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  • MP098 - Tante Emmer - Wenn aus Mitgliedern Genoss:innen werden

      Tante Emmer ist ein Bio- und Unverpacktladen im Herzen von Passau. In dieser Folge möchten wir euch dieses außergewöhnliches Projekt vorstellen, außergewöhnlich, weil Carola, die Unternehmer:in von Tante Emmer, innerhalb von wenigen Wochen nach dem Erstkontakt zum MYZELIUM ihre erste Beitragsrunde durchgeführt hatte und mit den „Tanten Verwandten“ eine nachhaltig gelingende Gemeinschaft zusammenführte – denn Carola übergibt nun den Laden in Mitglieder Hand – eine Genossenschaft übernimmt und auch diesen Prozess durften wir vom MYZELIUM begleiten. Glückwunsch von unserer Seite – wir sind mächtig stolz auf euch.

      https://tante-emmer.com

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      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

      Transkription

      Hannah Heller
      0:00:11–0:00:15
      Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
      0:00:15–0:00:19
      Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
      0:00:19–0:00:22
      Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
      0:00:22–0:00:24
      Und dieser Podcast unterstützt dich
      0:00:24–0:00:28
      dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
      0:00:28–0:00:32
      Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
      0:00:32–0:00:37
      und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
      0:00:37–0:00:41
      Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
      Hannah Heller
      0:00:51–0:00:57
      Herzlich Willkommen zur 99. Folge eines Schnapszahlen und kurz vor der 100.
      0:00:57–0:01:01
      Und heute haben wir ein ganz besonderes Projekt eingeladen, Tante Emma.
      0:01:02–0:01:04
      Ich freue mich sehr, dass ihr da seid, auch stark vertreten,
      0:01:05–0:01:09
      zu dritt, was schon auch was sagt, über das, was ihr da gemeinsam erlebt,
      0:01:10–0:01:11
      glaube ich. Schön, dass ihr da seid.
      0:01:11–0:01:15
      Herzlich willkommen, liebes Tante-Emma-Projekt, sage ich jetzt einfach mal.
      0:01:16–0:01:17
      Hallo.
      0:01:18–0:01:25
      Genau, und vor mir sitzen drei Menschen. Einmal Carola, ich würde sagen die Gründerin des Ladens.
      0:01:26–0:01:32
      Dann Philipp, der jetzt in der Verantwortung steht für den Laden Tante-Emma,
      0:01:32–0:01:36
      zusammen mit Magda, die auch im Vorstand ist, der Genossenschaft,
      0:01:36–0:01:39
      weil Tante Emma wurde jetzt zu einer Genossenschaft.
      0:01:39–0:01:43
      Aber bevor wir starten mit der Geschichte, würde ich euch einladen,
      0:01:43–0:01:48
      euch erstmal vorzustellen und vielleicht auch kurz für unsere Zuhörerinnen und
      0:01:48–0:01:51
      Zuhörer mal kurz zum Reißen. Was ist Tante Emma?
      0:01:51–0:01:55
      Wo seid ihr? Und genau, wer seid ihr?
      0:01:55–0:02:00
      Und was habt ihr auch für eine Rolle im Projekt oder im Unternehmen Tante Emma?
      0:03:44–0:03:50
      Mega, schön von euch zu hören. Und genau, erzählt doch mal, was ist denn bisher
      0:03:50–0:03:51
      so passiert bei Tante Emma?
      0:03:51–0:03:55
      Ihr seid jetzt auch schon, es hört sich auch nach einem langen Weg an und vielleicht
      0:03:55–0:03:58
      auch so ein bisschen wie, ich meine, ich war nicht live dabei,
      0:03:58–0:04:00
      wie war euer Erstkontakt zum MYZELIUM?
      0:04:01–0:04:05
      Wie sind wir sozusagen zusammengekommen und haben uns miteinander verflochten.
      0:11:26–0:11:33
      Ja, cool. Danke, Carola, für den Schnellabriss sozusagen in Zeitpunkten.
      0:11:33–0:11:37
      Ich finde es auch immer beeindruckend, wenn Leute so eine Geschichte mit konkreten
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      Zeitpunkten auch benennen können. Mein Leben fliegt eher so vorbei und ich weiß
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      oft gar nicht, wann in welchem Jahr überhaupt irgendwas passiert ist.
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      Aber genau nochmal die Betonung vielleicht auch für die Menschen und Projekte,
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      die zuhören, dass es auch sehr schnell gehen kann, gemeinschaftsbasiert umzustellen,
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      wenn man das schafft und also wenn man die Energie hat, das durchzuziehen.
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      Und auch vielleicht den finanziellen Druck dahinter hat.
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      Aber ich glaube, dass bei dir auch in einem Monat 80 Leute zu überzeugen,
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      sich wirklich sozusagen zu committen, Mitglied zu werden, Tante,
      0:12:14–0:12:17
      Verwandter zu werden, ist ja schon eine Nummer.
      0:12:17–0:12:20
      Also da muss ja davor schon was gelaufen sein, Carola, oder?
      0:15:13–0:15:15
      Ich würde gerne mal, bevor wir in der Geschichte weitergehen,
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      nochmal kurz darauf zurückgehen, weil ich glaube, das ist so entscheidend für
      0:15:20–0:15:22
      gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
      0:15:22–0:15:25
      Und wenn ich hier schon mal so eine Expertin vor mir hatte, die das so schnell,
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      so gut umgesetzt hat mit so vielen Menschen.
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      Also was würdest du sagen, wie schafft man so einen Raum,
      0:15:31–0:15:35
      der erst nur einfach ein Laden ist, in dem Lebensmittel stehen,
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      so zu gestalten oder was braucht so einen Raum, damit es zum Begegnungsort wird,
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      damit Leute sich wohlfühlen, damit das passiert, was bei euch passiert ist sozusagen?
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      Einfach authentisch, wie du dich da reingibst mit dem Interesse an Menschen. Voll schön, danke.
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      Eine Insel des Zeitwohlstandes. Ich lese gerade mit meiner Tochter Momo und das ist einfach so hart.
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      Ihr seid wie so der eine Ort, der sich nur vor den grauen Herren so schützt.
      0:20:28–0:20:33
      Also die eine Enklave, die sie nicht reinlässt, egal was euch vorgerechnet wird.
      0:20:33–0:20:37
      Und das ist auch, ja, das ist Widerstand, würde ich sagen, in diesen beschleunigten Zeiten.
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      Ganz, ganz konkreter Widerstand, einfach mit den Leuten sich die Zeit zu nehmen
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      für die Menschen und fürs Gespräch und fürs wirkliche Kennenlernen. Ja, voll schön. Danke.
      0:20:48–0:20:50
      Gut, Philipp. Und jetzt, wir
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      haben ja ganz viele Nachfolgeprojekte auch tatsächlich, die wir begleiten.
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      Also deshalb vielleicht auch nochmal voll spannend an dem Punkt anzusetzen,
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      wo Carola nicht mehr konnte und du als Mitarbeitende damals dann irgendwie in
      0:21:04–0:21:06
      die Verantwortung gegangen bist.
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      Erst mal sozusagen zeitlich begrenzt und auch wahrscheinlich rechtlich nicht
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      irgendwie mit Brief und Siegel, aber vielleicht da noch mal zu starten.
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      Und dann hatte ich ja Carola gefragt, hey, möchtest du das nicht eigentlich wirklich tun?
      0:21:19–0:21:22
      Und dann warst du erst mal nicht so gar... Also genau, das würde ich voll gerne
      0:21:22–0:21:25
      hören, was da in dem Prozess passiert ist, weil jetzt machst du es ja doch.
      0:24:40–0:24:45
      Ja, also danke. Und wo steht der jetzt? Wollt ihr mal erzählen? Also warum gründet man?
      0:24:45–0:24:47
      Warum tut man sich das an? Warum gründet man eine Genossenschaft?
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      Was ist jetzt der Unterschied zu vorher?
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      Wie funktioniert das? Also vielleicht könnt ihr mal sagen,
      0:26:32–0:26:37
      seit wann seid ihr Genossenschaft jetzt sozusagen offiziell?
      0:26:41–0:26:46
      Da kann man ja noch gratulieren. Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt es geschafft. Tante Emma.
      0:26:47–0:26:52
      Ja, und genau, wenn jetzt Leute vielleicht auch aus Passau zuhören,
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      da sitzt ihr ja, oder aus der Umgebung.
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      Wie funktioniert das? Wie wird man Mitglied bei euch?
      0:28:41–0:28:44
      Ja, wollt ihr mal ein paar Zahlen nennen, wo ihr gerade steht?
      0:28:44–0:28:48
      Also wie viel kostet ihr den Genossenschaftsanteil bei euch und habt ihr fixe
      0:28:48–0:28:54
      Anteile, die man dann bei Tante Emma einkaufen kann oder hat sich das vielleicht
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      dann nochmal verändert,
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      seit ihr Genossenschaft wurdet?
      0:29:09–0:29:13
      Gemeinschaftsanteilen kauft ihr wahrscheinlich Carola den Laden ab, dann, so der Plan.
      0:29:14–0:29:18
      Genau, das ist ja die Investitionssumme sozusagen. Und dann gibt es ja aber
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      trotzdem noch über das gemeinschaftsbasierte Wirtschaft, nehme ich an,
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      ein ähnliches Modell, dass man sagt, okay,
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      wahrscheinlich, vielleicht gibt es auch solidarische Genossenschaftsbeiträge
      0:29:27–0:29:34
      und dann ein Guthaben, den man in der Tante Emma sozusagen jeden Monat essen
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      kann, sich abholen kann.
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      Okay, spannend. Und wenn wir jetzt so andere Läden haben, wo wir vielleicht
      0:31:46–0:31:50
      ähnliche Situationen haben, eine Person, die ihren Laden an eine Nachfolge übergeben
      0:31:50–0:31:54
      will oder an eine Gemeinschaft auch übergeben will im gemeinschaftsbasierten Wirtschaft.
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      Tatsächlich werden wir das, glaube ich, noch häufiger erleben und haben es jetzt
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      auch in anderen Läden schon parallel auch als Prozesse laufen.
      0:32:02–0:32:08
      Habt ihr da so Tipps und Tricks und Durchhaltestrategien, die ihr gerne teilen
      0:32:08–0:32:14
      wollt mit den anderen Gemeinschaften, die vielleicht Ähnliches durchleben möchten in Zukunft?
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      Es hört ja alles sehr hart und Prozess und lang und so an.
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      Genau.
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      Also die Frage ist ja, warum sollte man sowas machen? Also, vielleicht da nochmal reinzugehen.
      0:38:32–0:38:36
      Also du hast gesagt, du bist dankbar, Carola, hast du vorhin gesagt.
      0:38:37–0:38:40
      Du hast vorhin gesagt, du bist dankbar für das, was du gelernt hast.
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      Genau. Ich würde gerne nochmal hören, warum gibt man sich das?
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      Ich meine, ich hänge ja auch den ganzen Tag mit irgendeiner Gemeinschaft drum
      0:38:46–0:38:48
      und macht gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, redet die ganze Zeit mit Leuten
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      und dann warum eigentlich, warum tut man sich das an mit den anderen Menschen?
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      Es gibt auch Bildschirme und Serien und,
      0:38:59–0:39:02
      Geht doch heute halt das auch ohne Menschen und ohne Zeit.
      0:44:48–0:44:50
      Verlassen wir manchmal den Laden noch, ja?
      0:48:29–0:48:32
      Ich will gar nichts sagen, weil das waren, glaube ich, einfach richtig schöne
      0:48:32–0:48:36
      Schlussworte auch für dieses Gespräch.
      0:48:36–0:48:40
      Ich weiß nicht, ob ihr noch mehr dazulegen wollt, aber ich habe das Gefühl,
      0:48:40–0:48:45
      die Menschen mit dieser Nachricht, die ihr da gerade so erzählt habt,
      0:48:46–0:48:48
      und es war so schön, euch auch zu sehen, dabei wird es erzählt,
      0:48:49–0:48:52
      deshalb jetzt bin ich im Vorteil gegen bei allen, die euch zuhören,
      0:48:52–0:48:57
      aber ich glaube, man spürt es auch durch eure Stimmen, also ich kann es nicht
      0:48:57–0:49:00
      schöner formulieren, wie ihr es gesagt habt, aber ja,
      0:49:00–0:49:05
      die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen, würden wir jetzt mit MyzelianerInnen
      0:49:05–0:49:11
      sagen und mega cool, dass ihr euch auf den Weg gemacht habt und danke, dass ihr uns heute,
      0:49:12–0:49:19
      eure Geschichte erzählt habt und ich drücke die Daumen, dass ihr einen Laden,
      0:49:19–0:49:21
      der nicht ins System passt,
      0:49:21–0:49:25
      aber das System verändert, indem er einfach existiert, indem er einfach eine
      0:49:25–0:49:32
      kleine Insel des Zeitwohlstandes ist und bleibt zu einer lebenswerten, schönen,
      0:49:33–0:49:41
      freundlichen Zukunft beitragt und genau damit seid ihr E-Vorzeigeprojekt,
      0:49:41–0:49:45
      weil ihr war das Schnellste in einem Monat sozusagen in der Umstellung.
      0:49:46–0:49:48
      Jetzt seid ihr, glaube ich, eins unserer ersten Projekte, was es geschafft hat,
      0:49:48–0:49:52
      zur Genossenschaft zu werden und diese Nachfolge wirklich erfolgreich hinzubekommen.
      0:49:52–0:49:58
      Also Hut ab dafür und danke für eure Zeit heute.
      0:50:54–0:50:57
      Wo wir noch nicht wissen, wann wir uns vielleicht wieder sind,
      0:50:57–0:51:00
      vielleicht die herzliche Einladung an euch wirklich, aber vielleicht auch die
      0:51:00–0:51:04
      Zuhörerinnen und Zuhörer, die schon Teil unseres Ökosystems sind oder es vielleicht
      0:51:04–0:51:06
      schon noch werden wollen als Fördermitglieder.
      0:51:06–0:51:12
      Aber wir werden unseren ersten Beitragsabend auch abhalten, am 20. September in Koblenz.
      0:51:12–0:51:16
      Heißt, wenn ihr noch nichts vorhabt, markiert euch den 20.
      0:51:16–0:51:20
      September in euren Kalender. Man kann auch schon freitags anreisen und sonntags
      0:51:20–0:51:26
      abreisen und so ein bisschen, ja, auch abends noch die Zeit gut nutzen miteinander, würde ich mal sagen.
      0:51:27–0:51:32
      Und nicht nur sozusagen tagsüber den Workshop und Arbeitsteil eher,
      0:51:32–0:51:36
      sondern auch wirklich sich verbinden.
      0:51:36–0:51:39
      Und ich würde mich freuen, euch mal persönlich da zu treffen.
      0:51:40–0:51:44
      Und ich glaube halt, dass dieser Termin auch sehr cool wird,
      0:51:44–0:51:48
      weil das MYZELIUM da einfach auch erzählen wird, wo wir denn hinwollen gemeinsam.
      0:51:48–0:51:50
      Und ich glaube, da ist noch so viel drin und so viel möglich.
      0:51:51–0:51:56
      Und ihr seid jetzt wirklich die Pioniere, die hier vorangegangen sind.
      0:51:56–0:52:03
      Und könnt so strahlen oder wir alle können so strahlen über euch,
      0:52:03–0:52:05
      wo es sichtbar wird und wo es erlebbar wird.
      0:52:06–0:52:10
      Und genau, es gibt immer mehr solche Orte und wenn sich diese Nachricht verbreitet,
      0:52:10–0:52:15
      dass der Widerstand gegen die grauen Herren lohnenswert ist und machbar,
      0:52:15–0:52:19
      dann sollten wir die doch verkünden und uns verbinden miteinander.
      0:52:20–0:52:22
      Dann klappt es auch. Danke euch.
      0:52:25–0:52:26
      Super. Tschüss.
      Hannah Heller
      0:52:31–0:52:36
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      0:52:36–0:52:40
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      0:52:40–0:52:47
      MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
      0:52:47–0:52:51
      Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
      0:52:51–0:52:55
      Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
      0:52:55–0:52:59
      für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
      0:52:59–0:53:03
      hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

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      54 min
    • MP097 - Live: Ein gemeinschaftsbasiertes Festival und seine Wirkung

        Wir nehmen unseren ersten Live-Podcast in Au (Sieg) in Windeck auf. An der Grenze zwischen NRW und RLP findet das zweite gemeinschaftsbasierte Stadt-Land-Fluss-Festival in der Region Windeck und Westerwald statt. Wie das funktioniert und was man daraus auch für andere ländliche Regionen zuehen kann, erfahrt ihr in dieser Folge mit ganz besonderem Sound, weil live vor Ort und mit Publikum.

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        Hannah Heller
        0:00:11–0:00:16
        Herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Wir sprechen hier über eine neue Art
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        und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
        0:00:20–0:00:24
        Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften. Und unsere Zuhörerinnen und
        0:00:24–0:00:29
        Zuhörer im Podcast und auch ihr hier, weil heute findet unser erster Live-Podcast statt,
        0:00:30–0:00:34
        könnt ihr Erfahrungen, Geschichten zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften hören,
        0:00:34–0:00:39
        aber auch Wissenswerte und Instrumente kennenlernen, wie ihr selbst eure Ideen
        0:00:39–0:00:42
        und Projekte gemeinschaftsbasiert umsetzen könnt,
        0:00:42–0:00:47
        damit wir diese Welt gemeinsam ein Stückchen besser machen und verändern.
        0:00:47–0:00:50
        Ich freue mich sehr, heute hier in unserer 97.
        0:00:51–0:00:57
        Folge im Windeck zu sein, in Aosieg, in einer vielfältigen Region.
        0:00:57–0:00:59
        Ich habe mir alles aufgeschrieben.
        0:00:59–0:01:05
        Im Westerwald, im Siegerland und im Bergischen Land. Es ist sozusagen eine Grenzregion
        0:01:05–0:01:10
        hier und auch zwischen zwei Bundesländern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
        0:01:10–0:01:14
        Ich freue mich hier sehr, hier zu sein. Mein Name ist Hanna Heller.
        0:01:14–0:01:18
        Ich komme persönlich aus der Pfalz. Auch eine schöne Gegend, auch mit vielen Bäumen.
        0:01:20–0:01:23
        Was uns verbindet, schon mal vorweggestellt. Und ich freue mich sehr,
        0:01:23–0:01:26
        hier mit drei Gästen zu sein.
        0:01:26–0:01:30
        Einmal mit Franka Stromberg. Ihr habt gleich noch die Möglichkeit,
        0:01:30–0:01:33
        euch ausführlicher, aber ich nenne euch alle mal. Franka Stromberg da zu sein,
        0:01:34–0:01:38
        die auch mit mir im MYZELIUM arbeitet und heute von Wohnumma angereist ist.
        0:01:42–0:01:43
        Schön, dass du da bist.
        0:01:44–0:01:48
        Dann sitzt hier Thomas Ritzer, ein Einheimischer sozusagen.
        0:01:53–0:01:54
        Auf Zugezogen.
        0:01:59–0:02:03
        Schön, dass du es auch hierher geschafft hast. Und Anna Mauersberger,
        0:02:04–0:02:08
        freut mich auch, dass du da bist. Du kommst aus Pracht heute.
        0:02:16–0:02:22
        Ja, dazu vielleicht gleich mehr, weil wir starten diesen ersten Live-Podcast.
        0:02:22–0:02:24
        Ich muss es immer wieder betonen, weil das ist wirklich was anderes,
        0:02:24–0:02:29
        ob man das normalerweise online macht in so kleinen Bildschirmen oder jetzt hier mit Publikum.
        0:02:30–0:02:35
        Sehr, sehr schön, dass ihr alle da seid. Ich begrüße euch auch euch sehr herzlich hier in Aue.
        0:02:37–0:02:41
        Sieg in Windeck. Ihr müsst ja noch mit den Ortschaften bekannter werden.
        0:02:41–0:02:45
        Gut, genau, bevor wir ins Inhaltliche starten, würde ich euch einfach bitten,
        0:02:45–0:02:50
        mal zu erzählen, wer ihr seid und warum ihr hier sitzt, vielleicht auch.
        0:02:50–0:02:51
        Genau, Franka, fang du doch an.
        0:04:01–0:04:01
        Dankeschön.
        0:04:06–0:04:10
        Genau, Thomas, dann erzähl doch mal, wer du so bist und was du hier so machst.
        0:05:06–0:05:08
        Dann schön, dass du da bist.
        0:05:11–0:05:12
        Anna.
        0:06:42–0:06:46
        Genau, und wir sind ja nicht einfach so hier in Windeck gelandet,
        0:06:46–0:06:50
        wir alle und auch die Menschen hier im Publikum, die jetzt die Zuhörerinnen
        0:06:50–0:06:52
        und Zuhörer nicht sehen,
        0:06:52–0:06:55
        sondern wir sind ja auf dem Stadt-Land-Fluss-Festival gelandet,
        0:06:55–0:06:59
        was jetzt ein paar Tage läuft, zwei Wochen, glaube ich fast.
        0:07:01–0:07:04
        Ab heute zehn Tage. Heißt, hier gibt es viel zu erleben, es wird wahrscheinlich
        0:07:04–0:07:08
        zu spät sein, wenn ihr den Podcast hört, aber es gibt es auch hoffentlich im nächsten Jahr wieder.
        0:07:10–0:07:10
        Genau.
        0:07:17–0:07:17
        Ja.
        0:07:20–0:07:25
        Ja, sagen wir bei uns auch. Das ist dann schon normal. Das ist dann schon eine Tradition quasi.
        0:07:26–0:07:29
        Genau, weil vielleicht beschreibe ich es mal ganz kurz, wo wir hier sind.
        0:07:29–0:07:34
        Also um uns rum ist ganz viel Grün und ganz viel Bäume und inmitten davon ist
        0:07:34–0:07:39
        ein kunterbunt gestalteter Kulturhafen gegenüber von dem Bahnhof, der gerade eben auch,
        0:07:40–0:07:44
        ja umgebaut wird, der ganz lange Leerstand. Und hier kommt man rein und hört
        0:07:44–0:07:48
        Musik und buntes Treiben, ganz viele verschiedene Menschen sind da.
        0:07:48–0:07:52
        Es gab schon ein tolles Kennenlernspiel und man kam miteinander in Kontakt.
        0:07:53–0:07:54
        Und vielleicht wollt ihr mal erzählen,
        0:07:54–0:07:58
        was passiert denn hier bei dem Stadtland-Fluss-Festival? Was ist das denn?
        0:09:23–0:09:27
        Und wir sind ja hier im Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften und
        0:09:27–0:09:30
        es ist ja quasi ein gemeinschaftsbasiertes Festival.
        0:09:30–0:09:32
        Vielleicht kannst du darüber auch nochmal erzählen, wie funktioniert das,
        0:09:33–0:09:38
        so ein Festival über auch so eine große Fläche eigentlich, verteilt mit so vielen
        0:09:38–0:09:40
        verschiedenen Menschen involviert und so bunt.
        0:09:42–0:09:45
        Wie passiert sowas? Wie kommt sowas ins Leben? Und vielleicht frage ich auch
        0:09:45–0:09:49
        erst mal Thomas, wie du zum ersten Mal vom Stadtland-Fluss-Festival gehört hast
        0:09:49–0:09:54
        und wie das für dich vielleicht auch wirkte, als du das erste Mal damit in Berührung kamst?
        0:13:07–0:13:10
        Also jetzt sag nochmal, Plattform hört sich groß an, Signalgruppe hört sich
        0:13:10–0:13:13
        eher klein an. Also wo stehen wir denn da?
        0:15:57–0:15:59
        Na, das ist doch eine super Überleitung.
        0:16:08–0:16:10
        Ja, dann erzähl doch mal vielleicht ein bisschen davon. Dann hüpfen wir doch
        0:16:10–0:16:13
        jetzt mal zum Bahnhof. Wir kommen bestimmt nochmal aufs Festival auch zu sprechen am Schluss.
        0:16:14–0:16:16
        Ist ja so ein bisschen der Rahmen, mit dem wir heute sind.
        0:16:16–0:16:20
        Genau, aber was passiert denn am Bahnhof? Was soll da passieren?
        0:18:14–0:18:14
        Ja.
        0:18:24–0:18:27
        Ja, ist doch gut. Und vielleicht gehst du auch nochmal auf den Begriff dritte
        0:18:27–0:18:29
        Orte ein, so, falls ihr nicht bekannt ist.
        0:26:12–0:26:15
        Voll. Ich würde da gerne einmal nochmal anknüpfen, weil du hast so schön gesagt,
        0:26:16–0:26:18
        da gibt es keinen Raum für Kapitalismus.
        0:26:19–0:26:23
        Und gleichzeitig würde ich sagen, der Kapitalismus lässt auch einfach Räume zurück.
        0:26:23–0:26:27
        Also wir sehen einfach, wie der Kapitalismus in seiner konzentrierten Art und
        0:26:27–0:26:31
        Weise gerade einfach auch Orte wie den Bahnhof, es lohnt sich einfach nicht
        0:26:31–0:26:32
        für die Deutsche Bahn irgendwas reinzumachen,
        0:26:33–0:26:38
        kleine Einzelhandelsläden können nicht überleben mit dem Fußverkehr,
        0:26:38–0:26:41
        den es gibt oder eben nicht gibt. Oder, oder, oder, der Dorfladen.
        0:26:42–0:26:45
        Also da kann man ja viele Beispiele für finden. Auch Karstadt.
        0:26:46–0:26:50
        Auch Karstadt, nicht mal Karstadt. Genau, Galeria Kaufhof. Aber ich glaube,
        0:26:50–0:26:51
        da gab es noch mehr Faktoren.
        0:26:51–0:26:55
        Das ist auch einfach Gier der wenigen oft, die über Mieten sehr viel einnehmen
        0:26:55–0:26:59
        wollen und irgendwie denken da noch, das letzte Geld rausziehen zu müssen.
        0:27:00–0:27:05
        Und da eben die Initiative zu sagen, hey, nee, wir wollen eine andere Entwicklung
        0:27:05–0:27:10
        und wir greifen ein in diese Wirtschaft als mündige Bürgerinnen und Bürger.
        0:27:10–0:27:10
        Das ist ja auch so ein Ding.
        0:27:11–0:27:15
        Uns wird ja die ganze Zeit gesagt, hey, Wirtschaft könnt ihr nicht gestalten, das macht der Markt.
        0:27:16–0:27:19
        Haben wir gar keinen Einfluss drauf und wir nehmen uns ja diese demokratische
        0:27:19–0:27:24
        Teilhabe wieder zurück, auch im wirtschaftlichen Bereich und ich würde jetzt
        0:27:24–0:27:28
        noch voll gern hören, bevor wir vielleicht auch nochmal auf die Rolle von solchen
        0:27:28–0:27:30
        Projekten auf Regionalentwicklung eingehen,
        0:27:31–0:27:34
        würde ich voll gern nochmal hören, wo steht ihr denn mit dem Projektbahnhof?
        0:27:34–0:27:36
        Also auch für die Menschen, die jetzt zuhören und gar nicht hier sind,
        0:27:37–0:27:41
        unbedingt im Raum, wann können sie denn nach AUSIG reisen?
        0:27:42–0:27:44
        Und weil gibt es ja endlich den Kaffee.
        0:27:48–0:27:50
        Also, wann kann man denn in Aussieg aufs Klo gehen?
        0:28:21–0:28:22
        Nice, schön.
        0:28:28–0:28:30
        Das sind noch gute Nachrichten, aber vielleicht erzählst du mal,
        0:28:30–0:28:33
        was so, ich weiß nicht, ob ihr das schon ausplaudern dürft, aber was so,
        0:28:33–0:28:38
        wie viele Menschen sind involviert, was soll da drin passieren?
        0:28:38–0:28:41
        Genau, vielleicht auch ganz ähnliche Sachen wie auf dem Festival hier,
        0:28:41–0:28:45
        nur jetzt zentriert an einem Ort und über das Jahr hinweg.
        0:28:45–0:28:47
        Also das Festival ist ja begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum.
        0:28:47–0:28:50
        Genau, hat sich das vielleicht auch gegenseitig befruchtet?
        0:31:47–0:31:51
        Genau, du hattest ja gerade oder es wurde ja auch gerade schon angesprochen,
        0:31:51–0:31:54
        dass einfach generell ländliche Regionen, aber auch hier die Region,
        0:31:54–0:31:59
        ja genau, durch immer mehr Leerstand existiert,
        0:32:00–0:32:04
        dass genau auch so ein bisschen das ehrenamtliche Leben vielleicht schwieriger
        0:32:04–0:32:07
        umzusetzen wird, dass Läden schließen,
        0:32:08–0:32:12
        genau, dass es keine eigentlich Begegnungsorte mehr gibt, wie Kneipen und Restaurants
        0:32:12–0:32:14
        oder die immer mehr und mehr schließen.
        0:32:14–0:32:19
        Und vielleicht die Frage nochmal in den Raum gestellt,
        0:32:20–0:32:24
        hat sich denn jetzt vielleicht schon was verändert durch auch solche Festivals
        0:32:24–0:32:28
        wie jetzt das Stadtland-Fluss-Festival hier oder auch die Initiative,
        0:32:28–0:32:29
        gut, die ist jetzt noch nicht umgesetzt,
        0:32:29–0:32:33
        der Bahnhof ist noch nicht offen, aber seht ihr da eine Chance,
        0:32:33–0:32:35
        da der Entwicklung weiterzugehen?
        0:32:36–0:32:40
        Dem Trend, den man so beobachten kann, etwas entgegenzusetzen?
        0:32:40–0:32:43
        Oder ist es schon passiert in Ansätzen?
        0:35:18–0:35:19
        Magst du noch mal was dazulegen, Anna?
        0:35:26–0:35:27
        Du bist die Veränderung.
        0:36:44–0:36:49
        Und was ist es? Also es ist ja ganz spannend, dass sozusagen an manchen Orten
        0:36:49–0:36:53
        die Erde schon da ist sozusagen und es können die Samen irgendwie aufgehen,
        0:36:53–0:36:56
        die man so sät und an manchen, ja also guckt man auch in meinen Garten,
        0:36:57–0:37:02
        so pflanzt man und pflanzt man und pflanzt man, aber also bei mir im Garten
        0:37:02–0:37:05
        ist jetzt, ich will die Metapher nicht zu arg aufladen, aber ist einfach Bauschutt.
        0:37:06–0:37:13
        Deshalb geht's nicht so. Aber, also deshalb ist da einfach der Boden nicht gut.
        0:37:13–0:37:18
        Aber wie auch immer, was ist denn, also ich will jetzt nicht den Bauschutt im
        0:37:18–0:37:23
        Westerwald suchen, aber was, ja, also was ist denn vielleicht der Unterschied auch?
        0:37:24–0:37:27
        Oder wie kann man, ja, wie kann man vielleicht auch an Orten,
        0:37:27–0:37:31
        wo es nicht direkt funktioniert, die Lust, also hier sind bestimmt auch Westerwälder,
        0:37:31–0:37:32
        oder? Sind hier Westerwälder?
        0:37:33–0:37:37
        Ja, ja, Entschuldigung, ich wollte hier niemanden auf den Schlips drehen.
        0:37:37–0:37:42
        Ja, ja, genau. Nee, aber schade, dass ich euch nicht hier aufs Podium mitholen
        0:37:42–0:37:45
        kann, um das zu hören, aber es ist ja schon auch spannend.
        0:37:46–0:37:52
        So, und vielleicht habt ihr da Erfahrungswerte oder könnt auch dazu einladen, wie man zum Gelingen...
        0:41:51–0:41:54
        Siegen hat auch einen Studiengang Plurale Ökonomik. Also da sind bestimmt auch
        0:41:54–0:41:59
        Leute, die Bock haben, neues Wirtschaften auszuprobieren. Ich rufe mal in die Weite.
        0:41:59–0:42:02
        Die Studentinnen und Studenten von Plurale Ökonomik in Siegen kommt auch hierher
        0:42:02–0:42:06
        und belebt ein Kloster, ein Krankenhaus, ein Hotel.
        0:42:06–0:42:10
        Ganz akut. Genau. Probiert neue Lebens- und Wirtschaftsformen aus.
        0:42:22–0:42:26
        Schön, jetzt aber noch mal zur Rahmung sozusagen, wir kommen ja fast zum Ende
        0:42:26–0:42:31
        dieses Podcasts und kommen wieder hier zurück von den großen Visionen und anderen
        0:42:31–0:42:35
        Regionen, wieder hier zurück aufs Stadtland-Fluss-Festival und da war jetzt
        0:42:35–0:42:36
        sozusagen der Anfang, okay,
        0:42:36–0:42:40
        hier tragen ganz viele Leute bei, ihr habt eine Chatgruppe aufgebaut, ihr habt eine Seite,
        0:42:40–0:42:43
        da stellt ihr das Programm drauf, die Leute konnten ihr Programm einreichen,
        0:42:44–0:42:46
        so und was kostet das?
        0:43:13–0:43:15
        Und ihr macht das ja nicht zum ersten Mal?
        0:43:17–0:43:21
        Zum zweiten Mal. Ging das letztes Jahr auf?
        0:43:28–0:43:31
        Also Menschen können solidarisch wirtschaften.
        0:43:31–0:43:32
        Das ist ja total erstaunlich.
        0:43:36–0:43:39
        Schön. Ja, ich glaube, damit können wir es belassen.
        0:43:40–0:43:43
        Ich bedanke mich sehr herzlich für das spannende Gespräch. Ich bedanke mich,
        0:43:43–0:43:47
        eh, dass wir hier eingeladen wurden auch, unseren Podcast hier aufzunehmen.
        0:43:47–0:43:49
        Super, super schön in Live-Podcast. Das ist total schön.
        0:43:51–0:43:55
        Ja, super schön, dass ihr auch da wart und so herzlich mitgemacht habt,
        0:43:56–0:44:00
        also so uns Resonanz geschenkt habt. Das war super schön.
        0:44:00–0:44:05
        Genau, und jetzt kommt mein Outro. jetzt musst du wieder auf die Musik klicken
        0:44:05–0:44:08
        einfach auf dieselbe Musik wie bei dir gibt's auch nicht?
        0:44:08–0:44:13
        Das ist dasselbe wie bei mir na gut, dann sag ich noch unser Outro was ich normalerweise
        0:44:13–0:44:18
        sagen würde auch wenn auch ohne Musik ihr könnt auch,
        0:44:20–0:44:21
        das ist das gleiche.
        0:44:33–0:44:39
        Wer ein Intro hat, braucht auch ein Auto. Sonst ist es ja nicht ganz. Sonst ist es nicht rund.
        0:44:40–0:44:42
        Gut, danke für die Spontanität.
        0:44:43–0:44:47
        Wir haben das alles hier, alles wie immer sehr spontan hier hochgezogen.
        0:44:57–0:45:00
        Vielen Dank, dass ihr heute dabei wart beim Mitselium-Podcast.
        0:45:03–0:45:07
        Mitselium auch finanziell unterstützen wollt und den Wandel auch über die Region
        0:45:07–0:45:10
        hinaus und über die Projekte hinaus.
        0:45:10–0:45:14
        Von vielen verschiedenen Orten könnt ihr Mitglied werden, auch bei uns.
        0:45:17–0:45:19
        Mitselium-ev.com,
        0:45:23–0:45:25
        Aber genau, mit Selium, mit Z.
        0:45:27–0:45:32
        Bald ein Radio-Beitrag. Genau, schön, dass ihr da wart. Und genau,
        0:45:32–0:45:33
        erzählt es weiter, was hier passiert.

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        46 min
      • MP096 -  TEIKEI in Europa
        • Hannah Heller

            TEIKEI ist ein japanische Wort, wobei TEI etwa „gebend“ bedeuetet und KEI für Kreislauf steht. Felix Schröder gibt uns einen Einblick in die TEIKEI Prinzipien und wie er diese im Aufbau einer regenerativen Ernährungswirtschaft lebt. Und das Tollste daran ist, alle können jetzt schon Teil dieser TEIKEI Bewegung werden.

            Mehr Informationen zu TEIKEI aktuell findet ihr hier; wiki.teikei.us/de/home/0_Einstieg-und-Überblick/Glossar/Zehn-Prinzipien-von-TEIKEI.

            Ihr könnt über Verbraucherinnengemeinschaften schon verfügbare Produkte einkaufen. Schaut einfach mal, ob es schon eine Verbraucherinnengemeinschaft in eurer Nähe gibt über diesen Link:
            de.teikei.shop/gemeinschaft

            Falls nicht, dann gründet doch selbst eine Verbraucher*innengemeinschaft: de.teikei.shop/gemeinschaft/gruenden
            Das ist ganz einfach und versorgt euch das ganze Jahr mit regenrativen Lebensmitteln und das schmeckt man wirklich.

            Viel Spaß beim Kennenlernen von TEIKEI!

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            Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

            Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

            Transkription

            Hannah Heller
            0:00:37–0:00:41
            Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
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            Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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            Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
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            dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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            Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
            0:00:57–0:01:02
            und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
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            Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
            Hannah Heller
            0:01:15–0:01:20
            Heute haben wir zu Gast Felix Schröder von TAYK in Europa.
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            Hey Felix, schön, dass du heute dir die Zeit nimmst und hier bist bei uns.
            Felix Schröder
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            Hi Hanna, danke für die Einladung.
            Hannah Heller
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            Du baust ja gerade ein neues Lebensmittelnetzwerk auf, eine neue Ernährungswirtschaft auf.
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            Und vielleicht erzählst du einfach mal, wo ihr steht mit TAYK.
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            Genau, ich persönlich bin ja in Speyer und habe auch eine kleine Gemeinschaft
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            hier, die von dir, von Take Hey, von euch aus Griechenland immer leckeres Obst und Olivenöl,
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            Früchte aller Art bezieht, Avocados, Granatäpfel, Orangen, Zitrusfrüchte und
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            damit jetzt immer so, weiß ich nicht, 50 Haushalte sind wir gerade aktuell,
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            glaube ich, 50 Haushalte beglücke.
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            Letzten Monat wurde nicht geliefert und alle sind schon ganz ungeduldig und
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            sagen, ich brauche dringend neue Früchte aus Griechenland.
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            Wann kommen sie endlich? Was baust du denn da gerade auf?
            Felix Schröder
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            Ja, ich habe eben die Vision, dass Lebensmittel für alle zugänglich sein sollen.
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            Und zwar nicht nur, dass es preislich zugänglich wird, sondern dass einfach
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            hochqualitative Lebensmittel, die angebaut werden, wie sich das jeder auch wünscht
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            und wie die Höfe das eigentlich gerne machen, auch jeder Mensch Zugang hat.
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            Zu diesen Lebensmitteln und dass wir Lebensmittel außerhalb von Handel sehen.
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            Also ich finde schon allein der Ansatz, dass wir sagen Fair Trade oder dann
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            irgendwie Commerce, das hat mit Lebensmitteln eigentlich nichts zu tun,
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            weil ich finde Lebensmittel ist ein Menschenrecht.
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            Und das bedeutet einfach, wir sollten das unabhängig von Privilegien organisieren
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            und nicht einfach nur, dass wenn du viel Geld hast, kannst du deinen Kindern
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            gesunde Lebensmittel aus dem Bioladen kaufen und wenn du nicht viel Geld hast,
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            dann musst du halt in den Supermarkt gehen und billig Obst und Gemüse aus Plantagenwirtschaft
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            dir einkaufen, wo hochgiftige Spurenelemente von Pestiziden hat.
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            Und das ist meine Vision, diese Lebensmittelvernetzung und Organisationsstrukturen
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            auf lokaler Ebene, aber auch auf europäischer Ebene so zu gestalten,
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            dass wir einfach ohne den Großhandel uns die Grundnahrungsmittel organisieren können.
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            Und da bist du mit dieser Abholgemeinschaft in Speyer auch ein Teil davon.
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            Und ja, schön zu hören, dass die Menschen dort schon auf die Obstkisten warten,
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            die jetzt dann Ende Mai kommen.
            Hannah Heller
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            Ja, und erzähl vielleicht gerade mal, wo ihr da gerade steht oder wie sich das auch entwickelt hat.
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            Also du sitzt gerade in Schweden, sagst du, aber eigentlich,
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            vom Status quo her gedacht, hast du gerade auch einfach eine Lebensmittelversorgung
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            aus Griechenland heraus aufgebaut.
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            Vielleicht kannst du da nochmal erzählen, wie ist es dazu gekommen,
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            dass du griechische Orangen, griechische Avocados, griechisches Olivenöl hier
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            zu uns nach Deutschland, in die Schweiz und so weiter bringst?
            Felix Schröder
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            Ja, das ist eine lange Geschichte. Da muss ich fast schon ausholen,
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            dass ich mal als Flugzeugtechniker gearbeitet habe und nach einer zehnjährigen,
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            sehr steilen Karriere für mich beschlossen habe, dass es so nicht weitergehen kann,
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            weil ich eben nicht meine Lebensenergie in etwas reinbringen wollte,
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            wo ich einfach keinen Sinn sehe für die zukünftigen Generationen.
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            Und dann habe ich mich in diesem ganzen Prozess, der ging echt viele,
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            viele Jahre, habe ich mich einfach immer wieder besonnen, dass ich als Kind
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            Landwirtschaft so geliebt habe.
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            Also eigentlich nicht Landwirtschaft, sondern das Kleinbäuerliche,
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            das Zusammensein mit Pflanzen, mit Tieren, mit dem einfachen Leben, dem guten Essen.
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            Und bin nach der Entscheidung, dass ich wirklich meinen Job komplett an den
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            Nagel hänge, bin ich erstmal den Jakobsweg gelaufen, 1000 Kilometer,
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            und habe eine Köchin kennengelernt, die mich nach Griechenland eingeladen hat.
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            Und das Spannende war, dass ich mich in Griechenland so zu Hause gefühlt habe,
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            wie noch nirgendwo anders in Europa.
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            Und nach dem zweiten Mal dorthin reisen, habe ich entschieden,
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            ich bleibe dort, egal was kommt, weil ich wusste ja nicht, was ich machen werde.
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            Ich wusste nur, ich werde nicht mehr als Flugzeugprüfer durch die Weltschetten
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            und Privatflugzeuge von reichen Millionären und Milliardären reparieren oder
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            eigentlich sollte man sagen, die sind ziemlich arm, die haben einfach nur viel Geld.
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            Und dann hat mich das griechische, ich sag mal in Anführungszeichen so Touristenleben, sehr gelangweilt.
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            Also so Strand, Sonne, Meer und irgendwie alles irgendwie schön,
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            aber doch nichts Sinnstiftendes. Und dann wollte ich wissen,
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            wie man Olivenöl eigentlich herstellt.
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            Und so kam das, dass ich auf den Peloponnes gereist bin.
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            Es gab immer wieder Griechen, die haben meine Geschichte gehört und die haben
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            gesagt, sprech doch mit unserem Freund, der hat einen Olivenhain hier und wir verknüpfen dich.
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            Und als ich dann bei der Olivenernte mithalf und gesehen habe,
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            wie viel Arbeit eigentlich bei der Ernte drinsteckt,
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            das war so ein Aufwachmoment für mich, dass wir nach so viel Stunden Arbeit
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            an einem Tag mit fünf Menschen,
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            denn insgesamt, ich glaube es waren damals, hatten wir vielleicht 40 oder 50
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            Liter Olivenöl geerntet.
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            Das war so in keinem Verhältnis zu dem, dass ich Olivenöl im Supermarkt in der
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            Schweiz einkaufe, wo der Liter irgendwie 25 Franken kostet.
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            Und das hat so viele Fragen aufgeworfen.
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            Dass ich irgendwie diese Fragen, die haben sich wie so tausende von Fragen sind
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            plötzlich aufgetaucht und dann habe ich so gemerkt, okay, da möchte ich ansetzen.
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            Ich möchte meine Energie dorthin führen, wo einfach wirklich so eine große Arbeit stattfindet.
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            Und diese Menschen in diesem Dorf haben mich so berührt und ich habe entschieden,
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            ich lebe jetzt dort, werde Olivenbauer und lerne wirklich so diese ganze Arbeit
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            kennen mit den Jahreszyklen,
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            mit den Problematiken vor Ort.
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            Und was mir auch wichtig war, ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten,
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            die richtig leiden können.
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            Und das sind einfach diese Verhältnisse dort, die sind so harsch,
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            die sind so streng und das Leben ist dadurch aber auch so gut,
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            dass es mich tatsächlich dazu bewogen hat, drei Jahre zu bleiben und Olivenbauern zu sein.
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            Und das war natürlich dann eine Beschäftigung mit dem Thema Lebensmittel,
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            Lebensmittelvertrieb.
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            Da kam dann natürlich auch so viel
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            mehr dazu, wie wird dort das Olivenöl eingekauft von den Großhändlern?
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            Was finden dort für Gespräche statt?
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            Und ich habe so einen Sinn, so eine innerliche Leidenschaft für Gerechtigkeit und Fairness.
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            Und manche Sachen konnte ich einfach nicht akzeptieren. Und dann wurde ich dann
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            auch im griechischen Dorf wieder sehr deutsch, musste strukturieren,
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            koordinieren, neue Systeme aufbauen.
            0:08:41–0:08:46
            Und daraus entstand dann über zehn Jahre Tay-Key, diese Plattform,
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            die einfach für kleinbäuerliche Strukturen es möglich macht.
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            Also weiter zu arbeiten als Landwirte, ohne nach dem Prinzip wachsen oder weichen,
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            wie wir das so in Deutschland wahrscheinlich erwarten.
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            Enorm schon erfahren haben. Und in Griechenland war das in diesem Kontext tatsächlich
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            noch nicht so das Thema, aber es hatte so Richtungen, wo ich einfach fand,
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            hey, bitte nicht auch noch dort.
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            Und gleichzeitig einfach auch diese Brücken zu bauen zwischen dem,
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            was so, ich meine, da gibt es in Griechenland, in diesem Dorf gab es über 100 Kleinbauern.
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            Das sind so Verhältnisse, die kennen wir aus unseren Dörfern überhaupt nicht
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            mehr. Und das hat mich alles so berührt und so beschäftigt und ich habe so viel
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            kennengelernt und so viel Schönheit darin erfahren, dass ich einfach entschieden
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            habe, okay, das ist meine neue Berufung.
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            Anstatt Flugzeuge zu reparieren.
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            Helfe ich jetzt Kleinbauern dabei, zu bestehen und wirklich auch ein gutes Leben zu führen.
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            Das habe ich schon viel früher erfahren, das war mir einfach immer schon wichtig,
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            dass die Arbeit mit dem Land und die Landwirte, die machen meiner Meinung nach
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            die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft, weil die einfach Lebensmittel herstellen.
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            Und ich finde auch mal unabhängig zu sagen, ob das jetzt Biolandwirtschaft ist
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            oder irgendwie, wir können es auch industrielle Landwirtschaft nennen oder konventionelle
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            Landwirtschaft oder traditionelle Landwirtschaft.
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            Es sind schlussendlich alles Menschen, die stellen Lebensmittel her.
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            Und ich finde, wir sollten allen Menschen ermöglichen, dass die unter guten
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            Bedingungen arbeiten, aber auch,
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            dass mit dem, was sie zu tun haben, und das ist die Erde, dass die gut mit dieser
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            Erde eine Beziehung führen können und nicht marktwirtschaftlichen Zwängen unterliegen.
            0:10:36–0:10:41
            Und dadurch einfach alles zerstören, was wir in Zukunft brauchen, um uns zu ernähren.
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            Und ich will mich definitiv nicht aus Vertical Farming ernähren.
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            Ich will mich nicht aus irgendeiner Pille ernähren, die in Science Fiction gezeigt
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            wird, dass man einfach nur einen Knopf druckt und dann entsteht dort ein Gericht.
            0:10:52–0:10:55
            Ich will mich echt mit Lebensmitteln ernähren und will das auch meinen Kindern
            0:10:55–0:10:57
            weitergeben und deren Kindern.
            0:10:58–0:11:04
            Und genau da habe ich meine eigene Motivation, aber einfach auch irgendwie finde
            0:11:04–0:11:07
            ich so, Also das ist so gesellschaftlich die wichtigste Grundlage,
            0:11:07–0:11:08
            die wir haben, ist Boden.
            0:11:09–0:11:14
            Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ein gesunder Boden auch dazu wieder
            0:11:14–0:11:16
            führt, dass wir eine gesunde Gesellschaft erleben.
            0:11:16–0:11:21
            Und dass all das, was wir erfahren an Krankheiten, an Isolation,
            0:11:21–0:11:24
            an was auch immer für Symptome entstehen,
            0:11:24–0:11:29
            die wir versuchen, vielleicht teilweise mit Therapie sogar zu behandeln,
            0:11:29–0:11:32
            dass wir eigentlich nicht viel mehr machen müssten,
            0:11:32–0:11:38
            als einfach nur entweder unsere Hände wieder in die Erde zu bringen oder wenigstens
            0:11:38–0:11:43
            die Menschen wirklich voller Leidenschaft zu unterstützen, die die Aufgabe übernehmen,
            0:11:44–0:11:49
            mit diesem Boden in Beziehung zu treten, unabhängig von Urteilen gegenüber diesem
            0:11:49–0:11:52
            Landwirt, sondern einfach wirklich zu sagen, hey, das ist ein Landwirt,
            0:11:52–0:11:54
            der erzeugt Lebensmittel, der arbeitet mit dem Boden,
            0:11:55–0:11:59
            und mit Fragen, hey, wie kannst du eigentlich diesen Boden besser bearbeiten,
            0:12:00–0:12:05
            sodass er nicht Grundwasser verschmutzt, sodass er, ich sag mal,
            0:12:05–0:12:07
            nicht degradiert, erodiert.
            0:12:10–0:12:13
            Kohlenstoffanteile schwinden und so weiter und so.
            0:12:14–0:12:20
            Ich finde den Dialog sehr wichtig, über das zu sprechen, urteilsfrei,
            0:12:21–0:12:25
            sondern einfach auch wirklich so im gegenseitigen Respekt.
            0:12:25–0:12:30
            Und das alles in ein Gefäß zu bringen, ist ziemlich komplex.
            0:12:33–0:12:38
            Und Teikei hat mich inspiriert durch die zehn Prinzipien aus Japan,
            0:12:39–0:12:42
            wo ich finde, das ist so schön.
            0:12:42–0:12:47
            Du hast ein DIN A4-Blatt, da stehen zehn Prinzipien drauf und du kannst dein
            0:12:47–0:12:52
            gesamtes Netzwerk, ob das klein, groß, mittel, groß, egal was es eigentlich
            0:12:52–0:12:55
            tut, das kann auch über die Landwirtschaft hinaus benutzt werden.
            0:12:55–0:13:00
            Du kannst das, was du tust und allen Menschen, die damit teilnehmen,
            0:13:00–0:13:02
            einfach so ein Grundgerüst geben, ein Grundverständnis.
            0:13:03–0:13:06
            Wie tun wir das? Nach welchen Prinzipien tun wir das?
            0:13:07–0:13:11
            Ohne, dass du ein Handbuch hast mit 200 Seiten, wo drinsteht,
            0:13:11–0:13:15
            wie du was genau zu tun hast und was gut und richtig ist oder Checklisten.
            0:13:16–0:13:20
            Und als ich davon erfahren habe, dass es so etwas gibt, dass sich Menschen schon
            0:13:20–0:13:25
            sehr, sehr gut Gedanken gemacht haben, was benötigt wird, um solche Bewegungen
            0:13:25–0:13:27
            im Kern stabil zu halten.
            0:13:28–0:13:35
            Habe ich gefunden, dass, also das war eine Inspiration, Das war eine Delegation aus Japan,
            0:13:36–0:13:44
            die nach Thessaloniki kam 2018 und dabei war auch Hansalim zum Beispiel aus Südkorea.
            0:13:44–0:13:48
            Es waren aber auch ganz viele andere CSA-Strukturen weltweit,
            0:13:48–0:13:54
            kamen in Thessaloniki zusammen und haben, ja, ich würde mal sagen,
            0:13:54–0:13:57
            wahrscheinlich echt ein einmaliges Treffen gehabt.
            0:13:57–0:14:03
            Und als ich da von TK gehört habe und gleichzeitig dann auch schon gesehen habe,
            0:14:03–0:14:09
            dass in manchen Regionen in Deutschland auch schon TK-Projekte entstanden sind, TK-Kaffee,
            0:14:10–0:14:13
            TK-Kakao gab es damals, TK-Textile,
            0:14:13–0:14:15
            es gab sogar TK-Chili,
            0:14:16–0:14:18
            Hanf gab es in Freiburg.
            0:14:19–0:14:26
            Wurde ich auch eingeladen, mit dem damaligen Bauern, die Olivenöl machen, TK Olive zu gründen.
            0:14:28–0:14:32
            Und dann ging die Reise weiter, so wie man das überall kennt.
            0:14:32–0:14:38
            Gibt es Hoch und Tiefs, dann kam Covid, dann kam einfach all diese innerlichen
            0:14:38–0:14:40
            Prozesse in Gruppen, in einem selbst.
            0:14:41–0:14:46
            Und schlussendlich habe ich jetzt für TK von meinem Teil entschieden,
            0:14:46–0:14:51
            Teikei ist ja ein japanisches Wort und heißt Kooperation, Partnerschaft.
            0:14:53–0:15:00
            Tei heißt, ist das Gebende in Japan, Kei ist der Kreislauf und das Spannende
            0:15:00–0:15:05
            ist auch, Teikei auf Japanisch hat verschiedene Bedeutungen.
            0:15:05–0:15:10
            Das heißt, man muss die Schriften kennen, damit man weiß, von welchem Teikei man spricht.
            0:15:10–0:15:15
            Und dieses Teikei, diesen Schriftzeichen, die wir bei Teikei verwenden,
            0:15:15–0:15:23
            bedeutet eben dieses Gebende und dieser Kreislauf und wird in Japan verwendet
            0:15:23–0:15:27
            für solidarische Landwirtschaften, die nach diesen zehn Prinzipien arbeiten,
            0:15:27–0:15:29
            die 1978 gegründet wurden.
            0:15:30–0:15:34
            Und genau jetzt, um den Bogen nochmal zu schließen,
            0:15:36–0:15:43
            Teikei in Europa ist eine Bewegung, damit wir die Grundlebensmittel,
            0:15:43–0:15:48
            wie ich finde, deren Zugang ein Menschenrecht ist,
            0:15:49–0:15:52
            einfach außerhalb der Handelsstrukturen organisieren können.
            Hannah Heller
            0:15:52–0:15:58
            Mega. Ich hatte jetzt einerseits Lust zu fragen, kannst du denn die zehn Prinzipien mal kurz runterbeten?
            Felix Schröder
            0:15:58–0:16:04
            Das ist immer so die Frage, ob ich länger darauf eingehen kann oder ob ich einfach
            0:16:04–0:16:08
            mal kurz sozusagen drüber spreche, wie wir das eigentlich tun.
            0:16:08–0:16:12
            Aber die zehn Prinzipien, die sind natürlich einfach, das sind festgeschriebene Prinzipien.
            0:16:12–0:16:16
            Also die sind einfach entweder auf Englisch erhalten oder auf Deutsch.
            0:16:17–0:16:25
            Und mein Lieblingsprinzip ist das Prinzip zehn und das ist das Prinzip der stetigen Entwicklung.
            0:16:27–0:16:36
            Und das heißt einfach, dass alle Prinzipien vom ersten bis zum neunten sind
            0:16:36–0:16:43
            ideale und wahrscheinlich findet man Projekte, Netzwerke.
            0:16:44–0:16:49
            Organisationen, die schon sehr viel machen können, die schon sehr viel machen
            0:16:49–0:16:51
            auch vom Prinzip eins bis neun.
            0:16:51–0:16:55
            Und ganz oft ist es aber auch so, und das finde ich das Wichtigste,
            0:16:55–0:16:59
            dass in der heutigen Zeit, wenn man auf die Landwirtschaft schaut,
            0:16:59–0:17:02
            da ist so viel nicht in Ordnung.
            0:17:03–0:17:06
            Also eben nicht im Sinne von beurteilen, sondern es ist einfach nicht in einer
            0:17:06–0:17:12
            Ordnung, wie es eigentlich sein müsste, damit Bodenlebendigkeit stattfinden
            0:17:12–0:17:14
            kann, von der wir abhängig sind.
            0:17:14–0:17:19
            Wenn die Lebendigkeit des Bodens nicht vorhanden ist, haben wir kein Lebensmittel.
            0:17:19–0:17:24
            Und aber auch kein sauberes Wasser, aber auch ganz viel anderes nicht.
            0:17:24–0:17:30
            Das heißt, dieses Prinzip 10 beschreibt, dass wir in einer stetigen Entwicklung
            0:17:30–0:17:34
            sind und uns Menschen suchen und Netzwerke und Partner, die mit uns den Weg
            0:17:34–0:17:39
            gehen wollen und die Prinzipien 1 bis 9 erreichen wollen und umsetzen wollen.
            0:17:39–0:17:42
            Und die Prinzipien 1 bis 9.
            0:17:43–0:17:46
            Die kenne ich nicht in- und auswendig, weil ich bin ganz schlecht im Auswendiglernen,
            0:17:47–0:17:49
            aber ich kenne die ganz gut in der Anwendung.
            0:17:49–0:17:54
            Also die sind wie, wenn man sich jahrelang mit diesen, also ich muss auch sagen,
            0:17:55–0:18:00
            diese Prinzipien, die sind mir wie auf einem Silbertablett serviert worden,
            0:18:00–0:18:04
            weil ich habe sie durchgelesen und plötzlich habe ich verstanden, was ich da tue.
            0:18:04–0:18:09
            Ich habe sechs Jahre ohne die Prinzipien gearbeitet und war aber bei manchen
            0:18:09–0:18:13
            Gesprächen so klar, so innerlich so, nee, das muss anders sein,
            0:18:13–0:18:17
            das kann so nicht sein. Was hier besprochen wird, ist einfach falsch.
            0:18:17–0:18:20
            Das ist prinzipiell falsch und wusste aber noch nicht, woher das kommt.
            0:18:20–0:18:23
            Ich hatte keine wissenschaftlichen Grundlagen.
            0:18:23–0:18:30
            Ich hatte irgendwie kein Argument, da reinzukrätschen in diesen Dialog oder
            0:18:30–0:18:31
            Monolog oder was auch immer das war.
            0:18:32–0:18:35
            Und als ich dann diese zehn Prinzipien gelesen habe, habe ich so gewusst,
            0:18:35–0:18:38
            hey, das ist genau das, was wir da eigentlich schon seit Jahren machen.
            0:18:38–0:18:41
            Einfach in der einfachsten Form in Worte gefasst.
            0:18:42–0:18:47
            Und deshalb finde ich so, okay, man kann sie runterrattern, man kann sie vorlesen,
            0:18:47–0:18:51
            aber eigentlich ist es eine Auseinandersetzung, dass jeder selbst diese zehn
            0:18:51–0:18:56
            Prinzipien durchliest und wirklich schaut, wo wende ich die wie an.
            0:18:57–0:19:01
            Und ich kann sie jetzt einfach mal, ich sage mal so ehrlicherweise vorlesen.
            Hannah Heller
            0:19:01–0:19:04
            Du kannst auch einfach erzählen, wie du sie denn anwendest.
            Felix Schröder
            0:19:04–0:19:04
            Ja.
            Hannah Heller
            0:19:04–0:19:08
            Also das ist sicher der spannendere Part, weil letztendlich nachschauen,
            0:19:08–0:19:15
            Take-Age-Prinzipien, laden wir dazu ein, die Hörerinnen und Hörer, das einfach zu tun.
            0:19:15–0:19:18
            Aber spannender ist natürlich zu hören, wie setzt du sie denn um?
            0:19:18–0:19:20
            Was machst du denn mit diesen Prinzipien?
            Felix Schröder
            0:19:20–0:19:25
            Ich würde mal sagen, wir haben den Zustand jetzt so, wie er ist.
            0:19:26–0:19:30
            Und wir schauen uns um und sehen vielleicht ganz viele Dinge,
            0:19:30–0:19:33
            die gefallen uns super und manche Dinge, die finden wir so, nee,
            0:19:33–0:19:34
            das kann doch wohl nicht wahr sein.
            0:19:34–0:19:39
            Dass das so läuft, das ist doch klar, dass das keine Zukunft hat und trotzdem läuft so.
            0:19:41–0:19:46
            Und das finde ich eine interessante Frage schon mal. Okay, wie kann das anders laufen?
            0:19:47–0:19:51
            Und was wir bei Tay-Key machen, ist zum Beispiel, wenn wir in die Transformation
            0:19:51–0:19:56
            der Landwirtschaft blicken, so wie wir uns das wünschen, ist das klar,
            0:19:56–0:20:01
            dass wir es nicht mit den Wegen lösen können, die wir bisher beschritten haben als Gesellschaft,
            0:20:02–0:20:06
            aber auch ich als Individuum, aber auch der Landwirt als Individuum.
            0:20:06–0:20:11
            Das heißt, wie kommen wir dort in eine andere Dynamik, in ein anderes Verhältnis,
            0:20:11–0:20:12
            in eine andere Beziehung.
            0:20:13–0:20:18
            Und da finde ich zum Beispiel ein Prinzip so das Prinzip der gegenseitigen Hilfe.
            0:20:19–0:20:24
            Also wenn ich Hilfe anbiete, dann entsteht dort ein ganz anderer Dialog,
            0:20:24–0:20:27
            wie wenn ich sage, hey, ich weiß es besser. Ich bin Wissenschaftler,
            0:20:27–0:20:29
            ich habe jetzt alles gecheckt, wie es läuft.
            0:20:29–0:20:33
            Schaut mal her, ich habe hier ein Paper und zwar musst du das genau so machen,
            0:20:33–0:20:36
            weil in diesen Rahmenbedingungen kann Bodenlebewesen entstehen.
            0:20:37–0:20:42
            Keiner hat Bock auf sowas, echt nicht. Kein Bauer, mit dem ich jemals gearbeitet
            0:20:42–0:20:46
            habe, hat Bock irgendwie ein Papier zu bekommen, wo draufsteht, was er zu tun hat.
            0:20:47–0:20:49
            Das heißt, die Wissenschaft versagt da komplett.
            0:20:51–0:20:56
            Und jetzt ist da die Frage, wie kommt aber dieses Wissen in eine Beziehung rein?
            0:20:56–0:21:00
            Und da ist auf jeden Fall schon mal ein Prinzip ganz wichtig, so Hilfe anzubieten.
            0:21:00–0:21:04
            Aber echte Hilfe, nicht nur Wissenstransfer, sondern wirklich,
            0:21:04–0:21:05
            hey, ich bin hier für dich.
            0:21:06–0:21:09
            Ich möchte einerseits dir helfen, kann ich dir helfen?
            0:21:09–0:21:14
            Ich war drei Jahre in Griechenland, in diesem Dorf und habe einfach gesagt,
            0:21:14–0:21:16
            die haben mich gefragt, was möchte ich?
            0:21:16–0:21:19
            Ich habe gesagt, ich brauche Essen und einen Schlafplatz.
            0:21:20–0:21:24
            Und sie haben gesagt, okay, und dann machen wir mit ihr Arbeit.
            0:21:25–0:21:28
            Und dann habe ich gesagt, gebt mir einfach, wo ich euch eine Hilfe bin.
            0:21:29–0:21:32
            Dann haben wir Feuer gemacht, Äste verbrannt, wo ich so gefunden habe,
            0:21:32–0:21:34
            nee, das kann doch wohl nicht wahr sein, die können wir häxeln.
            0:21:34–0:21:38
            Aber gut, das wollten die. Das war deren Wunsch, dass ich Feuer mache mit diesen Ästen.
            0:21:39–0:21:42
            Dann haben wir natürlich danach gesprochen darüber, hey, wäre das nicht besser?
            0:21:42–0:21:44
            Könnten wir die nicht häxeln? Könnten wir die nicht mulchen?
            0:21:44–0:21:48
            Und daraus sind Gespräche entstanden. Und daraus kam dann sozusagen so eine
            0:21:48–0:21:50
            Dynamik von, ah, wir können das anders machen.
            0:21:50–0:21:53
            Aber nicht, dass ich hingegangen bin und ich habe jemand ein Feuermachen gesehen
            0:21:53–0:21:57
            und bin dann hingegangen und habe gesagt, hey, Alter, mach mal kein Feuer,
            0:21:57–0:22:00
            sondern häcksel die. Dann guckt er mich an und sagt, verschwind.
            0:22:00–0:22:05
            Okay, und so ging das weiter mit Glyphosat. Wenn jemand Glyphosat ausgebracht
            0:22:05–0:22:09
            hat, das hat mir so im Herzen weh getan, das zu sehen, wie die Pflanzen alle
            0:22:09–0:22:13
            sterben, wie die Insekten, einfach wie das tot ist. Man geht da hin und man
            0:22:13–0:22:14
            hört nichts mehr, es ist still.
            0:22:14–0:22:16
            Aber das ist kein gutes Zeichen, wenn man in die Natur geht,
            0:22:16–0:22:21
            müsste das eigentlich summen, es müsste zwitschern, es müsste rascheln, es müsste knacksen.
            0:22:21–0:22:24
            Und wenn man in ein Feld geht und es ist einfach Totenstille,
            0:22:24–0:22:26
            dann sollte man Angst bekommen eigentlich.
            0:22:26–0:22:30
            Oder zumindest nicht Angst, aber wenigstens man sollte, wie sagt man,
            0:22:30–0:22:32
            concern, auf Englisch das Wort concern fällt mir jetzt gerade ein,
            0:22:33–0:22:38
            man sollte sich Fragen stellen.
            Hannah Heller
            0:22:39–0:22:40
            Sich Sorgen machen.
            Felix Schröder
            0:22:40–0:22:46
            Sich Sorgen machen. Und das ist zum Beispiel ein Prinzip gegenseitiger Hilfe.
            0:22:47–0:22:55
            Anderes Prinzip, wenn man wirklich länger mit einem Bauern zusammengearbeitet
            0:22:55–0:23:00
            hat und den Kontext kennt, nicht nur von Landwirtschaft und was das bedeutet,
            0:23:00–0:23:05
            alltäglich auf den Feldern zu stehen, bei Wind und Wetter die Arbeiten zu machen,
            0:23:05–0:23:10
            diese ganze Vorleistung, die da stattfindet, bis dann mal Ernte stattfindet,
            0:23:10–0:23:14
            um dann sozusagen nicht mal zu wissen, zu was für einem Preis man das verkauft,
            0:23:14–0:23:17
            dann müsste man sich mal Gedanken machen, was das für einen bedeutet,
            0:23:17–0:23:20
            wenn man das macht, was man gerade tut.
            0:23:22–0:23:23
            Dass man ein Jahr lang in Vorleistung geht.
            0:23:25–0:23:31
            Und da finde ich das Prinzip der geplanten Produktion einfach eines der wichtigsten
            0:23:31–0:23:35
            Grundprinzipien, die wir eigentlich den Höfen anbieten müssen,
            0:23:35–0:23:40
            damit wir jetzt sagen, hey, natürlich haben wir Hunger, natürlich wollen wir Orangen.
            0:23:41–0:23:43
            Und der Bauer weiß auch, er hat nicht nur dieses Jahr Orangen,
            0:23:43–0:23:47
            sondern er weiß, sein Baum ist ja nächstes Jahr auch da und übernächstes Jahr
            0:23:47–0:23:49
            und in fünf Jahren und in zehn Jahren und in 20 Jahren.
            0:23:50–0:23:56
            Das heißt, dann lasst uns doch diesen Bauern eine geplante Produktion anbieten.
            0:23:56–0:24:03
            Also sagen wir, wir wollen im Dezember Orangen haben und wir sammeln diesen
            0:24:03–0:24:05
            Bedarf ein und wir gehen zu diesen Bauern hin und sagen, Schaut mal,
            0:24:06–0:24:09
            wir haben hier das Bedürfnis in der Gemeinschaft,
            0:24:09–0:24:13
            in Speyer zum Beispiel brauchen wir jährlich 200 Kilo Orangen.
            0:24:14–0:24:18
            Und dann weiß der Bauer, okay, 200 Kilo Orangen an dem Monat,
            0:24:18–0:24:20
            ich kann mich da ausrichten und ich plane.
            0:24:20–0:24:24
            Das ist ein ganz wichtiges, elementares Grundprinzip.
            0:24:25–0:24:28
            Macht natürlich Großhandel auch. Der Unterschied ist,
            0:24:29–0:24:33
            Großhandel ist nicht in der Lage, divers zu denken und klein strukturiert,
            0:24:33–0:24:37
            sondern der Großhandel geht hin und sagt zu dem Hof, wo ich jetzt zum Beispiel
            0:24:37–0:24:44
            bin, 60 Hektar hat dieser Hof, der sagt dann, okay, ich möchte 20 Hektar Möhren.
            0:24:45–0:24:49
            So, jetzt leben wir in einem klimatischen Verhältnis, wo nicht klar ist,
            0:24:49–0:24:51
            wie verhält sich eigentlich das Wetter.
            0:24:52–0:24:55
            Das heißt, es kann ein absoluter Erfolg sein für die Möhren,
            0:24:55–0:24:57
            es kann aber auch ein absoluter Fail sein.
            0:24:57–0:25:00
            Das heißt, der Bauer, der hat vielleicht eine Möhre, die ist nicht gut für den
            0:25:00–0:25:02
            Markt, in dem standardisierten Markt.
            0:25:03–0:25:06
            Das heißt, der Großhandel sagt dann, ja, danke für deinen Einsatz,
            0:25:06–0:25:08
            aber diese Möhren, die kaufen wir dir nicht ab. Punkt, aus, fertig.
            0:25:09–0:25:13
            So, das ist auch geplante Produktion, aber nicht bis zum Ende gedacht.
            0:25:13–0:25:18
            Das heißt, der Bauer, der kann nicht statt einer Feldfrucht müsste der eigentlich
            0:25:18–0:25:20
            fünf anbauen oder zumindest fünf oder noch mehr,
            0:25:21–0:25:24
            damit der die verschiedenen klimatischen Verhältnisse abfangen kann,
            0:25:25–0:25:28
            damit der zum Beispiel bei einem sehr trockenen Sommer trotzdem was hat und
            0:25:28–0:25:32
            bei einem sehr feuchten Sommer auch was hat. Das heißt, auch wir Menschen haben dann was zu essen.
            0:25:32–0:25:35
            Das heißt, auch lokale Regionen haben etwas zu essen.
            0:25:35–0:25:39
            Anstatt dann zu sagen, okay, 20 Hektar Lebensmittel sind jetzt einfach nicht vorhanden.
            0:25:41–0:25:47
            Das heißt, das alles ist geplante Produktion plus weitere Prinzipien von Take-Aber berücksichtigt.
            0:25:47–0:25:52
            Also das ist das Wichtige. Es ist nicht ein Prinzip herausgepickt und dann gehe
            0:25:52–0:25:55
            ich sozusagen nur in dieses Prinzip, sondern es ist wichtig,
            0:25:55–0:25:59
            dass wir alle zehn Prinzipien einhalten in jeder Beziehung, die wir leben.
            0:26:01–0:26:05
            Und das ist zum Beispiel dann die dritte, das dritte Prinzip ist das Prinzip
            0:26:05–0:26:07
            der Akzeptanz der Erzeugnisse.
            0:26:08–0:26:11
            Das heißt einfach, der Bauer hat diese Karotten angebaut für dich.
            0:26:12–0:26:16
            Der Großhandel sagt jetzt, nö, sind hässlich, sind krumm, sind schief, nehme ich nicht.
            0:26:16–0:26:21
            Und wir als TK-Gemeinschaft sagen, ah, du hattest Wetter. Wetter kennen wir alle.
            0:26:22–0:26:27
            Wir kennen den Wetterbericht, der nicht nach unserem Wunsch handelt,
            0:26:27–0:26:31
            sondern das ist einfach Wetter. und wir haben ziemlich schwieriges Wetter derzeit.
            0:26:32–0:26:35
            Manche würden das Klimawandel nennen, manche Klimazusammenbruch,
            0:26:35–0:26:38
            andere sagen einfach wie auch immer dazu.
            0:26:38–0:26:43
            Trotzdem, die Akzeptanz der Erzeugnisse, die ein Resultat sind von so vielen
            0:26:43–0:26:46
            Faktoren, ist unglaublich wichtig.
            0:26:46–0:26:50
            Nicht nur die geplante Produktion, sondern Prinzip der Akzeptanz auch.
            0:26:51–0:26:55
            Das heißt, wir nörgeln nicht, wenn die Karotte krumm ist, sondern wir sagen,
            0:26:55–0:27:01
            hey, danke, dass du die angebaut hast. Wir bieten sozusagen Prinzip 1, 2 und 3 an.
            0:27:02–0:27:05
            Gegenseitige Hilfe, geplante Produktion, Akzeptanz der Erzeugnisse.
            0:27:06–0:27:11
            So, jetzt haben wir Prinzip 4, gegenseitiges Entgegenkommen bei der Preisfestlegung.
            0:27:11–0:27:18
            Das heißt, ich habe mal jemandem zugehört, das hat mich sehr berührt,
            0:27:18–0:27:22
            er war in Südkorea bei Han Salim und hat erzählt,
            0:27:22–0:27:29
            wie die Bauern und die Menschen, die die Erzeugnisse der Bauern entgegennehmen,
            0:27:29–0:27:31
            wie die verhandeln und verhandeln.
            0:27:33–0:27:38
            Ich glaube, das ist das schönste Verhältnis, das passieren kann,
            0:27:38–0:27:46
            dass der Bauer einen Preis sagt und der Konsument möchte, dass der Bauer mehr
            0:27:46–0:27:50
            erhält und der Bauer möchte, dass der Konsument weniger zahlt.
            0:27:51–0:27:56
            Also dass es wirklich so ist, dass man aufeinander zuschreitet und nicht aus
            0:27:56–0:28:00
            der Perspektive, ich möchte das Beste für mich, sondern ich möchte das Beste
            0:28:00–0:28:03
            für den anderen und gleichzeitig aber ich habe auch im Blick,
            0:28:03–0:28:06
            dass das, was wir tun, eine Auswirkung hat auf den Preis.
            0:28:06–0:28:13
            Das heißt, ich kann nicht einfach nur meine gesamte Zeit Arbeit für zehn Karotten investieren.
            0:28:13–0:28:15
            Das gibt Menschen, die würden das am liebsten tun.
            0:28:15–0:28:20
            Die schauen den Karotten gerne beim Wachsen zu, aber das kann ein Bauer nicht tun.
            0:28:20–0:28:25
            Der muss natürlich die Verantwortung übernehmen, dass diese 20 Hektar auch Produktion
            0:28:25–0:28:28
            herbringen für diese Menschen, die von diesen 20 Hektar leben.
            0:28:28–0:28:33
            Und dass das Einfluss hat auf den Preis, auf das, wie er mit seinen Ressourcen
            0:28:33–0:28:36
            umgeht, wie er das anbaut, wie er erntet, das ist auch wichtig.
            0:28:36–0:28:41
            Und das sind Gespräche, dass wir da uns gegenseitig entgegenkommen bei der Preisfestlegung
            0:28:41–0:28:48
            und die verschiedenen Perspektiven verstehen. Was das nächste Prinzip ist?
            0:28:48–0:28:52
            Freundschaftliche Beziehungen. Wir sind keine knallharten Verhandlungspartner,
            0:28:52–0:28:57
            sondern wir wollen eigentlich Freunde sein oder Freunde werden.
            0:28:58–0:29:02
            Und das kann man eigentlich auch nur, wenn man mit Menschen zusammenkommt.
            0:29:03–0:29:07
            Die auch Bock aufeinander haben und die sich kennenlernen wollen.
            0:29:07–0:29:11
            Das heißt, da sind andere Beziehungsverhältnisse, als wenn man zum Beispiel
            0:29:11–0:29:18
            auf eine große Messe geht und man pitcht dann seine Produktion und ist Vertreter
            0:29:18–0:29:21
            von einem ganzen Land und dann hat man hier die Großmächte am Tisch und dann
            0:29:21–0:29:25
            werden Verträge geschlossen und die Verträge müssen eingehalten werden,
            0:29:25–0:29:29
            sondern es sind einfach im Prinzip freundschaftliche Beziehungen,
            0:29:29–0:29:33
            die über die Zeit entstehen und dadurch auch wirklich vertrauensvolle Beziehungen.
            Hannah Heller
            0:29:34–0:29:38
            Ja, beziehungsweise im Großhandel, um da nochmal auf das Beispiel einzugehen, diese Ansage,
            0:29:38–0:29:44
            was ja echt öfter passiert, so wir planen dir diese Menge abzunehmen und wenn
            0:29:44–0:29:47
            deine Karotten aber nicht schön genug sind, dann lassen wir dich fallen und
            0:29:47–0:29:52
            dann ist uns auch egal, wie es dir damit geht und was du mit deinen Karotten machst.
            0:29:52–0:29:57
            Also das ist ja sozusagen der massive Gegenkontrast, weswegen auch kleinbäuerliche
            0:29:57–0:30:01
            Strukturen hier in unseren Graden einfach nicht mehr existieren konnten,
            0:30:02–0:30:05
            weil sie es nicht mehr alleine stemmen können, dieses Risiko fallen gelassen
            0:30:05–0:30:09
            zu werden von der anderen Seite, obwohl man sogar ein Jahr in Vorleistung geht. Das ist ja absurd.
            Felix Schröder
            0:30:10–0:30:14
            Ja, und da könnten wir jetzt einen ganzen Podcast draus drehen,
            0:30:14–0:30:18
            wie absurd das ist und was für grauenhafte Geschichten es gibt und wie viel
            0:30:18–0:30:21
            Verständnis ich für die Landwirte habe, die einfach jetzt auch sagen,
            0:30:21–0:30:24
            mir rutscht das alles den Buckel runter.
            0:30:24–0:30:29
            Ich spritze die Früchte voll mit Giftstoffe, damit sie standardisiert werden können.
            0:30:29–0:30:32
            Das ist mir so egal, wie es meinem Boden geht, obwohl es eigentlich nicht egal ist.
            0:30:32–0:30:36
            Im Herzen bin ich mir sicher, dass die meisten Landwirte, dass deren Herz blutet
            0:30:36–0:30:42
            eigentlich, dass die eigentlich schlaflose Nächte haben, weil sie ganz genau wissen, was sie da tun.
            0:30:42–0:30:48
            Auf der einen Seite. Und der anderen Seite ist, sie sind in einem System gefangen,
            0:30:48–0:30:53
            das so schlecht designt ist, wo ich einfach finde, okay, neue Systemarchitektur.
            0:30:54–0:30:56
            Könnten wir auch einen neuen Postkasten dazu machen.
            Hannah Heller
            0:30:56–0:31:01
            Aber lass doch da mal reingehen. Neue Systemarchitektur. Was baust du gerade auf, Felix?
            Felix Schröder
            0:31:01–0:31:05
            Ja, das ist jetzt eben diese Frage. Was baue ich auf? Ich würde mal sagen,
            0:31:05–0:31:06
            ich baue gar nicht so viel auf.
            0:31:06–0:31:11
            Ich trage einfach dazu bei, dass manche Sachen anders laufen können,
            0:31:11–0:31:14
            wie sie bisher laufen und bin Klebstoff für Dinge, die ich wichtig finde,
            0:31:15–0:31:16
            dass die zusammenhalten sollen.
            0:31:16–0:31:21
            Bin Brückenbauer für Wege, die neu gegangen werden möchten und schaue dann,
            0:31:22–0:31:24
            dass dort die Beziehungen lebendig bleiben.
            0:31:24–0:31:27
            Und prinzipiell bedeutet das aber eben, ich habe es vorhin schon benannt,
            0:31:27–0:31:31
            dass wir Grundnahrungsmittelversorgung resilient machen,
            0:31:32–0:31:35
            dass wir sie direkt machen, dass wir sie fair machen, dass wir sie zugänglich
            0:31:35–0:31:39
            machen für alle Menschen und nicht nur privilegierte Minderheiten,
            0:31:39–0:31:43
            die, was bedeutet eigentlich, mehr Geld haben als andere.
            0:31:43–0:31:49
            Und das bedeutet in diesem Kontext eine europaweite Solavie.
            0:31:50–0:31:56
            Die verschiedene Ebenen der Produktion berücksichtigt, die regionale Produktion
            0:31:56–0:32:00
            als etwas versteht, das wirklich als Region gedacht ist.
            0:32:00–0:32:03
            Das kann ein Land sein, das kann aber auch grenzüberschreitend sein.
            0:32:03–0:32:06
            Zum Beispiel dort, wo ich aufgewachsen bin, ist Deutschland,
            0:32:06–0:32:07
            Frankreich, Schweiz zusammen.
            0:32:07–0:32:10
            Das heißt, da kann man auch länderübergreifende Regionen denken.
            0:32:10–0:32:14
            Dann aber auch eine lokale Ebene, die einfach auch wirklich so sagt,
            0:32:14–0:32:18
            hey, wir haben hier einen Hof, der ist genau unser Nachbar,
            0:32:18–0:32:25
            warum sollte der seinen Salatkopf bis nach Verteilzentrum XY schicken,
            0:32:25–0:32:28
            damit wir es wieder im Alnatura dann irgendwie abholen aus der Theke?
            0:32:28–0:32:35
            Macht keinen Sinn, sondern lokale, saisonale Grundstruktur bedeutet auch je
            0:32:35–0:32:37
            Region unterschiedlich.
            0:32:37–0:32:42
            Schweden, andere Lokalitäten als Deutschland, wiederum andere Lokalitäten als Griechenland.
            0:32:43–0:32:47
            Und dann haben wir die europaregionale Ebene für all das, was in der lokalen
            0:32:47–0:32:50
            Ebene nicht produziert wird und in der regionalen Ebene nicht produziert werden
            0:32:50–0:32:55
            kann, bringen wir aus Griechenland nach Deutschland zum Beispiel.
            0:32:55–0:32:57
            Das ist dann Olivenöl, Orangen und so weiter.
            0:32:58–0:33:04
            Und im Sinne ist es eigentlich die Aufgabe der Großhändler, die einfach in meinen
            0:33:04–0:33:08
            Augen jahrzehntelang nicht verantwortungsvoll genug gehandelt haben und wir
            0:33:08–0:33:10
            warten jetzt nicht auf die Politik,
            0:33:10–0:33:15
            bis die das sozusagen steuert und so starke Reglementation den Großhändlern
            0:33:15–0:33:19
            vorgibt, dass die in gewissen gesunden Rahmengrößen arbeiten können.
            0:33:19–0:33:23
            Sondern ich finde, das Kraftvollste, was wir tun können, ist eigentlich,
            0:33:23–0:33:28
            indem jeder diesen kleinen Extraschritt geht, aufeinander zu,
            0:33:29–0:33:33
            können wir eigentlich direkte Kreisläufe schaffen.
            0:33:33–0:33:38
            Entweder Menschen, die an einen Hof gehen vor Ort oder eben Höfe,
            0:33:38–0:33:42
            die sich zusammenschließen oder Bestellgemeinschaften, die sich bilden,
            0:33:42–0:33:44
            in Verbindung gehen mit anderen Höfen.
            0:33:44–0:33:51
            Und das eben nicht als Insellösung, sondern einfach als Zugang für jeden Mensch, der Lust auf sowas hat.
            Hannah Heller
            0:33:52–0:33:55
            Genau, und da schließt sich ja die Frage an für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.
            0:33:56–0:33:58
            Wie kann man jetzt bei euch mitmachen? Wie funktioniert das?
            Felix Schröder
            0:33:59–0:34:06
            Das ist ziemlich einfach. Und zwar baut sich das alles auf auf Bestellgemeinschaften.
            0:34:06–0:34:10
            So eine Bestellgemeinschaft zu gründen, ist überhaupt nicht schwer.
            0:34:10–0:34:13
            Ja, das sind fünf Minuten einloggen.
            0:34:13–0:34:20
            Wir haben eine Agora, da kann man im Internet eine Seite öffnen. Man gibt die Daten ein.
            0:34:21–0:34:29
            Zum Beispiel Adresse, E-Mail-Adresse, Abholzeiten und dadurch entsteht ein Punkt auf einer Karte,
            0:34:30–0:34:35
            der für jeden zugänglich ist und diese Karte, die könnt ihr ja vielleicht auch
            0:34:35–0:34:38
            verlinken dann im Podcast, dass man die direkt öffnen kann.
            0:34:38–0:34:41
            Dort findet man dann verschiedene Abholorte, die es schon gibt.
            0:34:41–0:34:47
            Und wenn man der glückliche Mensch ist und schon einen Abholort vor der Haustüre
            0:34:47–0:34:51
            hat, dann kann man diesen Abholort einfach benutzen und seine Ernteanteile über
            0:34:51–0:34:55
            diesen Abholort bestellen und anmelden, also den Jahresbedarf.
            0:34:56–0:35:00
            Und wenn man noch keine Gemeinschaft vor der Haustüre hat oder vielleicht ein
            0:35:00–0:35:06
            Netzwerk kennt, das mitmachen möchte, dann kann man eine Gemeinschaft gründen
            0:35:06–0:35:09
            und dann geht es in den nächsten Schritt.
            0:35:09–0:35:16
            Das heißt, wir als Support-Team von der TK Agora besprechen dann mit den Organisatoren
            0:35:16–0:35:19
            von diesen Abholorten die Lieferrhythmen,
            0:35:20–0:35:26
            welche Produkte sind denn interessant und auch die Logistik, die dann dorthin führt.
            0:35:26–0:35:32
            Das auch ein ganz, ganz wichtiges Prinzip ist von Tay-Key, dass wir die Logistik,
            0:35:32–0:35:37
            das ist das wichtigste Bindeglied aller Orte, dass wir die internalisieren.
            0:35:38–0:35:42
            Das heißt, wir als Mitglieder und Bauern haben die Logistik komplett in der
            0:35:42–0:35:46
            Hand, anstatt dass wir die zum Beispiel an einen großen Konzern wie DHL übergeben
            0:35:46–0:35:49
            und einfach Päckchen verschicken deutschlandweit.
            0:35:49–0:35:55
            Das ist nicht Teil von Take-Hate. Das ist zum Beispiel ein ganz wichtiger Schritt,
            0:35:55–0:35:57
            der dazu führt, dass man plötzlich,
            0:35:57–0:36:05
            Auf einer Ebenenarbeit, die wirklich Probleme löst, die die Wurzel anpackt und
            0:36:05–0:36:10
            nicht aus dem Zustand, den wir hier haben, das Bestmögliche macht.
            0:36:10–0:36:13
            Zum Beispiel, also das ist dieses Silo-Denken.
            Hannah Heller
            0:36:13–0:36:19
            Also die Version wäre eigentlich, wenn wir das jetzt mal aus dem Jetzt heraus und dann groß denken,
            0:36:19–0:36:24
            dass wirklich Stadtteile eigentlich Orte haben,
            0:36:24–0:36:28
            wo Lebensmittel einfach aus allen, also lokale Lebensmittel,
            0:36:28–0:36:32
            aber auch vielleicht regionale Lebensmittel und dann vielleicht auch überregionale
            0:36:32–0:36:35
            Lebensmittel, die eben bei uns nicht wachsen, wie Olivenöl,
            0:36:36–0:36:38
            Orangen und so weiter, wie wir sie jetzt gerade aus Griechenland auch beziehen
            0:36:38–0:36:40
            hier in Speyer über Tay-Key.
            0:36:40–0:36:46
            Dass es solche eigentlich kooperativen Ernährungszentren oder so was,
            0:36:47–0:36:52
            Lebensmittelzentren gibt, wo direkt von den Bauern sozusagen die Lebensmittel
            0:36:52–0:36:54
            bei den Verbraucherinnen landen.
            0:36:54–0:36:58
            Hansa Lim, du hast es ja schon ein paar Mal erwähnt, in Südkorea versorgt ja,
            0:36:59–0:37:02
            was weiß ich, mehrere Millionen Menschen tatsächlich solidarisch.
            0:37:02–0:37:07
            Und zwar immer sozusagen, die sehen aus wie Supermärkte, die Orte,
            0:37:07–0:37:09
            wo Verbraucherinnen reingehen können,
            0:37:09–0:37:13
            aber sie sind eben komplett anders konzipiert, weil eben solidarisch mit den
            0:37:13–0:37:17
            Bauern gemeinsam die Preise festgelegt werden und die nicht übers Ohr gehauen
            0:37:17–0:37:19
            werden und die Bauern wirklich so wirtschaften können,
            0:37:19–0:37:23
            wie sie sich das wünschen und vorstellen und auch so wirtschaften,
            0:37:23–0:37:26
            dass es regenerativ ist.
            0:37:26–0:37:28
            Das Regenerativ haben wir noch gar nicht benutzt als Begriff,
            0:37:28–0:37:32
            aber dass eben nicht ausgebeutet wird Mensch und Natur, sondern dass es erhalten
            0:37:32–0:37:36
            bleibt und in Kreisläufen sich immer wieder regeneriert.
            0:37:37–0:37:40
            Genau und diese Verbraucherinnengemeinschaften, die werden gerade aufgebaut
            0:37:40–0:37:41
            an verschiedenen Orten.
            0:37:41–0:37:45
            Es gibt schon ein paar hier in Deutschland und es ist wirklich kein Stress,
            0:37:45–0:37:49
            also ich sage es mal aus eigener Erfahrung, es ist wirklich kein Stress auch
            0:37:49–0:37:51
            so eine Verbraucherinnengemeinschaft aufzubauen.
            0:37:52–0:37:55
            Also im Kleinen, im Jetzt sozusagen bedeutet das einfach nur,
            0:37:55–0:38:01
            man sucht sich jemanden mit einer leeren Garage und einmal im Monat wird diese
            0:38:01–0:38:06
            Garage gefüllt mit allem, was die Gemeinschaft sozusagen bestellt hat.
            0:38:07–0:38:11
            Das funktioniert über ein direktes Bezahlsystem. Da habt ihr ja auch wahnsinnig
            0:38:11–0:38:14
            viel Arbeit jetzt schon geleistet, dieses Agora, wie du es sagst,
            0:38:15–0:38:20
            aufzubauen, auch wirklich digital aufzubauen, sodass man da bestellen kann und
            0:38:20–0:38:21
            direkt auch abrechnen kann,
            0:38:22–0:38:28
            sodass ich eigentlich nur diese Früchte im Empfang nehmen muss und dann einlade
            0:38:28–0:38:29
            dazu, diese Früchte abzuholen.
            0:38:29–0:38:32
            Und die Menschen kommen dann alle in diese Garage und die Leute,
            0:38:32–0:38:34
            die da vorbeilaufen, denken immer, was ist eigentlich hier los?
            0:38:34–0:38:40
            Was macht die da in dieser Garage? Warum stehen da so viele Orangen- und Olivenölkanister?
            0:38:40–0:38:44
            Was ist das für ein geheimer Handel?
            0:38:46–0:38:53
            Aber genau, letztendlich ist es diese direkte Verbindung zu den Bäuerinnen und
            0:38:53–0:38:59
            Bauern in Griechenland und eine faire Bezahlung und so,
            0:38:59–0:39:04
            dass die eben auch gut davon leben können und regenerativ ihre Böden bewirtschaften können.
            0:39:06–0:39:10
            Genau, das Gruß gedacht, würde das bedeuten, jeder kleine Ort,
            0:39:10–0:39:14
            jede kleine Gemeinschaft hat so ein Dorfzentrum, wie es ja früher die landwirtschaftlichen
            0:39:14–0:39:16
            Höfe auch waren in den Dörfern,
            0:39:16–0:39:22
            also die regionalen, also die lokalen Höfe vor Ort waren ja wirklich auch kulturelles
            0:39:22–0:39:26
            Dorfzentrum, wo sich die Leute getroffen haben und das müsste man eigentlich
            0:39:26–0:39:30
            wieder aufbauen oder das bauen wir, baut ihr gerade wieder auf.
            Felix Schröder
            0:39:31–0:39:37
            Schön, dass du gesagt hast, das bauen wir auf, weil dieses Bild von den anderen,
            0:39:37–0:39:38
            das gibt es bei Take Here nicht.
            0:39:39–0:39:45
            Jeder ist verantwortlich für jede Handlung, damit das lebendig wird und lebendig bleibt.
            0:39:45–0:39:50
            Das ist so die Selbstverantwortung auch und dadurch auch eben dieses Momentum,
            0:39:50–0:39:53
            das entsteht, wenn man auch mal erfahren darf. Ich glaube, es macht richtig
            0:39:53–0:39:57
            Spaß, diese Kisten zu empfangen und dann zu sehen, wie die Menschen die abholen.
            0:39:58–0:40:01
            Ich finde, das sind so ganz tolle Momente, wo man so sieht, hey,
            0:40:01–0:40:03
            es ist eigentlich so einfach und es kann so schön sein.
            Hannah Heller
            0:40:05–0:40:09
            Genau, deshalb keine Angst sozusagen, eine Gemeinschaft auch aufzubauen,
            0:40:09–0:40:10
            wenn es die bei euch nicht gibt.
            0:40:10–0:40:14
            Vielleicht kannst du da nochmal ganz kurz sagen, wie das eigentlich konkret funktioniert.
            0:40:14–0:40:16
            Also was muss ich tun, wenn ich jetzt sage, Mist, bei mir gibt es noch keine
            0:40:16–0:40:19
            so eine Verbraucherinnengemeinschaft. Ich habe jetzt Felix hier eine halbe Stunde
            0:40:19–0:40:21
            zugehört. Ich finde das mega.
            0:40:21–0:40:24
            Ich will Teil von dieser Bewegung werden. Was muss ich tun?
            Felix Schröder
            0:40:25–0:40:31
            Also du klickst auf den Link, dann gibst du die Daten ein und wenn du diese
            0:40:31–0:40:34
            Daten eingegeben hast, dann gehen wir mit dir in Kontakt.
            0:40:34–0:40:37
            Dann haben wir ja deine Anfrage erhalten und dann haben wir ein Team,
            0:40:37–0:40:42
            das sich darum kümmert, mit dir in Kontakt geht, die die Sachen bespricht,
            0:40:42–0:40:45
            auch offene Fragen bespricht und dann kann es schon losgehen.
            Hannah Heller
            0:40:46–0:40:53
            Mega. Genau, den Link findet ihr unten in der Podcast-Beschreibung.
            0:40:53–0:40:56
            Vielleicht noch eine letzte Frage.
            0:40:56–0:41:00
            Genau, wir leben in der Welt, wie sie gerade ist. Wir sehen aber auch,
            0:41:00–0:41:06
            wie sie zerfällt und das MYZELIUM, aber auch TK und viele andere Organisationen
            0:41:06–0:41:09
            und Menschen da draußen sind auch einfach,
            0:41:09–0:41:15
            haben dieses Bild, wie es gut laufen kann, wie es richtig läuft.
            0:41:15–0:41:17
            Kann, aus diesem Falschen heraus.
            0:41:17–0:41:21
            Sie sehen das Falsche und sehen aber auch das Gute vor sich, das Richtige.
            0:41:21–0:41:26
            Und ich wollte dich einfach nochmal persönlich fragen, was denkst du denn,
            0:41:26–0:41:30
            was sind deine größten Herausforderungen gerade oder deine größten,
            0:41:31–0:41:36
            Struggles, sage ich mal, in diesem Pionier sein, in diesem das Gute sehen,
            0:41:36–0:41:41
            im Falschen stehen und dann den Weg dahin sozusagen zu gehen.
            0:41:42–0:41:44
            Vielleicht magst du da noch erzählen, was bewegt dich?
            Felix Schröder
            0:41:45–0:41:48
            Ja, gerne. Ja, ich denke,
            0:41:48–0:41:55
            dass das Schwierigste ist, also das kann ich vor allen Dingen zurückblickend
            0:41:55–0:41:58
            beantworten, weil ich würde sagen, jetzt ist die Schwierigkeit,
            0:41:58–0:42:03
            mit den ganzen Anfragen umzugehen.
            0:42:03–0:42:09
            Also überhaupt das Schwierige ist gerade für mich, mir Freiräume zu schaffen, damit ich.
            0:42:10–0:42:14
            Ganz simpel gesagt, einfach auch Zeit für mich habe,
            0:42:14–0:42:18
            auf meine Gesundheit achten kann, meine Tagesrhythmen einhalten,
            0:42:18–0:42:20
            Zeit für Freundschaften habe,
            0:42:20–0:42:24
            weil es ist klar, es ist so viel, was eigentlich passieren müsste,
            0:42:25–0:42:30
            damit es in eine andere Richtung geht und gleichzeitig ist es auch so schön
            0:42:30–0:42:34
            zu sehen, dass so viel passiert aus meiner Perspektive.
            0:42:34–0:42:37
            Und wenn ich jetzt zurückblicke, fünf Jahre zurückblicke oder zehn Jahre zurückblicke,
            0:42:37–0:42:40
            als ich diese Entscheidung getroffen habe, da war mein größter,
            0:42:40–0:42:42
            größter, größter Struggle,
            0:42:43–0:42:49
            dass ich mich getraut habe, das zu tun, was ich für richtig halte und mich dadurch
            0:42:49–0:42:53
            aber auch zur Wehr setzen musste von Mitmenschen, die mich wirklich angegriffen haben.
            0:42:53–0:43:00
            Und dieser Kampf, der da stattfindet, den finde ich einerseits so unfair und
            0:43:00–0:43:02
            andererseits kann ich da einfach
            0:43:02–0:43:08
            nur sagen, hey, dann heißt es halt auch wirklich Verbündete suchen.
            0:43:08–0:43:11
            Menschen suchen, die Bock drauf haben. Menschen, die zusprechen. Ein Support.
            0:43:12–0:43:15
            Es braucht immer diese Support-Strukturen. Und ich denke.
            0:43:16–0:43:25
            Wenn sich da ein Wandel innerlich vor allen Dingen so zeigen kann,
            0:43:25–0:43:28
            also dass man sich selbst traut, sich selbst zu sein,
            0:43:29–0:43:34
            was man so für die Welt spürt, sich für die Welt wünscht und sich Menschen sucht,
            0:43:34–0:43:36
            die einen zu unterstützen.
            0:43:36–0:43:40
            Die müssen nicht mal Verständnis haben dafür, aber die müssen Vertrauen haben,
            0:43:40–0:43:42
            so, nee, nee, das ist schon gut, was du da machst.
            0:43:42–0:43:45
            Ich unterstütze dich, kann ich dir bei irgendetwas helfen?
            0:43:46–0:43:51
            Oder vielleicht auch Fragen stellen aus einem anderen Blickwinkel,
            0:43:51–0:43:56
            die nicht verurteilen sind, sondern wirklich so Neugierde wecken.
            0:43:56–0:43:59
            Dadurch entstehen Gespräche, die sind so wertvoll.
            0:43:59–0:44:02
            Und ich denke wirklich, das war mein größter Struggle am Anfang,
            0:44:02–0:44:06
            dass ich einfach in einer Struktur, in einem...
            0:44:08–0:44:12
            In einer Gesellschaft aufgewacht bin, wo ich nicht diesen Support hatte.
            0:44:13–0:44:16
            Und wenn ich derzeit natürlich auch wieder an so Punkte komme,
            0:44:16–0:44:19
            wo ich diesen Support nicht spüre, dann weiß ich einfach, hey,
            0:44:19–0:44:21
            ich mache einen großen Hilfeschrei.
            0:44:21–0:44:25
            Und ich sage so, hey, sorry, ich bin hier am Struggle und ich brauche einfach
            0:44:25–0:44:27
            Hilfe. Wer ist da und kann mich unterstützen?
            0:44:28–0:44:32
            So, diesen Mut zu haben, verletzlich zu sein, keine Antworten zu wissen,
            0:44:33–0:44:35
            aber doch zu wissen, so ist es nicht richtig.
            0:44:35–0:44:40
            Das ist eigentlich so die Qualität der heutigen Zeit Und ich kann jeden nur
            0:44:40–0:44:44
            dazu aufwundenen, diesen Schritt zu gehen, weil es passiert dann plötzlich so
            0:44:44–0:44:47
            viel, was man sich nicht mal hätte erträumen können.
            Hannah Heller
            0:44:48–0:44:52
            Das sind auch wirklich schöne letzte Worte, glaube ich, die Mut machen.
            0:44:52–0:44:56
            Die Mut machen, sich zu trauen, rauszugehen und die Mut machen auch,
            0:44:56–0:45:00
            um Hilfe zu rufen und Hilfe anzunehmen.
            0:45:00–0:45:03
            Ich glaube, das ist auch was, was schwierig geworden ist in unserer heutigen
            0:45:03–0:45:10
            Gesellschaft, dieses Hilfe auch, um Hilfe bitten und Hilfe auch annehmen zu können.
            0:45:10–0:45:14
            Das ist, glaube ich, ein größer Punkt, den wir gemeinsam wieder lernen dürfen,
            0:45:14–0:45:15
            indem wir uns gegenseitig helfen
            0:45:15–0:45:20
            und gegenseitig aber auch uns verletzlich zeigen und um Hilfe bitten.
            0:45:21–0:45:25
            Felix, ich danke dir mega, dass du da warst. Ich danke dir, dass du dich hier
            0:45:25–0:45:30
            in die verschlagene Klo-Kammer begeben hast in Schweden.
            0:45:30–0:45:34
            Ihr seht es ja nicht, wo Felix gerade sitzt, aber wir haben ein Weilchen gebraucht,
            0:45:34–0:45:37
            bis wir auf dem großen Hof, auf dem er sich gerade befindet,
            0:45:37–0:45:38
            wo ganz viel Hanf angebaut wird.
            0:45:39–0:45:45
            Tatsächlich für auch Gebäude, Dämmung und auch Textilien nehme ich an und so
            0:45:45–0:45:47
            weiter. Aus Hanf kann man ja wirklich sehr viel machen.
            0:45:47–0:45:53
            Aber genau, du erkundest gerade neue Gefilde ganz im Norden.
            Felix Schröder
            0:45:53–0:45:55
            Im Auftrag der Turmqualität.
            Hannah Heller
            0:45:56–0:46:01
            Genau, und im Auftrag der Turmqualität hast du dir dieses kleine Klo begeben.
            0:46:01–0:46:06
            Vielen Dank dafür auch, dass du so lange ausgehalten hast in dieser kleinen Klo-Kammer.
            Felix Schröder
            0:46:07–0:46:08
            Sehr gerne.
            Hannah Heller
            0:46:08–0:46:12
            Ja, dann tschüss, noch eine gute Woche, bis bald.
            Felix Schröder
            0:46:12–0:46:14
            Bis bald, Hanna, danke, tschüss.
            Hannah Heller
            0:46:16–0:46:20
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            0:46:25–0:46:31
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            0:46:31–0:46:35
            Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
            0:46:35–0:46:38
            Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
            0:46:39–0:46:42
            für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
            0:46:42–0:46:47
            hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

            The post MP096 –  TEIKEI in Europa appeared first on MYZELIUM.

            47 min
          • MP095 - 7 Gründe für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften
            • Hannah Heller
              • Stefan Schneider

                  In der heutigen Folge sprechen wir ganz konkret über die für uns wichtigsten Vorteile des gemeinschaftsbasierten Wirtschaften gegenüber dem gängigen marktwirtschaftlichen Modell. Entstanden sind die Punkte vor allem aus unseren Begleitungen in denen anfangs immer wieder gerne die Frage kommt worin den die Vorteile von gemeinanscahftsbasierten Geschäftsmodellen lägen.

                  Nun, diese Folge ist eine erste ausführliche Antwort auf diese Frage, selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt sicher noch einige mehr, schreibt uns gerne, wenn wir für euch wesentliche Punkte vergessen haben sollten – eine zweite Folge ist ja schnell gemacht…
                  Unterstützt werde ich heute dabei von Stefan Schneider, welcher seit geraumer Zeit im MYZELIUM in der Sichtbarkeit, unserer eigenen Organisationsentfaltung und v.a. in Begleitungen aktiv ist.

                  Viel Spass beim Hören.

                  PS:

                  Wenn Du der Meinung bist, dies könnte ja für andere Menschenauch sehr interessant und hilfreich sein, dann verbreite diese Folge und unseren Podcast gerne weiter.
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                  Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                  Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                  Transkription

                  Hannah Heller
                  0:00:09–0:00:12
                  Herzlich willkommen zur 95. Folge des
                  0:00:12–0:00:16
                  MYZELIUM-Podcasts, dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
                  0:00:16–0:00:21
                  Heute werden wir uns mit den sieben Gründen für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften beschäftigen.
                  0:00:21–0:00:26
                  Und wir, das sind wie immer ich, Hanna Heller, und heute Stefan Schneider ist hier mit mir dabei.
                  0:00:27–0:00:31
                  Und der war zwar schon ein paar Mal hier in unserem Podcast mit dabei gesessen
                  0:00:31–0:00:34
                  und hat mitinterviewt, eigentlich eher, wenn andere Gäste da waren,
                  0:00:35–0:00:37
                  zum Beispiel vor zwei Folgen Eva Stützel.
                  0:00:37–0:00:41
                  Aber jetzt werde ich ihn heute mal ein bisschen interviewen und zwar zu seinen
                  0:00:41–0:00:44
                  Erfahrungen, warum gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften Sinn macht.
                  0:00:45–0:00:50
                  Und zwar mehr Sinn als weiterhin am Markt in der Konkurrenzlogik ausgerichtet
                  0:00:50–0:00:52
                  an Profitmaximierung zu wirtschaften.
                  0:00:52–0:00:56
                  Stefan, ich freue mich mega, dass du da bist. Erzähl unseren Zuhörerinnen und
                  0:00:56–0:01:02
                  Zuhörern doch nochmal, wer bist du, warum bist du hier, was motiviert dich, was macht dich aus?
                  0:01:02–0:01:04
                  Ganz einfache Fragen für den Start. Hi Stefan.
                  Stefan Schneider
                  0:01:05–0:01:09
                  Ja, hallo zusammen. Super einfache Frage, wer bist du? Das versuche ich seit
                  0:01:09–0:01:11
                  mehreren Jahrzehnten rauszufinden.
                  0:01:11–0:01:17
                  Also ich heiße Stefan, ich bin 44 Jahre alt, ich lebe in Tübingen in einem Patchwork
                  0:01:17–0:01:21
                  zusammen mit meiner Lebensgefährtin Franka, die ihr auch aus dem Podcast kennt,
                  0:01:21–0:01:22
                  die sehr viel öfter noch da ist.
                  0:01:23–0:01:27
                  Wir haben gemeinsam sechs Kinder und haben da sehr viel zu tun.
                  0:01:27–0:01:32
                  Also beruflich, naja, ich bin tatsächlich auch studierter Volkswirt,
                  0:01:32–0:01:36
                  Diplom-Volkswirt und habe nach dem Studium ganz schnell gelernt,
                  0:01:36–0:01:40
                  dass ich während dem Studium ziemlich viele komische Sachen gelernt habe,
                  0:01:40–0:01:41
                  die so mit der Realität nicht so viel zu tun haben.
                  0:01:41–0:01:48
                  Und bin da seit vielen Jahren unterwegs, war im Prinzip so gut wie immer selbstständig
                  0:01:48–0:01:52
                  beziehungsweise habe vor allen Dingen mehrere Projekte in meinem Leben gegründet.
                  0:01:52–0:01:55
                  Am Anfang eher ein bisschen wirtschaftlich orientiertere Sachen und es wurde
                  0:01:55–0:01:59
                  dann immer mehr Richtung Gemeinwohl, immer mehr soziale Projekte,
                  0:01:59–0:02:02
                  habe auch für meine Kids den Naturkindergarten zum Beispiel gegründet.
                  0:02:02–0:02:06
                  Ja und bin da eine ganze Weile unterwegs. Das letzte Projekt,
                  0:02:06–0:02:09
                  über das mich hier viele auch in Beziehung kennen, war das Franzwerk in Tübingen,
                  0:02:09–0:02:11
                  gemeinschaftsbasiertes solidarisches Arbeitszuhause.
                  0:02:11–0:02:16
                  Und da habe ich damals Timo kennengelernt und Timo hat uns im Franzwerk begleitet.
                  0:02:16–0:02:20
                  Kein Coworking Space mit Preismodell zu machen, sondern eben gemeinschaftsbasiert,
                  0:02:20–0:02:25
                  das hat sehr gut funktioniert und inzwischen bin ich Teil des Myceliums und
                  0:02:25–0:02:27
                  mache hier an der Sichtbarkeit mit,
                  0:02:27–0:02:32
                  mache in der Organisationsentfaltung vor allen Dingen mit für das MYZELIUM und
                  0:02:32–0:02:34
                  auch immer wieder gern im Podcast und in der Begleitung.
                  Hannah Heller
                  0:02:35–0:02:37
                  Genau, ich wollte es gerade sagen, weil daher kommt ja auch so ein bisschen
                  0:02:37–0:02:40
                  der Impuls für diese Folge aus der Begleitung nämlich heraus.
                  0:02:40–0:02:44
                  Denn wenn wir Unternehmerinnen oder Initiativen, Projekte begleiten,
                  0:02:45–0:02:48
                  dann kommt schon immer wieder die Frage auf, ja, warum sollten wir denn eigentlich
                  0:02:48–0:02:49
                  gemeinschaftsbasiert wirtschaften?
                  0:02:49–0:02:53
                  Warum, ja, was sind denn die Gründe dafür? Warum wird es denn leichter,
                  0:02:54–0:02:56
                  dass wirtschaften, wenn man gemeinschaftsbasiert wirtschaftet?
                  0:02:56–0:03:00
                  Und darüber wollen wir uns heute unterhalten und es soll auch konkret sein und
                  0:03:00–0:03:04
                  keine Angst, Auch wenn hier zwei Volkswirte sitzen, wollen wir sozusagen nicht
                  0:03:04–0:03:07
                  in die großen Theorien abdriften, ich versuche es zumindest,
                  0:03:07–0:03:12
                  sondern ganz konkret für die unternehmerische, für die wirtschaftende Praxis
                  0:03:12–0:03:14
                  sozusagen hier sprechen.
                  0:03:15–0:03:17
                  Deshalb Stefan, leg doch mal los, wenn dich jemand fragen würde,
                  0:03:17–0:03:22
                  warum eigentlich gemeinschaftsbasiert wirtschaften statt sozusagen weiter am
                  0:03:22–0:03:25
                  Markt zu wirtschaften, warum ist das der bessere Weg?
                  Stefan Schneider
                  0:03:25–0:03:28
                  Das machen wir gleich. Ich habe gerade noch den Impuls darauf zu antworten,
                  0:03:29–0:03:31
                  dass wir Volkswirte sind nur mit der großen Ebene.
                  0:03:31–0:03:35
                  Und ich mag dazugeben, wie im Kleinen als auch im Großen.
                  0:03:35–0:03:38
                  Also ich glaube, dass tatsächlich es verbunden miteinander ist.
                  0:03:38–0:03:44
                  Und wenn wir uns auf einer Makroebene anschauen, was so die Probleme des Kapitalismus
                  0:03:44–0:03:47
                  irgendwie ausmachen, dann können wir das runterbrechen bis auf die kleinsten Organisationen.
                  0:03:48–0:03:50
                  Und ich glaube, das machen wir auch ein bisschen zusammen.
                  0:03:51–0:03:55
                  Und ich würde nochmal kurz voransetzen, auch die Idee, wenn wir heute so ein
                  0:03:55–0:03:58
                  bisschen im Konkreten sein wollen, wir gehen immer noch viel davon aus,
                  0:03:58–0:04:02
                  als allen klar ist, was gemeinschaftsbasierte Wirtschaften eigentlich genau heißt und bedeutet.
                  0:04:02–0:04:06
                  Ist vielleicht gar nicht so. Wir haben aber inzwischen eine schöne neue Website,
                  0:04:06–0:04:08
                  auf der es immer besser und genauer jetzt erklärt ist.
                  0:04:08–0:04:12
                  Vielleicht in zwei Sätzen eben, habe ich mir davor noch was überlegt.
                  0:04:12–0:04:15
                  Das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften wird ein Produkt oder eine Dienstleistung
                  0:04:15–0:04:19
                  nicht nach einem festgelegten Preis verkauft, sondern das Angebot wird durch
                  0:04:19–0:04:23
                  eine solidarische und intentionale Gemeinschaft finanziert.
                  0:04:23–0:04:27
                  Das ist vielleicht mal so die Essenz oder der Kern.
                  0:04:27–0:04:28
                  Das heißt, wir wirtschaften nicht
                  0:04:28–0:04:32
                  am Markt, sondern innerhalb sogenannter intentionaler Gemeinschaften.
                  0:04:33–0:04:38
                  Und dazu vielleicht noch zwei Sätze. Im Zentrum dabei stehen anbietende Menschen,
                  0:04:38–0:04:42
                  UnternehmerInnen oder eine kleine Gruppe und die kommunizieren dieses potenzielle
                  0:04:42–0:04:46
                  Angebot, das es geben kann an eine Gemeinschaft, die sie sich suchen oder von
                  0:04:46–0:04:48
                  der sie sich finden lassen, die sie aufbauen.
                  0:04:48–0:04:54
                  Und dann kommen alle in dem wichtigsten Element des gemeinschaftsbasierten Wirtschafts
                  0:04:54–0:04:56
                  zusammen, nämlich in sogenannten Beitragsrunden.
                  0:04:56–0:05:01
                  Früher hieß das Bieterrunden, heute nennen wir es Beitragsrunden und finanzieren
                  0:05:01–0:05:04
                  gemeinsam und solidarisch das Angebot für einen festgelegten Zeitraum.
                  0:05:04–0:05:07
                  In der Regel für ein Jahr in der Solidaritätslandwirtschaft.
                  0:05:07–0:05:11
                  Bei uns in den Anfangsphasen im gemeinschaftsbasierten Wirtschaft auch am Anfang
                  0:05:11–0:05:15
                  gerade mal kürzer, gerne auch mal erst sechs Monate, um schnell in eine zweite
                  0:05:15–0:05:17
                  Beitragsrunde zu kommen.
                  0:05:17–0:05:23
                  So, ich denke, das war mal in ein, zwei, drei Sätzen, worum es eigentlich insgesamt geht.
                  0:05:23–0:05:27
                  Hast du eine kleine Ergänzung, Hannah? Passt du so? Ist das verständlich, glaubst du?
                  Hannah Heller
                  0:05:27–0:05:30
                  Ich glaube, es ist verständlich genug. Ich habe das Gefühl,
                  0:05:31–0:05:34
                  ein Jahr, wo ich jetzt sozusagen mich stärker mit dem gemeinschaftsbasierten
                  0:05:34–0:05:39
                  Wirtschaften befasse und auch einfach praktische Erfahrungen sammle, Es gibt so viel,
                  0:05:39–0:05:43
                  sozusagen so viel Tief in diesem Konzept und so viel, was sozusagen auch noch
                  0:05:43–0:05:47
                  nicht aufgeschrieben und so formuliert ist,
                  0:05:47–0:05:53
                  weil man es einfach noch sozusagen erst ausprobieren muss und deshalb werden
                  0:05:53–0:05:56
                  wir uns da jetzt sozusagen durchhangeln und gemeinsam auch ein bisschen forschen
                  0:05:56–0:05:58
                  hier in dieser Folge und in unserer Praxis eben auch.
                  Stefan Schneider
                  0:05:58–0:06:01
                  Genau, das Gefährliche bei Definition ist ja mal Definition,
                  0:06:01–0:06:05
                  dann ist ja irgendwie was zu Ende definiert und es geht ja eigentlich erst los.
                  0:06:06–0:06:09
                  Und trotzdem brauchen wir ein bisschen Orientierung, worüber wir eigentlich sprechen.
                  0:06:09–0:06:13
                  Ja, dann würde ich mal einsteigen mit dem ersten Punkt und ich habe den genannt,
                  0:06:13–0:06:18
                  das ist ein BWL, also betriebswirtschaftlicher Grundfehler in der Marktlogik,
                  0:06:18–0:06:23
                  nämlich Fixkosten werden vor allem über variable Umsätze finanziert.
                  0:06:24–0:06:29
                  Das heißt, Organisationen haben Fixkosten. Ich gehe mal oft ans Beispiel vom
                  0:06:29–0:06:32
                  Franzwerk oder einem Unverpacktladen, weil die sehr anschaulich sind.
                  0:06:33–0:06:38
                  Wir müssen Miete bezahlen, Coworking, Equipment bezahlen, Druckerkosten und so weiter.
                  0:06:39–0:06:42
                  Und wir finanzieren das normalerweise im alten Modell darüber,
                  0:06:43–0:06:46
                  dass wir auf unsere Preise, die wir verlangen, dass wir da Margen einbauen.
                  0:06:47–0:06:51
                  Das heißt, wir müssen so viele Preise kalkulieren, so hoch, dass die Fixkosten
                  0:06:51–0:06:52
                  alles mitfinanziert werden.
                  0:06:52–0:06:58
                  Und die Folge davon ist Konsumzwang. Und die Folge von dem Konsumzwang auf der
                  0:06:58–0:07:01
                  Ebene ist natürlich die Konsumgesellschaft und allgemein der Wachstumszwang
                  0:07:01–0:07:04
                  in dem vorherrschenden ökonomischen Paradigma.
                  0:07:05–0:07:09
                  Und wenn ich das als Unternehmen schlecht mache, dann verkaufe ich einfach zu
                  0:07:09–0:07:12
                  wenig oder meine Margen sind nicht gut, dann gehe ich eben pleite.
                  0:07:12–0:07:17
                  Und wenn ich das voll gut mache und im Zweifel eigentlich sogar zu viel verkaufe,
                  0:07:18–0:07:19
                  dann werde ich dabei reich.
                  0:07:19–0:07:24
                  Und das öffnet so ein Stück weit auch so ein bisschen, ich sage es mal, der Gier, Haus und Hof.
                  0:07:26–0:07:32
                  Und das wird oft unter dem Deckmantelwort der Skalierung, wird das dann oft, finde ich, verkauft.
                  0:07:32–0:07:37
                  Das heißt, wir haben durch diesen Grundfehler ein Modell geschaffen,
                  0:07:37–0:07:40
                  in dem wir ständig skalieren wollen, in dem wir ständig wachsen wollen,
                  0:07:40–0:07:45
                  in dem wir ständig konsumieren müssen, weil wir sonst die Grundkosten für unser
                  0:07:45–0:07:46
                  Angebot nicht tragen können.
                  Hannah Heller
                  0:07:47–0:07:49
                  Und noch weitergehend, also wir wollen ja auch gleichzeitig,
                  0:07:49–0:07:53
                  dass die Fixkosten sozusagen sinken Und in diesen Fixkosten sind ja nicht nur
                  0:07:53–0:07:54
                  Miete und das Gebäude drin,
                  0:07:54–0:07:58
                  sondern eben auch die Menschen, die an diesem Projekt beteiligt sind und über
                  0:07:58–0:08:03
                  das Projekt auch irgendwie ihre finanziellen Grundbedürfnisse zumindest bestenfalls,
                  0:08:03–0:08:08
                  also nicht bestenfalls, sondern zumindest die decken können, sollten.
                  0:08:08–0:08:12
                  Und indem man die Fixkosten drückt, wenn man jetzt an Skalierung denkt und dann
                  0:08:12–0:08:17
                  große Konzerne, die viele Filialen aufmachen und dort einfach versuchen,
                  0:08:17–0:08:20
                  einerseits Lohnkosten zu drücken und andererseits Personal einzusparen,
                  0:08:20–0:08:25
                  was dann zu einer Überforderung wiederum der einzelnen Mitarbeitenden führt.
                  0:08:25–0:08:29
                  Aber das ist sozusagen die Idee dahinter. Wir müssen wachsen und andererseits
                  0:08:29–0:08:32
                  müssen wir Menschen immer weiter beschleunigen und unter Druck setzen.
                  Stefan Schneider
                  0:08:32–0:08:35
                  Absolut richtig. Da kommst du schon ein bisschen in den zweiten Punkt rein.
                  0:08:36–0:08:40
                  Und gleichzeitig möchte ich den ersten erst noch was dazu sagen,
                  0:08:40–0:08:43
                  nämlich die Frage, okay, was macht das gemeinschaftsbasierte Wirtschaft jetzt
                  0:08:43–0:08:44
                  eben an der Stelle anders?
                  0:08:45–0:08:51
                  Und wir finanzieren Fixkosten durch fixe Einnahmen und eben nicht durch variable
                  0:08:51–0:08:52
                  Einnahmen. Und das ist der große Unterschied.
                  0:08:53–0:08:57
                  Es ist eine Art Umlagefinanzierung, die durch die Beitragsrunden gewährleistet werden.
                  0:08:57–0:09:01
                  Das heißt, ich weiß, dass ich im Franzwerk für das nächste Jahr einen Finanzbedarf
                  0:09:01–0:09:08
                  habe für das Gebäude, für die Orte, für mich als Anbieter damals,
                  0:09:09–0:09:10
                  um damit leben zu können.
                  0:09:10–0:09:17
                  Und diese Zahl wird in der gemeinschaftlichen Beitragsrunde finanziert und damit sind sie finanziert.
                  0:09:17–0:09:20
                  Und dann muss ich nicht in irgendeinen Verkaufszwang unbedingt gehen.
                  0:09:20–0:09:26
                  Bei Unverpacktläden kann das dahingehend erfolgen, dass der Laden und der Mensch,
                  0:09:26–0:09:28
                  der es vor allen Dingen betreibt, grundlegend finanziert ist.
                  0:09:28–0:09:33
                  Und dann können alle Mitglieder dafür die Sachen auch zum Einkaufspreis oder
                  0:09:33–0:09:37
                  mit einem ganz leichten Sicherungsaufschlag kaufen und müssen nicht auf hochwertige
                  0:09:37–0:09:40
                  ökologische Lebensmittel dann auch noch riesen Margen draufsetzen,
                  0:09:40–0:09:42
                  was die Produkte ja dann noch teurer macht.
                  0:09:43–0:09:47
                  Das heißt, tatsächlich können die Angebote, also die wir dann konsumieren,
                  0:09:47–0:09:50
                  können günstiger werden, dadurch, dass wir die Fixkosten gemeinschaftlich und
                  0:09:50–0:09:52
                  solidarisch finanziert haben.
                  Hannah Heller
                  0:09:53–0:09:55
                  Stabilität statt Wachstumszwang, hätte ich jetzt mal gesagt.
                  0:09:55–0:10:00
                  Also einfach ein stabiles, ruhigeres Wirtschaften auch und eben nicht dieses
                  0:10:00–0:10:03
                  beschleunigte, auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaften.
                  Stefan Schneider
                  0:10:04–0:10:07
                  Punkt zwei, das ist für mich eine, du bist schon ein bisschen da reingegangen.
                  0:10:07–0:10:11
                  Das ist für mich die direkte Folge von Punkt eins, nämlich also Wachstumszwang
                  0:10:11–0:10:12
                  ist das eine und was passiert denn dadurch?
                  0:10:12–0:10:16
                  Dadurch passiert das schöne volkswirtschaftliche Wort Kapitalakkumulation.
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                  Bedeutet, immer mehr Geld sammelt sich bei immer weniger. Wir haben ein System
                  0:10:22–0:10:24
                  geschaffen, das Umverteilung von unten nach oben macht.
                  0:10:25–0:10:28
                  Und das Krasse ist, dass das eben nicht die gesamte Ökonomie macht,
                  0:10:28–0:10:29
                  beziehungsweise warum macht das
                  0:10:29–0:10:32
                  die ganze Ökonomie? Weil alle einzelnen Organisationen das auch machen.
                  0:10:33–0:10:37
                  Und dazu bauen wir pyramidale Organisationssysteme, in denen die Menschen,
                  0:10:37–0:10:41
                  die unten in dieser Pyramide sind, weniger verdienen, als sie Wert schöpfen.
                  0:10:41–0:10:46
                  Und die Überschüsse werden nach oben transportiert und dann oben von den Eigentümern abgeschöpft.
                  0:10:46–0:10:49
                  So Shareholder Value als die dümmste
                  0:10:49–0:10:53
                  Idee aller Zeiten, steht im Frederick-Laloux-Buch so drin als Zitat.
                  0:10:54–0:10:57
                  Und das ist das, was du gerade meintest. Wir wollen immer mehr verkaufen,
                  0:10:57–0:11:01
                  gleichzeitig die Kosten drücken. Das heißt, wir wollen die Umsätze in die Höhe
                  0:11:01–0:11:04
                  treiben und die Margen auch erhöhen und eben skalieren.
                  0:11:05–0:11:10
                  Und das ist das System, was wir haben. Und das funktioniert vor allem durch
                  0:11:10–0:11:12
                  Intransparenz, meiner Meinung nach.
                  0:11:12–0:11:15
                  Das ist mir so klar geworden. Wenn die Menschen bewusst da wären,
                  0:11:15–0:11:18
                  also jetzt stell dir vor, wir machen ein Geschäftsmodell, was gemeinschaftsbasiert ist.
                  0:11:19–0:11:22
                  Und dann gebe ich als meinen Bedarf an. Ich will aber bei Porsche fahren und
                  0:11:22–0:11:23
                  eine Yacht will ich auch.
                  0:11:23–0:11:28
                  Und deswegen brauche ich in der Finanzierungsrunde fürs Franzwerk nicht fürs
                  0:11:28–0:11:31
                  Jahr 100.000, sondern ich brauche eigentlich 500.000 und ihr solltet alles bezahlen
                  0:11:31–0:11:34
                  und dann sucht euch bitte noch viel mehr Leute, damit ich irgendwann meinen
                  0:11:34–0:11:36
                  Porsche kaufen kann und meine Yacht fahren.
                  0:11:37–0:11:40
                  Würde ja wahrscheinlich kaum jemand machen, würde ich mal vermuten.
                  0:11:41–0:11:44
                  Aber es passiert in unserer Welt und im System eigentlich die ganze Zeit.
                  Hannah Heller
                  0:11:46–0:11:51
                  Das finde ich aber auch spannend, weil woraus resultiert das Recht des Eigentümers,
                  0:11:51–0:11:57
                  dass sich selbst so hoch auszubezahlen oder die Shareholder so hoch auszubezahlen,
                  0:11:57–0:12:00
                  ist ja sozusagen die Geschichte dahinter einerseits Intransparenz.
                  0:12:00–0:12:04
                  Also vielleicht tut man einfach so, als bräuchte man diese massiven Umsätze,
                  0:12:04–0:12:07
                  um seine Mitarbeitenden zu finanzieren. Das wird ja auch oft gesagt.
                  0:12:07–0:12:12
                  Leute, ihr könnt uns jetzt nicht besteuern, weil wir müssen ja unsere Mitarbeitenden
                  0:12:12–0:12:15
                  bezahlen und sonst entsteht Arbeitslosigkeit.
                  0:12:15–0:12:20
                  Das ist das Argument der Intransparenz. Aber das andere Argument dahinter ist
                  0:12:20–0:12:24
                  ja, wir gehen ja auch ins Risiko und wir haben ja alles vorfinanziert.
                  0:12:25–0:12:28
                  Wir haben ja die großen Investitionen gemacht, damit dieses Unternehmen überhaupt entstehen kann.
                  0:12:29–0:12:33
                  Und das finde ich beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften auch so spannend,
                  0:12:33–0:12:36
                  weil wenn man das großdenken würde und wirklich mal schauen würde,
                  0:12:36–0:12:38
                  was passiert, wenn alle Menschen,
                  0:12:38–0:12:41
                  die dieses Prinzip verstehen und die sich eine andere Welt wünschen,
                  0:12:41–0:12:43
                  sagen, wir investieren jetzt nicht mehr unser Geld, wir lassen es nicht mehr
                  0:12:43–0:12:46
                  auf der Bank liegen, wir investieren es nicht mehr in den Finanzmarkt,
                  0:12:46–0:12:51
                  der letztendlich diese Kapitalakkumulation und die Profitmaximierung der reichen
                  0:12:51–0:12:53
                  Menschen sozusagen befördert.
                  0:12:54–0:13:00
                  Sondern wir investieren jetzt in die Realwirtschaft, heißt in die gemeinschaftsbasierten
                  0:13:00–0:13:04
                  Unternehmungen und sagen zum Beispiel, hey, wir geben es jetzt,
                  0:13:04–0:13:07
                  was weiß ich, einer Wohnungsbaugenossenschaft.
                  0:13:07–0:13:10
                  Und diese Wohnungsbaugenossenschaft kann einfach mit dem Kapital der vielen
                  0:13:10–0:13:15
                  Immobilien kaufen und dann eben gemeinschaftsbasiert mit diesen Wirtschaften
                  0:13:15–0:13:21
                  und Menschen dort leben lassen oder in Energiesysteme rein investieren oder
                  0:13:21–0:13:24
                  in eine Ernährungswirtschaft,
                  0:13:25–0:13:29
                  Infrastruktur heißt den Boden und Lagerhallen und die Logistik und so weiter,
                  0:13:29–0:13:32
                  um eine nachhaltige Ernährungswirtschaft aufzubauen.
                  0:13:32–0:13:37
                  Wenn wir dieses Kapital sozusagen von den Menschen, die das Prinzip verstanden haben,
                  0:13:37–0:13:42
                  einfach aus dem Finanzmarkt rausziehen und in die solidarische Realwirtschaft
                  0:13:42–0:13:48
                  sozusagen reinleiten würden, ich glaube, das würde das ganze Spiel umdrehen.
                  0:13:48–0:13:50
                  Und das müssen wir uns mal bewusst haben, was für einen Hebel wir eigentlich haben.
                  0:13:51–0:13:54
                  Wir müssen nur die ganzen Menschen überzeugen, dass sie sozusagen in diese Struktur
                  0:13:54–0:13:56
                  noch wirklich ihr Geld umleiten.
                  Stefan Schneider
                  0:13:56–0:13:59
                  Ja, das hattest du ja auch in der letzten Folge über Geld.
                  0:13:59–0:14:03
                  Die Gästin hat es wunderbar erzählt, wie sie das im Kleinen eben auch macht
                  0:14:03–0:14:07
                  und jetzt hole ich es gerne wieder runter aus der großen Makro-Ebene der Volkswirte
                  0:14:07–0:14:10
                  aufs Kleine und ihr habt das da so schön gemacht.
                  0:14:10–0:14:14
                  Also sie hat halt einfach aufgehört, ETF-Fonds zu kaufen mit ihren 10.000 Euro,
                  0:14:14–0:14:18
                  die sie hatte oder 50.000, sondern hat es eben direkt in Permakulturprojekte
                  0:14:18–0:14:20
                  oder in Gemeinschaften gegeben.
                  0:14:21–0:14:25
                  Und wenn die es dann nicht mehr brauchen, weil sie es eben am Anfang nur gebraucht
                  0:14:25–0:14:30
                  haben, nimmt es wieder zurück und gibt es woanders rein. Also Geld darf dann fließend sein.
                  0:14:30–0:14:34
                  Etwas, was wir auch im Mezil- und Ökosystem übrigens tun und noch weiter vorhaben.
                  0:14:35–0:14:39
                  Ich überlege gerade der Vorteil, was ist der Vorteil für die gemeinschaftsbasierte
                  0:14:39–0:14:43
                  UnternehmerIn, dass wir diese Kapitalakkumulation eben nicht mehr mitspielen.
                  0:14:43–0:14:47
                  Und der Vorteil ist, du kannst damit nicht reich werden, sag ich mal wo bekannt,
                  0:14:48–0:14:50
                  also nicht vermögend. Reichtum ist für mich eh was anderes.
                  0:14:51–0:14:53
                  Du kannst mit gemeinschaftsbasierten Wirtschaften arbeiten.
                  0:14:54–0:15:00
                  Nicht massiv viele Überschüsse generieren. Und ich glaube, das ist ein Vorteil.
                  0:15:01–0:15:07
                  Wir bauen uns von vornherein etwas rein, was später unsere in uns angelegte,
                  0:15:08–0:15:10
                  Gier ist so ein ganz hartes Wort, so meine ich das gar nicht,
                  0:15:10–0:15:13
                  aber das ist ja auch in uns Menschen ein bisschen angelegt.
                  0:15:14–0:15:17
                  Und wir können das von vornherein entscheiden, dass wir da gar nicht erst in
                  0:15:17–0:15:20
                  so eine krasse Versuchung kommen wollen, weil wir es einfach anders aufbauen.
                  0:15:20–0:15:26
                  Das ist wie Menschen, die freiwillig ihre Organisation in Verantwortungseigentum geben,
                  0:15:26–0:15:29
                  damit sie eben später nicht das Problem haben, oh, jetzt habe ich da auf einmal
                  0:15:29–0:15:32
                  so eine wertvolle Organisation und jetzt könnte ich sie ja verkaufen und einen
                  0:15:32–0:15:37
                  Exit machen, also wie der Ecosia-Gründer zum Beispiel. Und ich halte das für einen Vorteil.
                  Hannah Heller
                  0:15:37–0:15:41
                  Das ist einfach eine andere Währung des Erfolgs sozusagen.
                  0:15:41–0:15:45
                  Also in der jetzigen Welt, in der wir leben, ist sozusagen die Kapitalakkumulation,
                  0:15:45–0:15:48
                  viel Vermögen anzuhäufen, ist ja sozusagen das Erfolgskriterium.
                  0:15:49–0:15:51
                  Und beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften ist dann, glaube ich,
                  0:15:51–0:15:56
                  wahrscheinlich das Erfolgskriterium, weil eben Leute die Bedarfe der Unternehmung
                  0:15:56–0:16:00
                  ausfinanzieren, aber eben nicht darüber hinaus sozusagen, die diese...
                  0:16:00–0:16:04
                  Sucht nach mehr Kapital von einzelnen Menschen sozusagen bereit sind auszufinanzieren,
                  0:16:04–0:16:06
                  weil sich das unfair anfühlt,
                  0:16:06–0:16:11
                  sondern was man akkumuliert ist dann, also was man anhäuft, ist dann sozusagen
                  0:16:11–0:16:14
                  die Wertschätzung und die Anerkennung, die einfach dadurch entsteht,
                  0:16:14–0:16:18
                  dass das Unternehmen gut läuft und dass die Menschen da gerne beitragen zu.
                  Stefan Schneider
                  0:16:19–0:16:22
                  Da kommen wir an zwei anderen Punkten noch so ein bisschen dazu.
                  0:16:22–0:16:24
                  Ich glaube, wir haben viele Überschneidungen. Ist ja auch logisch,
                  0:16:24–0:16:25
                  hängt ja alles miteinander zusammen.
                  0:16:26–0:16:30
                  Punkt drei hatte ich mir damals notiert. Preise.
                  0:16:31–0:16:35
                  Also einmal gerade das Thema Preise im alten Modell und Beiträge im neuen.
                  0:16:36–0:16:40
                  Und was allen ganz oft klar ist, ist, dass Preise ausgrenzend sind.
                  0:16:40–0:16:43
                  Wobei ich weiß noch nicht, ob das allen klar ist. Aber Preise sind ausgrenzend,
                  0:16:43–0:16:45
                  aber sie sind auch auf einer anderen Ebene.
                  0:16:45–0:16:47
                  Was sie verhindern, Solidarität ist mir aufgefallen.
                  0:16:48–0:16:52
                  Preise, feste Preise verhindern Solidarität. Ist ja dann gar nicht möglich,
                  0:16:52–0:16:53
                  wenn alle einen Preis zahlen.
                  0:16:54–0:16:58
                  Und Preise sind eben exklusiv statt inklusiv. Und dieses Exklusive wird oft
                  0:16:58–0:17:00
                  noch als Wert verkauft, also das Ausgrenzende.
                  0:17:01–0:17:04
                  Ich habe lange Wohnungen gesucht hier und dann liest man immer so Sachen wie
                  0:17:04–0:17:07
                  ein exklusives Haus in exklusiver Lage.
                  0:17:08–0:17:12
                  Und das ist ja als positiver Wert wird das Verkauf von wegen,
                  0:17:12–0:17:15
                  ich darf irgendwas haben, was anderen nicht zugänglich ist.
                  0:17:16–0:17:20
                  Und die andere Seite ist aber eben, also das heißt, wir grenzen Menschen aus
                  0:17:20–0:17:23
                  mit unseren Angeboten und das ist für viele ganz arg schwierig.
                  0:17:23–0:17:29
                  Ich glaube, in unserer Welt hier, in unserer Wandelbewegung werden ganz viele
                  0:17:29–0:17:32
                  Angebote in die Welt gebracht, denen man eigentlich auch Menschen vor allen
                  0:17:32–0:17:35
                  Dingen zugänglich machen möchte und zwar irgendwie allen.
                  0:17:35–0:17:38
                  Und jetzt habe ich aber mit dem Marktmodell eben ein Problem.
                  0:17:39–0:17:42
                  Ich muss ja eine gewisse Preise verlangen, weil sonst kann ich,
                  0:17:42–0:17:46
                  wie gesagt, wieder meine Fixkosten nicht decken und verdienen zu wenig Geld damit.
                  0:17:46–0:17:52
                  Und das können wir anders machen, indem wir Solidarität zulassen durch Beiträge.
                  0:17:52–0:17:55
                  Und dann können Menschen, sie sind dann überhaupt in die Lage zu versetzen,
                  0:17:55–0:17:57
                  die viel Geld haben, dass sie auch mehr geben können.
                  0:17:58–0:18:02
                  Bisher wird es im Marktmodell anders gemacht, das nennt sich Preisdiskriminierung.
                  0:18:02–0:18:07
                  Es werden meist fiktive Zusatznutzungen oder Leistungen erfunden.
                  0:18:07–0:18:10
                  Also wer mehr Geld hat, kann sich eine erste Klasse buchen statt eine zweite Klasse.
                  0:18:10–0:18:14
                  Da ist irgendwie noch ein gewisser Unterschied da. Es gibt aber auch viele Sachen,
                  0:18:14–0:18:19
                  in denen einfach mehr Geld von Reichen abgeschöpft wird, obwohl die Leistung
                  0:18:19–0:18:20
                  im Prinzip die gleiche ist und
                  0:18:20–0:18:24
                  nur marketingmäßig als ein anderer verkauft wird. Darf ich so was sagen?
                  Hannah Heller
                  0:18:24–0:18:29
                  Kleine Anekdote. Man kann wirklich Luxusartikel studieren.
                  Stefan Schneider
                  0:18:29–0:18:29
                  Echt jetzt?
                  Hannah Heller
                  0:18:30–0:18:34
                  Luxuswirtschaft kann man studieren als Studiengang. Und in diesem Studiengang
                  0:18:34–0:18:37
                  lernt man, dass Marken wie, ich kenne mich da überhaupt nicht aus,
                  0:18:37–0:18:40
                  aber Essence oder sowas heißt die,
                  0:18:41–0:18:49
                  sozusagen bestimmte Handtaschen erst verkaufen, wenn die Person bei dieser Luxusmarke
                  0:18:49–0:18:52
                  sozusagen einen bestimmten Umsatz dargelassen hat.
                  0:18:52–0:18:56
                  Also sag ich mal, du musst erst 50.000 Euro in diesem Laden umgesetzt haben
                  0:18:56–0:18:58
                  und das ist wahrscheinlich schon zu gering angesetzt.
                  0:18:58–0:19:01
                  Wahrscheinlich geht es hier um eher 500.000 Euro.
                  0:19:01–0:19:05
                  Aber das sind Dimensionen, da bin ich zu weit weg. Also du musst 500.000 Euro
                  0:19:05–0:19:09
                  erst in dem Laden gekauft haben, bevor du diese eine Handtasche überhaupt dir
                  0:19:09–0:19:13
                  kaufen kannst, auch wenn du sie dir leisten könntest, sodass alle Leute sehen,
                  0:19:14–0:19:17
                  aha, diese Person hat schon so ultra viel eingekauft in diesem Laden und hat
                  0:19:17–0:19:19
                  sozusagen so viel finanzielle Mittel.
                  0:19:19–0:19:26
                  Also solche perversen Tricks oder solche perversen Anreize werden dann gesetzt, damit...
                  0:19:26–0:19:31
                  Menschen eben noch mehr Geld für unnötige Sachen ausgeben, die einfach so viel
                  0:19:31–0:19:34
                  Geld hätten, auch richtig sinnvolle Sachen zu finanzieren.
                  Stefan Schneider
                  0:19:34–0:19:39
                  Ja, das finde ich voll krass. Also das ist ja so ein Statusthema tatsächlich, ganz viel.
                  0:19:40–0:19:43
                  Und der Witz ist ja wirklich, also ich habe in meinem Leben auch richtig viel
                  0:19:43–0:19:47
                  Marketing tatsächlich gemacht und habe vor allen Dingen wahnsinnig erkannt,
                  0:19:47–0:19:50
                  wie unglaublich manipulativ Marketing ist.
                  0:19:50–0:19:54
                  Da kommen wir später auch nochmal dazu. Und an der Stelle ist es ja auch so,
                  0:19:54–0:19:58
                  es werden fiktive Zusatzleistungen erfunden oder so fiktive Storys erzählt oder
                  0:19:58–0:20:01
                  Scarcity, also künstliche Verknappung eingebaut,
                  0:20:01–0:20:06
                  um die Konsumentinnen und die Verbraucher zu melken einfach.
                  0:20:07–0:20:11
                  Darum geht es. Es geht einfach darum, okay, die haben halt viel mehr Geld und
                  0:20:11–0:20:14
                  wie kriegen wir es geschickt. Und das Spannende finde ich so ein bisschen,
                  0:20:14–0:20:16
                  warum die Menschen das mit sich machen lassen.
                  0:20:17–0:20:21
                  So, wenn einem das mal bewusst geworden ist, wie man da tatsächlich ausgenommen
                  0:20:21–0:20:27
                  wird und wie man mit diesem Geld vielleicht einfach andere Sachen tun könnte,
                  0:20:27–0:20:32
                  die ein bisschen mehr zum Wohl der Welt und lebensdienlich sind.
                  Hannah Heller
                  0:20:32–0:20:35
                  Jetzt ist der spannende Punkt, aber wir sozusagen beim gemeinschaftsbasierten
                  0:20:35–0:20:39
                  Wirtschaften fangen wir jetzt nicht an, irgendwelche künstlichen Verknappungen,
                  0:20:39–0:20:41
                  künstlichen Sonderangebote,
                  0:20:41–0:20:45
                  künstlichen Rabattaktionen, künstlichen, was auch immer man alles einsetzen
                  0:20:45–0:20:49
                  kann, um sozusagen Leute dazu zu bringen, Geld auszugeben,
                  0:20:49–0:20:53
                  sie dazu zu manipulieren, auf bestimmte Anreize zu reagieren.
                  0:20:53–0:20:56
                  Das machen wir alles nicht beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften,
                  0:20:56–0:21:01
                  sondern wir gehen hin und sprechen mit den Leuten darüber, warum ihnen denn
                  0:21:01–0:21:03
                  dieser Laden wichtig ist.
                  0:21:03–0:21:07
                  Und ich hatte da so eine Erfahrung in einer Gemeinschaft.
                  0:21:07–0:21:11
                  Da haben wir eine Runde gemacht, wo jeder aufstehen durfte und sagen durfte,
                  0:21:11–0:21:14
                  hey, warum ist es mir eigentlich wichtig, dass dieser Laden existiert?
                  0:21:14–0:21:15
                  Was waren schöne Erinnerungen in diesem Laden?
                  0:21:16–0:21:20
                  Und das haben wir gemacht, eine Runde lang und danach sind wir in die Beitragsrunde
                  0:21:20–0:21:24
                  gegangen und die Rückmeldung war danach, naja, ich habe mich hinten rum,
                  0:21:24–0:21:29
                  gehoben gefühlt, also so wieso, man ist schon so gepolt darauf in unserer Gesellschaft,
                  0:21:29–0:21:31
                  habe ich das Gefühl, dass man irgendwie,
                  0:21:31–0:21:35
                  veräppelt wird, dass alles sozusagen in eine bestimmte Richtung manipuliert
                  0:21:35–0:21:41
                  wird, dass man mit diesem ehrlichen Austausch von Gefühlen und von Werten und von Motivationen,
                  0:21:42–0:21:46
                  schon das Gefühl hat, okay, jetzt werde ich hier wieder, das ist jetzt hier
                  0:21:46–0:21:47
                  irgendein Marketing-Gag.
                  0:21:48–0:21:50
                  Und ich finde es total schwierig, da sozusagen...
                  0:21:52–0:21:55
                  Ja, also dem zu entgegen auch in einer gewissen Weise und zu sagen,
                  0:21:55–0:21:57
                  nee, das geht hier nicht darum, dir das Höchste rauszuziehen,
                  0:21:58–0:22:01
                  also dir das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern es geht hier wirklich darum,
                  0:22:02–0:22:04
                  miteinander sich als Gemeinschaft zu fühlen und zu überlegen,
                  0:22:05–0:22:10
                  was kann ich denn geben, was kann ich denn geben, was ist auch meine Position in der Gesellschaft,
                  0:22:11–0:22:15
                  was fühlt sich fair und gerecht an und was möchte ich auch geben,
                  0:22:15–0:22:19
                  damit dieser Laden weiter existiert in meinem Spielraum, den ich habe.
                  0:22:19–0:22:25
                  Und hier eine realistische und eine solidarische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten,
                  0:22:25–0:22:27
                  der eigenen Privilegien auch zu bekommen.
                  0:22:27–0:22:31
                  Ich glaube, das ist das, was es halt auch hart macht, das gemeinschaftsbasierte
                  0:22:31–0:22:33
                  Wirtschaften. Also es ist auch anstrengend.
                  0:22:33–0:22:36
                  Es ist anstrengender, als einfach hinzugehen und zu sagen, aha,
                  0:22:36–0:22:39
                  das ist der Preis und jetzt kann ich mir halt überlegen, kann ich mir das leisten oder nicht leisten.
                  0:22:39–0:22:43
                  Sondern diese Auseinandersetzung mit den anderen Menschen und mit der eigenen
                  0:22:43–0:22:48
                  Fähigkeit und Solidarität ist anstrengend, aber halt auch schön,
                  0:22:48–0:22:52
                  weil es irgendwie Tiefe schafft und freudvolle Momente schafft im Leben.
                  Stefan Schneider
                  0:22:53–0:22:57
                  Ja, und ich muss so viele Pins reinstecken gedanklich an den Sachen,
                  0:22:57–0:23:00
                  die du jetzt schon angenommen hast, die dann in anderen Punkten noch kommen. Voll gut.
                  0:23:02–0:23:04
                  Der Wichtigste ist mir zum Ersten mal zurückgehen. Du hast gesagt,
                  0:23:04–0:23:08
                  wir müssen dauernd Rabattaktionen machen, Sonderangebote machen und so weiter
                  0:23:08–0:23:13
                  und so fort. Das geht direkt zu Punkt 1, warum müssen wir das machen die ganze
                  0:23:13–0:23:14
                  Zeit, weil wir im Konsumzwang sind.
                  0:23:14–0:23:18
                  Wir sind im Verkaufszwang, im Umsatzzwang. Wir müssen die ganze Zeit Zeug verkaufen.
                  0:23:18–0:23:21
                  Und weil es halt so nicht mehr klappt, weil die Menschen einfach von allem eh
                  0:23:21–0:23:26
                  schon zu viel haben, müssen wir uns ständig was einfallen lassen und mit Rabattaktionen
                  0:23:26–0:23:28
                  und sonst was die Leute kriegen.
                  0:23:28–0:23:30
                  Und das darf alles wegfallen.
                  0:23:31–0:23:35
                  Punkt 3 im Abschluss ist Preisegrenzen aus.
                  0:23:35–0:23:39
                  Das ist irgendwie klar. Ich kann als gemeinschaftsbasierte Unternehmer und die
                  0:23:39–0:23:42
                  meisten haben eine sehr, finde ich, eine sehr lebensdienliche Idee.
                  0:23:42–0:23:48
                  Die wollen Dinge in die Welt bringen, die den Menschen gut tun und wollen Menschen nicht ausgrenzen.
                  0:23:48–0:23:51
                  Das heißt, ich habe durch die Solidarität überhaupt erst die Möglichkeit,
                  0:23:52–0:23:54
                  mein Angebot tatsächlich allen zur Verfügung zu stellen.
                  0:23:54–0:23:59
                  Bei uns im Franzwerk waren auch Menschen, die haben nur 20 Euro im Monat Beitrag
                  0:23:59–0:24:02
                  geleistet und waren aber fast jeden Tag da, weil es halt nicht anders ging.
                  0:24:02–0:24:06
                  Und andere waren zweimal im Monat da und haben 300 reingelegt im Monat.
                  0:24:06–0:24:11
                  Und das wird dadurch erst möglich und damit konnten wir alle erreichen und waren
                  0:24:11–0:24:12
                  ein wirklich integrativer Ort.
                  0:24:12–0:24:17
                  Punkt 4 überspringe ich jetzt, weil 5 ist jetzt viel besser von der Passung.
                  0:24:17–0:24:20
                  Wir waren gerade so ein bisschen bei Manipulation und Marketing.
                  0:24:21–0:24:26
                  Punkt 5 habe ich genannt, Herzensprojekte statt Marktlücken und Bedürfnisse statt Manipulation.
                  0:24:28–0:24:31
                  Wir gucken uns zuerst wieder die alte Welt an. Wie funktioniert es in der alten Welt?
                  0:24:31–0:24:36
                  Wir erfinden Produkte und dann suchen wir teilweise Use Cases dafür,
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                  bauen irgendwelche Buyer-Personas und dann wird es über Marketing in die Köpfe der Menschen gebracht.
                  0:24:42–0:24:47
                  Indem wir Geschichten erfüllen, finden, ganz tolle Marketing-Clips machen und
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                  den Leuten erzählen, dass sie
                  0:24:49–0:24:52
                  das jetzt unbedingt brauchen, was sie meist bisher noch nicht mal kannten.
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                  Und diese Produkte sind oft Schala-Ersatz für wirkliche Bedürfnisse,
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                  die in unserer Gesellschaft eben nicht erfüllt sind.
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                  Und ich habe letztens die schöne Formulierung von der Vivian Ditt mal gelesen,
                  0:25:03–0:25:08
                  die hat gesagt, Bedürfnisse als Konsumpotenzial werden genutzt. Finde ich gigantisch.
                  0:25:08–0:25:12
                  Finde ich einfach richtig, richtig gut. Gut, wir haben viele tiefe menschliche
                  0:25:12–0:25:16
                  Bedürfnisse, die in der Lebensweise, in der wir sind, das wird jetzt hier sicher
                  0:25:16–0:25:19
                  den Podcast sprechen, nicht wirklich erfüllt werden.
                  0:25:20–0:25:24
                  Und Marketing hat die Aufgabe, diese Sehnsüchte zu ziehen und uns vorzugaukeln,
                  0:25:24–0:25:26
                  wenn du das kaufst, geht es dir besser.
                  0:25:27–0:25:30
                  Und das klappt natürlich nicht wirklich, das darf ja auch nicht klappen,
                  0:25:30–0:25:33
                  weil wir müssen ständig neue Produkte erfinden und neu verkaufen,
                  0:25:33–0:25:38
                  damit wir weiter wachsen können und wieder weiter verkaufen können.
                  0:25:38–0:25:43
                  Das ist so, wie es gerade hauptsächlich läuft. Und was machen wir im gemeinschaftsbasierten
                  0:25:43–0:25:46
                  Wirtschaften? Wir stellen echte Bedarfe ins Zentrum.
                  0:25:47–0:25:51
                  Wirkliche, grundlegende Bedürfnisse. Eins zum Beispiel das Bedürfnis nach Beziehung
                  0:25:51–0:25:56
                  und Gemeinschaft, was ein Teil des gemeinschaftsbasierten Wirtschaften ist.
                  0:25:58–0:26:02
                  Und es passiert dadurch, dass im Prinzip abgefragt wird, was es braucht und
                  0:26:02–0:26:04
                  was die Gemeinschaft wirklich will.
                  0:26:05–0:26:09
                  Weil sonst werden wir A, keine Gemeinschaft dafür finden für unser Angebot und
                  0:26:09–0:26:13
                  B, werden die Beitragsrunden nicht funktionieren, nicht klappen,
                  0:26:13–0:26:16
                  sondern nur, weil es etwas ist, was die Menschen wirklich wollen.
                  Hannah Heller
                  0:26:17–0:26:20
                  Ich finde es spannend, den Punkt, weil ich hatte so einen Aha-Effekt als,
                  0:26:20–0:26:24
                  es geht wohl oft darum, dass Unternehmerinnen, einerseits brauchen sie wirtschaftliche
                  0:26:24–0:26:32
                  Stabilität, genug Umsätze und so weiter, beziehungsweise um ihre Betriebskosten zu decken.
                  0:26:32–0:26:37
                  Andererseits liegt es aber, die Anspannung des Wirtschaftens für diese Unternehmerin
                  0:26:37–0:26:42
                  liegt meist gar nicht primär im Geld, sondern das ist einfach der Druck, unter dem sie stehen.
                  0:26:42–0:26:46
                  Also sie haben wahnsinnig viele kleine Aufgaben, sie haben wahnsinnig viel zu
                  0:26:46–0:26:49
                  tun, sie haben wahnsinnig wenig Zeit und sie haben diesen Druck,
                  0:26:49–0:26:52
                  sozusagen Druck auf ihren Schultern, dass es in ihrer Verantwortung ist,
                  0:26:52–0:26:57
                  dass sie das Risiko alleine tragen und jetzt kann man natürlich sagen,
                  0:26:57–0:26:59
                  okay, wir geben der Unternehmerin jetzt ganz viel Geld und dann kann sie noch
                  0:26:59–0:27:03
                  mehr Leute einstellen, die dann für sie arbeiten und sie entlasten.
                  0:27:04–0:27:08
                  Aber das ist ja heutzutage auch gar nicht mehr so einfach, weil wenn man Unternehmerinnen
                  0:27:08–0:27:12
                  und Unternehmer heute fragt, findet ihr Menschen, die für euch arbeiten.
                  0:27:13–0:27:17
                  Gerade auch wenn es kleine Unternehmen sind, die dann vielleicht nur den Mindestlohn
                  0:27:17–0:27:20
                  zahlen können, dann sagen die, nee, wir finden eigentlich gar keine Leute.
                  0:27:20–0:27:26
                  Und da ist eben auch die Gemeinschaft oft, dass sie gar nicht übers Geld gehen
                  0:27:26–0:27:30
                  muss, um die Bedürfnisse der Unternehmerin nach Ruhe und Erholung sozusagen
                  0:27:30–0:27:35
                  zu erfüllen, sondern dass man auch einfach das direkt machen kann.
                  0:27:35–0:27:39
                  Nicht übers Geld, sondern einfach, also ich hatte eine Beitragsrunde,
                  0:27:39–0:27:44
                  da hat eine Unternehmerin zig Zettel aufgehängt, also bestimmt 50 oder so,
                  0:27:44–0:27:48
                  50, 60 kleine To-Dos, die in ihrem Kopf sind vom,
                  0:27:48–0:27:52
                  ich muss hier mal diese Ecke streichen, ich muss da den Schrank entrümpeln,
                  0:27:52–0:27:57
                  ich muss hier die Kisten lackieren, ich muss da solche Dinge.
                  0:27:57–0:28:00
                  Ich will das Projekt angehen, ich möchte hier mich noch ausbauen,
                  0:28:00–0:28:02
                  ich muss meine Buchhaltung überarbeiten und so weiter.
                  0:28:02–0:28:06
                  Und einfach wahnsinnig viele kleine To-dos, die hat sie aufgehängt im Laden
                  0:28:06–0:28:09
                  und die Leute konnten sich eine dieser Aufgaben mitnehmen.
                  0:28:10–0:28:14
                  Und es war sozusagen eine direkte Unterstützung, ohne dass mehr Geld gebraucht
                  0:28:14–0:28:18
                  wurde, sondern einfach das Bedürfnis direkt befriedigt werden konnte.
                  0:28:19–0:28:22
                  Über viele Menschen, die einfach eine dieser vielen Tätigkeiten übernommen haben
                  0:28:22–0:28:26
                  und sich dafür verantwortlich gezeigt haben. Und das war, finde ich,
                  0:28:26–0:28:31
                  ein sehr schönes Beispiel, wie es eben nicht darum geht, künstliche Bedürfnisse zu schaffen, für die,
                  0:28:31–0:28:35
                  mit denen man dann wieder Geld verdienen kann, sondern einfach wirklich die
                  0:28:35–0:28:41
                  existenziellen Bedürfnisse, gegebenenfalls auch ohne Geld, einfach gemeinsam zu befriedigen.
                  Stefan Schneider
                  0:28:42–0:28:44
                  Ja, voll, da streifen wir dann gleich die nächsten Punkte auf,
                  0:28:44–0:28:47
                  nämlich aus den Kunden, aus der bequemen Kundenhaltung.
                  0:28:48–0:28:50
                  Und ich bin Kunde und König, wird ein mitverantwortliches Mitglied,
                  0:28:50–0:28:54
                  das ernsthaft interessiert ist an diesem Ort und an dem Angebot.
                  0:28:55–0:28:59
                  Genau, zurück nochmal zu diesem Punkt. Also Herzensprojekt statt Marktlücken,
                  0:28:59–0:29:02
                  das ist auch noch, Also wir waren jetzt bei Bedürfnisse ganz arg.
                  0:29:02–0:29:07
                  Mir persönlich ist es im Leben ein großes Anliegen, dass Menschen ihre Herzensprojekte finden.
                  0:29:08–0:29:11
                  Also dass wir so ein bisschen lernen, wer wir eigentlich so sind.
                  0:29:11–0:29:15
                  Und dann in der nächsten Frage, was wir in die Welt bringen wollen.
                  0:29:15–0:29:19
                  Wofür sind wir eigentlich hier? Was ist meine ganz persönliche Aufgabe in dieser Welt?
                  0:29:19–0:29:23
                  Und die kommt irgendwann aus dem Herzen raus. Und Herzensprojekte in die Welt
                  0:29:23–0:29:29
                  zu bringen, ist was ganz anderes als ökonomisch und im alten Modell nach Marktlücken zu suchen.
                  0:29:29–0:29:32
                  Wie man es dann auch in der Startup-Szene lernt, irgendwo zu gucken,
                  0:29:32–0:29:35
                  wo ist neue Technologie, da ist schon eine Marktlücke, da kann ich irgendein
                  0:29:35–0:29:39
                  Produkt erfinden und das versuche ich dann den Leuten zu verkaufen,
                  0:29:39–0:29:42
                  sondern von einer ganz anderen Seite zu kommen.
                  0:29:42–0:29:47
                  Und da ist das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften eben auch so stark drin,
                  0:29:47–0:29:52
                  würde ich sagen, weil ich kann schon davon ausgehen, wenn ich tief aus meinem
                  0:29:52–0:29:56
                  Herzen heraus was tue, dass das resonieren wird mit anderen Menschen,
                  0:29:56–0:30:00
                  dass es auch Menschen geben wird, die das auch wollen und die dieses Bedürfnis
                  0:30:00–0:30:01
                  tatsächlich auch haben.
                  0:30:01–0:30:07
                  Wenn ich nur tief genug komme in meinem eigenen, dann kommen wir auf die Ebenen,
                  0:30:07–0:30:09
                  wo wir sehr verbindend sind als Menschen.
                  0:30:10–0:30:14
                  Und tatsächlich einfach einen Ort zu schaffen wie das Franzwerk,
                  0:30:14–0:30:17
                  wo Menschen zusammenkommen können, die dort in Ruhe arbeiten wollen,
                  0:30:17–0:30:21
                  die sich begegnen wollen, die gemeinsame Projekte starten wollen und in die
                  0:30:21–0:30:24
                  Welt bringen wollen, da bin ich ja nicht der Einzige, der sowas will.
                  0:30:24–0:30:28
                  Das hat man dann relativ schnell gemerkt, dass das tatsächlich viele Menschen wollen.
                  0:30:29–0:30:33
                  Und das ist eben auch so ein großer Vorteil für dich als gemeinschaftsbasierte UnternehmerIn.
                  0:30:34–0:30:39
                  Du darfst voll und ganz da sein. Nicht nur mit deinem Kopf so von wegen,
                  0:30:39–0:30:42
                  ich überlege mir, womit man hier clever Geld verdienen könnte,
                  0:30:42–0:30:45
                  sondern du darfst mit deinem Herzen in dieser Sache sein.
                  0:30:45–0:30:49
                  Und ich glaube, das ist zutiefst befriedigend für das eigene Leben.
                  0:30:49–0:30:52
                  Und es funktioniert auch, glaube ich, einfach tatsächlich viel besser.
                  Hannah Heller
                  0:30:52–0:30:56
                  Ja, also genau, ich bin da ja sehr konsequent, würde ich sagen,
                  0:30:57–0:31:01
                  dass ich einfach, glaube ich, schon seit ich sozusagen selbst die Entscheidungen
                  0:31:01–0:31:02
                  über meinen Lebensweg treffe,
                  0:31:03–0:31:06
                  tatsächlich immer meiner Mission gefolgt bin,
                  0:31:06–0:31:11
                  nämlich zu schauen, wie diese Welt ein gerechter Ort werden kann für mehr Menschen
                  0:31:11–0:31:17
                  mit weniger Leid und da einfach forschend unterwegs bin, wo genau in dieser
                  0:31:17–0:31:18
                  Mission da mein Platz ist.
                  0:31:19–0:31:21
                  Ich glaube, das verändert sich auch im Leben.
                  0:31:22–0:31:26
                  Also da bin ich noch nicht hundertprozentig, glaube ich, am Ende meines Weges angekommen.
                  0:31:26–0:31:30
                  Aber ich bin auf dem richtigen Weg. Auch hier im MYZELIUM merke ich,
                  0:31:30–0:31:36
                  ich kann hier viel bewirken und das bringt mir eine totale Befriedigung.
                  0:31:36–0:31:38
                  Und dafür nimmt man auch vieles in Kauf, merke ich.
                  0:31:38–0:31:44
                  Also sinnstiftend zu wirken in dieser Welt, auch selbstbestimmt zu wirken in dieser Welt,
                  0:31:45–0:31:48
                  Und weil es ein Herzensprojekt ist, weil man es für sinnvoll hält,
                  0:31:48–0:31:52
                  weil man es gerne tut, weil man sich selbst ausgesucht hat und weil man auch
                  0:31:52–0:31:57
                  mitbestimmen kann, womit man seine Zeit verbringt, das gleicht so vieles aus.
                  0:31:57–0:31:59
                  Also ich glaube, ich habe irgendwie ein Viertel von dem Gehalt wahrscheinlich,
                  0:32:00–0:32:04
                  was ich hätte, wenn ich irgendwie klassisch volkswirtschaftlich meine Bildungszertifikate
                  0:32:04–0:32:09
                  ausnutzen würde als promovierte Volkswirtin oder so, in irgendeiner Bank oder
                  0:32:09–0:32:12
                  in irgendeinem internationalen Konzern da zu arbeiten.
                  0:32:13–0:32:17
                  Aber ich kenne auch viele Leute, die das machen und die zudiefst unglücklich
                  0:32:17–0:32:20
                  sind, aber reich. Also vermögend, aber unglücklich.
                  0:32:22–0:32:27
                  Und da merke ich einfach, also genau, ich würde gern viel mehr Menschen sozusagen
                  0:32:27–0:32:32
                  diese Erfahrung ermöglichen, dass man merkt, wie schön Arbeiten und Beitragen
                  0:32:32–0:32:33
                  und Gestalten auch sein kann,
                  0:32:34–0:32:40
                  wenn man es für ein Herzensprojekt tut und wenn man sich frei fühlt und in der
                  0:32:40–0:32:42
                  Verantwortung fühlt für das eigene Leben.
                  0:32:42–0:32:45
                  Und ich glaube da, also es macht mich immer sehr traurig, wenn ich mit Bekannten
                  0:32:45–0:32:47
                  oder Freunden, Freundinnen spreche,
                  0:32:47–0:32:52
                  die einfach ausgelaugt sind, die einfach wenig Sinn sehen in dem,
                  0:32:52–0:32:58
                  was sie tun, die einfach wenig Wirksamkeit spüren und deshalb auch oft frustriert sind.
                  0:32:58–0:33:04
                  Und eben dann auch, da neigt man viel eher zu Depressionen und Burnout und so, wird noch eher krank.
                  0:33:04–0:33:08
                  Ich glaube nicht umsonst steigen so auch die Krankenzahlen in unserer Gesellschaft
                  0:33:08–0:33:13
                  immer stärker nach oben, weil es einfach einerseits der gesellschaftliche Kontext
                  0:33:13–0:33:16
                  belastend ist, aber auch weil die Leute oftmals Dinge tun müssen.
                  0:33:17–0:33:21
                  Um Geld zu bekommen, um zu überleben, die sie eigentlich für Quatsch halten.
                  0:33:22–0:33:26
                  Aber es ist halt auch so, je teurer das Leben wird, also je teurer Lebensmittel
                  0:33:26–0:33:31
                  werden, je teurer Wohnen wird und so weiter, je abhängiger wir sind sozusagen
                  0:33:31–0:33:33
                  vom Markt und damit vom Geld,
                  0:33:34–0:33:38
                  desto eher müssten wir diese bekloppten Jobs machen, sag ich mal.
                  0:33:38–0:33:46
                  Und je weniger unser eigener Wohlstand abhängig ist von unserem Einkommen, von unserem Geld,
                  0:33:47–0:33:52
                  Also sei es über Foodsharing-Möglichkeiten, sei es über eine Genossenschaft,
                  0:33:52–0:33:56
                  in der man wohnt, wo man geringere Mieten zahlen muss, sei es über Carsharing
                  0:33:56–0:34:00
                  im Viertel, wo man eben kein eigenes Auto braucht und so weiter und so fort.
                  0:34:00–0:34:04
                  Also da gibt es ja Möglichkeiten, die eigene Abhängigkeit vom Geld zu reduzieren,
                  0:34:04–0:34:09
                  um dann eben diese Freiheit zu haben, das zu tun, was man für wirklich sinnvoll hält.
                  0:34:09–0:34:13
                  Und das ist, glaube ich, der große, große Vorteil am gemeinschaftsbasierten
                  0:34:13–0:34:15
                  Wirtschaften, dass man das lernt.
                  0:34:16–0:34:21
                  Also nicht nur im eigenen Tun, sondern auch in der Verbindung mit anderen Unternehmerinnen,
                  0:34:21–0:34:25
                  die das auch tun und wo man sich dann eben mit wenig Geld oder sogar mit gar
                  0:34:25–0:34:30
                  keinem Geld eben gegenseitig unterstützen kann und gegenseitige Bedürfnisse befriedigen kann.
                  0:34:31–0:34:35
                  Gut, das waren die ersten vier Gründe. Jetzt kommt der fünfte Grund.
                  0:34:35–0:34:38
                  Der fünfte Grund für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, Stefan.
                  Stefan Schneider
                  0:34:38–0:34:41
                  Ja, wir haben es vorhin schon ein bisschen erwähnt. Ich habe es mal genannt,
                  0:34:42–0:34:45
                  aus Kunde ist König wird ein mitverantwortliches Mitglied.
                  0:34:45–0:34:48
                  Man kennt das ja so ein bisschen, das hat man früher beigebracht bekommen.
                  0:34:49–0:34:51
                  Kunde ist König und für den tue ich alles.
                  0:34:52–0:34:57
                  Und wir haben davor schon, also erst manipuliere ich ihn eigentlich oder versuche
                  0:34:57–0:35:01
                  den Kunden zu manipulieren, indem er mein Zeug kauft, was er vielleicht eigentlich
                  0:35:01–0:35:04
                  gar nicht richtig braucht. Und gleichzeitig hofiere ich ihn die ganze Zeit und
                  0:35:04–0:35:06
                  bediene ihn die ganze Zeit.
                  0:35:06–0:35:10
                  Da steckt er auch in dem Wort Dienstleistung tatsächlich drin, merke ich gerade.
                  0:35:11–0:35:14
                  Und das dreht sich im Gemeinschaftsbasierten tatsächlich ein bisschen um,
                  0:35:15–0:35:19
                  weil wir eben nicht irgendwas in die Welt bringen, nur um Geld zu verdienen,
                  0:35:19–0:35:23
                  der Kunde quasi Mittel zum Zweck machen für unser Geld verdienen,
                  0:35:23–0:35:26
                  sondern weil wir was in die Welt bringen, was wir in die Welt bringen möchten.
                  0:35:26–0:35:32
                  Und weil wir quasi ein Angebot machen. Also im Zentrum stehen Anbieter und AnbieterInnen
                  0:35:32–0:35:36
                  und die Frage, möchtet ihr das? Wollt ihr das?
                  0:35:36–0:35:41
                  Und wenn ihr das wollt, dann okay, dann kann ich es unternehmerisch möglich
                  0:35:41–0:35:45
                  machen, aber ihr übernehmt bitte auch Mitverantwortung.
                  0:35:46–0:35:51
                  Und eben im Kern mit Verantwortung in der Finanzierung, indem ich nicht jetzt
                  0:35:51–0:35:53
                  erst alles machen muss und euch dann,
                  0:35:53–0:35:56
                  wenn ich Glück habe, kauft ihr es dann und ich kann alles wieder finanzieren,
                  0:35:56–0:36:02
                  sondern wir machen eine gemeinsame Beitragsrunde am Anfang und das nächste halbe
                  0:36:02–0:36:06
                  oder das nächste Jahr wird von euch verantwortlich vorfinanziert und die Ernte,
                  0:36:06–0:36:07
                  die dann eben kommt, wird geteilt.
                  0:36:07–0:36:11
                  Das heißt, wir teilen das Risiko in der klassischen Sola, wie auch das Risiko
                  0:36:11–0:36:14
                  von Ernteausfällen, liegt dann nicht auf dem Landwirt allein,
                  0:36:15–0:36:18
                  sondern auf der gesamten Solidargemeinschaft.
                  0:36:18–0:36:22
                  Und was dann spannenderweise krass passiert, ist, dass auch sowas wie echte
                  0:36:22–0:36:26
                  Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber den anbietenden Menschen entsteht.
                  0:36:26–0:36:28
                  Und das habe ich auch selber erfahren und ich glaube, das erfahren ganz,
                  0:36:28–0:36:33
                  ganz viele. und da sind wir dann in diesem Beziehungsraum auch unterwegs oder
                  0:36:33–0:36:36
                  das ermöglicht überhaupt erst Beziehung, weil Kunde ist König,
                  0:36:37–0:36:40
                  ist ein Machtgefälle und das ermöglicht und verhindert Beziehung.
                  0:36:40–0:36:44
                  Gemeinsam Verantwortung, was übernehmen ermöglicht überhaupt in Beziehung zu
                  0:36:44–0:36:48
                  sein und ermöglicht dann bei einer Beitragsrunde, wie in deinem Beispiel vorne
                  0:36:48–0:36:51
                  zu stehen, zu sagen, hey Leute, mir ist gerade so zu viel,
                  0:36:52–0:36:56
                  finanziell sind wir echt okay, das steht gut da, aber ich habe so viele Sachen,
                  0:36:56–0:37:01
                  schaut mal, könnt ihr hier mir helfen? Könnt ihr hier was mit übernehmen?
                  0:37:01–0:37:03
                  Oder mir geht es gerade nicht gut.
                  0:37:04–0:37:07
                  Und irgendjemand in der Gemeinschaft sagt so, hey, komm, lass mal einen Waldspaziergang
                  0:37:07–0:37:09
                  machen. Vielleicht kann ich dir irgendwie helfen.
                  0:37:09–0:37:12
                  Oder auch eine Freiheit noch, die ich auch kannte.
                  0:37:13–0:37:17
                  Wir sind mal, obwohl ich formell der Geschäftsführer des Franzwerks war,
                  0:37:17–0:37:19
                  einfach vier Wochen Urlaub gefahren.
                  0:37:19–0:37:24
                  Und es ging wunderbar, weil eine Gemeinschaft dahinter stand,
                  0:37:24–0:37:30
                  die in dieser Zeit einfach den Laden so weit weitergeschmissen haben. Und all das ist,
                  0:37:31–0:37:37
                  Erstmöglich, wenn wir gemeinsam verantwortlich für dieses Angebot sind und die
                  0:37:37–0:37:42
                  Mitglieder eben nicht mehr in der passiven Kunde-ist-König-Haltung verbleiben,
                  0:37:42–0:37:45
                  was sich eben massiv ändert in Gemeinschaftsversicherung und Wirtschaften.
                  Hannah Heller
                  0:37:45–0:37:50
                  Es ist für die Unternehmerinnen, merke ich, eine große Herausforderung, das anzunehmen.
                  0:37:50–0:37:56
                  Also wirklich anders mit den Menschen zu reden, die ihr Angebot in Anspruch nehmen.
                  0:37:56–0:37:59
                  Also gerade wenn man lange sozusagen in der Marktlogik gewirtschaftet hat,
                  0:38:00–0:38:03
                  dann ist es total herausfordernd für die Unternehmerinnen und Unternehmer diesen
                  0:38:03–0:38:09
                  Schleier des Scheins, dass alles super ist, man immer lächelt.
                  0:38:09–0:38:15
                  Hey, hier ist pure Freude und pure Happy Life und keinerlei Wolken und Schatten,
                  0:38:16–0:38:20
                  die dich sozusagen hindern, hier dein Geld zu lassen oder dich mit irgendwas
                  0:38:20–0:38:22
                  anderem auseinanderzusetzen außer Konsum.
                  0:38:23–0:38:28
                  Sondern diesen Scheinvorhang fallen zu lassen und wirklich zu sagen,
                  0:38:28–0:38:32
                  hey, so sieht es aus und das passiert ja in der Beitragsrunde über die finanzielle
                  0:38:32–0:38:37
                  Zahl auf der anderen Seite, aber sich auch persönlich zu öffnen als Unternehmerin und zu sagen,
                  0:38:38–0:38:43
                  so läuft es und so geht es mir.
                  0:38:43–0:38:47
                  Und auch eben um Hilfe zu bitten, das haben wir total verlernt,
                  0:38:48–0:38:51
                  finde ich, in unserer Gesellschaft wirklich rauszugehen und zu sagen,
                  0:38:51–0:38:55
                  hey, es wäre total toll, wenn ich hier deine Unterstützung haben könnte.
                  0:38:55–0:38:59
                  Und sobald man das ausspricht, also meine Erfahrung ist, wenn ich das ausspreche,
                  0:38:59–0:39:02
                  Und mir fällt es tatsächlich auch sehr schwer, um Hilfe zu bitten und in der
                  0:39:02–0:39:04
                  Schuld zu stehen bei anderen ja dadurch auch.
                  0:39:05–0:39:08
                  Also Freundinnen oder Freunde irgendwie mal zu bitten, kannst du mich irgendwie,
                  0:39:08–0:39:15
                  keine Ahnung, da hinfahren oder kannst du mir Geld leihen oder kannst du mir
                  0:39:15–0:39:18
                  helfen, mein Haus auszumisten, weil ich schaffe es nicht alleine oder sowas.
                  0:39:19–0:39:22
                  Fällt mir total schwer und ich merke aber in dem Moment, wo man so ein Bedürfnis
                  0:39:22–0:39:23
                  ausspricht, wo man um Hilfe bittet.
                  0:39:24–0:39:29
                  Es ist eine totale Herzlichkeit, eine totale Freude springt einem da entgegen,
                  0:39:29–0:39:34
                  weil die meisten Leute helfen wirklich gerne und nehmen sich dafür auch die Zeit.
                  0:39:34–0:39:37
                  Und diese Erfahrung zu machen, auch wirklich um Hilfe zu bitten,
                  0:39:37–0:39:39
                  ist eine schöne Erfahrung.
                  0:39:40–0:39:47
                  Und die macht man auch leichter, wenn man selber auch schon mal in der schenkenden Position war.
                  0:39:47–0:39:50
                  Also zu merken, ich kann geben und unterstützen und helfen auf der einen Seite.
                  0:39:50–0:39:55
                  Und es ist auch okay, wenn ich um Hilfe bitte und Unterstützung und Solidarität auch annehme.
                  0:39:55–0:39:59
                  Und das ist, glaube ich, auch einer der Knackpunkte, die wir wieder lernen dürfen
                  0:39:59–0:40:04
                  beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften und die wahnsinnig das Leben bereichern, finde ich.
                  0:40:04–0:40:08
                  Also es ist so ein anderes Gefühl,
                  0:40:08–0:40:12
                  durchs Leben zu gehen und beschenkt zu werden und durchs Leben zu gehen und
                  0:40:12–0:40:17
                  zu schenken und zu helfen und zu unterstützen, als immer in dieser Marktlogik
                  0:40:17–0:40:20
                  und in diesem Geldsystem unterwegs zu sein. Das merke ich schon.
                  0:40:21–0:40:23
                  Gut, nächster Punkt, Nummero sechs.
                  Stefan Schneider
                  0:40:23–0:40:26
                  Der passt auch total gut dazu. Der heißt nämlich Resilienz.
                  0:40:27–0:40:32
                  Und wie entsteht Resilient im alten System? Also Sicherheit entsteht im alten System durch Geld.
                  0:40:32–0:40:36
                  Wenn ich viel Geld habe, fühle ich mich sicher und unterliegt der Illusion,
                  0:40:36–0:40:38
                  dass das Geld was mit Sicherheit zu tun hätte.
                  0:40:38–0:40:43
                  Die neue Sicherheit entsteht durch Beziehung, durch Beziehungsqualität und eben
                  0:40:43–0:40:46
                  durch dieses Helfen und dieses Dabeisein.
                  0:40:46–0:40:49
                  Und meine ganz persönliche Erfahrung damit war eben auch mit dem Franzwerk.
                  0:40:49–0:40:57
                  Wir haben ein solidarisches Arbeits-Zuhause, aka Coworking Space, gegründet.
                  0:40:57–0:41:02
                  Und zwar habe ich die Organisation dafür eine Woche vor dem ersten Corona-Lockdown angemeldet.
                  0:41:02–0:41:07
                  Also wir haben einen analogen Treffpunktort, weil er eben in dieser Zeit zu
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                  uns gekommen ist. Also dieses Gebäude war halt einfach da und wir waren Leute
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                  und wir wollten da halt was machen. Und das war so eine einmalige Chance.
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                  Und ich habe beim Notar die Firma dafür gegründet, einfach kurz vor dem Corona-Lockdown,
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                  für einen Ort, in dem ganz viele Menschen sein sollten, ein Begegnungsort sein sollte.
                  0:41:23–0:41:27
                  Und das war richtig spannend und wir haben es trotzdem geschafft und weil wir
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                  Menschen zusammenbekommen haben, die diesen Ort wollten und die wussten,
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                  hey, diese Krise geht vorüber und selbstverständlich zahle ich trotzdem meine Beiträge.
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                  Wir haben eine digitale Beitragsrunde für einen analogen Ort gemacht. Völlig absurd.
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                  Und es hat geklappt. Da waren 50 Menschen da und haben den Ort finanziert,
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                  gleich wo sie zu bestimmten Zeiten gar nicht kommen konnten oder durften.
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                  Und gleichzeitig, Marktmodell ist komplett gegen die Wand gelaufen mit einer
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                  riesen Pleitewelle deutschlandweit von allen möglichen Coworking Spaces.
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                  Zum Beispiel auch Beta-Hauskette in Berlin hat Insolvenz angemeldet.
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                  Weil wenn ich natürlich in eher so einem Fitnessstudio-Abo-Modell bin,
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                  wenn ich halt nicht in die Muckibude gehen kann das nächste halbe Jahr,
                  0:42:07–0:42:10
                  dann melde ich mich als eine Marktlogik ohne Beziehung natürlich ab.
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                  Weil warum soll ich denn Geld für was bezahlen, wenn ich nicht gerade durch
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                  irgendwelche Vertragsfristen gebunden bin, sondern melde ich mich ab,
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                  weil das ist ja dann nicht mein Problem. Weil ich habe keine Beziehung.
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                  Und da möchte ich einen kleinen Punkt dazu reinlegen in der Resilienz,
                  0:42:25–0:42:29
                  was ich von dir gehört habe, Hannah, im letzten Podcast. Und das fand ich so richtig cool.
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                  Die Sache, hey, was ist eigentlich, wenn Krisen kommen? Was passiert da eigentlich?
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                  Und du hast gesagt, wenn ich mich richtig erinnere, die Makroebene bricht irgendwie zusammen.
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                  Also die große Struktur, Staat und alles kommt massiv unter Druck.
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                  Wird alles gekürzt und Sozialhilfen, was weiß ich was.
                  0:42:43–0:42:46
                  Und die individuelle Ebene kann auch nicht durch Krisen gehen.
                  0:42:46–0:42:50
                  Also ich als Individuum bin ja völlig machtlos und ohnmächtig,
                  0:42:50–0:42:52
                  muss ich mich den Krisen hingeben. Was hält, ist die Mesoebene,
                  0:42:52–0:42:54
                  die Ebene von Gemeinschaft.
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                  Und ich glaube, das kennt jeder, dass aus der Not heraus sich Gemeinschaften bilden.
                  0:42:59–0:43:03
                  Und wenn wir clever sind, fangen wir halt schon vorher damit an,
                  0:43:03–0:43:08
                  die Gemeinschaften aufzubauen, mit denen wir dann resilienter durch die Krisen gehen können.
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                  Also dieses Resilienzvermögen von gemeinschaftsbasierten Wirtschaften schätzt
                  0:43:12–0:43:16
                  sich um ein Vielfaches höher ein, als wenn du dich mit dem Marktmodell auf den Weg machen würdest.
                  Hannah Heller
                  0:43:17–0:43:21
                  Voll, ganz aktuelles Beispiel, Stromausfall in Spanien und Italien,
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                  man hatte keinen Strom und sie haben dann spontan sozusagen,
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                  wurden in dem Viertel die Leute ausgemacht, die die Gasherde noch hatten und
                  0:43:32–0:43:34
                  dann haben sich die Leute so aufgeteilt und gesagt,
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                  okay, wir kochen bei dem Gasherde, wir kochen bei dem Gasherde,
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                  wir kochen bei dem Gasherde, wir kochen bei dem.
                  0:43:37–0:43:40
                  Also man hat sich wirklich dann so, also die Leute mit dem Gasherd haben das
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                  dann angeboten, wir können noch kochen, wir kochen gemeinsam für alle.
                  0:43:44–0:43:48
                  Ich glaube, es ist wirklich, also wenn man Krisensituationen sich anschaut,
                  0:43:48–0:43:54
                  auch in dem Buch von Rutger Brechmann, im Grunde gut, sehr zu empfehlen,
                  0:43:54–0:44:00
                  beschreibt er auch immer wieder, wie sozusagen es wirklich in der Natur des Menschen liegt.
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                  Und da würde jetzt sozusagen die alte Marktlogik sagen, das eigene Wohl zu maximieren
                  0:44:06–0:44:08
                  und nur egomanisch durchs Leben zu laufen.
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                  Nein, die Natur des Menschen, wenn man sich Krisensituationen anschaut und wenn
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                  Menschen wirklich auf einen Überlebensmodus zurückgeworfen sind,
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                  ist, sich gegenseitig zu schützen, sich gegenseitig zu unterstützen in der Gemeinschaft
                  0:44:22–0:44:26
                  und sich in kleinen Gruppen zu organisieren.
                  0:44:27–0:44:31
                  Und ich glaube, das wird wieder relevant sein. Und wenn wir davor schon einüben,
                  0:44:31–0:44:35
                  sozusagen, wie das gut funktionieren kann, ohne dass die ganze Zeit Chaos ausbricht,
                  0:44:35–0:44:38
                  weil wir keine Institutionen und keine alten Regeln mehr haben,
                  0:44:39–0:44:42
                  sozusagen, dann hilft das auf jeden Fall.
                  0:44:42–0:44:47
                  Heißt, die Resilienz, auch für krisengewappnet zu sein, liegt auf jeden Fall,
                  0:44:47–0:44:50
                  ist ein Kern des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens und, glaube ich,
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                  auch ein Kern, warum gerade in diesem Bereich so viel passiert,
                  0:44:54–0:44:56
                  weil Leute das anfangen zu verstehen.
                  Stefan Schneider
                  0:44:56–0:45:00
                  Ich bin in einem ganz wichtigen Paradigmenwechsel und das ist eine der größten
                  0:45:00–0:45:03
                  Übertreibungen unserer heutigen Zeit und das haben wir vor allem im Ökonomienstudium
                  0:45:03–0:45:06
                  gelernt, also Konkurrenzparadigma statt Kooperation.
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                  Und ich glaube daran, also es ist für mich sowohl als auch, es ist beides da.
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                  Wir Menschen können sowohl in der Konkurrenz sein als auch in der Kooperation
                  0:45:17–0:45:21
                  und in der Natur hat vielleicht sogar auch beides eine gewisse Berechtigung,
                  0:45:21–0:45:26
                  aber es ist definitiv völlig aus der Balance. Wir sind nur in der Idee von Konkurrenz unterwegs.
                  0:45:26–0:45:31
                  Wir lernen unser Bildungssystem, lernen wir in Konkurrenz zueinander zu stehen die ganze Zeit.
                  0:45:31–0:45:35
                  Und im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften dürfen wir kooperieren wieder lernen.
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                  Und das ist die Aufgabe an der Stelle.
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                  Und das macht resilienter. Also wir haben unsere Gesellschaft oder überhaupt
                  0:45:44–0:45:48
                  Zivilisation ist durch Kooperation entstanden, nicht durch Konkurrenz.
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                  Wir machen sie eher gerade durch Konkurrenz kaputt, glaube ich.
                  0:45:52–0:45:55
                  Gut, dann kommen wir nämlich zu dem schönen letzten abschließenden Punkt,
                  0:45:55–0:45:58
                  nämlich wirtschaftliche Aufklärung, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung.
                  0:45:59–0:46:02
                  Du hast es vorhin schon gesagt, ja, das ist auch ein bisschen anstrengender.
                  0:46:02–0:46:05
                  Wenn ich irgendwo hingehe und ich bleibe in meiner unbewussten Konsumentinnenrolle,
                  0:46:06–0:46:09
                  dann kaufe ich halt einfach irgendwas und habe nichts gelernt.
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                  Und wenn wir gemeinschaftsbasiert wirtschaften, haben wir alle einen Lern- und Bildungsweg vor uns.
                  0:46:14–0:46:17
                  Wir werden über Geld sprechen müssen, wir werden über Macht sprechen müssen,
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                  wir werden über Wirtschaft reden.
                  0:46:20–0:46:24
                  Ich war fast ein bisschen schockiert und gemerkt, wie betriebsblind ich bin
                  0:46:24–0:46:26
                  als Volkswirt und auch mehrfach irgendwie Unternehmer,
                  0:46:26–0:46:30
                  wie Leute von einem Franzwerke, die überhaupt keine Ahnung hatten,
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                  was so ein Laden kostet und was da überhaupt Geld kostet und was Fixkosten sind
                  0:46:35–0:46:40
                  und wie eigentlich Preise entstehen in unserer Welt, warum sie eigentlich irgendwo
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                  bezahlen, was sie bezahlen.
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                  Und dann gehen wir noch einen Schritt weiter und gucken mit den Menschen gemeinsam hin, so, ja, was,
                  0:46:48–0:46:51
                  würdest du denn gern geben für diesen Ort und was kannst du geben und was für,
                  0:46:52–0:46:55
                  finanzielle Privilegien hast du, wie Privilegien, ja, ich habe halt Geld,
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                  weil ich so viel gearbeitet habe, aha, und hast du vorher geerbt und bist du
                  0:46:59–0:47:02
                  in einer reichen Familie aufgewachsen und wieso bist du eigentlich,
                  0:47:02–0:47:03
                  wieso konntest du eigentlich,
                  0:47:05–0:47:07
                  Hannah promulieren, ja, weil du halt wahrscheinlich in einer,
                  0:47:09–0:47:13
                  sehr bildungsaffinen Umgebung aufgewachsen bist oder aufwachsen durftest.
                  0:47:13–0:47:15
                  Hast du ganz selber gemacht.
                  Hannah Heller
                  0:47:15–0:47:17
                  Auf jeden Fall. Nein, weil ich ganz voll alleine so schlau auf die Welt gekommen bin.
                  Stefan Schneider
                  0:47:17–0:47:18
                  Absolut dein Verdienst.
                  Hannah Heller
                  0:47:18–0:47:18
                  Ja.
                  Stefan Schneider
                  0:47:20–0:47:25
                  So, und das heißt, genau, das heißt, also um es ein bisschen überspitzt zu formulieren,
                  0:47:25–0:47:28
                  und das habe ich vor vielen Jahren schon, ist mir das klar geworden,
                  0:47:28–0:47:30
                  in dieser Idee von Ökonomie der Vieren.
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                  Also wir hatten ja mal so eine bisschen politische Aufklärung von damals französischer
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                  Revolution und Kant hat dann was Tolles gesagt, das brauchen wir jetzt hier
                  0:47:38–0:47:40
                  nicht zitieren, das brauchen wir nicht so angeben, aber es geht ja um Aufklärung
                  0:47:40–0:47:44
                  und Unmündigkeit und die selbstverschüttelte Unmündigkeit der Menschen.
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                  Und es ist eine steile These, dass wir jetzt politisch mündig werden durch die
                  0:47:48–0:47:50
                  Aufklärung. Das sieht eher gerade wieder ein bisschen anders aus.
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                  Was ich auch mal hinaus will, was es sicherlich überhaupt nicht gegeben hat,
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                  ist auch irgendeine wirtschaftliche Mündigkeit.
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                  Also wir sind unmündige Konsumenten, also richtige Puppets.
                  0:48:00–0:48:03
                  Und aus denen können mündige WirtschaftsbürgerInnen werden.
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                  Das ist das, was wir anbieten können im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
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                  Schluss mit Konsumentenlämmern auf der Schlacht der Konsumgesellschaft, sondern,
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                  auch da, wir holen uns wieder was zurück, wir empowern uns, indem wir wissen,
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                  wie eigentlich Ökonomie funktioniert und tatsächlich, wie sie uns ausnimmt und
                  0:48:23–0:48:26
                  wie sie im großen Ganzen sehr mitverantwortlich ist, unseren Planeten,
                  0:48:26–0:48:28
                  unsere Lebensgrundlagen geradezu zu zerstören.
                  0:48:28–0:48:32
                  Und ja, das kann ich im Großen nicht ändern, aber ich kann es eben im Kleinen machen.
                  0:48:32–0:48:35
                  Ich kann es hier bei mir in meinem Viertel machen, mit meinem Carsharing und
                  0:48:35–0:48:41
                  wir können uns alle auf so einen Bildungsweg begeben, sowohl so einen inhaltlichen
                  0:48:41–0:48:43
                  Bildungsweg als auch Persönlichkeitsentwicklung.
                  0:48:44–0:48:47
                  Wenn wir in Gemeinschaft gehen, selbst noch nicht mal in Gemeinschaft leben,
                  0:48:47–0:48:50
                  sondern nur gemeinschaftsbasiert zusammen wirtschaften, werden wir viele Reibungspunkte
                  0:48:50–0:48:53
                  haben und wir haben alle eine Riesenchance zu wachsen.
                  Hannah Heller
                  0:48:53–0:48:57
                  Ja, ich würde gerne auch nochmal das Thema Demokratie daneben legen.
                  0:48:58–0:49:04
                  Hat auch nicht den besten Ruf gerade, also Partei, also das Vertrauen in die
                  0:49:04–0:49:08
                  Institutionen, in den demokratischen Institutionen auch, geht zurück.
                  0:49:09–0:49:13
                  Genau, die Menschen vertrauen nicht mehr darauf, dass die Probleme gelöst werden. Warum?
                  0:49:14–0:49:18
                  Und da ist das Verhältnis von Wirtschaft und politischer Sphäre,
                  0:49:18–0:49:22
                  also Demokratie so spannend, weil eigentlich wurde unsere Wirtschaft auch nach
                  0:49:22–0:49:27
                  dem Zweiten Weltkrieg, nachdem es in den 30er Jahren schon so mit Black Friday
                  0:49:27–0:49:29
                  und so weiter so schief gegangen war.
                  0:49:29–0:49:32
                  Weltwirtschaftskrise war da Ende der 20er. Es gab Deflation,
                  0:49:32–0:49:36
                  Inflation und dann so eine Destabilisierung der Wirtschaft, dass es eben auch,
                  0:49:37–0:49:40
                  dazu kommen konnte, dass die Nazis in Deutschland an die Macht kamen und so weiter.
                  0:49:40–0:49:43
                  Ich will jetzt hier nicht ewig ausholen, aber dann hat man ein System konstruiert,
                  0:49:43–0:49:47
                  wo man gesagt hat, okay, Wirtschaft wird jetzt sozusagen, muss eigentlich ein
                  0:49:47–0:49:49
                  ideologiefreier Raum sein.
                  0:49:49–0:49:52
                  Hier geht es nur um wirklich Zahlungstransaktionen,
                  0:49:52–0:49:56
                  Tauschlogik hin und her und die moralischen Regeln
                  0:49:56–0:49:59
                  für dieses Wirtschaften und die Werte sozusagen
                  0:49:59–0:50:03
                  wie wir wirtschaften wollen und die regeln wie man wirtschaften darf die werden
                  0:50:03–0:50:08
                  sozusagen von der politik von der demokratie gemeinsam festgelegt von mündigen
                  0:50:08–0:50:11
                  bürgerinnen und bürgern wie du es gerade schon gesagt dass die am sonntag nicht
                  0:50:11–0:50:12
                  arbeiten sondern eben in die
                  0:50:12–0:50:18
                  kirche oder zur wahl gehen so damals das bild und jetzt ist ja aber dieser.
                  0:50:19–0:50:25
                  Der unmoralische Teil der Wirtschaft so gewachsen, das eigentlich auch international
                  0:50:25–0:50:28
                  so verflechtet, dass eigentlich die nationalen Demokratien,
                  0:50:29–0:50:34
                  Europa ist jetzt auch noch nicht ganz justiert und kann nicht eigentlich wirtschaftspolitisch
                  0:50:34–0:50:35
                  so viel Einfluss nehmen.
                  0:50:36–0:50:38
                  Die können immer wieder Geld reinbuttern, um Banken zu retten und so weiter.
                  0:50:38–0:50:45
                  Aber wirklich die Regeln aufzusetzen, da haben wir noch einen langen Weg vor
                  0:50:45–0:50:49
                  uns als europäische Demokratie auch. Siehe Lieferkettengesetz,
                  0:50:49–0:50:52
                  was jetzt gerade wieder abgeschwächt wurde und so weiter, aber wie auch immer.
                  0:50:52–0:50:56
                  Auf jeden Fall ist es im Moment so, dass die Wirtschaft die Regeln bestimmt
                  0:50:56–0:51:01
                  für auch die politische Sphäre und nicht mehr umgekehrt.
                  0:51:01–0:51:05
                  Und was durchs gemeinschaftsbasierte Wirtschaften eben so deutlich wird und
                  0:51:05–0:51:10
                  so wieder möglich wird, dass wir eben uns diese Mitbestimmung wieder zurückholen
                  0:51:10–0:51:12
                  in der wirtschaftlichen Sphäre.
                  0:51:12–0:51:14
                  Und zwar nicht, gar nicht mal über den Staat.
                  0:51:14–0:51:17
                  Also wäre schön, wenn der Staat irgendwann mitziehen würde und man es auf eine
                  0:51:17–0:51:19
                  staatliche Ebene heben würde.
                  0:51:19–0:51:23
                  Aber aktuell, wie es aussieht, fangen wir jetzt nicht an, über die aktuelle
                  0:51:23–0:51:24
                  Bundesregierung zu sprechen.
                  0:51:24–0:51:28
                  Aber ich habe das Gefühl, Friedrich Merz ist nicht der Typ für das gemeinschaftsbasierte
                  0:51:28–0:51:31
                  Wirtschaften aus den Universen, aus denen er kommt.
                  0:51:31–0:51:35
                  Aber wir können das direkt tun. Wir können direkt über gemeinschaftsbasierte
                  0:51:35–0:51:40
                  Netzwerke, über gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften eben uns selbst diesen Raum
                  0:51:40–0:51:42
                  der werteorientierten,
                  0:51:43–0:51:47
                  demokratischen, gleichberechtigten Mitbestimmung einfach wiederholen. Und das liebe ich.
                  0:51:47–0:51:50
                  Das liebe ich wirklich am gemeinschaftsbasierten Wirtschaften,
                  0:51:50–0:51:54
                  einfach direkt die Probleme gemeinsam, solidarisch zu lösen,
                  0:51:54–0:51:57
                  dabei Resilienz aufzubauen. Und ich könnte sie alle nochmal in einem Satz zusammenfassen,
                  0:51:57–0:51:58
                  glaube ich, diese sieben Gründe.
                  0:51:59–0:52:01
                  Weil, ja, ich sage es eigentlich bei jedem Mal, da liegt der Kern,
                  0:52:02–0:52:05
                  dass man so sagt, okay, wir können hier selbst mitbestimmen.
                  0:52:05–0:52:08
                  Und ich glaube ja sehr stark an das Gute im Menschen und glaube auch,
                  0:52:08–0:52:14
                  dass wenn der Mensch sich bewusst für Dinge entscheidet in einer sozialen Dynamik
                  0:52:14–0:52:19
                  mit anderen Menschen, dass dann Gutes daraus kommt.
                  0:52:19–0:52:21
                  Weil wir eigentlich im Grunde gut sind.
                  Stefan Schneider
                  0:52:22–0:52:26
                  Ja, das ist vor allen Dingen eine Form von Empowerment. Wir holen uns einfach
                  0:52:26–0:52:29
                  wieder was zurück und wir holen uns das vor allen Dingen aus dem Großen wieder ins Kleine.
                  0:52:30–0:52:32
                  Und das war für mich auch so schwer zu lernen.
                  0:52:33–0:52:37
                  Ich habe auch noch so lange früher immer gedacht, wie kriege ich denn einen großen Hebel?
                  0:52:37–0:52:40
                  Aber ich sitze da nicht. Ich kann das, wovon du gerade sprichst,
                  0:52:40–0:52:44
                  auch die EU und so, das ist einfach, ich kann da nichts tun.
                  0:52:44–0:52:46
                  Und jetzt kann ich einfach da sitzen und sagen, ja, dann kann ich ja nichts
                  0:52:46–0:52:50
                  tun, weil die Probleme müssen von denen da oben gelöst werden.
                  0:52:51–0:52:56
                  Und das werden sie halt nicht. Oder vielleicht auch. Also es braucht sicherlich ein Sowohl-als-auch.
                  0:52:56–0:52:59
                  Und gleichzeitig ist die Frage, okay, was ist, und da sind wir wieder bei diesem
                  0:52:59–0:53:00
                  Thema vom letzten Podcast, von
                  0:53:00–0:53:03
                  der Wirkmacht und meinem eigenen Gestaltungskraft, wo kann ich was tun?
                  0:53:04–0:53:08
                  Und wie kann ich mich da empowern? Und das kann ich hier. Und das ist einfach
                  0:53:08–0:53:10
                  voll das gute Gefühl. Und was ich dann halt noch ein bisschen brauche,
                  0:53:10–0:53:12
                  ist das Vertrauen, dass das eben viele machen.
                  0:53:12–0:53:16
                  Und eben nicht die Idee von wegen, das skaliert jetzt. ich muss jetzt was machen,
                  0:53:16–0:53:20
                  was riesig wird, sondern wir haben ja den schönen Begriff inzwischen dafür gefunden,
                  0:53:20–0:53:22
                  es darf sich horizontal vervielfältigen.
                  0:53:22–0:53:26
                  Und dafür ist sowas wie so ein Podcast jetzt wichtig, weil einfach,
                  0:53:26–0:53:31
                  ja, wenn viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, dann passiert vielleicht dann doch was.
                  0:53:31–0:53:35
                  Und da kann man jetzt so sagen, ja, nö, das wird sicher nicht reichen,
                  0:53:35–0:53:38
                  ist ja alles Quatsch. Oder man kann sagen, doch, ganz bestimmt.
                  0:53:39–0:53:41
                  Oder man kann sagen, ich weiß es nicht.
                  0:53:41–0:53:46
                  Ich weiß nicht, ob es reicht. Ich weiß es nicht, was es wirklich braucht.
                  0:53:46–0:53:50
                  Ich kann nur herausfinden, was ich eben selbst tun kann.
                  0:53:50–0:53:54
                  Und in dem gemeinschaftsbasierten Wirtschaften noch als letzter Satz ist die
                  0:53:54–0:53:58
                  Möglichkeit, kleine Inseln im bestehenden System zu bauen. Das ist mir irgendwann klar geworden.
                  0:53:59–0:54:01
                  Dadurch, dass wir schon eine Gemeinschaft um uns herum haben,
                  0:54:01–0:54:05
                  können wir einen kleinen Raum schaffen, innerhalb dem es anders läuft.
                  0:54:05–0:54:10
                  Innerhalb von dem wir auf einmal solidarisch sind. Innerhalb von dem wir in
                  0:54:10–0:54:11
                  Beziehungen miteinander sind.
                  0:54:12–0:54:15
                  Auch innerhalb eines Systems, was das alles nicht tut.
                  0:54:15–0:54:19
                  Und dahin steckt das große Geschenk. Und das sage ich aber auch ehrlich,
                  0:54:19–0:54:20
                  gleichzeitig die Anstrengung.
                  0:54:20–0:54:24
                  Vor allen Dingen für die anbietenden Menschen in der Mitte, für die Unternehmerpersönlichkeiten,
                  0:54:25–0:54:28
                  weil an den Rändern kommt es zur Reibung.
                  0:54:28–0:54:32
                  Und die Reibung auszuhalten ist schwierig. Also wir schaffen irgendwie einen
                  0:54:32–0:54:35
                  tollen Ort des Franzwerkes, wir machen intern alles, aber an den Rändern nach
                  0:54:35–0:54:38
                  außen muss ich mich ja trotzdem mit einem Finanzamt auseinandersetzen,
                  0:54:39–0:54:41
                  ich muss mich mit einem Bauamt auseinandersetzen.
                  0:54:41–0:54:44
                  Das heißt, ich muss mich trotzdem ständig mit der anderen Welt,
                  0:54:44–0:54:47
                  mit der alten auseinandersetzen und muss versuchen, das in Einklang zu bringen.
                  0:54:48–0:54:51
                  Das ist eine große Herausforderung. Das möchte ich nicht schönreden, aber es geht.
                  0:54:52–0:54:55
                  Und innerhalb unseres Raumes können wir ganz anders miteinander umgehen,
                  0:54:56–0:54:58
                  als uns die Marktlogik draußen vorgibt.
                  Hannah Heller
                  0:54:58–0:55:02
                  Und bestenfalls verbinden sich ja diese verschiedenen Inseln miteinander.
                  0:55:03–0:55:07
                  Also es sind jetzt kleine Inseln an verschiedenen Orten und wir arbeiten ja
                  0:55:07–0:55:09
                  aber hart daran im Myzelium, auch diese Inseln miteinander zu verbinden,
                  0:55:09–0:55:13
                  dass es keine Inseln bleiben oder keine einzelnen Bäume bleiben,
                  0:55:13–0:55:15
                  um in unserer Metapher zu sein,
                  0:55:15–0:55:20
                  sondern zu einem Wald zusammenwächst und dann eben was Größeres daraus entsteht.
                  0:55:21–0:55:25
                  Aber ich glaube, es waren schöne Schlussworte, Stefan.
                  0:55:25–0:55:28
                  Und ich glaube, es hat nochmal gezeigt, warum wir zumindest leidenschaftlich
                  0:55:28–0:55:31
                  hier für diesen Weg eintreten.
                  0:55:31–0:55:35
                  Und wenn ihr auch Teil der Ökonomie der vielen werden wollt,
                  0:55:35–0:55:40
                  wenn ihr auch Teil des gemeinschaftsbasierten Ökosystems, des MYZELIUM-Ökosystems
                  0:55:40–0:55:42
                  werden wollt, dann tretet näher an uns heran.
                  0:55:42–0:55:47
                  Besucht unsere Seite MYZELIUM-ev.com und unsere neue Seite MYZELIUM.com.
                  0:55:48–0:55:51
                  Bald wird es nur noch eine Seite geben. Entschuldigt die Verwirrung.
                  0:55:51–0:55:55
                  Aber wenn ihr Fördermitglied werden wollt und diesen Podcast unterstützen wollt,
                  0:55:55–0:56:00
                  dann geht auf MYZELIUM-ev.com und füllt da alles aus.
                  0:56:00–0:56:03
                  Es ist ganz einfach und schnell zu machen und damit unterstützt ihr unsere Arbeit
                  0:56:03–0:56:09
                  und werdet auch eingeladen zu spannenden Austauschräumen rund ums gemeinschaftsbasierte Wirtschaften.
                  0:56:09–0:56:13
                  Ich danke euch fürs Zuhören und wünsche euch noch eine gute Woche.
                  0:56:14–0:56:15
                  Tschüss Stefan, danke, dass du da warst.
                  Stefan Schneider
                  0:56:15–0:56:18
                  Tschüss zusammen, danke, dass ich da sein durfte. Bis bald.

                  The post MP095 – 7 Gründe für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften appeared first on MYZELIUM.

                  59 min
                • MP094 - Die Kornkiste

                    Die KORNKISTE – Deutschlands erste Foodcoop für unverpackte Bio-Lebensmittel. Darum geht´s in dieser Podcastfolge mit unserer Gästin Oliva, die einfach keine Lust mehr auf Verpackungsmüll hatte und kurzerhand mit ihrem Lebensgefährten eine Initiative gestartet hat – Unverpackte Bio-Lebensmittel für alle, und vor allem für die, die keinen Unverpacktladen um die Ecke haben (#Dorfleben).

                    Begleitet wird die KORNKISTE gerade vom MYZELIUM, um das Geschäftsmodell nun gemeinschaftsbasiert auf die Beine zu stellen.

                    Mehr zur KORNKISTE unter https://kornkiste.de

                    Viel Freude beim Hören.

                    Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com

                    Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                    Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                    Transkription

                    0:00:10–0:00:14
                    Herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast, dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes
                    0:00:14–0:00:17
                    Wirtschaften. Ich freue mich, dass wir heute in der 94.
                    0:00:18–0:00:22
                    Folge die Kornkiste zu Besuch haben. Und zwar sitzen hier einerseits ich,
                    0:00:22–0:00:25
                    Hanna Heller, und meine Co-Hostin Franka.
                    0:00:25–0:00:28
                    Schön, dass du auch wieder mit dabei bist, um mich hier zu unterstützen.
                    0:00:29–0:00:34
                    Und Olivia von der Kornkiste. Megaschön, dass ihr beiden heute da seid. Hallo.
                    0:00:35–0:00:35
                    Hi, danke.
                    0:00:36–0:00:40
                    Hallo. Ja, dann übernehme ich gleich und möchte auch nochmal Olivia begrüßen.
                    0:00:41–0:00:45
                    Olivia steckt gerade in einer spannenden Phase, wir nennen das oft Kampagnenphase,
                    0:00:46–0:00:50
                    weil sie Mitglieder sucht, Mitglieder für ihr Projekt, die Kornkiste.
                    0:00:50–0:00:54
                    Und was hinter dieser Kornkiste steckt und wer Olivia eigentlich ist,
                    0:00:54–0:00:56
                    das werden wir in diesem Podcast rausfinden.
                    0:00:56–0:01:02
                    Genauso wie was das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften in diesem Projekt zur
                    0:01:02–0:01:06
                    Blüte bringt und was auch das MYZELIUM gerade im Hintergrund so macht.
                    0:01:07–0:01:11
                    Liebe Olivia, herzlich willkommen. Die erste Frage geht an dich.
                    0:01:11–0:01:15
                    Wer bist du? Und erzähl uns doch mal von deinem Herzensprojekt der Kornkiste.
                    0:01:15–0:01:23
                    Ja, hallo. Ich bin Olivia. Ich bin 37, habe vier Kinder und habe vor fast sechs
                    0:01:23–0:01:25
                    Jahren die Kornkiste gegründet.
                    0:01:26–0:01:30
                    Das ist eigentlich, ja, was heißt gegründet? Also irgendwie ist die Idee über
                    0:01:30–0:01:33
                    Nacht so zu mir gekommen oder am Abend besser gesagt.
                    0:01:34–0:01:38
                    Weil wir haben schon länger, wir haben auf dem Dorf gelebt und hatten total
                    0:01:38–0:01:42
                    das Bedürfnis, unverpackt einzukaufen und es gab keinen unverpackten Laden in der Nähe.
                    0:01:42–0:01:47
                    Also das heißt, wir hatten halt damals schon drei Kinder und das heißt,
                    0:01:47–0:01:51
                    wenn wir zum Beispiel Milchreis oder Linsen gekocht haben, war das quasi 500
                    0:01:51–0:01:55
                    Gramm Packung auf, Packung in den Topf und Plastik in den Müll.
                    0:01:55–0:02:00
                    Und dieser Vorgang, der hat sich jedes Mal so falsch angefühlt und irgendwie
                    0:02:00–0:02:03
                    eineinhalb Stunden zum nächsten Unverpacktladen zu fahren mit dem Auto,
                    0:02:03–0:02:07
                    das hätte sich halt vorne und hinten irgendwie gar nicht ausgegangen,
                    0:02:07–0:02:13
                    wenn ich jetzt an jeden gefahrenen Kilometer denke sozusagen und auch an die Zeit,
                    0:02:13–0:02:16
                    also das wären irgendwie drei Stunden Autofahrt gewesen für einen Einkauf,
                    0:02:16–0:02:18
                    genau und da.
                    0:02:19–0:02:22
                    Dann haben wir überlegt, es geht doch sicher auch anderen Menschen so,
                    0:02:22–0:02:25
                    dass sie irgendwie auf dem Dorf leben, keinen Zugang, vielleicht nicht mal zu
                    0:02:25–0:02:29
                    Bio-Lebensmitteln haben, weil der nächste Biomarkt oder DM oder so zu weit weg ist.
                    0:02:30–0:02:33
                    Dann haben wir so überlegt, wie könnte man denn unverpackt Lebensmittel verschicken.
                    0:02:33–0:02:37
                    Und dann konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen und am nächsten Morgen war
                    0:02:37–0:02:40
                    irgendwie die Kornkiste geboren und auch der Name war irgendwie sofort da.
                    0:02:41–0:02:44
                    Da haben wir so ein bisschen an die Gemüsekiste gedacht, die die Solavis und
                    0:02:44–0:02:46
                    die die ganzen Höfe immer liefern. Und dann haben wir gedacht,
                    0:02:46–0:02:47
                    ja, und wir sind halt die Kornkiste.
                    0:02:47–0:02:51
                    Wir liefern nicht Gemüse, wir liefern Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte,
                    0:02:52–0:02:56
                    Getreide, Nüsse, Saaten, Nudeln.
                    0:02:57–0:03:02
                    Genau, alles, was man eben so trocken in Gläsern gut lagern kann.
                    0:03:02–0:03:07
                    Ich kann es voll verstehen. Ich wohne zum Glück in Speyer, wo es einen Unverpacktladen
                    0:03:07–0:03:10
                    gibt und genau, wo ich zu Fuß hinschlappen kann.
                    0:03:10–0:03:13
                    Das ist natürlich ein großes Privileg und ich kann es verstehen,
                    0:03:13–0:03:17
                    dass man sich total ärgert, wenn man da ständig letztendlich gezwungen ist,
                    0:03:17–0:03:21
                    auch zu diesem, ja, einfach bei dieser Plastikmüllproduktion mitzumachen.
                    0:03:22–0:03:25
                    Und erzähl doch mal, wie das läuft bei euch.
                    0:03:26–0:03:31
                    Also wie, ja, wie passiert es, dass man bei euch bestellen kann? Was muss ich dafür tun?
                    0:03:31–0:03:34
                    Wie ist es denn aktuell und wie lange läuft es vielleicht schon?
                    0:03:34–0:03:37
                    Also auch so ein bisschen vielleicht die Geschichte, wie ist es denn dann entstanden?
                    0:03:37–0:03:44
                    Also von dieser Nacht, wo du dir ausgedacht hast, aha, jetzt senden wir die Kornkisten aus.
                    0:03:44–0:03:47
                    Was kam danach und wo stehst du jetzt?
                    0:03:47–0:03:51
                    Also von diesem ersten Gedanken, bis wir gestartet sind, ist ungefähr ein Jahr
                    0:03:51–0:03:53
                    vergangen, in dem wir geplant haben,
                    0:03:53–0:03:58
                    vor allem Verpackungsmaterialien mit Versanddienstleistern irgendwie verhandelt
                    0:03:58–0:04:03
                    haben, war das nämlich gar nicht leicht, weil wir wollten nämlich nicht in Kartonage versenden,
                    0:04:03–0:04:09
                    sondern in so Versandboxen, also in Mehrweg-Versandboxen und die sind aber nicht
                    0:04:09–0:04:14
                    bandfähig und dann kriegt man für jede einzelne Versandbox irgendwie 10 Euro
                    0:04:14–0:04:15
                    Zuschlag zahlen, also ganz verrückt,
                    0:04:16–0:04:20
                    bis wir dann mit DHL einen Deal aushandeln konnten und genau,
                    0:04:21–0:04:25
                    das heißt mit DHL haben wir dann, ja genau, einen Versandpartner gefunden und
                    0:04:25–0:04:30
                    haben dann ganz, ganz klein angefangen in der ehemaligen Apotheke.
                    0:04:31–0:04:35
                    Im Hinterraum, im Vorderraum haben wir noch einen Unverpacktladen eröffnet auf dem Dorf eben.
                    0:04:35–0:04:39
                    Und im Hinterraum haben wir angefangen und haben einen Online-Shop erstellt
                    0:04:39–0:04:43
                    mit einer ganz furchtbaren Plattform, wo gar nichts so richtig gut funktioniert hat.
                    0:04:43–0:04:46
                    Und dann kam so die erste Bestellung rein von irgendjemandem,
                    0:04:46–0:04:49
                    der irgendwie da drauf gestoßen war. Wir hatten damals noch 50 Euro Kaution
                    0:04:49–0:04:51
                    für die Pfandartikel, die man hinterlegen musste.
                    0:04:51–0:04:54
                    Also da hat es auch immer einen Vertrauensvorschuss irgendwie gebraucht.
                    0:04:55–0:04:58
                    Und dann kamen Bestellungen rein und wir hatten aber überhaupt keine Ware.
                    0:04:58–0:05:01
                    Wir haben dann immer, wenn eine Bestellung reinkam, die Ware bestellt,
                    0:05:01–0:05:05
                    die in dieser Bestellung da war, weil wir halt auch ohne Startkapital,
                    0:05:05–0:05:07
                    ohne Crowdfunding oder irgendwas einfach losgelegt haben.
                    0:05:07–0:05:11
                    Wir hatten sozusagen 10.000 Euro Erspartes, mit dem haben wir irgendwie das gestartet.
                    0:05:11–0:05:15
                    Den Unverpacktladen haben wir aus, also da haben wir so gebrauchte,
                    0:05:16–0:05:20
                    verschenkte Eichen, riesige Wohnzimmerschränke haben wir auseinandergebaut und
                    0:05:20–0:05:25
                    optimiert und dann als Ladenregale verwendet, was am Ende richtig,
                    0:05:25–0:05:29
                    richtig schön aussah und so ein richtig tolles Upsackling-Projekt eigentlich war.
                    0:05:30–0:05:34
                    Aber genau, und so sind wir gestartet und am Anfang wollten wir 100 Prozent
                    0:05:34–0:05:35
                    auf Plastik verzichten.
                    0:05:35–0:05:39
                    Also jetzt haben wir auch so kleine Plastikverpackungen, die wollten wir am
                    0:05:39–0:05:42
                    Anfang nicht nutzen und hatten nur Stoffbeutel.
                    0:05:43–0:05:46
                    Und das war halt Katastrophe. Also Kurkuma, die Stoffbeutel waren dann halt
                    0:05:46–0:05:49
                    alle gelb oder Pfeffer und Paprikapulver.
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                    Das war einfach alles gefärbt und hatte den Geschmack. Und dann durfte man natürlich
                    0:05:52–0:05:57
                    nicht die Süßigkeiten in den Kurkuma-Beutel füllen, sonst haben die nach Kurkuma geschmeckt.
                    0:05:58–0:06:01
                    Und genau, also dann haben wir angefangen mit Blechdosen, weil die waren halt
                    0:06:01–0:06:04
                    günstiger und eben kein Plastik, aber dann konnte man die nicht waschen,
                    0:06:04–0:06:09
                    weil die sonst rosten und also, oder durften wir die halt nur mit einem ganz
                    0:06:09–0:06:11
                    bestimmt abgestimmten feuchten Tuch auswischen, damit halt.
                    0:06:12–0:06:14
                    Ja, und es war halt irgendwie so klar, okay, das ist gar nicht,
                    0:06:14–0:06:17
                    das ist nicht hygienisch genug, das können wir gar nicht machen.
                    0:06:17–0:06:20
                    Und am Endeffekt war einfach irgendwie klar, nee, wir brauchen was,
                    0:06:21–0:06:25
                    also als wir dann gewachsen sind auch und immer mit Menschen so Kornkiste gefunden haben,
                    0:06:25–0:06:27
                    war klar, wir brauchen was Hygienisches und dann war einfach klar,
                    0:06:27–0:06:34
                    für Pulver, für Gewürze brauchen wir einfach Plastikdosen und sind jetzt richtig
                    0:06:34–0:06:37
                    froh, also weil wir haben, die sind aus recyceltem Plastik, die Dosen.
                    0:06:38–0:06:42
                    Ich glaube zu 75 Prozent und halten jetzt auch schon seit vier Jahren.
                    0:06:43–0:06:45
                    Also wir haben immer noch die gleichen Dosen wie vor vier Jahren.
                    0:06:45–0:06:49
                    Wir müssen keine Dosen wegschmeißen. Wenn mal ein Deckel so kaputt ist,
                    0:06:50–0:06:52
                    dass man ihn nicht mehr nutzen kann, können wir bei der Firma Deckel nachbestellen,
                    0:06:52–0:06:55
                    schicken die Deckel, die kaputt sind, der Firma zurück.
                    0:06:55–0:06:58
                    Also es ist schon, ich finde es schon richtig toll. Ja genau,
                    0:06:58–0:06:59
                    und mit den Minimumboxen genauso.
                    0:07:00–0:07:03
                    Da gehen auch höchstens mal, also mit den Versandboxen gehen höchstens mal die
                    0:07:03–0:07:05
                    Deckel kaputt und auch die kriegen wir von der Firma neu.
                    0:07:05–0:07:10
                    Und ja, die Stoffbeutel sind unverwüstlich. Also man sieht zwar,
                    0:07:10–0:07:14
                    dass sie halt älter werden, aber ansonsten, also ich freue mich,
                    0:07:14–0:07:17
                    dass unsere Kunden sehr kulant sind, was so Optik angeht.
                    0:07:17–0:07:21
                    Genau, weil die werden natürlich alle immer gewaschen, aber trotzdem geht halt
                    0:07:21–0:07:23
                    so fünf Jahre Nutzung, geht halt nicht spurenlos an denen vorbei.
                    0:07:24–0:07:30
                    Aber wir haben Kunden, die sind so, die supporten uns so sehr und also noch
                    0:07:30–0:07:36
                    haben wir Kunden, die uns so sehr supporten, dass sie uns auch immer Liebesbriefe schreiben.
                    0:07:36–0:07:40
                    Und noch redest du oder noch redet ihr von Kunden und Kundinnen.
                    0:07:41–0:07:45
                    Da gibt es ja einen kleinen Switch oder einen großen Switch,
                    0:07:45–0:07:46
                    den ihr jetzt gerade vorhabt.
                    0:07:46–0:07:50
                    Und vielleicht magst du da nochmal erzählen, wo steht ihr denn da gerade?
                    0:07:50–0:07:54
                    Wie kamt ihr überhaupt aufs MYZELIUM? Wie kam das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften zu euch?
                    0:07:55–0:07:59
                    Und was bedeutet das gerade für eure Kornkiste in euer Unternehmen?
                    0:07:59–0:08:02
                    Ja, tatsächlich ist der Begriff Kunden auch wirklich so, wenn ich aus der Geschichte
                    0:08:02–0:08:05
                    erzähle, es ist tatsächlich auch ein geschichtlicher Begriff.
                    0:08:05–0:08:09
                    Und genau, also heute eigentlich verwende ich den gar nicht mehr.
                    0:08:09–0:08:13
                    Vor ungefähr einem Jahr, ich weiß gar nicht, wie das passiert ist.
                    0:08:13–0:08:17
                    Also ich bin so ganz klassisch aufgewachsen und wir haben das Geschäft auch
                    0:08:17–0:08:20
                    irgendwie ganz klassisch geführt und es war halt irgendwie klar, das ist unser Geschäft.
                    0:08:21–0:08:26
                    Und vor einem Jahr haben wir da, wo wir sind, eine Food Coop gegründet.
                    0:08:26–0:08:31
                    Und dann haben wir im Sommer an einem solidarischen Festival teilgenommen mit einer Beatrunde.
                    0:08:32–0:08:36
                    Da mussten 30.000 Euro zusammenkommen, um das Festival zu finanzieren.
                    0:08:37–0:08:41
                    Und die sind zusammengekommen. Und das war ein unglaubliches Gefühl mit so vielen
                    0:08:41–0:08:45
                    Menschen, die man auch lieb gewonnen hat, über das Festival im Kreis zu sitzen.
                    0:08:47–0:08:52
                    Zu wissen, jeder gibt, was er kann, seinen Beitrag, der sich gut anfühlt.
                    0:08:53–0:08:57
                    Tatsächlich gab es irgendwie eine Beach, also eine Range von,
                    0:08:57–0:09:02
                    der eine hat 50 Euro gegeben, also war ja anonym, aber die eine Person hat 50
                    0:09:02–0:09:06
                    Euro gegeben und die eine Person hat 3000 Euro gegeben.
                    0:09:06–0:09:11
                    Weil die auch von einem Verein irgendwie noch Fördergelder wohl hatte.
                    0:09:11–0:09:13
                    Aber das weiß man ja nicht genau, aber das wurde so gemurmelt.
                    0:09:13–0:09:18
                    Und also es war, ja, das war einfach ein total, ja, ein unglaubliches Erlebnis.
                    0:09:19–0:09:21
                    Ich habe das auch auf unserem Instagram-Account, habe ich das gefilmt,
                    0:09:21–0:09:24
                    wie das ganze Geld da einfach in der Mitte zusammenkam.
                    0:09:25–0:09:28
                    Und das einfach auf Vertrauen. Und das war, dieses Festival hat,
                    0:09:29–0:09:30
                    glaube ich, schon vier oder fünf Mal stattgefunden.
                    0:09:30–0:09:34
                    Also wir waren das erste Mal dabei, aber das gab es schon, also das Living Future Festival.
                    0:09:34–0:09:38
                    Und das war wirklich sehr, sehr berührend und ganz, ganz wunderbar,
                    0:09:38–0:09:43
                    so eine Beatrunde live zu erleben. Und das war irgendwie nochmal so der letzte Kick.
                    0:09:44–0:09:47
                    Also wir hatten zwar im Frühjahr letzten Jahres schon entschieden,
                    0:09:47–0:09:50
                    dass wir auch die Kornkiste als Food Coop laufen lassen wollen,
                    0:09:51–0:09:55
                    aber dieses Erlebnis war irgendwie nochmal so, dass uns klar war,
                    0:09:55–0:10:01
                    ja, das ist der erste Schritt, dass die Beiträge solidarisch getragen sind.
                    0:10:01–0:10:05
                    Also das heißt, dass es eine Bietrunde gibt für alle Posten, die da sind.
                    0:10:06–0:10:10
                    Aber uns war irgendwie in dem Moment klar, dass auch die Lebensmittel eigentlich
                    0:10:10–0:10:17
                    solidarisch, also das Lebensmittel zum Einkaufspreis anzubieten, wie wir das dann können,
                    0:10:17–0:10:21
                    nicht das Endziel ist, sondern dass das Endziel ist, dass der ganze Einkaufswagen,
                    0:10:22–0:10:24
                    der ganze Einkauf, den ich abschließe.
                    0:10:25–0:10:29
                    So sein muss, dass ich in mir also dass jeder sie in sich leisten kann also
                    0:10:29–0:10:33
                    dass wir eigentlich die Fairness die nicht stattfindet bei der Bezahlung der
                    0:10:33–0:10:38
                    Menschen dass wir diese Fairness sozusagen beim Ausgaben von den Lebensmitteln,
                    0:10:38–0:10:41
                    dass wir das da abbilden und gerade bei so einem Grundbedürfnis wie Nahrung,
                    0:10:42–0:10:45
                    aber das war jetzt glaube ich ein bisschen schnell um das wirklich gut verstehen zu können.
                    0:10:46–0:10:51
                    Also ich weiß nicht Hanna wie es dir geht, aber bei mir ist auf jeden Fall Gänsehaut am Start und,
                    0:10:53–0:10:56
                    ich also ich höre, also ich habe dir gerade richtig, richtig gerne zugehört,
                    0:10:56–0:11:00
                    weil wir ja genau für diese Art und Weise des Wirtschaftens eben so sehr gehen
                    0:11:00–0:11:04
                    mit dem MYZELIUM und genau diese Momente, wo wir verstehen, dass,
                    0:11:05–0:11:09
                    Kapitalismus sozusagen nicht alternativlos ist und wir uns andere Welten und
                    0:11:09–0:11:13
                    auch ökonomische Welten sozusagen bauen können, indem wir zum Beispiel solidarisch
                    0:11:13–0:11:15
                    Festivals finanzieren oder eben,
                    0:11:15–0:11:20
                    Lebensmittelangebote wie die Kornkiste und so wie ich es verstanden habe,
                    0:11:20–0:11:24
                    ist euer erster Schritt jetzt gerade Mitglieder, also aus den KundInnen Mitglieder
                    0:11:24–0:11:27
                    zu machen und außerdem noch mehr, Mitglieder zu gewinnen.
                    0:11:27–0:11:31
                    Und der erste Schritt ist sozusagen die Fixkosten, also eure Betriebskosten
                    0:11:31–0:11:34
                    über diese Mitgliedsbeiträge zu decken.
                    0:11:34–0:11:36
                    Und du hast aber gerade schon ja auch von der Vision erzählt,
                    0:11:36–0:11:40
                    dass es nicht nur dabei bleiben soll, sondern dass eigentlich ihr auch ein System
                    0:11:40–0:11:48
                    einführen wollt, wie der ganze Einkauf irgendwie eine Art von Beitragsrunden Geschmack bekommt.
                    0:11:48–0:11:51
                    Genau, vielleicht magst du da noch mal ein bisschen reingehen mit,
                    0:11:51–0:11:55
                    Was habt ihr jetzt konkret vor, um was geht es gerade in eurer Kampagne und
                    0:11:55–0:11:58
                    wo willst du auch hin mit der Kornkiste?
                    0:11:59–0:12:03
                    Gerade geht es darum, dass diese finanzielle Last, die im Endeffekt auf mir
                    0:12:03–0:12:09
                    und meinem Mann ruht und dadurch, dass wir ehrenamtlich dieses Projekt Kornkiste verfolgen,
                    0:12:10–0:12:15
                    ich quasi noch nebenher arbeiten muss, um uns als Familie finanzieren zu können
                    0:12:15–0:12:17
                    und dadurch einfach eine große Doppelbelastung hat.
                    0:12:17–0:12:23
                    Es geht uns darum, diese Doppelbelastung loszuwerden und auch einfach davon
                    0:12:23–0:12:25
                    leben zu können, von der Arbeit, die wir tun.
                    0:12:25–0:12:30
                    Da ging es eben um die Idee, das umzuverteilen, eben auch durch eine Bietrunde.
                    0:12:31–0:12:34
                    Und als wir überlegt haben, wie können wir das online gut abbilden,
                    0:12:35–0:12:40
                    war halt bei uns der erste Gedanke, dass wir eine Art Mitgliederladen machen,
                    0:12:40–0:12:42
                    sodass es Menschen, die Mitglied werden,
                    0:12:43–0:12:47
                    zu ihrem eigenen solidarischen Beitrag wählen, also ihren Monatsbeitrag wählen,
                    0:12:48–0:12:52
                    der die Fixkosten deckt und dann zu den Einkaufspreisen die Lebensmittel einkaufen können.
                    0:12:53–0:12:57
                    Das ist sozusagen der erste Step, den wir jetzt mit der Website abbilden.
                    0:12:57–0:13:01
                    Und das Ziel ist, sobald es erreicht ist, also sobald wir ein bisschen Rückenfreiheit
                    0:13:01–0:13:06
                    haben und nicht noch 40 Stunden woanders arbeiten müssen, also es ist irgendwie
                    0:13:06–0:13:09
                    sowieso Wahnsinn, das durchzuhalten.
                    0:13:09–0:13:13
                    Aber ja, wir brennen so sehr dafür. Es ist wirklich so unser Traum, das anzubieten.
                    0:13:14–0:13:17
                    Sobald das erreicht ist, wollen wir uns daran machen, die Website so umzumodeln,
                    0:13:18–0:13:20
                    dass eben jeder Einkaufswagen solidarisch ist.
                    0:13:22–0:13:27
                    Und im Endeffekt fangen wir jetzt an, Mitglieder einfach so aufzunehmen,
                    0:13:27–0:13:32
                    aber das Ziel ist natürlich, dass wir am Schluss in einer großen Bieterrunde zusammensitzen.
                    0:13:33–0:13:38
                    Wahrscheinlich wird das dann eher per Video, also online einfach stattfinden, genau. Genau.
                    0:13:39–0:13:43
                    Vielleicht knüpfen wir da nochmal an. Also wie viele Menschen bestellen denn schon bei euch?
                    0:13:44–0:13:48
                    Und ihr sucht ja auch gerade aktuell noch neue Mitglieder beziehungsweise Kunden
                    0:13:48–0:13:50
                    und Kundinnen noch im alten Modell.
                    0:13:51–0:13:54
                    Oder kann man jetzt auch schon konkret bei euch Mitglied werden?
                    0:13:54–0:13:58
                    Also man kann jetzt ab sofort bei uns konkret Mitglied werden.
                    0:13:58–0:14:00
                    Das ist so seit ungefähr zwei Wochen ist das möglich.
                    0:14:02–0:14:06
                    Allerdings starten wir erst das Mitgliederkonzept. Also wir können erst die
                    0:14:06–0:14:10
                    Preise anbieten, wenn halt die Gesamtkosten sozusagen getragen sind.
                    0:14:10–0:14:14
                    Und das ist leider noch nicht der Fall. Also wir haben jetzt schon über 100
                    0:14:14–0:14:17
                    Menschen, die dabei sind. Also es ist schon gigantisch.
                    0:14:17–0:14:20
                    Also ein Food Group mit über 100 Menschen, das ist wirklich,
                    0:14:20–0:14:21
                    ja, das ist richtig granios.
                    0:14:22–0:14:24
                    Genau. Und leider fehlen aber trotzdem noch einige.
                    0:14:26–0:14:31
                    Genau. Weil, ja, wir haben, ja, durch Miete und Gehälter ist es einfach relativ
                    0:14:31–0:14:35
                    hoch. Wir haben auch schon überlegt, also so 300 Mitglieder wäre unser Ziel,
                    0:14:36–0:14:39
                    dass Absalom und ich auch eine Bezahlung erhalten.
                    0:14:39–0:14:42
                    Wir haben aber auch schon überlegt, ob wir nicht doch früher starten,
                    0:14:42–0:14:46
                    weil die Menschen wirklich drauf warten und erstmal noch weiterhin ehrenamtlich arbeiten.
                    0:14:46–0:14:49
                    Aber das soll natürlich jetzt nicht langfristig das Ziel sein.
                    0:14:49–0:14:53
                    Ich finde die Geschichte von dir gerade sehr spannend, weil sie so ein bisschen
                    0:14:53–0:14:55
                    einen Systemfehler zeigt, nämlich den,
                    0:14:55–0:15:00
                    dass GründerInnen oft eben sehr, sehr lange auch zurückstecken tatsächlich und
                    0:15:00–0:15:05
                    es sind vor allem dann GründerInnen, die in dieser sozial-ökologischen Transformation,
                    0:15:05–0:15:11
                    Wandelbewegung unterwegs sind und sich eben für einen sehr langen Zeitraum ehrenamtlich
                    0:15:11–0:15:15
                    diese ganzen Projekte in die Welt bringen und wie du sagst, ihr brennt dafür
                    0:15:15–0:15:18
                    und deshalb ist da so viel Energie da und deshalb seid ihr da, wo ihr jetzt seid.
                    0:15:18–0:15:20
                    Und gleichzeitig geht das eben nicht auf Dauer.
                    0:15:20–0:15:25
                    Und der Wunsch oder für das Konzept, das wir ja auch gehen mit den gemeinschaftsbasierten
                    0:15:25–0:15:28
                    Wirtschaften, heißt immer auch, dass die Menschen, die ein Angebot in die Welt bringen,
                    0:15:28–0:15:33
                    eben eigentlich auch davon leben sollen und zwar gut leben sollen oder zumindest
                    0:15:33–0:15:38
                    ihre Existenz so sichern sollen, dass sie eben nicht parallel die Jobs auch noch haben müssen,
                    0:15:38–0:15:41
                    um dann noch die Herzensprojekte in die Welt zu bringen.
                    0:15:41–0:15:45
                    Und vielleicht merken wir auch da eben, also auch da noch mal die Frage an dich,
                    0:15:45–0:15:51
                    ist das was, was jetzt auch durch die MYZELIUM-Begleitung noch mal so bewusst geworden ist?
                    0:15:51–0:15:55
                    Oder war es euch eh vorher schon klar, aber ihr wusstet eben nicht genau wie?
                    0:15:55–0:15:58
                    Da würde ich dich gerne noch mal ein bisschen zu hören.
                    0:15:58–0:16:02
                    Also MYZELIUM, das ist so ein bisschen auch wie eine Liebesgeschichte für mich.
                    0:16:04–0:16:10
                    Ich hatte, also wir haben tatsächlich eine sehr berühmte Nachbarin, Friederike Habermann.
                    0:16:10–0:16:15
                    Die wohnt bei uns gegenüber. Die hat ganz sehr spannende Bücher geschrieben.
                    0:16:15–0:16:18
                    Die hat uns ans Herz gelegt, uns beim MYZELIUM zu melden.
                    0:16:19–0:16:22
                    Und das habe ich auch getan im Januar. Und dann habe ich keine Antwort bekommen.
                    0:16:22–0:16:25
                    Und ich war die ganze Zeit so, warum antwortet niemand?
                    0:16:26–0:16:31
                    Und dann nach zwei Monaten, als wir tatsächlich auch noch mit dieser Agentur
                    0:16:31–0:16:34
                    die Website gemacht hatten, richtig im Stress waren, hat Timo angerufen.
                    0:16:34–0:16:38
                    Und wir hatten ein wunderschönes, spannendes, tolles Gespräch.
                    0:16:38–0:16:43
                    Und ich habe danach nur zu Absalom gesagt, boah, das wird unser Leben verändern.
                    0:16:43–0:16:48
                    Also diese Art, also wirklich noch größer zu denken, also über die Kornkiste
                    0:16:48–0:16:54
                    hinaus zu denken und die Kornkiste Teil von einem, also von einem kompletteren
                    0:16:54–0:16:55
                    System irgendwie zu sehen.
                    0:16:56–0:16:59
                    Und ich merke das jetzt immer schon, wenn ich mit Timo so am Träumen bin,
                    0:17:00–0:17:04
                    dass ich gar nicht mehr die Kornkiste als so etwas Abgeschlossenes erlebe,
                    0:17:04–0:17:06
                    sondern es ist für mich irgendwie selbstverständlich, dass,
                    0:17:08–0:17:11
                    eigentlich ist es quasi was, was ich immer schon gefühlt habe und jetzt hat
                    0:17:11–0:17:16
                    das quasi einen Namen und jetzt nimmt es so Form an, sozusagen.
                    0:17:16–0:17:17
                    Oh, mega.
                    0:17:17–0:17:19
                    Aber mir fällt es ganz schwer, das in den Worten auszudrücken.
                    0:17:21–0:17:25
                    Dann lass doch mal gemeinsam träumen, weil genau, tatsächlich würde mich interessieren,
                    0:17:27–0:17:31
                    Wo bekommt ihr denn aktuell eure Lebensmittel her? Vielleicht fangen wir mal damit an.
                    0:17:31–0:17:35
                    Das interessiert ja bestimmt auch die Leute, die Mitglied bei euch werden.
                    0:17:35–0:17:37
                    Ich habe übrigens gerade nachgeschaut.
                    0:17:37–0:17:41
                    Man kann einfach über diekornkiste.de gehen und jetzt schon sich als Mitglied
                    0:17:41–0:17:43
                    registrieren. Ihr habt gehört, es braucht 300.
                    0:17:43–0:17:45
                    100 sind schon da, also werdet Mitglied.
                    0:17:46–0:17:53
                    200 Menschen, die keinen Unverpacktladen in der Nähe haben und trotzdem dabei unterstützen wollen,
                    0:17:53–0:17:58
                    einerseits Plastik einzusparen und andererseits vielleicht auch den Anbau von
                    0:17:58–0:18:02
                    ökologischen Lebensmitteln zu unterstützen.
                    0:18:02–0:18:05
                    Und vielleicht magst du dazu nochmal ein bisschen mehr erzählen.
                    0:18:05–0:18:08
                    Wo kommen denn eure Lebensmittel her und unter welchen Bedingungen werden sie
                    0:18:08–0:18:09
                    vielleicht auch angebaut?
                    0:18:10–0:18:14
                    Also den Hauptteil unserer Lebensmittel beziehen wir von Rapunzel und Dawat.
                    0:18:15–0:18:18
                    Genau, Rapunzel ist, glaube ich, bekannt. Also die haben ganz,
                    0:18:18–0:18:20
                    ganz viele faire und kleinbäuerliche Projekte.
                    0:18:21–0:18:23
                    Bei jedem Produkt steht es auch genau dabei, wo das herkommt,
                    0:18:23–0:18:24
                    aus welcher Anbauregion.
                    0:18:25–0:18:28
                    Genau, das ist eigentlich so unser liebster Lieferant.
                    0:18:29–0:18:34
                    Ist aber auch preislich so der teuerste. Genau, dann haben wir noch Davat.
                    0:18:35–0:18:37
                    Die haben ja ein sehr breites Produktsortiment.
                    0:18:38–0:18:42
                    Und ja, auch da ist, also man kann zumindest immer genau sehen, wo kommt was her.
                    0:18:43–0:18:49
                    Auf der Website bewerben sie das schon auch. Findest nicht ganz so transparent wie Rapunzel.
                    0:18:49–0:18:52
                    Aber es ist halt auch einfach viel, viel größer. Ich weiß nicht, genau.
                    0:18:53–0:18:57
                    Aber das sind unsere beiden Hauptlieferanten für ganz viele Sachen.
                    0:18:57–0:19:02
                    Das ist einfach praktisch, wenn man ganz viele unterschiedliche Sachen bestellt.
                    0:19:03–0:19:07
                    Als Mischpalette, so heißt es, also zum Beispiel zehn Sack von unterschiedlichen
                    0:19:07–0:19:11
                    Waren, dann ist es praktisch, das bei einem großen Unternehmen zu bestellen.
                    0:19:11–0:19:18
                    Bei anderen Sachen, die es dort zum Beispiel nicht gibt, also zum Beispiel Sonnenblumenhack,
                    0:19:18–0:19:22
                    beziehen wir zum Beispiel von der Sunflower Family. Das ist ein kleiner Familienbetrieb.
                    0:19:23–0:19:25
                    Die Sonnenblumenkerne werden in Deutschland angebaut, also das ist halt richtig toll.
                    0:19:26–0:19:29
                    Da weiß man halt genau, wo es herkommt. Oder unsere Dinkelnudeln,
                    0:19:29–0:19:34
                    die sind hier aus der Region, das sind quasi unsere Nachbarn mit Dinkel hier vom Feld.
                    0:19:35–0:19:37
                    Das ist halt auch richtig toll und das ist eigentlich auch das,
                    0:19:37–0:19:41
                    wo wir hinwollen. Nur, wenn das nicht ein ganz, ganz kleiner Familienbetrieb
                    0:19:41–0:19:45
                    ist, sondern etwas größer, dann muss man halt palettenweise Ware beziehen und
                    0:19:45–0:19:46
                    da sind wir einfach noch nicht.
                    0:19:46–0:19:51
                    Also da hätten wir jetzt quasi die Lagerkapazitäten dafür, aber wir haben nicht
                    0:19:51–0:19:53
                    das Kapital, um das zu machen.
                    0:19:54–0:20:00
                    Also zum Beispiel würden wir sehr gerne die Paranusskerne und die Mangostreifen
                    0:20:00–0:20:03
                    von Gebana beziehen. Das ist eine ganz, ganz tolle Firma.
                    0:20:03–0:20:07
                    Die haben tolle Projekte. Das ist wirklich, also ja, liebe ich richtig.
                    0:20:07–0:20:10
                    Und man muss aber halt eine ganze Palette bestellen. Das sind dann halt 5.000,
                    0:20:10–0:20:14
                    6.000 Euro pro Produkt, was man investiert, um es dann da stehen zu haben.
                    0:20:14–0:20:19
                    Und der Traum ist halt eigentlich, dass wir halt so verletztenweise bestellen
                    0:20:19–0:20:23
                    können und dann halt an die Unverpacktläden oder an die Food Corps,
                    0:20:23–0:20:27
                    an die kleinen Einkaufsgemeinschaften vor Ort, da könnte sich jeder quasi auch
                    0:20:27–0:20:28
                    was in die Garage stellen.
                    0:20:28–0:20:33
                    Einfach, dass das Dorf so seine Mangostreifen und seine Cashewkerne und Dinkel
                    0:20:33–0:20:38
                    und was jetzt ich da halt aus der Garage abholt. Also da könnten so viele Pilze
                    0:20:38–0:20:40
                    aus dem Boden schießen sozusagen.
                    0:20:40–0:20:43
                    Also eigentlich ist halt das Ziel natürlich flächendeckend in Deutschland,
                    0:20:43–0:20:45
                    das zugänglich zu machen.
                    0:20:45–0:20:48
                    Also das wäre natürlich toll, wenn wir nicht mehr einzelne Kisten an einzelne
                    0:20:48–0:20:52
                    Personen schicken würden, sondern genau, halt einfach eine Palette mit allem,
                    0:20:52–0:20:54
                    was das ganze Dorf benötigt, einfach ankommt.
                    0:20:54–0:20:58
                    Aber genau, ja.
                    0:20:58–0:21:03
                    Ja, wow. Du erzählst gerade schon genau so sehr, wo es irgendwie hingehen kann
                    0:21:03–0:21:05
                    und für die, die das nicht haben kommen sehen.
                    0:21:06–0:21:11
                    Genau, die Kornkiste wird eben vor allem ein Potenzialort eigentlich sein im
                    0:21:11–0:21:16
                    Sinne von wir starten mit Mitglieder basiert und die Menschen kriegen ihre unverpackten
                    0:21:16–0:21:20
                    Lebensmittel nach Hause geliefert. Und Olivia hat es aber gerade schon sozusagen angekündigt.
                    0:21:20–0:21:24
                    Eigentlich ist auch das Ziel, dass es eben kleinere Einkaufsgemeinschaften gibt,
                    0:21:24–0:21:28
                    eben in jedem Dorf, in jedem Viertel, in jeder Stadt, die eben dann zum Beispiel
                    0:21:28–0:21:32
                    einen Keller zur Verfügung stehen und da sind dann die unverpackten Lebensmittel irgendwie...
                    0:21:33–0:21:37
                    Und was wir auch sehen, ist, dass ihr sozusagen so ein bisschen das Ladenkonzept
                    0:21:37–0:21:41
                    könnten wir dadurch einfach auch nochmal ein bisschen umkrempeln.
                    0:21:41–0:21:47
                    Und da hätte ich eine Frage an dich, ob du Kontakt mit unverpackt LadnerInnen hast,
                    0:21:47–0:21:53
                    was die sozusagen zu der Kornkiste sagen, ob die die Kornkiste als Konkurrenz
                    0:21:53–0:21:57
                    wahrnehmen oder ob ihr schon irgendwie in die Kooperation gehen könnt und gemeinsam
                    0:21:57–0:22:01
                    eine Vision für die Zukunft und für euer Angebot entwickelt.
                    0:22:01–0:22:05
                    Also ich habe tatsächlich Kontakt mit Unverpackt-Ladnerinnen,
                    0:22:05–0:22:07
                    weil wir auch die beliefert haben.
                    0:22:08–0:22:13
                    Wir konnten bei Gebana schon mal eine Palette Cashewkerne kaufen und eine Palette
                    0:22:13–0:22:18
                    Mango und die haben wir dann auch an die Ladnerinnen zum gleichen Preis weitergeleitet.
                    0:22:19–0:22:23
                    Und da hatte ich Kontakt mit denen und habe gesagt, okay, wir würden jetzt gerne
                    0:22:23–0:22:27
                    weitere Paletten kaufen, hättet ihr Lust, gemeinsam zu investieren.
                    0:22:27–0:22:30
                    Und da war leider auch das Kapital nicht vorhanden, um das zu tun.
                    0:22:30–0:22:34
                    Aber der Wunsch war total da und die haben gesagt, wenn ihr das auf die Beine
                    0:22:34–0:22:36
                    stellt, informiert uns. Also wir sind dabei.
                    0:22:36–0:22:41
                    Und tatsächlich hätte ich auch erwartet, dass es vielleicht bei denen so ein
                    0:22:41–0:22:46
                    Konkurrenzgefühl gibt, aber es war überhaupt gar nicht so. Also das Gefühl war
                    0:22:46–0:22:48
                    wirklich so, nein, ich habe meine Kundengemeinschaft hier.
                    0:22:48–0:22:53
                    Ich habe die Menschen, die hier einkaufen und mich wollen als Laden sozusagen.
                    0:22:54–0:22:58
                    Und alle anderen, die sind sowieso nicht in meinem Kreis.
                    0:22:58–0:23:02
                    Und ich fand es mal richtig cool. Ich habe mit Timo mal gesprochen darüber,
                    0:23:02–0:23:04
                    eben genau über das Thema Konkurrenz.
                    0:23:04–0:23:07
                    Und dann meinte er so, ja, genau, ein Biobäcker macht auf und dann sagen alle,
                    0:23:07–0:23:09
                    es gibt doch schon einen in Berlin.
                    0:23:10–0:23:15
                    Es gibt 30 konventionelle quasi. Also das ist halt, ich glaube,
                    0:23:15–0:23:18
                    es ist wirklich wichtig, dieses Angebot einfach weiter zu streuen.
                    0:23:18–0:23:23
                    Und dieses Konkurrenzdenken ist halt auch total alte Welt.
                    0:23:23–0:23:27
                    Also im Endeffekt ist es für mich halt klar, okay, wenn jetzt da ein Laden ist
                    0:23:27–0:23:30
                    und der sagt, oh, alle Menschen fließen zur Kornkiste ab, dann würde ich halt
                    0:23:30–0:23:32
                    sagen, ja, dann werd doch einfach Teil.
                    0:23:33–0:23:36
                    Werd doch einfach Teil, dann kannst du gut leben, hast überhaupt keine Existenzsorgen
                    0:23:36–0:23:41
                    mehr und bist einfach quasi Verteilstelle. Also es ist ja eher so,
                    0:23:41–0:23:45
                    dass man, also wenn man das eben groß denkt, dann gibt es keine Angst mehr,
                    0:23:45–0:23:47
                    dann gibt es halt Gemeinschaft.
                    0:23:48–0:23:53
                    Was hier ja gerade anklingt, ist eine Vision einer gemeinschaftsbasierten Ernährungswirtschaft.
                    0:23:54–0:23:58
                    Dann bedeutet das, dass man eigentlich eine Alternative aufbaut zu dem sehr
                    0:23:58–0:24:02
                    zentralistischen Großhandelssystem, in dem wir uns befinden.
                    0:24:02–0:24:07
                    Vier große Konzerne im Lebensmitteleinzelhandel dominieren sozusagen diesen
                    0:24:07–0:24:11
                    Markt und die biologischen,
                    0:24:12–0:24:18
                    ökologischen Großhändler haben sich ja diesen Konzernen auch zugewendet und
                    0:24:18–0:24:23
                    liefern ihre Lebensmittel auch in den konventionellen Handel sozusagen.
                    0:24:23–0:24:29
                    Und die Frage ist ja, was wollen wir als Alternative, wenn es auch in diesem
                    0:24:29–0:24:34
                    Großhandel immer nur um eine Profitorientierung, um eine Kosteneffizienz geht
                    0:24:34–0:24:37
                    und eben auch dabei eine Forderung.
                    0:24:37–0:24:41
                    Also die Böden eigentlich trotzdem, auch wenn es ein biologischer Anbau ist,
                    0:24:41–0:24:45
                    aber auch wenn der biologische Anbau mit Zertifikat besiegelt ist,
                    0:24:46–0:24:50
                    dann am Ende eben kosteneffizient und profitorientiert produzieren muss,
                    0:24:50–0:24:52
                    weil er an diese Großkonzerne liefern
                    0:24:52–0:24:59
                    muss, weil es sozusagen gar keine alternativen Verteilsysteme gibt.
                    0:24:59–0:25:05
                    Dann ist er trotzdem gezwungen sozusagen, Natur und Mensch, vielleicht weniger
                    0:25:05–0:25:08
                    als der ganz konventionelle Anbau sozusagen, aber trotzdem gezwungen,
                    0:25:08–0:25:09
                    Natur und Mensch auszubeuten.
                    0:25:09–0:25:14
                    Und da freue ich mich einfach, wenn es anklingt, dass es sozusagen Alternativen gibt,
                    0:25:15–0:25:20
                    nämlich gemeinschaftsbasierte Strukturen aufzubauen auf der Verbraucherinnenseite,
                    0:25:20–0:25:24
                    also Gemeinschaften oder gemeinschaftsbasierte Unverpacktläden,
                    0:25:24–0:25:28
                    die dann sozusagen bei euch bestellen können.
                    0:25:28–0:25:34
                    Ihr seid eine Verteilzentrale und perspektivisch, wenn genug Kapital zusammenkommt,
                    0:25:34–0:25:38
                    Und kann man dann eben direkt bei den dezentralen Produzierenden bestellen.
                    0:25:38–0:25:42
                    Und wenn man es dann auch noch schafft, sozusagen auch da die Idee zu vermitteln,
                    0:25:42–0:25:45
                    was heißt denn gemeinschaftsbasiert wirtschaften miteinander.
                    0:25:45–0:25:49
                    Dann könnte so ein großes System entstehen, wie es ja schon in Südkorea zum Beispiel gibt.
                    0:25:50–0:25:55
                    Ich empfehle allen, sich mit Hansa Lim auseinanderzusetzen, der südkoreanischen
                    0:25:55–0:25:57
                    solidarischen Ernährungswirtschaft eigentlich,
                    0:25:57–0:26:01
                    wo es dann wirklich darum geht, dass Verbraucherinnen, Produzentinnen Und sozusagen
                    0:26:01–0:26:06
                    die Menschen in der Organisation, was ihr ja dann seid sozusagen,
                    0:26:07–0:26:11
                    dass ihr organisiert wie Verbraucherinnen und Produzierende zusammenkommen,
                    0:26:11–0:26:16
                    dass die sich miteinander gut absprechen, die alle und solidarisch miteinander
                    0:26:16–0:26:19
                    wirtschaften können und Ressourcen teilen können.
                    0:26:19–0:26:25
                    Und daraus eine Fülle entsteht, die vielleicht auch bestenfalls eine Alternative
                    0:26:25–0:26:30
                    darstellt zu den sehr zentralen, sehr profitorientierten Großhandelsstrukturen,
                    0:26:30–0:26:31
                    wie wir sie gerade erleben.
                    0:26:32–0:26:37
                    Genau, da geht bei mir voll was an. Da habe ich voll Bock, das auch so VBLerisch zu durchdenken.
                    0:26:37–0:26:42
                    Aber ich höre jetzt mal auf an dieser Stelle und gebe an euch nochmal das Wort.
                    0:26:43–0:26:48
                    Ich würde da auch gerne kurz einhaken, weil ich hatte vor kurzem ein Interview.
                    0:26:49–0:26:54
                    Und da wurde ich gefragt, oder da wurde gesagt, ja, euer Hafeflockenpreis ist
                    0:26:54–0:26:57
                    so und so hoch und bei Alnatura kostet er ja so und so viel.
                    0:26:57–0:26:59
                    Wie erklärt ihr eure höheren Preise?
                    0:27:00–0:27:06
                    Und da fand ich die Frage schon so, ich habe dann eine sehr lange Antwort formuliert
                    0:27:06–0:27:08
                    und habe dann gemerkt, ah nee, das kann ich gar nicht so schreiben.
                    0:27:09–0:27:12
                    Aber meine Antwort war eigentlich nämlich, alles was günstig ist,
                    0:27:13–0:27:15
                    also alles wofür wir wenig bezahlen,
                    0:27:15–0:27:18
                    und das fängt vielleicht bei Lebensmitteln an, aber ich meine,
                    0:27:18–0:27:21
                    wenn ich bei Kik Kleidung kaufe, diesen Preis,
                    0:27:22–0:27:25
                    den ich nicht bezahle bei Kik, den ich als Deutsche bei Kik nicht bezahle,
                    0:27:25–0:27:31
                    Den bezahlt jemand anderes für mich und garantiert niemand, dem es damit gut geht.
                    0:27:31–0:27:33
                    Und genauso ist es halt mit den Lebensmitteln auch.
                    0:27:34–0:27:39
                    Also den günstigen Preis, den ich im Supermarkt bezahle, da hängt ein Rattenschwanz
                    0:27:39–0:27:44
                    hinten dran von einem ganz hohen Preis und den bezahlen halt andere und im Endeffekt
                    0:27:44–0:27:48
                    irgendwann ich selbst halt auch. Also genau, der ist halt unsichtbar irgendwie.
                    0:27:49–0:27:55
                    Und das habe ich versucht klarzumachen in diesem Interview, dass es sehr kurz
                    0:27:55–0:28:00
                    gedacht ist oder auf eine Art sehr weggeschaut ist, nur auf den Kilopreis zu
                    0:28:00–0:28:01
                    schauen und zu sagen, ah, das ist teurer.
                    0:28:02–0:28:06
                    Weil natürlich, wenn ich unverpackte Lebensmittel von Hand abfülle,
                    0:28:06–0:28:11
                    natürlich kostet die Arbeit des Menschen mehr Geld als die Plastikverpackung in der Fabrik.
                    0:28:12–0:28:15
                    Aber das Plastik ist aus Erdöl, was dann leer ist, was weggeschmissen,
                    0:28:15–0:28:17
                    verbrannt oder in der Natur landet.
                    0:28:17–0:28:24
                    Also auf jeden Fall ist es halt ein, ja genau, ist da so eine riesige unsichtbare
                    0:28:24–0:28:30
                    Summe sozusagen von Kosten und wir nehmen die täglich einfach so in Kauf.
                    0:28:30–0:28:34
                    Ja genau, jedes Mal, wenn ich ins Auto steige mit den Reifen,
                    0:28:34–0:28:37
                    egal, es sind halt so viele unsichtbare Dinge einfach überall,
                    0:28:37–0:28:41
                    die wir nicht bedenken und die auch viel zu viel sind, dass wir daran denken,
                    0:28:41–0:28:45
                    die eigentlich irgendwie anders geregelt sein müssten, dass das klarer ist.
                    0:28:45–0:28:50
                    Dass Menschen, die im Alltag leben, ähm.
                    0:28:51–0:28:54
                    Die haben nicht die Kapazität, sich ständig darüber Gedanken zu machen,
                    0:28:54–0:28:58
                    aber es müsste irgendwie abgebildet werden. Also es müsste klarer sein.
                    0:28:59–0:29:03
                    Eigentlich sind da eben gerade Firmen aufgerufen. Vielleicht könnte auch die
                    0:29:03–0:29:06
                    Kornkiste Preise transparenter machen und bei den Preisen genau hinschreiben.
                    0:29:06–0:29:09
                    Was geht an wen? Wer bekommt was von diesem Preis?
                    0:29:10–0:29:14
                    Das Gefühl ist, ah cool, da gehen 50 Cent an den Menschen, der das verpackt.
                    0:29:14–0:29:17
                    20 Cent sind Energiekosten für Transport und für Waschen.
                    0:29:18–0:29:26
                    10 Cent geht an hier den Menschen, der von DHL, keine Ahnung. Ja, genau.
                    0:29:27–0:29:30
                    3 Euro gehen an den Erzeuger, an den Bauern, der vor Ort ist,
                    0:29:30–0:29:33
                    für euch anbaut und für seine Familie. Ja.
                    0:29:33–0:29:37
                    Was, glaube ich, ein wichtiger Aspekt ist, auch für die Kornkiste und auch für
                    0:29:37–0:29:40
                    die Mitglieder, zukünftigen Mitglieder, die das hören für die Kornkiste,
                    0:29:41–0:29:43
                    ist, dass wenn die Kornkiste sozusagen genug,
                    0:29:44–0:29:48
                    Verbraucherinnen erreicht, dann auch sozusagen eine eigene kleine Macht entwickeln
                    0:29:48–0:29:53
                    kann, um Produzierenden, die ihre guten Lebensmittel verkaufen wollen,
                    0:29:54–0:29:56
                    einfach eine Alternative zu bieten zum Großhandel.
                    0:29:56–0:29:59
                    Und dann eben auch sagen zu können, hey, liebe Produzierenden,
                    0:29:59–0:30:00
                    ihr dürft sozusagen mehr verlangen,
                    0:30:01–0:30:05
                    weil wir wissen, dass ihr durch dieses mehr Geld, was ihr bekommt,
                    0:30:06–0:30:11
                    Methoden macht, regenerativ wird, darauf achtet, dass fruchtbare Böden erhalten bleiben und so weiter.
                    0:30:12–0:30:14
                    Also das ist ja sozusagen das Ziel dahinter zu sagen, Wir wollen,
                    0:30:15–0:30:18
                    dass Unternehmen wie die Kornkiste eine Macht entfalten auf diesem Markt,
                    0:30:19–0:30:23
                    um eine Alternative darzustellen gegenüber der Profitorientierung,
                    0:30:23–0:30:26
                    gegenüber der Kosteneffizienz, die unsere Böden kaputt macht,
                    0:30:27–0:30:31
                    die unseren Planeten kaputt macht und meistens auch die Menschen kaputt macht,
                    0:30:31–0:30:33
                    die da irgendwie daran beteiligt sind.
                    0:30:33–0:30:39
                    Und da kommt das MYZELIUM wieder ins Spiel, weil das schafft kein Unternehmen ganz alleine.
                    0:30:40–0:30:44
                    Sondern da müssen sich die einzelnen Unternehmen miteinander verbinden.
                    0:30:45–0:30:51
                    Und da sind wir ja im Gespräch mit Produzierenden auch, mit Landwirtschaftsbetrieben.
                    0:30:51–0:30:54
                    Es gibt das Solavi-Netzwerk, mit dem wir eng verbunden sind.
                    0:30:55–0:30:57
                    Dann haben wir Verbraucherinnen, die Unverpackt-Läden.
                    0:30:58–0:31:01
                    Und dann haben wir Unternehmen wie euch jetzt auch, glücklicherweise.
                    0:31:02–0:31:04
                    Habt ihr zu uns gefunden, voll schön.
                    0:31:05–0:31:09
                    Und so entsteht da langsam so ein Kussel, was man zusammensetzen muss.
                    0:31:09–0:31:14
                    Und dann eben auch überlegen muss, wie wollen wir denn zusammenarbeiten? Was ist unsere Vision?
                    0:31:14–0:31:17
                    Wie können wir es solidarisch tun? Wie wollen wir miteinander umgehen?
                    0:31:18–0:31:21
                    Und da einfach eine neue Kultur des Miteinanderwirtschaftens zu prägen.
                    0:31:21–0:31:25
                    So, und jetzt ist mein Vortrag auch wieder vorbei. Aber ich freue mich so,
                    0:31:25–0:31:30
                    weil das ist so ein fehlendes Puzzleteil, was ihr jetzt einfach hier mit reinbringt
                    0:31:30–0:31:35
                    in unser Ökosystem und darüber freue ich mich einfach sehr, Olivia. Schön, dass du da bist.
                    0:31:37–0:31:43
                    Ja, wir freuen uns auch richtig. Und es ist auch toll, so viele nette Menschen,
                    0:31:43–0:31:48
                    die auch alle schon so denken wie wir, um uns zu treffen. Das ist richtig klasse.
                    0:31:49–0:31:55
                    Und ich finde es auch wichtig zu sagen, dass die Kornkiste, also du hast es
                    0:31:55–0:31:59
                    jetzt die Verbraucherinnen genannt und die Kornkiste, aber im Endeffekt wird es halt das Gleiche.
                    0:31:59–0:32:05
                    Also die Verbraucherinnen werden Teil der Kornkiste und die Kornkiste ist dann
                    0:32:05–0:32:08
                    kein Unternehmen mehr. Also wir sind auf dem Weg, ein Verein zu werden.
                    0:32:09–0:32:13
                    Oder eine Genossenschaft, wir haben es noch nicht entschieden, aber ich glaube,
                    0:32:13–0:32:19
                    wir tendieren eher Richtung Verein und dann ist jeder halt ein Vereinsmitglied
                    0:32:19–0:32:23
                    und dann ist es nicht die Kornkiste, die quasi extern von mir selbst ist,
                    0:32:23–0:32:25
                    sondern dann bin ich Teil der Kornkiste.
                    0:32:25–0:32:29
                    Also dann ist jeder ein gleichwertiger Teil der Kornkiste und viele Teile gemeinsam
                    0:32:29–0:32:36
                    entscheiden dann, wo es lang geht oder welche nächsten Schritte die Kornkiste machen wird.
                    0:32:36–0:32:40
                    Also das ist, ja genau, das ist eigentlich das, wo es hingehen soll,
                    0:32:41–0:32:46
                    weg von diesen zwei Menschen, die irgendwo an der Spitze sitzen und Entscheidungen
                    0:32:46–0:32:55
                    treffen, hin zu vielen Menschen, die gemeinsam spüren und gemeinsam nachfühlen sozusagen,
                    0:32:55–0:32:57
                    wie es weitergeht, genau.
                    0:32:59–0:33:05
                    Okay, ich hätte richtig Lust, nochmal von dir zu hören, was die Begleitung von Bezillium gerade,
                    0:33:06–0:33:11
                    also wie die bei dir aussieht und was sie vielleicht auch für dich gerade im
                    0:33:11–0:33:16
                    Moment auch gerade in dieser heißeren Kampagnenphase irgendwie bedeutet.
                    0:33:16–0:33:19
                    Vielleicht hast du Lust, da nochmal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern.
                    0:33:19–0:33:25
                    Also wir haben mit der Standardbegleitung begonnen, sind jetzt in einer anderen
                    0:33:25–0:33:27
                    Form der Begleitung drin.
                    0:33:28–0:33:31
                    In der Standardbegleitung, also in der Begleitung, die geplant ist,
                    0:33:32–0:33:41
                    da haben wir erlebt, wie ein Bioladner aus dem völligen,
                    0:33:42–0:33:49
                    Alleine ums Überleben kämpfen Modus in ein, ich bin nicht allein und die Dinge,
                    0:33:49–0:33:53
                    die mir schwerfallen, muss ich nicht mehr alleine schaffen.
                    0:33:54–0:34:01
                    Also aus diesem Überlebenskampfmodus rausgekommen ist und jetzt Teil des MYZELIUMs werden kann.
                    0:34:02–0:34:07
                    Genau. Also es war sehr berührend, das bei den anderen zu erleben, was da so war.
                    0:34:08–0:34:13
                    Wo es wirklich auch so um existenzielle Dinge ging. Bei uns war es eher so dieses
                    0:34:13–0:34:17
                    Gefühl von, also tatsächlich war es am Anfang auch so ein kurzes,
                    0:34:17–0:34:21
                    schönes Gefühl, so von nicht mehr alleine sein.
                    0:34:21–0:34:24
                    Und das ging aber halt ganz, ganz schnell in dieses Gefühl von,
                    0:34:24–0:34:27
                    oh mein Gott, was können wir alles wirken.
                    0:34:27–0:34:34
                    Also von diesem großen Konzept irgendwie, das was halt so großartig war,
                    0:34:34–0:34:37
                    war für uns eben die Synergie, die entstanden ist.
                    0:34:37–0:34:42
                    Also wenn verschiedene Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten zusammenkommen
                    0:34:42–0:34:46
                    und gemeinsam was richtig, richtig Tolles kreieren und dann so viel möglich
                    0:34:46–0:34:50
                    wird, das ist halt gigantisch.
                    0:34:50–0:34:54
                    Und als ich mir die Podcasts angehört habe, ja, über Quellpersonen.
                    0:34:54–0:34:55
                    Also ich bin zum Beispiel eine Quellperson.
                    0:34:55–0:34:58
                    Wir fallen ständig richtig tolle Ideen ein und ich habe keine Kapazitäten,
                    0:34:58–0:35:00
                    sie umzusetzen, aber sie sind so toll.
                    0:35:01–0:35:05
                    Und ja, genau. Ja, und wenn das eben zusammen, wenn da Menschen zusammenfinden
                    0:35:05–0:35:08
                    und sich gegenseitig unterstützen können, dann können halt richtig tolle Ideen
                    0:35:08–0:35:10
                    auch einfach passieren.
                    0:35:11–0:35:17
                    Ja, also zum Beispiel eine Idee nur als Beispiel ist, dass wir bei der Kornkiste,
                    0:35:17–0:35:18
                    wir haben ja immer Retouren.
                    0:35:18–0:35:22
                    Also das heißt, wir schicken ja die vollen Boxen los und dann kommen ja die leeren Boxen zurück.
                    0:35:23–0:35:26
                    Und die Idee wäre, dass wir halt auch eine Kleiderkiste machen,
                    0:35:27–0:35:30
                    also das heißt wir wollten jetzt mal mit Schuhen anfangen, mit Kinderschuhen,
                    0:35:30–0:35:34
                    weil das ist einfach, was ständig irgendwie rotiert auch,
                    0:35:35–0:35:41
                    dass Menschen die Kinderschuhe von ihren Kindern zurückschicken können und wir die dann gegen.
                    0:35:43–0:35:47
                    Also eigentlich, das wissen wir noch nicht, ob gegen Spende oder ob es irgendwie
                    0:35:47–0:35:50
                    so eine Aufwandspauschale oder irgendwas, also auf jeden Fall dann halt diese
                    0:35:50–0:35:52
                    Schuhe online sind und man die einfach mitbestellen kann und die dann wieder
                    0:35:52–0:35:57
                    verschickt werden an ein anderes, also dass wir quasi als Versandweg fungieren.
                    0:35:58–0:36:01
                    Also dass man nicht bei Kleinanzeigen irgendwie irgendwelche Schuhe kaufen muss
                    0:36:01–0:36:03
                    und dann passen sie nicht und dann kann man sie nicht zurückschicken.
                    0:36:03–0:36:08
                    Also das ist ja ein, was das bei Müttern an Energie bindet, dieser Schuhkauf, finde ich.
                    0:36:08–0:36:11
                    Weil wenn man sie halt nicht neu kaufen will, auf gar keinen Fall.
                    0:36:11–0:36:15
                    So und ich aber oder weil man halt auch, also ich kann mir keine Ökoschuhe für
                    0:36:15–0:36:18
                    80 Euro für meine Kinder, für vier Kinder leisten, das geht einfach nicht und
                    0:36:18–0:36:21
                    das heißt, ich muss halt auf irgendwelche gebrauchten Schuhe zurückgreifen, dann passen sie nicht,
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                    dann kann ich sie nicht zurückschicken, muss sie online stellen,
                    0:36:24–0:36:26
                    das mache ich dann sowieso nicht, das heißt, dann verschenke ich sie,
                    0:36:27–0:36:30
                    und für jedes wird dann einmal verschickt und genau, die Idee ist eigentlich
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                    bei der Kornkiste, das auch das sozusagen, das Retourensystem zu nutzen,
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                    um Schuhe einzusammeln und dann mit den Bestellungen mit rauszuschicken an die
                    0:36:38–0:36:40
                    Menschen, dass einfach nur ein Versand anfällt.
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                    Wie wir das alles hygienisch hinkriegen, das ist halt die andere Frage,
                    0:36:44–0:36:45
                    weil es eben Lebensmittel sind.
                    0:36:45–0:36:48
                    Aber so, das ist eigentlich der Plan und dann könnte man das halt einfach alles
                    0:36:48–0:36:51
                    noch größer und noch größer denken. Also ja, genau.
                    0:36:53–0:36:54
                    So ist die Idee.
                    0:36:55–0:36:58
                    Ja, ich glaube, wir kriegen einen richtig guten Einblick darin,
                    0:36:59–0:37:02
                    dass die Kornkiste noch ganz schön viel möglich machen wird.
                    0:37:03–0:37:08
                    Und es jetzt mit Lebensmitteln beginnt und vielleicht dann weitergeht zum Schuhen
                    0:37:08–0:37:11
                    und so weiter und weiter gedacht werden kann. Ich glaube, den Eindruck kriegen
                    0:37:11–0:37:14
                    wir auf jeden Fall und kriegen hoffentlich auch unsere Hörer und Hörerinnen.
                    0:37:14–0:37:18
                    Und wir halt durch Mecelium da halt einen Partner haben, dem wir halt unsere
                    0:37:18–0:37:23
                    Fähigkeiten zur Verfügung stellen können und eure Fähigkeiten im Gegenzug halt
                    0:37:23–0:37:25
                    erhalten. Das ist halt richtig toll.
                    0:37:25–0:37:31
                    Und zu gucken, ah okay, da ist eine ganz tolle Person, die soll angestellt werden.
                    0:37:31–0:37:33
                    Hier sind keine finanziellen Kapazitäten dafür.
                    0:37:34–0:37:39
                    Wo die im Endeffekt arbeitet, spielt ja eigentlich für das Ökosystem keine Rolle. spielt ja keine Rolle.
                    0:37:40–0:37:43
                    Es ist ja nur, also ja, ich finde, da wird halt so viel möglich.
                    0:37:44–0:37:45
                    Also das ganze System wird halt flexibler.
                    0:37:46–0:37:51
                    Voll und gleichzeitig auch vielleicht die Perspektive auch nochmal hier reingeben,
                    0:37:51–0:37:55
                    dass man dieses Gefühllos wird, dass man alles alleine machen muss.
                    0:37:56–0:38:01
                    Also so diesen Druck rauszunehmen und zu sagen, ja, ich fange jetzt erstmal
                    0:38:01–0:38:05
                    damit an und verbinde mich mit anderen und daraus entstehen dann wieder neue
                    0:38:05–0:38:09
                    Kreise, neue Kreise, die es zieht in einem Ökosystem.
                    0:38:09–0:38:13
                    Also wenn ihr das jetzt gehört habt und sozusagen schon irgendwie im,
                    0:38:13–0:38:18
                    wir haben ja auch Kleidergeschäfte in unserem Ökosystem, wir haben Spiegeläden
                    0:38:18–0:38:22
                    in unserem Ökosystem, wo, glaube ich, auch einfach regionale Zentren entstehen müssen.
                    0:38:22–0:38:25
                    Also vielleicht muss nicht alles die Kornkiste allein machen,
                    0:38:25–0:38:29
                    aber die Kornkiste kann eine ganz wichtige Vermittlerin sein oder auch eine
                    0:38:29–0:38:30
                    Quelle für bestimmte Ideen.
                    0:38:30–0:38:34
                    Also wenn ihr das gehört habt und denkt so, ja, ich will auch beitragen,
                    0:38:34–0:38:36
                    dann meldet euch bei uns.
                    0:38:37–0:38:44
                    Und wir sind dafür da, Projekte dabei zu begleiten, ihre Ideen dann wirklich umzusetzen.
                    0:38:44–0:38:46
                    Und zwar mit den Menschen und mit den Ressourcen, die eh schon da sind.
                    0:38:47–0:38:51
                    Also nicht immer, dass nicht jeder das Rad alleine neu erfinden muss,
                    0:38:51–0:38:56
                    sondern dass man einfach sich gegenseitig stärkt und stützt und Ressourcen teilt.
                    0:38:56–0:39:01
                    Und ich glaube, ja, wir haben so eine Fülle an Ressourcen und man müsste sie nur gut verteilen.
                    0:39:01–0:39:05
                    Und an diesen Mental Load der Mütter, die ständig irgendwie nach neuen Kleidern
                    0:39:05–0:39:09
                    suchen müssen, die dann bestenfalls auch noch allen ökologischen und nachhaltigen
                    0:39:09–0:39:15
                    Standards, die man so gerne irgendwie anstrebt oder so gerne auch umsetzen würde.
                    0:39:16–0:39:20
                    Kann ich mich auf jeden Fall sehr gut verbinden mit diesen Anstrengungen des Alltags.
                    0:39:21–0:39:23
                    Und ich glaube, darum geht es auch.
                    0:39:23–0:39:28
                    Also ein regeneratives, nachhaltiges, faires, sozial gerechtes Leben,
                    0:39:28–0:39:32
                    was wir anstreben für alle, ein reiches und glückliches Leben.
                    0:39:33–0:39:38
                    Wird nur funktionieren, wenn es sozusagen auch das Leben der Menschen leichter
                    0:39:38–0:39:39
                    macht und schöner macht.
                    0:39:40–0:39:45
                    Und ich glaube, darum geht es, Wege zu finden, das eigene Leben leichter,
                    0:39:45–0:39:52
                    schöner und dadurch eben auch nachhaltiger und irgendwie regenerativer zu gestalten.
                    0:39:53–0:39:56
                    Genau, aber vielleicht magst du nochmal erzählen, bevor wir ins Philosophische
                    0:39:56–0:40:01
                    abdriften, was wir jetzt konkret, genau, wie es konkret weitergeht bei euch.
                    0:40:02–0:40:06
                    Wie man Mitglied wird, haben wir ja schon gesagt. Einfach auf diekornkiste.de gehen.
                    0:40:06–0:40:10
                    Aber vielleicht auch, wie das solidarisch weitergeht. Also wann ungefähr plant
                    0:40:10–0:40:14
                    ihr denn eine Beitragsrunde und was soll bei dieser Beitragsrunde vielleicht grob passieren?
                    0:40:14–0:40:17
                    Vielleicht, dass ihr da nochmal einfach konkreter werdet, wie das weitergeht
                    0:40:17–0:40:21
                    bei der Kornkiste und wie man auch teilhaben kann, vielleicht jetzt und in Zukunft.
                    0:40:21–0:40:25
                    Also ab sofort kann man sich eben anmelden über das Mitgliederformular, das geht ganz einfach.
                    0:40:26–0:40:31
                    Und ja, wichtig ist, dass man eben seinen Beitrag selber wählt, den Monatsbeitrag.
                    0:40:31–0:40:35
                    Man kann auch durchaus ausprobieren, okay, ich glaube, ich bestelle nicht so
                    0:40:35–0:40:38
                    oft oder ich nutze das Angebot wahrscheinlich nicht so viel.
                    0:40:38–0:40:42
                    Ich gebe nur 5 Euro oder 10 Euro und das dann später anpassen,
                    0:40:42–0:40:46
                    wenn man merkt, oh doch, tatsächlich, es schmeckt richtig gut und ich möchte
                    0:40:46–0:40:49
                    gern dort mehr bestellen, dass man es dann nach oben anpasst.
                    0:40:50–0:40:53
                    Wir haben auch jetzt schon tatsächlich Beiträge zwischen 5 und 50 Euro.
                    0:40:54–0:40:57
                    Also da ist auch jetzt schon einfach eine große Spannbreite dazwischen.
                    0:40:59–0:41:02
                    Heike Burian sagt ja immer vielleicht daran anknüpfend, es sollte mindestens
                    0:41:02–0:41:06
                    der Faktor 10 sein an Beiträgen. Also 5 und 50 wäre der Faktor 10.
                    0:41:07–0:41:11
                    Aber genau, auch hier die Einladung solidarisch beizutragen,
                    0:41:11–0:41:11
                    auch in den Mitgliedsbeiträgen.
                    0:41:12–0:41:17
                    Also in beide Richtungen. Also dass Menschen, die wirklich einen kleinen Geldbeutel
                    0:41:17–0:41:20
                    haben, sich auch rausnehmen, einen kleinen Beitrag. abzubezahlen.
                    0:41:20–0:41:22
                    Ich glaube, der Mindestbeitrag liegt bei drei Euro.
                    0:41:23–0:41:26
                    Und dann aber auch die Einladung in die andere Richtung. Es gibt einfach Menschen,
                    0:41:27–0:41:32
                    die für eine Person jetzt gesprochen, die irgendwie bei 4.000 Euro Nettoeinkommen
                    0:41:32–0:41:36
                    liegen und sich einmal bewusst zu machen, dass 90 Prozent der Menschen weniger
                    0:41:36–0:41:40
                    Einkommen haben als man selbst und man deshalb vielleicht auch mehr beitragen kann.
                    0:41:40–0:41:45
                    Genau, das nur nochmal als kleiner Reminder, wie man so Beiträge eigentlich für sich gut setzt.
                    0:41:45–0:41:48
                    Genau, ich möchte auch noch was ergänzen. Wir haben gerade über die Nutzung
                    0:41:48–0:41:51
                    gesprochen und die Frage, okay, vielleicht werde ich es gar nicht so viel nutzen
                    0:41:51–0:41:54
                    und ich werde es viel nutzen und dementsprechend beizutragen.
                    0:41:54–0:41:57
                    Ich möchte noch eine Sache da ergänzen, nämlich, dass es nicht nur um die Nutzung
                    0:41:57–0:42:01
                    geht, sondern auch um die Frage oder um das Ziel, etwas möglich zu machen.
                    0:42:01–0:42:05
                    Also mit diesem Mitgliedsbeitrag, selbst wenn ihr vielleicht sogar gar nicht
                    0:42:05–0:42:08
                    vorhabt, bei der Konkiste zu bestellen, aber ihr dieses Projekt einfach unterstützen
                    0:42:08–0:42:10
                    wollt und es eigentlich richtig gut findet,
                    0:42:10–0:42:14
                    dass genau sowas jetzt in diese Welt getragen wird, dann dürft ihr auch einfach
                    0:42:14–0:42:20
                    teilnehmen und Mitglied werden und dieses Projekt möglich machen durch euren Mitgliedsbeitrag.
                    0:42:20–0:42:23
                    Also ich versuche nochmal ein bisschen dafür zu werben, dass es eben nicht nur
                    0:42:23–0:42:25
                    beim gemeinschaftsbasierten Wirtschaften um die Nutzung geht,
                    0:42:25–0:42:29
                    sondern auch darum, Dinge möglich zu machen und sie zu gestalten.
                    0:42:29–0:42:31
                    Und in dem Fall ist es ganz einfach.
                    0:42:31–0:42:35
                    Ihr dürft ein Formular ausfüllen und seid erstmal Teil von einer,
                    0:42:36–0:42:41
                    glaube ich, sehr, sehr spannenden und bunten Reise um die Kornkiste in einem
                    0:42:41–0:42:44
                    Ökosystem eingebettet. Genau, in das MYZELIUM.
                    0:42:45–0:42:51
                    Ja, das ist wirklich sehr wichtig, Franka, danke. Ich möchte noch kurz ergänzen,
                    0:42:51–0:42:56
                    weil ich das so berührend finde, dass tatsächlich die meisten Menschen,
                    0:42:56–0:43:01
                    die uns gerade schreiben, bezüglich des Mitgliedsbeitrages, das sind Menschen,
                    0:43:01–0:43:04
                    die noch nicht beitreten, weil sie das Gefühl haben, sie können nicht genug geben.
                    0:43:05–0:43:09
                    Also gerade die Menschen, für die wir das auch eigentlich machen,
                    0:43:09–0:43:12
                    also für die, die weniger haben, die haben ein ganz großes Schamgefühl,
                    0:43:13–0:43:17
                    nicht den empfohlenen Mittelmeridianwert sozusagen beitragen zu können.
                    0:43:17–0:43:23
                    Also das heißt, dass da eine große Hemmschwelle ist, wenn ich nicht die 32 Euro,
                    0:43:23–0:43:28
                    die wir als Mittelwert brauchen bei 300 Personen, es können ja auch 400 Personen
                    0:43:28–0:43:29
                    sein, die einfach weniger geben.
                    0:43:30–0:43:35
                    Also die haben eine ganz große Hemmschwelle zu sagen, ja, ich werde Mitglied
                    0:43:35–0:43:40
                    und zahle nur 10 Euro und wissend, dass andere mehr bezahlen für mich.
                    0:43:41–0:43:46
                    Also dieses Empfangen können, das ist tatsächlich richtig, richtig schwierig
                    0:43:46–0:43:52
                    für Menschen, weil wir so in diesem, jeder kämpft für sich, Einzelkämpfer-Mentalität drinstecken,
                    0:43:52–0:43:58
                    dass es eben mit ganz viel Scham behaftet ist, wenn man einfach davon profitiert,
                    0:43:58–0:44:00
                    dass andere mehr haben. und es auch gerne geben.
                    0:44:01–0:44:03
                    Und für die, die mehr geben, für die ist es total.
                    0:44:04–0:44:07
                    Leicht und schön. Also die genießen das, dass sie die Freiheit haben,
                    0:44:07–0:44:08
                    das einfach geben zu können.
                    0:44:09–0:44:12
                    Genau. Deswegen möchte ich auf jeden Fall auch die einladen,
                    0:44:12–0:44:16
                    die sagen, oh, ich muss aber wirklich auf jeden Euro gucken.
                    0:44:16–0:44:20
                    Ja, genau. Genau für euch ist die Kornkiste, dass ihr, obwohl ihr auf jeden
                    0:44:20–0:44:25
                    Euro gucken müsst, trotzdem euch biologische Lebensmittel leisten könnt. Und verpackte.
                    0:44:25–0:44:30
                    Schön, was für ein schöner Abschluss und was für ein schöner Aufruf und den
                    0:44:30–0:44:32
                    möchte ich noch einmal unterstreichen.
                    0:44:32–0:44:37
                    Ihr dürft auf diekornkiste.de gehen, Mitglied werden, wenn ihr dieses Projekt
                    0:44:37–0:44:41
                    und das größere Vorhaben oder die größere Vision dahinter unterstützen möchtet
                    0:44:41–0:44:44
                    und ihr dürft natürlich auch das MYZELIUM unterstützen,
                    0:44:45–0:44:49
                    indem ihr Fördermitgliedet werdet in unserem MYZELIUM-Ökosystem-Verein.
                    0:44:49–0:44:53
                    Damit würdet ihr auch unseren Podcast unterstützen, der einer der wichtigsten
                    0:44:53–0:44:59
                    Medien- oder Bildungswerkzeuge ist gerade, die wir aktuell bespielen.
                    0:44:59–0:45:04
                    Und ja, nochmal zurück zu dir, Hannah, für das letzte Abschlusswort.
                    0:45:04–0:45:07
                    Ist es schlimm, dass ich deine Frage noch gar nicht beantwortet hatte,
                    0:45:07–0:45:08
                    wann wir eine Biederrunde machen werden?
                    0:45:09–0:45:12
                    Du kannst gerne nochmal kurz reinmachen, dann schneiden wir es davor.
                    0:45:12–0:45:15
                    Also ich weiß es halt noch nicht. Ich weiß es noch nicht.
                    0:45:15–0:45:18
                    Gerade leben wir erstmal zu dem Punkt, dass wir diese Entlastung,
                    0:45:18–0:45:21
                    diese Doppelbelastung, also das ist einfach so, ich lebe irgendwie das Leben
                    0:45:21–0:45:24
                    von drei Menschen gerade und das ist so krass einfach nur, dass ich,
                    0:45:25–0:45:27
                    genau, ich kann gar nicht weiter denken, als dass ich erstmal nicht mehr in
                    0:45:27–0:45:30
                    diesem Standardjob arbeite sozusagen,
                    0:45:31–0:45:34
                    dass das erstmal diese Energie frei wird und wie dann eine Biederrunde online
                    0:45:34–0:45:35
                    aussieht, das werden wir dann sehen.
                    0:45:38–0:45:38
                    Genau.
                    0:45:38–0:45:41
                    Das werden wir dann sehen und wir begleiten euch vom Mitziele und lassen uns
                    0:45:41–0:45:43
                    das richtig, richtig einfallen, dass es knallt.
                    0:45:43–0:45:45
                    Oh, wie toll. Ja.
                    0:45:46–0:45:50
                    Cool. Okay, unsere Hanna ist gerade wieder weg. Ich würde sagen,
                    0:45:50–0:45:52
                    wir verabschieden uns von diesem wunderbaren Podcast.
                    0:45:52–0:45:55
                    Ich möchte mich bei dir bedanken, Olivia, dass du bei uns warst,
                    0:45:56–0:46:00
                    dich vorgestellt hast und dieses wunderbare Projekt der Kornkiste.
                    0:46:01–0:46:03
                    Und ich bedanke mich bei Hanna.
                    0:46:05–0:46:09
                    Ja, danke auch, dass du hier übernimmst, während mein Internet hier Schluckauf hat.
                    0:46:10–0:46:12
                    Genau, ich bedanke mich auch, dass ihr alle da wart und freue mich,
                    0:46:13–0:46:14
                    euch beim nächsten Mal wiederzuhören.
                    0:46:14–0:46:17
                    Also ihr Lieben, wir verabschieden uns und wir freuen uns auf das nächste Mal,
                    0:46:18–0:46:21
                    wenn wir uns wieder treffen, um für euch eine Bezellium-Podcast-Folge aufzunehmen.
                    0:46:22–0:46:23
                    Danke fürs Zuhören. Tschüss.
                    0:46:24–0:46:24
                    Tschüss.

                    The post MP094 – Die Kornkiste appeared first on MYZELIUM.

                    43 min
                  • MP093.5 - Das Myzelium im neuen Design

                    • Hannah Heller
                        Wir haben uns neu erfunden und präsentieren das MYZELIUM im neuen Corporate Design. Weil das alles so spannend ist, haben wir euch eine kleine Mini-Folge aufgenommen und erklären, was hinter unserem Sporenabdruck Logo und den Farben steckt und was wir nun damit vorhaben. Wie wirkt das neue Design auf euch? Sagt´s uns doch per Mail an [email protected]

                        Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com

                        Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                        Transkription
                        Hannah Heller
                        0:00:09–0:00:15

                        Herzlich willkommen zu unserer 93. einhalbsten Folge des Mycelium Podcast,

                        0:00:16–0:00:18

                        dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

                        0:00:18–0:00:25

                        Heute machen wir eine kleine Zwischenfolge zu, darf ich es schon sagen, unserem neuen Design.

                        0:00:25–0:00:31

                        Und ich freue mich sehr, heute Hanna Alles und Franka Stromberg hier begrüßen zu dürfen.

                        0:00:31–0:00:34

                        Jetzt habe ich mal ganz formal die Nachnamen dazu gesagt, mache ich nochmal

                        0:00:34–0:00:36

                        auch nicht, aber so ist es jetzt.

                        0:00:37–0:00:43

                        Und da Franka schon ein gewohnter Gast hier ist, würde ich gerne Hannah Alles besonders hier bei uns.

                        0:00:43–0:00:46

                        Oder Hannah, ich glaube, ich sage die Nachnamen dazu, weil wir ja beide Hannah

                        0:00:46–0:00:48

                        heißen und es da immer zu Verwechslungen kommt.

                        0:00:48–0:00:52

                        Und deshalb, hier sitzt die Hannah Heller. Schön, dass du da bist, Hannah Alles.

                        0:00:52–0:00:55

                        Erzähl doch mal kurz, wer du bist, wie bist du da?

                        0:01:55–0:01:59

                        Und ja, jetzt erzähl doch ihr beiden mal, warum sind wir eigentlich hier?

                        0:01:59–0:02:02

                        Was hat es damit auf sich? Was wollen wir heute feiern?

                        0:04:50–0:04:54

                        Voll, schaut auf mycelium.com, da hat sich ja sozusagen nichts verändert an

                        0:04:54–0:04:58

                        der Adresse selbst, www.mycelium.com, schaut es euch einfach an Und vielleicht,

                        0:04:59–0:05:02

                        genau, wollt ihr einfach mal erzählen, was sieht man denn da jetzt?

                        0:05:02–0:05:06

                        Wo sind wir denn gelandet mit unserem Design von den Regenbogenbalken und dem

                        0:05:06–0:05:11

                        Pilz in der Mitte hin zu einem ganz anderen Konzept?

                        0:08:09–0:08:12

                        Vielleicht für die Menschen, die sich nicht so gut mit Pilzen auskennen,

                        0:08:12–0:08:15

                        wie wir es mittlerweile tun, die Metilium Mitarbeitenden, würde ich gerne mal

                        0:08:15–0:08:17

                        kurz sagen, Sporenabdruck.

                        0:08:18–0:08:21

                        Was davon jetzt, was ich sehe auf der Homepage, ist eigentlich der Sporenabdruck.

                        0:08:21–0:08:26

                        So, wie sieht ein Sporenabdruck aus für die Menschen, die jetzt zuhören und

                        0:08:26–0:08:28

                        vielleicht noch nicht auf der Webseite waren, aber vielleicht auch für die Menschen,

                        0:08:28–0:08:32

                        die jetzt gerade auf der Webseite sind und denken, was davon ist jetzt genau

                        0:08:32–0:08:34

                        eigentlich dieser Sporenabdruck?

                        0:08:34–0:08:36

                        Vielleicht könnt ihr einfach nochmal beschreiben, wie sieht der denn aus?

                        0:09:27–0:09:30

                        Nicht nur das Symbol hat sich sozusagen, also das Symbol eigentlich nicht,

                        0:09:31–0:09:35

                        aber vom Pilz zum Sporenabdruck hat sich verändert, sondern auch die Farben.

                        0:09:35–0:09:38

                        Wir haben es ja schon gesagt, Regenbogen war nicht schwer loszulassen.

                        0:09:38–0:09:41

                        Was sind denn die neuen Farben und wofür stehen sie vielleicht auch?

                        0:09:41–0:09:42

                        Was habt ihr euch dabei gedacht?

                        0:14:08–0:14:11

                        Voll, also genau, mir macht es auch einfach Spaß, euch zuzuhören.

                        0:14:12–0:14:15

                        Mir macht es auch Spaß, schon die ersten Sachen ausprobiert zu haben mit diesem

                        0:14:15–0:14:18

                        Design auf jeden Fall. Wir trauen uns da langsam heran.

                        0:14:18–0:14:22

                        Wir tasten uns heran an diesen Wandel in der Sichtbarkeit von uns.

                        0:14:24–0:14:28

                        Was gab es denn sonst noch so für Resonanz, jetzt wo ihr schon das Logo sozusagen

                        0:14:28–0:14:32

                        in den internen Kreisen schon gezeigt habt und so weiter? Vielleicht wollt ihr

                        0:14:32–0:14:34

                        davon noch ein bisschen erzählen.

                        0:15:14–0:15:19

                        Ja, vielleicht noch was von mir dazu legen. Wie ein Auge, wie die Iris in einem

                        0:15:19–0:15:21

                        Auge sieht das ja aus, dieser Spurenabdruck.

                        0:15:22–0:15:25

                        Und das finde ich, also es kommt mir jetzt gerade, aber es ist auch,

                        0:15:25–0:15:27

                        die Iris, jedes Menschen ist unterschiedlich.

                        0:15:27–0:15:30

                        Also es gibt ja gerade auch diesen Trend, dass man die so abfotografiert und

                        0:15:30–0:15:31

                        sich so irgendwie aufhängt.

                        0:15:32–0:15:36

                        Und gleichzeitig dieser Kreis außenrum, der dann eben für dieses Individuum in Gemeinschaft steht.

                        0:15:36–0:15:42

                        Also ich finde es auch immer wieder schön, dass es, wie wir auch Gemeinschaft

                        0:15:42–0:15:45

                        verstehen und wie wir auch Transformation verstehen, dass es eben nicht darum

                        0:15:45–0:15:47

                        geht, die eigene Individualität loszulassen.

                        0:15:48–0:15:50

                        Also das ist so ein bisschen meine Interpretation in dieses Logo rein.

                        0:15:51–0:15:55

                        So, jeder Pilz ist unterschiedlich, jede Iris, jeder Mensch ist unterschiedlich

                        0:15:55–0:16:00

                        und trotzdem verbinden wir uns miteinander, um unsere Spuren zu hinterlassen,

                        0:16:00–0:16:01

                        mit einem Spurenabdruck.

                        0:16:02–0:16:06

                        Genau, aber vielleicht erzählt ihr nochmal kurz, bevor das hier ausartet in

                        0:16:06–0:16:10

                        den philosophischen Diskurs, was passiert jetzt damit? Wie geht es weiter?

                        0:16:10–0:16:11

                        Was machen wir damit jetzt?

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                        Mega schön, mega schön, dass ihr da wart. Mega schön, dass wir so schöne Neuigkeiten

                        0:17:47–0:17:53

                        verkünden dürfen ins Ökosystem und die Welt rufen dürfen und so vielleicht noch

                        0:17:53–0:17:58

                        mehr Menschen anlocken, sich mit uns zu beschäftigen, Transformationen mitzugestalten.

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                        Wenn ihr Teil dieser Transformation werden wollt, dann kommt auf unsere neue

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                        Homepage, werdet Vereinsmitglieder, tretet näher und werdet Teil des Ökosystems.

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                        Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald. Tschüss.

                        The post MP093.5 – Das Myzelium im neuen Design appeared first on MYZELIUM.

                        19 min
                      • MP093 - Macht in Gemeinschaften

                        • Hannah Heller
                          • Stefan Schneider
                              Eva Stützel spricht mit uns über Macht und Rang in Gemeinschaften, die sich gleichberechtigt miteinander organisieren. In ihrem neuen Buch „Machtvoll verändern – Macht und Privilegien in „hierarchiefreien“ Projekten“ (Link: https://www.gemeinschaftskompass.de/de/macht-voll-veraendern/) lässt sie uns teilhaben an ihren tiefgreifenden Erfahrungen mit Macht in Gemeinschaften und gibt Tipps, wie man Menschen bei der Selbstermächtigung unterstützt und die eigene Macht mit anderen nützt, um zur Veränderung der Welt beizutragen. Denn seine eigene Macht im Sinne der Hierarchiefreiheit zu leugnen und zu unterdrücken ist nämlich auch keine Lösung, um gemeinsam zu gestalten. Eine gute Grundlage für alle Gemeinschaften ist auch ihr Gemeinschaftskompass mit Werkzeugen zum Downloaden: (Link: https://www.gemeinschaftskompass.de/de/category/anwendungsmoeglichkeiten/)

                              Eine Folge voller spannender Erkenntnisse und Werkzeuge gerade auch für unsere Gemeinschaften im MYZELIUM Ökosystem und unserer Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens.

                              Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com

                              Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                              Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                              Transkription
                              Hannah Heller
                              0:00:10–0:00:13

                              Herzlich willkommen zur 93. Folge des Mycelium-Podcasts.

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                              Ich freue mich sehr, dass ich heute Eva Stützel zu Gast habe und mit ihr über

                              0:00:18–0:00:21

                              Macht in Gemeinschaften sprechen werde. Hallo Eva.
                              Eva Stützel
                              0:00:22–0:00:24

                              Hallo Hanna. Ich freue mich sehr, dass ich bei euch sprechen darf.
                              Hannah Heller
                              0:00:25–0:00:28

                              Und als zweiter Gast hier heute ist Stefan Schneider da.

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                              Er arbeitet auch für uns im Mycelium und unterstützt uns bei der Organisationsentwicklung.

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                              Und wir haben gedacht, so einen Mann noch mit dabei zu haben,

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                              wenn es um das Thema Macht geht. Die kennen sich ja damit aus, die Männer.

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                              Ist auch nicht schlecht, deshalb haben wir noch Stefan dabei. Hallo Stefan.
                              Stefan
                              0:00:44–0:00:44

                              Hallo zusammen.
                              Hannah Heller
                              0:00:45–0:00:47

                              Eva, aber erstmal zu dir, Stefan. Kennt man es, habe ich schon so ein bisschen

                              0:00:47–0:00:50

                              in diesem Podcast. Der war schon ein paar Mal zu Besuch hier.

                              0:00:51–0:00:55

                              Vielleicht erzählst du mal kurz, wer bist du und wie kommt es dazu,

                              0:00:55–0:00:58

                              dass du dich mit dem Thema Macht beschäftigst und bei uns im Podcast gelandet

                              0:00:58–0:00:59

                              bist? Erzähl doch mal. Hi Eva.
                              Eva Stützel
                              0:01:00–0:01:06

                              Ja, also ich habe das Ökodorf Siebenlinden mit aufgebaut. Ich lebe seit 32 Jahren

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                              in diesem Projekt, bin damals direkt nach dem Ende meines Psychologiestudiums

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                              in dieses Projekt gestolpert sozusagen und seitdem da drin geblieben.

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                              Bin dann auch ziemlich schnell in koordinierende Funktionen gekommen, sagen wir mal so.

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                              Dadurch, dass als ich reinkam, die Frau rausgestiegen ist, die sehr viel Finanzen

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                              und Orga so gemacht hatte.

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                              Und da bin ich dann ziemlich schnell hineingesogen worden. und ich war in dem

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                              Projekt über 20 Jahre lang entweder Vorständin oder angestellte Geschäftsführerin

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                              von einer unserer Organisation.

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                              Von daher war ich in Siebenlinden immer auch eine mächtige Person und das gleichzeitig

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                              in einem Projekt, was so aus der Blase kommt, in der man eigentlich gar keine

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                              Macht haben will, in der es um Hierarchiefreiheit geht und alle sind gleich.

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                              Und das war einfach ein schwieriger Lernweg für mich auch zu lernen,

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                              wie gehe ich mit meiner Gestaltungskraft in diesem Kontext um.

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                              Und das war manchmal schmerzhaft und manchmal gut.

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                              Und im großen Ganzen haben wir es ganz gut ohnehin gekriegt.

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                              Ich bin immer noch in diesem Projekt, habe es nicht irgendwann frustriert, verlassen.

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                              Und dann war für mich so eine richtige

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                              Erleuchtung, die Begegnung mit der prozessorientierten Psychologie.

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                              Ich bin ja eigentlich auch Psychologin und ich arbeite als Begleiterin und Beraterin

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                              für andere Projekte schon lange.

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                              Und da bilde ich mich immer mal wieder fort und dann bin ich eben auch auf die

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                              prozessorientierte Psychologie gestoßen.

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                              Und da wird das Thema Rang genannt, Rang und Macht.

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                              Und dieses Rangkonzept und was es bedeutet, sich des eigenen Ranges bewusst

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                              zu sein und damit bewusst umzugehen, das war für mich so ein richtiger Kling.

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                              Also da sind ganz viele Augenöffner aufgegangen und habe ich ganz viel verstehen

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                              können an Konflikten, die wir hatten und auch an Dingen, die wir richtig gemacht

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                              haben und einfach daraus sehr, sehr viel gelernt.

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                              Damit habe ich dann in meinem ersten Buch, was ich geschrieben habe,

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                              also ich habe zwischen drei Bücher geschrieben.

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                              Ich habe ein Modell entwickelt, das heißt der Gemeinschaftskompass.

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                              Das ist so eine Orientierungshilfe für gemeinschaftliche Projekte.

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                              Und da habe ich ein Kapitel zum Thema Macht geschrieben, mit dem,

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                              was ich damals schon so wusste aus der prozessorientierten Psychologie.

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                              Und danach haben mich fast alle Gruppen, mit denen ich arbeite,

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                              darauf angesprochen und wollten mit mir zum Thema Macht arbeiten,

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                              Weil ich verstehe ja da was davon, habe ich ja mit dem Kapitel bewiesen sozusagen.

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                              Und dann habe ich eben in den letzten drei, vier Jahren mit sehr,

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                              sehr vielen Gruppen zu dem Thema Rang und Macht gearbeitet und mich natürlich

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                              weiter fortgebildet und versucht zu lernen, was hängt da eigentlich dran.

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                              Und daraus ist dann der Gedanke entstanden, jetzt kann ich mehr als dieses eine

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                              Kapitel schreiben, jetzt kann ich ein Buch schreiben und so habe ich im letzten

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                              Jahr das Buch Machtvoll verändern, Rang und Privilegien in hierarchiefreien Projekten,

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                              geschrieben und veröffentlicht und freue mich, dass ich gerade schon den zweiten

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                              Druck sozusagen, ich habe die ersten Tausend sind schon unter den Leuten und

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                              jetzt sind die, kommt schon die zweite,

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                              also nicht wirklich noch zweite Auflage, ich bin aber nur Tippfehler korrigiert und sowas,

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                              von dem Buch und das freut mich natürlich sehr, dass es schon so viele Leute

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                              gekauft haben und auch eben sehr gutes Feedback gegeben haben,

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                              dass es irgendwie für viele Leute eine neue Erkenntnisse gebracht hat,

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                              die sie weitergebracht hat.
                              Hannah Heller
                              0:04:38–0:04:42

                              Ja, vielen Dank, Eva. Stefan und ich haben auf jeden Fall auch dein Buch gelesen

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                              oder zumindest teilweise gelesen und vielleicht magst du aber nochmal für die

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                              Menschen, die es noch nicht gelesen haben,

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                              kurz ein bisschen erklären, was du unter Macht verstehst und wie du sie vielleicht

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                              auch unterteilen würdest in verschiedene Formen von Macht.
                              Eva Stützel
                              0:04:58–0:05:01

                              Genau, also das erste ist mal, dass ich so ein bisschen zu meiner Mission jetzt

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                              gemacht habe, das Thema Macht zu enttabulisieren Und deswegen meine Definition

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                              von Macht und das ist auch für mich die Essenz von all den verschiedenen Machtdefinitionen,

                              0:05:11–0:05:13

                              die ich in meiner Recherche gefunden habe.

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                              Ist, Macht ist die Fähigkeit und die Möglichkeit, Menschen und Situationen zu beeinflussen.

                              0:05:19–0:05:23

                              Und dieser Teil ist erstmal nichts Böses. Also für mich ist Macht Gestaltungskraft.

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                              Und es gibt auch dann die Definitionen, die ganz bewusst da eben dazuschalten

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                              und das zum eigenen Vorteil auszunutzen, die das sozusagen auf diese böse Seite ziehen.

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                              Aber für mich ist erstmal, Macht ist etwas, das beeinflusst alle menschlichen Interaktionen.

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                              Und es ist nichts Böses, sondern es gehört einfach zu menschlicher Interaktion

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                              dazu, dass wir austarieren, wer hat eigentlich wo, wie viel Einfluss.

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                              Und das kann man negativ verwenden und das ist in unserer Geschichte und wird

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                              in unserer Gesellschaft sehr viel auf eine böse Art verwendet.

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                              Aber deswegen muss es nicht böse sein, sondern die Frage ist,

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                              wie können wir alle in unsere Gestaltungskraft kommen.

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                              Und wenn wir eben das Wort Macht durch Gestaltungskraft ersetzen oder eben diese

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                              Definition von Macht ist die Fähigkeit, Menschen in Situationen zu beeinflussen,

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                              als Machtdefinition sehen,

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                              dann wird auf einmal deutlich, es gibt ein menschliches Grundbedürfnis,

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                              das heißt Selbstwirksamkeit.

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                              Also jeder, ich habe jetzt gerade eine kleine Enkelin, die ist jetzt schon aus

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                              der Phase raus, aber als die anfing zu entdecken, wenn sie irgendwie wo draufhaut

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                              und das macht Krach, dann ist das toll, dann macht man das immer wieder.

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                              Und wenn man auf den Lichtschalter haut und das Licht geht an und es geht wieder

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                              aus und es geht wieder an und es geht wieder aus, das ist ein ganz wichtiges

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                              menschliches Grundbedürfnis zu erleben, dass wir die Welt beeinflussen können mit dem, was wir tun.

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                              Wenn wir das nicht tun, dann werden wir depressiv, dann kommen wir in die Hilflosigkeit,

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                              in die erlernte Hilflosigkeit hinein Und ja, also von daher ist es eigentlich

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                              merkwürdig, warum tabuisieren wir diese,

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                              Dieses Grundbedürfnis so. Aber ich weiß es auch schon, warum.

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                              Weil wir so viel Machtmissbrauch erlebt haben und weil wir so unbewusst mit

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                              dem Thema Macht umgehen.

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                              Und deswegen ist es mir ein echtes Anliegen, dieses Thema Macht aus der Tabuzone

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                              zu heben und dafür zu sorgen, dass wir bewusster damit umgehen.
                              Hannah Heller
                              0:07:24–0:07:29

                              Vielleicht starten wir direkt damit. Wie könnte man denn Menschen helfen,

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                              sich bewusst zu machen, ob sie entweder sehr machtvoll gerade sind oder eher

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                              eigentlich weniger Macht haben oder vielleicht auch Menschen,

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                              die sich ohnmächtig fühlen und denen es helfen würde, sich bewusst zu machen,

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                              wo sie eigentlich Macht haben, um mitzugestalten.

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                              Also kennst du da, in deinem Buch beschreibst du den psychologischen Rang,

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                              den sozialen Rang und den strukturellen Rang.

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                              Vielleicht kannst du daran nochmal anknüpfen, weil ich fand es spannend,

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                              wie man sich so anhand dieser verschiedenen Einordnungen auch fragen kann,

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                              ist man eigentlich gerade selbst in einer machtvollen Position oder nicht?
                              Eva Stützel
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                              Ja, genau. Also mein Ziel ist eigentlich, jeden Menschen darin zu motivieren,

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                              die eigene Macht zu finden.

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                              Und ich glaube, jeder Mensch hat auch irgendwo einen hohen Rang und eben diese Macht.

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                              Also ich nutze gerne das Wort Rang, weil das eben aus der prozessorientierten Psychologie kommt.

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                              Und in Deutschland ist das sehr stark mit den militärischen Rängen und als etwas

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                              unvereinbar Festgeschriebenes gemeint.

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                              Das ist es, so wie ich es benutze, ganz bewusst nicht.

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                              Und ich bin immer wieder aus der Blase gefragt worden, ob ich nicht dieses Wort

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                              verändern kann. Und ich bin aber da meiner Schule treu, in der das Rang heißt.

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                              Und ich will nicht einfach jetzt das Wort verändern, was in der Schule,

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                              die mich am meisten inspiriert hat, geprägt worden ist.

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                              Ich nutze es ganz bewusst auch weiterhin. Also genau, und da gibt es eben,

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                              Ich unterscheide vier verschiedene Dimensionen von Rang, die alle unsere Macht,

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                              unsere Fähigkeit, Menschen und Situationen zu beeinflussen, mitbestimmen.

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                              Hast du gerade schon gesagt.

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                              Wenn wir von wir wollen keine Macht haben sprechen, dann denken wir immer zunächst

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                              ganz stark an den strukturellen Rang.

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                              Also an die Macht, die jemand hat, weil er eine Position hat und deswegen etwas beeinflussen kann.

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                              Und das versuchen wir ganz häufig in unserer linken Blase zu vermeiden.

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                              Das soll nicht sein. Keiner soll irgendwie strukturell etwas beeinflussen können.

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                              Es ist aber längst nicht die einzige Sache, die unsere Fähigkeit,

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                              Menschen und Situationen zu beeinflussen, determiniert.

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                              Dann gibt es den sozialen Rang.

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                              Der wird auch noch, gerade in so diskriminierungssensiblen Kreisen,

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                              wird der auch viel beachtet.

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                              Da geht es um die Frage, was ist mein Geschlecht, Mein Geschlecht,

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                              meine Geschlechtsorientierung, meine Hautfarbe, meine Muttersprache,

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                              mein finanzieller Status, mein Bildungsstand,

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                              meine Netzwerke, die ich habe, die Anerkennung, die ich in meiner Gruppe erfahre

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                              und sowas. Das ist der soziale Rang.

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                              Und der hat natürlich auch einen enormen Einfluss auf unsere Fähigkeit,

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                              Menschen und Situationen zu beeinflussen.

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                              Gleichzeitig ist der auch kontextabhängig, weil ein sozialer Rang ist in verschiedenen

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                              Kontexten auch unterschiedlich.

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                              Das sind die beiden, über die wird sehr viel gesprochen. In meiner Sicht sind

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                              das nur zwei von vier Dimensionen, die unseren Rang ausmachen.

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                              Und dann gibt es eben noch dazu, und das unterscheiden auch verschiedene Leute

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                              unterschiedlich und ich in meinen zwei Büchern auch, also deswegen in meinem

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                              neuen Buch, da halte ich mich jetzt dran, habe ich nochmal zwei Dimensionen unterschieden.

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                              Den persönlichen Rang, den ich eher bei den faktischen Kompetenzen und Einschränkungen sehe.

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                              Da geht es um die Kompetenzen, Erfahrungen, Fähigkeiten oder auch eben Behinderungen.

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                              Die Frage, wie viel Kraft habe ich? Kann ich leicht 60 Stunden die Woche arbeiten

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                              oder bin ich nach zehn schon erschöpft und muss mich den Rest der Woche ausluten?

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                              Dann habe ich viel weniger Möglichkeit, Dinge zu gestalten.

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                              Das ist alles, diesen Teil zähle ich alles beim persönlichen Rang.

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                              Und dann gibt es den psychologischen Rang. Das ist mehr das innerpsychische.

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                              Da ist für mich die allerwichtigste Sache das Urvertrauen.

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                              Also habe ich mitgekriegt, das Vertrauen, ich bin okay und ich kann was.

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                              Und wenn da jemand etwas, was ich sage, kritisiert, dann denke ich im Idealfall

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                              darüber nach, was ist da vielleicht dran.

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                              Und nehmen davon das, was dran ist und den Rest lasse ich aber auch stehen und

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                              der zerbröselt mich nicht. Das ist ein hoher psychologischer Rang.

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                              Es gibt aber auch die beiden anderen Extreme und auf der anderen Seite,

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                              oh Gott, da findet jemand, dass ich das mache, das ist scheiße,

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                              dann ist der entweder doof oder ich bin scheiße, eins von beiden,

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                              aber jedenfalls irgendwie reagiere ich da angetriggert drauf.

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                              Oder umgekehrt, eben ich höre auf nichts, was mir irgendjemand sagt,

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                              weil ich mich so toll finde, dass ja nichts, was irgendjemand zu sagen hat.

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                              Mich je beeinflussen kann. Beides spricht nicht für einen hohen psychologischen Rang.

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                              Und dieses Urvertrauen und gleichzeitig eine lernende Haltung ist für mich was,

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                              was häufig einen hohen psychologischen Rang ausmacht.

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                              Aber auch ganz viel anderes eben, wie kann ich mich in mein Gegenüber hineinversetzen,

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                              durch welche Krisen bin ich durchgegangen, was habe ich daraus gelernt.

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                              Das macht alles den psychologischen Rang aus.

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                              Und das ist ein Schatz, den wir idealerweise in uns tragen oder auch weiterentwickeln

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                              können, wenn wir ihn noch nicht in uns tragen,

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                              an den uns keiner nehmen kann, der in jeder Rahmenbedingung funktioniert und

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                              auch ganz unabhängig vom strukturellen und sozialen Rang funktionieren kann.

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                              Natürlich beeinflusst gerade der soziale Rang häufig auch den psychologischen.

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                              Also die hängen auch miteinander zusammen.

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                              Aber du hast ja eingangs gefragt, wie kann ich feststellen, wie viel Macht ich habe.

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                              Also ich will mit meiner Arbeit nicht dazu kommen,

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                              beitragen, dass Menschen sich in dem Hilflosigkeitsparadigma,

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                              ich habe ja gar keine Macht, verfangen, sondern ich finde,

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                              Macht ist so vielfältig, die Wege, wie wir dazu kommen können,

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                              Sachen zu beeinflussen,

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                              dass ich immer Menschen dazu bringen will, sich mit ihrer eigenen Macht zu verbinden. Wo ist deine?

                              0:13:21–0:13:25

                              Wo ist das, was du kannst und wo du was beizutragen hast?

                              0:13:25–0:13:29

                              Und sie darin zu empowern. Also es ist für mich eine ganz wichtige Ethik im

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                              Umgang mit dem Thema Rang und Macht.

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                              Es setze deinen Rang dafür ein, andere zu empowern.

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                              Andere in ihre Kraft zu bringen, ihre eigenen hohen Ränge zu entdecken und die einzusetzen.

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                              Und nicht, wie wir es eben aus

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                              dem Machtmissbrauchsparadigma mal eher so kennen, andere klein zu machen.
                              Hannah Heller
                              0:13:49–0:13:54

                              Womit wir bei den Gemeinschaften landen. Also genau, Macht ist ja auch sozusagen

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                              ein soziales Phänomen, was nur auftritt, wenn wir uns überhaupt mit anderen

                              0:13:59–0:14:03

                              Menschen zusammentun oder mit ihnen Zeit verbringen zumindest.

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                              Also es braucht andere Menschen, um sich der eigenen Macht bewusst zu werden.

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                              Vielleicht erstmal eine generelle Frage zum Thema Gemeinschaft.

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                              Wir sind hier im Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

                              0:14:16–0:14:20

                              Ich würde gerne mal von dir hören, du hast ja eine lange Geschichte auch in Gemeinschaften.

                              0:14:20–0:14:24

                              Du hast den Gemeinschaftskompass auch als Instrument für Gemeinschaften,

                              0:14:24–0:14:26

                              damit sie besser zusammenarbeiten können.

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                              Geschrieben, sehr zu empfehlen übrigens auch, auch mit ganz praktischen Werkzeugen,

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                              um wirklich im eigenen Projekt voranzukommen und sich besser abzustimmen.

                              0:14:37–0:14:41

                              Aber vielleicht mal eine grundsätzliche Frage an dich, Eva. Warum denkst du.

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                              Dass Gemeinschaften oder inwiefern hast du das Gefühl, dass Gemeinschaften auch

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                              gerade jetzt von Relevanz sind?

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                              Auch vielleicht gerade in diesen Zeiten der Krise.

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                              Ich habe manchmal in unglücklichen Momenten meines Lebens erwischt mich dabei,

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                              wo ich denke, es bringt doch irgendwie alles nichts und es ist alles so klein

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                              und diese Projekte sind so klein, mit denen ich mich beschäftige.

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                              Und wenn man dann irgendwie an diese großen, mächtigen Männer vor allem denkt,

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                              die da die Welt gerade gestalten, ja, dann denkt man manchmal, das ist so irrelevant.

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                              Aber vielleicht ist es das ja auch nicht.

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                              Eva, was denkst du, warum lohnt es sich, sich mit Gemeinschaften und auch mit

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                              dem Thema Macht auseinanderzusetzen?
                              Eva Stützel
                              0:15:27–0:15:31

                              Ja, also ich meine, das hat zwei Ebenen. Tatsächlich in der letzten Zeit kommt

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                              bei mir stärker der Teil hoch, den ich früher immer als Präppermentalität verurteilt

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                              habe, sozusagen dieses,

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                              also ich meine, eine Gemeinschaft auf dem Land mit viel Selbstversorgung ist

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                              nicht das Schlechteste, was man um sich herum haben kann, wenn man Krisen vor sich erwartet.

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                              Und es war nicht meine Hauptmotivation, dieses Projekt aufzubauen,

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                              aber es ist heute auf jeden Fall tatsächlich stärker als früher und dann sehe

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                              ich meine Tochter und meine Enkelin und wünsche, dass die auch durch die kommenden

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                              Krisen irgendwie gut durchkommen und dann hat das auf einmal eine ganz andere Dimension.

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                              Also das ist der eine Teil, also wir können einfach gemeinschaftlich ein Stückchen

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                              auch resilienter durch alle Krisen durchgehen,

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                              denke ich, weil wir brauchen erstmal einfach andere Menschen um uns rum,

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                              denen wir vertrauen, mit denen wir ein konstruktives Miteinander haben und uns

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                              gegenseitig unterstützen.

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                              Das macht immer resilient, also ob man jetzt noch wie wir hier einen großen

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                              Gartenbaubetrieb daneben hat oder nicht, ist es allein schon ein unterstützendes

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                              Netzwerk zu haben, ist wichtig.

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                              Und gleichzeitig, gut, ich würde auch gerne den Hebel finden,

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                              wie ich die aktuelle große Politik beeinflussen kann. Den habe ich noch nicht gefunden.

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                              Und gleichzeitig gibt es ja auch im Kleinen genug zu tun und ist das eigentlich das gleiche,

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                              irgendwie das gleiche Muster oder die gleichen Geschichten. Also wenn wir jetzt

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                              hier in der Region mit einem starken AfD-Anteil und sowas, wie komme ich hier

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                              mit den Menschen ins Gespräch?

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                              Und da glaube ich schon, dass wir, dass die Tatsache, dass wir hier sind und

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                              was ein bisschen anders machen und dass die Leute auch inzwischen häufig auch

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                              interessiert, also am Anfang waren wir total die Exoten, inzwischen haben die

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                              schon auch begriffen, dass sie nennen, durchaus was Interessantes ist.

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                              Also wir wirken trotzdem auch mit dem, was wir hier tun, in die Region und inspirieren

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                              Menschen und tragen ein kleines Schärflein dafür bei.

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                              Dazu bei, glaube ich, dass es nicht weniger Protestwähler gibt,

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                              die die AfD wählen oder so.

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                              Natürlich nur in ganz kleinem Stil. Aber immerhin, das finde ich schon auch,

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                              dass die Beispiele von einem, wie ein anderes Leben möglich ist, auch Mut machen.

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                              Und auch deshalb, glaube ich, schon auch in der politischen Situation was zu

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                              sagen haben. Aber es ist mir auch zu wenig.

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                              Tatsächlich, da bin ich gerade ein bisschen hilflos dazwischen.

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                              Weil eigentlich würde ich gerne irgendwie den politischen Hebel finden,

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                              den ich jetzt ansetze und alles anders mache.

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                              Und tatsächlich glaube ich, dass ein bewusster Umgang mit dem Thema Macht dafür wichtig ist.

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                              Weil nämlich wir in so eher dieser linken gemeinschaftsgetragenen Bubble,

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                              in der wir alle ganz gleich sein wollen und sowas, damit schwächen wir uns total

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                              häufig mit dem, dass keiner mächtiger sein darf als der andere.

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                              Also das habe ich halt so häufig erlebt, dass Projekte versuchen,

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                              sich dann auf einem niedrigen Level einzuschwingen, damit bloß niemand irgendwo

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                              mächtiger ist als der andere.

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                              Und das können wir in dieser Zeit überhaupt nicht gebrauchen.

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                              Wir brauchen es, dass die Projekte und die Initiativen kraftvoll sind und ihre

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                              ganze Gestaltungskraft aufleben, ohne dabei Leute abzuhängen.

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                              Das ist das Entscheidende.

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                              Und wie schaffen wir es voll, unsere Gestaltungskraft,

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                              einzubringen und auszuleben, ohne andere kleinzumachen.

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                              Das ist das, was ich eben über die prozessorientierte Psychologie mit dem Thema

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                              Rangbewusstsein ein Stückchen gelernt habe.

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                              Und das ist mir so wichtig.

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                              Und das, glaube ich, da hat der bewusste Umgang mit dem Thema Macht,

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                              kann unsere Initiativen stärken.

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                              Und es gibt noch was ganz anderes, was dann auf der großpolitischen Ebene wieder

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                              läuft, dass ich denke, dass so viel von den Konflikten, die wir gerade auf der Welt sehen.

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                              Auch genau damit zu tun haben, dass sich Menschen ohnmächtig fühlen und untermächtig

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                              fühlen, weil die Konflikte eskalieren deswegen.

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                              Also wenn man die Israel-Palästina-Geschichte anguckt.

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                              Also Israel ist entstanden aus der Unterdrückung und dem Genozid an Juden.

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                              Daraufhin, aus dieser Untermacht, aus dieser großen Hilflosigkeit,

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                              wurde denen da eine Macht gegeben und ein Staat. Damit sind aber andere unterdrückt

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                              worden über Jahrzehnte hinweg.

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                              Und die versuchen jetzt aus ihrer Unterdrückung wieder was zu machen.

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                              Und so eskaliert die Gewaltspirale. Also aus ihrer Unterdrückung,

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                              ich will das nicht reinmachen, was da passiert ist.

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                              Aber es ist eine ganz logische Gewaltspirale, die aus Untermacht resultiert.

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                              Und von daher glaube ich, dass eben auch ein bewusster Umgang mit dem Thema

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                              Macht, also nicht nur in unserer Gemeinschaft mit Initiativen,

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                              sondern in der Gesellschaft so etwas Wichtiges ist.

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                              Deswegen ist das gerade mein absolutes Lieblingsthema.
                              Hannah Heller
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                              Ja, es kratzt ja so ein bisschen an diesem Aspekt, macht über oder macht mit,

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                              also diese vielen kleinen Projekte, in denen man viele Menschen befähigt,

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                              mitzumachen und mitzugestalten und da eben auch bewusst diesen großen Hebel

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                              sozusagen in die Mitte legt und sagt,

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                              lass ihn doch alle gemeinsam, also lass doch alle gemeinsam irgendwie unsere Hebel nutzen.

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                              Eva, ich würde dich gerne nochmal dazu hören, was ist denn für dich dieser feine

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                              Unterschied oder vielleicht auch gar nicht so fein zwischen Macht über und unter, denn eben,

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                              wie wir es vorhin hatten, die Unterdrückung, die aus der Macht über Menschen folgt,

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                              aber vielleicht so diese Macht mit.

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                              Also ich hatte schon so Momente in meinem Leben, wo ich irgendwie gedacht habe, oha.

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                              Jetzt war diese Sitzung oder war diese Versammlung und ist diese Entscheidung

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                              gefallen Und ich hatte irgendwie so das Gefühl, oh, jetzt habe ich da schon

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                              viel Einfluss reingegeben sozusagen oder viel Einfluss ausgeübt in diesem Raum.

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                              Und am Ende ist es tatsächlich in eine ähnliche Richtung gegangen,

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                              wofür ich mich eingesetzt habe.

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                              Und dann immer dieses Gefühl zu haben, okay, habe ich jetzt die Leute da irgendwie

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                              in irgendwas rein manipuliert, was sie gar nicht wollten, weil ich irgendwie

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                              mit Begeisterung und Elan da reingesprungen bin und war das jetzt irgendwie aus dem Affekt heraus,

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                              dass es so passiert ist oder habe ich sie wirklich begeistert und mitgenommen

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                              und teilhaben lassen sozusagen an dieser Energie?

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                              Genau, vielleicht kannst du da noch ein bisschen aus deinem Erfahrungsschatz erzählen.
                              Eva Stützel
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                              Ja, also der, wie kommt man wirklich zu Macht mit, das ist die Frage.

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                              Eine Macht, die eben nicht andere unterdrückt, sondern die auf die Kooperation

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                              und auf das gemeinsame Wirken sozusagen zielt.

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                              Und eben, ich glaube nicht, dass man dabei die eigene Gestaltungskraft,

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                              dass man die deswegen ganz weit verstecken muss, wobei es ist tatsächlich eine

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                              wichtige Sache dabei, sich klarzumachen, okay,

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                              was sind eigentlich meine hohen Ränge, heißt das in meiner Schule aus der prozessorientierten

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                              Psychologie, was sind die Sachen, wo ich viel Einfluss habe und auch,

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                              was bedeutet das für andere und dafür, wie ich von den anderen wahrgenommen

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                              werde. Also das war für mich ganz wichtig.

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                              Genau das, was du nämlich so gerade schilderst.

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                              Also mir ist das, dass es für manche Leute, wenn jemand mit einer hohen Gestaltungskraft,

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                              mit einem hohen Rang in der Gruppe redet, dass es dann sehr viel Einfluss hat

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                              und andere sich nicht mehr trauen, dagegen zu reden zum Beispiel,

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                              ist eine total wichtige Sache.

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                              Und das heißt nicht, dass ich das deswegen nie tue.

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                              Weil wenn ich wirklich von was überzeugt bin und glaube, dass es gut und wichtig

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                              ist, dann bringe ich das auch ein.

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                              Und gleichzeitig ist es aber total wichtig, auch den Boden zu bereiten und die

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                              Offenheit zu schaffen, auch die andere Seite zu hören. Also zum Beispiel ganz

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                              bewusst auch nach dem Widerstand zu suchen und nachzufragen.

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                              Also zum Beispiel was einzubringen und dabei dann zu sagen, oder habe ich dabei

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                              was ganz Wichtiges vergessen?

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                              Also so jetzt nicht, das sind ja doch sicher alle so, da gibt es da Widerstand,

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                              also das ist häufig genau das Falsche,

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                              sondern auf eine Art mit Fragen einzuladen, dass die anderen,

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                              die kritischen Gedanken dazu auch kommen dürfen.

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                              Also ganz bewusst sozusagen, das ist für mich eine ganz, ganz wichtige Art.

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                              Also dieses Hunting for the No heißt das auch in der Deep Democracy,

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                              ganz bewusst den Raum zu schaffen, um die widerständigen Stimmen auch mit einzuladen.

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                              Und gleichzeitig kann es auch heißen in manchen Situationen,

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                              weil ich weiß, dass das, was ich sage, schnell gehört wird und aufgenommen wird,

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                              mich ganz bewusst zurückzuhalten und erst mal nichts zu sagen.

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                              Also das ist eine Frage von, wie wichtig ist es genau.

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                              Wie wichtig ist es, dass vielleicht wirklich das, was ich jetzt für ganz,

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                              ganz wichtig halte, sich durchsetzt.

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                              Gibt es nicht auch noch ungefähr zehn andere Varianten, die genauso sinnvoll wären?

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                              Und deswegen ganz häufig bedeutet es tatsächlich für mich auch,

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                              wenn ich weiß, dass ich eine einflussreiche Position habe,

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                              nicht als Erste zu reden und erst spät zu reden und alles andere vorher zu hören.

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                              Und eben bewusst wenig Einfluss zu nehmen Vielen Dank.

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                              Und in einer Situation, wo irgendwo eine Gruppe, aber wirklich gerade ich das

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                              Gefühl habe, die läuft jetzt volle Kanne ins Verwerben mit dem, was sie tut.

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                              Also da muss ich mich immer noch einmal fragen, ist das jetzt wirklich,

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                              ist das jetzt nur mein Ego, weil ich was anderes will? Oder glaube ich,

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                              das ist wirklich richtig schade?

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                              Da kann es auch voll okay sein, dass ich meine Macht mal voll in die Bresche werfe.

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                              Also ich sage immer, also ein Schlüsselsatz zum konstruktiven Umgang mit Macht

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                              ist, setze deinen hohen Rang bewusst ein.

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                              Und setze deinen hohen Rang bewusst ein, heißt, die ganze Klaviatur zu bespielen von,

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                              ich halte mich ganz entspannt zurück und lass die anderen machen und da kommt

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                              vielleicht was bei raus,

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                              was ich nicht gemacht hätte, aber ist ja auch okay, bringt das Projekt auch

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                              nicht um, das kann auch ein Einsatz des hohen Ranges sein, ganz bewusst andere

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                              Erfahrungen machen zu lassen, die ich gar nicht für die Beste halte,

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                              bis hin zu im Extremfall physischer Gewalt, also das ist jetzt nicht unbedingt

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                              eine Entscheidungsphase in einer Gruppe,

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                              aber wenn ich an einer vielbefahrenen Straße stehe und ein kleines Kind läuft

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                              auf die Straße, dann springe ich hin und halte das fest, das ist physische Gewalt und auch Macht.

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                              Um das Kind davor zu beschützen, auf die Straße zu rennen.

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                              Und in diesem ganzen Spektrum, wenn ich das mit diesem Leitsatz mache,

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                              setze deinen hohen Rang bewusst ein, kann ich wählen, wo zwischen ich halte

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                              mich total zurück oder ich werfe mich voll in die Bresche,

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                              ist der richtige Moment, um meinen hohen Rang bewusst einzusetzen.

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                              Was es sicher nicht ist, ist die Strategie, die ich früher gefahren habe,

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                              als mir angefangen wurde, vorzuwerfen, sozusagen, Eva, sag doch bitte nichts

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                              im Plenum, weil wenn du im Plenum was sagst, beeinflusst du die Leute zu sehr.

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                              Das ist mir schon gesagt worden.

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                              Und dann habe ich eine Weile so,

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                              beleidigt sozusagen, dann halt nichts gesagt. Aber das ist kein,

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                              wenn du das beleidigt, weil dich jemand darauf angesprochen hat,

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                              das tust, das ist kein bewusster Einsatz des hohen Ranges.

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                              Sondern wirklich sich zu überlegen, ist das jetzt hier wichtig? Wie viel ist meins?

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                              Wie viel ist einfach nur meine persönliche Vorliebe? Wie viel ist wirklich gefährlich?

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                              Wie kann ich das einbringen?

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                              Und dazu beitragen, dass alle Stimmen gehört werden, aber auch meine.

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                              Das ist ein Einsatz des hohen Ranges.

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                              Und gleichzeitig Aber sich eben dieser ganzen feinen Zwischengeschichten dazwischen bewusst zu sein.

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                              Und da ist zum Beispiel eine wichtige Sache,

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                              sich klarzumachen, wenn ich eben jemand bin, die in einer Gruppe irgendwo viel

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                              Einfluss hat und viel gehört wird, dann muss ich mir klarmachen,

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                              dass das, was ich sage, auch anders wahrgenommen wird, als das,

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                              was jemand anderes sagt.

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                              Also das, was mich vollkommen genervt hat, dieses Sagt-nix-Entrehnung,

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                              wie beeinflusst die Leute zu sehen, der hat mich wirklich eine Weile sehr aufgeregt.

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                              Wurde mir auch nicht täglich gesagt, nur zweimal im Leben, aber hat schon gereicht.

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                              Sich klarzumachen, da ist auch ein Stückchen was, also es ist was dran,

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                              weil wenn du mit einem hohen Rang wahrgenommen wirst, dann wird häufig,

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                              also wenn du eine Bitte sagst, wird die häufig als Forderung verstanden.

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                              Wenn du eine interessiert-kritische Frage stellst, wird die als Zerriss verstanden.

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                              Und das musste ich wirklich erstmal, also das hat mir sehr, sehr viel gegeben, das zu begreifen.

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                              Weil früher habe ich gedacht, ich habe doch nur eine Frage gestellt,

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                              du kannst doch einfach darauf antworten und dann können wir da drüber diskutieren,

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                              dann finden wir zusammen eine gute Lösung.

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                              Das könnte eine Person, die sich nicht mir im Rang unterlegen fühlt.

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                              Aber wenn eine Person sich mir im Rang unterlegen fühlt und ich schreibe,

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                              stell dann sowas, was sie will, auch noch eine kritische Frage,

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                              dann habe ich in ihren Augen ihr Projekt zerrissen.

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                              Und da muss ich aufpassen, wie ich das mache, weil ich muss immer mir bewusst

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                              sein, ich werde mit dem, was meine Lehrerin Julie Diamond nennt, the lens of power,

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                              kann ich irgendwie nicht ins Deutsch übersetzen, die Machtlinse passt irgendwie

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                              nicht, die Machtverzerrung vielleicht, also die Verzerrung, mit der mächtige

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                              Menschen wahrgenommen werden.

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                              Und dieser Verzerrung muss ich mir bewusst sein und nicht einfach,

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                              das war nämlich früher so, da habe ich gedacht, ey du, das ist doof,

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                              wie das du mich so siehst, sozusagen. Aber,

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                              das ist ein, nicht gerade ein Naturgesetz, aber eins der psychologischen Automatismen

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                              sozusagen, dass ich, wenn ich mich in einem niedrigen Gang fühle,

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                              die Menschen anders wahrnehme.

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                              Und wenn ich mir dessen bewusst bin, kann ich damit anders umgehen.

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                              Das ist so eins der Dinge, Zum Rangbewusstsein, was ich mit meiner Arbeit erreichen will.

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                              Ja, was ich ganz, ganz wichtig finde, zu einem konstruktiven Umarit macht.
                              Hannah Heller
                              0:29:26–0:29:31

                              Heißt, nach all diesen Jahren der Auseinandersetzung mit Macht und auch mit

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                              Gemeinschaften und Selbstorganisation, bist du eigentlich jetzt an dem Punkt

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                              zu sagen, Hierarchiefreiheit gibt es nicht.

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                              Sondern, genau, wir spüren verschiedene Hierarchien, wir gehen auch mit ihnen um.

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                              Und wir gehen meist auch konfliktär mit ihnen um, wenn wir sie nicht besprechen,

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                              Wenn wir sie nicht sichtbar machen, wenn wir nicht bewusst mit ihnen umgehen,

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                              sondern einfach Situationen und Konflikte passieren lassen,

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                              weil sie halt so eingeübt sind

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                              oder weil bestimmte Privilegien eben nicht ausgesprochen im Raum liegen.

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                              Aber was mich ganz praktisch schon noch interessieren würde,

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                              ist, wenn ich jetzt so einen Konflikt habe und darunter liegt eine Machtfrage.

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                              Also jemand fühlt sich ja untermächtig eigentlich und fühlt sich übergangen,

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                              fühlt sich nicht gehört.

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                              Und eine andere Person, ich als mächtige Person zum Beispiel,

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                              ich übertrage es jetzt mal auf mich,

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                              würde dann genau das sehen und vielleicht auch sehen, dass ich vielleicht auch

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                              falsch agiert habe und den Menschen wieder mit so einer starken Meinung oder

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                              Haltung da reingegangen bin.

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                              Ich stelle mir das total schwierig vor, das zu thematisieren,

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                              weil jemandem, also da ins Gespräch zu kommen und auch irgendwie zu thematisieren,

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                              hey, ich habe das Gefühl,

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                              ich bin mächtig und du nicht, jetzt lass mal darüber sprechen,

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                              wie wir das ändern können, ist irgendwie auch schon so ein Affront, Weil man mit so einer.

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                              Also wer bin ich denn zu sagen, aha, ich bin jetzt mächtig und du nicht,

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                              auch wenn ich das vielleicht so beobachte und erfühle.

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                              Aber das schon allein ist ja ein totaler Angriff oder kann als Angriff rüberkommen.

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                              Und ich frage mich, wie spricht man das Thema Macht im Raum so an,

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                              dass es nicht noch schlimmer wird alles?
                              Eva Stützel
                              0:31:21–0:31:24

                              Also da ist es auf jeden Fall von Vorteil, wenn die Gruppe sich eben bewusst

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                              ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat.

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                              Das ist ein ganz, ganz wichtiger Teil, dass man sozusagen als Gruppe sich da

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                              auch ein bisschen zu fortbildet sozusagen, weil dann kann man es anders ansprechen.

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                              Also das ist, ich habe auch tatsächlich, wir haben in unserer Gemeinschaft dann

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                              mal die, von denen ich das mit der Prozessorientierten Psychologie gelernt habe,

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                              eingeladen und die haben das eingeführt und seitdem können wir da ein Stückchen

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                              anders drüber sprechen.

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                              Und da, ich meine, dann sage ich auch nicht, ich habe das Gefühl,

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                              ich bin mächtig und du nicht, sondern, aber innerlich ist es die Frage,

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                              die ich mir stellen muss.

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                              Kann es sein, dass ich mit dem, was ich getan habe, wie ich aufgetreten bin,

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                              für diese Person zu mächtig rüberkam und sie in eine Position der Ohnmacht gebracht habe?

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                              Also diese Frage ist für die innere Arbeit total wichtig.

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                              Das heißt nicht, dass, also und wenn du mit jemandem der prozessorientiert geschult

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                              arbeitest, dann kannst du genauso das auch ansprechen.

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                              Aber das sind ja die allerwenigsten Menschen.

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                              Deswegen ist dann eher, dass man die Leute nochmal anspricht und sagt,

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                              ey du, ich habe das Gefühl, du hast dich da von mir ziemlich überrannt gefühlt.

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                              Und das wollte ich gar nicht. Mir war das und das wichtig. Also dieses,

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                              ich glaube, so kann man es immer ansprechen.

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                              Also mit dem, nicht, ich habe das Gefühl, ich bin viel mächtiger als du und

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                              deswegen, sondern ich habe das Gefühl, und du hast dich von mir überrannt gefühlt

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                              oder auch umgekehrt schon zu sagen, sag mal, kann es sein, dass du dich total

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                              ohnmächtig fühlst, wenn ich was sage.

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                              Also so mit einem Interesse zu fragen, das hängt jetzt ganz von dem Verhältnis,

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                              aber auf jeden Fall nicht eben, wie du es aus einer,

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                              Übungsgruppe von Leuten, die gerade im Rangse- und Machtseminar in der Prozessorientierten

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                              Psychologie, da kannst du das andersrum ansprechen, aber das ist ja bei uns

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                              vollkommen tabu, eben von dem.

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                              Eigenen hohen Rang zu sprechen. Also ich habe lange gebraucht,

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                              bis ich mich so selbstbewusst trauen kann, zu sagen, ich bin in Siebenlinden

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                              eine mächtige Person. Das ist ja…

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                              Das traue ich mich inzwischen und sage es eben häufig, um Vorbild zu sein,

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                              dass man sowas sagen darf.

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                              Aber gleichzeitig ist es mir dabei auch wichtig für Menschen,

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                              die eine mächtige Position haben, auch immer wieder sich ganz bewusst auch in

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                              Situationen zu begeben, wo es anders ist. also den Teil auch zu erfahren.

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                              Und zu erleben und den auch bewusst wahrzunehmen.
                              Stefan
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                              Da würde ich voll gerne einhaken. Nämlich so quasi auch aufs Mycelium schauend

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                              oder auf die Idee von gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.

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                              Und das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften ist ja anbieterInnen orientiert.

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                              Das heißt, im prototypischen gemeinschaftsbasierten Wirtschaften haben wir eine Person.

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                              Die Quellperson ist auch ein Konzept, dass du in deinem Buch etwas verwendest.

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                              Und die ja eine hohe Wirkmacht und Gestaltungskraft und Visionen meistens hat,

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                              um ein Angebot in die Welt zu bringen und eine Gemeinschaft um sich herum zu versammeln.

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                              Und da ist nämlich ja auch die Frage, wie kommt man da gut in seine Kraft als

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                              so eine anbietende Person,

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                              die eine Idee in die Welt bringen will, sodass es einerseits eben kraftvoll

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                              ist und aber auch die Balance hält, dass es eben nicht irgendwie gurumäßig rüberkommt

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                              oder in den Tyrannen verfällt oder sonstige Sachen.

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                              Und ich habe da bei dir jetzt gerade auch schon die ganze Zeit über diesen bewussten

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                              Einsatz mit einem hohen Rang, das ist ein Balanceakt, oder?

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                              Also ich empfinde das fast so ein bisschen wie eine Kunst, diese Balance zu finden zwischen,

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                              okay, wann gebe ich mich da rein, wann lasse ich einfach mal was laufen,

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                              wann kann ich es laufen lassen oder auch mit einem hohen psychologischen Rang.

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                              Also wenn man eben über diese ganzen Fähigkeiten verfügt, über das Wissen,

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                              über die Psychologie, über Empathie, wie Menschen eigentlich ticken und das

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                              Gegenüber vielleicht nicht, das dann gut einzusetzen zum Wohle aller.

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                              Und gleichzeitig empfinde ich das vielleicht manchmal auch als richtig anstrengend.

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                              Also das ist eine anstrengende Verantwortung zu sehen.

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                              Das ist ja auch vielleicht eine Form

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                              von Reife und Bewusstheit und auch in Konflikten und dann immer wieder.

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                              Aus der vermeintlichen Position sagen, ich weiß es, ich kann es ja eigentlich,

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                              ich bin Geübter in gewaltfreier Kommunikation, ich könnte in diesem Konflikt

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                              wieder auf den anderen Personen zugegeben, aber manchmal ist es einfach irgendwie einem nicht möglich.

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                              Also wie schaffen wir diesen Balanceakt, unsere Kraft einzubringen, gleichzeitig.

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                              Die anderen nicht zu überfordern, aber auch zu sagen, okay, also soweit kann

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                              ich das jetzt sehen, das ist irgendwie meins und wo ich mir bewusst sein muss,

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                              aber weißt du, das ist jetzt echt auch deins.

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                              Und wenn du jetzt dich immer noch angegriffen fühlst, obwohl ich mich schon

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                              so zurückgenommen habe, dann kann ich an der Stelle gerade auch nichts mehr

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                              ändern. Dann muss ich dich so sein lassen.

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                              Also das bewegt mich voll so. Vor allen Dingen, vielleicht auch aus meinem persönlichen

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                              Grund, ich bin ein Mann, ich bin weiß, ich bin fast zwei Meter groß.

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                              Mir wurde mal gesagt, wenn ich in den Raum komme, allein mit meiner Präsenz,

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                              dann bin ich einfach da und dann wirke ich auf andere.

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                              Und dann habe ich wirklich versucht, oft mich bewusst zurückzunehmen und gleichzeitig

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                              fällt es mir manchmal voll schwer, wenn ich dann so da sitze und denke,

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                              Alter, was macht ihr da eigentlich gerade? Das funktioniert nicht.

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                              Du merkst schon, das ist für mich echt richtig spannend.

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                              Da will ich dich nochmal fragen, das auszuführen, auch mit dem Hinblick vor

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                              allen Dingen als gemeinschaftsbasierte Unternehmerpersönlichkeit,

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                              die was in die Welt bringen möchte und eine Gemeinschaft aufbauen und auch ein

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                              Stück weit führen will vielleicht sogar.

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                              Also auch so ein Wort wahrscheinlich, Führung zum Thema Macht auch dazu.
                              Eva Stützel
                              0:37:01–0:37:05

                              Ja, also was ich dazu sagen kann, ist auf jeden Fall, mächtige Positionen,

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                              hoher Rang, braucht immer auch wirklich viel innere Arbeit.

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                              Also das ist einfach, und das ist auch, was du eben mit der Quellperson angesprochen hast,

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                              das gut auszufüllen, braucht immer, dass die Schlaufe mitläuft,

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                              dass man sich selber reflektiert und in Frage stellt ein Stückchen und gleichzeitig

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                              sich nicht komplett in Frage stellt, um eben dann als zwei Meter hoher Mann

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                              am besten nicht ganz klein zu machen, damit keiner deine zwei Meter sieht sozusagen.

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                              Wo ist die Grenze zwischen mich in Frage stellen und reflektieren und eben auch

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                              zu mir stehen. Die muss immer wieder neu ausgelotet werden.

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                              Was dabei noch total wichtig ist, ist eben auch Feedback.

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                              Also Feedback bewusst einladen, explizites Feedback, aber auch implizite Feedback wahrzunehmen.

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                              Und weil das ist ja so einer der Klassiker, wenn du aus der klassischen Organisationspsychologie

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                              auf das Thema Rang und Macht kommst, dann wird immer gesagt,

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                              je mehr Macht du hast, je weniger offenes und ehrliches Feedback kriegst du.

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                              Deswegen musst du das sehr bewusst einladen und auf die impliziten Feedbacks achten und sowas.

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                              Ich glaube, das ist in unserer Blase, in der wir uns bewegen mit den gemeinschaftsgetragenen

                              0:38:15–0:38:17

                              Wirtschaften, nicht ganz so extrem.

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                              Aber es ist auch ein Stückchen da. Also je stärker und selbstbewusster du auftrittst,

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                              je gibt es jedenfalls Leute, die dann kein Feedback geben.

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                              Ich glaube, es gibt das andere auch. Also es ist bei uns nicht so stark.

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                              Die beiden Punkte von wirklich innerer Arbeit und sich immer wieder in Frage

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                              stellen und trotzdem auf den inneren Kompass glauben. Das ist so die Gratwanderung.

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                              Und es wird ja auch keiner je zu allem, wo du dich entschieden hast nach langer

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                              Abwägung des bewussten Einsatzes deines hohen Ranges, dass es jetzt genau das

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                              Richtige ist, deinen hohen Rang da bewusst einzusetzen, werden mit Sicherheit

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                              trotzdem manche Menschen anderer Meinung sein.

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                              Weil Himmel, wir sehen auch mal Sachen unterschiedlich.

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                              Du hast dich ja doch nur für deine Lieblingslösung eingesetzt sozusagen und

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                              nicht für das Beste von dem Ganzen, weil was ist das Beste für das Ganze,

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                              sehen die Leute ja häufig auch unterschiedlich.

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                              Also deswegen gibt es da auch nicht selten ganz eine eindeutige Lösung in dem Einsatz von hohem Rang.

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                              Und gleichzeitig tut aber eben, Also diese Reflektion auf jeden Fall ist für

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                              mich eins der Schlüsselmomente.

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                              Und immer mal wieder eben auch ganz bewusstes Feedback suchen.
                              Stefan
                              0:39:31–0:39:34

                              Wie siehst du das im Zusammenhang mit dem Thema Verantwortung?

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                              Also es gibt das Konzept der radikalen Verantwortung, von Clinton Keller hin ist das, glaube ich,

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                              die im Prinzip besagt, ich kann darauf vertrauen, dass du Verantwortung für

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                              dich selber übernimmst als eine erwachsene Persönlichkeit.

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                              Und von dem her quasi, sollte ich deine Grenzen überschreiten,

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                              du mir das mitteilen kannst.

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                              Und das wäre so ein bisschen ein Gegenkonzept. Und trotzdem so der Gedanke,

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                              okay, wir bewegen uns in Räumen unter Erwachsenen und ja, wir haben alle verschiedene

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                              Herkünfte und eben diese verschiedenen strukturellen und psychologischen Ränge.

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                              Und gleichzeitig ist das Thema der Eigenverantwortung, ich finde das persönlich

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                              auch echt irgendwie wichtig.

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                              Also ich wünsche mir Gegenüber, die für sich verantwortlich sind und dementsprechend auch handeln.

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                              Und wie kriegen wir das zusammen?
                              Eva Stützel
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                              Ja, also ich glaube nicht an die radikale Eigenverantwortung,

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                              die Clinton so postuliert.

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                              Die kann ich für mich, die kann ich auch an Menschen, die reich und untraumatisiert

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                              in Mitteleuropa aufgewachsen sind, vielleicht sehen.

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                              Und es gibt einfach sehr viele Dinge, die die eigene Selbstverantwortung,

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                              das eigene Selbstvertrauen untergraben, für die Menschen wirklich nichts können.

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                              Und da fehlt mir genau in diesem Ansatz der radikalen Selbstverantwortung,

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                              fehlt mir genau dieses Rangbewusstsein,

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                              diese Tatsache, dass es auf eine Art ein Geschenk ist, dass ich zum Beispiel

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                              dieses Urvertrauen und dieses Selbstvertrauen mitgekriegt habe und dieses Geschenk

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                              haben nicht alle und dann zu sagen, ich erwarte das aber von dir,

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                              dass du das tust, da kannst du genauso.

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                              Querschützgelähmt und sagen, ich erwarte von dir aber, dass du jetzt die Treppe

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                              hochgehst oder meinem autistischen Bruder sagen, ja, warte, von dir,

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                              dass du jetzt anständig mit mir redest, das kann der nicht.

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                              Und das müssen wir einfach auch, ich glaube, das ist wichtig zu respektieren,

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                              dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen haben. Und gleichzeitig haben,

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                              Was ich interessant an dem Ansatz finde, ist dieses, die Menschen zu empowern,

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                              sehr stark in ihre Selbstverantwortung zu gehen.

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                              Also das Ziel ist, lauter ganz selbstverantwortliche Menschen zu haben. Da bin ich wieder eins.

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                              Nur wir werden dieses Ziel nie erreichen, aber wir können uns ein Stückchen mehr dem annähern.

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                              Und dazu ist Wissen darum, wo ich mit meinem hohen Rang auch Menschen einschüchtere

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                              und klein mache, wichtig,

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                              genauso wichtig wie das Wissen, dass jede Person schaut, und wo ist denn mein

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                              hoher Rang und wo ist meine Macht und sich von der auch, mit der auch verbindet.
                              Hannah Heller
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                              Ich würde gerne daran anknüpfen, weil ich gerade so zwei Gefühle oder Impulse in mir spüre.

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                              Einerseits dieses, ich gehe voll mit in diesem, wir wollen gerade weniger privilegiert,

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                              in deinem Buch beschreibst du die Geschichte von Paul,

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                              der als Geflüchteter ohne Papiere und so weiter, wo man wirklich merkt,

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                              okay, da sind Menschen auch direkt in unserem Umfeld, wo wir alle leben,

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                              die einfach wirklich durch die strukturellen Gegebenheiten, durch ihre Herkunft,

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                              dadurch, dass sie hier sind, die Sprache nicht sprechen, die kulturellen Gegebenheiten

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                              und so weiter nicht kennen, nicht gelernt haben,

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                              wirklich, wirklich schwer haben, sich selbst zu ermächtigen,

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                              in die Verantwortung zu gehen, sich was aufzubauen, Perspektiven zu entwickeln.

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                              Und es gibt mächtige Menschen, die sozusagen gestalten können und all diese

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                              Privilegien haben und diese auch nutzen.

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                              Und da ist es wichtig, sozusagen in die Selbstreflexion zu gehen.

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                              Und diese beiden Typen, da kann ich voll mitgehen.

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                              Was mich manchmal so wütend macht, auch gerade dieser Tage, sind eigentlich Menschen,

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                              die Privilegien haben, weil sie weiß sind, weil sie eine Bildung genossen haben,

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                              weil sie Zugang zu allen möglichen Ressourcen haben, ein sicheres Dach über

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                              dem Kopf haben, ein Auto vor der Tür stehen haben, gute Jobs haben.

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                              Ein Netzwerk haben und so weiter.

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                              Da sind Menschen, die haben eigentlich nach den Rängen auch,

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                              wenn man sie durchgeht, irgendwie viel Macht, aber sie nutzen sie nicht.

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                              Sie gehen nicht in die Verantwortung, sondern sie ziehen sich zurück und nutzen

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                              sozusagen diese Gestaltungskraft, die sie haben könnten,

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                              nur um ihr eigenes, schönes, wohlständiges Leben sozusagen weiterzuführen,

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                              weiterzuhalten, vielleicht auch zu verbessern.

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                              Und das macht mich manchmal wütend. Und gleichzeitig sagen sie,

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                              jetzt lasse ich mich doch in Ruhe mit diesen ganzen Problemen,

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                              die wir als Gesellschaft haben mit Rechtsruck und Klimawandel und was auch immer.

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                              Ich kann da ja nichts machen. Ich bin ja nur ein ganz kleiner,

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                              kleiner Mensch, der eigentlich keine Macht hat.

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                              Und ich frage mich immer, wie kann man denn diesen Menschen vor Augen führen,

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                              dass sie eigentlich mächtig sind?

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                              Weil die brauchen wir dringend für die Transformation, um die zu gestalten.

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                              Wir brauchen ja dringend Menschen, die sich selbst ermächtigen und sagen,

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                              ich will das so nicht, weil die meisten wollen das ja so nicht,

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                              aber sie haben einfach keine Vorstellung davon, dass sie eine Gestaltungskraft

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                              haben, auch auf diese Probleme Einfluss zu nehmen.

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                              Hast du da Wie kriegen wir die Menschen in ihre Macht, in die Selbstermächtigung?
                              Eva Stützel
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                              Habe ich leider kein Patentrezept für.

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                              Also ich meine, ich denke schon manchmal, also gute Beispiele.

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                              Also denke ich, alles, da bin ich bei Stefan, all die kleinen Dinge,

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                              die wir tun und all die Beispiele, wenn die Leute das erleben.

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                              Also ich erlebe das schon hier, dass die, auch wenn so die Leute hier eher so

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                              der Lattfrauenverband oder sonst was hier mal eine Führung macht oder sowas.

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                              Die nehmen hier was mit und denken, man kann ja vielleicht doch was machen.

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                              Also so dieses, was anderes fällt mir auch nicht ein. Also ich habe jetzt nicht

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                              das Geheimrezept, wenn ich es hätte, hätte ich schon längst angewandt,

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                              aber um alle Menschen in den Aktivismus zu kriegen. Nee, tut mir leid.

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                              Also ich meine, glaube ich schon auch, dass das, also auf jeden Fall hilft es,

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                              wenn die Initiativen, die was tun, anziehend sind.

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                              Und dass da Lust macht, gemeinsam was zu wuppen. Also das ist auch wieder das,

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                              wo ich sage, dass das Miteinander in Initiativen, das muss Spaß machen,

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                              damit die Leute irgendwo sich politisch engagieren oder so.

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                              Aber das ist jetzt auch nicht das einzige Heimrezept. Aber das ist das,

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                              wo ich merke, da waren Leute mal irgendwo, aber die sind ja schon,

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                              und haben dann vielleicht gesagt, nee, da ist mir irgendwie zu viel gelabert,

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                              zu viel dies, zu viel das.

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                              Also dass Gruppen, wenn sie was tun, auch das so tun, dass es für alle Spaß

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                              macht, dann werden die nämlich größer und es kommen neue Leute und bringen nochmal

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                              Freunde mit, die irgendwo mitmachen.

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                              Das ist das Einzige, was mir jetzt so dazu einfällt.
                              Stefan
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                              Ich mag noch was dazulegen. Also ich glaube, wir sind auf einem guten Weg und,

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                              tatsächlich, also klingt hochtrabend, Gandhi war es, der gesagt hat,

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                              be the change, you wanna see in the world.

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                              Tatsächlich ist es, es wirft sich doch immer wieder auf uns selbst zurück und

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                              auch im Metelium haben wir ein wichtiges Zitat, was wir oft benutzen,

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                              so von wegen, dass sich das in allen kleinen Begegnungen zeigt.

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                              Also es ist einfach so eine grundlegende Haltungsänderung in sich selbst.

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                              Und ich merke manchmal auch, vielleicht ist das ein ganz bisschen so noch so

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                              ein Machtüberdenken-Fragezeichen, so von wegen so, hey, ihr da draußen,

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                              ich möchte, dass ihr das irgendwie alles anders macht.

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                              Und das können wir nicht wirklich so beeinflussen, sondern wir können es selbst

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                              für uns tun, in unseren Umfeldern und in diesen Wirkkreisen und Wirkmachtradien,

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                              die wir eben haben. Und ich glaube, dann ist es wichtig, dass die gut sichtbar werden.

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                              Also es ist einfach inspirierend, die Sachen zu zeigen und mit all diesen Themen

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                              sichtbar zu werden und gleichzeitig was Neues zu machen und aber Brücken irgendwie aufrecht zu erhalten.

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                              Ja, es irgendwie nicht nur vorzuleben, also ich komme auch immer wieder zum Vertrauen zurück.

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                              Wir tun das, was wir tun können und andere tun es auch.

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                              Und im Großen und Ganzen fügt sich das zusammen, auch wenn es dann manchmal

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                              gerade nicht so aussieht, wenn man sich die große Lage anschaut und da vielleicht

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                              so ein klein bisschen Dinge auch.

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                              Ich meine, das sind auch Medien, ist auch wieder so ein Thema,

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                              wie funktioniert aus ökonomischer Sicht das Geschäftsmodell von Medien.

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                              Es braucht Aufmerksamkeit, es braucht Angst und ich mache immer wieder Erfahrung,

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                              dass wenn man mit den Menschen spricht oder in die ganzen Praktikation,

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                              es gibt schon viel mehr, als man quasi öffentlich wahrnimmt.

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                              Ich glaube, der Wandel ist, der vollzieht sich eben anders und der vollzieht

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                              sich auch mehr im Stillen tatsächlich und irgendwann kommt er raus.

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                              Und wir können einfach nichts anderes tun, als es irgendwie selbst zu tun und

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                              einzuladen. Das finde ich einfach das Wichtige daran.

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                              Und damit eben sichtbar werden und gute Geschichten zu erzählen.

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                              Also neue Geschichten zu erzählen des Gelingens und auch ein bisschen die Idee

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                              davon, wie könnte denn die schöne Welt aussehen. Also das finde ich so ganz wichtig.

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                              Also nicht nur Kampf gegen den Klimawandel und Kampf gegen den Recht,

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                              sondern für was setzen wir uns eigentlich ein? Wieso, wie sieht eigentlich diese

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                              Welt aus, die wir uns wünschen und die unsere, nach Eisenstein,

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                              die schönere Welt, die unsere Herzen kennen.

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                              Wie kann die eigentlich wirklich aussehen? Und diese Bilder müssen wir zeichnen und kommunizieren.

                              0:48:48–0:48:51

                              Da brauchen wir Vorstellungskraft für und die Sichtbarkeit dafür,

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                              weil das kann eben inspirierend sein.

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                              Und nicht nur, ja, wir müssen irgendwas verhindern oder gegen was sein.

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                              Das finde ich auch so richtig wichtig.
                              Eva Stützel
                              0:49:00–0:49:05

                              Ja, dazu passt mein Lieblingsspruch. Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.

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                              Also der Wald, der wächst eben in Stille. Und die umfallenden Bäume, die hört man.

                              0:49:14–0:49:18

                              Und ich muss gestehen, dass ich im Augenblick fürchte, dass auch ganz schön

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                              viele Wälder umfallen gerade. Aber so trotzdem ist es das, woran ich mich auch festhalte.

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                              Und das, was jeder von uns tun kann, ist eben diese kleinen Keimzellen einer neuen Welt zu schaffen.

                              0:49:31–0:49:35

                              Und da seid ihr dran, da sind wir dran. Und ihr bringt die in die Öffentlichkeit mit diesem Podcast.

                              0:49:37–0:49:42

                              Und das ist jedenfalls das, was wir tun können und auf lange Sicht wird es auch

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                              Früchte tragen. Davon bin ich überzeugt.

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                              Vielleicht jetzt nicht gleich in den nächsten zwei Jahren, dass wir das alles

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                              dann noch gucken können, aber die Welt hat schon viele Krisen überstanden.
                              Hannah Heller
                              0:49:54–0:49:58

                              Die Welt hat schon viele Krisen überstanden, die Wälder haben schon viele Krisen

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                              übergestanden und tatsächlich sagt auch meine ehemalige Professorin Silja Graupe,

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                              in Zeiten der massiven Krise ist es immer auch diese Meso-Ebene,

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                              also die Ebene der Gemeinschaften,

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                              die dann wieder in die Stärke kommt, weil die Struktur nicht mehr trägt,

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                              weil das Individuum alleine keinen Halt mehr findet und weil dann Gemeinschaften

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                              sozusagen sich selbst ermächtigen, gemeinsam und zusammen in die Gestaltungskraft.

                              0:50:24–0:50:28

                              In diesem Sinne würde ich sagen, war das eine gute Abschlussrunde.

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                              Eva, ich bedanke mich sehr herzlich, dass du mit dabei warst.

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                              Stefan, ich freue mich sehr, dass du unser Gespräch auch heute hier bereichert hast.

                              0:50:34–0:50:39

                              Und wenn ihr auch Teil des wachsenden Waldes sein wollt, der in der Stille hinein

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                              wächst, dann geht doch mal auf mycelium-ev.com und werdet Fördermitglied.

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                              Wir werden auch jetzt in den nächsten zwei Monaten, aber auch dann darüber hinaus

                              0:50:50–0:50:55

                              regelmäßig von unserem Verein aus, von dem Mycelium-Ökosystem-Verein aus,

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                              eine Veranstaltung anbieten.

                              0:50:56–0:51:00

                              Also kommt näher, wenn ihr hier zugehört habt und verbindet euch mit uns.

                              0:51:01–0:51:03

                              Herzlichen Dank und liebe Grüße. Tschüss.
                              Eva Stützel
                              0:51:03–0:51:06

                              Tschüss und ganz, ganz vielen Dank für die Einladung. Es hat total Spaß gemacht,

                              0:51:06–0:51:08

                              mit euch zu quatschen. Ciao.
                              Stefan
                              0:51:09–0:51:11

                              Vielen Dank und auch Tschüss von mir.

                              The post MP093 – Macht in Gemeinschaften appeared first on MYZELIUM.

                              52 min
                            • MP092 - Geld im Wandel

                              • Hannah Heller
                                  Ein Gespräch mit Andrea Kamphausen zur vielfältigen Wirkung und Ausgestaltung von Geld mit neuen Perspektiven das eigene Leben in Freiheit und Fülle zu leben und aus dem Hamsterrad aus Zeit-und Geldmangel auszubrechen. Andrea organisiert außerdem gerade den Kongress Geld im Wandel, ein zukunftsweisender und dezentraler Onlinekongress, der am 18.April startet und Zugang zu 30 spannenden Gesprächen gewährt. Zum Abschluss kann man an einem oder mehreren Praxisworkshops am 17. und 18. Mai teilnehmen. Hört rein für eine neue Geldkultur in sinnvollen Strukturen.

                                  https://geldimwandel.com

                                  Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                                  Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                                  Transkription
                                  Hannah Heller
                                  0:00:09–0:00:14

                                  Herzlich willkommen zu unserer 92. Folge vom Mycelium-Podcast,

                                  0:00:14–0:00:17

                                  dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

                                  0:00:17–0:00:24

                                  Heute wird es um Geld im Wandel gehen und ich habe heute Andrea zu Gast bei

                                  0:00:24–0:00:26

                                  mir. Hallo Andrea, schön, dass du da bist.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:00:26–0:00:28

                                  Hallo Hannah, schön, dass ich hier sein darf. Ich freue mich.
                                  Hannah Heller
                                  0:00:29–0:00:33

                                  Andrea, du bist aus einem bestimmten Grund hier und ich würde gerne erstmal

                                  0:00:33–0:00:35

                                  dir den Raum geben, damit du dich vorstellen kannst.

                                  0:00:35–0:00:37

                                  Wer bist du? Was machst du in deinem Leben?

                                  0:00:37–0:00:39

                                  Und wie bist du auch mit uns, dem Mycelium, verwoben?
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:00:39–0:00:45

                                  Ja, also ich bin eigentlich Lehrerin, Heilpraktikerin, Supervisorin,

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                                  habe über 30 Jahre eine Praxis gehabt am Niederrhein und wollte dann aber mich

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                                  beruflich verändern, wollte mehr Menschen mit positiven Nachrichten versorgen,

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                                  sage ich mal und habe überlegt, wie kriege ich das hin.

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                                  Und gleichzeitig hatte ich so den Wunsch, nicht immer am selben Ort sein zu

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                                  müssen und mich räumlich ein bisschen flexibler aufzustellen.

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                                  Ja, und dann habe ich letztes Jahr, 2024, meinen allerersten Online-Kongress

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                                  durchgeführt und habe so gedacht, okay, ich muss ganz viel neu lernen.

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                                  Technik war nicht meins, Internet sowieso nicht wirklich, Social Media lehne

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                                  ich eigentlich sowieso ab. Dann habe ich gedacht, okay, ich probiere es trotzdem.

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                                  Ganz schlicht, ehrlich, authentisch, ohne verstecktes Marketing, ohne irgendwas.

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                                  Und der Kongress heißt dann auch tatsächlich, weniger ist mehr.

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                                  Ja, und dann hat es mir sehr viel Freude gemacht und ja, es hat sich dadurch

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                                  ganz viel entwickelt, was Netzwerke, Netzwerker gemeinsam jetzt bewirken können.

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                                  Und ja, dann hat mich ein Teilnehmer angerufen und hat gesagt,

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                                  er beschäftigt sich schon viele Jahre mit dem Thema Geld.

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                                  Und egal, wo er hinkommt, Gesellschaften, Gemeinschaften, Gruppen,

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                                  kleine Projekte, immer ist das Thema Geld ein Thema.

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                                  Entweder fehlt es oder die Angst vor dem Fehlen und der Mangel ist da.

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                                  Oder es sind an Zuschüsse ganz viele Bedingungen gebunden. Ja,

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                                  und dann hat er gesagt, er fände das toll, wenn es darüber einen Kongress gäbe,

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                                  aber er könnte den nicht machen.

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                                  Und ja, so diese ganz schlichte menschliche Art von mir hat ihm wohl befallen

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                                  und er hat mich dann gefragt, ob ich das mache.

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                                  Ja, und ich hatte vorher schon überlegt, welche Themen bewegen die Menschen

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                                  im Moment und das ist tatsächlich Geld und auch Sorge vor Digitalisierung und

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                                  Datenklau und beides Themen,

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                                  die mich von meinem Beruf her und auch von meinem Wesen her nicht so sehr interessiert

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                                  haben, muss ich gestehen.

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                                  Das liegt aber daran, dass ich mich nicht so sehr interessiert habe.

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                                  Dass ich einfach andere Dinge mit dem Herzen mehr bevorzuge.

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                                  Und dann habe ich aber gedacht, ja klar, wenn das doch die Not von so vielen

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                                  ist, dann greife ich das auf.

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                                  Ja, und Andreas ist das. Und Andreas ist mit dem Mycelium schon länger verbandelt

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                                  und forscht und agiert für Geld im Wandel.

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                                  Und dann haben wir das sozusagen gemeinsam gestartet. Er hat mich dann mit netten

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                                  und inspirierenden Menschen verbunden, unter anderem eben mit euch, dem Mycelium.

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                                  Und ich darf dazu wirklich sagen, ich kannte euch vorher nicht.

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                                  Aber es wurde Zeit, habe ich jetzt schon gemerkt und von daher bin ich jetzt

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                                  sehr glücklich darüber.

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                                  Ja, und so kam es, dass ich dann ganz schnell Anfang des Jahres angefangen habe,

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                                  den zweiten Kongress zu machen, Geld im Wandel, so wie du nett schon die Folge genannt hast.
                                  Hannah Heller
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                                  Ja, super. Vielleicht steigen wir da gleich inhaltlich ein.

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                                  Du hast ja gesagt, persönlich reizt es jetzt gar nicht so sehr,

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                                  das Thema Geld, oder du beschäftigst dich lieber mit anderen Sachen.

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                                  Aber vielleicht jetzt auch in der Auseinandersetzung und der Organisation dieser

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                                  Kongresse, was beschäftigt dich da besonders? Was reizt dich besonders an dem Thema?

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                                  Was waren vielleicht auch Aha-Momente, die du teilen möchtest?
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Ja, also es macht mir total viel Spaß, weil ich eben genau wie beim ersten Kongress

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                                  sehr, sehr interessante Menschen kennenlerne, die alle schon was bewegen.

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                                  Und manchmal ist es so, wenn man dann so Gruppen hat, größere Gruppen,

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                                  kleinere Gruppen, dann sind immer so zwei, drei aktiv und der Rest möchte so

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                                  mitgeschleift werden oder auch nicht.

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                                  Und durch diese Arbeit mit den Netzwerkern oder mit den Menschen,

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                                  die sich selber schon engagieren, habe ich es mit nach vorne ausgerichteten Menschen zu tun.

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                                  Und das, muss ich sagen, macht mir wahnsinnig Spaß.

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                                  Ich lerne jetzt zum Beispiel in diesem Kongress auch Menschen aus allen möglichen

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                                  Lebensumfeldern kennen.

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                                  Denn das Thema Geld, wie ich jetzt auch lernen durfte, ist ja sowas von vielseitig,

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                                  mal abgesehen davon, dass alle darüber reden und eigentlich keiner eine klare Definition hat.

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                                  Und ja, jetzt mir auch klar wurde, dass ich da ein Thema angepackt habe.

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                                  Ja, da könnte ich, glaube ich, zehn Kongresse drüber machen.

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                                  Und ich habe jetzt einfach mal eine kleine Auswahl genommen,

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                                  um das Geldbewusstsein und ja,

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                                  so die Sensibilität im Umgang mit diesem Thema von der Not und der Angst vor

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                                  dem Mangel umzuwandeln oder da einen kleinen Beitrag zu leisten,

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                                  dass Geld auch anders gesehen werden kann und anders genutzt werden kann und

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                                  auch anders geschöpft werden kann.

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                                  Und das fand ich ganz faszinierend. Und mittlerweile macht es mir Spaß.

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                                  Mir macht es eigentlich immer Spaß, mit Menschen zu tun zu haben, die nach vorne gehen.

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                                  Und die Technik war jetzt auch dieses Mal nicht mehr ganz so schlimm wie beim

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                                  ersten Mal. Also so ein bisschen habe ich auch gelernt.

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                                  Also geht es deutlich schneller. Und ja, von daher bin ich jetzt hochmotivierend.
                                  Hannah Heller
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                                  Vielleicht magst du mal ein bisschen erzählen, zu dem Kongress,

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                                  der bald ja auch ansteht.

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                                  Vielleicht magst du auch erstmal sagen, wann der ansteht und wie man sich auch

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                                  anmelden kann zu diesem Kongress, wenn man tiefer in das Thema Geld eintauchen möchte.

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                                  Aber vielleicht auch mal zu erzählen, welche verschiedenen Facetten von Geld

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                                  behandelt denn der Kongress?
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Also wir starten schon ab 18. April. Das ist ziemlich bald und ich mache es

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                                  eben ganz unkonventionell.

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                                  Bei mir werden alle Videos auf einmal freigeschaltet, weil sich die Menschen

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                                  dann einfach einteilen können, wann sie was schauen möchten und die bleiben

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                                  auch dauerhaft online. Da gibt es jetzt keinen Stress, keinen Druck.

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                                  Ich arbeite also sehr ungern mit Zeitdruck und von daher, wer sich jetzt anmeldet

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                                  auf der Seite geldimwandel.com, der hat dauerhaft Zugang dazu.

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                                  Ich bitte um einen Beitrag von 10 Euro oder freiwillig sehr gerne mehr.

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                                  Das ist geschenkt für das, was wir tun, aber ich will zumindest die Kosten decken.

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                                  Das ist mir beim Ersten nicht gelungen. Ich hoffe, dass wir es jetzt schaffen.

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                                  Und das ist von daher ein sehr schlichtes Format. Man meldet sich an und kann dann ab 18. April,

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                                  Mehr als 30 Interviews anhören und anschauen. Und am 17. und 18.

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                                  Mai finden dann zu zwölf von diesen Interviews auch noch Online-Seminare statt.

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                                  Das ist ein intensiv Online-Seminar-Wochenende, Samstag, Sonntag mit jeweils

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                                  einstündigen Webinaren.

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                                  Und dort haben dann die Teilnehmer die Möglichkeit, den Interviewpartnern Fragen

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                                  zu stellen oder auch selber Ideen zu entwickeln, gemeinsam zu überlegen,

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                                  Wie können Sie das, was Sie da gehört haben,

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                                  in Ihre Projekte, in Ihre Gemeinschaften übertragen und vielleicht auch in Ihren Alltag selber?

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                                  Und ja, das ist erstmal so die Rahmenbedingung. Ja, inhaltlich geht es erstmal

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                                  darum, den Geldbegriff und das Geldbewusstsein aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

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                                  Da habe ich Menschen, die gleich das ganze Weltwährungssystem reformieren möchten.

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                                  Dann gibt es die, die sagen, Geld als solches gibt es in dem Sinne gar nicht.

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                                  Und wenn, dann gibt es ganz viele davon.

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                                  Und dann gibt es die, die haben Bibliografien zusammengestellt.

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                                  Dann gibt es die, die sagen, die Geldschöpfung oder die Ausrichtung,

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                                  mit der Geld geschöpft wird und eingesetzt wird, könnte justiert werden.

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                                  Dann habe ich zum Beispiel auch den Initiator des Geld-der-Zukunft-Kongresses,

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                                  der live in Berlin stattfinden wird im Juni, interviewt. Die haben das in acht

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                                  Themenbereiche unterteilt, in acht Schwerpunkte.

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                                  Das ist dann geldderzukunft.de, also geld-der-zukunft.de. Ja, dann,

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                                  Geht es letztlich einfach darum, kann man grundsätzlich was ändern?

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                                  Hat man vielleicht eine Vision, auf die man hinarbeitet?

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                                  Oder aber gibt es schon ganz konkrete Umsetzungsmöglichkeiten?

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                                  Das sind so die groben Unterschiede.

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                                  Und bei den Umsetzungsmöglichkeiten habe ich das mal unter soziale Praktiken zusammengefasst.

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                                  Darunter fällt dann auch das Mycelium, das ja ganz konkret Vorschläge macht,

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                                  wie gemeinsame Ökonomie gelebt werden kann und wie auch Verantwortung für zum

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                                  Beispiel eine Landbäckerei oder Ähnliches geteilt werden kann,

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                                  damit nicht die Last immer nur auf einzelnen Schultern liegt.

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                                  Und zum Beispiel haben wir da das Beteilen drin, dann haben wir die BGE-Tauschkreise,

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                                  dann haben wir den Gradido, den Minuto.

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                                  Und ich stelle extra verschiedene vor, damit jede kleine Gruppe,

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                                  Gemeinschaft für sich wählen kann, welches von diesen Formen passt denn am besten zu uns.

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                                  Und sowas ist alles was für Gruppen, das kann ein Einzelner schlecht machen.

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                                  Gleichzeitig geht es aber auch darum, wie kann man innerhalb der systemischen

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                                  Strukturen Geld von einzelnen Personen in die Gemeinschaft überführen und damit

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                                  eher dem Gemeinwohlzweck zuführen und nicht mehr dem Geld anhäufen Einzelner.

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                                  Und da fällt dann zum Beispiel darunter eine Stiftung, ein österreichischer

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                                  Verein oder ein deutscher Verein.

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                                  Darunter fällt die Genossenschaft und darunter fallen dann auch noch so, ja ich sag mal.

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                                  Modelle, die einen Schutzraum bieten, in dem Geld nicht einzeln eben zugeschrieben

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                                  ist und in denen Verantwortung auch gemeinsam getragen wird.

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                                  Ja und dann habe ich noch ein paar sinnstiftende Geldanlagen.

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                                  Da geht es auch um Investitionen in Zukunft, zum Beispiel in Land,

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                                  auf dem Biobauern ihren Anbau betreiben dürfen oder aber auch in biozyklisch-veganen Kompost,

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                                  der dann Wert ist, also der dann praktisch den Wert deckt und das Ganze wird

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                                  dann noch in modern gemacht, nämlich tokenisiert.

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                                  Fand ich ganz spannend, diese Kombination. Ja, und dann habe ich aber noch ein

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                                  paar Geldwandelakteure vorgestellt, die schon Geldwandel leben.

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                                  Einmal individuell in ihrem Lebensweg, aber auch zum Beispiel in Form von einem Projekt oder Konzept.

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                                  Zum Beispiel die Naturheilpraxis ohne Grenzen. Da geht es darum,

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                                  dass die Menschen naturherkundliche Therapien für Menschen in Armut und zum

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                                  Beispiel auch Obdachlose, Alleinerziehende kostenfrei zur Verfügung stellen.

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                                  Und das ist eigentlich etwas, was in der Regel nur denen, die das Geld haben,

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                                  das privat zu bezahlen, zugänglich ist. Und die haben da was gegengesetzt.

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                                  Ja, und noch viel mehr. Aber das sind so ein paar Beispiele,

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                                  die ich jetzt mal genannt habe.
                                  Hannah Heller
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                                  Wahnsinnig spannend. Ein Ritt durch die Themen. Wir als Mycelium,

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                                  wir sind eine Organisation, die Kultur und Struktur miteinander zusammendenkt.

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                                  Eigentlich versucht, die Strukturen so zu verändern, sodass wir auch in anderen

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                                  kulturellen Praktiken miteinander interagieren und kooperieren können,

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                                  uns organisieren können, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen,

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                                  weil nichts anderes ist Wirtschaft und letztendlich ist Geld auch ein Mittel

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                                  zum Zweck, um eben unsere Kooperation,

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                                  unsere Organisation miteinander zu erleichtern.

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                                  Trotzdem hat es in unserer Kultur, wie sie gerade gestrickt ist,

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                                  einen viel zu hohen Stellenwert und wird zum Selbstzweck sozusagen oft und nimmt

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                                  auch für die Menschen in ihrem Leben oder wie sie ihr Leben organisieren oder

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                                  wie sie auch mit anderen Menschen umgehen,

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                                  heißt von den sozialen Praktiken auch, die du gesagt hast, einen hohen Stellenwert ein,

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                                  so hoch oft, dass es sogar Beziehungen gefährdet und Beziehungen zerstört,

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                                  Organisationen zerstört, Kooperationen eigentlich zerstört und sich so dazwischen schiebt.

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                                  Das ist so die eine Seite der Kultur.

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                                  Und da würde ich gleich gerne nochmal tiefer mit dir reingehen,

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                                  was du eigentlich, ja, was du siehst,

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                                  in was für einer Geldkultur wir gerade leben und in welche Kultur oder welche

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                                  Geldkultur sich da vielleicht auch ankündigt im Rahmen der Referentinnen und

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                                  Themen, die du gerade vorgestellt hast.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Also du sprichst jetzt zwei Punkte an. Einmal die Gemeinschaft,

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                                  nämlich Beziehung, das Thema Beziehung.

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                                  Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, was vorher Geld für mich war,

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                                  es war einfach Mittel zum Zweck und es war eher was Anonymes.

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                                  Braucht man halt, um irgendwie gesellschaftlich klarzukommen,

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                                  um Handelsbeziehungen zu gestalten, aber da ist der Schwerpunkt in meinem Bewusstsein,

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                                  so wie ich es gelernt habe, auf Handeln und nicht Beziehung.

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                                  Und eigentlich ist es für mich immer egal gewesen.

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                                  Also ich hätte am liebsten immer so gearbeitet, dass ich so ein Basiseinkommen

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                                  habe und sage, okay, ich muss einfach meine Bedürfnisse erfüllen,

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                                  brauche was zu essen, brauche irgendwie Wärme und sowas.

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                                  Ab und zu würde ich gerne mit dem Wohnmobil unterwegs sein. Das Wohnmobil musste

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                                  ich ja auch irgendwie finanzieren.

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                                  Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden gewesen.

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                                  Und jetzt denke ich viel bewusster darüber nach.

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                                  Und gerade dadurch, dass ich jetzt so viele Menschen interviewe oder interviewt

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                                  habe, komme ich dahinter, dass es oft eine Frage der Beziehung ist.

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                                  Und ich habe ja zum Beispiel auch Sonja interviewt. Da geht es ja auch um die

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                                  Emotionen, die mit dem Thema Geld verbunden sind und sehr viele haben Stress

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                                  oder Scham, wenn es um dieses Thema geht.

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                                  Scham, sie haben zu wenig, die, die viel haben, die haben immer Angst,

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                                  dass sie das verlieren oder oft.

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                                  Und ich frage mich dann immer, also wenn ich mal irgendwie viel zu viel habe,

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                                  würde ich doch damit ganz tolle, gemeinwohlsbasierte Projekte machen.

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                                  Und das macht doch unheimlichen Spaß. Das habe ich noch nie verstanden.

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                                  Also wie man einfach nur sammelt, um eben zu horten, das kapiere ich nicht.

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                                  Also ich brauche eine gewisse Basis, klar, aber…

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                                  Dann ist gut. Und ja, ich merke jetzt, dass alle diese sozialen Praktiken auch

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                                  etwas mit einer Gemeinschaftskultur zu tun haben.

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                                  Denn alleine kann ich das gar nicht praktizieren. Ich brauche Fähigkeiten, ich brauche Talente.

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                                  Die müssen gar nicht beruflich mit Zertifikat sein.

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                                  Die müssen einfach mit Leidenschaft und mit Freude gelebt werden.

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                                  Und dadurch ist es ja dann auch möglich, dass Menschen sich austauschen,

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                                  unabhängig von ihrer beruflichen Qualifikation, indem sie das tun,

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                                  was sie mit dem Herzen tun, wozu sie Lust haben.

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                                  Und dann noch viel besser werden, weil sie ja dann ihr Potenzial viel mehr in

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                                  Freiheit leben können und nicht unter dem Druck stehen, ich muss so und so viele

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                                  Stunden arbeiten, damit ich so und so viel verdiene, um dann die Familie ernähren zu können.

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                                  Ja, also ich merke, ich selber brauche viel weniger Geld mittlerweile und je

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                                  mehr ich in Gemeinschaft gestalte, desto weniger wird das.

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                                  Und ich möchte einfach auch den Menschen Mut machen, dass sie sich auf den Weg

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                                  machen und nicht in Sorge oder in Stagnation sind jetzt.

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                                  Inflation nimmt zu, europäisches Zentralbankgeld wird diskutiert.

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                                  Und gut, es gibt viele große Konzerne, die immer mehr bekommen.

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                                  Das heißt, diese pyramidale Struktur ist nicht gerade kleiner geworden in den

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                                  letzten Monaten und Jahren.

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                                  Und die Frage ist, lassen wir uns davon einschüchtern? Also gelingt es,

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                                  dass wir dann emotional mit Furcht und Angst und Sorge reagieren?

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                                  Oder sagen wir, naja, wir sind ja auch ganz viele und wir können das ja für

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                                  uns ein Stück weit auch selbst gestalten.

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                                  Das wäre so mein Plädoyer. Ich weiß nicht, ob ich jetzt beantwortet habe, was du gefragt hast.
                                  Hannah Heller
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                                  Doch, auf jeden Fall hast du meine Frage beantwortet in dem Sinne,

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                                  dass wir gerade, was ich rausgehört habe, in der Kultur auch von Angst leben.

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                                  Wir brauchen eigentlich ganz viel Geld, um eine Sicherheit für uns zu generieren.

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                                  Sei es die Altersvorsorge, sei es die Versicherungen, die man nicht zuhauf anlegen

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                                  kann und bezahlen muss dann auch.

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                                  Und am Ende kriegt man die Leistung dann doch nicht vom Versicherer,

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                                  weil man das Kleingedruckte nicht ganz verstanden hat.

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                                  Ich erlebe Menschen oft so, dass sie oft Dinge tun, die sie gar nicht tun wollen,

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                                  weil sie einfach sozusagen entlohnt werden wollen, um dann irgendwas zu schaffen,

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                                  zu erreichen, in ihrem Leben.

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                                  Und dadurch aber in einer wahnsinnigen Hetze, in einem wahnsinnigen Stress sind

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                                  auch die Dinge, die ihnen eigentlich wirklich wichtig sind.

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                                  Und vielleicht oft dann erst im Sterbebett, im Blick zurück sozusagen aufs Leben,

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                                  wo man sagt, ich habe nicht genug Zeit mit meiner Familie, mit meinen Freunden

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                                  verbracht, was oft berichtet wird.

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                                  Dass es Leute im Rückblick, im Leben oft dann irgendwie…

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                                  Feststellen und da Mut zu machen und zu sagen, ihr braucht gar nicht so viel Geld.

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                                  Die Warensicherungssysteme liegen sozusagen in der Gemeinschaft und in der Beziehung.

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                                  Und das ist ja auch das, was wir als Mycelium versuchen, in gemeinschaftsbasierten

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                                  Wirtschaften irgendwo abzubilden.

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                                  Einerseits gemeinschaftsbasiert sich zu finanzieren, also das Geld,

                                  0:18:06–0:18:10

                                  was nötig ist, um die Betriebskosten sozusagen abzudecken, zu organisieren gemeinschaftlich.

                                  0:18:11–0:18:14

                                  Dann eben auch die vielen anderen Ressourcen, die die Gemeinschaft zu bieten

                                  0:18:14–0:18:19

                                  hat, auch mit einzuladen sozusagen als Beiträge und dadurch in einen Kreislauf

                                  0:18:19–0:18:21

                                  zu kommen, der eben geldunabhängiger wird.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:18:21–0:18:26

                                  Ja, ich habe ja unter anderem auch Bilbo Calves interviewt. Sie steht ein für

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                                  eine komplett geldfreie Gesellschaft.

                                  0:18:28–0:18:32

                                  Und das geht natürlich dann nur, wenn die Gemeinschaft so aufgebaut ist,

                                  0:18:32–0:18:34

                                  dass sie einander vertraut.

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                                  Und wir haben dann im Interview so die einzelnen Schritte, wie es dahin kommen

                                  0:18:39–0:18:40

                                  könnte, durchgesprochen.

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                                  Wie man im Grunde genommen erst mal die Gemeinschaft gründet und dann Vertrauen

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                                  aufbaut und wie es dann nachher einzelne Boten gibt oder Sprecher gibt,

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                                  die dann diese kleine Gemeinschaft in einem größeren Rahmen vertritt.

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                                  Und wir haben im Grunde genommen uns darauf hingearbeitet, wie es dann nachher

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                                  aussieht, wenn wir gar kein Geld mehr benötigen.

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                                  Und das hat auch Spaß gemacht, weil ich denke, dann ist nämlich genau die Kultur

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                                  des Vertrauens, des Miteinanders und das, was du sagst, nämlich die Ressourcen

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                                  sind in der Gemeinschaft.

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                                  Und wenn sie gerade nicht da sind, dann sind sie in der Nachbargemeinschaft

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                                  und dann leihen wir die eben aus und schenken andere.

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                                  Das kann man ja auch mal durchspielen.
                                  Hannah Heller
                                  0:19:25–0:19:29

                                  Gleichzeitig stelle ich fest, wie die jetzige Geldkultur, in der wir groß geworden

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                                  sind, einfach auch so tief eingesickert ist und es so schwierig ist,

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                                  die zu verlernen eigentlich.

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                                  Und was darin eigentlich der große Schritt liegt, eigentlich erstmal das Alte

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                                  zu verlernen, um dann Neues wachsen zu lassen.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:19:42–0:19:47

                                  Da fällt mir spontan zu ein, dass ja eigentlich das Augenmerk jetzt von uns

                                  0:19:47–0:19:51

                                  auch auf die Kinder gerichtet werden könnte, weil die nämlich dann gar nicht

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                                  mehr verlernen müssten, sondern die können direkt neu lernen.

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                                  Und ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit Kindern geldspielerisch ganz anders erfahren kann.

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                                  Und wäre eigentlich ein toller Ansatz, direkt im Kindergarten.

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                                  Und dann in die Schulen transportieren, damit sie lernen, nur wir gemeinsam,

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                                  wir können das schaffen. Wir haben ein gemeinsames Projekt und wir finanzieren

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                                  das gemeinsam und erschaffen das zusammen.

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                                  Und du bist nicht weniger wert, nur weil deine Eltern vielleicht weniger Geld

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                                  haben oder einen anderen Bildungsstand.

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                                  Dass also diese Wertigkeit entkoppelt wird vom Vermögen, das liegt mir sehr am Herzen.
                                  Hannah Heller
                                  0:20:30–0:20:34

                                  Kennst du da jemanden, der da Instrumente, Tools, Material hat,

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                                  was das vielleicht für Erzieherinnen oder für LehrerInnen bereitstellt oder

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                                  gibt es das noch gar nicht? Müssen wir erst noch erfinden?
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:20:41–0:20:44

                                  Das weiß ich gerade tatsächlich nicht. Also ich kenne niemanden,

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                                  mir ist das jetzt nur eingefallen bei dem, was du so sagtest.

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                                  Aber wir könnten ja vielleicht Janne mal fragen. Die ist ja sehr kreativ.

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                                  Und sie steht ja auch ein für Geld im Wandel und übt ja auch ganz viele praktische

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                                  Dinge und die machen ja auch spielerisch schon mal Sachen.
                                  Hannah Heller
                                  0:20:59–0:21:02

                                  Kenn ich jetzt nicht, Janne. Willst du dir noch ein bisschen was sagen?
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:21:02–0:21:04

                                  Janina Erdmann kennst du bestimmt.
                                  Hannah Heller
                                  0:21:04–0:21:05

                                  Ah, ja, ja.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:21:05–0:21:07

                                  Genau, nur nicht der Spitzner.

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                                  Fällt mir jetzt so spontan ein. Aber wenn wir das jetzt in den Blick nehmen,

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                                  dann finden wir mit Sicherheit Menschen, die Lust zu so etwas hätten und die das machen würden.
                                  Hannah Heller
                                  0:21:16–0:21:20

                                  Ich halte es für sehr notwendig und ich halte es auch, also nicht nur für Kinder

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                                  notwendig, sondern vielleicht kann man mit denen anfangen, um kreativ zu sein,

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                                  weil die sind ja noch die kreativsten Köpfe, um es dann auch mit Erwachsenen

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                                  vielleicht in die Anwendung zu bringen,

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                                  weil ich halte es für so zentral und so einen zentralen Schmerzpunkt auch in

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                                  der Frage, wie organisieren wir uns für Wirtschaft anders,

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                                  wie arbeiten wir zusammen im Unternehmen, welche Gehälter zahlen wir uns aus,

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                                  ist immer diese Frage des Gelds wie der Elefant im Raum und man muss immer sehr

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                                  vorsichtig sozusagen Reise drehen, bis man,

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                                  Bis man über ihn sprechen kann

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                                  in einer vertrauensvollen und sicheren Atmosphäre auch für die Menschen.

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                                  Und das üben wir gerade mit Sonja Janser, die du ja auch schon erwähnt hast

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                                  und die uns begleitet im Mycelium auch gerade in diesen tiefen Prozessen auch zum Thema Geld.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:22:11–0:22:15

                                  Ja, ich meine, ich merke das ja schon dadurch, ich bin immer selbstständig gewesen.

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                                  Ich war also noch nie angestellt und kenne das gar nicht, dass ich mit der Uhr

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                                  arbeite. Also ich höre immer auf, wenn es fertig ist.

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                                  Es ist dann egal, ob es eben früh ist oder ob es mitten in der Nacht ist.

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                                  Und es interessiert mich auch gar nicht, wie viele Stunden ich dann gebraucht habe.

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                                  Und wenn ich dann so manche mitkriege und sagen, ich kann jetzt noch gar nicht

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                                  nach Hause, ich habe erst um fünf Feierabend oder sowas.

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                                  Und die haben richtig Stress, weil die Uhr dann den gleichen Druck macht,

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                                  wie das Geld oder gekoppelt sind miteinander, die beiden.

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                                  Und da denke ich immer, ja, was habe ich für ein Privileg, in der Freiheit agieren

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                                  zu können und selber entscheiden zu können, Wann, wie, wie lange, wie oft ich arbeite.

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                                  Das alleine gibt mir schon ein unheimlich tolles Gefühl.

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                                  Und wenn ich dann noch weniger Geld brauche, dann kann ich ja auch noch mit

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                                  weniger Zeit das erreichen und kann dann die andere Zeit noch weiter diesen

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                                  Dingen widmen, die mir sowieso am Herzen liegen.

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                                  Die ich nämlich jetzt mache gerade oder eben auch die Projekte,

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                                  die ich dann vor Ort mitmache.

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                                  Da gucke ich ja dann nicht, weil reicht ja dann so.

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                                  Und dieses Empfinden von Fülle hat aber eben wirklich etwas mit dem Inneren zu tun.

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                                  Gar nicht unbedingt mit einer Zahl auf dem Konto, die ja eh nicht allzu viel

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                                  sagt, aber mit einer Zahl vielleicht im was weiß ich versteck oder so.

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                                  Das sage ich jetzt nochmal, weil ja klar ist, dass das Geld auf dem Konto uns

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                                  eigentlich gar nicht gehört, sondern eher der Bank.

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                                  Und das andere Geld, das Bargeld zumindest uns gehört, ob es nur mit Wert oder ohne Wert ist.

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                                  Aber das Bewusstsein dafür, dass ja der Sinn des Lebens gar nicht in Zahlen

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                                  bemessen wird, sondern dass der Sinn des Lebens in einem erfüllenden Ton sich zeigt.

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                                  Und alleine wenn Eltern ihre Kinder stärken und die Potenziale der Kinder fördern,

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                                  dann haben sie einen wahnsinnig wichtigen Sinn.

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                                  Und ich liebe zum Beispiel auch den Generationenaustausch.

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                                  Großeltern. Wir haben jetzt zum Beispiel in meinem Kongress,

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                                  das fand ich ganz lustig, von Mitte 20 bis Ende 80 Interviewpartner und Partnerinnen.

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                                  Und das ist ganz spannend gewesen.

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                                  Die Jungen, die noch so dynamisch was verändern wollen und die Eltern,

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                                  die aber aus der Rückschau sagen, das und das hat sich bewährt und damit haben wir was bewirkt.

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                                  Und das eher vielleicht nicht.

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                                  Und ich denke alleine mit der Familie, mit den Freunden, mit den Verwandten

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                                  über das Thema mal sprechen, dass es enttabuisiert wird, ist ja schon ein ganz wichtiger Beitrag.
                                  Hannah Heller
                                  0:24:51–0:24:56

                                  Vielleicht als letzter Punkt zu dem Thema Kultur und Kulturwandel mit Blick auf Geld.

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                                  Ich fand es so schön, wie du gerade geschildert hast, was für eine Freiheit dir das gibt.

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                                  Also diese Freiheit der Entkoppelung von Zeit und Geld, die Freiheit wirklich

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                                  selbstbestimmt zu entscheiden, wann man arbeitet und wann nicht.

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                                  Auch was man tut mit seiner Zeit.

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                                  Und der Witz ist ja, dass wir in unserer Gesellschaft Geld so oft mit Freiheit gleichsetzen.

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                                  Also man arbeitet, um Geld zu bekommen, um dann frei zu sein,

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                                  um sich dann ganz viel leisten zu können oder ganz viele Möglichkeiten zu haben.

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                                  Wo man in Urlaub fährt, wie man in Urlaub fährt oder wie auch immer.

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                                  Und dann die kleinen Zeiträume, die einem bleiben, zwischendrin,

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                                  zwischen dem Diktat der Uhr und des Geldes, sozusagen dann mit möglichst viel

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                                  Geld zumuttern zu können und sich da möglichst viel zu gönnen.

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                                  Und diese Freiheit, die ich von dir höre, ist eben eine ganz andere Freiheit,

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                                  die aber nicht schlechter klingt, finde ich jetzt mal.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Nee, überhaupt nicht. Weil das Schöne ist ja, dass sie ja eigentlich dauerhaft da ist.

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                                  Also viele Menschen arbeiten auf den nächsten Urlaub hin. Und dann dauert es

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                                  noch drei Monate und noch zwei Monate und so.

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                                  Und dann muss man warten, bis die Kinder Ferien haben. Okay,

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                                  das kann man ja noch berücksichtigen.

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                                  Aber wenn ich dann überlege, dann sind das vielleicht sechs Wochen im Jahr von 52 Wochen.

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                                  Und ich habe dieses Gefühl im Grunde genommen jeden Tag.

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                                  Ich mache ganz viel. Ich bin immer sehr aktiv gewesen und bin ja auch nicht

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                                  ohne Grund jetzt über 30 Jahre selbstständig.

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                                  Aber ich sehe einen Sinn in dem, was ich tue. Und dieser Tag beginnt einfach mit Sinn.

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                                  Und ja, ich weiß morgens oft nicht, was ich dann abends getan habe,

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                                  weil ich mich praktisch, ich habe zwar mein Programm, was ich erledigen muss,

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                                  weil zum Beispiel ein Kongress am 18.

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                                  April losgeht, aber ob ich jetzt heute die Interviews schneide oder ob ich vielleicht

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                                  heute lieber die Gruppe aufbaue, die Weidensound pflanzt oder ob ich heute mich damit beschäftige,

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                                  wie ich den Text formuliere, das weiß ich vorher nicht.

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                                  Ich lasse mich dann treiben und fühle hinein, wo ist die Energie gerade und das tue ich dann.

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                                  Und ich glaube, dass das meine Lebensqualität dauerhaft und auch meine Gesundheit sehr, sehr fördert.

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                                  Also ich darf toi toi toi sagen, dass ich so bewusst nie krank bin.
                                  Hannah Heller
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                                  Toi, toi, toi, genau. Schön zu hören. Stress löst ja auch gesundheitliche Probleme

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                                  aus und dieses schnell getaktete Durchs-Leben-Hetzen, da muss ich auch noch mehr lernen.

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                                  Dann nehme ich dich jetzt mal zum Vorbild, weil ich führe zwar ein sehr selbstbestimmtes

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                                  Leben und ein sehr freies Leben, aber immer noch zu hoch getaktet aus meiner Sicht.

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                                  Aber vielleicht mal zum Thema Struktur dann.

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                                  Was für mögliche Strukturen hast du denn kennengelernt in deinem Weg jetzt zum

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                                  Thema Geld, die eine andere Kultur auch vielleicht ermöglichen?

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                                  Also du hast schon vorhin erzählt von sinnstiftenden Anlagemöglichkeiten.

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                                  Vielleicht fangen wir da mal an. Also bei der ganz einfachen Möglichkeit sozusagen

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                                  das Geld, was man eh gerade auf dem Konto hat oder in ETFs anlegt,

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                                  wirklich woanders hinzulenken.

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                                  Weil nun mal für die Hörerinnen und Hörer, das Geld in ETFs fließt letztendlich

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                                  an große Vermögensverwaltungskonzerne,

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                                  die damit wieder Konzerne unterstützen, aber auch Einfluss nehmen auf Demokratie

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                                  und so weiter und einfach eine wahnsinnige Macht in ihren Händen halten,

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                                  weil sie das Geld von so vielen Menschen verwalten und einsetzen dürfen und

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                                  wir eigentlich kein Mitspracherecht haben.

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                                  Was dann am Ende mit dieser Macht passiert. Und da einfach…

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                                  Seine eigene Macht wieder sich zu nehmen und zu überlegen, was mache ich damit?

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                                  Und da würde es mich interessieren, was sind denn deine Empfehlungen,

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                                  was wir mit unserer Macht, die wir uns da wieder zurückholen können,

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                                  was wir damit tun können?
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Ich empfehle ja ungern anderen was, weil ich immer denke, jeder hat so seinen

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                                  subjektiven Erkenntnis- und Entscheidungsweg.

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                                  Aber ich kann ja mal erzählen, wie ich es gemacht habe.

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                                  Also ich habe zum Beispiel, ich arbeite ja viel mit dem Quantenfeld oder mit

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                                  dem Universum. Klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber ich habe mich zum

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                                  Beispiel gefragt, macht das Sinn, das Haus zu behalten und immer nur zu arbeiten,

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                                  um eine Immobilie zu finanzieren.

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                                  Erstens ist sie immobil und zweitens ist es dann immer nur ein Objekt.

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                                  Und dann habe ich gefragt, was soll ich tun? Bestmögliche Lösung.

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                                  Eine Woche später hat mich der jetzige Eigentümer in ein Gespräch über dieses

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                                  Haus verwickelt und dann dachte ich, okay, das wurde also sehr schnell innerhalb

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                                  von einer Woche mir eine Idee angeboten vom Universum.

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                                  Die habe ich dann aufgegriffen, habe das Haus verkauft.

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                                  Dann hatte ich also ein bisschen Geld zur Verfügung und dann habe ich überlegt, was machst du damit?

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                                  Und habe dann drei Jahre mir Freiraum gelassen, meine berufliche Aktivität und

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                                  meine Berufung weiter auszubauen.

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                                  Davon sind jetzt zwei um, ein drittes habe ich noch vor mir.

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                                  Ich habe also praktisch eine bestimmte Menge Geld genommen und gesagt,

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                                  die brauche ich dann zum Leben.

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                                  Und dann nehme ich das zur Neuorientierung und zur Weiterbildung.

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                                  Weil alles, was ich im Kopf habe und was ich tue, kann mir ja keiner nehmen.

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                                  Das ist ja unabhängig vom Geld.

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                                  So, dann habe ich weiter überlegt und habe gedacht, was tut Menschen gut?

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                                  Ich habe ja immer mit Gesundheit zu tun gehabt als Heilpraktikerin.

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                                  Und ich liebe es, draußen zu sein, in der Natur und Auszeiten in der Natur zu

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                                  haben. Also habe ich dann Tiny House gekauft.

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                                  Und habe das in die Vermietung gegeben über einen jungen Mann,

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                                  der da ein ganz schönes Konzept entwickelt hat.

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                                  Ein Tiny House steht solitär bei einem Bauernhof und die Menschen,

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                                  die dort Urlaub machen, die haben wirklich Ruhe und eine Auszeit.

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                                  Also habe ich gedacht, ich habe da eine kleine Mieteinnahme,

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                                  so ein kleines Basiseinkommen und mit meinem Geld wird anderen Menschen diese Auszeit ermöglicht.

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                                  Das habe ich dann gemacht. Dann war ich in einem Gemeinschaftsprojekt.

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                                  Und da leben sie schon lange, gemeinsame Ökonomie. Da leben so ungefähr 160 Menschen.

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                                  Die sind komplett autark. Die haben Gemüseanbau. Die haben wunderschöne Gärten.

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                                  Die haben einen Kaffeebetrieb.

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                                  Die arbeiten mit mehreren hundert Volontiers jedes Jahr aus der ganzen Welt.

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                                  Und da war ich dann mit einer Freundesgruppe.

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                                  Und dann habe ich spontan 10.000 Euro da reingesteckt. So und habe gesagt, die setzen das super um.

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                                  So und jetzt gibt es aber in meiner Region ein Gartenprojekt,

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                                  was wir dann gerade gestalten wollen und im Moment habe ich da nicht so viel

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                                  flüssig, also ich investiere da schon einiges, aber es reicht nicht ganz.

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                                  Also habe ich jetzt 5.000 wieder angefordert aus diesem Projekt,

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                                  weil die im Moment da ganz gut stehen.

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                                  Und dann nehme ich die Hälfte da wieder raus und setze das bei uns vor Ort in

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                                  die Gemeinschaft ein, in das Gartenprojekt.

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                                  Dort wollen wir einen Ort erschaffen zur Regeneration, zur Heilung, zum Auftanken.

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                                  Dort gibt es dann auch Gemüse und dort gibt es Apfelbäume und einen tollen Birnbaum.

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                                  Und wir bauen den Schafstall um und sowas.

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                                  Also das sind so Beispiele, wie ich es im Moment gestalte. und ich habe trotzdem

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                                  noch eine Grundlage für mich, die mir natürlich auch Sicherheit und Freiheit gibt.

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                                  Ich habe keine Rentenversicherung und nichts, weil ich einfach gesagt habe,

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                                  ich lebe im Jetzt und ich gucke, dass immer irgendwo so ein Puffer da ist,

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                                  dass ich eine Weile ohne klarkäme.

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                                  Aber ansonsten.

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                                  Fließt es halt. Und das finde ich super schön. Also es gibt mir Sinn,

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                                  macht für andere Sinn und ich habe ja Freude daran, wenn andere sich dann wohlfühlen.

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                                  So eine kleine Reise in meine Ökonomie.
                                  Hannah Heller
                                  0:32:22–0:32:26

                                  Ja, schön. Also du investierst sozusagen in dein direktes Umfeld,

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                                  in die reale Welt um uns herum, in Räume, die Wohlergehen fördern,

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                                  sage ich jetzt mal, ganz allgemein sozusagen gesprochen.

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                                  Sei es der Garten, sei es ein tolles Gemeinschaftsprojekt.

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                                  Statt sozusagen in fiktive Zahlen auf Konten, die uns vielleicht Sicherheit

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                                  garantieren oder die ein Sicherheitsversprechen in sich tragen,

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                                  was aber nicht klar ist, ob das denn eingelöst wird.

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                                  Also Geldsysteme sind auch schon gecrashed.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:32:56–0:33:00

                                  Man weiß halt nicht, wie es jetzt weitergeht. Das ist eben alles sehr ungewiss.

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                                  Und ich habe zum Beispiel auch einen uralten Wohnwagen gekauft.

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                                  Der ist dann auch ein Nachhaltigkeitsprojekt gleichzeitig. Der wird jetzt ausgebaut weiter.

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                                  Junge Mann hatte damit schon angefangen und der wird autark gestaltet.

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                                  Und dort kann ich dann auch eine Zeit meines Lebens sein und habe minimale Lebenskosten.

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                                  Also ich sorge schon auch dafür, dass ich einen Wohlfühlort habe.

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                                  Aber aus der Fülle heraus kann man ja auch wieder viel mehr verteilen.
                                  Hannah Heller
                                  0:33:25–0:33:29

                                  Schöne Perspektive. Vielleicht tun wir da weiter. Weiter in der Struktur sozusagen.

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                                  Also für die Hörerinnen und Hörer, Geld, was übrig ist, kann man in Kontexte

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                                  geben, wo es sozusagen fließen kann, wo es sinnvoll verwendet wird.

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                                  Da ist das Mycelium übrigens auch immer ein sehr willkommener Partner sozusagen.

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                                  Wir arbeiten auch immer mit Direktinvestitionen aus der Gemeinschaft heraus

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                                  und bauen mit diesem Geld dann eben wieder neue Unternehmen um oder auf.

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                                  Genau, das ist uns also nicht ganz fremd, dieses Konzept des Investierens.

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                                  Genau, vielleicht gehen wir noch ein Level runter sozusagen.

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                                  Du hattest auch von Stiftungen gesprochen,

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                                  Ja, vielleicht hast du auch Beispiele von Unternehmen, die wirklich auch anders

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                                  mit Geld umgehen in ihrer Art zu wirtschaften.

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                                  Vielleicht kannst du da noch ein bisschen aus dem Nähkästchen erzählen.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:34:21–0:34:25

                                  Ja, also ich persönlich kenne die Unternehmen zwar nicht, aber ich habe von vielen gehört.

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                                  Also ich bin ja auch in unterschiedlichen Netzwerken durch meinen ersten Kongress

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                                  und da gibt es zum Beispiel Menschlich Wirtschaften. Und menschlich wirtschaften

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                                  ist ein Netzwerk, das grundsätzlich ganz andere Unternehmensstrukturen fördert

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                                  und unterstützt im Aufbau.

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                                  Und da geht es letztlich darum, dass zum Beispiel, ich nehme jetzt mal das Beispiel

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                                  einer Ölmühle in Norddeutschland und da wurde ein Crowdfunding gestartet,

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                                  um die Basisausstattung für diese Öle zu gestalten.

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                                  Und dann wird in menschlichen Wertemedien auch immer berichtet,

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                                  wie ist es weitergegangen, wie ist es ausgegangen, gibt es die Summe jetzt und

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                                  wie ist dann damit weitergearbeitet worden.

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                                  Das ist zum Beispiel ein sehr konkretes Beispiel.

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                                  Das Crowdfunding stelle ich auch vor in unserem neuen Kongress jetzt.

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                                  Gleichzeitig gibt es da zum Beispiel das Institut Neustart und Alexandra fördert,

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                                  also hat mit dieser Idee tatsächlich die Unternehmer, Unternehmerinnen und Netzwerke

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                                  im Blick, die Jobs anbieten oder vermitteln, aber nur in menschlich würdevolle Unternehmen.

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                                  Und das finde ich auch eine sehr, sehr schöne Initiative, sodass man sich da

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                                  auch selber orientieren kann.

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                                  Man kann sich dann auch beraten lassen.

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                                  Und ja, ich habe ja auch Timo vom Mycelium interviewt.

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                                  Er unterstützt ja auch Unternehmer und Unternehmerinnen, die entweder selber

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                                  keine Perspektive mehr haben oder die sagen, ich möchte gerne etwas retten,

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                                  was vielleicht sonst alleine keinen Bestand mehr hätte.

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                                  Oder aber auch Neugründungen, die sich entwickeln, die direkt von vornherein

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                                  eine andere Wirtschaftsform praktizieren.

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                                  Also das sind jetzt Spontanbeispiele, die mir so einfallen. Da gibt es aber,

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                                  glaube ich, ganz, ganz viele mittlerweile.

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                                  Da weißt du wahrscheinlich noch mehr als ich.
                                  Hannah Heller
                                  0:36:16–0:36:21

                                  Ja, ich muss da auch an so Strukturen denken wie die Biobodengenossenschaft,

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                                  die auch Land zur Verfügung stellt für junge Landwirtinnen und Landwirte oder

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                                  auch Quereinsteigerinnen,

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                                  die sozusagen aus diesem Land ökologisch wirtschaften wollen,

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                                  ökologische Landwirtschaft meist betreiben wollen, aber auch sonst sozusagen

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                                  Projekte entstehen können, die…

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                                  Dieser Welt mehr Sinn schenken.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Genau, da hatte ich ja auch die beiden Geldanlagen vorhin schon mal kurz benannt.

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                                  Das Almendeland, da geht es ja auch genau darum, dass gemeinsam Land erworben

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                                  wird und dadurch, dass praktisch diesen Großkonzernen entzogen wird und den

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                                  Monokulturen dadurch auch entzogen wird.

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                                  Und dann können viele Menschen gemeinsam ein Stück Land erwerben und dadurch

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                                  wird Biobauern ermöglicht, dort ihren Betrieb weiter aufrechtzuerhalten.

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                                  Und gleichzeitig das Theraplena-Projekt, das finde ich eben besonders innovativ,

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                                  weil es das, glaube ich, in der Art so sonst hier nicht gibt,

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                                  biozyklisch-veganer Kompost, der als Nährboden für einen wundervollen Ertrag

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                                  dient und man erwirbt dann Anrechte auf diesen Humus,

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                                  der dadurch gewonnen werden kann.

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                                  Das heißt, man erwirbt mit seinem Geld ein Anrecht, dass man entweder den Humus

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                                  bekommt und dann selber eine Grundlage für gesunde Nahrung hat.

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                                  Und dieser Humus, der kann auf aller Art Boden nachher genutzt werden.

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                                  Den kann man auch auf ein Stück Beton legen und der bringt Erträge. Das ist unglaublich.

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                                  Das heißt, im Grunde genommen investiert man in seine spätere und in die Zukunft

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                                  von gesunder Nahrung für die Enkel schon oder die Kinder und die Enkel.

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                                  Finde ich ein sehr, sehr cleveres Modell und sehr zukunftsweisend.
                                  Hannah Heller
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                                  Vielleicht an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer nochmal an der Stelle,

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                                  dass wir auch die Links, die jetzt hier erwähnt werden von den Organisationen,

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                                  auch unten in die Beschreibung nochmal auflisten, sodass ihr das einfach findet

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                                  und euch da auch nochmal selbst informieren könnt und natürlich auch die herzliche Einladung,

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                                  sich einfach zu dem Kongress anzuwählen.

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                                  Ihr habt gehört, das kostet nicht sehr viel.

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                                  Man darf aber mehr beitragen, wenn man will.

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                                  Www.weltimwandel.com ist da die Internetseite. Schaut gerne mal vorbei und klickt

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                                  euch durch und überzeugt euch selbst sozusagen von den positiven Beispielen,

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                                  von denen Andrea gerade erzählt hat.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Ja genau, es ist vielleicht gar nicht nötig, die Links hier drunter zu setzen,

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                                  weil man auf der Seite zu den Interviewpartnern gelangt, ohne dass man sich anmeldet schon.

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                                  Und auf der Vorstellungsseite der Interviewpartner sind alle Links auch nochmal

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                                  direkt unter dem Menschen, der darüber erzählt, beschrieben,

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                                  sodass man dann die ganze Auswahl hat von allen, die vorgestellt werden.
                                  Hannah Heller
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                                  Ein Thema, was mich persönlich noch interessiert, weil jetzt ja auch gerade

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                                  geopolitisch so viel los ist. Es ist der 14. März.

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                                  Wir erleben, wie Trump jetzt in der amerikanische Präsident Trump in knapp zwei

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                                  Monaten wirklich sehr viel umstößt, was bisher 80 Jahre sozusagen unsere Weltordnung

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                                  auch manifestiert hat, im Guten wie im Schlechten.

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                                  Also es sind schon auch viele Strukturen dabei, die vielleicht nicht ganz dienlich

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                                  waren für eine sinnerfüllte, wohlständige, internationale Gesellschaft auch.

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                                  Und da blicke ich auf die Leitwährung, auf die amerikanischen Dollar als Leitwährung,

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                                  von dem wir ja auch alle abhängig sind.

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                                  Genau, die nach dem Zweiten Weltkrieg ans Gold noch gebunden war,

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                                  in den 70er Jahren dann nicht mehr und als Viertwelt sozusagen ganz neue Dimensionen eröffnet hat,

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                                  auch für den Finanzmarkt und

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                                  auch für, glaube ich, die Dominanz des Geldes auch in der Realwirtschaft,

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                                  in der realen Befriedigung unserer Bedürfnisse.

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                                  Jetzt kröckeln diese internationalen Strukturen, will ich mal vorsichtig sagen.

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                                  Und damit stellt sich, glaube ich, auch die Frage, wie wollen wir uns hier international

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                                  ausrichten als Europa, als Deutschland, als internationale Gemeinschaft.

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                                  Ist da was in Bewegung? Weißt du davon was? Hast du dazu Referentinnen bei dir?
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Naja, also meine Erfahrung von dem, was ich bisher gehört habe,

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                                  ist, dass wenn eine Bewegung eine bestimmte kritische Masse erreicht hat oder

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                                  eine bestimmte Größe, dass sie dann nicht mehr so sehr gefördert wird,

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                                  sage ich mal, sehr freundlich.

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                                  Es gab zum Beispiel nach der Wirtschaftskrise 2008, 2009 relativ viele Regionalgeldbewegungen.

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                                  Ich habe es mühsam gesucht. Es gibt noch den Kimgauer, es gibt eigentlich auch

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                                  noch ein paar andere, aber die machen alle nicht so sehr viel gerade, die anderen.

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                                  Und viele gibt es auch schon gar nicht mehr.

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                                  Das heißt, es scheint relativ erfolgreich zu sein, die Interessen der Größeren

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                                  durchzusetzen, sage ich mal vorsichtig.

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                                  Es gibt natürlich auch Bewegungen, irgendwo was Goldgedecktes einzuführen oder,

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                                  ja, ich kann es nicht verifizieren, ich höre davon nur.

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                                  Meine Schlussfolgerung von dem, was ich jetzt in den ganzen Interviews gehört

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                                  habe und auch gelesen habe, ist, dass es nicht ein Geld geben wird.

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                                  Sondern dass es eine Vielfalt geben könnte.

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                                  Und das finde ich persönlich ermutigend, weil ich dann denke,

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                                  also gegen riesengroße globale Konzerne anzukämpfen, da fange ich persönlich

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                                  nicht mit an. Ich glaube auch nicht, dass das gelingen kann.

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                                  Aber was wir schaffen könnten, wäre ein Komplementärsystem in dem Sinne aufzubauen,

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                                  dass es je nach Region unterschiedliche Möglichkeiten des Tausches,

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                                  des Handels mit mehr oder weniger Geld,

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                                  mit Alternativmodellen geben könnte.

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                                  Und dann ist das schon so ein schleichender Prozess, dass dann immer weniger

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                                  vom Fiat-Geld, es werde Geld, es wird einfach erschaffen über Kredite.

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                                  Benötigt wird und dann immer mehr Geld in die Hände zurückgeht.

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                                  Der Zivilbevölkerung kommt, was die Schöpfung betrifft, was den Friedensaufbau

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                                  betrifft, denn im Moment wird mit Geld sehr viel Krieg finanziert.

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                                  Und wenn wir dann es schaffen, in unseren kleineren Gruppen,

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                                  Regionen Frieden zu schaffen und das an immer mehr stellen, glaube ich,

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                                  kann man so sanft etwas gestalten.

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                                  Vielleicht ist das eine Illusion, aber ich arbeite lieber mit dem Begriff der Vision.

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                                  Und teilweise wird es schon umgesetzt. Also ich habe schon einige Orte erlebt,

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                                  in denen das gelebt wird.

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                                  Und bei mir steht unten drunter, viele kleine Menschen, die an vielen kleinen

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                                  Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

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                                  Das ist ein afrikanisches Sprichwort und das trägt mich.
                                  Hannah Heller
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                                  Vielleicht lege ich mein Motto noch dazu oder meine Lebensausrichtung so.

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                                  Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger

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                                  die Welt verändern kann.

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                                  Ganz im Gegenteil, nur so sind jemals Veränderungen passiert.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Wunderbar.
                                  Hannah Heller
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                                  Passt sehr gut zusammen.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Hannah Heller
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                                  Ich wollte in diesem Sinne auch noch auf das Netzwerk für monetäre Vielfalt verweisen.

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                                  Moneta, vielleicht hast du die auch als Gäste mit dabei.
                                  Andrea Kamphausen
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                                  Habe ich, den Leander Bindewald von Moneta. Ja, der hat seine Dissertation ja

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                                  über Geld und Komplementärwährungen geschrieben und hat uns davon ein bisschen erzählt.

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                                  Ja, sehr interessant auch. Da kam nämlich zum Beispiel dann auch,

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                                  gibt es was ist Geld und wenn ja, wie viele?

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                                  Selbst die Bank of London hatte keine eindeutige Definition.
                                  Hannah Heller
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                                  Ich glaube, wir haben auf jeden Fall Lust gemacht auf deinen Kongress oder den

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                                  Kongress Geld im Wandel.

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                                  Ich werde mich auf jeden Fall anmelden. Ich habe Lust, weiter an dem Thema zu forschen.

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                                  Ich habe Lust, die ganzen Vorträge, die du aufgenommen hast,

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                                  mir anzuhören und da auch in Gespräche zu gehen.

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                                  Ich glaube, es ist höchst relevant, auch für unsere Arbeit im Mycelium hier

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                                  nochmal drüber nachzudenken, was macht Geld einerseits mit den Menschen kulturell?

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                                  Wie können wir aber auch Strukturen schaffen, die das, was wir fördern wollen

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                                  in der Welt, auch fördern?

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                                  Ich lade alle Zuhörerinnen und Zuhörer nochmal herzlich ein,

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                                  sich anzumelden in dem Kongress Geld im Wandel und lade auch ein im selben Atemzug auf mycelium-ev.com,

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                                  Mitglied zu werden bei uns im Mycelium Ökosystem und diesen Podcast und die

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                                  Entstehung dieses Podcasts auch durch eure freiwilligen Beiträge spenden. zu unterstützen.

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                                  Vielen lieben Dank, dass du da warst. Es war ein Ritt durch das Thema Geld und

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                                  jetzt würde ich dir nochmal den Raum geben, um letzte Dinge,

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                                  die noch gesagt werden wollen, zu sagen.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:45:09–0:45:12

                                  Ja, erstmal ganz, ganz lieben Dank, dass ich hier so ausführlich mich mit dir

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                                  unterhalten durfte und dass du den Kongress jetzt auch mit hineinnimmst in das

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                                  Portfolio des Myceliums und ich freue mich sehr darüber.

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                                  Aber ja, und ich kann nur sagen, also es macht wirklich Mut,

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                                  sich damit zu beschäftigen, dass wir selber unser Bewusstsein verändern.

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                                  Das hat mit uns einzelnen Menschen zu tun. Wenn ich in mir umswitche und sage,

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                                  wofür bin ich auf der Welt?

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                                  Welchen Sinn macht es, auf der Welt zu sein?

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                                  Ich unterscheide zwischen Sinn und Anliegen und einem Ziel.

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                                  Ja, wenn ich ein Ziel habe, dann will ich vielleicht eine Schulausbildung haben,

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                                  einen Berufsabschluss, dann vielleicht Familie gründen oder eine Partnerschaft

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                                  oder dann ein Haus und mich setteln.

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                                  So, das sind Ziele. Und immer wenn ein Ziel erreicht ist, was dann? Dann ist wieder Lehre.

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                                  Ja, dann habe ich vielleicht noch weitergehende Ziele. Ich möchte so viel Geld

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                                  haben, dass ich reisen kann oder dass ich mir dies oder jenes leisten kann.

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                                  Dann habe ich das geschafft und dann ist wieder Lehre.

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                                  Wenn ich aber ein inneres Anliegen habe, nämlich zwischenmenschliche Beziehungen

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                                  fördern, für den Frieden einen Beitrag leisten,

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                                  alles dem Menschen und der Natur dienliche zu tun, dann habe ich die ganze Zeit

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                                  einen Sinn und einen Lebenszweck.

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                                  Und dann hat Geld gar nicht mehr so die entscheidende Rolle.

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                                  Und dann brauchen wir es nur noch, um Zukunft aufzubauen und dann macht das Leben viel mehr Spaß.
                                  Hannah Heller
                                  0:46:44–0:46:48

                                  Vielen Dank für diese schönen letzten Worte. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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                                  Ich verabschiede mich von dir und von unseren Hörerinnen und Zuhörern. Bis bald. Tschüss.
                                  Andrea Kamphausen
                                  0:46:55–0:46:56

                                  Ich sage auch alles Liebe. Tschüss.

                                  The post MP092 – Geld im Wandel appeared first on MYZELIUM.

                                  48 min
                                • MP091 - lebendige Zusammenarbeit mit Art of Hosting

                                  • Hannah Heller
                                      Hier kommt eine wunderbare Folge über die Kunst des Gastgebens. Wir haben dazu Pia Rox eingeladen, Prozessbegleiterin und Ausbilderin im Hosting für Kulturwandel bei den Pioneers of Change. Gemeinsam sprechen Franka und Hannah mit Pia darüber, wie wir unsere Zusammenarbeit zugleich effektiv und freudvoll gestalten können und aus unseren sozialen Räumen eine Kunst machen. In der Art und Weise wie wir unser Miteinander leben, sehen auch wir im MYZELIUM einen Schlüssel für den Wandel im großen Maße. Viel Freude wünschen wir beim Hören und selbst ausprobieren?

                                      Link zu Pias Website: https://pia-rox.com

                                      Link zum Kurs „Hosting für Kulturwandel“: https://pioneersofchange.org/hosting-kulturwandel/

                                      Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                                      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                                      Transkription
                                      Hannah Heller
                                      0:00:09–0:00:12

                                      Herzlich willkommen zur 91. Folge des

                                      0:00:12–0:00:16

                                      Mycelium-Podcasts, dem Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

                                      0:00:17–0:00:21

                                      Heute wird es um das Thema Art of Hosting gehen und ich sitze hier mit Franka,

                                      0:00:21–0:00:24

                                      unserer Kulturpilotin aus dem Mycelium, die ihr ja schon alle kennt. Hi Franka.
                                      Franziska
                                      0:00:24–0:00:25

                                      Hallo.
                                      Hannah Heller
                                      0:00:25–0:00:30

                                      Schön, dass du wieder da bist. Und wir haben heute noch Pia Rox zu Gast bei uns.

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                                      Mega schön, dass du dir die Zeit genommen hast, Pia. Schön, dass du da bist.
                                      Pia
                                      0:00:34–0:00:37

                                      Ja, hallo ihr zwei und hallo alle, die zuhören. Ich freue mich richtig,

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                                      dass ich heute hier sein kann und mit euch über das Thema Art of Hosting zu sprechen.

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                                      Und ja, warum bin ich eigentlich hier? Was mache ich so?

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                                      Ich bin Prozessbegleiterin. Das heißt, ja, ich begleite Teams,

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                                      Organisationen, Einzelpersonen, also Individuen darin, in ihre Veränderungskraft

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                                      zu kommen, also so richtig handlungsfähig zu werden.

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                                      Und mich begleitet so seit über zehn Jahren in meiner Arbeit als Begleiterin,

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                                      auch Therapeutin und Wissenschaftlerin,

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                                      was brauchen wir eigentlich, um so wirklich miteinander in Beziehung gehen zu

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                                      können und von diesem Ort, wenn wir wirklich miteinander im Kontakt sind,

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                                      zu wirken und weitergehen zu können.

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                                      Und ja, das, was uns alle so berührt, jeweils in die Welt tragen zu können,

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                                      sei das jetzt unsere solidarische Landwirtschaft oder unser Umsonstladen oder

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                                      das Gemeinschaftsprojekt, in dem wir leben,

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                                      also all das braucht so eine Gemeinschaftsbasis,

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                                      die uns überhaupt handlungsfähig macht. Und wie kann das aussehen?

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                                      Und da hat es mich auf meinem Weg an verschiedenen Stationen so vorbeigebracht.

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                                      Also im systemischen Ansatz ist etwas, was mich sehr prägt.

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                                      Also diesen Blick auf uns, dass wir in Systemen handeln und uns in Systemen

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                                      und Gruppen bewegen und eben auch Art of Hosting spielt da eine sehr zentrale Rolle.

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                                      Seitdem ich diesen Ansatz, diese Haltung kennengelernt habe,

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                                      hat sich für mich so meine gesamte Begleitungsarbeit nochmal auf so eine ganz

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                                      andere Ebene verändert.

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                                      Und daher kennt mich Franke auch, weil ich unter anderem bei Pioneers of Change,

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                                      einer Bildungsorganisation aus Österreich, wir gehen für den sozial-ökologischen Wandel,

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                                      eine Weiterbildung leite und gemeinsam mit einem Team von elf Leuten das Art

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                                      of Hosting in die Welt trage.
                                      Hannah Heller
                                      0:02:24–0:02:28

                                      Mega. Dazu vielleicht gleich nochmal mehr, was Art of Hosting genau ist.

                                      0:02:28–0:02:29

                                      Aber vielleicht vorher nochmal an Franka.

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                                      Ist ja sozusagen wieder ein bisschen deine Idee gewesen, mir Pia einzuladen.

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                                      Vielleicht magst du nochmal erzählen, warum das für uns als Mythenium so relevant

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                                      ist oder was dich auch an dem Thema Art of Hosting fasziniert?
                                      Franziska
                                      0:02:42–0:02:46

                                      Voll gerne, genau. Und diese Folge ist auf meinen Mist gewachsen,

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                                      sage ich jetzt mit einem Riesenlachen.

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                                      Und warum? Ja, weil ich glaube, also weil ich schon lange dafür gehe oder mit

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                                      der Frage gehe, wie wir eigentlich soziale Räume gestalten.

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                                      Und mich meine Reise ja zu Circlewise auch geführt hat und zu dem Begriff der

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                                      Verbindungskultur und der Frage, naja, wie gestalten wir denn eigentlich diese

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                                      Räume und dieses Zusammenkommen?

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                                      Und mittlerweile mache ich ja also auch schon länger eben die Arbeit für das

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                                      Bezelium und merke, dass eigentlich mein Beruf oder meine Berufung es ist, Räume zu halten.

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                                      Und zwar manchmal Räume für Einzelne, manchmal Räume für Gruppen oder ganz sehr

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                                      größere Gemeinschaften.

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                                      Und irgendwann hat mich auch dieser Weg eben einmal zu einem Kurs von Pia geführt, dem Art of Hosting.

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                                      Und da haben sich für mich nochmal zwei Welten auch nochmal wie so verbunden.

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                                      Also einerseits die Verbindungskultur, die mit den Rhythmen der Natur vor allem

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                                      arbeitet und sich da ganz viel Inspiration holt.

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                                      Und gleichzeitig dann Art of Hosting, vor allem eben von Pia angeleitet,

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                                      wo es nochmal, wie gesagt, auch diese Kulturfrage wieder geht.

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                                      Wie gehen wir denn eben miteinander um, wenn wir zusammenkommen?

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                                      Wie können wir diese Räume eben auch gestalten und wie können wir sie vor allem

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                                      auch in digitalen Räumen nochmal gestalten.

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                                      Also für mich war das nochmal so ein richtiges Aha-Erlebnis,

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                                      weil die Verbindungskultur oft analog auch war.

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                                      Und natürlich lässt sich das übertragen in das Digitale, aber nochmal wirklich

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                                      einen Kurs zu erleben, wo über 100 Menschen zusammenkommen in Räumen und Pia

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                                      das wunderbar anleitet und das so eine unfassbare Freude macht.

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                                      Irgendwie so lebendig ist und gleichzeitig so tief.

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                                      Also es bleibt nicht an der Oberfläche, sondern es geht irgendwie sehr, sehr tief.

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                                      Das hat mich unfassbar inspiriert und lustigerweise habe ich dann rausgefunden,

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                                      dass Pia eben auch aus Tübingen kommt und natürlich habe ich sie eingeladen

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                                      und zu Franzwerk und dann waren wir an so einem Raum, den ich ja auch mit kreieren

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                                      durfte und irgendwie war klar, das geht weiter.

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                                      Das bleibt nicht bei einem Moment, sondern es wird irgendwie so seine Bahnen

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                                      ziehen und jetzt sitzen wir heute hier und dürfen nochmal ausführlich über dieses

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                                      wunderbare Thema sprechen, was uns einfach im Mycelium jeden Tag eigentlich bewegt.

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                                      Sei es, weil wir uns im Team treffen oder weil wir eben Menschen begleiten oder

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                                      weil wir ganze Gemeinschaftsräume eigentlich hosten.

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                                      Und vielleicht kriege ich nachher noch mal erstmal zurück zu Pia.

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                                      Ich will nachher noch vom Wandelwinkel erzählen. Ich komme von einem ganz,

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                                      ganz tollen Event, wo es genau darum ging, einer Gemeinschaft endlich einen

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                                      Raum zu geben und sie eigentlich zu fragen, hey, was wollt ihr hier eigentlich noch so machen?

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                                      Und ich habe da ganz viel mitgenommen. Und das würde ich gerne heute auch nochmal

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                                      so immer mal wieder einfließen lassen.
                                      Hannah Heller
                                      0:05:17–0:05:19

                                      Okay, jetzt ist, glaube ich, die Neugierge weckt.

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                                      Jetzt müsst ihr mal auspacken, ihr beiden. Weil ich weiß tatsächlich ganz wenig

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                                      von Art of Hosting. Ich könnte es, glaube ich, noch nicht mal auf Deutsch übersetzen.

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                                      Erzählt doch mal ein bisschen, was verbirgt sich hinter diesem Begriff,

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                                      die Kunst des Gastgebens?
                                      Pia
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                                      Ja, da bist du ja doch bei der deutschen Übersetzung gelandet.

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                                      Also die Kunst des Gastgebens.

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                                      Und für mich ist Art of Hosting ein Ansatz oder eine Haltung,

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                                      wie ich herangehe, wenn ich jetzt ein Team-Meeting leite oder einen Gruppenraum

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                                      aufmache oder auch ein Gespräch eröffne. Das muss auch gar nicht im Arbeitskontext sein.

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                                      Das kann sich genauso auch auf den privaten Kontext beziehen.

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                                      Und ich erzähle total gerne die Geschichte, wie Art of Hosting eigentlich entstanden

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                                      ist, weil das für mich schon so ganz viel symbolisiert, wofür dieser Ansatz eigentlich steht.

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                                      Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, dass ihr vielleicht mal auf Konferenzen wart

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                                      oder auf irgendwelchen Zusammenkünften, vielleicht auch eher so im wissenschaftlichen

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                                      Bereich oder auch im Fachbereich, sage ich jetzt mal, also irgendwie so 100

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                                      Menschen oder mehr kommen zusammen,

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                                      um sich zu einem Thema auszutauschen.

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                                      Und ja, es gab die Beobachtung von ein paar Menschen Anfang der 2000er,

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                                      die so gemerkt haben, das Interessante an solchen großen Zusammenkünften sind

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                                      nicht die Vorträge oder die Workshops, die passieren, sondern die Kaffeepausen.

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                                      Weil in den Kaffeepausen so viel Austausch, Vernetzung und auch die großen neuen Ideen,

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                                      auf die dann sagen, hey, lass uns nochmal zu sprechen, lass uns nochmal dazukommen

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                                      nach der Konferenz, wo dann so die Kontaktdaten ausgetauscht werden.

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                                      Das passiert in diesen Kaffeepausen.

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                                      Und dann gab es eine Gruppe von Menschen, die gesagt haben, was machen eigentlich

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                                      diese Kaffeepausen möglich?

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                                      Also wie können wir so diese Qualität, die zum Beispiel in solchen Kaffeepausen

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                                      da ist, also bewusst herstellen?

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                                      Weil es funktioniert nicht, einen großen Raum zu haben, 100 Leute da reinzustecken,

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                                      die Tür zuzumachen und dann passiert das von alleine.

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                                      Das geht nicht, sondern so die Forschungsfrage von Art of Hosting,

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                                      was braucht es dann noch außer diesen physischen oder vielleicht auch digitalen

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                                      Raum, wenn die Menschen zusammenkommen?
                                      Hannah Heller
                                      0:07:30–0:07:32

                                      Und Kaffee und Kuchen.
                                      Pia
                                      0:07:32–0:07:35

                                      Und Kaffee und Kuchen, ja, das ist auch eine Teil des Gastgebens.

                                      0:07:35–0:07:40

                                      Also auch das körperliche, das physische Wohl generieren zu können.

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                                      Und es gibt jetzt keine Person, keine Einzelperson. Das ist für mich sehr symbolisch,

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                                      weil zum Beispiel bei der gewaltfreien Kommunikation ist ja Marshall Rosenberg

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                                      so einer der Begründer oder eigentlich der Begründer des Ansatzes.

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                                      Und bei Art of Hosting ist das eher so eine Art kollektive, partizipative Entwicklung des Ansatzes.

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                                      Also es ging so los, dass die Menschen dann sich Methoden und Prinzipien und

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                                      Haltungen zusammengetragen haben, das versucht haben aufzuschreiben in Handbüchern,

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                                      die kontinuierlich wachsen,

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                                      frei verfügbar sind für alle und die sich weiterentwickeln.

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                                      Also es ist selten so, dass ich sagen kann, das ist jetzt eine typische Methode

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                                      aus dem Art of Hosting, weil oft sind die Methoden, kenne ich die zum Beispiel

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                                      auch aus dem systemischen Ansatz oder von der Soziokratie kommt da dann auch ganz viel mit rein.

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                                      Und was für mich so der Kern ist, ist gar nicht so die Methode,

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                                      welche nehme ich jetzt, das ist schon auch ein wichtiger Moment,

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                                      welche Methode nehme ich, aber wie gehe ich überhaupt an die Planung an so einem

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                                      Raum und wie bleibe ich in meiner Haltung und in meiner Präsenz,

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                                      während ich diesen Prozess begleite.

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                                      Um zu schauen, was brauchen wir denn gerade für diesen Prozess.

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                                      Und so Schlagwörter für Art of Hosting sind Partizipation, gemeinsame Führung,

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                                      Kooperation, gemeinschaftsbasiertes Handeln.

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                                      Also das sind alles so Schlagwörter, die sagen, ah ja, dafür brauchen wir Art of Hosting.

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                                      Und das unterstützt uns einfach darin, wie wir miteinander arbeiten,

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                                      wohnen, leben, wirken, Familie sein wollen. Ganz egal in welchem Bereich.
                                      Franziska
                                      0:09:15–0:09:20

                                      Oh, wie schön. Und das zeigt so arg, also Pia, ich habe noch einen Satz von

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                                      dir, so arg im Kopf. als es um Methoden ging in der Fortbildung,

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                                      hast du am Ende gesagt, ja, die beste Methode bist du selbst.

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                                      Und das war nochmal so eine Art of Hosting,

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                                      ist so ein bunter Baukasten irgendwie oder ganz viele Werkzeuge und Methoden,

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                                      die wir nehmen können und gleichzeitig ist es einfach so eine,

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                                      es ist eine andere Art von Haltung, es ist eine ganz andere Art von Kultur.

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                                      Und es ist so eine, da steckt so viel Lust drin, so viel Lebendigkeit, so viele Einladungen.

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                                      Und ich muss jetzt nochmal anknüpfen an diesen Moment im Wandelwinkel,

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                                      wo es eigentlich auch darum geht, wir haben auch vorher eingecheckt hier gemeinsam

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                                      und haben wieder gemerkt, okay, wir leben gerade in echt Verrückten und auch

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                                      irgendwie Zeiten, wo wir gar nicht so genau wissen, wo geht das jetzt eigentlich

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                                      gerade hin und das macht uns Angst und wir fühlen uns irgendwie,

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                                      also viele von uns, wir fühlen uns nicht so richtig wohl gerade.

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                                      Und was wir aber schaffen können, ist dann zum Beispiel so ein Treffen im Wandelwinkel,

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                                      der wurde ein Jahr alt und wir hatten einen Workshop in Anführungsstrichen vom

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                                      Mycelium-Seite aus oder auch ich als Begleiterin vom Wandelwinkel gehalten.

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                                      Und es war so, die Leute haben am Ende gesagt, wow, ich fühle mich gerade,

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                                      ich fühle mich richtig gesehen, ich konnte da sein mit dem, was gerade ist,

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                                      Ich konnte mich einbringen, konnte meine Ideen hier in die Mitte legen.

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                                      Ich habe das Gefühl, sie sind nicht einfach nur in der Mitte gelandet,

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                                      sondern mit denen entsteht was, da wird was draus kreiert, was wir vielleicht

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                                      auch noch gar nicht so richtig greifen können im Moment.

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                                      Aber sie haben, und das hat mich so daran erinnert, dass wir auch solche Räume

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                                      eben halten können und solche Räume gestalten können.

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                                      Und die sind hilfreich und die sind irgendwie so auf irgendeine Art so wirkmächtig,

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                                      weil die uns Hoffnung geben, weil die uns wieder spüren lassen,

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                                      dass nicht alles nur am Arsch ist, sondern irgendwie es auch eben diese ganzen

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                                      Leuchttürme und so alles gerade gibt.

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                                      Und zwar parallel, gleichzeitig zu all dem Traurigen, was vielleicht gerade

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                                      irgendwie stattfindet.

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                                      Und ich erinnere mich auch noch an Out-of-Hosting, an die Ausbildung.

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                                      Wie gesagt, irgendwie hat es an was angeknüpft, was vorher schon so in mir geschwungen ist.

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                                      Und es hat aber noch mal ein paar, es hat irgendwie das Ganze noch mal befeuert

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                                      auf irgendeine Art. Also danach war es nämlich so, dass ich ins Mycelium in

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                                      allen Treffen, die ich zum Beispiel eben jetzt hoste, gibt es eine Ankommens-

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                                      und eine Landungspraxis.

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                                      Also es gibt keine Räume mehr, die bei mir starten, ohne Stille,

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                                      um ohne in den Körper gekommen zu sein eigentlich.

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                                      Und ohne die Absicht benannt zu haben zum Beispiel, die Intention für dieses

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                                      Treffen und ohne mit allen gemeinsam eingecheckt zu haben, auf irgendeine Art und Weise.

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                                      Das darf manchmal kurz sein und manchmal lang sein, aber das ist was,

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                                      was dieser Kurs und was ihr bei mir wie, keine Ahnung, das hat sich gesetzt,

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                                      das ist so tief verankert in mir, dass ich gar nicht mehr anders kann,

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                                      und dass ich vor allem merke, dass das sofort fehlt.

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                                      Also wenn es Räume gibt, wo das nicht gemacht wird, dann merke ich sofort,

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                                      uff, hier kann ich eigentlich gar nicht richtig sein.

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                                      Und das ist echt verrückt, also das so bei mir selbst sozusagen gerade zu merken.
                                      Hannah Heller
                                      0:12:26–0:12:29

                                      Aber dann gehen wir da vielleicht nochmal tiefer rein. Oder Pia,

                                      0:12:29–0:12:30

                                      du magst direkt anknüpfen?
                                      Pia
                                      0:12:30–0:12:35

                                      Ja, wenn ich dir zuhöre, Franka, dann möchte ich voll gerne noch was dazulegen,

                                      0:12:35–0:12:38

                                      was auch so mit einer der Ursprünge von Art of Hosting ist.

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                                      Du sprichst diese krisenhaften Zeiten an, in denen wir sind,

                                      0:12:42–0:12:45

                                      also Zeiten, in denen es Veränderungen braucht.

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                                      Ja, ich mir auch vorstelle, dass alle die Menschen, die euren Podcast hören,

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                                      ja auch eine Veränderungsvision und Mission eigentlich mitbringen.

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                                      Wir hier alle eine Veränderungsvision haben.

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                                      Und ich finde, es gibt so ein passendes Zitat von Picasso, der auch Gedichte geschrieben hat.

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                                      Der hat ein Gedicht geschrieben über Ich suche nicht, ich finde.

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                                      Und ich kann es jetzt nicht ganz genau wörtlich zitieren, aber er sagt so,

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                                      das Suchen ist das Auffinden von alten Beständen oder von altem bereits Bekanntem.

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                                      Und Finden ist das Finden wollen im völlig Neuen.

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                                      Was hat das jetzt mit Art of Hosting und den Krisen zu tun?

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                                      Die Annahme, die dahinter steckt, ist so, wie es gerade passiert oder so,

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                                      wie es die letzten Jahre passiert, funktioniert es ein Stück weit nicht.

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                                      Irgendwie brauchen wir was Neues.

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                                      Und Art of Hosting setzt sich dafür ein, auch Räume zu gestalten,

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                                      in denen es möglich ist, dass mal Chaos da sein darf und Nichtwissen da sein darf.

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                                      Und dieser Ort zwischen Ordnung und Chaos, dass dieser emergente Raum auch da

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                                      sein kann, weil genau da entstehen nämlich neue Ideen.

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                                      Um das mal konkret zu machen, vielleicht kennt ihr das irgendwie aus manchen

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                                      Treffen, wir können da gerne später nochmal weiter reintauchen,

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                                      dass so ein Brainstorming war und man sich so Ideen gesammelt hat,

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                                      wie geht es jetzt weiter und dann so der Impuls ist, den Sack jetzt zuzumachen,

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                                      und gleich die nächsten Schritte zu planen Und dann den Termin fürs nächste

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                                      Meeting oder so auszumachen und da nochmal innezuhalten und nochmal zu gucken,

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                                      was passiert denn jetzt,

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                                      wenn wir den Raum mal offen lassen und vielleicht nochmal eine Runde dazu machen,

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                                      wie geht es uns denn jetzt gerade mit dem, wo wir sind?

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                                      Und dann erst danach den Sack zu machen. Und dann fühlt es sich danach auch

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                                      nicht mehr an wie so ein künstliches, ach, jetzt müssen wir da eine Schleife

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                                      dran machen und fertig, damit wir unsere nächsten Schritte haben und die To-Do-Liste

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                                      für das, wie es weitergeht.

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                                      Sondern dann ist es eher so eine logische Schlussfolgerung.

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                                      Es ist auch schwierig, das in Worte zu fassen, was da dann so passiert.

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                                      Eigentlich stehen dann die nächsten Schritte schon fest, man muss sie irgendwie

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                                      nur nochmal sagen, weil sie so aus allen heraus eigentlich schon als Gesamteam kommen.

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                                      Und das ist etwas, wofür uns Art of Hosting auch wahnsinnig hilfreich ist und

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                                      wahnsinnig unterstützt, gerade in diesen Zeiten, auch in politischen Räumen,

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                                      in Räumen, in denen es um BürgerInnenbeteiligung geht,

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                                      eben auch zu ermöglichen, eine neue Zukunft zu gestalten, Veränderung möglich zu machen.
                                      Hannah Heller
                                      0:15:16–0:15:20

                                      Vielleicht können wir da, aber ich habe schon so ein paar Häppchen rausgehört,

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                                      die sozusagen irgendwie wichtig und zentral sind.

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                                      Also einerseits eine Landungspraxis, also dieses Einchecken am Anfang von einem

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                                      Treffen, dann irgendwie den

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                                      Körper nochmal mit reinholen, vor allem in den digitalen Raum sozusagen.

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                                      Die Absicht des Treffens klären, den Raum lassen für Chaos.

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                                      Aber vielleicht könnt ihr noch so ein paar Prinzipien oder ein paar Muster dieser

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                                      Kunst des Gastgebens nochmal ein bisschen sammeln und erklären,

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                                      dass man ein Bild davon bekommt.

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                                      Weil ich war auf vielen dieser Wissenschaftskonferenzen und habe auch schon

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                                      viele Workshops organisiert oder Seminare an Unis oder so.

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                                      Als Workshop-Gebende ist man ja immer so ein bisschen in der eigentlich Mission unterwegs.

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                                      Okay, ich muss die Kontrolle behalten. Ich muss irgendwie die Leute in ihren

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                                      kleinen Gruppen und mit ihren Arbeitsaufgeben so leiten und lenken,

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                                      dass eigentlich das am Ende rauskommt, worauf ich abziele, sozusagen.

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                                      Und da nochmal so ein bisschen, genau, die Frage, wie kommt man vielleicht da

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                                      raus, aber dann auch eben,

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                                      was birgt das auch für Gefahren, sozusagen, wenn ich da mit dem Chaos seinen

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                                      Lauf lasse, sozusagen, wie gehe ich dann damit um, auch als Workshop-Gebende oder als Raumhaltende?
                                      Franziska
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                                      Also Art of Hosting, man kann eine ganze Fortbildung, einen ganzen Kurs dazu

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                                      machen mit mehreren Modulen und wir werden es nicht schaffen,

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                                      in unserer tatsächlich in dem Fall sehr beschränkten Podcast Zeit und Folge

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                                      das alles unterzubringen.

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                                      Aber was wir, glaube ich, heute machen können, ist die Einladung aussprechen,

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                                      sich damit mal zu beschäftigen.

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                                      Und vielleicht eben auch einfach danach auf die Links unten unserer Podcast-Folge

                                      0:17:01–0:17:04

                                      zu klicken und sich das mal anzuschauen, was Pia bei den Pioneers of Change

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                                      und zum Beispiel eben dem Art of Hosting dort macht in der Fortbildung.

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                                      Und was wir heute eben genau so ein bisschen reingehen können,

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                                      Pia, das kannst du vielleicht gleich nochmal machen, so ein bisschen,

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                                      vielleicht, ich erinnere mich an Vereinbarungen und Prinzipien,

                                      0:17:17–0:17:21

                                      die wir zum Beispiel treffen können für unsere Kreise, für unsere Räume, die wir gestalten.

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                                      Und gleichzeitig, genau, merke ich gerade, ich fühle mich sehr angesprochen

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                                      von dieser Frage von Hannah bezüglich des Chaoses.

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                                      Also mit Hinblick auf, okay, aus was für eine Erfahrung komme ich gerade.

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                                      Ich habe im Wandelwinkel eben diesen Workshop geleitet, diesen Raum gehalten.

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                                      Ich war nicht alleine, es war schon Never Host Alone im Prinzip.

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                                      Johanna hat mich da tatkräftig tatsächlich unterstützt und wir haben das gemeinsam getan.

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                                      Und was in der Vorbereitung für mich sehr wichtig war, ich hatte eine Idee,

                                      0:17:47–0:17:51

                                      ich hatte eine Absicht, die ich eben in die Mitte legen will an diesem Tag.

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                                      Und die war es, die Gemeinschaft zu initiieren eigentlich.

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                                      Also sie das erste Mal so richtig zu fragen, hey, was wollt ihr hier eigentlich

                                      0:17:57–0:18:00

                                      noch alles machen? Was seht ihr hier noch an dem Ort?

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                                      Also es ging so ein bisschen um was bunter machen, was jetzt da ist.

                                      0:18:04–0:18:09

                                      Also das feiern, was da passiert ist und gleichzeitig jetzt anzufangen,

                                      0:18:09–0:18:12

                                      ja, diesen Ort wirklich zu beleben. Und zwar mit den Menschen, die da sind.

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                                      Und dann hatten Johanna und ich uns vorher überlegt, okay, klar,

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                                      wir hatten ein bisschen eine Struktur.

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                                      Also wir hatten uns überlegt, wir benennen diese Absicht und wir gehen in eine

                                      0:18:21–0:18:26

                                      Check-in-Runde und wir werden dann sammeln, was es alles für Ideen gibt und

                                      0:18:26–0:18:29

                                      wir werden auf irgendeine Art und Weise zuteilen und wir wollen auf jeden Fall eine Abschlussrunde.

                                      0:18:29–0:18:35

                                      Und es gab so eine Art Fahrplan oder ich nenne es eigentlich lieber Flow und

                                      0:18:35–0:18:38

                                      gleichzeitig unsere Grundhaltung von, ja und lass uns vor allem gucken,

                                      0:18:39–0:18:40

                                      was dann gebraucht wird.

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                                      Also wir haben uns ganz viel immer auf den Raum eingelassen und auf die Leute

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                                      eingelassen und uns dann immer mal kurz abgesprochen. So, okay,

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                                      was ist jetzt eigentlich gerade dran?

                                      0:18:48–0:18:53

                                      Wie können wir die Überleitung schön machen? Und das war eben nicht ein Moderieren

                                      0:18:53–0:19:00

                                      mit einer Agenda und einem irgendwie so Tack, Tack, Tack, sondern das war was viel Fließenderes.

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                                      Und das ist tatsächlich, also ich kann es noch nicht richtig in Worte fassen,

                                      0:19:04–0:19:05

                                      Pia, aber das ist Art of Hosting.

                                      0:19:05–0:19:09

                                      Das ist genau dieses irgendwie schauen, was der Raum gerade braucht,

                                      0:19:09–0:19:13

                                      aber nicht mit, ich habe keinen Plan und ich wüsste jetzt nicht genau wie,

                                      0:19:13–0:19:17

                                      sondern in so einer, ich habe gerade das Wort Surrender so arg in mir.

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                                      Also es ist so ein spirituelles auf irgendeine Art loslassen und gleichzeitig halten.

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                                      Pia, ich spiele das jetzt einfach mal zu dir. Vielleicht kannst du das,

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                                      was ich beschreibe, irgendwie benennen.
                                      Pia
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                                      Ja, ich denke da vor allem auch gerade mal an Menschen, die Art of Hosting vielleicht

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                                      noch nicht kennen und habe da

                                      0:19:37–0:19:43

                                      gerade so den Impuls, kurz so ein bisschen Orientierung mit reinzugeben.

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                                      Ich würde unterscheiden im Art of Hosting zwischen so Prinzipien,

                                      0:19:48–0:19:52

                                      also die ich auch reingebe, wenn ich als Host dabei bin.

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                                      Also so, wie wollen wir miteinander kommunizieren eigentlich?

                                      0:19:56–0:19:59

                                      Das wäre so die eine Richtung, in die wir weitergehen könnten.

                                      0:19:59–0:20:04

                                      Und dann gibt es noch für mich so Kernelemente von Art of Hosting.

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                                      Also das ist dann nochmal auf so einer anderen Ebene.

                                      0:20:07–0:20:11

                                      Und dann gibt es für mich den dritten Bereich, auch nochmal so zu dieser Frage,

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                                      was ist denn eigentlich Hosting und auf welchen Ebenen können wir denn hosten und beitragen?

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                                      Das wären für mich mal so drei Bereiche, für die es vielleicht auch hilfreich

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                                      sein kann, die so ein bisschen auseinanderzusortieren.

                                      0:20:25–0:20:27

                                      Und ich fange mal bei dem letzten kurz an.

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                                      Und zwar, Hosting wird ganz oft damit verwechselt, zu sagen,

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                                      wenn du ein Host bist, bist du eine Moderation.

                                      0:20:35–0:20:39

                                      Oder bist du Moderatorin oder Moderator.

                                      0:20:40–0:20:43

                                      Und Hosting ist viel, viel, viel mehr als das.

                                      0:20:43–0:20:47

                                      Also wir haben eigentlich vier Ebenen, auf denen Hosting stattfindet.

                                      0:20:47–0:20:52

                                      Und die erste Ebene bin erstmal immer ich selber, egal in welcher Rolle ich

                                      0:20:52–0:20:54

                                      gerade Teil von einer Gruppe oder von einem Treffen bin.

                                      0:20:55–0:21:00

                                      Und da geht es erstmal darum, also zu hosten bedeutet auch, dass ich mich während

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                                      eines Teammeetings als Teammitglied immer wieder frage, wie geht es mir gerade,

                                      0:21:04–0:21:09

                                      was brauche ich gerade, um hier fokussiert zu der Intention,

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                                      zu der Absicht, zu der wir hier sind, wirklich beitragen zu können.

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                                      Das kann dann sowas sein wie meinen Körper zu spüren, deswegen Ankommenspraxis,

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                                      mich mitzuteilen im Check-in, wie geht es mir gerade und das fängt aber auch schon vorher an.

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                                      Also wenn ich weiß, ich habe jetzt gerade, wenn wir auch in Online-Räumen oder

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                                      auch genauso in Präsenzräumen unterwegs sind, wir kennen das alle,

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                                      Zeitplan ist manchmal knackig, ein Meeting nach dem nächsten zu sagen,

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                                      eine Regel, es hat lange gebraucht, bis ich mich selber daran gehalten habe,

                                      0:21:37–0:21:41

                                      mindestens eine Viertelstunde zwischen Online-Meetings.

                                      0:21:41–0:21:48

                                      Vor allem, wenn es um verschiedene Kontexte geht. Und da fängt so schon dieses Host-Myself an,

                                      0:21:49–0:21:53

                                      um mich so zu fragen, was brauche ich jetzt, um gleich mich für dieses Meeting

                                      0:21:53–0:21:57

                                      ausrichten und präsent sein zu können zu dem Thema, zu dem wir gerade da sind.

                                      0:21:57–0:22:03

                                      Und das kann sein, zum Beispiel habe ich so eine Tradition, immer vor den Modulen

                                      0:22:03–0:22:05

                                      von diesem Hosting-Kurs, von

                                      0:22:05–0:22:07

                                      dem du auch gesprochen hast, Hosting für Kulturwandel von den Pioneers,

                                      0:22:08–0:22:11

                                      habe ich schon so eine Routine entwickelt, dass ich zum Beispiel mir immer die

                                      0:22:11–0:22:15

                                      Zeit nehme, das ist nämlich am Abend, am Nachmittag davor in meinen Lieblingscafé

                                      0:22:15–0:22:17

                                      zu gehen und dort einen Kaffee zu trinken.

                                      0:22:17–0:22:21

                                      Das gehört ganz lustigerweise mittlerweile zu meiner Host-Myself-Praxis dazu.

                                      0:22:22–0:22:26

                                      Dann steht mein Getränk dort, dann wenn ich was zu essen habe für die Pause,

                                      0:22:26–0:22:27

                                      steht das irgendwie auch dort.

                                      0:22:27–0:22:31

                                      Ich gucke, dass es mir warm genug ist, dass ich nicht total abgehetzt noch schnell

                                      0:22:31–0:22:34

                                      meinen Computer aufbaue und dann, oh nein, wo ist das Ladekabel?

                                      0:22:34–0:22:38

                                      All das gehört schon zu der ersten Dimension von Host-Myself.

                                      0:22:38–0:22:43

                                      Vor, während und auch nach dem Meeting. Also auch nach Treffen sagen zu können,

                                      0:22:43–0:22:47

                                      ah, da ist gerade für mich noch was offen oder da ist vielleicht auch eine Irritation

                                      0:22:47–0:22:49

                                      oder eine Spannung mit einer Person,

                                      0:22:49–0:22:53

                                      da gehört auch zu dem Host Myself danach dann nochmal für mich zu sorgen,

                                      0:22:54–0:22:56

                                      was brauche ich, um mit dieser Spannung umgehen zu können.

                                      0:22:57–0:23:01

                                      Das ist so die erste Dimension von Out-of-Hosting. Und die zweite ist,

                                      0:23:02–0:23:06

                                      wenn wir jetzt zum Beispiel in einem Seminar sind oder auch in einem Team-Meeting

                                      0:23:06–0:23:09

                                      und jemand anderes hat den Moderationshut auf,

                                      0:23:10–0:23:14

                                      dass wir sozusagen Teil von Gesprächen sind in einer Gruppe.

                                      0:23:14–0:23:20

                                      Und dann nutzen wir auch total gerne das Wort Teilgeberin und nicht Teilnehmerin.

                                      0:23:21–0:23:25

                                      Also ich bin aktiv Teil einer Gruppe. Und wenn ich zum Beispiel merke,

                                      0:23:25–0:23:30

                                      ich habe den Eindruck, eine Pause wäre gerade ganz gut, weil das Tempo so schnell

                                      0:23:30–0:23:35

                                      wird oder weil wir hier gerade an einem wichtigen Punkt sind und es vielleicht ein bisschen ruckelt,

                                      0:23:36–0:23:39

                                      dann liegt die Verantwortung dafür nicht ausschließlich bei der Person,

                                      0:23:40–0:23:44

                                      die die Führung für den Tag oder für dieses Gespräch hat, sondern ich kann genauso

                                      0:23:44–0:23:45

                                      als Teil der Gruppe sagen, so,

                                      0:23:46–0:23:49

                                      lass uns doch jetzt mal eine Pause machen oder eine Minute Stille.

                                      0:23:50–0:23:56

                                      Also das ist so dieses To-Be-Hosted, also Teil einer gehosteten Gruppe zu sein.

                                      0:23:57–0:24:02

                                      Die dritte Dimension ist dann To-Host-Others. Also das ist das,

                                      0:24:02–0:24:06

                                      was die meisten sowieso schon darunter verstehen, was Hosting ist.

                                      0:24:06–0:24:11

                                      Das bedeutet, ich lade zu Gesprächen ein, ich gestalte den Raum, ich halte den Raum.

                                      0:24:11–0:24:15

                                      Und bin, ja, das ist vielleicht noch das Ähnlichste zur Moderation,

                                      0:24:15–0:24:18

                                      obwohl ich schon auch sagen würde, eine klassische Moderation ist was anderes

                                      0:24:18–0:24:23

                                      als das, wenn ich einen Raum hoste. Das hat für mich eine andere Qualität.

                                      0:24:24–0:24:29

                                      Und die vierte Dimension, wahnsinnig wichtig, auch im Art of Hosting,

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                                      gerade auch aus der Entstehungsgeschichte heraus, ist, dass ich als Host immer

                                      0:24:33–0:24:35

                                      Teil einer größeren Community bin.

                                      0:24:35–0:24:37

                                      Du hast gerade schon gesagt, never host alone.

                                      0:24:38–0:24:42

                                      Also wir geben Seminare oder auch die Teamleitung, die ich habe,

                                      0:24:42–0:24:45

                                      mache ich mit meiner Kollegin Anna zusammen und wir bereiten die Sachen zusammen

                                      0:24:45–0:24:48

                                      vor, wir hosten sie gemeinsam und wir bereiten sie auch nach.

                                      0:24:48–0:24:51

                                      Und wir sind sozusagen eine kleine Community of Practice.

                                      0:24:52–0:24:56

                                      Aber wir sind auch mit unserem gesamten Team von Hosts eine Community of Practice,

                                      0:24:56–0:25:02

                                      genauso wie wir eigentlich alle Alumni und Alumna von dem Kurs auch eine große

                                      0:25:02–0:25:03

                                      Community of Practice sind.

                                      0:25:04–0:25:07

                                      Und da gibt es sogar eine in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt.

                                      0:25:07–0:25:10

                                      Leute, die zusammenkommen und darüber sprechen, über ihre Erfahrungen,

                                      0:25:11–0:25:13

                                      die sie im Hosting gemacht haben und das, was sie daraus lernen,

                                      0:25:13–0:25:17

                                      auch für die Zukunft und was andere auch davon lernen können.

                                      0:25:17–0:25:21

                                      Und das, finde ich, ist nochmal total wesentlich bei der Frage,

                                      0:25:21–0:25:22

                                      was ist Hosting eigentlich?

                                      0:25:23–0:25:26

                                      Weil dadurch kommt schon mal eine ganz andere Qualität rein,

                                      0:25:26–0:25:29

                                      wenn die Verantwortung nicht ausschließlich bei der Person liegt,

                                      0:25:29–0:25:33

                                      die gerade vorne spricht oder gesagt hat, ich übernehme jetzt heute mal die Moderation.

                                      0:25:33–0:25:38

                                      Und das finde ich sehr, sehr zentral. Und wenn ihr wollt, können wir gerne auch

                                      0:25:38–0:25:40

                                      noch in die zwei anderen Bereiche oder in einen der anderen Bereiche,

                                      0:25:40–0:25:44

                                      in diese Kernelemente oder auch in die Prinzipien auch nochmal reingucken.

                                      0:25:45–0:25:49

                                      Und ich kann mir vorstellen, dass diese Kernelemente, ich würde gerne eins rausgreifen,

                                      0:25:49–0:25:54

                                      was sehr zentral ist und was an dich anknüpft, Hannah, was du gesagt hast von deinen Konferenzen.

                                      0:25:54–0:25:56

                                      Also ich komme auch aus dem wissenschaftlichen Bereich.

                                      0:25:56–0:26:00

                                      Ich kenne das, ein Seminar für Studierende vorzubereiten oder auch dann mit

                                      0:26:00–0:26:04

                                      anderen zusammen vorzubereiten oder einen Workshop für eine Konferenz,

                                      0:26:04–0:26:06

                                      wo es klar immer diese Lernziele gibt.

                                      0:26:06–0:26:10

                                      Und am Ende muss dann da ein Ergebnis stehen, was die Teilnehmenden mitnehmen und was nicht.

                                      0:26:11–0:26:14

                                      Das Wort Ziel gibt es auf jeden Fall auch im Art of Hosting.

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                                      Und es gibt noch etwas, was total verändernd war für mich, das ist die Absicht oder die Intention.

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                                      Und wenn ich in ein Team-Meeting gehe oder in einen Workshop oder ein Unternehmen

                                      0:26:29–0:26:34

                                      oder ein Team begleite in der Prozessbegleitungsrolle, dann frage ich mich immer

                                      0:26:34–0:26:38

                                      vorher, was ist meine Intention, meine Absicht?

                                      0:26:38–0:26:43

                                      Das kann sowas sein, wie du vorhin gesagt hast, Franka, du willst eigentlich

                                      0:26:43–0:26:49

                                      Gemeinschaft initiieren da am Wochenende in dem Raum, in dem du begleitet hast.

                                      0:26:49–0:26:53

                                      Das ist sozusagen so ein Leitfaden, ein Leitstern, ein Leuchtturm,

                                      0:26:53–0:26:56

                                      der dich im gesamten Prozess eigentlich begleitet.

                                      0:26:56–0:27:01

                                      Und wenn ich mir aber Gedanken darüber vorher mache, so mit welcher Qualität

                                      0:27:01–0:27:03

                                      oder was will ich eigentlich einladen?

                                      0:27:03–0:27:06

                                      Das heißt ja auch die Kunst des Gastgebens. Zum Gastgeben gehört immer das Einladen.

                                      0:27:06–0:27:13

                                      Also will ich heute eher Beziehung einladen? Will ich heute eher Wirksamkeit

                                      0:27:13–0:27:15

                                      oder Partizipation einladen?

                                      0:27:15–0:27:19

                                      Also mir auf dieser etwas höheren Werte- und Bedürfnissebene auch zu überlegen,

                                      0:27:19–0:27:24

                                      was ist eigentlich diese Qualität, die dieses Meeting heute haben soll.

                                      0:27:24–0:27:28

                                      Das ist für mich ganz, ganz zentral, weil es ist nämlich was anderes als das Ziel.

                                      0:27:29–0:27:34

                                      Das Ziel von einem Teammeeting kann schon sein, wir brauchen am Ende jetzt eine

                                      0:27:34–0:27:37

                                      Idee, wie wir zum Beispiel diesen Podcast in die Welt tragen.

                                      0:27:39–0:27:43

                                      Das brauchen wir ja auch, um wirksam zu sein, brauchen wir ja auch Ziele und

                                      0:27:43–0:27:48

                                      To-dos und Aufgaben. Die Frage ist nur dann, wie wollen wir das gestalten?

                                      0:27:49–0:27:54

                                      Wollen wir es gemeinschaftlich gestalten? Geht es um Beziehungsgestaltung, um das hinzukriegen?

                                      0:27:56–0:27:59

                                      Die Frage ist wirklich bei der Intention, wie wollen wir es machen?

                                      0:28:00–0:28:04

                                      Und wenn ich das klar habe, vor allem auch, wenn ich mit jemandem zusammen einen

                                      0:28:04–0:28:09

                                      Raum halte, wenn wir das gemeinsam klar haben, dann können wir auch jederzeit

                                      0:28:09–0:28:13

                                      von unserem Ablauf oder von unserem Flow, wie du es genannt hast, Franka, abweichen.

                                      0:28:14–0:28:17

                                      Weil das ist nämlich dann meine Orientierung. Man kann entweder sagen,

                                      0:28:17–0:28:21

                                      mein Anker, also das, was mir immer den Boden gibt, oder vielleicht auch das oder den Kompass.

                                      0:28:21–0:28:24

                                      Da kann jeder so gucken, was ist so mein Bild dafür.

                                      0:28:24–0:28:27

                                      Für mich ist es immer so der Kompass, wenn ich so merke, oh,

                                      0:28:28–0:28:30

                                      wir gehen so total weg von unserem Kurs.

                                      0:28:30–0:28:33

                                      Weil eigentlich ging es ja gerade darum, Gemeinschaft zu initiieren.

                                      0:28:33–0:28:36

                                      Und jetzt redet ihr beispielsweise an diesem, ich weiß nicht,

                                      0:28:36–0:28:39

                                      wie es war, aber mal angenommen, ihr hättet dann ganz viel über ganz konkrete,

                                      0:28:40–0:28:47

                                      wie wird jetzt das Fest, wer organisiert die Getränke für das Sommerfest oder so, auf so einer Ebene,

                                      0:28:47–0:28:51

                                      da würde dann mein Kompass sagen, Moment mal, wir sind gerade irgendwie weg

                                      0:28:51–0:28:55

                                      von der Intention, weil die Intention war ja, das Gemeinschaft zu initiieren

                                      0:28:55–0:28:59

                                      und ich füge jetzt mal hinzu, noch erlebbar zu machen.

                                      0:28:59–0:29:01

                                      Und dann wäre für mich als Host die Frage.

                                      0:29:03–0:29:06

                                      Passt das gerade, dass wir weggehen von unserer Intention? Das ist auch etwas,

                                      0:29:06–0:29:10

                                      was ich dann mit der Gruppe gemeinsam entscheide. Oder gehen wir wieder zurück?

                                      0:29:11–0:29:14

                                      Und das gibt mir halt im Chaos.

                                      0:29:14–0:29:17

                                      Also Chaos im Hosting bedeutet nicht, ich mache mir keinen Plan.

                                      0:29:17–0:29:19

                                      Da ist alles los und guck mal, was passiert.

                                      0:29:19–0:29:22

                                      Weil da wären wir wieder bei dem großen, leeren Raum, in dem wir einfach 100

                                      0:29:22–0:29:25

                                      Leute stecken und die Tür zu machen. Das wollen wir nicht.

                                      0:29:26–0:29:32

                                      Sondern die Frage ist so, wie kann das Chaos so, ich sage ganz gern so, umarmt werden?

                                      0:29:32–0:29:36

                                      Oder so Chaos in einer Umarmung passieren, in der wir uns so sicher fühlen,

                                      0:29:36–0:29:39

                                      dass wir uns trauen, auch die Sachen, auch die Spannungen, die Irritationen,

                                      0:29:39–0:29:44

                                      die Konflikte oder auch einfach ganz wilde Gedanken, über die wir uns vielleicht

                                      0:29:44–0:29:48

                                      gar nicht trauen, die sonst auszusprechen, Ideen, dass wir das aussprechen können.

                                      0:29:48–0:29:52

                                      Und da ist für mich die Intention zu haben ganz wichtig.

                                      0:29:52–0:29:55

                                      Und natürlich gibt es dann die konkreten Methoden. Das wäre dann der dritte

                                      0:29:55–0:29:57

                                      Bereich von Art of Hosting.
                                      Franziska
                                      0:29:57–0:30:01

                                      Und ich hätte aber Lust, auch noch was in unsere Mitte zu legen,

                                      0:30:01–0:30:07

                                      was ich auch bei Pia gelernt habe und Art of Hosting, nämlich den Prinzipien und Vereinbarungen.

                                      0:30:07–0:30:13

                                      Und die hatte Pia auch schon angesprochen als ein, wie hast du es genannt,

                                      0:30:13–0:30:16

                                      als ein Element sozusagen vom Art of Hosting,

                                      0:30:17–0:30:20

                                      und ein Element, was auch ins Mycelium schon sehr reingeflossen ist,

                                      0:30:20–0:30:24

                                      weil wir diese Prinzipien immer wieder auch präsent machen.

                                      0:30:24–0:30:27

                                      Also im Sinne von, wir legen sie wieder neu in die Mitte,

                                      0:30:27–0:30:32

                                      wenn wir uns treffen und wir bringen sie auch in unsere Begleitungsräume immer

                                      0:30:32–0:30:38

                                      wieder rein als Prinzipien und eben als eine Antwort auf diese Frage,

                                      0:30:38–0:30:40

                                      ja, wie wollen wir uns denn hier begegnen?

                                      0:30:40–0:30:45

                                      Und ein Prinzip ist zum Beispiel, sei präsent. Also sei eben mit deiner Aufmerksamkeit

                                      0:30:45–0:30:47

                                      bei der Person, die zum Beispiel gerade spricht.

                                      0:30:48–0:30:53

                                      Und zum Thema Präsenz haben wir zum Beispiel auch eben als Ankommens- und Landungspraxis

                                      0:30:53–0:30:57

                                      ja auch immer vielleicht so ein Element von Körperarbeit im Sinne von,

                                      0:30:58–0:31:01

                                      wie schaffen wir es gerade in diesen Moment zu kommen.

                                      0:31:01–0:31:03

                                      Das schaffen wir sehr, sehr gut, indem wir uns eigentlich mit diesem Körper

                                      0:31:03–0:31:10

                                      verbinden, den wir alle bewohnen. Ein zweites Prinzip wäre, sprich und hör von offenem Herzen.

                                      0:31:10–0:31:18

                                      Also teile das, was gerade bei dir oben aufliegt, was irgendwie aber auch gut für dich ist.

                                      0:31:18–0:31:22

                                      Sei authentisch mit dem, trau dich vielleicht auch ein bisschen,

                                      0:31:22–0:31:28

                                      sei mutig, dich auszudrücken und von dir und deinem Fühlen, Spüren,

                                      0:31:28–0:31:32

                                      Denken zu erzählen oder dich damit auch zu zeigen.

                                      0:31:32–0:31:39

                                      Das dritte Prinzip, oder nochmal kurz zurück zum zweiten, ist auch eben höre zu mit offenem Herzen.

                                      0:31:39–0:31:44

                                      Also wirklich in so eine lauschende Haltung einzunehmen.

                                      0:31:45–0:31:48

                                      Das dritte ist dann nochmal so, na sag was relevant ist.

                                      0:31:48–0:31:53

                                      Also teile auch das, was eben gerade zum Thema passt und was für die anderen

                                      0:31:53–0:31:55

                                      auch irgendwie wichtig ist zu wissen.

                                      0:31:56–0:32:00

                                      Also da greifen wir so ein bisschen das Thema des Wesentlichen.

                                      0:32:00–0:32:06

                                      Und dann eben auch nochmal zurück zur Absicht. Kenne auch, also viertes Prinzip, kenne deine Absicht.

                                      0:32:06–0:32:10

                                      Also auch du, wenn du sprichst in diesem Kreis oder wie auch immer wir uns da

                                      0:32:10–0:32:14

                                      begegnen, kenne auch deine Absicht, wenn du was sagen willst.

                                      0:32:14–0:32:17

                                      Das ist total spannend und es war für uns im Mycelium auf jeden Fall auch nochmal,

                                      0:32:18–0:32:20

                                      wir haben vorher über den Boden gesprochen.

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                                      Ein gesunder Boden ist zum Beispiel genau das, wenn wir diese Prinzipien mit

                                      0:32:25–0:32:31

                                      in unsere Mitte legen oder uns eben auch auf Vereinbarungen einlassen und das

                                      0:32:31–0:32:33

                                      sind für jede Gruppe vielleicht auch irgendwie anders,

                                      0:32:33–0:32:38

                                      aber wir haben uns auch sehr daran orientiert sozusagen, was ich bei euch mitgenommen hatte.

                                      0:32:38–0:32:42

                                      Das war zum Beispiel das Thema der Vertraulichkeit, also was hier eben besprochen

                                      0:32:42–0:32:45

                                      wird, wird von uns vertraulich behandelt.

                                      0:32:45–0:32:48

                                      Und wenn es in irgendwelche anderen Kreise oder nach außen geht,

                                      0:32:48–0:32:51

                                      dann muss das vorher sozusagen abgesprochen werden in irgendeiner Art.

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                                      Das Thema Bitten und Geben, also ich bitte um das, was ich brauche und gebe das, was ich geben kann.

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                                      Und da sind wir wieder auch ein bisschen bei dem Host Yourself,

                                      0:33:02–0:33:03

                                      also der Frage, okay, was können

                                      0:33:03–0:33:06

                                      wir gerade wirklich geben? ist unsere Schüssel eigentlich auch voll.

                                      0:33:07–0:33:10

                                      Dann wäre noch eine dritte Vereinbarung, die man treffen kann,

                                      0:33:10–0:33:16

                                      zum Beispiel das Thema Bewusstheit eben, also der Versuch klar zu haben,

                                      0:33:16–0:33:19

                                      dass unsere Beiträge eben eine Wirkung haben.

                                      0:33:20–0:33:24

                                      Und das können wir sicherlich irgendwie auch nur bedingt und gleichzeitig ist

                                      0:33:24–0:33:31

                                      es total verändernd, wenn wir auch da versuchen, eben eine Bewusstheit reinzukriegen.

                                      0:33:31–0:33:35

                                      Und was wir mit Celium zum Beispiel haben, in Teammeetings auch oder gerade

                                      0:33:35–0:33:38

                                      ich denke an unseren Team-Talk, wir haben auch eine Hüterin benannt,

                                      0:33:38–0:33:43

                                      also eine Extrarolle, eine Person, die auch nochmal auf die Zeit,

                                      0:33:43–0:33:47

                                      aber auch auf die Energie der Gruppe achtet und auch die hostenden Personen

                                      0:33:47–0:33:50

                                      an der Stelle ein bisschen entlastet oder unterstützt vor allem.

                                      0:33:50–0:33:53

                                      Und wir haben uns zum Beispiel auf einige Signale geeinigt, also gerade auch

                                      0:33:53–0:33:58

                                      für digitale Räume war es für uns super wichtig, gewisse Pausensignale oder

                                      0:33:58–0:34:03

                                      Stoppsignale oder hey, wir verlassen gerade irgendwie unser Thema und sowas zu vereinbaren.

                                      0:34:03–0:34:07

                                      Und was wir eben gemerkt haben, das war einmal so ein kurzer Ritt,

                                      0:34:07–0:34:12

                                      auch das alles so zu greifen und für uns irgendwie so klar zu kriegen.

                                      0:34:12–0:34:18

                                      Und es war unfassbar verändernd in allen darauffolgenden Treffen sozusagen.

                                      0:34:19–0:34:22

                                      Genau, jetzt habe ich an der Stelle, möchte ich aber nochmal zurück zu dir, Pia.

                                      0:34:22–0:34:26

                                      Möchtest du da noch was ergänzen, wenn ich schon sozusagen gerade vor allem

                                      0:34:26–0:34:29

                                      Sachen von dir und von euch da reingelegt habe.
                                      Pia
                                      0:34:32–0:34:35

                                      Ja, vielleicht kann ich so ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern,

                                      0:34:35–0:34:40

                                      so aus meiner Begleitungsarbeit, auch mit anderen Teams und Organisationen.

                                      0:34:41–0:34:44

                                      Wir haben jetzt schon so verschiedene Methoden eigentlich, kann man sie mal

                                      0:34:44–0:34:47

                                      ganz klassisch nennen, genannt, sowas wie die Ankommenspraxis,

                                      0:34:47–0:34:49

                                      um das nochmal kurz einzuordnen. Und das kann irgendwas sein,

                                      0:34:49–0:34:51

                                      was mir hilft, in die Präsenz zu kommen.

                                      0:34:51–0:34:54

                                      So wenn wir aus einem Meeting kommen, ins nächste kommen, zum Beispiel eine

                                      0:34:54–0:34:59

                                      Minute Stille oder jemand, du hast uns vorhin so einen kleinen Bodyscan angeleitet,

                                      0:34:59–0:35:01

                                      bevor wir hier diesen Podcast gemacht haben.

                                      0:35:01–0:35:05

                                      Also das ist irgendwas. Und der nächste Punkt ist dann meistens ein Check-in.

                                      0:35:06–0:35:08

                                      Und Check-in im klassischen Sinne

                                      0:35:08–0:35:11

                                      ist so die Frage, wie geht es dir jetzt gerade? Oder wie bist du hier?

                                      0:35:13–0:35:18

                                      Und da kommt dann viel Irritation. So, hey, wie bin ich hier mit dem Fahrrad oder mit dem Auto?

                                      0:35:18–0:35:23

                                      Sondern nee, es geht sozusagen um so diese emotionale Ebene zu teilen, wie bin ich gerade da.

                                      0:35:23–0:35:28

                                      Und wenn wir in Kontexten unterwegs sind, in denen das nicht üblich ist,

                                      0:35:28–0:35:32

                                      darüber zu sprechen, wie es einem gerade geht oder wie Gefühle und Emotionen

                                      0:35:32–0:35:34

                                      irgendwie auch eine Rolle spielen.

                                      0:35:34–0:35:37

                                      Also wir kennen es aus der klassischen, sage ich jetzt mal, Arbeitswelt nicht,

                                      0:35:38–0:35:41

                                      dass unsere Emotionen und Befindlichkeiten einen Raum haben.

                                      0:35:41–0:35:48

                                      Dann kann das ein Riesenschritt sein, so einen Check-in am Anfang eines Meetings einzuführen.

                                      0:35:49–0:35:51

                                      Und das hat Riesenherausforderungen, das auch zu machen.

                                      0:35:52–0:35:55

                                      Und was ich dann immer mit an die Hand gebe, sind diese Prinzipien,

                                      0:35:55–0:35:57

                                      die du gerade auch gesprochen hast.

                                      0:35:57–0:36:00

                                      So sprich und hör mit offenem Herzen, sei ganz bei der Person,

                                      0:36:00–0:36:02

                                      die gerade spricht, sei präsent.

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                                      Und was ich erlebe, ist, dass das oft einen Riesendruck erstmal auslöst.

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                                      Wie, ich soll jetzt ganz viel von mir erzählen. Was ist, wenn ich das gar nicht will?

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                                      Oder dann kriege ich mit, einige erzählen ganz viel und fühlen sich vielleicht

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                                      damit gar nicht wohl. oder erzählen dann im Nachhinein, das hat sich überhaupt

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                                      nicht gut angefühlt, so viel gerade für den Moment zu teilen.

                                      0:36:23–0:36:27

                                      Und da mag ich einfach noch dazulegen zu diesen Prinzipien, dass es nicht darum

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                                      geht, in allen Kontexten total transparent und offen alles zu teilen,

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                                      was mich gerade beschäftigt, sondern ich mich auch immer wieder damit verbinde, host myself.

                                      0:36:38–0:36:44

                                      Was ist gerade gut für mich und was ist aber auch dienlich für den Kontext, in dem ich gerade bin.

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                                      Also wir haben ja nicht nur eine Intention als die Person, die den Raum hostet,

                                      0:36:49–0:36:52

                                      sondern wir haben ja auch eine gemeinsame Intention und ein Thema,

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                                      warum wir überhaupt zusammenkommen, wenn wir in Teammeetings oder wenn wir in

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                                      Arbeitskontexten sind.

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                                      Und dann immer wieder zu überlegen, was ist gerade auch dienlich für mich,

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                                      um in der Präsenz zu sein?

                                      0:37:03–0:37:05

                                      Was ist dienlich auch, was die anderen über mich gerade wissen,

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                                      um halt vielleicht auch einordnen zu können,

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                                      warum ich heute vielleicht nicht ganz so präsent bin, weil mein Kind irgendwie

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                                      krank ist und neben mir auf der Decke krabbelt, während ich hier im Online-Meeting

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                                      bin und da deswegen immer mal wieder runtergucke.

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                                      Und was ist aber auch wichtig, irgendwie nochmal zu teilen, um mich auf diese

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                                      gemeinsame Absicht, die wir haben, zu der wir heute hier sind,

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                                      in Klammern mal angenommen, wir haben diese gemeinsame Absicht.

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                                      Ganz oft hängt es da, dass es diese gemeinsame Absicht nicht gibt,

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                                      aber das ist ein anderes Thema.

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                                      Also so zu gucken, was brauche ich da gerade und was will ich auch an Beziehungen

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                                      oder an Persönlichem von mir anbieten?

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                                      Und ich finde, da gibt es einen ganz tollen, super sperrigen Begriff,

                                      0:37:45–0:37:50

                                      aber deswegen bleibt es den meisten im Kopf. Franka weiß sicherlich jetzt, wann das kommt.

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                                      Und so heißt es, das ist der Begriff der selektiven Authentizität.

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                                      Das heißt, ich suche aus, selektiv, ich selektiere, was ich von mir authentisch zeigen will.

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                                      Und Art of Hosting, dieses Prinzip, sag und sprich mit offenem Herzen,

                                      0:38:07–0:38:10

                                      bedeutet, das, was ich teile, ist halt auch wirklich gerade da.

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                                      Aber ich suche aus von dem, wie weit ich aufmache und wie sehr ich zumache.

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                                      Weil nicht alle Kontexte und nicht alle Räume sind für uns als Individuen so

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                                      da, dass wir uns sicher genug fühlen, um das aufzumachen.

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                                      Und da kann ich noch so sehr sagen als Host, ich lade jetzt einen sicheren Raum ein.

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                                      Wenn sich das für dich als Teil-Team-Mitglied nicht sicher anfühlt,

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                                      ist das das, was zählt und du bist diejenige, die entscheidet, wie viel du teilst.

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                                      Und das ist ein ganz großes Missverständnis, wenn es um so Kulturbildung und

                                      0:38:41–0:38:44

                                      Kulturentwicklung und Kulturwandel in Organisationen, in Teams,

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                                      in Gemeinschaften geht,

                                      0:38:46–0:38:50

                                      so diese versteckte Annahme, ich muss jetzt die ganze Zeit total viel von mir

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                                      zeigen, total viel mich einbringen, ganz viel leisten auf dieser Beziehungsebene.

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                                      Und dadurch wird häufig super viel Stress ausgelöst und dann passiert eigentlich das Gegenteil.

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                                      Es kommt eher so ein Freeze rein, weil wir so über unsere Grenzen gehen,

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                                      dass wir dadurch auch nicht handlungsfähig werden.

                                      0:39:08–0:39:12

                                      Also die Annahme ist eher, wenn wir uns mit dem zeigen, mit dem wir uns gerade

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                                      zeigen wollen und was es für das Gemeinsamere auch braucht, dann werden wir

                                      0:39:16–0:39:20

                                      handlungsfähig als Team, als Organisation oder als Gemeinschaft.

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                                      Um das noch so in die Praxis einzuordnen.
                                      Hannah Heller
                                      0:39:25–0:39:28

                                      Ich finde diesen Punkt tatsächlich ganz spannend, nochmal zu gucken.

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                                      Tatsächlich sind wir als Mycelium schon auch in vielen Kontexten unterwegs,

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                                      die Nullberührung haben, die wirklich einfach konventionell gewirtschaftet haben.

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                                      Und dann kommen wir rein und sie lassen sich schon darauf ein,

                                      0:39:41–0:39:44

                                      mit uns zusammenzuarbeiten. Das ist ein gewisser Prozess, bis man dann sagt,

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                                      okay, wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen.

                                      0:39:47–0:39:52

                                      Und wir lassen uns auch auf euch ein, genauso wie wir uns auch auf sie einlassen.

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                                      Und da dann so sich immer weiter vorzutasten und immer mutiger zu werden,

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                                      auch in der Haltung, die man zeigt, in der Praxis, die man vorgibt oder einlädt bei den Menschen.

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                                      Aber da würde ich gerne nochmal von euren Erfahrungen hören.

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                                      Ja, wie fängt man an, so eine Sicherheit aufzubauen und auch neue Dinge auszuprobieren?

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                                      Gibt es da irgendwie nochmal Tipps und Tricks, wie man sich da langsam rantastet?
                                      Franziska
                                      0:40:17–0:40:22

                                      Und Pia und ich wissen gar nicht, wer genau jetzt anfangen soll, zu sprudeln.

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                                      Ich glaube, also was mir kommt, so aus der Erfahrung her, einfach,

                                      0:40:28–0:40:33

                                      also es gibt so unterschiedliche Räume, in denen wir uns ja so bewegen.

                                      0:40:33–0:40:37

                                      Also es gibt irgendwie so unsere Komfortzone an Menschen, die schon Check-ins

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                                      gewohnt sind und die auch Lust haben, die eigentlich einfordern,

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                                      am Anfang gleich mal Liedchen zu singen,

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                                      oder auch sofort, wie gesagt, was ich vorher gemeint habe, wenn irgendwas fehlen

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                                      würde an Dingen, die wir automatisch so abspielen, sofort danach schreien würden,

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                                      hey, das fehlt, aber können wir das noch machen?

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                                      Und wir haben ja gar nicht ausgecheckt, ich kann doch jetzt nicht gehen.

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                                      Das gibt es in unserer Arbeit mit Selim. Und dann gibt es aber genauso eben

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                                      Kontexte, ja genau, mit Menschen, die das erste Mal von einem Check-in hören

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                                      oder das erste Mal eine Minute Stille geschenkt bekommen.

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                                      Oder egal, die einfach diese Elemente noch nicht im.

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                                      Denen, die dir noch nicht so arg begegnet sind. Und natürlich,

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                                      glaube ich, gilt es, sich da so ein bisschen ranzutasten und das auch langsam zu machen.

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                                      Und jetzt eben nicht gleich Vollgas mit dem Singen noch um die Ecke zu kommen,

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                                      sondern erstmal anzufangen, hey, eine Minute Stille, wir setzen uns jetzt mal hier hin.

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                                      Oder wir leiten vielleicht die Stille auch sogar noch an in einem Bodyscan,

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                                      weil das vielleicht einfacher ist, als einfach nur auf einmal in der Stille zu sein.

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                                      Und da gilt es so ein bisschen wieder das einzuladen, was ich vorher auch schon

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                                      gesagt habe, dieses sich aufeinander einlassen, wirklich mal reinspüren,

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                                      was da gerade dran ist und was vielleicht auch gebraucht wird.

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                                      Und gleichzeitig aber auch mutig damit zu sein.

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                                      Also auch mutig damit zu sein mit dieser Kultur, die in uns irgendwie schon

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                                      so dritten steckt, die auch wirklich da reinzugeben in diese Gruppen.

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                                      Und meine Erfahrung ist, dass in den allermeisten Fällen die Menschen eher danach

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                                      so offene Münde haben und sich so fragen, was ist hier jetzt eigentlich gerade passiert?

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                                      Der Raum war so schön, es fühlt sich so anders an. Wie ging das eigentlich?

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                                      Also eher so eine Verwunderung zurückbleibt in einer sehr, sehr positiven Art und Weise.

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                                      Weil diese Räume, die wir eben halten und diese Begegnungen,

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                                      die da entstehen, die sind meist richtig, richtig schön.

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                                      Und manchmal überfordern sie auch, weil sie deutlich mehr Tiefe zulassen zum Beispiel.

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                                      Also wenn wir eben uns wirklich wieder fragen, wie es uns geht und uns wirklich

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                                      auch zulassen, dann kommen da Dinge, die uns im Alltag sicher in einem Smalltalk eben nicht begegnen.

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                                      Also das hinterlässt auch was. Und das braucht, wie auch Pia vorher schon oft

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                                      gesagt hat, das braucht auch immer wieder Zeit zum Verdauen.

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                                      Und zum Sacken lassen oder auch danach klingen lassen.

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                                      Und gleichzeitig so wirklich, also eigentlich mein Impuls heute für all die

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                                      Menschen, die das gerade hören, sich,

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                                      Sich zu trauen, damit mal zu gehen und zu spielen und auch wirklich aber auch

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                                      eine Fehlerkultur zuzulassen im Sinne von, lass es uns ausprobieren und vielleicht

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                                      läuft das eine Mal und das andere läuft nicht.

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                                      Aber wenn wir dieses Art of Hosting wirklich als Haltung begreifen,

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                                      dann ist es einfach eine gemeinsame Reise, die wir da gerade gehen.

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                                      Und was die genau alles noch so bewirken wird, wissen wir nicht.

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                                      Und wie es genau geht, wissen wir auch nicht unbedingt.

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                                      Also wir sind wieder beim Nichtwissen. Und vielleicht ist das eine Überleitung für dich, Pia.

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                                      Nochmal zum Nichtwissen.
                                      Pia
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                                      Ja, die Frage war ja so, was würden wir Leuten oder was mag ich Leuten mitgeben,

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                                      die das jetzt hören, vielleicht Art of Hosting noch nicht so richtig kennen,

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                                      aber so den Eindruck haben, ah, da kitzelt mich was, da wird vielleicht so eine

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                                      Sehnsucht angetippst, ah, das wünsche ich mir in meinem Team auch,

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                                      also auch, dass wir irgendwie mehr in Beziehung miteinander kommen, mehr in Kontakt kommen.

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                                      Eine Möglichkeit ist natürlich eine Art Frosting-Weiterbildung zu machen.

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                                      Sehr tempel. Aber mal angenommen, ihr wollt das direkt umsetzen.

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                                      Wir haben jetzt zum Beispiel viel über den Check-in gesprochen oder das,

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                                      was vorher kommt, so ein Ankommen oder Anleiten,

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                                      Ankommen in der Gruppe oder in der Situation.

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                                      Und was ich da total empfehlen kann, ist erstens, kläre für dich,

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                                      warum willst du das machen?

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                                      Also was ist deine Intention, um die es geht?

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                                      Geht es darum, einfach mal spielerisch was auszuprobieren und du hast da gerade

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                                      eine Spielwiese mit Menschen, die da total offen für sind?

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                                      Oder geht es darum, dass du gerne Veränderungen anstoßen willst,

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                                      dass du wirklich gerne auch die Menschen einladen möchtest, mitzukriegen,

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                                      wie es ihnen gerade geht?

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                                      Also das ist der allererste Schritt. Kläre für dich selber, warum willst du das gerade machen?

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                                      Und der zweite Schritt ist, sprich darüber, wenn du es machst.

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                                      Also das heißt, nicht hingehen und sagen, so, wir machen jetzt heute eine Minute Stille zum Ankommen.

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                                      Ihr könnt entweder euch einen Punkt im Raum suchen und den Blick darauf ganz

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                                      weich werden lassen oder ihr macht vielleicht die Augen zu und spürt mal,

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                                      was ist in eurem Körper los. So, jetzt machen wir Check-In.

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                                      Also nicht da so einfach reinpreschen, sondern zu sagen, ah,

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                                      ich habe von etwas gehört, das heißt Art of Hosting.

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                                      Und da geht es darum, dass wir irgendwie mehr voneinander mitkriegen,

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                                      damit wir das, was wir eh schon Tolles in die Welt bringen, noch toller machen

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                                      können, weil wir irgendwie mehr miteinander verbunden sind.

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                                      Habt ihr Lust, da mal was auszuprobieren?

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                                      Und mir da sozusagen das Okay oder dir das Okay von den anderen einmal abzuholen.

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                                      Und dadurch geht schon mal ganz viel Druck in den meisten Fällen einfach runter.

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                                      Und dann fängst du einfach mit sowas an wie eine Minute Stille am Anfang,

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                                      alle klappen nochmal im Präsenzmeeting, im Online-Meeting bitte nicht,

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                                      die Laptops zu oder legen den Stift weg, machen die Notizbücher zu und einfach

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                                      mal einen Moment durchatmen.

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                                      Kann auch sein, dass einfach dreimal zusammen atmet und dann eine Runde macht

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                                      und sagt so und jetzt die Frage, wie geht es dir gerade und was magst du jetzt

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                                      gerade teilen, bevor wir dann uns inhaltlich mit dem beschäftigen,

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                                      weswegen wir heute hier sind.

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                                      Und das so transparent zu machen, kann total helfen, das so einzuführen in den Kontext.

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                                      Und es ist ein bisschen, ja, bei dem Soziokratie-Podcast, den ihr vor vier Wochen

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                                      gemacht habt, das ist ein ähnliches Thema.

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                                      Das passiert nicht von heute auf morgen, dass wir eine Gesprächskultur oder

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                                      eine Kultur in unserem Umfeld etablieren.

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                                      Das ist so, jetzt haben wir einmal ein Check-in gemacht, nächstes Mal beschweren

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                                      sich alle, dass es keinen gibt. So funktioniert es in Anführungsstrichen leider.

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                                      Nicht, sondern es ist eher wirklich ein langer und langsamer Prozess.

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                                      Und der zweite Tipp, den ich mitgeben möchte, ist, such dir KomplizInnen.

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                                      Also was mir total hilft in dieser wissenschaftlichen Welt, in der ich auch

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                                      immer noch viel unterwegs bin oder auch im klassischen Unternehmenskontext und

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                                      die Menschen sagen, hey, wir wollen von dem, was du machst, irgendwie noch mehr bei uns haben,

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                                      ist, dass ich immer wieder Kontexte habe, in denen es total normal ist,

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                                      wir diese Kultur miteinander leben.

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                                      Da lade ich sozusagen in meiner eigenen Community of Practice,

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                                      lade ich meine eigenen Akkus wieder auf, um gut genährt dann auch rausgehen

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                                      zu können aus der Blase und das genau woanders hinzutragen.

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                                      Und je mehr ich das als Person verkörpere, desto einfacher wird es auch,

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                                      vielleicht mal ohne Transparent zu machen mit der größten Selbstverständlichkeit,

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                                      wenn ich in ein Unternehmen als Externe komme, mit so etwas anzufangen.

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                                      Dann halte ich die Irritation im Raum kurz aus, sag vielleicht auch,

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                                      ah, okay, sie wundern sich jetzt vielleicht, warum wir das hier gerade machen.

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                                      Es ist eine Einladung, es einfach mal auszuprobieren und wir sprechen nachher

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                                      drüber, was es ermöglicht hat und was nicht.

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                                      Und dieser Punkt mit der Einladung, der landet halt auch nur bei der Gruppe,

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                                      wenn ich es wirklich so meine.

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                                      Weil eine Einladung bedeutet, genauso gut zu sagen, nein, danke,

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                                      ich möchte gerade nicht.

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                                      Aber dahin zu kommen, es ist einfach ein Weg, es braucht Übung, es braucht Komplizien.

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                                      Also wir empfehlen zum Beispiel bei diesem Hosting-Kurs auch immer,

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                                      wenn Leute aus dem Team kommen, dass sie zu zweit kommen oder zu dritt.

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                                      Weil das so viel leichter ist, wenn wir mehrere Personen sind,

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                                      die diese Kultur wirklich auch gestalten und verändern wollen.
                                      Hannah Heller
                                      0:48:20–0:48:24

                                      Ich möchte da eine kurze Geschichte erzählen, die mir letztens begegnet ist,

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                                      wo einer beim Fliegen, okay, in unseren Nachhaltigkontexten versuchen wir das

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                                      ja zu vermeiden, aber diese Person ist geflogen und durfte kein Gepäck mitnehmen

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                                      und hat sich deshalb möglichst viel angezogen, unter anderem im Bademantel und

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                                      sah halt recht verrückt aus.

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                                      Und die Person hat es aber zusammen gemacht mit einem Freund und sie liefen

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                                      also zu zweit wie so verrückte Menschen rum.

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                                      Und sie haben gesagt, in dem Moment, wo sie zu zweit waren, waren alle so interessiert

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                                      und haben geguckt und haben Witze mit denen gemacht und es war irgendwie so Freude.

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                                      Und in dem Moment, also irgendwann ist die eine Person aufs Klo gegangen und

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                                      der eine in seinem Bademantel war ganz alleine unterwegs.

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                                      Und in dem Moment, wo er alleine war, wurde er sozusagen wie so ein Verrückter

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                                      behandelt. Also der ist komisch, der passt hier nicht rein.

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                                      Also was der Effekt ist, wenn man sieht, okay, die Person ist eingebunden in

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                                      eine Gruppe und damit irgendwie nicht verrückt.

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                                      Und damit kriegt es irgendwie was Witziges und was Normales.

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                                      Während, wenn man alleine ist, dann irgendwie als komisch und absonderlich sozusagen

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                                      abgestempelt wird. Deshalb kann ich das nur unterschreiben.

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                                      Neue Dinge irgendwie mit mehr Menschen auszuprobieren und sich nicht alleine

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                                      da unbedingt rauszutrauen.

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                                      Obwohl man das natürlich auch schafft, wenn man weiß, da im Hintergrund ist

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                                      meine Community of Practice, ist, die mich da stärkt. Voll schön. Vielleicht nochmal ein,

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                                      Kurz, weil das für uns als Mycelium auch voll relevant ist, digitale Räume.

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                                      Also nochmal, wie kann ich denn in digitalen Räumen vielleicht auch eine Art

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                                      von Wohlfühlen und eine Art von Verbindung zwischen diesen Bildschirmen?

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                                      Wir sitzen hier ja gerade auch digital hinbekommen.

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                                      Ich fühle mich sehr verbunden mit euch, aber es ist trotzdem immer nochmal eine größere Schwelle.

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                                      Habt ihr da noch vielleicht ein paar Tipps?
                                      Pia
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                                      Das ist eine der häufigsten Rückmeldungen, die wir mit Pioneers of Change in

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                                      unseren Online-Räumen kriegen.

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                                      Wie kann das möglich sein, dass ihr so eine Art von Verbindung und Zugehörigkeit

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                                      in eineinhalb Stunden mit 400 Leuten im Raum hinkriegt?

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                                      Manchmal sitzen wir auch da und denken, ja, irgendwie krass, dass das möglich ist.

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                                      Also die Antwort ist erstmal, ja, es ist möglich. Und was so aus meiner Erfahrung

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                                      und meinem Erleben heraus total dazu beiträgt, ist ein klarer Ablauf und sehr

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                                      klar in dem zu sein, was wir machen.

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                                      Also zum Beispiel gerade bei der Ankommenspraxis, das machen wir eigentlich

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                                      in all unseren Räumen und gerade im digitalen Raum finde ich das total wichtig.

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                                      Ich habe es vorhin gesagt, ich habe es mittlerweile, kriege ich es in Klammern

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                                      fast, immerhin eine Viertelstunde zwischen meinen Online-Meetings zu haben.

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                                      Aber manchmal ist es halt auch so, dass Menschen gerade aufgelegt haben und

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                                      direkt in den neuen Raum reingehen.

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                                      Niemand ist aufnahmefähig vorher. Und wenn wir diese Ankommenspraxis erstmal

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                                      machen, um irgendwie runterzukommen, dann können wir die Inhalte reingeben,

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                                      die wir reingeben wollen.

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                                      Und was auch wirklich sehr hilft, auch wir arbeiten ja als Team auch komplett

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                                      online. Also wir sind ein Team von elf Leuten in diesem Kurs,

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                                      das arbeitet online und dann bin ich natürlich auch noch an die Organisation

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                                      Pioneers of Change angedockt.

                                      0:51:34–0:51:36

                                      Wir arbeiten auch viel online, aber auch immer wieder in Präsenz.

                                      0:51:37–0:51:42

                                      Also da ist es beides, dass auch immer wieder Raum für Austausch da ist.

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                                      Wenn wir jetzt in einem Raum, in einem physischen Raum werden und diesen Podcast

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                                      aufnehmen, dann gäbe es ja diesen Moment vorher, in dem wir uns vielleicht noch

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                                      ein Käffchen machen und den Moment nachher, in dem wir halt irgendwie nochmal

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                                      zusammen zum Fahrrad laufen und dann weitergehen.

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                                      Und diese Elemente einzubauen in den Online-Raum ist total wichtig und ganz

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                                      konkret kann das zum Beispiel so aussehen, dass ein Check-In nach der Ankommenspraxis

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                                      in Breakout-Sessions passiert.

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                                      Auch in einem Team mit zwölf Leuten kann man irgendwie sechs Räume machen mit zwei Leuten.

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                                      Die haben erstmal zehn Minuten Zeit, im digitalen Raum miteinander anzukommen.

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                                      Dann kommen wir als große Gruppe wieder zusammen und ernten dann so,

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                                      dass jeder nochmal einen Satz sagt zum Einchecken.

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                                      Dann ist das auch nicht so ein Riesenthema. Und mit 400 Leuten funktioniert es genauso.

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                                      Oder 600. Da kann es dann auch immer zwei Leute zusammenstecken.

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                                      Dann habe ich schon mal eine Kontaktfläche in dieser großen Menge.

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                                      Und dann mal angenommen, das war vor ein paar Wochen, hatten wir so einen Call

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                                      mit 400 Leuten, ein offenes Webinar.

                                      0:52:42–0:52:46

                                      Das heißt, die Menschen kannten sich fast gar nicht. Manche waren zum ersten

                                      0:52:46–0:52:48

                                      Mal in so einem Online-Raum.

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                                      Dann machen wir so den ersten Begegnungsraum zu zweit mit Check-in.

                                      0:52:52–0:52:57

                                      Sie kommen alle wieder zurück. Und dann spreche ich das aus, was gerade passiert.

                                      0:52:57–0:53:01

                                      Dann sage ich so, ja, so, jetzt wart ihr gerade alle in diesen Zweierräumen.

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                                      Und hui, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber jetzt sehe ich hier wieder 25

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                                      Kacheln auf einem Bildschirm und wenn ich mich durchklicke, sind da ganz schön

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                                      viele Kacheln und unten steht irgendwie eine Zahl von 400 Leuten.

                                      0:53:11–0:53:15

                                      Ganz schön überwältigend, dass hier plötzlich so viele Leute sind.

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                                      Klick dich doch mal durch und such die Person, mit der du gerade zusammen eingecheckt

                                      0:53:20–0:53:21

                                      hast und schenk dir nochmal ein Lächeln.

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                                      Oder such dir eine andere Person in diesem Raum, guck sie an,

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                                      mit der du noch nicht gesprochen hast und lächel sie auch einmal an.

                                      0:53:29–0:53:30

                                      Und jetzt stell dir mal vor, wie das gerade ist.

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                                      Dass nicht nur du eine Person anlächelt, sondern eine andere Person auch dich anlächelt.

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                                      Und das sind so kleine Momente, die kosten überhaupt nicht viel Zeit.

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                                      Das, was ich jetzt anmoderiert habe, war eine Minute.

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                                      Das ermöglicht diese Qualität von Beziehung und Menschlichkeit auch in die Online-Räume zu kriegen.

                                      0:53:46–0:53:49

                                      Und das ist natürlich was anderes, ob ich mit Leuten in einem Online-Raum bin,

                                      0:53:49–0:53:54

                                      die ich gut kenne und wir irgendwie so eine Gruppe von bis zu 15 oder 20 Leuten

                                      0:53:54–0:53:57

                                      sind, da agiere ich ganz anders im Online-Raum.

                                      0:53:57–0:54:02

                                      Oder ob das so ein Raum ist, den ich als Webinar, als offenes Webinar ausschreibe

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                                      oder auch als Kurs, den du gemacht hast, du hast auch gesagt,

                                      0:54:04–0:54:06

                                      wir sind über 100 Menschen pro Durchlauf.

                                      0:54:06–0:54:08

                                      Da ist das auch eine ganz andere Qualität.

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                                      Und auch in diesem Online-Kurs ist es ein anderes Beziehungsgeflecht am Anfang,

                                      0:54:14–0:54:18

                                      in Modul 1 oder in Modul 5, wenn wir schon fast am Ende sind.

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                                      Also es ist auch eine Illusion, von jetzt auf gleich super viele Beziehungen

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                                      aufbauen zu können, sondern auch so immer diesen Blick für die Realität zu haben,

                                      0:54:26–0:54:29

                                      was ist denn in diesem Kontext, in dem ich gerade bin, überhaupt möglich?
                                      Franziska
                                      0:54:31–0:54:33

                                      Also ich glaube, ich kann einfach nur am Ende nochmal bekräftigen,

                                      0:54:33–0:54:40

                                      also wenn das irgendwie jemand gerade kann und richtig gut macht und irgendwie so VorreiterInnen,

                                      0:54:40–0:54:45

                                      PionierInnenhaft gerade online oder digitale Räume eben gestaltet,

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                                      dann sind es definitiv, glaube ich, diese ganze Bubble um Pioneers of Change

                                      0:54:49–0:54:52

                                      und vor allem eben in diesem Kurs Art of Hosting, ich war davon,

                                      0:54:52–0:54:54

                                      also tatsächlich war richtig baff.

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                                      Also dieses Erleben von, es ist möglich mit, keine Ahnung, 100 Menschen plus

                                      0:54:59–0:55:06

                                      richtig schöne digitale Räume zu halten und die Fähigkeit und die Skills aber

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                                      auch tatsächlich zu lernen.

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                                      Also am Ende auch rauszulaufen mit, okay, es ist eine Kunst und gleichzeitig

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                                      kann ich diese Kunst lernen.

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                                      Und zum Beispiel eben, das hat Pia auch schon angesprochen, dieses Jahr zu wissen,

                                      0:55:17–0:55:19

                                      dass da im Hintergrund zum Beispiel einfach ein Tech-Host ist.

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                                      Also jemand, der sich um die Technik kümmert, der die Leute reinholt,

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                                      der den Chat beobachtet oder also solche Rollen irgendwie zum Beispiel auch klar zu haben.

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                                      Und all das kann man einfach in diesem ganzen Kurs Art of Hosting lernen.

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                                      Und danach ist es nicht ein Kinderspiel, so simpel ist es nicht.

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                                      Und gleichzeitig ist man, also ich habe mich befähigt gefühlt,

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                                      Und das nochmal neu einfach auszuprobieren und damit nochmal mehr zu geben.

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                                      Also das ist vielleicht nochmal, was ich auf jeden Fall mitgeben kann,

                                      0:55:49–0:55:52

                                      das war richtig befähigend, ermutigend, befähigend.
                                      Pia
                                      0:55:53–0:55:57

                                      Das ist natürlich die eine Ebene, sozusagen zu sagen, ich will selber die Kultur

                                      0:55:57–0:56:00

                                      verändern und ich will selber Räume gestalten oder teilgeben und gehe jetzt

                                      0:56:00–0:56:04

                                      in so einen Kurs oder lese so ein Handbuch, obwohl mit so einem Handbuch lesen,

                                      0:56:04–0:56:07

                                      glaube ich, nicht so viel getan ist, weil es heißt ja Kunst und Kunst bedeutet,

                                      0:56:07–0:56:10

                                      wir tun und machen es und lernen es beim Tun.

                                      0:56:10–0:56:14

                                      Und die andere Variante ist natürlich, wir müssen auch nicht alles selber machen.

                                      0:56:14–0:56:20

                                      Also es gibt ja Leute wie euch bei Mycelium oder mich oder auch andere ProzessbegleiterInnen,

                                      0:56:20–0:56:23

                                      die ja auch kommen, um diesen Prozess zu unterstützen.

                                      0:56:23–0:56:27

                                      Und ich finde, das ist schon auch immer so die Frage, wie viel können wir,

                                      0:56:28–0:56:31

                                      wie viele Ressourcen haben wir denn gerade jeweils einzeln, um so eine Veränderung

                                      0:56:31–0:56:35

                                      auch in der Organisation anzustoßen und auch erstmal die Frage zu klären,

                                      0:56:35–0:56:38

                                      ist das überhaupt erwünscht in der Organisation?

                                      0:56:38–0:56:43

                                      Und dafür können ja auch so KulturbotschafterInnen oder ProzessbegleiterInnen

                                      0:56:43–0:56:47

                                      oder wie auch immer jetzt der Name dafür ist, können ja auch absichtlich extern

                                      0:56:47–0:56:50

                                      von außen kommen, weil das hat ja auch nochmal eine ganz andere Unterstützung,

                                      0:56:51–0:56:52

                                      als wenn wir das versuchen intern.

                                      0:56:52–0:56:55

                                      Also ich möchte niemanden bremsen, intern Veränderungen anzustoßen.

                                      0:56:56–0:56:59

                                      Ich will nur dazugeben, auch wenn da so eine Überforderung kommt,

                                      0:56:59–0:57:03

                                      dass das ja auch oft ein Wirkfaktor sein kann, wenn von außen jemand reinkommt

                                      0:57:03–0:57:07

                                      und da einfach unterstützend und begleitend den Prozess mitgestaltet.
                                      Hannah Heller
                                      0:57:08–0:57:11

                                      Ihr Lieben, ich glaube, wir haben richtig viel gehört, gelernt,

                                      0:57:12–0:57:14

                                      mitgenommen, Neugier geweckt.

                                      0:57:14–0:57:19

                                      Unter der Podcast-Folge wird man die Links finden, auch zu der Weiterbildung,

                                      0:57:19–0:57:22

                                      zu dem Workshop von Art of Hosting von dir.

                                      0:57:22–0:57:26

                                      Es bleibt mir nur noch zu sagen, wenn ihr diesen Podcast unterstützen wollt,

                                      0:57:26–0:57:30

                                      dann werdet Mitglied unter mycelium-ev.com.

                                      0:57:30–0:57:36

                                      Klickt euch da rein, meldet euch an, dann kriegt ihr auch immer wieder neue Impulse vom Mycelium.

                                      0:57:36–0:57:41

                                      Nähert euch an unser Ökosystem an, wenn ihr nach neuen Impulsen,

                                      0:57:41–0:57:47

                                      nach Kulturwandel, nach einer neuen Art zu wirtschaften sucht, meldet euch bei uns.

                                      0:57:47–0:57:49

                                      Ich freue mich, dass ihr da wart. Vielen, vielen Dank für eure Zeit,

                                      0:57:49–0:57:52

                                      liebe Pia. Schön, dass du dir Zeit genommen hast. Vielen Dank.
                                      Pia
                                      0:57:53–0:57:55

                                      Ja, danke für die Einladung.
                                      Hannah Heller
                                      0:57:55–0:57:59

                                      Danke dir, Franke, auch wieder fürs Impulse geben und sprudeln hier.

                                      0:57:59–0:58:01

                                      Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
                                      Franziska
                                      0:58:02–0:58:02

                                      Tschüss.
                                      Pia
                                      0:58:04–0:58:05

                                      Tschüss.

                                      The post MP091 – lebendige Zusammenarbeit mit Art of Hosting appeared first on MYZELIUM.

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                                        The post MP090 – MYZELIUM – Ein Überblick appeared first on MYZELIUM.

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