann raus. Und dann war das eigentlich ein ganz

          0:18:35–0:18:37

          interessantes und ruhiges Gespräch.

          0:18:39–0:18:41

          Und wir hatten eigentlich sehr viele Gemeinsamkeiten auf einmal.

          0:18:41–0:18:47

          Also die Gegner waren klar, wir alle finden landwirtschaftliche Gesetzgebung

          0:18:47–0:18:50

          total Mist und aber auch ganz interessante Sachen, wie wir zum Beispiel gesagt

          0:18:50–0:18:53

          haben, hey, ich möchte ja auch die Ukraine unterstützen,

          0:18:53–0:18:58

          aber ich kann jetzt nicht auf einmal mit ukrainisch, also mit nicht EU-Norm

          0:18:58–0:19:00

          Getreide konkurrieren.

          0:19:00–0:19:02

          So, ihr müsst an mich denken und so weiter.

          0:19:03–0:19:06

          Und das hat er eigentlich auch sehr vernünftig gesagt. Und dann habe ich gesagt,

          0:19:06–0:19:09

          so ja, und gleichzeitig sind die Botschaften an der Wand, ja,

          0:19:09–0:19:12

          das ist ein bisschen zu viel, aber ja, ich habe es jetzt halt mal gemacht und so.

          0:19:12–0:19:17

          Und da merkt man halt so eine mangelnde Form von Sensibilität einfach so.

          0:19:17–0:19:21

          Und gleichzeitig aber in der, was ich zum Ausdruck bringen will,

          0:19:21–0:19:25

          in dem persönlichen Gespräch war das sehr in Ordnung und auch machbar und möglich.

          0:19:26–0:19:30

          Nur, und auf der Ebene kann man mit denen auch reden. Ich glaube,

          0:19:30–0:19:32

          mit den meisten Traditionalisten kannst du auf der Ebene auch reden,

          0:19:32–0:19:36

          weil ich glaube, ich auch so agiert habe, wie die damit auch umgehen können.

          0:19:37–0:19:42

          Aber im politischen Raum muss man sie leider bekämpfen, weil man mit ihnen nicht

          0:19:42–0:19:47

          reden kann, so wie sie auftreten. Also die zertrampeln die Gesprächsbasis in

          0:19:47–0:19:49

          den Räumen, die sie selber gestalten.

          0:19:49–0:19:53

          Also ihre Demonstrationen, also jetzt bin ich mal richtig heftig,

          0:19:53–0:19:56

          das ist nicht der Ort, wo du mit denen redest, sondern da bin ich auch richtig hart,

          0:19:57–0:20:01

          würde ich sagen, da ist jedes einzelne, jeder einzelne Trecker,

          0:20:01–0:20:04

          der deine Straße blockiert, ist ab einem gewissen Zeitpunkt ein Tatmittel und

          0:20:04–0:20:06

          das ist Nötigung und der gehört konfisziert, ja.

          0:20:06–0:20:10

          Ja, so, aber auf anderen Ebenen, also ich glaube, was man merkt,

          0:20:10–0:20:14

          es braucht diese Gesprächsräume, die können wir denen aber nicht den Traditionalisten

          0:20:14–0:20:16

          überlassen, weil die nicht wissen, wie man die öffnet.

          Hannah Heller
          0:20:16–0:20:23

          Ich will noch eine Stange brechen für den Traditionstyp, weil die,

          0:20:24–0:20:28

          das sieht man an so Katastrophen wie Ahrtal oder so, die passiert sind,

          0:20:28–0:20:31

          die haben einen wahnsinnigen Gemeinsinn.

          0:20:31–0:20:39

          Also die haben ein totales Gespür für Gemeinschaft, für Zusammenhalt, für Beziehungen auch.

          0:20:39–0:20:44

          Also da sind sie ganz, ganz stark drin und haben auch ihre Werte klar,

          0:20:45–0:20:49

          was auch total zukunftsorientierte Werte sind, interessanterweise.

          0:20:49–0:20:53

          Also diese Generationen, die in die Vergangenheit reichen, die reichen auch in die Zukunft.

          0:20:54–0:20:59

          Also dieses, ich will meinen Hof erhalten für meine Kinder und ich bin so sauer

          0:20:59–0:21:03

          auf die Politik, weil sie mir diese Zukunftsorientierung so nimmt.

          0:21:03–0:21:07

          Genau, ich bringe auch den Wert der Resonanz so mit ein.

          0:21:07–0:21:10

          Also wie stehe ich eigentlich zur Welt? Von Hartmut Rose, ein Konzept würde

          0:21:10–0:21:14

          jetzt zu weit führen, aber wie, in welcher Beziehung stehe ich eigentlich zur Welt?

          0:21:14–0:21:17

          In welcher Beziehung stehe ich zu mir und zu meiner Tätigkeit?

          0:21:17–0:21:21

          Und da sind Landwirte zum Beispiel auch eigentlich total stark.

          0:21:21–0:21:29

          Die stehen in einer total starken Beziehung zu ihrem Beruf einerseits, aber auch zur Natur.

          0:21:29–0:21:32

          Und ich würde behaupten, dass es beim Traditionstyp generell eben,

          0:21:33–0:21:38

          dass der total diese Resonanz zur Welt, sei es die Pflegerin mit ihren Patientinnen,

          0:21:38–0:21:43

          sei es die Kinder, wen auch immer du da nimmst, sei es der Schuhmacher zu seinen Kundinnen.

          0:21:44–0:21:46

          Diese Beziehung zur Welt total relevant ist.

          0:21:46–0:21:50

          Ist für die während der Markttyp, würde ich sagen, eher orientierungslos ist,

          0:21:50–0:21:54

          was seine Werte betrifft, was auch die Resonanz zur Welt betrifft.

          0:21:54–0:21:58

          Also der Markttyp, wenn man ihn wirklich so pauschalisieren will und auch so

          0:21:58–0:21:59

          einen Idealtyp runterbrechen will,

          0:22:00–0:22:03

          dann würde ich sagen, dass der gar nicht weiß,

          0:22:03–0:22:08

          was für Werte er verfolgt und deshalb eben auch so sozusagen leicht steuerbar

          0:22:08–0:22:13

          ist durch diesen Markt und eben auch nicht in Resonanz, in Beziehung zur Welt

          0:22:13–0:22:15

          steht, sondern eher in der Gleichgültigkeit.

          0:22:17–0:22:21

          Sozusagen jetzt dem Weltuntergang auch zusieht. Also diese Gleichgültigkeit,

          0:22:21–0:22:23

          die wir erleben in der Gesellschaft gegenüber den Katastrophen,

          0:22:23–0:22:27

          die uns bevorstehen, ist halt für mich total schwierig aushaltbar.

          0:22:28–0:22:31

          Und da kann ich eher so eine Wut von so einem Traditionstyp kann ich eher mit

          0:22:31–0:22:34

          umgehen als mit so einer Gleichgültigkeit.

          0:22:34–0:22:38

          Ja, weil die Wut ist berechtigt. Ich halte die für berechtigt.

          0:22:38–0:22:41

          Die ist vielleicht nicht gegenüber der Ampel berechtigt, weil,

          0:22:41–0:22:48

          aber jetzt werden wir politisch, aber die ist berechtigt und Und ich finde die richtig.

          0:22:48–0:22:52

          Und diesen Impuls muss man eigentlich aufnehmen. Und diese Existenznot,

          0:22:52–0:22:57

          Wut, Perspektivlosigkeit der Traditionstypen, die muss jetzt irgendwo hin.

          0:22:57–0:23:00

          Und da wären wir dann beim Transformationstyp.

          Timo
          0:23:00–0:23:05

          Ich glaube, was ich jetzt schon merke, ist so, als der Markttyp und die Menschen,

          0:23:05–0:23:10

          für die er lobbyiert, also die Christian Lindners und so, verbocken hast.

          0:23:11–0:23:15

          Und was passiert? Ist es dann, dass der Traditionstyp wütend wird?

          0:23:15–0:23:18

          Und das ist im Grunde ja eigentlich aber auch schon immer die Gefahr gewesen.

          0:23:19–0:23:22

          Also es war ja eigentlich auch, damit haben die Bauernverbände ja auch direkt

          0:23:22–0:23:26

          nach dem Zweiten Weltkrieg direkt auch ziemlich krass gespielt und gesagt,

          0:23:26–0:23:30

          hey, wenn es jetzt, also warum gab es direkt nach dem Zweiten Weltkrieg diese

          0:23:30–0:23:35

          super krassen, warum hat die EU diese super krassen Subventionen für Bauern

          0:23:35–0:23:37

          und so weiter immer auch,

          0:23:37–0:23:40

          weil die Bauern gesagt haben, hey, ihr müsst uns unterstützen so,

          0:23:40–0:23:44

          damit wir quasi die Demokratie weiterhin unterstützen so.

          0:23:44–0:23:47

          Und das ist auch das, was ich jetzt gerade so ein bisschen aus meiner soziologischen

          0:23:47–0:23:49

          Perspektive durchaus auch immer wieder durchschimmern sehe, dass die,

          0:23:50–0:23:53

          Wenn man mit ihnen individuell spricht, man sehr gut reden kann,

          0:23:53–0:23:59

          aber sie als Kollektiv, dass da das Verhetzungspotenzial unglaublich groß ist.

          0:23:59–0:24:03

          Ich sehe das auch so, ich sehe sie ja auch sehr stark so aus einer handwerklichen

          0:24:03–0:24:04

          Perspektive. Also ich sehe das auch so.

          0:24:05–0:24:10

          Und diese große Maß an Verletzungen, aber immer auch gepolt mit,

          0:24:10–0:24:12

          und ich weiß nicht, ob ich mich da jetzt gerade echt unbeliebt mache,

          0:24:13–0:24:18

          mit einer sehr überschaubaren, gut, böse, also schlecht und gut,

          0:24:18–0:24:20

          ein einfaches Weltbild.

          0:24:20–0:24:24

          Und deswegen finde ich jetzt gerade total so, und das macht die Sache schwierig,

          0:24:24–0:24:27

          mit denen quasi zu diskutieren, weil man ist entweder für sie oder gegen sie.

          0:24:28–0:24:34

          Aber diesen Mittelteil, wo die Veränderung passiert, da bin ich jetzt sehr gespannt,

          0:24:34–0:24:37

          was der Transformationstool damit macht.

          Tobias
          0:24:37–0:24:43

          Ja, ich auch. Deswegen gebe ich die Frage einfach weiter. Was ist denn der Transformationstyp?

          0:24:43–0:24:44

          Was macht ihn besonders?

          0:24:45–0:24:49

          Und ist er toller als die anderen? Oder hat er auch seine Tücken?

          Hannah Heller
          0:24:50–0:24:53

          Ja, also genau, der Transformationstyp ist auf jeden Fall der,

          0:24:53–0:24:57

          da leuchtet es nicht so direkt ein, aber vielleicht können sich trotzdem die

          0:24:57–0:25:01

          Leute, die für die Transformation einstehen, die Pioniere des Wandels,

          0:25:01–0:25:02

          so nenne ich sie in meiner Arbeit,

          0:25:02–0:25:05

          trotzdem damit identifizieren.

          0:25:05–0:25:09

          Also grundsätzlich fühlen die sich erstmal nicht zugehörig zu den Strukturen,

          0:25:09–0:25:10

          in denen wir drinstecken.

          0:25:10–0:25:13

          Also man, als Transformationstyp hat man sozusagen die ganze Zeit das Gefühl,

          0:25:14–0:25:18

          irgendwie so, irgendwie ist das alles super weird um mich rum.

          0:25:18–0:25:25

          Und kann doch nicht sein, dass wir in so zerstörerischen, destruktiven Strukturen

          0:25:25–0:25:30

          leben und fühlen sich die ganze Zeit als Alternative dazu. Also, ne…

          0:25:31–0:25:35

          So ein bisschen als schwarzes Schaf in der Familie, weil es irgendwie andere

          0:25:35–0:25:38

          Beziehungsformen führt oder als, wie auch immer.

          0:25:38–0:25:42

          Also in ganz vielen kulturellen Facetten, die unsere Gesellschaft gerade so

          0:25:42–0:25:47

          prägen, fühlen sie sich irgendwie nicht angepasst, nicht zugehörig.

          0:25:47–0:25:53

          Dann ist es, wenn man sozusagen aus dieser Nichtzugehörigkeit entstehen aber

          0:25:53–0:25:57

          Gemeinschaften, in denen dann Zugehörigkeit sozusagen gebündelt wird.

          0:25:57–0:26:00

          Und wo man sagt, okay, ich gehöre jetzt zu der Gruppe, zu dem Verein,

          0:26:00–0:26:05

          zu der Organisation an, die eben anders ist, die alternativ ist, die es anders macht.

          0:26:05–0:26:10

          Und ganz wichtig für die ist diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit,

          0:26:10–0:26:14

          von Selbstorganisation, also von so einer qualitativen Freiheit,

          0:26:14–0:26:18

          sage ich, wo man wirklich selbstverantwortlich auch Entscheidungen treffen kann

          0:26:18–0:26:22

          und auch über die eigenen Strukturen, in denen man arbeitet, in denen man lebt,

          0:26:22–0:26:28

          in denen man auch zur Gesellschaft beiträgt, handlungsfähig ist und nicht mehr

          0:26:28–0:26:31

          so ohnmächtig und mit diesem Unwohlsein, ich gehöre nicht dazu.

          0:26:32–0:26:37

          Die Transformationstypen suchen nach, deshalb auch, also um diese Freiheit zu

          0:26:37–0:26:41

          leben, suchen sie auch nach einer großen Unabhängigkeit von Markt und Staat.

          0:26:41–0:26:45

          Also man will sich eigentlich nicht abhängig machen von Fördergeldern vom Staat,

          0:26:45–0:26:51

          Man will sich aber auch nicht abhängig machen von Marktkennzahlen letztendlich,

          0:26:51–0:26:56

          von dieser Preissetzung des Marktes,

          0:26:56–0:27:00

          sondern man will sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahren.

          0:27:00–0:27:04

          Genau, und dann spielen so Werte wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit,

          0:27:04–0:27:09

          also Klimagerechtigkeit eine große Rolle, soziale Innovationen etc.

          0:27:10–0:27:17

          Aber es ist eben immer dieses, sie haben selbst auch noch keine Worte sozusagen für ihre eigenen Ziele.

          0:27:17–0:27:23

          Es ist eher eine Abgrenzung zu dem Status quo, zu dem sie nicht dazugehören

          0:27:23–0:27:27

          wollen und immer diese Perspektive, es muss sich verändern, es muss anders werden.

          0:27:27–0:27:33

          Und diese starke Suche nach Beziehung, also wirklich in Resonanz zu sein mit

          0:27:33–0:27:39

          sich, also viel auch so Selbstheilung, wer bin ich eigentlich.

          0:27:40–0:27:45

          Was macht mich aus, wie komme ich gut auf mich klar,

          0:27:45–0:27:49

          so ungefähr auch Beziehungen zu anderen Menschen, wie gelingen Beziehungen zu

          0:27:49–0:27:53

          anderen und auch die Suche nach einer gewissen Tiefe in den Beziehungen und

          0:27:53–0:27:55

          dann eben auch diese Verbindung zu Menschen,

          0:27:56–0:28:00

          der Menschheit als Spezies. Also die nehmen einfach diese ganze planetare Bedrohung

          0:28:00–0:28:05

          unserer Menschheit im Anthropozän, das waren jetzt ganz viele verrückte Worte,

          0:28:05–0:28:11

          aber wir sind in einem neuen geologischen Zeitalter sozusagen angekommen.

          0:28:12–0:28:15

          Wissenschaftlich wird es gesagt, das Anthropozän. Und diese Verantwortung,

          0:28:16–0:28:19

          die wir Menschen in diesem neuen Erdzeitalter für den Planeten haben,

          0:28:19–0:28:25

          das spüren Transformationsmenschen ganz, ganz stark und sind sich da ihrer Verantwortung bewusst.

          0:28:25–0:28:29

          Bewusst und wollen die auch, genau, wollen die auch gerecht werden.

          0:28:31–0:28:35

          Ja, das vielleicht in Kürze, genau. Und ich habe jetzt sozusagen vier Elemente

          0:28:35–0:28:39

          in meiner Arbeit identifiziert,

          0:28:40–0:28:44

          sozusagen diese vier Elemente, nach denen der Transformationstyp strebt und

          0:28:44–0:28:48

          was, wie unsere Gesellschaft nach der Transformation sozusagen sein sollte,

          0:28:48–0:28:52

          sind einerseits diese Resonanz, also in Resonanz zur Welt zu stehen,

          0:28:52–0:28:54

          was ich jetzt schon ein paar Mal erwähnt habe,

          0:28:54–0:28:59

          dann qualitativ frei zu sein, wirklich in Verantwortung zu gehen und eigenverantwortlich

          0:28:59–0:29:02

          Entscheidungen zu treffen und nicht immer irgendwas auf den Markt oder auf den

          0:29:02–0:29:07

          Staat zu schieben, sondern wirklich selbst in Verantwortung zu gehen.

          0:29:07–0:29:12

          Dann Gemeinsinn, also sich für Gemeinschaft, für Gesellschaft verantwortlich

          0:29:12–0:29:16

          zu fühlen, was ich vorhin bei dem Traditionstyp Landwirt schon erwähnt habe.

          0:29:18–0:29:22

          Und Gleichberechtigung, also Menschen auf Augenhöhe begegnen,

          0:29:22–0:29:26

          Nicht in Hierarchien zu denken, sondern wirklich gleichberechtigt miteinander umzugehen.

          0:29:27–0:29:33

          Ja, das wären die vier, die sozusagen dann als neue Ziele nach Wachstum und

          0:29:33–0:29:37

          Wohlstand und Fortschritt und Geld und so weiter kommen sollten, kommen könnten.

          Tobias
          0:29:37–0:29:42

          Sehr schön, da sehe ich mich. Schwingt direkt ganz viel mit bei den vier Zielen,

          0:29:42–0:29:43

          die du da definierst hast.

          Timo
          0:29:43–0:29:48

          Ja, auf jeden Fall kann ich auch so gehen. Und gleichzeitig sind wir ja nicht

          0:29:48–0:29:50

          im luftleeren Raum unterwegs.

          0:29:51–0:29:57

          Also wir sind ja unterwegs quasi, also einmal auch in unserem unternehmerischen

          0:29:57–0:30:02

          Handeln haben wir mit Traditionstypen und Markttypen zu tun.

          0:30:02–0:30:05

          Ja, also wenn wir der Unverpackt-Laden, mit dem wir zusammenarbeiten,

          0:30:06–0:30:08

          als nächstes auf den Bauern zugeht, treffen wir auf den Traditionstyp.

          0:30:08–0:30:11

          Wenn wir auf den Großhandel treffen, tendenziell auf den Markttyp,

          0:30:11–0:30:15

          wobei da müssen wir auch sagen, Großhandel gibt es natürlich auch nochmal sehr

          0:30:15–0:30:22

          große, also gibt es, als Bio-Bereich ist er eher dezentraler zum Beispiel als jetzt bei den Großen.

          0:30:22–0:30:26

          Aber auch da so der, das Spannende ist, glaube ich, dass der,

          0:30:26–0:30:32

          das, was den Transformationstyp auch nochmal ausmacht, ist, dass er einen geringen

          0:30:32–0:30:33

          Organisationsgrad hat,

          0:30:33–0:30:36

          selbst keine gute Sprache hat für das,

          0:30:36–0:30:41

          was er ausdrücken will und auf andere Akteure trifft, wie die Raditionalisten

          0:30:41–0:30:49

          oder den Marktyp, die eine gewisse sprachliche Sozialisation hinter sich und

          0:30:49–0:30:51

          auch Verbände haben, die das vertreten.

          0:30:51–0:30:54

          Also also.

          0:30:55–0:30:58

          Könnt ihr mal mit der Stoppuhr nachrechnen, zwischen der Zeit,

          0:30:58–0:31:01

          wo die Bauern auf die Straße gegangen ist und dieses Gesetz da gekippt wurde.

          0:31:03–0:31:07

          Und ich glaube, das ist, glaube ich, für den, das spüre ich sehr stark.

          0:31:07–0:31:11

          Und ich glaube, das ist auch, was wir für uns selber, glaube ich, lernen müssen.

          0:31:12–0:31:14

          Auf der einen Seite, klar, wir müssen eine Sprache entwickeln,

          0:31:14–0:31:18

          aber wir müssen, glaube ich, auch diese Sensibilität und dieses Spannungsfeld,

          0:31:18–0:31:21

          weil was wir noch überhaupt nicht besprochen haben, ist dann die Auseinandersetzung

          0:31:21–0:31:24

          wiederum mit dem Staat und der Regulierung.

          0:31:24–0:31:27

          Also der Transitionstyp ist für mich auch eher so ein Hacker.

          0:31:28–0:31:31

          Also der versucht gar nicht, irgendwie Regulierung zu ändern,

          0:31:31–0:31:34

          kommt überhaupt nicht in seinen Sinn, weil er denkt, das ist sowieso chancenlos.

          0:31:34–0:31:39

          Der versucht eher, bestehende Regulierungen zu hacken und hat deswegen aber

          0:31:39–0:31:42

          auch, also muss er dreimal laufen.

          0:31:42–0:31:48

          Also zum Beispiel, während ein Bauer eine Rahmensubvention hat,

          0:31:48–0:31:52

          die er ganz einfach abrufen kann, gibt es für andere sowas nicht.

          0:31:52–0:31:58

          Und auch spannend für den Markttyp, ich finde die Unterscheidung sehr,

          0:31:58–0:32:03

          sehr fruchtbar, dass der Mensch einfach felsenfest dafür überzeugt davon ist,

          0:32:03–0:32:05

          dass das ein Naturzustand ist, in dem er lebt.

          Tobias
          0:32:05–0:32:06

          Auch verrückt.

          Hannah Heller
          0:32:06–0:32:10

          Und dann haben wir noch gar nicht über die Transformation gesprochen.

          0:32:10–0:32:14

          Also sozusagen, ich hatte ja auch, es gibt die Systemdienstleister,

          0:32:14–0:32:17

          die sozusagen diese Typen so ein bisschen vereinen in meinem Bild,

          0:32:17–0:32:23

          also die auch eben helfen bei der Transformation vom Traditionstyp hin zum,

          0:32:24–0:32:27

          Transformationstyp und vom Markttyp auch hin zum Transformationstyp.

          0:32:27–0:32:30

          Und dann gibt es eben auch ganz viele Graubereiche zwischen den Typen.

          0:32:30–0:32:34

          Also so klar, wie wir das jetzt abgegrenzt haben, ist es meist nicht in der

          0:32:34–0:32:40

          Realität, aber genau, wie sich dann solche Menschen verändern und ihre Organisationen

          0:32:40–0:32:42

          mit verändern, das ist dann nochmal eine spannende Frage.

          0:32:42–0:32:45

          Und was heißt eigentlich Transformation und wie tief geht die?

          Tobias
          0:32:46–0:32:49

          Und da hast du jetzt schon einen super guten Cliffhanger gemacht.

          0:32:49–0:32:51

          Gemacht. Das werden wir nämlich in der nächsten Folge besprechen.

          0:32:51–0:32:58

          Wir haben heute mal so einen ersten Eindruck, so die Typen definiert und ja,

          0:32:58–0:33:01

          ich freue mich auf Teil 2, wo es dann ein bisschen mehr in die Tiefe geht,

          0:33:01–0:33:04

          wie wir über Transformationen sprechen und eigentlich all das,

          0:33:04–0:33:05

          was du gerade schon gesagt hast.

          0:33:06–0:33:09

          Ja und deswegen bedanke ich mich ganz herzlich. Das war ein sehr,

          0:33:09–0:33:11

          sehr guter Start, finde ich.

          0:33:11–0:33:16

          Spannendes Thema und ja, vielleicht kann ja jede Hörerin und jeder Hörer mal,

          0:33:16–0:33:20

          ja so ein bisschen graben, was er denn selbst oder was sie denn selbst für ein

          0:33:20–0:33:22

          Typ ist, wo sie sich da sieht.

          0:33:23–0:33:25

          Super, ja, danke euch beiden.

          Hannah Heller
          0:33:25–0:33:26

          Ja, vielen Dank. War spannend.

          Tobias
          0:33:27–0:33:30

          Ich mache hier mal ein Schleifchen drum und bei allen unseren Zuhörenden bedanke

          0:33:30–0:33:32

          ich mich für die Aufmerksamkeit. Tschüss.

          Hannah Heller
          0:33:32–0:33:33

          Tschüss.

          Timo
          0:33:33–0:33:34

          Und die Podcast-Gemeinschaft nicht vergessen.

          The post MP078 – Unternehmerische Vielfalt: Ein Blick auf die Idealtypen mit Hannah Heller (1/2) appeared first on MYZELIUM.

          34 min
        • MP077 - Psychologists for future

          • Christina
            • Stephanie

                In dieser Folge sprechen Michaela und Tobi mit Christina und Stephanie von den psychologists for future über den Umgang mit den vielfältigen Krisen auf unserer Welt, negativen Nachrichten und mangelndem politischen und gesellschaftlichen Support. Zudem bekommt ihr praktische Tipps für die Kommunikation mit Menschen, die anderns ticken als ihr selbst.

                Psychologists for future – https://www.psy4f.org/

                Psychologists for future Trier auf Instagram – https://www.instagram.com/psychologists4future_trier/

                Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                Transkription
                Tobias
                0:00:09–0:00:12

                Hallo und herzlich willkommen zum MeZelium-Podcast, der Podcast,

                0:00:12–0:00:15

                in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                0:00:15–0:00:19

                Mein Name ist Tobi und ich freue mich ganz besonders, denn heute wieder,

                0:00:19–0:00:22

                nach der letzten Folge schon, die Michaela. Hallo Michaela.

                Michaela
                0:00:22–0:00:25

                Hi Tobi, hallo an alle, die zuhören.

                Tobias
                0:00:25–0:00:26

                Na, geht’s dir gut?

                Michaela
                0:00:27–0:00:32

                Ja, soweit alles bestens. Wir nehmen diese Folge ja am Samstagmorgen auf.

                0:00:32–0:00:36

                Ich freue mich, dass ich früh aus dem Bett aufstehen durfte,

                0:00:36–0:00:40

                um hier mit dir zu sitzen, Tobi. Beim letzten Mal haben wir die Folge ja spätabends

                0:00:40–0:00:46

                aufgenommen, jetzt ist dann früh morgens, aber es ist immer eine Freude hier zusammen zu sein.

                0:00:46–0:00:48

                Vielen Dank, dass du mich wieder dabei haben möchtest.

                Tobias
                0:00:48–0:00:56

                Ja, sehr schön, weil ich habe mir gedacht, für dieses Thema bist auch du qualifiziert

                0:00:56–0:00:58

                und hast ganz viel Expertise mitzubringen.

                0:00:59–0:01:03

                Heute geht es nämlich um, ja, wie beschreibe ich das? Ein großes Thema.

                0:01:03–0:01:09

                Mir ist oft in persönlichen Gesprächen aufgefallen, aufgekommen immer diese

                0:01:09–0:01:16

                Frage, ja, ich strampel hier mich ab als transformative Akteurin, als Aktivisti.

                0:01:17–0:01:22

                Ja, aber irgendwie, wenn man auf die Nachrichten guckt und auf die Politik und

                0:01:22–0:01:26

                ja, ich fühle mich irgendwie, als würde ich strampeln und strampeln und strampeln

                0:01:26–0:01:30

                und bekomme aber immer mehr größere Steine in den Weg gelegt.

                0:01:30–0:01:33

                Oder mein Umfeld reagiert total komisch auf mich und sagt, boah,

                0:01:33–0:01:35

                das ist alles irgendwie Träumerei, was du da machst.

                0:01:36–0:01:40

                Und geh mal irgendwie richtig arbeiten und mach nicht deinen komischen Traum.

                0:01:41–0:01:45

                Ja, und ich glaube, das ist ja dir bestimmt auch, als du das Mycelium erdacht

                0:01:45–0:01:51

                hast oder als du jetzt diese ganze Energie, die du aufwendest,

                0:01:51–0:01:55

                um für Tiere einzustehen, bestimmt auch schon mal begegnet.

                Michaela
                0:01:56–0:01:57

                Ja, total.

                Tobias
                0:01:57–0:02:01

                Ja, dann habe ich tatsächlich so ein bisschen durch Instagram gescrollt und

                0:02:01–0:02:04

                mir sind die Psychologists for Future aufgefallen.

                0:02:04–0:02:09

                Und da dachte ich, Psychologists, die sind schlau. Die haben mir auch schon

                0:02:09–0:02:11

                ganz privat ganz oft geholfen, diese Psychologen.

                0:02:13–0:02:18

                Ich schreibe die mal an vielleicht haben die ja Lösungen wie man ja dieses,

                0:02:19–0:02:22

                aktivistische Burnout oder diese diese Zweifel die

                0:02:22–0:02:26

                man dann irgendwie mal bekommt oder diese Steine wie man die ja zerschlägt und

                0:02:26–0:02:31

                ein bisschen angehen kann und deswegen freue ich mich ganz besonders dass Christina

                0:02:31–0:02:36

                und Stefanie heute hier sind von den Psychologists for Future in Trier und das

                0:02:36–0:02:40

                freue ich mich nochmal ganz besonders weil jetzt ist hier so richtige Trier Connection am Start,

                0:02:41–0:02:44

                Und ja, hallo ihr beiden, Christina und Stefanie, hi!

                0:02:45–0:02:50

                Ja, mich interessiert natürlich auf der einen Seite eure Arbeit,

                0:02:50–0:02:53

                aber mich interessiert auch ganz brennend, wer seid ihr denn?

                0:02:53–0:02:58

                Deswegen würde ich gerne wissen, Christina, wer bist du denn? Was machst du denn?

                0:02:58–0:03:02

                Und wie bist du vielleicht zu den Psychologists for Future gekommen?

                Christina
                0:03:02–0:03:06

                Ja, Tobi, danke für die Einführung. Ich freue mich auch total,

                0:03:06–0:03:09

                dass es endlich geklappt hat mit unserem gemeinsamen Treffen.

                0:03:09–0:03:17

                Und ja, also ich bin Psychologin von Haus aus und arbeite in einer Erziehungs-

                0:03:17–0:03:22

                und Paar- und Lebensberatungsstelle in Trägerschaft des Bistums Trier.

                0:03:23–0:03:28

                Und habe auch noch eine kleine eigene Praxistätigkeit. Ja, und ich bin zu den

                0:03:28–0:03:31

                Psychologists for Future gestoßen, ziemlich genau vor einem Jahr.

                0:03:32–0:03:35

                Meine Tochter ist schon länger bei den Fridays for Future und irgendwie habe

                0:03:35–0:03:39

                ich sie auch gerne begleitet auf Demonstrationen, habe mich dieses Thema,

                0:03:39–0:03:42

                habe mich lebenslang schon beschäftigt, Nachhaltigkeit, Umweltschutz,

                0:03:42–0:03:44

                wie es früher irgendwie in den 90ern vielleicht noch so hieß.

                0:03:45–0:03:50

                Und dann habe ich überlegt, was kann ich denn so als Mutter Mutter so eigenes

                0:03:50–0:03:53

                machen, ohne meiner Tochter sozusagen da auf der Pelle zu hängen.

                0:03:53–0:03:56

                Und habe gedacht, ich könnte mich ja mal bei den Psychologists for Future engagieren.

                0:03:57–0:04:00

                Und dann ist das aber so ein bisschen, erstmal war das nur so ein Gedanke,

                0:04:00–0:04:01

                der noch nicht so richtig in die Umsetzung kam.

                0:04:01–0:04:06

                Und dann war ich letztes Jahr im Januar bei so einer Menschenkette auf dem Trierer Hauptmarkt.

                0:04:07–0:04:12

                Da ging es um Lützerath, weil da ja gerade so die Räumung kurz bevor stand.

                0:04:12–0:04:15

                Und da waren neben mir so Frauen, da hat es bei mir irgendwie Klick gemacht.

                0:04:15–0:04:17

                Und ich habe gesagt, seid ihr von den Psychologists for Future?

                0:04:17–0:04:22

                Ja, wie soll ich sagen, hatte ich den Eindruck, das müssen andere Psychologinnen

                0:04:22–0:04:24

                sein, die sahen irgendwie so aus wie Kolleginnen.

                0:04:26–0:04:29

                Jedenfalls waren vielleicht vom Alter auch nicht mehr so ganz jugendlich und

                0:04:29–0:04:31

                ja, dann waren die ganz überrascht, haben gesagt, ja, sind wir,

                0:04:31–0:04:34

                woher weißt du das? Und dann habe ich gesagt, ja, ich würde gerne bei euch mitmachen.

                0:04:35–0:04:38

                Genau, und so ist das dann ins Rollen gekommen. Also insofern bin ich jetzt

                0:04:38–0:04:41

                auch noch, würde ich mich nicht als Profi da bezeichnen, sondern bin so im Laufe

                0:04:41–0:04:44

                des letzten Jahres da immer so ein Stück weit weiter reingekommen.

                Tobias
                0:04:44–0:04:48

                Ja, cool. Und Stefanie, wie ist das bei dir?

                Stephanie
                0:04:48–0:04:54

                Ja, wie ist das bei mir? Also bei mir, ich bin noch gar nicht so lange dabei.

                0:04:54–0:04:59

                Also ich bin ähnlich wie Christina, ich habe ganz lange in einer Beratungsstelle

                0:04:59–0:05:01

                auch gearbeitet und leite jetzt die Telefonseelsorge.

                0:05:02–0:05:07

                Und ich bin so am Ende meiner Familienphase. Also meine Jungs sind aus dem Haus

                0:05:07–0:05:16

                und die Themen, die ich einfach mitbekommen habe, also Presse, alles das Ahrtal,

                0:05:16–0:05:20

                also das, was so passiert ist und was ich selbst so beobachten konnte,

                0:05:20–0:05:23

                das hat mich schon immer mehr auch beschäftigt und diese Frage,

                0:05:23–0:05:25

                wie kann ich aktiv werden.

                0:05:25–0:05:31

                Und dann habe ich so im Verbund einfach, ja, auch mit Kolleginnen und Kollegen,

                0:05:32–0:05:35

                wo ich so mitbekomme, die machen da irgendetwas und die machen kleine Dinge,

                0:05:36–0:05:37

                wo ich so dachte, ja, das kann ich auch.

                0:05:38–0:05:43

                Und wo ich so dachte, ja, wie soll denn die Welt meiner Söhne oder meiner Kinder

                0:05:43–0:05:47

                oder der Kinder oder der Menschen, die nach mir kommen, also das Thema der Klimagerechtigkeit

                0:05:47–0:05:49

                ist so für mich ein ganz wichtiges.

                0:05:49–0:05:53

                Und dann habe ich Christina getroffen, die auch so die ein oder andere kleine

                0:05:53–0:05:57

                Aktion gemacht hat und dann habe ich gedacht, ja, so kann ich es machen und

                0:05:57–0:05:58

                so bin ich dazu gekommen.

                0:05:59–0:06:02

                Und ich bin jetzt erst, ich glaube, so seit drei, vier Monaten dabei.

                0:06:04–0:06:09

                Und erlebe das auch für mich so mit diesem, da sind Menschen erstmal,

                0:06:09–0:06:15

                wo ich nicht ständig argumentieren muss oder wo ich nicht ständig Bedenken immer höre.

                0:06:15–0:06:20

                Also die Anstrengung, die ich auch oft erlebe, wenn ich das Thema thematisiere.

                0:06:21–0:06:27

                Und ich bin ja eher vom Alter, also Ende 50, also mein Umfeld,

                0:06:27–0:06:36

                das ist eher gesettelt und merke schon, dass das gar nicht so einfach ist.

                0:06:36–0:06:39

                Aber merke auch, wie wichtig es ist, Modelle zu haben.

                0:06:40–0:06:43

                Und deswegen bin ich da jetzt auch ein bisschen aktiver geworden.

                Tobias
                0:06:43–0:06:49

                Ja, sehr schön. Also auch für euch selbst einfach eine gute Sache.

                Stephanie
                0:06:49–0:06:54

                Also ich glaube, das Verbundensein mit sich selbst bei diesem Thema ist so was

                0:06:54–0:06:58

                ganz Wichtiges. Und irgendwie so eine Idee zu haben, wie man sich verhalten

                0:06:58–0:07:00

                will und ausrichtet auch.

                0:07:00–0:07:03

                Das ist für mich schon was Wesentliches, was mir auch…

                0:07:04–0:07:05

                Eine Sicherheit gibt.

                Tobias
                0:07:06–0:07:07

                Ja, sehr schön.

                Christina
                0:07:08–0:07:10

                Genau, also verbunden sein mit sich selbst, aber wie du gerade auch gesagt hast,

                0:07:11–0:07:12

                Stefanie, mit Gleichgesinnten.

                0:07:12–0:07:16

                Denn ich bin jetzt wahrscheinlich rund zehn Jahre jünger als du und mein Umfeld

                0:07:16–0:07:19

                ist aber auch sehr gesettelt und da gibt es durchaus Leute, die auch für das

                0:07:19–0:07:23

                Thema so ein gewisses Verständnis haben, aber niemand, der jetzt irgendwie so

                0:07:23–0:07:24

                aktivistisch unterwegs wäre.

                0:07:24–0:07:28

                Und da einfach mitzukriegen, da gibt es, also allein wenn man jetzt auf eine

                0:07:28–0:07:29

                Demo geht und kennt Leute, das tut schon gut.

                0:07:30–0:07:34

                Vor ein paar Jahren bin ich noch, als die Fridays for Future noch aktiver waren

                0:07:34–0:07:39

                oder als die Demonstrationen größer waren, sagen wir mal so.

                0:07:39–0:07:43

                Da waren dann viele SchülerInnen unterwegs und da habe ich mich manchmal auch

                0:07:43–0:07:46

                ein bisschen alleine gefühlt und so ein bisschen Ausschau gehalten nach Leuten,

                0:07:46–0:07:48

                neben denen ich denn jetzt mal herlaufen kann.

                0:07:48–0:07:51

                Und das hat sich jetzt einfach in diesem Jahr schon komplett verändert.

                0:07:51–0:07:54

                Ich kann auf alle möglichen Demos gehen und war auch im letzten Jahr viel,

                0:07:54–0:07:57

                viel mehr unterwegs, auch bei anderen Themen, die irgendwie angrenzende Themen sind.

                0:07:58–0:08:01

                Und ich kenne einfach Leute und da fühle ich mich einfach gleich viel wohler und verbundener.

                Stephanie
                0:08:01–0:08:05

                Und das andere ist ja, Christina, so wie du es auch sagst, so dieses Thema.

                0:08:06–0:08:12

                Also wenn ich zum Beispiel jetzt nochmal so zurückschaue, das Ahrtal und also

                0:08:12–0:08:15

                auch jetzt hier bei uns in Trier,

                0:08:15–0:08:19

                was in Eran passiert ist, diese Auswirkungen, die haben wir auch in unserer

                0:08:19–0:08:22

                professionellen Arbeit einfach kennengelernt.

                0:08:22–0:08:25

                Und das bedeutet halt, es ist so nicht nur ein persönliches,

                0:08:25–0:08:28

                sondern es ist tatsächlich auch ein berufliches Thema,

                0:08:28–0:08:31

                wo wir mit Menschen in Kontakt sind,

                0:08:31–0:08:40

                die selbst betroffen sind oder aber auch von Klimakatastrophe und von Klimaveränderungsauswirkungen

                0:08:40–0:08:47

                und wo wir im Grunde auch selbst in den Prozess gehen. Was können wir denn da anbieten?

                0:08:47–0:08:51

                Und wo kommen die Themen sonst auch noch geballt? Also in dieser sehr großen

                0:08:51–0:08:56

                gesellschaftlichen Situation, wo so viel Veränderung einfach ist.

                0:08:56–0:08:58

                Und wie gehen wir mit Veränderungsprozessen auch um?

                0:08:58–0:09:03

                Und das ist, finde ich, auch ein, also für mich schon auch ein spannendes inhaltliches Thema.

                0:09:04–0:09:07

                Und auf welche Konzepte können wir da auch so zurückgreifen,

                0:09:07–0:09:14

                die tragfähig sind und die uns auch Kraft geben, weil wir ja selbst auch Betroffene

                0:09:14–0:09:17

                sind. Und das ist ja auch oftmals so eine doppelte Seite.

                0:09:17–0:09:21

                Auf der einen Seite für andere Menschen da zu sein, aber gleichzeitig auch selbst

                0:09:21–0:09:25

                mit unseren eigenen Ängsten, Befürchtungen umzugehen.

                Tobias
                0:09:25–0:09:27

                Ach so, Psychologinnen sind auch Menschen.

                Christina
                0:09:28–0:09:29

                Da bist du mal vorwärts.

                Tobias
                0:09:31–0:09:34

                Ja, aber ehe wir da jetzt noch tiefer einsteigen, möchte ich gerne noch einmal

                0:09:34–0:09:40

                genau vorstellen, was auch die Psychologinnen, also Psychologists for Future sind.

                0:09:40–0:09:42

                Weil ihr seid ja jetzt dann auch Psychologin,

                0:09:43–0:09:47

                Klar, einzelne Personen, aber ja auch eine Organisation organisiert als Gruppe.

                0:09:48–0:09:51

                Ja, was ist das denn? Was bietet ihr an?

                0:09:51–0:09:56

                Wie kann man euch beitreten oder mitmachen oder euch in Anspruch nehmen vielleicht?

                Christina
                0:09:57–0:10:01

                Also die Psychologists for Future sind halt so ein Teil der Klimagerechtigkeits-

                0:10:01–0:10:06

                oder For-Future-Bewegung und wurden auch so zu dem Zeitpunkt,

                0:10:06–0:10:07

                wo die Fridays for Future groß wurden,

                0:10:08–0:10:12

                auch als so Graswurzelbewegung gegründet, also Anfang Mai 2019.

                0:10:13–0:10:16

                Und das war erstmal so das Engagement einzelner KollegInnen.

                0:10:16–0:10:19

                Da sind vor allen Dingen zu nennen die Lea Dom, die wirklich jetzt auch so bundesweit

                0:10:19–0:10:22

                sehr, sehr bekannt und aktiv ist.

                0:10:22–0:10:27

                Oder Katharina von Bronswijk, die haben beide auch Bücher geschrieben mittlerweile.

                0:10:28–0:10:31

                Das Buch Klima im Kopf kann ich zum Beispiel da sehr empfehlen. Genau.

                0:10:31–0:10:35

                Und mittlerweile ist es aber so, dass wir auch ein eingetragener Verein sind

                0:10:35–0:10:37

                und gemeinnützig anerkannt sind.

                0:10:37–0:10:41

                Und das Ziel war eben so, die psychologische oder auch psychotherapeutische

                0:10:41–0:10:47

                Expertise zu nutzen für eine Bewältigung der sozial-ökologischen Krisen und

                0:10:47–0:10:50

                für eine Förderung einer, ich sage jetzt mal im weitesten Sinne nachhaltigen

                0:10:50–0:10:51

                und gerechten Zukunft. Zukunft.

                0:10:51–0:10:55

                Und da geht es um drei Zielstellungen. Einmal Schadensminderung,

                0:10:55–0:11:00

                also manches lässt sich ja gar nicht mehr zurückdrehen, aber so jetzt möglichst

                0:11:00–0:11:02

                den Schaden gering zu halten,

                0:11:02–0:11:06

                schnelle Eindämmung der Ursachen der Krisen, dann aber auch eine Anpassung an

                0:11:06–0:11:08

                die Sachen, die sich eben nicht mehr verändern lassen, also.

                0:11:09–0:11:14

                Dass die Sommer immer heißer werden, werden wir möglicherweise nicht mehr ganz zurückdrehen können.

                0:11:14–0:11:17

                Vielleicht können wir noch verhindern, dass es, oder sagen wir mal so,

                0:11:17–0:11:20

                die Hitze, die wir schon haben, werden wir wahrscheinlich nicht gut zurückdrehen können.

                0:11:20–0:11:22

                Vielleicht können wir verhindern, dass es immer noch heißer wird.

                0:11:23–0:11:27

                Das Thema Nachhaltigkeit ist halt ein wichtiges Kreislauf. Da sind wir genau bei euch.

                0:11:27–0:11:31

                Eine kreislauforientierte Ausgestaltung ökonomischer, ökologischer und sozialer

                0:11:31–0:11:35

                Beziehungen im Einklang mit den planetaren Grenzen.

                0:11:35–0:11:40

                Und das Ganze auch mit dem Fokus auf die Erhaltung von psychischer Gesundheit,

                0:11:40–0:11:47

                sodass man eben weiß, dass Klimakrisen nicht nur die physische Gesundheit bedrohen,

                0:11:47–0:11:48

                sondern halt auch die psychische Gesundheit.

                0:11:48–0:11:55

                Das sind die Psychologists for Future und das sind ganz viele verschiedene Themenfelder,

                0:11:55–0:11:57

                in denen wir dann so unterwegs sind.

                0:11:57–0:12:01

                Also von der Organisationsstruktur ist es so, dass es in verschiedenen Städten

                0:12:01–0:12:05

                halt Regionalgruppen gibt, die gründen sich einfach und melden sich dann sozusagen

                0:12:05–0:12:10

                beim Verein an. Das läuft ganz unbürokratisch und unkompliziert.

                0:12:10–0:12:14

                Da dürfen durchaus auch Leute teilnehmen, die keine PsychologInnen sind oder

                0:12:14–0:12:18

                PsychotherapeutInnen sind, dürfen auch Vereinsmitglieder werden.

                0:12:18–0:12:24

                In dem obersten Entscheidungsgremium, da ist es so, dass schon Wert darauf gelegt

                0:12:24–0:12:29

                sind, dass sozusagen bei Psychologists for Future das drin ist, was auch draufsteht.

                0:12:29–0:12:33

                Genau, aber das heißt nicht, dass wir uns irgendwie abschotten und sagen,

                0:12:33–0:12:35

                da können nicht auch andere Berufsgruppen mitmachen.

                0:12:35–0:12:37

                Da machen natürlich vor allen Dingen dann Berufsgruppen mit,

                0:12:37–0:12:42

                die anverwandte Ausbildungshintergründe haben und letztendlich auch aber in

                0:12:42–0:12:44

                der Beratung oder Therapie tätig sind.

                Stephanie
                0:12:44–0:12:47

                So wie ich zum Beispiel als Diplom-Heilpädagogin. Genau, genau.

                Christina
                0:12:50–0:12:53

                Und dann gibt es aber auch so inhaltliche Gruppierungen, die sich halt bundesweit

                0:12:53–0:12:57

                vernetzen, beziehungsweise einfach online zusammenarbeiten, zum Beispiel eine

                0:12:57–0:12:59

                Arbeitsgemeinschaft Wissenschaft,

                0:12:59–0:13:02

                eine Arbeitsgemeinschaft Medien, eine Arbeitsgemeinschaft Beratung,

                0:13:02–0:13:05

                weil du hattest auch gefragt, Tobi, wie kann man uns in Anspruch nehmen?

                0:13:05–0:13:10

                Wir bieten halt Dinge an, wo sich AktivistInnen auch zum Beispiel Beratung holen können.

                0:13:10–0:13:14

                Ich meine, da kommen wir vielleicht später noch drauf, wenn es um das Thema Burnout geht.

                0:13:15–0:13:18

                Man kann sich bei uns tatsächlich kostenfreie Beratung holen.

                0:13:18–0:13:23

                Man kann auch an regelmäßigen Klimakaffee-Runden teilnehmen,

                0:13:23–0:13:26

                die teilweise vor Ort stattfinden, in den Regionalgruppen, in Präsenz dann auch

                0:13:26–0:13:31

                oder eben aber auch online von der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft dann organisiert werden.

                0:13:31–0:13:35

                Man kann uns für Vorträge buchen, in Anführungszeichen.

                0:13:36–0:13:40

                Da gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten und wir sind halt auch oft da vor

                0:13:40–0:13:45

                Ort, wo andere Aktivisten eine Aktion machen und wir auch so ein bisschen Support leisten.

                0:13:45–0:13:49

                Tobi, wir haben uns zum Beispiel mal vom Gericht, vom Trierer Amtsgericht getroffen.

                Tobias
                0:13:49–0:13:55

                Genau, ja, da war ich ganz froh, dass ihr das so geteilt habt.

                0:13:55–0:13:59

                Und du sagst es ja noch, krass, jemand, der unser Social Media sieht.

                0:13:59–0:14:02

                Ich habe es gesehen und fand es geil und bin dann dahin gelaufen.

                Christina
                0:14:02–0:14:06

                Genau, also dass wir einfach da, wo Gruppierungen irgendwie was machen,

                0:14:06–0:14:10

                was vielleicht auch gerade so ein bisschen den Adrenalinspiegel hoch treibt.

                0:14:10–0:14:13

                Es gab ja in Trier zum Beispiel auch mal eine Aktion, wo die letzte Generation

                0:14:13–0:14:16

                probiert hat, eine Blockade zu machen.

                0:14:16–0:14:20

                Es ist nicht ganz so gut geglückt, aber da sind wir im Hintergrund gerne irgendwie

                0:14:20–0:14:22

                auch da so für Social Support.

                Tobias
                0:14:22–0:14:27

                Ja, voll stark. Also ganz, ganz toll, dass ihr das macht und da dabei seid.

                0:14:28–0:14:33

                Ich glaube, das wird oft so ein bisschen hinten vergessen, was das ja auch einfach

                0:14:33–0:14:37

                mit einem macht, wenn man da, also kann ich mir gerade so vorstellen bei der

                0:14:37–0:14:43

                letzten Generation, wenn die Leute, die werden ja wirklich aufs Übelste beschimpft und angegangen.

                0:14:43–0:14:47

                Ja, ich glaube, das ist manchmal schwierig auszuhalten als Aktivistin.

                Christina
                0:14:47–0:14:49

                Und da haben wir zum Beispiel, also die Leute, die das gemacht haben,

                0:14:49–0:14:52

                ich will da jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die waren recht souverän,

                0:14:52–0:14:55

                die brauchten uns jetzt gar nicht so, aber wir haben praktisch diese Randgespräche,

                0:14:55–0:14:59

                wenn es da so zu aggressiven Ausbrüchen kommt, das war ganz gut,

                0:15:00–0:15:01

                glaube ich, das einfach für so…

                0:15:01–0:15:07

                In der Umgebung waren und hier und da mal ein Gespräch besänftigen konnten oder

                0:15:07–0:15:09

                einfach den Leuten zuhören konnten.

                0:15:09–0:15:12

                Auch zuhören, was macht die Leute wütend oder was bewegt die Leute gerade,

                0:15:12–0:15:15

                um die Emotionen dann nochmal wieder so ein bisschen zu regulieren.

                Tobias
                0:15:16–0:15:18

                Ja, voll stark. Stimmt, habe ich gerade gar nicht dran gedacht.

                0:15:18–0:15:22

                Aber ja, eigentlich die, die mehr Unterstützung brauchen, sind ja quasi die

                0:15:22–0:15:24

                Leute, die dann so aggressiv werden.

                Stephanie
                0:15:26–0:15:29

                Ja, und das ist vielleicht auch nochmal, ich finde auch ganz wichtig, so dieses,

                0:15:29–0:15:34

                auch wenn das alles Einzelaktivistinnen sind, zwar in der Gruppierung,

                0:15:34–0:15:39

                aber auch dass das Wir da auch nochmal so deutlich wird und dass wir gegebenenfalls

                0:15:39–0:15:45

                aus sehr unterschiedlichen Perspektiven auch einen Vernetzungsteppich dadurch auch herstellen,

                0:15:45–0:15:50

                der getragen ist so von einer gemeinsamen Wertebasis, auch wenn wir möglicherweise

                0:15:50–0:15:53

                mit den Werten eher unterschiedlich ausgerichtet sind,

                0:15:53–0:15:56

                also dass bestimmte Werte nochmal anders im Vordergrund sind,

                0:15:56–0:16:02

                bei jedem im Einzelnen so, aber wir schon in einer großen Gemeinsamkeit unterwegs

                0:16:02–0:16:04

                sind und das glaube ich, das ist das Wichtige.

                0:16:04–0:16:08

                Also wenn ich jetzt auch nochmal so zurückgucke, Christina, jetzt war ja auch

                0:16:08–0:16:13

                die Auftaktsveranstaltung auch nochmal von den Fridays Anfang des Jahres und

                0:16:13–0:16:16

                wie viele Gruppierungen da einfach auch waren,

                0:16:16–0:16:21

                die unterschiedlichst im Grunde immer wieder auf so ein gleiches Leitbild oder

                0:16:21–0:16:23

                auf so einen gleichen Stern hingucken,

                0:16:23–0:16:29

                nämlich irgendwie ein Leben in einer zukunftsfähigen Welt, aber mit unterschiedlichen Profilen auch.

                Christina
                0:16:29–0:16:33

                Genau, das war die Auftaktveranstaltung der For Future-Bewegung.

                0:16:33–0:16:36

                Genau, und da ist es einfach toll zu sehen, wie viele es auch gibt.

                0:16:36–0:16:39

                Teachers for Future oder Mind is for Future.

                Stephanie
                0:16:40–0:16:44

                Also das, was man vielleicht, wenn man so hier in Trier unterwegs ist und es

                0:16:44–0:16:47

                nichts so sieht und ich war einfach total,

                0:16:48–0:16:54

                Also das hat mich so ermutigt, ja, und das ist ja auch so ein Phänomen,

                0:16:54–0:16:57

                dass man manchmal denkt, man ist so alleine manchmal und zu sehen,

                0:16:57–0:17:01

                nee, nee, das ist über die Generationen ein hohes Engagement.

                0:17:02–0:17:03

                Und das macht, finde ich, auch nochmal Mut.

                Tobias
                0:17:05–0:17:08

                Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Das war bei mir jetzt auch,

                0:17:08–0:17:15

                als hier die große Demo war gegen die AfD und gegen rechts, das war echt schön zu sehen.

                0:17:15–0:17:19

                Und ich meine, Trier ist jetzt nicht der progressivste Ort, aber da waren ja

                0:17:19–0:17:22

                trotzdem, wie viele Leute waren da? 15.000 oder so?

                Christina
                0:17:22–0:17:26

                Ja, ich glaube so ungefähr 10% der Bevölkerung, so 10.000 vielleicht ein bisschen mehr.

                Tobias
                0:17:27–0:17:29

                Das war sehr heilsam.

                Stephanie
                0:17:29–0:17:32

                Ja, stimmt.

                Christina
                0:17:32–0:17:34

                Stimmt. Genau. Ich finde es auch immer schön, wie du sagst, Stefanie,

                0:17:34–0:17:38

                zu sehen, das geht auch so durch die Generation, auch unsere eigene Regionalgruppe.

                0:17:38–0:17:40

                Wir sind jetzt da beide so die Älteren.

                0:17:40–0:17:44

                Da gibt es Studierende, da gibt es Leute, die gerade promovieren.

                0:17:44–0:17:47

                Es gibt Leute, die haben gerade vielleicht so ihre Psychotherapeutenausbildung

                0:17:47–0:17:49

                hinter sich und haben kleine Kinder.

                0:17:49–0:17:53

                Also wir sind eine kleine Gruppe, muss man dazu sagen, aber sehr,

                0:17:53–0:17:56

                sehr heterogen, was das Alter und die Lebenssituation angeht.

                0:17:57–0:17:58

                Das finde ich aber auch ermutigend.

                Tobias
                0:17:59–0:18:03

                Ja gut, Klimakrise geht halt alle was an, egal wie alt oder jung man ist.

                0:18:03–0:18:09

                Ja, schön. Ich würde dann mal einfach so einsteigen in die paar Fragen,

                0:18:09–0:18:10

                die wir vorbereitet haben.

                0:18:11–0:18:17

                Und jetzt einfach mal so versuchen, konkrete Strategien in Anführungszeichen zu finden.

                0:18:18–0:18:23

                Weil es geht ja so ein bisschen darum, wie kann ich als transformative Akteurin,

                0:18:23–0:18:31

                als Mensch, die es der anders macht oder als Aktivist, die so ein bisschen damit umgehen.

                0:18:32–0:18:36

                Und da wäre so eine Frage, ja wir, die so ein bisschen progressiver sind,

                0:18:37–0:18:42

                egal ob jetzt irgendwie das mit Aktivismus oder in der Wirtschaft zu tun hat,

                0:18:43–0:18:48

                oder ich fühle das auch selbst, ich fühle mich politisch zum Beispiel nicht sehr unterstützt.

                0:18:49–0:18:53

                Das ist ja jetzt schon irgendwie so großgezogen egal ob das jetzt irgendwie

                0:18:53–0:19:00

                Bundesregierung ist, Kommunalebene oder auch mein persönliches Umfeld,

                0:19:01–0:19:05

                oder das habt ihr ja auch beschrieben, oft wird man ja so ein bisschen angeguckt, belächelt,

                0:19:06–0:19:09

                als Außenseiter dargestellt als Träumer genau,

                0:19:10–0:19:15

                wie kann ich damit umgehen also was kann ich machen, damit ich nicht die Motivation

                0:19:15–0:19:20

                verliere und denke, ja okay, ich strampel mich hier ab, aber die Entscheidungsträger

                0:19:20–0:19:22

                in der Bundespolitik, denen ist das eh scheißegal.

                0:19:22–0:19:26

                Ich kann ja machen, was ich will, aber die da oben arbeiten irgendwie gegen

                0:19:26–0:19:28

                mich. Die Gesellschaft arbeitet gegen mich.

                Stephanie
                0:19:28–0:19:34

                Also ich glaube, das eine, was wichtig sein könnte, ist auch nochmal so zu unterscheiden.

                0:19:34–0:19:37

                Ich habe ja nur Einfluss auf das, auf was ich Einfluss habe.

                0:19:37–0:19:40

                Und das ist vor allem, ich habe Einfluss auf mich selbst.

                0:19:40–0:19:44

                Und wie kann ich mich ein Stück weit auch unabhängig davon machen, also…

                0:19:45–0:19:49

                Immer wieder zu gucken, wie bin ich auf der anderen Seite wirksam.

                0:19:49–0:19:55

                Das ist ja in vielen Bereichen, sei das man ist mit Kindern unterwegs, als Elternteil.

                0:19:55–0:19:58

                Da habe ich das sehr stark erlebt, dass man immer denkt, ich mache nur eine

                0:19:58–0:20:01

                gute Erziehung, wenn ich das bei den Kindern so ganz konkret sehe.

                0:20:02–0:20:07

                Und das auch nochmal so zu trennen, also das wären wir auch nochmal so eher bei dem,

                0:20:07–0:20:13

                dass ich so für mein Verhalten oder für mein Tun und die Art und Weise,

                0:20:13–0:20:18

                wie ich da auch eventuell mich mit meinen Werten verbinde und meine eigenen

                0:20:18–0:20:20

                Ziele auch da nochmal so formuliere,

                0:20:20–0:20:25

                dass ich darüber selbstwirksam bin und mich ein Stück auch unabhängig davon mache,

                0:20:25–0:20:28

                was gegebenenfalls sonst zu beobachten ist.

                0:20:28–0:20:35

                Weil wenn ich mich nur an dem, was an Wirkung ausrichte und das als Erfolg dann

                0:20:35–0:20:38

                im Grunde nehme, dann bin ich sehr abhängig.

                0:20:38–0:20:42

                Und es kann wichtig sein, also darüber auch nochmal so nachzudenken,

                0:20:42–0:20:48

                inwieweit ich auch meine Selbstwirksamkeit, also auch mir immer wieder auch

                0:20:48–0:20:50

                eine gute Rückmeldung dafür gebe,

                0:20:50–0:20:56

                wo ich aktiv bin und dass ich mit mir da auch gut verbunden bin.

                0:20:56–0:21:00

                Und manchmal kann das, also wenn du sagst, wie schaffen wir das,

                0:21:00–0:21:03

                dass wir da nicht so in Burnout auch kommen.

                0:21:05–0:21:08

                Die Klimakrise, das ist ja ein sehr komplexes,

                0:21:09–0:21:13

                also sehr komplexe Probleme, die ineinander greifen,

                0:21:14–0:21:18

                die wir ja auch selbst als Einzelperson gar nicht selbst im Blick halten und

                0:21:18–0:21:25

                auch denken können und dann auch uns selbst ja schon auch oft ausgeliefert fühlen

                0:21:25–0:21:29

                und wie können wir uns da immer wieder nochmal auf das eigene so auch gut zu

                0:21:29–0:21:32

                besinnen und damit auch verbunden bleiben.

                0:21:32–0:21:37

                Also das wäre so eins, was, denke ich, eine ganz hilfreiche Strategie ist.

                0:21:37–0:21:42

                Also sich nicht davon, von dem so abhängig zu machen, was auf der anderen Seite

                0:21:42–0:21:47

                dann auch passiert, sondern sehr genau zu gucken, das, was ich dazu tue und

                0:21:47–0:21:49

                ich bleibe da auch meinem Wert treu.

                0:21:50–0:21:56

                Das nochmal deutlich zu schätzen auch. Die eigene Selbstwirksamkeit nicht zu unterschätzen.

                Christina
                0:21:57–0:22:00

                Also ich habe nur so gedacht, das, was du ansprichst, Stefanie,

                0:22:00–0:22:02

                ist ja so ein bisschen der Handabdruck.

                0:22:02–0:22:05

                Wir kommen ja so ein bisschen weg von diesem ökologischen Fußabdruck,

                0:22:05–0:22:10

                wo wir uns sowieso Schuldgefühle machen, dass wir selber auch nicht CO2-neutral leben.

                0:22:10–0:22:13

                Und hier geht es ja um den Handabdruck, was kann ich so erreichen?

                0:22:14–0:22:16

                Und da würde ich dir auf jeden Fall recht geben, gar nicht zu sehr zu gucken,

                0:22:17–0:22:22

                ja, hat das jetzt eine riesengroße Resonanz, sondern erst mal so mitzufragen,

                0:22:22–0:22:25

                will ich Teil der Lösung sein oder Teil des Problems bleiben?

                0:22:26–0:22:29

                Also so wertorientiert zu sein. Und dann habe ich gedacht, also was mir schon

                0:22:29–0:22:31

                auch so Mut macht, ist, sich immer wieder vor Augen zu halten.

                0:22:31–0:22:35

                Es gibt halt schon ja so soziale Kipppunkte. Es ist ja nicht so,

                0:22:35–0:22:39

                dass man als Einzelner oder als kleine Bewegung gar keinen Einfluss hat.

                0:22:39–0:22:43

                Es gibt ja also viele Beispiele, auch gerade in Bürgerrechtsbewegungen oder

                0:22:43–0:22:45

                so, dass plötzlich die Steine ins Rollen kommen.

                0:22:45–0:22:50

                Oder jetzt aktuell auch so in dem verbundenen Kampf gegen Rechtsextremismus.

                0:22:50–0:22:53

                Auf einmal gehen auch Menschen auf die Straße, die es vorher nicht getan hätten.

                0:22:53–0:22:58

                Und ich weiß auch gar nicht, ich gebe dir recht, natürlich gibt es jetzt nicht

                0:22:58–0:23:03

                so die eine Partei, die vielleicht den Aktivismus so gut repräsentiert.

                0:23:03–0:23:07

                Aber dann, wenn man mal so ein bisschen, ich habe mir gerade noch was angehört,

                0:23:07–0:23:11

                die Lea Dom von den Psychologists of Future, die war jetzt im Unterausschuss,

                0:23:11–0:23:17

                wie hieß es, Unterausschuss Globale Gesundheit vom Bundesgesundheitsministerium.

                0:23:17–0:23:20

                Und da hat sie einen kurzen Input gehalten. Und da waren dann auch VertreterInnen

                0:23:20–0:23:21

                von verschiedenen Parteien.

                0:23:21–0:23:24

                Und da war ich jetzt zum Beispiel überrascht, dass durchaus auch ein Vertreter

                0:23:24–0:23:29

                einer konservativen Partei eine sehr sachorientierte, gut informierte.

                0:23:30–0:23:32

                Konstruktive Nachfrage gestellt hat.

                0:23:32–0:23:34

                Das macht mir dann auch wieder Mut, wo ich denke, es ist ja,

                0:23:35–0:23:41

                es gibt schon auch überall Menschen, die durchaus die Notwendigkeit auch einsehen.

                0:23:41–0:23:42

                Und solche Beispiele, die,

                0:23:43–0:23:45

                Finde ich das auch manchmal wichtig, sich die vor Augen zu halten,

                0:23:45–0:23:51

                dass es nicht nur überall Ignoranz gibt, sondern dass es durchaus auch verständige

                0:23:51–0:23:55

                Menschen gibt und Veränderungen ja durchaus an manchen Stellen stattfinden.

                0:23:55–0:23:57

                Das ist natürlich viel, viel, viel zu langsam.

                0:23:57–0:24:01

                Ich glaube, das ist das, was einen so frustriert, dass man denkt,

                0:24:01–0:24:04

                naja, es gehen manche Sachen in die richtige Richtung, aber wie heißt das,

                0:24:04–0:24:07

                wir müssen eine Jahrhundertaufgabe lösen und haben weniger als zehn Jahre Zeit.

                Tobias
                0:24:08–0:24:12

                Ja, ja. Und ist das vielleicht so, dass man sich auch dann so ein bisschen,

                0:24:12–0:24:17

                ja wie sag ich, so manchmal so einen Pessimismus hingibt und dann das Gute gar

                0:24:17–0:24:19

                nicht sieht, was man so macht?

                0:24:19–0:24:23

                Oder was auch passiert, großgezogen, dass man dann eher so auf die schlechten

                0:24:23–0:24:28

                Nachrichten guckt oder auf die schlechten Entscheidungen, die getroffen werden

                0:24:28–0:24:30

                und man das Gute im Kleinen vielleicht,

                0:24:30–0:24:35

                was man hier regional macht oder was ihr regional macht, so ein bisschen aus dem Blick verliert?

                Christina
                0:24:35–0:24:38

                Ja, glaube ich schon, dass man da aufpassen muss, dass man sich auch nicht in

                0:24:38–0:24:42

                so eine pessimistische Stimmung hineinredet. Das geht uns manchmal auch so in

                0:24:42–0:24:45

                unseren Regionalgruppentreffen, dass wir uns kurz mal so ein bisschen entlasten müssen.

                0:24:47–0:24:51

                Und dass man dann aber nochmal wieder so, wie Stefanie gesagt hat, sich mit dem verbindet,

                0:24:51–0:24:54

                mit dem eigentlichen Wert verbindet und nach konkreten Zielen guckt,

                0:24:54–0:24:59

                nach machbaren Aktivitäten Ausschau hält und das dann auch nicht so zulässt,

                0:24:59–0:25:04

                dass man sich in diesen Pessimismus so hinein grübelt und sorgt.

                0:25:04–0:25:06

                So in beiden Richtungen.

                Stephanie
                0:25:06–0:25:14

                Und das ist ja auch dieses, was du so ansprichst, also zum einen mit vielen

                0:25:14–0:25:16

                Bildern und Nachrichten natürlich versorgt zu werden,

                0:25:16–0:25:22

                was alles schief geht und was alles so schwierig ist und eher die Dramatisierung

                0:25:22–0:25:28

                auch von bestimmten Dingen oder aber auch, dass Dinge auch verdreht werden.

                0:25:29–0:25:32

                Die dann auch nochmal sehr unangenehme Gefühle, belastende Gefühle,

                0:25:32–0:25:35

                Gedanken einfach auch erzeugen. Und da bleiben wir, denke ich,

                0:25:35–0:25:40

                auch einfach schnell auch hängen, also weil die einfach auch eine hohe Kraft auch haben.

                0:25:40–0:25:44

                Und bewusst, sage ich mal, den eigenen Aufmerksamkeitsfokus auf gute Nachrichten,

                0:25:44–0:25:45

                die musst du ja auch suchen gehen.

                0:25:46–0:25:49

                Also es gibt ja gar nicht so viele gute Portale, wo du gucken kannst,

                0:25:50–0:25:52

                was passiert auch in der Welt an guten Entwicklungen.

                0:25:52–0:25:57

                Und das musst du ja aktiv suchen, weil wenn du so,

                0:25:57–0:26:01

                also ich auf alle Fälle, wenn ich so im Netz unterwegs bin, dann werde ich ja

                0:26:01–0:26:09

                erstmal eher bedient mit dem, was eher beunruhigt und was Angst macht,

                0:26:09–0:26:13

                weil es einfach in der Aufmerksamkeit schnell gebunden ist.

                0:26:14–0:26:18

                Und das, glaube ich, ist schon eine große Herausforderung. Und das kann aber

                0:26:18–0:26:20

                auf der anderen Seite auch ganz wichtig sein.

                0:26:20–0:26:26

                Also sehe ich innerlich auch, das ist ja so eine Frage, also wie nehme ich Nachrichten

                0:26:26–0:26:31

                auch wahr? war, wie konsumiere ich, wo konsumiere ich und wo ist, wenn es auch zu viel ist.

                0:26:31–0:26:34

                Und ich glaube, da sind wir doch im Grunde, haben wir selbst ja auch immer einen

                0:26:34–0:26:38

                ganz guten inneren Anker, zu merken, ich kann, also es ist jetzt zu viel.

                0:26:38–0:26:45

                Also die eigenen Marker zu spüren und zu sagen, ich muss mich jetzt auch nochmal

                0:26:45–0:26:50

                mit etwas anderem, meinen Aufmerksamkeitsfokus auch anders richten.

                Tobias
                0:26:50–0:26:52

                Aber es ist ja gut, jetzt haben wir schon ein bisschen vorgegriffen,

                0:26:52–0:26:56

                Weil meine nächste Frage wäre ja gewesen, wie wir mit der Flut an negativen

                0:26:56–0:27:02

                Nachrichten umgehen, die uns ja immer die ganze Zeit so aufeinander, auf uns einprasseln.

                0:27:02–0:27:04

                Und das ist ja jetzt nicht nur regional oder deutschlandweit,

                0:27:04–0:27:08

                sondern ja auch schlechte, ich sage jetzt mal so, schlechte Nachrichten sind

                0:27:08–0:27:10

                ja aus der ganzen Welt verfügbar.

                0:27:11–0:27:15

                Und ja, ich glaube, da ist, wie ihr schon gesagt habt, wichtig,

                0:27:15–0:27:20

                sich nochmal auch zu besinnen, ja, wo kann ich überhaupt irgendwie was tun oder

                0:27:20–0:27:23

                wo bin ich überhaupt auch betroffen, oder?

                0:27:23–0:27:29

                Also das ist immer so meine Strategie, zu sagen, ja,

                0:27:29–0:27:34

                gut, in gewisser Weise sind wir natürlich schon irgendwie alle miteinander verbunden

                0:27:34–0:27:35

                und auf demselben Planeten,

                0:27:35–0:27:40

                aber ich kann jetzt halt konkret gerade nicht irgendwo irgendwo in Afrika oder

                0:27:40–0:27:45

                Asien oder sonst irgendwo handlungsfähig sein, sondern halt nur hier in Trier.

                Christina
                0:27:47–0:27:51

                Also Stefanie und ich, wir haben ja beide so eine systemische Therapie- und

                0:27:51–0:27:54

                Beratungsausbildung und irgendwie aus diesem Kontext habe ich so in Erinnerung

                0:27:54–0:27:58

                jetzt natürlich mehr so auf interpersonelle Probleme bezogen.

                0:27:58–0:28:02

                Aber wenn alles mit allem verbunden ist, dann ist es auch wirksam,

                0:28:02–0:28:07

                wenn ich an irgendeinem Ende anfange und ziehe und irgendwie handele,

                0:28:07–0:28:11

                dann hat das möglicherweise Auswirkungen an der Stelle, die ich gar nicht überblicken kann.

                0:28:12–0:28:17

                Aber dann kann ich auch hier anfangen. Dann kann ich natürlich nicht irgendwo

                0:28:17–0:28:21

                in Kenia oder sowas machen, aber vielleicht hat irgendwas, was ich hier mache,

                0:28:21–0:28:22

                doch irgendwo anders Auswirkungen.

                0:28:23–0:28:26

                Insofern wäre das auch so ein Plädoyer gegen den Pessimismus,

                0:28:27–0:28:30

                sondern im Hier und Heute kann ich was tun.

                Stephanie
                0:28:31–0:28:37

                Genau. Und was man ja weiß zum Beispiel ist Modelllernen was ganz Wesentliches.

                0:28:37–0:28:40

                Also viele Menschen lernen über das Modell.

                0:28:40–0:28:45

                Und vielleicht kann ich das ja auch einfach nochmal erzählen.

                0:28:45–0:28:50

                Ein Kollege, der damals zehn Jahre jünger war, der immer mit seinem E-Bike fuhr.

                0:28:50–0:28:56

                Und ich, wer fährt denn, zehn Jahre jünger, so ein junger Mann und dann fährt er E-Bike.

                0:28:56–0:29:00

                Das war für mich völlig ein bisschen seltsam, ein bisschen strange.

                0:29:01–0:29:05

                Und dann habe ich mir das wirklich lange angeguckt. Wir haben sogar ein bisschen

                0:29:05–0:29:07

                rumgefrotzelt, so die Kolleginnen.

                0:29:07–0:29:12

                Und dann ging das aber los. Dann dachte ich, ach, ich leihe mir mal eins aus.

                0:29:12–0:29:15

                Und dann habe ich gemerkt, was da möglich ist.

                0:29:16–0:29:20

                Und jetzt ist es so, dass fast alle E-Bike fahren.

                0:29:20–0:29:24

                Also deswegen, das ist überhaupt nicht, auch wenn man vielleicht nur dem eigenen

                0:29:24–0:29:29

                Wert auffolgt, Nicht zu unterschätzen, dass man aber damit auch Spuren legt.

                0:29:29–0:29:35

                Also das, was Christina sagt, wo andere eventuell auch anknüpfen können.

                0:29:35–0:29:40

                Und zu wissen, andere knüpfen halt an Punkte an, da habe ich selbst gar keinen

                0:29:40–0:29:41

                Einfluss drauf, das entscheiden die.

                0:29:42–0:29:47

                Aber wenn ich immer eine gute, sage ich mal, also ich glaube,

                0:29:47–0:29:52

                also da, wo andere Menschen dann an uns ankoppeln, also das glaube ich,

                0:29:52–0:29:55

                ist auch eine Art und Weise, wie wir dann unterwegs sind.

                0:29:55–0:29:59

                Und ich glaube, es ist eher leichter, wenn wir wertschätzend unterwegs sind

                0:29:59–0:30:05

                und auch nicht in, also das ist ja manchmal mit der eigenen Not.

                0:30:05–0:30:09

                Das, was du vorhin beschrieben hast, Tobi, da ist man selbst manchmal in Not

                0:30:09–0:30:13

                und denkt, wow. Und dann hat man auch selbst solch eine Kraft und das kann für

                0:30:13–0:30:18

                manch andere, die noch gar nicht so weit sind, auch vielleicht manchmal dann so erschrecken.

                0:30:18–0:30:22

                Und diese Frage, wie schaffe ich einfach so einen Rahmen, dass andere Menschen

                0:30:22–0:30:28

                auch eventuell was annehmen, also ankoppeln können, um eventuell Eigenes zu verändern.

                0:30:29–0:30:33

                Eigenes auch nochmal, wo sie einen Sinn sehen, einen Wert entdecken,

                0:30:33–0:30:35

                vielleicht auch Verhalten zu verändern.

                Christina
                0:30:36–0:30:39

                Also ich möchte es nochmal verstärken, Stefanie, denn das, was du da schilderst,

                0:30:39–0:30:40

                ist vielleicht gar nicht jetzt so rübergekommen.

                0:30:41–0:30:44

                Alle aus diesem Team fahren mittlerweile mit dem Fahrrad zur Arbeit oder mit

                0:30:44–0:30:46

                dem öffentlichen Verkehrsmittel und du, wenn ich das so sagen darf,

                0:30:46–0:30:48

                hast dein Auto abgeschafft.

                0:30:48–0:30:51

                Also das hat wirklich Kreise gezogen.

                0:30:51–0:30:54

                Das ist jetzt nicht nur, dass sich alle irgendwie zusätzlich noch das Konsumgut

                0:30:54–0:30:58

                E-Bike angeschafft haben, sondern es hat dazu geführt, dass deutlich weniger

                0:30:58–0:31:00

                in diesem Team Auto gefahren wird.

                0:31:00–0:31:04

                Und das finde ich, hast du vollkommen recht, das sind so Entwicklungen,

                0:31:04–0:31:08

                wo eine einzelne Person irgendwie als Modell mit was angefangen hat und alle

                0:31:08–0:31:10

                fanden das irgendwann interessant und haben nachgezogen.

                Tobias
                0:31:11–0:31:15

                Ja, voll cool. Ja, und das ist, um jetzt mal so ein bisschen die Brücke zu schlagen,

                0:31:15–0:31:19

                auch zum Michaela und dem Mycelium und ja, einfach der praktischen Umsetzung.

                0:31:19–0:31:22

                So ist das ja auch mit, ich sag jetzt mal ganz klassisch mit Solawi,

                0:31:23–0:31:25

                aber auch mit diesen gemeinschaftsbasierten Unternehmungen.

                0:31:25–0:31:29

                Plötzlich ist da irgend so ein Verrückter, der ist dann in so einer gemeinschaftsbasierten

                0:31:29–0:31:33

                Organisation drin und dann erzählt er ein bisschen davon und dann merkt man,

                0:31:33–0:31:36

                ach, okay, ja, ist eigentlich gar nicht so doof.

                0:31:37–0:31:40

                Und dann streut sich das so, wie wir ja jetzt zum Beispiel hier in Trier und

                0:31:40–0:31:44

                Umgebung, allein in Trier haben wir jetzt zwei Solawis, in Idenheim ist eine

                0:31:44–0:31:50

                Solawi, in Kell am See ist eine Solawi, in Wittlich ist eine Solawi und in der

                0:31:50–0:31:51

                Nordeifel ist auch noch eine.

                0:31:51–0:31:55

                Also irgendwie streut es sich so auf einmal.

                Michaela
                0:31:56–0:32:00

                Ganz genau, ja. Ich glaube auch, es ist gar nicht zu unterschätzen,

                0:32:00–0:32:05

                welche kleinen Samen man sehen kann, wenn man so unterwegs ist und irgendetwas

                0:32:05–0:32:07

                vorlebt und einfach Menschen davon erzählt.

                0:32:07–0:32:12

                Wie wenn ich Mitglied in einer Solavie bin und anderen davon erzähle und auf

                0:32:12–0:32:18

                einmal sind die auch begeistert, probieren es einfach mal aus und zack,

                0:32:18–0:32:20

                dann ist schon wieder ein klein bisschen zum Wandel beigetragen.

                Christina
                0:32:21–0:32:25

                So ein kleiner Fun-Fact am Rande. Ich habe mich natürlich auch als Tobi angefragt

                0:32:25–0:32:29

                hatte bezüglich dieses Podcasts, habe ich mich in den Mycelium-Podcast mal so

                0:32:29–0:32:30

                ein bisschen reingehört.

                0:32:30–0:32:33

                Und mein Mann wollte schon länger irgendwie Mitglied an der Solawi werden.

                0:32:33–0:32:36

                Und für mich war das immer nur irgendwie eine Gemüsekiste bestellen.

                0:32:36–0:32:39

                Und das fand ich irgendwie unnötig, dass wir eine Gemüsekiste bestellen.

                0:32:39–0:32:42

                Und dann habe ich mir das im Podcast angehört. Und dann kam ich nach Hause und

                0:32:42–0:32:43

                habe gesagt, so, ich habe das

                0:32:43–0:32:46

                jetzt verstanden. Und jetzt will ich auch Mitglied an der Solawi werden.

                0:32:46–0:32:49

                Und dann sind wir an diesem Wochenende noch Mitglied geworden.

                0:32:49–0:32:52

                Und zufällig haben wir dann festgestellt, die gleiche, in der du auch bist, Tobi.

                0:32:52–0:32:55

                Und dann habe ich das der Stefanie erzählt. Dann sagte sie, ich wollte das auch

                0:32:55–0:32:57

                schon lange. Und zack, war Stefanie auch Mitglied dieser Solari.

                0:32:58–0:33:01

                Und es gibt noch ein, zwei mehr Leute aus unserem unmittelbaren Umfeld,

                0:33:01–0:33:03

                die nur, weil wir das so erzählt haben, gesagt haben, ach so.

                0:33:03–0:33:07

                Und das ist so toll auch, man kann sich dann gegenseitig so zum Vorbild werden.

                0:33:08–0:33:12

                Das hat ja auch so was mit Normen zu tun, die sich dann verändern.

                0:33:12–0:33:17

                Wenn das so normal wird, dass es eben keine Träumerei oder Spinnerei ist,

                0:33:17–0:33:19

                dann ist es eher so, dann will man auch dazugehören.

                Tobias
                0:33:19–0:33:24

                Ja, es ist einfach auch ein, sag ich mal, ein ganz einfacher Einstieg.

                0:33:24–0:33:28

                Ja, und man ist so, ja, jetzt trifft man überall so Leute und sagt,

                0:33:28–0:33:31

                ah ja, du bist auch in der Solawi, ah ja, cool, ja, spannend.

                Michaela
                0:33:31–0:33:35

                Genau, und da kommt doch eigentlich noch eine neue Perspektive dazu.

                0:33:35–0:33:38

                Dazu, denn, also oder was heißt neu?

                0:33:38–0:33:40

                Ich glaube, wir haben es vorhin auch schon mal irgendwann angesprochen,

                0:33:40–0:33:42

                dieses Thema Gleichgesinnte.

                0:33:42–0:33:45

                Ich glaube, das habt ihr beiden, Christina und Stefanie, auch ganz am Anfang

                0:33:45–0:33:50

                schon mal erwähnt, als es darum ging, ja, wie gut euch das eigentlich tut,

                0:33:50–0:33:52

                bei den Psychologists for Future unterwegs zu sein.

                0:33:53–0:33:59

                Denn ihr seid da mit Gleichgesinnten in Verbindung und das stärkt ja irgendwie auch.

                0:33:59–0:34:02

                Und ich glaube, einen ähnlichen Effekt haben wir im Mycelium auch.

                0:34:02–0:34:05

                Also es ist ein Ort, an dem viele Gleichgesinnte rumspringen.

                0:34:05–0:34:09

                Und es motiviert doch ungemein, wenn man da andere Leute um sich herum hat,

                0:34:10–0:34:14

                die einfach ähnlich unterwegs sind, die mutig sind, einen anderen Weg mal einzuschlagen.

                0:34:15–0:34:18

                Und das tut, glaube ich, unfassbar gut und gibt da ganz viel Energie.

                0:34:18–0:34:24

                Energie und vielleicht auch, um das so zu teilen, oft merkt man sowas ja erst,

                0:34:24–0:34:29

                dass man das hat, also so ein beflügelndes Umfeld, wenn man es nicht mehr hat.

                0:34:29–0:34:34

                Ich habe ja auch einige Jahre in Trier gelebt und war da sehr engagiert und

                0:34:34–0:34:39

                aktiv bei den Grünen und irgendwie vernetzt und das Mycelium war damals noch

                0:34:39–0:34:41

                eher lokaler angesiedelt.

                0:34:41–0:34:45

                Da hatte ich also den ganzen Tag über sehr viele Menschen um mich drumherum,

                0:34:45–0:34:46

                die ähnlich unterwegs waren.

                0:34:46–0:34:53

                Und dann vor zweieinhalb Jahren sind mein Lebensgefährte und ich nach außerhalb

                0:34:53–0:34:57

                von Trier gezogen, einige Kilometer weit weg, eher in eine ländliche Gegend.

                0:34:57–0:35:01

                Und auf einmal habe ich gemerkt, wie andere Leute halt eben so ticken und wie

                0:35:01–0:35:05

                viele Leute es gibt, die einfach da leider nicht so mit einem selbst auf einer

                0:35:05–0:35:08

                Wellenlänge sind. Und das war dann auch irgendwo…

                0:35:08–0:35:13

                Ganz schwierig oder ist mir teilweise auch sehr schwer gefallen, so hier zu leben.

                0:35:13–0:35:17

                Habe das auch dann wieder in Frage gestellt das eine oder andere Mal,

                0:35:17–0:35:20

                ob das so gut war, in so eine ländliche Region zu ziehen.

                0:35:21–0:35:24

                Aber ich glaube, es ist letztendlich fast egal, wo man lebt.

                0:35:24–0:35:28

                Es geht darum, sich vielleicht auch oder zumindest hat es mir geholfen,

                0:35:28–0:35:31

                mir wieder viel mehr die Menschen in mein Leben zu ziehen, die mir irgendwie

                0:35:31–0:35:34

                gut tun, die gleichgesinnt unterwegs sind.

                0:35:34–0:35:39

                Die einfach bei denen ich nicht der Alien bin, sondern bei denen ich irgendwie

                0:35:39–0:35:41

                dazugehöre und mich verbunden fühle.

                0:35:41–0:35:48

                Und wenn man das schafft, an dem Ort, wo man lebt, sich einfach so eine kleine

                0:35:48–0:35:49

                Gemeinschaft aufzubauen oder

                0:35:49–0:35:52

                auch einfach viel Kontakt zu den Menschen zu haben, die einem gut tun,

                0:35:52–0:35:58

                dann kann das auch sehr einen stärken und kann vielleicht dazu beitragen,

                0:35:58–0:36:01

                dass man besser damit klarkommt, mit dem, was auf der Welt so verrückt ist, alles los ist.

                0:36:01–0:36:05

                Also zumindest tun mir diese gleichgesinnten Menschen sehr, sehr, sehr gut.

                0:36:05–0:36:10

                Und dann lohnt es sich vielleicht auch, mal öfter nach Trier zu fahren,

                0:36:11–0:36:16

                weil man da wieder ganz viele treffen kann, mit denen man vielleicht schon so lange vernetzt ist.

                Christina
                0:36:16–0:36:21

                Genau, also so soziale Unterstützung, das ist eigentlich so das A und O in ganz

                0:36:21–0:36:22

                vielen Lebenskontexten.

                0:36:22–0:36:28

                Also ja, das erleben wir ja auch in anderen psychologischen Kontexten.

                0:36:29–0:36:30

                Menschen, die von einem ähnlichen…

                0:36:31–0:36:34

                Schicksalsschlag zum Beispiel betroffen sind oder so, dass wenn die sich verbinden

                0:36:34–0:36:36

                miteinander, dass das unheimlich hilfreich ist.

                0:36:36–0:36:40

                Und hier sind wir jetzt für alle von diesem Schicksal betroffen,

                0:36:40–0:36:43

                aber es nimmt halt vielleicht nicht jeder gleichermaßen wahr.

                0:36:43–0:36:46

                Aber genau, soziale Unterstützung ist wirklich da total hilfreich.

                Stephanie
                0:36:46–0:36:51

                Ja, und ich dachte auch gerade, in dieser Krise sind wir ja alle.

                0:36:51–0:36:54

                Also auch wenn Menschen, die nicht wirklich wahrhaben wollen,

                0:36:54–0:37:02

                dass wir in dieser Situation sind. Und trotzdem kriegen die mit, dass da was im Gange ist.

                0:37:02–0:37:08

                Und die sind ja oftmals dann, reagieren ja auch stark dann eventuell mit Verleugnung,

                0:37:08–0:37:11

                also dass sie das nicht wahrhaben wollen, dass sie es abtun.

                0:37:11–0:37:17

                Und eigentlich ist das schon ein erster wichtiger Schritt, nämlich in einen

                0:37:17–0:37:21

                Veränderungsprozess auch so zu gehen. Ich glaube, manchmal vergessen wir das auch.

                0:37:21–0:37:26

                Also es gibt ja sowas wie einen Status Quo, wenn man so die Räume der Veränderung auch nimmt.

                0:37:26–0:37:30

                Es gibt einen Status Quo, wo man sich einfach immer bequem schön eingerichtet

                0:37:30–0:37:34

                hat und man darf doch auch zum Beispiel, Michaela, wenn du sagst,

                0:37:34–0:37:35

                du ziehst da raus aufs Land,

                0:37:35–0:37:40

                dann bist du auch ein bisschen ein Leuchtturm und du bringst ja was rein,

                0:37:40–0:37:44

                wo Menschen plötzlich mit was in Kontakt kommen, was sie eventuell aus den Medien

                0:37:44–0:37:48

                sehen und da bist du, die eventuell ein anderes Konzept hat von Leben.

                0:37:48–0:37:53

                Und ich denke, du bist schon auch eine vielleicht irritierende und anregende,

                0:37:53–0:37:55

                verstörende Umwelt so für diese Menschen.

                Tobias
                0:37:55–0:37:56

                Die verrückte Veganerin.

                Michaela
                0:37:57–0:37:59

                Ja, das hast du schön formuliert, Stefanie.

                Stephanie
                0:38:00–0:38:05

                Ja, aber diese verrückte Veganerin zum Beispiel. Und das bedeutet ja,

                0:38:05–0:38:07

                also ich habe das jetzt so mitbekommen, auch Kerscheid Solawi,

                0:38:07–0:38:13

                die Bauern, die fahren da rum, die eher den normalen landwirtschaftlichen Betrieb

                0:38:13–0:38:15

                so und gucken sich das so an.

                0:38:15–0:38:19

                Also da macht jemand was, der irritiert.

                0:38:19–0:38:23

                Und damit kommen die aber auch in einen Veränderungsprozess,

                0:38:23–0:38:26

                wie die natürlich in Veränderungen dann auch kommen.

                0:38:26–0:38:33

                Das haben wir nicht in der Hand, aber das auch einfach zu sehen,

                0:38:33–0:38:37

                dass man auch damit etwas bahnt.

                0:38:37–0:38:42

                Oder du hast das eben gesagt, Michaela, dass man so einen Samen auch legt,

                0:38:42–0:38:47

                dass man eine andere Lösung eventuell auch entwickeln kann.

                0:38:47–0:38:50

                Und das wird ja so sein.

                0:38:51–0:38:57

                Dass viele Menschen, die das eventuell leugnen, die da eher weggucken,

                0:38:57–0:38:59

                die das eher nivellieren,

                0:38:59–0:39:06

                die eher sagen, ach, die da oben müssen das irgendwie auch regeln, auch irgendwann,

                0:39:06–0:39:12

                vermute ich, mehr gefordert sein werden, das auch als eine Realität anzuerkennen.

                0:39:12–0:39:15

                Weil es wird auch in einen Veränderungsprozess ja auch hier gehen.

                0:39:16–0:39:21

                Und dann sind, also die sind eigentlich schon drin im Veränderungsprozess,

                0:39:21–0:39:25

                aber möglicherweise noch ganz früh.

                Michaela
                0:39:26–0:39:27

                Ja, ja, total.

                Christina
                0:39:27–0:39:29

                Ja, aber das finde ich total spannend, Stefanie, so die Idee,

                0:39:30–0:39:31

                dass die Verleugnung der erste Schritt ist,

                0:39:31–0:39:40

                wenn man mit so einer Krise konfrontiert ist oder mit einer Irritation konfrontiert

                0:39:40–0:39:42

                ist. dass die Abwehr das Erste ist.

                Michaela
                0:39:44–0:39:48

                Trotzdem würde ich sagen, ist es mir auch wichtig, immer wieder zu sagen oder

                0:39:48–0:39:53

                anzuerkennen, es ist anstrengend. Also es ist anstrengend, die Person zu sein, die andere Wege geht.

                0:39:53–0:39:56

                Ich glaube, vielleicht können wir alle vier, die hier sitzen und auch viele

                0:39:56–0:39:59

                von unseren Zuhörenden das echt nachempfinden, weil viele von uns sind ja so

                0:39:59–0:40:05

                VorreiterInnen und gehen wirklich harte und anstrengende und steinige Wege.

                0:40:05–0:40:08

                Und man bekommt eben da viel Widerstand und Gegenwind.

                0:40:08–0:40:13

                Und es ist auch nicht immer, also es ist schön, dann auch das Gefühl zu haben,

                0:40:13–0:40:18

                oh, wir säen einen Samen. Und da, also ich meine, man sieht ja auch selber,

                0:40:18–0:40:20

                es wächst ja auch oft was daraus.

                0:40:20–0:40:26

                Also zumindest ab und zu merkt man ja dann doch eine Veränderung und es passiert

                0:40:26–0:40:27

                wirklich was. Das ist wunderschön.

                0:40:28–0:40:31

                Und trotzdem glaube ich, geht es auch darum, so eine Balance zu finden.

                0:40:31–0:40:35

                Also wenn man gerade merkt, es ist einfach,

                0:40:36–0:40:40

                total anstrengend, dann auch irgendwie einen Weg zu finden, also,

                0:40:40–0:40:44

                dass man sich dann auch sozusagen das eingestehen darf, hey,

                0:40:44–0:40:48

                heute bin ich, was weiß ich, heute bin ich nicht auf der Demo oder jetzt schalte

                0:40:48–0:40:49

                ich mal nochmal einen Gang zurück oder so.

                0:40:50–0:40:54

                Also ich glaube, diese Balance, das Streben nach Veränderung und immer,

                0:40:55–0:40:58

                Vorreiterin zu sein und neue Wege gehen zu müssen und auch dazu zu stehen und

                0:40:58–0:41:01

                unglaublich viel muss man da ja auch in den Konflikt und in die Auseinandersetzung

                0:41:01–0:41:04

                gehen, aber auf der anderen Seite auch dieser Wunsch mal,

                0:41:04–0:41:08

                boah, also irgendwie muss man auch mal durchatmen und auch mal in so einer Wohlfühl-Bubble,

                0:41:09–0:41:11

                wo einfach alle ähnlich ticken und wo man nicht immer.

                0:41:13–0:41:15

                Irgendwie hervorsticht, weil man so anders ist.

                0:41:16–0:41:18

                Ich glaube, das ist auch total wichtig.

                Stephanie
                0:41:19–0:41:24

                Michael, also ich habe gerade so gedacht, es geht ja auch darum,

                0:41:24–0:41:27

                dass man ein eigenes, gutes Leben führen kann.

                0:41:27–0:41:31

                Also das ist, glaube ich, ja auch ein wichtiges, eigentlich glaube ich,

                0:41:31–0:41:36

                möchten alle alle Menschen ein gutes Leben führen, so als nochmal so als ein

                0:41:36–0:41:37

                gemeinsamer großer Wert.

                0:41:38–0:41:42

                Und das, was du ja sagst, ist auch für mich zum Beispiel, für mich gehört es

                0:41:42–0:41:45

                auch dazu, dass ich selbst gut mit mir umgehe.

                0:41:45–0:41:48

                Also das ist auch ein guter Wert. Ich kann nur gut mit mir selbst umgehen,

                0:41:49–0:41:52

                wenn ich auch in einer guten Selbstfürsorge mit mir bin.

                0:41:52–0:41:57

                Weil das ist etwas, wo ich im Grunde immer wieder auch in meiner Kraft bin oder

                0:41:57–0:42:00

                wo ich ja auch Kraft speisen kann.

                0:42:00–0:42:05

                Und ihr kennt ja auch das im Flugzeug, also wenn man etwas, wenn man nützlich

                0:42:05–0:42:10

                oder hilfreich oder auch Krisen überwinden will, dann zieht man halt die Sauerstoffmaske,

                0:42:10–0:42:13

                so dass man handlungsfähig auch bleibt.

                0:42:13–0:42:21

                Und ich glaube, das ist halt auch dieses mit sich selbst auch immer wieder im Kontakt bleiben,

                0:42:21–0:42:26

                was ist so für mich wichtig, was tut mir gut und sich auch die Erlaubnis zu

                0:42:26–0:42:28

                geben, dass wir Menschen sind und dass wir auch Grenzen haben.

                0:42:28–0:42:33

                So, aber, also kein Aber, dieses,

                0:42:33–0:42:37

                ich brauche auch Rückzugsmöglichkeit, ich muss mich auch manchmal auf mich besinnen,

                0:42:38–0:42:44

                um wieder Energie und auch Kraft zu tanken, um nächste Schritte so zu gehen

                0:42:44–0:42:46

                oder zum Beispiel, um so zu leben, wie ich lebe.

                Tobias
                0:42:46–0:42:50

                Das ist ganz schön, was du sagst, weil, also ich kenne das von mir und ich kenne

                0:42:50–0:42:51

                das auch von ganz vielen,

                0:42:51–0:42:55

                ja, Kolleginnen und Kollegen, sage ich jetzt einfach mal, ja,

                0:42:56–0:42:57

                die halt, weiß ich nicht, 60,

                0:42:57–0:43:04

                70 Stunden, Wochen haben, irgendwie noch Familie händeln und dann aber in einem

                0:43:04–0:43:11

                sehr starken finanziellen Mangel da ihr Projekt verwirklichen oder ihre Arbeit machen, weil…

                0:43:12–0:43:16

                Gerade mit Celium ist es zum Beispiel auch so, dass wir alle jetzt nicht vom

                0:43:16–0:43:21

                Kapitalismus beglückt sind und deswegen ja irgendwie auch einen Ausweg daraus

                0:43:21–0:43:26

                suchen und da jetzt nicht irgendwie mit einem großen Startkapital oder mit viel

                0:43:26–0:43:29

                Geld auf der hohen Kante in so eine Gründung,

                0:43:29–0:43:31

                in so eine Selbstständigkeit, in so ein Projekt starten.

                0:43:32–0:43:35

                Ja und dass da ganz viele Leute wirklich ja sich ausbrennen,

                0:43:35–0:43:39

                also die können einfach nicht mehr, weil sie dann über Jahre irgendwie in so

                0:43:39–0:43:43

                einem finanziellen Mangel sind und dazu noch diesen riesen Workload,

                0:43:43–0:43:47

                diese aktivistische Arbeit plus dieses von außen,

                0:43:48–0:43:51

                Energie ziehen, weil irgendwie ja klappt ja eh nicht, was du da machst,

                0:43:51–0:43:53

                siehst du ja, du bist ja hier,

                0:43:53–0:43:58

                arbeitest dich ja tot und hast keine Kohle, das ist irgendwie deswegen ganz

                0:43:58–0:44:03

                wichtig, was du sagst, was ich auch so für mich erkennen musste mit Kind und

                0:44:03–0:44:06

                Gründung und Selbstständigkeit,

                0:44:07–0:44:09

                dass man sehr viel Mitgefühl auch für sich haben muss.

                0:44:09–0:44:14

                Nicht nur für die Welt und für andere Menschen um einen herum und man will irgendwie

                0:44:14–0:44:19

                alles verändern, sondern man das Mitgefühl, was man für seine Umwelt hat,

                0:44:19–0:44:20

                sollte man auch für sich haben.

                Christina
                0:44:20–0:44:22

                Also ich will an der Stelle einfach nochmal den Punkt machen,

                0:44:23–0:44:26

                dass man eben bei den Psychologists for Future an der Stelle auch kostenfreie

                0:44:26–0:44:30

                Beratung bekommen kann. Also findet man alles auf der Webseite.

                0:44:31–0:44:34

                Themenoffene Beratung, das ist jetzt keine Therapie, es werden auch keine Diagnosen

                0:44:34–0:44:39

                gestellt, es geht einfach nur darum, dass sich eine beraterisch wirklich sehr

                0:44:39–0:44:42

                versierte Person der eigenen Anliegen annimmt.

                0:44:43–0:44:46

                Es gibt aber zum Beispiel auch so eine Achtsamkeitsgruppe für Engagierte.

                0:44:47–0:44:50

                Alle zwei Wochen treffen sich da Menschen zum Austausch über Achtsamkeit und

                0:44:50–0:44:54

                Aktivismus und geht es auch um die Themen Resilienz und Selbstfürsorge beispielsweise.

                0:44:55–0:44:59

                Da gibt es auch so einen Achtsam for Future Telegram-Kanal beispielsweise. Beispielsweise.

                0:45:00–0:45:04

                Und dann ist es auch so, dass es ja manchmal auch in aktivistischen Gruppen zu Konflikten kommt.

                0:45:04–0:45:07

                Wahrscheinlich, weil auch alle so engagiert sind, weil alle irgendwo überarbeitet

                0:45:07–0:45:10

                sind und dann vielleicht auch Frust aufkommt.

                0:45:10–0:45:13

                Und es gibt zum Beispiel auch eine Konfliktmoderationsgruppe.

                0:45:13–0:45:19

                Da kann man sich eben auch kostenlos KonfliktbegleiterInnen buchen, die dabei helfen.

                Tobias
                0:45:19–0:45:20

                Oh, das ist ein saukooles Angebot.

                Christina
                0:45:21–0:45:24

                Ja, das einfach nochmal so zu sagen. Also da gibt es einige Angebote,

                0:45:24–0:45:29

                die sich, ja, es gibt ja auch dieses Kloster Ahrensberg, glaube ich.

                0:45:29–0:45:34

                Wo auch oft kostenlose Angebote für AktivistInnen sind, so ein Wochenende,

                0:45:34–0:45:38

                Achtsamkeit und Selbstfürsorge beispielsweise,

                0:45:39–0:45:42

                weil man eben weiß, das sind häufig Menschen, die eben finanziell dann nicht

                0:45:42–0:45:46

                so gut dastehen und sich nicht ein tolles Wellnesswochenende sonst wo buchen

                0:45:46–0:45:47

                können und das vielleicht auch nicht

                0:45:47–0:45:50

                wollen, weil es dann auch wiederum Nachhaltigkeitsaspekte gibt oder so,

                0:45:51–0:45:53

                dass es eben solche Angebote auch kostenfrei gibt.

                Tobias
                0:45:54–0:45:59

                Ja, spannend, schön, cool. Ja, eine Frage, die mir auch noch auf dem Herzen liegt.

                0:45:59–0:46:04

                Ja, ich merke ganz oft, das ist jetzt noch nicht mal das Thema Klimaschutz,

                0:46:04–0:46:09

                sondern vielleicht auch allgemein gesellschaftliches Handeln miteinander.

                0:46:09–0:46:15

                Jetzt auch ganz viel, wo es so um Themen mit Rechtsradikalismus oder Flüchtlingen

                0:46:15–0:46:20

                geht, ist, ja, wie gehe ich denn in so eine Diskussion mit jemandem,

                0:46:20–0:46:23

                der da irgendwie so gar nicht auf meinem Level ist.

                0:46:23–0:46:28

                Oder auch, was ich noch viel, viel schwieriger finde für mich auszuhalten,

                0:46:28–0:46:34

                ist, wenn Menschen einfach Fakten oder wissenschaftliche Erkenntnisse,

                0:46:35–0:46:39

                einfach nicht als gegeben. Also wenn die Diskussionsgrundlage eine ganz andere ist.

                0:46:39–0:46:43

                Also es ist ja sehr gefühlig und sehr hitzig, diese Diskussion.

                0:46:43–0:46:48

                Für mich ist dann immer doch relativ schwierig, wenn da einfach diese Faktlage

                0:46:48–0:46:54

                oder diese Ansicht an Wissenschaft, an Wahrheiten überhaupt auseinander gehen.

                0:46:54–0:46:59

                Also wie könnte ich dem ein bisschen begegnen, damit ich die Leute jetzt nicht

                0:46:59–0:47:01

                verliere und die ganze Zeit anschreie?

                0:47:03–0:47:06

                Weil ich will ja die Leute eigentlich auch nicht abblocken, weil ich habe ja

                0:47:06–0:47:10

                die Hoffnung, wenn ich mit denen irgendwie in einen mitfühlenden Austausch gehe,

                0:47:10–0:47:12

                kriege ich die Leute nochmal.

                0:47:14–0:47:18

                Wenigstens so ein bisschen zum Denken angeregt. Aber es ist für mich oft sehr

                0:47:18–0:47:21

                anstrengend, muss ich sagen. Mit sehr viel Wut verbunden.

                Christina
                0:47:21–0:47:24

                Also wir haben auch im Vorfeld so ein bisschen überlegt, Stefanie und ich,

                0:47:24–0:47:30

                und ich habe auch so gedacht, es ist ja auch wieder die Frage nach dem Handabdruck,

                0:47:31–0:47:32

                wo habe ich die größte Wirksamkeit?

                0:47:32–0:47:36

                Und macht es immer so viel Sinn, mit Menschen zu diskutieren,

                0:47:36–0:47:39

                wo so kaum eine Grundlage zu ermitteln ist?

                0:47:40–0:47:42

                Können wir gleich gerne darauf eingehen. Aber ich glaube, wichtig ist ja auch,

                0:47:42–0:47:47

                mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die eigentlich schon eine Bereitschaft

                0:47:47–0:47:50

                haben, aber noch nicht ins Handeln gekommen sind. denn das ist ein Thema der

                0:47:50–0:47:53

                Psychologists, ist ja auch immer so, ins Handeln dann zu kommen, ins Wirksame.

                0:47:53–0:47:56

                Und das, glaube ich, ist ein bisschen erfolgversprechender, ne?

                0:47:57–0:48:00

                So, aber deine Frage ist ja trotzdem, was mache ich mit Menschen,

                0:48:00–0:48:02

                die ganz weit weg sind von meiner Position?

                Tobias
                0:48:03–0:48:07

                Ich sage jetzt mal so im Arbeitskontext oder so. Jeder hat den Arbeitskollegen,

                0:48:07–0:48:10

                mit dem man sehr viel Zeit verbringen muss, aber der halt irgendwie,

                0:48:10–0:48:16

                ja im schlimmsten Fall irgendwie AfD wählt und mit dem dicken SUV extra viel

                0:48:16–0:48:21

                Fleisch kauft, sage ich jetzt mal so, um die Stereotypen zu bedienen.

                0:48:21–0:48:23

                Aber ich glaube, wir haben alle

                0:48:23–0:48:27

                direkt ein Bild im Kopf, welche Person in unserem Umfeld da gemeint ist.

                Christina
                0:48:27–0:48:30

                Ja, wir sind, glaube ich, privilegiert, was unsere Arbeitskonzepte angeht.

                0:48:30–0:48:33

                Bei mir ist es eher so, dass eine Kollegin sagt, wir essen jetzt auch weniger Fleisch.

                0:48:33–0:48:37

                Und ich habe schon gedacht, es geht um Gesundheit, Abnehmen oder sowas.

                0:48:37–0:48:40

                Dann habe ich gesagt, und was motiviert euch dazu? Ja, schon Klima.

                Tobias
                0:48:40–0:48:41

                Ah ja, schön.

                Christina
                0:48:41–0:48:46

                Wo ich gedacht habe, na, schön, genau. Aber ja, klar, ist ja nicht jeder so

                0:48:46–0:48:47

                in so einer Bubble auch drin.

                Stephanie
                0:48:47–0:48:52

                Ja, ich habe gerade so gedacht, also ich glaube so, dieses, das ist ja so,

                0:48:52–0:48:54

                wo setzt dann so Klimakommunikation an?

                0:48:54–0:49:01

                Und wenn wir dann, ich glaube, das ist der Hebel, nämlich, also es ist ja manchmal

                0:49:01–0:49:06

                sehr so einladend, dann mit Gegenpositionen, mit anderen Fakten,

                0:49:06–0:49:08

                mit Informationen dann einfach drauf zu reagieren.

                0:49:08–0:49:14

                Und ich glaube, dann sind wir direkt schon in einem Konfliktgespräch,

                0:49:14–0:49:20

                weil dann geht es darum, welche Fakten, welche Hintergrundinformationen sind

                0:49:20–0:49:21

                relevanter, sind wichtiger.

                0:49:21–0:49:28

                Und ich glaube, das ist so eine schöne Einladung, da aktiv zu werden.

                0:49:28–0:49:33

                Aber ich glaube, auch da geht es darum, du hast das eben so schön beschrieben,

                0:49:33–0:49:35

                Tobi, wie bleibe ich? Im Grunde wertschätzend.

                0:49:35–0:49:40

                Also wie kann ich in mir selbst, also ich finde, das ist so eine hohe Kompetenz.

                0:49:40–0:49:43

                Also wenn ich selbst in mir mitbekomme, dass meine Wut steigt,

                0:49:43–0:49:47

                ich kenne das jetzt aus der Telefonberatung so richtig gut, also wenn ich so

                0:49:47–0:49:52

                mit mir, also wenn ich etwas höre, wo ich merke, oh Gott, also wie bin ich dann

                0:49:52–0:49:55

                erstmal selbst mit mir im Kontakt,

                0:49:55–0:49:58

                dass ich, wenn ich wirklich zuhören will,

                0:49:59–0:50:03

                Dass ich mich wieder auch in die Lage versetze, offen zu sein und zu sagen,

                0:50:03–0:50:04

                ich bin okay, du bist okay.

                0:50:05–0:50:09

                So, also das als ein ganz einfacher kleiner Satz erstmal so gesagt.

                0:50:10–0:50:17

                Und dieses sich da nochmal hinwenden und zu gucken, kann ich den anderen bezogen

                0:50:17–0:50:19

                auf, was für den wichtig ist.

                0:50:20–0:50:25

                Und also auch da nochmal, was sind denn für ihn so wichtige Werte,

                0:50:25–0:50:32

                die er wählt. Also bin ich da interessiert dran und bleibe ich darüber eventuell mit ihm im Kontakt?

                0:50:33–0:50:42

                Weil schlussendlich kann ich mir vorstellen, dass so bestimmte Werte eher so

                0:50:42–0:50:47

                grundlegende Werte auch sind, die liegen manchmal gar nicht so weit auseinander.

                0:50:47–0:50:54

                Also ich will überhaupt nichts abstreiten, dass das absolut herausfordernd ist

                0:50:54–0:50:59

                und ich weiß von mir selbst, dass ich das mal mehr, mal weniger kann,

                0:50:59–0:51:00

                wirklich in Kontakt zu bleiben.

                0:51:01–0:51:03

                Aber das finde ich, glaube ich, ist so eine spannende Frage,

                0:51:04–0:51:08

                wie scharf ich es mit jemand, der so konträr ist, wenn ich denke,

                0:51:08–0:51:11

                das macht jetzt auch Sinn, im Kontakt zu bleiben.

                0:51:11–0:51:15

                Also was muss ich mit mir selbst herstellen, dass ich hinhören kann,

                0:51:15–0:51:19

                dass ich zuhören kann und dass ich etwas vielleicht von ihm verstehen will.

                0:51:20–0:51:23

                Also nur mal als Anregung. Ich finde, das ist so eine Übung.

                0:51:25–0:51:29

                Aber die gelingt nicht immer. Also das ist schon… Und auch nicht die Erwartung

                0:51:29–0:51:33

                zu haben, dass ich in dem Kontakt etwas verändere.

                0:51:33–0:51:34

                Aber dass ich eventuell…

                0:51:36–0:51:40

                Nicht weiter, also von meiner Haltung, dass ich nicht bedrohlich sein will,

                0:51:41–0:51:44

                weil ich glaube, wenn weiter Bedrohung passiert, passiert da auch nichts,

                0:51:44–0:51:48

                weil dann ist ganz klar, dass der auch nochmal oder diejenige auch ganz deutlich

                0:51:48–0:51:51

                zumacht, nur nochmal so am Rande.

                Christina
                0:51:51–0:51:54

                Dass man die Abwehr eher erhöht, wenn man den Druck… Dass man erhöht.

                Stephanie
                0:51:54–0:51:56

                Man erhöht eher die Abwehr, genau.

                Christina
                0:51:56–0:52:02

                Den Druck so erhöht. Ich meine so als BeraterInnen, TherapeutInnen sind wir

                0:52:02–0:52:08

                ja irgendwie auch gewohnt, so die Motive und Bedürfnisse der Menschen so herauszuarbeiten

                0:52:08–0:52:10

                und mir geht es eigentlich so mit meinen KlientInnen,

                0:52:11–0:52:15

                da kann ich eigentlich bei allen irgendwie anknüpfen und verstehen,

                0:52:15–0:52:21

                warum die so sind, wie sie sind und da bin ich ganz selten, dass mich irgendwas wütend macht.

                0:52:21–0:52:26

                Bis dahin, dass neulich mal jemand sagte, er würde den veganen Dreck nicht essen

                0:52:26–0:52:27

                wollen, der in seiner Familie.

                0:52:28–0:52:32

                Ich lebe selber weitgehend vegan, also das entsprach mir jetzt überhaupt nicht.

                0:52:32–0:52:35

                Und trotzdem war es mir gut möglich, der Person zu sagen, sie sind ein erwachsener,

                0:52:35–0:52:36

                selbstbestimmter Mensch.

                0:52:37–0:52:41

                Sie überlegen selber, was sie essen. Also das fällt mir dann nicht schwer.

                0:52:41–0:52:45

                Das macht mich dann auch in dem Moment nicht wütend so, weil ich mich halt von

                0:52:45–0:52:49

                meiner beruflichen Profession total darauf einstelle, dass ich jetzt mich neben

                0:52:49–0:52:52

                diese Person stelle und diese Welt aus ihrer Perspektive betrachte.

                0:52:52–0:52:56

                Und das ist privat natürlich, wie du schon sagst, Stefan, niemal mehr, mal weniger möglich.

                0:52:56–0:53:00

                Oder wenn das jetzt ein Kollege ist, den ich ja jetzt nicht gerade berate oder

                0:53:00–0:53:05

                wo ich ja nicht irgendwie in so einer fachlichen, fürsorglichen Haltung vielleicht

                0:53:05–0:53:06

                auch irgendwie für die Person bin.

                0:53:07–0:53:11

                Aber es kann natürlich trotzdem ganz hilfreich sein, wenn es einem gelingt.

                0:53:11–0:53:14

                Meine Kollegin macht immer so ein schönes Bild auf, wenn mich jemand,

                0:53:14–0:53:17

                der mich besuchen will, anruft und den Weg nicht findet.

                0:53:17–0:53:21

                Und sagt, ich stehe jetzt hier und wie komme ich denn jetzt von hier zu dir?

                0:53:21–0:53:24

                Und dann sagt man, ja, jetzt siehst du auf der rechten Seite das Schild und

                0:53:24–0:53:27

                dann biegst du da rechts ab und dann machst du dieses und jenes.

                0:53:28–0:53:31

                Und irgendwann sagt die Person, Moment mal, Moment mal, ich sehe das Schild

                0:53:31–0:53:32

                gar nicht rechts, ich sehe das links.

                0:53:33–0:53:37

                Und dann hat die nicht zugehört. Die hat alles, was ich nach diesem Schild gesagt

                0:53:37–0:53:40

                habe, überhaupt nicht mitbekommen, weil die nur darauf konzentriert war,

                0:53:40–0:53:42

                hä, das Schild ist doch gar nicht auf der rechten Seite.

                0:53:42–0:53:47

                Das heißt, ich muss nochmal ganz zurück auf null und mich neben die Person stellen

                0:53:47–0:53:50

                und gucken, wie sieht denn die Welt aus ihrer Perspektive aus.

                0:53:50–0:53:52

                Und erst dann kann ich ihr den Weg zu mir erklären.

                0:53:52–0:53:55

                Und das finde ich eine ganz schöne Metapher dafür, dass wir halt,

                0:53:55–0:53:59

                wenn wir nicht bereit sind zuzuhören und erst mal zu gucken,

                0:53:59–0:54:05

                warum denkt die Person so, wie sie denkt, dann erzeugen wir entweder Widerstand oder Verdrängung.

                0:54:05–0:54:09

                Aber sie hat gar keine Möglichkeit, uns zu folgen, weil sie halt ganz woanders steht.

                Michaela
                0:54:10–0:54:15

                Das war gerade richtig schön formuliert mit diesem Schild und dieser Wegbeschreibung

                0:54:15–0:54:17

                sozusagen. Ganz, ganz toll.

                0:54:17–0:54:22

                Ich glaube auch, tatsächlich, also ich kann da wirklich was rausnehmen,

                0:54:22–0:54:26

                was ihr sagt, auch wenn ich selber finde, dass es extrem schwer fällt im Alltag.

                0:54:28–0:54:31

                Aber tatsächlich, ich meine, bei manchen Menschen hat man ja wirklich,

                0:54:32–0:54:36

                ich meine, manche Menschen liegen einem ja auch sehr am Herzen und haben.

                0:54:36–0:54:42

                Und haben eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Und genau da fällt es halt besonders

                0:54:42–0:54:44

                schwer, gut zu kommunizieren.

                0:54:45–0:54:48

                Aber tatsächlich, mir fällt das immer so auf, auch bei dem Thema,

                0:54:48–0:54:55

                es ist ja irgendwo verknüpft auch mit der Klimakrise, das Thema Hass oder Abneigung

                0:54:55–0:54:57

                gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund.

                0:54:57–0:55:02

                Weil ja ganz oft diese Ansicht herrscht, die nehmen uns irgendwas weg.

                0:55:02–0:55:05

                Und ich habe hier wirklich im ländlichen Raum schon den Satz gehört,

                0:55:05–0:55:10

                Ja, diese Massen von Menschen, die überfluten uns und jetzt müssen wir die auch

                0:55:10–0:55:11

                noch alle versorgen und so.

                0:55:11–0:55:13

                Und das hat mich total getroffen.

                0:55:14–0:55:16

                Aber auf der anderen Seite habe ich auch gedacht, dieser Mensch,

                0:55:16–0:55:19

                der das gerade sagt, der hat vielleicht halt wirklich Angst,

                0:55:19–0:55:22

                dass ihm etwas weggenommen wird.

                0:55:22–0:55:26

                Oder vielleicht steckt da auch, wie ihr beiden gesagt habt, er Wunsch dahinter,

                0:55:26–0:55:29

                einfach selber ein gutes Leben zu haben.

                0:55:29–0:55:33

                Und vielleicht dann diese Angst halt eben, dass einem von diesem guten Leben

                0:55:33–0:55:34

                so ein Stückchen weggenommen wird.

                0:55:34–0:55:40

                Und tatsächlich, ich habe mal ausprobiert oder in den letzten Jahren probiere

                0:55:40–0:55:43

                ich mehr aus diese Strategie, vielleicht knüpft die daran an,

                0:55:43–0:55:47

                was ihr gesagt habt, so einen Perspektivenwechsel zu machen.

                0:55:47–0:55:50

                Also ganz oft bringe ich das Beispiel, ja, was ist denn, wenn hier jetzt,

                0:55:50–0:55:55

                wir wohnen ja im Südwesten Deutschlands, wenn hier nebenan ein Atomkraftwerk

                0:55:55–0:56:00

                hochgeht oder irgendwie die Vulkane hier in der Eifel wieder aktiv werden oder

                0:56:00–0:56:03

                so und wir selber müssen irgendwann mal,

                0:56:03–0:56:06

                also wir selber werden zu Flüchtlingen und wollen irgendwo anders hin.

                0:56:07–0:56:11

                Ich versuche da oft so diesen Perspektivenwechsel reinzubringen und mal zu fragen, hey.

                0:56:11–0:56:15

                Wärst du denn dann nicht auch froh, wenn du irgendwo anders aufgenommen werden

                0:56:15–0:56:17

                würdest und die Leute dich nicht total anfeinden würden?

                0:56:17–0:56:20

                Weil vielleicht geht es hier wirklich einfach nur um ein gutes Leben für alle

                0:56:20–0:56:23

                und ums Überleben im Prinzip.

                0:56:23–0:56:28

                Und irgendwo ja auf dieser persönlichen Schiene mal so mitzunehmen und zu einem

                0:56:28–0:56:29

                Perspektivenwechsel zu führen.

                0:56:29–0:56:33

                Und manchmal hatte ich damit schon ein bisschen positive Erfahrungen und manchmal nicht.

                Tobias
                0:56:35–0:56:38

                Ja, was ich für mich auch so ein bisschen so gerade im letzten halben Jahr,

                0:56:38–0:56:45

                wo ich mich sehr, sehr mit linken Themen und antikapitalistischen Themen auseinandergesetzt

                0:56:45–0:56:49

                habe, für mich auch so ein bisschen, ich muss auch nicht jeden Krieg führen.

                0:56:49–0:56:55

                Also ich muss mich auch nicht jeder Diskussion stellen und kann auch einfach

                0:56:55–0:57:00

                mal denken, ja gut, dann denk du halt deins und ich denk meins und dann ist das auch okay.

                0:57:00–0:57:06

                Das habe ich für mich erkannt. Also was heißt erkannt, aber jetzt so ein bisschen

                0:57:06–0:57:09

                am Umsetzen, weil ich einfach nicht immer die Kraft aufbringen kann,

                0:57:10–0:57:12

                in so eine Halbstundendiskussion zu gehen.

                Christina
                0:57:12–0:57:15

                Und ich glaube, dafür ist es manchmal halt auch notwendig, dass man erstmal

                0:57:15–0:57:17

                sehr frustriert auch ist.

                0:57:17–0:57:22

                Man hat ja oft so dieses Bedürfnis, man erhöht die eigenen Anstrengungen,

                0:57:22–0:57:23

                wenn man merkt, man erreicht jemanden nicht.

                0:57:24–0:57:27

                Dass man dann sehr bemüht ist, den vielleicht zu überzeugen und sich Argumente

                0:57:27–0:57:30

                zu überlegen, Fakten zu checken und so weiter.

                0:57:30–0:57:33

                Und wenn man dann trotzdem nicht weiterkommt, dass das ja wirklich einen auch sehr frustrieren kann.

                0:57:33–0:57:38

                Und manchmal ist diese Frustration aber auch für was gut. Also auch negative

                0:57:38–0:57:41

                Gefühle haben ja eine wichtige Bedeutung.

                0:57:42–0:57:45

                Die motivieren ja auch wieder für ein Handeln. Und manchmal ist diese Frustration

                0:57:45–0:57:49

                wirklich dazu gut, sich auch von so einem zu hohen Ziel abzulösen und zu sagen,

                0:57:49–0:57:50

                das ist jetzt nicht wirksam.

                0:57:50–0:57:53

                Da führe ich einen Krieg in Anführungszeichen an der Stelle.

                0:57:53–0:57:56

                Da macht es überhaupt gar keinen Sinn, dass ich da meine Energie verpulver,

                0:57:56–0:58:00

                sich von dem wieder abzulösen und sich nochmal neu auszurichten auf etwas,

                0:58:00–0:58:02

                was erfolgversprechender ist.

                Stephanie
                0:58:02–0:58:05

                Also nicht jede Einladung einzunehmen, Christina. Christina,

                0:58:05–0:58:09

                und das andere dachte ich aber auch anzuerkennen. Also dieses,

                0:58:11–0:58:16

                ja, schade, also da sind wir wirklich unterschiedlich und schade.

                0:58:16–0:58:19

                Also eigentlich, also wenn man mit jemandem im Konflikt ist,

                0:58:19–0:58:23

                aus der Paarberatung, also als Paar kennt man das, also ich kämpfe ja eigentlich

                0:58:23–0:58:27

                nicht mit dem anderen, wenn der mir nicht wichtig wäre oder wenn mir eine Position

                0:58:27–0:58:30

                nicht wichtig wäre, also wenn da nicht was Wichtiges ist.

                0:58:30–0:58:34

                Und vielleicht ist es aber auch hilfreich, innerlich auch nochmal diesen Kontakt

                0:58:34–0:58:39

                Kontakt zu kriegen, dann auch wenn die, wir leben ja in einem Multiversum,

                0:58:39–0:58:42

                dann also jeder im Grunde in seiner eigenen Wahrnehmungsblase,

                0:58:42–0:58:45

                die man nicht direkt sehen kann.

                0:58:45–0:58:52

                Und die auch, wenn wir darüber sprechen, das mit dem Beispiel des Schildes,

                0:58:52–0:58:55

                oftmals auch missverständlich kommunizieren.

                0:58:55–0:58:58

                Also dass wir eher davon ausgehen müssen, dass wir uns missverstehen.

                0:58:59–0:59:05

                Aber dass dieses neben dem, boah, da sind wir so unterschiedlich und schade, dass wir uns,

                0:59:05–0:59:08

                also eigentlich würde ich mich gern mit dir darüber unterhalten,

                0:59:08–0:59:14

                aber irgendwie, wir sind das, was wir miteinander jetzt hier heben an unterschiedlichen Themen,

                0:59:14–0:59:19

                das ist wirklich, also auch das Bedauern irgendwie mal vielleicht auch so zu äußern.

                0:59:19–0:59:22

                Also ich kenne das so für mich auch im privaten Bereich, da traue ich mich das

                0:59:22–0:59:26

                öfters mal mehr jetzt, auch zu sagen, wenn meine Freundinnen wieder fliegen

                0:59:26–0:59:31

                oder keine Ahnung, zu sagen, boah, ja, schade.

                0:59:31–0:59:36

                Also eigentlich will ich ganz gern mit dir auch darüber in Kontakt bleiben, aber es geht schwer.

                0:59:36–0:59:40

                Ja, so und ich finde, das ist eine andere Botschaft, wie vielleicht,

                0:59:40–0:59:45

                wenn man nur über so Sachthemen argumentiert, dass man ja selbst fühlt man sich

                0:59:45–0:59:49

                schlecht hinterher und der andere fühlt sich auch schlecht. Also wie kann man es irgendwie schaffen?

                0:59:49–0:59:53

                Ich finde, das ist ein großes Übungsfeld, weiter auch dann im Kontakt zu bleiben.

                0:59:53–0:59:57

                Ich finde ja, also Paarbeziehungen, Freundschaftsbeziehungen sind so gute Lernfelder.

                0:59:58–1:00:02

                Manchmal auch die Beziehung so zu den Kindern, wo man ja auch eigentlich viel

                1:00:02–1:00:05

                lernt. Wie bleibt man, obwohl man unterschiedlich ist, miteinander im Kontakt?

                Tobias
                1:00:06–1:00:10

                Ja, und das ist spannend, was du sagst, weil das fällt mir auch auf oder denke

                1:00:10–1:00:15

                ich immer oft, wir leben, also jetzt die Person oder ich, wir leben in komplett

                1:00:15–1:00:16

                unterschiedlichen Realitäten.

                1:00:16–1:00:23

                Das ist wie so, ja, eigentlich wie so Quantenphysik, also komplett in so anderen Realitäten.

                1:00:24–1:00:29

                Ja, eingebetteten Sachen und haben ganz andere, ja, ganz andere Leben.

                1:00:29–1:00:34

                Und klar ist dann manchmal sehr, sehr schwierig, da irgendwie die Verbindung herzustellen.

                Christina
                1:00:36–1:00:39

                Stefanie und ich hatten im Vorfeld auch überlegt, so etwas, was wir so stark

                1:00:39–1:00:44

                aus der Erziehungsberatung kennen beide, Kinder bei einem positiven Verhalten

                1:00:44–1:00:47

                erwischen sozusagen und das dann auch beschreibend loben.

                1:00:48–1:00:52

                Also Kindern eben die Rückmeldung geben, jetzt geht es nicht um Klimathemen

                1:00:52–1:00:53

                natürlich, sondern um irgendwas anderes.

                1:00:53–1:00:57

                Und dass man das aber so ein bisschen als kleine paradoxe Intervention auch

                1:00:57–1:01:00

                machen könnte bei Erwachsenen, die vielleicht eigentlich nicht so Interesse

                1:01:00–1:01:05

                an Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit haben, dass man die zwischendurch mal, ja,

                1:01:05–1:01:09

                denen so rückmelden kann, wo die ja plötzlich auch schon sich ganz klimafreundlich

                1:01:09–1:01:13

                verhalten haben und das so beschreiben kann. kann ja auch ein bisschen humorvoll sein.

                1:01:14–1:01:19

                Und dass sich ein Stück weit ihre Aufmerksamkeit, also so eine Aufmerksamkeitsverschiebung,

                1:01:20–1:01:24

                aber auch so ein bisschen der Teil ihrer Identität so beachtet wird,

                1:01:24–1:01:26

                der sich ja doch schon so ein bisschen in die richtige Richtung,

                1:01:26–1:01:29

                also was heißt aus unserer Sicht richtige Richtung bewegt,

                1:01:30–1:01:32

                dass das vielleicht auch ganz nett sein kann, anstatt dass man immer so mit

                1:01:32–1:01:36

                der Defizitorientierung kommt, du fährst einen dicken SUV,

                1:01:36–1:01:39

                du isst dauernd Fleisch und du fliegst zweimal im Jahr in Urlaub oder so,

                1:01:39–1:01:43

                Also, dass man eher so sagen kann, hey, ich kriege mit, du kochst jetzt auch

                1:01:43–1:01:45

                ganz gerne mal vegetarisch zwischendurch.

                1:01:45–1:01:49

                Und, keine Ahnung, Mensch, dein Garten, der ist ja total bienenfreundlich, super.

                1:01:51–1:01:55

                Und super, dass du jetzt auch manchmal mit deinem E-Bike zur Arbeit fährst oder so.

                1:01:55–1:01:58

                Also, dass man das halt irgendwie so fördert, statt dass man den Fokus immer

                1:01:58–1:02:03

                auf das legt, was die Person alles noch nicht Nachhaltiges tut.

                Tobias
                1:02:03–1:02:06

                Also, da nehme ich mit, ich habe jetzt immer so eine Packung Süßigkeiten dabei.

                1:02:06–1:02:11

                Und wenn jemand so was Positives macht, dann kriegt er so eine Süßigkeit.

                Michaela
                1:02:12–1:02:14

                Ich finde den Tipp auch echt genial.

                Christina
                1:02:15–1:02:18

                Genau, das klingt jetzt natürlich so ein bisschen manipulativ,

                1:02:18–1:02:21

                aber so ist es ja vielleicht, also in der Kindererziehung ist es auf keinen

                1:02:21–1:02:23

                Fall manipulativ gemeint, sondern eher wertschätzend.

                1:02:23–1:02:28

                Und im Freundeskreis oder Bekanntenkreis kann das ja auch eher als wertschätzende Geste so sein.

                1:02:29–1:02:32

                Und ein bisschen den Blick darauf lenken, sodass ein Teil der Identität der

                1:02:32–1:02:36

                Person Person sich auch mehr so sagt, oh, stimmt ja eigentlich.

                1:02:36–1:02:39

                Ich bin ja durchaus auch, das kann natürlich auch nach hinten losgehen,

                1:02:39–1:02:42

                dass dann jemand sagt, siehste, ich mach doch schon alles, ich darf also weiter in Urlaub fliegen.

                1:02:44–1:02:47

                Ja, aber vielleicht motiviert es die Person zumindest, keine Ahnung,

                1:02:48–1:02:51

                noch ein bisschen häufiger vegetarisch zu kochen und noch ein bisschen mehr

                1:02:51–1:02:54

                Blumen im Garten zu stehen zu lassen oder irgendwie, es ist eher motivierend,

                1:02:54–1:02:56

                als wenn man immer so mit der,

                1:02:57–1:03:01

                der Kritik kommt. Also Kritik motiviert ja nur, wenn man wirklich selber eigentlich

                1:03:01–1:03:04

                schon ziemlich weit ist und denkt, stimmt, hast du auch eigentlich recht,

                1:03:04–1:03:05

                ich könnte auch mal anders.

                Tobias
                1:03:06–1:03:06

                Ja, schön.

                Michaela
                1:03:07–1:03:12

                Der Tipp ist aber wirklich genial. Also cool. Also mir kam da gerade nochmal die kleine Anekdote.

                1:03:14–1:03:17

                Hier bei mir in diesem wunderschönen kleinen Dorf, in dem ich lebe,

                1:03:18–1:03:22

                wurde kürzlich auch wieder sehr auf das Gendern gewettert und auch auf diese

                1:03:22–1:03:25

                dämlichen Unisex-Trouletten, die es doch jetzt, also also die an allen Ecken

                1:03:25–1:03:27

                und Enden raussprießen.

                1:03:28–1:03:32

                Und da könnte man ja auch wunderbar sagen, wenn du so gegen Unisex-Toiletten

                1:03:32–1:03:36

                bist, dann ist das ja aber total progressiv von dir, dass du zu Hause bei dir

                1:03:36–1:03:39

                in deinem eigenen Haus ja auch eine Unisex-Toilette hast. Super, toll.

                Tobias
                1:03:42–1:03:46

                Ja, und auch immer gut, wenn man Männer fragt, wie es gerade ihrem Partner geht,

                1:03:46–1:03:49

                dann sind die auf einmal auch.

                Michaela
                1:03:50–1:03:50

                Sehr gut.

                Stephanie
                1:03:51–1:03:55

                Also ich bin gerade so am überlegen. Ich glaube, es geht so darum,

                1:03:55–1:04:01

                selbst, also das ist ja in uns selbst auch, worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit.

                1:04:01–1:04:05

                Das ist ja so ein Stück auch, wenn wir immer auf das gucken,

                1:04:05–1:04:09

                was nicht da ist oder was schwierig ist, dann sind wir immer selbst in sowas

                1:04:09–1:04:12

                wie einer Problemtrance oder in einer Problemsituation.

                1:04:12–1:04:17

                Und vielleicht so dieses, also aus diesem Echt,

                1:04:17–1:04:21

                also ich sage mal aus so einem Erleben auch heraus, ja ich bin auch an dir interessiert,

                1:04:21–1:04:25

                auch wenn du so ganz anders bist und ich benenne auch Ressourcen und das hält

                1:04:25–1:04:29

                mich dann auch vielleicht auch mit dir eher in der Verbindung,

                1:04:29–1:04:32

                weil wir können das nur gemeinschaftlich irgendwie.

                1:04:32–1:04:37

                Irgendwie mit unserer Unterschiedlichkeit können wir dieses Thema auch nur bewältigen.

                1:04:38–1:04:41

                Also das wäre vielleicht auch nochmal so als eine Idee von Haltung.

                Christina
                1:04:41–1:04:44

                Also ich wollte noch trotzdem eine Lanze auch dafür brechen,

                1:04:44–1:04:47

                das muss ich euch natürlich nicht sagen, jetzt im Mycelium-Podcast seid ihr

                1:04:47–1:04:51

                ja in euren Themenbereichen auch alle total drin und argumentativ sicher.

                1:04:51–1:04:55

                Aber ich glaube, es ist schon auch wichtig, dass man sich in den Themen,

                1:04:55–1:04:58

                die einem am Herzen liegen, dass man auch gute Argumente hat,

                1:04:58–1:05:00

                die man auch immer mal wieder so en passant bringen kann.

                1:05:01–1:05:07

                Das ist immer so etwas, wo ich mich noch stärken möchte, dass ich einfach auch so, man liest Sachen,

                1:05:07–1:05:09

                aber man kann sie vielleicht nicht so wiedergeben argumentativ,

                1:05:10–1:05:14

                dass es auch irgendwie schon wichtig ist, dass man so ein paar Themen auch argumentativ

                1:05:14–1:05:19

                so beherrscht, dass man auch zum Beispiel was entkräften kann, wenn Leute sagen,

                1:05:19–1:05:24

                wir werden überflutet irgendwie von MigrantInnen, dass man das auch entkräften

                1:05:24–1:05:25

                kann wirklich. wirklich.

                1:05:25–1:05:28

                Oder bei Klimathemen, dass man auch so ein paar Sachen weiß,

                1:05:28–1:05:33

                irgendwie, was habe ich neulich gelesen, wenn alle vegan leben würden,

                1:05:33–1:05:35

                dann könnten wir auf, was weiß ich, zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche

                1:05:35–1:05:37

                verzichten oder irgendwie so was.

                1:05:37–1:05:39

                Also jetzt siehst du, weiß ich jetzt auch schon wieder nicht so ganz genau,

                1:05:39–1:05:43

                aber wenn man das mal so sagt, dass Leute dann tatsächlich auch so ins Nachdenken kommen.

                1:05:44–1:05:48

                Insofern geht es natürlich nicht nur um das Gefühlige und jeder soll sich verstanden

                1:05:48–1:05:53

                fühlen, sondern schon auch darum, dass man sich in harten Fakten fit macht.

                1:05:53–1:05:56

                Aber das muss ich, glaube ich, den den Bezirkel-Menschen nicht sagen.

                Tobias
                1:05:56–1:05:59

                Jetzt, was du halt vergessen hast, ist, das hast du alles in der massengesteuerten

                1:05:59–1:06:02

                Systempresse gelesen, deswegen. Ah.

                Michaela
                1:06:05–1:06:08

                Aber trotzdem ein guter Punkt. Also ich finde es trotzdem wichtig.

                1:06:08–1:06:11

                Auch wenn natürlich das, wenn das Argument dann am Ende kommt,

                1:06:11–1:06:15

                ja, dann hat man vielleicht wirklich wenig Basis zusammen, aber ich meine,

                1:06:15–1:06:19

                bei vielen Menschen kann man ja doch, wenn man so ein paar schlagkräftige Argumente

                1:06:19–1:06:22

                gibt, die wirklich faktenbasiert sind, ja doch auch ein bisschen was bewegen.

                Tobias
                1:06:23–1:06:28

                Ja, und vor allem sich halt auch trauen, das zu sagen. Also für mich musste

                1:06:28–1:06:32

                man lernen, den Konflikt dann auszuhalten, der eventuell entstehen könnte.

                1:06:32–1:06:36

                Also meistens ist es ja gar nicht passiert, aber hatte immer so bei mir das

                1:06:36–1:06:40

                Gefühl, okay, scheiße, jetzt kommt da Konflikt, wenn ich jetzt was dagegen argumentiere.

                1:06:41–1:06:45

                Aber man kann was dagegen argumentieren und sollte das auch, ja.

                Christina
                1:06:47–1:06:50

                Aber ich habe gerade so gedacht, wenn jemand jetzt wirklich mit so einem Totschlagargument

                1:06:50–1:06:53

                kommt, mit der massengesteuerten, wie ich meine, ja ist das egal.

                Tobias
                1:06:53–1:06:54

                Also Lügenpreis oder so.

                Christina
                1:06:54–1:06:59

                Also das kann ich im Privaten leider nicht so gut, aber als Psychologin würde

                1:06:59–1:07:03

                ich sagen, in einem professionellen Kontext, da würde ich glaube ich voll auf

                1:07:03–1:07:07

                das dahinterstehende Gefühl eingehen und sagen, oh, da kriege ich mit,

                1:07:07–1:07:09

                sie sind glaube ich sehr misstrauisch.

                1:07:10–1:07:18

                Und dann wäre ich völlig weg von der sachlich falschen Argumentation und wäre

                1:07:18–1:07:19

                wirklich so sehr nah dran an der Person.

                1:07:20–1:07:24

                Und da holt man sich eigentlich ja sofort ein Ja ab. Da wird die Person wahrscheinlich

                1:07:24–1:07:26

                sofort sagen, ja total misstrauisch bin ich.

                1:07:26–1:07:30

                Und dann würde man über das Misstrauen der Person sprechen und wie das kommt.

                1:07:30–1:07:35

                Und meistens hat man dann ja schon angedockt, weil die Person sich total verstanden fühlt.

                1:07:35–1:07:37

                Und man ist gar nicht mehr bei dem Thema, stimmt es oder stimmt es nicht.

                1:07:37–1:07:41

                Aber das wäre natürlich eher was für einen professionellen Kontext.

                1:07:41–1:07:43

                Wobei, wenn man es schafft, kann

                1:07:43–1:07:46

                man das durchaus auch in einem privaten Kontext auf sowas mal eingehen.

                1:07:47–1:07:51

                Also in dem Moment, wo man sich so ein Ja abholt von einer Person, ist man schon nah dran.

                1:07:51–1:07:57

                Und es ist schon mal ganz gut möglich, etwas konfliktfreier miteinander zu sprechen,

                1:07:57–1:07:58

                weil die sich einfach verstanden fühlt.

                Tobias
                1:07:58–1:08:02

                Das war jetzt ein voll guter Tipp. Ja, stimmt. Wenn man irgendwann ein Ja mal

                1:08:02–1:08:07

                von dieser Person hat, ist es, wie du gesagt hast, einfach. Weil Nein ist immer

                1:08:07–1:08:10

                natürlich sehr, sehr hart und baut direkt so eine Mauer auf.

                1:08:10–1:08:12

                Aber wenn dann das so aufgeweicht wird, ja, schön.

                1:08:14–1:08:20

                Ja, vielen Dank. Also das war jetzt wirklich ganz, ganz bereichernd und ich

                1:08:20–1:08:26

                habe auch nochmal ganz viele neue Eindrücke und aber auch viel Bestärkung erfahren.

                1:08:26–1:08:28

                Das war jetzt wirklich sehr, sehr gut. Gut.

                1:08:28–1:08:31

                Ich würde gerne zum Abschluss, weil ihr seid ja auch aktivistisch unterwegs

                1:08:31–1:08:36

                und sehr engagiert und ich würde gerne noch, ist so ein bisschen eine Klischee-Frage,

                1:08:36–1:08:41

                aber trotzdem gerne wissen, ja, was würdet ihr euch denn so wünschen?

                1:08:41–1:08:42

                So persönlich, aber auch als

                1:08:42–1:08:49

                Gruppe, ja, von eurem Umfeld oder allgemein einfach so mal herausgefragt.

                1:08:49–1:08:52

                Was wünscht ihr euch? Wir stellen hier nur die kleinen Fragen.

                Stephanie
                1:08:52–1:08:59

                Ja, aber ich finde, das habe ich mir noch gar nicht so überlegt.

                1:08:59–1:09:01

                Also wenn ich mir jetzt was wünschen dürfte.

                1:09:02–1:09:05

                Also ich erlebe gerade, dass hier viel passiert.

                1:09:05–1:09:14

                Also sei das von Kleidertausch mit einer Freundin, die viel einkauft.

                1:09:14–1:09:19

                Sei das, dass ich, also ich bin gerade, also ich wünsche mir,

                1:09:19–1:09:27

                ich wünsche mir, dass ich immer mehr so Menschen entdecke, kleine Aktivitäten entdecke, wo ich sage,

                1:09:27–1:09:32

                ja, also hier in meinem Umfeld, ja, also weil da will ich mitmachen oder das

                1:09:32–1:09:33

                will ich mit unterstützen.

                1:09:33–1:09:39

                Unterstützen, also und dass mir die Sachen auch auffallen, also allein das hier,

                1:09:39–1:09:42

                das ist jetzt schon nochmal euch so zu sehen, ich hatte ja mit Helium,

                1:09:42–1:09:47

                hatte ich halt, ne, ich habe das nur auf dem, hier auf dem, auf dem, auf dem Laptop gesehen,

                1:09:47–1:09:51

                aber euch jetzt allein schon mal so zu sehen und, und davon wünsche ich mir

                1:09:51–1:09:57

                gerade auch mehr so, also das ist gar kein großer Wunsch, weil,

                1:09:58–1:10:03

                Und trotzdem ist es für mich ein ganz wichtiger Wunsch zu sehen, da passiert gerade was.

                Christina
                1:10:04–1:10:09

                Also ich habe jetzt gerade darüber nachgedacht, ich lebe in einem sehr privilegierten

                1:10:09–1:10:12

                Umfeld und würde mich selber auch als sehr privilegiert bezeichnen.

                1:10:12–1:10:15

                Insofern spreche ich jetzt aus dieser Perspektive. Ich spreche nicht aus der

                1:10:15–1:10:19

                Perspektive von manchen KlientInnen, die ich habe, denen es auch finanziell

                1:10:19–1:10:22

                schlecht geht, die wirklich strugglen. Für die spreche ich nicht.

                1:10:23–1:10:27

                Aber ich würde mir wünschen, dass wir, die wir recht privilegiert sind,

                1:10:28–1:10:31

                Dieses Wort Verzicht nicht so negativ sehen,

                1:10:31–1:10:37

                sondern dass mehr Menschen nicht eingeschlossen bereit sind,

                1:10:37–1:10:41

                sich in vielerlei Hinsicht zu verkleinern und wirklich, ja, man muss es auch

                1:10:41–1:10:45

                so aussprechen, auf Dinge verzichten, die man vielleicht gerne gemacht hat und

                1:10:45–1:10:48

                eher so zu sehen, was man da auch alles gewinnen kann.

                1:10:48–1:10:54

                Zum Beispiel eben auch ein Gemeinschaftsgefühl, an gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Unterstützung,

                1:10:54–1:10:59

                wenn man sich vielleicht nicht alles einkaufen kann, sondern also dieses wirklich

                1:10:59–1:11:03

                ein Stück weit aus diesem kapitalistischen Denken herauskommen,

                1:11:03–1:11:06

                weil das ja so extrem eng auch mit dem Thema Klimakrise verknüpft ist.

                1:11:07–1:11:11

                Und da, das würde ich mir sehr wünschen, dass da mehr Bereitschaft wäre und

                1:11:11–1:11:14

                man sich mehr gegenseitig auch beflügeln und bestärken würde und nicht nur feiern,

                1:11:14–1:11:17

                Mensch, super, du warst wieder in, was weiß ich,

                1:11:18–1:11:21

                muss ich aufpassen, welches Urlaubsziel ich nenne, falls das Leute hören.

                1:11:21–1:11:23

                Ein weit entferntes Urlaubsziel.

                1:11:23–1:11:28

                Genau, sondern, dass man irgendwie sich gegenseitig drin bestärkt,

                1:11:29–1:11:33

                im kleineren Umkreis nachhaltigere Formen von Urlaub zu machen oder so,

                1:11:33–1:11:37

                also das, genau, Genau. Weniger zu konsumieren…

                1:11:38–1:11:41

                Wie du es auch gesagt hast. Und das zu sehen, was das auch Spaß macht.

                1:11:41–1:11:42

                Also gerade so das Thema Kleidertausch.

                1:11:42–1:11:47

                Wir so zwei Frauen jetzt hier auch, wir wollen auch irgendwie mal schick rumlaufen

                1:11:47–1:11:50

                oder irgendwie ein neues Kleidungsstück haben und dass es total Spaß machen

                1:11:50–1:11:53

                kann, Kleidertausch zu machen, Secondhand zu kaufen und dass man es wirklich,

                1:11:53–1:11:57

                ja, dass es viel, viel mehr Spaß macht, als im Internet irgendeinen Button zu drücken.

                1:11:58–1:12:02

                Und dann ist es ein Stück weit Verzicht, aber gleichzeitig kriegt man so viel mehr.

                Tobias
                1:12:02–1:12:06

                Ja, das war ein wirklich, war ein sehr schöner Abschlusssatz, wie ich finde.

                1:12:06–1:12:11

                Genau, es ist, man kriegt so viel mehr. Das möchte ich eigentlich so stehen lassen.

                1:12:11–1:12:16

                Ja, Stefanie, Christina und natürlich auch Michaela, vielen Dank für eure Zeit.

                1:12:16–1:12:20

                Das war wirklich, ja, eine ganz, ganz tolle Folge.

                1:12:20–1:12:25

                Die hat wirklich mir ganz viel gegeben und irgendwie, ich hoffe auch allen Zuhörenden,

                1:12:26–1:12:30

                einfach auch bestärkt in dem, was sie tun und aber auch so, ja,

                1:12:30–1:12:35

                Sachen an die Hand gegeben, wie man sich, ja, wie du es gesagt hast,

                1:12:35–1:12:39

                Stefanie, mitfühlend mit sich selbst sein und auf sich achten.

                1:12:40–1:12:45

                Ja, weitere Infos verlinke ich einfach unter der Folge zu den Psychologists

                1:12:45–1:12:50

                for Future und, ja, ich hoffe, wir sehen uns auf der nächsten Demo, ihr zwei.

                Michaela
                1:12:51–1:12:53

                Ich glaube, wir sind alle dabei.

                Tobias
                1:12:53–1:12:57

                Bei allen unseren Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Ciao.

                Michaela
                1:12:58–1:12:58

                Tschüss.

                The post MP077 – Psychologists for future appeared first on MYZELIUM.

                1 hr 14 min
              • MP076 - Eine eigene Berufung finden und leben

                  In dieser Folge sprechen Michaela und Tobi über das Thema Berufung. Was bedeutet ‚Berufung‘ eigentlich? Wie kann man sie finden? Und wie zum Teufel kann man die eigene Berufung im Alltag und Job ausleben? Michaela und Tobi teilen ihre ganz persönlichen Ansichten dazu und kritisieren das Konzept der Berufung vor dem Hintergrund des kapitalistischen Systems.

                  Ihr seid selbst auf der Suche nach eurer Berufung? Oder ihr denkt euch: „Solche Luxusprobleme hätte ich auch gerne“? Dann hört mal rein und schickt uns euer Feedback an [email protected].

                  Michaelas Achtsamkeits-Retreat mit Tieren findet ihr übrigens hier: www.michaelahausdorf.de/retreat

                  Tobias Steffgen – Foto Video Podcast – https://tobiassteffgen.de

                  Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                  Transkription
                  Tobias
                  0:00:09–0:00:13

                  Hallo und herzlich willkommen zum Mycerium-Podcast, der Podcast,

                  0:00:13–0:00:16

                  in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                  0:00:16–0:00:22

                  Heute, ja, kleine Überraschung, nicht mit dem Timo, sondern mit der lieben Michaela. Hallo Michaela.

                  Michaela
                  0:00:23–0:00:23

                  Ja, hallo.

                  Tobias
                  0:00:25–0:00:29

                  Ja, ich freue mich ganz besonders, dass wir uns heute nochmal so zusammengefunden haben.

                  0:00:29–0:00:33

                  Du schneist ab und zu mal immer rein, bringst super spannende Themen mit,

                  0:00:33–0:00:35

                  wirbelst alles so ein bisschen auf und dann bist du nochmal weg.

                  Michaela
                  0:00:37–0:00:40

                  Ja, das stimmt. So bleibt es spannend.

                  Tobias
                  0:00:40–0:00:44

                  Und so hast du auch heute oder hast mich vor einiger Zeit schon angesprochen,

                  0:00:44–0:00:48

                  du möchtest über das Thema Berufung sprechen.

                  0:00:49–0:00:54

                  Ja, da habe ich natürlich erstmal an Beruf gedacht oder an vielleicht einen

                  0:00:54–0:00:57

                  göttlichen Weg, den ich einschlagen sollte, ich weiß nicht.

                  0:00:58–0:01:05

                  Aber Thema Berufung, was hat dich bewegt, das mit in den Mycelium Podcast zu bringen?

                  Michaela
                  0:01:06–0:01:10

                  Ja, also mit irgendwas Göttlichem hat es für mich auf jeden Fall nichts zu tun,

                  0:01:10–0:01:12

                  aber dazu dann später mehr.

                  0:01:12–0:01:17

                  Was mich dazu gebracht hat, das Thema heute mitzubringen, ist,

                  0:01:18–0:01:23

                  ja, ich glaube, mich persönlich beschäftigt das Thema Berufung schon ganz, ganz lange.

                  0:01:24–0:01:29

                  Ja, ich hatte irgendwie schon ganz früh den Eindruck, so eine Art Berufung zu haben.

                  0:01:29–0:01:31

                  Naja, aber erst viel später habe ich

                  0:01:31–0:01:34

                  mich dann mal richtig intensiv damit beschäftigt und das war eigentlich,

                  0:01:34–0:01:41

                  das hat angefangen vor so ungefähr eineinhalb Jahren, als meine Promotionsbetreuerin

                  0:01:41–0:01:45

                  und Kollegin und Freundin, die Jana Tim, die ihr vielleicht auch aus dem einen

                  0:01:45–0:01:47

                  oder anderen Podcast hier kennt.

                  0:01:47–0:01:50

                  Sie ist Juniorprofessorin an der Uni Hamburg.

                  0:01:50–0:01:54

                  Und ja genau, als sie und ich angefangen hatten, uns Gedanken zu machen,

                  0:01:55–0:01:59

                  was könnte denn ein spannendes Seminar sein für die Studierenden an der Uni Hamburg?

                  0:02:00–0:02:04

                  Und da sind wir auf das Thema Berufung gekommen und haben uns gesagt, hey.

                  0:02:05–0:02:09

                  Lass uns doch einfach mal ein Seminar dazu gestalten. Und so haben wir jetzt

                  0:02:09–0:02:15

                  vor über einem Jahr angefangen, Seminare dazu zu geben an der Uni Hamburg,

                  0:02:15–0:02:18

                  haben jetzt schon zwei Semester damit gefüllt.

                  0:02:18–0:02:22

                  Und irgendwie ist mir dabei klar geworden, dass das ein super wichtiges Thema

                  0:02:22–0:02:27

                  ist, aber auch irgendwie kein leichtes Thema, sondern das Thema Berufung hat

                  0:02:27–0:02:31

                  in meinen Augen auch so einige Fallstricke, obwohl es vielleicht nach was total

                  0:02:31–0:02:32

                  Positivem erstmal klingt.

                  0:02:32–0:02:36

                  Und es ist auch in meinen Augen was super Positives. Aber es hat vielleicht

                  0:02:36–0:02:40

                  auch so ein paar Fallstricke, ja, die wir dann heute noch ein bisschen näher

                  0:02:40–0:02:42

                  beleuchten können in diesem Podcast.

                  0:02:42–0:02:46

                  Und ich habe halt den Eindruck, dass das auch viele Menschen im Mycelium und

                  0:02:46–0:02:51

                  beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften bewegt, weil wir ja doch im gemeinschaftsbasierten

                  0:02:51–0:02:53

                  Wirtschaften immer irgendwie von so einer großen Vision ausgehen.

                  0:02:54–0:02:59

                  Und das, da steckt vielleicht auch immer so ein bisschen Berufung auch irgendwie drin.

                  0:03:00–0:03:05

                  Und ja, dann, ja, da dachte ich einfach, das könnte für die Menschen hier spannend sein.

                  0:03:05–0:03:09

                  Und ja, genau, vielleicht erst mal soweit.

                  Tobias
                  0:03:10–0:03:14

                  Ja, da wäre für mich erstmal so die erste Frage, worüber reden wir überhaupt,

                  0:03:14–0:03:23

                  wenn wir über Berufung sprechen, weil ja, ich habe es ja am Anfang schon angedeutet, erste Eingebung so,

                  0:03:23–0:03:27

                  okay, ist es irgendwie was mit dem Job oder ist es was viel Größeres oder ist

                  0:03:27–0:03:30

                  es mein Lebensweg, den ich bestreiten will. will.

                  0:03:31–0:03:35

                  Also es ist irgendwie okay, das Kind, was im Kindergarten schon weiß,

                  0:03:35–0:03:38

                  okay, ich werde Feuerwehrmann und dann wird es Feuerwehrmann oder Frau und,

                  0:03:40–0:03:44

                  Oder ist es vielleicht was ganz anderes? Also gibt es da irgendwie eine Einordnung,

                  0:03:44–0:03:45

                  worüber wir überhaupt heute sprechen wollen?

                  Michaela
                  0:03:47–0:03:51

                  Ja, also ich würde vielleicht die Frage direkt mal zurückgeben an dich.

                  0:03:51–0:03:57

                  Was bedeutet denn für dich Berufung oder was verstehst du denn darunter so ganz persönlich, Tobi?

                  0:03:57–0:04:00

                  Würde mich jetzt mal interessieren. Ich will ja einfach mal den Spieß rumdrehen,

                  0:04:00–0:04:02

                  sonst wird es ja auch langweilig.

                  Tobias
                  0:04:03–0:04:08

                  Ja, da hast du mich jetzt auf dem falschen Fuß erwischt, oder wie sagt man.

                  0:04:09–0:04:15

                  Ja, ich habe da jetzt wirklich auch die Tage nochmal tief drüber nachgedacht,

                  0:04:15–0:04:21

                  weil es eben für mich ja gar nicht so mit Job zu tun hat, wie man jetzt mal

                  0:04:21–0:04:23

                  vielleicht irgendwie denkt.

                  0:04:23–0:04:29

                  Also zwar heißt es ja Beruf, aber oder Beruf steckt in Berufung drin,

                  0:04:29–0:04:32

                  aber irgendwie so richtig hat es damit nichts zu tun.

                  0:04:33–0:04:36

                  Weiß ich natürlich nicht, ob ich mir jetzt selbst ins Knie schieße,

                  0:04:36–0:04:40

                  weil ich ja selbstständig bin und natürlich meinen Job liebe.

                  0:04:40–0:04:44

                  Nee, aber ich habe auch darüber so nachgedacht, weil vielleicht ist es in fünf

                  0:04:44–0:04:48

                  Jahren oder in zwei Jahren, wenn es irgendwie eine andere Möglichkeit gibt,

                  0:04:48–0:04:52

                  sich irgendwas anderes auftut, dann irgendein anderer Job.

                  0:04:52–0:04:57

                  Also es ist ja auch so mein Lebensweg, immer mal wieder die Jobs gewechselt,

                  0:04:57–0:04:58

                  ganz was anderes gemacht.

                  0:04:58–0:05:03

                  Deswegen ist Berufung, glaube ich, eher so eine Einstellung,

                  0:05:03–0:05:08

                  so eine Schablone an Werten für mich,

                  0:05:08–0:05:14

                  so eine moralische Landkarte, auf der ich mich gerne bewegen möchte und das

                  0:05:14–0:05:20

                  am liebsten natürlich auch in meiner Arbeit und in meiner bezahlten Arbeit.

                  0:05:20–0:05:24

                  Also es ist schwer, ich versuche gerade irgendwie dieses, okay,

                  0:05:24–0:05:30

                  ich werde für einen Beruf bezahlt und Berufung unter einen Hut zu bekommen,

                  0:05:30–0:05:33

                  obwohl es eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat.

                  0:05:33–0:05:38

                  Das ist so dieses schwierige, dieses schwierige Spagat im Kopf gerade.

                  0:05:39–0:05:44

                  Genau, deswegen hat sich so in den letzten Jahren und Wochen und auch wenn ich

                  0:05:44–0:05:49

                  darüber nachgedacht habe, herauskristallisiert, dass es mir viel wichtiger ist,

                  0:05:49–0:05:57

                  wie und in welchem Umfeld und ja, mit welcher moralischen Einstellung ich etwas

                  0:05:57–0:06:00

                  mache, als das, was ich mache.

                  Michaela
                  0:06:01–0:06:02

                  Ja, wow. Wow.

                  Tobias
                  0:06:02–0:06:03

                  Krass.

                  Michaela
                  0:06:04–0:06:10

                  Hey, du hast dir wirklich schon sehr intensiv diese Gedanken gemacht und super schön formuliert.

                  0:06:11–0:06:14

                  Also ich glaube, da resoniert ganz viel mit mir. Also ich würde auch sagen,

                  0:06:14–0:06:18

                  dass Berufung und Beruf auf gar keinen Fall dasselbe sind.

                  0:06:19–0:06:23

                  Und dass sich zwar die Berufung im Beruf dann widerspiegeln kann,

                  0:06:23–0:06:28

                  also dass im Idealfall wir einen Beruf finden, in dem wir unsere Berufung ausleben

                  0:06:28–0:06:31

                  können, aber dass das Berufung doch nochmal,

                  0:06:31–0:06:34

                  ja wie du gesagt hast, auch was viel Größeres irgendwie ist.

                  0:06:35–0:06:36

                  Und um es so, also.

                  0:06:39–0:06:43

                  Für mich hat es auch was mit Wertvorstellungen zu tun.

                  0:06:43–0:06:49

                  Ich glaube, ich würde es auch wie so eine Art Kompass beschreiben,

                  0:06:49–0:06:54

                  der mich leitet von Dingen, die mir wichtig sind, für die ich mich einsetzen möchte oder so.

                  0:06:56–0:07:01

                  Genau. Und in welchem Beruf ich die dann auslebe, diese Berufung,

                  0:07:01–0:07:04

                  ist erst mal, also ist dann der zweite Schritt sozusagen.

                  0:07:04–0:07:08

                  Also ich habe auch für mich so irgendwie erkannt, schon vor vielen Jahren irgendwie,

                  0:07:09–0:07:13

                  ich habe das Gefühl, ich habe so eine Art Berufung und es gibt jetzt irgendwie

                  0:07:13–0:07:15

                  gefühlte hunderttausend Möglichkeiten,

                  0:07:15–0:07:19

                  wie ich diese Berufung mehr oder weniger stark im Beruf ausleben kann oder auch

                  0:07:19–0:07:20

                  in verschiedenen Berufen.

                  0:07:22–0:07:24

                  Genau, von daher ganz spannend.

                  0:07:50–0:07:56

                  Schon alt ist, der heißt Does the Source of a Calling Matter?

                  0:07:56–0:08:03

                  Und genau, da wird beschrieben, dass eine Berufung etwas ist,

                  0:08:03–0:08:07

                  also sie sagen, es wäre ein sinnstiftender Job.

                  0:08:08–0:08:12

                  Also Sie reden jetzt schon davon, dass es ein Job ist. Weiß ich gar nicht,

                  0:08:12–0:08:14

                  ob ich so damit einverstanden bin.

                  0:08:14–0:08:19

                  Also für mich muss Berufung nicht nur was sein, was sich in einem Job niederschlägt,

                  0:08:19–0:08:23

                  sondern eine Berufung, würde ich jetzt sagen, kann man auch in anderen Dingen ausleben.

                  0:08:23–0:08:29

                  Also auch in irgendwie einem Hobby oder so oder auch einfach im Familienleben oder wie auch immer.

                  0:08:29–0:08:34

                  Aber Sie sagen hier, es wäre ein sinnstiftender Job und dieses Sinnstiften, da gehe ich voll mit.

                  0:08:34–0:08:37

                  Also dass es irgendwie Sinn stiftet, finde ich auch voll gut.

                  0:08:38–0:08:43

                  Und dann sagen sie noch, also ein sinnstiftender Job, der dazu dient,

                  0:08:43–0:08:50

                  um irgendwie anderen zu helfen oder irgendwie was Gutes zu tun in der Welt.

                  0:08:50–0:08:54

                  Also so ist denen ihre Definition. Also ein sinnstiftender Job,

                  0:08:54–0:08:57

                  der dazu beiträgt, anderen zu helfen oder in der Welt was Gutes zu tun.

                  0:08:57–0:09:02

                  So mal platt ausgedrückt. Und wie gesagt, bei Sinnstiftend gehe ich voll mit.

                  0:09:03–0:09:08

                  Von mir ist auch noch, dass es irgendwie anderen hilft oder auch was Gutes tut in der Welt.

                  0:09:08–0:09:12

                  Wobei weiß ich gar nicht, ob bei jedem Menschen die Berufung so in die Richtung geht.

                  0:09:12–0:09:17

                  Aber auf jeden Fall wäre ich nicht so ganz einverstanden mit dieser Definition,

                  0:09:17–0:09:18

                  was dieses Thema Job betrifft.

                  0:09:18–0:09:22

                  Weil irgendwie das war vielleicht auch so ein Outcome aus dem Seminar.

                  0:09:22–0:09:26

                  Eine eigene Erkenntnis, die ich hatte, weil wir als Seminarleitende lernen ja

                  0:09:26–0:09:29

                  auch immer selber irgendwie was dazu, wenn wir die Seminare halten.

                  0:09:30–0:09:33

                  Und ich habe für mich so ein bisschen herausgefunden, dass ich glaube,

                  0:09:33–0:09:38

                  dass man eine Berufung nicht nur im Beruf ausleben kann, sondern auch im privaten

                  0:09:38–0:09:44

                  Umfeld oder im Hobby, in der Familie und so weiter. Was denkst du denn dazu, Tobi?

                  Tobias
                  0:09:46–0:09:54

                  Ja, finde ich gut. Auch dieses, ja, irgendwie meaningful steht jetzt hier,

                  0:09:54–0:09:57

                  also dass es ja sinnstiftend ist.

                  0:09:58–0:10:05

                  Ich habe da so ein bisschen den Knoten im Kopf, dass es, wenn du in einem sehr,

                  0:10:06–0:10:09

                  sehr einödenden und einnehmenden Job bist,

                  0:10:09–0:10:13

                  der dir sehr viel Energie zieht und du da gar keinen Bock drauf hast eigentlich,

                  0:10:13–0:10:20

                  dass es dann deine Bereitschaft oder auch deine Energie, die du dann auch für

                  0:10:20–0:10:23

                  wirklich Sachen aufbringen kannst,

                  0:10:23–0:10:27

                  die für dich sinnstiftend sind,

                  0:10:28–0:10:30

                  dass das doch dann sehr einschränkend ist.

                  0:10:30–0:10:37

                  Deswegen sollten wir eigentlich so ein bisschen, jetzt kommt so ein bisschen

                  0:10:37–0:10:39

                  der Gesellschaftskritik-Block.

                  0:10:41–0:10:44

                  Brauchst du damit? Sollten wir vielleicht irgendwie versuchen,

                  0:10:45–0:10:51

                  allgemein, ja, das ist jetzt halt irgendwie groß gedacht, aber das ist halt

                  0:10:51–0:10:52

                  irgendwie so der Fehler im System.

                  0:10:52–0:10:57

                  Also es gibt ja viele Leute, die mit ihrem Job super unzufrieden sind,

                  0:10:58–0:11:04

                  aber den dann machen, um in diesem Job zu sein, um sich dann ab und zu mal,

                  0:11:04–0:11:07

                  keine Ahnung, den einen Urlaub im Jahr zu leisten oder so.

                  0:11:08–0:11:10

                  Also bin ich jetzt zu weit draußen schon

                  0:11:10–0:11:13

                  wieder oder muss ich noch einen Zwischenstritt gehen? Ich weiß nicht.

                  0:11:13–0:11:20

                  Aber oft sind wir so eingeengt in unseren Jobs, weil es eben nicht mit unseren

                  0:11:20–0:11:28

                  Berufungen oder mit unserer Berufung übereinstimmt, dass wir dann so frustriert sind und dann so,

                  0:11:28–0:11:34

                  ja, ich sage jetzt mal, jetzt gönne ich mir mal was, weil ich arbeite ja die ganze Zeit so hart.

                  0:11:34–0:11:39

                  Es wäre ja eigentlich viel schöner, wenn wir auch in unserem Arbeitsleben schon

                  0:11:39–0:11:43

                  gar nicht so eingeengt wären oder so eingegangen.

                  0:11:43–0:11:47

                  Weit weg von unserer Berufung oder unserer moralischen Landkarte oder Kompass

                  0:11:47–0:11:54

                  oder nenn es, wie du möchtest, dass wir da in so einem Zwiespalt sind. Ja.

                  Michaela
                  0:11:54–0:11:58

                  Finde ich total berechtigt. Also ne, finde ich echt total berechtigt,

                  0:11:58–0:12:01

                  die Kritik. Und ich glaube, die passt auch hierhin an der Stelle.

                  0:12:01–0:12:07

                  Weil ich sehe auch, wenn ich jetzt nochmal das so zusammenbringe oder vielleicht

                  0:12:07–0:12:12

                  auch als ein weiteres Kritik-Puzzleteilchen an der Stelle, dass vielleicht gar

                  0:12:12–0:12:16

                  nicht alle Menschen in den Genuss kommen können.

                  0:12:16–0:12:19

                  Oder vielleicht ist es auch einfach nur anders ausgedrückt, das,

                  0:12:19–0:12:21

                  was du gesagt hast, nicht alle Menschen können in den Genuss kommen,

                  0:12:22–0:12:27

                  sich mal schön hinzusetzen, zurück zu denen zu sagen, was ist denn meine Berufung,

                  0:12:27–0:12:30

                  was möchte ich denn jetzt wirklich machen und dann dem einfach nachzugehen,

                  0:12:30–0:12:37

                  weil sie so sehr im Hamsterrad drinstecken und vielleicht einen nicht erfüllenden Job haben,

                  0:12:37–0:12:40

                  aber der so einnehmend ist und sie aber auch darauf angewiesen sind,

                  0:12:40–0:12:44

                  auch finanziell und so weiter, Dass da gar kein Raum besteht,

                  0:12:44–0:12:50

                  um jetzt mal so schön sich hier in den Schaukelstuhl zu legen und nachzudenken,

                  0:12:50–0:12:53

                  so was ist denn jetzt eigentlich meine Berufung und was will ich denn eigentlich machen?

                  0:12:53–0:12:57

                  Und dann kann das natürlich auch voll die krasse Forderung sein,

                  0:12:57–0:13:02

                  die man da hat, hey, du lieber Mensch, setz dich jetzt mal hin und denk über deine Berufung nach,

                  0:13:02–0:13:06

                  wenn derjenige einfach gerade voll am struggeln ist und gar nicht weiß,

                  0:13:06–0:13:08

                  wie die Person ihr Leben überhaupt bestreiten soll.

                  Tobias
                  0:13:09–0:13:09

                  Ja.

                  Michaela
                  0:13:10–0:13:11

                  Ja.

                  Tobias
                  0:13:11–0:13:17

                  Ja, absolut. Du hast es abschließend gesagt.

                  Michaela
                  0:13:17–0:13:22

                  Ich habe nichts. Also auf jeden Fall können wir Systemkritik voll unterstreichen,

                  0:13:22–0:13:25

                  also bin ich voll bei dir und ich finde, das ist auch wirklich was,

                  0:13:25–0:13:29

                  was wir an der Stelle echt nicht aus den Augen verlieren sollten.

                  0:13:29–0:13:34

                  Jetzt ist es ja aber trotzdem so, dass im Mycelium-Kontext ganz viele Leute,

                  0:13:34–0:13:38

                  egal ob sie große finanzielle Budgets haben oder niedrige finanzielle Budgets,

                  0:13:38–0:13:41

                  aber ganz viele Leute machen sich ja irgendwie Gedanken über ihre Berufung.

                  0:13:41–0:13:47

                  Also irgendwie machen ganz viele Leute, also haben hier sehr hohe moralische

                  0:13:47–0:13:51

                  Werte und haben ja auch irgendwie eine Systemkritik, wollen die Dinge anders

                  0:13:51–0:13:54

                  machen und machen sich jetzt über ihre Berufungen Gedanken.

                  0:13:54–0:13:58

                  Und da kommen ja ganz viele unterschiedliche Berufungen zusammen,

                  0:13:59–0:14:02

                  wenn wir die mal uns angucken würden.

                  0:14:03–0:14:05

                  Da würde mich vielleicht auch mal interessieren, die Frage an dich,

                  0:14:06–0:14:10

                  Tobi, denkst du denn, dass du eine eigene Berufung hast?

                  0:14:10–0:14:13

                  Und ja, wenn ja, welche?

                  Tobias
                  0:14:13–0:14:18

                  Ja, ich weiß jetzt nicht, ob es, ist es schon eine Berufung,

                  0:14:18–0:14:25

                  Fragezeichen, aber ich habe vielleicht so ein oder ich habe was herausgearbeitet,

                  0:14:25–0:14:29

                  wogegen, also so einen ganz alten Glaubenssatz, den ich immer eingebläut bekommen

                  0:14:29–0:14:33

                  habe und da möchte ich auf jeden Fall gegenarbeiten und das ist,

                  0:14:34–0:14:40

                  Meine Berufung, macht das Sinn? Und zwar wurde mir immer gesagt im Arbeitsleben

                  0:14:40–0:14:44

                  und so war ich auch in den Unternehmen,

                  0:14:44–0:14:48

                  die ich war immer, ja du musst hart sein, Ellenbogen und du musst irgendwie gucken,

                  0:14:48–0:14:53

                  dass du das Beste und Optimalste aus dem anderen rausquetscht und irgendwie

                  0:14:53–0:14:59

                  hart deinen Standpunkt verteidigen und alle wollen eh nur was Böses von dir.

                  0:14:59–0:15:04

                  Und wenn du nicht aufpasst, dann schießen sie dir in den Rücken,

                  0:15:04–0:15:06

                  quasi so bildlich gesprochen.

                  0:15:08–0:15:14

                  Und meine Berufung oder meine moralische Landkarte oder was ich auf jeden Fall

                  0:15:14–0:15:19

                  in meinem zukünftigen Berufsleben so machen will und was ich auch jetzt so mache,

                  0:15:19–0:15:23

                  seit ich selbstständig bin, ist genau das Gegenteil.

                  0:15:23–0:15:30

                  Also ich möchte einen netten Umgang mit den Menschen haben, mit denen ich zusammenarbeite.

                  0:15:31–0:15:34

                  Ich möchte einen wertschätzenden Umgang.

                  0:15:34–0:15:41

                  Ich möchte nicht das wirtschaftlich oder kapitalistisch Optimalste für mich

                  0:15:41–0:15:46

                  raushandeln, sondern gucken, dass alle irgendwie was davon haben.

                  0:15:46–0:15:50

                  Und ja, nicht einfach irgendwie damit,

                  0:15:50–0:15:56

                  ja, mit dieser Ellenbogen-Mentalität durch meine Arbeitswelt gehen,

                  0:15:56–0:16:01

                  allgemein durch die ganze Welt, sondern ja, einfach mit Mitgefühl mir,

                  0:16:02–0:16:07

                  also mit Gefühl allen anderen gegenüber und auch mir. Wie schön.

                  Michaela
                  0:16:07–0:16:13

                  Wie schön formuliert. Echt cool. Und wenn ich direkt die Frage anschließen kann,

                  0:16:13–0:16:15

                  wie bist du auf diese Berufung gekommen?

                  0:16:16–0:16:19

                  Also ich habe jetzt so ein bisschen rausgehört, scheinbar steckte da auch einfach

                  0:16:19–0:16:23

                  Selbstreflexion dahinter, dass du für dich reflektiert hast,

                  0:16:23–0:16:27

                  hey, ich habe da diese Glaubenssätze und eigentlich habe ich da keinen Bock mehr drauf.

                  Tobias
                  0:16:28–0:16:34

                  Ja genau, also ich war halt immer in so, ich sag mal, streng hierarchisch kapitalistisch

                  0:16:34–0:16:37

                  organisierten Unternehmen tätig und war halt immer nach,

                  0:16:37–0:16:42

                  ja meistens habe ich so zwei Jahre ausgehalten und dann war ich halt komplett

                  0:16:42–0:16:47

                  genervt und durch damit und habe dann immer einfach immer noch ganz was anderes

                  0:16:47–0:16:50

                  gemacht, weil ich dachte, okay, dann wird es besser. Ja.

                  0:16:52–0:16:55

                  Aber ich meine, es ist ja eigentlich egal, welchen Job du ausübst,

                  0:16:55–0:16:57

                  wenn du in diesem System, sind die ja alle gleich.

                  0:16:57–0:17:03

                  Also ob du jetzt, weiß ich nicht, Winzer bist oder Ingenieur oder was weiß ich,

                  0:17:03–0:17:06

                  es ist ja trotzdem im System.

                  0:17:07–0:17:11

                  Ja und ich habe halt immer gedacht, nee, ich will ja nett zu den Leuten sein,

                  0:17:12–0:17:14

                  will ja nicht gemein sein.

                  0:17:14–0:17:19

                  Oder irgendwie, auch wenn ich irgendwo ein Produkt einkaufe,

                  0:17:19–0:17:22

                  also der hat das ja auch produziert. Oder die.

                  0:17:24–0:17:27

                  Die müssen ja auch irgendwie schauen, wo sie bleiben.

                  0:17:28–0:17:32

                  Ja, und jetzt, seit ich selbstständig bin, kann ich halt das erste Mal dann

                  0:17:32–0:17:34

                  halt wirklich auch da so meine Werte vertreten.

                  0:17:34–0:17:37

                  Und die haben sich so in den letzten Jahren halt dann nochmal mehr gefestigt.

                  0:17:37–0:17:42

                  Also einmal durch meine eigene Persönlichkeitsentwicklung, durch die Beschäftigung

                  0:17:42–0:17:49

                  mit Zen-Buddhismus und viel Austausch mit meinem Umfeld und ja,

                  0:17:50–0:17:52

                  auch dem gemeinschaftsbasierten Wirtschaften. Wie schön.

                  Michaela
                  0:17:53–0:17:55

                  Das klingt richtig gut. Ja.

                  Tobias
                  0:17:55–0:17:59

                  Und wie ist das bei dir? Gibt es da so einen Berufungspunkt,

                  0:17:59–0:18:01

                  den du klar benennen kannst?

                  Michaela
                  0:18:03–0:18:11

                  Ja, also ich glaube, also bei mir war es irgendwie nochmal ganz anders als bei dir.

                  0:18:12–0:18:14

                  Aber das macht es ja gerade auch spannend.

                  Tobias
                  0:18:14–0:18:17

                  Wir sind ja auch nicht dieselbe Person. Ne, genau.

                  Michaela
                  0:18:18–0:18:21

                  Und vor allem bringt das jetzt zwei ganz unterschiedliche Perspektiven rein.

                  0:18:21–0:18:23

                  Aber ich finde deine gerade noch so schön, deine Perspektive,

                  0:18:23–0:18:25

                  dass das wirklich so ganz aus dem Inneren kam.

                  0:18:26–0:18:29

                  Also ich glaube, bei mir kamen auch viele Dinge aus dem Inneren,

                  0:18:29–0:18:31

                  aber es war trotzdem noch eine andere Komponente dabei.

                  0:18:31–0:18:37

                  Bei mir kam das Thema ja eigentlich auch schon total früh auf.

                  0:18:37–0:18:42

                  Ich glaube, ich hatte das ja schon in anderen Podcast-Folgen erzählt,

                  0:18:42–0:18:46

                  dass ich als Kind schon so eine richtig intensive Verbindung zu Tieren hatte.

                  0:18:47–0:18:59

                  Und dann so mit zwölf, 13, 14, 15 Jahren halt eben immer mehr über das Leid

                  0:18:59–0:19:00

                  der Tiere erfahren habe.

                  0:19:00–0:19:09

                  Also angefangen mit irgendwie einfach Tierquälerei, mit der man ja immer wieder

                  0:19:09–0:19:10

                  irgendwie durch die Medien auch in Kontakt kommt.

                  0:19:14–0:19:22

                  Oder auch einfach die, ich weiß noch, mit 14 Jahren oder so war ich im Europapark

                  0:19:22–0:19:27

                  und habe da so einen Film gesehen in so einem 4D-Kino, wo irgendwie die Abholzung

                  0:19:27–0:19:28

                  vom Regenwald gezeigt wurde.

                  0:19:28–0:19:31

                  Und ich habe halt einfach gesehen, wie die Tiere darunter leiden.

                  0:19:31–0:19:32

                  Erstmal die Tiere in der Natur.

                  0:19:33–0:19:38

                  Und da kam bei mir, also da habe ich einfach gemerkt, ich habe so eine tiefe

                  0:19:38–0:19:40

                  Verbindung zu nichtmenschlichen Tieren.

                  0:19:41–0:19:47

                  Und sie sind mir so verbunden, ich fühle mich als eine von ihnen und da wird

                  0:19:47–0:19:51

                  ihnen so großes Leid angetan und irgendwie war bei mir schon ganz früh dieser

                  0:19:51–0:19:55

                  große, große Wunsch aufgekommen, daran was zu ändern.

                  0:19:55–0:20:01

                  Also es war auch so eine interne, also ja interne innerliche Dimension,

                  0:20:01–0:20:04

                  die da hochkam, ähnlich wie bei dir, da kam es ja auch aus dem Inneren heraus,

                  0:20:05–0:20:09

                  aber auf der anderen Seite war da auch noch dieser große Wunsch,

                  0:20:09–0:20:11

                  halt eben was in der Welt zu verändern.

                  0:20:11–0:20:13

                  Also schon auch so eine externe Perspektive, etwas, was mich dann auch noch

                  0:20:13–0:20:17

                  gezogen hat und gesagt hat, hey, da gibt es große Ungerechtigkeiten.

                  0:20:17–0:20:21

                  Ja, und ich glaube, explodiert ist dann das Ganze, als ich halt so 15 war und

                  0:20:21–0:20:25

                  dann halt das alles mitbekommen habe, wie einfach in der Massentierhaltung und

                  0:20:25–0:20:29

                  in der wirklich industriellen Tierhaltung die Tiere gequält werden für unseren

                  0:20:29–0:20:31

                  Konsum. Also irgendwie noch…

                  0:20:32–0:20:37

                  Alles noch schrecklicher und so riesengroße Dimensionen. Die Dimensionen sind

                  0:20:37–0:20:42

                  ja von der Tierquälerei in der Tierhaltung noch viel größer als in der Natur.

                  0:20:43–0:20:46

                  Und wenn man sich einfach nur mal die Zahlen anguckt, das ist ja unfassbar.

                  0:20:47–0:20:53

                  Und da war bei mir echt so der Ärger, die Wut riesengroß.

                  0:20:53–0:20:56

                  Und dieser Wunsch einfach daran, was zu verändern. Ich glaube,

                  0:20:56–0:21:04

                  das war so richtig einschlagend bei mir, die große Basis von sozusagen allem, was danach kam.

                  0:21:04–0:21:08

                  Also irgendwie habe ich, egal in welchem Job ich gerade drin gesteckt habe und

                  0:21:08–0:21:12

                  egal, was ich hauptberuflich auch gemacht habe, habe ich zumindest immer versucht,

                  0:21:12–0:21:17

                  nebenberuflich mich dafür einzusetzen oder es vielleicht sogar auch in meinen

                  0:21:17–0:21:18

                  Job einfließen zu lassen.

                  0:21:18–0:21:20

                  Also ich war die Erste, die früher in dieser Sparkasse, in der ich gearbeitet

                  0:21:20–0:21:23

                  hatte, einen Veggie-Tag eingeführt hat oder so ein Kram.

                  0:21:23–0:21:28

                  Also ich habe einfach die Leute kolossal damit genervt, sodass an diesem Veggie-Tag

                  0:21:28–0:21:36

                  immer alle zum Griechenessen gegangen sind. Also, ja, also, aber ich habe mich

                  0:21:36–0:21:37

                  da irgendwie nicht unterkriegen lassen.

                  0:21:38–0:21:43

                  Und ja, ich glaube, das ist auch so, also diese Gerechtigkeit,

                  0:21:43–0:21:47

                  Tierrechte, sage ich mal, das ist so meine ganz, ganz große Berufung.

                  0:21:47–0:21:49

                  Und in den letzten Jahren habe ich dann aber immer mehr gemerkt,

                  0:21:50–0:21:54

                  als ich mich dann immer mehr noch auch mit dem Klimawandel beschäftigt habe,

                  0:21:54–0:21:59

                  aber dann auch mit ganz vielen anderen Unterdrückungsformen wie Sexismus oder

                  0:21:59–0:22:05

                  Rassismus oder auch irgendwie Homo- oder Transphobie oder so.

                  0:22:05–0:22:10

                  Da wurde dieses Gefühl wieder aktiviert.

                  0:22:10–0:22:17

                  Ich glaube, bei mir steckt auch so der große Banner Gerechtigkeit.

                  0:22:17–0:22:22

                  Also der steht über allem auch. Auch, also es sind gar nicht mehr nur die Tierrechte,

                  0:22:22–0:22:26

                  also die mich ganz ursprünglich auf das Thema Gerechtigkeit gebracht haben,

                  0:22:26–0:22:30

                  sondern inzwischen auch ganz viele andere Dinge, die mich kolossal nerven,

                  0:22:30–0:22:33

                  wo Ungerechtigkeiten in unserer Welt passieren.

                  0:22:34–0:22:40

                  Wo ich einfach mir gerne irgendwie ein gutes Leben für alle Lebewesen einfach wünschen würde.

                  0:22:40–0:22:44

                  Und ja, deshalb glaube ich, inzwischen ist meine Berufung noch ein bisschen größer geworden.

                  0:22:44–0:22:49

                  Also das Thema Gerechtigkeit in allen möglichen Facetten steht inzwischen so

                  0:22:49–0:22:56

                  drüber, was aber auch eine unglaublich schöne Bereicherung für mich selber ist. Und ja, genau.

                  0:22:56–0:22:59

                  Ja, ich glaube, jetzt habe ich sogar beide Fragen so ein bisschen beantwortet.

                  0:22:59–0:23:00

                  Also was ist meine Berufung?

                  0:23:01–0:23:04

                  Ich würde sagen, sie ist inzwischen ganz stark mit Gerechtigkeitsthemen irgendwie,

                  0:23:05–0:23:10

                  also Gerechtigkeit in die Welt zu bringen und für ein gutes Leben für alle Lebewesen

                  0:23:10–0:23:13

                  zu sorgen, für alle menschlichen und tierischen.

                  0:23:15–0:23:18

                  Tiere zu sorgen. genau.

                  0:23:21–0:23:24

                  Und dann auch, wie ich darauf gekommen bin, ja, so eine Mischung aus diesem

                  0:23:24–0:23:28

                  Inneren, die inneren Dinge, die mir einfach unfassbar wichtig waren,

                  0:23:28–0:23:33

                  aber auch dieser, ich würde mal sagen, dieser Ruf aus der Welt,

                  0:23:33–0:23:36

                  hey, hier ist eine fette Ungerechtigkeit und hier braucht es gerade irgendwie

                  0:23:36–0:23:38

                  jemanden, der sich darum mal kümmert.

                  0:23:38–0:23:40

                  Das treibt mich echt richtig krass an.

                  Tobias
                  0:23:42–0:23:45

                  Ja gut, da hast du auf jeden Fall genug zu tun, sagen wir mal so. Ja.

                  Michaela
                  0:23:45–0:23:47

                  Genau. Die Themen gehen mir nicht aus.

                  0:23:51–0:23:51

                  Ja.

                  Tobias
                  0:23:51–0:23:56

                  Aber voll schön. Ja, es ist ja aber auch spannend,

                  0:23:56–0:24:05

                  dass wir beide auch Berufungen in sowas, ja, wie es ja auch die Studie sagt,

                  0:24:05–0:24:13

                  sowas Größeres, irgendwie so eine große Richtung, die aber auch,

                  0:24:13–0:24:19

                  ja, schwierig zu beschreiben, aber so als gut, also als was Gutes,

                  0:24:19–0:24:21

                  was sinnstiftendes,

                  0:24:22–0:24:29

                  was Großes, was einem selbst und der Gesellschaft zugträglich ist, definieren.

                  0:24:29–0:24:34

                  Also es ist ja jetzt nicht so, keine Ahnung, meine Berufung ist Millionär zu werden oder so.

                  0:24:34–0:24:40

                  Meine Berufung ist ein guter Umgang mit allen.

                  0:24:40–0:24:45

                  Meine Berufung ist Gerechtigkeit für alle Lebewesen. Meine Berufung ist,

                  0:24:45–0:24:49

                  weiß ich nicht, den Kapitalismus abschaffen.

                  0:24:49–0:25:01

                  Also wir haben die Berufung ist, was mit gut in Anführungszeichen definiert ist. Ja.

                  Michaela
                  0:25:01–0:25:04

                  Genau, wie die geschrieben haben in dieser Studie.

                  0:25:04–0:25:10

                  Ein sinnstiftender Job, der

                  0:25:10–0:25:16

                  dazu beiträgt, etwas in der Welt besser zu machen oder anderen zu dienen.

                  0:25:17–0:25:21

                  Anderen zu dienen klingt so blöd, aber der einfach für eine Verbesserung sorgt

                  0:25:21–0:25:24

                  in unserer Welt. Ja, das stimmt. Das.

                  Tobias
                  0:25:24–0:25:28

                  Ist ja auch ganz spannend, habe ich letztens irgendwie auch was dazu gelesen,

                  0:25:28–0:25:33

                  dass ja viele, die in so, und ich glaube, das hast du auch mal ganz am Anfang

                  0:25:33–0:25:35

                  des Podcasts gesagt, ganz viele, die in so,

                  0:25:36–0:25:40

                  ich nenne es jetzt einfach so Bullshit-Jobs sind und da so voll in diesem Hamsterrad

                  0:25:40–0:25:46

                  sind, haben diesen Exit-Gedanken, ich mache einen Kaffee auf und bewirte und

                  0:25:46–0:25:50

                  bin so freundlich zu Menschen und will denen eigentlich so ja,

                  0:25:51–0:25:53

                  so schöne Lebensmittelkredenzen oder irgendwie sowas.

                  0:25:53–0:25:58

                  Also es ist ja irgendwie, ich glaube, wir sind da schon so, dass wir eigentlich,

                  0:26:00–0:26:06

                  Einfach dieses gemeinschaftliche Zusammen, jemandem etwas Gutes tun in uns haben.

                  Michaela
                  0:26:06–0:26:07

                  Ja, total.

                  Tobias
                  0:26:08–0:26:12

                  Natürlich jetzt nicht für alle gesprochen. Es gibt bestimmt auch jemand,

                  0:26:12–0:26:17

                  der ganz, ganz, ganz großer Bitcoin-Millionär werden will oder so.

                  0:26:19–0:26:20

                  Wobei.

                  Michaela
                  0:26:20–0:26:23

                  Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht. Will das die Person wirklich oder sehen

                  0:26:23–0:26:26

                  sie sich eigentlich nach was anderem?

                  0:26:26–0:26:31

                  Also ich weiß es nicht, ob manchmal diese Wünsche nach viel Geld oder nach viel,

                  0:26:31–0:26:37

                  was weiß ich, Macht und so und so, ob das nicht eigentlich verdeckt,

                  0:26:37–0:26:42

                  dass die Person sich doch eigentlich irgendwie einsam fühlt und sich vielleicht

                  0:26:42–0:26:45

                  eigentlich nach was ganz anderem sehnt und es einfach noch nicht weiß.

                  0:26:45–0:26:50

                  Weil sie denkt, sie wird glücklich mit diesem Euro mehr, aber nachher vielleicht, wenn sie den hat,

                  0:26:51–0:26:54

                  merkt sie, oh, ich bin jetzt doch nicht glücklicher und dann denkt sie vielleicht,

                  0:26:54–0:26:59

                  jetzt muss ich noch mehr Geld zusammenbekommen oder so, aber ich weiß nicht,

                  0:26:59–0:27:02

                  ich glaube schon, da ist was dran, was du gesagt hast mit diesem Sozialen,

                  0:27:02–0:27:06

                  dass wir doch alle eigentlich irgendwo soziale Wesen sind, also ich meine,

                  0:27:06–0:27:07

                  Menschen sind nun mal keine Einzelgänger,

                  0:27:08–0:27:14

                  sondern soziale Wesen und vielleicht hat das dann schon was damit zu tun irgendwie auch. Ja.

                  Tobias
                  0:27:15–0:27:24

                  Stimmt. Jetzt haben wir ja unseren persönlichen Weg zu unserer Berufung irgendwie

                  0:27:24–0:27:29

                  wie hier dargestellt oder wie es dazu gekommen ist.

                  0:27:29–0:27:32

                  Da gibt es aber doch bestimmt auch was, wie die Wissenschaft definiert,

                  0:27:32–0:27:34

                  wie man seine Berufung findet.

                  Michaela
                  0:27:34–0:27:38

                  Ja, tatsächlich. Auch in demselben Paper von Daffy.

                  0:27:38–0:27:45

                  Und die haben tatsächlich so drei Wege herauskristallisiert,

                  0:27:45–0:27:48

                  wie man zu seiner Berufung finden kann.

                  0:27:48–0:27:50

                  Also ich finde das nämlich ganz spannend, weil dann könnt ihr,

                  0:27:51–0:27:57

                  liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, auch einfach mal überlegen, wie ist es denn bei euch eigentlich?

                  0:27:57–0:28:00

                  Also dazu laden wir euch natürlich auch die ganze Zeit ein. Überlegt mal,

                  0:28:01–0:28:03

                  was ist denn eure Berufung? Habt ihr überhaupt eine?

                  0:28:04–0:28:07

                  Wie könntet ihr die formulieren und woher kommt die eigentlich?

                  0:28:07–0:28:10

                  Oder wenn ihr noch keine habt, wie könnt ihr denn dahin kommen?

                  0:28:11–0:28:18

                  Und es gibt ja in diesem Paper so drei Wege, einmal dieser, oder nicht drei

                  0:28:18–0:28:21

                  Wege, aber so drei Quellen einer Berufung, sagen wir mal.

                  0:28:22–0:28:25

                  Einmal die erste Quelle ist sowas in der Richtung Berufung.

                  0:28:27–0:28:34

                  Ja, etwas Externes, also ich sage jetzt mal ein externer Ruf.

                  0:28:35–0:28:38

                  Und ich glaube, Tobi, du hattest ganz am Anfang von diesem Podcast schon mal

                  0:28:38–0:28:40

                  irgendwie dieses Göttliche erwähnt.

                  0:28:40–0:28:45

                  Das kann hier eine Sache sein. Also wenn man über eine externe Quelle von einer

                  0:28:45–0:28:49

                  Berufung sich Gedanken macht, für manche Menschen, ja, also nicht für mich,

                  0:28:49–0:28:53

                  aber für manche Menschen spielt Religion eine große Rolle und da könnte das

                  0:28:53–0:28:55

                  ein göttlicher Ruf sein,

                  0:28:55–0:29:00

                  also wo man sich göttlich berufen fühlt zu einer bestimmten Sache.

                  0:29:00–0:29:02

                  Aber extern muss nicht unbedingt göttlich sein.

                  0:29:02–0:29:08

                  Extern kann auch, wie in meinem Fall zum Beispiel, eine schreiende Ungerechtigkeit

                  0:29:08–0:29:15

                  in der Welt sein oder sonst irgendwas, was wir gerne verändern würden oder so.

                  0:29:15–0:29:26

                  Also es kann irgendeine Art externe Quelle sein, die uns irgendwie sozusagen ruft.

                  0:29:26–0:29:32

                  Ja, kann was Göttliches sein, kann eine gesellschaftliche Sache sein oder vielleicht

                  0:29:32–0:29:35

                  auch irgendwie Personen, die wir kennen.

                  0:29:35–0:29:38

                  Oder ich meine, es kann auch eine Beziehung oder ein Kind sein,

                  0:29:38–0:29:42

                  was in einem eine Berufung auslösen kann sozusagen.

                  0:29:43–0:29:45

                  Das sind sozusagen die externen Quellen.

                  0:29:45–0:29:52

                  Dann der zweite Part sind die internen Quellen, also das, was wirklich aus uns

                  0:29:52–0:29:59

                  selber herauskommt, also wirklich das ganz Innere, die innersten Wünsche, Sehnsüchte,

                  0:30:00–0:30:03

                  die in uns drin schlummern.

                  0:30:03–0:30:06

                  Und ich glaube immer, bei mir war das irgendwie auch so eine Mischung aus diesem

                  0:30:06–0:30:11

                  externen Ruf, diese Ungerechtigkeiten in der Welt und aber auch ganz stark das,

                  0:30:11–0:30:15

                  was aus mir selber herauskam, diese tiefe Verbindung zu anderen Tieren.

                  0:30:17–0:30:20

                  Deshalb glaube ich immer, bei mir war es dann vielleicht irgendwie so ein Zwischending

                  0:30:20–0:30:21

                  zwischen diesen ersten beiden Sachen.

                  0:30:21–0:30:25

                  Aber genau, also der zweite Part, dieses Interne, das habe ich irgendwie bei

                  0:30:25–0:30:29

                  dir ganz stark gehört, Tobi, weil du ja wirklich reflektiert hast,

                  0:30:29–0:30:33

                  was waren eigentlich meine Glaubenssätze und was möchte ich anders machen und so.

                  0:30:33–0:30:36

                  Da habe ich ganz stark das Gefühl, dass es irgendwie aus dir drin herauskam.

                  Tobias
                  0:30:38–0:30:42

                  Ja gut, ich bin auch einfach ein Mensch, der viel mit sich selbst so ausmacht,

                  0:30:42–0:30:44

                  deswegen würde das passen. Cool.

                  Michaela
                  0:30:44–0:30:51

                  Ja. Und dann gibt es noch eine dritte Sache und die ist so ein bisschen technischer, finde ich.

                  0:30:51–0:30:57

                  Das ist nämlich sozusagen die Quelle der Berufung als Match oder Matching von

                  0:30:57–0:31:04

                  oder ein idealer Match von den eigenen Interessen, Fähigkeiten,

                  0:31:04–0:31:06

                  Fertigkeiten und so weiter.

                  0:31:06–0:31:11

                  Also, dass der Job perfekt zu den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten passt.

                  0:31:11–0:31:16

                  Die Perspektive ist jetzt wiederum total stark darauf bezogen,

                  0:31:16–0:31:22

                  ja, auf einen konkreten Job, also sozusagen, dass man in seinem Job volle Kanne

                  0:31:22–0:31:25

                  aufgeht, dass man da so ein Flow-Erlebnis hat und so weiter und so fort.

                  0:31:25–0:31:29

                  Und da muss ich immer sagen, es hört sich total schön an, dass man so einen

                  0:31:29–0:31:33

                  Job findet, wo man total im Flow ist und einfach die Zeit voll schnell vergeht

                  0:31:33–0:31:34

                  und es einem einfach gut geht so.

                  0:31:35–0:31:38

                  Aber irgendwie mir ist das jetzt einfach,

                  0:31:39–0:31:43

                  also es ist zwar schön und wahrscheinlich auch wichtig, aber ich habe immer

                  0:31:43–0:31:49

                  gemerkt, ich bin irgendwie persönlich auch bereit, ganz viel zu ertragen,

                  0:31:49–0:31:52

                  wenn ich dabei was für meine Berufung tue.

                  0:31:52–0:31:55

                  Ja, wenn ich also mit meinem Beruf irgendwie für Gerechtigkeit sorgen kann oder

                  0:31:55–0:32:01

                  irgendwie die Welt ein Stück weiter bringen kann, dann ist das andere so dieses,

                  0:32:01–0:32:05

                  dass jetzt dieser Beruf so ein Perfect Match zu meinen eigenen Fähigkeiten ist,

                  0:32:05–0:32:08

                  ist dann so ein bisschen zweitrangig, weil ich dann irgendwie auch ganz viel

                  0:32:08–0:32:13

                  einfach ertragen kann und einfach mal mache, weil es halt so ein geiles Outcome hat,

                  0:32:13–0:32:18

                  aber jetzt nicht unbedingt, weil ich dabei voll in den Flow komme oder so. Ja.

                  Tobias
                  0:32:18–0:32:22

                  Okay. Naja, das hatte ich, also ich habe auch viel ertragen jobmäßig,

                  0:32:22–0:32:28

                  aber eher so, weil ich musste, weil ich Gehalt brauchte.

                  0:32:28–0:32:32

                  Aber dieses Match-Gefühl oder dieses in den Flow kommen oder dieses,

                  0:32:32–0:32:38

                  oder wenn ich jetzt als Beispiel meines aktuellen Jobs, wenn ich jetzt gute

                  0:32:38–0:32:44

                  Videoaufnahmen mache und dann mit Menschen da arbeite und ja, das passt alles.

                  0:32:44–0:32:49

                  Da fallen dann schöne Fotos und Videos raus und ich sitze hier und bearbeite das und so.

                  0:32:49–0:32:53

                  Da habe ich schon einfach ein sehr, sehr krasses Flow-Gefühl und auch ein sehr

                  0:32:53–0:32:58

                  krasses Hochgefühl, wenn ich dann sehe, was dabei rauskommt und das passt und

                  0:32:58–0:33:01

                  wir hatten eine gute Zeit und die Bilder sind gut und die Menschen fühlen sich

                  0:33:01–0:33:04

                  wohl mit dem, was sie dann da sehen und so.

                  0:33:05–0:33:09

                  Ja, doch, da merke ich schon, das läuft dann so.

                  0:33:09–0:33:15

                  Also es ist dann einfach, ja, fühlt sich dann nicht wie Arbeit im Sinne von,

                  0:33:15–0:33:20

                  ich ertrage hier was, damit ich irgendwie mir Lebensmittel kaufen kann.

                  Michaela
                  0:33:21–0:33:23

                  Ja, genau.

                  0:33:25–0:33:27

                  Ja, cool. Das klingt richtig gut.

                  0:33:28–0:33:32

                  Ich glaube, in manchen meiner Tätigkeiten habe ich auch solche Flow-Momente,

                  0:33:32–0:33:37

                  aber ich merke doch schon, dass ich auch manchmal voll so über meine Grenzen

                  0:33:37–0:33:40

                  gehe und gehen kann auch,

                  0:33:40–0:33:43

                  dass es mir dann auch nicht so viel ausmacht, wenn ich merke,

                  0:33:43–0:33:45

                  hey, da habe ich jetzt auch einen Impact davon oder so.

                  0:33:47–0:33:48

                  Ja, genau. Gut.

                  Tobias
                  0:33:49–0:33:52

                  Ich glaube, es gibt halt so Leute, also wo es ja auch dann ist,

                  0:33:52–0:33:55

                  du hast ja gesagt, die sehr gut in etwas sind.

                  0:33:55–0:33:59

                  Ich glaube so Kunsthandwerker oder so. Ich weiß nicht, wenn du so Geigenbauer

                  0:33:59–0:34:05

                  bist und da super krasse Geigen baust und so, dann ist das wahrscheinlich schon

                  0:34:05–0:34:08

                  einfach deine Berufung, dass du saugute Geigen baust.

                  Michaela
                  0:34:10–0:34:11

                  Das kann sein.

                  0:34:14–0:34:15

                  Ach ja, cool.

                  0:34:41–0:34:44

                  Damit kann man vielleicht auch an sowas rankommen, an so eine Art Berufung.

                  0:34:44–0:34:48

                  Und dann könnt ihr euch so Fragen stellen wie, was macht euch denn besonders

                  0:34:48–0:34:50

                  viel Freude? Was fällt euch leicht?

                  0:34:51–0:34:54

                  Ja, was bringt euch so zum Erblühen sozusagen?

                  0:34:55–0:34:58

                  Also was macht euch jetzt wirklich, was erfüllt euch sozusagen?

                  0:34:58–0:35:02

                  Was kommt aus eurem Herzen raus? Was soll euer Beitrag für die Welt sein?

                  0:35:03–0:35:10

                  Und ja, was würdet ihr denn eigentlich gerne machen, wenn ihr keine Restriktionen hättet sozusagen?

                  0:35:11–0:35:14

                  Und ja, das einfach an der Stelle mal als Einladung.

                  0:35:15–0:35:19

                  Ja, setzt euch gerne mal hin, probiert es aus, spürt in euch rein oder geht

                  0:35:19–0:35:24

                  eine Runde spazieren und denkt drüber nach, genießt die Natur und oft kann ja

                  0:35:24–0:35:25

                  dann noch so eine Kreativität kommen.

                  0:35:25–0:35:29

                  Also für diejenigen, die noch sich auf den Weg zu ihrer Berufung machen wollen.

                  0:35:30–0:35:31

                  Kleine Impulse an der Stelle.

                  0:35:32–0:35:38

                  Genau, hast du noch Ideen dazu? Also wie man sozusagen da noch ganz praktisch

                  0:35:38–0:35:40

                  so an die eigene Berufung rankommen könnte?

                  0:35:40–0:35:43

                  Fällt dir da noch irgendwas ein, was du noch ergänzen würdest?

                  Tobias
                  0:35:43–0:35:47

                  Ja, gute Frage. Ich habe direkt schon wieder so ein bisschen diesen,

                  0:35:47–0:35:52

                  was wir auch am Anfang hatten, es ist auch voll okay, wenn ihr das nicht habt.

                  0:35:53–0:35:56

                  Also wenn ihr gerade denkt, ja,

                  0:35:56–0:36:01

                  was soll ich denn jetzt mit Berufung, ich bin hier voll am struggeln und alleinerziehend

                  0:36:01–0:36:06

                  und muss irgendwie mein Kind und mich durchbringen und kassiere halt irgendwie

                  0:36:06–0:36:10

                  im Aldi gerade Lebensmittel und jetzt kommt die mir hier mit Berufung.

                  0:36:10–0:36:12

                  Ich soll mal in mich hineinschauen,

                  0:36:16–0:36:22

                  ja da ist auch irgendwie wichtig zu sagen dass das auch einfach irgendwie,

                  0:36:24–0:36:29

                  ich glaube für viele Leute auch so ein Luxusproblem ist also in Anführungszeichen weil,

                  0:36:31–0:36:37

                  also ich muss ja auch in der Lage sein also Luxusproblem im Sinne von okay mein

                  0:36:37–0:36:41

                  Beruf also mein Job ob meine Arbeit deckt mit meiner Berufung.

                  0:36:41–0:36:46

                  Also ich glaube, das ist in der Gesellschaft und in unserem System gar nicht

                  0:36:46–0:36:48

                  so einfach umzusetzen. Einfach mal so.

                  0:36:49–0:36:52

                  Und das ist auch bei mir so und bei dir wahrscheinlich auch.

                  Michaela
                  0:36:54–0:36:54

                  Ganz genau.

                  Tobias
                  0:36:55–0:37:00

                  Da einfach so rauszubrechen und zu sagen, ja, nee, scheiße, auf Geld.

                  0:37:01–0:37:03

                  Ich mache jetzt, keine Ahnung, ich werde jetzt,

                  0:37:06–0:37:09

                  ich wollte jetzt irgendwie sagen, ich werde Alpaka-Bauer, aber will ich ja gar

                  0:37:09–0:37:10

                  nicht werden, weil ich bin ja,

                  0:37:14–0:37:22

                  Oder ich lebe jetzt irgendwo in Schottland am See und stricke da Mützen oder so, keine Ahnung.

                  0:37:23–0:37:29

                  Ja, das ist gar nicht so einfach aus diesem System rauszukommen.

                  0:37:31–0:37:36

                  Ja, das möchte ich nochmal irgendwie so einordnend sagen. Total. Total.

                  Michaela
                  0:37:36–0:37:40

                  Und das ist echt genial, dass du es gerade nochmal eingeworfen hast.

                  0:37:40–0:37:42

                  Das war übrigens jetzt auch nicht abgesprochen oder so.

                  0:37:43–0:37:49

                  Aber mir war es auch wichtig, eine kritische Perspektive auch reinzubringen in das ganze Thema.

                  0:37:49–0:37:53

                  Und Tobi, du hast es jetzt gerade nochmal perfekt eingeläutet,

                  0:37:53–0:37:59

                  denn ja, um Gottes Willen, es ist überhaupt nicht leicht, irgendwie die Berufung

                  0:37:59–0:38:01

                  irgendwie im Job umzusetzen oder so.

                  0:38:01–0:38:04

                  Und ja, genau.

                  0:38:04–0:38:08

                  Also ja, vielleicht reflektieren wir einfach mal. Was waren denn unsere eigenen

                  0:38:08–0:38:10

                  Schwierigkeiten dabei, Tobi?

                  0:38:10–0:38:12

                  Was waren denn deine Schwierigkeiten? Also wann hast du gedacht,

                  0:38:13–0:38:16

                  hey, ich würde jetzt mal gerne meine Berufung hier umsetzen und was waren dann

                  0:38:16–0:38:17

                  die Hürden, auf die du gestoßen bist?

                  0:38:18–0:38:21

                  Vielleicht machen wir es mal ganz transparent oder ganz praktisch auch an der Stelle.

                  Tobias
                  0:38:22–0:38:27

                  Ja, ich glaube, die größte Hürde ist, dass ich an der Supermarktkasse und meinen

                  0:38:27–0:38:34

                  Vermieter nicht mit meiner Berufung bezahlen kann, sondern die wollen meistens

                  0:38:34–0:38:37

                  Geld haben von mir. Total.

                  Michaela
                  0:38:37–0:38:40

                  Ja. Meine auch, komisch. Ja.

                  Tobias
                  0:38:41–0:38:47

                  Irgendwie ist das verrückt und wenn man jetzt nicht irgendwie reich geerbt hat

                  0:38:47–0:38:54

                  oder irgendwie anders zu sehr viel Geld auf dem Konto gekommen ist,

                  0:38:54–0:39:00

                  ist natürlich ein klassisches Arbeitsverhältnis da doch irgendwie die einzige

                  0:39:00–0:39:00

                  Möglichkeit. Abhängigkeit.

                  0:39:03–0:39:07

                  Ja, und da gibt es ja auch irgendwie so Abhängigkeiten. Also ein Beispiel,

                  0:39:07–0:39:10

                  wo ich jetzt letztens noch drüber nachgedacht habe, wie idiotisch das eigentlich ist.

                  0:39:11–0:39:19

                  Viele Menschen, die arbeiten oder also ich habe mein Auto jetzt abgeschafft, aber die arbeiten,

                  0:39:19–0:39:24

                  um sich ein Auto leisten zu können, um damit zur Arbeit zu fahren,

                  0:39:24–0:39:28

                  damit sie dann auf der Arbeit das Geld verdienen, um sich das Auto kaufen zu

                  0:39:28–0:39:29

                  können, womit sie zur Arbeit fahren.

                  0:39:33–0:39:38

                  Also ich denke manchmal ein bisschen, ich habe ziemlich viele kapitalismuskritische

                  0:39:38–0:39:42

                  Literatur in der letzten Zeit gelesen. Ich bin da ein bisschen angefixt.

                  0:39:43–0:39:45

                  Genau, oder ja, einfach so.

                  0:39:47–0:39:50

                  Ja, so Sachen, die sind halt dann einfach manchmal auch eine Hürde,

                  0:39:50–0:39:55

                  um seine Berufung auszuleben.

                  0:39:55–0:39:59

                  Und es geht halt auch einfach nicht so einfach. Also wir planen ja jetzt irgendwie

                  0:39:59–0:40:06

                  gerade uns wohnlich zu verändern und das so mit dem Mietshaus-Syndikat zu machen und sowas.

                  0:40:07–0:40:10

                  Und gemeinschaftsbasiert wirtschaften und so.

                  0:40:10–0:40:14

                  Aber ja, du kannst halt nicht, wir sind halt in diesem System gefangen.

                  0:40:14–0:40:19

                  Also du kannst halt nicht auf einmal, oder ich kann nicht, klar gibt es Leute,

                  0:40:20–0:40:22

                  die machen das, kann halt nicht sagen, ja, ich lebe jetzt halt ohne Geld und

                  0:40:22–0:40:26

                  ohne Wohnung und ist mir alles egal. Ja.

                  Michaela
                  0:40:26–0:40:28

                  Total, total. Oft sagen das.

                  Tobias
                  0:40:30–0:40:34

                  Ja, es gibt halt einfach Verantwortlichkeiten, also in meinem Leben,

                  0:40:34–0:40:39

                  die muss ich halt abdecken und da brauche ich halt manchmal Geld. Ja, genau.

                  Michaela
                  0:40:39–0:40:43

                  Ja, und mir kam gerade der Gedanke, die Leute, die so schön sagen,

                  0:40:43–0:40:47

                  ja, ich lasse jetzt alles hinter mir und mache jetzt erstmal ein Jahr eine Reise

                  0:40:47–0:40:52

                  und dann mache ich mal gar nichts mehr und so, das sind halt auch oft die Leute,

                  0:40:52–0:40:58

                  die vorher sehr lange oder eine Zeit lang sehr viel Geld verdient haben im Kapitalismus

                  0:40:58–0:41:02

                  und dann sagen können, so, ich höre jetzt auf und ich steige jetzt aus und ich

                  0:41:02–0:41:06

                  bin ja so mutig und mache jetzt eine Reise erstmal, eine Weltreise ein Jahr lang oder so.

                  0:41:06–0:41:11

                  Also das sind halt, ja, wie gesagt, auch oft die Leute, die halt schon genug haben oder so.

                  0:41:11–0:41:14

                  Also es sind jetzt nicht die Leute, die voll am struggeln sind,

                  0:41:14–0:41:16

                  weil die können es sich gar nicht leisten.

                  Tobias
                  0:41:16–0:41:20

                  Ja, man hört selten von der Bürgergeld, alleinerziehenden Bürgergeldempfängerin,

                  0:41:20–0:41:23

                  die sagt, ich gehe jetzt mal ein Jahr auf Weltreise.

                  Michaela
                  0:41:23–0:41:27

                  Genau, ja. Und ich lasse jetzt mal alles hinter mir und fange mal ganz neu an

                  0:41:27–0:41:30

                  und erfinde mich jetzt neu oder so. Ja.

                  0:41:31–0:41:32

                  Ganz genau, ja. Ja, gut.

                  Tobias
                  0:41:33–0:41:36

                  Ich meine, ich habe zum Beispiel auch einen Podcast gehört mit dem Tobi Rosswog,

                  0:41:37–0:41:39

                  den kennt man, glaube ich, mal, der dann auch einfach gesagt hat,

                  0:41:39–0:41:42

                  okay, ich lebe jetzt halt mal ohne Geld, ähm.

                  0:41:44–0:41:49

                  Ja, es ist halt dann auch ein Abwägen. Also ja, ich hätte natürlich auch an

                  0:41:49–0:41:52

                  gewissen Punkten meines Lebens sagen können, also wenn ich den Mut hätte und

                  0:41:52–0:41:57

                  so, könnte ich halt auch sagen, okay, scheiß auf meine Beziehung, scheiß auf mein Kind.

                  0:41:57–0:42:03

                  Ich packe jetzt hier meinen Rucksack und lauf gehen Süden und ihr könnt mich alle mal so.

                  0:42:04–0:42:08

                  Aber das ist natürlich nicht meine Priorität, sondern ich lebe ja sehr gerne

                  0:42:08–0:42:10

                  in meiner Beziehung und ich kümmere mich auch gerne um mein Kind.

                  0:42:12–0:42:13

                  Ja. Total.

                  Michaela
                  0:42:14–0:42:18

                  Ja, es ist echt nicht leicht. Also ich kann das nachvollziehen.

                  0:42:18–0:42:23

                  Also bei mir fing das ja schon an, hatte ich glaube ich auch mal in einer Podcast-Folge

                  0:42:23–0:42:27

                  erwähnt, dass ich ja schon meine Berufung eigentlich sehr früh entdeckt habe

                  0:42:27–0:42:31

                  und dann irgendwie mit 15 Jahren schon so langsam angefangen habe,

                  0:42:31–0:42:32

                  mich für Tierrechte zu engagieren.

                  0:42:32–0:42:38

                  Und auch viele oder die eine oder andere Idee hatte, wie ich das beruflich umsetzen könnte.

                  0:42:38–0:42:42

                  Aber irgendwie hat es da bei mir auch sehr,

                  0:42:42–0:42:47

                  also ist es gescheitert, auch an diesen ganzen Restriktionen und wie auch so

                  0:42:47–0:42:51

                  ein Stück weit irgendwie an dem Thema Geld und auch diese Glaubenssätze,

                  0:42:51–0:42:54

                  ach, du musst doch was Sicheres machen und so weiter und so fort.

                  0:42:54–0:42:59

                  Und die sind nicht ganz, ja, also die sind wirklich stark auch.

                  0:42:59–0:43:10

                  Und wenn man dann auch aus einer Familie kommt, wo vielleicht auch nicht alle Wege so offen stehen,

                  0:43:10–0:43:17

                  dann ist das auch teilweise schwierig, das umzusetzen, also da voll nach dem

                  0:43:17–0:43:20

                  Herzen zu gehen und jetzt irgendwas zu studieren, worauf man wirklich Bock hat.

                  0:43:20–0:43:23

                  Ja, und bei mir, ich glaube, das ist kein Geheimnis, dass jetzt BWL nicht gerade

                  0:43:23–0:43:26

                  mein Traumjob war, sondern mein Traumstudiengang.

                  0:43:26–0:43:29

                  Aber das halt mit einem dualen Studium, das das Einzige war,

                  0:43:29–0:43:33

                  was ich damals mir wirklich realistisch vorstellen konnte als Studium und ich

                  0:43:33–0:43:34

                  wollte halt gerne studieren.

                  0:43:34–0:43:39

                  Und ja, das sind halt dann einfach Sachen, wo man im Alltag auf Grenzen stößt.

                  0:43:39–0:43:42

                  Trotzdem habe ich, wenn ich jetzt so reflektiere, immer in jedem Job,

                  0:43:42–0:43:49

                  egal wo ich gerade gesteckt habe, versucht, meine Themen Gerechtigkeit und so weiter umzusetzen und.

                  0:43:50–0:43:55

                  Sei es jetzt der vorhin schon erwähnte Veggie-Tag in der Sparkasse oder auch

                  0:43:55–0:43:58

                  meine ganzen, ich hatte das schon mit 20 dann irgendwie angefangen,

                  0:43:58–0:44:04

                  irgendwelche Seminare über die VHS nebenberuflich einfach zu halten.

                  0:44:04–0:44:08

                  Da ist zwar kein Schwein gekommen, aber ich habe es zumindest versucht.

                  0:44:10–0:44:14

                  Ja, aber so ging es dann irgendwie weiter. Ja, und irgendwann haben dann diese

                  0:44:14–0:44:17

                  ganzen Versuche auch mal an der einen oder anderen Stelle gefruchtet.

                  0:44:17–0:44:19

                  Also ich würde mal sagen, das Mycelium war jetzt mal ein ganz,

                  0:44:19–0:44:24

                  also der Versuch war einigermaßen okay gelaufen, das in die Welt zu bringen.

                  0:44:26–0:44:29

                  Vielleicht auch wegen der coolen Kooperation mit Timo an der Stelle.

                  0:44:29–0:44:33

                  Aber es hat ja irgendwie dann doch auch ein bisschen geklappt.

                  0:44:33–0:44:40

                  Und ja, so habe ich irgendwie immer versucht, es so da umzusetzen, wo ich gerade bin.

                  0:44:41–0:44:46

                  Einfach neue Themen reinzubringen und irgendwie für diese Gerechtigkeitsthemen mich einzusetzen.

                  0:44:47–0:44:52

                  Ja, und ich glaube, so ist das auch ein Ausprobieren oder auch,

                  0:44:52–0:44:54

                  ja, oder was will ich damit sagen?

                  0:44:54–0:45:00

                  Ich glaube, ich will trotzdem, trotz dieser ganzen Kritik, auch trotzdem dazu

                  0:45:00–0:45:03

                  ermutigen, einfach mal nachzudenken, auch mit den ganzen Beschränkungen,

                  0:45:03–0:45:08

                  die wir haben in unserem Alltag, aber wo man vielleicht doch ein kleines Stückchen

                  0:45:08–0:45:10

                  Berufung umsetzen kann.

                  0:45:10–0:45:16

                  Wenn man nicht gerade vollkommen eingezwängt ist zwischen allen möglichen To-Dos,

                  0:45:16–0:45:22

                  die man so hat, den lieben langen Tag und familiären Aufgaben und so weiter und so fort.

                  0:45:22–0:45:29

                  Also wenn man irgendwo noch ein bisschen Muße hat, vielleicht tut es einem selbst

                  0:45:29–0:45:33

                  ja auch gut, anstatt noch zwei Stunden vorm Fernseher zu sitzen zu sagen,

                  0:45:33–0:45:35

                  hey, ich überlege jetzt mal was.

                  0:45:36–0:45:40

                  Was würde mir denn auch gut tun? Also zum Beispiel, Tobi und ich haben uns ja

                  0:45:40–0:45:45

                  letzten Sonntag auch auf der Demo getroffen in Trier gegen rechts.

                  0:45:47–0:45:50

                  Und da muss ich sagen, ich meine, das ist ja jetzt auch für mich,

                  0:45:50–0:45:53

                  auf jeden Fall steht das im Zusammenhang mit meiner Berufung,

                  0:45:53–0:45:55

                  also mich für Gerechtigkeitsthemen einzusetzen.

                  0:45:55–0:46:00

                  Also da steht auf jeden Fall, steht das im engen Zusammenhang mit einer Demo gegen rechts.

                  0:46:01–0:46:04

                  Also habe ich mich sozusagen für meine Berufung eingesetzt an dem Tag.

                  0:46:04–0:46:08

                  Aber es hat mir auch so unfassbar gut getan und es war einfach so schön,

                  0:46:08–0:46:14

                  weil das Wetter traumhaft war und einfach da 10.000 Leute in Trier zusammenkamen,

                  0:46:14–0:46:18

                  die einfach einen Wunsch hatten,

                  0:46:18–0:46:24

                  nämlich, dass dieser ganze braune Scheißdreck mal aufhört in unserer Gesellschaft.

                  0:46:24–0:46:29

                  Und das war einfach voll gut. Also manchmal kann es ja auch voll gut tun und

                  0:46:29–0:46:31

                  einem Energie geben, wenn man sich irgendwie für die Themen einsetzt,

                  0:46:31–0:46:33

                  die einem wichtig sind. Ja.

                  Tobias
                  0:46:33–0:46:41

                  Das stimmt. Und wenn es auch nur im Kleinen ist und einfach so in kleinen Kontexten

                  0:46:41–0:46:42

                  da so Akzente setzen. Ja.

                  Michaela
                  0:46:42–0:46:49

                  Ganz genau. Und ja, wie du sagst, man muss ja auch vielleicht nicht sein ganzes

                  0:46:49–0:46:54

                  Leben dafür umkrempeln und seinen Job kündigen und jetzt alles stehen und liegen

                  0:46:54–0:46:57

                  lassen, um jetzt Vollzeit seine Berufung umzusetzen.

                  0:46:57–0:47:05

                  Aber vielleicht einmal im Jahr eine Stunde sich einfach nur irgendwas rauszugreifen,

                  0:47:05–0:47:08

                  was einem auch gerade guttun könnte oder so und was mit der eigenen Berufung

                  0:47:08–0:47:12

                  zusammenhängt, wäre ja schon mal ein Anfang. Ja.

                  Tobias
                  0:47:12–0:47:13

                  Absolut.

                  Michaela
                  0:47:15–0:47:19

                  Ja, vielleicht an der Stelle auch noch, bei mir gibt es ja auch noch eine andere

                  0:47:19–0:47:24

                  Sache, also ich will ja keine Eigenwerbung machen, aber um das Thema nochmal

                  0:47:24–0:47:26

                  kurz anzusprechen, eine weitere Möglichkeit,

                  0:47:27–0:47:31

                  also wie ich mich ja versuche oder wie ich versuche, meine Berufung umzusetzen,

                  0:47:31–0:47:37

                  sind ja meine Achtsamkeits-Retreats mit Tieren, die dieses Jahr im Juni und August stattfinden.

                  0:47:37–0:47:41

                  Also wenn noch jemand von euch Bock hat, da dabei zu sein, immer gerne.

                  0:47:41–0:47:45

                  Da werdet ihr auf jeden Fall auch viel Zeit haben, um in euch zu gehen und mal

                  0:47:45–0:47:47

                  reinzuspüren und so weiter und so fort.

                  0:47:48–0:47:51

                  Ist aber natürlich auch eine gewisse Form von Luxus, ich weiß. Eis.

                  0:47:52–0:47:56

                  Aber dafür ist es so schön, weil es an einem schönen Ort in der Eifel stattfindet

                  0:47:56–0:48:02

                  und eben mit diesen schönen, mit diesen süßen Tieren, die da sind und ja einfach

                  0:48:02–0:48:04

                  eine ganz tolle Sache ist und ich freue mich da mega drauf,

                  0:48:05–0:48:10

                  und das ist für mich halt auch eine große Sache, wie ich so meine Berufung umsetzen möchte, einfach diese,

                  0:48:11–0:48:15

                  Retreats da ins Leben zu rufen, Menschen in einen achtsamen Kontakt mit Tieren

                  0:48:15–0:48:17

                  zu bringen und ja, ich glaube,

                  0:48:17–0:48:21

                  das ist auch so eine Sache, das ist zwar im Moment gerade anstrengend auch dafür,

                  0:48:21–0:48:25

                  das alles neben meiner normalen Arbeit noch nebenbei zu machen und da Werbung

                  0:48:25–0:48:26

                  für zu machen und so weiter und so fort.

                  0:48:27–0:48:30

                  Aber ich glaube, letztendlich tut es halt auch richtig, richtig gut.

                  0:48:30–0:48:32

                  Das ist so ein bisschen, wie du das vorhin gesagt hast, mit dem,

                  0:48:32–0:48:36

                  wenn du dann irgendwo bist und Fotos machst oder so und auch nachher dann die

                  0:48:36–0:48:39

                  Fotos bearbeiten und so, es ist zwar Arbeit, aber es tut auch irgendwie richtig

                  0:48:39–0:48:42

                  gut und erfüllt einen dann auch irgendwie so.

                  Tobias
                  0:48:43–0:48:48

                  Ja, auf jeden Fall. Gut, Arbeit ist ja nicht per se mal irgendwie was Schlechtes.

                  0:48:48–0:48:54

                  Also es ist ja nur dieses, ja, wenn man halt in so einem Käfig,

                  0:48:54–0:48:58

                  in so einer Arbeit ist, wo man eigentlich keine Lust drauf hat oder wo man weiß,

                  0:48:58–0:49:02

                  keine Ahnung, ich mache jetzt hier PowerPoint-Folien, die sich eh niemand anschaut,

                  0:49:03–0:49:05

                  aber ich muss die machen, weil ich die machen muss.

                  0:49:35–0:49:37

                  Oh ja. Hause, ne? Aber… Nee.

                  Michaela
                  0:49:37–0:49:37

                  Überhaupt nicht.

                  Tobias
                  0:49:40–0:49:44

                  Ja und nein. Also wie gesagt, es hat…

                  0:49:44–0:49:48

                  Also für jetzt ist es super so.

                  0:49:50–0:49:53

                  Ich würde gerne noch ein bisschen mehr und ein bisschen anders machen,

                  0:49:53–0:49:58

                  was jetzt nicht nur mit dem Job zu tun hat, sondern mit meinem gesamten Lebensumfeld.

                  0:50:01–0:50:05

                  Genau, ich würde gerne einfach noch so einen Ort schaffen, wo wo diese Gedanken,

                  0:50:06–0:50:09

                  die ich habe und auch mein Umfeld hat, irgendwie noch ein bisschen mehr sichtbar

                  0:50:09–0:50:16

                  sind und auslebbar und sich einfach noch ein bisschen mehr in eine Gemeinschaft

                  0:50:16–0:50:18

                  und gegen den Kapitalismus stellen, sage ich mal.

                  0:50:21–0:50:24

                  Das klappt auch im Job noch nicht so ganz so gut.

                  0:50:26–0:50:34

                  Genau, aber was mir sehr gefällt, ist, ist, dass ich einfach entgegen den Glaubenssätzen,

                  0:50:35–0:50:40

                  meiner Familie und meiner Schullaufbahn ähm,

                  0:50:41–0:50:48

                  gerade ein Unternehmen führe, ganz anders als dies alle gemacht haben und machen

                  0:50:48–0:50:52

                  und es trotzdem funktioniert.

                  0:50:54–0:50:54

                  Oh.

                  Michaela
                  0:50:54–0:50:58

                  Super, super, super schön. Genau.

                  Tobias
                  0:50:58–0:51:01

                  Man kann nämlich auch einfach nett zu Leuten sein, das geht auch. Ja.

                  Michaela
                  0:51:01–0:51:04

                  Oh mein Gott, ja. Ja, das ist auch

                  0:51:04–0:51:08

                  eine große Sache. Das ist mir auch klar geworden in den letzten Jahren.

                  0:51:09–0:51:12

                  Ja, weil ich kenne das so ein bisschen in meinem ersten Job,

                  0:51:15–0:51:19

                  waren die Leute auch nicht nett zueinander und ja genau, ich glaube,

                  0:51:19–0:51:22

                  das ist mir auch immer wichtiger geworden in den letzten Jahren und,

                  0:51:23–0:51:27

                  ja, finde ich auch, es ist so erfüllend, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet

                  0:51:27–0:51:32

                  einfach, die nett miteinander sind und die wertschätzend miteinander umgehen

                  0:51:32–0:51:36

                  und wo man einfach sich drauf freut wenn man, ja wir nehmen diese Folge gerade

                  0:51:36–0:51:38

                  hier heute Abend um 8 Uhr auf,

                  0:51:38–0:51:43

                  wo man sich aber freut, dass man gerade hier abends noch um 8 Uhr zusammensitzen darf,

                  0:51:44–0:51:47

                  und miteinander klatschen darf. Das ist so schön, absolut.

                  0:51:47–0:51:50

                  Ja, und ich kann das auch nachvollziehen. Das ist ja auch interessant,

                  0:51:50–0:51:56

                  dass du es gerade noch mal mit dem Wohnen gesagt hast, weil Berufung ist natürlich,

                  0:51:56–0:52:00

                  wenn man es jetzt wirklich so groß fasst, ist ja wirklich viel,

                  0:52:00–0:52:02

                  viel mehr als der Beruf nachher.

                  0:52:03–0:52:08

                  Und auch dieses ganze, ja, wofür fühle ich mich berufen? Wie möchte ich leben?

                  0:52:08–0:52:11

                  Eben wie möchte ich mein Leben gestalten und so.

                  0:52:11–0:52:14

                  Super, super schön, dass du es mit dem Wohnen da nochmal reingebracht hast.

                  0:52:14–0:52:19

                  Ja, mal gucken, was sich da noch so ergibt. Also ich bin ja ganz gespannt,

                  0:52:19–0:52:22

                  welches Wohnprojekt sich da noch ergeben wird.

                  Tobias
                  0:52:23–0:52:26

                  Ich mag halt den Namen Wohnprojekt nicht. Das klingt immer direkt nach so,

                  0:52:26–0:52:31

                  wir diskutieren im Plenum, welche Glühbirnen wir einbauen.

                  0:52:31–0:52:33

                  Aber ja.

                  0:52:35–0:52:38

                  Bleibt gespannt. Jetzt habe ich es dir im Podcast angekündigt,

                  0:52:38–0:52:41

                  jetzt gibt es eigentlich kein Zurück mehr. Nee, überhaupt nicht.

                  Michaela
                  0:52:43–0:52:47

                  Scheiße. Gut, jetzt müssen wir irgendwie die Kurve bekommen, Tobi.

                  Tobias
                  0:52:47–0:52:49

                  Jetzt müssen wir die Kurve bekommen. Gibt es noch irgendwas.

                  Michaela
                  0:52:50–0:52:51

                  Was du noch hinzufügen wolltest?

                  Tobias
                  0:52:51–0:52:55

                  Das ist der klassische Podcast-Satz. Haben wir noch Themen? Nee.

                  Michaela
                  0:52:56–0:52:58

                  Alles klar, dann haben wir es erschlagen.

                  Tobias
                  0:52:59–0:53:06

                  Dann haben wir es und ja, danke Michaela für dieses Thema. Hat sich wirklich

                  0:53:06–0:53:07

                  irgendwie ganz viel aufgetan.

                  0:53:07–0:53:10

                  Super tiefgehend auch und sehr persönlich.

                  0:53:12–0:53:17

                  Und mich interessiert wirklich sehr, was unsere Zuhörenden dazu sagen.

                  0:53:17–0:53:20

                  Deswegen gerne mal irgendwie Feedback dazu irgendwie zukommen lassen.

                  0:53:20–0:53:22

                  Also wir haben ja diese Trema-Gruppe.

                  0:53:23–0:53:28

                  Es gibt E-Mail und was gibt es noch alles. Ja, ihr findet schon einen Weg.

                  0:53:28–0:53:30

                  Wenn ihr wirklich wollt, dann findet ihr einen Weg.

                  Michaela
                  0:53:30–0:53:36

                  Dann teilt mit uns eure Berufung, euren Weg zur Berufung, wie glücklich ihr

                  0:53:36–0:53:39

                  mit eurer Berufung seid oder ob ihr denkt, dass das alles doch totaler Schwachsinn

                  0:53:39–0:53:42

                  ist. Immer gerne hier mit dem Feedback.

                  Tobias
                  0:53:43–0:53:47

                  Ja, Michaela, danke schön für deine Zeit und dass du dieses Thema mitgebracht

                  0:53:47–0:53:52

                  hast und bei allen Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit.

                  The post MP076 – Eine eigene Berufung finden und leben appeared first on MYZELIUM.

                  55 min
                • MP075 - Sowieso-Ausgaben und gemeinschaftsbasierte Transformation

                    In dieser Episode dreht sich alles um die „Sowieso-Ausgaben“! Das sind die monatlichen Kosten, die einfach so fließen – für die grundlegenden Bedürfnisse eben. Aber hier kommt der Clou: Diese Ausgaben können richtig was bewegen! Gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodelle machen’s möglich, sei es bei Lebensmitteln, Carsharing oder Kinderkleidung. Die Message? Ganz klar: Unsere Sowieso-Ausgaben können eine ganze Welle an unterstützenswerten Gemeinschaftsinitiativen auslösen.

                    Bei gemeinschaftsbasierten Unternehmen gibt es volle Transparenz über Betriebskosten. Ihr übernehmt einen Teil, indem ihr euch commitet, monatlich eure Sowieso-Ausgaben bei einem solchen Unternehmen auszugeben. Erhaltet nicht nur hochwertige Produkte, sondern auch Greenwashing-Schutz und eine Transformationsgarantie – für eine nachhaltige Zukunft. Überlegt, wo ihr eure Sowieso-Ausgaben lenken könnt, um solche Unternehmen zu unterstützen. Macht mit, verändert mit uns die Spielregeln – lasst eure monatlichen Ausgaben eine positive Veränderung bewirken!

                    Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                    Transkription
                    Tobias
                    0:00:09–0:00:14

                    Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Jahr erstmal und zum Mycelium-Podcast,

                    0:00:15–0:00:18

                    in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                    0:00:19–0:00:23

                    Ja, auch in diesem Jahr hat sich nichts geändert. Wie immer der Timo und ich

                    0:00:23–0:00:28

                    hier vor den Mikrofonen, um euch ein bisschen zu erzählen, was im Mycelium so

                    0:00:28–0:00:32

                    abgeht und aber auch so ein bisschen Hintergrundinfos zu geben.

                    0:00:32–0:00:34

                    Aber erstmal, hi Timo, wie geht’s?

                    Timo
                    0:00:34–0:00:37

                    Ja, ich glaube, ich bin ganz gut ins neue Jahr gestartet.

                    Tobias
                    0:00:37–0:00:38

                    Ja, das ist gut.

                    Timo
                    0:00:38–0:00:45

                    Aber auch mit Ideen, zum Beispiel zu Sowieso-Ausgaben und welche transformative Wirkung die haben.

                    Tobias
                    0:00:45–0:00:49

                    Ja, Sowieso-Ausgaben, das soll heute das Thema sein. Du hast ja gesagt,

                    0:00:49–0:00:52

                    das schwebt dir schon länger im Kopf rum.

                    0:00:53–0:00:56

                    Aber ja, was ist denn eine Sowieso-Ausgabe?

                    Timo
                    0:00:57–0:01:01

                    Ja, ich weiß gar nicht, ob das ein Terminus ist, der auch ein Fachbegriff ist.

                    0:01:01–0:01:06

                    Da kam mir halt einfach, also für mich sind das Ausgaben, die einfach jeden

                    0:01:06–0:01:11

                    Monat total kontinuierlich gemacht werden beziehungsweise gemacht werden müssen

                    0:01:11–0:01:16

                    von uns Verbrauchern und Verbraucherinnen.

                    0:01:17–0:01:20

                    Also das kann man, glaube ich, sehr pauschal sagen. Also stellt euch einfach

                    0:01:20–0:01:27

                    vor, ihr müsst jeden Monat was zu essen einkaufen, ihr gebt etwas für Wohnen

                    0:01:27–0:01:30

                    aus, für Mobilität, für Gesundheit.

                    0:01:30–0:01:33

                    Geht ihr regelmäßig ins Fitnessstudio oder habt ihr eine Yogakarte?

                    0:01:34–0:01:37

                    Also man kann das quasi so durchdeklarieren, solche Ausgaben.

                    0:01:38–0:01:42

                    Natürlich macht es Sinn, da mit gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodellen sich

                    0:01:42–0:01:48

                    auf diese sowieso Ausgaben zu spezialisieren, weil im gemeinschaftsbasierten

                    0:01:48–0:01:51

                    Wirtschaften geht es ja darum, dass die monatlichen Betriebskosten ausfinanziert werden.

                    0:01:53–0:01:57

                    Von den Konsumenten. Und wenn Menschen sowieso monatlich Geld ausgeben in einem

                    0:01:57–0:02:00

                    bestimmten Bereich, dann kann

                    0:02:00–0:02:04

                    man das halt eben nutzen, um Betriebskosten auszufinanzieren, monatliche.

                    0:02:04–0:02:07

                    Und in der Regel macht man das auch in Bereichen, die sinnvoll sind.

                    0:02:08–0:02:13

                    Also was zum Anziehen brauchen wir, Kleidung brauchen wir, Kinderbetreuung brauchen

                    0:02:13–0:02:15

                    wir, Mobilität brauchen wir.

                    0:02:15–0:02:19

                    Und da entsteckt für mich auch sehr viel transformatives Potenzial drin,

                    0:02:19–0:02:25

                    Weil dieses Geld geben wir häufig Firmen und Menschen, die nicht wirklich an

                    0:02:25–0:02:28

                    der Transformation und der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft arbeiten,

                    0:02:28–0:02:30

                    sondern für die private Gewinnmaximierung.

                    0:02:30–0:02:33

                    Also auch nicht letztlich wirklich in unserem Interesse.

                    0:02:34–0:02:40

                    Und ja, hier können Koalitionen aus Konsumentinnen und Unternehmerinnen mit

                    0:02:40–0:02:43

                    gemeinschaftsbasierten Wirtschaften zusammen gute Koalitionen bilden.

                    Tobias
                    0:02:44–0:02:48

                    A. Das finde ich ein ganz wichtiger Punkt, dieses, okay, ich gebe ja sowieso

                    0:02:48–0:02:55

                    Geld dafür aus, warum gebe ich es nicht einer transformativen Akteurin mit einem

                    0:02:55–0:02:57

                    gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodell?

                    0:02:57–0:03:01

                    Können wir da vielleicht noch ein bisschen drauf eingehen? Also was formt denn

                    0:03:01–0:03:05

                    dann, oder warum soll ich das denn wirklich jetzt machen?

                    0:03:05–0:03:12

                    Warum gebe ich es nicht zu meinem Discounter, sondern dann wirklich gehe den

                    0:03:12–0:03:16

                    Extraschritt mehr, sage ich mal, zu Solarvi oder zum Unverpacktladen?

                    Timo
                    0:03:17–0:03:20

                    Genau, also ich glaube grundsätzlich ist einfach wichtig zu verstehen dieser Punkt.

                    0:03:21–0:03:25

                    Jedes Mal, wenn du beim Aldi einkaufen gehst, hast du das Problem,

                    0:03:25–0:03:31

                    dass im Grunde das Geld, das du monatlich ausgibst, abfließt aus deiner Gemeinschaft.

                    0:03:32–0:03:37

                    Also in dem Ort, in dem du lebst hat von dieser Ausgabe sehr wenig es gibt vielleicht

                    0:03:37–0:03:40

                    ein paar Menschen, die haben dort einen Arbeitsplatz, stellt sich die Frage,

                    0:03:41–0:03:44

                    wie gut der dort ist, aber faktisch sind in der Regel die externen Kosten,

                    0:03:45–0:03:46

                    die da entstehen, also das was,

                    0:03:47–0:03:49

                    passiert, was einem auf die Gesellschaft abgewälzt wird, sehr groß,

                    0:03:50–0:03:54

                    also beginnt schon mit Verpackungen beginnt damit, dass alle Leute da mit dem

                    0:03:54–0:03:55

                    Auto hin anreisen müssen,

                    0:03:56–0:04:02

                    und beginnt damit, dass dort Produkte verkauft werden, die in der Regel dir als Mensch,

                    0:04:03–0:04:07

                    aber auch Umwelt, Natur, Tieren, im Zweifel eher mehr Schaden als Nutzen.

                    0:04:08–0:04:11

                    Auch die Produktionsbedingungen in der Regel nicht gut sind.

                    0:04:12–0:04:19

                    Und das heißt, du gibst dort also monatlich Geld aus, sehr pauschal und in aller

                    0:04:19–0:04:21

                    Brutalität, aber vielleicht auch Direktheit,

                    0:04:22–0:04:25

                    die nicht dazu beiführen, dass es Menschen und Tieren besser geht,

                    0:04:26–0:04:28

                    sondern im Zweifel, dass das alte System weiterläuft.

                    0:04:29–0:04:33

                    Und das machst du nicht, weil du weil du jetzt böse bist,

                    0:04:34–0:04:37

                    sondern weil du eingebunden bist in ein System,

                    0:04:37–0:04:44

                    was es eben einfach macht, da einzukaufen und tendenziell und vermeintlich,

                    0:04:44–0:04:50

                    das ist mir wichtig, vermeintlich komplizierter und schwieriger bei der guten Alternative.

                    0:04:50–0:04:54

                    Und an der Stelle setzen dann die gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodelle an

                    0:04:54–0:05:00

                    und sagen so, ja, hey, du hast eine Alternative, es gibt die Möglichkeit, Dinge anders zu machen.

                    0:05:00–0:05:04

                    Du musst dafür noch nicht mal mehr Geld ausgeben, sondern einfach nur,

                    0:05:04–0:05:07

                    im Bankwesen gibt es ja den Begriff der Krötenwanderung, ja,

                    0:05:07–0:05:12

                    genau, die Kröten einfach woanders hinwandern lassen, ja. Genau.

                    Tobias
                    0:05:12–0:05:15

                    Also vielleicht zu Solavi passt das Bild nicht mehr so ganz gut,

                    0:05:15–0:05:24

                    aber du sagst, es ist vermeintlich einfacher, im Discounter zu kaufen als in der Gemeinschaft.

                    0:05:24–0:05:26

                    Warum ist es denn genauso einfach? Jetzt sage ich mal.

                    Timo
                    0:05:26–0:05:30

                    Vermeintlich, Discounter ist nochmal extra ein Beispiel, was mich wirklich auf die Spitze treibt.

                    0:05:31–0:05:33

                    Weil es beginnt ja damit, dass Menschen

                    0:05:33–0:05:36

                    Leute sagen, ja, aber für den Familienaufkauf brauche ich ein Kombi.

                    Tobias
                    0:05:37–0:05:39

                    Ein SUV, wegen dem Sicherheitsgefühl.

                    Timo
                    0:05:40–0:05:45

                    Genau. Elektrisch angetriebener Panzer. Genau. Aber damit fahre ich dann zum

                    0:05:45–0:05:47

                    Aldi, um dort Geld zu sparen.

                    0:05:47–0:05:51

                    Also wenn man wirklich die Gesamtkosten, also wenn man wirklich betriebswirtschaftlich

                    0:05:51–0:05:54

                    unterwegs wäre, von so einem Einkauf bei Aldi gegenüber einem gemeinschaftspersiven

                    0:05:54–0:05:56

                    Geschäftsmodell anrechnet,

                    0:05:57–0:06:02

                    und wirklich alles mit einbezieht, dann könnte es halt dir passieren,

                    0:06:03–0:06:06

                    dass es günstiger gewesen wäre, zu Fuß zum Nahversorger um die Ecke zu laufen,

                    0:06:07–0:06:09

                    weil du das Auto nicht bewegt hast.

                    0:06:09–0:06:12

                    In dem Moment, wo du beginnst, das Auto zu bewegen, hast du ja sofort mal 5

                    0:06:12–0:06:16

                    Euro ausgegeben, die in dem anderen Einkauf erstmal eingespart werden müssen.

                    0:06:18–0:06:23

                    Und du hast noch vom Reifenabrieb über den CO2-Verbrauch bis über die Abnutzung

                    0:06:23–0:06:29

                    des Autos und alle potenziellen Risiken, die entstehen für alle Beteiligten,

                    0:06:29–0:06:30

                    wenn du dich mit dem Auto bewegst.

                    0:06:31–0:06:34

                    Also ich meine, es sind alles gesellschaftliche Kosten, die da entstehen.

                    Tobias
                    0:06:34–0:06:38

                    Gut, und die ganzen externalisierten Kosten des Discounters selbst,

                    0:06:40–0:06:42

                    da haben wir ja noch gar nicht angefangen.

                    Timo
                    0:06:42–0:06:48

                    Nein, haben wir noch gar nicht angefangen. Also auch davon, dass die Steuern

                    0:06:48–0:06:51

                    oder so für Gewinne, die werden nicht in deinem Ort abgeführt.

                    0:06:51–0:06:54

                    Und da hast du zum Beispiel jetzt einen Umschied, wenn du jetzt eine Gemeinschaft

                    0:06:54–0:06:56

                    hast, was dir das Geschäftsmodell entgegen übersetzt, die Solavi,

                    0:06:57–0:06:59

                    die zahlt Steuern bei dir vor Ort. Die,

                    0:07:02–0:07:07

                    Solavi produziert auf eine Art und Weise, wie sie versucht, Menschen und Natur eben zu schonen.

                    0:07:08–0:07:11

                    Das Gemüse wird nicht dreimal um die ganze Welt gekarzt, sondern du isst das,

                    0:07:12–0:07:15

                    was quasi dort produziert wird und du lernst halt eben aber auch die Sachen

                    0:07:15–0:07:19

                    zu genießen, die bei dir vor Ort wachsen. Also hast du auch einen Bildungseffekt da drin.

                    0:07:20–0:07:26

                    Und du gibst das Geld aus, was du hast, also wenn es zum Beispiel eine Beitragsrunde

                    0:07:26–0:07:30

                    gibt, also die Menschen zusammen, also jeder das gibt an monatlichen Wettbewerbskosten,

                    0:07:30–0:07:34

                    was ihm möglich ist und trotzdem die Solavir ausfinanziert ist,

                    0:07:35–0:07:38

                    dann ist es auch total inklusiv.

                    0:07:39–0:07:42

                    Weil die Bioprodukte beim Aldi kann sich immer noch nicht jeder leisten.

                    0:07:42–0:07:46

                    Aber jeder kann an der solidarischen Landwirtschaft mit einer Beitragsrunde

                    0:07:46–0:07:48

                    teilnehmen, ganz unabhängig vom Einkommen.

                    0:07:48–0:07:50

                    Und so kannst du dann halt die Eier legende Wollmilchsau ausschaffen.

                    0:07:51–0:07:55

                    Ganz nebenbei schaffst du einen Transformationsort und ermöglichst denen mitzumachen.

                    0:07:56–0:07:59

                    Also durch deinen alltäglichen Konsum kannst du dafür sorgen,

                    0:07:59–0:08:02

                    dass Transformation erlebbar wird. Und,

                    0:08:04–0:08:09

                    Und genau, das lässt sich eben auf viele verschiedene Bereiche übertragen.

                    Tobias
                    0:08:11–0:08:16

                    Ja, die haben wir ja eben schon angeschnitten. Kleidung, Wohnraum und so weiter. Weiter.

                    0:08:17–0:08:20

                    Ja, jetzt haben wir ja viel über Lebensmittel gesprochen und Lebensmittel ist

                    0:08:20–0:08:24

                    ja immer auch so das einfachste Beispiel, sage ich mal in Anführungszeichen,

                    0:08:24–0:08:26

                    weil gut, Lebensmittel brauchen wir ja wirklich alle.

                    0:08:27–0:08:32

                    Wie ist das jetzt zum Beispiel bei Kleidung? weil, ja, also ich habe zwar was

                    0:08:32–0:08:36

                    an, aber gebe sehr, sehr wenig Geld für Kleidung aus.

                    0:08:36–0:08:39

                    Kann ich das trotzdem irgendwie gemeinschaftsbasiert machen?

                    0:08:39–0:08:44

                    Oder wie läuft es da bei so Sachen, die ja auch sehr unterschiedlich ist von,

                    0:08:45–0:08:48

                    also in den Sowieso-Ausgaben, manche geben vielleicht 10 Euro dafür aus,

                    0:08:48–0:08:51

                    manche für Kleidung, keine Ahnung, Tausende.

                    Timo
                    0:08:51–0:08:55

                    Also wir haben mal ein Projekt begleitet mit Bleed, da hatten wir auch so eine

                    0:08:55–0:08:58

                    Personamen, Wir haben den Kaufnix Kalle genannt.

                    0:08:59–0:09:03

                    Kaufnix Kalle gibt 0 Euro im Monat und 0 Euro im Jahr für Klamotten aus.

                    0:09:03–0:09:06

                    Ich glaube, da brauchen wir gar nicht zu sehr im Detail zu gehen,

                    0:09:06–0:09:13

                    dass Kaufnix Kalle vielleicht selber keine Klamotten kauft, aber jemand anderes für ihn oder sie.

                    0:09:14–0:09:16

                    Versuchen wird es relativ schwierig sein, ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell

                    0:09:16–0:09:20

                    aufzubauen, weil eine gewisse Form von Bewusstsein für eigene Bedürfnisse,

                    0:09:20–0:09:25

                    Bedarfe und auch Ausgaben ist irgendwie so ein bisschen Grundvoraussetzung auf Konsumentinnenseite.

                    0:09:26–0:09:29

                    Also wenn jemand der Überzeugung ist, dass er etwas nicht braucht,

                    0:09:29–0:09:30

                    der wird natürlich da auch nicht mitmachen.

                    0:09:30–0:09:37

                    Also gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodelle sind ja diese Koalition von Unternehmerinnen,

                    0:09:37–0:09:39

                    die etwas in die Welt bringen, woran sie glauben und Stammkunden,

                    0:09:39–0:09:42

                    die sagen, hey, ich will nicht mehr nur Stammkundin sein, ich will Gemeinschaftsmitglied

                    0:09:42–0:09:45

                    sein, ich will Verantwortung übernehmen, was mir wichtig ist.

                    0:09:45–0:09:49

                    Deswegen geht es gar nicht auch um so One-Fits-All-Lösungen,

                    0:09:49–0:09:50

                    sondern es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.

                    0:09:51–0:09:58

                    Aber ein Beispiel, woran wir gerade arbeiten, der zumindest für bestimmte Bevölkerungsgruppen,

                    0:09:58–0:10:02

                    glaube ich, ziemlich ein No-Brainer ist, sind mitwachsende Kinderklamotten.

                    0:10:02–0:10:06

                    So im Bereich von null bis drei Jahren. Ich glaube, das ist auch so ein Bereich,

                    0:10:06–0:10:09

                    wo man den Vorteil hat, dass die halt auch anziehen.

                    Tobias
                    0:10:11–0:10:12

                    Die entscheiden noch nicht selbst.

                    Timo
                    0:10:12–0:10:15

                    Die sagen nicht, Papa, das ist aber uncool.

                    0:10:17–0:10:22

                    Genau. Ja, aber lass das Ding mal mitwachsen. Und das bezahlst du halt nicht

                    0:10:22–0:10:25

                    monatlich für Klamotten, sondern bezahlst monatlich einen Beitrag und hast dann

                    0:10:25–0:10:27

                    eine Garantie, dass du mitwachsende Klamotten bekommst.

                    0:10:27–0:10:30

                    Und du zahlst nicht jederzeit das Gleiche, sondern jederzeit eben das,

                    0:10:30–0:10:33

                    was er kann. Die Betriebskosten werden ausfinanziert.

                    0:10:34–0:10:37

                    Die Klamotten werden so produziert, dass sie reparierbar sind.

                    0:10:38–0:10:42

                    Gleichzeitig werden natürlich Kosten massiv gesenkt, das Kreislauf entsteht.

                    0:10:43–0:10:46

                    Und das macht in der Gemeinschaft natürlich mega Sinn. Also nicht nur,

                    0:10:46–0:10:53

                    dass du ein nachhaltiges Geschäftsmodell hast, du kannst zusammen sogar Kosten reduzieren.

                    0:10:54–0:10:57

                    Dadurch, dass halt miteinander kommuniziert wird, entsteht quasi aus dieser

                    0:10:57–0:11:00

                    Kostenreduzierung aber auch gleichzeitig die Möglichkeit davon,

                    0:11:00–0:11:01

                    dass die Unternehmerin davon leben kann.

                    0:11:02–0:11:08

                    Ja, also weil du natürlich sehr bewusst sagst, ich zahle aber denselben Betrag

                    0:11:08–0:11:10

                    wie vorher, tendenziell in der Orientierung und verstehe dann,

                    0:11:10–0:11:14

                    meine Unternehmerin kann dann davon leben, was sie vorher vielleicht nicht konnte.

                    0:11:14–0:11:17

                    Und das ist halt wichtig zu verstehen, dass gerade auch durch gemeinschaftsbasiertes

                    0:11:17–0:11:21

                    Wirtschaften erst auch nachhaltige und kleine Unternehmensgeschäftsmodelle überhaupt

                    0:11:21–0:11:27

                    erst beginnen zu funktionieren, weil einfach Unternehmerinnen und Konsumenten

                    0:11:27–0:11:28

                    eher das Debt der Menschheit benutzen.

                    0:11:28–0:11:32

                    Und jetzt könntest du sagen, ja, aber ich könnte das auch alles Secondhand kaufen.

                    0:11:32–0:11:38

                    Ja, klar, kannst du auch tun, nur Secondhand macht eigentlich nur dann richtig

                    0:11:38–0:11:40

                    gut Sinn, wenn die Produkte auch gut sind.

                    0:11:40–0:11:46

                    Also wenn du Fast Fashion Secondhand kaufst, naja, sollte am Anfang nie Fast

                    0:11:46–0:11:51

                    Fashion gewesen sein, so in der Art, da eben aus bestimmten Modellen auszusteigen.

                    0:11:51–0:11:55

                    Und natürlich ist das gemeinschaftsbasierte Geschäft dann nicht nur Second Hand, sondern Third Hand.

                    0:11:57–0:12:00

                    Genau, fünfte Hand, sechste Hand, siebte Hand, achte Hand, zehnte Hand,

                    0:12:00–0:12:04

                    ja, weil ihr müsst euch das ja vorstellen, gerade wenn wir T6C bereichen,

                    0:12:04–0:12:07

                    man löst einfach den kaputten Teil dann am Ende aus, zum Beispiel,

                    0:12:07–0:12:11

                    fügt den wieder an, das ist ein bisschen Klamotten wie ein Baukasten-Prinzip, ja,

                    0:12:12–0:12:15

                    und das geht halt, weil die halt eben so produziert wurden, ja,

                    0:12:15–0:12:18

                    auf Reparierbarkeit, genau.

                    0:12:19–0:12:23

                    Beispiel aus Textilien, in einem bestimmten Segment, wo es unglaublich viel

                    0:12:23–0:12:27

                    Sinn macht, für eine bestimmte Zielgruppe, die das versteht und mitmacht.

                    0:12:27–0:12:33

                    Und genau da arbeiten wir gerade mit einem Laden in Mannheim ganz konkret daran.

                    0:12:36–0:12:39

                    Waldwichtel heißen die. Und da wird es ein entsprechendes Geschäftsmodell demnächst

                    0:12:39–0:12:40

                    geben, das genauso aussieht.

                    Tobias
                    0:12:41–0:12:46

                    Aber jetzt habe ich vielleicht noch ein kleines Beispiel.

                    0:12:46–0:12:53

                    Und zwar das Auto oder Mobilität. Du kannst doch dem Deutschen nicht sein eigenes Auto nehmen.

                    0:12:54–0:12:58

                    Wie mache ich denn Mobilität oder sogar ein Auto gemeinschaftsbasiert?

                    Timo
                    0:12:58–0:13:04

                    Ich glaube, das Wichtigste ist Carsharing überall hin. Ich mache mal ein persönliches Beispiel.

                    0:13:05–0:13:08

                    Ich bin umgezogen. In dem Ort, in dem ich jetzt lebe, gibt es kein Carsharing.

                    0:13:09–0:13:13

                    Ich habe etwas ganz Verrücktes gemacht. Ich bin in eine örtliche Stadtmobilheizung

                    0:13:13–0:13:16

                    in Stuka zugegangen und habe die gefragt, was muss passieren,

                    0:13:16–0:13:18

                    damit ihr ein Carsharing-Auto hinstellt.

                    0:13:18–0:13:20

                    Dann haben die gesagt, 20 Leute müssen sagen, dass sie es wollen.

                    0:13:22–0:13:29

                    Und das war für mich so ein bisschen traumatisch, weil 20 Leute ein bisschen

                    0:13:29–0:13:32

                    Unterschrift auf eine Liste setzen und das entscheidet, ob ein Carsharing-Auto

                    0:13:32–0:13:34

                    irgendwo hinkommt und bis jetzt hat es halt noch niemand gemacht.

                    0:13:34–0:13:38

                    Deswegen gibt es kein Carsharing-Auto. Die machen ein super Angebot,

                    0:13:38–0:13:42

                    aber was es halt zeigt, dass es braucht Leute, es braucht diesen unternehmerischen

                    0:13:42–0:13:44

                    Impuls, die halt loslaufen und mit Menschen reden.

                    0:13:45–0:13:49

                    Und ganz häufig fehlt das und deswegen gibt es halt keine gemeinschaftsbasierte

                    0:13:49–0:13:52

                    Angebote. Aber ja, ganz kurz, Carsharing ist der absolute No-Brainer.

                    0:13:53–0:13:57

                    Wenn du dein Auto nicht bewegst und nur, weil du im Homeoffice bist,

                    0:13:57–0:13:59

                    dann kostet dich das trotzdem 50 bis 100 Euro jeden Monat.

                    0:14:00–0:14:09

                    Wenn 6 Leute 100 Euro oder umgekehrt 10 Leute 60 Euro,

                    0:14:10–0:14:13

                    also das, was du für deine Autoversicherung im Zweifel blechst,

                    0:14:13–0:14:17

                    dann sind die Betriebskosten von einem Carsharing-Auto schon abgedeckt.

                    0:14:17–0:14:19

                    Und das kann quasi in Pusemuckel stehen.

                    0:14:19–0:14:21

                    Also jede Nachbarschaft kann sich ein Carsharing-Auto anschaffen.

                    0:14:22–0:14:28

                    Nicht nur eins und einfach nur mit den sowieso Ausgaben oder einem Bruchteil

                    0:14:28–0:14:31

                    der sowieso Ausgaben, die du für deinen Zweit- oder Drittwagen hast.

                    0:14:32–0:14:36

                    Und das ist wieder so ein typisches Beispiel für, da kann jeder Carsharing-Anbieter,

                    0:14:36–0:14:40

                    kann dir dann ein Carsharing-Auto in deinen 100-Einwohner-Kaff setzen.

                    0:14:41–0:14:43

                    Weil die Betriebskosten ja gedeckt sind.

                    0:14:45–0:14:48

                    Und das ist das, was ich, glaube ich, den Zuhörerinnen und Zuhörern hier unbedingt

                    0:14:48–0:14:53

                    mal sagen will, Transformation ist tendenziell einfach, das Einzige,

                    0:14:53–0:14:57

                    was es braucht, ist ein Mensch, der jetzt diese Leute alle überzeugt das ist

                    0:14:57–0:14:59

                    die Arbeit, die will niemand bezahlen und,

                    0:15:00–0:15:02

                    es braucht den Carsharing-Anbieter, der das Auto zur Verfügung stellt,

                    0:15:02–0:15:05

                    aber in der Regel gibt es die Carsharing-Anbieter, die dazu bereit sind,

                    0:15:05–0:15:08

                    das zu tun, wenn die Kosten gedeckt sind, aber es braucht die Person,

                    0:15:08–0:15:11

                    die läuft und das ist die Gemeinschaftsbasiertes Unternehmertum,

                    0:15:12–0:15:15

                    und das ist aber potenziell in jeder Nachbarschaft möglich und ich mache das

                    0:15:15–0:15:18

                    jetzt bei mir hier mit einem Verein,

                    0:15:19–0:15:23

                    auch und genau, demnächst gibt es hier ein Carsharing-Auto,

                    0:15:24–0:15:25

                    und ja,

                    0:15:27–0:15:32

                    auch so, wenn man nicht mal ein Plädoyer machen kann, ich wünsche mir,

                    0:15:32–0:15:36

                    dass es in jedem Dorf jemanden gibt, der unternehmerisch tätig ist und einfach

                    0:15:36–0:15:40

                    dafür sorgt, dass jede Straße 10k Scheinauto kriegt.

                    0:15:40–0:15:43

                    Und bitte diese Person irgendwie öffentlich bezahlen lassen.

                    0:15:46–0:15:48

                    Weil, so, das wäre voll die krasse Transformationsgeschichte.

                    0:15:49–0:15:53

                    Könnte man übrigens auch mit Balkonkraftwerken und so anderen No-Brainer-Geschäftsmodellen machen.

                    0:15:53–0:15:58

                    Energie zum Beispiel. Du gibst monatlich Geld für Energie Und bei Kuhnkraftschwert

                    0:15:58–0:16:01

                    könnt ihr mal mit Solo Local Energy sprechen, haben wir auch eine Podcast-Folge gemacht.

                    0:16:02–0:16:05

                    Refinanziert sich relativ zügig, also ich glaube in drei oder vier Jahren,

                    0:16:06–0:16:09

                    hoffentlich sage ich jetzt nichts Falsches, aber es ist relativ zügig.

                    0:16:10–0:16:12

                    Genau, muss man sich einfach nur in die Steckdose stecken.

                    0:16:13–0:16:17

                    Wenn man will, es auch beim örtlichen Stromanbieter anmelden.

                    0:16:18–0:16:23

                    Auf eigene Gefahr könnte Papierkrieg verursachen, aber rechtlich notwendig.

                    0:16:24–0:16:29

                    Genau. Oder sich mit Solar Energy, und da kommen wieder unsere gemeinschaftsbasierten

                    0:16:29–0:16:32

                    Geschäftsmodelle, helfen, die Hürden überwinden zu lassen.

                    0:16:32–0:16:36

                    Weil darum geht es, gemeinschaftsbasiertes Unternehmertum, es geht häufig darum,

                    0:16:36–0:16:42

                    Menschen zu helfen, über die Hürden zu kommen und dann diese No-Brainer-Geschäftsmodelle,

                    0:16:42–0:16:44

                    die einfach nachhaltig sind, leicht umzusetzen,

                    0:16:45–0:16:48

                    und in die Realität zu überführen.

                    0:16:48–0:16:52

                    Beim Carsharing haben dann die Leute irrationale Ängste vor Reichweite,

                    0:16:52–0:16:54

                    dass das Auto nie da ist und so weiter.

                    0:16:54–0:16:57

                    Aber wenn es zehn Leute nutzen und immer wenn du das Auto brauchst, ist es weg,

                    0:16:58–0:17:02

                    Dann hast du die älteste App der Menschheit, in der Regel vorinstalliert.

                    0:17:03–0:17:07

                    Ab und zu brauchst du halt ein Update, achtsame Kommunikation oder so.

                    0:17:07–0:17:09

                    Wir reden natürlich vom persönlichen Gespräch.

                    0:17:10–0:17:13

                    Und dann fragst du halt in die Gruppe, ja, wer nutzt denn immer das Auto?

                    0:17:13–0:17:17

                    Und vielleicht fährt der Mensch immer in dieselbe Richtung und ihr könnt es dann zusammen nutzen.

                    0:17:18–0:17:21

                    Und im Zweifel holt ihr halt ein neues. Aber das ist halt zum Beispiel so ein Ding.

                    0:17:22–0:17:26

                    Mobilität, echt, bitte einfach machen, zehn Nachbarn überzeugen,

                    0:17:26–0:17:28

                    Carsharing-Anbieter fragen und zack ist das Ding da.

                    0:17:30–0:17:35

                    Und es sind einfach nur die Versicherungskosten. Und wenn du dann noch den Wechsel

                    0:17:35–0:17:39

                    deiner Reifen und aller potenzieller, also wir reden noch gar nicht von den

                    0:17:39–0:17:44

                    40, 50 Cent, was das Auto kostet, wenn du es bewegst. Wir reden von Standkosten.

                    0:17:44–0:17:48

                    Du kannst mit den 10 Leuten ihre Standkosten ihres Autos zusammenschmeißen,

                    0:17:48–0:17:51

                    können sie davon ein Carsharing-Auto möglich machen.

                    0:17:52–0:17:56

                    Also du merkst, es ist für mich auch so in Teilen hart zu ertragen.

                    Tobias
                    0:17:56–0:18:00

                    Ja, es könnte so einfach sein. Aber gut,

                    0:18:00–0:18:06

                    wir sind halt alle im Kapitalismus sozialisiert und deswegen sind so einfache,

                    0:18:06–0:18:12

                    gemeinschaftlich genutzte Konzepte für uns erstmal ganz weit weg und ganz weit draußen,

                    0:18:12–0:18:14

                    obwohl sie eigentlich ganz einfach und naheliegend sind.

                    Timo
                    0:18:14–0:18:18

                    Und es ist nicht teurer. Es ist leider nicht teurer.

                    0:18:18–0:18:26

                    Also wenn der schwäbische Kepsele, der pfiffige Erbsenzähler müsste das eigentlich

                    0:18:26–0:18:28

                    alles machen aus reiner Sparwut.

                    0:18:28–0:18:34

                    Nur es beißt sich halt mit der Häuslebauerwut und der Automobildiebel.

                    0:18:34–0:18:39

                    Also deswegen zu sagen, so Menschen sind sparsam, ist im Kapitalismus leider

                    0:18:39–0:18:43

                    auch trügerisch, weil sonst, wenn sie Leute sparsam wären, hätten sie alle kein eigenes Auto.

                    Tobias
                    0:18:44–0:18:48

                    Genau, dann gibt es ja kein Wachstum, weil die Leute brauchen ja dann nicht mehr.

                    0:18:50–0:18:53

                    Ja, schön. Ich finde, da haben wir ganz gut zusammengefasst,

                    0:18:53–0:18:58

                    wie einfach es sich eigentlich so ein bisschen transformativ lenken lässt.

                    0:18:59–0:19:04

                    Ihr gebt das Geld ja sowieso aus, wie wir für Lebensmittel, für Kleidung,

                    0:19:04–0:19:11

                    für Mobilität, den Yoga-Kurs, genau, Freizeit,

                    0:19:13–0:19:13

                    Apfelsaft,

                    0:19:15–0:19:22

                    Euren Coworking-Space. Ja, natürlich muss es die Angebote auch geben in eurer

                    0:19:22–0:19:27

                    Region, aber vielleicht, ja, da hatten wir ja auch schon mal eine Folge drüber.

                    0:19:27–0:19:30

                    Gibt es ja Menschen, die sowas initiieren wollen und da dann einfach mal so

                    0:19:30–0:19:34

                    diesen, okay, nicht die kritische Frage stellen, sondern vielleicht einfach

                    0:19:34–0:19:39

                    mal sagen, geil, da mache ich mit, ich unterstütze euch.

                    0:19:39–0:19:43

                    Ja, und dann kannst du was auch geben. Auch in Buxtehude oder in,

                    0:19:43–0:19:46

                    wie hast du eben das Dorf genannt?

                    Timo
                    0:19:46–0:19:49

                    Also Buxtehude gibt es wirklich. Also nur falls jemand aus Buxtehude anruft.

                    0:19:50–0:19:52

                    Wir nehmen auch gerne Unternehmen aus Buxtehude.

                    Tobias
                    0:19:52–0:19:58

                    Wo wir jetzt gerade bei der Aufzählung waren, bei dieser ganzen Sowieso-Ausgaben.

                    0:19:58–0:20:05

                    Was ist dir denn so untergekommen, was so die verrückteste Sowieso-Ausgabe war?

                    0:20:06–0:20:10

                    Was ist dir da so untergekommen, wo du gedacht hast, hä?

                    Timo
                    0:20:11–0:20:14

                    Also sowieso Ausgaben gibt es in ganz vielen Bereichen, aber auch gerade im

                    0:20:14–0:20:16

                    Bereich Freizeit, Kultur, Spielsachen.

                    0:20:18–0:20:23

                    Und da haben wir gerade die Anfrage von einem Spielwarengeschäft bekommen und

                    0:20:23–0:20:27

                    denke das einmal ganz kurz gemeinschaftsbasiert durch, wie blöd ist es,

                    0:20:27–0:20:33

                    regelmäßig Geld irgendwo auszugeben, vielleicht für irgendein Freizeitangebot,

                    0:20:33–0:20:33

                    das man mit Kindern macht.

                    0:20:33–0:20:38

                    Gibt jeder Elternteil aus, monatlich, auch zwischen 50 und 100 Euro.

                    0:20:38–0:20:41

                    Und jetzt stell dir mal vor, im Spielwarenladen, da gehst du rein,

                    0:20:41–0:20:43

                    kaufst dir Spielsachen oder die,

                    0:20:44–0:20:46

                    Habe ich schon verstanden. Ihr kauft dem Kind keine Spielsachen,

                    0:20:46–0:20:49

                    aber Oma, Opa tanzt und kaufen euren Kindern Spielsachen.

                    0:20:50–0:20:54

                    Könnte man auch sagen, bitte hört auf, das zu tun, sondern unterstützt uns in

                    0:20:54–0:20:58

                    unserem monatlichen Betrag für unseren gemeinschaftsbasierten Spielort.

                    0:21:00–0:21:03

                    Und stellt euch einfach dieses Konzept vor, da werden Spielsachen gekauft und

                    0:21:03–0:21:04

                    die werden dann zu Hause alleine gespielt.

                    0:21:05–0:21:09

                    Wie geil ist dieser Ort? Und ich freue mich darauf, dass der bald entsteht, dass.

                    0:21:12–0:21:15

                    Die Spielwaren die Spielsachen gar nicht den Ort verlassen, sondern die Menschen

                    0:21:15–0:21:18

                    einen monatlichen Betrag leisten, entsprechend ihrer Möglichkeiten.

                    0:21:18–0:21:24

                    Gerne auch von Opa, Oma, Onkel, Tante gesponsert und dann geht man da hin und

                    0:21:24–0:21:26

                    spielt mit anderen Kindern zusammen.

                    0:21:26–0:21:29

                    Und wenn man das mal ganz kurz durchdacht, war man am Anfang bei den Kindern,

                    0:21:29–0:21:35

                    kurze Zeit später haben wir über Magic-Karten-Spieler nachgedacht und ganz,

                    0:21:35–0:21:42

                    ganz danach waren sofort die Väter, die irgendwelche Monster da Eisbahnbauten da verlegen, ja.

                    0:21:43–0:21:47

                    Also Tobi ist schon am Grinsen, also totaler No-Brainer, warum so?

                    0:21:48–0:21:52

                    Und das sind auch sowieso Ausgaben und dafür können ganz neue Geschäftsmodelle,

                    0:21:52–0:21:56

                    gerade für stationären Handel entstehen,

                    0:21:57–0:22:00

                    ja, aber es basiert darauf, nichts mehr zu verkaufen, was die Menschen nicht

                    0:22:00–0:22:04

                    brauchen, sondern die Menschen zu sagen, was ist das grundlegende Bedürfnis,

                    0:22:04–0:22:09

                    ja, das Spiel, das Spielen, das ist eines der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen.

                    0:22:09–0:22:11

                    Wir sind Menschen geworden, weil wir spielen.

                    0:22:12–0:22:16

                    Und das machst du doch nicht alleine. Und dann gleichzeitig schaffst du noch

                    0:22:16–0:22:20

                    ein besseres Angebot, weil der Spielwarenladen hat einfach alle Spielwaren.

                    0:22:22–0:22:25

                    Ja, genau. Und das ist für mich ja gerade nochmal so ein Beispiel,

                    0:22:25–0:22:27

                    einfach zu sagen, wie geil eigentlich gemeinschaftspassiertes Wirtschaften ist,

                    0:22:27–0:22:31

                    wie geil man auf Basis von Sowieso-Ausgaben Geschäftsmodelle entwickeln kann.

                    0:22:31–0:22:34

                    Und das geht eigentlich in vielen Bereichen so. Immer wenn man darüber nachdenkt,

                    0:22:34–0:22:37

                    was brauchen die Leute monatlich eigentlich regelmäßig.

                    0:22:38–0:22:42

                    Und ja, hier entsteht ein toller dritter Ort, toller Transformationsort.

                    0:22:42–0:22:46

                    Und ja, so ein typisches Beispiel, dass ich mal nochmal ein bisschen Absatz

                    0:22:46–0:22:50

                    hier zeigen wollte, was denn potenziell alles möglich ist und worüber ich mir

                    0:22:50–0:22:52

                    vor drei Wochen selber noch keine Gedanken gemacht habe.

                    Tobias
                    0:22:52–0:22:56

                    Mir ist gerade bei dem Thema Kindern sofort irgendwie so Stoffwindeln,

                    0:22:57–0:22:58

                    gemeinschaftsbasiertes Stoffwindelverkauf.

                    0:22:59–0:23:02

                    Die braucht man auch regelmäßig über lange Zeit.

                    Timo
                    0:23:02–0:23:04

                    Ich dachte jetzt irgendwie an Waschen von diesen Stoffwindeln.

                    Tobias
                    0:23:07–0:23:10

                    Ja, okay, das ist vielleicht doch ein individuelles Problem.

                    Timo
                    0:23:10–0:23:16

                    Nee, nee, nee, nicht sowas. Also ganz kurz, ne? Also Waschen war ja auch mal

                    0:23:16–0:23:17

                    eine Gemeinschaftsaufgabe.

                    0:23:17–0:23:20

                    Ja, das stimmt. Okay, aber jetzt sind wir quasi ein bisschen abgedriftet.

                    0:23:21–0:23:25

                    Genau, aber ich würde einfach sagen, Möglichkeiten ohne Ende.

                    0:23:25–0:23:29

                    Man muss sich da ein bisschen reindenken. Es ist Transformationspotenzial da.

                    0:23:30–0:23:33

                    Und man schafft wirklich Zukunftsorte. Und stellt euch einfach vor,

                    0:23:33–0:23:36

                    ich will diesen Spielwarenladen auch bei mir im Ort haben.

                    0:23:37–0:23:41

                    Bitte, bitte, bitte, ich will so einen Laden haben. Und ich glaube, meine Kinder auch.

                    Tobias
                    0:23:42–0:23:46

                    Schön. Ja, ich würde sagen, dann haben wir mal kurz erläutert,

                    0:23:46–0:23:51

                    was so die Sowieso-Ausgaben sind und wie man das ganz gut gemeinschaftsbasiert

                    0:23:51–0:23:56

                    umsetzen kann und ganz, eigentlich ganz einfach und niederschwellig transformativ.

                    0:23:56–0:24:00

                    Macht euch mal Gedanken, ob vielleicht ganz niederschwellig eine Solawi bei

                    0:24:00–0:24:04

                    euch in der Region ist und ob ihr da, ich glaube, wenn ihr schnell seid,

                    0:24:04–0:24:08

                    schafft es vielleicht noch für dieses Jahr Mitglied werden könnt.

                    0:24:08–0:24:11

                    Ja, und ansonsten danke ich natürlich

                    0:24:11–0:24:14

                    allen Menschen, die uns hier in der Podcast-Gemeinschaft unterstützen.

                    0:24:14–0:24:19

                    Danke dir, Timo, für deine guten Eingebungen hier und bei allen Zuhörenden bedanke

                    0:24:19–0:24:21

                    ich mich für die Aufmerksamkeit. Tschüss!

                    The post MP075 – Sowieso-Ausgaben und gemeinschaftsbasierte Transformation appeared first on MYZELIUM.

                    25 min
                  • MP074 - MYZELIUM Insights: Unternehmer:innen im Fokus

                    • Isabelle Kempf

                        In dieser spannenden Podcastfolge tauchen Tobi, Timo sowie die inspirierenden Gästinnen Isabelle Kempf und Franziska Stromberg tief in die Welt des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens ein. Der Fokus liegt dabei auf den einzigartigen Herausforderungen und Chancen, die sich bei der Neugründung oder Umstellung eines Unternehmens ergeben, insbesondere im Kontext anbieterzentrierter Modelle – ein Gebiet, auf das sich das MYZELIUM spezialisiert hat.

                        Die Gesprächsrunde enthüllt faszinierende Einblicke in die Transparenz und individuelle Kommunikation mit den Mitgliedern. Doch nicht nur das: Die Teilnehmer:innen tauchen tief in das neu definierte Rollenverständnis der Unternehmer:innen ein, wenn es darum geht, mit ihren Gemeinschaften zu interagieren. Hierbei wird die Gemeinschaft selbst zum treibenden Motor, der nicht nur soziale, sondern auch finanzielle Verantwortung übernimmt – ein Paradigmenwechsel weg von der unpersönlichen Kundenrolle hin zu einer engen Beziehung zwischen Unternehmer:in und Gemeinschaft.

                        Höre, wie die Gemeinschaft nicht nur Energie einbringt, sondern auch Vertrauen schenkt und aktiv in Beziehung mit dem Unternehmen tritt. Die Unternehmer:in wird in dieser neuen Dynamik nicht nur zur Anbieter:in, sondern auch zum Anker, Coach und Community-Manager. Verantwortlich für den Erfolg des Angebots, die Öffnung des Raums und die Beziehungsarbeit mit der pulsierenden Gemeinschaft.

                        Begib dich mit uns auf eine Reise durch die Zukunft des Wirtschaftens – eine Reise, die nicht nur die Unternehmenslandschaft transformiert, sondern auch die Beziehung zwischen Unternehmer:innen und Konsument:innen neu definiert. Willkommen zu „MYZELIUM Insights: Unternehmer:innen im Fokus“!

                        MP012 – Die gemeinschaftsbasierte Unternehmer:In mit Steffi Rieger
                        MP028 – Unternehmer:Innentum als Carearbeit
                        MP033 – Franz!Werk gemeinschaftsbasiert geht Co-Working besser

                        Umgekrempelt Ultras

                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                        Transkription
                        Tobias
                        0:00:09–0:00:13

                        Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Mezelium-Podcasts.

                        0:00:13–0:00:17

                        Folge 74 ist mir gerade bewusst geworden, als wir hier gestartet haben.

                        0:00:17–0:00:23

                        Ja, irgendwie schon ganz schön viele Folgen. Und wie immer an meiner Seite der Timo. Hi Timo.

                        Timo
                        0:00:23–0:00:24

                        Hallo.

                        Tobias
                        0:00:24–0:00:28

                        Und ich freue mich ganz besonders, heute haben wir uns noch weibliche Unterstützung

                        0:00:28–0:00:31

                        dazu eingeladen. Franzi und Isabel, hallo zusammen.

                        Franziska
                        0:00:32–0:00:33

                        Hallo. Hallo.

                        Tobias
                        0:00:33–0:00:37

                        Ja, ich hole ein bisschen aus. Wir waren am 7.12. in Bochum zusammen,

                        0:00:37–0:00:42

                        in ganz unterschiedlichen Rollen beim Zukunftsdialog der GLS Bank,

                        0:00:42–0:00:47

                        organisiert von Nela und dem Mycelium und noch vielen weiteren Leuten.

                        0:00:48–0:00:51

                        Da gibt es, ich glaube, auf LinkedIn haben die ein bisschen was gepostet dazu,

                        0:00:51–0:00:52

                        könnt ihr mal reinschauen.

                        0:00:52–0:01:00

                        Ja, und da gab es ja allerlei Austausch zum Thema gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.

                        0:01:00–0:01:05

                        Und ja, Timo, du hattest Gedanken dazu und hast dann gedacht,

                        0:01:05–0:01:08

                        ja, wir müssen da nochmal so ein bisschen einen Nachklapp machen,

                        0:01:09–0:01:13

                        weil irgendwie nicht alles dazu gesagt wurde oder noch ein paar Sachen offen

                        0:01:13–0:01:19

                        geblieben sind, obwohl wir da wirklich einen langen und schönen und intensiven Austausch hatten.

                        0:01:20–0:01:26

                        Ja, und so kommt es, dass wir heute hier zu viert hier zusammensitzen und wie

                        0:01:26–0:01:31

                        gesagt uns Franzi und Isabel eingeladen haben, Aber wer die beiden noch nicht

                        0:01:31–0:01:33

                        kennt, ihr solltet die auf jeden Fall kennenlernen.

                        0:01:33–0:01:37

                        Und dazu gebe ich jetzt den kleinen Ball, den kleinen Vorstellungsball in die

                        0:01:37–0:01:39

                        Runde. Ja, Isabel, wer bist du denn?

                        Isabelle Kempf
                        0:01:41–0:01:45

                        Ja, ich bin Isabel. Ich habe einen Laden in Mannheim, der heißt Umgekrempelt.

                        0:01:45–0:01:49

                        Den habe ich 2015 schon gegründet, also den gibt es schon acht Jahre.

                        0:01:50–0:01:54

                        Auf dem konventionellen Weg bin ich da ein bisschen an meine Grenzen gestoßen,

                        0:01:54–0:01:59

                        Fair Fashion zu verkaufen, weil mir Nachhaltigkeit ganz, ganz wichtig ist und

                        0:01:59–0:02:01

                        ich das gerne wirklich zu Ende denke.

                        0:02:01–0:02:04

                        Also was bedeutet echte Nachhaltigkeit in Bezug auf Mode?

                        0:02:05–0:02:08

                        Deswegen haben wir hier von Anfang an Jeans repariert und so,

                        0:02:08–0:02:12

                        aber es bleibt eben doch der Knackpunkt, dass wir immer weiter unsere Kundschaft

                        0:02:12–0:02:14

                        dazu auffordern müssen, regelmäßig was zu kaufen.

                        0:02:14–0:02:23

                        Und jetzt bin ich im Mai 2023 über das Mycelium gestolpert und habe mit dem Timo gesprochen.

                        0:02:23–0:02:25

                        Und ja, dann war eigentlich ganz

                        0:02:25–0:02:28

                        schnell klar, wir brauchen ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell.

                        0:02:29–0:02:34

                        Und das haben wir jetzt seit zwei Monaten und haben eine kleine,

                        0:02:34–0:02:36

                        feine Gemeinschaft schon aufgebaut,

                        0:02:36–0:02:40

                        die stetig weiter wächst und die uns, glaube ich, jetzt die Möglichkeit gibt,

                        0:02:40–0:02:45

                        wirklich da Stabilität reinzukriegen und uns von diesen Schwankungen unabhängig zu machen.

                        Tobias
                        0:02:46–0:02:50

                        Ja, sehr schön. Und Franzi, du bist auch gemeinschaftsbasierte Unternehmerin.

                        Franziska
                        0:02:51–0:02:55

                        Genau, ich hatte ja eines der ersten Projekte von Mithilium eigentlich mitgestartet,

                        0:02:55–0:03:01

                        das Franzwerk, der erste solidarische Coworking-Space, den es eigentlich so gab.

                        0:03:01–0:03:06

                        Und genau, war da Anbieterin einige Monate und Jahre und bin aber tatsächlich

                        0:03:06–0:03:11

                        dann in Mutterschutz und in Elternzeit gegangen und habe mich aus der AnbieterInnen-Rolle

                        0:03:11–0:03:15

                        sozusagen wieder verabschiedet und darf heute in einer ganz neuen Rolle da sein,

                        0:03:15–0:03:19

                        nämlich ruft mich bald das Mithilium und nach meiner Elternzeit darf ich dort weitermachen.

                        Tobias
                        0:03:19–0:03:23

                        Ja, sehr schön. Ja, wie ich ja schon angedeutet habe, soll es heute noch mal

                        0:03:23–0:03:26

                        ein bisschen um gemeinschaftsbasiertes UnternehmerInnentum gehen.

                        0:03:26–0:03:30

                        Wir haben dazu, ja, das war eine unserer ersten Folgen, Folge 12,

                        0:03:31–0:03:36

                        drei Jahre oder so ist das schon her, eine Folge gemacht mit Steffi Rieger und

                        0:03:36–0:03:39

                        dann aber auch noch mal eine mit Nadine Stalpes, Folge 28.

                        0:03:40–0:03:41

                        Da geht es dann noch mal ein bisschen

                        0:03:41–0:03:44

                        mehr um die Care-Arbeit hinter gemeinschaftsbasierten Unternehmen.

                        0:03:45–0:03:49

                        Ja, und wie schon anfangs gesagt, haben wir das Gefühl, wir müssen da noch mal

                        0:03:49–0:03:51

                        ein bisschen was nachschieben und klarstellen.

                        0:03:51–0:03:58

                        Timo, was hat dich denn da bewegt, das Ganze in Auftrag zu geben oder anzupacken?

                        Timo
                        0:03:59–0:04:03

                        Timo Leipziger Ja, tatsächlich war das so, dass wir nach der Veranstaltung zusammen

                        0:04:03–0:04:09

                        im Zug saßen, das ist genau die Uta Krasmannsdorf, die Franzi, Isabel und ich.

                        0:04:10–0:04:14

                        Und die Diskussion ging so ein ein bisschen darum zu sagen, so ja,

                        0:04:15–0:04:19

                        irgendwie haben wir diese Position gemeinschaftsbasiertes Unternehmertum und

                        0:04:19–0:04:25

                        deren Bedeutung darum, ja, da haben wir irgendwie gemerkt, so irgendwie haben

                        0:04:25–0:04:27

                        wir da einen Punkt und der ist nicht so ganz deutlich geworden.

                        0:04:28–0:04:33

                        Und genau, und da haben wir halt eben gesagt, so ja, lass uns dazu nochmal eine

                        0:04:33–0:04:36

                        Folge machen und vielleicht auch nochmal so ein bisschen zur Abgrenzung zu den

                        0:04:36–0:04:39

                        bestehenden Folgen, die Folge 12 mit Steffi Rieger,

                        0:04:39–0:04:43

                        die gemeinschaftsbasierte Unternehmerin, geht es nochmal sehr stark quasi aus

                        0:04:43–0:04:48

                        der Position des unternehmerischen Handelns heraus. Was macht das eigentlich aus?

                        0:04:48–0:04:51

                        Aber auch tatsächlich, diese Folge ist auch schon drei Jahre alt.

                        0:04:51–0:04:54

                        Ja, und dann hatten wir noch eine Folge mit Nadine Stalpes.

                        0:04:54–0:04:59

                        Da ging es um Unternehmertum als Care-Arbeit, gerade um die Pflege der Gemeinschaft.

                        0:05:00–0:05:03

                        Und jetzt, da haben wir einfach gesagt, wir wollen das nochmal,

                        0:05:04–0:05:09

                        bündeln, nochmal zusammenbringen und auch aktuell nochmal diskutieren und einfach

                        0:05:09–0:05:13

                        nochmal zu sagen, okay, was ist denn dieses gemeinschaftsbasierte Unternehmertum,

                        0:05:13–0:05:16

                        Unternehmerinnentum, das wir,

                        0:05:17–0:05:18

                        für so Wichtigheiten im Bezählung?

                        Franziska
                        0:05:19–0:05:22

                        Weil ich auch gespürt habe bei dieser Veranstaltung, dass es wie so eine Art

                        0:05:22–0:05:27

                        Ablehnung gibt der Anbieter in den Zentrierungen oder so. Oder es wird einfach

                        0:05:27–0:05:28

                        nicht richtig verstanden.

                        0:05:28–0:05:31

                        Und ich habe so das Gefühl, das kommt auf der einen Seite daher,

                        0:05:31–0:05:35

                        dass wir einfach wahrscheinlich alle keinen Bock mehr haben auf Unternehmer,

                        0:05:35–0:05:37

                        auf patriarchale Strukturen, auf Autorität.

                        0:05:38–0:05:42

                        Und gleichzeitig dann oft in die Gegenübertreibung gehen im Sinne von,

                        0:05:42–0:05:45

                        okay, jetzt ist da eine Gemeinschaft und alles muss basisdemokratisch entschieden

                        0:05:45–0:05:48

                        werden. Und dann gibt es wieder gar keinen Raum mehr für unternehmerisches Handeln.

                        0:05:49–0:05:51

                        Und ich glaube, dass das Medizinium genau das eben versucht,

                        0:05:52–0:05:54

                        neu zu gestalten und neu zu definieren.

                        0:05:54–0:05:59

                        Es gibt eine Anbieterin oder eben einen Anbieter im Zentrum und der darf oder

                        0:05:59–0:06:04

                        die darf eben unternehmerisch handeln und die suchen sich dann eine Gemeinschaft,

                        0:06:04–0:06:05

                        mit der sie wirtschaften.

                        0:06:06–0:06:10

                        Das heißt eben nicht, dass UnternehmerInnen komplett ihre Entscheidungsmacht

                        0:06:10–0:06:13

                        abgeben müssen in eine Gemeinschaft, sondern dass sie versuchen,

                        0:06:13–0:06:17

                        diese Räume und diese Beziehungen einfach ganz, ganz neu zu gestalten und am

                        0:06:17–0:06:19

                        Ende aber trotzdem entscheiden dürfen,

                        0:06:19–0:06:23

                        ob sich das Unternehmen vergrößert oder ob MitarbeiterInnen eingestellt werden

                        0:06:23–0:06:27

                        oder ob das Sortiment im Laden geändert wird oder, oder, oder.

                        0:06:27–0:06:30

                        Und ich glaube, darum muss es einfach heute nochmal ein bisschen gehen,

                        0:06:31–0:06:34

                        um diese neue Geschichte, die wir da tatsächlich versuchen zu erzählen und die

                        0:06:34–0:06:36

                        aber nicht gleich immer verstanden wird.

                        Tobias
                        0:06:37–0:06:41

                        Ja, was ist denn diese neue Geschichte? Also was wird denn, oder was meinst

                        0:06:41–0:06:42

                        du, wird denn da nicht so richtig verstanden?

                        0:06:43–0:06:46

                        Weil du hast ja jetzt schon mal so ein paar Anhaltspunkte gegeben,

                        0:06:46–0:06:51

                        klar mit dieser Anbieterinzentrierung, vielleicht können wir den Begriff auch nochmal gerade klären.

                        0:06:52–0:06:55

                        Ja, aber wo merkst du da, dass da Widerstand ist oder auch Widerstand gegen

                        0:06:55–0:07:00

                        das, was die andere Seite des gemeinschaftsbasierten Wirtschafts,

                        0:07:00–0:07:04

                        oder ich will es gar nicht so trennen, gar nicht die Seite und unsere Seite oder so, So, aber ja,

                        0:07:05–0:07:07

                        was meinst du, ist da so der Knackpunkt?

                        Franziska
                        0:07:07–0:07:10

                        Genau, ich glaube, es gibt einfach ein bisschen Verwirrung auch um diesen Begriff

                        0:07:10–0:07:12

                        und um das, was da gerade so rumschwingt.

                        0:07:12–0:07:15

                        Also wie gesagt, es gibt auf der einen Seite die UnternehmerInnen,

                        0:07:15–0:07:18

                        die wir irgendwie aus der alten Welt gewöhnt sind, die irgendwie patriarchale

                        0:07:18–0:07:22

                        Strukturen haben, einfach nur Macht ausnutzen, Gewinne maximieren, aufkosten von anderen.

                        0:07:23–0:07:27

                        So, das wollen wir nicht mehr. Und was passiert denn dann so?

                        0:07:27–0:07:29

                        Also dann gibt es zum Beispiel den Begriff der Commons.

                        0:07:29–0:07:34

                        Nein, das verstehen wir tatsächlich auch nicht unter dem neuen Begriff des gemeinschaftsbasierten

                        0:07:34–0:07:38

                        Wirtschaften, sondern wir wollen Menschen mit ihren Herzensprojekten ja dabei

                        0:07:38–0:07:39

                        unterstützen, diese in die Welt zu bringen.

                        0:07:40–0:07:43

                        Und dann heißt es, es gibt da einen Menschen, der hat das Herzensprojekt,

                        0:07:43–0:07:46

                        zum Beispiel wie ich es hatte, einen Coworking Space zu betreiben,

                        0:07:46–0:07:50

                        beziehungsweise Menschen ein Arbeitszuhause oder einen Raum zur Verfügung zu

                        0:07:50–0:07:52

                        stellen, in dem sie wieder wirken können.

                        0:07:52–0:07:58

                        So, und dann gibt es zum Beispiel Menschen, die wollen an diesem Ort ganz viel Party machen.

                        0:07:58–0:08:01

                        Und dann habe ich als Unternehmerin aber ein Problem damit. Und das hat ganz

                        0:08:01–0:08:06

                        viele Gründe. Zum Beispiel, weil ich in einem Wohngebiet diesen Raum betreibe

                        0:08:06–0:08:09

                        und keinen Stress mit meinen Nachbarn haben will. Weil ich…

                        0:08:10–0:08:13

                        Gar nicht unbedingt dafür versichert bin, weil das meine Betriebshaftpflichtversicherung

                        0:08:13–0:08:15

                        gar nicht unbedingt abdecken würde, wenn da Personenschäden passieren,

                        0:08:16–0:08:20

                        weil das Bauamt uns nur eine Nutzungsgenehmigung für Coworking gegeben hat und so weiter.

                        0:08:20–0:08:23

                        Also tausende von Gründen, warum ich das nicht so gut finde.

                        0:08:23–0:08:26

                        Und dann ist die Frage, naja, muss ich jetzt so eine Entscheidung,

                        0:08:26–0:08:30

                        dass an diesem Ort nicht die ganze Zeit Party gemacht wird, in die Gemeinschaft tragen?

                        0:08:30–0:08:33

                        Und ich habe eine klare Haltung dazu, nein, muss ich nicht.

                        0:08:33–0:08:36

                        Und wenn mich jemand fragt, gab es dazu ein Gemeinschaftsprozess,

                        0:08:36–0:08:40

                        dann kann ich sagen, nein, den gab es nicht. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht.

                        0:08:40–0:08:44

                        Ich habe ganz viel Stimmung auch eingeholt. Und ja, ich habe das wahrgenommen,

                        0:08:44–0:08:45

                        dass da das Bedürfnis da ist.

                        0:08:45–0:08:50

                        Aber ich habe das mit in meine Grundlage der Entscheidung sozusagen einbezogen

                        0:08:50–0:08:52

                        und bin trotzdem der Meinung, dass es nicht geht.

                        0:08:53–0:08:57

                        Und das ist zum Beispiel so ein Beispiel, das dann auftaucht,

                        0:08:57–0:09:02

                        weil wir eben mit dem gemeinschaftsbasierten Wirtschaften irgendwie Neuland betreten.

                        0:09:03–0:09:06

                        Mitglieder nicht unbedingt wissen, naja, was heißt denn Mitgliedschaft oder

                        0:09:06–0:09:08

                        was ist denn meine Rolle?

                        0:09:08–0:09:11

                        Ist meine Rolle jetzt zu entscheiden, ob da Partys gemacht werden oder nicht?

                        0:09:11–0:09:15

                        Ist meine Rolle zu entscheiden, ob da Wände eingerissen werden oder nicht?

                        0:09:15–0:09:18

                        Und das müssen wir alles, dafür brauchen wir eben Sprache.

                        0:09:18–0:09:23

                        Und wir müssen uns das in einem Organisationsmodell, meiner Meinung nach am

                        0:09:23–0:09:28

                        besten, bevor wir starten, darüber Gedanken machen und auch einfach das mit

                        0:09:28–0:09:32

                        in unser Angebot integrieren und den Menschen auch immer wieder erklären.

                        0:09:32–0:09:36

                        Und für mich bedeutet dieses verantwortungsvolle Mitglied, das da im besten

                        0:09:36–0:09:40

                        Fall entsteht, Zum Beispiel, dass die Menschen sich darüber bewusst sind,

                        0:09:40–0:09:44

                        dass sie Verantwortung für die Qualität von diesen Räumen haben,

                        0:09:44–0:09:45

                        also mit Verantwortung,

                        0:09:45–0:09:49

                        dass sie sich fragen können, okay, geht es dieser Anbieterin oder diesem Anbieter

                        0:09:49–0:09:51

                        gerade gut oder was kann ich auch dafür tun?

                        0:09:51–0:09:55

                        Und dass sie zum Beispiel Resonanz geben. Also wir haben ganz viel mit Umfragen

                        0:09:55–0:09:57

                        gearbeitet und immer wieder abgefragt,

                        0:09:57–0:10:01

                        naja, was sind denn gerade irgendwie eure Bedürfnisse, was sind eure Interessen

                        0:10:01–0:10:06

                        und dann sind die in diesem Raum und die werden auch als Entscheidungsgrundlage

                        0:10:06–0:10:09

                        mitgenommen und trotzdem möchte ich nicht, dass basisdemokratisch über gewisse

                        0:10:09–0:10:11

                        Dinge dann entschieden wird.

                        0:10:12–0:10:15

                        Und ich glaube, wir mussten mit dem Franz weg. Wir hatten ein tolles Konzept

                        0:10:15–0:10:18

                        für das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, haben das sozusagen auf der finanziellen

                        0:10:18–0:10:20

                        Ebene alles wunderbar umgesetzt.

                        0:10:20–0:10:22

                        Und dann kamen diese kleinen Themen dazu.

                        0:10:22–0:10:26

                        Diese Aha, wir sind jetzt in Beziehung. Was heißt das denn?

                        0:10:26–0:10:30

                        Was entstehen da eigentlich für Konflikte? Und wie gehen wir mit diesen ganzen Themen eigentlich um?

                        0:10:31–0:10:34

                        Und das Tolle ist, ja, wir durften unsere Erfahrung machen. Und die würde ich

                        0:10:34–0:10:36

                        gerne eben in Zukunft beim Beziehung weitergeben.

                        Tobias
                        0:10:37–0:10:42

                        Also, wie soll man sagen, zynisch gesagt, wer in Deutschland haftet,

                        0:10:42–0:10:43

                        der hat auf die Entscheidung.

                        Franziska
                        0:10:45–0:10:48

                        Naja, da ist schon ein bisschen was dran. Also wie gesagt, wenn man so eine

                        0:10:48–0:10:52

                        UG gründet, dann gibt es da einen Geschäftsführer und da gibt es im Zweifel

                        0:10:52–0:10:54

                        eine Durchgriffshaft, auch auf das Privatvermögen.

                        0:10:55–0:10:59

                        Und deshalb, nein, ist es nicht so einfach, das tatsächlich einfach loszulassen oder herzugeben.

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                        Und ich wünschte, dass wir mehr schon an dem Punkt sind, wo die Menschen damit

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                        was anfangen können, was denn Verantwortung am Ende eben bedeutet.

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                        Und dass es eben auch nicht so einfach ist für die Menschen,

                        0:11:11–0:11:15

                        die ihre Herzensprojekte da gerade umsetzen, da auch Verantwortung immer wieder

                        0:11:15–0:11:18

                        abzugeben, auch wenn es immer wieder unsere Aufgabe ist.

                        0:11:18–0:11:23

                        Und da muss man, glaube ich, mal wieder reingehen und auch merken,

                        0:11:23–0:11:24

                        aha, wie fühlt sich das eigentlich an?

                        0:11:24–0:11:27

                        Kann ich da noch mitgehen? Oder im Zweifel auch einfach Nein sagen können, ja.

                        Tobias
                        0:11:27–0:11:31

                        Und dann auch mit der Resonanz klarkommen, wenn man Nein sagt,

                        0:11:31–0:11:32

                        oder? Das ist ja vielleicht…

                        Franziska
                        0:11:33–0:11:37

                        Also das ist total spannend. Ich glaube, am Ende ist es das Wichtige oder auch

                        0:11:37–0:11:41

                        eine dieser Tugenden ist tatsächlich Transparenz.

                        0:11:41–0:11:48

                        Also sagen, warum man sich wie entscheidet und dann, also nicht nur die Entscheidung

                        0:11:48–0:11:51

                        sozusagen transparent machen, sondern auch das, was da dahinter liegt und den

                        0:11:51–0:11:55

                        Menschen erklären, naja, warum bin ich denn nicht dafür, dass da so viel Party gemacht wird?

                        0:11:55–0:12:00

                        Und ganz im Ernst, am Ende, wenn man das sich dann dann angehört hat,

                        0:12:00–0:12:04

                        dann gibt es ganz wenige Menschen, die immer noch dastehen und sagen, aber warum denn nicht?

                        0:12:04–0:12:08

                        Die gibt es auch manchmal und mit denen haben wir AnbieterInnen dann auch unsere

                        0:12:08–0:12:13

                        Schwierigkeiten und das ist dann wieder wahrscheinlich ein Wachstumsprozess,

                        0:12:13–0:12:15

                        der dann anklopft oder so.

                        Tobias
                        0:12:16–0:12:20

                        Ich würde mal gerne die Frage auch weitergeben an Isabel, weil ich weiß jetzt

                        0:12:20–0:12:24

                        nicht, wie es bei dir war im Franzwerk, Franzi, aber Isabel hat ja quasi zwei

                        0:12:24–0:12:24

                        Verantwortlichkeiten.

                        0:12:24–0:12:27

                        Einmal mit der Gemeinschaft und du hast ja aber auch noch Mitarbeiterinnen.

                        0:12:28–0:12:32

                        Das sind, glaube ich, alles Frauen, deswegen die Pause ausgemacht.

                        Isabelle Kempf
                        0:12:32–0:12:37

                        Das war nicht immer so, aber im Moment sind wir eine reine Frauentruppe.

                        Tobias
                        0:12:37–0:12:40

                        Ja, kannst du da mitgehen, was Franzi sagt?

                        Isabelle Kempf
                        0:12:40–0:12:44

                        Ja, absolut. Also kann ich genauso unterschreiben.

                        0:12:44–0:12:49

                        Ich glaube, der Trick daran ist, dass es halt Beziehungen sind.

                        0:12:49–0:12:53

                        Und das ist wie bei jeder Beziehung, dass es einfach Arbeit ist,

                        0:12:53–0:12:55

                        man da Mühe reinstecken muss.

                        0:12:55–0:12:59

                        Also klar, es gibt irgendwelche Regeln, auf die kann man sich einigen,

                        0:12:59–0:13:04

                        aber es ist halt, es werden Dinge auftauchen, für die hat man noch keine Lösung

                        0:13:04–0:13:09

                        und dann muss man eine finden und dann muss man darüber kommunizieren und es geht ganz stark darum,

                        0:13:09–0:13:15

                        dass alle Beteiligten ihre Bedürfnisse da irgendwie vorbringen können und ganz

                        0:13:15–0:13:18

                        klar ist, ja, Entschuldigung, wer haftet, hat am Ende die Entscheidung,

                        0:13:19–0:13:20

                        weil ich meine, was denn sonst?

                        0:13:21–0:13:27

                        Und was ich aber auch die Erfahrung gemacht habe, also habe ich ja schon gesagt,

                        0:13:27–0:13:29

                        meinen Laden gibt es schon acht Jahre.

                        0:13:29–0:13:32

                        Das heißt, die Leute kennen meine Vision, die kennen mich und wir haben das

                        0:13:32–0:13:34

                        ja sozusagen dann von hinten an gedockt.

                        0:13:34–0:13:38

                        Sprich, die Leute, die jetzt Mitglied geworden sind, die sind es geworden,

                        0:13:39–0:13:45

                        weil sie sowieso schon die ganze Zeit mit mir in Beziehung sind und mich dabei unterstützen wollen,

                        0:13:46–0:13:51

                        dass es hier weitergeht, weil sie gemerkt haben, ups, das ist kein Selbstläufer.

                        0:13:51–0:13:55

                        Aber ich habe es Ihnen gesagt, ja, also ich schreibe sehr persönliche Newsletter.

                        0:13:55–0:13:59

                        Also ich habe auch schon bevor wir jetzt quasi eine Gemeinschaft aufgebaut haben,

                        0:14:00–0:14:01

                        habe ich sehr viel mit Direktkrediten gearbeitet.

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                        Also ich habe schon seit Jahren quasi diese sehr persönliche Beziehung mit meiner Kundschaft aufgebaut.

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                        Und nach aber auch die Erfahrung, also gerade wo ich jetzt quasi die nächste

                        0:14:14–0:14:17

                        Stufe gezündet habe und gesagt habe, ihr könnt jetzt Mitglied werden.

                        0:14:17–0:14:21

                        Hier, es gibt die ungekrempelt Ultras. Wollt ihr dabei sein?

                        0:14:22–0:14:27

                        Seid dabei, weil… Da kam ganz viel so, aber wir wollen nicht mitentscheiden.

                        0:14:28–0:14:31

                        Also es wollen echt auch nicht und nicht alle machen.

                        0:14:31–0:14:36

                        Und es gibt halt oft dieses Ding, dass Gemeinschaften sich gründen und da ist

                        0:14:36–0:14:38

                        das gewollt, dass man mitentscheidet.

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                        Und dann machen die Leute nicht nur gute Erfahrungen und es ist auch manchmal einfach zu viel.

                        0:14:43–0:14:46

                        Die meisten in meiner Gemeinschaft sind, glaube ich, super froh,

                        0:14:46–0:14:48

                        dass sie wissen, ich entscheide.

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                        Ich weiß auch, wie dieser Laden funktioniert, weil ich habe damit acht Jahre

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                        Erfahrung und die kämen nie auf die Idee, mir da jetzt reinquatschen zu wollen.

                        0:14:56–0:15:00

                        Die sind super happy, dass ich sie anhöre, dass sie Wünsche äußern können,

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                        dass sie eben Transparenz erfahren,

                        0:15:04–0:15:08

                        wie du gesagt hast, Transi, Transparenz, super wichtig, die Karten auf den Tisch

                        0:15:08–0:15:11

                        zu legen, sagen, so sieht es aus, ich entscheide so, weil,

                        0:15:11–0:15:16

                        ich brauche dafür das und das, ja, und dann gehen die halt einfach mit.

                        0:15:16–0:15:20

                        Und jeder unterstützt mich dann in der Art und Weise, wie er oder sie kann.

                        0:15:20–0:15:27

                        Halt auch, also mit monatlichen Beiträgen ist das eine, aber auch einfach mit emotionalem Support.

                        0:15:27–0:15:33

                        Also wir hatten vor kurzem so eine Situation, wo wir einfach hier personell,

                        0:15:33–0:15:37

                        persönlich sowieso komplett an unsere Grenzen gestoßen sind und ich musste dann

                        0:15:37–0:15:40

                        einfach den Laden für drei Tage schließen.

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                        Das ist noch nie vorgekommen in acht Jahren, aber es war dann einfach dran.

                        0:15:43–0:15:47

                        Und ich habe diese E-Mail rausgeschickt und ich habe dann, also die gingen ja

                        0:15:47–0:15:51

                        an alle Kunden, nicht nur an die Gemeinschaft, sondern an alle.

                        0:15:51–0:15:56

                        Ich habe aber dann wirklich vor allem von den Gemeinschaftsmitgliedern unheimlich

                        0:15:56–0:16:01

                        viele super berührende Nachrichten bekommen, die mir einfach gesagt haben,

                        0:16:01–0:16:05

                        ja, bitte pass auf dich auf, kümmere dich um dich und du hast das genau richtig entschieden.

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                        Also da fand ich es halt auch echt krass, wo ich diese Beziehung gespürt habe,

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                        die halt jetzt bei uns eben spannenderweise schon länger da war und die jetzt

                        0:16:15–0:16:18

                        aber quasi eine Form gefunden hat.

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                        Weil davor, wir haben auch schon die ganze Zeit gesagt, wie können wir dir helfen?

                        0:16:22–0:16:29

                        Aber ich konnte ihnen nichts Konkretes anbieten, wie sie mich wirklich sinnvoll unterstützen können.

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                        Und weil du gesagt hast, mit dem Team, also im Moment habe ich eine Mitarbeiterin

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                        und da ist es im Prinzip das Gleiche, ja, also wir reden einfach miteinander.

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                        Im Prinzip, wir wuppen jetzt zu zweit diesen Laden und gerade wenn es darum

                        0:16:42–0:16:45

                        geht, wer arbeitet wann, dann sage ich, hey, wie passt das für dich?

                        0:16:45–0:16:49

                        Und dann gibt es halt Zeiten, da ist es für sie total einfach und es gibt Zeiten,

                        0:16:49–0:16:52

                        da ist es für mich total einfach und manchmal ist es für beide schwierig und

                        0:16:52–0:16:54

                        dann gucken wir halt, wie es funktioniert.

                        Tobias
                        0:16:56–0:17:02

                        Ja, Timo, das Gehörte, wie wirkt das für dich ja jetzt auch in unserer Fragestellung

                        0:17:02–0:17:07

                        der Folge mit, okay, ich bin ja doch noch Unternehmerin und habe die Entscheidung

                        0:17:07–0:17:09

                        und Verantwortung oder halt dieses,

                        0:17:09–0:17:12

                        ja gut, alles muss in der Gemeinschaft entschieden werden?

                        Timo
                        0:17:12–0:17:16

                        Ja, also ich glaube, vielleicht ganz kurz, ich glaube, ich gehe mal ganz kurz

                        0:17:16–0:17:22

                        auf das Gehörte ein und dann gehe ich so ein bisschen in den Theoriebereich.

                        Tobias
                        0:17:23–0:17:26

                        Ja, wir haben jetzt viel gehört. Einmal einordnen, ja. Genau.

                        Timo
                        0:17:26–0:17:28

                        Also ich glaube, was halt eben sehr wichtig ist, zum Beispiel gerade nochmal,

                        0:17:28–0:17:32

                        was Isabel gesagt hat, aber auch was Franzi eingedeutet hat,

                        0:17:32–0:17:34

                        was ist eigentlich die oberste Aufgabe eines Mitglieds?

                        0:17:34–0:17:39

                        Im Grunde ist, also könnte man sagen, also Care-Arbeit einfach machen, ja.

                        0:17:39–0:17:47

                        Also die Mitgestaltung der Gemeinschaft, finanzielle und soziale Verantwortung mit übernehmen,

                        0:17:47–0:17:52

                        weil das ist Energie in den Prozess reinnehmen und gleichzeitig,

                        0:17:52–0:17:55

                        wenn man sich nicht besonders reif in der Gemeinschaft verhält,

                        0:17:55–0:17:58

                        also wenn man zum Beispiel lange einfach, trotz längerer Diskussion,

                        0:17:58–0:18:00

                        trotzdem auf die Party besteht, dann kommt man halt in den Moment,

                        0:18:01–0:18:03

                        wo irgendwer dann irgendwann mal sagen muss, so nein,

                        0:18:04–0:18:08

                        an der Diskussion geht es nicht weiter und das entzieht dann super viel Kraft und Energie.

                        0:18:09–0:18:12

                        Und das zeigt halt aber auch, wo die Schwierigkeit drin liegt,

                        0:18:12–0:18:20

                        wenn Menschen quasi einfordern, mitunternehmerisch, also unternehmerisch mitentscheiden zu dürfen.

                        0:18:20–0:18:24

                        Und das entsteht insbesondere halt eben auch aus Gründungsprozessen heraus,

                        0:18:24–0:18:28

                        wie das im Franzwerk eben auch gemacht wurde, wo halt dann wirklich manche Menschen

                        0:18:28–0:18:30

                        eben nicht verstehen, nee,

                        0:18:30–0:18:34

                        wir haben das ganze Ding hier nicht gleichberechtigt alle zusammen hier aus

                        0:18:34–0:18:39

                        da drauf gehoben, sondern es gab Menschen, die haben es gemacht und du hast

                        0:18:39–0:18:41

                        sie dabei unterstützt und das ist total toll.

                        0:18:41–0:18:45

                        Aber ohne die zwei, Franzi und Stefan zum Beispiel, die das jetzt quasi haben

                        0:18:45–0:18:48

                        entstehen lassen, also gerade auch das Organisationsmodell und so,

                        0:18:48–0:18:51

                        wäre es dieser Ort so nicht entstanden.

                        0:18:52–0:18:56

                        Und das ist etwas, was manche Menschen einfach nicht verstehen wollen,

                        0:18:56–0:19:02

                        Also auch in der Wertschätzung nicht verstehen wollen und auch nicht sehen.

                        0:19:02–0:19:06

                        Und deswegen ist es an der Stelle auch wichtig, das ganz klar auch zu kommunizieren

                        0:19:06–0:19:11

                        und auch zu artikulieren und auch sehr, sehr weit am Anfang klar zu machen,

                        0:19:11–0:19:15

                        hey, du möchtest Teil dieser Gemeinschaft werden. werden. Dieser Prozess läuft genauso.

                        0:19:16–0:19:21

                        Also wir zwei sind gerade dabei, das zu machen. Wir haben unsere eigenen Bedürfnisse

                        0:19:21–0:19:23

                        definiert. Wir wissen, wie wir diesen Ort tragen können.

                        0:19:24–0:19:26

                        Und wenn du Teil dieser Gemeinschaft werden willst, sind das zum Beispiel deine Aufgaben,

                        0:19:27–0:19:32

                        Eben zum Beispiel nicht explizit mit zu entscheiden, wie dieser Raum geführt

                        0:19:32–0:19:36

                        wird, sondern im Wesentlichen auch Verantwortung quasi für die Care-Arbeit zu übernehmen.

                        0:19:36–0:19:40

                        Also im Unverpacktladen sagen wir immer liebevoll, was kannst du denn tun?

                        0:19:40–0:19:42

                        Ja, schaff es mal einkaufen zu gehen.

                        0:19:42–0:19:47

                        So Basisverantwortung. Oder sei in diesem Raum und hinterlasse mehr Energie,

                        0:19:47–0:19:49

                        bring mehr Energie rein, als dass du mitnimmst.

                        0:19:51–0:19:55

                        So, also auch als innere Haltung. Ich gehe vielleicht in den Raum und erkläre

                        0:19:55–0:19:58

                        erstmal allen Beteiligten, wie toll es ist, anstatt reinzugehen und zu sagen, was dich heute stört.

                        0:20:00–0:20:04

                        Und gleichzeitig halt eben auch ein Verständnis davon, dass du gehört wirst.

                        0:20:04–0:20:08

                        Das ist gar kein Verständnis. Es gibt überhaupt keine Idee davon,

                        0:20:08–0:20:10

                        über dich hinweg zu entscheiden.

                        0:20:11–0:20:14

                        Sondern es gibt einfach verschiedene Rollen und Aufgaben. Und die Rolle einer

                        0:20:14–0:20:19

                        Unternehmerin ist es in der Regel, gerade auch am Anfang, etwas zu schöpfen, was es noch nicht gibt.

                        0:20:19–0:20:23

                        Also in der Management-Literatur, gerade bei ganz neuen Dingen,

                        0:20:23–0:20:27

                        redet man ja von Entrepreneurship. Ja, Schumpeter redet hier von schöpferischer

                        0:20:27–0:20:32

                        Zerstörung, wo ja veraltete, vergrößerte Marktstrukturen aufgerissen werden.

                        0:20:32–0:20:35

                        Bei uns, die wir nicht am Markt unterwegs sind, ist es eher,

                        0:20:35–0:20:39

                        sag ich mal, ist es eher sowas wie schöpferische Schöpfung, weil wir wollen

                        0:20:39–0:20:41

                        ja nichts zerstören, sondern was Neues dazu bringen.

                        0:20:42–0:20:45

                        Aber doch ist es etwas, dass es hier Menschen gibt, die sich etwas vorstellen

                        0:20:45–0:20:48

                        können, was die anderen noch nicht sehen.

                        0:20:48–0:20:50

                        Und dann bringen sie es in die

                        0:20:50–0:20:53

                        Realität und machen es auch zu so etwas wie einer gemeinsamen Realität.

                        0:20:53–0:20:58

                        Aber dieser Akt quasi in etwas Visionäres hinein zu handeln,

                        0:20:58–0:21:00

                        das kann nicht jeder Mensch.

                        0:21:01–0:21:05

                        Und dazu ist auch nicht jeder Mensch ausgebildet. Die meisten Menschen in unserer

                        0:21:05–0:21:11

                        Gesellschaft sind eher ausgebildet, Prozesse zu optimieren, sind eher Management-Menschen.

                        0:21:11–0:21:15

                        Und hier geht es quasi um ein gegenseitiges Verständnis, aber auch Wertschätzung in die Welt zu bringen.

                        0:21:15–0:21:19

                        Also diese Unternehmer oder Unternehmerinnen, die sind jetzt nicht leichtfertig

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                        oder leichtfüßig und verantwortungslos. Nein, die handeln anders.

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                        Die sind häufig nicht so detailverliebt, aber gerade deswegen können sie etwas

                        0:21:28–0:21:30

                        Neues in die Welt bringen.

                        0:21:30–0:21:33

                        Und dieses gegenseitige Verständnis, gerade auch in Gründungsprozessen,

                        0:21:34–0:21:38

                        immer wieder wachzuheben und zu sagen, hey, was bin ich, was tut ihr,

                        0:21:38–0:21:40

                        was ist meine Verantwortung, was ist eure Verantwortung,

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                        ist, glaube ich, gerade bei Gründungsprozessen schwieriger aufrechtzuerhalten

                        0:21:44–0:21:46

                        und muss man expliziter argumentieren.

                        0:21:46–0:21:49

                        Also wie zum Beispiel, wenn der bestehende Laden schon klar ist und das Verhältnis

                        0:21:49–0:21:55

                        zwischen Anbieterin und Konsumentin klar ist.

                        0:21:56–0:22:00

                        Ich glaube, ich würde noch so zwei, drei Sachen einfach nochmal reinbringen,

                        0:22:00–0:22:02

                        wozu Leute einfach darüber nachdenken müssen.

                        0:22:02–0:22:06

                        Und ich würde sagen, es gibt nochmal eine Unterscheidung zwischen Entrepreneurship,

                        0:22:06–0:22:09

                        also was Neues in die Welt zu bringen, was es vorher noch nicht gab,

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                        also ein Kleidungsladen gemeinschaftsbasiert machen oder das Franzwerk.

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                        Und Unternehmertum wäre dann zu sagen, hey, ich mache den nächsten Coworking

                        0:22:17–0:22:20

                        Space und den nächsten fairen Klamottenladen.

                        0:22:20–0:22:23

                        Also weil wir sind ja alle Meinung, dass man Gemeinschaft nicht einfach kopieren kann.

                        0:22:25–0:22:28

                        Und das ist dann eher Unternehmertum und daran ist überhaupt nichts falsch.

                        0:22:28–0:22:32

                        Aber der Vorteil ist, diese Leute können sagen, guck mal hier, es gibt das schon.

                        0:22:32–0:22:36

                        Wir müssen nicht die ganze Vision aus dem Nichts in Anführungsstrichen schöpfen.

                        0:22:36–0:22:45

                        So, es ist leichter, weil sie können sich auf schon bestehende Modelle berufen. So, genau.

                        0:22:46–0:22:49

                        Und das auch nochmal ein bisschen zu unterscheiden. Also, dass es einfach nochmal

                        0:22:49–0:22:52

                        einen Unterschied gibt, ob ich etwas in die Welt bringe, was es vorher so noch nie gab.

                        0:22:54–0:22:58

                        Oder etwas jetzt quasi in meine Region oder mein Dorf bringe. ist so.

                        0:22:59–0:23:02

                        Beide Aktivitäten sind super wichtig, aber es ist nochmal ein Unterschied,

                        0:23:02–0:23:06

                        was, wenn ja, welche Energie dann am Anfang vielleicht aufgewendet werden muss.

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                        Vielleicht den letzten Punkt, den ich noch mache, bevor ich wieder abgebe.

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                        Ich glaube, es muss immer sehr stark verstanden werden, dass es das eine Akt

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                        des gemeinschaftsbasierten Unternehmertums ja eben ist,

                        0:23:19–0:23:26

                        zu sagen, ich gestalte ganz bewusst oder wir in einem kleinen Team gestalten

                        0:23:26–0:23:28

                        ganz bewusst unsere unsere Beziehung

                        0:23:28–0:23:32

                        zu den Nutzerinnen und Konsumentinnen unserer Leistungen und Güter.

                        0:23:34–0:23:38

                        Am Markt wird der Markt, Unternehmerinnen, die an den Markt gehen,

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                        da wird der Markt als Naturzustand akzeptiert und gemeinschaftsbasierte Unternehmerinnen tun das nicht.

                        0:23:41–0:23:45

                        Die sagen, hey, wir gestalten hier Beziehungen so und da merkt man schon,

                        0:23:46–0:23:47

                        dass es geht um die Gestaltung von Beziehungen.

                        0:23:47–0:23:54

                        Ja, dass wir hier einen Rahmen bilden können, wie wir quasi trotz,

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                        wie wir in Gemeinschaftsbasiert unterwegs sein können, wie wir genau die Art

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                        und Weise des Wirtschaftens, die uns wichtig ist, möglich machen können.

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                        Und das heißt halt am Anfang den Menschen zu erklären, wie die Beziehung läuft,

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                        wie sind die Regeln, was muss jeder tun und der nächste Schritt ist dann die

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                        Gestaltung dieser Beziehung.

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                        Und das hat mit autoritärem Durchgreifen nichts zu tun, sondern es hat die ganze

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                        Zeit erst mit Kehrarbeit zu tun wir hatten das an der anderen Seite,

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                        das ist tatsächlich in der Reihe auch eher mütterlich, das ist jetzt vielleicht

                        0:24:20–0:24:22

                        auch ein bisschen ketzerisch,

                        0:24:22–0:24:25

                        Ja, aber es ist ganz schön, was du sagst genau, es ist eben nicht dieses autoritäre

                        0:24:25–0:24:29

                        Durchgreifen und ich bin Unternehmer von oben herab und hab da meine,

                        0:24:30–0:24:35

                        meine Entourage, die ich da irgendwie um mir versammle, sondern meine Fans meine

                        0:24:35–0:24:40

                        Fans, genau Genau, meine folgenden.

                        Tobias
                        0:24:41–0:24:45

                        Ja, Franzi, du hast die ganze Zeit die Hand gehoben. Hast du was dazu zu sagen?

                        Franziska
                        0:24:46–0:24:49

                        Ich fand es total spannend gerade und würde da auch gerne nochmal was dazulegen.

                        0:24:49–0:24:53

                        Also für mich geht es wirklich in gemeinschaftsbasierten Wirtschaften darum,

                        0:24:53–0:24:56

                        eigentlich am Ende wieder Räume zu kreieren und Beziehungen zu gestalten,

                        0:24:56–0:25:01

                        tatsächlich für ein Miteinander und für Gestaltungsmöglichkeit so.

                        0:25:02–0:25:06

                        Definitiv. Also es geht nicht um die Frage, aha, wir entscheiden ja alles zusammen,

                        0:25:06–0:25:09

                        sondern dieses, aha, jetzt gibt es zum Beispiel im Franzwerk diesen Raum,

                        0:25:10–0:25:11

                        na, wie wird der denn bespielt?

                        0:25:11–0:25:15

                        Und wenn da Menschen kommen mit Ideen, dann überlegt man, ist meine erste Frage,

                        0:25:15–0:25:17

                        aha, wie kann ich das möglich machen?

                        0:25:17–0:25:22

                        Also es geht nicht darum, dass ich eine vordefinierte Lösung oder sowas habe,

                        0:25:22–0:25:29

                        sondern es geht darum, das am Ende in ein Gesamtkonzept oder einzugliedern irgendwie.

                        0:25:30–0:25:34

                        Und dafür braucht es diese Anbieterin oder diesen Unternehmer,

                        0:25:34–0:25:39

                        der am Ende guckt oder die am Ende eben guckt, na passt das irgendwie noch zusammen

                        0:25:39–0:25:42

                        und kriegen wir das hier alles unter einen Hut und was für Nutzungskonflikte

                        0:25:42–0:25:44

                        entstehen da zum Beispiel.

                        0:25:44–0:25:46

                        Das hat ja vielleicht der Mensch, der mit der Anfrage kommt,

                        0:25:47–0:25:53

                        bei uns ein Café zu errichten oder Crepe zu verkaufen, gar nicht unbedingt auf dem Schirm.

                        0:25:53–0:25:57

                        Und das ist auch nicht schlimm, weil es gibt ja zum Glück diese wenigen Menschen

                        0:25:57–0:26:01

                        irgendwie im Zentrum, die dann am Ende versuchen, das zusammenzupuzzeln und

                        0:26:01–0:26:03

                        sich zu überlegen, ob das eben geht oder nicht.

                        0:26:03–0:26:08

                        Und ich glaube, was wir nicht gewohnt sind, ist dieses, es geht nicht um eine rhetorische Frage.

                        0:26:09–0:26:13

                        Also die stellen wir nicht. Wenn wir eine Frage stellen oder auf Resonanz oder

                        0:26:13–0:26:17

                        auf Rückmeldung hoffen, dann ist das wirklich ernst gemeint.

                        0:26:17–0:26:21

                        Und dann passiert mit diesen Antworten was. Und die wirken in mir,

                        0:26:21–0:26:24

                        die sind nicht einfach nur abgefragt, damit ich irgendwie sagen kann,

                        0:26:24–0:26:27

                        ach ja, ich habe doch gefragt und dann haben die einen so gestimmt und die anderen so.

                        0:26:27–0:26:32

                        Sondern die machen was mit diesen gemeinschaftsbasierten UnternehmerInnen und

                        0:26:32–0:26:36

                        sind eben Teil von Entscheidungsgrundlagen. Und das ist so neu.

                        0:26:36–0:26:40

                        Und vielleicht ist es was, wo vielleicht nicht alle gleich eben ein Vertrauen

                        0:26:40–0:26:43

                        darin haben in diesem Prozess, weil wir es einfach nicht wirklich kennen.

                        0:26:43–0:26:47

                        Wir sind es gewohnt, unser Kreuzchen irgendwo zu machen oder dann eben eine

                        0:26:47–0:26:52

                        blöde rhetorische Frage gestellt zu kriegen, wo eigentlich niemand die Antwort interessiert.

                        0:26:52–0:26:56

                        Und das ist so neu in dieser Art und Weise, wie wir jetzt versuchen,

                        0:26:56–0:26:59

                        Angebote oder Unternehmen tatsächlich zu gestalten.

                        Tobias
                        0:27:00–0:27:02

                        Ja, ich finde das ganz spannend, weil du ja auch sagst, okay,

                        0:27:02–0:27:05

                        diese Fragen machen was mit dir.

                        0:27:06–0:27:09

                        Das merke ich auch als gemeinschaftsbasierter Unternehmer.

                        0:27:09–0:27:12

                        Es ist eben, okay, ich mache nicht irgendwie eine Marktanalyse mit Zahlen und

                        0:27:12–0:27:19

                        werte irgendwie Klicks aus und gucke, wie viel Prozent von da und da meine Kunden

                        0:27:19–0:27:21

                        und Kundinnen sein könnten,

                        0:27:22–0:27:26

                        sondern ja, ich habe einfach echte, richtige Menschen,

                        0:27:26–0:27:33

                        mit denen ich rede Und die dann mein unternehmerisches Handeln lenken oder auf

                        0:27:33–0:27:38

                        die ich halt eingehe in einer ganz persönlichen Ebene. Ja, das finde ich auch nochmal sehr wichtig.

                        0:27:39–0:27:42

                        Also von meiner Seite. Ja, wie ist das für dich, Isabel?

                        Isabelle Kempf
                        0:27:42–0:27:46

                        Ich würde vielleicht noch hinzufügen, dass es einfach auch eine positive Verstärkung ist.

                        0:27:46–0:27:51

                        Also das merke ich halt ganz krass, weil ich habe acht Jahre alles alleine entschieden

                        0:27:51–0:27:54

                        und klar, ich habe mich mit meinem Team ausgetauscht und das ist auch super

                        0:27:54–0:27:58

                        wertvoll, aber da ist halt definitiv, ja, ich bin die Arbeitgeberin gewesen

                        0:27:58–0:28:00

                        und das war mein Team und da habe ich halt auch immer entschieden.

                        0:28:00–0:28:06

                        Und jetzt ist es irgendwie so, ich kriege so ganz wohlwollende Rückmeldung.

                        0:28:06–0:28:11

                        Ja, also natürlich auch konstruktive Kritik oder hier, da könnte man doch und so.

                        0:28:11–0:28:16

                        Gute Vorschläge, aber ich, also gerade wenn es schwierig wird und wenn meine

                        0:28:16–0:28:20

                        Energie im Keller ist, dann tut es halt unheimlich gut zu wissen,

                        0:28:21–0:28:24

                        da ist diese Gemeinschaft und ich kann mich an die wenden und dann sagen die mir,

                        0:28:24–0:28:28

                        hey, das ist einfach cool, was du machst, bitte mach weiter.

                        0:28:28–0:28:31

                        Und das ist so wertvoll, wenn du in der Krise bist.

                        0:28:32–0:28:35

                        Ja, einfach als Bestärkung, ja.

                        0:28:35–0:28:38

                        Also eigentlich wie wenn man einem kleinen Kind sagt, hey, du bist gut,

                        0:28:38–0:28:41

                        mach einfach weiter, üb noch ein bisschen, dann klappt es schon irgendwann.

                        Tobias
                        0:28:43–0:28:45

                        Gut, aber der Unterschied ist ja, es klappt ja bei uns.

                        Isabelle Kempf
                        0:28:46–0:28:50

                        Naja, also es klappt nicht immer alles. Also das gehört, glaube ich,

                        0:28:50–0:28:51

                        auch zum Unternehmertum dazu.

                        Tobias
                        0:28:52–0:28:52

                        Ja, das stimmt.

                        Timo
                        0:28:53–0:28:56

                        Aber man macht es dann wieder passend, das ist dann wieder unternehmerisch.

                        0:28:57–0:28:59

                        Also das ist, glaube ich, vielleicht ganz kurz noch ein Unternehmer.

                        0:28:59–0:29:04

                        Also ich finde halt auch, ein Unternehmer hat so ein gewisses Müssen in sich.

                        0:29:04–0:29:08

                        Also so dieses, sie haben eine Aufgabe, sie haben eine Rolle,

                        0:29:08–0:29:11

                        sie haben aber das auch vielleicht auch rechtlich kodiert, zum Beispiel mit Geschäftsführer.

                        0:29:11–0:29:14

                        Also ein Geschäftsführer kann in seiner Rolle nicht einfach sagen,

                        0:29:14–0:29:15

                        ist mir jetzt egal, tschüss.

                        0:29:15–0:29:18

                        Ja, so, diese Person muss.

                        0:29:19–0:29:23

                        Und das ist auch ein klarer Unterschied zu Mitgliedern. Die dürfen, müssen aber nicht.

                        0:29:24–0:29:27

                        Und das ist zum Beispiel auch bei ehrenamtlich geführten Unternehmen so,

                        0:29:27–0:29:30

                        da sind ganz viele, die dürfen, aber ganz wenige, die müssen.

                        0:29:31–0:29:34

                        Und das ist halt, glaube ich, auch nochmal so eine Sache, wo einfach jemand

                        0:29:34–0:29:36

                        wirklich dann auch dasteht und sagt so.

                        0:29:37–0:29:40

                        Und also wenn ich zum Beispiel in einer Organisation bin, da frage ich mich

                        0:29:40–0:29:42

                        eigentlich immer, wer muss hier eigentlich und wer darf.

                        0:29:43–0:29:46

                        Und die, die müssen, die haften.

                        0:29:48–0:29:52

                        Und dann merke ich, es ist wichtig, dass die dürfen verstehen,

                        0:29:52–0:29:56

                        stehen, aha, meine Aufgabe ist es, den Leuten, die auch die Haftung haben,

                        0:29:56–0:29:58

                        das Leben leicht zu machen.

                        0:29:58–0:30:02

                        Ja, also in der Art und Weise, wie ich mit ihnen agiere, ist es,

                        0:30:02–0:30:05

                        ich gebe dort Energie hin, ich gebe dort Kraft hin.

                        0:30:05–0:30:08

                        Und das ist zum Beispiel, ganz viel wird ja gefragt, ja, kann ich denn eigentlich

                        0:30:08–0:30:11

                        in 100 gemeinschaftsbasierten Organisationen Mitglied sein?

                        0:30:11–0:30:16

                        Klar, gib in 99 einfach Kraft hin, indem du keine Energie ziehst und freundlich

                        0:30:16–0:30:21

                        bist und lieb bist und in einer, weil du da Lust hast, tust du dich halt noch mehr engagieren.

                        0:30:21–0:30:25

                        Wenn jeder diese eine Organisation hat, dann läuft es, ja, es ist gar nicht so, dass ich so.

                        0:30:26–0:30:31

                        Und ich glaube, dass dieses, da auch ein positives Verständnis von Autorität

                        0:30:31–0:30:34

                        einfach verstanden wird, so, es geht nicht, ich muss hier nicht quasi,

                        0:30:36–0:30:39

                        die Person, die auch eine natürliche Autorität in diesem Rahmen ausschaltet,

                        0:30:39–0:30:44

                        das ist nicht meine Aufgabe, das zu unterbinden, sondern die Frage ist eher dazu zu gucken,

                        0:30:45–0:30:49

                        wie handelt die Person und was macht das mit mir, wenn ich sie handeln sehe

                        0:30:49–0:30:52

                        und vielleicht ein richtig tolles Mitglied, das ich mir wünschen würde,

                        0:30:52–0:30:54

                        das sich vielleicht getriggert führt Durchmischung des Handelns,

                        0:30:54–0:30:59

                        sich vielleicht erst die Frage stellt, ist das mein Thema oder ist das ein Thema der Organisation?

                        0:31:00–0:31:05

                        So, und mein Traummitglied geht dann auf die Unternehmerin zu und sagt,

                        0:31:05–0:31:08

                        guck mal, dieses und jenes Handeln, das löst bei mir dieses Gefühl aus,

                        0:31:09–0:31:10

                        kann ich mit dir darüber reden?

                        0:31:12–0:31:15

                        Und dann merkt man schon, was Beziehungen einfach möglich machen.

                        0:31:16–0:31:23

                        Aber wie wichtig auch sowas ist wie gewaltfreie Kommunikation als Grundfähigkeiten in Gemeinschaften.

                        0:31:23–0:31:26

                        Man könnte natürlich auch ganz anders handeln. Man könnte natürlich auch sagen,

                        0:31:26–0:31:27

                        oh, ich fühle mich getriggert.

                        0:31:27–0:31:30

                        Ich renne zu drei anderen Mitgliedern, erzähle denen, wie fett ich mich getriggert fühle.

                        0:31:31–0:31:35

                        Dann machen wir einen kleinen Zirkel, wollen dann großen Gemeinschaftstreffen haben.

                        0:31:35–0:31:38

                        Und dann sitzen wir Getriggerten gegenüber der Unternehmerin,

                        0:31:38–0:31:41

                        die sich dann auch bitte jetzt mal erklären muss, warum wir uns schlecht fühlen. So, ne?

                        0:31:43–0:31:46

                        Und damit solche Sachen nicht passieren oder möglichst nicht passieren,

                        0:31:46–0:31:49

                        merkt man schon, okay, wer gestaltet so einen Prozess?

                        0:31:49–0:31:53

                        Es ist eher die Unternehmerin, die den Mitgliedern erzählt, wie sie mit ihren

                        0:31:53–0:31:57

                        Gefühlen in Gemeinschaften dann bestmöglich umgehen, damit es fördernd ist. Ja, so.

                        0:31:57–0:32:01

                        Und das ist halt auch in vielen natürlichen Gemeinschaften, auch wenn wir da

                        0:32:01–0:32:05

                        in Teilen auch ablehnend sind oder sagen, ja, wir wollen das neu gestalten,

                        0:32:06–0:32:09

                        geht es nicht darum, quasi alles in die Tonne zu treten, was dort passiert.

                        0:32:09–0:32:12

                        Weil die gemeinschaftsbasierte Unternehmerin, die ist in der Regel einen Ticken

                        0:32:12–0:32:17

                        weiter, ja, was Gemeinschaftsgestaltung, was Unternehmertum angeht,

                        0:32:17–0:32:20

                        ja, und trägt deswegen auch eine bestimmte Form von mehr Verantwortung.

                        0:32:20–0:32:25

                        Und das Mitglied, ja, du bist Mitglied einer Gemeinschaft, aber das ist am Anfang

                        0:32:25–0:32:30

                        eine Entscheidung und kein Status und spriegelt auch noch nicht deine Haltung wieder,

                        0:32:30–0:32:34

                        sondern du sagst einfach nur, ich will da dabei sein, aber im Inneren hast du

                        0:32:34–0:32:36

                        vielleicht noch super fett die Haltung einer Kundin, so.

                        0:32:36–0:32:40

                        So, willst es aber vielleicht lernen abzulegen.

                        0:32:40–0:32:44

                        Und die Unternehmerin bietet dir im Grunde den Prozess an, wie du das ablegen kannst.

                        0:32:45–0:32:50

                        Ja, aber jetzt auch nicht so quasi, also mit so einem 10-Punkte-Plan und höre

                        0:32:50–0:32:53

                        dir bitte diese 10 Folgen an und mache hier diesen Multiple-Choice-Test,

                        0:32:53–0:32:56

                        sondern es geht ums Dasein, ums offene Dasein so.

                        0:32:57–0:33:00

                        Und um es zu erleben, in Resonanz zu gehen und daraus quasi zu lernen, ja.

                        0:33:01–0:33:07

                        So, aber was man hier ganz, ganz stark merkt ist, ist, in dem Moment,

                        0:33:07–0:33:10

                        wo du die entsprechende Haltung hast und es möchtest,

                        0:33:11–0:33:15

                        wirst du die Verantwortung übernehmen dürfen, weil sich die Unternehmerin freut,

                        0:33:15–0:33:16

                        wie Bolle da jemand zu haben.

                        0:33:17–0:33:21

                        Gleichzeitig schützt die Unternehmerin aber auch die Gemeinschaft.

                        0:33:21–0:33:25

                        Also bestimmte Dinge gehen den gemeinschaftsbasierten Unternehmen einfach nicht.

                        0:33:26–0:33:29

                        Und alle Beteiligten können sich darauf verlassen, dass die Unternehmerin diese

                        0:33:29–0:33:30

                        Gemeinschaft schützen wird.

                        0:33:31–0:33:34

                        Weil es Teil ihrer Aufgabe ist. Und das ist aber auch eine Form von Sicherheit,

                        0:33:34–0:33:36

                        die alle haben, die sich da reinbegeben.

                        Franziska
                        0:33:38–0:33:41

                        Genau, ich merke gerade, also wenn Timo so spricht,

                        0:33:41–0:33:48

                        dass wir eben im Beziehung nicht nur ein Netzwerk sind, wo wirtschaftliche Kompetenz

                        0:33:48–0:33:49

                        irgendwie weitergegeben wird oder so,

                        0:33:49–0:33:54

                        sondern im Gegenteil, wo wir vor allem uns wieder damit beschäftigen und das

                        0:33:54–0:33:57

                        tatsächlich auch gemeinsam wieder lernen und es dann eben die Erfahrung auch

                        0:33:57–0:34:01

                        weitergeben und so weiter, dass es eigentlich am Ende eben um Beziehungskompetenz geht.

                        0:34:01–0:34:05

                        Das heißt, um dieses, naja, was sind denn eigentlich meine eigenen Bedürfnisse?

                        0:34:05–0:34:07

                        Und ja, liebe Leute, was sind denn eigentlich Bedürfnisse?

                        0:34:07–0:34:10

                        Dann geht es da um Gefühle und wie teile ich die eigentlich mit?

                        0:34:11–0:34:13

                        Also wir hatten gerade das Stichwort gewaltfreie Kommunikation.

                        0:34:13–0:34:17

                        Wir hatten das Thema Konflikte. Wie gehen wir denn eigentlich mit Konflikten

                        0:34:17–0:34:20

                        um? Und wie können wir die transformieren in Chancen eigentlich?

                        0:34:20–0:34:24

                        Und naja, was ist denn eigentlich Gemeinschaft? Und was braucht es denn, damit die entsteht?

                        0:34:24–0:34:30

                        Also mir wird gerade wieder so klar, dass es viel weniger darum geht,

                        0:34:30–0:34:35

                        um diese Zahlen und um das in Anführungsstrichen ökonomische,

                        0:34:35–0:34:39

                        beziehungsweise wir einfach aus dem ökonomischen wieder was ganz,

                        0:34:39–0:34:42

                        ganz anderes machen, nämlich vor allem Beziehungskompetenz.

                        0:34:42–0:34:47

                        Und das schöne Ambithylium ist eben, dass es ein Netzwerk ist für UnternehmerInnen,

                        0:34:47–0:34:50

                        die genau das alles da gemeinsam lernen können und teilen können.

                        Timo
                        0:34:51–0:34:53

                        Vielleicht ein Punkt, den ich an der Stelle auch ergänzen will,

                        0:34:53–0:34:57

                        ist, das Unternehmerische ist ja gerade jetzt zum Beispiel auch,

                        0:34:57–0:34:59

                        und das vielleicht so neudeutsch auch so ein bisschen Coach,

                        0:34:59–0:35:04

                        dass die Unternehmerin die Mitglieder gar nicht, also mit diesem ganzen Hintergrund

                        0:35:04–0:35:06

                        und dem, was da alles noch mitspringt, permanent überfrachtet.

                        0:35:07–0:35:11

                        Ja, also im Grunde geht es eigentlich auch darum, Menschen, die sich entwickeln wollen,

                        0:35:11–0:35:15

                        aber die auch quasi sonst in ihrem ganzen anderen alltäglichen Leben zu geben,

                        0:35:15–0:35:18

                        quasi in verschiedenen Phasen so viele Informationen zu geben,

                        0:35:18–0:35:22

                        dass sie in der Lage sind, quasi das in ihren Alltag einzupflegen,

                        0:35:22–0:35:24

                        dass es sie nicht überfordert, aber dass sie auch bereit sind,

                        0:35:24–0:35:25

                        Verantwortung zu benehmen.

                        0:35:25–0:35:31

                        Und dann nach und nach quasi auch nicht alle, aber bestimmte Menschen quasi

                        0:35:31–0:35:35

                        dann, klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber so ein bisschen zu coachen.

                        0:35:35–0:35:38

                        Und das hat, ich haue jetzt mal einfach ein bisschen Begriffe aus,

                        0:35:38–0:35:39

                        weil das für mich die Assoziation ist.

                        0:35:40–0:35:43

                        Nicht jedem allen das Gleiche, sondern die, die sich zeigen,

                        0:35:43–0:35:44

                        das, was sie gerne hätten.

                        0:35:45–0:35:49

                        Und das ist halt zum Beispiel auch so etwas mit, zu sagen, klar,

                        0:35:49–0:35:52

                        könntest du jedes einzelne Gemeinschaftsmitglied mit einer gigantischen Fibel

                        0:35:52–0:35:56

                        überfrachten und ihnen das ans Kopf werfen und sagen, hier steht alles drin.

                        0:35:56–0:35:59

                        Und wenn du dich mit irgendwas beschwerst, dann blätter ich nochmal nach und

                        0:35:59–0:36:04

                        weise dir nach, dass du auf Seite 130 Absatz 3, du hättest ja schon nachlesen

                        0:36:04–0:36:06

                        können, was dein Problem jetzt ist.

                        0:36:07–0:36:09

                        So funktionieren Gemeinschaften nicht.

                        0:36:10–0:36:14

                        Haben sie noch nie funktioniert. Sondern es gibt Menschen, die gestalten diese

                        0:36:14–0:36:19

                        Gemeinschaften und die sind Halt und Anker und aber auch so etwas wie Coach

                        0:36:19–0:36:24

                        oder Erzieher klingt so ein bisschen böse, aber man schaut einfach.

                        0:36:24–0:36:28

                        Also ich in meiner Art des Unternehmertums, ich sage manchmal,

                        0:36:28–0:36:30

                        ich bin manchmal sowas wie so ein gemeinschaftsbasierter Headhunter.

                        0:36:31–0:36:36

                        Ich suche Menschen, finde sie und dann beginne ich im Grunde,

                        0:36:36–0:36:40

                        mit ihnen eine Beziehung aufzubauen und es entwickelt sich nach und nach.

                        0:36:40–0:36:43

                        Und dieses Vertrauen in diese Art von Gemeinschaftsgestaltung,

                        0:36:43–0:36:46

                        das heißt nicht davon, dass Informationen vorenthalten werden,

                        0:36:46–0:36:50

                        sondern es ist auch ein Verständnis dafür, du führst ein Leben,

                        0:36:50–0:36:52

                        du bist eingebunden, du bist schon voll.

                        0:36:53–0:37:01

                        Und komm in diese Gemeinschaft und dein Leben, wie du es gerade führst, wird auch verstanden.

                        0:37:02–0:37:06

                        Aber in dem Moment, wo die Unternehmer merken, hier beginnt jemand Fragen zu

                        0:37:06–0:37:11

                        stellen, jemand will mehr erfahren, ist der Laden offen.

                        0:37:11–0:37:16

                        Also ich meine, die können in die Finanzen gucken, die können sämtliche Sachen erfahren.

                        0:37:16–0:37:20

                        Es macht nur nicht Sinn, allen Beteiligten die Sachen ständig vor die Nase zu

                        0:37:20–0:37:21

                        latzen und am Ende liest es niemand.

                        0:37:22–0:37:25

                        Aber es braucht so ein gegenseitiges Verständnis. Wenn ich Sachen erfahren möchte,

                        0:37:26–0:37:29

                        werde ich es erfahren. Das ist das Versprechen, das existiert.

                        0:37:30–0:37:33

                        Wenn du aber jetzt gerade okay bist mit der Art und Weise der Informationen,

                        0:37:33–0:37:35

                        dann ist es auch okay, sie nicht zu erfahren.

                        0:37:36–0:37:39

                        Aber es hat auch was mit, du kommst dann in Kommunikation.

                        0:37:40–0:37:44

                        Es löst auch einfach nur Stress aus, ständig Transparenz zu bieten an Leuten,

                        0:37:44–0:37:45

                        die davon überfordert sind.

                        0:37:47–0:37:50

                        Wenn du aber merkst, ich hätte gern mehr Transparenz, Dann fordere nicht ein,

                        0:37:50–0:37:55

                        dass alle auch Transparenz mögen, sondern komm auf die Unternehmerin zu,

                        0:37:55–0:38:01

                        versuche diese Frage so zu formulieren, dass es möglichst viel Energie gibt,

                        0:38:02–0:38:04

                        weil diese Fragen können auch Energie geben, aber so eine Frage kann auch Energie ziehen.

                        0:38:05–0:38:07

                        Also überleg dir, wie kann man so eine Frage stellen, wenn du Mitglied bist.

                        0:38:08–0:38:11

                        Und wir sind ja alle irgendwie auch Mitglied in gemeinschaftsbasierten Organisationen.

                        0:38:11–0:38:14

                        Und ich auch. auch. Und.

                        0:38:16–0:38:19

                        Dann beginnt daraus ein Prozess und der Prozess kann am Ende sein,

                        0:38:19–0:38:22

                        dass du deutlich mehr Verantwortung übernehmen möchtest, kannst,

                        0:38:22–0:38:23

                        darfst, als du es am Anfang denkst.

                        0:38:23–0:38:28

                        Aber es ist auch dieses Maß an Transparenz und so weiter, es ist alles nie unschuldig.

                        0:38:29–0:38:33

                        Und unser Transparenzverständnis ist häufig aber auch, kommt aus einer anderen

                        0:38:33–0:38:36

                        Welt, es kommt eher aus einer Welt, wo ich nicht in Beziehung bin,

                        0:38:36–0:38:39

                        wo ich kontrollieren will, weil ich den Menschen nicht kenne.

                        0:38:40–0:38:44

                        Im Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften ist Transparenz eher hat eher die Funktion,

                        0:38:44–0:38:45

                        oh, du willst mehr erfahren?

                        0:38:46–0:38:49

                        Toll, ich gebe dir mehr Informationen, damit du mehr lernen kannst.

                        0:38:50–0:38:53

                        Wie die Organisation versteht. So, da sitzt, so ist es eine ganz,

                        0:38:53–0:38:57

                        ist es ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander.

                        0:38:57–0:38:59

                        Und das verstehen wir nicht, weil wir in anderen Organisationen sozialisiert

                        0:38:59–0:39:02

                        sind. Wir sind eine Organisation, wo sich Menschen nicht kennen,

                        0:39:02–0:39:03

                        die trotzdem funktionieren müssen.

                        0:39:03–0:39:06

                        Aber wir wollen ja gerade andere Organisationen aufbauen und deswegen können

                        0:39:06–0:39:09

                        wir nicht alles eins zu eins kopieren, was woanders geht.

                        0:39:09–0:39:12

                        Das heißt für dich als Mitglied, wenn du denkst, ja woanders funktioniert es

                        0:39:12–0:39:15

                        so, kannst du nicht einfach sagen, weil es woanders so funktioniert,

                        0:39:15–0:39:21

                        empfinde ich das als professionell und richtig, sondern man Man formuliert es als Frage zum Beispiel.

                        0:39:21–0:39:24

                        Guck mal, woanders funktioniert es so. Warum machen wir es nicht auch so?

                        0:39:25–0:39:27

                        Warum machen wir es anders? Und dann bekommst du eine Antwort und das ist toll.

                        Tobias
                        0:39:28–0:39:31

                        Ich möchte mal gerade nochmal zusammenfassen, was ihr beide gesagt habt,

                        0:39:31–0:39:37

                        weil mir ist dabei wirklich so gekommen, okay, was für eine krasse Leistung und Anstrengung,

                        0:39:37–0:39:40

                        Unternehmerinnen im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften abbringen müssen,

                        0:39:41–0:39:46

                        weil klar, wir machen das, was ihr ja gesagt habt, also Beziehungen,

                        0:39:46–0:39:48

                        eine neue Art der Kommunikation,

                        0:39:49–0:39:53

                        dieses gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erstmal irgendwie festigen und in

                        0:39:53–0:39:58

                        die Leute bringen und an die Leute bringen und ganz viel Pionier- und Pionierinnenarbeit.

                        0:39:59–0:40:03

                        Und aber gleichzeitig müssen wir ja auch noch diese, ich sag mal,

                        0:40:03–0:40:05

                        Oldschool-Unternehmerfähigkeiten haben.

                        0:40:06–0:40:11

                        Keine Ahnung, Steuern und Bank und Geld und Finanzamt.

                        0:40:12–0:40:18

                        Und das haben wir ja trotzdem auch noch im Blick, weil wir leben nun mal trotzdem

                        0:40:18–0:40:21

                        immer noch in unserem System hier und müssen ja das Ganze trotzdem auch noch im Blick haben.

                        0:40:22–0:40:28

                        Und Marketing-Experten müssen wir auch noch sein und Mitarbeiterführung.

                        0:40:29–0:40:34

                        Und ja, also ich möchte gerade noch einmal gerade das so, ja auch wirklich mal

                        0:40:34–0:40:39

                        benennen, wie anstrengend das ist, diese ganzen Bälle irgendwie hochzuhalten.

                        0:40:39–0:40:44

                        Und dann hat man ja auch noch ein Privatleben und Kinder haben wir alle auch.

                        0:40:44–0:40:48

                        Ich weiß jetzt auch nicht, ob unsere Augenringe von den Kindern oder von unserem Unternehmen kommen.

                        0:40:49–0:40:52

                        Ja, das ist mir gerade so gekommen und war mir wichtig noch zu sagen.

                        0:40:54–0:40:56

                        Wie anstrengend und erschöpfend das auch manchmal sein kann.

                        0:40:57–0:41:02

                        Dieses, ja, okay, wir machen es anders, aber weil wir es anders machen,

                        0:41:02–0:41:05

                        müssen wir ja vieles gleichzeitig irgendwie im Blick haben.

                        Timo
                        0:41:06–0:41:10

                        Und deswegen ist die Sache mit der Energie so wichtig. Also,

                        0:41:10–0:41:13

                        und Isabella hat es ja eben schon erklärt, es ist einfach die Welt,

                        0:41:13–0:41:15

                        wenn jemand auf dich zukommt und sagt, hey, ich sehe dich.

                        0:41:15–0:41:18

                        Und es ist halt auch nochmal wirklich ein Unterschied, ob du einen Angestelltenjob

                        0:41:18–0:41:21

                        hast und da drin gestresst bist oder Beamtin bist, aber weißt, dein Geld kommt.

                        0:41:23–0:41:28

                        Oder ob du halt die ökonomische Unsicherheit tragen musst.

                        0:41:28–0:41:32

                        Also es ist so, du bist trotzdem gestresst, du hast trotzdem viel zur Arbeit,

                        0:41:32–0:41:37

                        aber deine ökonomische Sicherheit ist nicht zwangsläufig schon gegeben.

                        0:41:38–0:41:42

                        Mach dir das einfach bewusst, wenn du mit so einer Person interagierst und fragst

                        0:41:42–0:41:43

                        sie, hey, wie kann ich dir Energie

                        0:41:43–0:41:47

                        und Kraft schenken, wenn ich mit dir interagiere? Das ist die Welt.

                        0:41:48–0:41:52

                        Auch im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften ist es in wesentlichen Energie.

                        0:41:53–0:41:56

                        Ich beschreibe das manchmal so, es gibt einfach Menschen, die sind so Dementoren.

                        0:41:56–0:42:00

                        Die treten zur Tür rein und du weißt, fuck, ich bin gleich geliefert.

                        0:42:00–0:42:01

                        Die nehmen alles mit, was ich habe.

                        0:42:02–0:42:07

                        Ja, so und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften und die Gemeinschaft sollte eher

                        0:42:07–0:42:11

                        so, wie heißt das, Petronas oder Patrona, also dieser Zauberspruch,

                        0:42:11–0:42:16

                        den man dann gegen diese Dementoren macht,

                        0:42:16–0:42:20

                        so diese Tierwesen, okay gut, also für Harry Potter Fans, vielleicht wollt ihr

                        0:42:20–0:42:23

                        es uns ja sagen, die zuhören, man kann dann so einen Zauberspruch machen und

                        0:42:23–0:42:26

                        die Dementoren, die Dementoren, die Energiesauger dann vertreiben,

                        0:42:27–0:42:29

                        genau, okay, Sein, Petronas.

                        Isabelle Kempf
                        0:42:30–0:42:33

                        Vielleicht ganz kurz einhacken, weil ich habe ja beides erlebt.

                        0:42:33–0:42:38

                        Also ich mache das ja schon eine Weile länger und war nur Unternehmerin in Anführungsstrichen.

                        0:42:39–0:42:42

                        Und wenn du dann fertig bist, ja, dann bist du halt fertig und du bist alleine damit.

                        0:42:43–0:42:51

                        Und klar, diese Gemeinschaft zu führen, zu pflegen, mit ihr in Austausch zu

                        0:42:51–0:42:54

                        gehen, das braucht Zeit, das braucht Energie.

                        0:42:54–0:43:00

                        Aber das, was zurückkommt, ist so viel mehr als das, was man da reinstecken muss.

                        0:43:00–0:43:07

                        Deswegen lohnt es sich halt auf jeden Fall, diese zusätzliche Arbeit zu tun.

                        Tobias
                        0:43:08–0:43:14

                        Ja, das stimmt. Immer geht man aus so Gemeinschaftsdialogen oder auch,

                        0:43:14–0:43:18

                        also egal, ob man jetzt mit allen Mitgliedern sich trifft oder einzeln,

                        0:43:18–0:43:20

                        eigentlich immer bestärkt raus.

                        0:43:21–0:43:24

                        Weil man auch zusammen an einer Lösung arbeiten kann, das ist ja auch irgendwie

                        0:43:24–0:43:27

                        ganz schön, wenn man nicht, klar, entscheiden wir dann doch auch immer noch

                        0:43:27–0:43:31

                        ein bisschen mehr, aber manchmal ist ja auch ganz schön, dann trotzdem so ein

                        0:43:31–0:43:32

                        kleines Stück geholfen zu bekommen.

                        Isabelle Kempf
                        0:43:33–0:43:38

                        Du hast ja viel mehr Ressourcen zur Verfügung also gerade im Laden gibt es so

                        0:43:38–0:43:43

                        viel Kleinkram auch manchmal zu regeln oder man müsste einfach mal irgendwo

                        0:43:43–0:43:45

                        kurz fünf Löcher bohren und so und dann,

                        0:43:46–0:43:49

                        weiß ich nicht, hast du vielleicht sofort jemanden, der dir eine Bohrmaschine

                        0:43:49–0:43:51

                        ausleiht oder wie auch immer, also du hast,

                        0:43:52–0:43:57

                        einfach viel mehr zur Verfügung auf das du zugreifen kannst um deine Probleme

                        0:43:57–0:44:03

                        zu lösen So, jetzt haben wir ja ganz viel aus dem Leben von euch UnternehmerInnen gehört.

                        Tobias
                        0:44:03–0:44:07

                        Ich möchte nochmal ganz zum Anfang kommen, wo wir auch darüber über Commons,

                        0:44:07–0:44:11

                        Cummining und ja, wie das ist, wenn sich ja aus einer Gemeinschaft heraus so

                        0:44:11–0:44:15

                        ein gemeinschaftsbasiertes Projekt entsteht. Da möchte ich auch nochmal drüber sprechen.

                        0:44:16–0:44:20

                        Timo, kannst du das einordnen? Wie steht das Mycelium dazu? Also Commons oder

                        0:44:20–0:44:24

                        Anbieter zentriert oder schließt sich das aus? Ist das das Gleiche?

                        Timo
                        0:44:24–0:44:27

                        Ja, ich glaube, also ausschließen tut sich nichts.

                        0:44:28–0:44:32

                        Ich glaube, wichtig ist einfach zu verstehen, dass das Mycelium ein Ökosystem

                        0:44:32–0:44:35

                        ist von Menschen, die sich explizit als Unternehmerinnen verstehen.

                        0:44:36–0:44:39

                        Das ist, glaube ich, richtig wichtig zu verstehen. Das heißt,

                        0:44:39–0:44:41

                        auch wenn du zum Beispiel dein Unternehmen nicht mehr gibst oder du es wechseln

                        0:44:41–0:44:45

                        möchtest, bist du weiterhin ein Teil unseres Ökosystems und hast eine neue Aufgabe.

                        0:44:47–0:44:50

                        Das heißt zum Beispiel aber auch, wenn man zum Beispiel sagen würde,

                        0:44:50–0:44:56

                        ich komme aus einer Unternehmung, die ist quasi aus einem Kollektiv heraus entstanden,

                        0:44:57–0:45:01

                        und du wirst Kontakt mit einem von uns haben, dann würden wir wahrscheinlich

                        0:45:01–0:45:05

                        auch die ketzerische Frage stellen, ja, wer trägt bei euch die Verantwortung?

                        0:45:06–0:45:09

                        Wer ist die Unternehmerin? Wer übernimmt die Care-Arbeit bei euch dafür,

                        0:45:09–0:45:10

                        dass der ganze Laden läuft?

                        0:45:12–0:45:16

                        Und wenn dann darauf alle die Frage stellen, alle, dann ist die Gefahr ganz

                        0:45:16–0:45:17

                        groß, dass es keiner macht.

                        0:45:17–0:45:20

                        Oder auch keiner, die Macht hat.

                        0:45:22–0:45:27

                        Also es ist vielleicht schon jeder, dass es jemand macht, diese Person aber

                        0:45:27–0:45:31

                        nicht die Macht hat, auch Entscheidungen zu treffen oder es ja auch gesehen wird.

                        0:45:31–0:45:35

                        Und das ist eben das, was mit CEDEUM ganz stark heraus entstanden ist.

                        0:45:35–0:45:39

                        Also ich habe ja zum Beispiel Care-Arbeit für eine Solawi gemacht und hatte keine Macht.

                        0:45:40–0:45:43

                        Also da wurde auch nicht gesehen. Und da wurde auch gesagt, okay,

                        0:45:43–0:45:46

                        es gibt diese Menschen und lasst uns ins Zentrum rücken.

                        0:45:46–0:45:50

                        Und deswegen, wenn ihr in einem Kollektiv seid, das etwas gründet,

                        0:45:50–0:45:52

                        dann würden wir schon auch, würden wir quasi die Frage stellen,

                        0:45:52–0:45:56

                        Hey, definiert das Unternehmertum nicht weg.

                        0:45:56–0:45:59

                        Wer hat euch zusammengerufen? Wer guckt, dass Sachen passieren?

                        0:45:59–0:46:01

                        Wer schaut, dass es allen gut geht?

                        0:46:01–0:46:04

                        Das ist in der Regel unsere Unternehmerin und ich glaube, wir würden die These

                        0:46:04–0:46:05

                        aussprechen, sie ist immer da.

                        0:46:05–0:46:09

                        Die Frage ist, ob sie gesehen wird, ob sie sich selber sieht,

                        0:46:09–0:46:14

                        also ihre eigenen Bedürfnisse, ob die anderen die auch wertschätzen oder ob sie wegdefiniert wird.

                        0:46:15–0:46:19

                        Und auch nochmal die Frage stellen, warum sitzen wir eigentlich eigentlich an dem Tisch?

                        0:46:19–0:46:24

                        Wer war die Quelle? Wer hatte die Idee? Kannst du auch alles wegdefinieren von wir sind alle gleich?

                        0:46:25–0:46:30

                        Oder man schätzt das eben wert. Und ich glaube, wenn man zum Beispiel so ein

                        0:46:30–0:46:32

                        Kollektiv ist, dann sehe ich das so.

                        0:46:32–0:46:35

                        Es gibt Menschen, die sind wesentlich Mitglieder, Nutzerinnen.

                        0:46:36–0:46:40

                        Und dann gibt es aber eine zweite Ebene, die kann extrem produktiv sein.

                        0:46:40–0:46:42

                        Das nennen wir dann zum Beispiel Co-Anbieter.

                        0:46:42–0:46:45

                        Also die haben für bestimmte Bereiche Verantwortung. Verantwortungen,

                        0:46:45–0:46:49

                        aber die sehen ihre Aufgabe schon auch darin zu sagen, wir helfen der Anbieterin

                        0:46:49–0:46:51

                        quasi die Gesamtverantwortung zu tragen.

                        0:46:51–0:46:56

                        Und es sind in der Regel nicht zehn Leute, die wirklich Anbieterinnen in einer Gemeinschaft sind.

                        0:46:56–0:47:01

                        Es ist eine Person, zwei Personen, maximal drei, aber größer wird es nicht.

                        0:47:01–0:47:04

                        Die anderen Personen sind in der Regel eher Co-Anbieter, also die bestimmte

                        0:47:04–0:47:05

                        Teilbereiche Verantwortung übernehmen.

                        0:47:05–0:47:08

                        Aber die Aufgabe von Co-Anbietern ist es halt eben auch zu sagen,

                        0:47:08–0:47:10

                        nein, ich bin nicht die Person mit der Gesamtverantwortung, ich trage einen

                        0:47:10–0:47:15

                        Teil der Verantwortung, ich bin noch eine Zwischenebene zu den Anbietern.

                        0:47:15–0:47:19

                        Und ich würde die ketzerische Frage in den Raum werfen, dass das meisten Kollektiven

                        0:47:19–0:47:21

                        diese Unterscheidung Sinn machen würde.

                        0:47:22–0:47:26

                        Und wenn sie nicht getroffen wird, dann resultieren dann Streitigkeiten.

                        0:47:26–0:47:29

                        Und gerade der Punkt mit der Care-Arbeit, es gibt immer jemand.

                        0:47:30–0:47:33

                        Es gibt eigentlich immer in der Regel eine Person, die die Care-Arbeit übernimmt.

                        0:47:33–0:47:37

                        Und das ist einfach super wichtig, diese Person als auch in ihren unternehmerischen

                        0:47:37–0:47:39

                        Tätigkeiten für Gemeinschaften eben einfach wertzuschätzen.

                        0:47:40–0:47:43

                        Weil du wirtschaftest auf Basis deiner Gemeinschaft, wenn da niemand die Care-Welt

                        0:47:43–0:47:44

                        übernimmt, wird es schwierig.

                        0:47:45–0:47:50

                        Und gerade ist es halt auch wichtig, wir sind eher dabei, auch Tätigkeiten in

                        0:47:50–0:47:54

                        Kollektiven überzubewerten, die was mit Handeln zu tun haben,

                        0:47:55–0:47:58

                        auch in einem männlichen Sinne irgendwie einen Hammer in die Hand zu nehmen

                        0:47:58–0:48:01

                        und irgendwas zu bauen, dann hat das eine super große Bedeutung.

                        0:48:01–0:48:05

                        Aber die Person, die geguckt hat, dass es allen gut geht, die wird auch heute einfach nicht gesehen.

                        0:48:06–0:48:10

                        Und da geht das Mycelium halt rein und sagt, nee, lass uns die Rollen bitte alle klarziehen.

                        0:48:11–0:48:15

                        Und dann macht es, glaube ich, auch Sinn. Oder, und das ist das,

                        0:48:15–0:48:18

                        was wir halt viel machen, ist, also und wir helfen auch den Unternehmerinnen

                        0:48:18–0:48:21

                        in solchen Organisationen dann, Rollen auch klarzuziehen.

                        0:48:23–0:48:27

                        Und oder auf der anderen Seite ist es halt so, bei Neugründungen oder bei Umstellungen,

                        0:48:27–0:48:30

                        dann ist es verhältnismäßig einfacher, weil die Rollenverteilung eigentlich

                        0:48:30–0:48:35

                        schon gegeben ist. Genau, aber das ist so ein bisschen unser Take dazu.

                        0:48:35–0:48:38

                        Und trotzdem ist es natürlich total wichtig, dass es diese Organisationen auch gibt.

                        0:48:39–0:48:41

                        Warum ist das mit dem Unternehmertum einfach nochmal wichtig?

                        0:48:41–0:48:43

                        Ich glaube, es ist einfach für jede Organisation wichtig zu verstehen.

                        0:48:43–0:48:47

                        Bin ich eher eine Management-Persönlichkeit, die Unternehmen und Prozesse besser machen will, super.

                        0:48:47–0:48:50

                        Oder bin ich die Persönlichkeit, die Neues in die Welt bringt,

                        0:48:50–0:48:53

                        aber auch vielleicht guckt, dass unsere Organisation sich anpasst.

                        0:48:54–0:48:57

                        Weil wenn die Unternehmerin irgendwann mal verschwindet und nur noch die Manager

                        0:48:57–0:48:59

                        zurückbleiben, dann kann es auch ganz häufig passieren, dass die Organisation

                        0:48:59–0:49:04

                        sich selbst einfach genug ist und ihr transformatives Potenzial halt nicht mehr voll ausschöpft.

                        0:49:04–0:49:08

                        Ja, genau. Und beim Gemeinschaftsbasierten sagen wir halt immer ganz bewundert,

                        0:49:08–0:49:11

                        dass es gibt Unternehmerpersönlichkeiten, die wirtschaften auf Basis von einer

                        0:49:11–0:49:13

                        Gemeinschaft, sie gestalten diese Beziehungen aktiv.

                        0:49:14–0:49:19

                        Das ist halt nochmal ein deutlich anderer Weg, als wie er sonst üblich ist.

                        0:49:19–0:49:22

                        Genau. Und einen letzten Satz zum Thema Cumming.

                        0:49:23–0:49:27

                        Ich würde sagen, auch Mercedes-Benz-Organisationen machen Cumming.

                        0:49:28–0:49:30

                        Sie kennen nur ihre Unternehmerpersönlichkeit.

                        Tobias
                        0:49:31–0:49:35

                        Hättet ihr euch gesehen als Unternehmerin, Isabel, Franziska?

                        Isabelle Kempf
                        0:49:35–0:49:40

                        Ja, auf jeden Fall. Ich habe da jetzt auch gar nicht groß irgendwas hinzuzufügen.

                        0:49:40–0:49:44

                        Es ist einfach schön, dass es gesehen und wertgeschätzt wird.

                        0:49:45–0:49:48

                        Und für mich ist auch ein bisschen das Besondere im Mycelium,

                        0:49:48–0:49:53

                        quasi selber eine Gemeinschaft aufzubauen und da diese Beziehung zu pflegen,

                        0:49:53–0:49:56

                        aber eben auch selber Teil von Gemeinschaften zu sein.

                        0:49:56–0:49:59

                        Also ich bin zum Beispiel Teil von Tobis Mediengemeinschaft,

                        0:50:01–0:50:06

                        und mache da eben Erfahrungen, von denen profitiere ich dann wiederum für meine

                        0:50:06–0:50:09

                        eigene Gemeinschaft, wo ich dann diese andere Rolle eben habe.

                        0:50:09–0:50:14

                        Und ich glaube, das macht es aus. Und ich meine, Timo, du hast jetzt schon mehrmals

                        0:50:14–0:50:19

                        gesagt, hier mit dem Netzwerk für Unternehmerinnen, nicht für Unternehmen.

                        0:50:20–0:50:24

                        Also die Vorstellung, es würde den Laden nicht mehr geben und wir würden dann

                        0:50:24–0:50:29

                        aufhören, zusammenzuarbeiten, die ist einfach nur absurd. Also da merke ich

                        0:50:29–0:50:30

                        das einfach ganz deutlich.

                        Franziska
                        0:50:31–0:50:35

                        Das ist toll, da darf ich gleich anschließen, weil ja auch wieder mein Fall zeigt,

                        0:50:36–0:50:40

                        also im Sinne von, ich darf Anbieterin von einem Ort sein, vom Franzwerk,

                        0:50:40–0:50:45

                        dann aber auch einen Wandlungsprozess wieder machen und am Ende bin ich aber

                        0:50:45–0:50:49

                        weiterhin eben mit Thelium aktiv und wechsle jetzt eben eine Rolle.

                        0:50:49–0:50:53

                        Rolle zeigt auch wieder, ja, es ist nicht primär eben das Netzwerk für Unternehmen,

                        0:50:54–0:50:56

                        sondern ja, ich darf da als Mensch,

                        0:50:56–0:51:00

                        als Anbieterin sein und kann dann innerhalb des Netzwerks sogar meine Rolle

                        0:51:00–0:51:04

                        wechseln und dann eben nach der Elternzeit tatsächlich im Mycelium arbeiten.

                        Tobias
                        0:51:05–0:51:09

                        Sehr schön. Hast du dir die beste Kompetenz eingekauft, Timo, oder?

                        Timo
                        0:51:13–0:51:16

                        Eingekauft, also einkaufen kann das Mycelium schon mal gar nichts.

                        0:51:17–0:51:21

                        Also wir bieten sehr viel intrinsische Motivation, glaube ich.

                        Tobias
                        0:51:23–0:51:24

                        Ja, sehr schön.

                        Timo
                        0:51:24–0:51:30

                        Das ist ja eigentlich auch das Schöne. Also im Mycelium lernen ja eigentlich

                        0:51:30–0:51:33

                        sehr, sehr viele Menschen wie Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften funktioniert.

                        0:51:33–0:51:34

                        Also ich lerne es ja auch jeden Tag aufs Neue.

                        0:51:35–0:51:39

                        Und das gibt halt ja dadurch, dass wir ja ständig Prozesse begleiten,

                        0:51:39–0:51:43

                        jeden, der mitlernt, die Möglichkeit zu sagen, ja, ich könnte jetzt auch auf

                        0:51:43–0:51:48

                        die Idee kommen zu begleiten oder möchte das jetzt tun und das macht jetzt auch Isabel und Franziska.

                        0:51:48–0:51:53

                        Und ich glaube, das Schöne ist halt, dass wir halt eben Menschen haben,

                        0:51:53–0:51:54

                        die es halt selber tun und leben.

                        0:51:55–0:51:58

                        Wir haben in Anführungsstrichen so frisch von der Uni, der irgendwas theoretisch gelernt hat.

                        0:51:59–0:52:03

                        Das geht bei uns leider nicht oder zum Glück, je nachdem und ja,

                        0:52:03–0:52:08

                        das ist schon ein krasses Potenzial, was da einfach schlummert und wir auch

                        0:52:08–0:52:12

                        eben schöpfen können und dürfen, ja. Das ist großartig.

                        Tobias
                        0:52:13–0:52:17

                        Ja, ihr drei, ich bedanke mich für euren Einblick ins gemeinschaftsbasierte

                        0:52:17–0:52:24

                        Unternehmertum Wer jetzt ganz niederschwellig die Erfahrung einer Gemeinschaft machen möchte,

                        0:52:24–0:52:32

                        kann doch einfach mal eine E-Mail an info.mizelium.com mit dem Stichwort Podcast-Gemeinschaft

                        0:52:32–0:52:34

                        schreiben und Mitglied in der Podcast-Gemeinschaft werden.

                        0:52:34–0:52:38

                        Wir haben dazu einen monatlichen Austausch.

                        0:52:38–0:52:42

                        Ihr bekommt exklusiven Zugriff auf noch ein paar extra Folgen.

                        0:52:42–0:52:46

                        Ja, und seid einfach schon mal so ein bisschen in diesem, ja ich sag mal so

                        0:52:46–0:52:51

                        ganz niederschwellig in diesen gemeinschaftsbasierten Wirtschaften einmal so

                        0:52:51–0:52:56

                        reingetippt. So wie wenn man Eisbaden geht, so intensiv, aber schon nur kurz.

                        0:52:56–0:53:01

                        Und dann kann daraus irgendwie noch weiter was entstehen und ihr könnt vielleicht

                        0:53:01–0:53:04

                        eure eigene Idee irgendwann mal umsetzen.

                        0:53:05–0:53:10

                        Ja, nochmal danke an euch und bei allen Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit.

                        Franziska
                        0:53:10–0:53:11

                        Danke und tschüss.

                        Timo
                        0:53:11–0:53:12

                        Danke.

                        Isabelle Kempf
                        0:53:12–0:53:13

                        Tschüss.

                        The post MP074 – MYZELIUM Insights: Unternehmer:innen im Fokus appeared first on MYZELIUM.

                        54 min
                      • MP073 - regeneratives Wirtschaften mit Sebastian Fittko

                          Gemeinsam mit unserem Gast Sebastian Fittko von Initiative Regenerative Marktwirtschaft erkunden wir die Welt des regenerativen Wirtschaftens. Sebastian erklärt, was regeneratives Wirtschaften ist und wie ein Unternehmen Schritt in Richtung eines regeneratives Wirtschaften machen kann. Timo ordnet das regenerative Wirtschaften in den Kontext des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens ein und präsentiert Beispiele aus dem MYZELIUM Ökosystem. Vielen Dank Tobias Steffgen für Moderation und Technik.

                          Wir sind gespannt auf eure Gedanken!

                          Donut Ökonomie – [TRAILER] MP038 – Donut Ökonomie und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaftenhaften
                          Pfade regeneratives Wirtschaften nach Reed – https://re-ground.de/wp-content/uploads/2022/06/Schaubild_final_Pfade.png

                          Sebastian Fittko – https://de.linkedin.com/in/sebastian-fittko

                          Initiative Regenerative Marktwirtschaft – https://regenerativemarktwirtschaft.org

                          Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                          Transkription
                          Tobias
                          0:00:09–0:00:12

                          Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge des Mycelium Podcast,

                          0:00:13–0:00:17

                          der Podcast in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                          0:00:18–0:00:23

                          Ja, heute worum soll es gehen? Wir haben heute einen Experten eingeladen neben

                          0:00:23–0:00:30

                          dem Timo, der ja Co-Gründer des Myceliums ist, haben wir Sebastian Fittkow eingeladen.

                          0:00:31–0:00:35

                          Sebastian Fittkow ist Experte für regeneratives Wirtschaften.

                          0:00:35–0:00:40

                          Was regeneratives wirtschaften ist und warum wir das im podcast über,

                          0:00:40–0:00:43

                          gemeinschaftsbasiertes wirtschaften haben wollen oder darüber sprechen wollen

                          0:00:43–0:00:46

                          ja das klärt sich gleich aber erst

                          0:00:46–0:00:53

                          mal hallo in die runde hallo ihr beiden hallo hallo ja sebastian regeneratives

                          0:00:53–0:00:57

                          wirtschaften was ist das da kommen wir gleich dazu erst mal wäre vielleicht

                          0:00:57–0:01:03

                          ganz gut für unsere zuhörenden wer bist du überhaupt und warum bist du experte darin Ja,

                          0:01:03–0:01:06

                          hallo Tobias und Timo.

                          Sebastian
                          0:01:06–0:01:09

                          Ja, freut mich, dass ich heute hier sein kann. Warum bin ich Experte für das

                          0:01:09–0:01:11

                          regenerative Wirtschaften?

                          0:01:11–0:01:15

                          Wahrscheinlich, weil ich mich seit 2018 intensiv damit auseinandersetze,

                          0:01:15–0:01:18

                          weil ich mir immer die Frage gestellt habe, wie können wir eigentlich unsere

                          0:01:18–0:01:23

                          Wirtschaft in eine Richtung drehen, dass wir nicht weiter extrahieren,

                          0:01:23–0:01:27

                          degenerieren und zwar das Ganze nicht nur auf einer Ebene, also CO2-neutral,

                          0:01:28–0:01:30

                          werden, sondern eigentlich ist es ein systemisches Thema.

                          0:01:32–0:01:36

                          Und deswegen bin ich irgendwann erst über regenerative Landwirtschaft gestolpert

                          0:01:36–0:01:39

                          und alles, was damit zusammenhängt und habe dann irgendwo festgestellt,

                          0:01:40–0:01:45

                          dass das ja mit allen Themen irgendwo zusammenhängt und wir müssen das irgendwo systemisch sehen.

                          0:01:46–0:01:50

                          Und da ich mich schon immer für Transformationen interessiert habe,

                          0:01:50–0:01:52

                          am Anfang war es digitale Transformation,

                          0:01:52–0:01:57

                          viel mit Startups und großen Konzernen zusammengearbeitet und denen die Digitalisierung

                          0:01:57–0:02:01

                          beizubringen, glaube ich, kenne ich mich mit Transformationen ganz gut aus.

                          0:02:02–0:02:07

                          Und so bin ich dann eben auch zu dem Thema gekommen und auch zu dem Thema der

                          0:02:07–0:02:12

                          Frage, brauchen wir vielleicht ein Leitbild, was uns irgendwo gemeinsam eine Orientierung gibt,

                          0:02:13–0:02:17

                          dass wir uns zumindest mal auf den Weg begeben, auch wenn wir vielleicht noch

                          0:02:17–0:02:21

                          gar nicht wissen, wie das Ufer so ganz genau aussieht, aber wir zumindest die Richtung kennen.

                          0:02:22–0:02:26

                          Und aus der Idee ist dann die Initiative

                          0:02:26–0:02:29

                          regenerative Marktwirtschaft entstanden, die so ein bisschen was,

                          0:02:30–0:02:34

                          ein Update für die soziale Marktwirtschaft entwickeln möchte und das Ganze,

                          0:02:34–0:02:37

                          die Ökologie und auch das soziale System mit einbindet.

                          Tobias
                          0:02:38–0:02:44

                          Sehr schön und dieses Leitbild, also diese, ja diesen Weg, diese Eckpfeiler,

                          0:02:44–0:02:47

                          sage ich mal, das ist dann regeneratives wirtschaften.

                          Sebastian
                          0:02:47–0:02:52

                          Ja, wenn sie denn dann umgesetzt sind, diese Eckpfeiler.

                          Tobias
                          0:02:53–0:02:58

                          Also kannst du das, oder wenn es umgesetzt ist, aber was ist denn die Idee hinter

                          0:02:58–0:02:59

                          regenerativen Wirtschaften?

                          0:03:00–0:03:03

                          Vielleicht kannst du das nochmal kurz eine Definition geben für Menschen,

                          0:03:03–0:03:04

                          die das jetzt so gar nicht kennen?

                          Sebastian
                          0:03:05–0:03:12

                          Also es geht erstmal darum anzuerkennen, dass wir als Menschen Teil der Ökologie

                          0:03:12–0:03:14

                          sind und nicht irgendein abgespaltener Teil.

                          0:03:14–0:03:20

                          Das heißt, wir wirtschaften mit dem, was uns unsere Biosphäre zur Verfügung

                          0:03:20–0:03:24

                          stellt und natürlich die natürlichen Ressourcen, Metalle.

                          0:03:26–0:03:29

                          Mineralien etc., die uns sozusagen unser Planet zur Verfügung stellt.

                          0:03:30–0:03:31

                          Und wir wissen, das ist alles endlich.

                          0:03:32–0:03:37

                          Und dann gibt es ja so ein Fusionsreaktor, der über uns schwebt und der schickt ganz viel Energie.

                          0:03:37–0:03:43

                          Und wir haben das Glück, dass dadurch ganz viel grüne Dinge um uns herum wachsen.

                          0:03:43–0:03:46

                          Und das ist das, was fortlaufend sich regeneriert.

                          0:03:46–0:03:50

                          Und insofern haben wir eine beschränkte Ressource, also das,

                          0:03:50–0:03:54

                          was sich in der Erdoberfläche befindet, und eine sich fortlaufende,

                          0:03:54–0:03:58

                          regenerierende Ressource, die eben wächst.

                          0:03:59–0:04:04

                          Und es sind wir, die darauf agieren. Und wir auch letztendlich als Teil dieser

                          0:04:04–0:04:09

                          Ökosphäre entsprechend einen regenerativen Beitrag leisten.

                          0:04:09–0:04:13

                          Und wenn wir das als wirtschaftende Individuen zusammenbringen,

                          0:04:14–0:04:20

                          ja, dann können wir regenerierend werden, indem wir eben das nutzen,

                          0:04:20–0:04:25

                          ja, was eben da ist und dafür sorgen, dass das auch regenerativ bleibt,

                          0:04:25–0:04:28

                          ne, und nicht, dass wir das herunterfahren und sagen so, jetzt haben wir die

                          0:04:28–0:04:33

                          Bäume alle gefällt und warum spenden wir uns kein Schatten mehr und kein Brennholz,

                          0:04:33–0:04:37

                          das ist dann halt eben nicht regenerativ, sondern degenerativ.

                          Tobias
                          0:04:37–0:04:42

                          Also es ist wenn man ja irgendwie mal in der suchmaschine regeneratives wirtschaften

                          0:04:42–0:04:47

                          eingibt findet man dieses so ein schaubild und da sind dann die diese unterschiedlichen,

                          0:04:48–0:04:53

                          wirtschaftsformen oder wie man es nennt halt eingezeichnet und regenerativ ist

                          0:04:53–0:04:57

                          dann ganz rechts also es ist noch mal ein stück weiter quasi als jetzt grün

                          0:04:57–0:04:59

                          oder nachhaltig oder Genau,

                          0:04:59–0:05:09

                          du beziehst dich jetzt auf diese berühmte Grafik von Read und wo links das degenerativ

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                          extraktive Wirtschaften ist und rechts oben,

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                          wie das immer ist bei diesen vier Felder Matrixen, ja, das regenerative,

                          0:05:17–0:05:19

                          aber das ist genau der Punkt.

                          Sebastian
                          0:05:19–0:05:25

                          Also wir streben momentan so nach Nachhaltigkeit oder Net Zero und dieses Net

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                          Zero ist natürlich noch nicht erreicht, wie wir wissen, sondern vielleicht eben.

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                          10, 20, 30, 50 oder vielleicht nie und das heißt, solange das nicht erreicht

                          0:05:35–0:05:38

                          ist, dieser Punkt, verbrauchen wir mehr Ressourcen.

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                          Ob das CO2-Ausstoß ist, ob das andere Ressourcen sind.

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                          Nur das Problem ist, dass wir bereits, wie wir auch jetzt glaube im September

                          0:05:47–0:05:51

                          wurde es die letzte Update veröffentlicht, zu den planetaren Grenzen,

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                          dass wir halt überall ein Überschießen haben.

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                          Das heißt, das wird noch weiter überschießen und wenn wir erst in 20,

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                          30 Jahren so weit sind, nachhaltig zu wirtschaften, dann stellen wir uns sicherlich

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                          alle die Frage, wo stehen wir denn da und ist dann ein gedeihliches und gutes

                          0:06:06–0:06:08

                          Leben überhaupt noch möglich?

                          0:06:08–0:06:12

                          Und deswegen, glaube ich, müssen wir ambitionierter sein und uns die Frage stellen,

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                          wie können wir zu einem Status kommen, dass wir eben nicht mehr extrahieren,

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                          sondern dazu beitragen, dass der Planet wieder regenerieren kann,

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                          damit wir wieder zurückkommen in diese planetaren Grenzen.

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                          Und was da vielleicht auch mit dazugehört

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                          und das ist dann die Verbindung und deswegen ist eigentlich diese diese Donut

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                          Grafik ja von Kate Raworth dabei so

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                          passend ja weil sie sagt es ist nicht nur der

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                          dass das überschießen bei den planetaren Grenzen sondern

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                          ist ja auch das Erreichen der sozialen Grundlagen

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                          für ein gutes Leben also wir können es wieder zurückgehen

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                          und dann kollabiert das andere das wäre auch nicht gut und

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                          wenn wir in den globalen Süden schauen die haben

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                          die sozialen Grundlagen noch nicht erreicht und dementsprechend

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                          müssen sie ja auch noch wachsen ja und die frage ist

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                          haben die dann auch einen überschuss oder könnte das

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                          auch schaffen ohne einen überschuss bei den planetaren grenzen

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                          also es hängt alles miteinander zusammen ja ja schön

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                          ja zu donat und donat ökonomie haben

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                          wir auch schon mal eine folge gemacht verlinke ich unten

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                          noch mal gut ich möchte das ganze jetzt aber auch

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                          noch mal ein bisschen konkretisieren welche schritte braucht es denn um ja dann

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                          regenerativ zu wirtschaften also was ja wenn ich jetzt ein unternehmen habe

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                          unternehmen x was muss ich denn überhaupt machen um regenerativ zu sein doch

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                          schön konkret die telekom die telekom.

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                          Regenerativ wirtschaft was müsste sie machen,

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                          Ein erster Schritt ist ja mal in Status Quo zu erfassen und nicht sozusagen

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                          auf diese Read Grafik irgendwo einzuordnen.

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                          Also wie degenerativ oder extraktiv bin ich und auf welchen Dimensionen,

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                          also das kann ja sein von Verbrauch von natürlichen Ressourcen, wo kommt mein Strom her.

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                          Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um, wie gehe ich mit den Daten meiner Kunden

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                          um und all das sind ja potenzielle Faktoren, die degenerativ oder auch vielleicht

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                          regenerativ sein können.

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                          Also erst einmal erfassendes status

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                          quo und ich glaube dann ist der nächste schritt zu sagen

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                          okay was ist denn wenn ich wirklich die

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                          reise beginnen will was ist mein potenzial als unternehmen

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                          also ich glaube wenn ich jetzt ein bergbau unternehmen bin dann

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                          wird es mit dem regenerativen potential ein bisschen

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                          was schwerer sein werden wir weiter bergbau unternehmen brauchen ja

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                          wahrscheinlich zumindest in den nächsten jahrzehnten

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                          noch also ich muss irgendwie überlegen was ist

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                          mein potenzial um möglichst nah nach

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                          oben rechts zum regenerieren zu kommen und und

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                          wenn ich das dann identifiziert habe dann kann ich mir natürlich auch fragen

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                          im nächsten schritt wo sie wären denn meine low hanging fruits zu sagen weil

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                          ich mache nicht alles auf einmal weil das kostet ja leider auch geld und das

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                          dauert auch alles zeit und ich will mich als unternehmen ja auch nicht überfordern

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                          auf dieser reise ehrlich gesagt und da hat es natürlich so ein unternehmen wie

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                          retail die auf der grünen Wiese starten.

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                          Als Gegenbeispiel ein bisschen was leichter, weil sie sagen okay,

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                          alle unsere Energie kommt aus dem aus erneuerbaren.

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                          Wir gehen mit den Kundendaten anders um.

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                          Wir können ständig kündigen. Also die.

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                          Erfüllen letztendlich schon viele Dinge, die Richtung oben rechts gehen,

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                          um in dieser Grafik zu bleiben und die Telekom, die muss es darüber nachdenken,

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                          okay, wo könnten wir jetzt beispielsweise ansetzen und wo ist das Potenzial

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                          am größten und können wir die größten Schritte machen,

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                          ist es bei den erneuerbaren Energien oder ist es beim Umgang mit den Kundendaten

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                          oder im Umgang mit den Kunden und dann wird man natürlich entsprechend so eine

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                          Art Roadmap entwickeln und sagen,

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                          wir fangen hier an und sind dann aber auch ganz transparent und kommunizieren

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                          unseren Stakeholdern, wo wir stehen.

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                          Also nicht wie bei denen, wir wollen CO2 runterbringen, aber wir halten uns

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                          alle nicht dran, wie wir das irgendwie gerade erleben, sondern es muss so transparent

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                          sein, dass wir auch wissen, wo steht denn jetzt die Telekom,

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                          wenn sie jetzt tatsächlich sich auf diese transformative Reise begebt,

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                          hin regenerativ zu werden.

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                          Und diese Offenheit, die gehört aus meiner Sicht zwingend mit dazu,

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                          weil ansonsten ist ja wieder sehr schnell greenwashing und vielleicht gibt es

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                          dann auch ein regeneration washing ja und das wollen wir natürlich dann in so

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                          einem kontext vermeiden insofern wird man sich dann schritt für schritt anmelden

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                          anwenden und schauen dass man möglichst,

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                          nah an diesen an dieses potential herankommt und das auch immer wieder natürlich

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                          hinterfragen vielleicht können wir es noch regenerativer werden weil wir irgendwie

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                          gelernt haben was wir vorher gar nicht wussten.

                          Tobias
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                          Ja, jetzt ist natürlich interessant für mich, wie steht gemeinschaftsbasiertes

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                          Wirtschaften da in dem Bezug zu?

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                          Also ist gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften vielleicht immer schon regeneratives

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                          Wirtschaften oder kann eine gemeinschaftsbasierte Organisation auch nicht regenerativ sein?

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                          Timo, was meinst du denn dazu?

                          Timo
                          0:11:00–0:11:04

                          Ich glaube, was die erste Reaktion von mir ist so intuitiv, dass man schon sehr

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                          schnell merkt, also das Potenzial regenerativ zu wirtschaften,

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                          so wie Sebastian es eben beschrieben hat, hängt natürlich am Geschäftsmodell.

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                          Also da ist natürlich dann auch die Grenze oder halt eben auch bei den Leuten,

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                          die das Unternehmen gehören, würde ich jetzt mal so sagen und deren Haltung eben.

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                          Also wenn die sagen Gewinnmaximierung ist mein wesentliches Prinzip,

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                          dann wird es natürlich auch wirklich schwierig.

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                          Also da kann man vielleicht die eine oder andere Sache verändern oder mal ein

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                          bisschen die Verpackung.

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                          Aber ich glaube so ein bisschen das Spannende für uns ist ja,

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                          wir haben ja diese Reihe, wo wir gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften immer gegenüber

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                          setzen mit anderen Formen Wirtschaftens oder bestimmten Paradigmen.

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                          Also wir haben ja zum Beispiel Postwachstumsökonomie, auch die Donutökonomie

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                          und da fragen immer was sind Gemeinsamkeiten,

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                          was sind Unterschiede zu gemeinschaftspasierten Wirtschaften.

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                          Genossenschaftswesen haben wir auch schon gemacht, Kammens und so weiter.

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                          Und so ist es quasi regeneratives Wirtschaften. Ja, ist uns eigentlich auch

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                          irgendwann mal einfach vor die Füße gefallen in Anführungsstichen und da bin

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                          ich ganz ehrlich, da hatte ich so gedacht, also wenn,

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                          also ich glaube mit einigem Selbstbewusstsein können wir schon sagen,

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                          dass wir auf verschiedenen Ebenen, wie du es beschrieben hast, uns Gedanken machen.

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                          Aber wir haben halt einen wirklich entscheidenden Vorteil, dass wir tatsächlich

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                          am Geschäftsmodell ansetzen und das grundsätzlich verändern.

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                          Und natürlich ist das so, auf der einen Seite, wenn wir zum Beispiel ein Unternehmen

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                          retten, dann kenne ich das sehr gut, also dann.

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                          Sind im Geschäftsmodellbereich bestimmt auch bestimmte Grenzen gesetzt und es

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                          noch mal ein bisschen was anderes ist, wenn man quasi komplett von vorne anfängt.

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                          Aber ich glaube, unser großer Vorteil ist, dass wir dort ansetzen oder auch

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                          dort beraten, wo sonst beim regenerativen Wirtschaften eher eine Grenze gezogen

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                          ist oder eine fast natürliche Grenze existiert, würde ich jetzt mal die These in den Raum schmeißen.

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                          Und wir ja gerade dieses Verhalten zwischen den Konsumenten und den Anbieterinnen

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                          von Leistungslütern organisieren und ich glaube, da steckt glaube ich großes

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                          Potenzial für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften drin Und ich finde auch dieses…

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                          Diese Brille. Also ich glaube für das Mycelium und auch andere Organisationen

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                          die Gemeinschaftsbasis wirtschaften ist das ganz spannend sich auch mal selber zu checken.

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                          Also ich finde die Idee mit den Potenzialen auch sehr gut.

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                          Wir bekommen ja auch gerade eine Organisationsberatung.

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                          Wir stellen uns jetzt gerade zum Beispiel so ganz aktuell auch wirklich so ganz

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                          konkrete Fragen, auch wenn wir sagen würden wir sind beim Geschäftsmodell ganz

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                          gut, aber faktisch gucken wir jetzt auch rein, ja wo fließt denn eigentlich unser Geld hin?

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                          Sind wir da eigentlich konsequent? Sind wir da wertetreu?

                          Sebastian
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                          Nochmal eben checken, wissen wir eigentlich alle noch mal unternehmen

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                          was uns bewährte sind und so weiter also das da

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                          stecken wir gerade drin dass es genau also ich würde

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                          sagen ist eine interessante perille momentan fürs

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                          mit 10 ja also ich finde es ganz

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                          ganz spannend weil du du bringst das was er

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                          beim mycelium macht du bringst glaube ich einen wichtigen aspekt mit

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                          rein der momentan für unsere

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                          wirtschaft herausforderungen birgt also das ist

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                          natürlich immer diese dieser dieses wachstums narrativ

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                          wir müssen wachsen und wenn wir wissen wachstum ist

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                          halt immer mit ressourcenverbrauch verbunden also steigerung

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                          des ressourcenverbrauch ist und da kommen natürlich viele unternehmen wie jetzt

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                          ein börsennotiert ist im streubesitz sich befindendes unternehmen kommt da nicht

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                          so einfach raus und deswegen sehen wir natürlich auch auch in vielen gesprächen

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                          wenn du mit unternehmen sprichst sie sagen wir wir streben eine regenerative Transformation an,

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                          dann wird sich natürlich auch immer diese Wachstumsfrage stellen.

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                          Und da sehen wir natürlich, dass Unternehmen, die jetzt eine klare Governance

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                          Struktur haben oder eine Governance Struktur, die halt sagt,

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                          ja, wir müssen nicht unbedingt wachsen, wir finanzieren uns organisch.

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                          Das heißt, wir müssen Kredite aufnehmen, die wiederum Wachstum ja unbedingt

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                          verlangen, weil sonst kann ich nämlich den Kredit nicht zurückbezahlen durch

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                          den Zins und Zinseszins, den ich habe.

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                          Das heißt, genau diese Art von Wirtschaftssystem werden dann natürlich,

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                          wenn wir wirklich regenerativ wirtschaften wollen, eine größere Bedeutung spielen.

                          0:15:06–0:15:11

                          Kann jetzt wahrscheinlich ein gemeinschaftsbasiertes Unternehmen auch nicht regenerativ sein?

                          0:15:11–0:15:15

                          Wahrscheinlich schon, weil es natürlich viele Faktoren gibt,

                          0:15:15–0:15:19

                          die auch dazu führen können, dass so ein Unternehmen nicht nachhaltig funktioniert.

                          0:15:19–0:15:23

                          Weil es beispielsweise auch günstiger ist, vielleicht Kohlestrom einzukaufen,

                          0:15:23–0:15:25

                          als jetzt irgendwie einen anderen Strom.

                          0:15:25–0:15:28

                          Und das ist dann auch eine wirtschaftliche Entscheidung, die dann von diesem

                          0:15:28–0:15:31

                          gemeinschaftsbasierten Unternehmen ja getroffen werden muss.

                          0:15:31–0:15:33

                          Aber wenn die Gemeinschaft sagt, wir wollen das anders machen,

                          0:15:33–0:15:35

                          wir sind bereit, diesen Preis zu zahlen,

                          0:15:35–0:15:39

                          dann ist das natürlich eine andere Marktfunktion, als wir das so auf diesem

                          0:15:39–0:15:44

                          deutschen globalen Markt sehen, wo wir uns mit allen vergleichen und derjenige,

                          0:15:44–0:15:49

                          der besser externalisieren kann und das nicht bei uns in unserem Vorhof passiert,

                          0:15:49–0:15:51

                          also Thema Fracking oder so was.

                          0:15:52–0:15:58

                          Gerne, aber nicht bei uns im Garten, dann ist das natürlich irgendwie vermischt,

                          0:15:58–0:16:02

                          dass die Dinge und führt dann letztendlich eigentlich zumindest wenn es um nachhaltiges

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                          oder regeneratives Wirtschaften geht, zu einem Marktversagen,

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                          dass der Markt einfach nicht funktioniert.

                          Timo
                          0:16:07–0:16:13

                          Mega, mega. Ich fand das ganz spannend, zum Beispiel mit dem Thema Geld und Darlehen und so.

                          0:16:13–0:16:19

                          Mycelium gibt es Darlehen, es gibt dafür nur keine Zinsen. Wir nennen es kompostieren.

                          0:16:21–0:16:26

                          Also wenn du im Mycelium irgendwo investierst, also in einem Unternehmen,

                          0:16:26–0:16:30

                          das wir begleiten oder so, bekommst du keine Zinsen, das bedeutet dein Geld

                          0:16:30–0:16:33

                          wird tendenziell weniger durch Inflation.

                          0:16:33–0:16:38

                          Das machst du nicht, weil du schlecht bist im Investieren, sondern weil du sagst,

                          0:16:38–0:16:44

                          Wirkung geht mir vor und ich möchte eben keinen extra Wachstumseffekt auslösen.

                          0:16:45–0:16:50

                          Aber trotzdem ist das tendenziell möglich, die Zukunft in die Gegenwart zu holen,

                          0:16:50–0:16:53

                          was tendenziell für die Transformation ja auch wirklich wichtig ist.

                          0:16:53–0:16:58

                          Also das ist, was ich finde, auch so, wenn ich als Unternehmen wachsen möchte in der heutigen Welt.

                          0:16:59–0:17:02

                          Da muss ich regenerativ wirtschaften.

                          0:17:03–0:17:06

                          Dann darf ich auch wachsen. Also jetzt organisch, das ist wichtig.

                          0:17:07–0:17:13

                          Kein Baum wächst in sozusagen endliche, aber du darfst eine gewisse Größe erreichen, die optimal ist.

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                          Und dann, und das ist auch das, wo man sagen könnte, da ist das Mycelium auch

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                          organisch, weil alle Unternehmen, die wir begleiten,

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                          die unterschreiben Leitlinien und da steht da drin, ich wachse auf meine optimale

                          0:17:25–0:17:28

                          Größe und wenn ich die optimale Größe meines Unternehmens erreicht habe,

                          0:17:28–0:17:31

                          dann gebe ich mein bisschen weiter und kooperiere dann.

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                          So wächst die Natur und so weiter.

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                          Und ich glaube, dass da ja auch eine gewisse Form von Reichtum einfach drin

                          0:17:42–0:17:45

                          steckt, weil was viele eben nicht verstehen,

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                          also Gesellschaft mit einem großen Ungleichheit, wo manche durch die Decke wachsen

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                          und andere halt da nichts mehr abkriegen.

                          0:17:54–0:17:57

                          Es ist ja nicht wirklich so, dass die Menschen, die dann wirklich diesen Reichtum

                          0:17:57–0:18:00

                          dann auf sich vereinigen, dass die wirklich super entspannte Leben haben.

                          0:18:00–0:18:06

                          Ja, also es gibt ja immer dieses Thema, wie sehr vertraust du dem Zaun und deinen Leibwächtern?

                          0:18:06–0:18:10

                          Ja, und es gibt also, wenn du so Mexiko lebst, Superreich ist nicht so entspannt

                          0:18:10–0:18:12

                          wie in Deutschland. Ja, auch wenn Deutschland immer ungleicher wird,

                          0:18:12–0:18:14

                          aber es macht schon Unterschiede.

                          Sebastian
                          0:18:14–0:18:20

                          Da hatte ich gestern hatte ich den Workshop auf dem Luzern Dialog und da waren

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                          ganz viele Unternehmer im Raum und habe ihnen über das regenerative Wirtschaften

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                          erzählt und über das Thema Externalitäten unseres Wirtschaftens und die Frage am Anfang gestellt,

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                          was ist für dich persönlich Wohlstand?

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                          Und ich habe das mit so einem Mentimeter gemacht, dass dann so eine Tech Cloud

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                          entstanden ist und man so sehen konnte, was ist wirklich wichtig?

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                          Und ganz hinten stand Geld.

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                          So und ganz vorne stand Sicherheit, Lebensqualität.

                          0:18:54–0:18:58

                          Intakte Natur und all diese Dinge und,

                          0:19:00–0:19:03

                          Also es steckt eigentlich in uns. Wir wissen eigentlich, was gutes Leben ist.

                          0:19:03–0:19:07

                          Ja, aber wir sind letztendlich in diesem Hamsterrad natürlich irgendwo drin,

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                          auch durch Abhängigkeiten.

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                          Und wir kriegen es ja auch tagtäglich, wenn wir die Nachrichten morgens anmachen.

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                          Oh, das BIP ist dieses dieses Quartal nicht gewachsen.

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                          Wir haben jetzt mit einem Wohlstandsverlust zu kämpfen. Und aber mit diesem

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                          Wohlstandsverlust ist ja nur eine Abnahme des BIP pro Kopf gemeint.

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                          Was das aber genau für den einzelnen Menschen bedeutet,

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                          wird überhaupt gar nicht hinterfragt und das

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                          bedeutet natürlich für ganz ganz viele die die ihren

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                          job verlieren ist das ganz ganz viel

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                          ja und ganz ganz viele in der gesellschaft und das sind eigentlich 90 prozent

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                          die partizipieren an diesem wohlstands gewinnen ja von dem wir mal reden den

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                          wir unbedingt erzielen müssen sowieso nur sehr sehr marginal es sind die oberen

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                          zehn prozent die überdurchschnittlich davon profitieren, wenn das BIP wächst.

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                          Und wenn man sich dann anschaut, vergleichen mit anderen Indikatoren wie dem

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                          Human Development Index und es gibt noch andere Indizes,

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                          dann sieht man, dass eine Entkoppelung

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                          des BIPs in den 70er Jahren eingesetzt hat und andere Indizes,

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                          die eben mehr auf diese soziale Entwicklung.

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                          Gleichheit, Chancengleichheit etc.

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                          Abgehen, dass die sich in den 70er Jahren davon entkoppelt haben und eher gleich

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                          und teilweise sogar gesunken sind und da fragt man sich wozu es denn ist dieses

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                          ganze Wirtschaftswachstum tatsächlich gut von dem den ganzen Tag geredet wird,

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                          dass wir das jetzt unbedingt brauchen.

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                          Aus einer Staatsfinanzierungssicht verstehe ich das natürlich,

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                          ja, weil irgendwie die Wahlversprechen müssen ja irgendwie erfüllt werden und

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                          die steigenden Sozialkosten etc. etc.

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                          Aber da ist ja so ein Grundproblem dieses, was überall rein,

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                          diffundiert ist, es geht nur so. Und ihr zeigt ja mit dem Mycelium,

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                          so wie ich das sehe, hey, es geht auch anders und wir haben ein besseres Leben,

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                          weil wir eben lokale Value Chains haben, wo wir die Wertschöpfung gemeinsam vor Ort schaffen,

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                          wo wir davon auch ein Stück weit abhängig sind, aber das bringt uns auch in das gleiche Boot rein.

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                          Und ich glaube, das sind auch absolute Grundkonstanten, die wir brauchen für

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                          ein regeneratives Wirtschaften.

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                          Nur wenn wir wirklich sehen, was bei uns vor Ort erwirtschaftet wird und wir

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                          sehen, wie das gemacht wird und wie derjenige auch als Unternehmer sein Brot

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                          verdienen muss, dann bin ich da vielleicht auch bereit rein zu investieren oder

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                          ich bin da bereit zu kaufen.

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                          Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt, damit wir überhaupt

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                          eine Chance haben, regenerativ zu werden.

                          Tobias
                          0:21:37–0:21:40

                          A. Du hast mir jetzt schon so ein bisschen eine Vorlage gegeben,

                          0:21:40–0:21:44

                          weil ich würde ganz gern auch noch da die Frage zu stellen, wie denn regeneratives

                          0:21:44–0:21:47

                          Wirtschaften ja quasi diese sozialen Ungleichheiten,

                          0:21:48–0:21:52

                          die du jetzt eben schon ein bisschen angedeutet hast und auch ökologische Ungleichheiten

                          0:21:52–0:21:56

                          ja überwinden kann, wie dagegen gewirkt werden kann.

                          0:21:57–0:22:01

                          Also einmal hast du ja jetzt schon gesagt, ja einfach seine lokalen Unternehmen

                          0:22:01–0:22:04

                          stärken, seine lokalen Unternehmen überhaupt mal sichtbar machen?

                          0:22:05–0:22:11

                          Gerade ja in so, sag mal, Lebensmittel, großes Thema, aber auch Kleidung.

                          Sebastian
                          0:22:12–0:22:16

                          Ich glaube, wir müssen uns erst mal vorrangig um die Daseinsvorsorge der Menschen kümmern.

                          0:22:17–0:22:20

                          Ja, also jeder muss die Grundlage für ein gutes Leben haben.

                          0:22:20–0:22:24

                          Dazu gehört natürlich öffentliche Infrastruktur, gute Schulen,

                          0:22:24–0:22:29

                          Zugang zu günstiger Energie, bezahlbaren Lebensmittel etc. etc. mit dazu.

                          0:22:30–0:22:33

                          Nur wie wir das momentan machen, ist es leider nicht nachhaltig.

                          0:22:33–0:22:38

                          Also nochmal Beispiel Externalitäten, Lebensmittel, Landwirtschaftssystem sind

                          0:22:38–0:22:45

                          sieben Prozent vom BIP, sind 328 Milliarden Euro pro Jahr, die an Externalitäten

                          0:22:45–0:22:47

                          als Bugwelle vor unserer Wirtschaft herlaufen.

                          0:22:48–0:22:51

                          Die Frage, wollen wir das weiter steigern und ist das irgendwie eine gute Sache

                          0:22:51–0:22:54

                          oder so und wahrscheinlich eher nicht.

                          0:22:55–0:22:59

                          Aber wenn wir das jetzt transformieren, dann kommt natürlich erstmal höhere Preise.

                          0:22:59–0:23:04

                          Und die Frage ist, wie können wir denn mit diesen höheren Preisen umgehen und

                          0:23:04–0:23:10

                          können das eben ermöglichen, dass Menschen vor Ort ja gute Lebensmittel sich leisten können,

                          0:23:10–0:23:15

                          die sie gesund halten und nicht krank machen, wie das nämlich heute der Fall ist.

                          0:23:15–0:23:19

                          Und natürlich gibt es diese Transformation und da wird natürlich der Staat als

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                          Regulator ein Stück weit gefordert sein.

                          0:23:21–0:23:26

                          Und ich glaube, dass wir viel natürlich über die Preise und Preissensibilität

                          0:23:26–0:23:29

                          machen können. Ich glaube, viele Lebensmittel sind zu günstig heutzutage,

                          0:23:29–0:23:34

                          weil sie sehr große Externalitäten erzeugen. Viele sind zu teuer.

                          0:23:35–0:23:40

                          Also Stichwort, warum sind Lebensmittel, die regional erzeugt wurden,

                          0:23:40–0:23:44

                          mit ökologischen Kriterien, warum gibt es überhaupt eine Mehrwertsteuer drauf?

                          0:23:45–0:23:48

                          Ja, weil am Ende des Tages tun die ja etwas Gutes, ja.

                          0:23:49–0:23:54

                          Und andere Lebensmittel, ich sage es mal, das hochverarbeitete Lebensmittel

                          0:23:54–0:23:58

                          aus den was dort verarbeitet hergebracht wurden aus der ganzen Welt,

                          0:23:58–0:24:03

                          die Ressourcen drin sind, das ist viel zu günstig, weil es eben viel zu viele

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                          Externalitäten erzeugt.

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                          Und wir müssen uns sicherlich darüber Gedanken machen, wie kriegen wir diese

                          0:24:07–0:24:11

                          Transformation hin. Also ich glaube, Preismechanismen werden da sicherlich helfen.

                          0:24:11–0:24:14

                          Es wird aber auch Regulierungen geben, dass man sagt, okay, bestimmte Dinge

                          0:24:14–0:24:17

                          gehen halt vielleicht auch so nicht mehr.

                          0:24:18–0:24:21

                          Also ich meine, über das Rauchverbot haben sich am Anfang alle aufgeregt,

                          0:24:21–0:24:23

                          aber dann auch irgendwie nicht mehr.

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                          Auf der einen Seite auch über das Anschneiden haben sich am Anfang alle aufgeregt.

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                          Mittlerweile glaube ich schneiden wir uns irgendwie alle im Auto an und dann

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                          müssen wir uns ja auch darüber Gedanken machen, wie kriegen wir das wieder so

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                          ans Laufen, dass eben alle Menschen eben diese Grundlage haben,

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                          um ein gutes Leben haben zu können und auch wirtschaften zu können und sich

                          0:24:46–0:24:47

                          um ihren Haushalt kümmern zu können.

                          Timo
                          0:24:48–0:24:53

                          Mega, also das ist glaube ich ganz viele wichtige Punkte und ich glaube wir

                          0:24:53–0:24:57

                          als Mercedes-Benz richtig gut neudeutsch relaten können.

                          0:25:00–0:25:04

                          Ich glaube, ganz kurz ein Stichwort zum Thema Regulierung, also was ich gerade

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                          sehr stark merke, ist, dass einige Unternehmen gerade durch EU-Gesetzgebung,

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                          Lieferkettengesetzgebung und ähnliches, gerade Geschäftsmodellprobleme kriegen.

                          Sebastian
                          0:25:14–0:25:14

                          Ja.

                          Timo
                          0:25:15–0:25:18

                          Und das war vielleicht am Anfang gar nicht so richtig intendiert,

                          0:25:18–0:25:21

                          aber das löst gerade eine richtige Transformationswelle auf.

                          0:25:21–0:25:26

                          Nachhaltigkeitsbeauftragte sind von einem Tag zum anderen auf einmal super gefragt.

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                          Ja, ich kann mich noch erinnern, also Sustainable Thinking ist auch ein Unternehmen,

                          0:25:30–0:25:34

                          das mit uns zusammenarbeitet und gerade dort solche Thinking Circles baut,

                          0:25:34–0:25:39

                          also gerade so Nachhaltigkeitsbeauftragte von Unternehmen zusammen holt,

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                          damit die Unternehmen überhaupt erst ihre Aufgaben erfüllen können,

                          0:25:42–0:25:44

                          weil jedes Unternehmen es alleine nicht mehr schafft.

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                          Und da ist eine totale Veränderung. Am Anfang haben wir uns überhaupt Gedanken

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                          gemacht, ja, wie könnte man den Nachhaltigkeitsbeauftragte so wichtig machen

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                          wie eine Controller im Unternehmen und auf einmal ist das so,

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                          weil einfach die Geschäftsführung langsam merken,

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                          oh ups, das wird ja hier haftungsrelevant und es geht gar nicht mehr so überhaupt

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                          darum, richtig Geld zu machen, es geht darum überhaupt weiter Geld verdienen

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                          zu dürfen, also im Markt zu bleiben.

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                          Deswegen finde ich auch, es gibt bestimmte Beispiele, die wirklich hoffnungsfroh

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                          sind und ich glaube, ja das sind tatsächlich spannende Sachen,

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                          die vielleicht am Anfang gar nicht so krass intendiert sind,

                          0:26:24–0:26:25

                          aber krassere Folgen haben, als gedacht.

                          0:26:26–0:26:30

                          Und sonst stimme ich dir halt auch tatsächlich zu. Also ich finde auch Ansätzen

                          0:26:30–0:26:34

                          an der Daseinsvorsorge und was mir halt auch wichtig ist, diesen Unternehmer

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                          zu sagen, hey, wir brauchen euch. Ihr habt wichtige Fähigkeiten.

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                          Im Unterschied zu Managern, die gut Prozesse verwalten können,

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                          seid ihr richtig gut darin, neue Sachen in die Welt zu bringen.

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                          Wir brauchen euch, aber wir brauchen euch mit einer anderen Haltung.

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                          Ja ein lebensfreundliches Unternehmertum brauchen

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                          wir ja genau und dann bekommst du aber richtig

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                          viel also du das ist ja wir nennen

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                          das ja pb langstrumpf welt alles ist potenziell möglich wenn du entsprechende

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                          genügend nutzer findest die deine betriebskosten aus finanzieren finanzierung

                          0:27:08–0:27:12

                          an sich du bist nicht mehr an banken gekettet oder ähnliches unsere projekte

                          0:27:12–0:27:15

                          die wir begleiten haben in der regel keine probleme ihre investitionskosten

                          0:27:15–0:27:18

                          zu decken Weil Menschen sagen, yo, ich bin bereit, euch zu unterstützen.

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                          Und das halt wirklich zu erklären, hey, diese Welt ist gestaltbar und auch der

                          0:27:23–0:27:28

                          Markt als Referenzfeld ist nicht immer dasselbe und ist auch gestaltbar.

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                          Es ist kein Naturzustand.

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                          Du kannst dein Verhältnis zwischen den Nutzern und den Konsumenten kannst du

                          0:27:36–0:27:39

                          gestalten. Der Kunde oder die Kundin gibt es nicht.

                          0:27:40–0:27:44

                          Und was wir erfahren ganz stark ist, Menschen leiden darunter,

                          0:27:44–0:27:46

                          wenn ihr Lieblingsladen zumacht.

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                          Die werden gerne vorher noch mal gefragt, ob sie nicht helfen wollen.

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                          Ich kenne eine Geschichte von einem Laden ein paar Kilometer weiter,

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                          ein unverpackt Laden, der leider nicht mit uns zusammenarbeitet,

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                          aber als der bekannt gemacht hat, dass er schließt, ist jemand reingelaufen

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                          und gefragt, ob den 10.000 Euro helfen würden.

                          0:28:01–0:28:07

                          Also das Geld ist da, es sucht Lösungen, also die Menschen mit dem Geld suchen

                          0:28:07–0:28:11

                          Lösungen und es wird ihnen nicht geboten, weil viele Unternehmer denken,

                          0:28:11–0:28:14

                          der Kunde macht ja nicht mit, der ist entweder König.

                          Sebastian
                          0:28:15–0:28:18

                          Ja oder ein scheues rehe also die bbl kann

                          0:28:18–0:28:21

                          sich da nie so richtig entscheiden was er denn jetzt ist der kunde

                          0:28:21–0:28:25

                          ist immer männlich außer bei lugas genau

                          0:28:25–0:28:29

                          und in diesem sinne finde ich gibt es da viele überschneidungspunkte die

                          0:28:29–0:28:34

                          ich sehr sehr spannend finde das schon so wurde wo du mit gehst sebastian so

                          0:28:34–0:28:37

                          da gehe ich da gehe ich total mit ich glaube jetzt ganz ganz viel resonance

                          0:28:37–0:28:42

                          im raum und dann möchte da einen punkt noch mal kurz aufgreifen du hast da ist

                          0:28:42–0:28:48

                          gerade auch noch mal von Märkten gesprochen und ich glaube ja es wird weiter globale Märkte geben.

                          0:28:48–0:28:53

                          Ja wir werden globalen Handel betreiben, aber für eine Daseinsvorsorge wird

                          0:28:53–0:29:00

                          es auch lokale Märkte geben, die ganz mit anderen Dynamiken und anderem rational funktionieren,

                          0:29:01–0:29:06

                          als das jetzt irgendwie zu gucken ist, okay wo kriege ich denn jetzt mein Produkt

                          0:29:06–0:29:11

                          ABC am günstigsten her, sondern es sind tatsächlich auch diese Beziehungen zu

                          0:29:11–0:29:16

                          denjenigen, die eigentlich für diese Daseinsvorsorge sorgen.

                          0:29:16–0:29:21

                          Weil ich werde immer froh sein, wenn derjenige da ist und ich eine Beziehung

                          0:29:21–0:29:23

                          zu dem habe. Und ich glaube, das hatten wir früher.

                          0:29:23–0:29:26

                          Das war früher eine ganz wichtige Beziehung.

                          0:29:26–0:29:30

                          Und das war auch für Unternehmer früher eine ganz, ganz wichtige Beziehung,

                          0:29:30–0:29:37

                          dass dieses soziale Konstrukt und diese Verbindung, sie in der Verortung vor Ort funktioniert.

                          0:29:37–0:29:42

                          Und viel von dem Engagement, ob das die Gründung des ersten Kindergartens im

                          0:29:42–0:29:47

                          Dorf, das war früher in den 50er, 60er Jahren auch schon von Unternehmern getrieben.

                          0:29:47–0:29:50

                          Und ich glaube, das wird wieder zurückkommen, weil sie wissen,

                          0:29:50–0:29:54

                          ohne das werden sie keine Daseinsberechtigung haben, wenn die Daseinsvorsorge

                          0:29:54–0:29:55

                          lokal nicht funktioniert.

                          Tobias
                          0:29:56–0:29:57

                          Sehr gut, danke.

                          Timo
                          0:29:57–0:30:01

                          Sebastian, von mir nochmal, ich kenne diese Welt noch selber.

                          0:30:01–0:30:06

                          Mein Opa war Unternehmer Müller, wenn mein Roller kaputt war,

                          0:30:07–0:30:09

                          hat er mir einen Namen genannt, zu dem ich fahren sollte.

                          0:30:10–0:30:13

                          Und dann wurde dort auf Basis von Beziehungen gewirtschaftet,

                          0:30:13–0:30:16

                          weil Geld war da eine Beleidigung.

                          0:30:16–0:30:20

                          Also innerhalb dieses Dorfes gab es eine zweite Form der Ökonomie.

                          0:30:21–0:30:25

                          Und diese Menschen, das war erzkathodisch, überhaupt nichts im Ansatz,

                          0:30:26–0:30:30

                          im Ansatz irgendwie links oder auch nur progressiv.

                          0:30:30–0:30:34

                          Aber es gab ein Verständnis von wir gehören zusammen und wir haben eine Beziehung.

                          0:30:37–0:30:44

                          Und wir wirtschaften hier anders. Das kenne ich noch und das ist eine sehr starke

                          0:30:44–0:30:47

                          Prägung, die ich ganz tief in mir drin habe und das waren alles Unternehmer.

                          0:30:48–0:30:51

                          Der Mensch, wo ich hinging, war auch Unternehmer und sie hatten aber eine Form

                          0:30:51–0:30:53

                          von Ökonomie, die sie anders organisiert haben.

                          0:30:55–0:30:59

                          Das wurde vergessen und auch heutzutage wird das nicht mehr gelehrt.

                          0:31:01–0:31:04

                          Finde ich ganz ganz wichtig. Es gibt einen kleinen Unterschied,

                          0:31:05–0:31:07

                          aber den diskutieren wir jetzt hier nicht, weil da können wir eine ganze Folge extra machen.

                          0:31:08–0:31:12

                          Also ich glaube, ich würde auf der Seite sagen, die globalen Märkte werden Schwierigkeiten

                          0:31:12–0:31:14

                          haben in Zukunft, meine These.

                          0:31:16–0:31:20

                          Aber unabhängig davon brauchen wir uns darüber auch gar nicht zu streiten,

                          0:31:21–0:31:23

                          weil wir, was das Lokale angeht, eine Gemeinsamkeit haben.

                          0:31:24–0:31:28

                          Und da können wir es ja frei nach Marko Weckling halten, im schlimmsten Fall.

                          0:31:28–0:31:31

                          Und wenn ich jetzt in dem Fall Unrecht habe, dann haben wir die Welt ganz umsonst

                          0:31:31–0:31:34

                          zu einem besseren Ort gemacht. Ja, genau.

                          Tobias
                          0:31:34–0:31:40

                          Genau. Zum Abschluss wollen wir das Ganze so ein bisschen noch mal in einem Rahmen geben.

                          0:31:40–0:31:43

                          Das ist so ein bisschen die Standardfrage, die du wahrscheinlich oft hörst,

                          0:31:43–0:31:47

                          Sebastian. Aber ja, so einen kleinen Ausblick in die Zukunft.

                          0:31:47–0:31:50

                          Vielleicht, was du dir auch wünschst oder was vielleicht so.

                          0:31:51–0:31:57

                          Ja Punkte sind die dir besonders wichtig wären, um dieses regenerative Wirtschaften

                          0:31:57–0:32:01

                          in die Welt, in die Unternehmen zu den Menschen zu bringen.

                          Sebastian
                          0:32:01–0:32:04

                          Also ich will jetzt nicht sagen, dass ich schon wunschlos glücklich bin,

                          0:32:04–0:32:08

                          aber eigentlich sind solche Gespräche, wie wir sie heute haben,

                          0:32:08–0:32:12

                          sind wichtig und ich glaube wir dürfen sie nicht nur in so einem Podcast Format

                          0:32:12–0:32:14

                          führen, sondern wir müssen es in die Fläche bringen.

                          0:32:14–0:32:21

                          Da müssen die Menschen und ich glaube dieses Gedankengut und auch dieses Interesse

                          0:32:21–0:32:25

                          an dieser Art des Wirtschaftens ist überall vorhanden und wir haben deswegen

                          0:32:25–0:32:28

                          so eine Salonreihe gestartet,

                          0:32:28–0:32:34

                          wo wir deutschlandweit die Menschen vor Ort zusammenbringen und über diese Zukunft

                          0:32:34–0:32:37

                          des Wirtschaftens sprechen und wir erleben so viel Resonanz,

                          0:32:37–0:32:42

                          dass ich glaube, dass wir so eine Bewegung am Ende des Tages bauen können.

                          0:32:43–0:32:50

                          Die eben sich auf einen solchen neuen Nordstern anfängt zu orientieren und dann

                          0:32:50–0:32:55

                          auch so ein gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, wenn sie denn mal davon erfahren

                          0:32:55–0:32:57

                          haben, dass es das gibt und dass es das geht,

                          0:32:58–0:33:00

                          dass sie dann auch das vor Ort umsetzen.

                          0:33:00–0:33:05

                          Und ich glaube, wir müssen in dieses positive Tun kommen und nicht darauf warten,

                          0:33:05–0:33:09

                          dass irgendein Politiker mal irgendwas verstanden hat und dann sich auch noch

                          0:33:09–0:33:13

                          mit irgendwelchen Gremien soweit abgestimmt hat, dass was Gutes bei herauskommt,

                          0:33:13–0:33:17

                          weil wenn wir das machen, dann passiert nichts.

                          0:33:17–0:33:21

                          Und ich glaube, wenn wir in der Demokratie was bewegen wollen,

                          0:33:22–0:33:28

                          dann sollten auch wir Bürger unsere Selbstwirksamkeit in die Hand nehmen und etwas machen.

                          0:33:28–0:33:33

                          Und wenn ich den Ausblick und den Wunsch habe, dann glaube ich noch viel, viel mehr machen,

                          0:33:33–0:33:38

                          Menschen mitnehmen und zeigen, es geht auch anders und das,

                          0:33:38–0:33:43

                          was dabei herauskommt, ist richtig gut und es macht Spaß und es ist regeneratives

                          0:33:43–0:33:47

                          Wirtschaften und vielleicht habe ich ein paar Euro weniger auf dem Konto,

                          0:33:47–0:33:49

                          aber ehrlich gesagt ist mir das egal.

                          Timo
                          0:33:49–0:33:49

                          Amen.

                          Tobias
                          0:33:50–0:33:50

                          Danke Sebastian.

                          Sebastian
                          0:33:51–0:33:51

                          Danke.

                          Tobias
                          0:33:51–0:33:56

                          Ja und bei allen unseren Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit.

                          0:33:56–0:34:00

                          Wenn ihr mehr über regeneratives Wirtschaften erfahren möchtet,

                          0:34:00–0:34:03

                          dann verlinke ich hier was du eben angesprochen hast.

                          0:34:03–0:34:08

                          Diese Austauschmöglichkeiten mit dir. Bis zum nächsten Mal.

                          Sebastian
                          0:34:09–0:34:10

                          Danke, ciao.

                          Tobias
                          0:34:10–0:34:11

                          Danke, dass du da warst.

                          The post MP073 – regeneratives Wirtschaften mit Sebastian Fittko appeared first on MYZELIUM.

                          35 min
                        • [TRAILER]MP072 - Gemeinschaftsbasierte Wertschätzungsketten

                          Die aktuelle Folge des Myzelium Podcasts widmet sich der Idee der Wertschätzungskette. Timo und Tobi diskutieren die Unterschiede zwischen herkömmlichen Wertschöpfungsketten. In der herkömmlichen Wertschöpfungskette steht der Gewinn im Vordergrund, während die Wertschätzungskette auf Solidarität und gemeinschaftsbasierten Handel setzt.

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                        • MP072 - Gemeinschaftsbasierte Wertschätzungsketten

                            Die aktuelle Folge des Myzelium Podcasts widmet sich der Idee der Wertschätzungskette. Timo und Tobi diskutieren die Unterschiede zwischen herkömmlichen Wertschöpfungsketten. In der herkömmlichen Wertschöpfungskette steht der Gewinn im Vordergrund, während die Wertschätzungskette auf Solidarität und gemeinschaftsbasierten Handel setzt.

                            Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                            Transkription
                            Tobias
                            0:00:09–0:00:13

                            Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Mycelium Podcast,

                            0:00:13–0:00:16

                            der Podcast, in dem ihr alles über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften erfahrt.

                            0:00:17–0:00:19

                            Wie immer mir gegenüber, Timo. Hi Timo.

                            Timo
                            0:00:20–0:00:20

                            Hallo.

                            Tobias
                            0:00:21–0:00:26

                            Ja und heute haben wir mal wieder eine Folge für unsere Mycelium Podcast Gemeinschaft exklusiv.

                            0:00:27–0:00:30

                            Da möchte ich mich jetzt noch mal ganz am Anfang bei euch bedanken,

                            0:00:30–0:00:34

                            denn nur durch euch wird das Ganze hier möglich und ja es ist einfach wunderschön

                            0:00:34–0:00:36

                            diese Wertschätzung zu erfahren.

                            0:00:37–0:00:41

                            Wertschätzung, das ist heute schon das Wort worum es gehen soll,

                            0:00:41–0:00:45

                            denn der Timo hatte in der letzten Folge schon so ein bisschen angedacht oder

                            0:00:45–0:00:50

                            angesprochen Wertschöpfungsketten zu Wertschätzungsketten zu machen.

                            0:00:51–0:00:56

                            Ja Timo, Wertschätzungskette, was ist denn da jetzt der oder was ist das für

                            0:00:56–0:00:57

                            Begriff, was steht dahinter?

                            Timo
                            0:00:58–0:01:04

                            Ja genau, also in der Wertschöpfungskette, wie das der Begriff ja schon deutlich

                            0:01:04–0:01:09

                            macht, geht es darum, dass ja im Grunde der Wert geschöpft wird.

                            0:01:09–0:01:16

                            Also das von der Produktion über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf und dem Kunden oder Kundin.

                            0:01:17–0:01:22

                            Im Wesentlichen ist darum geht es jeder, der versucht innerhalb der Kette für

                            0:01:22–0:01:24

                            sich persönlich natürlich möglichst viel zu verdienen.

                            0:01:24–0:01:28

                            So und es gibt da natürlich auch Machtungleichgewicht in der Regel,

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                            also so dass der Handel in der Regel sehr mächtig ist und das funktioniert in

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                            einem klassischen Markt vielleicht ganz gut, für die einen besser,

                            0:01:39–0:01:40

                            für die anderen schlechter.

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                            In der Regel fühlt den Handel besser als für die Produzenten und,

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                            Gleichzeitig merken wir aber in so einem solidarischen und alternativen Sektor

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                            wie in gemeinschaftspassierten Wirtschaften kommen wir damit nicht weit.

                            0:01:55–0:02:01

                            Ja und das heißt zum Beispiel in der Wertschöpfungskette sind Preise zum Beispiel

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                            nicht wirklich transparent oder die Preisbildung oder die Gewinnmargen und so

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                            weiter und wie also wie dann so ein Preis zustande kommt,

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                            sondern die Leute sagen einfach das brauchen wir und dann wird verhandelt und

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                            ihr kriegt das vielleicht auch ein bisschen mit irgendwie die großen Handelsketten,

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                            Listen dann bestimmte Markenprodukte aus und es gibt dann eine große Kämpfe

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                            quasi darum was in dem Regal steht.

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                            Es ist kompetitiv, es ist ein Gegeneinander statt ein Miteinander.

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                            Das ist tatsächlich eher so die Wertschöpfungskette.

                            Tobias
                            0:02:32–0:02:36

                            Und was macht die Wertschätzungskette da jetzt anders?

                            Timo
                            0:02:36–0:02:40

                            Genau, also erstmal ist die Wertschätzungskette ein theoretisches Konzept, was sich gut anhört,

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                            Und was auch eher so eine lange Zeit so ein Gedankenspiel war,

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                            also im Sinne von, okay, es gibt jetzt eine Reihe von Läden im Ökosystem und

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                            die beziehen ja auch Ware.

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                            Also wie könnten wir dieses Spiel weiter treiben? Also wie können wir zum Beispiel

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                            gucken, dass wir immer mehr Produzenten umverpackt laden, die Haferflocken zum

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                            Beispiel, oder keine Ahnung, Soja,

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                            Blöcke, weiß der Geier was, in so ein System mit einfliegen.

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                            Und da war es natürlich relativ einfach. Ja klar, wir binden einfach die Läden

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                            zusammen, die ein bestimmtes Interesse an einem bestimmten Produkt haben.

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                            Die fragen dann den Produzenten oder die Prozentinnen, was sie brauchen, um es,

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                            bereitzustellen und dann finanzieren die das aus und die

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                            Läden verkaufen es dann wieder in

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                            ihren genau besten fall sogar

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                            an ihre eigenen mitglieder so theoretisch so einfach in der kette wird gefragt

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                            was brauchst du eigentlich damit gut wirtschaften kostet und man versteht nicht

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                            mehr die frage was kostet und soweit so theoretisch,

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                            theoretisch ja klingt gar nicht so schwer gibt es jetzt auch schon praxis Beispiele zu?

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                            Ja, also das ist halt so eine Sache, da hat man so eine Idee und dann kommt

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                            tatsächlich die Praxis.

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                            Und tatsächlich haben wir jetzt Ende Oktober das erste gemeinschaftsbasierte

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                            Produkt quasi eingeführt entlang der Wertschätzungskette.

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                            Das ist der Saft von Sven von Machtsaft besser.

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                            Hier ist es so, dass die Läden eben über ihren Verkauf von Saft, eben Sven,

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                            ermöglichen wieder zum Winzer oder zum Bauer zu gehen, zur Bäuerin,

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                            zur Winzerin, und dann zu sagen hey ich zahle deine Betriebskosten,

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                            im Gegenzug gibst du mir halt was an Saft in deinem neuen Saftberg wächst.

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                            Genau und die Läden und genau der Einkaufspreis der Läden ist im Grunde dann

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                            davon abhängig wie viel Safte eben erwirtschaftet wird im Jahr und im Zuge beteiligen

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                            sich dann auch die Endkonsumenten, weil die Preise dann halt für die Endkonsumenten auch schwanken.

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                            Da merkt man auch an diesem Geschäftsmodell, es ist alles ein bisschen schon

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                            ums Eck gedacht, man merkt es ist nicht mehr, es ist quasi wie eine Solar -Wien

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                            nur mit Läden, aber weil Läden halt nicht Endkonsumenten sind,

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                            funktioniert das Prinzip dann auch ein bisschen anders.

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                            Im Grunde ist das auch solidarische Landwirtschaft, nur halt mit Läden und das

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                            könnte man halt auch sagen,

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                            Wertschätzungskette könnte man auch sagen ist, Wertschätzungskette bedeutet

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                            solidarische Landwirtschaft oder solidarisches Konsumieren von Waren eben über

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                            den solidarischen gemeinschaftsbasierten Einzelhandel anstatt den Endkonsumenten.

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                            Und ganz nebenbei bedeutet die Wertschätzungskette halt auch,

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                            dass wir uns halt die Gedanken machen, was ist denn solidarischer Handel, wie sieht das aus?

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                            Weil viele Läden haben zwar eine Gemeinschaft, kaufen aber ihre Waren weiterhin

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                            vom klassischen Markt ein.

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                            Und das produziert wiederum halt auch Herausforderungen, Probleme,

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                            Widersprüche und da tut es auch ganz gut bestimmte andere Produktgruppen zu

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                            haben, wo die Regeln anders sind.

                            Tobias
                            0:05:53–0:05:58

                            Jetzt würde mich interessieren, wie ist das denn, die Läden sind die auch solidarisch untereinander?

                            0:05:59–0:06:04

                            Also zahlen die alle dann ähnliche Preise für den Saft jetzt zum Beispiel oder

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                            gibt es da auch eine Solidarität unter den Läden und unterschiedliche Beiträge.

                            Timo
                            0:06:11–0:06:15

                            Ja genau, also zum Beispiel ein anderes Beispiel, das sind die Weihnachtsprodukte,

                            0:06:17–0:06:24

                            die Ingun produziert aus Villach und da ist es so, dass die Läden sich eben auch an,

                            0:06:27–0:06:31

                            deren Produktionskosten beteiligen und zwar durch Darlehen ihrer Mitglieder

                            0:06:31–0:06:34

                            und da kommt dann quasi die Solidarität ins Spiel.

                            0:06:34–0:06:37

                            Also Menschen, die Geld auf ihrem Konto rumliegen haben und sagen,

                            0:06:37–0:06:42

                            hey ich will Impact erzeugen, geben den Laden Darlehen und damit mit diesen

                            0:06:42–0:06:47

                            Darlehen finanziert der Laden dann eben die Produktion der gute Waren vor.

                            0:06:47–0:06:53

                            Das ist auch total spannend, weil es jetzt ein bisschen egal ist,

                            0:06:53–0:07:00

                            wie es dem Laden geht, weil man quasi über Vermögende Mitglieder dann quasi die Vorfinanzierung,

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                            ermöglicht. Und wenn dann die Waren verkauft werden, kriegen die Mitglieder

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                            halt ihre Darlehmäder zurück und alles ist gut. Aber der Laden muss das nicht mehr finanzieren.

                            0:07:10–0:07:13

                            Das ist eine sehr interessante Lösung. Und dann ist es natürlich so,

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                            dass Läden ein bisschen entsprechend ihrer Liquidität, halt manche Läden zahlen

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                            halt bewusst den gesamten Betrag, manche erstmal auch nur einen Teil in der

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                            Vorfinanzierung, genau entsprechend ihrer Möglichkeiten.

                            Tobias
                            0:07:23–0:07:31

                            Ja cool, also ja nochmal eine Stufe Solidarität mehr als nur von Konsumenten

                            0:07:31–0:07:35

                            zu laden, sondern in der Wertschätzungskette über mehrere Stationen.

                            Timo
                            0:07:36–0:07:38

                            Und das ist zum Beispiel aber auch wichtig, also zum Beispiel Ingun,

                            0:07:39–0:07:44

                            die produziert, also sämtlich ihre Waren kommen 50 Kilometer Umkreis um ihren

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                            Produktionsort in Villach in Österreich und sie holt es aber von sehr kleinen

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                            Produzenten und das heißt sie muss dort bar bezahlen.

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                            Also ich kann das nicht machen, wie das sonst so ist. Alle haben irgendwie so

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                            ein Zahlungsziel zwischen zwei und drei Wochen und dann tut der Produzent die

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                            Waren einkaufen, verarbeitet sie das möglichst schnell,

                            0:08:06–0:08:12

                            oder der weiterverarbeitende Betrieb und er verkauft es dann an den Handel und

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                            im besten Fall ist das so,

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                            dass der Verkauf vom Handel und dessen Zahlungsfrist mit

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                            der teilungsfrist an den vom vom einkauf

                            0:08:20–0:08:23

                            zusammenpasst und dann gibt es da so eine

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                            fließende bewegung auf dem konto es läuft quasi so durch also

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                            stellen die leute sich das immer optimal als sinnvoll aber das ist da nicht

                            0:08:32–0:08:36

                            so ingo muss halt eben auch alles vor finanziert und da tun wir zum beispiel

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                            die vermögende menschen vermögen die mitgliedern quasi diese ganze kette durch

                            0:08:41–0:08:45

                            ihre verantwortungsübernahme möglich machen aber uns erleben aber gleichzeitig

                            0:08:45–0:08:46

                            auch den impact den sie machen.

                            0:08:46–0:08:51

                            Also sie geben ein kleines Darlehen an den Laden für den Liquiditätskredit und

                            0:08:51–0:08:53

                            sehen dann das Produkt und kriegen halt eben auch erläutert,

                            0:08:53–0:08:55

                            was das dahinter alles bedeutet.

                            Tobias
                            0:08:57–0:09:02

                            Noch mal eine andere ganz andere Konsumerfahrung als einfach nur in den Supermarkt

                            0:09:02–0:09:05

                            zu gehen und sich den Einkaufswagen vollzuladen.

                            Timo
                            0:09:05–0:09:08

                            Ja genau, also das Tolle an der Wertschätzungskette ist ja auch,

                            0:09:08–0:09:13

                            es reicht von dem Produzenten ganz vorne bis zum Endkonsument und alle,

                            0:09:13–0:09:16

                            wenn alle ihren Teil der Verantwortung dafür übernehmen, dann ist es für alle gut.

                            0:09:17–0:09:20

                            Das heißt aber auch, es ist komplexer als ich übernehme eine Gutscheinung,

                            0:09:21–0:09:22

                            gehe dafür Haferflocken im Laden kaufe.

                            0:09:25–0:09:30

                            Es ist aber total transformativ und total cool und auch notwendig vielleicht

                            0:09:30–0:09:34

                            mal, weil die Frage ist ja, und das ist halt Unverpackt -Läden haben das ja schon erfahren,

                            0:09:35–0:09:41

                            dass mit der Krise der Läden auch die Produzenten beginnen zu kriseln.

                            0:09:41–0:09:44

                            Also es kann gut auch einfach mal sein, dass es halt einfach mal keine Haberflocken

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                            gibt und man sagt mal, was macht man denn dann?

                            0:09:46–0:09:50

                            Aber natürlich, du kannst natürlich so eine Wertschätzungskette dann um dieses Produkt aufbauen.

                            Tobias
                            0:09:51–0:09:57

                            Meinst du das ist ja im Bereich Lebensmittel einfacher aufzubauen als jetzt

                            0:09:57–0:10:00

                            im Bereich Kaffeetasse oder so?

                            Timo
                            0:10:02–0:10:05

                            Weiß ich nicht. Ich glaube es ist wichtig, du musst erst mal den entsprechenden

                            0:10:05–0:10:10

                            Handel haben und dann kannst du vom Handel zu den Produzenten gehen und das ist ja auch unser Weg.

                            0:10:10–0:10:13

                            Wir hatten den Handel, dann sind wir auf Produzenten getroffen.

                            0:10:13–0:10:14

                            Wir finden gerade immer mehr Produzenten.

                            0:10:14–0:10:18

                            Also tatsächlich ist das auch so, dass als nächstes potenziell Seife kommt,

                            0:10:18–0:10:22

                            aber es gibt auch schon Menschen, die jetzt wirklich auf uns zukommen und uns

                            0:10:22–0:10:25

                            Sachen anbieten, weil wir ja auch ein krasses Angebot machen können.

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                            Also auch für die Produzenten, die faire Sachen produzieren,

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                            können wir ja sagen, hey, im Zweifelsfall können wir deine Produktion vorfinanzieren.

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                            Das finden die halt auch total cool.

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                            Das ist so ein bisschen so, ich weiß nicht, kennst du diesen Ameisen -Song?

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                            Wir sind klein, aber wir sind mächtig. Oder so ein Bienen oder so.

                            0:10:39–0:10:40

                            Ich glaube, es war ein Bienen.

                            0:10:42–0:10:45

                            Aber auf so eine gewisse Art und Weise ist das ja auch so bei uns so, ne?

                            Tobias
                            0:10:47–0:10:51

                            Jetzt haben wir das ganze so ein bisschen von der positiven Seite belichtet,

                            0:10:51–0:10:56

                            aber gibt es denn auch Herausforderungen, die sich jetzt schon so rauskristallisiert haben beim Umsetzen?

                            Timo
                            0:10:58–0:10:59

                            Ja, tatsächlich.

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                            Und zwar ich persönlich und auch die Händler, die sagen natürlich würde ich

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                            alles immer gleich von kleinen Produzenten kaufen und so weiter.

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                            Nur gleichzeitig, wenn du 800 Produkte dann wird es ein bisschen kompliziert.

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                            Deswegen macht ja auch ein Großhandel einen gewissen Sinn.

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                            Also die Herausforderung ist, ab einem gewissen Grad müssen wir eine Form von

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                            Zentralisierung und gemeinschaftsbasierten Großhandel erfinden,

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                            weil der fehlt gerade in der Wertschätzungskette.

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                            Und das macht die Sache ein bisschen komplex. Also diese ganzen Beziehungskisten

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                            sind halt auch anstrengend.

                            0:11:37–0:11:41

                            Und in der Regel wird das, glaube ich, in der Praxis so sein, das Laden, je nach…

                            0:11:41–0:11:45

                            Persönlichen Wunsch zu bestimmten Produktgruppen tatsächlich dann auch wirklich

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                            eine enge Beziehung haben und zum anderen ist ein bisschen loser ist,

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                            aber dass der Bezug quasi zentral möglich sein muss.

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                            Ich glaube, das ist das Ding, was wir so zwei Jahren vielleicht.

                            Tobias
                            0:11:58–0:12:00

                            Also wir uns fehlt noch die,

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                            gemeinschaftsbasierte Einkaufsgenossenschaft.

                            Timo
                            0:12:04–0:12:06

                            Ja, ja, ja, könnte.

                            Tobias
                            0:12:07–0:12:10

                            Aber aber es ist ja häufig so, wir sagen hier

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                            irgendwas und dann gibt es das kurze zeit später

                            0:12:12–0:12:18

                            ja wer sich da jetzt berufen fühlt ja

                            0:12:18–0:12:22

                            also wir sind immer offen für gute ideen und in

                            0:12:22–0:12:28

                            diesem sinne gerne mal melden ja sehr schön ja schön timo danke für den einblick

                            0:12:28–0:12:33

                            in ja wie soll ich sagen dass das nächste große ding ich kündige das jetzt einfach

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                            schon mal so an was ja auch ansteht ist bald weihnachten und wenn ihr euch fragt

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                            so Ja, was schenke ich denn?

                            0:12:41–0:12:44

                            Und ja, eigentlich sind wir ja jetzt alle auf dem Trip.

                            0:12:44–0:12:48

                            Wir schenken uns keine großen materiellen Güter mehr, sondern eher ja,

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                            was Sinnvolles, was nicht jetzt irgendwo in Asien produziert wird.

                            0:12:53–0:12:58

                            Ja, verschenkt doch einfach eine Mitgliedschaft in einer gemeinschaftsbasierten Organisation.

                            0:12:58–0:13:02

                            Am besten eine Mitgliedschaft für den MeZero Podcast.

                            0:13:03–0:13:06

                            Überlegt mal, ja, wer könnte davon profitieren?

                            0:13:06–0:13:09

                            Für wen wäre sinnvoll da mal rein

                            0:13:09–0:13:14

                            zu hören und vielleicht ja so den den stein des anstoßes zu geben um ja transformativ

                            0:13:14–0:13:20

                            wirksam zu werden wie das ganze geht ja einfach eine e -mail schreiben an info

                            0:13:20–0:13:22

                            .mysterium .com da kriegt ihr dann

                            0:13:22–0:13:27

                            alle weiteren infos und ansonsten frohe weihnachten ist ein bisschen früh.

                            0:13:28–0:13:34

                            Ja Timo dankeschön für deine gedanken hier zur wertschätzungskette und Und bei

                            0:13:34–0:13:37

                            allen Zuhörenden bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit.

                            Timo
                            0:13:37–0:13:38

                            Ja, tschüss.

                            Tobias
                            0:13:38–0:13:39

                            Ciao.

                            The post MP072 – Gemeinschaftsbasierte Wertschätzungsketten appeared first on MYZELIUM.

                            14 min
                          • MP071 - Gemeinschaftsbasierte Hot Spots

                              In dieser aktuellen Update-Folge erfährst du, was sich derzeit im MYZELIUM abspielt.

                              Mannheim wird zum Hotspot für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, darunter Unverpacktläden wie Priskas und Grünkern, sowie faire Mode bei Ungekrempelt.

                              Sven macht Saft besser produziert Traubensaft gemeinschaftsbasiert in ökologischer Qualität und transformiert eine Wertschätzungskette, an der einige Läden aus dem MYZELIUM-Netzwerk beteiligt sind.

                              Die Lern- und Handlungsgemeinschaft startet in die fünfte Runde.

                              Das MYZELIUM plant organisatorische Anpassungen, um mit den wachsenden Aufgaben Schritt zu halten, und wird dabei von Nowwork begleitet.

                              Höre unbedingt rein, um inspirierende Geschichten und Ideen zu entdecken und Teil dieses Wandels zu sein.

                              Umgekrempelt Mannheim – https://www.umgekrempelt-mannheim.de/

                              Priskas Unverpacktladen Mannheim – https://www.priskas-unverpackt.de/

                              Grünkern Unverpacktladen Mannheim – https://www.gruenkern-unverpackt.de/

                              Macht Saft besser – https://machtsaftbesser.com/

                              NowWork – https://nowwork.de/

                              Gemeinwohlökonomie – https://web.ecogood.org/de/

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                              14 min

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