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  • MP108 -  ver.de: Wie eine Versicherungsgenossenschaft das Geld der Vielen in eine regenerative Wirtschaft zurückführt

      Jeden Monat zahlen Millionen Menschen brav ihre Versicherungsprämien. Aber wohin fließt dieses Geld? Das Netzwerk Insure Our Future hat 28 der weltweit führenden Versicherer untersucht und festgestellt, dass die Branche trotz massiver selbst verursachter Klimaschäden weiterhin die fossile Energiewirtschaft absichert und finanziert. Lsr-bw Keines der 30 weltweit führenden Versicherungsunternehmen schließt die Absicherung neuer Gaskraftwerke aus. Allianz Das Geld der Vielen arbeitet gegen uns alle.

      In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Marie-Luise Meinhold über ver.de – eine Genossenschaft, die eine wirklich nachhaltige Versicherung aufbaut. Eine, die das Geld der Mitglieder nicht in fossile Industrien fließen lässt, sondern in einen regenerativen Geldkreislauf: zwischen gemeinwohlorientierten Unternehmen und Menschen, die eine andere Wirtschaft wollen. Statt Kapitalabfluss in anonyme Konzerne entsteht so ein Kreislauf, der lokale und nachhaltige Strukturen stärkt.
      Du erfährst in dieser Folge:

      Warum konventionelle Versicherungen die Klimakrise mitfinanzieren – und was die Zahlen dazu sagen

      Wie ver.de als Genossenschaft eine echte Alternative aufbaut
      Was ein regenerativer Geldkreislauf ist – und warum er so viel mächtiger ist als individueller Konsumverzicht
      Wie die Macht der vielen kleinen Beiträge für Wandel eingesetzt werden kann
      Wie du Teil dieser Bewegung werden kannst

      Links zur Folge:
      ver.de – die nachhaltige Versicherungsgenossenschaft:
      ver.de
      Insure Our Future – Studie zur Klimapolitik der Versicherungsbranche:
      global.insure-our-future.com
      Fahrradabsicherung – Kooperationsvereinbarung https://bike.ver.de/kooperationen/#formular

      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

      Transkription

      0:00:10–0:00:15
      Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
      0:00:15–0:00:18
      Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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      Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
      0:00:21–0:00:23
      Und dieser Podcast unterstützt dich
      0:00:23–0:00:27
      dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
      0:00:27–0:00:31
      Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
      0:00:31–0:00:36
      und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
      0:00:36–0:00:39
      Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
      0:00:49–0:00:53
      Herzlich willkommen zur 108. Folge im MYZELIUM-Podcast.
      0:00:53–0:01:00
      Heute mit Werde und zum Thema regenerative Geldkreisläufe, Versicherungen.
      0:01:00–0:01:05
      Ich freue mich sehr, dass heute Dr. Marie-Luise Meinhold mein Gast ist.
      0:01:05–0:01:06
      Hi, schön, dass du da bist.
      0:01:07–0:01:07
      Hallo.
      0:01:08–0:01:13
      Ja, bevor wir einsteigen, vielleicht erzählst du erstmal, wer du bist und was du gerade machst.
      0:01:13–0:01:18
      Also mein Name ist Marie Meinhold. Ich errichte das Unternehmen Verde.
      0:01:19–0:01:21
      Das schreibt man ver.de.
      0:01:21–0:01:29
      Verde steht für Versicherung und für DE Deutschland und für Grün in der Kombination.
      0:01:30–0:01:36
      Und mein Ziel ist es, mit Werde viele Leute zusammenzubringen und dass die Leute
      0:01:36–0:01:39
      auch die Möglichkeit haben, sozusagen ihre Sicherheit,
      0:01:39–0:01:44
      ihre finanzielle Sicherheit gemeinsam zu steuern und bei der Gelegenheit,
      0:01:45–0:01:47
      Geld umzulenken. Das ist das Ziel.
      0:01:47–0:01:52
      Ihr seid ja aktuell, seid ihr eine Genossenschaft. Und aber mit dem Ziel,
      0:01:52–0:01:57
      Versicherung zu werden oder daraus eine Versicherung dann irgendwann in der Zukunft zu gründen.
      0:01:57–0:02:01
      Vielleicht magst du da nochmal erzählen, Wie macht man sowas?
      0:02:01–0:02:06
      Wir haben die Werder Genossenschaft gegründet und die Genossenschaft besteht
      0:02:06–0:02:08
      aus an die 600 Mitglieder.
      0:02:09–0:02:13
      Und weil wir die Vision haben, dass es eine nachhaltige Versicherung sein soll,
      0:02:14–0:02:18
      aktuell sind wir noch kein von der BAföG zugelassenes Versicherungsunternehmen.
      0:02:19–0:02:24
      Ich denke, ich sage das mal vorab dazu. Da sind wir leider noch nicht,
      0:02:24–0:02:25
      aber da möchten wir einfach gerne hin.
      0:02:26–0:02:30
      Und eine Genossenschaft ist leider auch keine zugelassene Rechtsform für eine Versicherung.
      0:02:30–0:02:34
      Deswegen haben wir zusätzlich noch eine Aktiengesellschaft gegründet.
      0:02:34–0:02:38
      Denn die Versicherung, die dann zugelassen wird, die muss die Rechtsform einer
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      Aktiengesellschaft haben.
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      Und deswegen gibt es diese beiden Unternehmen, also die Werde EG und die Werde
      0:02:44–0:02:48
      AG. Die Werde für nachhaltige Entwicklung EG und die Werde Projektgesellschaft AG.
      0:02:48–0:02:52
      Okay, und vielleicht magst du nochmal so ein bisschen aus der Geschichte erzählen.
      0:02:52–0:02:57
      Woher kommst du und warum hast du dich dafür entschieden, dich auf den langen
      0:02:57–0:03:01
      Weg, weil es ist ja schon ein langer Weg, eine Versicherung zu gründen,
      0:03:02–0:03:03
      dich auf diesen langen Weg zu machen?
      0:03:04–0:03:09
      Ich habe im ersten Leben Biologie studiert. Also das heißt, ich habe Biologie
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      studiert. Ich habe dann später Wirtschaftswissenschaft gemacht.
      0:03:12–0:03:16
      Dann bin ich zur Versicherungswirtschaft gekommen. Und ich hatte das Bedürfnis,
      0:03:16–0:03:21
      nochmal diese verschiedenen Themen Ökologisches und Soziales und Wirtschaftliches zusammenzubringen.
      0:03:21–0:03:25
      Also auch für mich noch ein bisschen auf ein anderes Niveau zusammenzubringen.
      0:03:25–0:03:28
      Und deswegen habe ich mich nochmal tiefer damit beschäftigt,
      0:03:28–0:03:32
      wie können denn eigentlich Versicherungsunternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
      0:03:33–0:03:37
      Zu dem Zeitpunkt war ich im Angestelltenverhältnis bei einer Versicherung.
      0:03:37–0:03:45
      Und mir ist es dann dadurch einfach sehr klar geworden, nochmal, dass Geld...
      0:03:47–0:03:52
      Man denkt immer an Geld so als Importmannee, so als Münzen und Scheine oder
      0:03:52–0:03:56
      als Zahl auf dem Kontoauszug oder auf Zahlen.
      0:03:56–0:04:00
      Aber tatsächlich kommt ja die Kraft von dem Geld durch die Bewegung.
      0:04:00–0:04:04
      Also dadurch, dass das Geld von einer Person zu anderen Person geht und dadurch
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      löst es mit jeder Geldbewegung auch eine ökologische und soziale Folge aus.
      0:04:08–0:04:13
      Also das ist nicht nur das Geld, was geht, sondern da hängt immer eine Wirkung
      0:04:13–0:04:14
      mit dran, ob wir das jetzt wissen oder nicht.
      0:04:15–0:04:19
      Und dadurch, dass halt Versicherung tatsächlich halt, ja, ich sag mal im Kapitalismus,
      0:04:19–0:04:24
      aber halt auch außerhalb des Kapitalismus ist, wird da einfach sehr viel Geld
      0:04:24–0:04:25
      durch die Versicherung gesteuert.
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      Dadurch ist Versicherung so oder so ein Machtfaktor. Es ist einfach ein Geschäftsmodell,
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      was durch diese Steuerung von Geldströmen Macht ausübt.
      0:04:38–0:04:41
      Aber auch deshalb so spannend, weil eben jeder von uns hat Versicherungen,
      0:04:41–0:04:44
      ne? Also wir sind alle irgendwo versichert.
      0:04:44–0:04:48
      Gut, gesundheitsversichert und so pflegeversichert ist nochmal rentenversichert,
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      ist nochmal irgendwie so eine eigene Geschichte.
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      Und dann eben Haftpflichtversichert und so weiter. Und vielleicht...
      0:04:55–0:05:00
      Also mich würde das interessieren, was hast du denn beobachtet so aus deinem Werdegang heraus,
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      wie Versicherungen gerade noch sozusagen in der alten Welt agieren,
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      was dich so beschäftigt hat, dass du gesagt hast,
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      da ist so ein starker Impuls, diesen anderen Weg jetzt nochmal zu probieren,
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      also dieses Ökologische mit reinzunehmen und das Soziale und mich auf diesen
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      holprigen Weg zu machen, Weil es ist ja auf jeden Fall einfacher und angenehmer,
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      wahrscheinlich auch bei einer bestehenden Versicherung,
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      seine Arbeit abzuliefern und ein sicheres Gehalt zu bekommen,
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      als eine Genossenschaft zu gründen, eine Aktiengesellschaft zu gründen,
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      Kapital anzuhäufen und dann alles einmal anders machen zu wollen.
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      Genau, vielleicht kannst du da nochmal über deinen Impuls sprechen.
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      Was hat dich geärgert vielleicht auch?
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      Wie bestehende Versicherungen funktionieren und agieren, was die für Handlungsimpulse
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      in die Welt bringen, dass du dich anders entschieden hast?
      0:05:51–0:05:54
      Also ich hatte mich eben auch im Angestelltenverhältnis schon mit der Frage
      0:05:54–0:05:57
      beschäftigt, wie können denn jetzt Versicherungsunternehmen zur nachhaltigen
      0:05:57–0:05:58
      Entwicklung beitragen?
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      Ich hatte da für mich so ein sehr krasses Aha-Erlebnis. Also für mich war das
      0:06:03–0:06:07
      wirklich, ich hatte das Gefühl, ich habe so mein Lebensthema gefunden.
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      Und ich konnte das Thema halt deswegen auch nicht mehr loslassen oder ich war
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      halt auch extrem begeistert davon.
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      Und im Unternehmen, als ich Angestellte war, hat auch niemand gesagt,
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      ja, nee, das ist schlecht. Also das sagt niemand.
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      Also es sagt niemand, das geht nicht oder es ist schlecht. Es geht nicht,
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      sagt vielleicht schon jemand, aber es sagt niemand, das ist schlecht.
      0:06:24–0:06:27
      Also es ist eigentlich Konsens, dass das eigentlich Sinn macht.
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      Aber ich lasse dich hier noch nicht so schnell von der Angel,
      0:06:29–0:06:33
      weil was war denn dieses Aha-Erlebnis? Also da musst du uns jetzt schon mal
      0:06:33–0:06:35
      mitnehmen. Was hast du verstanden?
      0:06:36–0:06:42
      Ja, ich hatte das so verstanden, dass halt mit Geld, dass in jeder Geldbewegung...
      0:06:43–0:06:47
      Eine Auswirkung hängt, eine sozial-ökologische Auswirkung hält,
      0:06:47–0:06:49
      im Positiven wie im Negativen,
      0:06:49–0:06:53
      dass diese Geldbewegung an sich eben was auslöst und dadurch,
      0:06:53–0:06:56
      dass eben bei Versicherungen naturgemäß so viel Geld zusammenkommt,
      0:06:56–0:07:00
      weil ja die Versicherung Geld anlegt,
      0:07:00–0:07:07
      also sehr viel Geld anlegt, um dann eben im Schadenfall alle Ansprüche sozusagen
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      da bedienen zu können, die dann eben da aufkommen.
      0:07:10–0:07:15
      Also so ist ja das Geschäftsmodell von einer Versicherung Geld anzulegen und
      0:07:15–0:07:17
      dann das von vielen Leuten einzusammeln,
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      das Geld insgesamt anzulegen und eben dann mit dem eingesammelten Geld dann
      0:07:22–0:07:27
      eben mit diesem Sicherheitspolster alle Ansprüche auszahlen zu können.
      0:07:27–0:07:31
      Und durch diese beiden Bewegungen, also sowohl das Geld einsammeln als auch
      0:07:31–0:07:36
      das Geld auszahlen, dadurch entsteht sozusagen eine Kraft und durch das Geld
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      anlegen entsteht auch eine Kraft.
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      Und das sind so die beiden Hebel.
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      Also ich sag mal fachlich spricht man so vom versicherungstechnischen Bereich
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      und dann noch von einem Kapitalanlagebereich. Aber diese beiden Bereiche sind
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      einfach aufgrund der schieren Summe sehr mächtig.
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      Also um das nochmal in Zahlen auszudrücken, sind es halt größenordnungsmäßig
      0:07:57–0:08:01
      so zwei Billionen Euro allein von der Kapitalanlage her in Deutschland.
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      Alle Versicherungen zusammen?
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      Alle Versicherungen zusammen in Deutschland, die legen ungefähr zwei Billionen
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      Euro an. Das ist eine zwei mit zwölf Nullen.
      0:08:11–0:08:15
      Das ist also eine Größenordnung, die ich mir schon nicht mehr so gut vorstellen kann.
      0:08:15–0:08:19
      Ab einer Million wird es ja nicht vage, sich eine Zahl vorzustellen.
      0:08:20–0:08:23
      Also bezahlen die dann die Schadensfälle, Versicherungen, bezahlen die dann
      0:08:23–0:08:27
      wirklich die aus der Rendite heraus oder aus dem eingesammelten Kapital halt?
      0:08:27–0:08:27
      Beides wahrscheinlich.
      0:08:28–0:08:33
      Also es gibt ja Sachversicherung, Lebensversicherung, Krankenversicherung und
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      Sachversicherung ist das Einfachste und bei der Sachversicherung werden die
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      Schäden im Wesentlichen aus dem,
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      also man strebt an, dass man eben mehr Prämie hat natürlich,
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      als dass man an Schaden und Kosten auszahlt.
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      Von dem her gesehen übers Jahr verteilt, das Geld, was man einnimmt,
      0:08:52–0:08:54
      das zahlt man auch wieder für die Schäden aus.
      0:08:54–0:08:58
      Aber es gibt ja langfristige Verpflichtungen und es gibt halt auch Unwägbarkeiten.
      0:08:59–0:09:03
      Es kann ja auch mal mehr, es kann ja Schwankungen geben. Es kann immer mehr, immer weniger sein.
      0:09:04–0:09:07
      Und deswegen gibt es einfach regulatorische Vorschriften. Die sind auch äußerst
      0:09:07–0:09:13
      sinnvoll, dass man einfach immer viel Geld haben muss in der Kapitalanlage.
      0:09:13–0:09:17
      Und in Deutschland ist es ungefähr so, dass auf jeden Euro, der eingezahlt wird,
      0:09:18–0:09:25
      muss die Versicherung zwei Euro Kapitalanlage ungefähr vorweisen,
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      um eben handlungsfähig zu sein.
      0:09:28–0:09:33
      Ja, du wolltest aber vorhin noch was sagen, bevor ich dich dann nochmal zu den
      0:09:33–0:09:34
      Versicherungen gefragt habe.
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      Also ich würde gerne einmal dieses Gefühl von dir nachvollziehen können,
      0:09:38–0:09:42
      wo du gemerkt hast, okay, wir haben jetzt dieses Geld einsammeln,
      0:09:42–0:09:47
      Dann haben wir die Geldanlage und natürlich sozusagen, wie wir das Geld wieder...
      0:09:49–0:09:52
      Einsetzen, wenn wir eingesammelt haben, um Schäden zu begleichen.
      0:09:52–0:09:55
      Vielleicht kannst du da nochmal sagen, was hast du beobachtet,
      0:09:55–0:09:58
      wie das bisherige Versicherung machen und was möchtest du auch anders machen?
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      Also ich sag mal, als ich eben diesen Aha-Moment hatte und als ich davon halt
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      eben allen meinen KollegInnen ungefragt erzählt habe, hat eben keiner gesagt,
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      dass das irgendwie dumm oder blöd ist.
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      Also alle fanden es schon sinnvoll, aber die Praxis war halt die,
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      dass man halt im Kerngeschäft oder im Tagesgeschäft irgendwie so feststeckte
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      und dass es irgendwie keinen Raum dafür gab, da jetzt in die Richtung dahin zu arbeiten.
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      Und aus meiner Perspektive hat sich dann auch nicht so arg viel geändert.
      0:10:32–0:10:37
      Also es gab auch damals schon, es gibt immer noch, es gibt so CSR-Abteilungen
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      oder Nachhaltigkeitsabteilungen, die halt für die Kommunikation zuständig sind
      0:10:42–0:10:45
      und die eben die Aufgabe haben, nach außen zu berichten, was das Unternehmen
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      im Bereich Nachhaltigkeit macht.
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      Und da gibt es auch ganz viele löbliche Sachen, also von Bäume, Pflanzen bis whatever.
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      Also da gibt es sicherlich viele Sachen, die Versicherungsunternehmen machen
      0:10:56–0:11:01
      und die darüber auch schreiben und berichten. Und das ist auch alles richtig und schön und gut.
      0:11:02–0:11:07
      Was mich aber so geärgert hat oder wo ich einfach so bis heute enttäuscht drüber
      0:11:07–0:11:12
      bin, ist, dass man eben an dieses Kerngeschäft so wenig bis nicht rangeht.
      0:11:12–0:11:18
      Und das Kerngeschäft besteht eben in der Versicherungstechnik,
      0:11:18–0:11:24
      also in den Produkten, den Schadenzahlungen, den Leistungen und dann eben auch in der Kapitalanlage.
      0:11:24–0:11:31
      Und bei der Kapitalanlage macht sich halt bis heute auch, macht sich immer noch
      0:11:31–0:11:33
      kaum einer Gedanken über die Wirkung von der Kapitalanlage.
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      Also von diesen zwei Billionen Euro, die da angelegt werden,
      0:11:37–0:11:41
      da macht sich bis heute kaum einer Gedanken, was da die Wirkung von ist. und.
      0:11:42–0:11:49
      Es gibt aber halt viele Möglichkeiten. Es gibt halt so wirkungsorientierte Geldanlagemöglichkeiten.
      0:11:50–0:11:54
      Und wenn man eben das Geld mit Blick auf die Wirkung, also wenn man überhaupt
      0:11:54–0:11:57
      erstmal sich die Mühe macht, versucht die Wirkung zu verstehen,
      0:11:57–0:12:02
      das ist ja schon schwierig teilweise, und dann versucht es dann in die richtige Richtung zu steuern,
      0:12:03–0:12:05
      dann liegt da halt eine Kraft drin.
      0:12:05–0:12:16
      Und mich hat diese Beharrungskraft geärgert oder ich habe eigentlich ein bisschen
      0:12:16–0:12:18
      vor dieser Beharrungskraft resigniert an der Stelle.
      0:12:18–0:12:22
      Ich habe einfach nicht mehr gesehen, dass ich als Angestellte hier etwas verändern kann,
      0:12:23–0:12:30
      weil die Beharrungskräfte halt so eine gewisse Trägheit in der Organisation,
      0:12:30–0:12:34
      also diese Trägheit ist das falsche Wort, das wird auch den Menschen nicht gerecht.
      0:12:34–0:12:39
      Und es haben sich einfach Strukturen und Mechanismen und Prozesse und Routinen
      0:12:39–0:12:41
      entwickelt und die zu verändern ist so schwer.
      0:12:42–0:12:46
      Ja, es sind halt, genau, wie viele, glaube ich, unsere Institutionen,
      0:12:46–0:12:48
      die nach falschen Regeln funktionieren.
      0:12:48–0:12:53
      Und das, also die waren irgendwann mal richtig, die Regeln, glaube ich, vielleicht.
      0:12:53–0:12:57
      Oder man hatte zumindest noch genug Puffer, um mit diesen Spielregeln,
      0:12:57–0:12:59
      sage ich mal, gut leben zu können.
      0:12:59–0:13:03
      Aber ich glaube, jetzt haben wir einfach schon lange Institutionen,
      0:13:03–0:13:07
      die sich so aufgebaut haben, sich so etabliert haben und so in einer gewissen
      0:13:07–0:13:12
      Form auch erstarrt sind und nicht mehr so richtig anpassungsfähig sind an neue Regeln.
      0:13:12–0:13:16
      Und ich glaube, die Auswirkungen dieses Problems spüren wir alle.
      0:13:16–0:13:20
      Aber nochmal auf die Versicherung geblickt, also du denkst schon,
      0:13:20–0:13:23
      der größte Hebel ist darin die Kapitananlage.
      0:13:24–0:13:30
      Und dass eben Geld und vielleicht magst du mal so die Standardinvestitionsobjekte
      0:13:30–0:13:34
      nennen, in diese Versicherungen, klassische Versicherungen investieren.
      0:13:34–0:13:37
      Also gerade boomt die Rüstungsindustrie.
      0:13:38–0:13:41
      Genau, die fossilen Energien sind auch ein sicheres Brett, würde ich sagen.
      0:13:42–0:13:46
      Oder waren sie zumindest. Ich glaube, da ändert sich gerade schon was oder hat
      0:13:46–0:13:48
      sich schon verändert die letzten Jahre, aber vielleicht magst du da mal erzählen,
      0:13:49–0:13:56
      was sind denn die starren Strukturen und welche anderen Strukturen werden denn dadurch gefördert?
      0:13:56–0:14:01
      Die Versicherungs-, also es gibt eine Analyse von einer Kollegin,
      0:14:01–0:14:09
      die analysiert hat, auf welchem Klimapfad die Geldanlage der Versicherer in
      0:14:09–0:14:10
      Deutschland so in etwa ist.
      0:14:10–0:14:16
      Und wenn ich mich richtig erinnere, dann ist der Medianwert der Erderwärmung,
      0:14:16–0:14:23
      den sozusagen das Portfolio von den Versicherern hat, ist plus 5,8 Grad Celsius.
      0:14:23–0:14:23
      Ja.
      0:14:24–0:14:29
      Und das ist der Median. Das heißt, es gibt Versicherer, deren Kapitalanlageportfolio,
      0:14:29–0:14:32
      wenn alle so anlegen würden wie dieser eine Versicherer, dann wäre man auf einem
      0:14:32–0:14:35
      höheren Pfad, also bis zu über 8 plus 8 Grad Celsius.
      0:14:36–0:14:41
      Andere sind besser. Aber laut dieser Studie, die ist von Ende 2024.
      0:14:42–0:14:50
      Da ist keiner bei den gesetzten 1,5 Grad plus 1,5 Grad Celsius Erderwärmung. Da ist kein einziger.
      0:14:51–0:14:56
      Und selbst mit den selbst gewählten Maßnahmen, die schon beschlossen wurden
      0:14:56–0:15:01
      und die man einfach schon umsetzen wollte und vielleicht auch teilweise schon
      0:15:01–0:15:02
      angefangen hat, die umzusetzen,
      0:15:02–0:15:07
      selbst mit den Maßnahmen kommt keiner auf diese 1,5 Grad Celsius.
      0:15:07–0:15:14
      Und das ist halt irgendwie so das, wo bei mir die Desillusionierung einfach einsetzt.
      0:15:14–0:15:19
      Wie kann das denn sein, dass halt eine komplette Branche sich 2015 begeistert,
      0:15:20–0:15:23
      committet und sagt, jawohl, Klimaschutz finden wir auch total wichtig und wir
      0:15:23–0:15:26
      wollen alle auf 1,5 Grad Celsius kommen.
      0:15:26–0:15:31
      Aber in der Praxis, er weiß es sich dann aus irgendwelchen Gründen nicht als umsatzbar.
      0:15:32–0:15:35
      Und dann ist es halt so. Und dann ist es jetzt schon mehr als zehn Jahre später halt so.
      0:15:36–0:15:38
      Und das meine ich mit dieser Beharrung.
      0:15:38–0:15:43
      Und da kannst du meiner Meinung nach, ist es extrem schwer, da irgendeine Person,
      0:15:43–0:15:45
      irgendeinen Menschen persönlich für anzusprechen.
      0:15:45–0:15:50
      Weil das ist einfach, wie du sagst, so ein institutionelles Gefüge,
      0:15:50–0:15:55
      was sich irgendwie so gebildet hat. und da ist es einfach schwer,
      0:15:55–0:15:58
      dieses Gefüge wieder irgendwie zu verändern.
      0:15:59–0:16:06
      Okay, und wie wir auch in der Art und Weise, hast du dich dann entschieden zu sagen, gut,
      0:16:07–0:16:12
      wenn ich jetzt nicht von innen raus da viel bewegen kann, wenn da Behaarungstendenzen
      0:16:12–0:16:18
      zu stark sind, dann gehe ich nach draußen und mache es neu.
      0:16:19–0:16:24
      Gründe eine Alternative, damit Menschen, die nachhaltig orientiert sind,
      0:16:24–0:16:25
      eben nicht mehr mitmachen müssen.
      0:16:25–0:16:29
      Weil das muss man sich ja auch mal vor Augen führen. Ich bin Mensch.
      0:16:31–0:16:38
      Eine Versicherung ist ja an sich was total Solides und auch was eigentlich total
      0:16:38–0:16:39
      gemeinschaftsbasiert.
      0:16:39–0:16:42
      Wir sind ja immer noch im Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
      0:16:42–0:16:45
      Also eine Versicherung ist klassisch gemeinschaftsbasiert.
      0:16:45–0:16:50
      Wir alle bezahlen ein kleines bisschen raus und wenn es einen von uns heftig trifft,
      0:16:51–0:16:57
      dann ist da diese gemeinschaftsbasierte Absicherung, die mich schützt,
      0:16:57–0:17:00
      rettet, mir den Rücken stärkt, mich auffängt.
      0:17:01–0:17:03
      So, eigentlich total gut und klassisch.
      0:17:03–0:17:06
      Trotzdem habe ich auch total wenig Versicherungen.
      0:17:07–0:17:12
      Also ich habe nicht mal eine Berufsversicherung, eine Unfähigkeitsversicherung,
      0:17:12–0:17:17
      die ja so Standard empfohlen wird, aber ich bin ganz risikofreudig,
      0:17:17–0:17:20
      gehe ich da in die Welt und mache das nicht, weil ich denke, ja,
      0:17:20–0:17:27
      dann schmeiße ich jeden Monat, was weiß ich, 50, 70, 100 Euro einer Versicherung, gebe ich,
      0:17:27–0:17:29
      die das dann, was weiß ich.
      0:17:30–0:17:34
      Ja, wieder in Unternehmen spielt, die ich so gar nicht unterstütze und die eben
      0:17:34–0:17:36
      auch, wie du es gesagt hast, finde ich sehr spannend.
      0:17:36–0:17:42
      Und dazu beitragen, dass unsere Welt sich sehr, sehr, sehr schnell erhitzt und
      0:17:42–0:17:44
      genau bestimmte Werte zerstört werden.
      0:17:45–0:17:51
      Und dann nehme ich doch lieber mein Geld und stecke sie in Dinge, wo ich denke.
      0:17:51–0:17:56
      So ist gerade zumindest mein Pfad und das sagen wir auch immer wieder unseren Hörerinnen und Hörern.
      0:17:56–0:18:01
      Also zum Beispiel in dem Ökosystem zu zahlen, um sich abzusichern,
      0:18:01–0:18:06
      weil wir eben Strukturen aufbauen, die in Krisen und so weiter.
      0:18:06–0:18:10
      Halten sollen, aber eben nicht, indem sie viel Kapital halten,
      0:18:10–0:18:14
      sondern indem sie noch wissen, wie Gemüseanbau geht, indem sie wissen,
      0:18:14–0:18:19
      wie man sich organisiert, indem da einfach Menschen sind, denen man vertrauen kann, würde ich sagen.
      0:18:20–0:18:23
      Also irgendwie eine andere Form von Versicherung. Jetzt bin ich abgeschwoffen,
      0:18:23–0:18:24
      weil jetzt würde ich nochmal wissen,
      0:18:25–0:18:30
      also hältst du es für möglich, und ich denke, du beantwortest die Frage mit
      0:18:30–0:18:33
      ja, aber vielleicht nochmal genau wie, hältst du es für möglich,
      0:18:33–0:18:37
      dass es solche großen Versicherungsunternehmen gibt, die eben.
      0:18:38–0:18:43
      Die es eben anders machen, die dazu beitragen, dass unser Planet vielleicht
      0:18:43–0:18:47
      sogar regeneriert anstatt weiter zerstört wird. Und wie stellst du dir das vor?
      0:18:48–0:18:53
      Ja, ich glaube schon, dass grundsätzlich Versicherungsunternehmen sich weiterentwickeln können.
      0:18:53–0:19:00
      Und ich glaube aber, also ich glaube, dass die eben von sich aus so ohne Not eben nicht,
      0:19:02–0:19:08
      also von alleine passiert es aktuell halt erwiesenermaßen irgendwie nicht oder
      0:19:08–0:19:12
      halt in einer Geschwindigkeit, die viel zu langsam mir erscheint oder die ich
      0:19:12–0:19:14
      nicht für angemessen halte.
      0:19:14–0:19:18
      Also wenn man jetzt eben planetare Grenzen und so weiter anguckt,
      0:19:18–0:19:23
      dann ist das nicht angemessen, also die Geschwindigkeit, die die Versicherer da vorlegen.
      0:19:23–0:19:28
      Deshalb, weil die Versicherer es von sich aus alleine nicht schneller schaffen,
      0:19:29–0:19:34
      ist meiner Meinung nach der einzige Weg, eben eine Versicherung nochmal neu
      0:19:34–0:19:37
      aufzubauen, so wie wir das im Bankenbereich auch gesehen haben.
      0:19:37–0:19:42
      Da gab es auch alternative Banken, die sich halt gegründet haben und die dann
      0:19:42–0:19:43
      eben sich entwickelt haben.
      0:19:43–0:19:48
      Die ersten in Deutschland war die GLS-Bank. Dann kam ja noch die Triodos-Bank
      0:19:48–0:19:49
      auf den deutschen Markt.
      0:19:49–0:19:54
      Und die Umweltbank ist auch gegründet worden, mit dem Ziel eben für Umwelt, was zu tun.
      0:19:54–0:19:58
      Also das sind so Häuser, die sind extra mit dem Ziel angetreten,
      0:19:58–0:20:00
      da einen Unterschied zu machen.
      0:20:00–0:20:04
      Und deswegen machen diese Häuser auch einen Unterschied. Und die etablierten Banken.
      0:20:05–0:20:09
      Banken, jetzt Marktführer Deutsche Bank und aber auch alle anderen Banken,
      0:20:09–0:20:14
      sind halt bei weitem nicht da, wo halt diese damals Pionierunternehmen,
      0:20:14–0:20:19
      also wo die heute stehen, in der Stringenz, wie stringent die das umsetzen,
      0:20:19–0:20:24
      weil Banken und Versicherungen sind zwar sehr verschieden, aber haben auch Gemeinsamkeiten
      0:20:24–0:20:27
      und ich finde am Bankenbereich kann man das halt ganz gut sehen,
      0:20:27–0:20:33
      wie eben auch da die etablierten Banken es nicht schaffen, sich von alleine
      0:20:33–0:20:34
      in so eine Richtung zu entwickeln,
      0:20:35–0:20:40
      wie es eben die neuen Nachhaltigkeitsbanken, Ökobanken gemacht haben.
      0:20:40–0:20:43
      Also die GLS-Bank, die Triodos-Bank, die Umweltbank jetzt mal namentlich genannt.
      0:20:44–0:20:53
      Und das bedeutet, dass die Beharrungskräfte eben bestehen bleiben und nur die Unternehmen,
      0:20:54–0:20:57
      die es wirklich neu und von Anfang an mit einer neuen DNA sozusagen gemacht
      0:20:57–0:21:00
      haben, nur die können es halt wirklich stringent machen.
      0:21:00–0:21:04
      Und der Weg ist meiner Meinung nach der und auch diese drei Häuser,
      0:21:04–0:21:08
      die ich jetzt genannt habe, die sind ja total klein im Vergleich zum Rest der Bankenwelt.
      0:21:09–0:21:14
      Die spielen ja, das ist ja immer noch ein schweres Nischendasein von denen und
      0:21:14–0:21:16
      ich wette, dass es in Deutschland immer noch genug Menschen gibt,
      0:21:16–0:21:19
      die von diesen Häusern noch nie was gehört haben und,
      0:21:20–0:21:25
      Der Weg ist, wenn überhaupt, dann halt der, dass halt diese nachhaltigen Häuser,
      0:21:25–0:21:31
      dass die halt wirklich halt größer werden und mehr Macht bekommen und mehr Zuspruch bekommen.
      0:21:31–0:21:37
      Und wenn das passiert, dann werden sich auch die anderen Häuser bewegen und
      0:21:37–0:21:39
      werden halt auch mehr Anstrengungen unternehmen,
      0:21:39–0:21:42
      dass sie dann auch nachhaltiger werden, weil es dann hoffentlich genug Druck
      0:21:42–0:21:48
      sozusagen gibt von den KundInnen und von der Gesellschaft, dass da mehr und
      0:21:48–0:21:49
      schneller was passieren muss.
      0:21:49–0:21:54
      Und ich meine, das scheint wirklich ein langer Weg zu sein, wie du das schon
      0:21:54–0:21:58
      sagst, weil wir versuchen das jetzt eben im Versicherungsbereich.
      0:21:58–0:22:00
      Im Versicherungsbereich gibt es noch gar keine Versicherung,
      0:22:01–0:22:04
      die jetzt wirklich so mit dem Ziel angetreten ist.
      0:22:04–0:22:05
      Wahnsinn, eigentlich.
      0:22:06–0:22:14
      Und mein Plan oder wenn ich es mir wünschen kann oder meine Vision ist tatsächlich
      0:22:14–0:22:17
      halt die, dass wir es schaffen mit Werde etwas zu errichten,
      0:22:17–0:22:19
      was gerne auch groß werden darf.
      0:22:19–0:22:23
      Also so viel mal zum Thema Post-Growth oder Post-Wachstum.
      0:22:24–0:22:28
      Wenn es groß wird und wenn es wirklich groß genug ist, dann werden auch die
      0:22:28–0:22:31
      anderen Häuser in die Pötte kommen und werden auch sich verändern.
      0:22:31–0:22:36
      Und das wird einfach diese ganze Transformation und das Umlenken von Geld beschleunigen,
      0:22:36–0:22:39
      wenn Werde groß wird. Das ist schon der Ansatz.
      0:22:40–0:22:47
      Wenn wir klein bleiben und sagen, wir wollen hier der kleinste Player auf dem Markt sein und bleiben,
      0:22:48–0:22:51
      Wird es einfach wenig Effekt haben?
      0:22:51–0:22:54
      Oder es wird einfach, ich glaube, oder ich würde es noch anders ausdrücken,
      0:22:55–0:22:58
      ich glaube, dass es schon einen Effekt gehabt hat, dass wir überhaupt auf den
      0:22:58–0:23:00
      Markt getreten sind und dass wir überhaupt bis hierhin gekommen sind.
      0:23:01–0:23:05
      Auch das wird vom Markt sehr beobachtet. Also das weiß ich, dass eben viel,
      0:23:05–0:23:09
      ich sehe es in unserem Newsletter, wenn ich gucke bei den Abwesenheitsnotizen,
      0:23:09–0:23:12
      wer unseren Newsletter liest, dann sehe ich, okay, die Branche liest irgendwie mit.
      0:23:13–0:23:17
      Interessant. Also das heißt, die wissen das schon und die beobachten das schon.
      0:23:17–0:23:21
      Und fühlen sich aber offenbar davon, also ich glaube, also weiß ich nicht,
      0:23:21–0:23:22
      also welchen Effekt das hat.
      0:23:22–0:23:26
      Ich glaube schon, dass das einen Effekt hat, dass eben auch die Häuser versuchen,
      0:23:26–0:23:29
      ein bisschen mehr zu machen oder überhaupt was zu machen, weiß ich nicht.
      0:23:29–0:23:32
      Also das ist jetzt ein bisschen spekuliert oder ein bisschen hier gemutmaßt.
      0:23:33–0:23:39
      Aber ich glaube, dass es eben, je schneller wir vorankommen, je größer wir schaffen.
      0:23:40–0:23:43
      Zu werden und Geldströme glaubwürdig
      0:23:43–0:23:47
      umzulenken, umso mehr wird es auch Auswirkungen auf die Branche haben.
      0:23:48–0:23:48
      Ja, mega.
      0:23:50–0:23:54
      Erzähl doch erstmal, wo steht ihr denn jetzt gerade? Wie kann man euch beim
      0:23:54–0:23:57
      Wachsen helfen? Also wir sind ja auch, genau.
      0:23:59–0:24:03
      Also ich, jetzt nochmal zu diesem Postwachstumskommentar. Ich glaube schon,
      0:24:03–0:24:05
      dass gute Dinge wachsen sollten.
      0:24:07–0:24:10
      Aber eben nicht unendlich und immer weiter, sondern auch da ist,
      0:24:10–0:24:15
      irgendwann einen Punkt bekommen, wo Dinge ausgewachsen sind und dann vielleicht
      0:24:15–0:24:16
      auch irgendwann wieder schrumpfen.
      0:24:17–0:24:20
      Aber jetzt gehen wir erstmal ins Wachstum rein. Wie kann man euch denn helfen beim Wachsen?
      0:24:21–0:24:24
      Was braucht ihr denn gerade? Und dann können wir vielleicht mal auf die Kooperation
      0:24:24–0:24:29
      kommen, wie wir dazu beitragen, dass ihr wachst und ihr auch dazu beiträgt,
      0:24:29–0:24:30
      dass wir wachsen können.
      0:24:31–0:24:33
      Also das ist eine Symbiose, so wie Pilze oft funktionieren.
      0:24:34–0:24:37
      Aber genau, erstmal zu euch. Wo steht ihr denn gerade?
      0:24:38–0:24:41
      Was braucht das überhaupt, um eine Versicherung zu gründen? Wie kann man euch
      0:24:41–0:24:45
      helfen, wenn jetzt hier Menschen sagen, aha, stimmt, ich bin auch noch bei einer
      0:24:45–0:24:47
      klassischen Versicherung und habe da keine Lust mehr drauf?
      0:24:48–0:24:54
      Ja, also wir haben schon ein kleines erstes Produkt und zwar ist das ein Schutz
      0:24:54–0:25:00
      für Fahrräder gegen Diebstahl und gegen Unfallsturz und Vandalismus.
      0:25:01–0:25:05
      Das haben wir auch an der BaFin vorbeigeführt, also es ist alles geklärt,
      0:25:05–0:25:09
      dass das legal ist, was wir machen. Ich denke, ich sage das nochmal dazu.
      0:25:10–0:25:17
      Und wir schützen also Fahrräder auch schon seit 2020 haben wir das erste Produkt aufgelegt.
      0:25:18–0:25:23
      Und ja, also wir schützen eben diese Fahrräder und.
      0:25:24–0:25:29
      Was uns im Moment am meisten hilft, ist, wenn wir Leute, die Fahrrad fahren,
      0:25:29–0:25:31
      davon überzeugen können, dass wenn
      0:25:31–0:25:36
      ich Fahrrad fahre, weil ich etwas für nachhaltige Mobilität tun möchte,
      0:25:37–0:25:40
      also für Klimaschutz, dann macht es halt voll Sinn.
      0:25:40–0:25:45
      Und wenn ich dann auch ein Risiko darin sehe, dass mein Fahrrad geklaut wird
      0:25:45–0:25:49
      oder werden könnte und dass ich davon einen finanziellen Verlust haben könnte,
      0:25:50–0:25:55
      also wenn man eben das Thema Sicherheit an der Stelle in Betracht zieht,
      0:25:55–0:25:58
      dann wäre es einfach das Allerhilfreichste, wenn diese Menschen,
      0:25:58–0:26:03
      wenn sie sozusagen sich für einen Schutz für ihr Fahrrad gegen Diebstahl entscheiden,
      0:26:03–0:26:05
      dass sie das dann mit uns machen.
      0:26:06–0:26:10
      Weil eben, wie wir uns da eben sichern, das lenkt eben auch die Geldströme.
      0:26:10–0:26:14
      Und das ist dann halt einfach stringent, wenn man halt eben Fahrrad fährt für
      0:26:14–0:26:18
      Klimaschutz, dass man dann auch einen Schutz wählt, der auch für Klimaschutz ist.
      0:26:18–0:26:22
      Und der auch wirklich dazu beiträgt mit den Geldströmen.
      0:26:23–0:26:26
      Und nicht, dass man halt Fahrrad fährt, aber die Geldströme arbeiten eigentlich
      0:26:26–0:26:28
      dagegen. Das ist weniger stringent.
      0:26:29–0:26:32
      Diese Botschaft ist halt relativ schwer zu vermitteln.
      0:26:33–0:26:35
      Aber wenn das einer mal verstanden hat oder verinnerlicht hat,
      0:26:36–0:26:40
      dann glaube ich, sind es unsere treuesten MitstreiterInnen.
      0:26:40–0:26:42
      Und von denen brauchen wir einfach natürlich mehr.
      0:26:43–0:26:47
      Also eben konkret eben im Moment ist das Thema Umsatz, Produkt,
      0:26:47–0:26:51
      Fahrradfahren, Klimaschützen, Geldströme umlenken.
      0:26:51–0:26:53
      Das ist für uns im Moment tatsächlich der Hauptfokus.
      0:26:54–0:26:57
      Darüber hinaus kann man sicher auch Genossenschaftsmitglied werden bei euch.
      0:26:58–0:27:01
      Weil, genau, aktuell seid ihr eine Genossenschaft, ne? Und ihr sucht da auch
      0:27:01–0:27:02
      Genossenschaftsmitglieder.
      0:27:03–0:27:06
      Was, genau, was passiert denn, wenn ich da als Genossenschaftsmitglied würde
      0:27:06–0:27:09
      bei euch? Wollt ihr überhaupt neue Genossen und Genossinnen?
      0:27:10–0:27:13
      Ja klar, also natürlich möchten wir gerne neue Mitglieder. Also klar,
      0:27:13–0:27:16
      also 600 Mitglieder ist schön, aber 6000 Mitglieder wäre natürlich besser.
      0:27:17–0:27:21
      Ja, jedes Mitglied ist herzlich willkommen. Das hilft uns einfach,
      0:27:22–0:27:25
      den nächsten Schritt zu gehen Richtung nachhaltige Versicherung.
      0:27:25–0:27:29
      Im Moment sind wir ja, wie ich das schon sagte, im Absicherungsmodus.
      0:27:29–0:27:35
      Aber für eine echte BaFin-Zulassung müssen wir einfach noch mehr Kapital vorweisen
      0:27:35–0:27:38
      und dafür, um eben dieses Versicherungsunternehmen zu errichten,
      0:27:39–0:27:41
      dafür sind Mitgliedschaften sehr, sehr willkommen.
      0:27:42–0:27:44
      Darfst du das sagen, wie viel Geld ihr dafür insgesamt braucht?
      0:27:45–0:27:48
      Um so eine Versicherung zu werben, wie viel Kapital braucht es dafür?
      0:27:48–0:27:52
      Also ich kann von meiner Hand für die Zahlen nicht ins Feuer legen.
      0:27:52–0:27:57
      Ich denke, dass wir mit 6 Millionen Euro auf der sicheren Seite sein sollten,
      0:27:57–0:27:59
      dass wir auch eine BaFin-Zulassung erhalten.
      0:27:59–0:28:02
      Das letzte Wort liegt aber bei der BaFin.
      0:28:02–0:28:05
      Okay. Und dieses Kapital sammelt ihr über Genossinnen ein?
      0:28:05–0:28:13
      Ja. Also wir haben in den Jahren 2023 und 2024 Anstrengungen unternommen und
      0:28:13–0:28:15
      haben halt Mitgliederkampagnen gemacht,
      0:28:15–0:28:20
      haben wirklich da Mitglieder eingeworben und haben auch dann Mitglieder Darlehen
      0:28:20–0:28:22
      angeboten und haben auch für einzelne,
      0:28:22–0:28:25
      also im Rahmen vom sogenannten Private Placement,
      0:28:25–0:28:30
      auch wenige Nachrangdarlehen angeboten und haben auf diese Weise mit der Genossenschaft,
      0:28:30–0:28:34
      mit den Mitgliedern so ungefähr eine Million Euro eingesammelt.
      0:28:35–0:28:40
      Krass. Okay, und jetzt dann aber doch nochmal zu diesen Umlenkungen der Geldströme,
      0:28:40–0:28:43
      weil das ist ja was, was uns auch beschäftigt und uns auch in der Kooperation
      0:28:43–0:28:47
      beschäftigt, Weil wir rufen gerade, für alle, die es noch nicht wissen,
      0:28:47–0:28:48
      wahrscheinlich weiß es noch niemand,
      0:28:49–0:28:53
      weil wir machen das einfach nebenher, rufen wir tatsächlich Fahrradläden an
      0:28:53–0:28:58
      und erzählen ihnen einerseits davon, dass es genau die Möglichkeit gibt,
      0:28:58–0:29:01
      auch als Fahrradladengemeinschaftsbasiert zu wirtschaften.
      0:29:01–0:29:07
      Weil auch im Fahrradladen in der Fahrradladenbranche ist es wirklich zu beobachten,
      0:29:08–0:29:13
      wie große Ketten übernehmen und kleine Einzelhändler innen im Fahrradbereich
      0:29:13–0:29:19
      einfach schließen immer mehr und genau als Verbraucherin oder als Nutzerin eines
      0:29:19–0:29:22
      Fahrrads ist es auch echt ein Leidwesen weil man gar kein.
      0:29:23–0:29:28
      Gutes Fahrradgeschäft mehr findet was einem das Fahrrad repariert wenn man eben
      0:29:28–0:29:30
      diese Skills noch nicht alleine hat und,
      0:29:31–0:29:35
      Genau, für alle, die also keinen Fahrradladen mehr um die Ecke haben, tut es mir sehr leid.
      0:29:35–0:29:39
      Für alle, die noch einen haben und vielleicht auch Interesse daran haben,
      0:29:39–0:29:43
      den zu schützen oder vielleicht hört ihr zu und seid Kundin,
      0:29:43–0:29:46
      Nutzerin in einem Fahrradladen, von dem ihr denkt, das ist ein cooler Ort,
      0:29:46–0:29:49
      der soll erhalten bleiben, der repariert mir immer mein Fahrrad.
      0:29:49–0:29:54
      Und das sind, genau, gute Menschen, die da stehen und dann, genau,
      0:29:55–0:29:58
      schickt den gerne zu Werde, sag ich mal, oder schickt den zu uns,
      0:29:58–0:30:05
      weil man kann Kooperationspartner werden von Werde und dann kann man als Fahrradladen,
      0:30:05–0:30:10
      als Kooperationspartner von Werde, kann man sozusagen Informationen auslegen,
      0:30:10–0:30:14
      Plakate auslegen für die Nutzerinnen und Kundinnen im Laden,
      0:30:14–0:30:15
      die dann ein Fahrrad kaufen.
      0:30:15–0:30:19
      Das dann bestenfalls versichern lassen bei euch, gilt dann auch an Sofortschutz
      0:30:19–0:30:23
      und der Fahrradladen, wenn so eine Versicherung über diesen Fahrradladen als
      0:30:23–0:30:27
      Kooperationspartner abgeschlossen wird, bleibt eben auch noch Geld beim Fahrradladen.
      0:30:29–0:30:32
      Was wir uns dann ausgedacht haben, als es mit Selium war, aha,
      0:30:32–0:30:35
      dann könnte der doch dieses zusätzliche Geld, was er bekommt,
      0:30:35–0:30:40
      weil er für euch Versicherungen einwirbt oder Versicherte einwirbt,
      0:30:40–0:30:44
      könnte er nutzen, um mit uns ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell zu entwickeln,
      0:30:44–0:30:47
      was dann seine Existenz in Zukunft sichert.
      0:30:47–0:30:52
      Also es ist Win-Win-Win einerseits und andererseits ist es eben genau diese
      0:30:52–0:30:55
      Umlenkung von Geldströmen, von der du jetzt auch gesprochen hast,
      0:30:55–0:31:00
      nur nochmal auf dem Level drunter, auf dem Meso- oder Mikro-Level, würde ich sagen.
      0:31:00–0:31:04
      Weil, genau, ich meine,
      0:31:04–0:31:08
      viele größere Unternehmen, die wachsen wollen, die mehr Kontakt zu Nutzerinnen
      0:31:08–0:31:13
      brauchen, die mehr Verbraucherinnen und Kundinnen wollen, die investieren das
      0:31:13–0:31:17
      Geld oft in Meta, in Google,
      0:31:17–0:31:23
      in, ja, was weiß ich, in Unternehmen, die sehr reichen Menschen,
      0:31:23–0:31:28
      eh schon sehr reichen Menschen gehören, die dann dadurch ihre Marktmacht nutzen können sozusagen.
      0:31:28–0:31:31
      Und da aber dann eben auch nochmal mehr Geld bekommen hast.
      0:31:31–0:31:35
      Auch da ist ja eine Geldstromlogik im Sinne von, wem gebe ich eigentlich mein
      0:31:35–0:31:39
      Geld, dass er für mich wirbt und dass er von mir gut spricht?
      0:31:40–0:31:44
      Und kann ich es nicht vielleicht auch so umlenken, das eigene Geld sozusagen,
      0:31:44–0:31:47
      dass es im Kreislauf bleibt?
      0:31:47–0:31:50
      Und ich glaube, genau, wir finden es so spannend, mit euch zu kooperieren,
      0:31:51–0:31:52
      weil ihr das erste Unternehmen seid,
      0:31:53–0:31:55
      dem wir das jetzt mal ausprobieren, wirklich zu überlegen, okay,
      0:31:55–0:32:01
      wie können denn die Geldströme, die eh bei uns entlanglaufen oder auch die Arbeitsressourcen,
      0:32:01–0:32:04
      die eh schon bei uns sozusagen passieren, wie können die so genutzt werden,
      0:32:04–0:32:06
      dass sie uns gegenseitig stärken.
      0:32:06–0:32:15
      Und wenn man sich das im Großen vorstellen würde, es gibt ja fast in jeder Branche so ein...
      0:32:16–0:32:17
      Ich will jetzt nicht sagen Einhorn,
      0:32:17–0:32:21
      weil das auch schon wieder so Start-up irgendwie komisch belegt ist.
      0:32:21–0:32:26
      So ein Leuchtturm von Unternehmen, die es schon wirklich anders machen,
      0:32:26–0:32:30
      die es schon wirklich konsequent anders machen und sich anders aufstellen.
      0:32:30–0:32:34
      Und diesen Einleuchtturm zu finden und zu sagen, okay, wir überlegen wirklich,
      0:32:34–0:32:39
      wie wir uns gegenseitig stützen mit unseren Geldströmen, wie wir gut kooperieren,
      0:32:39–0:32:43
      wie wir darin eine Beziehung aufbauen und Vertrauen miteinander aufbauen,
      0:32:44–0:32:48
      und daraus so eine gemeinsame Stärkung und ein gemeinsames Ökosystem entsteht.
      0:32:49–0:32:52
      Genau, das war so unsere Idee für die Kooperation.
      0:32:53–0:32:57
      Und genau, vielleicht willst du nochmal kurz erzählen, wie es eigentlich dazu
      0:32:57–0:33:00
      kam, wie wir in Kontakt gekommen sind, Weil da war ich nicht beteiligt,
      0:33:00–0:33:05
      aber du und natürlich Timo, wie wahrscheinlich alle schon sich denken können.
      0:33:06–0:33:08
      Genau, vielleicht magst du da nochmal erzählen, wie wir zusammengekommen sind.
      0:33:09–0:33:13
      Ja, es gab in München letztes Jahr ein Beyond Economy Festival.
      0:33:15–0:33:24
      Da waren wir als Aussteller dabei und Timo war da auch, ich glaube, als Teilnehmer.
      0:33:24–0:33:27
      Und wir haben uns einfach beim Mittagessen so ausgetauscht und haben uns einfach
      0:33:27–0:33:28
      länger darüber unterhalten.
      0:33:29–0:33:33
      Und haben halt festgestellt, dass wir manche Sachen einfach ähnlich sehen und
      0:33:33–0:33:37
      sind dann einfach so in den Kontakt gekommen, dass wir viele Punkte,
      0:33:37–0:33:40
      also eine gleiche Sicht auf verschiedene Sachen haben.
      0:33:40–0:33:44
      Also unter anderem eben dieses Postwachstumsthema, was du eben schon mal angesprochen
      0:33:44–0:33:48
      hast, dass es doch irgendwie absurd ist, wenn man selber was Besseres aufbauen
      0:33:48–0:33:50
      will, dass es dann halt irgendwie so eine.
      0:33:51–0:33:55
      Dass es dann, wenn man halt dann gebasht wird, dass man wachsen will,
      0:33:56–0:33:57
      dass es halt irgendwie kontraproduktiv ist.
      0:33:57–0:34:01
      Ja, also das war zum Beispiel eine Sache oder das,
      0:34:02–0:34:07
      Ja, es ging auch so Richtung Profitabilität. Also Profitabilität anzustreben
      0:34:07–0:34:09
      ist ja nicht per se böse. Also das ist ja nicht der Punkt.
      0:34:10–0:34:14
      Also der Punkt ist ja halt die Wirkung.
      0:34:15–0:34:21
      Und da muss man halt wirklich halt hingucken. Aber jetzt nur alles sozusagen
      0:34:21–0:34:24
      zu verteufeln, was irgendwie grundsätzlich mit Geld zu tun hat oder alles zu
      0:34:24–0:34:28
      verteufeln, was grundsätzlich wachsen will, das ist nicht sinnvoll. Das ist nicht sinnvoll.
      0:34:29–0:34:33
      Also Profitabilität muss man anstreben, weil wenn man Defizit anstrebt,
      0:34:33–0:34:34
      wird man wohl nicht überleben.
      0:34:35–0:34:41
      Das kann ja kein Ziel sein. Ja, und man kann auch nicht, wenn man bei plus minus
      0:34:41–0:34:43
      null ist, kann man auch nicht da bleiben wollen. Das macht keinen Sinn.
      0:34:44–0:34:49
      Und das sind einfach so Punkte, wo ich einfach sagen muss, da hat diese Postwachstumsökonomie
      0:34:49–0:34:53
      bei aller berechtigten Kritik an vielen Sachen, wie sie halt bisher sind,
      0:34:53–0:34:57
      aber an der Stelle hat die Postwachstumsökonomie uns so ein bisschen einen Bärendienst erwiesen,
      0:34:57–0:35:03
      weil es eben allen Pionieren extrem schwer macht, in der eigenen Community irgendwie
      0:35:03–0:35:04
      so ernst genommen zu werden.
      0:35:04–0:35:07
      Also das ist wirklich problematisch.
      0:35:07–0:35:10
      Ich hatte ein traumatisches Erlebnis in einer sehr netten Runde von wirklich
      0:35:10–0:35:16
      sehr überzeugten Leuten, also Verein und so und Klima und ganz bewusst und so
      0:35:16–0:35:19
      weiter. Und dann habe ich gesagt, ja, und wir möchten gerne wachsen.
      0:35:19–0:35:22
      Dann hat das so ungefähr einen Aufschrei in der Runde gegeben,
      0:35:22–0:35:25
      so wie ihr wollt wachsen. Ich so, ja, wir wollen wachsen.
      0:35:25–0:35:29
      Und dann war das da so, nee, also ihr wollt wachsen, geht ja gar nicht.
      0:35:30–0:35:35
      Und das ist halt einfach so, da denkst du dir, okay, wenn wir so eine Haltung
      0:35:35–0:35:39
      haben, dann sind wir eher Teil des Problems als Teil der Lösung.
      0:35:40–0:35:41
      Ja, voll. Also,
      0:35:42–0:35:49
      Genau, ich glaube, wir arbeiten ja sehr viel zu zyklisch in unserem Myzelium und alles wächst.
      0:35:53–0:35:58
      Alles in der Natur wächst und es gibt aber auch immer wieder diese Rückzugs-,
      0:35:58–0:36:00
      diese Ruhephasen, diese Erneuerungsphasen.
      0:36:01–0:36:05
      Also nicht dieses, und ich glaube, das ist auch spannend, wenn du über deine
      0:36:05–0:36:08
      Erfahrung in den bestehenden Versicherungen sprichst.
      0:36:08–0:36:14
      Wenn wir das geübt hätten, auch mal sozusagen nach einer Strecke von Wachstum
      0:36:14–0:36:17
      auch innezuhalten und zu fragen, hey, und wachsen wir gerade eigentlich in die
      0:36:17–0:36:20
      richtige Richtung oder müssen wir uns gerade wieder Richtung Sonne justieren?
      0:36:20–0:36:22
      Warum machen wir das hier überhaupt?
      0:36:22–0:36:27
      Und so dieses Innehalten zu üben und dann wieder in eine Phase des Wachstums zu gehen.
      0:36:27–0:36:32
      Ich glaube, das ist ultra wichtig, weil ich glaube, dass unsere Welt so ein
      0:36:32–0:36:36
      bisschen verlernt hat, zu wissen, wohin sie wachsen will eigentlich.
      0:36:36–0:36:39
      Also ich glaube, dass dieses Wachstum an sich ist überhaupt nicht das Problem,
      0:36:40–0:36:44
      sondern gar nicht mehr mitzubekommen, warum man eigentlich wachsen will.
      0:36:44–0:36:48
      Also und da geht es ja um die Wirkung. Was will ich eigentlich mit meinem Wachstum erreichen?
      0:36:48–0:36:52
      Will ich groß sein, weil ich groß sein will oder will ich groß sein,
      0:36:52–0:36:54
      weil ich Dinge tun kann dann damit?
      0:36:55–0:37:00
      Und ich glaube, das ist eher, also wenn ich da mein VBL-Studium da so reflektiere,
      0:37:00–0:37:03
      dann war halt oft so, warum wollen wir denn Wachstum?
      0:37:04–0:37:08
      Was ist denn hinter dem Bruttoinlandsprodukt Wachstum? Ja, und was steckt denn
      0:37:08–0:37:09
      in diesem Bruttoinlandsprodukt?
      0:37:09–0:37:13
      Ich glaube, das haben wir vergessen, dieses zu fragen, warum wachsen wir denn?
      0:37:13–0:37:15
      Und wohin wachsen wir denn? Und.
      0:37:16–0:37:20
      Ich glaube, Wachstum, um zu wachsen, ist tatsächlich ein Problem,
      0:37:20–0:37:27
      führt dazu, dass wir unsere Welt zerstören und überfordern und uns selbst auch
      0:37:27–0:37:28
      zerstören und überfordern.
      0:37:28–0:37:31
      Also ich glaube auch dieses ständige, ich muss mich selber optimieren und ich
      0:37:31–0:37:35
      muss selber immer mehr und immer besser und immer effizienter und so weiter.
      0:37:35–0:37:39
      Und ich glaube auch da immer wieder so in die Ruhe zu gehen und mal kurz zu
      0:37:39–0:37:42
      sagen, okay, und das ist auch mal kurz gut innezuhalten und es auch mal kurz
      0:37:42–0:37:45
      gut zu checken, warum wachse ich eigentlich oder warum will ich eigentlich wachsen
      0:37:45–0:37:46
      und wo will ich eigentlich hin.
      0:37:47–0:37:52
      Genau, das vielleicht nochmal gesagt. Insofern, dem Wachstumsparadigma als Wachstum,
      0:37:52–0:37:54
      um zu wachsen, stehe ich auch kritisch gegenüber.
      0:37:54–0:37:58
      Aber dieses Wachsen, um was zu bewirken, um was zu verbessern,
      0:37:58–0:38:02
      um zu sagen, hey, ich will Druck auf diese Versicherungsunternehmen ausüben,
      0:38:02–0:38:05
      damit die sich auch verändern, damit die auch nachhaltig investieren,
      0:38:06–0:38:08
      halte ich für ultra sinnvoll.
      0:38:08–0:38:12
      Und ich wünsche euch, dass ihr viel und schnell wachst und dass viele Menschen
      0:38:12–0:38:15
      das hier hören und sagen, hey, ich kann mir vorstellen, Genossin,
      0:38:16–0:38:21
      Genosse zu werden in der Werdegenossenschaft, um dann sozusagen dabei zu unterstützen,
      0:38:21–0:38:25
      die erste nachhaltige Versicherung aufzubauen. Und das ist ja wirklich ein Wahnsinn.
      0:38:26–0:38:29
      Also es ist ja wirklich ein Wahnsinn, dass es das noch nicht gibt.
      0:38:30–0:38:34
      Und ich bedanke mich sehr herzlich, dass du dich aufgemacht hast mit vielen
      0:38:34–0:38:37
      Menschen wahrscheinlich um dich herum. Wie viele Menschen seid ihr in eurer Organisation?
      0:38:38–0:38:41
      Wir sind gerade geschrumpft. Wir sind im Moment zu viert.
      0:38:41–0:38:44
      Ah ja, okay. Dass ihr, genau, dass ihr das schafft,
      0:38:45–0:38:52
      Zu wachsen und viele Fahrradabsicherungen erstmal an die Menschen zu bringen.
      0:38:52–0:38:55
      Heißt, wenn ihr Fahrradfahrt noch keine Fahrradabsicherung habt,
      0:38:55–0:38:59
      meldet euch bei Marie Meinhold oder bei uns auch.
      0:38:59–0:39:04
      Ihr könnt uns auch schreiben. Wir stellen die Links auch nochmal in die Show
      0:39:04–0:39:07
      Notes, in die Story, damit ihr euch da melden könnt.
      0:39:08–0:39:11
      Genau. Gab es noch abschließende Worte?
      0:39:12–0:39:15
      Willst du noch was loswerden? Zu meinem Wachstumsmonolog zum Beispiel.
      0:39:15–0:39:19
      Aber wenn du Wachstum hiermit anfängst, dann muss ich leider darauf eingehen.
      0:39:19–0:39:21
      Ich bin schon lange damit beschäftigt.
      0:39:21–0:39:24
      Wie gesagt, ich habe ja mal Biologie studiert.
      0:39:25–0:39:28
      Von dem her habe ich jetzt mit Wachstum per se erst mal gar kein Problem.
      0:39:29–0:39:30
      Und mir ist auch bekannt.
      0:39:33–0:39:38
      Dass es eben diesen Biologismus oder was gibt, dass man eben sagt,
      0:39:38–0:39:41
      ja, das gute Wachstum, aber das Krebswachstum und so, sodass man das praktisch
      0:39:41–0:39:45
      so auf die Wirtschaft übertragen hat im Rahmen von dieser Postwachstumskritik,
      0:39:46–0:39:49
      als ja, das gibt ja auch das böse Wachstum und so und das müssen wir ja verteufeln und so.
      0:39:51–0:39:57
      Also ich sehe den Punkt, also wir sind dabei zwei Sachen durch den Kopf gegangen.
      0:39:58–0:40:00
      Du kannst damit machen, was du möchtest.
      0:40:00–0:40:05
      Aber mir ist einmal durch den Kopf gegangen, dass eben diese Ruhephasen,
      0:40:05–0:40:07
      Wir sind jetzt hier gerade im März.
      0:40:07–0:40:11
      Es brecht ja gerade hier los mit dem Wachstum.
      0:40:11–0:40:14
      Aber das kann ja in anderen Geografien auch durchaus mal anders sein.
      0:40:14–0:40:18
      Also manche haben ja auch gar keine Ruhephase so um den Äquator.
      0:40:18–0:40:21
      Ich glaube, da ist es ganzjährig gleich mehr oder weniger.
      0:40:22–0:40:26
      Und ja, ich bin durchaus auch für Ruhephasen.
      0:40:27–0:40:30
      Ich glaube aber, dass es halt unterschiedliche Klimagegenden gibt und dass es
      0:40:30–0:40:33
      auch da vielleicht auch mal mehr oder weniger Ruhephasen gibt.
      0:40:34–0:40:39
      Ich weiß, dass ich mal eine Freundin hatte aus Malaysien und die hat immer gesagt,
      0:40:39–0:40:40
      also bei denen war es immer gleich.
      0:40:41–0:40:47
      Also die hatten immer Sommer und immer heiß und da gab es gar keine Jahreszeiten.
      0:40:47–0:40:51
      Also sie hat gesagt, also die liebte das halt von Europa, dass es Jahreszeiten
      0:40:51–0:40:52
      gibt, weil die halt bei sich keine hatte.
      0:40:53–0:41:01
      Das war das eine, was mir noch durch den Kopf ging und ich glaube halt, Wachstum hin oder her,
      0:41:01–0:41:06
      ich glaube halt, wie wir das halt mit dem, wir haben ja beide so einen Hintergrund
      0:41:06–0:41:11
      mit Univitten Herdecke und Niklas Luhmann und so und halt dieses Systemische,
      0:41:11–0:41:13
      ja, das sehe ich halt total.
      0:41:13–0:41:18
      Und ich glaube halt, dass wenn wir halt den Blick auf die Wirkung,
      0:41:18–0:41:23
      auf die sozial-ökologische Auswirkung immer legen, also bei allen Geldbewegungen,
      0:41:23–0:41:24
      egal ob das jetzt im Konsum ist,
      0:41:25–0:41:28
      also im Konsum, da gibt es ja das Thema,
      0:41:28–0:41:31
      also früher hat man das strategischen Konsum genannt, dass man gesagt hat,
      0:41:31–0:41:35
      ich achte bei meiner Kaufentscheidung auf, ist das fair gehandelt,
      0:41:35–0:41:41
      ist das ökologisch hergestellt beim Konsum, aber eben genau so.
      0:41:41–0:41:44
      Zum Konsum gibt es halt noch diese zweite Seite, eben die Investition,
      0:41:45–0:41:46
      diese Investitionsseite.
      0:41:47–0:41:49
      Finanzieren, investieren ist ja auch das Gleiche eigentlich so.
      0:41:50–0:41:53
      Es sind zwei verschiedene Betrachtungen vom Gleichen.
      0:41:53–0:41:57
      Also finanzieren, investieren, das ist halt das, was halt das ermöglicht,
      0:41:57–0:42:01
      was man dann morgen oder heute oder morgen konsumieren kann überhaupt.
      0:42:02–0:42:06
      Und diese beiden Sachen bedingen sich. Also da, wo ich rein investiere,
      0:42:06–0:42:13
      da entstehen oder werden erhalten Geschäftsmodelle und das wird dann wieder
      0:42:13–0:42:18
      konsumiert und der Konsum wiederum entscheidet dann darüber,
      0:42:18–0:42:22
      ob dieses, was vorher investiert wurde, ob das jetzt weiter besteht oder nicht.
      0:42:22–0:42:26
      Also ob das profitabel wird oder nicht. Also diese beiden Sachen hängen zusammen,
      0:42:26–0:42:28
      also investieren und konsumieren.
      0:42:28–0:42:35
      Und deswegen, wenn wir halt immer nur auf die Konsumseite oder auch auf die
      0:42:35–0:42:39
      Nicht-Konsumseite, also Verzicht oder was auch immer, gucken,
      0:42:39–0:42:42
      also wie kann ich ohne Konsum leben oder so.
      0:42:42–0:42:45
      Aber wenn ich immer nur bei diesen beiden Aspekten bleibe, Konsum,
      0:42:45–0:42:50
      nicht Konsum, aber die Seite finanzieren, investieren, außen vor lasse,
      0:42:50–0:42:51
      dann habe ich halt auch nur das halbe Bild.
      0:42:51–0:42:56
      Und ich glaube halt, dass wir mit unseren Investitionsentscheidungen die Zukunft gestalten.
      0:42:56–0:43:01
      Weil ich glaube, dass halt alles, was wir halt jetzt sehen, also so wie es jetzt heute ist, egal was.
      0:43:02–0:43:07
      Ob du jetzt den Monitor, das Mikrofon, das Endgerät, das Licht,
      0:43:07–0:43:11
      die Tür, das Fenster oder was auch immer, die Gebäude, die Straßen,
      0:43:11–0:43:16
      die Bäume, alles ist da, weil da jemand mal eine Investitionsentscheidung getroffen hat.
      0:43:16–0:43:20
      Ich pflanze das hier hin oder ich rohe es zumindest nicht ab.
      0:43:21–0:43:25
      Und das sind alles bewusste Entscheidungen gewesen aus der Vergangenheit,
      0:43:25–0:43:26
      die halt über unsere Gegenwart entscheiden.
      0:43:27–0:43:33
      Und diese bewussten Entscheidungen, was eben die Investitionen angeht,
      0:43:33–0:43:34
      entscheidet eben genauso über unser Morgen.
      0:43:34–0:43:37
      Ich glaube, es gibt nichts Wichtigeres, was über unser Morgen entscheidet,
      0:43:37–0:43:39
      als unsere Investitionsentscheidungen.
      0:43:39–0:43:40
      Ja.
      0:43:41–0:43:46
      Ja, und damit aber Investitionsentscheidungen auch Früchte tragen und Wirkung
      0:43:46–0:43:50
      entfallen können, braucht es dann eben noch die vielen, vielen kleinen Konsumentscheidungen,
      0:43:50–0:43:53
      die sagen, und ich nutze jetzt diese...
      0:43:55–0:43:57
      Diese Investitionsentscheidungen für mich und mein Wohl.
      0:43:58–0:44:01
      Also genau, das finde ich nämlich so krass. Da machen sich Leute auf,
      0:44:01–0:44:06
      du machst dich auf, baust eine Genossenschaft auf, baust eine Versicherung auf.
      0:44:06–0:44:09
      Und jetzt ist es aber so, es ist ein Angebot, was da ist.
      0:44:10–0:44:13
      Und es fragt so, hey Leute, wollt ihr eine nachhaltige Versicherung?
      0:44:14–0:44:19
      Wollt ihr mich in diesem Weg unterstützen? Und vorher gab es überhaupt nicht
      0:44:19–0:44:21
      die Möglichkeit, gab es überhaupt nicht die Freiheit,
      0:44:22–0:44:25
      sich nachhaltig, jetzt gut, erstmal mit einem Fahrrad abzusichern,
      0:44:25–0:44:28
      aber sich auch dann in Zukunft hoffentlich bald nachhaltig zu versichern.
      0:44:29–0:44:30
      Jetzt gibt es diese Möglichkeit bald.
      0:44:31–0:44:35
      Und dann braucht es eben noch die vielen, die noch nicht den Kopf in den Sand
      0:44:35–0:44:38
      gesteckt haben, sondern immer noch irgendwie mit wachen Augen durch die Welt
      0:44:38–0:44:42
      laufen und sagen, und ja, toll, danke, ich nutze dieses Angebot.
      0:44:43–0:44:47
      Auch wenn es irgendwie unbequem ist, da jetzt zu wechseln und so weiter.
      0:44:47–0:44:50
      Und ich glaube, das haben wir gerade an ganz vielen Ecken und Enden.
      0:44:50–0:44:55
      Also auch so, welche digitalen Instrumente nutzen wir?
      0:44:56–0:44:57
      Wo gehen wir einkaufen?
      0:45:01–0:45:06
      Wie nutzen wir unsere eigenen Geldflüsse, die eh sozusagen von uns abfließen
      0:45:06–0:45:10
      als irgendwie in dieser modernen Geldgesellschaft lebende Wesen?
      0:45:10–0:45:18
      Wie nutzen wir die, um die Investitionen zu stärken, die uns eine Zukunft geben, die uns taugt?
      0:45:19–0:45:23
      Und genau, ich glaube, das ist so das, was wir grob unter regenerativer Geldkreislauf
      0:45:23–0:45:26
      auch irgendwie verstehen wollen als MYZELIUM.
      0:45:26–0:45:29
      Da wird es, glaube ich, nochmal bald eine Folge zu geben. ein regenerativer
      0:45:29–0:45:34
      Geldkreislauf, wo die Geldflüsse, die wir eh bewegen, halt nicht mehr zu denen,
      0:45:34–0:45:37
      fließen, die 5,8 Grad Welten,
      0:45:38–0:45:43
      bewirken, sondern zu denen fließen, die eben mit on board sind und mit dagegen
      0:45:43–0:45:45
      ankämpfen. Heißt, wenn ihr das hört,
      0:45:47–0:45:51
      Dann denkt doch nochmal nach. Bei wem habt ihr eine Versicherung?
      0:45:51–0:45:53
      Bei wem habt ihr eine Fahrradabsicherung?
      0:45:54–0:45:57
      Bei wem kauft ihr eure Lebensmittel ein?
      0:45:58–0:46:04
      Bei wem habt ihr euren Handyvertrag? Welche Bank hält euer Geld und investiert es?
      0:46:04–0:46:11
      Und da eine herzliche Einladung auch, genau, auch sich umzuentscheiden und euer
      0:46:11–0:46:13
      Geld Teil eines regenerativen Geldkreislaufs werden zu lassen.
      0:46:14–0:46:16
      Und ich glaube, so als letzten Plop in meinem Hirn würde ich dich doch dazu
      0:46:16–0:46:20
      legen. Wir hatten echt überlegt, ob wir so, weil ich finde es ja auch anstrengend.
      0:46:20–0:46:23
      Und ich bin auch zum Beispiel noch bei Spotify, obwohl ich schon längst mich,
      0:46:23–0:46:26
      also so jedes Mal, wenn ich es aufmache, ärgere ich mich richtig, dass ich da noch bin.
      0:46:28–0:46:29
      Und bräuchte, weil die ja auch so,
      0:46:30–0:46:34
      Böse sind, sag ich mal allgemein gesprochen. Und ich gerne wechseln würde zu
      0:46:34–0:46:37
      einem anderen Podcast, Hörbuch und so weiter Anbieter.
      0:46:37–0:46:40
      Aber ich habe es einfach noch nicht geschafft. Und ich glaube,
      0:46:41–0:46:45
      wir überlegen gerade, ob wir auch so bald irgendwann so Tuber-Partys anbieten.
      0:46:45–0:46:48
      Tuber-Partys, in denen man sich trifft und gemeinsam sagt, okay,
      0:46:48–0:46:52
      ich zeige dir, wie dieser Wechsel funktioniert und wir machen es aber auch wirklich gleich.
      0:46:52–0:46:55
      Weil manche Sachen, die kann ich theoretisch drehen und wenn nicht hilf,
      0:46:55–0:46:57
      aber praktisch ist es einfach anstrengend.
      0:46:58–0:47:05
      Und genau, heißt, vielleicht kriegt ihr bald eine Einladung zu einer Transformations-Tuber-Party,
      0:47:05–0:47:07
      Transformations-Party im Kleinen.
      0:47:07–0:47:11
      Das macht Sinn, genau. Also ich habe mir jetzt noch durch den Kopf gegangen,
      0:47:11–0:47:15
      dass eben dieses Thema Verzicht, so wie du das ja eingangs gesagt hast,
      0:47:15–0:47:19
      du hast ja gesagt, ja Berufs- und Fähigkeitsversicherung, ich habe da keine Lust.
      0:47:19–0:47:24
      Ich spüre, dass da was Schlechtes irgendwie, also dass da irgendwie Schaden
      0:47:24–0:47:29
      dranhängen könnte an diesem Geldstrom, deswegen verzichte ich dann lieber auf dieses Produkt.
      0:47:29–0:47:32
      Das ist ja so dieser klassische Move, dass man sagt, ich sehe hier was Schlechtes
      0:47:32–0:47:38
      oder ich vermute da was Schlechtes oder ich kann es belegen oder nicht belegen,
      0:47:38–0:47:40
      aber deswegen verzichte ich.
      0:47:40–0:47:45
      Das macht sozusagen in dem Moment Sinn, wenn man halt einen Schaden nicht verursachen möchte.
      0:47:46–0:47:49
      Das verstehe ich komplett, Aber wie gesagt, oder wie du es eben schon gesagt
      0:47:49–0:47:54
      hast, wenn es aber eben nicht so ist, dann kann ich ja vielleicht den Verzicht
      0:47:54–0:47:57
      auch wieder überdenken, ob das so Sinn macht an der Stelle.
      0:47:58–0:48:05
      Ja, voll schön. Ich glaube, ein rundes Gespräch mit viel neuem Einblick in eine
      0:48:05–0:48:10
      Branche, mit der sich, glaube ich, so links ökologisch orientierte Menschen
      0:48:10–0:48:11
      gar nicht so gerne beschäftigen.
      0:48:11–0:48:16
      Also die Versicherungsbranche ist jetzt nicht so die Lieblingsbranche von uns, sag ich mal.
      0:48:16–0:48:21
      Ja, ja, ich weiß. Also das ist mir bekannt. Und das finde ich aber eigentlich
      0:48:21–0:48:25
      auch den spannenden Ansatz bei euch, dass ihr ja so branchenübergreifend seid.
      0:48:25–0:48:29
      Also ich glaube halt, oder ich beobachte das zum Beispiel auch in der Fahrradbranche.
      0:48:29–0:48:32
      Ich bin ja jetzt berufsbedingt auch stärker in der Fahrradbranche unterwegs.
      0:48:33–0:48:36
      Und aber da ist es auch so, das ist so Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad,
      0:48:36–0:48:40
      Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad, zum Beispiel jetzt Ernährung oder irgendwas anderes
      0:48:40–0:48:43
      ist dann halt auch da wieder kein Thema, weil es halt dann,
      0:48:44–0:48:49
      weil es dann halt da so ist, ja, und also das sind so, also jede Branche ist
      0:48:49–0:48:54
      da so ein bisschen so sein Silo und es gibt eben diese Querverbindung kaumst,
      0:48:54–0:48:56
      selbst bei den Leuten, die sozusagen sich,
      0:48:57–0:49:00
      also wenn jetzt jemand sagt, ist jetzt in der Fahrradmobilität,
      0:49:00–0:49:05
      also es gibt natürlich Auch da kann man nicht alle über einen Kamm scheren.
      0:49:05–0:49:08
      Auch da gibt es sicherlich welche, die eben sagen, ja, aber das ist auch wichtig
      0:49:08–0:49:09
      oder das ist auch wichtig.
      0:49:09–0:49:13
      Aber es gibt keine systematische Verknüpfung von diesen nachhaltigen Dingen.
      0:49:13–0:49:20
      Also nachhaltige Ernährung, nachhaltige Mobilität, nachhaltiges Wohnen, nachhaltige Energie.
      0:49:20–0:49:24
      Die hängen alle nebeneinander und da gibt es nichts quer. Ja,
      0:49:24–0:49:31
      und das ist halt die Stärke eben auch von euch, dass ihr da ja branchenübergreifend seid.
      0:49:31–0:49:33
      Und da gibt es nicht so viele von, muss man ganz ehrlich sagen.
      0:49:33–0:49:35
      Also es gibt eigentlich extrem wenige.
      0:49:36–0:49:39
      Ja, und wir glauben eben, dass es am besten funktioniert, wenn man wirklich
      0:49:39–0:49:42
      vieles unter einem Dach vereint. Ja, ja.
      0:49:43–0:49:49
      Aber das ein anderes Mal, liebe Podcast-Hörerinnen, wie wir das alles unter einem Dach vereinen.
      0:49:50–0:49:55
      Ich danke dir, Marie, dass du dir die Zeit genommen hast und hoffe,
      0:49:55–0:49:57
      dass unsere Kooperation noch lange Früchte trägt.
      0:49:58–0:50:01
      Und vielen Dank fürs Zuhören, liebe Menschen da draußen.
      0:50:02–0:50:08
      Und werdet gerne Mitglied bei uns in unserem MYZELIUM-Ökosystem und oder auch
      0:50:08–0:50:10
      bei Werde in der Genossenschaft.
      0:50:11–0:50:12
      Die können auch Unterstützung gebrauchen.
      0:50:13–0:50:15
      Herzlichen Dank und bis bald. Tschüss.
      0:50:15–0:50:18
      Vielen Dank, liebe Hannah. Bye, bye.
      0:50:23–0:50:27
      Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen?
      0:50:27–0:50:31
      Dann geh doch auf MYZELIUM.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
      0:50:31–0:50:37
      MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
      0:50:38–0:50:42
      Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
      0:50:42–0:50:43
      dass du heute mit dabei warst.
      0:50:44–0:50:47
      Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
      0:50:47–0:50:51
      dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
      0:50:51–0:50:53
      Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

      The post MP108 –  ver.de: Wie eine Versicherungsgenossenschaft das Geld der Vielen in eine regenerative Wirtschaft zurückführt appeared first on MYZELIUM.

      51 min
    • Folge 107 – Faire Mode neu denken: Wie Isabelle Kempf mit umgekrempelt eine gemeinschaftsbasierte Textilwirtschaft in Mannheim aufbaut

        Fast Fashion zerstört Umwelt und Menschen. Aber wie sieht eine echte Alternative aus – und wo fängt sie an? In dieser Folge sprechen wir mit Isabelle Kempf, Gründerin des Mannheimer Ladens umgekrempelt, über ein Geschäftsmodell, das die Logik der Textilindustrie vom Kopf auf die Füße stellt.

        Statt auf Umsatz und Konsum zu setzen, trägt eine wachsende Gemeinschaft – die umgekrempelt ULTRAS – gemeinsam die Betriebskosten des Ladens. Solidarisch, konsumunabhängig und nachhaltig. In dieser Folge erfährst du:

        Wie das gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodell von umgekrempelt funktioniert

        Warum fairer Handel allein nicht reicht – und was der nächste Schritt ist
        Wie eine Gemeinschaft von 200 Menschen in Mannheim eine Alternative zur ausbeuterischen Textilwirtschaft aufbauen will
        Was Tauschen, Reparieren und Upcycling mit echter Transformation zu tun haben
        Wie du selbst Teil dieser Bewegung werden kannst

        Isabelle Kempf hat mit umgekrempelt bewiesen: Es ist möglich, Kleidung fair, nachhaltig und gemeinschaftlich zu denken – auch in einer Stadt wie Mannheim.

        Links zur Folge:
        Mitglied werden bei den umgekrempelt ULTRAS – Teil der Gemeinschaft werden und den Laden solidarisch mittragen:
        www.umgekrempelt-mannheim.de/ultras/
        Das nachhaltige Sortiment von umgekrempelt – faire Mode, die bleibt:
        www.umgekrempelt-mannheim.de
        MYZELIUM Mitte – Veranstaltung – Textile Wertschöpfung – Fair Fashion gemeinschaftsbasiert gestalten
        März 18 / 20:00 – 21:15
        https://www.myzelium.com/veranstaltung/myzelium-mitte-gemeinschaftsbasierte-vorsorge-mehrgenerationen-wohnen-und-pflege-neu-denken/

        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

        Transkription

        0:00:10–0:00:15
        Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
        0:00:15–0:00:18
        Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
        0:00:18–0:00:23
        Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
        0:00:23–0:00:27
        dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
        0:00:27–0:00:31
        Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
        0:00:31–0:00:36
        und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
        0:00:36–0:00:39
        Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
        0:00:49–0:00:53
        Herzlich willkommen zur 107. Folge des MYZELIUM-Podcasts.
        0:00:53–0:00:59
        Heute geht es um umgekrempelt, Isabel und eine gemeinschaftsbasierte oder die
        0:00:59–0:01:01
        gemeinschaftsbasierte Textilwirtschaft,
        0:01:02–0:01:08
        die dringend aufgebaut werden muss, weil unser Planet unter dem vielen Plastikmist,
        0:01:08–0:01:13
        den vielen Textilien, die ins Meer gespült werden, wirklich ächzt und wir dringend
        0:01:13–0:01:14
        neue Lösungen brauchen.
        0:01:15–0:01:17
        Aber dazu gleich mehr. Ich freue mich, dass du da bist, Isabel,
        0:01:17–0:01:20
        und dir heute Zeit für uns nimmst. Hi.
        0:01:21–0:01:23
        Hallo, schön, dass ich hier sein kann.
        0:01:23–0:01:26
        Für alle, die dich noch nicht so gut kennen, wie wir dich jetzt schon kennen,
        0:01:26–0:01:29
        also wir im Sinne von das MYZELIUM, aber ich auch als Hannah,
        0:01:30–0:01:33
        genau, stell dich doch mal vor, wer bist du denn und was machst du denn?
        0:01:34–0:01:39
        Ich bin Isabel, ich wohne in Mannheim und habe da seit über zehn Jahren einen
        0:01:39–0:01:42
        Laden für verproduzierte Kleidung.
        0:01:42–0:01:47
        Wir reparieren auch Lieblingsjeans schon von Anfang an, weil es mein Anliegen
        0:01:47–0:01:51
        war, immer Nachhaltigkeit bis zum Ende zu denken.
        0:01:51–0:01:55
        Und da reicht es eben nicht, nur verproduzierte Dinge zu kaufen,
        0:01:55–0:01:58
        sondern es geht vor allem darum, Dinge länger zu benutzen.
        0:01:58–0:02:03
        Und da ist Reparieren was ganz Wichtiges, habe ich von meiner Oma gelernt und habe,
        0:02:03–0:02:05
        Mache ich in meinem Laden.
        0:02:05–0:02:10
        Und ist es nicht eine total dumme Idee, Isabel, wenn man einen Laden hat,
        0:02:10–0:02:14
        wo man Kleider verkaufen will, dazu anzuhalten, dass die Leute eben nicht so
        0:02:14–0:02:18
        viele Kleider kaufen und sie auch noch reparieren und lange tragen und eben
        0:02:18–0:02:20
        sich nicht ständig was Neues kaufen?
        0:02:20–0:02:25
        Ja, also ist in unserem aktuellen System tatsächlich eine richtig, richtig dumme Idee.
        0:02:25–0:02:30
        Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe. Hat auch tatsächlich dazu geführt,
        0:02:30–0:02:34
        dass ich nach acht Jahren wirklich mit dem Rücken zur Wand stand und gesagt
        0:02:34–0:02:36
        habe, huch, was machen wir?
        0:02:36–0:02:41
        Und dann habe ich glücklicherweise das MYZELIUM gefunden und angefangen,
        0:02:41–0:02:43
        mich mit gemeinschaftsbasierten Wirtschaften zu beschäftigen.
        0:02:44–0:02:50
        Und ja, wir haben zusammen eine Lösung entwickelt, sodass der Laden noch da ist.
        0:02:50–0:02:54
        Vielleicht springen wir da direkt rein. Erzähl doch mal, wie funktioniert es
        0:02:54–0:02:59
        und vielleicht noch dazu gesagt, ihr findet über Isabel, wenn ihr umgekrempelt,
        0:02:59–0:03:01
        umgekrempelt Ultras oder was muss man da in YouTube eingeben,
        0:03:01–0:03:02
        dass man das Video findet.
        0:03:02–0:03:06
        Wir verlinken es auch unten auf jeden Fall. Genau, es gibt nämlich sehr schöne
        0:03:06–0:03:08
        YouTube-Videos, die auch dein Modell
        0:03:08–0:03:13
        erklären, weil du schon sozusagen Vorzeigeprojekt warst für diverse CSX,
        0:03:13–0:03:18
        also Community Supported Everything Forschungsprojekte, weil das, was du machst,
        0:03:18–0:03:24
        ja, halt wirklich außergewöhnlich ist und auf jeden Fall Pilot- und Pioniercharakter hat.
        0:03:24–0:03:28
        Aber jetzt, genau, habe ich genug Spannung aufgebaut. Jetzt erzähl doch mal, was machst du?
        0:03:29–0:03:34
        Ja, ich habe ja gerade schon gesagt, ich möchte die Nachhaltigkeit zu Ende denken
        0:03:34–0:03:39
        und genau, habe viel darüber nachgedacht, was braucht es wirklich,
        0:03:39–0:03:43
        damit wir nachhaltig mit unserem Kleiderschrank umgehen können.
        0:03:44–0:03:50
        Und dafür braucht es halt als erstes mal weniger von allem, weniger kaufen und
        0:03:50–0:03:53
        wie du schon gerade gesagt hast, richtig dumme Idee zu sagen,
        0:03:53–0:03:57
        kauf weniger, weil irgendwie muss ich ja meine Kosten im Laden decken.
        0:03:57–0:04:02
        Und deswegen, als wir über das Modell nachgedacht haben, war mir ganz wichtig,
        0:04:02–0:04:07
        dass wir sozusagen die Finanzierung des Ladens vom Konsum entkoppeln.
        0:04:07–0:04:13
        Dafür wollte ich eine Lösung finden und daraus geworden ist tatsächlich eine
        0:04:13–0:04:18
        Kombination von einem Solidarbeitrag und einem Gutschein-Abo,
        0:04:18–0:04:21
        den unsere Mitglieder jeden Monat bezahlen.
        0:04:22–0:04:26
        Mit dem Solidarbeitrag decken wir unsere Fixkosten, also Miete,
        0:04:26–0:04:30
        Team ist der größte Posten und natürlich auch mein Einkommen.
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        Und mit dem Gutschein-Abo können wir dann Ware einkaufen. Aber erstmal soll
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        der Laden als Ort der Nachhaltigkeit existieren, ohne dass da nur eine einzige
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        Hose über die Ladentheke geht.
        0:04:43–0:04:45
        Das ist so die Grundidee.
        0:04:45–0:04:49
        Ja, mega. Und magst du vielleicht mal so ein paar aktuelle Zahlen sagen?
        0:04:49–0:04:51
        Also wie viele Mitglieder sind denn bei dir schon?
        0:04:52–0:04:54
        Genau, wie viele Ultras gibt es denn schon? Die heißt nämlich,
        0:04:54–0:04:57
        die Gemeinschaft hält nämlich umgekrempelt Ultras. Und um es gleich vorwegzunehmen,
        0:04:58–0:05:00
        ich bin auch ein Ultra. Genau.
        0:05:01–0:05:04
        Also es ist so spannend, weil ich weiß gar nicht, wie viel Soli-Beitrag ich
        0:05:04–0:05:10
        bezahle, aber ich glaube so 20, 30 Euro im Monat als Beitrag zu den Fixkosten.
        0:05:10–0:05:14
        Und dann habe ich irgendwie noch so, weiß ich nicht, 50, 60 Euro Guthaben und
        0:05:14–0:05:15
        ich spare mir das immer an.
        0:05:16–0:05:20
        Und dann gehen wir sozusagen zweimal im Jahr vielleicht, schaffe ich es,
        0:05:20–0:05:24
        von Speyer nach Mannheim, mit meiner Family bei Isabel einkaufen.
        0:05:24–0:05:28
        Und jeder darf sich was aussuchen, was Neues. Und ja,
        0:05:28–0:05:32
        bald hoffe ich es auch zu schaffen zu den Reparier-Nachmittagen,
        0:05:32–0:05:37
        die jetzt ganz oft stattfinden und wo ich meinen Wäschekorb an kaputter Kleidung
        0:05:37–0:05:40
        mitbringen kann und die endlich mal reparieren kann,
        0:05:40–0:05:44
        weil ich es alleine auch nicht tue und auch tatsächlich mir die Skills fehlen.
        0:05:44–0:05:46
        Also ich glaube, hätte ich mehr Zeit mit meiner Oma gebracht,
        0:05:46–0:05:50
        hätte mir die das schon auch noch beigebracht, aber genau, habe ich irgendwie verpasst.
        0:05:51–0:05:56
        Und genau, wie ist denn so der aktuelle Stand und wo willst du vielleicht auch hin?
        0:05:57–0:06:00
        Ja, du hast schon sehr, sehr viele coole Sachen gerade angesprochen.
        0:06:01–0:06:07
        Also wir sind im Moment 80 Ultras, wobei ein Ultra oft auch eine ganze Familie
        0:06:07–0:06:11
        ist oder eben auch ein Haushalt, kann auch mal eine WG sein oder so.
        0:06:11–0:06:16
        Wir haben am Anfang quasi so als Richtwert rausgegeben, dass pro erwachsene
        0:06:16–0:06:21
        Person wir uns 34 Euro Soli wünschen im Schnitt.
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        Und da sind wir tatsächlich auch gelandet. Also wir haben ein Minimum von 10
        0:06:26–0:06:29
        Euro und ganz viele Leute zahlen dieses Minimum.
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        Also das ist wahrscheinlich die Hälfte oder so würde ich jetzt,
        0:06:32–0:06:36
        das ist ein Bauchgefühl, aber zahlt ungefähr dieses Minimum.
        0:06:36–0:06:40
        Und es gibt aber auch etliche, die halt erheblich mehr zahlen.
        0:06:40–0:06:44
        Also wir haben Mitglieder, die zahlen uns jeden Monat dreistellige Soli-Beiträge,
        0:06:44–0:06:49
        weil sie sagen, mein Einkommen gibt das her, das tut mir nicht weh und die Arbeit,
        0:06:49–0:06:53
        die du da machst, die ist einfach wichtig und ich kann dich dabei unterstützen.
        0:06:53–0:06:55
        So dass es wirklich.
        0:06:56–0:06:59
        Über die Mitglieder hinweg eine große Solidarität gibt,
        0:07:00–0:07:04
        sodass es wirklich vollkommen okay ist, wenn man diese 10 Euro bezahlt und eben
        0:07:04–0:07:09
        andere, die sagen, hey, ich kann mir das leisten, die geben erheblich mehr,
        0:07:09–0:07:15
        sodass tatsächlich eine Solidarität mit mir entsteht und wir diese Ladenkosten decken können.
        0:07:15–0:07:19
        Und ich muss mich selber immer wieder daran erinnern, dass es dafür eigentlich
        0:07:19–0:07:21
        keine Gegenleistung geben braucht.
        0:07:22–0:07:25
        Die Gegenleistung dafür ist, den Laden gibt es weiter,
        0:07:26–0:07:30
        weil ich quasi schon über den ganzen Zeitraum habe ich alleine dieses Risiko
        0:07:30–0:07:35
        getragen und jetzt habe ich diese Gemeinschaft, die mit mir in die Verantwortung
        0:07:35–0:07:38
        geht, damit es einfach diesen Ort der Nachhaltigkeit geben kann,
        0:07:38–0:07:44
        wo wir Dinge machen können, die wirtschaftlich nicht rentabel sind in unserem System.
        0:07:44–0:07:49
        Wie zum Beispiel unsere Mitglieder dazu eigen zu laden, ihre Klamotten selber zu reparieren.
        0:07:50–0:07:54
        Ja, also dafür Geld bezahlen zu müssen, also kann man auch machen, das als Workshop.
        0:07:54–0:07:58
        Aber ich finde auch, wir haben lange Workshops auch gemacht, es ist anstrengend.
        0:07:58–0:08:01
        Da musst du eine gewisse Anmeldungszahl, dann musst du das kalkulieren,
        0:08:01–0:08:03
        kommt es am Ende wieder raus.
        0:08:03–0:08:07
        Und so kann ich einfach sagen, kommt, im Moment machen wir es einmal im Monat,
        0:08:07–0:08:09
        aber das ist mal immer so ein Vortesten.
        0:08:09–0:08:14
        Wenn es besser ankommt, dann machen wir das auch öfter. Weil wenn wir einfach da sind,
        0:08:15–0:08:20
        der Laden quasi bezahlt ist als Ort und wir als Team auch, dann können wir ja alles machen.
        0:08:21–0:08:24
        Wir können auch, wenn unsere Schneiderin bezahlt ist, Jeans reparieren,
        0:08:24–0:08:29
        wo sich das niemals lohnen würde, die zu reparieren, weil es dann so viel kosten
        0:08:29–0:08:31
        würde, wie wenn man eine neue Hose kauft.
        0:08:31–0:08:35
        Haben wir tatsächlich auch schon gemacht gegen Bezahlung. Also bei Lieblingsjeans
        0:08:35–0:08:39
        merkt man diese krasse Wertschätzung, die Leute haben für einzelne Kleidungsstücke.
        0:08:40–0:08:43
        Aber meistens landen sie halt dann doch irgendwann in der Tonne,
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        weil man sagt, naja gut, das rentiert sich jetzt nicht mehr.
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        Wenn die Gemeinschaft quasi eine Schneiderin ausfinanziert, dann muss man sich
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        nur noch innerhalb der Gemeinschaft einigen, was jetzt repariert wird.
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        Aber im Prinzip kann sich dann jede Hose einfach in die Schlange stellen und
        0:08:59–0:09:01
        wird halt dann repariert, wenn Zeit ist.
        0:09:02–0:09:07
        Also sowas fasziniert mich halt wahnsinnig, weil wir da wirklich diesen Marktmechanismus
        0:09:07–0:09:13
        komplett aushebeln können und einfach Dinge machen, die sich nicht rechnen.
        0:09:13–0:09:16
        Also das ist ja bei Handarbeit ganz oft der Fall.
        0:09:16–0:09:20
        Es ist ja auch so, wenn Leute zum Beispiel stricken und dann sagt im Freundeskreis
        0:09:20–0:09:22
        jemand, ja Mensch, du solltest das verkaufen.
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        Da gibt es immer wieder auf Insta auch so Videos, wo Leute dann vorrechnen,
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        wie viel dann so ein selbstgestrickter Pullover kosten würde.
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        Also das funktioniert halt einfach nicht. Aber der Wert entsteht halt in diesem
        0:09:34–0:09:40
        gemeinsamen Tun, wirklich auch in dieser gemeinsam verbrachten Zeit und in diesem
        0:09:40–0:09:44
        Lieblingsstück, was man dann einfach noch eine Runde weiter anziehen kann.
        0:09:46–0:09:49
        Das klingt jetzt alles so, als würde es schon super funktionieren.
        0:09:49–0:09:54
        Es ist so, dass diese 80 Mitglieder halt im Moment ungefähr ein Viertel unserer Ladenkosten decken.
        0:09:54–0:09:59
        Das heißt, wir haben ein hybrides Modell im Moment und müssen halt parallel
        0:09:59–0:10:04
        auch noch im alten System Umsatz generieren. Und das ist halt das,
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        was im Moment schon auch anstrengend ist, dass wir halt beides machen.
        0:10:08–0:10:12
        Ich pflege die Gemeinschaft und kümmere mich darum, mache diese Angebote und
        0:10:12–0:10:15
        ich muss trotzdem halt immer gucken,
        0:10:15–0:10:19
        dass ich Kleidung auch verkaufe, damit eben tatsächlich meine Kosten gedeckt
        0:10:19–0:10:23
        sind und ich davon leben kann. Das ist halt immer der entscheidende Punkt.
        0:10:24–0:10:29
        Das wird halt immer dann als erstes gestrichen sozusagen, weil das nicht fix
        0:10:29–0:10:30
        ist für eine Unternehmerin.
        0:10:31–0:10:36
        Genau. Also deswegen hätten wir gerne doppelt so viele Mitglieder.
        0:10:36–0:10:40
        Dann wäre mein Leben noch viel leichter und wir könnten halt noch viel mehr
        0:10:40–0:10:45
        nachhaltige Dinge tun, weil meine Energie dann einfach dafür zur Verfügung stehen
        0:10:45–0:10:48
        würde, statt für den Verkaufsstruggle.
        0:10:50–0:10:53
        Glücklicherweise ist ja bald Beitragsrunde. Wann ist denn die Beitragsrunde?
        0:10:53–0:10:56
        Die Beitragsrunde ist an einem Montag, der 20.
        0:10:57–0:11:02
        April um 18 Uhr bei uns im Laden. Man kann gerne schon ab 17 Uhr kommen und
        0:11:02–0:11:04
        uns kennenlernen. Ganz gemütlich.
        0:11:05–0:11:07
        Also, kommt vorbei.
        0:11:08–0:11:09
        Jetzt habe ich es wieder vergessen. 20.
        0:11:09–0:11:13
        April. Falls ihr jetzt diese Podcast-Folge hört und der 20.
        0:11:13–0:11:18
        April 26 ist schon vorbei, gar kein Problem. Wir können auch unterjährig immer
        0:11:18–0:11:20
        Mitglieder aufnehmen. Also ihr könnt einfach jederzeit vorbeikommen.
        0:11:21–0:11:25
        Aber so eine Beitragsrunde ist trotzdem wirklich, wirklich ein cooler Moment,
        0:11:26–0:11:29
        weil wir wirklich einen detaillierten Einblick hinter die Kulissen geben.
        0:11:30–0:11:33
        Also ich lege alle Zahlen offen, die Umsatzentwicklung, die Beitragsentwicklung.
        0:11:33–0:11:39
        Und man kann wirklich immer förmlich spüren, was das für uns bedeutet,
        0:11:40–0:11:45
        dass es diese Gemeinschaft gibt und was es tatsächlich auch für die Textilindustrie
        0:11:45–0:11:48
        bedeuten kann, weil es geht da ja nicht nur um mein Einkommen.
        0:11:48–0:11:53
        Also das ist tatsächlich so wie, wenn man sich als erstes die Sauerstoffmaske aufsetzt.
        0:11:53–0:11:58
        Also in der ersten Linie müssen wir jetzt mal dafür sorgen, dass ich diese Sauerstoffmaske
        0:11:58–0:12:04
        habe, damit ich quasi diese Visionen verfolgen kann, die ich tatsächlich für
        0:12:04–0:12:07
        die Textilindustrie insgesamt habe.
        0:12:07–0:12:12
        Super Überleitung. Genau, ich muss hier gar nicht mehr viel tun.
        0:12:12–0:12:15
        Du machst das im Monolog? Nee, es ist genau richtig so.
        0:12:16–0:12:20
        Genau, weil es ist ja nur, es ist ein kleines Puzzlestein, ein Laden,
        0:12:20–0:12:25
        in dem man seine Dinge reparieren kann und auch wirklich qualitativ hochwertige
        0:12:25–0:12:30
        und nachhaltig produzierte Kleidungsstücke erwerben kann, wenn es dann doch was Neues sein soll.
        0:12:31–0:12:36
        Das ist sozusagen ein kleines Puzzleteil in diesem Ganzen. Aber jetzt lüften
        0:12:36–0:12:38
        wir mal den Vorhang sozusagen hinter die Textilindustrie.
        0:12:39–0:12:43
        Und ich weiß, dass du einfach auch nicht nur eine wahnsinnige,
        0:12:43–0:12:50
        wirklich wahnsinnige Unternehmerin bist, sondern eben auch eine große Visionärin
        0:12:50–0:12:51
        in der Textilwirtschaft.
        0:12:52–0:12:55
        Und deshalb, also vielleicht, ich finde das immer so spannend,
        0:12:55–0:12:59
        weil wenn man nicht aus der Branche kommt, dann weiß man wirklich vieles nicht.
        0:12:59–0:13:01
        Also bitte fangen bei Null an, so ungefähr.
        0:13:02–0:13:05
        Weil, was ich auch so spannend finde, du hast ja auch so einen Druck als,
        0:13:05–0:13:09
        jetzt nochmal aus der Einzelhandelsperspektive, als Laden viel zu verkaufen,
        0:13:09–0:13:11
        weil du ja auch bestimmte,
        0:13:12–0:13:17
        sozusagen Größenordnungen hast, die du überhaupt bestellen kannst bei bestimmten Marken.
        0:13:17–0:13:21
        Die verkaufen ja nicht zehn Jeans oder so, sondern da musst du irgendwie, keine Ahnung,
        0:13:22–0:13:24
        So und so viele bestellen. Also vielleicht erzählst du auch davon mal,
        0:13:24–0:13:27
        was sind denn so erstmal vielleicht die Strukturen jetzt,
        0:13:27–0:13:31
        in denen du dich bewegst und die Nachhaltigkeit widersprechen und wie können
        0:13:31–0:13:37
        wir diese Muster und Strukturen vielleicht auch irgendwie clever umgehen oder verändern?
        0:13:37–0:13:44
        Ja, also vielleicht fange ich da tatsächlich an. Wie funktioniert normaler Bekleidungseinzelhandel?
        0:13:46–0:13:51
        Also man muss sich das so vorstellen, es gibt in der fair produzierten Mode
        0:13:51–0:13:52
        zwei Kollektionen pro Jahr.
        0:13:53–0:13:57
        Immerhin, klingt vielleicht schon viel, ist aber richtig, richtig wenig,
        0:13:58–0:13:59
        ist schon wieder richtig back to the roots.
        0:13:59–0:14:03
        Also das könnte man verbuchen und da läuft schon wieder relativ gut,
        0:14:03–0:14:07
        weil im konventionellen Einzelhandel, also ich möchte keine Namen nennen,
        0:14:07–0:14:11
        aber einfach die großen Ketten, die man so kennt, wenn man in irgendeine x-beliebige
        0:14:11–0:14:17
        Innenstadt läuft in diesem Land, dann findet man sie, sieht ja alles gleich aus eigentlich.
        0:14:17–0:14:21
        Da gibt es jede Woche eine neue Kollektion, mindestens.
        0:14:21–0:14:28
        Online, ultra fast Fashion dann noch krasser täglich, mehrmals täglich.
        0:14:28–0:14:31
        Also einfach laufend neue Sachen.
        0:14:31–0:14:37
        Das ist dieses System, was wir Fast Fashion nennen und wo wir uns als Einzelhandelsgeschäft
        0:14:37–0:14:40
        als Teil der Gegenbewegung sehen, nämlich mit Slow Fashion.
        0:14:41–0:14:45
        Was dann auch kein Produkt ist, sondern was wir als Haltung begreifen,
        0:14:46–0:14:50
        nämlich gute Sachen kaufen, weniger Sachen kaufen, sie lange benutzen,
        0:14:50–0:14:53
        sie reparieren, sie weitergeben, wenn wir sie nicht brauchen,
        0:14:53–0:14:56
        auch mal was second hand kaufen und so.
        0:14:56–0:15:01
        Also dieses ganze Ding nennt sich Slow Fashion und wir begreifen uns als Teil dieser Bewegung.
        0:15:02–0:15:07
        Okay, also es gibt zwei Kollektionen im Jahr. Kann ich die einfach so kaufen? Nein.
        0:15:07–0:15:11
        Da brauche ich eine Glaskugel als Einzelhändlerin und muss ein Jahr im Voraus
        0:15:11–0:15:15
        diese Dinge bestellen in der richtigen Menge, die ich dann benötigen werde.
        0:15:16–0:15:20
        Spätestens seit Lockdown 2020 ist das alles komplett aus dem Takt.
        0:15:20–0:15:25
        Und schon vorher ist das meiner Meinung nach nicht gut möglich gewesen mit dieser Glaskugel.
        0:15:25–0:15:29
        Deswegen brauchen wir im konventionellen Einzelhandel Sale, damit wir diese
        0:15:29–0:15:32
        blöden Reste, die wir dann ständig haben, immer raushauen.
        0:15:32–0:15:35
        Von hinten drückt ja schon die nächste Ware, die ich dummerweise vor einem Jahr
        0:15:35–0:15:39
        bestellt habe, obwohl ich jetzt vielleicht eigentlich gerade noch genug hätte.
        0:15:39–0:15:43
        Das ist aber jetzt mal spannend, weil das bedeutet ja, du bestellst sozusagen,
        0:15:43–0:15:47
        jetzt kommt der Sommer. Du hast die Sommerkollektion von irgendeiner nachhaltigen
        0:15:47–0:15:52
        Produktionsfirma, hast du schon sozusagen im Sommer 25 vorbestellt?
        0:15:52–0:15:57
        Ich nicht, aber wenn ich normal arbeiten, wenn ich konventionell arbeiten würde, ja.
        0:15:58–0:16:02
        Also die meisten Fair Fashion Stores haben, die kriegen im Januar,
        0:16:02–0:16:04
        Anfang Februar die Sommerware.
        0:16:05–0:16:09
        Deswegen müssen sie dem Winterzeug kurz raushauen, weil, also das kommt ja nicht
        0:16:09–0:16:12
        nur die Ware, sondern es kommt auch die dicke Rechnung für alles auf einmal.
        0:16:13–0:16:16
        Genau, aber die Rechnung kommt erst, wenn die Ware ausgeliefert ist.
        0:16:16–0:16:19
        Weil das ist ja auch spannend, wenn du über die gemeinschaftsbasierte Textilwirtschaft nachdenkst.
        0:16:19–0:16:25
        Die lassen sich ja wirklich ihre Produktion nicht vorfinanzieren,
        0:16:25–0:16:27
        aber zumindest vorplanen.
        0:16:27–0:16:33
        Also sie fragen an, was wird bestellt und in der Größenordnung produzieren sie.
        0:16:33–0:16:34
        Ist ja erstmal nicht ganz so dumm, oder?
        0:16:34–0:16:40
        Genau, so wird auch oft argumentiert, weil, also jetzt lasse ich die Katze aus
        0:16:40–0:16:42
        dem Sack, ich rebelliere gegen dieses System.
        0:16:42–0:16:46
        Weil ich sage, hallo, ihr gebt mir nur den schwarzen Peter weiter.
        0:16:46–0:16:49
        Ihr wollt keine Glaskugel benutzen, also muss ich die Glaskugel benutzen.
        0:16:50–0:16:53
        Ich weiß es aber auch nicht, was ich brauche. Und die sagen dann so,
        0:16:53–0:16:56
        ja, das ist dann voll nachhaltig, weil dann haben wir keine Reste.
        0:16:56–0:16:59
        Ja, hallo, ich hab dann die Reste, was soll der Kack?
        0:16:59–0:17:04
        Entschuldigung, ich bin manchmal ein bisschen unflätig, aber es ist wirklich zum Aufregen.
        0:17:05–0:17:09
        Ja, die sagen, sie müssen das wissen, damit sie das produzieren,
        0:17:09–0:17:11
        was auch tatsächlich gebraucht wird.
        0:17:11–0:17:18
        Ich sage Trugschluss, ihr schaut halt nur euren kurzen Weg an,
        0:17:18–0:17:20
        aber die textile Kette ist halt länger.
        0:17:21–0:17:26
        Die geht los bei der Materialproduktion und die geht halt bis in den Schrank von den EndkundInnen.
        0:17:27–0:17:33
        Und so müssen wir das denken. Also das ist halt wirklich leider sehr komplex. Was?
        0:17:35–0:17:39
        Aber es sind nicht alle so. Es gibt auch welche, die machen das anders,
        0:17:39–0:17:42
        die sind flexibler und ich bevorzuge halt die.
        0:17:42–0:17:46
        Also ich wähle meine Lieferanten weitgehend danach aus, dass ich auf diese,
        0:17:46–0:17:49
        also Fororder heißt es, dass ich das ein Jahr im Voraus bestelle,
        0:17:50–0:17:51
        wo ich darauf verzichten kann.
        0:17:51–0:17:56
        Oder was auch in Ordnung ist für mich, zum Beispiel bei den Jeans kann ich Dinge
        0:17:56–0:18:00
        vorbestellen, die sowieso immer im Sortiment sind.
        0:18:00–0:18:05
        Also zum Beispiel bei den Jeans-Modellen, das nennt sich dann NOS, Never Out of Stock,
        0:18:05–0:18:12
        wollen die halt auch planen, okay, aber ich kann quasi sagen,
        0:18:12–0:18:15
        ja, ich will von diesem Jeans-Modell einfach die gängigen Größen,
        0:18:15–0:18:16
        die brauche ich auf jeden Fall.
        0:18:16–0:18:20
        Und da brauche ich auch keine Glaskugel, weil das ist bei mir auch schon statistisch.
        0:18:21–0:18:24
        Die werde ich auf jeden Fall brauchen, weil das ist ein Jeansmodell,
        0:18:24–0:18:25
        was wir die ganze Zeit haben.
        0:18:25–0:18:29
        Aber halt bei irgendeinem modischen Kleidungsstück, irgendein Kleid in einer
        0:18:29–0:18:34
        knalligen Farbe, was es dann halt nur diese eine Saison gibt und dann auch wieder nicht mehr.
        0:18:35–0:18:38
        Also sowas wollen wir halt im Laden eigentlich gar nicht haben.
        0:18:38–0:18:42
        Und manche Modefirmen schließen das dann halt aus. Die sagen,
        0:18:42–0:18:45
        wenn du unsere Kollektion nicht nimmst, dann verkaufen wir dir gar nichts.
        0:18:46–0:18:48
        Und das finde ich halt doof.
        0:18:48–0:18:55
        Also in meiner idealen Welt sind halt Modefilmen so, dass sie sich auf etwas
        0:18:55–0:18:59
        spezialisieren tatsächlich und dass sie eine Sache richtig, richtig gut machen.
        0:18:59–0:19:05
        Zum Beispiel die perfekte Jeans oder den super guten Pullover oder T-Shirts
        0:19:05–0:19:08
        mit ganz vielen verschiedenen Schnitten und ganz vielen verschiedenen Farben
        0:19:08–0:19:13
        oder die perfekte Socke oder Unterhosen.
        0:19:14–0:19:19
        Und es gibt viele, die das so machen und sich sehr stark spezialisiert haben.
        0:19:19–0:19:24
        Und die dann auch, die hat es auch in Corona nicht rausgehauen, als Lockdown war.
        0:19:24–0:19:30
        Weil die hatten keine Kollektion, die man dann sogar steuerlich super abschreiben
        0:19:30–0:19:32
        konnte und die dann vernichtet wurde.
        0:19:32–0:19:36
        Weil ist ja dann kurze Zeit später wieder out, ist ja dann wertlos.
        0:19:37–0:19:39
        Entschuldigung, das sind Klamotten, die wir produziert haben.
        0:19:39–0:19:42
        Da wurde Ressourcen eingesetzt, da wurde Arbeitskraft eingesetzt.
        0:19:42–0:19:44
        Warum bitte ist das wertlos?
        0:19:44–0:19:51
        Also unser System ist wirklich, wirklich krank und mein Ansatz ist halt zu sagen,
        0:19:52–0:19:59
        wir brauchen richtig gute Basics, weil auch Jeans-Schnitte sind einer krassen Mode unterworfen.
        0:19:59–0:20:02
        Also jetzt werden die Jeans gerade immer sehr, sehr weit.
        0:20:03–0:20:07
        Davor konnte man nur Skinny tragen und du bekommst halt auch nichts anderes.
        0:20:07–0:20:12
        Und wir sehen halt, hey, wir sind unterschiedlich, uns gefallen unterschiedliche
        0:20:12–0:20:15
        Dinge, unsere Körperformen sind unterschiedlich.
        0:20:15–0:20:19
        Es gibt Leute, die sehen super aus in der Skinny Jeans und es gibt halt welche,
        0:20:19–0:20:23
        die sehen super aus in der Baggy Jeans und manche mögen High Waist und manche mögen Low Waist.
        0:20:24–0:20:27
        Warum kann man immer nur eins davon gerade kaufen?
        0:20:27–0:20:33
        Totaler Schwachsinn. Also ich hätte gerne ein Jeansregal, wo du alle verschiedenen
        0:20:33–0:20:36
        Schnitte zu jeder Zeit anprobieren kannst.
        0:20:37–0:20:39
        Kaufen kannst, logischerweise auch.
        0:20:40–0:20:41
        Ja, das ist lustig.
        0:20:41–0:20:47
        Genauso die T-Shirts. Also ich meine, was soll das? Und natürlich darf man seine Meinung ändern.
        0:20:47–0:20:52
        Also ich habe auch die ganze Zeit Skinny Jeans getragen und bin jetzt bei den
        0:20:52–0:20:55
        White Barrel gelandet und finde es voll geil. Es ist wie ein neues Leben.
        0:20:55–0:20:59
        Das darf Mode sein. Das darf richtig viel Spaß machen.
        0:20:59–0:21:04
        Aber wir brauchen deswegen nicht Kollektionen, die nur ein paar Monate verfügbar ist.
        0:21:04–0:21:07
        Und gerade bei Jeans ist Katastrophe Kollektion.
        0:21:07–0:21:11
        Weil, ich meine, stell dir mal vor, es gibt 10 verschiedene Größen,
        0:21:11–0:21:12
        wenn wir nur die Standards nehmen.
        0:21:13–0:21:17
        Dann fallen die Leute mit klein und groß schon wieder raus. Eigentlich auch scheiße.
        0:21:17–0:21:22
        Ich will eigentlich mindestens 20 Größen, damit ich wirklich allen eine Jeans anbieten kann.
        0:21:22–0:21:31
        Weil Größe 46 bei Damen oder XL ist eigentlich eine Durchschnittsgröße.
        0:21:31–0:21:37
        Aber da hört es auf bei den meisten Marken. Also wir schließen ganz,
        0:21:37–0:21:38
        ganz viele Menschen aus.
        0:21:38–0:21:42
        Gibt es auch, möchte ich hier Otherwise nennen, die sich darauf spezialisiert
        0:21:42–0:21:44
        hat. Das ist wirklich großartig, was sie da macht.
        0:21:44–0:21:45
        Otherwise.
        0:21:45–0:21:54
        Otherwise produziert in Deutschland und sehr inklusiv, also von XXS bis 6XL.
        0:21:54–0:21:59
        Weil sie sagt, das kann nicht sein, dass Modelabels nur für XS bis XL produzieren.
        0:21:59–0:22:01
        Das geht gar nicht, weil wir schließen ganz, ganz viele aus.
        0:22:02–0:22:04
        Ja, großartig, was sie macht.
        0:22:05–0:22:10
        So, kurz den Faden verloren. So, also ich hätte gerne 20 Größen.
        0:22:10–0:22:14
        So, und dann muss halt immer jemand kommen, der genau die Weite in der Länge,
        0:22:14–0:22:18
        die ich da habe, passt. Und die Farbe muss auch noch gefallen.
        0:22:18–0:22:23
        So, und wenn es gut läuft, verkaufe ich halt die Hälfte von diesem Dienststapel,
        0:22:23–0:22:25
        der da liegt in einer Runde.
        0:22:26–0:22:30
        Egal, ne? Also ich meine, je mehr du verkaufst, umso schneller dreht sich das sozusagen.
        0:22:31–0:22:37
        Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich alle verkaufe, die ist verschwindend gering.
        0:22:37–0:22:41
        Und dann, wenn das Kollektion ist und ich nicht die Größen, die ich verkauft
        0:22:41–0:22:47
        habe, nachziehen kann, so dass dieser Stapel, in meiner idealen Welt sind immer alle 20 Größen da.
        0:22:47–0:22:51
        Weil ich meine, du kommst und du wirst anprobieren. Wenn ich deine nicht da
        0:22:51–0:22:53
        habe, kannst du nicht anprobieren. Blöd.
        0:22:54–0:22:56
        So, also ich muss die nachziehen können. Wenn ich das nicht kann,
        0:22:57–0:23:01
        werden es immer weniger und die Wahrscheinlichkeit, dass du kommst und anprobieren
        0:23:01–0:23:05
        kannst, wird immer geringer und dann hast du schon keinen Bock mehr oder du
        0:23:05–0:23:08
        probierst eine an, bräuchst du eine größere, ja, ist dummerweise nicht mehr da.
        0:23:08–0:23:11
        Also es wird immer schwieriger, die Alu zu verkaufen.
        0:23:12–0:23:16
        Musst du auf der Straße rumlaufen und wissen, welche Jeans du hast und dann
        0:23:16–0:23:22
        sozusagen den Körper ansprechen, der noch zu deinen wenigen Jeans, also so vielleicht.
        0:23:22–0:23:25
        Tatsächlich, also wenn ich selber im Laden bin, nach zehn Jahren habe ich einen
        0:23:25–0:23:28
        Blick für die Hintern der Nation.
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        Wenn jemand in der Umkleide ist und ich sehe das, dann muss ich halt im Kopf
        0:23:32–0:23:37
        wissen, ey, ich habe da noch diese eine, das könnte passen und wenn das gelingt,
        0:23:37–0:23:41
        dann ist es halt so voll, dann mache ich eine Flasche Sekt auf, so ungefähr, weil,
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        Aber es ist so schwierig und es ist einfach unnötig, weil Jeans sind,
        0:23:47–0:23:52
        wir können immer die gleichen Jeans haben. Weil Jeans ist halt Jeans.
        0:23:52–0:23:56
        Was gibt es denn für gute Jeans-ProduzentInnen, wo das möglich ist?
        0:23:56–0:23:58
        Gibt es die schon? Gibt es da welche?
        0:23:58–0:24:02
        Wir haben übrigens eine Folge aufgenommen mit Bleed.
        0:24:02–0:24:03
        Die haben ja Jeans produziert.
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        Die produzieren auch. Bleed heißt jetzt Piquea. Die haben auch eine sehr interessante Lösung gefunden.
        0:24:12–0:24:16
        Die machen jetzt nämlich nur On Demand. Also die haben jetzt wirklich diese
        0:24:16–0:24:21
        Vororder, über die wir gerade gesprochen haben, die immer vom Handel verlangt
        0:24:21–0:24:23
        wird, haben die auf die Endkunden weitergegeben.
        0:24:24–0:24:27
        Also die sagen jetzt, guck mal, wir haben hier eine Kollektion entwickelt,
        0:24:27–0:24:30
        ihr könnt dieses coole Basic Shirt, also sehr reduziert.
        0:24:30–0:24:34
        Sau cooler Weg, sau cooler Weg. Und diese Jeans und sagt uns,
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        was ihr wollt und dann produzieren wir nur das, was halt schon verkauft ist.
        0:24:39–0:24:43
        Aber wäre das nicht auch eine gute Sache für dich, wenn du sagst,
        0:24:43–0:24:47
        okay, ich habe zum Beispiel von Piquea alle Modelle da,
        0:24:47–0:24:52
        die kann man anprobieren, aber die Bestellung an sich des Modells,
        0:24:52–0:24:55
        das kann man dann im Laden von mir aus, kannst du sagen, aha,
        0:24:55–0:24:58
        okay, ist die Größe und dann sagst du, okay,
        0:24:58–0:25:01
        klasse, bestelle ich dir in zwei Wochen, kannst du hier im Laden abholen oder
        0:25:01–0:25:02
        so. Also wäre das nicht auch eine...
        0:25:03–0:25:08
        So machen wir es ja im Prinzip auch. Also weil oft sagen die Leute, ja,
        0:25:08–0:25:12
        ich brauche Länge 34 oder ich brauche Länge 30 und wir haben halt einfach meistens
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        nur Länge 32 da, weil das halt so der Standard ist, was halt viele haben und
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        die andere Länge, die passende, die bestellen wir dann.
        0:25:21–0:25:26
        Also wir versuchen halt, alle Weiten da zu haben und dann die richtige Länge nachzubestellen.
        0:25:26–0:25:30
        Was auch dazu führt, dass wir Verkäufe verlieren, aber das ist dann halt so,
        0:25:30–0:25:34
        weil mit jeder, also sonst bindet es uns zu viel Kapital.
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        Sonst müssen wir halt noch viel, viel mehr Jeans da liegen haben.
        0:25:38–0:25:42
        Aber im Prinzip machen wir es genau so. Das Problem ist halt bei der Herstellung,
        0:25:42–0:25:44
        du kannst halt nicht eine einzelne Jeans produzieren.
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        Also du musst halt schon in der Produktion wirklich viele machen,
        0:25:49–0:25:52
        aber deswegen sind diese NOS-Sortimente halt Gold wert,
        0:25:52–0:25:57
        wo die Hersteller sozusagen ihre Erfahrungswerte benutzen, um zu sagen,
        0:25:57–0:26:01
        ja, das geht immer, davon brauchen wir diese Mengen und die haben wir einfach immer für euch da.
        0:26:02–0:26:07
        Genauso bei jetzt irgendwie die Unterhosen von Komatsu Earth zum Beispiel.
        0:26:07–0:26:11
        Das ist halt einfach eine Unterhosenfirma, die es schon über 100 Jahre gibt.
        0:26:11–0:26:15
        Die haben einfach Erfahrungen und die machen Komatsu Earth.
        0:26:16–0:26:19
        Das sind einfach einfargeige Unterhosen aus Bio-Baumwolle.
        0:26:20–0:26:23
        Also die verkaufen wir halt hoch und runter, weil wir dann einfach Leute haben,
        0:26:23–0:26:25
        die kaufen viel Second Hand, die gehen viel zum Kleidertausch,
        0:26:25–0:26:27
        aber eine Unterhose tauscht man halt nicht.
        0:26:29–0:26:33
        Nee, das ist auf jeden Fall der Weg. Also Jeans haben wir von Dorn und von Fair
        0:26:33–0:26:38
        Jeans, wo wir wirklich einzelne Hosen auch unterjährig dann nachbestellen können.
        0:26:38–0:26:42
        Das ist für uns wirklich das Entscheidende. Also ich würde keine Jeansmarke
        0:26:42–0:26:48
        aufnehmen, wo ich nur vorordern kann, weil das macht keinen Sinn.
        0:26:48–0:26:52
        Also diese Flexibilisierung unterm Jahr ist absolut wichtig.
        0:26:53–0:26:57
        Genau. Und dass halt nicht diese Reste entstehen, die man dann im Sale,
        0:26:58–0:27:02
        also wir machen kein Sale, weil ich das Signal falsch finde.
        0:27:02–0:27:07
        Also für mich ist Sale so ein Signal von Dinge sind weniger wert.
        0:27:07–0:27:10
        Sind sie im Prinzip auch, weil sie so anstrengend zu verkaufen sind.
        0:27:11–0:27:14
        Aber an dem Kleidungsstück an sich hat sich ja nichts verändert.
        0:27:15–0:27:20
        Und ich kenne das halt aus Erfahrungsberichten sozusagen von anderen Fair Fashion Stores,
        0:27:20–0:27:23
        die Sale machen, dass halt Leute kommen und sagen,
        0:27:24–0:27:27
        aber macht ihr den Sale, ich kaufe jetzt nichts, ich komme dann nochmal wieder,
        0:27:27–0:27:32
        dass halt niemand mehr den normalen Preis bezahlt und das können wir uns halt
        0:27:32–0:27:35
        nicht leisten, also so groß sind halt die Margen nicht, weil ich komme nochmal
        0:27:35–0:27:37
        zu dem Jeansstapel zurück.
        0:27:38–0:27:42
        Wenn da zehn Jeans liegen, muss ich die ersten fünf Jahre verkaufen,
        0:27:42–0:27:43
        nur um die Rechnung zu bezahlen.
        0:27:44–0:27:47
        Und ich habe gerade schon gesagt, die nächsten fünf sind extrem schwierig.
        0:27:47–0:27:52
        Aber erst dann kann ich meine Miete bezahlen, mein Team bezahlen und mich bezahlen mit diesen Hosen.
        0:27:53–0:27:56
        Und eigentlich, damit für mich was übrig bleibt, muss ich alle zehn verkaufen.
        0:27:57–0:28:01
        Da sieht man schon, dass es halt eigentlich nicht funktionieren kann,
        0:28:01–0:28:03
        dass für die Unternehmerin was übrig bleibt.
        0:28:05–0:28:08
        Außer du hast halt diese Systeme, wo du wirklich nachziehen kannst.
        0:28:08–0:28:17
        Hast du da, würdest du sagen, von jedem Basic-Leistungsstück gibt es da zumindest eine,
        0:28:17–0:28:23
        vielleicht auch zwei, drei Firmen, wo du sagst, okay, die haben eine gute Qualität,
        0:28:23–0:28:28
        die produzieren so, dass ich denen vertraue und bei denen muss ich nicht in
        0:28:28–0:28:33
        diese Fast-Fashion-Zirkel einsteigen, weil ich einfach nachbestellen kann, wenn ich brauche?
        0:28:34–0:28:38
        Ja, doch. Also ich würde sagen, dass es in verschiedenen Varianten,
        0:28:39–0:28:41
        jede Konditionen sind ein bisschen anders.
        0:28:42–0:28:48
        Aber dieses Sortiment haben wir im Prinzip in den letzten zehn Jahren aufgebaut, nach und nach.
        0:28:48–0:28:52
        Immer wieder eine bessere Alternative gefunden, die besser zu uns passt.
        0:28:52–0:28:56
        Immer mehr vorordern dann bleiben lassen. Also am Anfang haben wir das auch
        0:28:56–0:28:59
        gemacht, weil ich meine, das ist halt, wie man es macht.
        0:29:00–0:29:03
        Oder beziehungsweise du wirst halt gewisse Marken aufnehmen und dann sagst du,
        0:29:03–0:29:04
        ja gut, dann mache ich das halt.
        0:29:05–0:29:10
        Aber ich war so froh, vor allem dann, als das anfing mit Lockdown und so,
        0:29:10–0:29:13
        dass sich das eben ganz sparsam gemacht hat, weil ich glaube,
        0:29:13–0:29:16
        das hat viele einfach dann richtig in die Bredouille gebracht.
        0:29:18–0:29:22
        Ja, das hat viele in die Bredouille gebracht, außer die, die halt sozusagen
        0:29:22–0:29:25
        auf dieses ganze Online-Business spezialisiert waren.
        0:29:26–0:29:31
        Also ich glaube halt dieses Online, der Online-Verkauf und halt viel Geld für
        0:29:31–0:29:37
        Werbung ausgeben, die dann auch irgendwie online ankommt, das funktioniert ja.
        0:29:37–0:29:40
        Ja, aber bei diesem ganzen Online vielleicht da noch ein Schwenker hin.
        0:29:41–0:29:44
        Also das ist ja auch absurd, was da passiert. Richtig absurd.
        0:29:44–0:29:47
        Also vielleicht erzählst du mal, weil ich weiß es glaube ich nicht so gut wie
        0:29:47–0:29:50
        du. Aber aus meiner Perspektive werden da einfach ultra viel...
        0:29:51–0:29:54
        Quatsch produziert, den man sich ultra billig irgendwie bestellen kann.
        0:29:54–0:29:59
        Dann kriegt man riesige Kartons hingebracht, was ja auch schon sozusagen zu
        0:29:59–0:30:02
        ganz viel Emissionen führt und Lärmbelästigung, weil da ständig irgendwelche
        0:30:02–0:30:05
        LKWs rumfahren, um dir dein Paket zu bringen.
        0:30:05–0:30:09
        Dann probierst du es an, dann magst du vielleicht zwei Dinge behalten,
        0:30:09–0:30:11
        dann schickst du den Rest wieder zurück.
        0:30:11–0:30:14
        Dann wird dieser Rest aber wahrscheinlich eher zerstört, als dass er nochmal
        0:30:14–0:30:17
        eingesetzt wird. Und fertig.
        0:30:18–0:30:23
        Sie sagen wohl, dass sie das wieder verkaufen, aber ist halt echt Arbeit so.
        0:30:24–0:30:27
        Und allein das, was du beschreibst mit den ganzen Kartons und den Emissionen,
        0:30:27–0:30:31
        dass es halt durch die Gegend gefahren wird, ist halt voll irre.
        0:30:31–0:30:35
        Also ich mache niemanden mit einem Vorwurf und ich mache das auch,
        0:30:35–0:30:39
        wenn man ganz gezielt ein Produkt bestellt, was man bei sich vor Ort nicht bekommen kann.
        0:30:41–0:30:44
        Also es gibt zum Beispiel diese eine Bafungsschuhmarke, die ich gerne mag.
        0:30:44–0:30:48
        Ja, die gibt es nicht in Läden. Dann muss ich das halt bestellen. Aber dann...
        0:30:49–0:30:52
        Kümmere ich mich halt darum, dass ich halt dieses eine Paar Schuhe bestelle,
        0:30:53–0:30:56
        was mir dann im Zweifel auch passt und dass ich das behalte.
        0:30:56–0:31:00
        Was halt ganz viele Leute machen, ist, dass sie halt zehn Kleidungsstücke bestellen,
        0:31:00–0:31:05
        schon in verschiedenen Größen, wo sie auf jeden Fall was zurückschicken werden.
        0:31:06–0:31:11
        Und ja, also es gab da verschiedene Studien, wo Leute dann GPS-Tracker an solche
        0:31:11–0:31:14
        Retouren gemacht haben und das halt verfolgt haben.
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        Und ja, es landet halt bei dubiosen Adressen und die schiere Menge ist halt einfach nur irre.
        0:31:24–0:31:31
        Und es landet halt im Zweifel im Müll, es wird deponiert oder also auch unsere
        0:31:31–0:31:35
        Altkleider, das ist ja das nächste, was einfach ein Riesenproblem ist.
        0:31:35–0:31:39
        Ich habe vor kurzem einen Podcast gehört, da fiel eine Zahl.
        0:31:40–0:31:43
        Eine Million Tonnen Altkleider pro Jahr in Deutschland.
        0:31:44–0:31:49
        Das ist eine LKW-Schlange und vor ein paar Jahren war die noch von Hamburg bis
        0:31:49–0:31:51
        München und mittlerweile geht sie schon bis Salzburg.
        0:31:51–0:31:55
        Diese LKW-Schlange von Altkleidern pro Jahr.
        0:31:56–0:32:01
        Und man sieht, die Atacama-Wüste ist ja voll mit unseren Altkleidern,
        0:32:01–0:32:03
        weil wir behalten das ja nicht in Deutschland.
        0:32:03–0:32:08
        Wir spenden das ja für den guten Zweck, aber dieser gute Zweck funktioniert halt nicht gescheit.
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        Landet dann in der Atacama-Wüste, kann man von Mond aus sehen,
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        diese Textilberge. Also es ist wirklich, wirklich irre.
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        Größtenteils halt aus Plastik, sprich Mikroplastik ins Meer,
        0:32:21–0:32:25
        in Hülle und Fülle. Also es ist wirklich, wirklich so, dass man sagt,
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        Gar nicht. Und das Altkleidersystem kollabiert halt auch gerade wegen Fast Fashion,
        0:32:34–0:32:37
        weil diese Kleidungsstücke nicht Secondhand-fähig sind.
        0:32:38–0:32:41
        Also wenn du halt diese Ultra-Fast-Fashion-Marken siehst beim Kleidertausch,
        0:32:42–0:32:43
        dann lässt du es halt auch liegen.
        0:32:44–0:32:48
        Also die sind nicht Secondhand-fähig, die kann man eigentlich nur thermisch
        0:32:48–0:32:52
        verwerten. Und wenn du jetzt schaust, die EU ist da eigentlich auch gerade echt
        0:32:52–0:32:55
        hinterher mit Textilstrategie, blablabla.
        0:32:55–0:32:59
        Das ist im Prinzip ein guter Ansatz. Also man will die Hersteller mehr in die
        0:32:59–0:33:03
        Verantwortung nehmen, dass sie auch für die Abfälle quasi aufkommen sollen.
        0:33:04–0:33:07
        Aber es ist halt völlig unklar, was man mit diesen Abfällen macht.
        0:33:08–0:33:10
        Und dann heißt es halt, ja, die sollen stärker bewirtschaftet werden.
        0:33:11–0:33:16
        Und man will halt irgendwie eine Kreislaufwirtschaft. Aber ich sehe das nicht.
        0:33:16–0:33:22
        Ich sehe das überhaupt nicht. Weil Textilrecycling ist einfach praktisch noch ganz, ganz schwer.
        0:33:22–0:33:27
        Also es gibt Jeans mit 30% Recyclingbaumwolle zum Beispiel.
        0:33:28–0:33:33
        Ich bin da sehr kritisch, weil ich repariere Jeans. und komischerweise diese
        0:33:33–0:33:37
        Hosen, wo dann drin steht 30% Recyclinganteil, also ich gucke mir immer die
        0:33:37–0:33:42
        Etiketten an, die haben dann einfach leider innerhalb von kürzester Zeit ziemlich große Löcher.
        0:33:42–0:33:44
        Finde ich halt dann gar nicht nachhaltig.
        0:33:44–0:33:51
        Also halt lieber aus neuem, gutem Material eine gescheite Hose produziert,
        0:33:51–0:33:55
        die dann lange hält, die man gut reparieren kann, die man dann noch als Putzlappen
        0:33:55–0:33:58
        verwendet und dann wirklich in den Rest mitschmeißt.
        0:33:58–0:34:03
        Das finde ich halt sinnvoller, als zu sagen, wir machen jetzt hier irgendwelche
        0:34:03–0:34:07
        Textilien, die wir im Kreislauf halten können. Das ist einfach bei Textil nicht der Weg.
        0:34:08–0:34:11
        Das funktioniert irgendwie bei Glas, das funktioniert bei Papier.
        0:34:12–0:34:17
        Man hört auch nicht so 100 Prozent, aber da haben wir etablierte Recyclingkreisläufe.
        0:34:17–0:34:21
        Deswegen sollten wir trotzdem nicht einfach Papier verschwenden.
        0:34:21–0:34:29
        Also Vermeidung muss halt immer der erste Weg sein und bei Klamotten sehe ich das ganz massiv. Und,
        0:34:29–0:34:34
        Das Krasse ist, dafür braucht es wirklich andere Geschäftsmodelle,
        0:34:35–0:34:38
        weil die bisherigen, die funktionieren einfach nicht.
        0:34:39–0:34:42
        Und da sind wir wieder zurück bei unserer Gemeinschaft.
        0:34:42–0:34:45
        Und du hast vorhin ganz am Anfang gesagt, das ist so ein kleines Puzzleteil.
        0:34:46–0:34:50
        Aber ich sehe genau, dass wir diese kleinen Puzzleteile brauchen,
        0:34:51–0:34:55
        weil ich will nicht die Verantwortung auf die Konsumenten abwälzen, gar nicht.
        0:34:55–0:34:58
        Aber es braucht tatsächlich auch das,
        0:34:59–0:35:02
        dass wir unsere Konsumentscheidungen tatsächlich überdenken,
        0:35:02–0:35:06
        dass wir gucken, wie gehen wir mit unserem Schrank um, was kaufen wir,
        0:35:06–0:35:11
        kann man das reparieren, was habe ich Lust selber zu reparieren und was mache
        0:35:11–0:35:13
        ich einfach mit den Dingen, die ich aussortiere.
        0:35:14–0:35:19
        Und ich hatte vor kurzem so einen Gedanken von, hatte wieder die Strumpfhose
        0:35:19–0:35:22
        vor meinem Sohn ein Loch und dann habe ich sie zerschnitten und Putzflappen
        0:35:22–0:35:27
        draus gemacht und dann dachte ich so, ja, Klamotten reparieren ist ein Akt der
        0:35:27–0:35:29
        Rebellion, aber Klamotten wegschmeißen auch.
        0:35:30–0:35:34
        Weil wir merken das auch, dass oft Leute zu uns kommen mit Sachen,
        0:35:34–0:35:38
        die wirklich Müll sind und die uns dann fragen, ob wir daraus nicht noch was
        0:35:38–0:35:41
        machen können. Und ich so denke, nee, sorry, ist einfach Müll.
        0:35:42–0:35:47
        Also wir können auch nicht quasi die Systeme mit unserem Müll überlasten, sondern,
        0:35:47–0:35:50
        weil Sortierung ist halt ein riesen Kostenfaktor bei Altkleidern,
        0:35:51–0:35:58
        wir müssen quasi alle Leute so befähigen, dass sie quasi diese Sortierung selber
        0:35:58–0:36:00
        machen und dass sie selber wissen,
        0:36:00–0:36:02
        was man damit noch machen kann oder auch nicht.
        0:36:02–0:36:08
        Also da sehe ich einen ganz großen Hebel, dass man tatsächlich die Dinge so
        0:36:08–0:36:12
        lange benutzt, bis sie Putzlappen werden, sie dann als Putzlappen benutzt,
        0:36:12–0:36:17
        statt lauter neue Putzlappen zu kaufen und sie dann wirklich wegzuschmeißen.
        0:36:19–0:36:21
        Ja, ich finde es so...
        0:36:21–0:36:24
        Jetzt nochmal aus der klassischen Konsumentinnenperspektive,
        0:36:25–0:36:28
        die jetzt auch gerade wieder vor der Aufgabe steht, die Kleiderschränke meiner
        0:36:28–0:36:30
        beiden Kinder, die ja ständig wachsen.
        0:36:30–0:36:33
        So ein Nerv, Nerv, Nerv, dass sie ständig wachsen.
        0:36:33–0:36:33
        Diese Kinder, ey.
        0:36:34–0:36:39
        Genau. Und es beginnt die neue Jahreszeit und genau, lauter Kleider,
        0:36:39–0:36:41
        die nicht mehr passen, sind in meinen Schubladen.
        0:36:42–0:36:46
        Die meisten davon tatsächlich, also ich kaufe eigentlich kaum,
        0:36:46–0:36:51
        also außer bei dir ab und zu, kaufe ich kaum Kleider für meine Kinder neu,
        0:36:51–0:36:56
        weil wir alles vererbt bekommen von irgendwelchen Cousinen, Cousins, Freunden und so weiter.
        0:36:56–0:37:00
        Genau, und da sind dann halt manche Sachen dabei, die kannst du auch weitergeben
        0:37:00–0:37:04
        und die gebe ich dann auch weiter ans Sozialkaufhaus zum Beispiel, da sortieren die die.
        0:37:05–0:37:10
        Genau, aber dann gibt es auch Dinge, die einfach, ja, ich bin auch keine gute
        0:37:10–0:37:11
        Wäscherin, muss ich zugeben.
        0:37:11–0:37:14
        Also die ist auch einfach nicht mehr so richtig, also die müsstest du dann wirklich,
        0:37:15–0:37:19
        da müsstest du wirklich Zeit und Arbeit reinstecken, die irgendwie neu einzufärben
        0:37:19–0:37:26
        oder, also die sind dann vergilbt und irgendwie verwaschen halt, wie man es so kennt.
        0:37:27–0:37:31
        Und genau, also wenn ich jetzt nochmal zusammenfasse, was ich von dir gehört
        0:37:31–0:37:36
        habe, ist es eigentlich dieses, ist es eigentlich erstmal, der erste Schritt
        0:37:36–0:37:40
        ist, ich kaufe weniger und schaue, dass ich qualitativ hochwertige Sachen kaufe.
        0:37:42–0:37:46
        Und gerne bei Leuten, denen man sein Geld geben will, wo man sagt,
        0:37:46–0:37:49
        hey, das ist doch eine gute Sache. Also das einfach bewusst zu entscheiden.
        0:37:49–0:37:53
        Vielleicht kannst du ja da, es wäre mega cool, wenn wir vielleicht dieser Folge
        0:37:53–0:37:57
        eine Liste anhängen könnten, wo du sagst, okay, diese, was weiß ich,
        0:37:57–0:38:01
        lass mal zehn Firmen oder so, sag ich als Profi,
        0:38:02–0:38:05
        denen kann ich vertrauen. Nee, weil ich finde es ultra schwierig.
        0:38:05–0:38:10
        Also ich gehe jetzt zu dir und bei dir kaufe ich sozusagen ohne Gewissensbisse ein.
        0:38:11–0:38:14
        Aber ich finde es ultra schwierig, das einzuschätzen. Ich finde,
        0:38:14–0:38:17
        jeder Bereich unseres Lebens ist so eine Wissenschaft geworden.
        0:38:18–0:38:22
        Ich weiß sozusagen, im Internet kann ich überhaupt nicht mehr darauf vertrauen, was es war, was nicht.
        0:38:22–0:38:27
        In der Textilwirtschaft, der grüne Knopf, den irgendwie, wie hieß,
        0:38:27–0:38:32
        dieser Entwicklungsminister Müller eingeführt hat, da kam auch raus, ist totaler Homburg.
        0:38:32–0:38:34
        Also nicht mal der Bundesregierung und ihrem Label kann man trauen.
        0:38:34–0:38:39
        Also so überall, alle schreiben irgendwie nachhaltig und bio drauf und du weißt
        0:38:39–0:38:40
        eh, dass es nicht stimmt.
        0:38:41–0:38:46
        Also es ist ultra schwierig, finde ich, da sozusagen für sich irgendwie rauszufinden,
        0:38:46–0:38:49
        wie ist es denn, wie arbeiten die wirklich, welche Leute stecken denn wirklich
        0:38:49–0:38:53
        dahinter und deshalb, glaube ich, braucht das auch so Expertinnen wie dich dann,
        0:38:54–0:38:59
        die sagen, hey und ich habe mich in diesen Bereich reingefuchst und ich kann
        0:38:59–0:39:00
        dir in diesem Bereich sagen,
        0:39:00–0:39:03
        das ist gut und das ist nicht gut und das funktioniert und das funktioniert
        0:39:03–0:39:06
        nicht und die Qualität stimmt. und die nicht. Genau.
        0:39:07–0:39:13
        Ja, tatsächlich. Also das ist auch, denke ich, die Leistung,
        0:39:13–0:39:17
        die wir als Einzelhandelsläden im Fair-Fashion-Bereich erbringen.
        0:39:17–0:39:23
        Das ist unsere Hauptleistung, dass wir diese Auswahl treffen und dass wir ein Sortiment kuratieren.
        0:39:24–0:39:27
        Und ich glaube, das wäre tatsächlich auch meine Empfehlung.
        0:39:28–0:39:32
        Weil geht in einen Fair Fashion Store. Und wenn es bei euch in der Stadt oder
        0:39:32–0:39:35
        im Ort keinen gibt, dann guckt im Umkreis.
        0:39:35–0:39:39
        Weil Klamotten müsst ihr nicht jede Woche kaufen. Das ist nicht,
        0:39:39–0:39:42
        wie wenn ihr jetzt sagt, ich kann aber meine Lebensmittel nur da und da kaufen,
        0:39:42–0:39:44
        weil alles andere überfordert mich.
        0:39:45–0:39:49
        Macht einen coolen Ausflug daraus. Also wir haben ja hier auch viel im Umland,
        0:39:49–0:39:53
        dass dann die Familien einfach kommen und dann kriegt halt jeder irgendwie was.
        0:39:53–0:39:56
        Und die haben dann auch manchmal eine ganze Liste, was sie alles brauchen,
        0:39:56–0:39:57
        was fehlt in ihrem Schrank.
        0:39:57–0:40:01
        Das finde ich großartig, weil es ist so eine bewusste Entscheidung zu sagen,
        0:40:01–0:40:05
        wir wollen jetzt fair produzierte Kleidung und wir gehen da in diesen Laden,
        0:40:05–0:40:07
        weil da wissen wir, da gibt es gescheites Zeug.
        0:40:10–0:40:14
        Das reicht halt, wenn man das einmal im Jahr macht oder sogar alle zwei, drei Jahre.
        0:40:14–0:40:18
        Weil das ist wirklich ein nachhaltiger Umgang mit Kleidung.
        0:40:19–0:40:22
        Also Shoppen als Freizeitbeschäftigung habe ich noch nie verstanden,
        0:40:22–0:40:25
        aber das ist halt irgendwie absurd.
        0:40:25–0:40:29
        Heißt nicht, dass es nicht Spaß machen darf. Also mir macht es total Spaß,
        0:40:29–0:40:33
        wenn ich im Urlaub bin, dann zu sagen, hey, da ist ein Fair Fashion Laden,
        0:40:33–0:40:35
        da gehe ich jetzt rein und gucke, was die Cooles haben.
        0:40:36–0:40:39
        Ja, das wäre wirklich meine Empfehlung, an so einen Ort zu gehen,
        0:40:39–0:40:46
        wo quasi diese Expertise vorhanden ist, weil es wirklich überwältigend ist.
        0:40:46–0:40:50
        Und es ist ein Dschungel, man kann da nicht durchblicken, weil auch ein Problem,
        0:40:50–0:40:54
        was ich sehe, was ist überhaupt nachhaltig? Es ist nicht definiert.
        0:40:54–0:40:56
        Niemand hat das festgelegt.
        0:40:56–0:41:01
        Und auch wenn immer mal wieder so Vorschläge kommen von, man soll doch irgendwie
        0:41:01–0:41:04
        einen geringeren Mehrwertsteuersatz für nachhaltige Produkte machen,
        0:41:04–0:41:08
        denke ich so, wie willst du das machen? Weil was sind nachhaltige Produkte?
        0:41:08–0:41:12
        Also selbst wenn du sagst, du gehst auf die Materialien. Ja,
        0:41:12–0:41:15
        es funktioniert nicht, weil je nachdem, für was du es benutzt,
        0:41:15–0:41:17
        brauchst du halt was anderes.
        0:41:18–0:41:22
        Oder du setzt dann, du hast irgendwie ein ökologisches Material,
        0:41:22–0:41:24
        eine Recyclingfähigkeit und eine Reparaturfähigkeit.
        0:41:24–0:41:26
        Manchmal widersprechen sich diese Dinge halt.
        0:41:27–0:41:31
        Oder Funktionalität, gerade im Outdoor-Bereich. Also manchmal braucht es halt Plastik.
        0:41:32–0:41:36
        Und es ist auch voll okay im Outdoor-Bereich, wenn irgendwas einfach dicht sein muss.
        0:41:37–0:41:40
        Alles gut, aber dann musst du es halt haltbar und reparaturfähig machen.
        0:41:40–0:41:46
        Also es gibt nicht dieses eine Kriterium und ich lande immer wieder bei diesem, es kommt drauf an.
        0:41:47–0:41:54
        Und deswegen finde ich halt uns als Anlaufstelle sozusagen so wertvoll,
        0:41:54–0:41:57
        wo unsere Gemeinschaftsmitglieder einfach hinkommen und wissen.
        0:41:58–0:42:04
        Egal welche Frage sie haben zu ihrer Kleidung, entweder wissen wir die Antwort
        0:42:04–0:42:05
        oder wir finden sie heraus.
        0:42:07–0:42:12
        Ja, mega, genau. Das mal zu diesem ganzen, ich schaffe mir was neu an.
        0:42:12–0:42:17
        Aber das ist ja nur, genau, also ich vermeide sozusagen, mir viele neue,
        0:42:18–0:42:19
        schlechte Kleidung zu kaufen.
        0:42:19–0:42:23
        Ich kaufe mir wenig gute Kleidung. Aber dann habe ich jetzt immer noch diesen
        0:42:23–0:42:27
        Kleiderschrank voll mit Klamotten und dann haben wir diese riesige Schlange
        0:42:27–0:42:33
        von LKWs von Salzburg bis Hamburg und die ist ja da.
        0:42:34–0:42:38
        Mit der müssen wir jetzt umgehen. Und genau, ich wäre sehr stark dafür,
        0:42:38–0:42:43
        dass wir nicht weiter die Atacama-Wüste vollmüllen mit unseren Klamotten,
        0:42:43–0:42:46
        sondern wirklich überlegen, was, also vielleicht da nochmal,
        0:42:47–0:42:53
        was, wenn du alle Ressourcen hättest, die du dir wünschen kannst,
        0:42:53–0:42:58
        was würdest du jetzt tun? Also genau.
        0:42:58–0:43:04
        Ich würde es erst mal sichtbar machen für alle, weil ein Argument gibt es noch,
        0:43:04–0:43:07
        darüber haben wir jetzt noch nicht gesprochen und was mir auch immer ein bisschen
        0:43:07–0:43:11
        schwerfällt, es zu entkräften, ist ein soziales.
        0:43:11–0:43:17
        Und zwar wird oft argumentiert, dass es diese sehr günstige Kleidung braucht,
        0:43:17–0:43:19
        damit alle Menschen sich neue Kleidung leisten können,
        0:43:20–0:43:24
        weil Secondhand tatsächlich auch immer noch ein bisschen mit Stigma verbunden
        0:43:24–0:43:27
        ist und dass auch gerade junge Menschen dann nicht die neuesten Kleidungsstufe...
        0:43:35–0:43:41
        Würde ich sagen, wir brauchen wirklich diese Alternativen und diese anderen
        0:43:41–0:43:45
        Sachen brauchen wir wirklich zentral in den Innenstädten für alle sichtbar und
        0:43:45–0:43:48
        ganz niedrigschwellig zugänglich,
        0:43:48–0:43:51
        damit wir da auch wirklich einen Wertewandel haben.
        0:43:51–0:43:57
        Dass es eben nicht mehr sozial notwendig ist, irgendwie in bestimmten Läden einzukaufen.
        0:43:57–0:44:01
        Weil also da brauchen wir, glaube ich, wirklich einfach diesen Wandel,
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        dass es eben in Ordnung ist, die Kleidungsstücke anzuziehen, die einem gefallen.
        0:44:06–0:44:09
        Ganz einfach. Und die halt eh schon da sind. Das ist nämlich,
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        wir haben für die nächsten, ich weiß nicht, ich glaube sechs Generationen existieren
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        die Kleidungsstücke schon auf diesem Planeten.
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        Also wir müssten eigentlich gar keine mehr neu produzieren.
        0:44:18–0:44:22
        Und deswegen, diese LKW-Schlange ist da. Das Problem ist, sie wird jedes Jahr länger.
        0:44:23–0:44:27
        Und da müssten wir halt mal aufhören zu sagen, hey, also es gibt einfach eine
        0:44:27–0:44:29
        krasse Überproduktion permanent.
        0:44:31–0:44:35
        Dem müsste man irgendwie einen Riegel vorschieben. Und gleichzeitig,
        0:44:35–0:44:38
        also ich nenne das immer Urban Mining, auch was wir so machen,
        0:44:38–0:44:41
        wenn ich irgendwas brauche, rufe ich in meine Gemeinschaft.
        0:44:41–0:44:44
        Zum Beispiel brauchen wir im Laden ein neues Handy, dann rufe ich in die Gemeinschaft
        0:44:44–0:44:48
        und dann kriege ich zwei Handys, die noch irgendwo in der Schublade liegen.
        0:44:49–0:44:52
        Genauso haben wir jetzt gesagt, Mensch, wenn ihr auch mal bei uns einen Fehlkauf
        0:44:52–0:44:54
        habt, passiert einfach.
        0:44:55–0:45:00
        Du kannst es immer nicht ausschließen, dass alle Teile Lieblingsstücke werden. Das wird nicht klappen.
        0:45:01–0:45:05
        Dann können die halt ihre Fehlkäufe wieder zu uns zurückbringen und andere Leute
        0:45:05–0:45:08
        aus der Gemeinschaft können sie einfach kostenlos mitnehmen.
        0:45:08–0:45:16
        Oder wir tauschen Sachen und so, dass wir einfach in den Innenstädten Kaufhäuser
        0:45:16–0:45:20
        haben. Und es gibt tatsächlich Orte, wo es sowas gibt, wo wir Materialien sammeln,
        0:45:20–0:45:23
        wo wir Kleidungsstücke einfach weitergeben.
        0:45:23–0:45:25
        Und dann muss halt dieser Ort
        0:45:25–0:45:29
        finanziert sein. Aber diese Kleidungsstücke können halt sehr günstig sein.
        0:45:29–0:45:34
        Also im Prinzip ist es wie ein Sozialkaufhaus, aber halt noch erweitert,
        0:45:34–0:45:37
        wo du dann auch reparieren kannst, wo es Workshops gibt, wo du mitmachen kannst.
        0:45:38–0:45:42
        Aber Sozialkaufhäuser sind halt oft am Rand der Stadt, da musst du ewig hinfahren.
        0:45:42–0:45:45
        Das ist nicht in den Innenstädten, also in den seltensten Fällen.
        0:45:46–0:45:50
        Ja, ich meine diese Kaufhofketten und so. In Speyer ist ja noch nicht geschlossen,
        0:45:50–0:45:53
        aber es gibt ja in vielen Städten tatsächlich große Kaufhäuser,
        0:45:54–0:45:58
        die jetzt gerade leer stehen, schließen, abgerissen werden und so weiter.
        0:45:59–0:46:02
        Auch da könnte man ja sozusagen mit Vermeidung von Müll anfangen und die einfach
        0:46:02–0:46:05
        vielleicht einfach noch stehen lassen und umnutzen.
        0:46:06–0:46:12
        Genau, und dann würde man dort sozusagen große, ja, große schöne Lager einrichten,
        0:46:12–0:46:14
        wo Menschen ihr Zeug entbringen müssen.
        0:46:14–0:46:19
        Und was finanziert werden muss, ist der Ort einigermaßen und aber eben auch
        0:46:19–0:46:23
        die Menschen, die sich kümmern, genau.
        0:46:23–0:46:27
        Weil das kostet eben Zeit und das ist, glaube ich, das Ding unserer...
        0:46:28–0:46:35
        Und diese Absurdität, in der wir leben, dass eben diese Maschinenproduktion,
        0:46:35–0:46:37
        die industrielle Produktion,
        0:46:37–0:46:44
        wenn die Maschinen erstmal angeschafft sind und die großen Monokulturen an Baubenwolle
        0:46:44–0:46:45
        sozusagen eingerichtet sind,
        0:46:46–0:46:50
        dann ist es erstmal sehr lange, sehr günstig, sehr viel zu produzieren.
        0:46:51–0:46:53
        Wenn man Ausbeutung in Kauf nimmt.
        0:46:53–0:46:54
        Genau.
        0:46:54–0:46:58
        Weil man näht wohl mit Nähmaschinen, aber diese Nähmaschine näht niemals alleine.
        0:46:58–0:47:02
        Da muss immer eine Person dran sitzen und das ist auch vielen nicht klar.
        0:47:03–0:47:05
        Also selbst da kann man noch anfangen, das zu erklären.
        0:47:06–0:47:11
        Also dieses System funktioniert nur, weil wir massive Ausbeutung in Kauf nehmen.
        0:47:11–0:47:17
        Und da habe ich halt auch so ein großes Problem, wenn halt hier argumentiert
        0:47:17–0:47:21
        wird, dass wir diese sehr günstige Kleidung brauchen für sozial schwache Menschen,
        0:47:21–0:47:24
        weil wir halt anderswo dafür Ausbeutung in Kauf nehmen.
        0:47:25–0:47:29
        Also ich mache nicht diesen Menschen den Vorwurf, sondern es ist einfach ein
        0:47:29–0:47:32
        Systemfehler. Also das kann nicht wahr sein.
        0:47:33–0:47:39
        Und was ich halt immer denke, wir sind eigentlich in einer Fülle und unser Wirtschaftssystem
        0:47:39–0:47:41
        macht aber einen Mangel daraus.
        0:47:41–0:47:46
        Und wir müssen eigentlich nur noch ganz, ganz wenig sehr gezielt neu produzieren.
        0:47:46–0:47:50
        Was wir eigentlich tun müssten, unsere Zeit und Energie da reinstecken,
        0:47:50–0:47:54
        das, was schon existiert, dahin zu bringen, wo es gerade wirklich gebraucht wird.
        0:47:55–0:48:00
        Eigentlich müsste man zum Beispiel sowas machen, wie Männer mehr dazu auffordern,
        0:48:00–0:48:04
        ihren Kleiderschrank auszumisten und das, was sie nicht anziehen,
        0:48:04–0:48:05
        wirklich weiterzugeben.
        0:48:05–0:48:10
        Das wäre zum Beispiel ein richtig effizienter Move, weil wenn man Menschen zuhört,
        0:48:10–0:48:13
        die sich mit Altkleidern beschäftigen, dann sagen die,
        0:48:13–0:48:17
        naja, in den Containern, ich sage jetzt, der Großteil ist halt Frauenkleidung,
        0:48:17–0:48:22
        womöglich fancy Party-Outfits und wo werden Altkleider genutzt?
        0:48:22–0:48:24
        In der Obdachlosenhilfe zum Beispiel.
        0:48:25–0:48:27
        Ein Großteil dort sind Männer.
        0:48:27–0:48:32
        Das heißt, das, was gebraucht wird, ist tatsächlich Kleidung für Männer,
        0:48:32–0:48:37
        aber es landet halt nichts davon, also sehr, sehr wenig im Vergleich davon in den Container.
        0:48:38–0:48:41
        So hat man ein totales Ungleichgewicht. Das andere kann man nur verkaufen,
        0:48:41–0:48:46
        aber selbst diese fancy Party-Outfits will im Sozialkaufhaus eigentlich niemand haben.
        0:48:46–0:48:50
        So, und man kauft es aber mit dem Wissen, ja, ich kann es ja dann spenden.
        0:48:50–0:48:52
        Also diesen Gedanken muss man mal irgendwie streichen.
        0:48:53–0:48:56
        Finde ich auch so. Es gibt so eine Empfehlung von, wenn man was Neues kauft,
        0:48:56–0:48:59
        soll man sich überlegen, ob man es 30 Mal tragen wird.
        0:48:59–0:49:04
        Das finde ich eine gute Hausnummer. Und wenn man diese Frage mit Ja beantworten kann, kaufen.
        0:49:04–0:49:08
        Wenn nicht, lieber ausleihen, selber basteln, secondhand gucken.
        0:49:10–0:49:15
        Ja, ich finde diese Vorstellung des Urban Minings, also auch das wirklich nochmal
        0:49:15–0:49:19
        mitzunehmen, sich umzuschauen, welche Ressourcen gibt es denn um mich rum.
        0:49:19–0:49:23
        Und ich finde es auch echt wichtig, dass du nochmal das Ding der Ausbeutung
        0:49:23–0:49:27
        betont hast, was ich da so labidar als industrielle Produktion daher gesagt habe.
        0:49:29–0:49:37
        Also es ist ja, wie hieß dieses Gebäude, was so schlimm gebrannt hat und eingestürzt
        0:49:37–0:49:41
        ist, wo so viele Menschen gestorben sind und wo auch wirklich, sag ich mal,
        0:49:42–0:49:47
        luxuriöse, nicht nur die Billigmarken drin waren, sondern luxuriöse Marken wie Boss und blablabla.
        0:49:47–0:49:51
        Ich habe mal für eine kleine NGO gearbeitet, Südwind heißen die,
        0:49:51–0:49:56
        die haben immer so Studien rausgebracht über bestimmte ausbeuterische Branchen
        0:49:56–0:49:58
        und eben auch über die Textilwirtschaft.
        0:49:58–0:50:06
        Und da hatten wir Lohnzettel von Arbeiterinnen aus der Schuhproduktion von auch
        0:50:06–0:50:11
        namenhaften Marken, Adidas, Nike, Puma,
        0:50:12–0:50:16
        die wirklich, also es war mafiös, die Strukturen, in denen die gelebt haben.
        0:50:16–0:50:20
        Und wie die arbeiten mussten, weil sie nicht anders konnten,
        0:50:20–0:50:22
        weil sie sonst einfach kein Essen gehabt hätten.
        0:50:23–0:50:26
        Und genau das nochmal auch zu...
        0:50:27–0:50:31
        Also wenn wir nicht bereit sind, hier in Deutschland, die Menschen zu bezahlen,
        0:50:32–0:50:40
        die sich wirklich fürsorglich um bestimmte Bereiche kümmern und bestimmte Verantwortungen
        0:50:40–0:50:43
        übernehmen, zum Beispiel Kleider zu sortieren,
        0:50:43–0:50:47
        Kleider aufzuwerten, Kleider zu reparieren, so einen Ort zu halten,
        0:50:48–0:50:50
        so einen dritten Ort zu halten einfach.
        0:50:50–0:50:52
        Also in meinem Kopf ist es ein dritter Ort, sorry.
        0:50:53–0:50:56
        Ist gut. Gedankwürsten, ich nehme das als Kompliment.
        0:50:57–0:51:06
        Genau, dann wird es zur Ausbeutung woanders, die Arbeit, die wir nicht bereit
        0:51:06–0:51:07
        sind, hier zu investieren.
        0:51:07–0:51:12
        Und wenn ich mir vorstelle, es gäbe so einen Ort, weil wir machen das ja alle
        0:51:12–0:51:15
        nicht gerne. Also mir kraut es wirklich davor, diese Kleider auszusortieren.
        0:51:15–0:51:19
        Mir kraut es dann auch davor, dahin zu fahren. Es fühlt sich überhaupt nicht
        0:51:19–0:51:27
        gut an, diese Kleider auch dort abzugeben, weil ich weiß, dass auch die geflutet
        0:51:27–0:51:29
        werden mit schlechten Klamotten.
        0:51:30–0:51:32
        Und da ist auch viele von den Klamotten, die ich da hinbringe,
        0:51:32–0:51:37
        irgendwie nicht mehr so geil sind, aber halt auch noch nicht schlecht genug, um sie wegzuschmeißen.
        0:51:37–0:51:40
        Also so meinen Kindern würde ich sie halt noch anziehen, wenn sie nicht rausgewachsen wären.
        0:51:41–0:51:44
        Aber genau, da freut sich jetzt auch niemand so richtig drüber,
        0:51:44–0:51:46
        die jetzt neu zu bekommen, so sag ich mal.
        0:51:47–0:51:54
        Genau, aber wenn es einen Ort gäbe, wo du jetzt nicht noch 2 Euro vielleicht,
        0:51:54–0:51:58
        dein Geldbeutel ist eh knapp und dann bezahlst du 2 Euro für so eine Abgenutzung, ich weiß es nicht.
        0:51:58–0:52:02
        Also wenn du einen Ort hättest, wo du einfach wirklich dieses bedarfsorientierte
        0:52:02–0:52:07
        Geben und Nehmen zelebrieren könntest und dann auch noch irgendwie eine gute
        0:52:07–0:52:08
        Zeit haben könntest mit den Leuten,
        0:52:08–0:52:14
        die du da triffst und dann eben auch noch der große Vorteil,
        0:52:14–0:52:17
        dass deine eigene Wohnung nicht so überquillt von Scheiße,
        0:52:18–0:52:19
        dann wäre das wirklich sinnvoll.
        0:52:20–0:52:25
        Und ja, es ist, also genau, es ist dann so, ja, bitte Staat, finanzier uns das.
        0:52:26–0:52:29
        Genau, das wäre natürlich irgendwie das Schönste und Einfachste.
        0:52:29–0:52:30
        Allein ich sehe es nicht.
        0:52:30–0:52:33
        Und dann ist es eben wieder die Frage, okay, wer baut denn diese Orte auf?
        0:52:33–0:52:36
        Und da kommen wir natürlich wieder zur Arbeit des Myceliums,
        0:52:36–0:52:39
        dass wir sagen, ja, wir wollen diese Orte aufbauen.
        0:52:39–0:52:44
        Und gleichzeitig sind da eben diese Rahmenbedingungen von überbordenden Mieten,
        0:52:44–0:52:49
        von absurden Lohnkosten, muss man ja auch sagen.
        0:52:50–0:52:54
        Auch du kämpfst jetzt seit dem 01.01.2026 mit einem erhöhten Mindestlohn.
        0:52:54–0:52:58
        Und niemand von uns ist sozusagen auf dem Trichter, dass wir nicht wollen,
        0:52:58–0:53:02
        dass ein Mensch genug verdient hier in Deutschland. Aber die Lohnnebenkosten,
        0:53:02–0:53:09
        die wir tragen müssen als kleine Unternehmen, die hauen extrem, extrem rein.
        0:53:09–0:53:14
        Und da frage ich mich halt, warum nicht Zerstörung und Ausbeutung besteuern?
        0:53:14–0:53:21
        Und Maschinenarbeit letztendlich stark besteuern, davon unsere gemeinsamen Ausgaben
        0:53:21–0:53:23
        decken und das, was wir wollen,
        0:53:24–0:53:29
        aber dass Leute eine sinnvolle Beschäftigung haben und gut ausfinanziert sind,
        0:53:29–0:53:30
        das halt nicht so hart zu besteuern.
        0:53:30–0:53:34
        Weil wenn du nicht so viel Steuern bezahlen müsstest, dann könntest du 15 Euro
        0:53:34–0:53:36
        Mindestlohn auch stemmen.
        0:53:36–0:53:38
        Aber es sind ja dann auch noch die Nebenkosten, die reinhauen.
        0:53:40–0:53:45
        Ja, genau. Also große Textilcenter. So ist es. Kannst du da Beispiele in den
        0:53:45–0:53:47
        Ausstädten, wo du das kennst schon?
        0:53:47–0:53:51
        Also was ich total wichtig finde, was du noch gesagt hast, ist,
        0:53:51–0:53:55
        dass es einfach ein guter Ort ist, wo man gerne hingeht und wo man sich auch aufhält.
        0:53:56–0:54:00
        Weil ich glaube, da ist ein ganz starker Schlüssel in dieser Begegnung,
        0:54:00–0:54:03
        in diesem Zeitverbringen, in diesem guten Gefühl.
        0:54:03–0:54:07
        Und dann passiert es so fast nebenher, dass man sagt, hey, boah,
        0:54:07–0:54:10
        eigentlich braucht mein Sohn noch Shirts, dann gucke ich doch mal da.
        0:54:11–0:54:15
        Und dann, also in meinem Kopf geht es noch einen Schritt weiter,
        0:54:15–0:54:18
        wo man dann gar nicht zwei Euro für die Shirts bezahlen muss.
        0:54:18–0:54:22
        Weil, wenn die Miete bezahlt ist und wenn die Menschen, die diesen Ort halten,
        0:54:22–0:54:26
        pflegen, sich kümmern, wenn die auch bezahlt sind, wie jetzt auch immer,
        0:54:26–0:54:28
        aber nehmen wir das mal an.
        0:54:28–0:54:32
        Die Sachen, die kommen einfach so. Die sind ja einfach da.
        0:54:32–0:54:36
        Wenn du die da abgibst, wirst du ja nichts dafür haben. Also kann man sie ja
        0:54:36–0:54:37
        auch kostenlos weitergeben.
        0:54:37–0:54:41
        Wir müssen im Moment für Secondhand nur Geld nehmen, weil das das Geschäftsmodell
        0:54:41–0:54:46
        ist, weil wir mit diesem Geld quasi halt die Leute und die Miet bezahlen.
        0:54:46–0:54:47
        Wenn wir das nicht müssten.
        0:54:48–0:54:53
        Dann können wir es auch kostenlos rausgeben. Wir machen das übrigens so mit unserer Sale-Stange.
        0:54:53–0:54:58
        Also wir haben ja keine Sale, aber wir sagen, wenn ich irgendwelche Latenhüte
        0:54:58–0:55:02
        habe oder Sachen mit kleinen Fehlern oder eben die Fehlkäufe von der Gemeinschaft,
        0:55:02–0:55:06
        die zurückkommen, die können die Gemeinschaftsmitglieder einfach kostenlos mitnehmen.
        0:55:06–0:55:09
        Und dann sind die so, wie, ich muss nichts dafür bezahlen. Dann sage ich,
        0:55:09–0:55:12
        du, dieses Kleidungsstück, das ist mir hier nur noch lästig.
        0:55:12–0:55:14
        Wenn es dir passt, dann nimm es bitte mit.
        0:55:14–0:55:19
        Und dann hebeln wir halt den Markt komplett aus. Also eigentlich muss man für
        0:55:19–0:55:23
        Kleidungsstücke dann gar kein Geld mehr bezahlen. Und wie großartig ist das?
        0:55:23–0:55:28
        Also du kannst einfach das halt eigentlich kostenlos zur Verfügung stellen,
        0:55:28–0:55:30
        wenn du diese Orte ausfinanzierst.
        0:55:31–0:55:36
        Genauso mit dem Material. Also wir machen auch einmal im Monat eine Materialtauschbörse
        0:55:36–0:55:38
        für Stoffe und Wolle. Da ist es genauso.
        0:55:38–0:55:42
        Also wenn da Leute hinkommen und sagen, wie, das kann ich jetzt einfach alles kostenlos mitnehmen.
        0:55:42–0:55:47
        Ja, es kommt jeden Monat wieder neu von Leuten, die das einfach gekauft haben, das nicht brauchen.
        0:55:47–0:55:50
        Das ist irgendwie ein Rest und alle wollen es eigentlich nur loswerden.
        0:55:50–0:55:52
        Wir suchen immer Leute, die was haben wollen.
        0:55:53–0:55:56
        Wo ich sage, es gibt diese krasse Fülle. Wir haben genug Zeug.
        0:55:56–0:55:58
        Wir müssen eigentlich gar nichts mehr produzieren.
        0:55:59–0:56:04
        Trotzdem ist es schön, wenn wir die Pioniere, die es anders und besser machen
        0:56:04–0:56:08
        und eine gute Textilindustrie aufbauen, wenn wir die jetzt unterstützen,
        0:56:09–0:56:11
        dass die weitermachen können.
        0:56:11–0:56:13
        Weil meine Utopie, irgendwann wird
        0:56:13–0:56:16
        der ganze Mist tatsächlich nicht mehr produziert, sondern nur noch das.
        0:56:17–0:56:19
        Und deswegen brauchen wir auch ein paar neue Sachen.
        0:56:20–0:56:25
        Aber es ist ja eine echt schöne Vorstellung zu sagen, okay, keine Ahnung,
        0:56:25–0:56:27
        ich bezahle 50 Euro im Monat.
        0:56:28–0:56:32
        Zusammen mit, ich meine für den Staat jetzt mal vielleicht 200 anderen Leuten.
        0:56:32–0:56:35
        Dann haben wir 10.000 Euro Fixkosten, davon können wir,
        0:56:36–0:56:42
        Ich sage mal, vielleicht eine Miete und eine Person bezahlen, realistischerweise.
        0:56:43–0:56:48
        Und dann haben wir aber Zugang immer zu kostenloser Kleidung.
        0:56:48–0:56:53
        Ich meine, das hört sich an wie eine Utopie, ist aber eigentlich völlig easy
        0:56:53–0:56:57
        zu organisieren, wenn du diesen Gedanken vermittelt bekommst.
        0:56:58–0:57:04
        Und da würde ich gerne zum Schluss nochmal hinblicken, weil du sitzt jetzt in Mannheim.
        0:57:04–0:57:09
        Es gibt auch in ganz vielen anderen Orten, auf Instagram sehe ich das immer,
        0:57:10–0:57:13
        Menschen, die sich wirklich für nachhaltige Kleidung einsetzen,
        0:57:14–0:57:15
        in was für einer Form auch immer.
        0:57:15–0:57:18
        Also in verschiedenen Formen. Entweder indem sie neue Kleidung verkaufen oder
        0:57:18–0:57:24
        indem sie so alte Lieblingsstücke auswählen und neu aufbereiten und verkaufen.
        0:57:25–0:57:30
        Aber es ist halt immer dieser Verkaufsaspekt noch da drin und auch immer dadurch
        0:57:30–0:57:35
        ein Ausschluss von einer bestimmten Gruppe, weil immer wenn menschliche Arbeit
        0:57:35–0:57:40
        reinfließt und Miete, musst du natürlich auch das verlangen.
        0:57:40–0:57:45
        Oder wenn Klamotten eben nicht auf Ausbeutung beruhend produziert ist,
        0:57:45–0:57:46
        dann hat das eben seinen Preis.
        0:57:47–0:57:54
        Und da aber nochmal zu überlegen, wie können wir das jetzt vielleicht von der Pika auf?
        0:57:54–0:57:57
        Ich meine, wir haben so viel Leerstand in den Innenstädten und wir haben so
        0:57:57–0:57:58
        viel Überfluss an Klamotten.
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        Gerade heißt es auch, wir dürfen den nicht mehr in den Restmülldingsen.
        0:58:02–0:58:05
        Die ganzen altkleiner Container werden bei uns hier abgebaut.
        0:58:05–0:58:08
        Also man weiß wirklich einfach auch gar nicht mehr, wohin mit seinem Zeug.
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        Und man sieht auch, also genau, ökologisch ist eh schon sozusagen übers Limit hinaus. Heißt.
        0:58:16–0:58:21
        Das wäre doch wirklich ein cooles Projekt zu sagen, okay, wir suchen 200 Leute,
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        die bereit sind, dieses Experiment auszuprobieren.
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        Die finanzieren einen Monat vor, in dem suchen wir den Raum,
        0:58:28–0:58:32
        suchen, also genau, weil denen muss es geben, richten den ein.
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        Und dann fangen wir an, wirklich Menschen einzuladen mit irgendeinem Textilien.
        0:58:36–0:58:39
        Und dann kann ich mir auch vorstellen, dass ich echt mal so einen Samstag mit
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        meinen Kindern in Textilbergen verbringe und da sortiere und gucke,
        0:58:42–0:58:43
        was ist schön und was ist nicht schön.
        0:58:43–0:58:48
        Also ich habe das ehrlich gesagt gerade gemacht, wir von meinem Kindergarten,
        0:58:48–0:58:54
        gemeinschaftsbasierter Kindergarten auch, organisieren immer zweimal im Jahr einen Flohmarkt.
        0:58:54–0:59:00
        Und das sortieren wir echt so aus 100 doppelten Kartons, also 200 Kartons sortieren
        0:59:00–0:59:02
        wir Kleidung nach Größe.
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        Und wenn das dann, und die Sachen, die ich nicht verkaufe, wenn die sortieren,
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        wird dann auch wieder zurück. Also eine Heidenarbeit und endliches Sortieren.
        0:59:10–0:59:13
        Aber wenn man das nicht sozusagen nur für ein Wochenende macht,
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        sondern diese Kleider dort auch immer liegen bleiben könnten und man die einfach
        0:59:17–0:59:18
        einsammeln könnte, wäre natürlich mega.
        0:59:19–0:59:26
        In diesem Sinne würde ich gerne einladen, dass man sich meldet bei dir auf deiner
        0:59:26–0:59:31
        Webseite, über die Webseite umgekrempelt oder über Instagram oder wie auch immer oder bei mir,
        0:59:32–0:59:34
        also über den MYZELIUM-Ökosystem-Verein.
        0:59:34–0:59:37
        Oder ihr kommt einfach, wenn ihr es jetzt rechtzeitig und direkt,
        0:59:37–0:59:38
        wenn die Folge rauskommt, hört.
        0:59:39–0:59:41
        Wir haben nächste Woche am 18.
        0:59:42–0:59:47
        Den Mittwoch um 20 Uhr auch eine MYZELIUM-Mitte.
        0:59:48–0:59:55
        Ein Format, ein Online-Austauschformat für Fördermitglieder des MYZELIUM-Ökosystems,
        0:59:55–0:59:56
        aber auch für alle, die mal reinschnuppern wollen.
        0:59:57–1:00:01
        Heißt, da wird Isabel wieder dabei sein. Da werde ich wieder dabei sein und
        1:00:01–1:00:04
        da werden wir dieses Gespräch so ein bisschen fortsetzen und versuchen mit,
        1:00:04–1:00:09
        Ja, mit einer Perspektive vielleicht auch zu füllen. Da sind auch alle herzlich
        1:00:09–1:00:11
        eingeladen, die sich mit dem Thema schon beschäftigen oder vielleicht selbst
        1:00:11–1:00:15
        Ambitionen haben, sowas mit aufzubauen.
        1:00:15–1:00:20
        Und vielleicht findet sich da ja ein Krippchen, was so oder ein ähnliches Projekt
        1:00:20–1:00:23
        angehen möchte, weil die Zeit ist
        1:00:23–1:00:27
        reif und sie drängt und wir müssen jetzt wirklich in die Puschen kommen.
        1:00:28–1:00:32
        Wirklich Lösungen einfach umzusetzen, weil der Staat wird es nicht tun,
        1:00:32–1:00:37
        Der Markt wird sich auch nicht freiwillig umorganisieren, aber die Gemeinschaft
        1:00:37–1:00:39
        kann eben gemeinsam handlungsfähig werden.
        1:00:39–1:00:43
        Das sehen wir an deiner Gemeinschaft, die gerne noch größer werden darf und
        1:00:43–1:00:45
        gerne auch größer werden im Sinne von,
        1:00:46–1:00:51
        hey, wirklich auch platzmäßig vielleicht mehr Möglichkeiten zu bekommen und
        1:00:51–1:00:54
        nicht auf Kosten von Ausbeutung.
        1:00:54–1:00:57
        Also ich sage das nochmal, weil auch nicht auf Kosten von deiner Ausbeutung
        1:00:57–1:01:04
        so, weil du gehst ja immer wahnsinnig ins Risiko und in Vorleistung und so weiter.
        1:01:05–1:01:08
        Wir übrigens auch alle im MYZELIUM mal dazu gesagt, ja wirklich,
        1:01:09–1:01:10
        wir verdienen hier mit unserer Arbeit nicht viel Geld.
        1:01:11–1:01:14
        Das will ich auch nochmal hier betonen. Und auch unsere Unternehmerinnen,
        1:01:14–1:01:18
        die immer gemeinwohlorientiert arbeiten, verdienen nicht viel Geld.
        1:01:18–1:01:22
        Also wahrscheinlich auch in vielen Fällen noch unter dem Mindestlohn,
        1:01:22–1:01:26
        weil sie eben selbst und ständig an der Sache dran sind, weil sie eine Vision
        1:01:26–1:01:29
        verfolgen und weil sie diese Welt ein Stückchen besser machen wollen.
        1:01:29–1:01:32
        Und das wollte ich einfach auch nochmal betonen, weil das wichtig ist zu hören.
        1:01:34–1:01:36
        Genau, letzte Worte von dir, Isabel.
        1:01:37–1:01:41
        Ja, lass diese Fülle anzapfen. Das ist eigentlich alles da. Und für mich sind
        1:01:41–1:01:43
        es eben ganz viele kleine Puzzleteile.
        1:01:43–1:01:47
        Und was ich auch nochmal sagen muss, niemand muss das alles machen,
        1:01:47–1:01:50
        sondern jeder darf sein kleines Puzzleteil dazulegen.
        1:01:50–1:01:54
        Also vielleicht lässt du dir einfach mal was maßschneidern, vielleicht gehst
        1:01:54–1:01:57
        du das erste Mal in Second Hand laden, vielleicht lässt du zum ersten Mal irgendwie
        1:01:57–1:02:01
        was reparieren, vielleicht kommst du einfach mal zum Gemeinschaftstreffen oder
        1:02:01–1:02:03
        zu einem Reparaturtreffen,
        1:02:03–1:02:07
        egal warst du davon, was dein nächster Schritt ist.
        1:02:07–1:02:11
        Also wir starten ja auch bei ganz unterschiedlichen Situationen.
        1:02:12–1:02:15
        Manche haben schon wahnsinnig viel Nachhaltigkeit in ihrem Leben umgesetzt und
        1:02:15–1:02:18
        andere fangen gerade damit erst an und alles ist gut.
        1:02:18–1:02:23
        Jeder nächste Schritt ist einfach irgendwie eine Erfahrung und das ist auch,
        1:02:23–1:02:26
        glaube ich, das, was diese Gemeinschaft bei uns so wertvoll macht,
        1:02:26–1:02:32
        dass wir eben diesen Raum für Austausch da aufmachen und die Leute eben diese
        1:02:32–1:02:33
        Erfahrung machen können.
        1:02:33–1:02:35
        Und dann kommt nach dem ersten Schritt eben der zweite und der dritte.
        1:02:35–1:02:39
        Und ich glaube, so kommen wir weiter.
        1:02:39–1:02:47
        Und was mit dem Großen und Ganzen passiert, ja, da sehe ich nicht meinen Handlungsspielraum.
        1:02:47–1:02:52
        Aber ich kann eben hier vor Ort die kleinen Puzzleteile zusammenfügen.
        1:02:52–1:02:54
        Und das ist das, was ich machen möchte.
        1:02:54–1:03:01
        Mega. Danke für deine Arbeit. Danke für deine Zeit. Ja, danke für deine...
        1:03:02–1:03:07
        Dein Blick auf die Welt. Danke fürs Zuhören an die Menschen da draußen.
        1:03:08–1:03:12
        Und genau, ich habe jetzt gelernt von anderen Podcastern, dass man auch immer
        1:03:12–1:03:14
        mal wieder dazu sagen darf,
        1:03:14–1:03:18
        wenn ihr irgendwie auf Spotify, da solltet ihr eigentlich eh nicht mehr sein,
        1:03:18–1:03:22
        aber ich bin da auch noch zugegebenerweise, oder bei einem anderen Podcast-Hörer
        1:03:22–1:03:25
        seid, es gibt diese Funktion, dass man diesen Podcast bewerten kann.
        1:03:25–1:03:27
        Und dann wird der anderen Leuten auch eher angezeigt.
        1:03:27–1:03:29
        Also bitte bewertet den, bestenfalls
        1:03:29–1:03:33
        auch gut, auch wenn wir hier immer wieder schräges Zeug machen.
        1:03:35–1:03:40
        Genau, gebt eine Bewertung ab und irgendwie lasst einen Kommentar da oder so.
        1:03:41–1:03:45
        Das wäre wichtig, um uns einfach zu verbreiten. leitet auch gerne diesen Podcast
        1:03:45–1:03:51
        ganz speziell an Menschen weiter, die auch Textilwirtschaft verändern wollen,
        1:03:51–1:03:53
        weil die einzige Möglichkeit, dass sich was verändert,
        1:03:54–1:03:58
        denke ich, ist, dass die Menschen sich zusammentun mit ihren Themen,
        1:03:58–1:04:01
        die ihnen wichtig sind und die sie verändern wollen.
        1:04:01–1:04:06
        Und dafür gibt es ja uns, das MYZELIUM, um diese Menschen in Verbindung zu bringen.
        1:04:06–1:04:11
        Deshalb bis bald, bis nächste Woche bei der MYZELIUM Mitte oder bei Isabels
        1:04:11–1:04:13
        Beitragsabend und als Ultra.
        1:04:14–1:04:17
        Oder bis zum nächsten Podcast. Bis dahin. Tschüss.
        1:04:18–1:04:18
        Tschüss.
        1:04:20–1:04:24
        Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen,
        1:04:25–1:04:29
        dann geh doch auf MYZELIUM.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
        1:04:29–1:04:35
        MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
        1:04:35–1:04:39
        Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
        1:04:39–1:04:42
        Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
        1:04:42–1:04:46
        für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
        1:04:46–1:04:51
        hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.


        The post Folge 107 – Faire Mode neu denken: Wie Isabelle Kempf mit umgekrempelt eine gemeinschaftsbasierte Textilwirtschaft in Mannheim aufbaut appeared first on MYZELIUM.

        1 hr 5 min
      • MP106 - SWITCH - Gemeinschaftsgetragene Wirtschaftsformen aufbauen, Gesellschaft transformieren

          Wir hören vom Projekt SWITCH – ein Forschungsprojekt in Kooperation mit NELA e.V., dem IÖR, dem CSX Netzwerk, dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und dem MYZELIUM, in dem 30 CSX-Gründer:innen begleitet und unterstützt werden. Diese Erfahrungen werden erforscht, um Grenzen und Möglichkeiten von CSX in verschiedenen Versorgungsfeldern zu erfahren. Wir erzählen: Was ist SWITCH, was ist in den letzten 1,5 Jahren passiert und was darf jetzt daraus erwachsen? Hört rein und informiert euch weiter unter: https://www.ioer.de/projekte/switch.
          Wenn ihr mehr von SWITCH hören wollt oder beitragen wollt, dann schreibt eine Mail an [email protected].

          Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

          Transkription

          0:00:10–0:00:15
          Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
          0:00:15–0:00:18
          Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
          0:00:18–0:00:23
          Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
          0:00:23–0:00:27
          dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
          0:00:27–0:00:31
          Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
          0:00:31–0:00:36
          und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
          0:00:36–0:00:39
          Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
          0:00:49–0:00:52
          Herzlich willkommen zu unserer 106. Folge. Ich freue mich sehr,
          0:00:52–0:00:56
          dass ich heute sehr viele Gäste hier zu Besuch habe in unserem Podcast.
          0:00:56–0:01:01
          Nämlich leider nicht unser komplettes Switch-Team, aber zumindest die Hälfte unseres Switch-Teams.
          0:01:02–0:01:06
          Und da ist natürlich die Frage, was ist überhaupt Switch? Genau,
          0:01:06–0:01:09
          es ist ein Projekt, was wir gerade gemeinsam durchführen. Und ich freue mich
          0:01:09–0:01:12
          sehr, dass heute Julia Rottermann bei mir ist, Dr.
          0:01:12–0:01:16
          Christine Reis bei mir ist und Karin Walter bei mir ist und wer diese Menschen
          0:01:16–0:01:21
          sind und was die mit Switch zu tun haben, das sage ich jetzt nicht einfach ganz
          0:01:21–0:01:24
          langweilig vor mich hin, sondern lasst es euch einfach selbst erzählen.
          0:01:24–0:01:30
          Also deshalb einmal in die Runde geblickt, was ist Switch und wer bist du?
          0:01:30–0:01:32
          Vielleicht in der umgekehrten Reihenfolge.
          0:01:32–0:01:37
          Julia, magst du anfangen? Klar, gerne. Hallo zusammen. Ich freue mich sehr,
          0:01:37–0:01:38
          dass wir hier alle zusammensitzen.
          0:01:39–0:01:44
          Und ich würde sagen, erstmal die Basic Facts. SWITCH ist ein Reallabor,
          0:01:44–0:01:45
          also ein Forschungsprojekt.
          0:01:46–0:01:51
          Was aber transdisziplinäre Forschung macht, also so ein bisschen anderes Forschungsverständnis hat.
          0:01:52–0:01:56
          Das spiegelt sich ja auch schon wieder gerade in der Konstellation, wie wir hier sitzen.
          0:01:56–0:02:00
          Wir sind sozusagen ein Mix aus Menschen, die eher aus der Forschung kommen,
          0:02:00–0:02:02
          die aus der Praxis kommen, aus der Beratung.
          0:02:02–0:02:08
          Und wir alle gemeinsam versuchen quasi über drei Jahre gemeinschaftsgetragenes
          0:02:08–0:02:14
          oder basiertes Wirtschaften besser zu erkunden und auch ganz praktisch Menschen darin zu begleiten,
          0:02:15–0:02:17
          das zu gründen, umzusetzen, weiterzuentwickeln.
          0:02:18–0:02:21
          Und du bist ja auch voll in der Doppelrolle eigentlich unterwegs.
          0:02:21–0:02:26
          Also du bist schon ganz lange engagiert fürs CSX-Netzwerk und aber hier im Switch-Projekt
          0:02:26–0:02:31
          eigentlich mit dem Hut der Forschenden mit dabei, weil du gerade deine Promotion machst.
          0:02:31–0:02:34
          Am Institut für ökologische Raumentwicklung.
          0:02:34–0:02:37
          Ich bin in Dresden jetzt gelandet, seit quasi anderthalb Jahren.
          0:02:37–0:02:41
          Also ich bin auch schon ein bisschen für Switch dahin gezogen.
          0:02:41–0:02:45
          Davor habe ich mal Psychologie studiert, habe in Jena gewohnt,
          0:02:45–0:02:48
          auch schon in anderen Forschungsprojekten so ein bisschen Erfahrung gesammelt.
          0:02:49–0:02:54
          Außerdem auch noch Initiato mitgegründet, was auch ein Beratungsunternehmen ist.
          0:02:54–0:02:57
          Das trifft es vielleicht nicht ganz, aber wir machen da auf jeden Fall auch
          0:02:57–0:03:05
          Prozessbegleitung mit verschiedenen Akteuren sozial-ökologischer Transformation ganz wuchtragen.
          0:03:05–0:03:10
          Und ich bin super dankbar, dass jetzt in Switch quasi diese verschiedenen Kontexte
          0:03:10–0:03:13
          auch so zusammenfließen können und alles, was ich da so gelernt habe,
          0:03:13–0:03:16
          auch in den letzten Jahren, gut einbringen kann.
          0:03:16–0:03:20
          Also wir machen ja Workshops auch und versuchen ja eben auch Prozesse zu gestalten,
          0:03:20–0:03:23
          um genau da eben gemeinsam zu lernen.
          0:03:24–0:03:28
          Cool, danke. Jule, dann gebe ich mal weiter an unsere Projektleitung.
          0:03:29–0:03:32
          Christine, genau, magst du vielleicht nochmal erzählen, vielleicht auch so den
          0:03:32–0:03:35
          Rahmen insgesamt nochmal kurz schildern und vielleicht auch so ein bisschen
          0:03:35–0:03:38
          zur Geschichte, weil du hast ja auch diesen Antrag damals geschrieben.
          0:03:38–0:03:41
          Wie Julia schon meinte, es ist ein transdestinäres Forschungsprojekt,
          0:03:41–0:03:44
          das jetzt drei Jahre läuft, finanziert von der VW-Stiftung.
          0:03:45–0:03:48
          Und tatsächlich ist die Historie ziemlich weit zurück,
          0:03:48–0:03:51
          weil es schon mal einen Antreizprozedere gab, wo wir versucht haben,
          0:03:51–0:03:56
          dieses Thema Gemeinschaftsgruppen mit Wirtschaften sozusagen mehr in die Forschung
          0:03:56–0:03:59
          aufzubringen und sozusagen mehr Gelder auch dafür zu akquirieren,
          0:03:59–0:04:00
          damit zu experimentieren.
          0:04:01–0:04:04
          Und Ausgangspunkt ist letztendlich das Konzept der solidarischen Landwirtschaft,
          0:04:04–0:04:07
          wo wir gesehen haben, okay, da passiert super viel in dem Feld.
          0:04:07–0:04:09
          Es gibt mehr und mehr sozusagen Initiativen, die sich gründen.
          0:04:09–0:04:13
          Und der Ansatz ist also sehr spezifisch auf die Art und Weise,
          0:04:13–0:04:16
          wie sozusagen Wirtschaft organisiert wird und wir können dafür auch für andere
          0:04:16–0:04:21
          Versorgungsbereiche Sachen lernen und das war letztendlich die Idee vom Switch-Antrag zu sagen,
          0:04:21–0:04:23
          okay, wie können wir denn diese Prinzipien,
          0:04:23–0:04:27
          die wir sozusagen sehr gut funktionierend aus der Landwirtschaft kennen, auf Energie,
          0:04:27–0:04:31
          auf Mobilität, auf den Kulturbereich ummünzen,
          0:04:32–0:04:37
          und letztendlich ist das ein Projekt, was sozusagen in der Antragsorganisierung
          0:04:37–0:04:40
          schon mit den Praxispartnern, die jetzt auch hier versammelt sind, mit CEUM,
          0:04:41–0:04:43
          mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
          0:04:44–0:04:48
          Milanex Economy Lab und genau dem CSX-Netzwerk sozusagen entstanden ist,
          0:04:49–0:04:51
          zu gucken, wie können wir denn eigentlich schauen,
          0:04:51–0:04:56
          Was sind so unterstützende Faktoren? In welchen Versorgungsbereichen funktioniert
          0:04:56–0:04:59
          es überhaupt? Funktioniert es in allen Versorgungsbereichen?
          0:04:59–0:05:03
          Was dann vielleicht auch für die Barrieren, für so einen Aufbau von solchen Unternehmen?
          0:05:04–0:05:07
          Und wir, wie Julia auch schon meinte,
          0:05:08–0:05:11
          versuchen halt nicht nur das theoretisch zu durchdringen, sondern haben einen
          0:05:11–0:05:15
          Prozess gestartet, wo wirklich mittlerweile 30 Initiativen teilnehmen,
          0:05:15–0:05:18
          die das halt wirklich in die Praxis auch versuchen umzusetzen in verschiedenen
          0:05:18–0:05:21
          Feldern und damit halt experimentieren und gucken halt,
          0:05:22–0:05:25
          wie kann ich jetzt sozusagen eine solidarische Wärmeversorgung aufziehen.
          0:05:25–0:05:30
          Und die Idee ist tatsächlich dann rauszufiltern, ah ja, für welche Versorgungsbereiche
          0:05:30–0:05:31
          gelten vielleicht welche.
          0:05:33–0:05:36
          Sozusagen Kriterien in der Umsetzung und wie können wir aber vielleicht auch
          0:05:36–0:05:41
          Pfade hin zu einer Verknüpfung dieser verschiedenen Versorgungsbereiche eruieren.
          0:05:41–0:05:45
          Also letztendlich ist schon die Idee auch zu schauen, wie könnte eine gemeinschaftsgetragene
          0:05:45–0:05:47
          Gesellschaft eigentlich funktionieren.
          0:05:47–0:05:51
          Also hehre Ziele für zweieinhalb Jahre Forschung.
          0:05:51–0:05:55
          Eineinhalb Jahre sind jetzt schon rum, aber genau, ihr merkt schon,
          0:05:55–0:05:58
          wir sind alle schon richtig heiß auf die Inhalte und vergessen dabei total,
          0:05:58–0:06:03
          uns selbst vorzustellen. Deshalb darfst du gerne auch noch kurz erzählen, wer bist du eigentlich?
          0:06:04–0:06:07
          Genau, mein Name ist Christine Neis, ich bin Transformationsforscherin,
          0:06:08–0:06:08
          habe verschiedene Hintergründe,
          0:06:09–0:06:11
          komme aus der Technologie, aber habe auch nachhaltiges Wirtschaften studiert
          0:06:11–0:06:16
          und dann in Umweltwissenschaften promoviert und mich bin seit zehn Jahren anleitend
          0:06:16–0:06:19
          im Institut für ökologische Raumentwicklung, die wirklich ihren Forschungsschwerpunkt
          0:06:19–0:06:23
          im Bereich sozial-ökologischer Transformationsforschung haben.
          0:06:23–0:06:28
          Genau, und habe mich seit zehn Jahren eigentlich schon mit sozialen Innovationen
          0:06:28–0:06:31
          und vor allem auch alternativ-ökonomischen Ansätzen auseinandergesetzt.
          0:06:31–0:06:34
          Und Switch ist jetzt sozusagen ein Projekt, was ich leiten darf,
          0:06:34–0:06:40
          zusammen auch mit Markus Egermann, der halt den Fachbereich transformative Kapazitäten da leitet.
          0:06:40–0:06:44
          Genau, und wir sind ein ziemlich großes Team mit den ganzen Praxispartnerinnen,
          0:06:45–0:06:46
          die wir schon in der Antenne bauen.
          0:06:46–0:06:49
          Genau, vielleicht noch einmal, bevor ich an dich gebe, Karin,
          0:06:49–0:06:53
          wer heute nicht da ist, ist einmal Simon Scholl vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
          0:06:54–0:07:01
          Dann Lottie, auch mit dem Hut CSX-Netzwerk, auch Lottie von Charlotte von Wulfen.
          0:07:01–0:07:05
          Entschuldigung, wir arbeiten hier schon alle länger zusammen und sind auch schon
          0:07:05–0:07:10
          sehr vertraut miteinander. Genau, Charlotte von Wulfen alias Lotti und Jonas
          0:07:10–0:07:14
          Bote von Nela von der Next Economy Lab.
          0:07:14–0:07:17
          Die sind heute leider nicht unter uns, aber wir denken sie natürlich mit.
          0:07:18–0:07:22
          Und wer aber heute noch mit uns am Tisch sitzt, ist Karin Walter,
          0:07:22–0:07:27
          eine geschätzte Kollegin von MYZELIUM auch, die aber noch gar nie im Podcast
          0:07:27–0:07:30
          war und ich freue mich sehr, dass du heute da bist. Und genau,
          0:07:30–0:07:31
          erzähl doch mal, wer bist du?
          0:07:31–0:07:33
          Was hast du vielleicht auch schon gemacht in deinem Leben?
          0:07:34–0:07:37
          Bevor du bei uns jetzt gelandet bist, bei MYZELIUM. Und genau,
          0:07:38–0:07:40
          was ist Switch? Was gibt es dazu noch zu sagen?
          0:07:41–0:07:43
          Mein Name ist Karin, Karin Walter wurde gerade schon gesagt.
          0:07:44–0:07:48
          Ich komme ursprünglich auch aus der nachhaltigen Regionalentwicklung.
          0:07:48–0:07:52
          Ich habe das 2006 abgeschlossen an der Uni Kassel bei Ulf Hane,
          0:07:52–0:07:56
          der damals schon einen sehr guten Blick hatte auf die Frage,
          0:07:56–0:07:58
          wie regionale Wirtschaftskreisläufe geschlossen werden können.
          0:07:58–0:08:03
          Und für mich hat dieses Thema jetzt eigentlich mit der CSX-Bewegung erst richtig
          0:08:03–0:08:09
          Fahrt aufgenommen, sozusagen als eine sehr logische, naheliegende Lösung anstelle
          0:08:09–0:08:12
          von Clustern und komparativen Kostenvorteilen etc.
          0:08:13–0:08:17
          Und ich habe sehr viele Jahre mich mit ökonomischen Alternativen beschäftigt
          0:08:17–0:08:21
          und Aktivisties darin begleitet, eigene Projekte in diesem Feld auch umzusetzen,
          0:08:21–0:08:26
          also auch im Netzwerk ökonomischer Wandel oder in der Praxiswirtschaft ökonomischer Wandel.
          0:08:26–0:08:31
          Und da hat sich für mich immer mehr herauskristallisiert, dass eben kommensbasierte
          0:08:31–0:08:37
          oder gemeinschaftgetragene Ansätze wirklich die Ansprüche an eine bedürfnisorientierte
          0:08:37–0:08:38
          Wirtschaft wirklich erfüllen kann,
          0:08:39–0:08:41
          was die anderen Ansätze, mit denen wir uns beschäftigt haben,
          0:08:41–0:08:42
          unterm Strich nicht wirklich können.
          0:08:43–0:08:48
          Genau. Ich bin beim Metzeeling jetzt schon seit, also mit meiner Ausbildung
          0:08:48–0:08:52
          quasi dort mitlaufen dürfen, schon seit zweieinhalb Jahren.
          0:08:53–0:08:56
          Und zum MYZELIUM brauche ich euch, glaube ich, gerade nicht viel erzählen.
          0:08:57–0:09:01
          Was jetzt für Switch, also warum für mich das richtig spannend ist,
          0:09:01–0:09:05
          bei Switch dabei zu sein, ist das, was wir so intuitiv merken.
          0:09:05–0:09:10
          Also diese Frage, in welchen Bereichen lässt sich das, was MYZELIUM immer verkündet,
          0:09:10–0:09:13
          nämlich TSX lässt sich auf alles anwenden.
          0:09:13–0:09:18
          Wo steckt da eigentlich der Teufel im Detail? Also welche Konzepte taugen wirklich
          0:09:18–0:09:22
          in der Praxis? und wo es aber auch auf der Seite der Nutzerinnen,
          0:09:22–0:09:28
          also der Mitglieder, wo sind da auch wirklich Zugangshürden und Schwierigkeiten teilzunehmen.
          0:09:28–0:09:31
          Und da kommen wir vielleicht auch noch drauf, da haben wir jetzt schon erste
          0:09:31–0:09:35
          Zwischenergebnisse aus dem tollen Forschungsprojekt hier auch gewonnen,
          0:09:36–0:09:38
          die richtig hilfreich sind.
          0:09:38–0:09:42
          Bevor wir auf die Ergebnisse schauen, würde ich gerne noch einmal kurz so,
          0:09:42–0:09:45
          weil für alle, die nicht an Switch teilnehmen, und es sind ja einige,
          0:09:45–0:09:49
          die an Switch teilnehmen, Genau, die davon noch nie gehört, da würde ich gerne
          0:09:49–0:09:52
          einmal so ein bisschen den Rahmen machen. Was machen wir denn da den ganzen Tag?
          0:09:53–0:09:55
          Und was haben wir vielleicht auch jetzt schon die eineinhalb Jahre gemacht,
          0:09:56–0:09:57
          seitdem das Projekt läuft?
          0:09:57–0:10:00
          Und genau, MYZELIUM ist übrigens, ich weiß nicht, ob ich es vorhin erwähnt habe,
          0:10:00–0:10:01
          einer dieser Praxispartner.
          0:10:02–0:10:06
          Genau, zusammen mit dem CSX-Netzwerk und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
          0:10:07–0:10:12
          Und Nela und das IÖR halten eher so den Forschungs- und Koordinationsrahmen.
          0:10:13–0:10:16
          Obwohl, Nela ist, glaube ich, in beiden Rollen drin, Praxis und Koordination. Vielen Dank.
          0:10:17–0:10:21
          Genau, aber vielleicht erst mal als Praxispartnerin gesprochen, als MYZELIUM.
          0:10:21–0:10:28
          Wir sind sozusagen, wir begleiten Cluster, Cluster von Projekten von Menschen,
          0:10:28–0:10:34
          die ihre Idee, ihr Herzensprojekt gemeinschaftsgetragen in die Welt bringen wollen.
          0:10:34–0:10:39
          Und da sind eben ultra viele unterschiedliche Menschen mit an Bord tatsächlich.
          0:10:40–0:10:44
          Und dann haben wir eben noch die Brille der Forschung, die da mit drauf schaut
          0:10:44–0:10:48
          und haben sozusagen diese Online-Cluster-Begleitung einmal im Monat,
          0:10:48–0:10:52
          wo die fünf verschiedenen Cluster, wenn ich mich nicht täusche,
          0:10:52–0:10:56
          mit so drei bis fünf Projekten sich treffen.
          0:10:56–0:10:59
          Dann haben wir einmal im Monat einen Impuls, einen inhaltlichen Impuls,
          0:10:59–0:11:04
          der auch sozusagen für alle Menschen zugänglich ist.
          0:11:04–0:11:06
          Den könnt ihr euch auch anschauen. Wie kann man sich den anschauen?
          0:11:07–0:11:11
          Ich schreibe uns eine Mail und das ist immer sozusagen ein Termin im ersten
          0:11:11–0:11:12
          Mittwoch im Monat um 16.30 Uhr.
          0:11:13–0:11:17
          Genau, also am ersten Mittwoch im Monat kann man sozusagen live teilnehmen und
          0:11:17–0:11:18
          sonst gibt es aber dann auch eine Aufzeichnung.
          0:11:19–0:11:23
          Und genau, in den Shownotes werden wir euch da auch einen Link für eine Internetseite
          0:11:23–0:11:26
          empfehlen, wo ihr euch dann melden könnt, wenn ihr daran Interesse habt,
          0:11:26–0:11:30
          noch die Impulse jetzt der letzten anderthalb Jahre, aber auch vielleicht des
          0:11:30–0:11:32
          kommenden Jahres, wo es noch läuft,
          0:11:32–0:11:35
          mit anzuschauen, wo einfach so Standardthemen behandelt werden,
          0:11:36–0:11:40
          die es braucht für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, die wir auch in unserer
          0:11:40–0:11:43
          Begleitung immer wieder, wo wir reingehen,
          0:11:43–0:11:46
          mit unserer MYZELIUM-Begleitung und die ich glaube ich jetzt hier gar nicht
          0:11:46–0:11:52
          mehr so ausführen muss, weil die Podcast-HörerInnen eigentlich schon einen ganz guten Überblick haben,
          0:11:52–0:11:55
          beziehungsweise die stehen auch im Transformationsleitfaden drin.
          0:11:55–0:11:59
          Also wir schauen uns Bedürfnisse an, wir schauen uns Ressourcen an,
          0:11:59–0:12:01
          wir schauen uns das Angebot an, wir schauen uns die Vision an und so weiter.
          0:12:02–0:12:06
          Und so sind eben auch die Impulse aufgebaut. Aber ja, vielleicht wollt ihr nochmal
          0:12:06–0:12:10
          ergänzen, was ist im letzten anderthalb Jahren in Switch passiert?
          0:12:10–0:12:13
          Was macht, ja. zur Strukturerstenarbeit.
          0:12:13–0:12:16
          Du bist jetzt nochmal auf die Praxis eingegangen und ich glaube aber,
          0:12:16–0:12:18
          damit sich die Zuhörenden, die vielleicht noch gar nichts von SWITCH gehört
          0:12:18–0:12:20
          haben, das nochmal genauer vorstellen können.
          0:12:20–0:12:22
          Also transdisziplinäre Forschung
          0:12:22–0:12:25
          ist wirklich Forschung aus der Gesellschaft für die Gesellschaft.
          0:12:25–0:12:28
          Das heißt, wir sind wirklich losgestartet mit Fragen, die ja eigentlich auch
          0:12:28–0:12:29
          aus der Bewegung kommen.
          0:12:29–0:12:33
          Und eine davon ist eben, wie können halt diese Prinzipien aus der solidarischen
          0:12:33–0:12:36
          Landwirtschaft eben auf andere Versorgungsbereiche übertragen werden und wie
          0:12:36–0:12:39
          hat Kevin schon meinte, funktioniert das überall oder wo steckt halt dieser Teufel im Detail?
          0:12:40–0:12:43
          Und dann auch, wie anschlussfähig ist dieses Konzept letztendlich.
          0:12:43–0:12:45
          Weil wir sehen, dass viele Leute partizipieren.
          0:12:45–0:12:49
          Aber wer ist da wirklich sozusagen in diesen Initiativen und nehmen wir wirklich
          0:12:49–0:12:50
          die Breite der Bevölkerung mit?
          0:12:50–0:12:54
          Und wenn nicht, was braucht es dafür, um sozusagen auch andere Gesellschaften,
          0:12:55–0:12:59
          die Milie beispielsweise anzusprechen und dann mit Blick auf sozusagen eine
          0:12:59–0:13:00
          Verbreiterung des Ansatzes auch,
          0:13:01–0:13:05
          Was sind denn eigentlich Schritte für eben eine gemeinschaftsgetragene Wirtschafts-
          0:13:05–0:13:06
          und Gesellschaftsform?
          0:13:06–0:13:10
          Also über einzelne Settien hinaus, was braucht es an Verknüpfungen,
          0:13:10–0:13:13
          was braucht es an sozusagen Metastrukturen? Und das hat eigentlich möglich zu machen.
          0:13:13–0:13:15
          Und das waren Fragen, mit denen wir gestartet sind.
          0:13:16–0:13:21
          Und der Kern transizipulärer Forschung ist aber auch immer sozusagen eben mit
          0:13:21–0:13:26
          allen Praxisakteuren auch zu gucken, okay, was für Erkenntnisse entwickeln wir auch im Tun?
          0:13:26–0:13:29
          Und das ist ja genau das, was in Switches passiert. Miriam, ihr habt jetzt von
          0:13:29–0:13:32
          der Praxisbegleitung schon sozusagen gesprochen.
          0:13:32–0:13:35
          Also wir haben dann sozusagen groß eingeladen, haben gesagt,
          0:13:35–0:13:36
          hier, wir haben dieses Projekt.
          0:13:36–0:13:40
          Wenn ihr Interesse habt, das ausprobieren, nehmt doch gerne teil.
          0:13:40–0:13:45
          Und das muss man schon erstmal als ein, ich sag mal, Erfolg vielleicht vom Projekt sagen, dass wir,
          0:13:46–0:13:50
          wenn ihr euch erinnert, in der ersten Infoveranstaltung hatten wir knapp 110
          0:13:50–0:13:54
          oder 120 Personen, die teilgenommen haben in diesem Online-Format,
          0:13:54–0:13:57
          die wirklich waren so, hey, ich habe da total das Interesse,
          0:13:57–0:14:01
          mir das anzuschauen und zu verstehen, wie es funktioniert und vielleicht auch teilzunehmen.
          0:14:01–0:14:05
          Das war eine Größenordnung, die wir tatsächlich gar nicht abdecken konnten mit
          0:14:05–0:14:08
          dem, was wir an Kapazitäten hatten, weswegen wir dann nochmal ins Gespräch gegangen
          0:14:08–0:14:11
          sind und gesagt haben, hey, wir haben richtig, richtig los, möglichst viele
          0:14:11–0:14:14
          da drin zu begleiten und mit den Ressourcen,
          0:14:14–0:14:19
          wir haben fünf Praxispartnerinnen dabei und trotzdem können wir das nicht leisten in der Größenordnung.
          0:14:19–0:14:22
          Schaut nochmal, welches Commitment ihr wirklich geben könnt,
          0:14:23–0:14:25
          weil ihr werdet zwei Jahre lang in einem Prozess eingebunden,
          0:14:25–0:14:30
          wo ihr Stück für Stück in diesem Aufbau oder auch in der Umstellung eures bestehenden
          0:14:30–0:14:35
          Unternehmens sozusagen gekleidet werdet und das wirklich irgendwie so umsetzt.
          0:14:36–0:14:43
          Und letztendlich sind wir dann auf eine Kohorte von 30 Initiativen zusammengekommen,
          0:14:43–0:14:47
          wo wir das jetzt wirklich real machen und ihr in der Praxispartnerin dann sehr
          0:14:47–0:14:53
          klar diese Beratung einfach auch diesen Aufbau mit unterstützt und wir aber
          0:14:53–0:14:56
          auch aus diesem Prozess ja immer wieder auch Fragen rausentwickeln von wegen A.
          0:14:56–0:15:00
          Ja, okay, wir sehen an den Stellen gibt es gerade sozusagen bestimmte Themen,
          0:15:00–0:15:02
          wo wir noch mehr reingehen müssen und noch besser verstehen müssen,
          0:15:03–0:15:04
          was braucht es an der Stelle.
          0:15:04–0:15:07
          Und das ist irgendwie der Kern von transdisziplinärer Forschung,
          0:15:07–0:15:11
          in diesem Prozess immer wieder auch, genau, mit allen gesellschaftlichen Akteuren,
          0:15:12–0:15:16
          Fragen zu beantworten, aber auch neue Fragen zu generieren. Und da stecken wir gerade mittendrin.
          0:15:16–0:15:19
          Und Jules, vielleicht magst du noch mal was für eine Erhebung sagen,
          0:15:19–0:15:21
          in dem wir jetzt von Wissenschaftlerseite jetzt wirklich auch drinnen stecken.
          0:15:22–0:15:23
          Also was wir jetzt tatsächlich auch
          0:15:23–0:15:28
          an qualitativen und quantitativen Untersuchungen gerade alles anstoßen.
          0:15:28–0:15:32
          Ja, ich wollte vor allem auch gerne noch sagen, dass, und das schließt sehr
          0:15:32–0:15:36
          gut an das, was du gerade gesagt hast, wir auch am Anfang des Projekts nicht vorgegeben haben, ah,
          0:15:36–0:15:41
          hey, Energie müsste jetzt auf jeden Fall bespielt werden oder in Mobilität wollen
          0:15:41–0:15:45
          wir das unbedingt wissen, sondern die Menschen kamen quasi mit ihren Ideen.
          0:15:45–0:15:47
          Und das heißt, das, was inhaltlich gerade in Switch passiert.
          0:15:48–0:15:52
          Eben fängt einfach unmittelbar bei den Menschen an. und darum sie stehen.
          0:15:52–0:15:58
          Das macht es natürlich auch herausfordernd, weil es eine große Bandbreite ist
          0:15:58–0:16:00
          eben an unterschiedlichen Ideen,
          0:16:00–0:16:03
          unterschiedlichen Branchen und gar nicht so leicht ist dann zum Beispiel in
          0:16:03–0:16:10
          Clustern so zusammenzufassen oder so ähnliche Herausforderungen zu thematisieren.
          0:16:10–0:16:13
          Also da glaube ich, können wir auch gleich nochmal dazu sprechen,
          0:16:13–0:16:16
          so was sind vielleicht auch Herausforderungen im Prozess oder wo ist es gar
          0:16:16–0:16:19
          nicht so leicht, dann wirklich auch da bedürfnisorientiert.
          0:16:20–0:16:23
          Zu begleiten und zu forschen. Aber genau, vielleicht zu den Erhebungen,
          0:16:23–0:16:25
          was ist bis jetzt schon passiert.
          0:16:25–0:16:29
          Wir haben letztes Jahr auf der einen Seite angefangen, Interviews zu führen,
          0:16:30–0:16:37
          mit quasi bestehenden CSX-Unternehmen, um da auch einfach schon aus ihren Gründungserfahrungen,
          0:16:37–0:16:39
          aus ihren Gründungsgeschichten zu lernen.
          0:16:39–0:16:41
          Kannst du ja vielleicht auch nochmal mehr dazu erzählen, das ist,
          0:16:42–0:16:47
          wie zu sagen, Christin ist auch steckenpferd, da ziehen wir gerade auch unglaublich
          0:16:47–0:16:52
          viel Information raus und sind quasi noch mittendrin in der qualitativen Analyse.
          0:16:52–0:16:58
          Das, was genau so ein bisschen mehr bei mir lag, war so eine erste quantitative Umfrage,
          0:16:59–0:17:03
          weil de facto im Bereich solidarische Landwirtschaft gibt es ja schon einiges
          0:17:03–0:17:07
          an Forschung, national wie international, aber eben in dieser Übertragung auch
          0:17:07–0:17:12
          auf andere Branchen haben wir de facto einfach noch keine Datengrundlage gehabt.
          0:17:12–0:17:17
          Und vor allem eben das Thema, wer macht damit, mit wie anschlussfähig ist das,
          0:17:17–0:17:20
          wen erreichen wir auch bisher nicht und wo dran liegt das,
          0:17:21–0:17:28
          wollten wir quasi mit so einer breit angelegten Umfrage ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
          0:17:28–0:17:33
          Und deswegen haben wir quasi von September bis Dezember letzten Jahres eine
          0:17:33–0:17:36
          Umfrage mit ungefähr 80 Fragen erstellt,
          0:17:36–0:17:40
          die quasi sowohl an CSX-Mitglieder als auch an Nicht-Mitglieder gingen,
          0:17:41–0:17:44
          weil uns eben vor allem auch interessiert hat, wo sind denn da Barrieren,
          0:17:44–0:17:47
          wo sind denn da Hemmungen und was sind dann auch eigentlich Gründe mitzumachen.
          0:17:49–0:17:53
          Und genau, da haben wir eben auch schon mal reingeguckt hier im Team in die
          0:17:53–0:17:56
          Zwischenergebnisse, aber ich weiß gar nicht, ob das jetzt schon im Moment ist.
          0:17:56–0:18:01
          Gleich, genau. Ich würde noch einmal an Karin, an dich geben, so ein bisschen was.
          0:18:01–0:18:06
          Was hat Switch für dich ausgemacht die letzten eineinhalb Jahre? Was hast du erlebt?
          0:18:06–0:18:11
          Genau, was möchtest du vielleicht noch dazulegen, neben den Dingen,
          0:18:11–0:18:12
          die jetzt einfach schon genannt wurden?
          0:18:14–0:18:19
          Also ich bin ja vor allen Dingen mit der Begleitung von einem Cluster betraut,
          0:18:19–0:18:22
          was sehr spannend und gleichzeitig auch sehr herausfordernd ist.
          0:18:22–0:18:27
          Und was für mich da, also ich erzähle mal kurz, was die Menschen da wollen,
          0:18:27–0:18:29
          um es auch mal ein bisschen greifbar und plastisch zu machen.
          0:18:29–0:18:34
          Es gibt eine Person, die arbeitet mit Pferden, also bildet quasi Arbeitspferde
          0:18:34–0:18:36
          aus für solidarische Landwirtschaften etc.
          0:18:38–0:18:43
          Und hatte schon immer so Ansätze von sehr beziehungshaften Wirtschaften mit
          0:18:43–0:18:46
          den Menschen, mit denen sie also gearbeitet hat.
          0:18:46–0:18:51
          Und die experimentiert jetzt mit Formen, die gar nicht so klassisch dem CSX-Muster
          0:18:51–0:18:54
          entsprechen, also gar nicht unbedingt so eine Beitragsrunde.
          0:18:54–0:18:58
          Also mit dem Ziel, sozusagen einen Teil ihrer Arbeit wirklich in die Hände der
          0:18:58–0:19:01
          Gemeinschaft, also die Finanzierung in die Hände der Gemeinschaft zu legen.
          0:19:01–0:19:05
          Und das ist so ganz spannend, weil sie so ganz intuitiv und sehr vorsichtig
          0:19:05–0:19:10
          mit dem, wo sie spürt, was irgendwie geht oder was so leicht zu vermitteln ist,
          0:19:10–0:19:13
          wo Solidarität auf Resonanz stößt,
          0:19:13–0:19:18
          da wirklich auch so reingeht und sich so reinspürt mit den Menschen, mit denen sie arbeitet.
          0:19:18–0:19:21
          Denn das sind sehr spannende Erfahrungen auch so für die Frage,
          0:19:21–0:19:26
          wie schaffen wir es auch bei unseren Kundinnen, die wir als Mitglieder haben
          0:19:26–0:19:30
          wollen, so innere Wandlungsprozesse auch auf eine Art und Weise zu gestalten,
          0:19:30–0:19:32
          die funktionieren. So, ganz spannend.
          0:19:33–0:19:36
          Eine andere herausfordernde Situation ist tatsächlich.
          0:19:37–0:19:41
          Eine Frau, die Organisationsentwicklung machen möchte für soziale Einrichtungen,
          0:19:41–0:19:42
          die es dringend brauchen,
          0:19:43–0:19:48
          wo aber gar kein Geld für vorgesehen ist und die jetzt vor der Herausforderung
          0:19:48–0:19:53
          steht, Menschen, die in so Systemen, die sehr verwaltungstechnisch anmuten, stecken,
          0:19:54–0:19:57
          die halt mit öffentlichen Geldern und mit Pflegekassengeldern umgehen müssen,
          0:19:58–0:20:03
          rauszufinden, also ist es überhaupt für diese Leute verstehbar und für die Angehörigen,
          0:20:03–0:20:06
          die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen Und für die Menschen,
          0:20:07–0:20:09
          die selber vielleicht mal wissen, ich werde in Pflege landen,
          0:20:09–0:20:12
          ist es in diesem Feld eigentlich machbar,
          0:20:13–0:20:20
          eine Gemeinschaftsstruktur aufzubauen, die ihre Arbeit letzten Endes finanziert.
          0:20:20–0:20:23
          Und das ist ein ganz spannender Prozess, also auch mit der Frage.
          0:20:24–0:20:28
          Auf wen versuche ich eigentlich auch anzusprechen und zu gewinnen,
          0:20:28–0:20:31
          wer ist überhaupt für das, wofür Gemeinschafts- und Tagungswirtschaft steht,
          0:20:31–0:20:32
          auch wirklich ansprechbar.
          0:20:32–0:20:36
          Und das ist, finde ich, auch eine ganz tolle Überleitung zu den Forschungsergebnissen,
          0:20:36–0:20:40
          die wir jetzt hatten, weil wir da, glaube ich, auch wenn der Fokus jetzt vor
          0:20:40–0:20:45
          allem auf solidarische Landwirtschaft war, aber es ist voraussetzungsvoll.
          0:20:45–0:20:49
          Und ich glaube, dass wir aber mit Switch an einen Punkt kommen,
          0:20:49–0:20:55
          wo wir wissenschaftlich fundiert wirklich die Menschen, die wir erreichen wollen,
          0:20:56–0:20:59
          also wo wir Tools und Herangehensweisen, Kommunikationsweisen,
          0:20:59–0:21:05
          Anpassungen wirklich entwickeln können, die sowas wirklich auch normaler machen
          0:21:05–0:21:07
          und mehr in den Mainstream bringen können.
          0:21:09–0:21:14
          Ja, und damit leite ich vielleicht nochmal an dich über, dass du mal so vielleicht
          0:21:14–0:21:19
          ein paar Haupterkenntnisse sozusagen von den Daten, die du jetzt erhoben hast.
          0:21:21–0:21:22
          Einfach mal teilst hier.
          0:21:23–0:21:25
          Was hast du schon gelernt? Was haben wir schon gelernt? Mhm.
          0:21:27–0:21:29
          Ich würde sagen, ich kann ja einfach mal starten und ergänze sehr gerne,
          0:21:30–0:21:34
          weil wir ja hier jetzt so flüssig übergegangen sind und mich natürlich auch
          0:21:34–0:21:36
          sehr interessiert, was jetzt bei euch auch hängen geblieben sind.
          0:21:37–0:21:40
          Ihr könnt euch vorstellen, dass wir gerade so einen richtig schönen Deep Dive
          0:21:40–0:21:43
          hatten in 70 Folien mit Zahlen und Grafiken.
          0:21:43–0:21:47
          Deswegen, genau, ich fange mal vielleicht damit an. Wir haben uns ja auf der
          0:21:47–0:21:52
          einen Seite gefragt, wer ist jetzt so ein bisschen das prototypische Mitglied gerade?
          0:21:52–0:21:59
          Und ausgehend von unserer Stichprobe, die insgesamt quasi 565 Menschen erreicht
          0:21:59–0:22:03
          hat und davon so 250 eben CSX-Mitglieder,
          0:22:04–0:22:09
          dass diese Mitglieder vor allem auszeichnen, dass es eine eher weibliche Stichprobe war.
          0:22:11–0:22:15
          Altersmäßig haben wir gelernt. Relativ repräsentativ für den Bundesdurchschnitt,
          0:22:15–0:22:18
          das hat uns überrascht, mit 44 Jahren im Schnitt.
          0:22:19–0:22:22
          Was wenig überraschend ist von den politischen Einstellungen,
          0:22:22–0:22:26
          sind es auf jeden Fall eher linke, progressive Menschen, die teilnehmen.
          0:22:27–0:22:32
          Und tatsächlich relativ 50-50 haben sich die Menschen entschieden für Elternschaft,
          0:22:33–0:22:34
          also Kinder bekommen oder nicht.
          0:22:35–0:22:39
          Also wenn wir jetzt überlegen, ist CSX anschlussfähig und warum vielleicht auch
          0:22:39–0:22:43
          nicht, vielleicht da nochmal reinzutauchen.
          0:22:43–0:22:45
          Also wer sind denn gerade Mitglieder?
          0:22:46–0:22:48
          Du hast es gerade schon beschrieben, wer teilgenommen hat.
          0:22:48–0:22:54
          Aber vielleicht auch Gründe für die Teilnahme. Also warum entscheiden sich Menschen
          0:22:54–0:22:57
          dieses neue Wirtschaftsmodell im Kleinen?
          0:22:57–0:23:02
          Jetzt meistens, also die meisten Mitglieder waren ja Mitglieder in der Solavi
          0:23:02–0:23:06
          und dann eben noch einige davon in anderen Bereichen sozusagen noch zusätzlich.
          0:23:06–0:23:09
          Aber meistens ist sozusagen die Solavi die Einstiegsdroge, wenn ich es mal so
          0:23:09–0:23:15
          formuliere, die genau, wo man quasi zum ersten Mal dieses Konzept kennenlernt
          0:23:15–0:23:20
          und dann vielleicht auch noch andere Bereiche findet, wo man eben auch noch mit eintaucht.
          0:23:20–0:23:27
          Und diese Teilnahme an CSX-Organisationen, an CSX-Initiativen steigt,
          0:23:27–0:23:30
          die Wahrscheinlichkeit, wenn ich das jetzt mal richtig zitiere, wenn man Kinder hat.
          0:23:30–0:23:36
          Also wenn man Kinder hat, nimmt man eher an CSX oder an gemeinschaftsbasierten
          0:23:36–0:23:38
          Konzepten, an gemeinschaftsgetragenen Organisationen teil.
          0:23:39–0:23:42
          Wenn man ein geringes Einkommen hat, nimmt man eher teil.
          0:23:43–0:23:47
          Und wenn man von der politischen Meinung eher links ist. Genau, genauso...
          0:23:48–0:23:51
          Ja, was nicht erstaunlich ist, wenn man offener ist für neue Erfahrungen.
          0:23:52–0:23:55
          Erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, CSX auszuprobieren.
          0:23:55–0:23:58
          Lass uns da vielleicht nochmal bleiben, weil das ja eigentlich,
          0:23:58–0:24:01
          würde ich sagen, auch so eine Art von Kernerkenntnis ist.
          0:24:01–0:24:04
          Also genau, die wenig überraschend ist, wie du sagst, aber die sich schon einfach
          0:24:04–0:24:07
          in verschiedenen Analysen auch nochmal deutlich gezeigt hat,
          0:24:07–0:24:13
          dass eben in der Psychologie ist es auch eine Dimension von Persönlichkeit,
          0:24:13–0:24:15
          Offenheit für neue Erfahrungen.
          0:24:15–0:24:19
          Und das hat sich wirklich in verschiedenen Fragen gezeigt. Also einmal gefragt,
          0:24:20–0:24:21
          was sind denn für dich Gründe mitzumachen?
          0:24:22–0:24:27
          War es auf jeden Fall das Thema, hey, genau, ich mag mich für Nachhaltigkeit
          0:24:27–0:24:30
          einsetzen. Ich mag Transformation mitgestalten.
          0:24:30–0:24:34
          Ich habe da auch Bock, neue Dinge auszuprobieren. Genau, und habe da einfach
          0:24:34–0:24:38
          Lust, Dinge anders zu machen, mit anderen gemeinsam das anders zu machen.
          0:24:38–0:24:42
          Das waren so auf jeden Fall so Muster, die sich gezeigt haben.
          0:24:42–0:24:47
          Aber auch so eine andere Gruppe von Gründen und Motivationen war schon auch,
          0:24:48–0:24:52
          hey, individuell gesehen habe ich auch Bock einfach auf gute Qualität,
          0:24:52–0:24:56
          auf Gesundheit und am Ende auch meine Region irgendwie zu stärken.
          0:24:57–0:25:00
          Wollt ihr noch irgendwas dazulegen an Dingen, die euch aufgefallen sind,
          0:25:00–0:25:03
          sozusagen in den Ergebnissen jetzt erstmal oder die bei euch hängen geblieben sind?
          0:25:05–0:25:10
          Super gern. Ich finde ja die andere Perspektive, nämlich warum kommen Leute
          0:25:10–0:25:12
          nicht dazu eigentlich die spannendere.
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          Also das andere wissen wir intuitiver, wer sozusagen uns, das ist unsere Bubble
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          quasi, die da dazu kommt.
          0:25:20–0:25:23
          Und da haben wir ein Gespür dafür und ich glaube ein ganz großer Wert dieser
          0:25:23–0:25:27
          Forschung liegt darin, mal wirklich so raus zu zoomen und sich klar zu machen,
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          hey, wir sind einfach ein spezielles Milieu.
          0:25:30–0:25:33
          Wir haben bestimmte Charaktereigenschaften, bestimmte Werten,
          0:25:33–0:25:34
          eine bestimmte politische Orientierung.
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          Wir sind vielleicht in manchen Fällen offener als andere, aber auch da zu gucken,
          0:25:39–0:25:43
          okay, das sind aber auch, sagen wir dazuliegen, auch so bestimmte Persönlichkeitsmerkmale,
          0:25:43–0:25:46
          die auch ein Stück weit unabhängig sind von der politischen Orientierung zum Beispiel.
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          Und diese Persönlichkeitsmerkmale auch unter die Lupe zu nehmen und zu sagen,
          0:25:51–0:25:56
          okay, wow, wenn da so ein Bild ist zum Beispiel von, ich gehe da rein und dann
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          wird für mich erwartet, dass ich irgendwas da anders mache als in meinem bisherigen Leben.
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          Also für mich wird erwartet, dass ich irgendwas mitgestalte und irgendwie zu
          0:26:04–0:26:10
          irgendwelchen Treffen komme oder was auch immer, dass das für Leute total abschreckend wirken kann.
          0:26:11–0:26:16
          Also dass wir uns klar machen, es gibt Leute, die haben einfach keinen Bock, was anders zu machen.
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          Die wollen einfach vielleicht gerne das Gemüse unterm Strich ein bisschen noch
          0:26:19–0:26:23
          bereit, ihren Beitrag zu zahlen, aber irgendwie da jetzt, keine Ahnung,
          0:26:23–0:26:27
          den Abholraum aufräumen oder da irgendwie Zeit für einen planen,
          0:26:27–0:26:28
          das ist einfach sehr schwierig.
          0:26:29–0:26:32
          Es gibt Leute, die haben Angst vor anderen Menschen.
          0:26:32–0:26:38
          Die haben keinen Bock auf Gemeinschaft. Die haben Angst, in eine Beitragsrunde
          0:26:38–0:26:43
          zu gehen und daraus zu lernen, es muss von vornherein klar sein,
          0:26:43–0:26:45
          das ist keine Voraussetzung, dass du zu diesem Treffen kommst.
          0:26:45–0:26:49
          Sondern wir können dich da ganz anders auch an die Hand nehmen und abholen.
          0:26:50–0:26:55
          Und da auch so eine Serviceorientierung vielleicht auch an manchen Stellen mehr reinzunehmen.
          0:26:55–0:26:59
          Es gibt Leute, für die wäre das einfach eine total pragmatische Lösung,
          0:26:59–0:27:01
          ein leckeres Essen zu kommen.
          0:27:02–0:27:05
          Aber die haben mit diesem ganzen Nachhaltigkeits- und Transformationsgedöns
          0:27:05–0:27:08
          einfach nichts am Hut und sagen, okay,
          0:27:08–0:27:15
          lass uns da schauen, wie bringen wir das an diese Leute ran und was ist so das,
          0:27:16–0:27:17
          was wir auch lernen können.
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          Und du hattest, vielleicht hast du das nochmal parat, was ich ganz schön finde,
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          auch so dieses, ah ja, lass uns klug sein und gucken, wie wir Menschen aus verschiedenen
          0:27:26–0:27:30
          Milieus, über welche Wertebrücken wir die eigentlich auch erreichen können.
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          Da hat es die Silke Klein-Nickel-Cotton zitiert, das hat mich gerade nicht mehr
          0:27:34–0:27:38
          parat, aber sozusagen so, okay, es gibt bestimmte Milieus, die sind für uns
          0:27:38–0:27:41
          erreichbar, wenn wir Sachen entsprechend framen,
          0:27:42–0:27:44
          bestimmte Sachen hervorheben in der Kommunikation und auch Sachen,
          0:27:44–0:27:48
          wofür Leute Angst haben oder was sie nicht mögen, wirklich mehr reinnehmen in
          0:27:48–0:27:51
          die Art und Weise, wie wir solche Strukturen gestalten.
          0:27:52–0:27:56
          Vielleicht das mal als Frage in die Runde. Wenn wir uns diese Ergebnisse anschauen,
          0:27:56–0:27:59
          wenn wir jetzt auch unsere Erfahrungen in der Clusterbegleitung anschauen,
          0:28:00–0:28:04
          wenn wir die Erfahrungen auf den Real-Workshops anschauen, weil das vielleicht
          0:28:04–0:28:08
          auch noch dazu gesagt hat, wir haben auch alle halb Jahr mit allen Teilnehmenden
          0:28:08–0:28:11
          auch zwei, drei Tage, je nachdem, vor Ort,
          0:28:12–0:28:16
          wo wir gemeinsam Dinge erarbeiten können, uns austauschen können.
          0:28:16–0:28:18
          Da ist immer auch eine richtig schöne Energie da.
          0:28:18–0:28:21
          Aber wenn wir auf all diese Dinge schauen, dann so die Frage,
          0:28:21–0:28:27
          okay, was ziehen wir da raus für unsere Arbeit im CSX-Feld und vielleicht auch für Switch?
          0:28:27–0:28:33
          Ja, was wir den Teilnehmenden und den Partizipierenden auch mitgeben wollen.
          0:28:34–0:28:37
          Es gibt eine Bandbreite an Sachen, weil das war jetzt eine Erhebung.
          0:28:37–0:28:38
          Es gibt ja auch eine Erhebung zu Gründerinnen.
          0:28:39–0:28:41
          Also wer sind die Personen, die das eigentlich starten und lostreten?
          0:28:41–0:28:44
          Was brauchen wir eigentlich, um solche Organisationen aufzubauen?
          0:28:45–0:28:49
          Und die Person haben wir jetzt gerade auch sozusagen als Teilnehmerin bei uns dabei.
          0:28:49–0:28:53
          Und die qualitative Erhebung, wo es nochmal in Richtung Befragung von bereits
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          existierenden CSX ging, die ging wirklich auch in eine Bandbreite von Versorgungsbeleuchten,
          0:28:58–0:29:03
          also Energie, Mobilität, Kultur, Handwerk, genau, und nochmal andere Stufen
          0:29:03–0:29:04
          im Nahrungsmittelbereich.
          0:29:04–0:29:10
          Also nicht sozusagen die direkte Produktion, aber sozusagen verarbeitende Gewerbe
          0:29:10–0:29:11
          wie Gastronomie oder Bäckerei.
          0:29:12–0:29:16
          Und was wir da zum Beispiel sehen, ist, dass bestimmte Näheformen eine Rolle
          0:29:16–0:29:18
          spielen sozusagen. Wer kommt da eigentlich zusammen?
          0:29:18–0:29:22
          Und ideelle Nähe beispielsweise ein großer Treiber ist. Also das deckt sich
          0:29:22–0:29:25
          dann auch bei den Mitgliedern, dass es sozusagen Übereinstimmung mit Blick auf
          0:29:25–0:29:29
          bestimmte Werte gibt und das sozusagen schon so einen Initialschuss für eigentlich
          0:29:29–0:29:32
          so eine Gründung sozusagen von so einem Unternehmen geben kann.
          0:29:33–0:29:37
          Und dann sich aber auch zeigt, okay, wenn wir mal losgelaufen sind,
          0:29:37–0:29:40
          welches Wissen zum Beispiel wird eigentlich gebraucht und auch wer kommt da
          0:29:40–0:29:42
          wieder zusammen und wo es funktioniert.
          0:29:42–0:29:45
          So was wir sehen können, dass es eigentlich in der Regel es Branchenwissen gibt.
          0:29:45–0:29:47
          Also ganz oft zum Beispiel, wenn wir jetzt eine Bäckerei nehmen,
          0:29:48–0:29:51
          gibt es zumindest eine ausgebildete Bäckerin, die wirklich Expertise hat,
          0:29:51–0:29:52
          die dieses Handwerk kennt.
          0:29:53–0:29:58
          Und das geht zusammen mit mindestens einer Person, die irgendwie aus dem CSX-Feld
          0:29:58–0:30:01
          schon kommt. Also das Prinzip kennt und irgendwie auch diese Kultur,
          0:30:02–0:30:04
          die wir eigentlich leben wollen, damit reintragen kann.
          0:30:04–0:30:09
          Also sozusagen, was wir sehen ist, dass es eigentlich eine erlebte Erfahrung braucht.
          0:30:10–0:30:14
          Um da dann anschließen zu können. Also wir können ganz viel Texte schreiben
          0:30:14–0:30:18
          und jetzt, was wir im Blick auf Mitglieder halt überlegen, wie kann eine zielgruppenspezifische
          0:30:18–0:30:22
          Ansprache funktionieren, ist voll der wichtige Link und gleichermaßen überträgt
          0:30:22–0:30:24
          sich einfach super viel aus der gelebten Erfahrung.
          0:30:24–0:30:28
          Und wenn wir sozusagen Pionierinnen haben, die halt dieses Konzept sehr gut
          0:30:28–0:30:32
          verkörpern können und halt auch diese Prinzipien von, warum ist eine solidarische
          0:30:32–0:30:33
          Umverteilung beispielsweise so wichtig,
          0:30:34–0:30:36
          darin auch irgendwie gut verargumentieren können, dann wird sich das auf die
          0:30:36–0:30:40
          Kultur in der Organisation sozusagen ausweiten, übertragen.
          0:30:40–0:30:46
          Und was wir auch sehen, ist, dass das Wissen, was sozusagen ganz oft fehlt und
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          eigentlich von extern irgendwie dazu organisiert werden muss,
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          spezifisches Rechtsformwissen ist und aber auch Finanzwissen,
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          tatsächlich die Hard Facts BWL,
          0:30:57–0:31:00
          warum wir dann wieder sehen, dass so Intermediäre wie ihr jetzt mit Cegium,
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          aber auch CSNX-Netzwerk, also wo es jetzt auch die Idee gibt,
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          sozusagen einen Beraterin-Pool aufzubauen für den Aufbau solcher Organisationen,
          0:31:08–0:31:10
          enorm wichtig ist.
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          Weil das tatsächlich ein Wissen ist, was nicht viele in sich tragen oder sozusagen,
          0:31:14–0:31:18
          wo sie ausgebildet sind und ganz oft sozusagen ein Bein geholt werden muss.
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          Also ich glaube, das auf Organisationsebene nochmal, also es ist eher nochmal
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          ein Blick, wie funktioniert oder wie wird so eine Organisation überhaupt aufgebaut
          0:31:26–0:31:27
          und mit Blick auf Mitglieder.
          0:31:28–0:31:30
          Genau, ist einfach der nächste Step sozusagen für uns eben zu gucken,
          0:31:30–0:31:36
          ah ja, wie könnte eben eine zielgruppenspezifische Ansprache von Personen stattfinden,
          0:31:37–0:31:40
          die gerade noch nicht Teil sozusagen dieser Bewegung sind.
          0:31:41–0:31:46
          Und da finde ich schon nochmal Region als solches, das habe ich noch nicht weiter
          0:31:46–0:31:51
          so ausgeführt, aber bei allen auch Werteunterschieden ist dieser Faktor von,
          0:31:51–0:31:55
          ich bin regional verankert und ich habe da Bezüge,
          0:31:55–0:31:58
          die ich vielleicht eher sozusagen antapfen kann.
          0:31:59–0:32:02
          Voll das wichtige Einfallstor. Also dass wir sagen können, ich sehe vor Ort,
          0:32:03–0:32:04
          es gibt halt diese Produktion.
          0:32:04–0:32:08
          Ich könnte hier überlegen, meine eigene Energieversorgung eigentlich mit meinen Nachtarren etc.
          0:32:08–0:32:12
          Aufzubauen. Das ist ja was, wo wir gerade auch in der Diskussion so weit überlegen,
          0:32:12–0:32:16
          wie könnte es über Switch hinausgehen, eigentlich CSX-Regionen wirklich aufzubauen
          0:32:16–0:32:20
          und zu schauen, wie könnten halt diese Versorgungsbereiche auch miteinander gekoppelt werden.
          0:32:20–0:32:23
          Aber eben weil der Wirkungsbereich von Menschen einfach vor Ort,
          0:32:23–0:32:25
          vor ihrer Haustür ist. Und ich glaube, das ist immer wichtig,
          0:32:25–0:32:27
          irgendwie auch mit zu berücksichtigen.
          0:32:27–0:32:31
          Und ich finde es voll nochmal spannend, bei der Frage zu bleiben,
          0:32:31–0:32:33
          die ich bei dir so ein bisschen auch rausgehört habe.
          0:32:33–0:32:36
          Also dieses, wen wollen wir eigentlich erreichen mit CSX?
          0:32:37–0:32:42
          Und wir haben jetzt in den Daten wurde auch viel mit so Milieustudien gearbeitet
          0:32:42–0:32:44
          und da gab es dann verschiedene Milieus.
          0:32:46–0:32:51
          Genau, von irgendwie konservativ, also konservativ etablierte sind irgendwie
          0:32:51–0:32:55
          neun Prozent in der Bevölkerung, konventionelle Mitte, das sind die meisten
          0:32:55–0:32:56
          mit irgendwie 30 Prozent.
          0:32:56–0:33:04
          Dann traditionelle, prekäre, ohne jetzt genau diese ganzen Kategorien beschreiben zu wollen.
          0:33:04–0:33:07
          Aber da sehen wir, dass eigentlich unsere Zielgruppe oder die,
          0:33:07–0:33:10
          die jetzt schon anspringen auf dieses Konzept CSX,
          0:33:11–0:33:15
          sich trauen, da reinzugehen und es auszuprobieren, sind Postmaterielle,
          0:33:15–0:33:21
          also eher gut betuchte, gebildetes Milieu, was aber irgendwie halt sich ausrichtet
          0:33:21–0:33:25
          auf sozial-ökologische Ziele und nicht auf dieses Wachstum und mehr.
          0:33:25–0:33:28
          Und noch ein Häuschen und noch ein Auto.
          0:33:28–0:33:33
          Dann gibt es da die progressiv-adaptive Mitte mit 11 Prozent.
          0:33:34–0:33:39
          Die sind unter 50, mittlere und höhere Bildung, eher geringeres oder mittleres
          0:33:39–0:33:44
          Auskommen, eher besorgt um ihre eigene materielle Situation,
          0:33:44–0:33:45
          aber offen für Entwicklung.
          0:33:46–0:33:50
          Und dann die kritisch-idealistische Gruppe mit 6 Prozent.
          0:33:51–0:33:55
          Sehr weiblich, noch jünger sozusagen, Unter 40, hohe Bildung,
          0:33:55–0:34:00
          auch mittleres, geringes Einkommen und dann eben sehr bereit für Engagement
          0:34:00–0:34:04
          mit einem ausgeprägten Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Krisen, in denen wir stecken.
          0:34:05–0:34:09
          Das sind sozusagen die drei Milieus, die erreichen wir und die anderen noch nicht so.
          0:34:10–0:34:15
          Und meine Frage so ein bisschen auch für die Runde ist oder allgemein ist,
          0:34:15–0:34:20
          Naja, also ich habe gelernt, dass 3 Prozent oder sogar weniger,
          0:34:20–0:34:23
          0,3 Prozent reichen für eine Transformation.
          0:34:24–0:34:28
          Wenn man 3 Prozent organisiert, ich habe über die Quäker gelesen,
          0:34:29–0:34:31
          ganz kurzer Ausflug zu den Quäkern.
          0:34:31–0:34:34
          Die haben ja mit dazu beigetragen, den Sklavenhandel abzuschaffen.
          0:34:34–0:34:38
          Und zumindest nach Rutger Präckmann, den ich da jetzt zitiere aus dem Buch.
          0:34:39–0:34:44
          Und die waren nur ultra wenige, die waren aber ultra überzeugt von ihrer Haltung.
          0:34:44–0:34:49
          Sich ultra gut organisiert und sind halt raus und haben das sozusagen unter die Leute gebracht.
          0:34:49–0:34:54
          Und dann hat er so die irgendwie eher reaktionäre Mitte, sage ich mal,
          0:34:54–0:34:56
          halt irgendwann gesagt, ja doch, stimmt, eigentlich haben wir keine Argumente
          0:34:56–0:34:59
          dagegen und dann machen wir es halt so ungefähr.
          0:35:00–0:35:04
          Und ich will sagen, dass Veränderung eigentlich von einer kleinen kritischen
          0:35:04–0:35:06
          Masse auch immer wieder abhängt.
          0:35:06–0:35:10
          Also das passiert einfach immer wieder in der Geschichte und wie viel Prozent
          0:35:10–0:35:12
          das jetzt dann auch sein, um diesen Wandel zu erzeugen.
          0:35:12–0:35:17
          Aber ich meine, wenn wir jetzt die 6 Prozent da, 6 Prozent kritisch-idealistische
          0:35:17–0:35:23
          und 11 Prozent progressive, adaptive Mitte und 9 Prozent Postmaterial,
          0:35:23–0:35:26
          also dann sind wir schon bei über 25 Prozent, ein Viertel der Gesellschaft.
          0:35:27–0:35:32
          Damit könnte man ja schon arbeiten. Also wenn wir die in ein Boot bekommen und
          0:35:32–0:35:35
          sagen, hey Leute, wir sagen jetzt wirklich nein.
          0:35:36–0:35:41
          Wir wollen unsere Wirtschaftstätigkeit nicht mehr nach Bruttoinlandsprodukt
          0:35:41–0:35:47
          und Anhäufung von Durchfluss von Produkten und Dienstleistungen.
          0:35:47–0:35:51
          Irgendwie ausrichten, sondern eben an anderen Werten, nämlich dass wir unseren
          0:35:51–0:35:54
          Planeten erhalten und so weiter. Ich glaube, das muss ich ja auch nicht ausführen.
          0:35:55–0:35:59
          Und wir wollen nicht mehr in Konkurrenz zueinander uns organisieren,
          0:35:59–0:36:00
          sondern irgendwie in Kooperation.
          0:36:00–0:36:04
          Und wir wollen nicht mehr, dass da ein Haufen Leute einfach viel zu wenig Geld
          0:36:04–0:36:10
          hat, um ihr Leben zu gestalten und deshalb abgehängt ist und nicht teilhaben
          0:36:10–0:36:13
          kann, sondern wir wollen, dass alle Menschen teilhaben können erstmal.
          0:36:13–0:36:18
          Also wenn wir diese Werte jetzt erstmal so in den Raum stellen und uns darin
          0:36:18–0:36:20
          organisieren, ich habe das Gefühl, es würde.
          0:36:21–0:36:24
          Genau, also mein Impuls ist gerade eher zu sagen, okay, ich nehme diese Daten
          0:36:24–0:36:30
          und ich will dieses Feld wirklich davon überzeugen, dass CSX funktioniert und dass,
          0:36:30–0:36:35
          wenn wir uns mit diesen 25 Prozent gemeinschaftsgetragen organisieren,
          0:36:35–0:36:38
          dass wir wirklich auch Gesellschaft,
          0:36:39–0:36:44
          unser Wirtschaftssystem wirklich komplett anders aufstellen können mit diesen
          0:36:44–0:36:48
          drei kleineren Milieus, sage ich mal. Und das fände ich eine spannende These.
          0:36:48–0:36:53
          Oder ist es jetzt unsere Aufgabe, es ist alles so angepasst und so vorsichtig
          0:36:53–0:37:00
          und so massentauglich zu kommunizieren, als dass wir dann hier auf die konservative
          0:37:00–0:37:03
          Mitte abzielen oder so. Das fände ich spannend von euch zu hören.
          0:37:03–0:37:06
          Ja, ich fühle mich da gerade angesprochen, weil ich da vorhin ja schon was zu gesagt habe.
          0:37:07–0:37:11
          Also ich finde es richtig wichtig, sich auf diese drei Milieus erstmal zu fokussieren,
          0:37:11–0:37:17
          weil das sind die, die wir erreichen können, weil die Voraussetzungen dafür
          0:37:17–0:37:18
          erstmal grundsätzlich da sind.
          0:37:19–0:37:25
          Und was ich aber darin spannend finde, ist vielleicht sich ein bisschen Vorbild zu nehmen,
          0:37:25–0:37:30
          Biotop Oberland, wo wir hier gerade sind in der Nähe, die halt sagen,
          0:37:30–0:37:33
          okay, wir haben eine Solawi, aber wir haben eingesehen, dass eine Solawi nicht
          0:37:33–0:37:37
          für alle taugt, weil Leute vielleicht am Wochenende nicht da sind,
          0:37:37–0:37:41
          Freitag die Kiste, also um das Essen zu verbrauchen, was am Freitag geliefert
          0:37:41–0:37:44
          wird, weil Leute den Weg nicht machen können, weil die Abholstation zu weit weg ist etc.
          0:37:44–0:37:47
          Das heißt, es gibt Hürden und sie haben gesagt, okay,
          0:37:47–0:37:51
          wir wollen aber, dass diese regionale Versorgung mit diesen guten Produkten,
          0:37:51–0:37:55
          die wir hier haben, möglich wird und haben zusätzlich noch einen Laden gemacht
          0:37:55–0:38:00
          und haben sozusagen die Frage gestellt, okay, worum geht es eigentlich?
          0:38:00–0:38:04
          Es geht darum, die regionalen Erzeuger abzusichern.
          0:38:04–0:38:07
          Es geht darum, möglichst viele Menschen mit diesen Produkten zu versorgen,
          0:38:07–0:38:10
          da Verbindungen und Verbindlichkeit herzustellen,
          0:38:10–0:38:15
          da Strukturen zu schaffen, die unterm Strich erstmal für alle Beteiligten wirklich
          0:38:15–0:38:19
          eine resiliente Versorgungsstruktur auch ausmachen und darin auch lernen.
          0:38:19–0:38:23
          Und natürlich ist das Spannungsfeld, wie sehr bedienen wir Gewohnheiten von
          0:38:23–0:38:26
          Menschen, sodass sie dort quasi wie in einem Bioladen oder wie in einem Supermarkt
          0:38:26–0:38:29
          quasi einkaufen können, statt Mitglied der Solabi zu werden.
          0:38:30–0:38:35
          Also wie sehr bedienen wir das, weil dadurch es zugänglicher wird und wie sehr
          0:38:35–0:38:36
          nehmen wir damit Leute auch an die Hand,
          0:38:37–0:38:40
          vielleicht andere Kulturen oder andere Sachen auch dadurch, dass sie dort sind
          0:38:40–0:38:43
          und mit Leuten sprechen, auch lernen und dann auch merken, okay,
          0:38:43–0:38:48
          ich bin jetzt vielleicht doch bereit, die Hürde zu nehmen, an der Solabi teilzunehmen und sich
          0:38:48–0:38:51
          Und sich innerhalb dieser Milieus wirklich bewusst zu machen,
          0:38:51–0:38:54
          wie groß die Bandbreite an unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen ist.
          0:38:54–0:39:00
          Wir hatten zum Beispiel auch die Frage Fähigkeit, körperliche Fitness, Beeinträchtigungen.
          0:39:00–0:39:06
          Dass sich Menschen auch dadurch ausgeschlossen fühlen, weil die dann denken,
          0:39:06–0:39:09
          ich bin vielleicht gar kein wertvolles Mitglied, wenn ich nicht mit auf den
          0:39:09–0:39:11
          Acker gehen kann bei den Mitmachttagen.
          0:39:11–0:39:14
          Darf ich dann überhaupt dabei sein oder bin ich dann genauso willkommen?
          0:39:14–0:39:19
          Und da in der Tiefe, wirklich mal in der Breite, sich die ganzen Analysen anzuschauen,
          0:39:19–0:39:24
          also auf dieser persönlichen, individuellen Ebene, psychischen Ebene,
          0:39:24–0:39:26
          da wirklich schlaue Sachen draus abzuleiten.
          0:39:26–0:39:29
          Ich glaube, da könnte man alleine schon ein ganzes Toolkit draus machen.
          0:39:30–0:39:33
          Ich würde vielleicht auch dazu sagen, was du gerade aufgemacht hast,
          0:39:34–0:39:36
          Hannah, die These, so wenn wir diese drei Milieus erreichen,
          0:39:36–0:39:38
          dann ist doch nein. Auf jeden Fall.
          0:39:38–0:39:41
          Und dann hätten wir schon so eine krasse Masse. Auf der anderen Seite.
          0:39:42–0:39:45
          Nur mal so andersrum angeguckt, es hätte halt auch die Gefahr,
          0:39:46–0:39:47
          irgendwie elitär zu sein.
          0:39:47–0:39:48
          Und dass wir halt hier ein Konzept entwickeln,
          0:39:48–0:39:51
          was halt super gut in diese Lebensrealitäten und Modelle passt.
          0:39:52–0:39:55
          Das ist halt die Frage, wo wollen wir hin? Und ich glaube, das ist ja genau
          0:39:55–0:39:57
          das Spannungsfeld, in dem wir uns auch bewegen, so,
          0:39:57–0:40:02
          wie transformativ ist es oder was ist der Kern nach der Transformativität und
          0:40:02–0:40:07
          das ist ja irgendwie schon auf jeden Fall für mich die Beziehungsqualität zum Beispiel,
          0:40:07–0:40:12
          aber wie voraussetzungsvoll macht es das an vielen Stellen auch und genau,
          0:40:12–0:40:15
          wie doll, genau, können wir das stretchen oder so,
          0:40:15–0:40:18
          was heißt denn dann noch Anschlussfähigkeit, so inwieweit, genau,
          0:40:19–0:40:22
          ist es dann noch eine Frage der Kommunikation oder ist es auch eine Frage eben
          0:40:22–0:40:25
          der ganz konkreten Umsetzung der Idee, also ich würde das gerne so von,
          0:40:25–0:40:28
          also in der Zukunft auch von beiden Seiten anschauen,
          0:40:29–0:40:32
          um nicht nur so zu sagen, ah ja, wir haben hier dieses supergute,
          0:40:32–0:40:35
          tolle Konzept und jetzt müssen wir das so allen überstülpen.
          0:40:35–0:40:37
          Also ich glaube, das ist was, was ich voll gerne vermeiden würde.
          0:40:38–0:40:43
          Ja, ich finde, also die Frage ist schon sozusagen in die Breite gehen.
          0:40:43–0:40:46
          Erstmal, klar, wen sprechen wir an, wie ist da drin inkludiert?
          0:40:46–0:40:50
          Und dann aber auch, was von den Prinzipien sozusagen bleibt da drin auch,
          0:40:50–0:40:51
          sozusagen überlebt da drin.
          0:40:51–0:40:54
          Weil was man dann aus der Transformationsforschung kennt, ist schon auch sozusagen,
          0:40:54–0:40:58
          dass bei zum Beispiel einfach einer Vergrößerung oder so, ganz oft so ist das
          0:40:58–0:41:03
          Kernprinzipien von einer sehr, sehr sozusagen ein ganz, ja, von einem kritischen
          0:41:03–0:41:05
          Punkt ausgestatteten Idee dann verwässern.
          0:41:05–0:41:07
          Und ich glaube, das ist auch ein Faktor, den wir, glaube ich,
          0:41:07–0:41:11
          so mit berücksichtigen müssen. Wie kann dem entgegengewirkt werden?
          0:41:12–0:41:15
          Und ich glaube auch nochmal für eine gesellschaftliche Verankurve müssen wir
          0:41:15–0:41:19
          tatsächlich auch noch antworten auf die Frage finden, wie kann ich denn wirklich
          0:41:19–0:41:21
          in verschiedenen Versorgungsbereichen eigentlich Teil davon sein?
          0:41:21–0:41:26
          Also so, klar, es gibt momentan viele Personen, die halt eben Teil einer solidarischen
          0:41:26–0:41:29
          Landwirtschaft sind, aber selbst da sagen ja Leute schon, es ist gar nicht kompatibel
          0:41:29–0:41:34
          mit meinem Lifestyle, weil nicht mal das schaffe ich an einem Freitag dann sozusagen
          0:41:34–0:41:35
          da meine Gemüseküste abzuholen.
          0:41:36–0:41:40
          Wie ist es, wenn wir das jetzt wirklich irgendwie auf eine Breite von Versorgungsfeldern denken?
          0:41:41–0:41:44
          Da brauchen wir ja wirklich noch Metastrukturen, die halt eigentlich überhaupt
          0:41:44–0:41:52
          ermöglichen, dass das irgendwie eine Form findet, die ermöglichbar ist sozusagen für Individuen.
          0:41:52–0:41:55
          Und ich glaube, da gehen wir wirklich auch im Bereich rein, wie viel Wohnarbeit
          0:41:55–0:42:00
          betreiben Leute, wie viel Zeit brauche ich, um wirklich in dieser Gemeinschaft
          0:42:00–0:42:03
          wirken zu können, um mitbestimmen zu können. will. Das sind Kernprinzipien von CSX.
          0:42:04–0:42:06
          Müssen nicht. Genau, es gibt eine Mannbreite da drin.
          0:42:07–0:42:10
          Für die Leute, die es nicht sehen, Hannah, es schüttet den Kopf so ein bisschen.
          0:42:11–0:42:13
          Genau, das ist auf jeden Fall eine Debatte, die wir auch noch haben.
          0:42:13–0:42:16
          Was sind eigentlich Kernprinzipien oder was macht CSX eigentlich aus?
          0:42:16–0:42:19
          Das können wir auch noch mal reintoppen. Aber ich finde schon,
          0:42:19–0:42:21
          dass es auch in die Richtung irgendwie noch Antworten braucht.
          0:42:21–0:42:22
          Da stehen wir vor der Wampfen.
          0:42:24–0:42:29
          Ja und nein. Ich finde es total spannend, was ihr alle drei gesagt habt.
          0:42:29–0:42:32
          Und ich versuche jetzt mal die Aspekte, die mir in den Kopf geploppt sind,
          0:42:32–0:42:35
          dabei irgendwie nochmal rauszuholen.
          0:42:36–0:42:40
          Mit dieser, wir machen es jetzt für diese drei Milieus, will ich nicht sagen,
          0:42:40–0:42:43
          dass sozusagen am Ende nur diese drei Milieus CSX machen sollen,
          0:42:43–0:42:48
          sondern ich meine genau das, wir sind in so einer Phase, wo halt ultra viel
          0:42:48–0:42:52
          noch unklar ist, wo die rechtlichen Rahmenbedingungen auch noch überhaupt nicht
          0:42:52–0:42:55
          so sind, als dass CSX einfach und gut funktionieren würde.
          0:42:55–0:42:58
          Wir haben nicht mal eine gute, passende Rechtsform, in der man sozusagen das,
          0:42:59–0:43:03
          was wir mit CSX erreichen wollen, nämlich ein geteiltes unternehmerisches Risiko
          0:43:03–0:43:07
          sozusagen auf mehreren Schultern abbilden können in dieser Rechtsform.
          0:43:07–0:43:12
          Also es gibt da immer wieder den Huddel, dürfen Mitglieder überhaupt,
          0:43:12–0:43:18
          dürfen die überhaupt in unserem rechtlichen Rahmen, dürfen die überhaupt mitarbeiten
          0:43:18–0:43:22
          oder begebe ich mich da eigentlich in gesetzliche Grauzonen?
          0:43:22–0:43:28
          Ja, genau, diese ganzen Fragen sind sozusagen da,
          0:43:28–0:43:33
          aber sind eben noch nicht geklärt und es gibt eben noch keinen groß genügend
          0:43:33–0:43:38
          Druck oder auch noch nicht sozusagen die Sichtbarkeit dieser CSX-Bewegung und dieser neuen Ansätze,
          0:43:39–0:43:43
          damit die Politik überhaupt sozusagen diesen rechtlichen Rahmen weitet, damit das möglich wird.
          0:43:43–0:43:47
          Und ich glaube, was ich mir wünschen würde, ist, dass wir uns fokussieren auf
          0:43:47–0:43:52
          diese 25 Prozent jetzt erstmal und sagen, okay, die holen wir mit rein,
          0:43:52–0:43:53
          mit denen probieren wir es aus.
          0:43:53–0:43:57
          Die sind eh schon offen, die haben vielleicht auch ein bisschen eine Frustrationstoleranz,
          0:43:57–0:43:59
          wenn es beim ersten Mal nicht so klappt.
          0:44:00–0:44:04
          Genau, aber die sind noch nicht so, dass sie sagen, okay, das funktioniert,
          0:44:04–0:44:06
          jetzt ist es irgendwie komisch, dann höre ich sofort wieder auf,
          0:44:06–0:44:09
          sondern die haben irgendwie auch eine Bereitschaft für Neues.
          0:44:09–0:44:13
          Und mit denen kommen wir dann so weit, dass wir wirklich auch gesetzlich,
          0:44:13–0:44:18
          also staatliche Institutionen so verändern können, dass CSX breiter funktioniert.
          0:44:19–0:44:23
          Und dann ist halt die Frage, genau, wie funktioniert denn mein Leben,
          0:44:23–0:44:26
          wenn ich sage, ich bin Mitglied in einer Solavie.
          0:44:26–0:44:30
          Dann bin ich noch Mitglied in einer gemeinschaftsgetragenen Food Corp,
          0:44:30–0:44:36
          wo ich dann mein Trockenzeug bekomme, meine Nudeln, mein Reis, meine Haferflocken.
          0:44:36–0:44:41
          Dann bin ich Mitglied in einer Textil-Solavie, wo ich irgendwie meine Kleider
          0:44:41–0:44:43
          neu kaufen kann, aber auch meine Kleider reparieren kann.
          0:44:43–0:44:49
          Dann bin ich noch Mitglied in einem Fahrradreparaturladen, wo ich mein Fahrrad
          0:44:49–0:44:52
          gekauft habe und auch reparieren lasse, wenn ich es brauche.
          0:44:52–0:44:56
          Dann bin ich noch Mitglied in einem Carsharing-Gemeinschaft,
          0:44:56–0:45:00
          wo ich halt diverse Autos irgendwie gemeinsam nutzen kann. Dann bin ich in einer
          0:45:00–0:45:02
          Wohngemeinschaft, wo ich irgendwie lebe.
          0:45:03–0:45:07
          Dann bin ich in einer Pflegegemeinschaft, wo ich dann vielleicht auch ankommen
          0:45:07–0:45:09
          kann und keine 5000 Euro im Monat bezahlen kann.
          0:45:09–0:45:14
          Für alle möglichen Versorgungsbereiche gibt es Möglichkeiten,
          0:45:14–0:45:15
          gibt es kleine erste Piloten.
          0:45:16–0:45:19
          Und die Frage ist ja auch, funktioniert es überhaupt, sozusagen sein ganzes
          0:45:19–0:45:22
          Leben gemeinschaftsgetragen zu organisieren.
          0:45:22–0:45:27
          Wenn ich dann für jede dieser Organisation alle zwei Wochen oder einmal im Monat
          0:45:27–0:45:29
          nur ins Plenum muss, dann drehe ich ja durch. Und.
          0:45:31–0:45:35
          So wie das MYZELIUM zumindest, wie wir das verstehen, sind es eben oft Anbieterinnen,
          0:45:35–0:45:39
          die die Entscheidung treffen und ich kann sozusagen durch die Beziehung,
          0:45:40–0:45:44
          die ich habe zur Anbieterin, kann ich irgendwie meine Wünsche und Bedürfnisse damit reingeben.
          0:45:46–0:45:49
          Und die Anbieterin muss dann für sich entscheiden, in diesem Rahmen,
          0:45:49–0:45:53
          in dem ich gerade drinstehe, kann ich das leisten oder kann ich das nicht leisten
          0:45:53–0:45:56
          oder kann es vielleicht auch von der Gemeinschaft geleistet werden,
          0:45:56–0:45:59
          dieses Bedürfnis zu erfüllen, was ich dann, was weiß ich, habe.
          0:45:59–0:46:03
          Aber ich habe überhaupt nicht den Anspruch, also ich bin tatsächlich bei einem
          0:46:03–0:46:06
          umgekrempelt Ultra, das ist ja für die Zuhörerin auch ein Begriff,
          0:46:06–0:46:10
          ich habe überhaupt nicht den Anspruch, da irgendwie mit über Sortiment zu bestimmen,
          0:46:10–0:46:13
          da irgendwie, sondern am Ende gehe ich halt wirklich auch in den Laden,
          0:46:14–0:46:18
          und habe da eine Auswahl, die sie getroffen hat, Isabel, und suche mir dann
          0:46:18–0:46:21
          da halt eine Hose aus, so wie in einem ganz anderen stinknormalen Laden.
          0:46:21–0:46:24
          Auch nur, dass ich weiß, dass die Person, die diese Sachen ausgesucht hat,
          0:46:24–0:46:27
          dass ich der vertraue und dass sie die gleichen Werte teilt wie ich,
          0:46:28–0:46:31
          nämlich dass Textilien lange halten und irgendwie nicht scheiße produziert sind.
          0:46:31–0:46:37
          Genau, und wenn wir das hinbekommen, in verschiedenen Regionen,
          0:46:37–0:46:41
          also für dieses Milieu erstmal auszuprobieren, zu ermöglichen,
          0:46:42–0:46:46
          viele dieser kleinen Dinge aufzubauen, ich glaube, dann haben wir schon eine
          0:46:46–0:46:50
          Chance, dass es sozusagen diese Normalität verrückt und...
          0:46:51–0:46:56
          Auch andere Leute, genau, und dann kommt sozusagen Stufe 2, wo die Frage ist,
          0:46:57–0:46:59
          kommunizieren wir dann sozusagen nochmal anders?
          0:46:59–0:47:03
          Passen wir dann vielleicht nochmal Kriterien an, die es anderen Menschen leichter
          0:47:03–0:47:07
          macht, teilzuhaben oder sich da umzustellen?
          0:47:07–0:47:11
          Vielleicht nochmal direkt, weil genau, was wir ja auch gesehen haben,
          0:47:11–0:47:15
          ist, dass wirklich viele von Nichtmitgliedern sozusagen auch nicht wissen,
          0:47:15–0:47:18
          ich weiß gar nicht, ob es CSX bei mir im Umkreis gibt oder so.
          0:47:18–0:47:22
          Das ist wirklich so ganz banal, dass wir wirklich immer noch Aufklärungsarbeit,
          0:47:22–0:47:25
          sozusagen Kampagnenarbeit leisten können, mit Blick auf so, es gibt dieses Konzept,
          0:47:26–0:47:28
          schaut doch mal bei euch irgendwie um die Ecke oder so.
          0:47:28–0:47:31
          Gibt es zum Beispiel diesen Laden, geht mal hin und probiert es aus.
          0:47:31–0:47:34
          Und was wir eben auch sehen, was du jetzt gerade auch angesprochen hast oder
          0:47:34–0:47:37
          was ich vorhin schon mit der anderen Erhebung meinte, dass eben diese Art von
          0:47:37–0:47:39
          Vertrauensbasis so zentral da drin ist.
          0:47:39–0:47:42
          Also entweder bin ich eh schon wertegetrieben und sage so, hey,
          0:47:42–0:47:47
          ich suche nach Ansätzen, die sozusagen im Einklang mit beispielsweise meinem
          0:47:47–0:47:50
          ökologischen Selbstverständnis sind oder so. Und dann stoße ich vielleicht auch eher drauf.
          0:47:51–0:47:54
          Aber was wir eben auch sehen, ist, dass halt eben diese Vertrauenskomponente
          0:47:54–0:47:59
          von, ah, okay, meine beste Freundin geht immer diesen Laden, das macht das mit mir.
          0:47:59–0:48:02
          Und da muss ich jetzt gar nicht mal diese Werte im Assis teilen,
          0:48:02–0:48:06
          sondern es kann halt einfach sein, dass dadurch, dass ich ihr halt so vertraue,
          0:48:06–0:48:09
          ich auch viel mehr eher in diesen Kontakt, in diesem Ansatz komme.
          0:48:09–0:48:14
          Und ich glaube, das finde ich schon auch immer zentral an alle Überzeugungstäterinnen da draußen.
          0:48:15–0:48:17
          Dass ihr euch vielleicht dann wirklich irgendwie auch eure Leute in eurem nahen
          0:48:17–0:48:20
          Impffeld schnappt und einfach sozusagen vielleicht mal einen Ausflug macht in
          0:48:20–0:48:24
          den Unkrempeltladen oder in Radau irgendwie die Fahrradbergstadt,
          0:48:25–0:48:27
          wo es einfach anders funktioniert und da halt wirklich auch zugegen geschafft.
          0:48:27–0:48:30
          Also ich glaube, als Bewegung sind wir schon darauf angewiesen,
          0:48:30–0:48:32
          dass es halt nicht nur an den intermediären Strukturen hängt,
          0:48:32–0:48:35
          dass es nicht nur an Forschungsinstitutionen hängt, die halt sagen,
          0:48:35–0:48:36
          hier, das Konzept ist irgendwie sinnvoll,
          0:48:37–0:48:40
          sondern dass wirklich irgendwie alle Personen, die irgendwie schon Kontakt dazu
          0:48:40–0:48:45
          haben, loslaufen und Leute mitnehmen und sagen so, hey, kommt einfach mal mit und guckt euch das an.
          0:48:46–0:48:50
          Und gerade weil ja Leute vielleicht aus dem postmateriellen Milieu ja durchaus
          0:48:50–0:48:54
          auch in ihrer Familie durchaus auch konservative Leute ansprechen können.
          0:48:55–0:48:57
          Das ist ja auch alles gar nicht so abgezirkelt.
          0:48:57–0:49:01
          Genau, da bin ich total bei dir. Und aber an dem Punkt würde ich auch nochmal
          0:49:01–0:49:04
          ergänzen wollen, dass wir ja auch sehen, dass bestimmte Werte,
          0:49:04–0:49:07
          die in CSX vertreten, werden total anschlussfähig auch an solchen Milösen.
          0:49:08–0:49:12
          Also es ist ja gar nicht so, dass irgendwie total die Trennung da existiert,
          0:49:13–0:49:16
          sondern das, was wirklich irgendwie da als regionale Grundversorgung umgesetzt
          0:49:16–0:49:20
          wird, geht total in Kreise, da würde ich auch noch dieses Neue in Frage stellen.
          0:49:20–0:49:26
          Das sind teilweise Praktiken, die sind sehr alt. Also, Karin,
          0:49:26–0:49:30
          wir kommen beide und Juli, wir kommen aus dem Osten, da gibt es so viele Bezüge sozusagen,
          0:49:31–0:49:34
          wirklich schon allein auf so einer Praktikenebene, dass ganz viele Akteure eigentlich
          0:49:34–0:49:39
          das kennen, was wir in CSX jetzt sozusagen als so neuen Wein verkaufen oder so.
          0:49:39–0:49:43
          Das sind einfach Sachen, die sind sehr anschlussfähig. Ja.
          0:49:45–0:49:50
          Ja, ich würde gerne nochmal diesen Punkt aufgreifen. Boah, ich habe jetzt so
          0:49:50–0:49:52
          viele Beitragsrunden alle zwei Wochen.
          0:49:53–0:49:56
          Also sagen nur, damit da keine Ängste entstehen. Ich vermute mal,
          0:49:56–0:50:00
          dass ihr auch das vielleicht schon auch euch gedacht habt, dass das ja wirklich
          0:50:00–0:50:04
          auf einer regionalen Ebene dazu führen kann, dass Leute, die solche Initiativen machen,
          0:50:04–0:50:08
          sowas wie Commonsverbünde auch gründen, wo einfach die ganzen Versorgungsstrukturen
          0:50:08–0:50:12
          wirklich ihre Betriebskosten gemeinsam transparent machen.
          0:50:12–0:50:17
          Und die Mitglieder, die einen Teil der Angebote oder auch die ganzen Angebote
          0:50:17–0:50:21
          nutzen, wirklich in eine gemeinsame Beitragsrunde gehen, was das ganze System
          0:50:21–0:50:23
          total vereinfacht. Die Fuchsmühle macht das so.
          0:50:23–0:50:28
          Also da ist irgendwie die Miete von den gemeinschaftseigenen Wohnungen,
          0:50:28–0:50:31
          die Miete von den fremdgemäßigen Wohnungen, der Bewegungsraum,
          0:50:31–0:50:34
          die Coworking Space, die Food Coop, die Autos.
          0:50:34–0:50:38
          Das ist irgendwie alles in einer Beitragsrunde, die online gemacht wird.
          0:50:38–0:50:42
          Und es ist super easy, sozusagen sowas auch zu denken und zu machen.
          0:50:43–0:50:47
          Und mit den entsprechenden Tools. Und was ja aber auch da drin steckt,
          0:50:47–0:50:50
          weil wir uns ja auch die Frage stellen, wie geht es denn weiter mit diesen Ansätzen,
          0:50:51–0:50:55
          Das einmal zu sagen, diese regionale Ebene mit verschiedenen Angeboten und verschiedenen
          0:50:55–0:50:59
          Bedürfnissen miteinander verweben und möglich machen für eine Community,
          0:50:59–0:51:04
          die auch offen ist, aber auch klar definiert sein muss, damit es funktioniert,
          0:51:05–0:51:09
          ist ja auch die Frage, innerhalb von einer Wertschöpfungskette,
          0:51:10–0:51:12
          zum Beispiel im Klamotten- oder Ernährungsbereich,
          0:51:13–0:51:16
          da auch Sachen neu zu denken und zu gucken, was
          0:51:16–0:51:20
          lernen wir hier aus diesen Forschungsergebnissen, Was bedeutet es denn,
          0:51:21–0:51:24
          wenn wir so eine Wertschöpfungskette vom Saatgut über die Landwirtin,
          0:51:25–0:51:30
          zwischen Großhandel, kleine Läden oder vielleicht Foodcoops bis hin zu Verbraucherinnen,
          0:51:30–0:51:35
          was bedeutet es denn, da diese Miliebrille oder diese Wertebrille oder diese
          0:51:35–0:51:40
          Persönlichkeitsbrille draufzulegen mit der Frage, wie kann da drin denn sowas passieren,
          0:51:40–0:51:44
          wie dass auf einmal alle innerhalb dieses Systems füreinander Verantwortung
          0:51:44–0:51:49
          übernehmen wollen und sagen, hier, okay, ich mache meine Kosten transparent,
          0:51:49–0:51:52
          was die meisten da drin nicht gewohnt sind.
          0:51:52–0:51:57
          Und ich bin bereit, sozusagen da, wo kein Geld ankommt, meinen Gewinn zu teilen,
          0:51:57–0:51:58
          was ja meistens die Bioläden sind.
          0:51:58–0:52:01
          Also die Erzeuger und die Großänder, die verdienen viel.
          0:52:02–0:52:06
          Also da sehe ich große Berge auf uns zukommen, wo diese Brille aber auch total
          0:52:06–0:52:11
          hilfreich ist, zu überlegen, okay, wie kann es denn gehen und wo wird es auch schon gemacht?
          0:52:11–0:52:14
          Da gibt es auch viele Beispiele, aber das ist vielleicht eher eine eigene Podcast-Folge.
          0:52:15–0:52:18
          Ja, beziehungsweise auch wieder eine super Überleitung. Also zu der Frage,
          0:52:18–0:52:21
          was soll jetzt eigentlich noch passieren im Rahmen von Switch?
          0:52:22–0:52:26
          Weil wir sind jetzt, im letzten Real-Workshop haben wir so ein bisschen den
          0:52:26–0:52:29
          Kick-Off gegeben im Sinne von, hey, wir haben jetzt irgendwie mit euch einmal
          0:52:29–0:52:34
          die Konzeptarbeit, die Konzeptionalisierung von euren Ansätzen gemacht.
          0:52:35–0:52:40
          Mal ist das gelungen sozusagen, mal nicht, je nach Projekt, je nach Person,
          0:52:40–0:52:40
          die man auch begleitet hat.
          0:52:41–0:52:46
          Aber jetzt ist sozusagen der Kick-off, wir gehen raus, wir gehen in die Öffentlichkeit,
          0:52:46–0:52:49
          wir versuchen wirklich ein Team vielleicht auch zu finden, was das mit uns umsetzt.
          0:52:50–0:52:53
          Wir versuchen irgendwie die richtigen Worte zu finden für das, was wir tun.
          0:52:54–0:52:57
          Und wir versuchen das irgendwie jetzt wirklich in eine sichtbare,
          0:52:58–0:53:00
          greifbare Realität zu bringen um uns herum.
          0:53:00–0:53:03
          Sei der Ansatz, sei der erste Schritt sozusagen auch noch so klein.
          0:53:03–0:53:07
          Da stehen wir jetzt gerade mal so ein bisschen. Der nächste Real-Workshop ist
          0:53:07–0:53:10
          im März, wo wir uns auch noch ausdenken dürfen, was da passiert.
          0:53:10–0:53:13
          Und vielleicht können wir da mal so ein bisschen spinnen. Was würden wir uns
          0:53:13–0:53:16
          denn wünschen, was jetzt noch passieren darf im Rahmen von Switch?
          0:53:16–0:53:21
          Und ich finde diese Themen, wo wir gerade auch schon so vorbeigeschraubt sind,
          0:53:21–0:53:25
          auch richtig wichtig. Weil diese Frage von Kommunikation, wie erkläre ich überhaupt
          0:53:25–0:53:26
          den Leuten, was ich mache?
          0:53:26–0:53:30
          Also sollte ich überhaupt CSX benutzen als Begriff?
          0:53:30–0:53:37
          Ehrlich gesagt würde ich sagen, nee. Weil es ist so, eigentlich ist es ultragesunder
          0:53:37–0:53:41
          Menschen des Verstands zu sagen, hey, wir wirtschaften transparent.
          0:53:41–0:53:45
          Wir sagen einfach, was wir tun und wie viel es kostet. Wir sammeln Leute zusammen,
          0:53:45–0:53:49
          die Lust haben, das mitzumachen und dann geben sie Geld rein und zwar nur so
          0:53:49–0:53:52
          viel sie können und mit dem sich gut fühlen. Und wenn es halt nicht reicht,
          0:53:52–0:53:53
          brauchen wir noch mehr Leute.
          0:53:53–0:53:58
          Und ansonsten haben wir die Fülle erreicht und können dieses Angebot halt in die Welt bringen.
          0:53:58–0:54:01
          Also es ist irgendwie so und das Ganze machen wir halt nicht,
          0:54:01–0:54:05
          um möglichst viel Gewinn für ein paar wenige Personen rauszuholen,
          0:54:05–0:54:12
          sondern um möglichst viele Bedürfnisse zu befriedigen von den Menschen, die dabei sind.
          0:54:12–0:54:14
          Also ich finde, es hört sich, wenn man das so einfach formuliert,
          0:54:15–0:54:18
          an wie einfach nur ein gesunder Menschenverstand.
          0:54:19–0:54:23
          Und vielleicht braucht es auch, und dann auch dieses, es gab es alles auch schon mal.
          0:54:23–0:54:26
          Also in der Region irgendwie die Ressourcen zu nutzen, die du hast und irgendwie
          0:54:26–0:54:30
          miteinander was auf die Beine zu stellen, ist jetzt auch irgendwie jetzt nicht
          0:54:30–0:54:33
          die neueste Erfindung zum Glück, das 21.
          0:54:34–0:54:36
          Jahrhundert, sondern wir waren schon mal viel eher so organisiert.
          0:54:36–0:54:42
          Und trotzdem gibt es ja diese Hürde von wegen, wir kommen irgendwie aus dem
          0:54:42–0:54:47
          Akademischen und wir formulieren es irgendwie so fancy und tun irgendwie so, als wäre es was Neues.
          0:54:48–0:54:52
          Auf der einen Seite, es wirkt irgendwie abschreckend, zumindest auf alle Leute,
          0:54:52–0:54:57
          die jetzt nicht in ihrer Charaktereigenschaft so eine große Offenheit haben für neue Erfahrungen.
          0:54:57–0:55:03
          Und dann dieser zweite Punkt von wegen, ja, diese ganz sensible,
          0:55:03–0:55:04
          wie kriegt man überhaupt.
          0:55:05–0:55:10
          Also wie schafft man es überhaupt, das auch so zu verlernen,
          0:55:11–0:55:14
          wie wir eigentlich gelernt haben zu wirtschaften, in Konkurrenz zueinander und
          0:55:14–0:55:17
          wirklich transparent über Geld zu sprechen zum Beispiel.
          0:55:17–0:55:21
          Also es hört sich einfach an, aber in Wirklichkeit ist es halt sozusagen die
          0:55:21–0:55:24
          Praktiken, die wir gelernt haben,
          0:55:24–0:55:28
          so zu wirtschaften, wie wir wirtschaften, die sitzen halt schon tief und über
          0:55:28–0:55:32
          Generationen auch tief und da wieder so ein...
          0:55:33–0:55:37
          Zu uns Zugang zu bekommen, zu diesem gesunden Menschenverstand,
          0:55:38–0:55:43
          der halt nicht so durchstrukturiert und durchreguliert ist durch dieses kapitalistische,
          0:55:43–0:55:45
          konkurrenzorientierte System, in dem wir gerade drinstecken.
          0:55:46–0:55:48
          Also genau, aber jetzt habe ich schon wieder so viel gesprochen.
          0:55:48–0:55:49
          Deshalb die Frage nochmal in die Runde.
          0:55:50–0:55:54
          Was darf jetzt noch passieren? Was sind Themen, die noch rein müssen jetzt für
          0:55:54–0:55:57
          die Teilnehmers, aber auch für uns?
          0:55:58–0:56:01
          Also ich meine, es gibt ja tatsächlich ein Forschungsprogramm sozusagen.
          0:56:01–0:56:04
          Switch ist ja nicht ganz nur Wunschkonzert, sondern es gibt ja tatsächlich sehr
          0:56:04–0:56:08
          klare Forschungsfragen, die auch mitbestimmen, was da drin passiert.
          0:56:08–0:56:12
          Aber eben, wir sind gerade an dem Punkt, dass es mit diesen Jürgenstudien auch weitergeht,
          0:56:13–0:56:17
          so was sind eben zielgruppenspezifische Ansprachen und das ist eben der Vorteil
          0:56:17–0:56:19
          in transizizinerer Forschung,
          0:56:19–0:56:23
          dass wir jetzt irgendwie als nächsten Schritt einfach wirklich das mal ausprobieren
          0:56:23–0:56:27
          dürfen, dass die Teilnehmenden sozusagen mit bestimmten Ideen rausgehen und
          0:56:27–0:56:29
          eben sozusagen diese Ansprachen mal wirklich versuchen.
          0:56:30–0:56:33
          Und wir halt gucken, was da drin funktioniert und was da drin funktioniert nicht.
          0:56:34–0:56:37
          Das heißt, es hat einen praktischen Nutzen, dass die Switch-Teilnehmer eigentlich
          0:56:37–0:56:41
          sehen, so können wir Mitglieder gewinnen, so können wir andere Akteure irgendwie
          0:56:41–0:56:42
          sozusagen mit einbinden.
          0:56:43–0:56:45
          Und es hat wieder forschungsseitig sozusagen, es ist für uns auch ein Erkenntnisgewinn,
          0:56:46–0:56:50
          der auch für eine Forschungskommunität total relevant ist.
          0:56:50–0:56:53
          Wir haben außerdem diese Fragestellung nach Rahmenbedingungen.
          0:56:53–0:56:56
          Das heißt, eigentlich versuchen wir noch auf einer anderen Ebene dann zu eruieren,
          0:56:56–0:56:59
          was brauchst du, denn du hast gerade schon Rechtsformgeschichte angesprochen,
          0:57:00–0:57:06
          wirklich an Rahmenbedingungen, die halt nicht sozusagen allein in unserer Hand
          0:57:06–0:57:09
          liegen, sondern die wirklich dann auf gesetzliche Vorschriften etc.
          0:57:09–0:57:12
          Nochmal auf eine andere Ebene gehoben werden müssen, wo wir vorhaben,
          0:57:12–0:57:18
          tatsächlich auch mit Vertreterinnen von IHKs, mit Vertreterinnen von Lokalpolitik etc.
          0:57:18–0:57:22
          Auch nochmal zusammenzukommen, um zu diskutieren, was wäre möglich eigentlich
          0:57:22–0:57:26
          in der Umsetzung, wo müssen Anfassungen vorgenommen werden, um halt eine gemeinschaftsgetragene
          0:57:26–0:57:27
          Wirtschafts- und Gesellschaftsform zu unterstützen.
          0:57:28–0:57:30
          Und ich mag nochmal einen Zusatz zu dem,
          0:57:30–0:57:34
          Es gab es alles schon, es ist trotzdem innovativ, weil in der Zusammensetzung
          0:57:34–0:57:36
          der Prinzipien ist es schon eine Neuartigkeit.
          0:57:37–0:57:41
          Ich meine, diese Anschlussfähigkeit mit bestimmten Prinzipien sind in bestimmten
          0:57:41–0:57:46
          gesellschaftlichen Gruppen sozusagen verbreitet gewesen oder waren sozusagen auch schon gewohnt.
          0:57:46–0:57:49
          Aber weil ich vorhin eben sozusagen diesen Ausbezug gemacht habe.
          0:57:50–0:57:56
          Da ist sozusagen die Bestimmung von was wird produziert ja nicht durch die Person,
          0:57:56–0:57:58
          die es komplett betroffen hat, gefallen.
          0:57:58–0:58:02
          Es wurde nicht wirklich in dem Maß sozusagen partizipiert,
          0:58:02–0:58:06
          sondern das ist was, was sozusagen der Staat getroffen hat und da ist ja sozusagen
          0:58:06–0:58:11
          ECSX sehr neuartig, das mag ich nochmal hinzufügen, weil es ist schon sozusagen
          0:58:11–0:58:14
          in der Konstellation, wie diese Prinzipien zusammengeführt wird,
          0:58:14–0:58:15
          was neuartig ist und das finde ich wichtig.
          0:58:16–0:58:19
          Ja, also ich habe jetzt nochmal zwei Impulse mitgenommen. Zielgruppengerechte
          0:58:19–0:58:22
          Ansprache und auch wirklich zu
          0:58:22–0:58:25
          überlegen, was sind denn überhaupt Rechtsformen, die gerade Sinn machen.
          0:58:25–0:58:29
          Und genau, da haben ja Menschen unter uns, die sich sehr gut mit Genossenschaften
          0:58:29–0:58:36
          auskennen. Dann aber auch Kombinationen aus gemeinnütziger Verein und irgendwie noch einer UG, GmbH.
          0:58:36–0:58:40
          Aber das finde ich auf jeden Fall auch richtig wichtig, dass wir da irgendwie
          0:58:40–0:58:48
          nochmal auch Juristen unserer Wahl, Juristin reinholen, die da vielleicht mal einen Input macht.
          0:58:48–0:58:52
          Und ich meine, was noch passieren darf und soll, ist, was bei uns jetzt unter
          0:58:52–0:58:56
          diesem Terminus Transition Toolkit läuft, dass wir natürlich versuchen,
          0:58:57–0:58:59
          all das Wissen, was es für einen Aufbau solcher Organisationen braucht,
          0:59:00–0:59:01
          zur Verfügung zu stellen.
          0:59:01–0:59:06
          Und das heißt wirklich, auch wieder zielkrochen spezifisch, ich bin eine Unternehmerperson
          0:59:06–0:59:09
          und habe die Lust, das, was ich schon aufgebaut habe, irgendwie auf eine andere
          0:59:09–0:59:12
          Art und Weise zu machen und Gemeinschaft damit reinzuholen. Welche Schritte muss ich gehen?
          0:59:13–0:59:16
          Ich bin eine Person, die Lust hat, sozusagen als Mitglied zu partizipieren.
          0:59:16–0:59:18
          Was sind meine Möglichkeiten? Wo setze ich an?
          0:59:19–0:59:23
          Oder ich habe halt eigentlich eine Organisation, die ich im Art of Physio stellen
          0:59:23–0:59:26
          will. Wie kann ich so eine Neugründung von CSX eigentlich irgendwie betreiben?
          0:59:26–0:59:29
          Also das sind ja Sachen, die wir jetzt eigentlich ab nächstes vorhaben,
          0:59:29–0:59:31
          wo wir ja direkt gleich nochmal ins nächste Arbeitstreffen gehen.
          0:59:32–0:59:35
          Wie könnte so ein Transition Toolkit aussehen? Welche Form kann das haben,
          0:59:35–0:59:37
          so dass es halt möglichst nicht wegschwellig zugänglich ist?
          0:59:38–0:59:40
          Damit werden wir uns jetzt auch konkret beschäftigen.
          0:59:40–0:59:44
          Und ich glaube, was ich nochmal so sagen mag oder vielleicht auch irgendwie
          0:59:44–0:59:48
          so ein schöner Abschluss sein könnte, dass das halt auch auf jeden Fall erst der Anfang war.
          0:59:48–0:59:53
          Also, dass wir Bock haben, auch definitiv nach Switch weiter zu schauen.
          0:59:53–0:59:58
          Wir sind jetzt bis nächstes Jahr Sommer noch gemeinsam unterwegs hier als Projektzusammenhang,
          0:59:58–1:00:02
          aber merken auch, dass wir richtig Bock haben, da dran zu bleiben.
          1:00:02–1:00:06
          Und auch schon quasi neue Ideen gesponnen haben, aber ich glaube,
          1:00:06–1:00:08
          das lassen wir vielleicht als Kiffen ja auch so ein bisschen offen.
          1:00:09–1:00:12
          Ja, voll. Also genau. In einem Jahr lade ich euch dann alle nochmal ein.
          1:00:13–1:00:15
          In den Podcast oder in einem halben Jahr.
          1:00:15–1:00:17
          Wenn wir vielleicht wissen, wie es weitergeht danach.
          1:00:18–1:00:21
          Genau, und vielleicht ein Aspekt, den wir jetzt zu dem Ganzen,
          1:00:22–1:00:25
          wir wollen CSX in die Welt bringen, noch nicht so gesagt haben.
          1:00:26–1:00:30
          Also ich finde es ein richtig wertvoller Aspekt für mich an Switch ist eben auch,
          1:00:30–1:00:35
          dass ihr so viele Organisationen, Menschen vertreten sind, Menschen vertreten
          1:00:35–1:00:39
          sind, die auch in ultra vielen verschiedenen Bereichen irgendwie fähig sind
          1:00:39–1:00:42
          und involviert sind auch.
          1:00:42–1:00:46
          Also hier ist einfach richtig viel Erfahrungswissen zu dem Thema im Raum und
          1:00:46–1:00:51
          richtig viele verschiedene Organisationen mit unter einem Projektdach.
          1:00:51–1:00:54
          Und ich glaube, das ist auch so eine richtig krasse Qualität,
          1:00:54–1:00:57
          die ich schätze an Switch, dass wir einfach als Team so zusammengerückt sind.
          1:00:58–1:01:01
          Dass Organisationen sich miteinander synchronisieren und ausrichten,
          1:01:01–1:01:06
          wir voneinander wissen überhaupt, was wir tun und genau,
          1:01:06–1:01:11
          da vielleicht auch nochmal die Einladung an Menschen, die zuhören und irgendwie
          1:01:11–1:01:15
          denken, okay, ich mache aber auch was in die Richtung und ihr solltet davon
          1:01:15–1:01:19
          wissen oder genau, ich möchte da auch mein Wissen teilen, dass man sich da auch
          1:01:19–1:01:20
          richtig gerne melden kann zu.
          1:01:20–1:01:24
          Und wie gesagt, ein Link wird in den Shownotes sein, wo ihr mal draufklicken
          1:01:24–1:01:27
          könnt, wo ihr euch zu dem Projekt auch noch was durchlesen und anschauen könnt
          1:01:27–1:01:30
          und wo ihr auch Kontaktdaten findet, wo ihr euch melden könnt,
          1:01:31–1:01:32
          wenn ihr noch irgendwas beitragen wollt.
          1:01:32–1:01:35
          Genau, und wenn ihr anders beitragen wollt, ich weiß nicht, ob ihr das schon
          1:01:35–1:01:37
          gespoilert habt, aber es ist ja eine CSX-Stiftung in Gründung.
          1:01:38–1:01:41
          Und gerade wenn es irgendwie finanzielle Mittel gibt, die sozusagen irgendwie
          1:01:41–1:01:46
          sinnvoll eingesetzt werden wollen, dann folgt diesem Podcast,
          1:01:46–1:01:48
          folgt der CSX-Netzwerkseite.
          1:01:48–1:01:51
          Da wird das sozusagen veröffentlicht, weil dann könnt ihr auch genau diese Strukturen,
          1:01:51–1:01:55
          dieses Ökosystem für die CSX-Bewegung massiv unterstützen, wenn ihr da tatsächlich
          1:01:55–1:01:59
          auch finanziell einfach den einen oder anderen Euro lasst.
          1:02:00–1:02:04
          Gut, mit dem Aufruf zum Geld endet es eigentlich immer, dieser Podcast.
          1:02:04–1:02:10
          Sei gut in der Tradition geblieben. Werdet Fördermitglied, spendet uns unser Geld, macht mit.
          1:02:11–1:02:15
          Ja, und danke fürs Zuhören und richtig schön, dass ihr dabei wart. Tschüss.
          1:02:15–1:02:17
          Tschüss. Tschüss.
          1:02:19–1:02:23
          Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen?
          1:02:23–1:02:28
          Dann geh doch auf MYZELIUM.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
          1:02:28–1:02:34
          MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
          1:02:34–1:02:38
          Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
          1:02:38–1:02:41
          Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
          1:02:42–1:02:45
          für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
          1:02:45–1:02:50
          hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

          The post MP106 – SWITCH – Gemeinschaftsgetragene Wirtschaftsformen aufbauen, Gesellschaft transformieren appeared first on MYZELIUM.

          1 hr 3 min
        • MP105 - Rettung des Einzelhandels

            In dieser Folge spreche ich mit Timo Wans darüber, warum uns die Rettung des Einzelhandels wichtig ist, wie das MYZELIUM aktuell schon Rettungen begleitet und wie das funktioniert. Hört rein und meldet euch, wenn auch euer Lieblingsladen von der Schließung bedroht ist oder ihr als Untenehmer:in euer Geschäft aufgeben bzw. weitergeben möchtet!

            Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

            Transkription

            0:00:10–0:00:15
            Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
            0:00:15–0:00:18
            Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
            0:00:18–0:00:23
            Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
            0:00:23–0:00:27
            dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
            0:00:27–0:00:31
            Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
            0:00:31–0:00:36
            und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
            0:00:36–0:00:39
            Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
            0:00:49–0:00:53
            Herzlich Willkommen in unserer 105. Folge zur Einzelhandelsrettung.
            0:00:53–0:00:58
            Ich freue mich sehr, dass heute ganz oldschool mal wieder Timo Wanz bei mir alleine sitzt.
            0:00:58–0:01:01
            Und zwar besprechen wir heute das Thema Einzelhandelsrettung.
            0:01:01–0:01:05
            Und passend zum Thema sind wir auch sozusagen zwischen Tür und Angel an einem
            0:01:05–0:01:09
            Freitagnachmittag ein bisschen abgenervt von der Technik hier zusammengekommen.
            0:01:10–0:01:14
            Nichtsdestotrotz ist es ein wichtiges Thema, weil, und das wäre sozusagen die
            0:01:14–0:01:16
            erste Frage, mit der wir rein starten, ins Gespräch.
            0:01:16–0:01:21
            Warum sprechen wir heute über Einzelhandelsrettung? Was bewegt uns darin?
            0:01:21–0:01:25
            Ja, dass Läden vorkommen unnötig sterben.
            0:01:25–0:01:31
            Also sie sterben vor allem deswegen, weil Inhaberinnen innerlich gekündigt haben
            0:01:31–0:01:33
            mit ihrem eigenen Geschäftsmodell.
            0:01:33–0:01:37
            Der Meinung sind, dass sie alleine dastehen, dass ihnen niemand helfen wird
            0:01:37–0:01:41
            und dass es jetzt einfach genug ist und jetzt machen sie den Laden dicht.
            0:01:42–0:01:45
            Deswegen sterben Läden und,
            0:01:46–0:01:51
            Die Alternative ist verhältnismäßig einfach. Man könnte nochmal seine Stammkundschaft
            0:01:51–0:01:56
            fragen, ob sie nicht darunter leiden würden, wenn der Laden schließt.
            0:01:56–0:02:02
            Und wenn man dann einen klaren Fahrplan im Gepäck hat, dann kann es eine Zukunft
            0:02:02–0:02:04
            geben, mit oder ohne den Inhaber.
            0:02:06–0:02:08
            Und genau, deswegen reden wir darüber.
            0:02:09–0:02:13
            Aber vielleicht auch nochmal ein bisschen weiter ausholend, warum wir uns als
            0:02:13–0:02:17
            MYZELIUM auch damit befassen, überhaupt mit Einzelhandelsrettung.
            0:02:17–0:02:22
            Es ist ja so, dass wir nicht unbedingt die Gruppe oder die Organisation sind,
            0:02:22–0:02:25
            die jetzt sozusagen besonders viel Wert auf Konsum und so weiter legt.
            0:02:25–0:02:30
            Aber was uns vielleicht an dem Thema wichtig ist, ist, dass wir einfach feststellen,
            0:02:30–0:02:34
            glaube ich, egal wo man lebt und wie man lebt, dass gerade die Vielfalt in der
            0:02:34–0:02:35
            Wirtschaft verloren geht.
            0:02:36–0:02:40
            Also dass gerade inhabergeführte, kleine, dezentrale, schöne Läden,
            0:02:40–0:02:44
            mit denen man sich auch verbunden fühlt und wo man gerne hingeht und wo man
            0:02:44–0:02:47
            irgendwie auch nicht nur eine Nummer ist, sondern wo einem vielleicht auch eine
            0:02:47–0:02:48
            gemeinsame Geschichte verbindet,
            0:02:48–0:02:51
            weil man diesen Laden schon länger begleitet,
            0:02:51–0:02:55
            weil man sich drin wohlfühlt, weil man den Inhaber oder die Inhaberin auch kennt,
            0:02:55–0:03:00
            dass die gerade immer mehr einfach zum Schließen gezwungen sind oder zumindest
            0:03:00–0:03:04
            sich so fühlen, als seien sie zum Schließen gezwungen, weil eben die Marktbedingungen
            0:03:04–0:03:07
            immer schwieriger werden, gerade für diese kleinen Unternehmen.
            0:03:07–0:03:10
            Und ich will auch nochmal die Relevanz für diese Läden hervorheben,
            0:03:10–0:03:14
            hervorheben für unsere Wirtschaft, weil da arbeiten dann vielleicht nur drei
            0:03:14–0:03:17
            bis zehn oder maximal vielleicht 15 Leute oder so in diesem Laden.
            0:03:18–0:03:23
            Vielleicht auch mal 20. Aber in Summe ist es, glaube ich, richtig krass,
            0:03:23–0:03:27
            was gerade der Inhaber geführte, ja, Kleinstunternehmen, kleine Unternehmen
            0:03:27–0:03:30
            hier für unsere Wirtschaftsleistung auch insgesamt beitragen.
            0:03:30–0:03:34
            Weil es sind dann am Ende eben summiert, weil es eben viele dieser Läden noch
            0:03:34–0:03:36
            gibt, schon richtig viele Arbeitsplätze.
            0:03:37–0:03:40
            Das ist das eine sozusagen von der Wirtschaftsleistung, aber das andere ist
            0:03:40–0:03:43
            von der Lebensqualität auch einfach. Also was würde man in so einer Stadt tun,
            0:03:44–0:03:49
            wenn es eben nur diese großen Ketten gäbe, wo man anonymisiert irgendwie unterwegs ist?
            0:03:49–0:03:52
            Genau und gleichzeitig funktionieren deren Geschäftsmodelle ja auch nicht mehr.
            0:03:52–0:03:57
            Also die großen Filialisten sind ja auch am Schließen, H&Z, Zara und Co.
            0:03:57–0:04:01
            Denen geht es ja auch nicht gut und der Lebensmitteleinzelhandel,
            0:04:01–0:04:05
            der zieht sich ja einfach auf die grüne Wiese zurück und profitiert dann vom Automobil.
            0:04:07–0:04:12
            Und genau so löst das Ganze halt eine Kettenreaktion aus. Am Ende gibt es halt
            0:04:12–0:04:17
            kaum noch Orte, wo man auch einfach gerne hingeht und dem Menschen wird das
            0:04:17–0:04:20
            aber auch ganz häufig einfach präsentiert als Naturgesetz.
            0:04:20–0:04:24
            So läuft das nun mal, man kann nichts mehr machen, man kann eigentlich auch
            0:04:24–0:04:26
            nicht wirklich irgendwas gegen Leerstand machen.
            0:04:27–0:04:32
            Alle sind hilflos, genau, Verantwortung übernehmen geht auch ganz schlecht,
            0:04:32–0:04:36
            findet euch ab, ne, so, und dann ist der Unternehmer drin,
            0:04:36–0:04:39
            dem wird halt die ganze Zeit gesagt, so, ja, du bist halt einfach nicht mehr
            0:04:39–0:04:43
            zeitgemäß, die Leute kaufen jetzt alle im Internet ein und gleichzeitig hast
            0:04:43–0:04:48
            du aber trotzdem eine Stammkundschaft, die in deinen Laden kommen und die eigentlich
            0:04:48–0:04:49
            bei dir konsumieren wollen,
            0:04:50–0:04:54
            wo aber das Geschäftsmodell nicht mehr dazu passt, ne, und ich sage zumindest,
            0:04:54–0:04:57
            also in sehr vielen kleinen Läden, sage ich immer scherzhaft,
            0:04:57–0:05:02
            ja, jeder erwachsene Mensch hat ein Recht darauf, Kaufmannsladen zu spielen.
            0:05:03–0:05:07
            Und das hört sich jetzt so despektierlich an, aber darum geht es tatsächlich.
            0:05:07–0:05:10
            Du kommst irgendwo rein, du bist keine Nummer, es freut sich jemand,
            0:05:10–0:05:14
            dass du kommst, die Leute kennen dich mit Namen, die Flüsterkasse muss da nicht
            0:05:14–0:05:16
            extra eingeführt werden, sondern
            0:05:16–0:05:21
            ist da nonstop am Laufen und es ist eigentlich auch ein Ort für mehr.
            0:05:22–0:05:25
            Also weil aus diesen Orten entspringen immer wieder neue Initiativen,
            0:05:25–0:05:28
            sie sind nicht nur Orte, wo konsumiert werden kann, sondern,
            0:05:28–0:05:30
            keine Ahnung, wenn die Schule gegründet werden muss,
            0:05:31–0:05:34
            dann entsteht vielleicht auch so ein Ort, weil die Menschen,
            0:05:34–0:05:37
            die dort einkaufen, auch noch Interesse an anderen Sachen haben.
            0:05:37–0:05:41
            Also genau, es ist ein Ort, wo einfach Mehrwert entstehen kann,
            0:05:42–0:05:46
            in einer sozialen Perspektive und weniger in einer ökonomischen.
            0:05:46–0:05:49
            Und jetzt muss man sich halt fragen, ist es deswegen nichts wert?
            0:05:49–0:05:54
            Ja genau, nach rein ökonomischen neoliberalen Kriterien haben diese Orte keinen Wert.
            0:05:55–0:05:59
            Da sollte man sich halt fragen, wenn wir aber wollen, dass die existieren,
            0:05:59–0:06:01
            und das ist ja, wenn man die Kundschaft fragt, willst du, dass der Laden weiter
            0:06:01–0:06:02
            existiert, sagen die ja.
            0:06:03–0:06:09
            Also ist das so, die Kundschaft hätte gern den Ort, das neoliberale Marktverständnis
            0:06:09–0:06:11
            sagt, der Ort hat keinen Wert, deswegen muss er weg.
            0:06:11–0:06:14
            So, und jetzt ist halt die Frage, wer hat recht?
            0:06:15–0:06:18
            Genau und vielleicht auch nochmal um die Perspektive der Unternehmerinnen und
            0:06:18–0:06:21
            Anbieterinnen damit reinzubringen, mit denen wir ja zusammenarbeiten.
            0:06:21–0:06:26
            Es ist halt auch wirklich, was die oft daraus rausbekommen, jetzt mal monetär
            0:06:26–0:06:30
            gesprochen und mit diesem neoliberalen Setting dahinter, ist halt richtig wenig
            0:06:30–0:06:32
            für das, was sie da reingeben.
            0:06:32–0:06:37
            Also die sind meistens einfach richtig Hardcore-Arbeitsmaschinen,
            0:06:37–0:06:41
            die alles Mögliche gleichzeitig koordinierend im Kopf haben müssen,
            0:06:41–0:06:45
            rund um die Uhr ansprechbar sind, immer wieder einspringen, wenn ihr Personal
            0:06:45–0:06:49
            mal krank ist und so weiter und am Ende dann doch irgendwie mit 1,
            0:06:49–0:06:52
            5 sozusagen Überschissen im Monat irgendwie da rausgehen.
            0:06:52–0:06:56
            Und dass man das nicht lange durchhält und nicht lange machen will,
            0:06:56–0:06:59
            kann ich auch verstehen. Und deshalb braucht es auch, glaube ich, eine ganz...
            0:06:59–0:07:04
            Ja, eine ganz neue Wertschätzung auch für diese Rolle der kleinen Unternehmerinnen
            0:07:04–0:07:05
            und kleinen Anbieterinnen.
            0:07:05–0:07:09
            Und das passiert halt aber auch nur, wenn sozusagen das, was hinter den Kulissen
            0:07:09–0:07:14
            passiert, die Leistung, die diese Menschen einbringen, wenn die auch mal transparent
            0:07:14–0:07:17
            gemacht wird und kommuniziert wird darüber.
            0:07:17–0:07:22
            Und das passiert halt oft nicht, weil man hinter so einer Leinwand sozusagen
            0:07:22–0:07:27
            immer fröhlich Kundinnen bedient und die oft gar nicht mitbekommen,
            0:07:27–0:07:31
            was eigentlich im Hintergrund brodelt und dann auch eben dementsprechend entsetzt sind,
            0:07:31–0:07:34
            wenn dann einer ihrer Lieblingsläden plötzlich sagt, ah ja, genau,
            0:07:34–0:07:38
            ich mache das jetzt noch bis zum Ende des Jahres und dann höre ich auf.
            0:07:38–0:07:43
            Und genau in dem Moment wollen wir ja reinkommen. Genau in dem Moment wollen
            0:07:43–0:07:46
            wir als MYZELIUM eigentlich ein neues Angebot, was wir schon immer mal wieder
            0:07:46–0:07:51
            so nebenbei gemacht haben, was aber jetzt strukturierter und auch, sag ich mal,
            0:07:51–0:07:56
            umfassender in der Standardisierung auch wirklich an die Menschen gebracht werden soll,
            0:07:56–0:08:01
            dass wir nämlich Einzelhandelsläden retten möchten und mit denen zusammenarbeiten
            0:08:01–0:08:06
            möchten und eben aus dieser Ohnmacht rauskommen wollen, gemeinsam mit Anbieterinnen
            0:08:06–0:08:08
            und Verbraucherinnen eben zu sagen, nein,
            0:08:08–0:08:11
            wir wollen nicht, dass der Laden schließt und wir schauen nach Lösungen.
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            Und da sind wir schon sozusagen am Ausprobieren und vielleicht kannst du mal
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            erzählen, was da gerade so läuft.
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            Ja, also ich glaube, was wir ja schon seit 2022 machen, ist so retten auf die
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            lange Frist in Anführungsstrichen.
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            Also in einem sechsmonatigen Prozess, in aller Ruhe, bestehende Geschäftsmodelle,
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            auf ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell umzubauen mit der Unternehmerin gemeinsam,
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            Also mit der Unternehmerin gemeinsam, darauf liegt die Betonung,
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            die dann den Laden auch weiterführt.
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            Und faktisch geht es immer darum, dass Konsumenten einen Mitgliedsbeitrag und
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            einen Konsumgutschein ziehen und damit einen Teil der Betriebskosten übernehmen.
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            Hört sich im ersten Schritt einfach an, ist es eigentlich auch,
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            nur der Teufel liegt halt im Detail und in unserer Sozialisierung,
            0:09:02–0:09:04
            die halt eben anders tickt.
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            Und das Mithilium führt die Unternehmerinnen, das müssen wir nicht gendern,
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            das sind ja kaum Männer, die Männer sind hier mit gemeint,
            0:09:15–0:09:21
            die führen wir da durch und am Ende gibt es ein mehr oder weniger stabiles neues Geschäftsmodell.
            0:09:22–0:09:25
            Die Kunden werden dann zu Mitgliedern und haben die Möglichkeit,
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            dann tatsächlich die Erfahrung zu machen, dass sie mit einer kleinen Übernahme
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            an Verantwortung in Form eines Mitgliedsbeitrags und eines Konsumgutscheins,
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            die ihren Lieblingsladen weiter erhalten können.
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            Das ist das, was wir die ganze Zeit schon machen.
            0:09:40–0:09:43
            Worüber wir eigentlich immer gelitten haben, war, dass wir so Nachrichten bekommen
            0:09:43–0:09:46
            haben, Laden macht in einem Monat dicht und wir können nichts mehr tun.
            0:09:47–0:09:51
            Ja, und das ist auch ganz häufig der Moment, wo die meiste Stammkundschaft das überhaupt erst hört.
            0:09:52–0:09:56
            Ja, und was wir jetzt gemacht haben, ist, wir haben jetzt ein...
            0:09:57–0:10:00
            Ihr Angebot entwickelt Anfang des Jahres, wo es darum geht,
            0:10:01–0:10:04
            Läden, die schon öffentlich verkündet haben, dass sie schließen werden,
            0:10:04–0:10:07
            wo es klar ist, dass der Laden in ein oder zwei Monaten schließt,
            0:10:08–0:10:14
            in einem superschnellen Prozess eine Nachfolge zu organisieren und neue Betreiber
            0:10:14–0:10:18
            zu finden, die den Laden dann gemeinschaftsbasiert weiterführen.
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            Das ist wirklich das Neue.
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            Also wenn ihr irgendwo hört, euer Lieblingsladen schließt, dann ist es noch nicht zu spät.
            0:10:26–0:10:35
            Ihr könnt so agieren wie unser super tolles Fördermitglied Klaus Hoffmann in
            0:10:35–0:10:38
            Frankfurt uns einfach anrufen und sagen, hey,
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            die Auffüllerei schließt, das kann ja nicht sein, da kann man nicht noch was machen.
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            Und dann ist die Antwort, ja, man kann was machen.
            0:10:46–0:10:52
            Und dieser Mann ist gerade vor allem Timo Wanz, der ruft dann da an und sagt,
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            hey, ich habe vollkommen verstanden, du machst den Laden dicht,
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            du wirst dich nicht mehr umstimmen lassen, vollkommen klar, ich stimme dich nicht um.
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            Aber du als Inhaber hast nochmal die Chance, wirklich was für deinen Laden zu
            0:11:03–0:11:07
            bekommen, vor allem von deiner Stammkundschaft, die möchte, dass es dir gut geht.
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            Und dann gehen wir zur Stammkundschaft gemeinsam und sagen, ey,
            0:11:12–0:11:18
            klar, der Laden macht dicht, die Inhaberin kann nicht mehr und möchte vielleicht auch nicht mehr.
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            Aber ihr als Stammkundschaft könnt dafür sorgen, dass es weitergeht.
            0:11:23–0:11:25
            Und zum Beispiel in der Auffüllerei in Frankfurt war das so,
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            dass wir sieben Menschen gefunden haben, die Gesellschafter geworden sind und
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            wir haben genügend Investoren gefunden, die die Ladeneinrichtungen und die Ware finanziert haben.
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            Genau. Und die Pia, die übernimmt jetzt als ehemalige normale Mitarbeiterin,
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            begleitet von uns die Geschäftsführung.
            0:11:45–0:11:50
            So, und dieser Laden, von diesem Laden haben wir am 10.
            0:11:50–0:11:52
            Januar gehört. Wir haben jetzt den 6.2.
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            Heute ist der Notartermin, wo die neuen Gesellschafter offiziell neue Inhaber werden.
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            Und genau, und Peer zur Geschäftsführung ernannt wird und wir haben diesen Prozess
            0:12:05–0:12:10
            mit den Gesellschaften begleitet und wir begleiten jetzt die Peer beim Aufbau
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            eines neuen Geschäftsmodells.
            0:12:11–0:12:14
            Ja, vielleicht kannst du mal aus den Erfahrungen, die du bisher gesammelt hast
            0:12:14–0:12:19
            und wie immer beim MYZELIUM ist es sozusagen Prozesse, die entstehen oder Angebote,
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            die entstehen einfach aus einer Notwendigkeit heraus, weil sie gebraucht werden.
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            Und wir springen da erstmal rein und geben sozusagen unsere Skills in Prozessbegleitung
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            und in dem, was wir über Entscheidungsstrukturen,
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            über gemeinschaftliche Organisationen und so weiter wissen, geben wir da rein
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            und viel Energie und ich glaube Motivation auch.
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            Vielleicht kannst du aber mal erzählen, was sind denn so die Zutaten,
            0:12:43–0:12:47
            die es braucht, um so eine Nachfolge, so eine Rettung, so eine kurzfristige
            0:12:47–0:12:50
            auch gut über die Bühne zu bekommen? Was braucht es?
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            Also ich glaube, die wichtigste Zutat liegt in den bisherigen Inhaberinnen selbst,
            0:12:56–0:13:00
            die auf der einen Seite klar haben, dass sie es nicht selber machen wollen,
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            aber die immer noch der Meinung sind, dass es ihren Laden braucht.
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            Und die nochmal bereit sind, mit dem MYZELIUM trotz aller schlechten Erfahrungen
            0:13:10–0:13:13
            nochmal einmal noch einen Versuch zu starten.
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            Nochmal bereit sein, diesen einen Versuch zu wagen, dass es nicht vielleicht
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            doch eine Zukunft für den Laden geben könnte, auch ohne sie.
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            Und in der Regel ist es ganz einfach. Wir rufen an.
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            Und entweder ist sofort Begeisterung auf der anderen Seite oder eben nicht.
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            Aber wenn es diese Begeisterung gibt auf der anderen Seite, das sind in der
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            Regel auch so Gespräche wie, ja, die sind so assoziativ, da gibt es Menschen,
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            das ist eher so Ja-und-Gespräche und nicht Ja-aber-Gespräche.
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            Also da telefoniere ich nicht mit jemandem, der mir erzählt,
            0:13:44–0:13:47
            warum das nicht funktioniert, was ich mache, sondern das ist jemand,
            0:13:47–0:13:51
            der sich freut wie Bolle und erzählt, ja, und da gibt es ja noch dieses Konzept
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            und jenes Konzept und davon habe ich schon gehört.
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            Als ich zum Beispiel mit Marga von Naturpur, dem anderen Projekt,
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            was wir gerade begleiten, in Wertingen telefoniert habe, hat sie mir noch erzählt,
            0:14:01–0:14:05
            welche Genossenschaftskonzepte es um die Ecke gibt und dass sie doch die Montessori-Schule gegründet hat.
            0:14:05–0:14:08
            Da musste ich nur grinsen und wusste, ja, das wird was werden mit dir, Marga.
            0:14:10–0:14:13
            Und Stichwort, was werden mit Marga, das haben wir am Mittwoch gemacht.
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            Da haben wir eine Einkaufsgemeinschaft gegründet mit der Stammkundschaft.
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            Sieben Leute unterstützen das Marga auch im Laden und bei der Kampagne.
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            Und bei MAGA haben wir jetzt im Unterschied noch nicht die Möglichkeit,
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            dass wir sofort die Nachfolge hatten.
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            Bei der Auffüllerei in Frankfurt, da ist ja sofort die Mitarbeiterin in die
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            Position der Geschäftsführung gewechselt und die unternehmerische Position war
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            klar, es konnte weitergehen. Bei MAGA suchen wir das noch.
            0:14:41–0:14:44
            Aber was die Einkaufsgemeinschaft gemacht hat, sie hat im ersten Schritt schon
            0:14:44–0:14:46
            mal einen Großteil des aktuellen Minus gestoppt,
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            Und jetzt machen wir eine Kampagne über die lokale Presse und sorgen dafür,
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            dass wir da jetzt auf jeden Fall die Person finden,
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            die auf jeden Fall Bock hat, einen Bioladen zu betreiben, mit einer tollen Gemeinschaft
            0:15:04–0:15:06
            und unter der Begleitung des Myceliums.
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            Und was natürlich auch total cool ist, wir gehen da immer rein mit der Unterstützung
            0:15:09–0:15:15
            der Genossenschaft Fairbio-EG, die genau solche Prozesse gerade am Start auch unterstützt.
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            Und unser nächster Schritt ist, dass wir eigentlich den ordentlichen Großhändler
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            auch immer mit in Verantwortung nehmen.
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            Und das funktioniert bei Naturpur jetzt gerade auch schon sehr gut.
            0:15:24–0:15:28
            Also was ist die Konstellation Unternehmerin, die...
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            Die noch widerständig ist, die noch Bock hat, dass es eine Zukunft gibt,
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            die vielleicht so im Bauch so, ob das wirklich funktioniert,
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            aber sich dann doch auch vom MYZELIUM so ein bisschen prophetisch mitreißen
            0:15:43–0:15:46
            lässt, im Sinne von der self-fulfilling prophecy,
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            daran zu glauben, dass doch die anderen Menschen, wenn man sie aufruft,
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            dass sie kommen, dann sind wir als MYZELIUM immer wieder aufs Neue,
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            aber zusammen mit der Unternehmerin dann doch wieder überrascht,
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            dass die Leute kommen, dass sie doch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
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            So, und dann muss man auch daran glauben, dass da draußen noch jemand so verrückt
            0:16:05–0:16:06
            genug ist, einen Bioladen zu betreiben.
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            Aber, und jetzt in einer Konstellation zusammen mit einer Gemeinschaft,
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            die Verantwortung übernimmt, mit einer Supportstruktur, wo der Großhändler mit im Boot ist.
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            Wo die Kundschaft mit im Boot ist, wo eine unterstützende Genossenschaft wie das FIBIO da ist,
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            die Fairbio-EG da ist, und wo das MYZELIUM noch als Begleitung für die Stammkundschaft
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            und für die Unternehmerin bereitsteht und den Prozess zu organisieren.
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            Unter den Bedingungen ist es auf jeden Fall sehr schlau, einen Laden weiter zu betreiben.
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            Und das ist dann natürlich nicht irgendein Laden, weil es ist ja schon ein Laden,
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            der bewiesen hat, dass es nicht der Markt ist, der entscheidet,
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            ob so ein Laden existiert, sondern die Menschen, die dort drin einkaufen.
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            Und was mit Wertingen saßen wir da mit 30 Leuten auf diesen Zukunftstag Und
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            es ist halt sehr deutlich geworden, wenn diese 30 Leute, die können mit ihrem
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            persönlichen Konsum und ihren Entscheidungen einfach fast selber entscheiden,
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            ob dieser Laden weiter existiert.
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            Das gibt richtig viel Macht und Selbstständigkeit. Also was braucht es?
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            Eine Unternehmerin, die daran glaubt, die in dem Prozess auch Energie verspürt,
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            zusammen mit der Myceliumbegleitung.
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            Man gibt sich gegenseitig die Kraft.
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            Daraus haben wir die Möglichkeit, die Stammkundschaft zu motivieren.
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            Wir können Supportstrukturen mit hinzuziehen und dann finden wir am Ende auch
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            eine neue Ladenleitung.
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            Neuen Betreiber, Neubetreiberin. Dann haben wir ganz neue Möglichkeiten geschaffen.
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            Wir haben nicht nur einen Laden weitererhalten, sondern wir haben eine Geschichte
            0:17:32–0:17:36
            des Gelingens in einer Welt, wo alles auseinanderbricht, geschaffen.
            0:17:36–0:17:39
            Wo anscheinend nichts mehr funktioniert, alles auseinanderbricht.
            0:17:40–0:17:44
            Kann jeder, der Teil dieser Gemeinschaft ist, am Küchentisch,
            0:17:44–0:17:47
            beim Familienkreis, im Freundeskreis, wenn jemand beginnt zu nörgeln und sagt,
            0:17:48–0:17:51
            es wird immer alles schlecht, dann kann die Person sagen, also wir haben gerade
            0:17:51–0:17:52
            unseren Bioladen gerettet.
            0:17:53–0:17:56
            Genau, das ist vielleicht auch nochmal gesagt, wir sind da gerade sehr mit den
            0:17:56–0:18:01
            ersten Piloten sozusagen in der Ernährungsbranche unterwegs.
            0:18:02–0:18:04
            Ich glaube, es ist auch in vielen anderen Bereichen vorstellbar.
            0:18:05–0:18:10
            Also sei es ein Spielzeugladen, sei es ein Textilladen, sei es ein Buchladen.
            0:18:11–0:18:14
            Genau, ich mache da mal einen Fahrradladen. Also ich glaube,
            0:18:14–0:18:16
            da sind viele verschiedene Branchen möglich.
            0:18:17–0:18:20
            Wir probieren es jetzt gerade in der Ernährungsbranche aus.
            0:18:21–0:18:25
            Und also es braucht eigentlich nicht viel. Es braucht eine Inhaberin oder einen
            0:18:25–0:18:29
            Inhaber, der noch nicht ganz die Hoffnung ausgegeben hat und will,
            0:18:29–0:18:30
            dass sein Laden in die Zukunft geht.
            0:18:30–0:18:33
            Und es braucht Menschen, die sagen, ja, ich will, dass dieser Laden existiert.
            0:18:33–0:18:37
            Und alles Weitere lässt sich dann gemeinsam organisieren.
            0:18:37–0:18:45
            Eine Sache fehlt noch. Oder ein Stammkunde, der von uns weiß und uns Bescheid sagt.
            0:18:45–0:18:48
            Sagt direkt uns Bescheid. Geht gar nicht zu der Ladnerin, weil die ist,
            0:18:49–0:18:52
            sagt, meldet euch direkt bei uns, wir melden uns dann bei der Ladnerin,
            0:18:53–0:18:57
            weil im Zweifel ist die Person schon, als gesagt, ich habe schon alles durch
            0:18:57–0:19:00
            und so weiter, lasst jemanden vom MYZELIUM anrufen, wir haben da nochmal,
            0:19:00–0:19:04
            ja, ganz eigene Überzeugungsskills.
            0:19:04–0:19:09
            Oder vielleicht beides. Vielleicht hilft es auch, wenn die schon mal vom Stammkunden
            0:19:09–0:19:12
            gehört hat, dass es schön wäre, wenn es den Laden weitergibt.
            0:19:12–0:19:16
            Weil das ist ja auch so ein Ding, so InhaberInnen kriegen ja auch oft gar nicht
            0:19:16–0:19:20
            mit, was für eine Wertschätzung für sie existiert in ihrer Stammkundinenschaft.
            0:19:20–0:19:24
            Und das wird auch erstmal in so einem Prozess klar, was überhaupt da für eine
            0:19:24–0:19:26
            Wertschätzung da ist für den Laden und den Ort.
            0:19:28–0:19:34
            Und dann braucht es aber, wenn man das mit Selium dann hat und dann die ersten
            0:19:34–0:19:38
            Menschen einlädt, sozusagen zu fragen, hey, wollen wir gemeinsam in diesen Prozess
            0:19:38–0:19:40
            gehen als Gemeinschaft, die da ist?
            0:19:41–0:19:45
            Dann geht es ja erst richtig los, sozusagen, wenn man die ersten Menschen in der Angel hat.
            0:19:45–0:19:49
            Da scheint mir auch so diese Zahl sieben irgendwie so eine spannende Zahl zu
            0:19:49–0:19:51
            sein, weil es sind dann oft irgendwie sieben Menschen, die sich finden und sagen, Jo,
            0:19:52–0:19:58
            wir helfen in diesem Übergabeprozess mit, wir übernehmen Verantwortung und gehen
            0:19:58–0:20:03
            auch aus dieser nörgelnden Ohnmacht raus und dann tun was für diesen speziellen
            0:20:03–0:20:05
            Ort, damit der weiter existiert.
            0:20:06–0:20:10
            Und dann braucht sie aber schon noch weitere sozusagen Zutaten,
            0:20:10–0:20:12
            um das zum Gelingen zu bringen.
            0:20:12–0:20:15
            Und vielleicht kannst du da mal erzählen, was jetzt an diesen beiden Beispielen
            0:20:15–0:20:19
            auch passiert ist, was da an Ressourcen freigesetzt wurde aus der Gemeinschaft,
            0:20:19–0:20:22
            die dann sozusagen den weiteren Prozess möglich gemacht hat,
            0:20:23–0:20:26
            dass ein Laden weiter Bestand möglich wird.
            0:20:26–0:20:30
            Ja, also was alle Beteiligten brauchen, ist einen klaren Prozessplan.
            0:20:30–0:20:35
            Also in dieser kurzen Zeit kann niemand für sich erstmal rausfinden,
            0:20:35–0:20:38
            wie man denn so eine Nachfolge gestalten kann, ja?
            0:20:39–0:20:41
            Das ist der große Vorteil, dass wir als MYZELIUM das einfach wissen.
            0:20:41–0:20:46
            Wir tun sowohl mit den, die Gemeinschaft organisieren, als auch die zukünftige
            0:20:46–0:20:51
            Inhaberschaft aufzeigen, wie sie sinnvoll Verantwortung übernehmen können.
            0:20:51–0:20:54
            Geld ist übrigens in der Regel nie ein Problem, weil das ist da.
            0:20:54–0:20:57
            Ich sage immer scherzhaft, es gibt genügend Menschen in der Gemeinschaft,
            0:20:57–0:20:59
            die für 60.000 Euro ihr Bad sanieren.
            0:21:00–0:21:03
            Das heißt, jeder, der auf der Suche ist nach einem Impact Investment,
            0:21:03–0:21:07
            den geben wir eine tolle Möglichkeit, auch selber für sein Geld zu arbeiten in dem Laden.
            0:21:08–0:21:12
            Oder auch, also wenn du nicht weißt, wo ist das grüne Investment,
            0:21:12–0:21:16
            dein Bioladen vor deiner Nase ist dein grünes Investment, da helfen wir gerne.
            0:21:18–0:21:20
            Das heißt, Geld ist nicht das Problem, es ist da, was häufig fehlt,
            0:21:20–0:21:24
            ist das Prozesswissen und das ist das, was wir als MYZELIUM eben reingeben,
            0:21:24–0:21:26
            aus sehr, sehr vielen Begleitungen.
            0:21:27–0:21:31
            Und wir als MYZELIUM machen nicht einfach mal hier und da einen Workshop,
            0:21:31–0:21:36
            sondern wir verhalten uns wie eigentlich so regenerative Geschäftspartner auf
            0:21:36–0:21:37
            Zeit. Wir sind einfach da.
            0:21:37–0:21:40
            Wir sind für die Menschen da, die ihren Laden abgeben.
            0:21:40–0:21:45
            Wir sind für die neuen Inhaberstrukturen da, die den Laden dann auch tragen.
            0:21:45–0:21:50
            Wir sind für die Stammkundschaft da, die Mitglied wird und wir sind für die neuen Betreiber da.
            0:21:51–0:21:56
            Führen diese ganze Konstruktion zusammen, sodass sie sich gegenseitig Energie
            0:21:56–0:22:02
            gibt, dass sie auch für ein Ort des Wandels wird und ja, wo auch so eine positive
            0:22:02–0:22:04
            Geschichte des Gelegens entsteht.
            0:22:04–0:22:09
            Und gerade in dieser Zeit, wo es wirklich schnell gehen muss,
            0:22:09–0:22:12
            das ist eine Zeit, wo ich wirklich empfehlen kann, auf uns zuzukommen.
            0:22:13–0:22:21
            Wir sind da gerade sehr motiviert. Wir haben neue Prozesse am Laufen und seit
            0:22:21–0:22:26
            Januar zwei sehr erfolgreiche Beispiele schon am Laufen, gerade für diese kurzfristigen Rettungen.
            0:22:27–0:22:29
            Und wir tun das nicht nur für die Läden, sondern auch für uns,
            0:22:29–0:22:32
            weil wir haben eigentlich immer darunter gelitten, wenn wir irgendwo so einen
            0:22:32–0:22:36
            Zeitungsartikel gelesen haben, Laden schließt, weil da konnten wir noch nichts tun.
            0:22:36–0:22:39
            Jetzt können wir da reingehen und unterstützen.
            0:22:40–0:22:44
            Genau, und vielleicht nochmal was, wo liegt die Motivation eigentlich des Mytheniums?
            0:22:45–0:22:49
            Wir sind nicht dafür da, in letzter Sekunde irgendwo Läden zu retten.
            0:22:49–0:22:54
            Worunter wir leiden ist, dass hinter jedem Laden stand eine Vision,
            0:22:55–0:22:58
            ob sie explizit war oder implizit, also offen oder eher versteckt.
            0:22:59–0:23:01
            Aber es ging immer darum, hey, diese Welt könnte auch anders sein.
            0:23:01–0:23:05
            Und wenn so ein Laden schließt, dann stirbt diese Vision für die Unternehmerin
            0:23:05–0:23:08
            und sie stirbt eigentlich auch für die ganze Stammkundschaft.
            0:23:09–0:23:14
            Und das ist in unserer heutigen Welt schwierig, weil wir müssen einfach uns
            0:23:14–0:23:16
            neu entdecken als Gesellschaft.
            0:23:17–0:23:24
            Und diese neue Welt, die anpassungsfähig, resilient ist, die ist gar nicht so schwierig zu bauen.
            0:23:25–0:23:29
            Das ist eine Welt, die wir uns selber bauen können, nämlich nach demselben Prinzip,
            0:23:29–0:23:33
            wie wir so einen Bioladen retten. Und darin steckt unsere Motivation.
            0:23:33–0:23:37
            Weil als nächstes können wir mit den Leuten natürlich über alle ihre anderen Bedürfnisse reden.
            0:23:37–0:23:42
            Vom Häuser selber dämmen, Karsch einfach mal die Nase zu setzen oder wie Marga,
            0:23:42–0:23:46
            Marga hat es andersrum gemacht, erst die Montessori-Schule gegründet und dann
            0:23:46–0:23:47
            den Bioladen. Aber das kann man auch andersrum machen.
            0:23:48–0:23:53
            Mehr-Generationen-Projekt. Du kannst ausgehend von der Rettung deines Dorfladens
            0:23:53–0:23:58
            oder in einer Großstadt, kannst du danach erleben,
            0:23:59–0:24:03
            wie man gerne auch in Zusammenarbeit mit den Mezilliums dein eigenes Umfeld
            0:24:03–0:24:05
            selber gestalten kann. Und das ist unsere Motivation. Genau.
            0:24:06–0:24:11
            Unsere Vision ist es, dass an den Orten, wo die ersten Läden zum Beispiel gerettet
            0:24:11–0:24:13
            werden, da dann das Potenzial für mehr entsteht.
            0:24:14–0:24:19
            Aber wir beginnen natürlich erstmal total vernünftig mit dem ersten.
            0:24:19–0:24:23
            Aber… Versteckt durch die Hintertür kommt dann die Transformation von allem.
            0:24:24–0:24:29
            Also richtig versteckt nicht, aber das ist es ja auch.
            0:24:29–0:24:35
            Warum müssen wir immer vernünftig sein? Also warum dürfen wir nicht total vernünftig
            0:24:35–0:24:38
            einen Laden retten und danach total vernünftig weitermachen und uns die Welt
            0:24:38–0:24:41
            so bauen, wie wir sie in dieser krisenden Welt brauchen?
            0:24:42–0:24:45
            Und das motiviert. Und das ist allein die Erfahrung, die Menschen machen,
            0:24:45–0:24:48
            dass sie wirksam sind direkt.
            0:24:48–0:24:53
            Und so einen Leerstand zu verhindern, eine Schließung zu verhindern,
            0:24:53–0:24:58
            ist halt ein sehr krasses Selbstwirksamkeitsgefühl, auch was da entsteht in
            0:24:58–0:25:03
            der Gemeinschaft und was dann tragen kann, um sozusagen wirklich in diese gemeinschaftliche
            0:25:03–0:25:04
            Handlungsfähigkeit auch zu kommen.
            0:25:05–0:25:08
            Und das hat ja viele Auswirkungen, wenn wir jetzt gesellschaftlich reden,
            0:25:08–0:25:13
            auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft, auf Demokratie und so weiter.
            0:25:13–0:25:16
            Was ich nochmal betonen würde, weil auch dieses...
            0:25:17–0:25:20
            Wir retten ja dann nicht im Schnellverfahren sozusagen einen Laden,
            0:25:20–0:25:26
            um dann jemanden einzusetzen, dem es dann genauso, ich sage mal in Anführungszeichen.
            0:25:26–0:25:28
            Schlecht geht wie den Inhabern davor.
            0:25:28–0:25:32
            Also ich glaube, was ich auch nochmal gerne hier betonen würde oder hier drüber
            0:25:32–0:25:37
            sprechen würde mit dir, ist dieses Bild vom selbstständigen Kaufmann,
            0:25:38–0:25:43
            das Bild von dem selbstständigen Inhaber, von dem selbstständigen Unternehmer
            0:25:43–0:25:46
            oder der Unternehmerin, die alles sozusagen selber schaffen muss,
            0:25:46–0:25:52
            selber leisten muss, die auch nie sich krank melden kann, weil dieser ganze Laden an ihr hängt,
            0:25:52–0:25:58
            die immer selbst und ständig sozusagen aktiv sein muss für den Laden und die...
            0:25:58–0:26:06
            Genau, auch diese ganzen Probleme, Existenzängste, wirtschaftlichen Aufs und
            0:26:06–0:26:08
            Abs sozusagen mit sich selber ausmachen muss.
            0:26:08–0:26:12
            Und ich glaube, das ist halt, das ist wirklich ein großer Unterschied,
            0:26:12–0:26:15
            den wir auch zusammen sozusagen gerade am Herausfinden sind.
            0:26:15–0:26:19
            Und wie sieht denn eine neue Rolle aus eines selbstständigen,
            0:26:20–0:26:24
            also eines inhabergeführten Ladens, eines kleinen Ladens, der aber eben nicht
            0:26:24–0:26:25
            nur an einer Person hängt,
            0:26:26–0:26:29
            nicht nur an der einen Impulsgeberin, die sozusagen alleine die Verantwortung
            0:26:29–0:26:33
            trägt, sondern wirklich auch eine Gemeinschaft im Rücken hat,
            0:26:34–0:26:37
            wo mehr Menschen auch einfach Verantwortung übernehmen.
            0:26:37–0:26:41
            Genau und vielleicht magst du zu der Rolle noch mal was sagen,
            0:26:41–0:26:48
            also was entsteht da für eine neue Rolle des kleinen Unternehmertums?
            0:26:48–0:26:53
            Ich glaube, es gibt da eine grundsätzliche Herausforderung.
            0:26:53–0:26:58
            Bei dieser Idee des Kaufmanns oder der Kauffrau, die den Laden aufmacht,
            0:26:58–0:27:03
            dahinter steht ja, wenn du deinen Job nur gut genug machst, dann funktioniert das Geschäftsmodell.
            0:27:04–0:27:08
            Und das funktioniert halt eben dann, also zum Beispiel bei einer Bäckerei oder
            0:27:08–0:27:10
            bei irgendeinem Laden, da muss
            0:27:10–0:27:14
            das Geschäftsmodell Bäckerei nicht neu erfunden werden, das ist früher.
            0:27:15–0:27:18
            Sondern du hast einfach eine Bäckerei am richtigen Standort aufgemacht,
            0:27:18–0:27:21
            hast deine Technik beherrscht, Produkt war gut, Geschäft läuft.
            0:27:22–0:27:27
            Und ich glaube, das ist das größte Missverständnis, dass das funktioniert heute nicht mehr.
            0:27:28–0:27:31
            Und das heißt nochmal, vielleicht den Unterschied zwischen Entrepreneur und
            0:27:31–0:27:35
            Unternehmer mal einzuführen, so ein bisschen so für die Geeks hier.
            0:27:35–0:27:41
            Der Unternehmer ist genau dieser Techniker, dieser technische oder Techniker
            0:27:41–0:27:45
            des Unternehmertums in Anführungsstrichen, der einfach alles richtig macht,
            0:27:45–0:27:48
            gutes Produkt, gutes Standort, kann rechnen.
            0:27:48–0:27:51
            Früher hat das ausgereicht, damit es funktioniert.
            0:27:51–0:27:54
            Und das ist häufig auch das Bild von vielen, wenn es irgendwo nicht läuft.
            0:27:54–0:27:57
            Ja, dann war das Produkt halt nicht gut oder kann ich rechnen.
            0:27:59–0:28:03
            Das stimmt heute gar nicht. Also das sind nicht die Gründe, warum die Läden nicht funktionieren.
            0:28:03–0:28:07
            Die größte Schwierigkeit ist eigentlich, dass heute jeder Kaufmann in Anführungsstrichen
            0:28:07–0:28:09
            eigentlich Entrepreneur sein muss.
            0:28:09–0:28:14
            Also das Geschäftsmodell, in dem du wirtschaftest, an dem Ort,
            0:28:14–0:28:18
            wo du bist, komplett neu erfinden und zusammensetzen und Dinge machen,
            0:28:18–0:28:23
            die vor dir in deiner Region noch niemand so gemacht hat.
            0:28:25–0:28:29
            Das machen Entrepreneure. Entrepreneure bauen neue Geschäftsmodelle,
            0:28:29–0:28:32
            also schaffen die Möglichkeit, überhaupt erst wirtschaften zu können,
            0:28:32–0:28:36
            selbst neu und setzen dann ihr Geschäftsmodell in die Mitte.
            0:28:36–0:28:41
            Und das überfordert vollkommen zu Recht diese ganzen Betreiberinnen von zum
            0:28:41–0:28:43
            Beispiel Bio-Läden, Unverpackt-Läden, Buchläden um die Ecke.
            0:28:44–0:28:49
            Und da ist der große Vorteil, dass das MYZELIUM dein Partner für dieses neue
            0:28:49–0:28:52
            entrepreneurhafte Geschäftsmodell sein kann.
            0:28:52–0:28:57
            Wir helfen dir, das zu etablieren und zeigen dir dann, wie du in diesem neuen
            0:28:57–0:29:02
            Umfeld dann als Unternehmerin dieses neue Geschäftsmodell dann eben weiterführen kannst.
            0:29:02–0:29:05
            Aber du musst nicht es neu erfinden.
            0:29:05–0:29:09
            Wir helfen dir dabei, das zu tun. Das ist die Arbeitsteilung.
            0:29:09–0:29:13
            Ja, wir helfen einerseits und haben es schon an anderen Stellen ausprobiert,
            0:29:13–0:29:19
            ein neues, anderes Geschäftsmodell sozusagen zu etablieren, was marktunabhängiger funktioniert, ja.
            0:29:19–0:29:23
            Und gleichzeitig bedeutet es eben auch, dass die Person, die da als Unternehmerin,
            0:29:23–0:29:27
            als Anbieterin drinsteht, eben auch nicht alles selber können muss.
            0:29:27–0:29:30
            Also nicht selber Kommunikationsexpertin sein muss,
            0:29:30–0:29:35
            nicht selber die Handwerkskunst bis ins letzte Detail kennen muss,
            0:29:35–0:29:41
            nicht selber Buchhaltung und Steuer und das Klassische sozusagen Kaufmännische
            0:29:41–0:29:42
            können muss, sondern...
            0:29:43–0:29:49
            Sondern, dass wir da die Gemeinschaft einladen, auch ihre Skills und Ressourcen einzubringen.
            0:29:50–0:29:55
            Und das ist auch das Spannende jetzt in den Prozessen, die gerade schon gestartet sind.
            0:29:56–0:30:01
            Wenn man in die Gemeinschaft reinruft, was da an Potenzial und Ressourcen rauskommt,
            0:30:01–0:30:02
            ist, glaube ich, Wahnsinn.
            0:30:02–0:30:06
            Und vielleicht kannst du da nochmal ein Beispiel geben, was da gerade entsteht,
            0:30:06–0:30:10
            auch in der Auffüllerei zum Beispiel, wo man reinruft und da kommen ExpertInnen
            0:30:10–0:30:13
            für alles Mögliche plötzlich zum Vorschein, die sagen, ja klar,
            0:30:13–0:30:17
            für die Auffüllerei, für die Weiterführung dieses Ladens gebe ich gerne meine Kompetenz da.
            0:30:17–0:30:23
            Genau, also da kommt die Sozialarbeiterin um die Ecke, die das Viertel organisiert
            0:30:23–0:30:29
            hat, da kommt ein anderer Einzelhändler um die Ecke, der super gut mit Zahlen ist zum Beispiel.
            0:30:30–0:30:34
            Also in deiner Gemeinschaft, wenn du eine Gemeinschaft von 100 Leuten bist,
            0:30:34–0:30:35
            kann die eigentlich alles.
            0:30:35–0:30:39
            Kannst du auch ein Haus bauen, Steuerkanzlei führen. Wenn man jetzt ganz kurz
            0:30:39–0:30:43
            fragt, was ist eigentlich die Kernfähigkeit dieser neuen Unternehmerin,
            0:30:43–0:30:44
            dieser gemeinschaftsbasierten Unternehmerin?
            0:30:44–0:30:47
            Steckt schon im Namen. Sie muss die Gemeinschaft schaffen können.
            0:30:48–0:30:54
            Die Person muss Menschen motivieren können, zusammen an diesem Ort etwas gemeinsam zu schaffen.
            0:30:54–0:31:00
            Du bist nicht die oberste Erbsenzählerin, sondern es ist richtig wichtig,
            0:31:00–0:31:04
            dass du einfach Menschen motivieren kannst, zusammen etwas zu machen.
            0:31:04–0:31:07
            Und dann hast du eigentlich alle Fähigkeiten, die du brauchst,
            0:31:08–0:31:12
            um das Geschäftsmodell gut zu betreiben zu können, eigentlich in deiner Gemeinschaft.
            0:31:12–0:31:17
            Und dann steckt sich die Frage, wie schaffe ich Prozesse, um diese ganzen Fähigkeiten zu integrieren?
            0:31:18–0:31:22
            Und das sind keine Full- oder Hardtagsjobs, sondern viele Tätigkeiten sind einfach
            0:31:22–0:31:26
            mal so ein Stündchen hier und da, mal ein bisschen unterstützen, das reicht schon.
            0:31:27–0:31:31
            Und gleichzeitig wollen das auch viele Menschen. Also viele unserer Projekte
            0:31:31–0:31:33
            sind auch von Natur aus Mehrgenerationenprojekte.
            0:31:33–0:31:36
            Es sind super viele Leute in Rente mit super krassen Skills,
            0:31:37–0:31:38
            die sich einfach einbringen wollen.
            0:31:39–0:31:43
            Lasst uns dieses Potenzial nutzen, ja? Gleichzeitig gibt es Menschen,
            0:31:43–0:31:46
            die unglücklich sind in Jobs und auf der Suche nach Neuorientierung.
            0:31:46–0:31:51
            Wie kann man Dinge anders machen, ja? Wie funktioniert Soziokratie in der Praxis?
            0:31:51–0:31:57
            Das kannst du natürlich in deinem Corporate-Job, ja, irgendwie versuchen zu
            0:31:57–0:31:58
            lernen mit einem teuren Training.
            0:31:58–0:32:03
            Oder du gehst einfach mal mit deinen ganzen Trainingsskills und versuchst das
            0:32:03–0:32:05
            mal in deinem Umverpacktladen zu erleben, ja?
            0:32:05–0:32:09
            Also Menschen, die Orientierung suchen, finden einen Ort, der eine Orientierung schafft.
            0:32:10–0:32:13
            Menschen, die eigentlich Zeit haben, sich einbringen wollen,
            0:32:13–0:32:15
            finden hier einen Ort, wo sie sich einbringen können.
            0:32:15–0:32:20
            Und in der Mitte ist eine Unternehmerin, die vor allem am Ende Gemeinschaft organisiert.
            0:32:20–0:32:25
            Und das sind am Ende auch ganz neue Formen. Ich werde immer gefragt,
            0:32:25–0:32:26
            warum findet man dann die Unternehmerin?
            0:32:27–0:32:30
            Wir finden nicht den Unternehmer, wie du ihn da gerade hast,
            0:32:30–0:32:33
            den kriesgrämigen Krämer.
            0:32:34–0:32:38
            Sondern es ist eher jemand, der Menschen motivieren kann, ja,
            0:32:38–0:32:43
            wo man gegenseitig Energie spendet, das sind die Leute, ja, und genau,
            0:32:43–0:32:46
            also wenn ihr da draußen selber so eine Person seid oder jemanden kennt,
            0:32:47–0:32:49
            dann kommt auf uns zu.
            0:32:50–0:32:55
            Wenn ihr auch Unternehmer seid und sagt, oder mal Unternehmerin wart oder mal
            0:32:55–0:32:57
            einen Bioladen hattet und sowas eigentlich gerne betreiben wollt,
            0:32:58–0:32:59
            meldet euch auch bei uns.
            0:32:59–0:33:02
            Also wir werden bald ganz viele Betreiber brauchen.
            0:33:04–0:33:10
            Also es nochmal versuchen. Was du können musst ist, du musst an Menschen glauben,
            0:33:10–0:33:13
            du musst Menschen motivieren können. Wenn du das kannst, das sind die Kernfähigkeiten.
            0:33:14–0:33:17
            Alles andere, das kann man lernen heutzutage ohne große Probleme.
            0:33:17–0:33:20
            Ich glaube auch vielleicht die Bereitschaft zum Vertrauensvorschuss.
            0:33:21–0:33:22
            Ja, auch gegenüber uns.
            0:33:23–0:33:25
            Gegenüber uns, gegenüber den Menschen, die bereits den Bein tragen.
            0:33:26–0:33:29
            Also ich glaube, dass, genau, und eben so ein Grund...
            0:33:30–0:33:33
            Grundoptimismus, dass Dinge gelingen dürfen, weil nichts ist schlimmer.
            0:33:34–0:33:38
            Wir hatten ja eine zynische Folge als Menschen, die einfach die ganze Zeit sagen, ja, aber nee.
            0:33:38–0:33:39
            Ja und.
            0:33:39–0:33:42
            Genau. Ja und ist die Einstellung, die wir suchen. Wenn du die hast,
            0:33:42–0:33:44
            kannst du alles bei uns machen.
            0:33:45–0:33:47
            Genau, dann findest du nämlich die Menschen in deiner Umgebung,
            0:33:47–0:33:50
            die darunter auch unter diesem ganzen Zynismus die ganze Zeit leiden.
            0:33:50–0:33:53
            Da draußen sind super viele konstruktive Menschen.
            0:33:54–0:33:59
            Die meisten Menschen glauben an das Gute, wollen sich allen bringen.
            0:33:59–0:34:03
            Und denen wird das aber die ganze Zeit ausgeredet. Und mit diesem Projekt gibst
            0:34:03–0:34:05
            du diesen Leuten alle die Möglichkeit, sich zu Beteiligen.
            0:34:06–0:34:10
            Also das ist quasi der Aufruf. Glaubt daran, dass da draußen die Menschen sind, die wir brauchen.
            0:34:10–0:34:13
            Wenn man eine ehrliche Frage stellt, zeigen die sich.
            0:34:14–0:34:16
            Keine Sorge, die Nörgler kommen nicht oder kommen nur einmal.
            0:34:18–0:34:21
            Also in den anderen beiden Prozessen haben sich die Nörgler nicht mal getraut zu zeigen.
            0:34:23–0:34:26
            Also das Härteste, was ich erlebt habe, war eine Person, die gesagt hat in der
            0:34:26–0:34:29
            Runde, Also ich werde jetzt hier nicht Mitglied, aber ich verspreche,
            0:34:29–0:34:30
            ganz viel einkaufen zu gehen.
            0:34:30–0:34:33
            Also das war die Höchstform von Kritik, die ich erlebt habe.
            0:34:33–0:34:38
            Also in diesem Sinne, meldet euch bei uns, wenn ihr zu einer der besagten Gruppen
            0:34:38–0:34:45
            gehört und lasst uns einfach das Gute im Menschen in neue Versorgungsstrukturen
            0:34:45–0:34:47
            gießen. Da freuen wir uns drauf, oder?
            0:34:47–0:34:50
            Ja, das ist doch ein gutes Schlusswort. Genau, meldet euch, wenn euer Laden
            0:34:50–0:34:53
            nicht schließen soll. Meldet euch, wenn ihr Lust habt, einen Laden zu führen
            0:34:53–0:34:54
            mit einer Gemeinschaft.
            0:34:55–0:34:58
            Meldet euch, genau, wenn ihr Interesse an unserer Arbeit habt.
            0:34:58–0:35:00
            Werdet Fördermitglied, das auch nochmal gesagt.
            0:35:00–0:35:05
            Und bleibt uns treu. Vielen Dank fürs Zuhören heute in dieser kurzen und knackigen
            0:35:05–0:35:07
            Einzelhandel-Rettungsfolge.
            0:35:07–0:35:12
            Danke, Timo, dass du dir Zeit genommen hast und da warst. Und bis bald. Tschüss.
            0:35:13–0:35:14
            Danke euch, danke dir. Tschüss.
            0:35:17–0:35:21
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            0:35:25–0:35:31
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            0:35:31–0:35:35
            Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
            0:35:36–0:35:39
            Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
            0:35:39–0:35:43
            für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
            0:35:43–0:35:47
            hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

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            36 min
          • MP104 - wechange, die erste gemeinschaftsbasierte IT-Plattform für den Wandel

              In dieser Folge sprechen wir mit Markus und Malia über die Plattform wechange.de. Auf der Plattform sind jetzt schon 80.000 Akteure des Wandels aktiv. Es braucht aber eine neue Quelle, die die Plattform weiterentwickelt, die Community vernetzt und die Finanzierung von wechange.de sicherstellt. Vielleicht seid ihr ja diese Quellperson? Hört rein und informiert euch zu den nächsten Schritte auf www.wechange.de

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              47 min
            • MP103 - Die Architektur lebendiger Projekte: Quellen, Subquellen und Teamdynamiken. Die (un)sichtbare Dynamik: Wie Quellen Teams formen

                In dieser neuen Podcastfolge der Quelle-Reihe begrüßt Franka zwei Weggefährten aus dem Feld der Quellenforschung und Gemeinschaftsentwicklung: Johannes und Stefan. Gemeinsam tauchen sie tiefer in die Welt von Quellen, Subquellen und kreativen Entstehungsprozessen ein – und knüpfen damit an die vorangegangenen Episoden an.

                Wir sprechen darüber, wie Projekte entstehen, wachsen und scheitern – und welche oft unsichtbaren Dynamiken im Hintergrund wirken. Wie können wir Rollen, Verantwortung und Beziehungskultur so gestalten, dass kollektive Potenziale sich wirklich entfalten?

                Unsere Themen diesmal:

                Was ist die Quelle – und was macht sie aus und wofür trägt sie Verantwortung?
                „Alle entscheiden alles gemeinsam“: Warum Gleichheitsphantasien in Gründungen oft scheitern
                Welche Rolle spielt die zeitliche Ordnung von Quelle, Subquellen und Helfenden in Teams?
                Subquellen: Rolle, Legitimation und das Spannungsfeld von Äquivalenz & Primat
                Wie Quellen lernen, loszulassen – und warum das die Basis für Empowerment ist
                Erste Einsichten zur Forschung rund um Quellenübergaben

                Wir geben Einblicke in unsere Praxis im MYZELIUM, teilen Erfahrungen aus Begleitungen, sprechen über Tabus Rang und Macht und über die Schönheit, die entsteht, wenn Gruppen miteinander wachsen und ihre eigene „Architektur“ finden. Zum Schluss teilen wir, was wir im MYZELIUM planen, nämlich eigene Räume für Quellen und Johannes erzählt von seinem Forschungsimpuls, um eine mögliche Mustersprache zu entwickeln.

                Wenn dich unsere Arbeit inspiriert, werde gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. oder unterstütze uns mit einer Spende – damit mehr Projekte kraftvoll, bewusst und gemeinschaftlich in die Welt kommen können. https://www.myzelium.com/mitglied-werden/

                Johannes Hochholzer ist Prozessbegleiter, Gemeinschaftsarchitekt und Formgeber mit einer Leidenschaft für komplexe Zusammenhänge und ko-kreatives Arbeiten.

                Mit einem Hintergrund in Biophysik, systemischem Denken und künstlerischer Praxis unterstützt er Menschen und Organisationen in Veränderungsprozessen. Ihn treibt an, Bedingungen zu schaffen, unter denen Zusammenarbeit wirksam, menschlich und langfristig tragfähig wird.
                Kontakt und Informationen: www.jhochholzer.de

                „Mit Bewusstsein für die Quelle(n) gemeinschaftliche Initiativen stärken“, Artikel von Johannes Hochholzer:

                https://medium.com/@johanneshochholzer/mit-bewusstsein-für-die-quelle-n-gemeinschaftliche-initiativen-stärken-d6937471ab6a

                Quellseminar von ConcousU:

                https://www.conscious-u.com/cusource/

                Vorherige MYZELIUM-Podcastfolgen zum Thema Quelle:

                https://www.myzelium.com/mp087-einfuehrung-in-die-quelltheorie-1-2/
                https://www.myzelium.com/mp088-einfuehrung-in-die-quelltheorie-2-2/

                Video zum Thema Führung und der erste Follower – Leadership Lessons from a dancing guy

                https://www.youtube.com/watch?v=fW8amMCVAJQa

                Artikel zu den Quell-Prinzipien von Eva Stützel (Ökodorf Sieben Linden):

                https://www.gemeinschaftskompass.de/de/das-quellen-prinzip/

                Buch „Work with Source“ von Tom Nixon

                https://workwithsource.com/

                Buch „kleines rotes Buch über die Quelle“ von Stefan Merckelbach

                https://www.buch7.de/produkt/ein-kleines-rotes-buch-ueber-die-quelle-stefan-merckelbach/1039629149?ean=9782970108764&partner=spiel-dein-leben

                Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                Transkription

                0:00:10–0:00:15
                Hallo und herzlich willkommen zum Mycelium-Podcast. Hier geht es um eine neue
                0:00:15–0:00:18
                Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                0:00:18–0:00:23
                Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
                0:00:23–0:00:27
                dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                0:00:27–0:00:31
                Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                0:00:31–0:00:36
                und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem Mycelium-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                0:00:36–0:00:39
                Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                0:00:49–0:00:53
                Mein Name ist Franka. Ich bin Transformationsbegleiterin im Mözelium und darf
                0:00:53–0:00:58
                heute mit meinen beiden Gästen, Johannes und Stefan, eine weitere Podcast-Folge
                0:00:58–0:00:59
                zum Thema Quelle aufnehmen.
                0:01:00–0:01:03
                Wir haben die Absicht, hier als Forschende und Praktizierende zusammenzukommen,
                0:01:04–0:01:09
                mit dem Wunsch, euch HörerInnen nochmal mit Perspektive auszustatten,
                0:01:09–0:01:13
                um eure Projekte kraftvoll und stimmig und vor allem auch gemeinschaftlich in die Welt zu bringen.
                0:01:13–0:01:17
                Und wir werden heute nochmal den Fokus weiten auf die sogenannten Subquellen
                0:01:17–0:01:22
                und einfach unser Feld und unser Konzept nochmal ergänzen.
                0:01:23–0:01:26
                Es gibt bereits ein existierendes Feld an Quellpraktizierenden.
                0:01:26–0:01:30
                Es wird viel Geldarbeit mit diesem Thema auch gemacht.
                0:01:30–0:01:35
                Es gibt viele 1 zu 1 Quellcoaching-Begleitungsgeschichten. Es gibt Seminare
                0:01:35–0:01:39
                zu Quellprinzipien, unter anderem von den Pioneers of Change oder auch von Conscious You.
                0:01:40–0:01:45
                Ich glaube, uns alle vereint der Wunsch, mehr Bewusstsein in solche Gruppendynamiken
                0:01:45–0:01:50
                zu bringen und vor allem kollektives Potenzial so richtig zu entfalten.
                0:01:51–0:01:56
                Und damit sind wir heute hier und lieber Johannes, ich möchte dich gerne einladen,
                0:01:56–0:02:00
                dich einmal vorzustellen, du bist auf diesem Feld ja auch mit. Wer bist du?
                0:02:00–0:02:03
                Was fasziniert dich an diesem Thema? Was ruft dich so?
                0:02:03–0:02:06
                Und vielleicht auch, wie arbeitest du eigentlich mit diesem Quellkonzept?
                0:02:07–0:02:12
                Ja, ich freue mich total, hier mit euch dabei zu sein und in dieses Thema einzutauchen.
                0:02:12–0:02:18
                Ich erfinde immer Titel für das, was ich mache. Also mal nenne ich mich Prozessbegleiter,
                0:02:18–0:02:20
                weil ich eben mit Menschen unterwegs bin.
                0:02:20–0:02:24
                Mal sage ich, ich bin Gemeinschaftsarchitekt, weil ich mich mit Räumen im physischen,
                0:02:24–0:02:27
                aber eben auch im sozialen Sinne beschäftige.
                0:02:27–0:02:31
                Formgeber, wenn ich Menschen begleite mit Ideen. Ich bin so jemand,
                0:02:31–0:02:35
                der gern zwischen Welten unterwegs ist. Also ich habe zum Beispiel ein Wohnprojekt
                0:02:35–0:02:39
                in dem jemaligen Kloster aufgebaut, begleite auch Gemeinschaftsprojekte.
                0:02:39–0:02:43
                Ich arbeite mit WissenschaftlerInnen, mit internationalen Change-Mekern.
                0:02:43–0:02:47
                Ich habe viele künstlerische Projekte, wo ich mit KünstlerInnen zusammenarbeite.
                0:02:47–0:02:52
                Also das heißt, ich habe nicht so die eine tiefe Expertise, sondern eher so
                0:02:52–0:02:56
                bin jemand, der in ganz verschiedene Felder seinen Kopf reinsteckt und da beiträgt und unterstützt.
                0:02:56–0:03:01
                Und meine Faszination für das Quellenthema kommt daher, dass ich mich eben viel
                0:03:01–0:03:05
                mit der Frage beschäftigt habe, wie können wir gut zusammenwirken und unglaublich
                0:03:05–0:03:08
                viel entdeckt habe, aber mir immer ein Puzzlestein gefehlt hat.
                0:03:08–0:03:15
                Und die Quellenprinzipien sind tatsächlich eine Grundlage, die plötzlich Dinge erklären.
                0:03:16–0:03:21
                Und für mich haben sie rückblickend total viele Dynamiken in Projekten erklärt, die ich erlebt habe.
                0:03:22–0:03:26
                Und jetzt ist für mich die spannende Frage, okay, aber was bedeutet das eigentlich
                0:03:26–0:03:31
                nach vorne, also in die Zukunft hinein? Wenn wir jetzt quasi aktiv zusammenarbeiten
                0:03:31–0:03:35
                in Projekten, wie können wir nach diesen Prinzipien tatsächlich aktiv handeln?
                0:03:35–0:03:39
                Und gerade eben in den Bereichen, wo ich unterwegs bin, wo es interdisziplinär
                0:03:39–0:03:44
                ist, wo Leute nicht quasi mit einem geteilten Verständnis der Welt zusammenkommen,
                0:03:44–0:03:48
                ist es dann nochmal spannender eben auch darauf zu schauen, ja,
                0:03:48–0:03:49
                was wirkt da eigentlich?
                0:03:50–0:03:53
                Weil manchmal habe ich so das Gefühl, wir hoffen einfach, dass die Zusammenarbeit klappt.
                0:03:54–0:03:59
                Und ich wünsche mir einfach, dass wir mehr da eben quasi aktiv auch vorher schon
                0:03:59–0:04:03
                hinschauen und sagen, was brauchen wir denn, dass das wirklich gelingen kann
                0:04:03–0:04:05
                mit dem Zustand unserer Welt.
                0:04:05–0:04:09
                Glaube ich fest daran, dass wir mit Zusammenarbeit Dinge bewegen können.
                0:04:09–0:04:13
                Aber dann sollte sie uns auch irgendwie gelingen und Spaß und Freude machen.
                0:04:13–0:04:16
                Stefan, du kannst dich ja richtig gut da anschließen. Dich beschäftigt das Thema
                0:04:16–0:04:19
                Quelle auch schon seit längerem und nicht nur das Thema Quelle,
                0:04:19–0:04:21
                sondern auch die gelingende Zusammenarbeit.
                0:04:21–0:04:25
                Was fasziniert denn dich daran und vielleicht auch, was hast du seit der letzten
                0:04:25–0:04:29
                Podcastaufnahme Neues erfahren oder auch Neues gelernt?
                0:04:30–0:04:34
                Ja, ich kann super gut anschließen, vor allen Dingen an dem Wort Puzzlestück von dir, Johannes.
                0:04:34–0:04:38
                Also mir ist es ganz genauso gegangen. Ich habe vor, ich glaube,
                0:04:38–0:04:42
                das ist jetzt anderthalb Jahre her, diese Idee und dieses Konzept entdeckt durch
                0:04:42–0:04:45
                einen Freund, der mir das Buch von Tom Nixon zugespielt hat, das Work with Source.
                0:04:45–0:04:49
                Ich habe das gelesen und das war einfach so wie so eine Revelation.
                0:04:50–0:04:53
                Ich habe in meinem Leben viele Projekte schon gemacht, viele initiiert,
                0:04:53–0:04:56
                umgesetzt und auch immer in kleineren Gruppen.
                0:04:56–0:05:00
                Und ich habe quasi rückwirkend gesehen, ganz klar, warum manche richtig gut
                0:05:00–0:05:04
                geflowt sind und funktioniert haben und manche gar nicht. und konnte mit diesem
                0:05:04–0:05:08
                Puzzlestück da wirklich ganz, ganz viel erkennen aus meiner Erfahrung heraus.
                0:05:09–0:05:12
                Und das hat uns ja damals dazu gebracht, diese ersten zwei Podcast-Folgen zu
                0:05:12–0:05:14
                diesem Thema aufzunehmen und uns damit zu beschäftigen.
                0:05:15–0:05:18
                Seitdem haben wir das viel ins Mycelium reingespielt, zum einen in unserer eigenen
                0:05:18–0:05:21
                Organisation und vor allen Dingen in die ganzen Projekte, die wir begleiten.
                0:05:22–0:05:25
                Und was ich vor allen Dingen gelernt habe und was ich wahrnehme,
                0:05:25–0:05:30
                wie wirkkräftig dieses Konzept ist und auf was für eine krasse Resonanz das stößt.
                0:05:31–0:05:35
                Also wie viele, gerade Menschen, die so eine kreative Energie haben und die
                0:05:35–0:05:37
                irgendwas tatsächlich starten und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
                0:05:37–0:05:39
                ist ja anbieterInnen orientiert.
                0:05:39–0:05:43
                Das heißt, wir haben im Zentrum immer eine Quellperson oder ein kleines Team.
                0:05:44–0:05:48
                Wie die das einfach aufnehmen und sich gesehen fühlen da drin und dieses Spüren
                0:05:48–0:05:51
                und einfach diese gemeinsame Wahrnehmung ist, hey, da ist richtig viel dran,
                0:05:52–0:05:57
                ist irgendwie tatsächlich real, was da so wirkt und was da entdeckt worden ist in dem Bereich.
                0:05:58–0:06:01
                Jetzt haben wir gleich schon so ein bisschen Deep Dive reingemacht und haben
                0:06:01–0:06:05
                auch schon mit ganz vielen Begriffen so um uns geworfen.
                0:06:05–0:06:08
                Auf der einen Seite möchte ich natürlich unseren HörerInnen die zwei Folgen
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                nahe legen, die wir schon aufgenommen haben.
                0:06:10–0:06:13
                Und gleichzeitig haben wir alle den Wunsch, heute auch eine Folge aufzunehmen,
                0:06:13–0:06:16
                die theoretisch auch ohne, dass ihr die gehört habt, verständlich ist.
                0:06:16–0:06:19
                Das heißt, ich würde einmal den Ball zu dir rüberspielen, Johannes,
                0:06:19–0:06:24
                und dich bitten, das Konzept, die Quellprinzipien einmal kurz nochmal zu erklären,
                0:06:24–0:06:26
                sodass wir da weitermachen können. Gerne.
                0:06:26–0:06:30
                Also du hast es schon als Konzept beschrieben. Es ist ganz wichtig eben,
                0:06:30–0:06:36
                dass es aus Forschung und Begleitung von ganz verschiedenen Unternehmen und
                0:06:36–0:06:37
                Organisationen entstanden.
                0:06:37–0:06:42
                Das heißt, die Quellprinzipien sind, ich beschreibe sie oft als Erfolgsmuster.
                0:06:42–0:06:47
                Also das heißt, Dinge, die in unterschiedlichen Formen immer wieder funktioniert
                0:06:47–0:06:51
                haben. Das heißt eben, was wir schon gesagt haben, rückblickend ist es total
                0:06:51–0:06:53
                einfach, dann gewisse Schlüsse zu ziehen.
                0:06:53–0:06:57
                Aber wenn wir jetzt quasi eben überlegen, wie können wir sie aktiv anwenden,
                0:06:57–0:07:01
                müssen wir sie immer in dem Kontext ganz, ganz spezifisch mit eigenem Leben füllen.
                0:07:01–0:07:06
                Und es gibt keine quasi perfekte oder richtige Variante, da werden wir auch
                0:07:06–0:07:10
                noch mehr gleich drüber sprechen, aber mal so quasi meine Version der Basics,
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                die sich auch immer wieder weiterentwickelt.
                0:07:13–0:07:19
                In menschlichen Initiativen gibt es immer eine Person und nur eine Person,
                0:07:19–0:07:23
                die diese Initiative zum Leben gebracht hat, indem sie ein Risiko eingegangen ist.
                0:07:24–0:07:29
                Und das hört sich erstmal überraschend an, wenn wir eben von gemeinschaftsgetragenen
                0:07:29–0:07:32
                Initiativen sprechen, wenn wir von einem Kollektiv sprechen.
                0:07:33–0:07:37
                Aber wenn wir in der Geschichte zurückgucken, gibt es meistens diesen einen
                0:07:37–0:07:41
                Punkt, wo eben ein Risiko unterschiedlicher Art von einer Person eingegangen wurde.
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                Das kann sein von ich lade Leute ein über ich investiere mein erstes Geld,
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                meine erste Zeit über ich mache etwas öffentlich und riskiere quasi eine Rückmeldung.
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                Also das kann total unterschiedlich sein, da gibt es auch keine Hierarchie an Risiko.
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                Aber wichtig ist dieses Risiko und diese eine Person, dass etwas ins Leben kommt.
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                Und diese Person ist eben mit dieser Initiative auf eine tieferte Art und Weise
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                verbunden, weil sie quasi diese Vision in die Welt bringt.
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                Und deswegen ist es auch wichtig zu trennen, wir Menschen haben manchmal wahnsinnig
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                viele Ideen, aber erst ab dem Moment, wo wir ins Risiko gehen und wo wir tatsächlich
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                etwas draus machen werden, wird zur Quillen.
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                Manchmal ist es dann auch gar nicht so einfach, das wirklich herauszufinden.
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                Wer hat denn jetzt hier gerade welches Risiko mit eingegangen?
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                Und diese Quellperson oder Quelle, wir verwenden eigentlich das Wort meistens
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                oder ich verwende es gleichermaßen, die erzeugt ein kreatives Feld.
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                Weil idealerweise ist das, was ich starten möchte, so einladen und so überzeugen,
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                dass Leute mitmachen wollen.
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                Und das Feld wird einladend, indem ich, sag ich mal, diese Vision anfange zu
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                formulieren und sage, warum wir eigentlich zusammenkommen.
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                In der Zukunft ist es meistens dann wichtig, auch Grenzen zu formulieren und
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                zu sagen, wir machen das nicht oder das ist nicht Teil des Anliegens.
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                Und ganz wichtig eben auch Verantwortung dafür zu übernehmen,
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                was in diesem Feld geschieht und wie dieses Feld sich auch kulturell oder eben
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                menschlich entfaltet. wie wir da zusammenkommen.
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                Und wenn wir dann eben auch in dem Feld verschiedene Menschen haben,
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                die zusammenkommen, dann gibt es sowas wie eine zeitliche Ordnung.
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                Die globale Quelle steht ganz am Anfang.
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                Die hat eben das erste Risiko eingegangen.
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                Und wenn ich dann eben ein Projekt starte, dann kann ich das in den seltensten
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                Fällen komplett alleine machen.
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                Wir sprechen ja auch über Kollektive und Gemeinschaften. Das heißt,
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                es kommen Menschen nicht dazu. Und es können Menschen auf zwei verschiedene
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                Arten dazukommen, entweder als spezifische Quelle.
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                Das heißt, sie übernehmen auf ihre Art und Weise selbst Verantwortung,
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                bringen eine eigene Vision mit rein für einen verschiedenen Bereich.
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                Das kann alles sein von Veranstaltungen organisieren über Kommunikation,
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                über Gemeinschaftskultur, über ein spezifisches Thema, über,
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                ich weiß genau, wie Permakultur funktioniert und das brauchen wir für das Projekt.
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                Und das heißt, eine spezifische Quelle übernimmt gleichermaßen Risiko und erzeugt
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                auch für sich selbst ein kreatives Feld, in dem dann wieder andere Leute,
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                also es kann quasi unendlich tief gehen in spezifischen Quellen,
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                da können wieder andere spezifische Quellen mit dran sein und das können Leute
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                sein, die aber gleichzeitig vielleicht auch an anderen Stellen Verantwortung
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                tragen und es gibt Beitragende.
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                Beitragende sind, sage ich mal, Menschen, die in dem Projekt oder in der Initiative
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                gerade tätig sind, ohne Beitragende.
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                Um großes Risiko einzugehen. Die einfach sagen, hey, das ist cool, lass mich dabei sein.
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                Das heißt, eine Quellperson erzeugt ein kreatives Feld.
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                Es entsteht diese zeitliche Ordnung von globalen Quellen und spezifischen Quellen und Beitragenden.
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                Und dann noch zwei kurze Themen, die wir nur anreißen.
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                Fällen können übergeben werden, aber das hat nichts mit irgendwie Rollen oder
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                irgendwelchen Ämtern zu tun, sondern es ist wirklich ein Prozess,
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                der quasi rein aus dem Vertrauen, aus der Übergabe der Vision passiert.
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                Und wenn ich das mache, ist es auch unumkehrbar, weil quasi ab dem Moment,
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                wo ich dir die Quelle und die Vision gegeben habe, ist es deine und du könntest
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                sie mir quasi in einem Prozess vielleicht wieder zurück übergeben,
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                aber dann ist es ja schon deine Quelle, dann ist es nicht mehr die,
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                die ich gehalten habe, sondern sie verändert sich auch.
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                Und diese Rituale und dieses Vertrauen sind da einfach total ausschlaggebend.
                0:11:13–0:11:18
                Und als letztes sage ich immer nochmal dieses Paradoxon, was da drin steckt,
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                dass alle Menschen gleichwertig sind, weil sie alle gleichermaßen Quelle sein können.
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                Das heißt, auch globale und spezifische Quellen sind an der Stelle erstmal nicht unterschiedlich.
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                Und die globale Quelle ist einzigartig, weil sie die Person war,
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                die zuerst das Ganze gestartet hat und die Vision für dieses große Quellenfeld eben hält.
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                Diese Gleichzeitigkeit auszuhalten, das ist manchmal eine echte Herausforderung.
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                Genau, ich kann gleich da irgendwie anschließen. Also das Thema ist so ein bisschen
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                sozial brisant, könnte man sagen.
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                Im Sinne von, da geht es um das Thema Gleichheit oder Gleichwertigkeit.
                0:11:54–0:11:59
                Es geht um das Thema Macht und oft um diese vielleicht auch naive Vorstellung,
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                vor allem auch in Gründungsteams, dass doch alle irgendwie gleich sind.
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                Und dieses Quellkonzept löst, also gibt uns da eine andere Idee von.
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                Und was wir oft beobachten, auch im Mycelium, wenn wir auch Initiativen begleiten,
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                die auch schon in längeren Zeitraum gegangen sind, dann gibt es dort oft in
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                diesen Projekten irgendwie Verwirrung.
                0:12:20–0:12:23
                Es gibt auch sowas wie Kroll oder auch Bitterkeit.
                0:12:23–0:12:25
                Es gibt sowas wie Ineffizienz.
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                Und trotzdem, wenn wir das Thema Quelle dann so reinbringen,
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                merkt man so, da wird es ein bisschen eng irgendwie.
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                Also oft reagiert der Körper, oft auch von allen in diesem Raum dann erstmal
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                mit so einem engen Gefühl.
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                Man merkt, wir holen vielleicht auch was in die Mitte oder legen was in die
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                Mitte, was vielleicht so eine Kategorie Tabuthema ist.
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                Und da haben wir jetzt mit dem Zidium nicht so armen Problem,
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                weil wir auch ganz viel über Geld reden und mit Absicht ja auch zum Beispiel
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                diese Themen in die Mitte legen, weil wir glauben, dass sie wichtig sind.
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                Aber vielleicht kannst du da nochmal reingehen.
                0:12:55–0:13:00
                Wie können wir es schaffen, dass wir merken dürfen,
                0:13:00–0:13:05
                da ist was, da steckt was drin und gleichzeitig uns davon nicht abschrecken
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                lassen, sondern auch mit einer Lust, mit einer Neugier und vielleicht so einer
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                Entdeckungsfreude da reingehen und uns auch solche Gruppen und Initiativen angucken.
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                Also wie können wir diese Hürde so ein bisschen überwinden von Tabuthema,
                0:13:20–0:13:23
                wo wir oft so drumrum schwänzeln wollen, statt irgendwie direkt reinzugehen?
                0:13:24–0:13:27
                Zum einen hat es wirklich damit zu tun, dass wir oder ich erlebe,
                0:13:27–0:13:31
                dass wir so ein Idealbild von Gruppe und von Gemeinschaft haben.
                0:13:32–0:13:35
                Und dass das, was ich in der Einleitung quasi so gesagt habe,
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                das funktioniert halt einfach.
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                Und da ist auch so eine Wunschvorstellung von, lass das doch als Gemeinschaft zusammenkommen.
                0:13:42–0:13:47
                Und wir vergessen dabei aber einfach, was wir als Erfahrungen alle gesammelt haben.
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                Zum einen in unserem eigenen Leben in Gemeinschaft von, sage ich mal,
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                Familie, über Arbeit, über Schule, über wo auch immer wir in Gruppen reinkommen.
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                Und wir vergessen auch, sage ich mal, unsere kollektive Geschichte,
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                wie eben du hast das Thema Macht erwähnt. dort eben Schattentraumata vorhanden
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                sind, die nicht dadurch weggehen, dass man sie ignoriert.
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                Und das heißt, über Quellen zu sprechen, macht das transparent,
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                weil vor allem die Geschichte der globalen Quelle im Quellenfeld einfach sehr präsent ist.
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                Das heißt, je nachdem, welche Vorstellungen und Erfahrungen auch die globale Quelle von.
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                Gemeinschaft oder Kollektiv hat, prägt das sehr stark das Feld.
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                Oder eben, wenn ich eine Geschichte einfach habe, wo ich die Erfahrung gemacht
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                habe, ich kann Menschen in der Zusammenarbeit wenig trauen und ich bin die globale
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                Quelle, werde ich meinen spezifischen Quellen nicht so viel Vertrauen entgegenbringen,
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                einfach aus meiner eigenen Geschichte.
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                Und das heißt, das löst Schmerz aus, weil es das erstmal vielleicht irgendwie
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                unangenehm sichtbar macht und es schafft die Möglichkeit, das zu besprechen,
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                weil es nicht mehr so geisterhaft durch den Raum.
                0:14:58–0:14:58
                Verarbeitet.
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                Also das wäre so meine erste Antwort.
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                Die Frage, wie gelingt es uns, sowas reinzubringen, also der erste Schritt ist
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                immer quasi in Bewusstwerdungsprozesse gehen und sich tatsächlich trauen,
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                Dinge aufzuzeigen, bewusst zu machen und zu reflektieren und dann zu gucken, was da aufkommt.
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                Und auch die Bewusstheit darüber, vor allen Dingen, dass du hast sozial brisant
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                gesagt, es kommt immer darauf an, in welchen Bereichen man irgendwie auch unterwegs
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                ist, aber in unseren Feldern ganz sicher, wo diese Gemeinschaft und auch die
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                Gleichwertigkeit, die ja grundlegend wichtig ist,
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                aber oft meiner Meinung nach so ein bisschen mit Gleichheit verwechselt wird
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                und der eben in diesen posthierarchischen Räumen unterwegs ist.
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                Wir sind alle massiv gekränkt in dieser Gesellschaft und verletzt von krassen,
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                dominanten Machtstrukturen, die es einfach seit Jahrhunderten gibt.
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                Und dementsprechend ist diese Gegenbewegung so, sowas wie Hierarchie darf es hier nicht geben.
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                Wir sind dieses Kollektiv Und es gibt nicht mal flache Hierarchien,
                0:15:55–0:15:59
                sondern es gibt einfach nur einen Pfannkuchen und übersehen dabei,
                0:15:59–0:16:06
                dass es ganz viele natürliche Hierarchien gibt und die nichts mit Machthierarchien zu tun haben oder,
                0:16:07–0:16:10
                wenn wir da noch irgendwann einen Schritt weiter gehen, dass eben auch den Begriff
                0:16:10–0:16:13
                Heterarchien oder Holarchien verwenden, das heißt,
                0:16:14–0:16:19
                Es gibt einfach, ein Teil ist immer ein Ganzes, ist immer Teil eines nächsten Ganzen.
                0:16:19–0:16:23
                Und da gibt es so verschachtelte Hierarchien, die aber nichts mit Macht auszumachen.
                0:16:23–0:16:25
                Nur weil ich Quellperson bin,
                0:16:25–0:16:28
                heißt das nicht, dass ich anderen befehlen kann, was sie zu tun haben.
                0:16:29–0:16:35
                Aber es erkennt an, dass es auch eine natürliche Systemhierarchien gibt,
                0:16:35–0:16:36
                wie zum Beispiel auch die Zeitfolge.
                0:16:37–0:16:39
                Es macht in der Art und Weise, wie was wirkt, ein Unterschied,
                0:16:40–0:16:44
                ob jemand seit zehn Jahren bei dem Projekt dabei ist oder ob er seit zehn Wochen dabei ist.
                0:16:44–0:16:47
                Das heißt nicht, dass wir nach zehn Jahren wie früher gelernt haben,
                0:16:47–0:16:50
                so, oh ja, die Neuen, die kann man ignorieren, den brauchen wir nicht zuhören
                0:16:50–0:16:51
                und denen sage ich erst mal, wo es lang geht.
                0:16:51–0:16:55
                Das heißt es nicht. Aber es bedeutet, das grundlegend mal anzuerkennen,
                0:16:55–0:16:57
                dass da was nicht gleich ist.
                0:16:58–0:17:02
                Genau, ich kann da gerne weitermachen, weil wir ja viel eben mit Initiativen
                0:17:02–0:17:03
                auch zusammenarbeiten und wenn die länger
                0:17:03–0:17:07
                bestehen, wir immer sogenannte Projektbiografien auch einmal zeichnen.
                0:17:07–0:17:11
                Also wir gucken mal, okay, wie hat das Ganze eigentlich angefangen und wo stehen wir auch jetzt?
                0:17:11–0:17:15
                Und gleichzeitig wir eben auch anfangen, die Quellhistorie da richtig sichtbar
                0:17:15–0:17:17
                zu machen oder wir versuchen das zumindest.
                0:17:17–0:17:21
                Und das ist oft sehr, sehr kraftvoll in diesen Teams und vielleicht hören das
                0:17:21–0:17:26
                ja auch gerade Menschen in Gründungsteams oder in solchen Teams und da könntet
                0:17:26–0:17:31
                ihr mal überlegen, wer bei euch eigentlich den Impuls hatte und dieses erste
                0:17:31–0:17:32
                Risiko eingegangen ist.
                0:17:33–0:17:38
                Wer die Menschen um sich und dieses Thema angefangen hat zu versammeln und wie
                0:17:38–0:17:43
                durch diesen Menschen oder dann auch durch die anderen die Leute so dazukamen.
                0:17:43–0:17:46
                Also ihr könntet euch zum Beispiel mal in einem Raum aufstellen oder es einfach
                0:17:46–0:17:50
                mal probieren und schauen, was da entsteht, wenn ihr sozusagen das Ganze auch
                0:17:50–0:17:52
                mal manifestiert in einem Raum.
                0:17:52–0:17:54
                Das als kleine Einladung an euch.
                0:17:55–0:17:58
                Wir haben jetzt viel schon von Quellen, aber auch schon von sogenannten Subquellen
                0:17:58–0:18:02
                gesprochen. Subquellen, also oder spezifische Quellen, so können wir sie auch nennen.
                0:18:02–0:18:07
                Das sind die Menschen, die oft Expertise reinbringen in einem spezifischen Feld,
                0:18:07–0:18:12
                die irgendwie eine fachliche Art von Leitung auch für dieses Feld übernehmen
                0:18:12–0:18:14
                und auch an der Umsetzung so dolle mitwirken.
                0:18:15–0:18:18
                Was genau ist nochmal diese Rolle, Johannes? Also was genau,
                0:18:18–0:18:20
                wie identifiziert man sich als Subquelle?
                0:18:21–0:18:25
                Was dürfen diese Subquellen zu? Was sind sie legitimiert? Und vielleicht kannst
                0:18:25–0:18:26
                du da noch mal so ein bisschen reingehen,
                0:18:26–0:18:31
                weil wir beim letzten Mal gemerkt haben, wir haben sehr viel die Quelle besprochen,
                0:18:31–0:18:36
                aber sind noch nicht so arg auf diese anderen Rollen gegangen von Subquellen
                0:18:36–0:18:38
                oder auch HelferInnen, sogenannte Helpers.
                0:18:39–0:18:42
                Also das ist ein Thema, was mich sehr bewegt.
                0:18:42–0:18:45
                Ich habe euch ja am Anfang erzählt, dass ich zum Beispiel manchmal von mir als
                0:18:45–0:18:49
                Formgeber spreche, weil ich an vielen Stellen als spezifische Quelle in ein
                0:18:49–0:18:52
                Feld reinkomme und dann helfe,
                0:18:53–0:19:01
                der Idee, die da ist, Form zu geben. Das heißt, an der Stelle bin ich spezifische Quelle von Form.
                0:19:01–0:19:04
                Das können manchmal Worte sein, das können manchmal Veranstaltungen sein.
                0:19:05–0:19:11
                Also das ist sehr offen, aber es ist wichtig anzuerkennen, dass die globale
                0:19:11–0:19:13
                Quelle quasi die beste Verbindung zur Vision ist.
                0:19:13–0:19:17
                Aber das heißt überhaupt gar nicht, dass sie die beste Person ist,
                0:19:17–0:19:21
                um das zu formulieren, um das rauszufinden, Sondern das ist meistens ein Gefühl,
                0:19:21–0:19:23
                was sich stimmig anfühlt.
                0:19:23–0:19:27
                Und das heißt, spezifische Quellen kommen dazu, um auch der globalen Quelle
                0:19:27–0:19:30
                zu helfen, herauszufinden, was ist es denn genau.
                0:19:31–0:19:35
                Und gleichermaßen ist eine spezifische Quelle eben auch eben wirklich Quelle.
                0:19:36–0:19:43
                Und also wenn ich spezifische Quelle bin, dann erlebe ich ähnliche Dinge wie die globale Quelle.
                0:19:44–0:19:49
                Also beispielsweise in einem Projekt bin ich zuständig für Marke, also Außenaufträgen.
                0:19:49–0:19:52
                Und ich habe tatsächlich einfach ein starkes körperliches Gefühl,
                0:19:53–0:19:55
                wenn ich Texte lese, ob die stimmig sind.
                0:19:55–0:20:01
                Oder nicht. Aber das heißt, ich schreibe die meistens gar nicht oder ich komme
                0:20:01–0:20:03
                meistens irgendwie noch fünf Minuten vorher dazu und sage irgendwie noch,
                0:20:03–0:20:06
                ah super, aber guck mal, das müssten wir nochmal irgendwie anders formulieren.
                0:20:07–0:20:12
                Das heißt, ich nehme als spezifische Quelle damals sehr wohl meine Quellenaufgaben
                0:20:12–0:20:16
                wahr, indem ich eben auch eine Vision formuliere, indem ich Grenzen setze,
                0:20:16–0:20:18
                indem ich Verantwortung übernehme, zum Beispiel für Prozesse.
                0:20:19–0:20:23
                Und aber ich trage in diesem Großen und Ganzen bei.
                0:20:23–0:20:27
                Das heißt, ich bringe eine ganz gewisse Qualität mit rein.
                0:20:27–0:20:31
                Und ganz oft geht es auch so, dass es Quellen-Duos gibt.
                0:20:31–0:20:36
                Das heißt, gerade an der Stelle ist es so, dass man meistens die zweite Person
                0:20:36–0:20:41
                einfach wirklich zur Klärung und als Sparing braucht und kann da eben,
                0:20:42–0:20:45
                also ich habe zum Beispiel ein Duo mit einer Künstlerin, wo wir viel zusammenarbeiten,
                0:20:45–0:20:49
                wir können dann nicht immer wirklich super trennen, wer jetzt an der Stelle
                0:20:49–0:20:53
                welche Idee hat, aber wir haben über die Zeit gemerkt, wer welche Qualitäten hat.
                0:20:53–0:20:56
                Also sie zum Beispiel macht total viel Die künstlerische Arbeit,
                0:20:56–0:21:01
                während ich zum Beispiel Die Titel produziere Für die Projekte,
                0:21:01–0:21:05
                die wir machen Weil sie mir dann ganz lang Viel erzählt und ich sage du.
                0:21:06–0:21:09
                Wollen wir das nicht so nennen? Und dann geht das Gespräch weiter.
                0:21:09–0:21:13
                Das heißt, da zum Beispiel agiere ich dann eben als, was ich manchmal Formgeber nenne.
                0:21:13–0:21:18
                Und ich glaube, solche Dynamiken gibt es immer wieder in diesen unterschiedlichen
                0:21:18–0:21:20
                Konstellationen mit unterschiedlichen Qualitäten.
                0:21:20–0:21:23
                Jemand kann total gut auf Finanzen schauen. Jemand kann total gut auf,
                0:21:23–0:21:27
                ja, keine Ahnung, Permakultur schauen, wenn wir eben zum Beispiel ein Projekt
                0:21:27–0:21:28
                haben, wo das relevant ist.
                0:21:28–0:21:31
                Johannes, du hast jetzt auch gerade schon von diesen sogenannten,
                0:21:32–0:21:35
                oder von den zweiten Personen gesprochen, die oft so relevant sind auf diesem Feld.
                0:21:35–0:21:38
                Wir nennen die in der Fachsprache First Follower.
                0:21:39–0:21:42
                Das heißt, das sind die Menschen, die eben nach der Quelle oft aufs Feld kommen
                0:21:42–0:21:45
                und die unfassbar wichtig sind, damit dieses ganze Projekt wirklich losgeht.
                0:21:45–0:21:50
                Und Stefan, du hast da auch so ein paar Erkenntnisse zu und möchtest da auch
                0:21:50–0:21:51
                gerne nochmal tiefer reingehen.
                0:21:51–0:21:55
                Ja, mir ist es so ein Anliegen, diese Wertschätzung dem entgegenzubringen.
                0:21:55–0:22:01
                Also wie wichtig alle Menschen sind, die auf solche Felder kommen und wir haben
                0:22:01–0:22:04
                ja die ersten zwei Punkte sehr, sehr viel über die globale Quelle gesprochen
                0:22:04–0:22:09
                und jetzt ist für mich die Frage, wie ist man eigentlich auch tatsächlich gute spezifische Quelle,
                0:22:09–0:22:13
                wie gelingt es der globalen Quellen, die spezifischen Quellen wirklich einzuladen
                0:22:13–0:22:14
                und gut mit ihnen zu sein.
                0:22:14–0:22:18
                Und ich glaube, in Projekten, so die erste Folgeperson ist so richtig,
                0:22:18–0:22:20
                richtig krass wichtig, weil du gerade von Duos gesprochen hast.
                0:22:20–0:22:22
                Und was ich ganz viel sehe.
                0:22:22–0:22:25
                Tatsächlich auch teilweise Paare, aber das ist dann nochmal eine andere Dynamik.
                0:22:26–0:22:29
                Und ich weiß nicht, ob Menschen das kennen. Es gibt tatsächlich ein altes,
                0:22:29–0:22:33
                zehn Jahre altes YouTube-Video, wo einer auf so einem Festival tanzt.
                0:22:33–0:22:37
                Also ich werde es raussuchen und verlinken. Und der tanzt auf diesem Festival
                0:22:37–0:22:40
                ganz alleine. Und der tanzt sehr...
                0:22:41–0:22:44
                Extrovertiert, um es mal so zu formulieren. Das heißt, der geht auf jeden Fall
                0:22:44–0:22:47
                ein großes Risiko ein, nämlich der zeigt sich, so wie er da losgeht.
                0:22:48–0:22:51
                Und da passiert ganz lange nichts und dann kommt eine Person und fängt an,
                0:22:51–0:22:52
                mit diesem Menschen zu tanzen.
                0:22:52–0:22:56
                Und dann macht es klack, klack, klack und auf einmal 20 Sekunden später,
                0:22:56–0:22:57
                wuff, ist da fast ein Moshpit.
                0:22:58–0:23:02
                Und das zeigt diese Bedeutung, weil eine Person, die was alleine macht,
                0:23:02–0:23:03
                ist im Zweifel ein Verrückter.
                0:23:03–0:23:06
                Und ich habe da noch ein anderes kleines Beispiel, die ich auch noch dazulegen.
                0:23:06–0:23:09
                Ich komme ja aus Tübingen, ich fahre Stocherkarn, das sind so Holzboote im Sommer.
                0:23:10–0:23:13
                Und da fahre ich zum Beispiel auch Schulklasse im Sommer und da habe ich eine
                0:23:13–0:23:16
                Schulklasse und irgendwann ist da der eine Verrückte in dieser Klasse,
                0:23:16–0:23:19
                der denkt sich natürlich, geil, der zieht sich auf die Unterhose aus,
                0:23:19–0:23:21
                springt ins Wasser und fängt an zu baden. Und dann passiert so gar nichts.
                0:23:22–0:23:26
                Und dann trauen sie sich nicht, so 15-Jährige. Und dann auch genau die gleiche Beobachtung.
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                Dann gibt es eine zweite Person, die von ihm irgendwie auch so ein bisschen,
                0:23:29–0:23:32
                hey, jetzt komm und jetzt mach doch auch mit und die springt mit ins Wasser
                0:23:32–0:23:36
                und das bricht quasi diesen Bann.
                0:23:36–0:23:41
                Und dann waren fast alle im Wasser und innerhalb von zwei Minuten hinterher.
                0:23:42–0:23:45
                Und das ist diese krasse Bedeutung für diese zweite Person.
                0:23:46–0:23:49
                Und da möchte ich so eine große Wertschätzung aussprechen für die,
                0:23:49–0:23:50
                wie krass wichtig die ist.
                0:23:50–0:23:54
                Und ich kann noch ergänzen, was ich daran sehe, was daran wieder schwierig ist.
                0:23:54–0:23:57
                Wo kommen wir wieder her? Also was steht für eine Kränkung dahinter,
                0:23:57–0:24:01
                eben nicht gleichwertig sein zu wollen, sondern auch nicht die zweite Person sein zu wollen.
                0:24:01–0:24:07
                Wir kommen aus einer Kultur, in der ganz klar ist, dass zweiter Platz ist erster Verlierer.
                0:24:07–0:24:11
                So formuliere ich das mal. Wer weiß schon, wer als zweites auf dem Mond war?
                0:24:11–0:24:12
                Wir wissen es nur von der ersten Person.
                0:24:13–0:24:15
                Und deswegen ist es, glaube ich, auch oft sehr, sehr schwierig,
                0:24:15–0:24:19
                sich auch gut in diese Rolle wirklich anzunehmen, zu sagen, ja,
                0:24:19–0:24:26
                ich bin die erste spezifische Quelle, aber wir sind eng zusammen und ich bin total wichtig.
                0:24:26–0:24:30
                Und da auch wieder diese Gleichzeitigkeit anzuerkennen, wir sind irgendwie ein
                0:24:30–0:24:33
                Duo und wir sind super wichtig und gleichzeitig erkennen wir aber an,
                0:24:33–0:24:36
                dass eindeutig einer von uns beiden das Ding gestartet hat.
                0:24:37–0:24:40
                Also wir haben jetzt schon über die Quellen, über die Subquellen gesprochen
                0:24:40–0:24:45
                und es gibt auch noch weitere Rollen in diesem Feld, sogenannte Helpers,
                0:24:45–0:24:46
                also die Helferinnen und Helfer.
                0:24:46–0:24:49
                Johannes, kannst du uns da nochmal ein bisschen Einblick geben?
                0:24:49–0:24:55
                Also ganz wichtig auch nochmal aus dieser Perspektive der Gleichwertigkeit,
                0:24:55–0:24:59
                nicht jede Person ist immer in der Lage, ein Risiko einzugehen.
                0:25:00–0:25:04
                Und wir haben auch manchmal die Vorstellung, dass wenn ich jetzt quasi so wirklich
                0:25:04–0:25:09
                ein gemeinschaftsgetragenes Projekt starte, dass jede Person,
                0:25:09–0:25:12
                die da irgendwie dabei ist, quasi full on mit dabei sein muss.
                0:25:12–0:25:17
                Aber das finde ich ja auch ganz schön in den ganzen Konzepten von gemeinschaftsgetragenen
                0:25:17–0:25:22
                Wirtschaften, dass es vielleicht für jemanden einfach total großartig ist zu sagen,
                0:25:22–0:25:25
                vielleicht sogar, ich gebe dem einfach mal ein Darlehen oder ich bin einfach
                0:25:25–0:25:28
                nur mit ein bisschen Geld dabei oder ich komme einmal und nehme mir nur das,
                0:25:29–0:25:33
                was da, also in der Solalie, was quasi dann zum Beispiel als Gemüse genommen wird.
                0:25:34–0:25:37
                Was heißt, in diesem Kontext bin ich beitragen, aber das Projekt würde ohne
                0:25:37–0:25:41
                diese Person nicht funktionieren und es gibt da auch einen sehr klaren Beitrag und.
                0:25:43–0:25:46
                Im Idealfall ist auch das Quellenfeld einfach so unterstützend,
                0:25:47–0:25:50
                dass ein Wechsel zwischen diesen verschiedenen Rollen total gut möglich sein kann.
                0:25:50–0:25:54
                Weil vielleicht lässt das meinen Lebensumstand später irgendwann wieder zu,
                0:25:54–0:25:58
                dass ich sage, jetzt habe ich Zeit, jetzt würde ich gerne Verantwortung übernehmen.
                0:25:58–0:26:03
                Sagt mir doch mal, wo könnte ich mit meinen Qualitäten irgendwie mehr ins Risiko
                0:26:03–0:26:04
                gehen, also Verantwortung übernehmen.
                0:26:05–0:26:09
                Und dann wird jemand vom Beitragenden plötzlich zur spezifischen Quelle oder
                0:26:09–0:26:12
                aber jemand merkt, du, ich müsste jetzt was übergeben, ich kann diese Quelle
                0:26:12–0:26:14
                gerade nicht mehr halten, ich würde raustreten.
                0:26:14–0:26:21
                Also ich persönlich sehe da keine Wertung drin, quasi im Sinne der Qualität des Beitragens.
                0:26:21–0:26:27
                Das ist einfach eben ein unterschiedliches Risiko oder ein unterschiedliches
                0:26:27–0:26:30
                Commitment und wir brauchen alle gleichermaßen.
                0:26:31–0:26:37
                Genau, da würde ich auch gerne nochmal was ergänzen, aus einem Erfahrungsbericht sozusagen teilen,
                0:26:37–0:26:42
                wo wir auch über die Quelle gesprochen haben in einem Projekt und dann aber
                0:26:42–0:26:48
                wie so ein Downgrading-Gefühl bei den Helfern und Helferinnen sozusagen,
                0:26:49–0:26:51
                also die, die wir identifizieren konnten und sich eigentlich auch selber in
                0:26:51–0:26:52
                der Rolle so gesehen haben,
                0:26:53–0:26:57
                gleichzeitig so ein Gefühl eben entstanden ist von, ach, jetzt bin ich ja hier nur der Helper.
                0:26:58–0:27:02
                Und das ist mir nochmal richtig wichtig zu betonen, was du eben auch gerade gesagt hast.
                0:27:03–0:27:06
                Also wir sprechen über die Quelle, vor allem mit dem Wunsch,
                0:27:07–0:27:12
                dass diese Perspektive richtig dienlich ist für die Projekte und es überhaupt nicht darum geht,
                0:27:13–0:27:15
                sozusagen da eine Bewertung reinzubringen und irgendwie zu sagen,
                0:27:15–0:27:19
                der eine ist wichtiger als der andere, gar nicht, sondern vor allem diesen Projekten
                0:27:19–0:27:24
                und Initiativen zu helfen, dass sie wirklich kraftvoll und geklärt und wirklich
                0:27:24–0:27:26
                auch verbunden in diesem Team sozusagen sind.
                0:27:27–0:27:28
                Gerade an der Welt sind.
                0:27:29–0:27:32
                Für mich ist so, also es war nämlich auch die Überlegung, was ist so ein bisschen
                0:27:32–0:27:35
                die Unterscheidung oder wie fühlt es dir anders an?
                0:27:35–0:27:37
                Und du hast es vorhin gesagt, Johannes, spezifische Quellen kommen auf ein Feld
                0:27:37–0:27:42
                und die bringen ihre eigene Vision für was innerhalb dieses Gesamtfeldes mit.
                0:27:42–0:27:46
                Ich nehme da auch das Beispiel, man gründet einen großen Gemeinschaftsort zum
                0:27:46–0:27:51
                Beispiel und weiß, man will den ganzen Ort auch mit Permakultur irgendwie bespielen
                0:27:51–0:27:53
                und dann kommt eine spezifische Quelle,
                0:27:53–0:27:56
                die sagt, ich wollte schon immer in meinem Leben oder ich bin klar,
                0:27:56–0:27:59
                was ich in meinem Leben so richtig Großes will, wofür ich da bin.
                0:28:00–0:28:02
                Nämlich ich möchte irgendwo einen Ort und einen Platz finden,
                0:28:02–0:28:05
                wo ich Permakultur quasi richtig in die Welt bringen kann.
                0:28:05–0:28:08
                Und das ist dann für mich eine klare, spezifische Quelle. Die bringt eine eigene
                0:28:08–0:28:12
                Vision mit und die Frage ist dann immer nur, passt diese Vision in das Feld
                0:28:12–0:28:16
                des Gesamten oder steht sie eben daneben, dann passt es halt nicht.
                0:28:17–0:28:20
                Und die Beitragenden, wie du sie genannt hast oder Englisch,
                0:28:20–0:28:23
                die Helpers, das sind welche, die kommen dann dazu und die wollen,
                0:28:23–0:28:27
                glaube ich, einfach, die haben vielleicht nicht so diese große Vision so für
                0:28:27–0:28:29
                sich oder für was ganz, also,
                0:28:30–0:28:33
                oder vielleicht dann auch wieder im kleineren tatsächlich, das ist wieder spannend,
                0:28:33–0:28:35
                also so einfach ist es nicht, aber die, also ich hatte die Idee,
                0:28:36–0:28:38
                die wollen vor allen Dingen tatsächlich einen guten Job machen, so,
                0:28:38–0:28:42
                ja und das ist dieses so, ich gehe nicht so richtig, also nicht in dieses Risiko
                0:28:42–0:28:44
                so sehr zu gehen und nicht so auch dieses,
                0:28:44–0:28:47
                ich baue was auf, vielleicht agiere ich auch selber unternehmerisch,
                0:28:48–0:28:51
                sondern ich möchte jetzt bei diesem Permakultur, bei der spezifischen Quelle,
                0:28:51–0:28:55
                ich möchte dabei sein und ich möchte da jeden Tag vier Stunden quasi mit auf
                0:28:55–0:28:57
                dem Feld stehen und möchte das machen,
                0:28:57–0:29:02
                aber ich folge quasi ihm sehr und mache da halt gut mit.
                0:29:02–0:29:05
                Und das ist unendlich wichtig.
                0:29:06–0:29:09
                Das ist genau, worum es eben geht. Und da habe ich noch eine Frage.
                0:29:09–0:29:12
                Was ist vielleicht, wenn ein Konflikt in der Wahrnehmung entsteht?
                0:29:12–0:29:18
                Also wenn zum Beispiel eine Person oder die globale Quelle das Gespür hat,
                0:29:19–0:29:23
                hey, ich sehe dich eher als den Beitragenden, aber der Mensch sagt,
                0:29:23–0:29:25
                aber ich sehe mich doch als spezifische Quelle.
                0:29:25–0:29:27
                Grundsätzlich in dem Beispiel,
                0:29:28–0:29:32
                Würde ich an der Stelle nochmal die Vorstellung der globalen Quelle von Gemeinschaft
                0:29:32–0:29:35
                anschauen oder besprechen.
                0:29:35–0:29:43
                Also weil so eine Art Zuweisung oder so fühlt sich irgendwie sehr einordnend an.
                0:29:43–0:29:47
                Also im Idealfall ist ja die globale Quelle so einladend, dass da,
                0:29:47–0:29:49
                sage ich mal, klar ist, hey, da kannst du mitmachen.
                0:29:50–0:29:54
                Und weil manchmal, sage ich mal, kann ja Gemeinschaft auch heißen, ich sage dir was zu tun.
                0:29:54–0:29:57
                Das ist eine andere Form. Also Gemeinschaft ist ja nicht definiert,
                0:29:57–0:30:00
                gibt es ja kein Regelwerk für.
                0:30:00–0:30:05
                Das heißt, das wäre das, was auf Seite der globalen Quelle spannend wäre.
                0:30:05–0:30:11
                Und ich würde da versuchen, möglichst ehrlich einen Austauschrahmen zu finden
                0:30:11–0:30:17
                im Sinne von, was ist denn dein gefühltes Erleben hier?
                0:30:17–0:30:23
                Also eine Quelle hat meistens eben ein sehr starkes Gefühl oder Gespür für etwas.
                0:30:24–0:30:26
                Und es kann sehr wohl sein, dass wir das manchmal verwechseln.
                0:30:27–0:30:30
                Also zum Beispiel, ich mache viel Prozessbegleitung, ich mache viel Facilitation.
                0:30:31–0:30:35
                Komme in ganz viele Felder von globalen Quellen, entweder weil ich eingeladen
                0:30:35–0:30:41
                bin, um zu facilitieren oder aber weil ich auch einfach nur Gast in einer Veranstaltung bin.
                0:30:41–0:30:46
                Wenn ich da gleich meine ganze Geschichte als Facilitator und Prozessbegleiter
                0:30:46–0:30:50
                mit reinbringe und mich hinstelle und sage, Hallo, so kann man das aber gar nicht machen.
                0:30:50–0:30:52
                Du müsstest an der Stelle eigentlich so und so und ich bin spezifische Quelle
                0:30:52–0:30:54
                für Prozessbegleitung.
                0:30:55–0:30:59
                Kann das an der Stelle zum Beispiel unpassend sein, weil das vielleicht da gar
                0:30:59–0:31:03
                nicht passt, weil ich nur Teilnehmender auf der Veranstaltung gerade bin,
                0:31:03–0:31:08
                während an anderer Stelle das vielleicht tatsächlich gewünscht ist oder auch
                0:31:08–0:31:11
                hilfreich wäre und jetzt habe ich gesagt gewünscht ist,
                0:31:12–0:31:17
                vielleicht hat die globale Quelle noch nie was von guter Prozessbegleitung gehört.
                0:31:17–0:31:20
                Und dann komme ich um die Ecke und sage so Dinge, wie wir sollten mal gut miteinander sprechen.
                0:31:21–0:31:23
                Und dann sagt die globale Quelle, ja, aber du, ich habe doch eine E-Mail geschrieben,
                0:31:23–0:31:24
                ist doch alles gut, oder?
                0:31:24–0:31:31
                Also das heißt, spezifische Quellen treten in das Quellenfeld und bringen ja
                0:31:31–0:31:35
                auch eventuell etwas mit dazu, was total notwendig ist,
                0:31:35–0:31:40
                um gut voranzukommen, aber vielleicht der globalen Quelle überhaupt gar nicht bewusst ist.
                0:31:40–0:31:43
                Also das heißt, wenn wir in diesen Kreisen denken, bringe ich etwas dazu,
                0:31:44–0:31:47
                was total am Rand des Quellenfeldes liegt oder vielleicht sogar draußen.
                0:31:48–0:31:52
                Und dann entsteht da im Idealfall ein wertschätzender Dialog im Sinne von,
                0:31:52–0:31:56
                was kannst und möchtest du hier als spezifische Quelle beitragen,
                0:31:56–0:32:00
                warum hat das mit meiner Vision der globalen Quelle zu tun und was erkenne ich
                0:32:00–0:32:02
                vielleicht einfach auch nicht und was würde mir helfen.
                0:32:03–0:32:07
                Und manchmal ist es dann auch wichtig zu erkennen, beispielsweise wenn ich als
                0:32:07–0:32:11
                Prozessbegleiter mit einer ganz, ganz gewissen Kulturvorstellung reinkomme und
                0:32:11–0:32:14
                einfach merke, das deckt sich nicht mit der Kultur der Initiative,
                0:32:14–0:32:15
                wo ich da gerade tätig bin.
                0:32:15–0:32:19
                Dann kann ich mich hinstellen und kann sagen, ich weiß es besser und ich müsste
                0:32:19–0:32:21
                das jetzt hier irgendwie so und so umsetzen.
                0:32:21–0:32:26
                Oder aber ich kann erkennen, dass hier meine spezifische Quelle keinen guten
                0:32:26–0:32:31
                Platz in diesem Quellenfeld findet, weil was die Quellenprinzipien nicht sagen,
                0:32:31–0:32:33
                ist wie die Kultur beschaffen ist.
                0:32:33–0:32:36
                Also das müssen wir auch an der Stelle einfach mal benennen.
                0:32:36–0:32:40
                Der Nationalsozialismus hat sehr gut nach den Quellenprinzipien funktioniert,
                0:32:41–0:32:48
                weil er eine autoritäre Struktur aufgebaut hat rund um eine sehr klare, ausgrenzende Kultur,
                0:32:48–0:32:52
                die wahnsinnig viele Leute in dieses Quellenfeld gezogen hat.
                0:32:52–0:32:55
                Das heißt, wir müssen super sensibel
                0:32:55–0:32:59
                sein, dass, wenn ich nach den Quellenprinzipien handle, heißt es nicht,
                0:33:00–0:33:06
                dass ich werteorientiert handle, heißt es nicht, dass ich menschenachtend handle
                0:33:06–0:33:12
                und also das ist deswegen, für mich ist es immer so ein bisschen so ein...
                0:33:13–0:33:19
                Gleich ein Schauen, wie passen wir da eigentlich zusammen und auch zu akzeptieren,
                0:33:19–0:33:23
                wirklich wenn die globale Quelle sagt, das kann ich nicht verstehen oder das
                0:33:23–0:33:27
                passt nicht dazu, weil dann wird die Zusammenarbeit einfach sehr, sehr hart sein.
                0:33:28–0:33:31
                Ja, das greife ich nochmal auf, weil wir das auch beim letzten Podcast schon
                0:33:31–0:33:35
                gesagt haben, dass dieses Konzept eine Brille ist,
                0:33:35–0:33:38
                die wir uns aufziehen können, um wirklich auch nochmal Bewusstsein zu schaffen,
                0:33:39–0:33:43
                okay, wie sind hier gerade unsere Dynamiken, Wie hat sich das Ganze auch entfaltet? Was ist hier da?
                0:33:44–0:33:48
                Und gleichzeitig das angefüttert werden darf, vor allem mit dieser Idee von
                0:33:48–0:33:53
                gelingender Zusammenarbeit und der Frage von, wie wollen wir eigentlich zusammenkommen?
                0:33:53–0:33:55
                Wie wollen wir miteinander arbeiten und miteinander umgehen?
                0:33:55–0:34:00
                Also dieser Kulturaspekt, den du gerade reingebracht hast und natürlich auch die Frage von, okay,
                0:34:01–0:34:07
                Werte, also die Frage nach Wertearbeit, nach was, also was liegt dem Ganzen
                0:34:07–0:34:11
                noch zugrunde, wie wichtig das ist und das versuchen wir auch in der Begleitung
                0:34:11–0:34:16
                tatsächlich sozusagen uns dazu bedienen aus diesen verschiedenen Systemen und Methoden.
                0:34:16–0:34:19
                Ich würde gerne noch was zum Thema Verantwortung dazu sagen,
                0:34:19–0:34:21
                weil das an der Stelle irgendwie gerade total gut passt.
                0:34:22–0:34:26
                Weil was ich manchmal in Gesprächen erlebe, ist, wenn wir das Quellenthema jetzt
                0:34:26–0:34:30
                so groß spannen, dass dann einige Quellen oder Menschen eben die Quellenverantwortung
                0:34:30–0:34:35
                eigentlich schon leben, sagen so, boah, das ist aber schon echt viel Verantwortung.
                0:34:35–0:34:38
                Und ich möchte da noch einfach kurz zwei Beispiele reinbringen,
                0:34:38–0:34:42
                die für mich das so ein bisschen klären oder eben auch schon ein bisschen die
                0:34:42–0:34:43
                Herausforderung zeigen.
                0:34:44–0:34:47
                Als eine Beispiel, was ich mir immer vorstelle, ist eine Party.
                0:34:48–0:34:51
                Wenn ich als Quelle eine Party organisiere und Menschen zusammenbringe.
                0:34:52–0:34:56
                Dann hat mich mal jemand in diesem Beispiel gefragt, was ist jetzt,
                0:34:56–0:34:59
                wenn auf dieser Party übergriffiges Verhalten passiert?
                0:34:59–0:35:02
                Und Johannes, du sagst immer, die Quelle ist für alles verantwortlich,
                0:35:02–0:35:03
                was im Quellenfeld geschieht.
                0:35:03–0:35:09
                Und dann wäre jetzt meine Antwort hier an der Stelle, es ist quasi schwierig
                0:35:09–0:35:13
                oder zu groß gegriffen, wenn ich jetzt sage, dass die Quelle quasi für das individuelle
                0:35:13–0:35:16
                Verhalten dieser Person die Verantwortung trägt.
                0:35:17–0:35:20
                Aber die Quelle trägt sehr wohl Verantwortung dafür, dass das eine Party ist
                0:35:20–0:35:26
                und dass auf Partys beispielsweise durch Situationen übergriffiges Verhalten geschieht.
                0:35:26–0:35:29
                Und das heißt, ich kann mich nicht rausreden und sagen, ah ja,
                0:35:29–0:35:31
                da war halt irgendjemand blöd und hat sich daneben benommen,
                0:35:32–0:35:37
                sondern nein, ich muss mir darüber Gedanken machen, dass Partys als Räume nicht immer sicher sind.
                0:35:37–0:35:40
                Und ich kann mir dann zum Beispiel Gedanken über ein Awareness-Team machen.
                0:35:40–0:35:43
                Und aber auch da, ich kann mich dann nicht unbedingt hinstellen und sagen,
                0:35:43–0:35:47
                ja, Mai hat das Awareness-Team halt nicht aufgepasst oder war nicht da,
                0:35:47–0:35:52
                sondern es ist in meiner Verantwortung wahrzunehmen, dass solche Situationen
                0:35:52–0:35:57
                geschehen und wie kann ich damit umgehen,
                0:35:57–0:36:01
                dass das, sage ich mal, die ganze Vision und die ganzen Menschen dabei unterstützt
                0:36:01–0:36:04
                und dann eben auch beispielsweise Grenzen zieht.
                0:36:04–0:36:07
                Ein anderes Beispiel, was ich noch daneben legen möchte, Ich bin im Netzwerk
                0:36:07–0:36:12
                Immophilien, da sind viele gemeinschaftsgetragene Orte vernetzt und wir haben
                0:36:12–0:36:15
                dieses Jahr einen Workshop gehabt zum Thema rechte Raumnahme.
                0:36:15–0:36:18
                Und da wurde ganz viel auch aus Ostdeutschland berichtet, dass es manchmal für
                0:36:18–0:36:24
                Initiativen total herausfordernd ist, dann plötzlich sich gegen Rechtsextremismus zu positionieren.
                0:36:25–0:36:28
                Und das ist halt für mich an der Stelle auch ein Quellenthema,
                0:36:28–0:36:31
                dass es eine Klarheit von Seiten der Quelle braucht.
                0:36:31–0:36:35
                Das ist ein Verhalten und das sind Werte, die wir nicht teilen und an der Stelle
                0:36:35–0:36:37
                wollen wir uns abgrenzen.
                0:36:37–0:36:43
                Das ist aber total schwierig, wenn auf dem Ort steht, wir sind ein offener Treffpunkt.
                0:36:43–0:36:47
                Und das ist eben dann wirklich die Verantwortung der Quelle,
                0:36:47–0:36:49
                diese Vision gut zu schärfen.
                0:36:49–0:36:53
                Und beispielsweise eben aus diesem Workshop mit Initiativen aus Ostdeutschland
                0:36:53–0:36:56
                war dann ein großes Gespräch da, dass einige Orte gesagt haben,
                0:36:56–0:37:01
                wir verstehen uns eher als sicherer Ort für marginalisierte Gruppen,
                0:37:01–0:37:03
                für Menschen, die eben nicht überall sicher sind.
                0:37:04–0:37:08
                Das heißt, wir setzen aktiv Grenzen, positionieren uns und sagen auch,
                0:37:08–0:37:09
                es kann nicht jeder rein.
                0:37:10–0:37:14
                Und es gab andere Leute, die gesagt haben, nein, wir wollen diesen Dialograum
                0:37:14–0:37:19
                offen halten, wissen, dass wir dort auch eben mit zum Teil eben rechtsextremen
                0:37:19–0:37:24
                oder gesichert rechtsextremen Fällen in dem Kontext in Kontakt kommen.
                0:37:24–0:37:28
                Und wir machen uns aber Gedanken darüber, wie wir das Ganze machen.
                0:37:28–0:37:31
                Und es gab dann eben die Initiativen, wo ich das Gefühl hatte,
                0:37:31–0:37:34
                dass eben wirklich die Quellenverantwortung nicht komplett übernommen wurde,
                0:37:34–0:37:40
                weil dann aus dieser Vorstellung von Kollektiv kein Konsens in dem Fall gefunden
                0:37:40–0:37:44
                werden konnte, zu sagen, nein, wir positionieren uns hier gegen Rechtsextremismus.
                0:37:44–0:37:47
                Also das sind für mich so Beispiele, die das ganz deutlich machen,
                0:37:48–0:37:50
                was das Thema Verantwortung angeht.
                0:37:50–0:37:54
                Und im Idealfall hat man als globale Quelle dann einfach gute spezifische Quellen
                0:37:54–0:37:58
                um sich, die diesen Prozess total gut unterstützen oder vielleicht auch erstmal
                0:37:58–0:38:04
                kritische, schmerzhafte Fragen stellen, aber der Vision und der Sache dienlich sind.
                0:38:04–0:38:07
                Ja, ich mag da ein kleines Ding dazulegen. Das ist ja auch so.
                0:38:07–0:38:09
                Also wir sprechen viel über das kreative Feld und die Vision.
                0:38:10–0:38:12
                Und für mich ist das kreative Feld auch ein Wertraum.
                0:38:12–0:38:16
                Und dieser Wertraum wird tatsächlich geprägt von der Quelle tatsächlich.
                0:38:16–0:38:20
                Und bei Werteräumen und das ist auch die Idee tatsächlich von gemeinschaftsbasierten
                0:38:20–0:38:24
                Wirtschaften. Und das ist auch wieder ein Paradoxum, das wir auszuhalten haben.
                0:38:24–0:38:28
                Also wir wollen sehr inklusiv sein. Wir machen gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
                0:38:28–0:38:31
                damit Preise kein ausschließendes Kriterium mehr sind für Menschen.
                0:38:31–0:38:35
                Und gleichzeitig hat eine Gemeinschaft einen drinnen und einen draußen.
                0:38:36–0:38:40
                Und als sich im Franzwerk oder wir, Frank und ich, die Gemeinschaft aufgebaut
                0:38:40–0:38:43
                haben, da gab es auch ganz schnell dieses so, die Gemeinschaft braucht auch Schutz.
                0:38:45–0:38:48
                Wir können es nicht stemmen, es hätte uns total überfordert,
                0:38:48–0:38:53
                quasi alles zu integrieren, sondern da braucht es einen gewissen Werteraum.
                0:38:53–0:38:56
                Und wenn Menschen komplett gegen diesen Werteraum stehen, dann bleiben die zumindest
                0:38:56–0:39:01
                an der Stelle und von einigen privaten Initiativen draußen, weil die Aufgabe viel zu groß ist.
                0:39:01–0:39:05
                Da alles Mögliche mit zu verarbeiten. Und das ist ganz wichtig,
                0:39:06–0:39:13
                dass wir das irgendwie aushalten, diese Vision aus Willkommen, aber auch Begrenzung.
                0:39:13–0:39:19
                Und das ist eine ganz krasse Quellaufgabe, eine Systemgrenze tatsächlich zu
                0:39:19–0:39:21
                ziehen, auch auf Werte-Ebene.
                0:39:21–0:39:23
                Was ist hier da drin und was ist hier eben nicht drin?
                0:39:24–0:39:26
                Wir waren jetzt gerade ganz viel nochmal
                0:39:26–0:39:30
                auch bei den Quellen und bei der Verantwortung, die sie auch tragen.
                0:39:30–0:39:35
                Und gleichzeitig beobachten wir ja, wie wichtig das Loslassen ist auch für die Quellen.
                0:39:35–0:39:38
                Also auf der einen Seite die Verantwortung wirklich zu sich zu nehmen und da
                0:39:38–0:39:45
                was zu halten, auch diese übergeordnete Vision richtig zu tragen und gleichzeitig eben zu merken,
                0:39:46–0:39:50
                wie wichtig dieses eigene oder dieses innere Loslassen und sich darin zu üben
                0:39:50–0:39:55
                ist, damit die spezifischen Quellen so richtig in ihre Kraft kommen können und
                0:39:55–0:39:58
                wirklich neben der Quelle oder mit der Quelle eben so richtig gestalten und
                0:39:58–0:40:00
                dieses Feld für sich auch bespielen.
                0:40:01–0:40:06
                Und da nochmal eine Frage an dich, Johannes. Wie können wir uns in diesem Loslassen üben?
                0:40:06–0:40:10
                Wie können wir sowohl eben die Quellen darin vielleicht auch begleiten und auf
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                der anderen Seite vielleicht auch den spezifischen Quellen was mitgeben,
                0:40:14–0:40:19
                wenn sie merken, da hakt es irgendwie so ein bisschen bei uns im Projekt.
                0:40:20–0:40:24
                Vorneweg geschickt möchte ich nochmal wirklich diese quasi die Sympathie mit
                0:40:24–0:40:27
                den Quellen schicken oder besser Empathie.
                0:40:27–0:40:34
                Jemand bringt etwas in die Welt, was es so vorher noch nicht gibt und es liegt einem total am Herzen.
                0:40:34–0:40:40
                Und dann kommen Leute mit dazu, die alle im besten Sinne beitragen wollen und
                0:40:40–0:40:42
                die haben dann eventuell sogar noch mehr Ahnung als man selbst.
                0:40:44–0:40:48
                Also das heißt, dieses Loslassen, darüber sprechen wir immer so einfach.
                0:40:48–0:40:54
                Aber das wirklich aktiv zu üben ist, ist total schwierig, weil ich ja dann wirklich
                0:40:54–0:40:57
                anerkenne, die Person hat gerade wirklich mehr Kompetenz als ich in dem Bereich
                0:40:57–0:41:00
                oder ich kann es auch realistisch gar nicht machen.
                0:41:01–0:41:06
                Und das heißt, wir könnten super viel über das quasi eben, was loslassen bedeutet,
                0:41:06–0:41:09
                sprechen, aber ich würde gerne mehr eben über die Perspektive der Subquellen
                0:41:09–0:41:15
                sprechen und mein Vorschlag für das Ganze ist tatsächlich, sage ich mal,
                0:41:15–0:41:19
                wieder über Kulturarbeit zu gehen und an der Stelle würde ich empfehlen,
                0:41:19–0:41:21
                eine starke Feedback-Kultur aufzubauen,
                0:41:22–0:41:25
                weil es wird in diesen Kontexten einfach zu Situationen kommen,
                0:41:25–0:41:30
                dass ich als Subquelle gerade was Großartiges am entwickeln bin und mir die
                0:41:30–0:41:34
                globale Quelle total reingrätscht oder mir im Zweifelsfall sogar sagt,
                0:41:34–0:41:36
                ja, das habe ich schon gemacht, musst du gar nicht machen.
                0:41:38–0:41:45
                Und das heißt, wenn ich da nicht eine Gesprächskultur habe, dann ist die Gefahr
                0:41:45–0:41:49
                da, dass eben da ein totaler Groll, hast du auch schon vorher angesprochen,
                0:41:49–0:41:52
                Franka, entsteht, der das total blockiert.
                0:41:52–0:41:57
                Und eben über diese Feedbackkultur kann sich einfach total schärfen,
                0:41:57–0:42:01
                wer eigentlich wann mit welcher Klarheit irgendwie beiträgt.
                0:42:02–0:42:05
                Ja, also Feedback kann da an allen möglichen Stellen reinkommen.
                0:42:06–0:42:08
                In der Soziokratie gibt es eben die Auswertung von Beschlüssen,
                0:42:08–0:42:09
                dass man nochmal drüber spricht.
                0:42:10–0:42:12
                Aus der Softwareentwicklung kann man eine Retrospektive machen,
                0:42:12–0:42:16
                also ein Treffen, wo man nochmal zurückschaut auf einen gewissen Zeitraum und
                0:42:16–0:42:18
                sich fragt, war das eigentlich gut gelaufen?
                0:42:18–0:42:23
                Und eine Sache, die mir vor allem am Herzen liegt oder die mir sehr viel hilft,
                0:42:23–0:42:27
                ist von Brainy Brown, eine Forscherin, die sich sehr viel mit Verletzlichkeit
                0:42:27–0:42:28
                und Scham auseinandergesetzt hat.
                0:42:29–0:42:33
                Und ein Satz, den sie zum Thema Feedback empfiehlt, ist die Geschichte,
                0:42:33–0:42:35
                die ich mir zusammenreime, ist.
                0:42:35–0:42:42
                Das heißt, ich kann auf die Art und Weise Erfahrungen beschreiben und sie besprechbar
                0:42:42–0:42:44
                machen, ohne dass ich direkt in die Bewertung gehe.
                0:42:45–0:42:48
                Das heißt, ich kann sagen, ich habe das Gefühl, dass du mir als globale Quelle
                0:42:48–0:42:53
                nicht die Möglichkeiten zustehst, dass ich mich wirklich als spezifische Quelle entfalten könnte.
                0:42:53–0:42:57
                Was brauchen wir und was sollte sich verändern, dass es gut wirken kann?
                0:42:57–0:43:06
                Und dann kann sich diese Dynamik auflösen und ist nicht mehr so verhakt und
                0:43:06–0:43:08
                wir können dann mehr und mehr auch ins Fließen kommen.
                0:43:09–0:43:14
                Ich hoffe, dass unsere Hörerinnen und Hörer jetzt merken, was für eine Tiefe
                0:43:14–0:43:20
                in dieser Geschichte drinsteckt, in den Quellkonzepten und Prinzipien drinsteckt.
                0:43:20–0:43:23
                Weil wir auf der einen Seite natürlich ganz viel auch das Thema Kultur jetzt
                0:43:23–0:43:28
                bewegen und dazu auch immer wieder anklingt, das Thema Persönlichkeitsentwicklung
                0:43:28–0:43:29
                oder eben innere Arbeit.
                0:43:29–0:43:32
                Also wir hatten im letzten Podcast auch den Quellen mitgegeben,
                0:43:33–0:43:38
                dass eine der wichtigsten Aufgaben sein wird oder ist, sich beherzt mit sich
                0:43:38–0:43:39
                selbst auseinanderzusetzen.
                0:43:40–0:43:43
                Und das gilt natürlich nicht nur für die Quellen, sondern das gilt im besten
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                Fall eben für alle Leute auf diesem Feld.
                0:43:46–0:43:51
                Da vielleicht nochmal die Frage zu dir, Stefan, was bewegt dich da als Begleiter
                0:43:51–0:43:56
                zum Beispiel von unseren Projekten und Initiativen zum Thema innere Arbeit oder
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                Bewusstseinsarbeit? Auslandsarbeit?
                0:43:58–0:44:02
                Viel, eigentlich viel mehr, als wir tatsächlich aktuell schaffen,
                0:44:02–0:44:06
                im Rahmen unserer Begleitung auch zu machen und wo wir auch im Bezillium unsere
                0:44:06–0:44:08
                Angebote erweitern werden im nächsten Jahr,
                0:44:09–0:44:13
                weil einfach klar ist, dass diese innere Welt und die äußere Welt einfach komplett
                0:44:13–0:44:15
                miteinander verbunden und verschränkt ist.
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                Also wenn wir von Verbindungskultur reden oder anerkennen, dass wir in dieser
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                Welt wechselseitig verbunden sind und in einem großen, großen Netzwerk,
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                Beziehungsnetzwerk sind,
                0:44:23–0:44:27
                dann wird klar, dass jede Handlung, die ich tue, Auswirkungen auf das gesamte
                0:44:27–0:44:30
                Netz oder System hat. Es gibt keine, ich mache das nur für mich.
                0:44:31–0:44:36
                Und auch, dass wir im Außen nur das in die Welt bringen können, was in uns ist.
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                Also wir können nur manifestieren, was unserem inneren Seinszustand quasi entspricht.
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                Und wir manifestieren nicht nur unsere bewussten Seiten, sondern wir manifestieren
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                halt auch unsere unbewussten Anteile und Schatten und reproduzieren schlimmstenfalls.
                0:44:51–0:44:56
                Unbewusste Verletzungen und so weiter und bringen das dann gerade als Quellperson
                0:44:56–0:44:58
                oder auch als Quellperson in die Organisation.
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                Also die Kultur beginnt ja da. Und.
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                Einer der wichtigsten Themen da an der Stelle ist Verantwortung.
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                Und du hast Verantwortung vorhin auch genannt.
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                Also in dem Maß von einer hohen, hohen Selbstverantwortung zu erkennen.
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                So, hey, was ich gerade da fühle, was da gerade in mir los ist.
                0:45:15–0:45:18
                Ich bin erstmal selber dafür verantwortlich, was ich hier in mir erzeuge und was ich mache.
                0:45:19–0:45:24
                Und wir haben darüber gesprochen, dass die Quelle in ihrer Verantwortung stehen
                0:45:24–0:45:28
                soll und ich würde dazu sagen, sie ist es ja schon.
                0:45:28–0:45:33
                Also jede Initiative beginnt mit einer Person, das heißt, sie trägt de facto
                0:45:33–0:45:34
                100% der Verantwortung.
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                Und das ist erstmal hart, das muss man erstmal akzeptieren. Wenn ich mit etwas
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                beginne, bin ich zu 100% nicht ganz allein dafür verantwortlich.
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                Und jetzt kommen andere Menschen auf mein Feld, die lade ich ein und die haben
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                die Chance, auch Verantwortung zu übernehmen. Und dann können Verantwortungsteile
                0:45:49–0:45:53
                von mir als Quelle quasi losgelassen werden, weil andere die Verantwortung übernehmen
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                und in die Verantwortung reinwachsen.
                0:45:55–0:45:58
                Das ist, glaube ich, so ein ganz wichtiger Prozess.
                0:45:59–0:46:03
                Und ja, da ist einfach vor allen Dingen die Verantwortung anzunehmen,
                0:46:03–0:46:07
                nicht nur im Außen die ganze Zeit in dieser Organisation zu arbeiten und Strukturen
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                aufzubauen und Geschäftsmodelle und so weiter aufzubauen, sondern vor allen
                0:46:10–0:46:12
                Dingen die Verantwortung, sich Räume zu schaffen und Räume zu halten,
                0:46:13–0:46:14
                um innere Arbeit zu machen.
                0:46:14–0:46:17
                Und die innere Arbeit kann vielleicht auch einfach sein, eine Stunde im Wald
                0:46:17–0:46:20
                unter dem Baum an seinem Sitzplatz zu sitzen und zu meditieren oder einfach
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                in Ruhe zu kommen. Das ist innere Arbeit.
                0:46:22–0:46:25
                Und gleichzeitig weiß ich, wie unendlich herausfordernd das ist,
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                wenn man in einer Position ist, wo man die ganze Zeit am Machen,
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                Machen, Machen ist und für vielleicht auch zu viele Dinge noch die strukturelle
                0:46:33–0:46:35
                und rechtliche Verantwortung trägt.
                0:46:36–0:46:40
                Aber wenn das dann zu viel ist, ich als Person, mir ist es viel zu viel,
                0:46:40–0:46:44
                was ich alles tun muss, dann kann ich jetzt wieder unverantwortlich darüber meckern.
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                Oder ich kann Verantwortung dafür übernehmen, diese Bereiche irgendwie abzubauen,
                0:46:48–0:46:50
                damit ich Zeit für mich habe, um meine Arbeit machen zu können.
                0:46:51–0:46:53
                Da wird es richtig spannend für mich.
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                Also ich habe auch über die Quellprinzipien wahnsinnig viel einfach über mich selber gelernt.
                0:47:01–0:47:05
                Also das heißt, wenn ich mir angeschaut habe, wie ich selbst in den Quellen agiert habe,
                0:47:05–0:47:11
                die ich gehabt habe und zum Teil eben auch vielleicht noch habe und da einfach
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                anzuerkennen, also meine Verantwortungskarriere, sage ich mal,
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                hat früh begonnen als Jugendleiter.
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                Und also mir würde es heute grauen, weil ich einfach super autoritär war und
                0:47:22–0:47:24
                halt den Kindern und Jugendlichen, mit denen ich unterwegs war,
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                halt einfach sehr direkt gesagt habe, was ich jetzt gerade für richtig halte,
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                würde ich heute so nicht mehr machen.
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                Da hat sich meine eigene Perspektive weiterentwickelt und das ist eben diese
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                Arbeit, von der du sprichst, Stefan.
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                Und gleichzeitig merke ich beispielsweise gerade immer noch.
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                Es ist dann so verführerisch, egal in welcher Quellenrolle oder wie,
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                in das Muster zu tappen von ich weiß ja jetzt schon, was jetzt hier richtig ist.
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                Und aber eigentlich beschreiben die Quellenprinzipien ja wirklich eine Form
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                der Zusammenarbeit, um kreativ schöpferisch zu sein, also etwas Neues zu schaffen.
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                Und ich merke, dass es total schöne Zusammenarbeiten gibt mit Leuten,
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                wo ich mich dann total fallen lassen kann und sehr wohl meine spezifische Quelle
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                oder Quellverantwortung haben kann, aber wirklich auch etwas Neues entstehen lassen kann.
                0:48:10–0:48:14
                Und in anderen Fällen klammer ich mich total an das, wo ich sage,
                0:48:14–0:48:15
                das muss aber genau so und so geschehen.
                0:48:15–0:48:22
                Also das ist einfach wirklich diese Wahrnehmung dessen, wie wir uns dann eigentlich
                0:48:22–0:48:28
                auch in diesem Feld bewegen, wenn wir im Unbekannten sind, wenn wir etwas Neues aufbauen.
                0:48:29–0:48:32
                Wir kommen auch langsam zum Ende von unserem Podcast und ich hoffe,
                0:48:33–0:48:35
                dass vor allem eines irgendwie nochmal so deutlich geworden ist,
                0:48:36–0:48:40
                dieses Thema lädt uns ein, zu reflektieren, auch die Frage nach dem Warum zu
                0:48:40–0:48:44
                stellen, also so rauszufinden, okay, was passiert hier, welche Dynamiken sind
                0:48:44–0:48:46
                bei mir oder bei uns am Start.
                0:48:46–0:48:51
                Und diese Quellbrille ist im besten Fall eben aufschlussreich und irgendwie
                0:48:51–0:48:56
                dienlich, dass wir vor allem mit so einer, Johannes, du hast es mal gesagt,
                0:48:56–0:49:00
                mit so einer ständigen Vibration an Quellimpulsen überhaupt umgehen können.
                0:49:01–0:49:06
                Also dass die wirklich aufs Feld fließen können. Und da eben es um diese,
                0:49:06–0:49:10
                ja, gemeinsam etwas erschaffen, dass das da dem Ganzen irgendwie wirklich dienlich ist.
                0:49:10–0:49:15
                Und wir hatten im letzten Podcast eine spannende Forschungsfrage nochmal aufgeworfen,
                0:49:15–0:49:17
                und die ich noch einmal zu dir rüberspielen will.
                0:49:18–0:49:21
                Da hatten wir uns gefragt und uns auch mit Nichtwissen gezeigt.
                0:49:21–0:49:24
                Wir haben gesagt, wir nehmen das mit und wir sind ja auch, wie gesagt,
                0:49:24–0:49:27
                als Forschende da gerade unterwegs und wir wissen es nicht genau.
                0:49:27–0:49:32
                Wie ist das eigentlich mit Quellübergaben? Du hast damit auch vorher eingeleitet,
                0:49:32–0:49:34
                Quellen können übergeben werden.
                0:49:35–0:49:40
                Unsere große Frage beim letzten Podcast war, können Quellen übergeben werden an ein Kollektiv?
                0:49:41–0:49:44
                Und ich hätte richtig Lust, dich dazu noch einmal zu hören. und gleichzeitig
                0:49:44–0:49:49
                schon anzukündigen, dass wir uns ja eben um dieses Thema auch nochmal bei der
                0:49:49–0:49:52
                nächsten Folge nochmal so richtig widmen werden.
                0:49:52–0:49:57
                Aber vielleicht hast du Lust, da so einen kleinen Spoiler mit einer kleinen Antwort zu geben.
                0:49:58–0:50:01
                Also wen wir noch nicht erwähnt haben, ist derjenige, der das Ganze initiiert
                0:50:01–0:50:03
                hat, eigentlich die Quellenprinzipien Peter König.
                0:50:03–0:50:07
                Und die Antwort von Peter König auf die Frage ist sehr klar. Nein, das geht nicht.
                0:50:07–0:50:10
                Man kann eine Quelle nicht an ein Kollektiv übergeben.
                0:50:11–0:50:16
                Ich habe jetzt nochmal sehr viel überlegt, so wie könnte man das dann am besten
                0:50:16–0:50:21
                eigentlich erklären, weil der Kontext ist der, dass ja als Quelle lässt man
                0:50:21–0:50:24
                etwas entstehen aus der eigenen Wirklichkeit, in der man ist.
                0:50:25–0:50:28
                Und das heißt, wenn man jetzt zum Beispiel auf eineiige Zwillinge schaut,
                0:50:28–0:50:32
                dann könnte man ja sagen, die sind quasi wirklich identisch,
                0:50:32–0:50:35
                leben im gleichen Umfeld und so. Und es gibt viele Studien, die eben zeigen,
                0:50:35–0:50:37
                die entwickeln sich total unterschiedlich.
                0:50:37–0:50:43
                Das heißt, wenn wir als Menschen in quasi einer wirklich geteilten Wirklichkeit
                0:50:43–0:50:47
                leben würden, dann könnte wahrscheinlich ein solches Kollektiv das weitertragen.
                0:50:47–0:50:52
                Aber nachdem wir, sage ich mal, wirklich eben stark in unseren eigenen Wirklichkeiten
                0:50:52–0:50:59
                leben, ist das erstmal was, was so in dieser Vorstellung nicht direkt möglich ist.
                0:50:59–0:51:03
                Die die Quellimpulse aus unseren verschiedenen Wirklichkeiten,
                0:51:03–0:51:09
                die wir erleben, heraus entwickeln, ist es, sag ich mal, quasi unmöglich,
                0:51:09–0:51:13
                diese Kohärenz, die eigentlich eine Quelle erzeugen kann, als Kollektiv auch aufrechtzuerhalten.
                0:51:13–0:51:18
                Das heißt, ich habe schon von vielen Geschichten gehört, wo an ein Kollektiv
                0:51:18–0:51:22
                übergeben wurde und was meistens über die Zeit geschieht, ist, dass,
                0:51:23–0:51:28
                die Leute eben unterschiedliche Wirklichkeiten für sich leben und dann eben
                0:51:28–0:51:30
                auch sich auseinanderentwickeln.
                0:51:31–0:51:34
                Das heißt beispielsweise, wenn es dann drei Leute gibt, die eine Person ist
                0:51:34–0:51:37
                für die Finanzen zuständig, die andere Person ist für die Prozesse zuständig,
                0:51:37–0:51:39
                die andere Person macht die Community.
                0:51:40–0:51:44
                Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass nach mehreren Jahren da vielleicht drei
                0:51:44–0:51:48
                separate Säulen stehen, aber die Verbindung und die Kohärenz nicht mehr da ist,
                0:51:48–0:51:50
                die die Quelle halt ursprünglich eben in ihrer Verantwortung hat.
                0:51:51–0:51:54
                Auch die Frage ist immer, wer nimmt diese Verantwortung? wirklich so wahr als
                0:51:54–0:51:56
                Kohärenz, das zu schaffen.
                0:51:56–0:51:59
                Und dann kommt vielleicht noch jemand dazu und sagt, ich habe eine ganz neue Idee.
                0:52:00–0:52:05
                Und dann ist die Frage, irgendwo und wie kann das sich einfügen und wie kann das wirklich werden?
                0:52:06–0:52:10
                Und ich habe beispielsweise eben mit einer Organisation neulich gesprochen,
                0:52:10–0:52:14
                wo die Gründungsperson rausgegangen ist, dass es jetzt zwei Vorstände gibt.
                0:52:15–0:52:18
                Und ich habe gefragt, hat da eigentlich eine Übergabe stattgefunden?
                0:52:18–0:52:20
                Und an der Stelle ist es sogar so, da hat gar keine Übergabe stattgefunden.
                0:52:21–0:52:22
                Die Person ist nicht mehr Teil der Organisation.
                0:52:23–0:52:26
                Und jetzt sind die beiden quasi plötzlich als Kollektiv unterwegs und es gibt
                0:52:26–0:52:28
                an einigen Stellen nicht mehr die Kohärenz.
                0:52:29–0:52:33
                Und durch dieses Gespräch war jetzt eins der Anliegen, mal hinzuschauen,
                0:52:33–0:52:35
                machen wir wirklich eine Übergabe?
                0:52:35–0:52:39
                Wollen wir das wirklich wieder zusammenführen? und am Anfang habe ich ja gesagt,
                0:52:39–0:52:41
                die Quellenprinzipien sind Erfolgsmuster.
                0:52:41–0:52:46
                Es kann einfach sein, dass über die Zeit sehr wohl die Arbeit weitergeführt
                0:52:46–0:52:51
                wird, aber der Erfolg, also diese Qualität, dieses besondere Zusammenarbeiten
                0:52:51–0:52:55
                und dieses Weiterentwickeln der Vision nicht mehr so aufrechterhalten werden kann, sondern eben,
                0:52:56–0:53:01
                Müder wird, so ein bisschen mehr. Wir machen halt das, was wir immer gemacht haben und ist doch gut.
                0:53:02–0:53:05
                Und dann eben das Potenzial für Spannungen sehr groß ist.
                0:53:05–0:53:09
                Mega. Das werden wir beim nächsten Mal aufnehmen, weil ja auch unser Mithilium
                0:53:09–0:53:13
                immer mehr die Nachfolgeprozesse beschäftigen und auch zu uns kommen.
                0:53:14–0:53:18
                Und diese große Frage von genau, wie können Unternehmungen fortgeführt werden?
                0:53:18–0:53:19
                Wie kann das eigentlich gelingen?
                0:53:19–0:53:23
                Was braucht es dafür? Dazu laden wir dich dann zum nächsten Mal nochmal ein.
                0:53:23–0:53:26
                Ich hatte noch eine Abschlussfrage an dich.
                0:53:26–0:53:30
                Ich weiß, dass du das Thema Quelle auch nochmal weiter bewegen willst,
                0:53:30–0:53:32
                auch so richtig mit Forschung.
                0:53:32–0:53:37
                Du möchtest eine Forschung initiieren, um eine Mustersprache eigentlich zu entwickeln,
                0:53:37–0:53:42
                um herauszufinden, was sind eigentlich die Erfolgsmuster genau?
                0:53:42–0:53:44
                Wie können wir auch dem Ganzen Sprache geben?
                0:53:45–0:53:48
                Magst du uns da nochmal ein kleines bisschen von erzählen, was du da so vorhast?
                0:53:49–0:53:53
                Genau, das ist gerade ganz am Frisch Entstehen in auch Vernetzung von verschiedenen
                0:53:53–0:53:56
                Initiativen, also mit euch im Mycelium und auch anderen.
                0:53:57–0:54:01
                Mein Anliegen ist eben zum einen einen gewissen Austauschraum für Quellen zu
                0:54:01–0:54:06
                schaffen und aber auch die Geschichten und die Erfahrungen wirklich mal nochmal zusammen.
                0:54:06–0:54:10
                Und eine Mustersprache formalisiert das eben ein bisschen, was wir jetzt schon
                0:54:10–0:54:12
                als Erfolgsmuster benannt haben.
                0:54:12–0:54:16
                Und ich kann mir beispielsweise vorstellen, dass die Anerkennung der Quelle
                0:54:16–0:54:20
                ein gewisses Muster sein wird, aber das Spannende wäre eben,
                0:54:20–0:54:24
                das wirklich nochmal feiner auszuarbeiten und anzuschauen, was unterstützt denn
                0:54:24–0:54:27
                da, was bedeutet das denn, wie hängt das mit den Subquellen zusammen und dann
                0:54:27–0:54:31
                so eine Sammlung zu haben eben von Geschichten, aber eben auch verschiedenen Mustern,
                0:54:32–0:54:38
                dass im Idealfall einfach auch noch mehr Organisationen quasi die Quellenprinzipien
                0:54:38–0:54:41
                nach vorne, also in die aktive Anwendung leben können.
                0:54:42–0:54:44
                Ja, weil da glaube ich steckt irre viel Potenzial drin.
                0:54:45–0:54:50
                Schön, da werden wir sicher auch zusammenarbeiten und gemeinsam etwas erschaffen.
                0:54:51–0:54:54
                Ich möchte mich ganz herzlich bei euch beiden bedanken, dass ihr heute da wart
                0:54:54–0:54:59
                und wir diesen Podcast aufnehmen konnten und ich möchte mich noch einmal an
                0:54:59–0:55:02
                unsere Hörerinnen und Hörer wenden. Wenn euch dieser Podcast gefallen hat,
                0:55:02–0:55:05
                dann werdet doch ganz einfach Fördermitglied im Mycelium Ökosystem e.V.
                0:55:06–0:55:09
                Der Verein macht nämlich möglich, dass wir diese Arbeit hier gerade tun.
                0:55:09–0:55:13
                Und wenn euch das gefällt, dann unterstützt uns doch gerne und macht bei uns mit.
                0:55:14–0:55:18
                Vielen Dank an euch alle fürs Zuhören und fürs Dasein und bis zum nächsten Mal
                0:55:18–0:55:19
                zum Thema Nachfolgeprozesse.
                0:55:21–0:55:23
                Ich danke auch und ade.
                0:55:23–0:55:24
                Ciao.
                0:55:26–0:55:30
                Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen?
                0:55:30–0:55:35
                Dann geh doch auf mycelium.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
                0:55:35–0:55:41
                Mycelium-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                0:55:41–0:55:45
                Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                0:55:45–0:55:48
                Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                0:55:48–0:55:52
                für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                0:55:52–0:55:56
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                57 min
              • MP102 - Innerer Wandel und Gemeinschaftsbildung mit Nadine Stalpes.

                  In dieser Folge ergründen wir mit Nadine Stalpes, welche Veränderungen gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften im Inneren der Anbieter:in sowie der Gemeinschaft auslösen kann. Es geht um Tabubrüche, um Sichere Räume und das Nervensystem. Die Transformation, die wir im Außen erreichen wollen, beginnt mit dem Inneren Wandel in jedem Menschen und im zwischenmenschlichen Kontakt. So entstehen Gemeinschaften aus Menschen, die sich gegenseitig stärken und existienzielle Krisen gemeinsam durchstehen.

                  https://nadine-stalpes.de

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                  Transkription

                  0:00:10–0:00:15
                  Hallo und herzlich willkommen zum Mycelium Podcast. Hier geht es um eine neue
                  0:00:15–0:00:18
                  Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                  0:00:18–0:00:23
                  Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
                  0:00:23–0:00:27
                  dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                  0:00:27–0:00:31
                  Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                  0:00:31–0:00:36
                  und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem Mycelium Ökosystem und der Wandelbewegung.
                  0:00:36–0:00:39
                  Mein Name ist Hannah Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                  0:00:49–0:00:52
                  Grüße euch herzlich zu unserer 102. Folge.
                  0:00:52–0:00:57
                  Heute wird es um Themen zum inneren Wandel, zur Gemeinschaftsbildung gehen und
                  0:00:57–0:00:58
                  deshalb freue ich mich sehr,
                  0:00:58–0:01:02
                  dass mein Gast, meine Gästin Nadine Stalpes heute bei uns ist,
                  0:01:02–0:01:06
                  die schon eine ganz lange Reise im gemeinschaftsbasierten Wirtschaften hinter
                  0:01:06–0:01:10
                  sich hat und deshalb heute, also dieser Tage,
                  0:01:10–0:01:14
                  ihr fünfjähriges Jubiläum mit ihrer Gemeinschaft vor Ort in ihrem eigenen Projekt
                  0:01:14–0:01:17
                  in der Eifel feiern darf.
                  0:01:17–0:01:19
                  Und hi Nadine, schön, dass du da bist.
                  0:01:20–0:01:21
                  Hallo Hannah, danke schön.
                  0:01:23–0:01:27
                  Ich freue mich mega mit dir heute darüber zu sprechen, was sich vielleicht auch
                  0:01:27–0:01:30
                  durchs gemeinschaftsbasierte Wirtschaften für dich geändert hat als Anbieterin.
                  0:01:30–0:01:36
                  Wie du so den Weg die letzten fünf Jahre erlebt hast, was sich da vielleicht
                  0:01:36–0:01:39
                  irgendwie für dich auch herauskristallisiert hat, was vielleicht wichtig ist
                  0:01:39–0:01:40
                  für so eine Gemeinschaft.
                  0:01:41–0:01:46
                  Und ich meine, du bist ja auch Expertin sozusagen für innere Wandelthemen.
                  0:01:46–0:01:51
                  Also genau, du hast da einen langen Weg auch hinter dir, sozusagen im erfahrungsbasierten
                  0:01:51–0:01:54
                  Wissensaufbau, würde ich jetzt mal sagen, wo es dir darum geht, wie,
                  0:01:55–0:02:00
                  ja, was macht eigentlich diese Transformation mit mir, wenn ich es auch ernst
                  0:02:00–0:02:04
                  nehme, auch zum Beispiel regenerativ zu arbeiten, zu wirtschaften und zu leben.
                  0:02:04–0:02:10
                  All diese Themen werden wir heute mal streifen oder antasten.
                  0:02:11–0:02:15
                  Fang doch erstmal an und erzähl ein bisschen, wer du bist und was du denn gerade so tust.
                  0:02:16–0:02:20
                  Ich glaube, ich war doch schon mindestens einmal hier in dem ersten Podcast, ja.
                  0:02:21–0:02:27
                  Ja, ich bin Nadine, lebe in der ganz südlichen Eifel, noch gerade so Eifel, bevor Trier anfängt.
                  0:02:28–0:02:36
                  Und habe mit Anfang 20 den Weg so total rein ins Yoga und in eine Selbstständigkeit
                  0:02:36–0:02:37
                  mit Yoga bin ich gegangen.
                  0:02:37–0:02:44
                  Und dann kamen die letzten 13, 14 Jahre einfach rund um das Thema Körper noch
                  0:02:44–0:02:50
                  viel mehr dazu. Also es kam ganz viel mit Tanz und Improvisation und so dieser kreative Körper dazu.
                  0:02:50–0:02:55
                  Und es kam aber auch ganz viel Trauma, sensibles Trauma, informierte Körperarbeit
                  0:02:55–0:02:58
                  dazu und ganz viel dazwischen.
                  0:02:59–0:03:06
                  Und parallel dazu bin ich vor sechs Jahren aufs Mycelium gestoßen und dann da auch sehr tief,
                  0:03:07–0:03:12
                  reingesogen worden im positiven Sinne und habe eben gerade rechtzeitig zur Corona-Zeit
                  0:03:12–0:03:14
                  meine ersten zwei Gemeinschaften gegründet,
                  0:03:14–0:03:18
                  also in der Corona-Zeit, im ersten Corona-Jahr und das eine war ein Hub für
                  0:03:18–0:03:22
                  gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, also wo ich dann ich glaube so zwischen
                  0:03:22–0:03:26
                  13 und 15 Menschen begleitet habe, ihr eigenes Projekt zu gründen und das andere war eben meine,
                  0:03:27–0:03:30
                  fünf, sechs, sieben Yoga-Gruppen zusammenzuwerfen und zu sagen,
                  0:03:30–0:03:33
                  mit denen, die wollen, gehe ich als Gemeinschaft weiter für ein Jahr.
                  0:03:33–0:03:35
                  Das hieß damals Ein Jahr in Yoga.
                  0:03:35–0:03:39
                  Das war noch sehr Fokus auf Yoga. Das ist mittlerweile anders,
                  0:03:39–0:03:40
                  das werde ich gleich auch noch erzählen.
                  0:03:40–0:03:46
                  Und das war eben vor ziemlich genau fünf Jahren, als dieses Ein Jahr in Yoga losging.
                  0:03:46–0:03:51
                  Und diese Gemeinschaft gibt es mehr oder weniger seit fünf Jahren.
                  0:03:51–0:03:53
                  Also die hat nochmal den Namen verändert.
                  0:03:53–0:04:00
                  Der Fokus von Yoga hat sich verändert. aber dass ich meine Körperarbeit und
                  0:04:00–0:04:04
                  diesen kreativen, lebendigen Körper überwiegend in Form von Gemeinschaft anbiete.
                  0:04:04–0:04:06
                  Das gibt es eben so seit fünf Jahren.
                  0:04:07–0:04:10
                  Jetzt bin ich neugierig. Wie heißt die Gemeinschaft jetzt? Und was hat sich
                  0:04:10–0:04:13
                  entwickelt in den letzten fünf Jahren?
                  0:04:14–0:04:20
                  Ja, ich habe die letzten Monate, wurde mir bewusst, es sind jetzt fünf Jahre Gemeinschaft.
                  0:04:21–0:04:26
                  Und in Gesprächen habe ich immer wieder so gemerkt, dass es so vieles,
                  0:04:26–0:04:29
                  was passiert ist, gar nicht so selbstverständlich ist, wenn ich mit Menschen
                  0:04:29–0:04:32
                  spreche, die Yoga oder Körperarbeit unterrichten in Gruppen,
                  0:04:33–0:04:36
                  die nicht gemeinschaftsbasiert sind, sondern die rein marktwirtschaftlich aufgestellt sind.
                  0:04:36–0:04:40
                  Und da wurden mir nochmal so viele Dinge bewusst, die mittlerweile selbstverständlich
                  0:04:40–0:04:45
                  für mich sind, die teilweise auch subtil sind und vielleicht oft gar nicht so
                  0:04:45–0:04:49
                  sichtbar, aber einen unglaublich großen Hebel haben für mich und ich finde auch für die Gemeinschaft.
                  0:04:49–0:04:52
                  Und über die wollte ich bewusst heute nochmal sprechen.
                  0:04:53–0:04:57
                  Also gerade wenn wir in so einer politischen und aktivistischen Blase auch unterwegs sind.
                  0:04:58–0:05:03
                  Einfach so diese leisen, zarten Pflänzchen von Wandel, die auf zwischenmenschlicher
                  0:05:03–0:05:08
                  Ebene ohne Not selbst passieren und die aber so viele weitere Wellen in das
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                  Leben ausbreiten können. Darüber würde ich voll gerne heute sprechen.
                  0:05:11–0:05:15
                  Und zu deiner Frage, wie heißt es jetzt? Mittlerweile hat es einen englischen
                  0:05:15–0:05:20
                  Namen, weil dieses Jahr war es nochmal richtig dran, das Yoga-Framing loszulassen,
                  0:05:20–0:05:24
                  weil es einfach so viel mehr ist und weil es sonst falsche Bilder und falsche
                  0:05:24–0:05:25
                  Schubladen in Köpfen bedient.
                  0:05:25–0:05:32
                  Und das heißt Alive in Flow, heißt die Gruppe mittlerweile, weil das Thema Lebendigkeit,
                  0:05:33–0:05:37
                  alles dreht sich eigentlich um die Lebendigkeit, um die Körperliebe.
                  0:05:37–0:05:42
                  Also zum einen wieder in diese wirkliche Akzeptanz mit dem eigenen Körper und
                  0:05:42–0:05:45
                  damit in die Beziehung mit dem Körper wirklich zu kommen, genauso wie er gerade
                  0:05:45–0:05:51
                  ist. Egal wie schmerzhaft oder verspannt oder dick, dünn, wie auch immer.
                  0:05:52–0:05:55
                  Also erstmal so die Basis von wirklich Vertrauen und Liebe mit dem Körper und
                  0:05:55–0:05:59
                  den da abzuholen, wo er gerade ist und dann damit die Reise in die Lebendigkeit
                  0:05:59–0:06:01
                  mit dem Körper auch anzutreten.
                  0:06:02–0:06:07
                  Ja, und da passt Alive & Flow, das ist so der Name geworden dann in diesem Jahr.
                  0:06:08–0:06:12
                  Mega, mega schön. Also vielleicht für die Zuhörerinnen und Zuhörer ordne ich es nochmal ein.
                  0:06:13–0:06:17
                  Wir als Mycelium haben ja sehr stark damit begonnen, dass wir bis Zyklus 1,
                  0:06:17–0:06:21
                  also so nennen wir das jetzt, Zyklus 1 begleitet haben, bis zur ersten Beitragswunde,
                  0:06:21–0:06:24
                  wo dann die ersten Mitglieder in die Finanzierung gegangen sind.
                  0:06:25–0:06:28
                  Und eigentlich durch eine Umlagefinanzierung
                  0:06:28–0:06:32
                  diese Unternehmen dann wirtschaftlich erstmal stabilisiert.
                  0:06:32–0:06:35
                  Und jetzt mittlerweile sind wir auf den Trichter gekommen, dass es eigentlich da erst losgeht.
                  0:06:36–0:06:38
                  Also nach der ersten Beitragsrunde geht es eigentlich erst los.
                  0:06:38–0:06:43
                  Da ist die erste Gemeinschaft sich gefunden, beziehungsweise die ersten Mitglieder
                  0:06:43–0:06:45
                  haben sich gefunden, erst mal als Individuen.
                  0:06:46–0:06:49
                  Und dass daraus aber eine Gruppe wird, eine Gemeinschaft wird,
                  0:06:49–0:06:53
                  dass sich darunter auch Leute anfangen zu kennen, zu verbinden,
                  0:06:53–0:06:58
                  zu vertrauen in einem letzten Schritt, das ist ja noch eine viel längere Reise.
                  0:06:58–0:07:01
                  Und wir beschäftigen uns gerade auch sehr viel in diesem Jahr damit,
                  0:07:01–0:07:07
                  wie wir denn diese Reise so gestalten, dass Menschen da auch berührt von werden.
                  0:07:07–0:07:10
                  Also dass es nicht nur ist, okay, es ist jetzt irgendwie ein anderes Abo-Modell,
                  0:07:10–0:07:13
                  dieses gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, sondern dass es wirklich darum geht,
                  0:07:13–0:07:17
                  okay, da verändert sich auch was in mir. und da verändert sich auch was,
                  0:07:17–0:07:19
                  wie du es gesagt hast, in diesem Zwischenmenschlichen.
                  0:07:20–0:07:24
                  Deshalb ist es sozusagen so spannend von dir auch zu hören, was du denn beobachtet
                  0:07:24–0:07:29
                  hast jetzt in deiner schon so alten Gruppe. Was kann sich denn da entfalten?
                  0:07:29–0:07:32
                  Was für ein transformatives Potenzial steckt denn in dieser Gemeinschaft,
                  0:07:32–0:07:37
                  aber auch in dem Ganzen, was man nicht sieht in diesem inneren Wandel,
                  0:07:37–0:07:40
                  der reinhergehen muss mit dem äußeren Wandel.
                  0:07:41–0:07:43
                  Erzähl doch gerne mal, was du beobachtet hast.
                  0:07:44–0:07:47
                  Ich glaube, es würde Sinn machen, noch kurz, also ich habe mir sowieso zwei
                  0:07:47–0:07:50
                  Blöcke aufgeschrieben in der Vorbereitung.
                  0:07:50–0:07:53
                  Also das eine, was hat sich in mir gewandelt dadurch und dann,
                  0:07:53–0:07:55
                  was hat sich in der Gemeinschaft gewandelt?
                  0:07:55–0:07:59
                  Und ich glaube, das hängt voll eng zusammen und ich glaube, es macht so Sinn,
                  0:07:59–0:08:01
                  dass ich vielleicht erst nochmal ein paar Sachen von mir erzähle,
                  0:08:01–0:08:06
                  weil das hat dann wiederum auch den Wandel in der Gemeinschaft auch so eingeladen, denke ich.
                  0:08:07–0:08:07
                  Gerne.
                  0:08:08–0:08:14
                  Ja, und ich glaube, dass, also eins der größten Dinge war, wirklich eine ganz
                  0:08:14–0:08:16
                  andere Sicherheit als Selbstständige zu haben.
                  0:08:17–0:08:22
                  Und das klingt so banal, aber was, mittlerweile weiß ich einfach viel mehr über Nervensystemen.
                  0:08:22–0:08:27
                  Und es macht total Sinn, was für eine Welle an positiver Entwicklung,
                  0:08:27–0:08:31
                  was für eine positive Spirale sich entfalten kann, wenn wir uns sicher fühlen.
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                  Und da auf der Ebene war es eben diese finanzielle Sicherheit,
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                  die auf einmal da war. Und ich habe gestern noch den Podcast mit Heike Purian
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                  gehört, wie sie darüber gesprochen hat, dass sie schon lange immer so ihren
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                  Herzensweg gegangen ist, aber dann auch prekär finanziell oft aufgestellt war.
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                  Und da hatte ich eine große Resonanz, weil meine ganzen Zwanziger sahen irgendwie so aus.
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                  Und dann in den Umständen auch Mama zu werden, war dann auch schwierig.
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                  Und von heute auf einmal so dieses Gefühl zu haben, oder ich will noch kurz
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                  ergänzen, und es war in dieser Zeit, wo Corona kam, da war ich ziemlich gut
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                  aufgestellt für meine Umstände.
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                  Und trotzdem war es so ein Stress.
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                  Es gab immer zehn Wochen Yoga-Kurse und dann wusste ich schon nach drei,
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                  dann hat der Kurs gerade erst angefangen und dann war es eigentlich schon wieder
                  0:09:17–0:09:19
                  wichtig, Akquise zu machen, für die nächsten Kurse voll zu machen.
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                  Und das war echt so eine Dauer und Schleife von Stress und nie so ein richtiges,
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                  oh, der Kurs ist jetzt voll, ich kann mich entspannen, ich kann jetzt den Fokus auf den Inhalt geben.
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                  Ja, und das fand ich schon sehr, sehr stressig.
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                  Und dass auf einmal diese Sicherheit da war, in der ersten Gruppe waren es zwölf
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                  Monate, mittlerweile mache ich sechs Monate, weil das für viele Lebensumstände besser passt.
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                  Aber auch egal, ob sechs oder zwölf Monate, es ist wirklich so ein tiefes Aufatmen
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                  da, wenn ich weiß, das ist die Gemeinschaft.
                  0:09:49–0:09:52
                  Ich bin die nächsten sechs Monate ausfinanziert. Also ich kann ja die nächsten
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                  drei Monate auf jeden Fall mich entspannen und dann gehe ich wieder,
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                  strecke ich die Fühle aus und schaue, wie es weitergeht.
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                  Aber das allein gibt so eine Ruhe und durch diese Ruhe und Sicherheit auf der
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                  finanziellen Ebene, aber auch diese Ruhe.
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                  Mit diesen 20 Menschen bin ich jetzt und auf die lasse ich mich ein und in zehn
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                  Wochen kommt nicht der nächste Schwung neue Leute, sondern das bleibt.
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                  Das hat wirklich über die Jahre einen ganz anderen Boden für mich kreiert,
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                  auf dem ich landen konnte, auf dem ich ausatmen konnte.
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                  Also ja und das wiederum, also der eine große Aspekt ist Sicherheit und wenn wir uns sicher fühlen,
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                  kommt die nächste schöne Ebene dazu, nämlich Entfaltung und das konnte ich bei
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                  mir ganz, ganz deutlich spüren, dass ich einfach dieses reine,
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                  ich gebe nur Yoga-Kurse, Präventionskurse habe ich schon lange gespürt,
                  0:10:42–0:10:46
                  ich bleibe hinter meinen Möglichkeiten und ich könnte eigentlich ganz andere
                  0:10:46–0:10:50
                  Dinge geben, aber ich traue mich das gar nicht richtig auf der marktwirtschaftlichen
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                  Logik, weil ich davon so abhängig bin.
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                  Aber mit dieser Gruppe, die sagt, wir sind mit dir in Beziehung und wir können darüber sprechen.
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                  Und dann habe ich mich mehr gezeigt und habe gesagt, eigentlich würde ich viel
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                  lieber noch mit Improvisation mit den Körpern arbeiten, weil da sehe ich voll das große Potenzial.
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                  Und ich würde gerne das ausprobieren. Und dann konnte ich mich total austoben,
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                  also in Kontakt, in Beziehung mit diesen Menschen. Und das hat,
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                  glaube ich, unglaublich dazu beigetragen, dass ich sehr viel Potenzial entfaltet
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                  habe die letzten fünf Jahre.
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                  Und diese Menschen profitieren total davon.
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                  Die haben sich total darauf eingelassen und die sind so froh,
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                  dass es keine reine Yoga-Klassen mehr sind.
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                  Aber das wurde nur möglich durch diesen gemeinschaftsbasierten Boden.
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                  Und den letzten Punkt, der mir mega wichtig ist, als ich vor zwei Jahren die
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                  Diagnose bekam, dass ich eine posttraumatische Belastungsstörung habe,
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                  weil ich, also es war erst so diese Burnout, ich habe ein Burnout, umkippen, müde sein,
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                  Panikattacken, Angststörung und dann erst die Vermutung, es ist ein Burnout
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                  und dann nochmal mit mehr forschen, nee, es ist tatsächlich eine posttraumatische Belastungsstörung.
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                  In dieser Zeit, ich hätte mich niemals in Yoga-Kursen, wo die Menschen erst
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                  seit fünf Wochen da sind, damit zeigen können. Das hätte so einen Druck ausgelöst.
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                  Aber auf Basis von dieser Gemeinschaft konnte ich das zeigen,
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                  was gerade mit mir passiert.
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                  Und ich bin tatsächlich nicht oft ausgefallen. Ich war meistens montags weiterhin
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                  da, aber ich wusste, wenn ich mal ausfalle, dann ist es transparent.
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                  Und das hat mich maximal entspannt, mich verletzlich zu zeigen,
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                  zu sagen, wie es mir geht.
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                  Und das hat so viel Druck rausgenommen und auch den Menschen zu sagen,
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                  wenn ich hier bin, kann ich auch wirklich hier sein.
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                  Ich übernehme die Verantwortung dafür, aber ich leuchte vielleicht nicht so.
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                  Und alleine das ausdrücken zu können und die Menschen mitzunehmen,
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                  hat mich so krass entspannt auf der Ebene, dass es für mich total okay war,
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                  da zu sein. Ich musste es nicht so wegdrücken.
                  0:12:45–0:12:50
                  Und gleichzeitig habe ich gerade so in dem letzten Jahr ganz viele Rückmeldungen
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                  bekommen, also von Menschen, die wirklich vor mir in Tränen ausgebrochen sind
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                  und sich bedankt haben, dass ich das gezeigt habe.
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                  Und manche Menschen, die seit sieben Jahren bei mir sind, haben gesagt,
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                  ich glaube, das Größte, was ich an Geschenk bekommen habe all die Jahre von
                  0:13:04–0:13:08
                  dir war, dass du dich so schwach und so verletzlich gezeigt hast.
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                  Das hat so viel mit mir gemacht und das war so ein Geschenk für mich und dafür bin ich dir so dankbar.
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                  Und ich glaube, das wäre nicht in Yoga-Kursen, ich hätte mich so ganz sicher
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                  nicht so zeigen können, ich hätte mich nicht so öffnen können und es hätte nicht
                  0:13:23–0:13:26
                  diese Spirale zwischen uns allen ausgelöst von,
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                  wir dürfen schwach sein, wir dürfen umkippen, wir dürfen verletzlich sein.
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                  Und das bedeutet nicht das Ende.
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                  Und das war ein ganz großes Geschenk, was stattfinden konnte in dieser Gemeinschaft.
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                  Eigentlich total absurd, oder? Also wenn ich sowas höre, dann denke ich,
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                  eigentlich total absurd, in was für einer Welt wir leben, dass das nicht dazu gehört.
                  0:13:44–0:13:50
                  Aber erst, indem man sozusagen die Grenze überschreitet und zeigt,
                  0:13:51–0:13:58
                  also es tut, sich damit zeigt, Schwäche zeigt, Angst zeigt und so weiter, Krankheit zeigt,
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                  merkt man eigentlich, dass es die ganze Zeit unter den Teppich gekehrt wird.
                  0:14:02–0:14:05
                  Weil so in der Normalität würde ich das gar nicht mal behaupten.
                  0:14:06–0:14:11
                  Aber weil es einem nicht auffällt, wenn was rot geschwiegen wird sozusagen.
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                  Also richtig spannend, berührt mich richtig, weil so die Absurdität zeigt,
                  0:14:16–0:14:20
                  was wir eigentlich zulassen als Normalität und was wir nicht zulassen,
                  0:14:20–0:14:22
                  was aber eigentlich das Normalste der Welt ist,
                  0:14:23–0:14:27
                  dass man Hilfe braucht, dass man verletzlich ist, dass man schwach ist als Mensch,
                  0:14:27–0:14:31
                  dass man irgendwie zu kämpfen hat. Ja, danke dir.
                  0:14:32–0:14:37
                  Ja, total. Also wirklich diese scheinbar kleinen, subtilen Dinge,
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                  die für uns so schwer sind und die unser Leben so voller Stress packen.
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                  Ich glaube, manchmal ist es gar nicht, dass wir zusammenklappen und nicht mehr
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                  können, sondern der ganze Druck, dass wir es nicht zeigen dürfen,
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                  dass wir nicht nach Hilfe fragen und so weiter, das ist der eigentliche Stress.
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                  Aber zusammen zu sacken und sich zu erlauben, das zu sein, ist vielleicht gar nicht das Schlimme.
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                  Wenn wir eben dann die Hilfe bekommen und nach Hilfe fragen können.
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                  Allein dieses, du hast nach Hilfe gefragt, ich habe die Gemeinschaft auch nach
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                  Hilfe gefragt an Stellen.
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                  Und das wiederum hat Menschen total berührt und die haben total gerne Hilfe
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                  reingegeben und haben gesagt, ich hätte mich gar nicht getraut, nach Hilfe zu fragen.
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                  Aber dass du das jetzt machst, berührt mich so. Und das sind so kleine Dinge,
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                  die so wichtig sind, dass wir die sichtbar machen, wo wir überall Stress haben
                  0:15:25–0:15:27
                  in dieser Kultur und wo es anders werden darf.
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                  Willst du vielleicht da nochmal stärker drauf eingehen? Du hast es dir erzählt,
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                  ja, und dann wurde ich gemeint, ob es passiert und dann war es so.
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                  Aber vielleicht dieser Übergang, also einerseits diese finanzielle Sicherheit
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                  und diese langfristigere Perspektive habe ich jetzt rausgehört.
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                  Also nicht diese zehn Wochen, sondern irgendwie ein halbes Jahr oder ein Jahr. Du bist das eine.
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                  Aber vielleicht kannst du noch erzählen, was waren die Bedingungen überhaupt,
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                  dass du deine Schwäche zeigen konntest oder dass du dich öffnen konntest,
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                  letztendlich in allen Fasetten.
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                  Nicht nur in der Schwäche, sondern ja auch im, ich will eigentlich was Neues
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                  ausprobieren, ich will eigentlich was anderes in die Welt bringen,
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                  als jetzt nur Yoga und Präventionskurse, sondern du denkst es ja ganzheitlicher.
                  0:16:11–0:16:14
                  Ja, also ich habe einfach diese starke Sehnsucht in mir gespürt,
                  0:16:14–0:16:19
                  dass ich das nochmal ein bisschen anders machen will und auch mit der Klarheit,
                  0:16:19–0:16:25
                  es kann sein, dass Menschen gehen und auch mit dem Risiko und auch allein dieses
                  0:16:25–0:16:27
                  Einlassen auf gemeinschaftsbasiert.
                  0:16:27–0:16:31
                  Also es gab Menschen aus den Yoga-Gruppen, die das total gefeiert haben und
                  0:16:31–0:16:35
                  mit denen ich total in Beziehung war, also die unglaublich gerne zu Yoga-Kursen kamen.
                  0:16:35–0:16:38
                  Und als ich aber den Weg mit Gemeinschaftsbasiert eröffnet habe,
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                  die wirklich auch gegangen sind, weil ihre Systeme das nicht konnten,
                  0:16:43–0:16:48
                  nicht wollten, sich auf die Solidarität und die Auseinandersetzung damit einzulassen.
                  0:16:49–0:16:53
                  Und ja, das war mir schon, also habe ich gemerkt und war mir auch immer wieder
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                  klar, dass wenn ich meinen Weg so klar gehe mit dem, was ich will,
                  0:16:56–0:17:00
                  dass auch Menschen gehen werden und das ist aber auch irgendwie okay.
                  0:17:01–0:17:03
                  Und ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig, deine Frage war,
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                  was mich so gebracht hat, mich so zu öffnen dann und diese Wege so einzugreifen.
                  0:17:08–0:17:11
                  Also ich glaube vor allem einfach dieses, also Corona als Krise natürlich,
                  0:17:12–0:17:16
                  ich war schon vorher am Metzidium angedockt und so ganz langsam mal ein Konzept
                  0:17:16–0:17:20
                  am entwickeln Ich bin für eine gemeinschaftsbasierte Yoga-Bewegungsgruppe und
                  0:17:20–0:17:22
                  Corona war halt einem dann ein krasser Boost,
                  0:17:22–0:17:27
                  weil alle Kurse eh zusammengebrochen sind und dann war eh nichts mehr da und
                  0:17:27–0:17:30
                  das hat es mir leichter gemacht, in dieses Risiko zu hüpfen,
                  0:17:30–0:17:32
                  weil vorher war schon so ein bisschen Stress bei mir,
                  0:17:32–0:17:37
                  so Oktober 2019 haben wir angefangen, habe ich mit Timo und Michaela angefangen
                  0:17:37–0:17:39
                  und zwar die ganze Zeit schon so ein bisschen Bauchschmerzen.
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                  Krass, wie kann ich echt das Risiko eingehen, sieben, acht laufende Yoga-Kurse
                  0:17:45–0:17:50
                  da in was umzuwandeln, was sagen die Leute, verliere ich Menschen,
                  0:17:50–0:17:52
                  das war schon nicht leicht für mich.
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                  Ich weiß nicht, wie gut ich es geschafft hätte, wenn Corona nicht gekommen wäre,
                  0:17:57–0:18:02
                  aber da Corona alles platt gemacht hat, war es dann leicht aus dem Nichts.
                  0:18:02–0:18:06
                  Also es war eh alles am Boden, dann konnte ich wieder loslegen.
                  0:18:06–0:18:09
                  Und da habe ich ganz klar gesagt, Leute, wenn ihr möchtet, dass es mich noch
                  0:18:09–0:18:13
                  gibt in einem Jahr, wenn Corona hoffentlich wieder vorbei ist,
                  0:18:14–0:18:17
                  dann muss ich hier was anderes machen.
                  0:18:18–0:18:22
                  Also hast du sozusagen in der Phase der Inaktivität eigentlich die Leute eingeladen,
                  0:18:23–0:18:28
                  Beiträge zu geben, damit du, wenn Corona vorbei ist, wieder das Angebot möglich wird?
                  0:18:28–0:18:32
                  Ich habe es relativ schnell gemacht. Also Corona kam ja irgendwie so März, April.
                  0:18:33–0:18:37
                  Dann habe ich realisiert, innerhalb von fünf Tagen sind alle Kurse zusammengebrochen.
                  0:18:38–0:18:41
                  Plus, also ich sollte da gerade tatsächlich neue Kurse anfangen.
                  0:18:41–0:18:42
                  Und dann haben ganz viele storniert.
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                  Also es ging wahnsinnig schnell. Und die ganzen Firmen, mit denen ich zusammengearbeitet
                  0:18:46–0:18:48
                  habe, die haben auch alle angerufen innerhalb von zwei Tagen und gesagt,
                  0:18:48–0:18:51
                  hier geht nichts mehr, wir buchen dich nicht mehr.
                  0:18:51–0:18:55
                  Ja, und dann habe ich einfach wirklich schon auch in der Überlebensreaktion
                  0:18:55–0:19:01
                  gesagt, eine Woche später, okay, also so zwei, drei Tage richtig getrauert und
                  0:19:01–0:19:04
                  richtig fertig mit der Welt, wie ganz viele Menschen in dieser Zeit.
                  0:19:04–0:19:08
                  Und dann nächste Woche so, okay, ich mache ein Hub und mein Yoga-Angebot stelle ich auch um.
                  0:19:09–0:19:13
                  Das ging dann doch recht, war ich relativ schnell klar, einfach aus der Not
                  0:19:13–0:19:14
                  heraus auch, ich muss irgendwas machen.
                  0:19:16–0:19:20
                  Aber es war auch gut so. Ja, und wenn du magst, würde ich nochmal zu dem,
                  0:19:20–0:19:24
                  was sich in der Gemeinschaft so entwickelt hat, hüpfen? Oder hattest du vorher noch einen Impuls?
                  0:19:24–0:19:28
                  Oh, nee, also vielleicht nochmal so zu dem Übergang, ne? Dann machst du den
                  0:19:28–0:19:31
                  Menschen das Angebot, hey, wir machen jetzt alles anders und,
                  0:19:31–0:19:33
                  also vielleicht kannst du von dem Übergang noch ein bisschen erzählen, weil,
                  0:19:34–0:19:39
                  ich kenne dich jetzt schon besser und auch gemeinschaftsbasiert das Wirtschaften
                  0:19:39–0:19:40
                  besser, aber vielleicht kannst du es nochmal,
                  0:19:40–0:19:45
                  vielleicht hören noch andere Yoga-Menschen auch zu, die vielleicht sowas ähnliches
                  0:19:45–0:19:48
                  vorhaben und Und davon profitieren, wenn du einfach nochmal erzählst,
                  0:19:48–0:19:49
                  wie hast du denn kommuniziert?
                  0:19:50–0:19:53
                  Weil das höre ich schon raus als eine Bedingung, auch diese Klarheit,
                  0:19:53–0:19:55
                  mit der du dann da standest.
                  0:19:55–0:19:58
                  Also zu sagen, hey, ich habe jetzt hier eine Klarheit, ich mache das jetzt anders.
                  0:19:58–0:20:02
                  Und auch sozusagen die Klarheit, vielleicht machen da Menschen auch nicht mit.
                  0:20:03–0:20:07
                  Also auch diese Klarheit, dass man sich gegebenenfalls von einem bestimmten
                  0:20:07–0:20:11
                  Teil von Menschen verabschiedet, weil die eben nicht in ein anderes System sozusagen übergehen wollen.
                  0:20:12–0:20:16
                  Ja, und dann bleiben ja manche. Und mit denen hast du dich dann getraut,
                  0:20:17–0:20:19
                  sozusagen anders auch umzugehen zwischenmenschlich.
                  0:20:19–0:20:22
                  Und vielleicht kannst du nochmal auf diesen Übergang eingehen.
                  0:20:22–0:20:23
                  Das würde mich interessieren.
                  0:20:24–0:20:30
                  Ja, also ich habe tatsächlich ganz brav und ehrgeizig unser Canvas,
                  0:20:31–0:20:35
                  unser gemeinschaftsbasiertes Canvas abgearbeitet und mir dazu Feedback geholt.
                  0:20:36–0:20:39
                  Und da war einfach nochmal viel mehr mit der Vision, nach ganz vielen Jahren
                  0:20:39–0:20:43
                  schon Yoga unterrichten und einfach Präventionskurse immer zehn Wochen oder
                  0:20:43–0:20:45
                  zwölf Wochen, war es nochmal, okay,
                  0:20:45–0:20:49
                  Vision und Nordstern, worauf, was will ich hier eigentlich, wenn ich Yoga unterrichte,
                  0:20:50–0:20:53
                  was will ich da eigentlich in die Welt bringen und was will ich bewegen in der Welt damit?
                  0:20:54–0:20:58
                  Und dann eben nochmal ein Angebot entwickeln und das Angebot war eben dann nicht
                  0:20:58–0:21:01
                  mehr, einmal die Woche könnt ihr bei mir Yoga machen,
                  0:21:01–0:21:04
                  sondern es war eigentlich, will ich euch ja tiefer begleiten,
                  0:21:04–0:21:09
                  ich will euch mehr mitgeben und ich habe dann einfach dieses zwölf Monatsangebot
                  0:21:09–0:21:14
                  entwickelt, Da war einmal die Woche Yoga dabei, aber auch einmal die Woche online war es.
                  0:21:14–0:21:17
                  Am Ende ist es dann ganz viel online geworden in dem ersten Corona-Jahr.
                  0:21:18–0:21:20
                  Dann war es eine Audiobibliothek quasi.
                  0:21:21–0:21:24
                  Also ich habe einfach noch einen Workshop im Monat, wo wir ein bisschen tiefer gehen.
                  0:21:24–0:21:28
                  Also ich habe einfach so ein umfangreicheres Angebot entwickelt,
                  0:21:28–0:21:31
                  worauf ich richtig Bock hatte, wo ich das Gefühl habe, hier kann ich über einmal
                  0:21:31–0:21:32
                  die Woche Yoga hinaus einfach...
                  0:21:33–0:21:36
                  Mehr mit euch in Beziehung kommen und es kann sich mehr entfalten.
                  0:21:36–0:21:43
                  Ich habe meinen Bedarf ganz ordentlich ausgerechnet und umgelegt und mich mit
                  0:21:43–0:21:44
                  Solidarität beschäftigt.
                  0:21:44–0:21:50
                  Und dann war eben mein Angebot zwölf Monate, ein Jahr in Yoga war der Name für
                  0:21:50–0:21:53
                  25 Menschen. Das war so mein Traum.
                  0:21:53–0:21:55
                  Und die gab es dann und die kamen dann auch zusammen.
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                  Und sie eben, ja, ich habe dann mehrere,
                  0:22:00–0:22:03
                  es war dann im Juni, ich habe mehrere Freiluft-Yoga-Sessions gemacht,
                  0:22:03–0:22:07
                  drei, vier Stunden Yoga und dann anderthalb Stunden Vorstellung,
                  0:22:07–0:22:12
                  Austausch und dann waren so insgesamt 50 Leute da über die Zeit,
                  0:22:12–0:22:15
                  die sich damit auseinandergesetzt haben und 25 haben dann auch gesagt,
                  0:22:15–0:22:20
                  sie sind mit dabei und dann ist es im September 2020 dann losgegangen für ein
                  0:22:20–0:22:24
                  Jahr und dann waren wir leider sehr viel online und es war auch nicht leicht für alle,
                  0:22:24–0:22:29
                  Aber ja, es gibt mich immer noch. Also es hat mich durchgetragen und die meisten
                  0:22:29–0:22:31
                  davon sind auch immer noch dabei oder sehr viele davon.
                  0:22:32–0:22:33
                  Und was ist dann passiert?
                  0:22:33–0:22:36
                  Ja, was ist dann passiert? Wie schon gesagt, ich habe angefangen,
                  0:22:37–0:22:38
                  viel mehr freier aufzuspielen.
                  0:22:39–0:22:41
                  Ich konnte mich einfach relativ schnell viel authentischer zeigen,
                  0:22:41–0:22:44
                  gerade so nachdem das erste Jahr vorbei war und wir uns wirklich mehr wieder
                  0:22:44–0:22:46
                  in Präsenz gesehen haben.
                  0:22:47–0:22:50
                  Und ich glaube, die Menschen haben viel mehr von mir eigentlich mitbekommen,
                  0:22:50–0:22:55
                  weil so diese Performer-Maske, du buchst mich und dann muss ich hier 150 Prozent
                  0:22:55–0:22:59
                  geben und ich muss euch nur das geben, was ihr auch gebucht habt.
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                  Die ist einfach abgefallen und dadurch war viel mehr von der eigentlichen Nadine da.
                  0:23:04–0:23:08
                  Ja, und was mir vielleicht an der Stelle noch wichtig ist zu sagen, ist,
                  0:23:08–0:23:13
                  dass der eine große Teil von dem Boden, auf dem ich gespielt habe und die Gemeinschaft
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                  eingeladen habe, mitzuspielen, war gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften Und der
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                  andere große Teil war Verbindungskultur vom Circlewise-Netzwerk.
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                  Und ich glaube, dass die beiden diese beiden Qualitäten in Kombination Unfassbares entfalten können.
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                  Und mir ist noch wichtig, an der Stelle zu sagen, dass es eben ein Angebot ist,
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                  wo es wirklich auch um inneren Wandel und Beziehung und Achtsamkeit geht und
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                  das natürlich auch dadurch super gut und viel mit einfließen konnte.
                  0:23:38–0:23:41
                  Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich habe einen Bioladen und ich lade da Menschen
                  0:23:41–0:23:47
                  einzutreffen, hat es vielleicht so ein bisschen mehr Hürde, Verbindungskultur
                  0:23:47–0:23:50
                  einfließen zu lassen. Und ich glaube trotzdem, dass es mega wertvoll sein kann.
                  0:23:50–0:23:52
                  Aber es ist vielleicht ein bisschen anders an der Stelle.
                  0:23:53–0:23:58
                  Ja, und also ich habe vorher ja auch schon zehn Jahre Yoga unterrichtet und
                  0:23:58–0:24:02
                  es ist halt nie zu diesem Austausch gekommen, sondern die Menschen sind halt
                  0:24:02–0:24:07
                  gekommen ins Yogastudio oder dann später hier in der Eifel einfach zu mir auf
                  0:24:07–0:24:08
                  ihre Yogamatte gegangen,
                  0:24:08–0:24:11
                  vielleicht kurz mit jemandem gesprochen, den sie kannten und dann wieder abgerauscht.
                  0:24:11–0:24:15
                  Und das hat sich eben total verändert. Und ich glaube, da liegt wirklich sowas
                  0:24:15–0:24:18
                  wie, auch wenn wir vorsichtig sein müssen mit dem Begriff Heilung,
                  0:24:19–0:24:24
                  aber ich würde es trotzdem so gerne so nennen, weil so fühlt es sich an oder so sieht es aus.
                  0:24:25–0:24:29
                  Und gerade in diesem Bereich von Körperarbeit, Intimität mit uns selbst,
                  0:24:29–0:24:34
                  steckt so viel Potenzial in der Verbindung untereinander und im Teilen, wie es uns damit geht.
                  0:24:34–0:24:40
                  Und ich habe die Menschen eben total eingeladen. Also es ist auf Basis der Gemeinschaft
                  0:24:40–0:24:43
                  ein ganz anderer Raum entstanden und das teilen die Menschen auch immer wieder,
                  0:24:44–0:24:45
                  wo viel mehr Intimität möglich ist,
                  0:24:46–0:24:49
                  wo viel mehr Safe Space möglich ist und ganz viel möglich ist,
                  0:24:49–0:24:51
                  dass die Menschen sich wirklich fallen lassen.
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                  Und ein Element ist auf jeden Fall die Solidarität untereinander,
                  0:24:56–0:25:00
                  dieses Bewusstsein, hier wird niemand ausgeschlossen und sie wissen untereinander,
                  0:25:00–0:25:05
                  dass es bei manchen enger ist, bei manchen ist mehr Geld da und sie wissen aber,
                  0:25:05–0:25:09
                  dieses Angebot wird dauerhaft und resilient getragen und es wird niemand ausgeschlossen.
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                  Und allein das macht, glaube ich, also macht, auch wenn das nicht immer sichtbar
                  0:25:14–0:25:17
                  ist, aber ich glaube, es macht total viel mit dem Raum an Sicherheit und an
                  0:25:17–0:25:18
                  Vertrauen miteinander.
                  0:25:19–0:25:25
                  Und über diesen Austausch ist einfach, also diesem Safe Space und viel mehr
                  0:25:25–0:25:26
                  miteinander in Kontakt kommen,
                  0:25:26–0:25:29
                  reden wir einfach viel mehr darüber, wie geht es mir denn gerade,
                  0:25:29–0:25:34
                  wie viel, wie so simple Sachen wie meine, ich habe so viele Gedanken und ich
                  0:25:34–0:25:36
                  komme gar nicht zur Ruhe heute.
                  0:25:36–0:25:40
                  Alleine sowas Kleines zu teilen, macht so einen Unterschied.
                  0:25:40–0:25:44
                  In dem Moment, wo ein Mensch teilt, mein Kopf ist so voll und ich fühle mich
                  0:25:44–0:25:50
                  so gestresst, wird es für alle leichter, die sich auch gerade so fühlen, das zu zeigen.
                  0:25:50–0:25:54
                  Also es geht auch wirklich wieder um diese Dinge. Und das war in Yoga-Kursen oft nicht möglich.
                  0:25:54–0:25:58
                  Die Menschen waren so verschlossen, auch wenn ich da vorher schon auch eingeladen
                  0:25:58–0:25:59
                  habe oder versucht habe.
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                  Aber es war, als müsste ich einen Berg erklimmen, um diese Offenheit zu erzeugen.
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                  Und hier ist es einfach deutlich leichter.
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                  Und gerade mit so Sachen wie Scham mit dem eigenen Körper,
                  0:26:10–0:26:15
                  also Scham darüber, wenn er vielleicht kräftig ist oder nicht dem Schönheitsstandard
                  0:26:15–0:26:20
                  entspricht, Scham darüber, wenn wir Schmerzen haben oder nicht beweglich sind
                  0:26:20–0:26:22
                  oder wenn wir gerade durch eine Lebenskrise gehen,
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                  einfach dafür in der Gemeinschaft das Gefühl zu entwickeln, wir dürfen damit da sein.
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                  Mit unserem Stress dürfen wir da sein, mit unserem Druck und zu merken,
                  0:26:33–0:26:35
                  wir können das offen aussprechen.
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                  Und es gibt andere Menschen im Raum, die sagen, ja, das geht mir auch so. Das ist so heilsam.
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                  Und es sind scheinbar so kleine Dinge, die
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                  aber über die Zeit einfach eine Referenzerfahrung für die Menschen sind.
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                  Und mit meinem Schmerz, mit meinem Stress, mit meinem, ich bin vielleicht zu
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                  viel für die Gruppe, werde ich immer wieder anerkannt und gesehen und das ist okay.
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                  Und es schafft uns eine Referenzerfahrung, die wir oft so nicht kennen,
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                  weil wir in der Kultur aufgewachsen sind, wo das nicht okay ist.
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                  Was würdest du denn sagen, waren so Praktiken oder Zeremonien oder also wie
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                  so Dinge, die du, also Dinge, an die sich die Menschen auch gewöhnen mussten
                  0:27:17–0:27:19
                  wahrscheinlich, weil es neu war?
                  0:27:19–0:27:23
                  Also auch so Thema Beitragsrunden, du hast vorhin Heike Burian angesprochen, habt ihr da,
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                  stellen wir vor, unter 25 Leuten, die ein Jahr lang zusammen auch eine Reise
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                  sozusagen des inneren Wandels angehen, habt ihr da transparent über Geld gesprochen,
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                  also wirklich transparent im Sinne von, was verdienen denn die Menschen hier im Raum und so?
                  0:27:38–0:27:41
                  Also weil das ist ja schon nochmal eine stabilere Gemeinschaft,
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                  als jetzt irgendwie bei 100 Menschen, die halt irgendwie dezentral,
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                  also auch nicht zum gleichen Zeitpunkt,
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                  jetzt zum Beispiel in den Bioladen einkaufen gehen und sich dann vielleicht
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                  wirklich nur bei ein paar Events übers Jahr verteilt sehen.
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                  Während bei dir war es ja schon wöchentlich wahrscheinlich, wo sie sich getroffen
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                  haben und auch immer in einer ähnlichen Konstellation von Menschen.
                  0:28:03–0:28:06
                  Also vielleicht hat mal jemand gefehlt, aber man kannte sich auf jeden Fall.
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                  Vielleicht kannst du da so ein bisschen sammeln, was waren denn so Praktiken,
                  0:28:10–0:28:16
                  die diesen Berg sozusagen verkleinert haben, diesen Berg der Isolation und des
                  0:28:16–0:28:19
                  Verschlossenseins auch?
                  0:28:20–0:28:24
                  Ja genau, zu dem Thema Geld kann ich gleich nochmal kommen, aber die Praktiken
                  0:28:24–0:28:30
                  sind auf jeden Fall die, also viel die Verbindungskultur, einfach immer wieder Check-ins zu machen,
                  0:28:31–0:28:36
                  also jede Session gehen Menschen erstmal zu zweit oder zu dritt zusammen und
                  0:28:36–0:28:39
                  teilen davon, wie es ihnen gerade geht.
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                  Und wenn wir einfach in einer Gruppe, in einer großen Gruppe,
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                  wenn wir alleine nur mit einem Menschen einchecken, dann verändert sich einfach
                  0:28:46–0:28:47
                  schon die Sicherheit im Raum.
                  0:28:48–0:28:51
                  Und natürlich strahle ich in dieser Gruppe extrem die Haltung aus von,
                  0:28:52–0:28:55
                  wir haben alle unsere Päckchen und die dürfen da sein.
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                  Und in dem Maß, wie es für euch okay ist, dürft ihr die zeigen.
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                  Das ist einfach diese Haltung, die innere Haltung, die man als Anbietende,
                  0:29:03–0:29:06
                  die den Raum öffnet, einfach ausstrahlt. Das ist, glaube ich, mega wichtig.
                  0:29:06–0:29:09
                  Und dann dieses Miteinander in Kontakt kommen und wir machen einfach auch konkret
                  0:29:09–0:29:14
                  Übungen, körperliche Übungen, einfach eine kleine Achtsamkeitsmeditation.
                  0:29:14–0:29:17
                  Und dann lade ich total ein, dass alle Gedanken, dass es stressig sein darf
                  0:29:17–0:29:22
                  oder wirklich ganz auch über subtile Dinge, die im Körper passieren,
                  0:29:22–0:29:25
                  zu teilen. Und das ist natürlich eine Praxis und das dauert eine Zeit,
                  0:29:25–0:29:29
                  so fein zu spüren und dann darüber auch in Austausch zu kommen und sich zu öffnen.
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                  Also der Inhalt der Gruppe selber trägt bei uns einfach viel dazu bei.
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                  Und so eine ganze Palette aus der Verbindungskultur, würde ich sagen, hat dazu beigetragen.
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                  Und was ich halt auch viel mache, ist natürlich auch entsprechend unserem Thema
                  0:29:44–0:29:48
                  einfach Sachen mit Scham mit dem Körper,
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                  mit uns ein bisschen trauen, improvisieren mit dem Körper zu springen und dann
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                  darüber auch direkt zu teilen, wie ging es mir damit.
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                  Ja, und gleichzeitig auch sowas wie Seufzen oder Stöhnen. Es gab vor zwei Jahren
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                  Menschen, die gesagt haben, ich kann es einfach nicht, ich kann es nicht.
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                  Wie kann ich es lernen? Und dann haben wir auch zu zweit einfach immer wieder
                  0:30:08–0:30:12
                  geguckt, wie kann die Person es lernen? Und mittlerweile stöhnt und seufzt sie ganz befreit.
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                  Und alleine, das feiert sie total. Das ist auch wieder sowas Kleines.
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                  Dass ich in der Gruppe mich traue zu singen, dass ich in der Gruppe mich traue
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                  zu seufzen, ist einfach so ein Sprung für mich. Ja, also wieder die ganz kleinen
                  0:30:26–0:30:30
                  Dinge, die einfach die Lebensqualität von den Menschen total verändern können.
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                  Und zum Thema Geld hat sich, ich habe so glaube ich eine spezielle Form mittlerweile,
                  0:30:35–0:30:38
                  wie es sich für mich am besten und am stimmigsten anfühlt.
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                  Und von den Menschen sind nur ein, zwei Menschen, die auch im politischen,
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                  aktivistischen Kontext unterwegs sind.
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                  Alle anderen leben ein ganz normales Leben in der Eifel mit einem Haus, zwei Autos.
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                  Also so Pi mal Daumen. Und deswegen ist es auch, dass ich schon immer versuchen
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                  muss, die Menschen da abzuholen, wo sie gerade stehen mit dem Thema und auch nicht zu überfordern.
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                  Und die ersten Jahre hatten wir Beitragsrunden. Da war Timo auch teilweise noch
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                  dabei, als er noch hier gewohnt hat.
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                  Ja, mittlerweile weiß ich wieder viel mehr, was man noch machen kann.
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                  Aber das waren einfach mit die ersten Beitragsrunden, die im Ezelium auch passiert sind.
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                  Und mittlerweile wissen wir schon mehr und teilen ja auch mehr hier im Podcast.
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                  Also Heike Purians Podcast hat nochmal richtig viele gute Sachen mit reingebracht.
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                  Und was ich mittlerweile aber mache, da die Gemeinschaft so stabil ist,
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                  also es gehen immer nur ein, zwei Menschen raus und es kommen ein,
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                  zwei neue Menschen dazu.
                  0:31:34–0:31:38
                  Und ich führe einfach mit den zwei, drei Menschen, die neu kommen,
                  0:31:38–0:31:41
                  einfach Gespräche, 20 Minuten, erzähle ihnen einfach, wie wir es machen,
                  0:31:42–0:31:46
                  was es auslösen kann, unterhalte mich mit ihnen über ihre Geldsituation.
                  0:31:46–0:31:51
                  Und wir sind, also es bietet sich für mich total an, im persönlichen Kontakt
                  0:31:51–0:31:53
                  das mit den neuen Menschen zu besprechen.
                  0:31:54–0:31:58
                  Und bis jetzt haut es immer hin. Also wenn ich merke, da kommt jemand,
                  0:31:58–0:32:01
                  der gibt einen ganz kleinen Beitrag rein, jemand mit einem großen Beitrag ist vielleicht gegangen,
                  0:32:02–0:32:05
                  dann würde ich nochmal auf die Gemeinschaft zukommen und transparent machen,
                  0:32:05–0:32:09
                  wir sind gerade, wir haben gerade ein bisschen zu wenig für meinen Bedarf und
                  0:32:09–0:32:12
                  dann würden wir auch nochmal eine Beitragsrunde machen, aber das kommt sehr selten vor.
                  0:32:13–0:32:15
                  Und für mich fühlt sich so viel stimmiger an, es so zu machen,
                  0:32:15–0:32:19
                  als mit der kompletten Gruppe jedes Mal eine Beitragsrunde zu gehen,
                  0:32:19–0:32:23
                  die auch Kapazitäten braucht und die auch manchmal Unruhe dann auslöst.
                  0:32:23–0:32:26
                  Also so sind wir in einem ganz ruhigen Fahrwasser unterwegs.
                  0:32:26–0:32:29
                  Und das ist natürlich auch ein Privileg, weil die Gruppe finanziell insgesamt
                  0:32:29–0:32:31
                  stabil ist und schon so lange dabei ist.
                  0:32:32–0:32:37
                  Und die wissen aber sozusagen, dass es solidarisch ist, also dass manche mehr
                  0:32:37–0:32:38
                  geben, dass manche weniger geben.
                  0:32:39–0:32:43
                  Und kennen die auch die gegenseitigen Beiträge oder interessiert die das?
                  0:32:43–0:32:44
                  Glaubst du, sprechen die darüber?
                  0:32:44–0:32:49
                  Nee, glaube ich nicht. Also da so die ersten Beitragsrunden ja auch schon vor
                  0:32:49–0:32:50
                  fünf oder vier Jahren waren,
                  0:32:51–0:32:55
                  seitdem hat sich, wie gesagt, ja viele Medizile entwickelt, aber da war unsere
                  0:32:55–0:33:00
                  Haltung noch total anonyme Beitragsrunden zu machen und wir haben nur in ganz
                  0:33:00–0:33:03
                  intensiven Gemeinschaften wie der Lern- und Handlungsgemeinschaft offene Beitragsrunden gemacht.
                  0:33:06–0:33:10
                  Ja, und ich denke, also ich glaube, denen geht es allen gut mit der klar,
                  0:33:10–0:33:15
                  also die wissen alle, es gibt Solidarität hier und ich bringe das immer mal
                  0:33:15–0:33:18
                  wieder ein und sage, dass ich dafür mega dankbar bin und dass es vieles ermöglicht
                  0:33:18–0:33:20
                  für Menschen, auch wenn es nicht so sichtbar ist.
                  0:33:20–0:33:25
                  Und ich habe aber das Gefühl, dass es gerade für die meisten ist es sicherer
                  0:33:25–0:33:30
                  so, dass sie wissen, es ist da, es funktioniert, Nadine hat da den Blick drauf,
                  0:33:31–0:33:34
                  und wir gehen aber nicht zu tief rein,
                  0:33:34–0:33:36
                  uns da noch mit auseinanderzusetzen.
                  0:33:36–0:33:40
                  Ich glaube, das ist gerade für die meisten sicherer und natürlich hätte es auch
                  0:33:40–0:33:43
                  voll die Schönheit, das nochmal mehr aufzumachen.
                  0:33:43–0:33:47
                  Ich glaube, es ist gerade nicht so richtig der Punkt da, aber vielleicht kommt
                  0:33:47–0:33:51
                  es irgendwann nochmal, wenn die Welt sich noch weiterdreht und dass noch mehr gebraucht wird.
                  0:33:51–0:33:54
                  Ja, ich finde halt gerade so, weil du vorhin auch Intimität gesagt hast,
                  0:33:54–0:33:59
                  in der Gruppe gerade dieses Thema sich mit auch diesem, nicht nur körperlicher
                  0:33:59–0:34:03
                  Charme sozusagen, sondern auch finanzieller Charme zu zeigen,
                  0:34:05–0:34:10
                  ändert massiv was, glaube ich, in der Gruppe, aber ohne jetzt da irgendwas pushen
                  0:34:10–0:34:13
                  zu wollen, sondern genau, es war nur meine Erfahrung sozusagen,
                  0:34:13–0:34:18
                  was bei mir auch in Gruppen schnell dazu geführt hat, dass es sozusagen sehr
                  0:34:18–0:34:20
                  eng wurde und sehr intim wurde und sehr,
                  0:34:21–0:34:24
                  ja, ich weiß nicht, dass man sich vertraut hat auf eine Art.
                  0:34:25–0:34:28
                  Komischerweise mit der Eröffnung des Themas. Also ich erzähle gerade von der
                  0:34:28–0:34:31
                  Erfahrung in der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, habe ich da schon mal,
                  0:34:31–0:34:36
                  weiß ich nicht genau, wie intensiv erzählt, aber ich habe da studiert und da
                  0:34:36–0:34:40
                  ging es darum, dass wir sozusagen einen solidarischen Topf haben,
                  0:34:40–0:34:45
                  wo manche was reingeben und andere was rausnehmen können.
                  0:34:46–0:34:50
                  Und um dort studieren zu können. Also genau, es waren eigentlich Studiengebühren
                  0:34:50–0:34:54
                  sozusagen angesetzt, weil es eben keine staatliche Uni ist und deshalb musste
                  0:34:54–0:34:55
                  man eigentlich was reingeben.
                  0:34:55–0:34:59
                  Aber genau, wenn man es benötigt hat, konnte man eben auch was rausnehmen.
                  0:35:00–0:35:05
                  Oder weil man auch die Gebühren nicht zahlen konnte. Und damit ging es los, mein Studium.
                  0:35:05–0:35:10
                  Also das Erste war, das ist dein Jahrgang, jetzt mach dir mal eine interne Geldrunde,
                  0:35:11–0:35:13
                  wer wie viel reingebt und wer wie viel rausbraucht.
                  0:35:13–0:35:17
                  Und wir waren alle so, ja okay, wie geht das jetzt?
                  0:35:17–0:35:20
                  Und zum Glück hatten wir jemanden aus dem Jahrgang, der da irgendwie Erfahrung
                  0:35:20–0:35:26
                  hatte in diesen Gruppenprozessen und das so sehr gut, ich glaube spontan gehalten hat.
                  0:35:27–0:35:31
                  Und nach dieser Geldrunde, es war wie so, okay, wir kannten uns.
                  0:35:31–0:35:35
                  Also es war, glaube ich, die beste Kennenlern-Session ever in den zwei Stunden,
                  0:35:35–0:35:39
                  weil man sofort so alle Schmerzpunkte, alle Tiefen und alle,
                  0:35:39–0:35:43
                  ja, also es war krass intensiv, aber es ist auch ultra herausfordernd gewesen.
                  0:35:43–0:35:47
                  Und ich glaube, wenn wir nicht so jung und so idealistisch gewesen wären,
                  0:35:47–0:35:50
                  wären wir uns wahrscheinlich irgendwie einige von uns wieder rückwärts rausgegangen.
                  0:35:51–0:35:56
                  Aber es war eine mega transformative Erfahrung. Genau, wollte ich hier noch dazulegen.
                  0:35:57–0:36:01
                  Und genauso ist, glaube ich, auch dieses Körperliche, was du erwähnt oder was du erzählt hast,
                  0:36:02–0:36:07
                  dieses Körperliche mit reinzubringen, also die eigenen Erfahrungen oder die
                  0:36:07–0:36:11
                  eigenen Veränderungen auch im Zwischenmenschlichen auch körperlich zu spüren
                  0:36:11–0:36:16
                  und eben nicht nur über einen sprachlichen Austausch,
                  0:36:16–0:36:17
                  ultra relevant auch.
                  0:36:18–0:36:21
                  Und das ist auch ein Element, was wir, glaube ich, immer mehr mit reinbringen
                  0:36:21–0:36:23
                  wollen, auch ganz explizit.
                  0:36:24–0:36:28
                  Ja, ich hätte vielleicht noch, ich habe noch zwei kurze Geschichten oder eine
                  0:36:28–0:36:29
                  kurze Geschichte, die hängt zusammen.
                  0:36:30–0:36:34
                  Und einmal hatte ich mir noch, also hatte ich gerade nochmal den Impuls mit
                  0:36:34–0:36:39
                  diesem Thema Körperakzeptanz, weil das ja auch wirklich so ein Gesellschaftsthema
                  0:36:39–0:36:41
                  ist, einfach nochmal ein paar Sätze zu teilen.
                  0:36:41–0:36:45
                  Und also bei mir sind schon 90 Prozent Frauen.
                  0:36:45–0:36:49
                  In der Gruppe von 24 Menschen sind zwei Männer und 22 Frauen.
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                  Und da ist ja so diese Ablehnung vom Körper und ja, nicht schön genug sein,
                  0:36:56–0:36:59
                  nicht der Norm Schönheit entsprechen, wie auch immer.
                  0:36:59–0:37:04
                  Also all diese sehr schmerzhaften Themen, die sind einfach ja bei Frauen vielleicht
                  0:37:04–0:37:08
                  nochmal mehr als bei Männern oder sehr wahrscheinlich mehr als bei Männern.
                  0:37:08–0:37:12
                  Und ich kenne das einfach aus den Yoga-Studios, in denen ich war,
                  0:37:12–0:37:14
                  dass das, obwohl man quasi,
                  0:37:15–0:37:19
                  obwohl alle Yoga-Lehrer gesagt haben, Körper akzeptieren, bla bla,
                  0:37:20–0:37:24
                  das gehört ja schon auch in die Yoga-Szene rein, aber man spürt einfach,
                  0:37:24–0:37:28
                  ob dieser Raum wirklich so gehalten ist und das wirklich ernst meint oder ob
                  0:37:28–0:37:29
                  es auf einer oberflächlichen Ebene ist.
                  0:37:29–0:37:33
                  Bleibt und doch in ganz vielen Nervensystemen im Yoga-Studio passiert,
                  0:37:34–0:37:36
                  ich muss hier mich optimieren.
                  0:37:37–0:37:40
                  Und alleine diese Haltung von, meinen wir es wirklich ernst,
                  0:37:40–0:37:44
                  dass wir komplett so sein dürfen, wie wir sind und den Körper erstmal loslassen
                  0:37:44–0:37:46
                  und akzeptieren und von da aus spielen.
                  0:37:47–0:37:51
                  Oder ist doch immer noch ein subtilen innerer Druck von, ich muss mich eigentlich
                  0:37:51–0:37:54
                  optimieren und strahlt die Person, die den Raum öffnet, das auch noch aus.
                  0:37:55–0:37:59
                  Das ist sehr subtil und es macht einen riesen Unterschied, wenn die Haltung wirklich ist.
                  0:38:00–0:38:04
                  Es ist wirklich die Idee, dass du komplett loslassen kannst und so sein darfst, wie du bist.
                  0:38:05–0:38:09
                  Und ich glaube, dass gerade mit diesem Thema Scham, Körperakzeptanz,
                  0:38:09–0:38:14
                  wenn da wirklich eine Gruppe ist, die sich auf so einem Boden von Verbindungskultur
                  0:38:14–0:38:18
                  und gemeinschaftsbasierten Wirtschaften auch über diese Themen spricht und beschäftigt,
                  0:38:19–0:38:22
                  Dann einfach ausdrückt, ja, mein Herz ist gerade zu, ich habe mich in der Übung
                  0:38:22–0:38:25
                  so gefühlt und ich teile das jetzt mit dir.
                  0:38:26–0:38:30
                  Also ich glaube, dass das so, so krass gesellschaftlich so einen Mehrwert hat,
                  0:38:30–0:38:35
                  wenn mehr Menschen anfangen darüber zu sprechen und das dann ihren Körper mitzunehmen und zu spüren,
                  0:38:35–0:38:38
                  ah ja, da zieht sich was zusammen und da ist mein Gegenüber und der hört mich
                  0:38:38–0:38:41
                  damit und ich darf hier wirklich in dieser Gruppe zu sein.
                  0:38:41–0:38:46
                  Also dieses Ausmaß an sich herum Raum ist, glaube ich, unfassbar schön und hat
                  0:38:46–0:38:47
                  einen unfassbaren Mehrwert.
                  0:38:47–0:38:51
                  Vielleicht dazu noch ganz kurz eine Frage, weil so ein verbindendes Element
                  0:38:51–0:38:55
                  ist ja diese Intimität über Geld zu sprechen oder Geldscham auch zu sprechen
                  0:38:55–0:38:59
                  und finanzielle Scham zu sprechen und dann eben dieses körperliche,
                  0:38:59–0:39:02
                  über körperliche Scham sind ja sozusagen als Muster jetzt Tabuthemen.
                  0:39:02–0:39:08
                  Einfach gesellschaftliche, persönliche Tabuthemen über Verletzlichkeit,
                  0:39:08–0:39:09
                  Schwäche hatten wir vorhin.
                  0:39:09–0:39:12
                  Also Dinge, die sozusagen in der Normalität, in der wir stecken,
                  0:39:12–0:39:15
                  einfach unter den Teppich gekehrt werden und da wieder den Raum zu geben,
                  0:39:15–0:39:18
                  diese Themen einfach bewusst auf die,
                  0:39:18–0:39:24
                  Ja, also rauszukramen und sich damit zu zeigen, was da passiert,
                  0:39:24–0:39:26
                  körperlich, aber auch dann sprachlich eben mit anderen zu teilen.
                  0:39:26–0:39:30
                  Ich glaube, das ist so ein Ding, was halt so Intimität und Vertrauen schafft.
                  0:39:31–0:39:34
                  Und was ich mich aber noch gefragt habe, wo ich dich nochmal hören würde,
                  0:39:34–0:39:36
                  gerne zu, ist dieses, wie sorgst du denn dafür?
                  0:39:36–0:39:40
                  Oder würdest du sagen, irgendwelche Tipps oder Tricks, wie man dafür sorgt,
                  0:39:40–0:39:42
                  dass die Räume wirklich auch sicher sind?
                  0:39:42–0:39:46
                  Also, dass die Leute sozusagen überhaupt sich sicher genug fühlen,
                  0:39:46–0:39:48
                  da auch drüber zu sprechen.
                  0:39:48–0:39:53
                  Ja, da kann ich auf jeden Fall, Circle Weiß hat mal eine Fortbildung zu Safer Spaces gegeben.
                  0:39:53–0:39:58
                  Ich weiß nicht, ob Sie die aktuell noch geben, aber die kann ich empfehlen.
                  0:39:59–0:40:02
                  Also für mich ging es wirklich darum, sehr tief da reinzugehen.
                  0:40:02–0:40:04
                  Ich weiß nicht, inwiefern das für jede Anbietende möglich ist,
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                  aber das wäre auch vielleicht was, was wir mal anbieten könnten auch nochmal.
                  0:40:09–0:40:14
                  Und ich glaube, dieses Wissen über Überlebensreaktion und Nervensystem ist schon
                  0:40:14–0:40:17
                  mega wertvoll. Also wenn wir so ein paar Basics als Anbietende wissen,
                  0:40:17–0:40:21
                  was passiert mit dem Nervensystem, wenn Menschen in Überlebensreaktionen kommen
                  0:40:21–0:40:23
                  und wie können wir das dann versorgen?
                  0:40:23–0:40:26
                  Das hat mir eine unglaubliche Sicherheit gegeben als Anbietende.
                  0:40:26–0:40:29
                  Und vielleicht ist es zu tief für jemanden, der einen Bioladen hat.
                  0:40:29–0:40:32
                  Aber ich habe das Gefühl, das gibt enorm viel Sicherheit.
                  0:40:32–0:40:37
                  Und dann diese Kultur von Einchecken miteinander und Menschen einzuladen,
                  0:40:37–0:40:42
                  einzuchecken und dabei aber auch nur so weit zu gehen oder nur in so eine Tiefe
                  0:40:42–0:40:43
                  zu gehen, wie ich als Anbietende das Gefühl habe.
                  0:40:43–0:40:46
                  Das kann ich dann auch halten, wenn da irgendwas kommt.
                  0:40:47–0:40:50
                  Den Körper mitzunehmen, also so Basics einfach auch.
                  0:40:50–0:40:55
                  Und das muss gar nichts mit Yoga zu tun haben, aber einfach so ein paar Basics.
                  0:40:55–0:40:58
                  Wie komme ich selbst eigentlich in meinen Körper?
                  0:40:58–0:41:02
                  Oder wie komme ich selbst in eine Brise Achtsamkeit? Und wie kann ich auch eine
                  0:41:02–0:41:06
                  Gruppe damit einladen, erstmal in eine Achtsamkeit zu kommen?
                  0:41:06–0:41:08
                  Also ich glaube, und wenn es nur eine Minute ist, es geht nicht um viel,
                  0:41:09–0:41:13
                  aber ich glaube, diese ganz kleinen Prisen, die machen einen Riesenunterschied.
                  0:41:13–0:41:15
                  Das wären jetzt mal drei Sachen.
                  0:41:15–0:41:19
                  Und natürlich ist das Thema, sichere Räume zu kreieren, wichtig.
                  0:41:19–0:41:21
                  Groß und man kann super viel machen.
                  0:41:22–0:41:24
                  Ja, danke dir. Das ist, glaube ich, schon mal ein guter Auftakt.
                  0:41:24–0:41:28
                  Aber wir, also ich finde diesen Gedanken, sichere Räume, safer spaces,
                  0:41:29–0:41:32
                  schon auch sehr zentral, weil wir da, genau, ich habe sehr selten erlebt eigentlich,
                  0:41:32–0:41:35
                  dass Menschen solche Räume dann gecrasht haben.
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                  Und trotzdem, glaube ich, es ist gut zu wissen, wie man die gut halten kann,
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                  wenn man gemeinschaftsbasiert wirtschaftet. Vielleicht können wir dazu auch
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                  nochmal eine extra Folge machen.
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                  Mir fällt noch ein viertes ein, was Sonja immer mal wieder eingebracht hat,
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                  was mir auch geholfen hat, so in einem Raum klar zu sein als diejenige,
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                  die den Raum hält, dass ich den Raum halte, wenn ich klar bin gegenüber Menschen,
                  0:41:57–0:42:00
                  dass ich das für diesen Raum tue, nicht für mich.
                  0:42:00–0:42:02
                  Also wenn zum Beispiel, ich habe immer wieder eine Herausforderung,
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                  wenn ältere Männer in meine Moderation einhaken und den crashen.
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                  Und da war das echt eine Übung für mich, sehr klar zu sein mit Stopp zu sagen
                  0:42:12–0:42:16
                  und dass ich das nicht für mich mache in dem Moment, sondern um diesen Raum klar zu halten.
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                  Und damit hat das eher sowas Kriegerinnen- mäßiges und so eine große Klarheit.
                  0:42:21–0:42:27
                  Ja, genau. Ich habe noch zwei letzte Impulse. Das eine ist, wenn wir einfach
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                  in diesem, wenn wir uns Menschen öffnen können und in Gemeinschaft und wenn
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                  wir Gemeinschaft so gestalten, dass es leichter ist.
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                  Also wenn wir gemeinschaftsbasiert wirtschaften, ist schon mal eine Grundvoraussetzung
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                  da, die es leichter macht, als wenn wir anonym marktwirtschaftlich konsumieren.
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                  Wir haben schon mal einen ganz anderen Boden, auf dem wir stehen und auf dem
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                  wir Sachen einbringen können.
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                  Wenn dann eben noch solche, wir gestalten den Raum sicher, wir lassen Verbindungskultur einfließen,
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                  mitkommt, dann haben wir ja eine große Chance, dass Menschen sich in Zweier-
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                  oder Dreiergruppen anfangen zu öffnen und so von sich ein bisschen was zu teilen,
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                  wie es ihnen gerade geht, wie sie da sind, wie es ihnen mit der Beitragsrunde geht und so weiter.
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                  Und was bei uns, was ich da total sehe, ist, wenn wir, das können wir so schön
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                  auch für uns selbst übertragen, wenn wir lernen.
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                  Wir können anderen Menschen mit ihren Empfindungen wirklich tief zuhören und
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                  wir können das als menschliche Wesen und wir machen wieder diese Referenzerfahrung.
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                  Tiefes Zuhören kann ich und es fühlt sich so unfassbar gut an,
                  0:43:27–0:43:32
                  selber auch wirklich gehört zu werden und jemanden präsent zu haben, der mir zuhört.
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                  Wir übertragen das total in diese Intimität mit uns selber, weil das ist mit
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                  uns selber, ist es ja ultra schwer, wirklich so uns selbst zuzuhören,
                  0:43:41–0:43:42
                  wie wir anderen Menschen zuhören.
                  0:43:42–0:43:46
                  Und das ist aber in unserer Gruppe mega schön, dass es mittlerweile so passiert,
                  0:43:47–0:43:51
                  ja, ich habe ja eben erlebt beim Einchecken, ich habe einem anderen Menschen
                  0:43:51–0:43:55
                  wirklich zugehört und das war total wohltuend und genauso hat der mir zugehört
                  0:43:55–0:43:56
                  und es war ein unfassbares Geschenk.
                  0:43:57–0:44:01
                  Was ist denn, wenn ich das übertrage und meinem eigenen Körper in der nächsten
                  0:44:01–0:44:04
                  Übung so zuhöre, wie ich dem anderen Menschen zugehört habe.
                  0:44:04–0:44:10
                  Und das bringt auch nochmal eine ganz schöne, liebevolle Möglichkeit rein,
                  0:44:10–0:44:12
                  wieder mit uns selbst in Intimität zu kommen.
                  0:44:13–0:44:17
                  Und zum Abschluss würde ich gerne von zwei Situationen erzählen,
                  0:44:17–0:44:19
                  die in diesem Sommer passiert sind.
                  0:44:20–0:44:22
                  Da ist wirklich Leben und Tod ganz nah beieinander.
                  0:44:23–0:44:27
                  Und die eine Teilnehmerin, die auch, oder das eine Mitglied,
                  0:44:27–0:44:31
                  die auch schon seit fünf Jahren dabei ist, sie hat ganz akut von heute auf morgen
                  0:44:31–0:44:35
                  über Nacht quasi ihren Enkelsohn verloren, der zwei Jahre alt war und nicht mehr aufgewacht ist,
                  0:44:36–0:44:39
                  was ganz, ja, ganz dramatisch und ganz tragisch war.
                  0:44:40–0:44:44
                  Und sie hat sich wirklich richtig gezwungen, zwei Wochen später schon wieder
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                  in die Gruppe zu kommen, obwohl es ultraschwierig für sie war.
                  0:44:46–0:44:50
                  Und gleichzeitig wusste sie, das ist so eine Ressource, ich muss da hin.
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                  Und ich wusste Bescheid und die anderen wussten noch nicht so Bescheid und sie
                  0:44:54–0:44:56
                  hat sich dann ganz langsam, wir haben besprochen, wie wir das machen,
                  0:44:56–0:45:00
                  sie hat sich dann ganz langsam so nach und nach Menschen geöffnet und davon erzählt.
                  0:45:01–0:45:04
                  Und sie hat jetzt, jetzt ist es so zwei, drei Monate her und sie hat vor zwei
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                  Wochen nochmal der ganzen Gruppe geteilt, ohne dass die Gruppe das so im Detail wusste.
                  0:45:09–0:45:14
                  Aber dieses jeden Montag in diese Gruppe zu kommen, hat ihr so unglaublich viel Kraft gegeben.
                  0:45:14–0:45:18
                  Und sie hat immer wieder gesagt, diese ganze Gemeinschaft trägt mich total durch
                  0:45:18–0:45:22
                  diese Zeit hier durch und die wissen das nicht mal alle so, aber wenn ich euch
                  0:45:22–0:45:25
                  nicht hätte, dann weiß ich nicht, ich würde durchdrehen so.
                  0:45:26–0:45:31
                  Und ich glaube, das zeigt nochmal so krass, wie wir Gemeinschaft brauchen und
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                  wie wir nicht nur einfach Konsum brauchen, nicht nur einfach einen Yogakurs
                  0:45:34–0:45:37
                  zu gehen und inhaltlich guten Input zu bekommen,
                  0:45:37–0:45:43
                  sondern wirklich dieses Angebot, was da passiert, ist viel mehr als ich anbiete.
                  0:45:43–0:45:47
                  Und diese Menschen, die zusammenkommen, sind viel mehr als die Summe ihrer Teile.
                  0:45:47–0:45:49
                  Das ist ein komplett neues Feld.
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                  Und dieser Mensch, dieses Mitglied, wird von diesem Feld gerade getragen durch
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                  eine unglaublich schwierige Krisenzeit, durch die sie gerade geht.
                  0:45:59–0:46:01
                  Und ich habe sie vorher gefragt, ob ich das teilen kann. Und sie hat gesagt,
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                  ja, weil die Gemeinschaft trägt mich gerade und ich will, dass du das teilst.
                  0:46:05–0:46:11
                  Ja, krass. Genau, ich würde mir voll wünschen tatsächlich, oder ich halte das für...
                  0:46:12–0:46:16
                  Auch total essentiell für diese sozial-ökologische Transformation,
                  0:46:16–0:46:21
                  die wir mit unserer Arbeit sozusagen unterstützen wollen, stärken wollen,
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                  dass Leute das wieder erfahren.
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                  Also ich fand dieses tiefe Zuhören als Aspekt nochmal total wertvoll.
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                  Genau, aber so mein Traum wäre, dass halt auch der gemeinschaftsbasierte Bioladen,
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                  also die Gemeinschaften dieser gemeinschaftsbasierten Bioläden,
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                  dass auch die Räume bekommen,
                  0:46:41–0:46:45
                  vielleicht jetzt nicht jeden Montag, aber regelmäßig Räume bekommen,
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                  wo sie das erfahren können, dass es da Gleichgesinnte gibt, dass es da eine
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                  Gemeinschaft gibt, dass ich mich da öffnen kann.
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                  Oder eigentlich, ehrlich gesagt,
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                  braucht doch jeder Stadtteil auch so ein Live-Flow-Angebot von dir.
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                  Also vielleicht ist das auch eher der Raum. Aber genau, ich würde mir so wünschen,
                  0:47:09–0:47:12
                  dass nur in Ansätzen, es muss nicht viel sein, wie du vorhin gesagt hast,
                  0:47:12–0:47:15
                  diese Riese Achtsamkeit, diese Riese Gemeinschaft,
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                  dass man die auch in all den gemeinschaftsbasierten Unternehmen und Orten anfängt zu spüren.
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                  Das ist jetzt das Zyklus zwei sozusagen, den wir jetzt gerade ausbruchstabieren
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                  und den wir jetzt gerade auch mehr Unternehmen anbieten wollen.
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                  Aber diese, ja, es ist auch wieder eine Frage an die Welt, wollt ihr das?
                  0:47:32–0:47:35
                  Und eine Frage an die Menschen, wollt ihr das? Und ich frage mich so.
                  0:47:36–0:47:41
                  Ob die Menschen überhaupt noch wissen, dass sie das brauchen.
                  0:47:41–0:47:46
                  Also weißt du, was wir vorhin hatten, auch dieses Dinge, die verschwiegen werden,
                  0:47:47–0:47:51
                  Dinge, die wir noch nie erlebt haben vielleicht in der Form,
                  0:47:51–0:47:56
                  ob man überhaupt checkt, dass man die eigentlich braucht und will und sucht,
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                  oder ob es sozusagen sehr viele Zufälle braucht, dass man da drauf stößt.
                  0:48:01–0:48:04
                  Also irgendwie genau das frage ich mich. Wenn wir jetzt so ein Angebot Zyklus
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                  2 machen, wir nennen es Gemeinschaftsbildung, auch mit vielen Verbindungskulturelementen,
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                  also das ist alles, was du beschrieben hast, versuchen wir auch damit einzubauen.
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                  Und gleichzeitig ist die Frage, sind da Menschen bereit für,
                  0:48:16–0:48:20
                  das auch anzunehmen oder zu sehen, zu erkennen, um was es dabei geht?
                  0:48:21–0:48:26
                  Ja, das ist voll die gute Frage. Also vielleicht nochmal ganz kurz zu dem, es braucht nicht viel.
                  0:48:26–0:48:29
                  Also es geht manchmal einfach darum, drei Minuten zu erzählen,
                  0:48:29–0:48:33
                  wie geht es mir gerade? Und drei Minuten gehört zu werden. Ich meine, du kennst das.
                  0:48:33–0:48:36
                  Und zu merken, wow, jetzt merke ich erst mal gerade, wie es mir geht.
                  0:48:37–0:48:40
                  Und was für ein Geschenk ist das, zu spüren, wie es mir gerade geht und dann
                  0:48:40–0:48:42
                  auch noch einen Menschen zu haben, der das gerade wahrnimmt.
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                  Und es gibt so viele, die sagen, ich rede mit niemandem in der Woche eigentlich
                  0:48:47–0:48:51
                  so, und das ist traurig irgendwie, aber seit fünf Tagen habe ich niemandem mehr
                  0:48:51–0:48:53
                  erzählt, wie es mir eigentlich gerade geht.
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                  Jetzt habe ich es zum ersten Mal gemacht, drei Minuten, und ich merke schon,
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                  es geht mir ganz anders, weil ich es gemacht habe und es war gar nicht lang.
                  0:48:59–0:49:02
                  Und ich glaube total, dass viele Menschen das gar nicht wissen,
                  0:49:02–0:49:07
                  wie gut das tut. und dass sie das eigentlich brauchen und dass es Medizin wäre.
                  0:49:07–0:49:10
                  Ich glaube, das ist schon ein wahrer Punkt, dass es erst erlebt werden muss,
                  0:49:11–0:49:15
                  um zu merken, ah ja, so fühlt es sich an und das kann ich öfters haben und wie schön.
                  0:49:15–0:49:17
                  Ja, vielleicht braucht es da noch ein bisschen was.
                  0:49:18–0:49:22
                  Das können wir nochmal mitnehmen. Und ich muss ja gleich los,
                  0:49:22–0:49:24
                  Hanna, aber ich habe eine letzte positive Geschichte.
                  0:49:24–0:49:28
                  Ich habe eben von Leben und vom Tod gesprochen und vom Tod habe ich schon gesprochen.
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                  Und parallel dazu eine andere Frau, mit der ich auch das abgeklärt habe,
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                  da ich das teilen kann, die auch seit vier, fünf Jahren schon dabei ist.
                  0:49:36–0:49:41
                  Sie hatte jetzt eine ganz lange Reise mit künstlicher Befruchtung und es war
                  0:49:41–0:49:42
                  einfach schwierig und herausfordernd.
                  0:49:43–0:49:47
                  Und es hat diesen Sommer geklappt. Und sie hat erst mir unter Tränen und dann
                  0:49:47–0:49:50
                  der Gruppe vor zwei Wochen unter Tränen erzählt, dass es endlich geklappt hat.
                  0:49:51–0:49:53
                  Und sie hat gesagt, ihr wusstet all die Zeit nichts davon.
                  0:49:54–0:49:58
                  Aber die Zeit mit euch hat mich so die letzten Jahre getragen durch diese Auf und Abs.
                  0:49:58–0:50:06
                  Und ihr seid so Teil von dieser Reise, dass es jetzt geklappt hat und dass ich jetzt Mama werde.
                  0:50:06–0:50:09
                  Und ich bin so dankbar, dass ihr die ganze Zeit da wart, ohne zu wissen,
                  0:50:09–0:50:11
                  wie einen großen Wert ihr alle habt.
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                  Und es geht eben nicht nur an mich, an die Anbieterin, sondern es geht wirklich
                  0:50:15–0:50:17
                  an alle, weil alle das mittragen.
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                  Und es wäre so, glaube ich, wirklich nicht in einem 10er-Yoga-Kurs passiert.
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                  Toll, richtig schön. Danke fürs Teilen und danke auch an die beiden Frauen,
                  0:50:28–0:50:32
                  die hier auch mitschwingen in dieser Geschichte und es erlaubt haben,
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                  dass du es teilen kannst.
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                  Okay, vielleicht zum Schluss, Nadine. Ich meine, du hast hier von deinem Live-In-Flow-Angebot
                  0:50:38–0:50:41
                  vor Ort in der Eifel erzählt, aber vielleicht gibt es auch was,
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                  wo Menschen vielleicht auch zu dir in Kontakt treten können oder von dir,
                  0:50:46–0:50:50
                  von deinen Erfahrungen auch irgendwie bereichert werden können,
                  0:50:50–0:50:53
                  die jetzt nicht in der Eifel leben. Erzähl doch mal, was machst du sonst noch so?
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                  Ja, ich habe dieses Jahr entschieden, dass ich dieses Alive und Alive & Flow
                  0:50:59–0:51:01
                  einfach auch super gern digital anbieten will.
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                  Ich habe auch Yoga früher digital angeboten und da bin ich gerade im Aufbau
                  0:51:06–0:51:08
                  von so einer Art Membership,
                  0:51:09–0:51:12
                  die es ab nächstem Jahr geben soll, wo man dann einfach wöchentlich mit mir
                  0:51:12–0:51:17
                  Alive Lebendigkeit und Körperliebe erleben kann in kleinen Sessions und es auch
                  0:51:17–0:51:20
                  eine Art Bibliothek gibt mit Videos und Audios und Impulsen.
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                  Und ich plane so ganz grob und das ist noch überhaupt nicht fertig,
                  0:51:24–0:51:27
                  aber auch so eine sechs, zum Beispiel sechswöchige Reise in die Lebendigkeit,
                  0:51:27–0:51:29
                  wo es dann noch tiefer geht.
                  0:51:30–0:51:33
                  Ja, das habe ich alles nächstes Jahr vor und das Membership wird wahrscheinlich
                  0:51:33–0:51:37
                  schon so im Februar, März zur Verfügung stehen und meine Website wird sich dann
                  0:51:37–0:51:38
                  auch nochmal ein bisschen wandeln.
                  0:51:38–0:51:41
                  Also kommt gerne auf meine Webseite und habt ein bisschen Geduld,
                  0:51:41–0:51:45
                  wenn es noch nicht ganz so weit ist, aber bald wird es Live & Flow auch in digital geben.
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                  Genau, die Webseite gibt es in den Shownotes. Und ansonsten ist Nadine jetzt
                  0:51:51–0:51:55
                  auch noch über uns, das Mycelium zu erreichen, weil du gerade auch noch fürs Mycelium arbeitest.
                  0:51:55–0:51:58
                  Mal gucken, was sich da wieder verschiebt in nächster Zeit.
                  0:51:59–0:52:05
                  Aber genau, aktuell geht der Weg gemeinsam hier, was mich auch sehr freut.
                  0:52:06–0:52:11
                  Ja, total. Und man kann natürlich jederzeit auch Retreats oder Day-Retreats
                  0:52:11–0:52:12
                  erleben, die dann in Präsenz sind.
                  0:52:13–0:52:15
                  Was gibt es noch zu sagen, Nadine, zum Schluss?
                  0:52:16–0:52:25
                  Ja, ich bin mega dankbar für fünf Jahre eine gemeinschaftsbasierte Verkörperungsgruppe
                  0:52:25–0:52:26
                  und Lebendigkeitsgruppe.
                  0:52:27–0:52:30
                  Und Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften war der Startschuss für eine wirklich
                  0:52:30–0:52:34
                  ganz positive Spirale von Entfaltung, von Spielen, von Kreativität,
                  0:52:34–0:52:38
                  von Sicherheit, Lebendigkeit für mich, für die Menschen, für unsere Beziehungen,
                  0:52:39–0:52:42
                  für Freundschaften, die auch tatsächlich sich in der Gruppe gefunden haben.
                  0:52:43–0:52:45
                  Ja, dafür bin ich sehr dankbar.
                  0:52:46–0:52:53
                  Gut, und ich beende diesen Podcast mit, genau, der Einladung an Gemeinschaften,
                  0:52:53–0:52:54
                  an gemeinschaftsbasierte Unternehmen,
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                  an vielleicht auch Mitgliederländern oder so, die vielleicht jetzt nicht mit
                  0:52:59–0:53:02
                  uns ihre Transformation gestaltet haben, aber an alle Organisationen,
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                  die irgendwie Gemeinschaften verbinden, die Menschen miteinander verbinden,
                  0:53:07–0:53:10
                  das mit einzufließen zu lassen, was Sie hier gehört haben.
                  0:53:11–0:53:18
                  Diese Räume zu schaffen, wo Menschen wieder Erfahrungen sammeln können zu etwas,
                  0:53:18–0:53:21
                  was sie vielleicht gar nicht wussten, dass ihnen fehlt.
                  0:53:21–0:53:28
                  Aber ich glaube, das braucht es für diese ganzheitliche Transformation der Kultur
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                  und Struktur, die wir vor uns haben, beziehungsweise in der wir mittendrin stehen.
                  0:53:33–0:53:36
                  Danke dir, Nadine, dass du dabei warst, dass du dir die Zeit genommen hast,
                  0:53:36–0:53:40
                  dass du die ganzen Geschichten mitgebracht hast und Und dass du auch einfach
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                  eine Pionierin bist in dem, was du tust.
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                  Und auch das Mycelium voll damit bereicherst, mit diesen Aspekten des inneren
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                  Wandels und der Körperlichkeit und der Lebendigkeit, die du damit einbringst.
                  0:53:55–0:53:59
                  Danke dir und danke euch fürs Zuhören. Bis bald.
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                  0:54:05–0:54:10
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                  0:54:10–0:54:16
                  Mycelium-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                  0:54:16–0:54:20
                  Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                  0:54:20–0:54:24
                  Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
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                  für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                  0:54:28–0:54:32
                  hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

                  The post MP102 – Innerer Wandel und Gemeinschaftsbildung mit Nadine Stalpes. appeared first on MYZELIUM.

                  55 min
                • MP101 - Unsere Visionsreise auf dem Waldtreffen 2025

                    Was kann aus dem MYZELIUM und der Bewegung des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens werden? Wie trägt das Ökosystem bei zu der Erreichung eurer Träume? Hört rein in die Vision von Ronja Pohl und Timo Wans und bekommt einen kleinen Einblick in unser Waldtreffen 2025 in Koblenz.

                    Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com
                    Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                    Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                    Transkription

                    0:00:10–0:00:15
                    Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
                    0:00:15–0:00:18
                    Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                    0:00:18–0:00:21
                    Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
                    0:00:21–0:00:23
                    Und dieser Podcast unterstützt dich
                    0:00:23–0:00:27
                    dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                    0:00:27–0:00:31
                    Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                    0:00:31–0:00:36
                    und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                    0:00:36–0:00:39
                    Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                    0:00:49–0:00:54
                    Heute in der 101. Folge unseres MYZELIUM-Podcasts nehmen wir euch mit auf die
                    0:00:54–0:01:00
                    Visionsreise, die im September 2025 auf unserem Waldtreffen stattfand in Koblenz.
                    0:01:00–0:01:04
                    Hier beginnen wir mit einem kleinen Intro von Ronja und einer Visionsreise,
                    0:01:05–0:01:09
                    die sie kurz vor Corona aufgenommen hatte und gehen dann weiter zu der Vision
                    0:01:09–0:01:14
                    unseres Myceliums von Timo Wanz, unserer Quelle, unser Geschäftsführer,
                    0:01:14–0:01:15
                    den kennt ihr ja auch schon.
                    0:01:15–0:01:19
                    Und dann starten wir einen kleinen Kreis oder haben wir gestartet auf unserem
                    0:01:19–0:01:24
                    Wahltreffen mit den Träumen der Menschen, die auf unserem Wahltreffen waren vor Ort.
                    0:01:24–0:01:29
                    Wir laden euch ein, mitzuträumen, wo kann sich das MYZELIUM gemeinsam mit euch,
                    0:01:29–0:01:30
                    mit den Unternehmerinnen, den
                    0:01:30–0:01:35
                    Anbieterinnen, den Gemeinschaften hin entwickeln. Viel Spaß beim Zuhören.
                    0:01:38–0:01:43
                    Zum Start dieser Reise werden wir einen kleinen Hörimpuls von Ronja hören.
                    0:01:43–0:01:45
                    Es soll ja um Visionen gehen. Also
                    0:01:45–0:01:50
                    wo können wir hinkommen, wenn wir gemeinschaftsbasiert verwoben träumen?
                    0:01:50–0:01:53
                    Das, was ihr jetzt hört, das ist ein bisschen aufregend, weil das war eigentlich
                    0:01:53–0:01:56
                    mein Projekt, mit dem ich im MYZELIUM vor fünf Jahren gestartet bin.
                    0:01:57–0:02:01
                    Und es macht mich ein bisschen emotional, weil es ist mitten in die Corona-Pandemie
                    0:02:01–0:02:04
                    gefallen und ich habe von einem Stadtmycel in Mainz geträumt.
                    0:02:05–0:02:09
                    Und das war einfach zu dem Zeitpunkt eigentlich absehbar, wann man sich überhaupt
                    0:02:09–0:02:12
                    wieder sehen kann und so weiter. Und deswegen ist das dann so ein bisschen versandet.
                    0:02:12–0:02:17
                    Aber ich habe dabei einen Stadtspaziergang so mit einer Zukunftsvision von so
                    0:02:17–0:02:21
                    vielleicht drei Jahren damals geträumt, was möglich wäre. Also es ist wirklich
                    0:02:21–0:02:24
                    eher so ein bisschen, ich glaube, es ist realistisch, was man in drei Jahren
                    0:02:24–0:02:26
                    schaffen kann, wenn viele Leute an einem Strang ziehen.
                    0:02:27–0:02:29
                    Und das sieht das ein bisschen als Disclaimer ab. Also es ist nicht die Vision,
                    0:02:29–0:02:32
                    die wir im Team gesponnen haben, aber es ist eine, die jetzt gerade sehr gut
                    0:02:32–0:02:34
                    passt als so Basic-Variante.
                    0:02:34–0:02:36
                    Was könnte passieren, wenn sich Orte verbinden?
                    0:02:36–0:02:39
                    Und ich freue mich total, dass die jetzt nochmal genutzt werden darf.
                    0:02:39–0:02:44
                    Das sind vier Minuten, wo ihr einfach lauschen dürft und ein bisschen mit auf die Reise gehen dürft.
                    0:02:57–0:03:02
                    Hallo, schön, dass du da bist. Ich nehme dich jetzt mit zu einem Stadtspaziergang
                    0:03:02–0:03:05
                    in die nahe Zukunft. Los geht's.
                    0:03:07–0:03:13
                    Wir starten hier in dieser Straße. Um dich herum sind viele Mehrfamilienhäuser.
                    0:03:15–0:03:18
                    Siehst du, wie grün viele Fassaden geworden sind?
                    0:03:19–0:03:21
                    Im Blätterwerk brummt und summt
                    0:03:21–0:03:25
                    es. Die Insekten freuen sich und auch die Baumscheiben wurden bepflanzt.
                    0:03:26–0:03:29
                    Schau mal nach oben, da gibt es noch mehr zu entdecken.
                    0:03:30–0:03:33
                    Da siehst du die Solarpaneele auf dem Balkon?
                    0:03:34–0:03:37
                    Neben Kräutern und Gemüse können
                    0:03:37–0:03:41
                    Mieterinnen nun auch ihren eigenen Strom ernten. Ist das nicht klasse?
                    0:03:42–0:03:44
                    Energiewende auf kleinstem Raum.
                    0:03:46–0:03:51
                    Ein paar Meter weiter, hier in diesem Haus, befindet sich der Soli-Raum.
                    0:03:51–0:03:55
                    Den verschiedenste Gruppen als Kurs- und Behandlungsraum nutzen.
                    0:03:56–0:04:01
                    Ob Yoga, Klimagruppe oder systemische Beratung, da ist alles dabei.
                    0:04:04–0:04:09
                    Nur wenige Meter weiter, ja genau da drüben, entsteht gerade ein gemeinschaftsbasiertes
                    0:04:09–0:04:14
                    Geburtshaus, um möglichst vielen Frauen eine selbstbestimmte Geburt zu ermöglichen.
                    0:04:15–0:04:19
                    Super, dass du ein Rat mitgebracht hast. Lass uns ein kleines Stück radeln.
                    0:04:19–0:04:22
                    Ich möchte dir noch einen weiteren wichtigen Ort zeigen.
                    0:04:30–0:04:34
                    So, da wären wir. Hier ist zur Mittagszeit einiges los.
                    0:04:35–0:04:41
                    Der Duft nach Tomatensupp und Koriander liegt in der Luft. Das hier ist kein normales Kaffee.
                    0:04:42–0:04:44
                    Darf ich vorstellen? Die Soli-Kantine.
                    0:04:45–0:04:48
                    Hier gibt es jeden Tag einen regional-saisonalen Mittagstisch.
                    0:04:49–0:04:54
                    Viele essen vor Ort, andere kommen mit ihren Behältern vorbei und holen das Essen ab.
                    0:04:54–0:04:58
                    Und mit dem Lastenrad da rechts vor der Türe wird das Essen zusätzlich durch
                    0:04:58–0:05:02
                    einen Fahrradkurier auch zu Menschen gebracht, die aus unterschiedlichen Gründen
                    0:05:02–0:05:03
                    nicht selbst kommen können.
                    0:05:04–0:05:07
                    Hier mag ich mit dir für eine Stärkung verweilen.
                    0:05:08–0:05:12
                    Solange wir auf unser Essen warten, will ich dir noch mehr über den Raum erzählen.
                    0:05:12–0:05:14
                    Und wir können uns noch etwas umsehen.
                    0:05:15–0:05:19
                    Vormittags wird der Raum für Coworking und Vernetzungstreffen genutzt.
                    0:05:20–0:05:24
                    Am Nachmittag und Abend verwandelt sich die Kantine in einen Workshop-Raum.
                    0:05:24–0:05:30
                    Hier finden Einkoch-Workshops der Streuobst-Solavi sowie diverse Kochkurse statt,
                    0:05:30–0:05:32
                    in denen Menschen über ein Jahr kochen lernen.
                    0:05:34–0:05:38
                    Bei schlechtem Wetter trifft sich hier einmal in der Woche der interkulturelle Spieletreff.
                    0:05:39–0:05:42
                    Da vorne an der Wand hängt unser schwarzes Brett.
                    0:05:43–0:05:48
                    Schauen wir mal, was die nächsten Wochen im Stadtmyzel so los ist.
                    0:05:49–0:05:54
                    Ah, im Gemeinschaftsgarten der Autarkiegruppe am Stadtrand findet am Wochenende
                    0:05:54–0:05:59
                    der zweite Teil des Wurmkomposter-Workshops statt. Und die Gemeinschaftswerkstatt
                    0:05:59–0:06:01
                    stellt die Werkzeuge. Super!
                    0:06:03–0:06:05
                    Und hier ist auch noch ein Bericht der Gemeinschaftsbäckerei,
                    0:06:06–0:06:08
                    die mit einer neuen Landwirtin kooperiert.
                    0:06:09–0:06:14
                    Ach, wie bitte? Ah, unser Essen ist fertig. Komm hier herüber an den Tisch.
                    0:06:15–0:06:17
                    Lass uns den Spaziergang mit einem leckeren Essen ausklingen.
                    0:06:18–0:06:23
                    Ich hoffe, du hast einen kleinen Einblick bekommen. Kannst du dir vorstellen,
                    0:06:23–0:06:24
                    was noch alles entstehen kann?
                    0:06:26–0:06:32
                    Hier endet unser Spaziergang und der Aufbau des Netzwerks beginnt. Willst du dabei sein?
                    0:06:44–0:06:48
                    Dass wir hier sind, ist schon auch immer einem Menschen geschuldet,
                    0:06:48–0:06:52
                    der einfach mit seiner Vision um sich haut und man sich schlecht entziehen kann.
                    0:06:52–0:06:55
                    Und vielleicht wisst ihr, von wem ich spreche.
                    0:06:56–0:07:00
                    Er sitzt neben mir. Und deshalb starten wir diese Visionsreise,
                    0:07:01–0:07:06
                    diese Traumreise einmal mit einem Blick in das wuselige Hirn von Timo Hansen.
                    0:07:10–0:07:15
                    Timo, wenn du dich in das Jahr 2030 beamst oder in die nahe,
                    0:07:15–0:07:20
                    nicht so weit wecke Zukunft, was wird gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften,
                    0:07:20–0:07:22
                    was wird das MYZELIUM vielleicht auch für eine Rolle spielen?
                    0:07:23–0:07:27
                    Ich glaube, ich muss ganz kurz sagen, mit der Zukunft. Also ich habe mich ja
                    0:07:27–0:07:28
                    ein bisschen damit beschäftigt und so.
                    0:07:29–0:07:35
                    Und als ich mich dann mit der Jahreszahl beschäftigt habe, dann kam es ja erstes Jahr 2035.
                    0:07:36–0:07:40
                    Und dann habe ich aber gemerkt, ich schreibe eigentlich keine Vision, sondern eine Utopie.
                    0:07:41–0:07:45
                    Und die Utopie hat ja so an sich, dass sie aus der heutigen Perspektive ja schon
                    0:07:45–0:07:47
                    ein bisschen irre klingt und unrealistisch.
                    0:07:47–0:07:50
                    Und so Visionen sind ja schon potenziell erreichbar.
                    0:07:50–0:07:54
                    Utopien tun sich eigentlich ja immer, der Spruch geht ja immer,
                    0:07:54–0:07:56
                    die Utopie entwickelt sich ja nicht immer einen Schritt weg,
                    0:07:56–0:07:58
                    wenn du einen auf sie zumachst.
                    0:07:58–0:08:01
                    Und dann habe ich gemerkt, ich habe eine Auseinandersetzung mit der Zahl.
                    0:08:01–0:08:06
                    Also glaube ich daran, dass diese Utopie schon 2035 realistisch ist oder umsetzbar ist?
                    0:08:06–0:08:10
                    Oder ist es die Utopie für 30 oder doch lieber für 40? und da habe ich irgendwie
                    0:08:10–0:08:16
                    gemerkt, so nee, also 35 ist eigentlich das Unterste, wo man jetzt auch ansetzen sollte.
                    0:08:17–0:08:23
                    Also näher dran als sozusagen weiter weg. Genau. Ich hatte ja 30 gesagt,
                    0:08:23–0:08:24
                    also ich wäre noch näher dran.
                    0:08:25–0:08:27
                    Wir warten auf die Utopie. Okay.
                    0:08:30–0:08:35
                    Also ich glaube, das Erste, was ihr auffällt, ihr redet von Vision und ich von Utopie.
                    0:08:38–0:08:40
                    Naja, im Sinne dieser Hochschule will ich auch nochmal sagen,
                    0:08:40–0:08:47
                    es gibt Zukünfte und sozusagen welche Zukünfte im Bereich des Möglichen sind,
                    0:08:47–0:08:50
                    ist ja sozusagen in der Gegenwart gestaltbar und deshalb sind wir hier und deshalb
                    0:08:50–0:08:53
                    sozusagen ist das jetzt auch eine Übung, um sozusagen,
                    0:08:53–0:08:55
                    Vorstellungskraft zu üben und vielleicht durch eine gemeinsame,
                    0:08:56–0:09:00
                    Vorstellungskraft, weil so war das auch mal mit dem Markt, der Idee des Marktes,
                    0:09:01–0:09:04
                    das war auch eine reine Fiktion, eine Vorstellungskraft, die Idee des Geldes.
                    0:09:04–0:09:10
                    Und so ist, glaube ich, eine gemeinsame Vorstellung zu entwickeln von Zukunft,
                    0:09:10–0:09:13
                    die wir im Jetzt miteinander gestalten können.
                    0:09:13–0:09:16
                    Das ist, glaube ich, ganz wichtig, damit es Realität wird, damit wir sozusagen
                    0:09:16–0:09:20
                    unsere Handlungen auch gemeinsam ausrichten können. Und deshalb schieß los.
                    0:09:21–0:09:31
                    Also wir sind im Jahr 2035. In den Nachrichten werden gerade die aktuellen Ergebnisse
                    0:09:31–0:09:37
                    von verschiedenen Beitragsrunden großer deutscher Kollektive verkündet.
                    0:09:38–0:09:44
                    Die Vereinten Nationen sind natürlich super wichtig und die Politiker,
                    0:09:45–0:09:49
                    die dort sprechen, die brüsten sich darüber, wie kooperationsfähig die Zusammenschlüsse
                    0:09:49–0:09:50
                    sind, die sie vertreten.
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                    Sowas wie Wirtschaftsleistungen, darüber lachen die Leute so.
                    0:09:55–0:09:59
                    Also Kooperationsfähigkeit ist der neue Index. So,
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                    die Kinder in den Schulen, die lernen eigentlich nicht, wie man sich gegen andere
                    0:10:04–0:10:12
                    Menschen durchsetzt, sondern wie man eine gewisse Form von Nützlichkeit entdeckt,
                    0:10:13–0:10:19
                    den eigenen Platz in dieser Gesellschaft, wo man besonders gut wirken kann.
                    0:10:19–0:10:23
                    Und Generationenkonflikte gibt es eigentlich nicht mehr,
                    0:10:24–0:10:31
                    weil sowohl die älteren Menschen als auch die Jüngeren eigentlich permanent
                    0:10:31–0:10:34
                    lernen, miteinander über ihre Bedürfnisse zu kommunizieren.
                    0:10:35–0:10:40
                    Das Konzept Rente klingt danach komplett irre. Also irgendwie aufhören mit Arbeiten.
                    0:10:41–0:10:43
                    Da hätte ja Arbeit eine Last sein müssen.
                    0:10:45–0:10:53
                    Und es ist vielmehr so, dass Menschen, die einfach ein gewisses Alter erreicht
                    0:10:53–0:10:56
                    haben, wo eine Form von produktiver Arbeit nicht mehr so möglich sind,
                    0:10:56–0:11:01
                    einfach tatsächlich ihre Weisheit, aber auch durchaus auch noch ihre körperliche
                    0:11:01–0:11:06
                    Leistungsfähigkeit so einbringen, wie es die Gemeinschaften eigentlich brauchen.
                    0:11:06–0:11:11
                    Also ich glaube, das Spannendste ist eigentlich, dass alles möglich ist.
                    0:11:12–0:11:17
                    Also wir leben in einer Gesellschaft, wo es formal einfach keinen Mangel gibt.
                    0:11:17–0:11:24
                    Die Menschen haben verstanden, dass wir in der Vergangenheit leider echt großen Mist gebaut haben.
                    0:11:26–0:11:28
                    Und ja, einfach...
                    0:11:30–0:11:34
                    Jetzt ist dran, dass, sobald wir uns darauf geeinigt haben,
                    0:11:34–0:11:40
                    bestimmte Aktivitäten umzusetzen, wie zum Beispiel das Geburtshaus neu zu gestalten
                    0:11:40–0:11:46
                    oder die Nachbarschaftskantine auf jedes Balkon ein sogenanntes Kraftwerk zu setzen und so weiter,
                    0:11:46–0:11:50
                    dass es dann eigentlich immer nur ganz einfachen sozialen Innovationen gibt,
                    0:11:51–0:11:55
                    die umgesetzt wurde, die entdeckt wurde vor zehn Jahren.
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                    Und der Prinzip heißt eigentlich immer, es werden die Bedürfnisse ermittelt
                    0:11:59–0:12:02
                    von den Menschen, die das Angebot umsetzen und die Menschen,
                    0:12:02–0:12:05
                    die das Angebot nutzen, die geben einfach, was sie können.
                    0:12:05–0:12:09
                    Und das ist einfach normal geworden.
                    0:12:09–0:12:14
                    Sowas wie nach Preisen zu fragen oder so, das klingt im Nachhinein irgendwie
                    0:12:14–0:12:19
                    ulkig und stattdessen wird halt immer gefragt, was brauchst du,
                    0:12:19–0:12:24
                    was kann ich geben, was ist mein Bedarf und das fragen die Leute eben Ganz selbstverständlich.
                    0:12:24–0:12:28
                    Und jetzt stellt euch einfach vor, wie
                    0:12:28–0:12:32
                    diese Form sich einfach über ganze Wertschöpfungsketten ausgebreitet hat.
                    0:12:33–0:12:39
                    Also es beginnt bei den Bauern, die einfach vor zehn Jahren angefangen haben,
                    0:12:39–0:12:43
                    auf ihre Großhändler zuzugehen und zu sagen, hört mal zu, liebe Leute,
                    0:12:43–0:12:45
                    das Spiel funktioniert so nicht.
                    0:12:45–0:12:52
                    Also wir können hier nicht Lebensmittel produzieren und ihr nehmt halt das ab, was euch passt.
                    0:12:52–0:12:57
                    Da draußen gibt es halt Klimakatastrophen. Übrigens, unsere Familien haben keinen
                    0:12:57–0:13:01
                    Bock mehr, unter diesen Bedingungen dann auch Landwirtschaft zu betreiben.
                    0:13:01–0:13:06
                    Wenn ihr wollt, dass wir das weitermachen, dann müsst ihr unsere Bedarfe decken,
                    0:13:06–0:13:07
                    damit wir das tun können.
                    0:13:08–0:13:14
                    Und das Wunder ist im Grunde, dass diese marktorientierten Großhandelsstrukturen Ja gesagt haben.
                    0:13:15–0:13:20
                    Nicht, weil sie so ideologisch überzeugt waren. Die Alternative war einfach,
                    0:13:20–0:13:21
                    dass es keine Bauern mehr gibt.
                    0:13:22–0:13:24
                    Und dass sie dann selber Bauern werden müssten. Und das haben sie verstanden,
                    0:13:24–0:13:25
                    dass das keine gute Idee ist.
                    0:13:26–0:13:31
                    Auf einmal waren die Großhändler gemeinschaftsbasierte Strukturen und haben
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                    ja fest Lebensmittel abgenommen.
                    0:13:37–0:13:42
                    Und was die Großhändler dann gemerkt haben, ist, dass sie ja mit dem Einzelhandel sprechen müssen.
                    0:13:43–0:13:48
                    Weil jetzt haben sie ja fünf Kopf Salat abgenommen, obwohl der Einzelhandel nur einen Kopf will.
                    0:13:50–0:13:53
                    Sondern sie sind zum Einzelhandel gegangen und der Einzelhandel hat am Ende
                    0:13:53–0:13:55
                    die Endkonsumenten überzeugt.
                    0:13:55–0:14:00
                    Und die gesamte Wertschöpfungskette ist auf einmal gemeinschaftsbasiert gewesen.
                    0:14:01–0:14:05
                    Und dieser Prozess hat sich durch alle Wirtschaftssektoren durchgezogen.
                    0:14:06–0:14:07
                    Beim Bauen zum Beispiel.
                    0:14:09–0:14:12
                    Sowas wie, also beim Bauern gab es zum Beispiel eine Bewegung zu,
                    0:14:12–0:14:17
                    warum kann man es nicht auch einfach günstig bauen, warum muss immer alles teuer sein.
                    0:14:21–0:14:27
                    Und auch in total technischen Betrieben, wie zum Beispiel, keine Ahnung,
                    0:14:27–0:14:33
                    dem Bau von Lasern und so, hat man auch gemerkt, wenn man einfach permanent
                    0:14:33–0:14:36
                    versucht, sich gegenseitig zu übervorteilen, kommt man nirgendwo weiter.
                    0:14:36–0:14:40
                    Und es einfach viel, viel sinnvoller ist, wenn man Risiko und Konflikte einfach
                    0:14:40–0:14:46
                    minimiert, indem man einfach mit viel Forschungsvertrauen, aber eben auch der
                    0:14:46–0:14:48
                    Kooperationswille und Ehrlichkeit unterwegs ist.
                    0:14:48–0:14:52
                    Genau. Und sowohl von dem, was wir als Industrie noch brauchen,
                    0:14:53–0:14:58
                    als auch in der Landwirtschaft, im Bereich der Care-Arbeit, werden Bedürfnisse
                    0:14:58–0:15:03
                    einfach kontinuierlich erkannt, Angebote gemacht und dann eben bedient.
                    0:15:03–0:15:10
                    Und wenn man dann zurückguckt in die Zeit davor, wo weder Markt noch Staat wirklich in der Lage war,
                    0:15:11–0:15:18
                    da irgendwie sinnvoll zu agieren und nicht in der Lage war, Bedürfnisse zu bedienen
                    0:15:18–0:15:21
                    und es große gesellschaftliche Konflikte gab,
                    0:15:22–0:15:25
                    leben wir jetzt in einer Gesellschaft, wo die Menschen einfach permanent merken,
                    0:15:25–0:15:29
                    ja, ich habe ein Bedürfnis, ich weiß, wie wir das Bedürfnis bedienen können als soziale Technik.
                    0:15:30–0:15:35
                    Jeder Mensch weiß, wie es geht und dann wird es einfach umgesetzt. So.
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                    Und wenn man dann übergeordnete Strukturen braucht, ja, dann werden die einfach gebaut. So.
                    0:15:42–0:15:44
                    Und das ist mein 2035.
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                    Ich stehe hier in meinem Zuhause und schaue auf die Straße und ich sehe,
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                    wie meine Kinder spielen in einer Umgebung,
                    0:15:58–0:16:02
                    wo sie alles werden und machen können, was sie möchten.
                    0:16:02–0:16:05
                    Und in der Umgebung, wo sie sich bewegen können,
                    0:16:06–0:16:12
                    frei eine bunte Möglichkeit für sie gibt,
                    0:16:12–0:16:18
                    wo sie in einem Umfeld auch sind, wo vielleicht einfach auch keine Autos fahren
                    0:16:18–0:16:23
                    und wir ein lebendiges Zentrum in unserer Stadt haben,
                    0:16:24–0:16:31
                    wo die Menschen sich gegenseitig unterstützen und das Geld keine Frage mehr
                    0:16:31–0:16:36
                    ist, habe ich viel oder habe ich wenig, sondern jeder kann teilnehmen,
                    0:16:36–0:16:39
                    und muss sich nicht schämen, wenn er wenig Geld hat.
                    0:16:41–0:16:43
                    Besser könnte ich meine Zeit nicht verbringen.
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                    Ja, vor zehn Jahren waren alle begeistert über diese Vision,
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                    die wir in Koblenz versprochen haben.
                    0:16:56–0:17:01
                    Da ging es weiter und auf einmal gab es welche, die wollten die Einrichtungen,
                    0:17:01–0:17:05
                    haben die und die Schritte als die besten gesehen und die anderen haben die
                    0:17:05–0:17:07
                    und die Schritte als die besten gesehen.
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                    Und wie es eben auch schon zuvor oft so war.
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                    Aus den Meinungsverschiedenheiten sind richtige Konflikte geworden.
                    0:17:19–0:17:23
                    Leute sind weggegangen. Manche haben applaudiert, dass sie weggegangen sind.
                    0:17:24–0:17:30
                    Und andere haben sich Grüppchen gebildet, bis dann manche gar nicht mehr sprechen konnten.
                    0:17:32–0:17:38
                    Ich weiß nicht, wie es geschehen ist. Es ist dann tatsächlich der Groschen gefallen,
                    0:17:39–0:17:42
                    dass das einfach dazugehört. Verdammte Scheiße.
                    0:17:46–0:17:53
                    Wir sind Menschen. Wir wissen kaum, wie wir geworden sind, wer wir sind und
                    0:17:53–0:17:54
                    was wissen wir über andere Menschen.
                    0:17:55–0:18:02
                    Dann haben die langsam alle gemerkt, ich will es wirklich wissen.
                    0:18:02–0:18:04
                    Wer bist du? Wer bist du? Wer bist du?
                    0:18:05–0:18:08
                    Wie kommst du, dass du jetzt hier das und das machst und so und so siehst?
                    0:18:09–0:18:13
                    Und haben gemerkt, sie brauchen einander, um sich zu verstehen und sich auch selber zu verstehen.
                    0:18:14–0:18:22
                    Und daraus ist eine Kraft entstanden, die uns befähigt hat, tatsächlich diese
                    0:18:22–0:18:23
                    Vision wahr werden zu lassen.
                    0:18:24–0:18:27
                    Und die anderen, die wohl mir meinen, die schnallen sie eh nicht.
                    0:18:28–0:18:30
                    Die haben gemerkt, da geschieht was bei den Menschen.
                    0:18:31–0:18:34
                    Da will ich auch hin, da will ich mehr von erfahren.
                    0:18:35–0:18:40
                    Und so, wie ein Kastane in Tümpel und in Pfütze fällt, hat es Kreise gezogen.
                    0:18:41–0:18:46
                    Da brauchen wir gar nicht missionieren und Leute zu überzeugen,
                    0:18:46–0:18:51
                    sondern die haben gemerkt, dass da was entsteht, was ihnen viel mehr entspricht
                    0:18:51–0:18:53
                    als alles, was sie bisher kannten.
                    0:18:54–0:18:55
                    Ich bin froh, dass ich diese,
                    0:18:56–0:19:00
                    auch diese Konflikte gerade durchgestanden habe und da geblieben bin.
                    0:19:01–0:19:03
                    Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können.
                    0:19:04–0:19:12
                    Und das ist unter anderem so entstanden, dass zum Beispiel im Raum Köln ein
                    0:19:12–0:19:17
                    Ort entstanden ist, in dem der mitten im Speckmantel Köln sitzt,
                    0:19:17–0:19:19
                    zwischen den ganzen Milliardären und Millionären.
                    0:19:20–0:19:27
                    Und die haben diesen Ort entdeckt und haben die Qualitäten dieses Ortes entdeckt
                    0:19:27–0:19:35
                    und haben festgestellt, dass all das, was sie haben und all, auf dem sie sitzen,
                    0:19:36–0:19:40
                    eigentlich nichts bedeutet, sondern dass das, was sie die ganze Zeit sich ersehnt
                    0:19:40–0:19:44
                    haben, eigentlich dort zu finden ist, zwischen den Menschen,
                    0:19:44–0:19:46
                    apropos Koschen gefallen.
                    0:19:47–0:19:52
                    Und es ist dann ganz leicht der Groschen gefallen, dass auch sie das unterstützen
                    0:19:52–0:19:59
                    möchten und gar nicht mehr so eine Ängste haben, an irgendwas Altem festhalten zu müssen,
                    0:19:59–0:20:03
                    weil es genau das ist, was sie eigentlich die ganze Zeit, wo sie die ganze Zeit
                    0:20:03–0:20:04
                    nach auf der Suche waren.
                    0:20:05–0:20:08
                    Und das haben sie einfach über die Erfahrung erlebt.
                    0:20:09–0:20:10
                    Da ist der Groschen gefallen.
                    0:20:13–0:20:18
                    Und ja, dieser Ort, der war auch mit ganz vielen anderen Orten vernetzt,
                    0:20:18–0:20:22
                    in Deutschland, in Europa, da wurde Wissen ausgetauscht,
                    0:20:23–0:20:31
                    da wurden Erfahrungen ausgetauscht, da wurden Konflikte gelebt und Konsens gefunden.
                    0:20:31–0:20:38
                    Und es gibt überall inzwischen Urban Factories, es gibt Recycling, Upcycling,
                    0:20:39–0:20:45
                    Permakulturgärten überall und ganz viele Menschen, die einfach jeden Tag und
                    0:20:45–0:20:47
                    jede Woche danach gestalten,
                    0:20:48–0:20:51
                    wofür sie heute ein Ja haben, aus tiefstem Herzen.
                    0:20:51–0:20:58
                    Und diese Energien ergänzen sich einfach tagtäglich und wenn dann mal ein Nein
                    0:20:58–0:21:00
                    ist, macht das nichts, weil irgendjemand anders ein Ja dafür hat.
                    0:21:02–0:21:10
                    Der Ort, wo ich bin, wo wir sind, ist ein alter Bauernhof im Dreiländereck Belgien-Luxemburg.
                    0:21:11–0:21:18
                    Und der Ort ist ein Ort des Rückzugs für Pflanzen, die sich dort ansiedeln wollen,
                    0:21:18–0:21:25
                    Wildkräuter sehr gerne, aber eben auch Kulturkräuter, Kulturpflanzen für Tiere, für Menschen.
                    0:21:25–0:21:33
                    Dieser Ort versorgt Menschen aus der Umgebung bis hin in die Städte mit hochwertigen
                    0:21:33–0:21:39
                    Produkten, Lebensmitteln und schafft gleichzeitig Möglichkeit auch für Städter,
                    0:21:40–0:21:45
                    sich das mal anzuschauen, wie viel Arbeit das ist und wie viel Freude es ist,
                    0:21:45–0:21:49
                    sowas auch zu produzieren und daran teilzuhaben.
                    0:21:49–0:21:55
                    Ich stehe vor einer fünften Schulklasse und mache mit denen einen Workshop zu
                    0:21:55–0:22:02
                    Lebendigkeit und was ihnen gerade Momentfreude macht und was ihre Visionen sind.
                    0:22:03–0:22:08
                    Und jedes einzelne Kind hat, wenn es von der eigenen Lebendigkeit erzählt,
                    0:22:08–0:22:10
                    noch das lebendige Leuchten in den Augen.
                    0:22:11–0:22:14
                    Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können. Ich auch.
                    0:22:15–0:22:17
                    Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können.
                    0:22:18–0:22:25
                    Ich stehe in einem Ökodorf, in einer zukünftigen Modellsiedlung,
                    0:22:25–0:22:27
                    die es vor zehn Jahren noch nicht gab.
                    0:22:28–0:22:32
                    Aber jetzt in jeder Kommune gibt es so einen Ort der Gemeinschaft,
                    0:22:33–0:22:39
                    wo genau dieses Miteinander, diese Kooperation gelebt wird.
                    0:22:39–0:22:48
                    Und ein Lernort ist es für uns alle gewesen, wo wir uns auch innerlich endlich
                    0:22:48–0:22:49
                    einen Platz schaffen können,
                    0:22:50–0:22:56
                    dass wir uns an das rantasten können, was uns eigentlich viel besser tut.
                    0:22:56–0:22:57
                    Und das ist das Aufeinanderzugehen.
                    0:22:59–0:23:03
                    Und worauf ich besonders stolz bin, ist der Teil in dem Ort,
                    0:23:04–0:23:11
                    in der Siedlung, wo junge Menschen zwischen 14 und 18 von den Erwachsenen liebevoll
                    0:23:11–0:23:16
                    herangeführt werden an das Thema Intimität und Sexualität.
                    0:23:18–0:23:22
                    Und wir das geschafft haben, irgendwie, es hat wundersame Weise,
                    0:23:23–0:23:28
                    das Thema von Schuld und Scham zu befreien und so viel Natürlichkeit wieder
                    0:23:28–0:23:34
                    einkehren zu lassen und Achtsamkeit und Respekt und Neugier und Vertrauen.
                    0:23:34–0:23:39
                    Und das erfüllt mich so sehr, ich hätte die Zeit nicht besser verbringen können.
                    0:23:39–0:23:46
                    Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können, wenn ich wüsste,
                    0:23:46–0:23:53
                    dass die Menschen sich in 2030 oder früher schon oder immer mehr einfach sich
                    0:23:53–0:23:54
                    wirklich sicher fühlen.
                    0:23:55–0:23:59
                    Und zwar nicht durch ihren Kontostand, sondern durch ihre Beziehungen.
                    0:24:00–0:24:03
                    Ja, ich hatte auch eine wundervolle Zeit in den letzten fünf Jahren.
                    0:24:03–0:24:07
                    Es gab viele Tränen, es wurde ganz viel gelacht.
                    0:24:07–0:24:14
                    Ganz viele Menschen sind zu den nächstliegenden Wäldern gefahren und haben die
                    0:24:14–0:24:19
                    Wälder wieder belebt, die Bäume wieder zum Lachen gebracht, sodass die Bäume
                    0:24:19–0:24:21
                    wieder Vertrauen haben.
                    0:24:22–0:24:27
                    Und natürlich auch das Land und der Boden, darunter mit der Landwirtschaft zwischen
                    0:24:27–0:24:29
                    den Städten bis zum Wald hin.
                    0:24:30–0:24:36
                    Dass wiederbelebt ist, dass die belebte Natur wieder mehr Vertrauen zu uns Menschen
                    0:24:36–0:24:41
                    hat und dass wir ganz viele Verbindungen geschaffen haben von tollen Orten,
                    0:24:41–0:24:47
                    von einem Licht- oder Kraftort zum nächsten, wo Menschen mit der Natur wirken
                    0:24:47–0:24:50
                    können und sich auch wieder mit der Natur verbunden fühlen.
                    0:24:51–0:24:53
                    Das war eine tolle Zeit. Vielen Dank.
                    0:24:55–0:24:59
                    Ja, wenn es dann diese viele schöne Orte der Gemeinschaft gibt,
                    0:24:59–0:25:03
                    wo Menschen ihr Potenzial entfalten können, wo sie ihre Bedürfnisse befriedigen
                    0:25:03–0:25:07
                    können, wo die Kinder freispielen können und lernen können,
                    0:25:08–0:25:13
                    dann ist all dieses Spriessen dadurch ermöglicht und dadurch in den letzten
                    0:25:13–0:25:17
                    zehn Jahren viel schneller gegangen als bisher.
                    0:25:18–0:25:21
                    Weil das nicht mehr einzelne Orte sind, weil die miteinander verbunden sind
                    0:25:21–0:25:26
                    und auch weil die Systeme, die es vor zehn Jahren noch gab, das Bildungssystem,
                    0:25:26–0:25:31
                    das Gesundheitssystem, das Wirtschaftssystem sich grundlegend geändert haben
                    0:25:31–0:25:32
                    oder zumindest in der Haltung.
                    0:25:33–0:25:38
                    Und es könnte sein, dass politische Parteien, Handelskammern,
                    0:25:38–0:25:43
                    Genossenschaften, Banken und so weiter diese Aufgabe erfüllen,
                    0:25:43–0:25:44
                    dass sie sich transformiert haben.
                    0:25:44–0:25:49
                    Es könnte auch sein, dass es neue gibt, neue Formen der Organisation,
                    0:25:49–0:25:56
                    die das ermöglichen Und dass wir von einem Gesundheitssystem zu einem Gesundheitswesen
                    0:25:56–0:25:59
                    gekommen sind, von Krankenhäusern zu Gesundheitshäusern.
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                    Und dass wir ein Bildungssystem haben, was ermöglicht, dass das Fach Lebendigkeit gelebt wird.
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                    Und dafür muss diese unsichtbare Arbeit gemacht werden, an diese Systeme,
                    0:26:12–0:26:16
                    die Menschen, die das vor zehn Jahren schon wollten, das verhindern,
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                    dass sie das machen können, dass sie das ermöglichen.
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                    Und dafür braucht es, sage ich mal, strukturelle Veränderungen und es braucht
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                    vor allem die Fähigkeiten auch bei den Menschen, um diese unsichtbare Arbeit zu machen.
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                    Also um mal in dem Waldmetapher zu sprechen, der Boden muss bearbeitet sein,
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                    das Unsichtbare unter der Boden.
                    0:26:36–0:26:40
                    Da ist das MYZELIUM natürlich ein Teil davon, aber das sind auch die Regenwürmer
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                    und das sind die anderen.
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                    Und das sind diejenigen, die diese 50 cm tiefe Betonschicht durchwühlen und so weiter.
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                    Das ist unglaublich viel Arbeit und wenn ich dazu einen kleinen Beitrag geleistet
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                    habe, dann hätte ich meine Zeit nicht besser verbringen können.
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                    Ja, ich glaube, wir sind im verflixten siebten Jahr mit den umgekrempelten Ultras.
                    0:27:02–0:27:07
                    Eigentlich gar nicht vorstellbar, dass es den Laden vorher schon acht Jahre ohne die Ultras gab.
                    0:27:08–0:27:11
                    Keine Ahnung, wie wir das damals gemacht haben ohne die Gemeinschaft.
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                    Verflixtes siebtes Jahr, es wird immer intensiver und größer.
                    0:27:15–0:27:19
                    Wahrscheinlich sind wir kurz davor, tatsächlich diese Utopie zu knacken,
                    0:27:20–0:27:23
                    dass wir Kleidung einfach für alle zur Verfügung stellen können
                    0:27:24–0:27:28
                    Und dass dafür nicht ohne Ende Ressourcen rausgeballert werden,
                    0:27:28–0:27:30
                    sondern dass wir wirklich das haben,
                    0:27:30–0:27:35
                    was gebraucht wird und dass das, was eh schon da ist, auch genutzt wird und
                    0:27:35–0:27:40
                    wir das als Laden einfach drehen können, so wie die Menschen das wirklich brauchen.
                    0:27:41–0:27:46
                    Und für meinen Sohn, der ist jetzt schon zehn, der findet das ganz normal und
                    0:27:46–0:27:50
                    der stellt sich überhaupt nicht in Frage, dass man Dinge repariert und tauscht
                    0:27:50–0:27:54
                    und irgendwo herbekommt, weil der kennt es gar nicht, dass man irgendwie shoppen geht.
                    0:27:54–0:27:57
                    Also shoppen war eh ein komisches Hobby noch damals vor zehn Jahren,
                    0:27:57–0:27:58
                    das gibt es zum Glück nicht mehr.
                    0:28:00–0:28:05
                    Ja, und dass das Gemüse von unserem Bauernhof kommt und so, das findet er einfach
                    0:28:05–0:28:07
                    ganz normal und das finde ich großartig.
                    0:28:07–0:28:11
                    Und ja, ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können,
                    0:28:11–0:28:18
                    weil wir es geschafft haben, viel mehr Menschen einzubinden in unserer Stadt.
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                    Und vor fünf Jahren noch, da war das irgendwie mit den Fähren und biologischen Sachen,
                    0:28:28–0:28:35
                    da war das irgendwie eine Sache für die Menschen mit Geld und für die Studierenden, Privilegierten.
                    0:28:37–0:28:43
                    Und das haben wir irgendwie hingekriegt, weil wir zusammengehalten haben,
                    0:28:45–0:28:49
                    weil wir schon vor fünf Jahren angefangen haben, Orte, die nicht schaffen,
                    0:28:49–0:28:52
                    wo sich Menschen finden, die da mit uns dran arbeiten,
                    0:28:55–0:29:03
                    und ich fühle mich sicherer als vor fünf Jahren und ganz eingebettet in meine Gemeinschaft.
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                    Ich war am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
                    0:29:09–0:29:13
                    Ich hätte meine Zeit auch nicht besser verbringen können.
                    0:29:13–0:29:18
                    Ich glaube, ähnlich wie ihr war ich am richtigen Ort, am richtigen Zeit und
                    0:29:18–0:29:19
                    habe tolle Menschen getroffen.
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                    Und ich bin gerade in einem Quartier, in dem alle Haustüren offen sind.
                    0:29:27–0:29:29
                    Alle können überall rein.
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                    Es gibt keine Angst vor irgendwelchen Nachbarn, weil sich alle kennen.
                    0:29:37–0:29:44
                    Und immer mehr Menschen unterteilen gar nicht mehr zwischen Lohnarbeit und Freizeit
                    0:29:44–0:29:48
                    und Hobby und Ehrenamt und Care-Arbeit,
                    0:29:48–0:29:57
                    sondern es wird quartiersübergreifend einfach auf Augenhöhe aufgeteilt und geschaut,
                    0:29:57–0:30:00
                    was wer gerade gern macht.
                    0:30:00–0:30:03
                    Und alle haben viel mehr Zeit, es fühlt sich viel sinnvoller an.
                    0:30:04–0:30:08
                    Ja, es gibt immer wieder so spontan, auch mitten auf der Straße,
                    0:30:08–0:30:12
                    weil das eigentlich gar keine Straße mehr ist, sondern eigentlich wie so ein,
                    0:30:15–0:30:15
                    Erlebnispfad.
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                    Da passieren immer so spontane, coole Dinge, seien es irgendwelche Kinder,
                    0:30:23–0:30:29
                    die mit so großen Schaukeln von der einen zur anderen Seite schwingen und wo
                    0:30:29–0:30:32
                    man aufpassen muss, dass man da keinen Schuh an den Kopf bekommt.
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                    Seien es irgendwelche kleinen Bühnen, wo Impro-Theater gemacht wird,
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                    seien es Workshops zu was auch immer.
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                    Also man ist einfach immer überrascht und das ist das Coole,
                    0:30:46–0:30:51
                    weil man sich einfach so treiben lassen kann und immer Orte findet,
                    0:30:52–0:30:57
                    wo man inspiriert wird, wo man was lernen kann,
                    0:30:58–0:31:00
                    wo man irgendwie von sich selber überrascht werden kann.
                    0:31:02–0:31:03
                    Und natürlich gibt es auch ganz viel Musik.
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                    Und dann hat es doch noch geklappt in Wuppertal.
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                    Der kleine Fahrradladen Supercargo hat die Kurve gekriegt und wir haben eine
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                    Genossenschaft tatsächlich gegründet.
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                    Viele Leute in eine Gemeinschaft gekriegt, die davon überzeugt waren,
                    0:31:28–0:31:32
                    dass es im Grunde ein Zentrum für Verkehrswende geben sollte.
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                    Und durch diese große Gemeinschaft, die das auch finanziell dann hinkriegen
                    0:31:39–0:31:45
                    konnte, wurde die Wirksamkeit, ist jetzt die Wirksamkeit von Supercargo wirklich beeindruckend.
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                    Es ist nicht nur ein Fahrradladen, wo Fahrräder verkauft werden oder sagen wir
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                    mal Mobilität zur Verfügung gestellt wird und Fahrräder repariert werden.
                    0:31:58–0:32:03
                    Wo die Leute lernen können, Verräter zu reparieren. Es ist schon ein Forum für
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                    neues wirtschaftliches Denken, weil wir haben echt viel Platz,
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                    auch für Veranstaltungen, um Treffen zu machen.
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                    Supercargo ist ja dann schon ein paar Jahre, ist ja schon seit Jahren Mitglied im Mithilien-Verein.
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                    Und letztes Jahr haben wir die Mitgliederversammlung ausgerichtet.
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                    Es war einfach toll, die 150 Leute bei uns im Laden begrüßen zu können.
                    0:32:29–0:32:33
                    Und wie ist das möglich geworden? Das Team wurde einfach erweitert.
                    0:32:33–0:32:38
                    Es ist tatsächlich der Traum oder war, wir haben eine Betriebswirtin gefunden,
                    0:32:38–0:32:44
                    die sowohl Kompetenz als auch Leidenschaft bringen konnte und Bock hatte,
                    0:32:44–0:32:46
                    dieses Projekt mitzustemmen.
                    0:32:46–0:32:52
                    Und so kamen dann Technik und Ideologie und Begeisterung und Leidenschaft und
                    0:32:52–0:32:54
                    betriebswirtschaftliche Kompetenz zusammen.
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                    Und mit dieser Mischung konnte der Traum wahr werden.
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                    Ich hätte die Zeit nicht besser verbringen können. Ja, und wie ist es passiert,
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                    dass aus kleinen Läden, die um ihre Existenz strugglen und kämpfen ohne Ende,
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                    plötzlich blühende, große, ich weiß gar nicht, wie man dazu sagt,
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                    so Ressourcencenter oder so Gemeinschaftsräume, Veranstaltungen wurden,
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                    wo man einfach wirklich ein- und ausgehen kann und dann trifft man,
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                    kann man da eigentlich seinen Alltag erleichtern, Da kann man sein Fahrrad reparieren,
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                    da kann man seine Textilien reparieren, da kann man seine unverpackten Lebensmittel einkaufen.
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                    Und die Leute stehen Schlange, um sozusagen Teil von diesen Orten sein zu können,
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                    weil sie merken, außenrum kann ich mir eigentlich nichts mehr leisten und funktioniert
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                    auch nicht mehr und es ist irgendwie Stress alles andere.
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                    Aber wenn ich in diesen Ort gehe, da gibt es irgendwie alles, was ich brauche.
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                    Zwar total anders, als ich es gewohnt bin, aber irgendwie ist es leichter und
                    0:33:58–0:34:02
                    schöner und freudvoller und es gibt auch schöne Musik.
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                    Und ja, es kippt so langsam, dass die Leute wirklich Schlange stehen,
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                    um aus dem alten System ins Neue zu gehen.
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                    Und ich hätte meine Zeit nicht besser damit verbringen können,
                    0:34:15–0:34:20
                    diese Orte mit aufzubauen, aber auch Gemeinschaftsgärtnerinnen mit aufzubauen,
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                    die diese Orte miteinander in Verbindung bringen.
                    0:34:23–0:34:28
                    Die Leuten von der Idee erzählen, die Vorstellungsräume eröffnen,
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                    die Veranstaltungen in den Regionen organisieren, die neue Unternehmen in den
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                    Regionen langsam mit dem Pilz verweben und wie daraus sozusagen nicht bei diesem
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                    einzelnen Laden bleibt,
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                    sondern sich dieses Myzel in den Regionen ausbreitet und dann auch tatsächlich
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                    überregional sozusagen so eine Verbindung, so eine Schlagkraft,
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                    so eine Bewegung entsteht, Und die auch tatsächlich...
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                    Der Politik sagen kann, Leute, wie ihr es macht, ist einfach Mist.
                    0:35:00–0:35:04
                    Guck mal, so ist es viel einfacher, so ist es viel schöner. Lass doch so machen.
                    0:35:04–0:35:07
                    Und die Politik ist so überfordert und so desastros chaotisch,
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                    dass sie einfach aufgibt und sagt, ja gut, dann macht ihr halt selbst organisiert. dabei ist.
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                    Und einfach sozusagen die einfach sagen, komm, wir nerven euch nicht mehr, macht ihr einfach mal.
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                    Und so kann man entweder sozusagen sich autoritären Bewegungen anschließen,
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                    die Hass verbreiten oder man geht halt an die schönen Orte, wo es einfach Freude
                    0:35:32–0:35:35
                    macht und Impro-Theater passiert und Musik zu hören ist.
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                    Und deshalb hätte ich meine Zeit nicht besser verbringen können,
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                    als diesen Pilz zu verbreiten?
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                    Ich bin gerade in einem Museum und zwar in einem Museum für Industriegesellschaften.
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                    Also ich glaube, der große Unterschied ist, man verbringt da nicht einfach ein paar Stunden, sondern,
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                    das ist ein Ort, wo wir gerade den Harz renaturieren und auf diesem Gelände
                    0:36:06–0:36:09
                    gibt es vielfältige Erfahrungsräume.
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                    Man verbringt da, also früher hat man das Urlaub genannt, aber jetzt hat eben seine Zeit.
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                    Und ich bin zwei Wochen da und wir durchlaufen einfach nochmal so,
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                    wie die Leute früher gelebt haben, wo sie zum Shoppen nach Paris geflogen sind
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                    oder so und was das mit uns gemacht hat.
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                    Es wird auch nochmal reflektiert, wie man in einer der reichsten Gesellschaften
                    0:36:39–0:36:42
                    dieser Erde überzeugt sein konnte, dass man arm ist.
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                    Also arm an Zeit, arm an Geld, dass das auch niemandem, dass das gar nicht groß
                    0:36:48–0:36:51
                    hinterfragt wurde, dass die Medien das Ganze selbstverständlich reproduziert
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                    haben und wir auch alle das geglaubt haben.
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                    Genau, und wie das dann irgendwie zu der Dekonstitution kam und ich hätte meine
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                    Zeit nicht besser verbringen können.
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                    Ja, und ich habe da tatsächlich, jetzt habe ich zwei Mikros,
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                    tatsächlich diese Vision, die ich euch vor fünf Jahren zeigen durfte oder vorspielen durfte.
                    0:37:14–0:37:19
                    Die geschafft habe, gemeinsam mit Gemeinschaftsgärtnerinnen in der ganzen Republik
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                    und auch schon so in dem deutschsprachigen Umfeld vorspielen zu können,
                    0:37:23–0:37:28
                    so in abgewandelter Form und Orte, also Räume geöffnet hat, wo das Träumen und
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                    das Spüren von neuen Zukunften, wieder erlaubt war und zwar von Zukunft,
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                    die nicht Angst und Enge und Ressourcenmangel und Kriege und sonst was propagieren,
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                    sondern wo man wieder sich erlaubt, andere Zukunft zu träumen und zwar wo es
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                    nicht, weil wir ressourcenmäßig weniger und langsamer werden,
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                    dass jetzt irgendwie Mangel und Abspaltung hervorruft, sondern wo wir einfach
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                    merken, wir sind ganz reich in dem, wie wir quasi zusammen sind und es ist alles
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                    möglich, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen.
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                    Und so wurden an ganz vielen Orten die Menschen aktiv, weil sie gemerkt haben.
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                    Da ist so eine Sehnsucht.
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                    Und ich, also viele auch einfach aus ihrer Einsamkeit rauskam,
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                    weil plötzlich da so Orte waren, wo man sich treffen durfte,
                    0:38:14–0:38:18
                    ohne die ganze Zeit zu konsumieren oder einfach auch wirklich sich trauen durfte,
                    0:38:18–0:38:24
                    während man irgendwie Sachen in seinen Korb legte, mit denen man seinen Lebensmittel einsammelte,
                    0:38:24–0:38:27
                    mit den anderen sprechen durfte. Und das nicht weird war.
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                    Sondern die Leute das ganz normal fanden, dass man halt mal kurz ein Gespräch
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                    führt oder sich gegenseitig beim Tragen helft oder was auch immer.
                    0:38:36–0:38:38
                    Oder auch fragen konnte, hey, kannst du mir mal helfen?
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                    Ich wohne direkt da um die Ecke, aber ich habe hier schon ein kleines Kind und
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                    noch irgendwie einen Hund oder so.
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                    Und kannst du mich vielleicht mit der Tasche helfen? Das war komplett normal
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                    oder wurde komplett normal.
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                    Und das entstanden so viele Möglichkeitsbäume und niemand war mehr arbeitslos.
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                    Und es hatte niemand mehr Angst davor. Diese Strategie des Kapitalismus wurde
                    0:38:58–0:39:02
                    einfach an der Wurzel rausgezogen, weil man merkte,
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                    man ist nie arbeitslos, sondern alle sind irgendwie sinnvoll in der körperlichen
                    0:39:07–0:39:11
                    Art, wie sie es können oder in der mentalen Art, wie ihr Körper das zur Verfügung stellt.
                    0:39:11–0:39:16
                    Und alle sind nützlich und teilen und wertvoll und sinnvoll und damit wurde
                    0:39:16–0:39:21
                    diese Angst vor Arbeitslosigkeit entzogen und diese Ressource Geld wurde auch
                    0:39:21–0:39:23
                    weniger wichtig, weil wir einfach uns,
                    0:39:23–0:39:28
                    egal wie viel oder wie wenig wir haben und teilhaben durften und dürfen und
                    0:39:28–0:39:29
                    das macht richtig Hoffnung.
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                    Und eine Vision die ganz konkret ist, ich fünf Jahre später,
                    0:39:34–0:39:40
                    ich fahre mit John, Tim, mit meinem Sohn diese Latschstraße bei uns entlang wo.
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                    Wie vor fünf Jahren noch nur Monokulturplantagen von Obstbäumen,
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                    die nach fünf Jahren alle immer abgesägt an der Seite, dann rausgezogen liegen, mit Früchten dran,
                    0:39:53–0:39:57
                    wo immer die Hälfte der Früchte, die erst gespritzt wurden, auf dem Boden liegen, das gibt es nicht mehr.
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                    Sondern diese Plantagen wurden zum Teil einfach im Agroforst-System wieder aufgebaut
                    0:40:03–0:40:10
                    und bieten jetzt wieder diese Ressourcen, nämlich dass so stadtnah Lebensmittel
                    0:40:10–0:40:11
                    angebaut werden können.
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                    Und da haben die Dörfer drumherum es einfach gerafft, dass sie das anders nutzen müssen.
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                    Und Yonde sagt jetzt nicht mehr, warum werden hier die Bäume rausgezogen?
                    0:40:19–0:40:22
                    Die weinen doch, dass sie sterben doch, die weinen doch.
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                    Und dann sagt er, schau mal Mama, wie bunt es hier ist, schau mal die Schmetterlinge,
                    0:40:26–0:40:29
                    Schmetterlinge, oh, guck mal, wie schön, die freuen sich ja.
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                    Und früher hatten die Schmetterlinge hier Angst und jetzt wollen die sich das sagt.
                    0:40:35–0:40:41
                    Ich hätte meine Zeit nicht mehr. In fünf Jahren oder jetzt, heute, 2030,
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                    komme ich so durch verschiedene Gruppen, in denen ich so verschiedene Kreise,
                    0:40:47–0:40:52
                    die ich so kenne, wo ich mich so wohlfühle oder auch manchmal nicht so wohlfühle.
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                    Und ich merke, dass sich was verändert hat. Es gibt einige, also die Menschen
                    0:41:00–0:41:04
                    verstehen mehr von sich selbst, sie fühlen mehr.
                    0:41:05–0:41:08
                    Sie das, was sie fühlen, können sie auch zulassen.
                    0:41:09–0:41:12
                    Sie kennen ihre Bedürfnisse besser, können das kommunizieren.
                    0:41:13–0:41:18
                    Und dadurch, dass sie sich ihre Bedürfnisse erfüllen können,
                    0:41:19–0:41:22
                    dass sie sie kennen, können sie sich auch leichter erfüllen.
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                    Sie brauchen sich nicht mehr zu betäuben. brauchen nicht mehr sich auf irgendwelche
                    0:41:28–0:41:31
                    Dinge zu kaprizieren oder sich abzulenken,
                    0:41:32–0:41:36
                    sondern sie können sich ja, sie können einfach so das einfach fühlen,
                    0:41:37–0:41:41
                    sie können es zulassen, was sie fühlen und sie fühlen es einfach und ja.
                    0:41:42–0:41:46
                    Und dadurch sind sie einfach zufriedener, sie.
                    0:41:48–0:41:52
                    Brauchen nicht mehr andere Leute für irgendetwas verantwortlich zu machen.
                    0:41:52–0:41:55
                    Sie haben keine Schuldvorwürfe mehr gegen andere, so leicht.
                    0:41:55–0:41:59
                    Das kommt natürlich immer nochmal wieder vor, aber dann stellen sie fest, naja, eigentlich.
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                    Aber dadurch, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse fühlen, haben sie die Chance,
                    0:42:05–0:42:10
                    sich da schon selbst zu entwickeln.
                    0:42:10–0:42:16
                    Sie müssen nicht mehr so viel konsumieren. Sie suchen ihre Erfüllung mehr im
                    0:42:16–0:42:18
                    Kontakt mit anderen Menschen.
                    0:42:19–0:42:22
                    Wie habe ich dazu beigetragen? Ich weiß es nicht. Vielleicht einfach auch,
                    0:42:22–0:42:24
                    indem ich selber versucht habe, so zu sein.
                    0:42:24–0:42:27
                    Ich habe versucht, so zu sein, wie ich es mir wünsche,
                    0:42:28–0:42:31
                    nach meinen Werten zu leben, mich selbst zu erkennen, meine eigenen Gefühle
                    0:42:31–0:42:38
                    und Bedürfnisse zu erkennen, zu fühlen und einfach mir auch selbst zu erkennen
                    0:42:38–0:42:41
                    und nicht andere für mich verantwortlich zu machen, für das, was in mir los ist.
                    0:42:43–0:42:48
                    Und das hat ausgestrahlt. Es gibt einige, die das schneller aufgenommen haben.
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                    Was weiß ich, hier so in gemeinschaftsorientierten Kreise oder auch im GfK-Kreis oder so.
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                    Aber jetzt stelle ich fest, dass auch so in meiner Familie, wo die zum Teil
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                    ganz andere Herkünfte haben, dass da auch eine Entwicklung stattfindet.
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                    Die sehen das auch und die merken, dass da was ist, was besonders tief ist,
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                    was besonders bedeutungsvoll ist.
                    0:43:14–0:43:19
                    Und sie nehmen das für sich an, von sich aus, und sprechen über ihre Gefühle
                    0:43:19–0:43:22
                    und merken, dass ihre Gefühle ihre sind und dass nicht die anderen das machen.
                    0:43:23–0:43:28
                    Und dadurch findet auch so eine Transformation statt, weil die Leute großzügiger werden.
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                    Sie sind nicht mehr klein und denken nicht mehr, ich muss das behalten,
                    0:43:32–0:43:37
                    das ist meins, sondern sie sagen, ich kann das teilen und ich kann auch von
                    0:43:37–0:43:38
                    anderen Dinge annehmen.
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                    Ja, und einfach indem ich selber diese Idee für mich entwickle und darin lebe, strahlt das aus.
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                    Und ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können.
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                    Ich bin fast zu Tränen gerührt, weil ich hätte damals echt nicht gedacht,
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                    dass dieses ewig immer an einer Seite,
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                    dieses Weiterwollen und das im Außen nicht wirklich zu sehen,
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                    dass es immer nur unten drunter weitergewachsen ist, dass es wirklich nach außen kommt.
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                    Ich bin heute total froh, dass ich meiner Intuition gefolgt bin und wirklich
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                    darauf vertraut habe und wenn es noch länger dauert und noch länger da weiter zu gehen,
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                    weil jetzt hat es ein unglaubliches Tempo entwickelt.
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                    Und dieses der Intuition folgen und wirklich langsam weiterzugehen und in dieser
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                    Achtsamkeit, dass wir nichts vergessen.
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                    Und meine Achtsamkeit, die lag wirklich auf Beziehung und dass dieses Beziehungsfeld
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                    unten wie eine Grundlage war.
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                    Ja, da bin ich wirklich für mich gegangen und habe da auch nicht aufgegeben.
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                    Und ich habe ja die Jahre vorher schon so viel damit gearbeitet und auch diese
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                    Kinder im Blick zu halten,
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                    dass die Kinder wirklich unsere Zukunft sind und wenn die nicht gesund groß werden,
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                    dass wir so nacharbeiten müssen oder wir können dann nur therapieren und dass
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                    das Verständnis jetzt da ist.
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                    Da bin ich so stolz drauf, da bin ich so stolz drauf, dass dieses Projekt,
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                    was ich eigentlich schon vor 30 Jahren angefangen habe, dass das jetzt wirklich in der Welt ist.
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                    Und wirklich in die Stadt wirkt und ganz viele Ableger gemacht hat im ganzen
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                    Umfeld und wir auch weiter ausgedehnt unsere Expertisen und eigentlich unser Wissen schon,
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                    dass das wirklich in die Welt ging.
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                    Und da bin ich wirklich dem Myzelium total dankbar, dass die so begleitend an
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                    der Seite standen und ich wusste, dass da ganz viele andere Projekte an der
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                    Seite sind, die das unterstützt haben.
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                    Mit unterstützt haben. Ja, ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können.
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                    Ja, ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können wie mit euch.
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                    Hier an diesem Ort, und das sage ich mir so in 30 Jahren, da bin ich 95,
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                    und sitze in irgendeinem, darf in irgendeinem Sessel sitzen,
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                    an einem wunderschönen Ort. Weil, was ist passiert?
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                    Ja, wir sind für viele, viele Menschen ein ganz schönes Ärgernis geworden.
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                    Weil die wollen einfach am Alten festhalten.
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                    Und es sind aber ganz viele Zukunftsorte und Zukunftsinitiativen entstanden,
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                    aus guten Gemeinschaften heraus.
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                    Und die funktionieren einfach gut.
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                    Und das ist natürlich ein ganz großes Ärgernis für die alten Kräfte,
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                    aber noch viel mehr Freude und Begeisterung für immer mehr Menschen,
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                    die sich dem gerne anschließen wollen.
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                    Und wir haben das tatsächlich geschafft, Orte zu schaffen, europaweites Netzwerk,
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                    vielleicht weltweites Netzwerk von solchen Orten.
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                    Und da gibt es eine Wirtschaft und die arbeitet so, dass jeder das hat,
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                    was er wirklich braucht.
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                    Und dass die anderen sich dafür zuständig fühlen, dass der andere das auch wirklich
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                    bekommt, was er braucht.
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                    Dass er das bekommt, was er braucht, auch an Geld, zum Beispiel um seine Fähigkeiten,
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                    seine Kompetenzen und seine guten Ideen wirklich entfalten zu können.
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                    Und ein Zusammenleben der Menschen, wo man das Recht nicht kaufen kann,
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                    wie man das ja im Moment muss, mit immer teureren Anwaltsbüros,
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                    wenn man sich irgendwo durchsetzen will.
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                    Sondern das ist eben so organisiert, dass jeder auch teilhaben kann,
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                    ohne Parteizugehörigkeit, wenn er sich engagieren will, wenn er Sinnvolles beitragen
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                    kann und will, dann geht das auch und das ist so organisiert.
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                    Und wir haben ein geistiges, ein kulturelles Zusammenleben entwickelt,
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                    Bildung, Gesundheit, Kultur, Geldwesen, Rechtswesen, was auch immer.
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                    Wir haben das so entwickelt, dass das wirklich frei sein kann und nicht gekauft
                    0:48:39–0:48:41
                    von Wirtschaft und Politik.
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                    Und wir haben einen Geldkreislauf entwickelt, der funktioniert so gut,
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                    dass das eben aus Schenkgeld heraus funktionieren kann.
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                    Das heißt, da ist keine Möglichkeit mehr der Erpressung und des Bedingungen
                    0:48:55–0:48:58
                    stellen, sondern das entscheiden diejenigen, die es tun wollen.
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                    Und damit ist etwas erfüllt worden, das ist mir vor einem Jahr begegnet,
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                    in einem Seminar für freiheitliche Ordnung, ein Ausspruch eines Nobelpreisträgers
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                    und der hat das erforscht.
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                    Das ist also keine Ideologie, sondern das ist naturwissenschaftlich erforscht,
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                    in einem Meer von Chaos und der ist Chemiker.
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                    In einem Meer von Chaos können Inseln der Kohärenz ein ganzes System auf eine höhere Ordnung heben.
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                    Und er hat dann sein ganzes weiteres Leben damit verbracht, das sozusagen zu
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                    beweisen, dass es für soziale Systeme auch gilt.
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                    Und solche Orte sind jetzt entstanden mit dieser Wirksamkeit und diesem Miteinander.
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                    Und deswegen habe ich meine Zeit nicht besser verbringen können wie mit Menschen,
                    0:49:47–0:49:50
                    die genau solche Visionen möglich machen wollen.
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                    2025 haben wir bei einem Treffen in Koblenz ganz viele tolle Menschen kennengelernt
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                    mit vielfältigen Kompetenzen und Vorstellungen,
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                    aber irgendwie auch so einer gemeinsamen Vision.
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                    Und dann sind wir in uns gegangen und haben überlegt, wie könnten wir denn all
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                    das, was wir schon können, wissen, vielleicht auch an die anderen weitergeben.
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                    Herausforderungen, wie haben wir Probleme gelöst, wie können wir voneinander
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                    lernen und haben dann uns überlegt, vielleicht einen solidarischen Lernweg anzubieten im MYZELIUM,
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                    wo jeder beitragen kann, der mag und den anderen quasi so eine Art Seminar gibt.
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                    Naja und die ersten Jahre waren wir dann bei Permakulturprojekten im Frankfurter
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                    Raum und im Wald in Hessen,
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                    haben was zur Waldpädagogik gelernt und waren auf dem Biobauernhof in Luxemburg
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                    an der Grenze und haben dort auch was über Kräuter gelernt und haben uns all
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                    diese tollen Zukunftsräume angeguckt und haben alle unsere Kompetenzen zusammengelegt.
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                    Und das weitergetragen und damit zu einer besseren Welt beitragen.
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                    Ja, in zehn Jahren bin ich sehr berührt über die ganzen Samen,
                    0:51:20–0:51:28
                    die aufgegangen sind und wie viel mehr Samen da noch aufgehen und immer mehr Samen aufgehen.
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                    Und sich verbreiten und die Pilze aus dem Boden kommen und ihre Sporen verbreiten.
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                    Und ja, diese Welt,
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                    in der die Kinder heute so ganz anders aufwachsen wie vor zehn Jahren und die
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                    Jugendlichen und die Erwachsenen anders miteinander umgehen und ihren Gefühlen
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                    und auch die alten Menschen ganz anderen Platz haben.
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                    Wie heute. Nein, wie damals.
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                    Ja, ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können. Ich sitze in Freiburg
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                    mit ganz vielen Menschen im Wald.
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                    Und die Stadt hat sich total verwandelt, das Jahr 2031.
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                    Wir haben vor sieben Jahren angefangen mit so kleinen Projekten,
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                    so eine kleine Gruppe, beherzt wirtschaften.
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                    Dann haben wir angefangen mit Geldseminaren, Also so Identifikation mit Geld
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                    aufzulösen und ganz neue Dinge auszuprobieren, was man mit Geld alles machen
                    0:52:35–0:52:36
                    kann und wie man das machen kann.
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                    Und schon damals hatte ich da eine bestimmte Aufgabe, nämlich das mit der Gemeinschaft
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                    auch zu erweitern auf den unsichtbaren Bereich, also die Mikroorganismen, die Wesen.
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                    Wir haben auch in den Geldseminaren angefangen, dem Geldwesen zu begegnen.
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                    Und dann hat sich herausgestellt, dass es ganz viele verschiedene Geldwesen
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                    gibt und dass auch Menschen, die in Banken arbeiten und im Finanzsektor plötzlich
                    0:53:05–0:53:11
                    mit einem Geldwesen nach Hause gefahren sind und mit diesem Geldwesen Dinge besprechen.
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                    Und dann haben wir auch angefangen, mit so Gruppen zusammenzustellen,
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                    die sich dafür interessiert haben, mit diesen ganzen unsichtbaren Wesen zusammenzukommen.
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                    Das waren dann Zahnärzte, Bauunternehmer und andere, die dann zum Beispiel erst
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                    mal mit dem Boden gesprochen haben, bevor sie da ein neues Bauprojekt angefangen haben.
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                    Oder Zahnärzte, die mit den Zwergen geredet haben, wie man diese komplexe Veränderung,
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                    also diese Zahnkorrektur machen könnte, anders als bisher.
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                    Und so haben ganz viele verschiedene Berufsgruppen und Bevölkerungsgruppen angefangen,
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                    Gemeinschaft auch nochmal übermenschlich zu erleben, wesenhaft.
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                    Und das hat aber geholfen, auch den Menschengemeinschaften viel leichter zueinander
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                    zu finden, weil sie angefangen haben,
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                    sich gegenseitig auch wesenhaft wahrzunehmen und diese ganzen Konflikte irgendwie
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                    anders anzugehen und zu sagen, ah.
                    0:54:08–0:54:11
                    Das ist ein ganz anderes Wesen als ich.
                    0:54:11–0:54:17
                    Ah, das ernährt sich von was ganz anderem und das braucht was anderes als ich.
                    0:54:17–0:54:22
                    Ach so, aber ich. Und so haben wir dann gelernt auch von den Wesen und es ging
                    0:54:22–0:54:26
                    sehr viel leichter, als wir uns das vorgestellt haben.
                    0:54:26–0:54:30
                    Und jetzt sitzen wir hier in Freiburg und wir haben sogar festgestellt,
                    0:54:30–0:54:36
                    wir sind nicht nur eine Lebensgemeinschaft hier in dieser Stadt mit 600.000 Menschen.
                    0:54:36–0:54:45
                    Wir sind sogar eine Schöpfungsgemeinschaft, denn wir sitzen zusammen und kreieren, wie wir leben wollen.
                    0:54:46–0:54:51
                    Und das hat sich echt gelohnt. Aber wer hätte das gedacht?
                    0:54:52–0:54:57
                    Also besser hätte ich meine Zeit nicht verbringen können. Bitte schön.
                    0:54:58–0:55:04
                    Ja, ich freue mich, dass ich ein bisschen mitmachen durfte.
                    0:55:05–0:55:11
                    Jetzt nicht nur, dass wir anfangen können, mal anders zu denken,
                    0:55:12–0:55:14
                    sondern tatsächlich das auch zu tun.
                    0:55:15–0:55:21
                    Und durch dieses Tun ist es ja viel leichter, ohne was zu reden,
                    0:55:21–0:55:23
                    andere auch zu überzeugen.
                    0:55:23–0:55:35
                    Und die grundlegenden Denkhaltungen, die sich da immer weiter verändern, ist erstens,
                    0:55:36–0:55:43
                    dass Arbeit nicht so eine Last ist, dass ich mein Geld verdienen muss,
                    0:55:43–0:55:48
                    sondern dass ich da den sinnvollen Zusammenhang erlebe.
                    0:55:49–0:55:54
                    Ist zweitens, dass ich merke,
                    0:55:56–0:56:00
                    brauche nicht mehr die Unabhängigkeit von den anderen, weil das ist ja sowieso
                    0:56:00–0:56:07
                    eine Illusion, sondern wenn es uns, egal wie groß jetzt die Gruppe,
                    0:56:07–0:56:09
                    gut geht, dann geht es auch mir gut.
                    0:56:09–0:56:17
                    Also ich brauche dann nicht mehr nur an mich denken und so die grundlegende
                    0:56:17–0:56:20
                    Einstellung, was wirtschaften ist,
                    0:56:21–0:56:25
                    vielleicht weniger, was ich so gerne wünschen würde, mir da zusammen überlege,
                    0:56:26–0:56:34
                    sondern das wirtschaften ist, sich das Ganze anzuschauen, wenn du willst, die Erde als Ganzes.
                    0:56:34–0:56:41
                    Und wie teilen wir das untereinander auf, dass es am sinnvollsten für alle ist,
                    0:56:42–0:56:45
                    also sowohl die Ressourcen, die Fläche,
                    0:56:46–0:56:53
                    die Arbeit, die Produkte, also Wirtschaft ist die Kultur des Teilens,
                    0:56:53–0:56:58
                    das wird man langsam verstehen und immer mehr auch tun können und eben nicht
                    0:56:58–0:57:02
                    die Kultur des immer mehr Aufaddierens für sich selber.
                    0:57:03–0:57:12
                    Ja, ich stehe 2030 mit einer ganzen großen Gruppe von Menschen zusammen,
                    0:57:13–0:57:19
                    die zehn Jahre vorher Panikattacken bekommen haben, als sie gehört haben,
                    0:57:20–0:57:25
                    dass bis dahin ein völlig unbekannter deutscher Denker seine 99 Thesen über
                    0:57:25–0:57:27
                    die Zukunft an das deutsche Eck geknöppelt hat.
                    0:57:34–0:57:39
                    Und die aber über sich jetzt lachen können, weil sie einfach auch diese schöne
                    0:57:39–0:57:43
                    Begleitung bekommen haben, dass sie damals einfach zwar Angst davor hatten,
                    0:57:43–0:57:46
                    aber ihnen Wege gezeigt worden sind,
                    0:57:46–0:57:50
                    wie kann man den nächsten kleinen präzisen Schritt machen, weil all diese Menschen
                    0:57:50–0:57:53
                    waren alle damals nicht böse und blöd,
                    0:57:53–0:57:56
                    aber sie sind halt so geprägt worden, dass sie das alles nicht sehen konnten,
                    0:57:56–0:58:01
                    was andere schon gesehen haben und sie einfach einen langen Weg brauchten,
                    0:58:01–0:58:05
                    um in diese Gemeinschaft reinzukommen und wie sie dankbar sind heute,
                    0:58:05–0:58:09
                    dass sie über viele Dinge,
                    0:58:10–0:58:14
                    die heute zwar auch sagen würde, das war immer nicht nötig, dass wir diese Zwischenschritte
                    0:58:14–0:58:18
                    alle noch gehen mussten, aber für die Menschen war es halt nötig.
                    0:58:18–0:58:26
                    Und über diese Wege sind sie alle 20, 35, äh 20, 30, ne 35 war es ja, 10 Jahre.
                    0:58:28–0:58:32
                    Konnten sie halt alle mitgehen und haben einfach so viel Erfahrung gesammelt,
                    0:58:32–0:58:35
                    dass sie, falls es nochmal so einen Wandel braucht,
                    0:58:35–0:58:39
                    nicht gleich wieder in Panik ausbrechen, sondern eine Lehre haben,
                    0:58:39–0:58:44
                    dass man vieles bewegen kann, wenn man einfach seine Unterstützung dabei kriegt.
                    0:58:45–0:58:50
                    Und dann ist auch noch passiert, dass auf einmal viel mehr Menschen ein mehr
                    0:58:50–0:58:55
                    verkörpertes Leben geführt haben und nicht nur den Kopf für den Wandel eingesetzt
                    0:58:55–0:58:57
                    haben, sondern gespürt haben, Ah,
                    0:58:58–0:59:01
                    mein Ausatmen, mein Zurruhekommen.
                    0:59:03–0:59:07
                    Ja, und mein ganzer Körper kann auch dazu beitragen, zu der großen Frage,
                    0:59:07–0:59:10
                    wie will ich leben und was will ich zum Wandel beitragen.
                    0:59:10–0:59:14
                    Und da sitzt so viel Intelligenz, die auf einmal frei werden konnte,
                    0:59:14–0:59:16
                    weil viel mehr Menschen in ihrem Körper wieder waren.
                    0:59:18–0:59:23
                    Ich lebe in zehn Jahren in einer Welt, wo die Menschen einfach immer mehr und
                    0:59:23–0:59:29
                    mehr verstanden haben, auf sich selbst zu hören und die Zeit, die sie hier haben,
                    0:59:30–0:59:34
                    womöglich schön für sich zu verbringen, dass die Werte, die heute jetzt oder
                    0:59:34–0:59:39
                    die damals gegolten haben, dass die einfach nach und nach sich auflösen und
                    0:59:39–0:59:41
                    dass einfach dieses Miteinander zählt.
                    0:59:42–0:59:46
                    Das ist eine sehr schöne Vorstellung in meiner Zukunftsvision.
                    0:59:46–0:59:51
                    Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können,
                    0:59:51–1:00:00
                    als dazu beizutragen, dass alle Menschen auch mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen
                    1:00:00–1:00:04
                    und Herausforderungen sich als Teil der Mitte der Gesellschaft fühlen.
                    1:00:04–1:00:15
                    Und ich mich umblicke und dass die Gesellschaft als gemeinsame Fürsorgegemeinschaft
                    1:00:15–1:00:19
                    da ist, nicht nur die Familien oder Angehörigen,
                    1:00:19–1:00:23
                    die entscheiden zu unterstützen,
                    1:00:23–1:00:25
                    sodass...
                    1:00:26–1:00:33
                    Es keine Frage mehr darin gibt, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten wertvoller
                    1:00:33–1:00:38
                    in dieser Gesellschaft sind, sondern dass wir eine Kultur in uns haben,
                    1:00:39–1:00:48
                    aufeinander zu blicken und uns gegenseitig zu unterstützen und wertzuschätzen für wie wir beitragen.
                    1:00:48–1:00:54
                    Also ich lebe heute in einer Welt, in der es keine letzte Generation mehr gibt, sondern eine erste.
                    1:00:55–1:01:03
                    In einer Welt, in der Menschen sich, alle sich, wir uns wieder nahe gekommen sind.
                    1:01:04–1:01:10
                    In der Mütter sich und Väter sich und Nachbarn, Freunde sich den Kindern zuwenden.
                    1:01:11–1:01:15
                    Als unseren Kindern, also Kinder von uns allen.
                    1:01:16–1:01:25
                    Die Kinder genährt werden durch uns alle. Der Raum ist für leise Stimmen von
                    1:01:25–1:01:28
                    den Menschen, die viel getragen haben.
                    1:01:30–1:01:36
                    Es gibt überall kleine, alte, leere Dörfer, die sich wieder gestaltet haben,
                    1:01:36–1:01:42
                    die wieder belebt worden sind, wo es einen Marktplatz oder eine Mitte gibt,
                    1:01:42–1:01:45
                    auf der Menschen zusammenkommen und feiern,
                    1:01:46–1:01:53
                    gemeinsam ernten und lebendig sind.
                    1:01:55–1:02:02
                    Und ja, diese großen Prozesse im Kleinen erforscht haben.
                    1:02:04–1:02:10
                    Also wo eigentlich die ganze Politik so funktioniert wie eine einzige Beziehung.
                    1:02:11–1:02:13
                    Also wo Natur und Mensch wieder eins sind.
                    1:02:15–1:02:20
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                    1:02:25–1:02:31
                    MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                    1:02:31–1:02:35
                    Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                    1:02:35–1:02:38
                    Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                    1:02:38–1:02:42
                    für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                    1:02:42–1:02:46
                    hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

                    The post MP101 – Unsere Visionsreise auf dem Waldtreffen 2025 appeared first on MYZELIUM.

                    1 hr 3 min
                  • MP100 - Heimat 3.0, ein gemeinschaftsbasiertes Café - mit Anne-Christin Böske

                      Tine zieht aufs Land und merkt schnell, dass ihr was fehlt: Ein Treffpunkt, gemütlich und schön Kaffeetrinken können und ein Kulturangebote. Sie schafft das dann „einfach“ selbst und eröffnet die Heimat 3.0. Nach einem Jahr steigt ihre Mitgründerin aus und sie steht vor der Frage, wie und ob es überhaupt weiter gehen soll. Mit dieser Frage kommt auch das MYZELIUM um die Ecke und die Idee entsteht, das Café gemeinschaftsbasiert weiterzuführen. Was in den zwei Zyklen der Begleitung mit der Heimat und Tine passiert ist, hört ihr in dieser Podcastfolge – das schönste sei gesagt: Tine kann als Unternehmerin wieder schlafen. Franka hat als Unterstützung auch Johanna zu Gast, die über die Arbeit als Gemeinschaftsbildnerin spricht und erzählt, was wir als MYZELIUM so in Gemeinschaften machen, um sie in ihr Potenzial zu bringen und mit TAGS gerade alles herausfinden.

                      Links:
                      WDR Beitrag über die Heimat
                      https://www1.wdr.de/lokalzeit/fernsehen/muensterland/heimat-3-0-ein-projekt-in-laer-gegen-das-dorfsterben-100.html

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                      Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                      Transkription

                      0:00:10–0:00:15
                      Hallo und herzlich willkommen zum Mycelium-Podcast. Hier geht es um eine neue
                      0:00:15–0:00:18
                      Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                      0:00:18–0:00:21
                      Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
                      0:00:21–0:00:23
                      Und dieser Podcast unterstützt dich
                      0:00:23–0:00:27
                      dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                      0:00:27–0:00:31
                      Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                      0:00:31–0:00:36
                      und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem Mycelium-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                      0:00:36–0:00:39
                      Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                      0:00:49–0:00:53
                      Herzlich Willkommen zur 100. Folge des Mycelium-Podcasts.
                      0:00:53–0:00:57
                      Mein Name ist Franka, ich bin Transformationsbegleiterin im Mycelium,
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                      vor allem für dritte Orte und Gemeinschaftsprojekte und darf euch heute zu diesem
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                      Podcast begrüßen, wo wir eine wunderbare Gästin haben,
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                      nämlich die Tine, Anne-Christine Böske von der Heimat 3.0. Hallo liebe Tine.
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                      Hallo.
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                      Und ich bin natürlich auch nicht alleine hier. Ich habe Johanna bei mir.
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                      Johanna ist meine Freundin und Teamkollegin aus dem Bezidium,
                      0:01:19–0:01:23
                      die seit Anfang des Jahres schon bei uns ist und unter anderem mit mir auch
                      0:01:23–0:01:25
                      die Heimat 3.0 begleitet.
                      0:01:25–0:01:27
                      Liebe Johanna, herzlich willkommen.
                      0:01:28–0:01:28
                      Hallihallo.
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                      Wie schön, dass ihr beide da seid. Wir nehmen heute eine Folge auf und wollen
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                      einmal Tine hören, wie sie und warum sie die Heimat 3.0 gegründet hat und was
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                      sich bei der Heimat auch so verändert hat,
                      0:01:41–0:01:46
                      seit es das Mytilium gibt und seit es das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften an diesem Ort gibt.
                      0:01:46–0:01:53
                      Und die erste Frage, die geht an dich, Tina. Tina, wer bist du und was ist eigentlich die Heimat 3.0?
                      0:01:53–0:01:58
                      Ja, erstmal schön, dass ich hier sein darf. Ich freue mich sehr auf unseren Podcast heute.
                      0:01:59–0:02:05
                      Genau, ich bin Anne-Christin oder den meisten bekannt als Tine und bin die Betreiberin von Heimat 3.0.
                      0:02:05–0:02:10
                      Ich lebe mit meiner Familie in Laar, das ist ein Dorf im Münsterland.
                      0:02:11–0:02:19
                      Und eben der Ort, an dem wir vor mittlerweile ziemlich genau drei Jahren Heimat 3.0 eröffnet haben.
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                      Und wir wohnen hier seit fast acht Jahren und sind aus Städten hierhin gezogen.
                      0:02:28–0:02:33
                      Also wir haben sehr lange in der Stadt gewohnt und sind dann eben mit Familiengründung
                      0:02:33–0:02:35
                      wieder aufs Dorf gezogen.
                      0:02:35–0:02:39
                      Haben uns hier total wohl gefühlt, haben glücklicherweise viele nette Menschen kennengelernt.
                      0:02:39–0:02:44
                      Aber an vielen Stellen auch immer wieder festgestellt, dass gerade so mit dieser
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                      Erfahrung von Stadtleben wir noch ein paar Sachen hier vermissen,
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                      die uns so für die Lebensqualität noch fehlen.
                      0:02:51–0:02:55
                      Und so ist dann letztlich die Idee zur Heimat 3.0 entstanden,
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                      dass wir mit vielen Menschen immer wieder die gleichen Gespräche geführt haben
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                      und gesagt haben, wir fühlen uns hier total wohl und das hat irgendwie eine
                      0:03:02–0:03:03
                      tolle Lebensqualität hier.
                      0:03:04–0:03:07
                      Und andersrum wäre es auch schön, sich einfach mal mit jemandem auf einen Kaffee
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                      treffen zu können, kleinere kulturelle Angebote haben zu können und das eben
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                      am eigenen Lebensort zu haben und nicht erst ins Auto oder in den Bus dafür steigen zu müssen.
                      0:03:17–0:03:19
                      Irgendwann waren wir dann an dem Punkt, dass wir gesagt haben,
                      0:03:19–0:03:22
                      ja, das wird nicht einfach so aus dem Boden plöppen.
                      0:03:23–0:03:25
                      Vielleicht müssen wir das einfach selbst in die Hand nehmen.
                      0:03:25–0:03:27
                      So ist dann Heimat 3.0 entstanden.
                      0:03:28–0:03:33
                      Cool, vielen Dank für das Erzählen. Wir machen da gleich auch weiter.
                      0:03:33–0:03:37
                      Ich möchte aber an der Stelle einmal nochmal Johanna begrüßen und auch dich fragen.
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                      Johanna, wer bist du? Vielleicht auch, was machst du eigentlich im Mycelium?
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                      Ich bin Johanna. Ich bin jetzt seit Anfang des Jahres beim Mycelium dabei und
                      0:03:45–0:03:50
                      bin über das Projekt TAX, wo wir bestimmt auch gleich nochmal ein bisschen drauf schauen werden,
                      0:03:51–0:03:55
                      in dessen Rahmen wir unter anderem auch die Tine begleiten, mit der Hema 3.0
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                      zum Mycelium dazugestoßen.
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                      Und genau, mache da eigentlich auch eine Mischung aus Transformationsbegleitung,
                      0:04:01–0:04:04
                      aus so ein bisschen Beforschung,
                      0:04:04–0:04:08
                      wie können sich eigentlich Gemeinschaften rund um gemeinwohlorientierte oder
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                      gemeinschaftsbasierte Unternehmen organisieren, gründen,
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                      zusammenfinden, in Beziehungen miteinander treten.
                      0:04:16–0:04:21
                      Und genau, kümmer mich auch ein bisschen darum, dass wir uns als Begleitungskreis,
                      0:04:22–0:04:26
                      also alle, die in der Begleitung sind, selbst organisiert durchwurschteln durch
                      0:04:26–0:04:29
                      das, was wir hier so täglich mit viel Freude tun.
                      0:04:30–0:04:36
                      Cool, danke an dich jetzt haben wir schon, genau, Tine gehört mit ihrem Warum
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                      und sozusagen ihre Geschichte dass die Heimat 3.0 aus einem Bedürfnis nach Begegnung nach Kultur,
                      0:04:43–0:04:47
                      nach diesem Angebot sozusagen entstanden ist vielleicht kannst du uns noch erzählen,
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                      Tine wie das Mytilium dann eigentlich zu dir kam oder wie du zum Mytilium kamst ja.
                      0:04:54–0:04:57
                      Sehr gerne das war nämlich ein wirklich entscheidender Punkt für mich irgendwie
                      0:04:57–0:05:02
                      und auch für die Heimat Und wir sind ja, wie gesagt, 2022 gestartet,
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                      haben irgendwie die Heimat gegründet und ich glaube,
                      0:05:07–0:05:10
                      Habe ich vorhin nochmal so gedacht, der grundsätzliche Punkt war,
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                      dass, wie du gerade schon gesagt hast, aus so einem eigenen Bedürfnis heraus gegründet haben.
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                      Gar nicht, hey, wir wollen unbedingt ein Café eröffnen und Cafébetreiber sein,
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                      sondern wirklich so, wir wollen einen Ort haben,
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                      wo Menschen sich treffen können, wo wir zusammenkommen können,
                      0:05:25–0:05:30
                      wo wir Dinge gestalten können, wo Menschen ihre Ideen einbringen können und
                      0:05:30–0:05:32
                      haben aber eben erstmal ganz klassisch gestartet.
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                      Also wir haben eine GbR gegründet und haben dann eben die Heimat eröffnet.
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                      Dieser Kaffeezweig ist total gut angenommen worden und deswegen ist es erstmal
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                      so in diese Richtung gelaufen und meine Mitgründerin ist nach einem Jahr dann ausgestiegen.
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                      Wir hatten in diesem ersten Jahr auch verschiedene Förderprogramme,
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                      die uns natürlich sehr weich gemacht haben, erst mal diesen Start zu machen.
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                      Nach diesem einen Jahr stand ich dann eben alleine da mit dem Vorhaben und mit
                      0:06:04–0:06:08
                      der Idee und mit eben auch schon einem Jahr Erfahrung und war an dem Punkt,
                      0:06:09–0:06:12
                      kann und will ich das alleine weitermachen?
                      0:06:12–0:06:16
                      Und der Frage, wie kann ich das weitermachen?
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                      Und da bin ich aufs Mycelium gestoßen und habe mich da sehr aufgefallen gefühlt,
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                      sehr verstanden gefühlt.
                      0:06:26–0:06:33
                      Und es war so das erste Mal dieses Gefühl von, okay, die verstehen die Idee dahinter.
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                      Und es ist nicht dieses, was mir natürlich innerhalb dieses Jahres,
                      0:06:37–0:06:40
                      haben uns das sehr viele Leute vorgerechnet und haben gesagt,
                      0:06:41–0:06:42
                      ihr habt so und so viele Plätze in diesem Café.
                      0:06:43–0:06:46
                      Das rechnet sich nicht, das ist rein wirtschaftlich, nicht möglich,
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                      dieses Kaffee zu erhalten. Ihr könnt doch gleich wieder zumachen.
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                      Und in mir ist dadurch aber immer eher so ein Gefühl, so ein Gefühl entflammt
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                      von, nee, sehe ich nicht ein.
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                      Also durchs Mycenium kam eben einfach so diese Aspekt rein, es gibt auch andere Wege,
                      0:07:04–0:07:11
                      Ideen umzusetzen und zu erhalten und auch wirtschaftlich erhalten zu können
                      0:07:11–0:07:15
                      und eben nicht nur dieses Umseratz pro Gast pro Tag rechnen.
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                      Und was ich irgendwie spannend finde, ist, dass dadurch diese Grundidee eigentlich
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                      viel mehr, ja, eigentlich noch so richtig aufgeblüht ist.
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                      Also dass es eben nicht nur Kaffee ist, sondern ganz, ganz viel mehr.
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                      Das ist wirklich so, seitdem das Mycelium ins Leben von Heimat 3.0 kam,
                      0:07:36–0:07:38
                      hat sich das nochmal total gewandelt.
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                      Und das ist irgendwie schön zu sehen, dass es dadurch auch viel,
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                      viel mehr so in Richtung dieser ursprünglichen Idee und dem ursprünglichen Bedürfnis,
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                      weshalb wir Heimat 3.0 eröffnet haben, vielmehr dahin nochmal zurückgegangen ist zu den Ursprüngen.
                      0:07:53–0:07:58
                      Mein Herz hüpft natürlich gleich bei dieser Geschichte von der Welt oder der
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                      ökonomischen Welt, die einem erklären will, dass sowas in Anführungsstrichen
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                      nicht betriebswirtschaftlich sei.
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                      Und ich finde es natürlich selber sehr, sehr spannend, wie sozusagen an diesem
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                      Ort jetzt was geschaffen wurde, nämlich,
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                      dass es nicht mehr darum geht, dass unbedingt der Kaffee über den Tresen wandert
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                      und dafür sozusagen bezahlt wird, sondern dass die Heimat durch eine Gemeinschaft
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                      und durch Mitglieder sozusagen mehr oder weniger auf sicheren,
                      0:08:20–0:08:22
                      auch wirtschaftlichen Beinen steht.
                      0:08:23–0:08:25
                      Und da vielleicht auch noch mal eine Frage zu dir, Tina. Hast du Lust,
                      0:08:25–0:08:31
                      uns zu erklären, wie dein gemeinschaftsbasiertes Konzept sozusagen aussieht,
                      0:08:31–0:08:33
                      wie bei dir die Finanzierung aussieht?
                      0:08:33–0:08:37
                      Und ich weiß ja selber, dass du zwei verschiedene Elemente eingeführt hast,
                      0:08:37–0:08:40
                      nämlich den Heimatgroschen zum Beispiel und den Heimatgutschein.
                      0:08:41–0:08:44
                      Vielleicht magst du da noch mal reingehen und das unseren Hörerinnen und Hörern
                      0:08:44–0:08:46
                      erklären, wie das bei dir läuft.
                      0:08:46–0:08:51
                      Also man kann in der Heimat Heimatheldin oder Heimatheld werden,
                      0:08:51–0:08:56
                      So nennen wir unsere Mitglieder, die keine Mitglieder im Vereinssinne sind,
                      0:08:56–0:08:59
                      sondern eher eine Unterstützergemeinschaft.
                      0:08:59–0:09:03
                      Und die Finanzierung ist so aufgestellt, genau wie du gerade gesagt hast,
                      0:09:03–0:09:05
                      es gibt zum einen den Heimatgroschen.
                      0:09:05–0:09:11
                      Das ist quasi einfach ein Solidarbeitrag, der ist frei gewählt oder wie eine
                      0:09:11–0:09:15
                      Spende im Prinzip, wenn man sagt, ich finde das total wichtig und gut,
                      0:09:15–0:09:17
                      dass es das gibt und ich möchte das unterstützen.
                      0:09:18–0:09:21
                      Irgendjemand hat das mal mit so einem Fitnessstudio-Beitrag verglichen.
                      0:09:21–0:09:25
                      Das finde ich irgendwie ganz greifbar, was man ja eigentlich auch letztlich
                      0:09:25–0:09:29
                      nur zahlt, damit man die Option hat, da hinzugehen, ohne dass man dafür schon
                      0:09:29–0:09:31
                      irgendeinen Kurs besucht hat.
                      0:09:32–0:09:34
                      Sondern das ist einfach ein monatlicher Beitrag, der dafür sorgt,
                      0:09:35–0:09:38
                      dass Heimat 3.0 erhalten bleiben kann.
                      0:09:38–0:09:44
                      Und dann gibt es den Gutschein. Und der Gutschein sieht so aus,
                      0:09:44–0:09:49
                      dass die Menschen sich einen bestimmten monatlichen Betrag aussuchen,
                      0:09:49–0:09:53
                      der dann ganz bequem per SEPA von uns eingezogen wird.
                      0:09:53–0:09:58
                      Und dieser Betrag wird dann bei uns im Laden als Guthaben hinterlegt.
                      0:09:58–0:10:03
                      Also wählt halt jeder eben auch nach seinen Bedürfnissen und nach seiner Nutzung
                      0:10:03–0:10:07
                      von der Heimat aus und diesen Gutschein kann man im Laden verkonsumieren.
                      0:10:07–0:10:11
                      Also da kann man das gastronomische Angebot für nutzen, man kann davon Cappuccino
                      0:10:11–0:10:13
                      trinken, man kann Bananenbrot davon essen.
                      0:10:14–0:10:17
                      Wir haben aber auch so regionale Produkte wie zum Beispiel Lara Honig,
                      0:10:17–0:10:24
                      Lara Eier, also so regional wie Kaffee eben sein kann, aber Kaffeebohnen, die wir verkaufen.
                      0:10:25–0:10:27
                      Und dafür kann man diesen Gutschein auch einlösen.
                      0:10:27–0:10:33
                      Da schaut eben jede und jeder für sich, wie ist so mein Nutzungsverhalten von der Heimat.
                      0:10:33–0:10:37
                      Also wie oft gehe ich vielleicht einen Kaffee trinken, wie oft brauche ich neuen
                      0:10:37–0:10:43
                      Kaffee oder neue Eier. und danach haben dann alle ihren Gutscheinbetrag festgelegt.
                      0:10:44–0:10:47
                      Und das geht auch tatsächlich bei den meisten ganz gut auf.
                      0:10:48–0:10:54
                      Cool. Das ist eine tolle Praxisvorlage, um zu erklären, was für ein Spiel wir
                      0:10:54–0:10:56
                      da treiben, in Anführungsstrichen.
                      0:10:57–0:11:01
                      Jetzt eine Frage an dich, Johanna. Wir waren ja beide erst vor kurzem bei Tine
                      0:11:01–0:11:03
                      und der Heimat 3.0 zur Beitragsrunde.
                      0:11:04–0:11:09
                      Zur zweiten Beitragsrunde. Wie hast du die eigentlich so erlebt und was ist für dich da so passiert?
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                      Also ich weiß noch, dass es ein elendig heißer Tag war und wir alle schwitzend
                      0:11:15–0:11:18
                      in der Galerie gegenüber saßen, was eigentlich auch schon so ein schönes Element ist.
                      0:11:19–0:11:22
                      Also es gibt die Heimat 3.0 auf der einen Straßenseite und es gibt eine Galerie
                      0:11:22–0:11:23
                      auf der anderen Straßenseite.
                      0:11:23–0:11:26
                      Und da besteht einfach eine enge Beziehung zwischen diesen beiden Orten.
                      0:11:27–0:11:30
                      Und man merkt schon total irgendwie, also als ich da ankam, habe ich schon total
                      0:11:30–0:11:32
                      gemerkt, hey, da ist eine Verbindung.
                      0:11:32–0:11:37
                      Da ist irgendwie mehr als nur dieser eine Begegnungsort, Sondern genau,
                      0:11:37–0:11:41
                      das webt sich schon so in den Ort rein, eben mit der Galerie. Das war sehr schön.
                      0:11:41–0:11:45
                      Dann, wie viele waren wir? Ich würde sagen, wir waren bestimmt so 35 Leute,
                      0:11:45–0:11:49
                      hätte ich jetzt mal getippt, vielleicht sogar mehr, die da zusammengekommen sind.
                      0:11:50–0:11:54
                      Und es ist immer total spannend zu sehen, was bei diesen Beitragsrunden passiert
                      0:11:54–0:11:55
                      mit den Menschen, die da sind.
                      0:11:55–0:11:58
                      Weil das ist natürlich auch so eine total banale Erkenntnis,
                      0:11:58–0:12:01
                      die aber gar nicht so banal oder trivial ist in der Art, wie wir dann diese
                      0:12:01–0:12:05
                      Beitragsrunden durchführen, dass jede Gemeinschaft anders ist.
                      0:12:05–0:12:08
                      Und was ich tatsächlich besonders fand in Laar,
                      0:12:09–0:12:12
                      ist zum einen, dass es ein sehr dörflicher Kontext ist.
                      0:12:12–0:12:15
                      Und ich glaube, Tine, du hast es auch manchmal so fast ein bisschen so als konservativ
                      0:12:15–0:12:18
                      bezeichnet oder auch so Dinge gesagt wie über Geld spricht man hier nicht.
                      0:12:19–0:12:24
                      Und die gemeinschaftsbasierte Ökonomie, da ist ja ein ganz fundamentaler Bestandteil,
                      0:12:24–0:12:26
                      sich über Geld zu unterhalten und sich darüber zu unterhalten,
                      0:12:27–0:12:29
                      was brauche ich eigentlich zum Leben?
                      0:12:29–0:12:33
                      Was kann ich auch reingeben in Orte, in Unternehmen, in Betriebe,
                      0:12:33–0:12:37
                      die mir wichtig sind, sodass wir sie gemeinschaftsbasiert erhalten können?
                      0:12:37–0:12:40
                      Und das hat eben ganz viel auch mit einer Reflexion davon zu tun,
                      0:12:41–0:12:42
                      ja, wie geht es mir finanziell?
                      0:12:42–0:12:44
                      Wie bin ich diesbezüglich sozialisiert worden?
                      0:12:45–0:12:48
                      Erwarte ich ein Erbe? Habe ich ein regelmäßiges Einkommen? Habe ich es am Arbeitsmarkt leicht?
                      0:12:49–0:12:55
                      Also wie so eine kleine Privilegienreflexion, aber mehr als das.
                      0:12:55–0:12:59
                      Also es geht nochmal eine Runde tiefer, so eine wirkliche Verbindung zur eigenen
                      0:12:59–0:13:03
                      Geldbiografie auch herzustellen. Und das ist immer gar nicht so leicht,
                      0:13:03–0:13:05
                      sowas einzubringen bei den Beitragsabenden.
                      0:13:05–0:13:09
                      Und da war es eben total interessant, weil wir haben dann eine Beitragsrunde gemacht.
                      0:13:09–0:13:12
                      Also es bedeutet so, alle, die da sind, geben ihren Betrag ab,
                      0:13:12–0:13:18
                      schreiben denen auch, was sie als Heimatkoschen oder eben auch als Heimatgutschein da lassen wollen.
                      0:13:19–0:13:23
                      Und wir machen dann meistens noch eine zweite oder eigentlich immer noch eine
                      0:13:23–0:13:25
                      zweite und manchmal auch eine dritte Runde.
                      0:13:25–0:13:28
                      Und während ausgezählt wird, was kam da jetzt in der ersten Runde zusammen,
                      0:13:29–0:13:31
                      haben wir eine kleine Murmelgruppe auf dem Kirchenvorplatz gemacht.
                      0:13:32–0:13:34
                      Wie hat sich das jetzt für dich angefühlt, diesen Betrag zu geben?
                      0:13:34–0:13:38
                      Da durften Menschen auch gerne erzählen, wie viel sie eben gegeben haben und
                      0:13:38–0:13:42
                      fühlt sich das leichter für dich an, weniger zu geben oder mehr zu geben?
                      0:13:42–0:13:46
                      Und das eine große Irritation in der Gruppe war und die Leute waren,
                      0:13:46–0:13:49
                      warum sollen wir das denn jetzt machen? Also ich will einfach die Diene unterstützen.
                      0:13:49–0:13:52
                      Ich will einfach, dass es die Heimat gibt. Ich habe jetzt hier meinen Betrag aufgeschrieben.
                      0:13:53–0:13:55
                      Das reicht mir jetzt so. Das ist gut so. Das fühlt sich stimmig für mich an.
                      0:13:56–0:13:58
                      Und ich verstehe jetzt gar nicht, warum wir hier noch eine Runde machen sollen.
                      0:13:58–0:14:00
                      Und das fühlt sich an wie so Bittstellung.
                      0:14:01–0:14:04
                      Also als würdet ihr jetzt so darum pokern, dass wir noch mehr geben.
                      0:14:05–0:14:09
                      Und solche Momente sind total interessant, weil wir natürlich sehen,
                      0:14:09–0:14:13
                      wie fest oder wie tief diese Geschichte irgendwie auch sitzt so in uns,
                      0:14:14–0:14:18
                      dass man so irgendwie die Leute so manipulativ ausnutzen will,
                      0:14:18–0:14:21
                      denen irgendwie noch mehr Geld so aus den Rippen leiern will für irgendwelche
                      0:14:21–0:14:23
                      Zwecke, die man vielleicht nicht richtig darlegt.
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                      Und das ist natürlich überhaupt nicht der Fall, sondern es geht ja darum,
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                      gemeinsam zu verstehen, ja, wie gehen wir eigentlich mit Geld um und können
                      0:14:30–0:14:32
                      wir hier eine Art von Solidarität aufleben lassen?
                      0:14:32–0:14:36
                      Und ja, diese Gespräche, die dann daraus entstehen, sind irgendwie immer total
                      0:14:36–0:14:39
                      wertvoll und wir haben das dann auch nochmal reingetragen in die Runde und wir
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                      so das aufgenommen und gesagt, okay, es gab jetzt gerade diese Irritation,
                      0:14:42–0:14:45
                      wir wollen gerne nochmal erzählen, warum wir das eigentlich mit euch machen?
                      0:14:45–0:14:49
                      Und dann haben Franka, genau, du und ich ja nochmal ein bisschen nachgelegt
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                      und es war dann irgendwie auch schön zu sehen, wie dann so von so einem Unverständnis,
                      0:14:54–0:14:56
                      so die Gesichter sich geöffnet haben hin zu,
                      0:14:56–0:15:00
                      okay, das kann ich verstehen, das ist vielleicht noch nicht ganz die Transformation
                      0:15:00–0:15:03
                      hin zu, ich werde jetzt in meinem ganzen Leben irgendwie solidarische Prinzipien walten lassen,
                      0:15:04–0:15:09
                      aber da ist so, da kam so eine Aufhellung und das sind einfach total schöne
                      0:15:09–0:15:13
                      Momente, wo ich so das Gefühl habe, ah, da sähen wir irgendwie so einen kleinen Samen der Veränderung.
                      0:15:15–0:15:17
                      Und möge er noch so klein sein, aber er ist irgendwie sehr selbstwirksam dann
                      0:15:17–0:15:19
                      in dem Moment und das ist schön.
                      0:15:19–0:15:22
                      Tini, wie hast du denn die Beitragsrunde, jetzt auch die zweite,
                      0:15:22–0:15:24
                      vielleicht auch im Vergleich zur ersten Beitragsrunde?
                      0:15:24–0:15:28
                      Du bist ja jetzt schon langjährige, gemeinschaftsbasierte Unternehmerin.
                      0:15:28–0:15:31
                      Kannst du da einen Unterschied oder einen Wandel irgendwie auch feststellen
                      0:15:31–0:15:35
                      von der ersten auf jetzt zur zweiten und wie hast du die so wahrgenommen,
                      0:15:36–0:15:37
                      die zweite Beitragsrunde?
                      0:15:37–0:15:40
                      Das ist ganz spannend, was du gerade gesagt hast, Johanna.
                      0:15:40–0:15:44
                      Das habe ich nämlich so in der Reflexion für mich ein Stück weit noch mehr der
                      0:15:44–0:15:46
                      ersten Beitragsrunde zugeordnet.
                      0:15:46–0:15:53
                      Und was du für nachher gesagt hast, dass es nochmal einfach auch zu einer detaillierten
                      0:15:53–0:15:56
                      Erklärung kam, so warum machen wir das eigentlich und nochmal so ein bisschen
                      0:15:56–0:16:00
                      so ein Refreshing des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens.
                      0:16:00–0:16:03
                      Das macht für mich total die zweite Beitragsrunde jetzt aus.
                      0:16:04–0:16:09
                      Ich habe das Gefühl, bei der ersten Beitragsrunde, da sind wir ja ganz neu mit
                      0:16:09–0:16:11
                      diesem gemeinschaftsbasierten Konzept gestartet.
                      0:16:11–0:16:15
                      Wir hatten lange vorher geschlossen, also wir mussten einfach renovierungsbedingt,
                      0:16:15–0:16:21
                      hatten wir, wie lange war es, wirklich lange einfach zu und es war dunkel in unserem Laden.
                      0:16:21–0:16:24
                      Und es kamen ganz viele Fragen, wann macht ihr wieder auf?
                      0:16:24–0:16:28
                      Und da war mein Eindruck, dass viele Menschen einfach so mitgemacht haben,
                      0:16:28–0:16:31
                      ohne genau zu verstehen, was das eigentlich soll und was das ist.
                      0:16:31–0:16:35
                      Das war nur so, okay, wir müssen das und das machen, wir sollen einen Gutschein
                      0:16:35–0:16:40
                      monatlich kaufen oder wir sollen Heimatgroschen geben, damit es die Heimat weitergeben kann.
                      0:16:40–0:16:43
                      Es ist uns ja wichtig, dass es die Heimat weitergeben kann. Alles klar,
                      0:16:43–0:16:45
                      dann hier ist unser Geld so.
                      0:16:45–0:16:50
                      Und es wurde viel hinterfragt, skeptisch hinterfragt, aber es war dann so ein
                      0:16:50–0:16:55
                      bisschen, ja okay, dann zahlen wir halt, aber ohne das vielleicht so komplett
                      0:16:55–0:16:59
                      verstanden zu haben. Und da kann ich mich auch einschließen.
                      0:16:59–0:17:07
                      Also ich merke jetzt auch wirklich in den, ja, also über oder fast anderthalb
                      0:17:07–0:17:11
                      Jahre, die wir das jetzt machen, es gibt so viele Aha-Momente immer noch.
                      0:17:11–0:17:15
                      Und ich stecke wirklich tief drin. Also ich beschäftige mich ganz,
                      0:17:15–0:17:17
                      ganz viel mit gemeinschaftsbasierten Wirtschaften.
                      0:17:17–0:17:22
                      Ich bereite mit dem Mycenium oder das Mycenium bereitet mit mir Beitragsrunden vor.
                      0:17:22–0:17:25
                      Und wir haben Workshops und wir haben regelmäßige Treffen und ich würde sagen,
                      0:17:26–0:17:30
                      ich bin schon gut dran an der Thematik und das sind aber die anderen Menschen
                      0:17:30–0:17:35
                      zu teilen auch, aber eben zu vielen Teilen auch nicht und deswegen,
                      0:17:35–0:17:40
                      genau, nehme ich das auch überhaupt niemandem übel so und finde das aber wirklich
                      0:17:40–0:17:44
                      spannend zu sehen, dass von so einer ersten Beitragsrunde, wo es einfach nur das Gefühl war,
                      0:17:45–0:17:48
                      okay, wir zahlen jetzt, wir machen da jetzt mit, hm?
                      0:17:49–0:17:57
                      Zu einem größeren Verständnis und auch dem Verständnis der Chance, die darin steckt, ging.
                      0:17:58–0:18:01
                      In der ersten Beitragsrunde ging es ja wirklich um das reine,
                      0:18:01–0:18:03
                      okay, können wir überhaupt wieder aufmachen?
                      0:18:04–0:18:08
                      Ja, wollen wir, deswegen geben wir alle unser Geld. Und in der zweiten Beitragsrunde
                      0:18:08–0:18:12
                      war halt dieser Gemeinschaftsaspekt viel, viel mehr im Vordergrund.
                      0:18:12–0:18:17
                      Ich muss sagen, ich habe schon auch ein bisschen gebangt. So,
                      0:18:17–0:18:20
                      in der Vorbereitung der Beitragsrunde kam schon auch irgendwann dieser Gedanke
                      0:18:20–0:18:24
                      von, scheiße, was ist jetzt eigentlich, wenn irgendwie die Hälfte der Leute
                      0:18:24–0:18:27
                      sagt, ja, war ja jetzt ganz nett, aber ciao, wir sind nicht mehr dabei.
                      0:18:27–0:18:31
                      Was ist dann so? Dann haben wir nämlich nicht mehr die Fixkosten sicher bezahlt
                      0:18:31–0:18:33
                      und was bedeutet das dann für mich?
                      0:18:33–0:18:40
                      Also so dieser Gedanke oder diese Befürchtung ploppte dann auch immer mal so
                      0:18:40–0:18:43
                      auf und trotzdem hatte ich aber das Gefühl, dass die Leute schon viel,
                      0:18:43–0:18:45
                      viel mehr verstanden haben, was es ist.
                      0:18:45–0:18:50
                      Es gab viel, viel mehr diesen Schneeball-Effekt, also dass wirklich Leute gesagt
                      0:18:50–0:18:54
                      haben, ich frage jetzt nochmal meine Nachbarin und hey, was ist denn mit der eigentlich?
                      0:18:54–0:18:58
                      Die geht doch eh mit ihrer Schwägerin ständig irgendwo Kaffee trinken.
                      0:18:58–0:19:01
                      Dann können die doch auch einen Gutschein in der Heimat haben und zu euch kommen.
                      0:19:01–0:19:08
                      Und es ist einfach so eine Idee des Mitgestaltens und der Mitverantwortung entstanden.
                      0:19:09–0:19:13
                      Viel, viel mehr als bei der ersten Beitragsrunde. Und das fand ich total schön zu sehen.
                      0:19:14–0:19:19
                      Und das hat sich für mich eben gut angefühlt, weil ich mehr,
                      0:19:19–0:19:23
                      also im Zuge der ersten Beitragsrunde habe ich mich sehr in so einer Rolle als
                      0:19:23–0:19:24
                      Bittstellerin gefühlt.
                      0:19:25–0:19:29
                      Also ich glaube, der Eindruck ist auch teilweise immer noch da,
                      0:19:30–0:19:33
                      wie, hey, wir sollen der jetzt unser Geld geben, damit sie irgendwie ihr Kaffee
                      0:19:33–0:19:35
                      am Laufen halten kann. Was ist denn das?
                      0:19:36–0:19:40
                      Und so ist es aber nicht. Also viele Menschen, die jetzt als Heimathelden und
                      0:19:40–0:19:44
                      Heimatheldinnen dabei sind und die auch nah dran sind,
                      0:19:44–0:19:48
                      die verstehen, dass es eben nicht das ist, sondern dass das,
                      0:19:48–0:19:53
                      was jeder Lara und jede Lara und auch Menschen von außerhalb geben, die mitmachen,
                      0:19:54–0:20:00
                      dass das einfach ihnen selbst dient und dafür sorgt, dass sie die Heimat weiterhin nutzen können.
                      0:20:01–0:20:04
                      Und dieses Selbstverständnis hat sich bei mir auch mit der zweiten Beitragsrunde
                      0:20:04–0:20:07
                      ein Stück weit gewandelt. Und das war irgendwie...
                      0:20:08–0:20:11
                      Ich war mehr Teil der Gemeinschaft als so eine Einzelkämpferin,
                      0:20:11–0:20:15
                      die sagt, hey, ich brauche euer Geld. Und das war einfach ein total schönes Gefühl.
                      0:20:16–0:20:19
                      Wow, ich habe gerade richtig, richtig tolle Sachen gehört.
                      0:20:19–0:20:24
                      Also einmal möchte ich dich auch nochmal unterstreichen, in der eigenen Erfahrung
                      0:20:24–0:20:26
                      auch Beitragsrunden gemacht zu haben im Franzwerk.
                      0:20:27–0:20:31
                      Da ist immer eine gewisse Art von Nervosität dabei, weil wir ja in den Wald
                      0:20:31–0:20:35
                      hineinrufen sozusagen und gucken, was auch zurückschaltet.
                      0:20:35–0:20:38
                      Also wir fragen ja richtig nach Resonanz. Also wenn was eine Resonanzfrage ist,
                      0:20:38–0:20:43
                      dann ja eine Beitragsrunde, weil wir unsere aktuellen Mitglieder sozusagen fragen,
                      0:20:43–0:20:44
                      sind sie weiterhin dabei?
                      0:20:44–0:20:46
                      Und da gibt es vielleicht eben auch Menschen, die sagen, nee,
                      0:20:47–0:20:48
                      bin ich nicht weiter dabei?
                      0:20:48–0:20:53
                      Oder eben andere, die ganz klar und laut sagen, ja, ja, ja, ich will,
                      0:20:53–0:20:54
                      dass das hier weiter existiert.
                      0:20:55–0:21:00
                      Und das ist die meiste Erfahrung, die wir ja machen, ist, dass ein ganz klares Ja auch zurückkommt.
                      0:21:00–0:21:04
                      Also von den allermeisten sind diese Orte und sind die Betreiberinnen dieser
                      0:21:04–0:21:05
                      Orte ja dann vor allem gewollt.
                      0:21:05–0:21:09
                      Und das ist das Schöne, was dann hoffentlich ganz lange auch nachklingt und
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                      diese Orte auch so gewollt macht, in Anführungsstrichen auch in der Welt.
                      0:21:14–0:21:18
                      Ich habe noch was Spannendes gehört von deiner Geschichte. Die erste Beitragsrunde
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                      war so eine Art Sicherstellung, dass es weitergehen kann. Also es ging schon
                      0:21:22–0:21:26
                      auch irgendwie um eine Existenzfrage, also die klare Frage von,
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                      okay, kannst du das hier weitergeben oder nicht?
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                      Das heißt, da war sicher auch in irgendeiner Art eine gewisse Art von Bedrohung,
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                      so im Sinne von, okay, es kann auch sein, wenn es sozusagen nicht gelingt und klappt.
                      0:21:36–0:21:40
                      Dass das Ganze dann schließt. Und was aber du jetzt auch beschrieben hast,
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                      ist sozusagen, dass dann jetzt nach einem Jahr, also die zweite Beitragsrunde,
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                      wo es viel mehr erkannt wurde, dass es hier um eine Chance geht,
                      0:21:48–0:21:51
                      eine Chance, was auch anders zu machen und nicht nur was abzusichern,
                      0:21:51–0:21:53
                      sondern tatsächlich auch was in den,
                      0:21:53–0:21:58
                      vielleicht auch in eine Blüte zu bringen sozusagen und dass in der Gemeinschaft
                      0:21:58–0:22:02
                      auch schon so eine Art von Fülle ja irgendwie da war, also auch an Gefühl, an Gefüge.
                      0:22:03–0:22:06
                      Und vielleicht kann das, die Frage dann auch nochmal zu dir gehen,
                      0:22:06–0:22:11
                      Johanna, wir haben ja jetzt in dem letzten Jahr auch gerade mit Tine zusammengearbeitet
                      0:22:11–0:22:14
                      in der Begleitung und gleichzeitig sind wir viel mehr sozusagen präsent,
                      0:22:14–0:22:18
                      auch vor Ort und mit den Menschen, die eben Gemeinschaft ausmacht.
                      0:22:18–0:22:21
                      Vielleicht kannst du da ein bisschen erzählen, was wir da so gemacht haben und
                      0:22:21–0:22:23
                      warum wir das eigentlich tun.
                      0:22:23–0:22:28
                      Ich glaube, ich will mal ein bisschen anders anfangen, weil ich finde,
                      0:22:29–0:22:31
                      irgendwie bezeichnet das für mich immer das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften so gut.
                      0:22:31–0:22:35
                      Also was so oft ja passiert und das ist irgendwie so verrückt in dieser Welt.
                      0:22:35–0:22:38
                      Also nehmen wir jetzt mal das Beispiel von einem Buchladen. Genau,
                      0:22:38–0:22:41
                      weil mir das sehr gelövig ist, weil wir auch einen kleinen Buchladen in München betreiben.
                      0:22:41–0:22:46
                      Und es gibt so oft diese Situation, dass zum Beispiel einen Buchladen schließen
                      0:22:46–0:22:49
                      muss, weil er sich finanziell nicht mehr tragen kann, weil die Menschen irgendwie
                      0:22:49–0:22:51
                      so merken, ich kann dieses Unternehmerin sein.
                      0:22:52–0:22:54
                      Ich bin da irgendwie allein und muss irgendwie dafür kämpfen,
                      0:22:54–0:22:57
                      dass dieser Laden lebt und muss dann noch irgendwelche komischen Goodies und
                      0:22:57–0:23:01
                      Schokoriegel am Tresen auslegen und den Leuten unterjubeln, damit sie halt mehr
                      0:23:01–0:23:04
                      Geld dalassen, was irgendwie total gegen die eigene Überzeugung geht,
                      0:23:04–0:23:09
                      einfach gute Bücher zu verkaufen und das sozusagen ethisch nicht mehr aushalten
                      0:23:09–0:23:11
                      zu können und auch einfach hier sozial nicht mehr aushalten zu können.
                      0:23:12–0:23:15
                      Und ich finde es so verrückt, was dann ja oft passiert, ist,
                      0:23:15–0:23:19
                      dass diese Läden schließen und dann sind ganz viele Menschen oder auch schon
                      0:23:19–0:23:21
                      vorher, es wird erzählt, hey, ich muss irgendwie dicht machen,
                      0:23:22–0:23:26
                      ich halte es nicht mehr, ich kann es nicht mehr und dann sind Kundinnen total
                      0:23:26–0:23:29
                      betröppelt und denken sich, warum denn, können wir das nicht irgendwie,
                      0:23:29–0:23:32
                      aber das ist sozusagen, also warum denn, oh, wie traurig.
                      0:23:33–0:23:35
                      Und vielleicht geht es noch einen Schritt weiter im Sinne von,
                      0:23:35–0:23:36
                      oh, können wir das nicht irgendwie aufhalten?
                      0:23:37–0:23:40
                      Und ich überweise dir auch 30 Euro im Monat einfach, damit es diesen Laden gibt,
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                      weil ich gehe hier so gerne hin, der ist mir so wichtig, ich will nicht zu Talia rennen.
                      0:23:44–0:23:48
                      Und dieses Potenzial, was ja halt in den Menschen, die an diesen Läden hängen
                      0:23:48–0:23:50
                      oder wie du ja auch sagst, Tina, so die Heimat musste irgendwie schließen.
                      0:23:50–0:23:53
                      Die Leute waren so, hey, wann machst du denn wieder auf, kannst irgendwie weitergehen?
                      0:23:53–0:23:55
                      Und dieses Potenzial von den Menschen,
                      0:23:55–0:24:00
                      die da so hinterstehen, denn diese Läden ja was bedeuten, das aufzugreifen und
                      0:24:00–0:24:05
                      da so reinzugehen und zu sagen, was braucht ihr denn, was brauchen wir,
                      0:24:05–0:24:07
                      damit wir diesen Laden erhalten können.
                      0:24:07–0:24:10
                      Das ist für mich so ein fundamentaler Ansatz dafür,
                      0:24:11–0:24:15
                      um so Regionalgestaltung zu machen, um irgendwie diese Welt ein bisschen zu
                      0:24:15–0:24:19
                      verändern im Sinne von so, hey, wir können uns, also auch sozusagen im Sinne
                      0:24:19–0:24:22
                      von der Klimakrise, die irgendwie uns auf die Füße tritt.
                      0:24:22–0:24:25
                      Also uns selbst zu organisieren für die Dinge, die uns wichtig sind,
                      0:24:25–0:24:26
                      das ist einfach so fundamental.
                      0:24:27–0:24:30
                      Und genau, was wir machen oder jetzt auch gemacht haben im letzten Jahr,
                      0:24:31–0:24:35
                      Drei so Pilotprojekten, also so Projekten, die im Rahmen von TAX,
                      0:24:36–0:24:39
                      unserer Förderung, ich sage mal ganz kurz, wofür das steht, weil sonst ist es
                      0:24:39–0:24:39
                      vielleicht verwirrend,
                      0:24:40–0:24:45
                      also transformative Agilität in Gemeinschaften gemeinwohlorientierter Unternehmen
                      0:24:45–0:24:50
                      stärken, was eine Förderlinie ist vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
                      0:24:51–0:24:54
                      Wo wir, ja genau, also eigentlich mal easy übersetzt bedeutet das,
                      0:24:54–0:24:58
                      wie können dann in diesen Unternehmen, die irgendwie anders wirtschaften wollen,
                      0:24:58–0:25:00
                      die gemeinschaftsbasiert wirtschaften wollen, Wie können diese Gemeinschaften
                      0:25:00–0:25:02
                      miteinander ins Tun, ins Gestalten kommen?
                      0:25:03–0:25:08
                      Und was wir dann gemacht haben, sind Workshops. Wir haben genau die Mitglieder
                      0:25:08–0:25:12
                      befragt, reingehorcht. Was braucht ihr gerade? Die UnternehmerInnen befragt.
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                      Und es ist total spannend zu sehen, dass uns das häufig gar nicht so leicht
                      0:25:17–0:25:19
                      fällt, uns zu organisieren.
                      0:25:19–0:25:22
                      Und diesen Impuls, also weil diese Idee von, da gibt es eine Unternehmerin und
                      0:25:22–0:25:23
                      die betreibt diesen Laden.
                      0:25:23–0:25:26
                      Und wenn das nicht mehr geht finanziell oder kapazitär, dann musst du halt schließen.
                      0:25:26–0:25:30
                      Das ist so der Lauf der Dinge. So kennen wir das. Und da knicken wir auch irgendwie
                      0:25:30–0:25:33
                      schnell ein und denken so, ja, dann ist es halt so.
                      0:25:33–0:25:37
                      Und da zu sagen, warte mal, wir können uns ja auch zusammentun.
                      0:25:37–0:25:40
                      Wir können ja mal alle Menschen, die sagen, mir ist dieser Ort wichtig,
                      0:25:40–0:25:44
                      zusammenbringen und gucken, wie kriegen wir es gut auf die Beine gestellt,
                      0:25:44–0:25:45
                      diesen Laden weiter zu bespielen.
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                      Und eine Sache ist natürlich das Finanzielle, also was auch so über die Beitragsrunden läuft.
                      0:25:50–0:25:54
                      Und ein anderer Teil ist aber ja auch das, und das finde ich auch so spannend bei dir zu sehen, Tina.
                      0:25:55–0:25:58
                      Also du bist als Unternehmerin da irgendwie reingegangen und hast gesagt,
                      0:25:58–0:26:02
                      ich mache das jetzt, ich spüre irgendwie diesen Ruf, diesen Ort zu erschaffen.
                      0:26:02–0:26:07
                      Und gleichzeitig ist es ja aber auch so, dass es andere Menschen gibt,
                      0:26:07–0:26:10
                      die auch sagen können, ich will das mit dir mittragen, ich will das mithalten.
                      0:26:10–0:26:12
                      Vielleicht willst du es auch gar nicht alleine machen. Oder es ist ja auch so,
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                      es gibt so ein, zwei Menschen, die irgendwie denken, wir gehen das jetzt an.
                      0:26:17–0:26:20
                      Und dann gibt es aber einen Haufen Leute, die dazukommen und irgendwie mitgestalten wollen.
                      0:26:20–0:26:25
                      Und diese sozusagen so Faszinierung oder Vereinfachung dessen,
                      0:26:25–0:26:28
                      wie können denn diese Leute jetzt zusammen ins Tun kommen,
                      0:26:29–0:26:31
                      Das ist eigentlich das, was wir uns jetzt in unserem Projekt angeschaut haben
                      0:26:31–0:26:35
                      und was wir eben auch in Workshops, in unseren Pilotprojekten gemacht haben.
                      0:26:35–0:26:40
                      Genau, so wo ich es immer voll spannend finde zu sehen, wie diese Frage von
                      0:26:40–0:26:42
                      Verantwortung eigentlich funktioniert.
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                      Also wie, genau, auch da wieder, wie gewöhnt wir es sind. Es gibt irgendwie
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                      eine Unternehmerin und die ist so, die stellt irgendwas bereit und dafür kriegt sie Geld.
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                      Und wenn wir jetzt zum Beispiel die Idee des Commoning auch nehmen,
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                      dann kann es auch ganz anders sein.
                      0:26:52–0:26:55
                      Also da können wir uns überlegen, die ganze Welt ist voller Orte,
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                      die irgendwie Bekümmerung von uns allen brauchen. Und wir können uns eigentlich
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                      auch als Gemeinschaften zusammentun und schauen, wer hat denn Lust,
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                      diese Orte zu bekümmern und was brauchen wir, um sie bekümmern zu können.
                      0:27:06–0:27:09
                      Und dann kommen da ganz andere Konzepte bei raus, als halt Unternehmerin,
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                      die einen Laden führt und irgendwie Preise für ihre Waren verlangt.
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                      Ja, genau. Also kommen dann halt coole gemeinschaftsbasierte Unternehmen raus.
                      0:27:16–0:27:20
                      Wie ist das denn bei dir, Tine? Wie wirst du bekümmert von deiner Gemeinschaft
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                      oder von deinen Mitgliedern?
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                      Immer mehr und mehr. Also das
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                      ist auf jeden Fall auch ein zweiter Beitragsrunde-Effekt, würde ich sagen.
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                      Oder eigentlich gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, erste Beitragsrunde-Effekt ist das schon.
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                      Weil das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften für mich überhaupt erst diese Tür
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                      geöffnet hat von, hey, ich darf auch um Hilfe fragen.
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                      Hey, ich muss das gar nicht alles alleine machen und alleine tragen und irgendwie
                      0:27:49–0:27:52
                      nur auf meinen Schultern tragen, auch wenn es mich erdrückt,
                      0:27:52–0:27:56
                      weil es ist ja nun mal mein Laden, sondern ich darf auch was abgeben.
                      0:27:57–0:28:00
                      Und andersrum für die Gemeinschaft eben auch ein Lernprozess ist,
                      0:28:00–0:28:03
                      wir dürfen uns einmischen und wir sollen uns sogar einmischen.
                      0:28:03–0:28:07
                      Und dieser Lernprozess hält aber total an und das ist irgendwie schön.
                      0:28:07–0:28:11
                      Also es hat im Kleinen erstmal angefangen, dass es jetzt zum Beispiel Menschen
                      0:28:11–0:28:15
                      gibt, die sich um die dreckige Wäsche im Laden kümmern. Also die wird einfach
                      0:28:15–0:28:19
                      mehrmals die Woche abgeholt, die Menschen waschen das und bringen mir das dann
                      0:28:19–0:28:20
                      gefaltet wieder zurück.
                      0:28:21–0:28:23
                      Das ist total schön, das klingt jetzt nach einer Kleinigkeit,
                      0:28:23–0:28:26
                      aber das sind so die ersten Schritte gewesen.
                      0:28:26–0:28:30
                      Oder eine andere Heimatheldin kümmert sich darum, dass die Schaufenster immer
                      0:28:30–0:28:34
                      mal geputzt werden, weil wir ein wunderschönes, ganz helles Ecklokal haben,
                      0:28:34–0:28:39
                      was aber eben viele große putzbedürftige Fenster mit sich bringt.
                      0:28:39–0:28:42
                      Da springt jetzt jemand ein, die das einfach im Blick hat. Jemand anders hat
                      0:28:42–0:28:44
                      im Blick, dass die Blumen nicht vertrocknen.
                      0:28:44–0:28:49
                      Also es gibt so ganz viele verschiedene Sachen, die schon übernommen werden.
                      0:28:51–0:28:55
                      Und das ist, wie gesagt, für mich so ein Nernprozess gewesen von,
                      0:28:55–0:28:57
                      ich darf um Hilfe fragen.
                      0:28:57–0:29:01
                      Ich darf offen machen, dass mir was zu viel ist und dass ich was abgeben möchte.
                      0:29:02–0:29:04
                      Und muss nicht irgendwie sagen, ich kann eigentlich nicht mehr,
                      0:29:04–0:29:07
                      aber muss ja irgendwie. Sondern zu sagen, hey, ich kann nicht mehr,
                      0:29:08–0:29:08
                      wer kann mich unterstützen?
                      0:29:09–0:29:11
                      Daran wachse ich sehr und das
                      0:29:11–0:29:15
                      ist auch etwas, was mir nicht immer und automatisch total leicht fällt.
                      0:29:16–0:29:20
                      Was mir andersrum auch nicht immer ganz leicht fällt und was es aber auch mit
                      0:29:20–0:29:24
                      sich bringt, ist so dieses Thema von Sachen abgeben, Verantwortung abgeben,
                      0:29:24–0:29:27
                      Dinge loslassen und Dinge in andere Hände legen.
                      0:29:27–0:29:31
                      Also das ist auch für mich immer noch ein spannender Prozess,
                      0:29:31–0:29:35
                      dass das ja nun mal dazugehört, wenn ich mir Entlastung wünsche,
                      0:29:35–0:29:37
                      dass ich eben Sachen auch abgeben können muss.
                      0:29:38–0:29:44
                      Und andersrum aber eben für die Mitglieder der Gemeinschaft auch diese Verantwortung anzunehmen,
                      0:29:44–0:29:49
                      und zum Beispiel selbst zu entscheiden, ah die Fenster das geht so nicht mehr,
                      0:29:49–0:29:53
                      da kann man kaum noch durchgucken, ich gehe jetzt mal hin und putze heute Abend die Fenster. Das ist,
                      0:29:54–0:29:57
                      auch noch sehr im Prozess und finde ich total spannend zu sehen.
                      0:29:58–0:30:01
                      Also, dass es manchmal noch bei bestimmten Themen die Rückversicherung von mir
                      0:30:01–0:30:04
                      braucht, so, was meinst du, Tina, sind die Fenster schon so dreckig,
                      0:30:04–0:30:05
                      dass sie geputzt werden müssen?
                      0:30:07–0:30:10
                      Von meiner Seite dann aber eben auch zu kommunizieren, hey, wenn du findest,
                      0:30:10–0:30:12
                      dass sie dreckig sind, dann putz sie, ist doch super.
                      0:30:14–0:30:17
                      Ist, wie gesagt, jetzt ein sehr banales Beispiel, aber ich glaube,
                      0:30:18–0:30:22
                      daran zeigt sich das irgendwie ganz gut und es gibt natürlich auch,
                      0:30:23–0:30:29
                      inhaltlich ganz viel, was wir so an Verantwortung und so weiter teilen und wo
                      0:30:29–0:30:31
                      jetzt mehr Menschen mit ins Boot kommen.
                      0:30:31–0:30:35
                      Wir haben zum Beispiel die sogenannten Superheldinnen und Superhelden.
                      0:30:35–0:30:41
                      Also das ist einfach nochmal so der ja, der engere Kreis, also von den Menschen,
                      0:30:42–0:30:44
                      die wirklich ganz nah und,
                      0:30:45–0:30:49
                      so von Anfang an sehr mit der Heimat verbunden sind und eben auch wirklich bei
                      0:30:49–0:30:53
                      der Entstehung der Idee teilweise dabei waren und das von Anfang an mitbekommen
                      0:30:53–0:30:57
                      haben und wir treffen uns regelmäßig,
                      0:30:57–0:31:01
                      um einfach Dinge zu besprechen, was ist gerade so Thema, was sind vielleicht
                      0:31:01–0:31:06
                      auch irgendwie für Veranstaltungen die anliegen oder um konzeptuell zu besprechen
                      0:31:06–0:31:09
                      und haben dabei eben auch jetzt,
                      0:31:10–0:31:14
                      Unterstützung von Mycelium, was toll ist, dass wir da nicht nur so in unserem
                      0:31:14–0:31:18
                      eigenen Brei rühren, sondern jemanden von außen auch haben, der da einfach mal
                      0:31:18–0:31:23
                      mit drauf guckt und der sagt, hey, es wäre doch viel Also macht es doch so...
                      0:31:24–0:31:27
                      Also uns einfach Ideen an die Hand gibt, wie wir uns gut organisieren können
                      0:31:27–0:31:28
                      und uns gut strukturieren können.
                      0:31:29–0:31:32
                      Und ich glaube, so dieses auf eine höhere Ebene, das auch nochmal zu ziehen.
                      0:31:32–0:31:36
                      Und also es gab irgendwie so eine spannende Studie, die kann man auch nochmal
                      0:31:36–0:31:39
                      rausholen, aber wo es darum ging, dass eigentlich das effektivste Mittel gegen
                      0:31:39–0:31:43
                      faschistisches Wahlverhalten mit Bestimmung am Arbeitsplatz ist.
                      0:31:43–0:31:46
                      Und was du ja gerade erzählt hast, Tina, also was du da tust,
                      0:31:46–0:31:48
                      ist ja letztendlich transparent machen,
                      0:31:49–0:31:51
                      wo so also die Menschen in eine eigene Verantwortung bringen,
                      0:31:51–0:31:55
                      aus der Ohnmacht rausholen, das Gefühl zu haben, die Heimat 3.0 schließt jetzt
                      0:31:55–0:31:58
                      und ich kann nichts tun und schon wieder geht so ein Ort verloren und das kann
                      0:31:58–0:32:03
                      auch nicht sein und die Politik und irgendwie so in Anführungsstrichen die da oben zu belangen dafür,
                      0:32:04–0:32:08
                      das ist ja so ein Mechanismus, in dem ja einfach leider Menschen oft verfallen
                      0:32:08–0:32:11
                      und stattdessen zu sagen, nee, ich mache das Ganze transparent,
                      0:32:11–0:32:14
                      was können wir hier zusammen tun und da können sich dann Leute reinklinken und
                      0:32:14–0:32:18
                      aus dieser Ohnmacht rein in eine Gestaltungskraft kommen und das ist einfach
                      0:32:18–0:32:20
                      voll das effektive Mittel, ja, um auch,
                      0:32:21–0:32:23
                      das Wahlverhalten zu beeinflussen.
                      0:32:23–0:32:25
                      Also ich meine, das jetzt am Arbeitsplatz, der Vergleich klingt vielleicht minimal,
                      0:32:26–0:32:29
                      aber ich glaube, dieses Raus aus der Ohn macht, rein in die Gestaltung meiner
                      0:32:29–0:32:33
                      eigenen Lebensbedingungen, ist irgendwie voll, voll wichtig.
                      0:32:33–0:32:36
                      Und das passiert bei dir auch, Tine. Ja, total.
                      0:32:37–0:32:43
                      Und ich merke auch so Punkte wie Selbstwirksamkeit oder partizipativ was mitgestalten können.
                      0:32:44–0:32:50
                      Das macht so viel und es gibt aber gar nicht so selbstverständlich oder niederschwellig
                      0:32:50–0:32:54
                      die Möglichkeit dazu, eigene Ideen in die Umsetzung zu bringen.
                      0:32:56–0:33:00
                      Und das ist einfach für mich auch ein Effekt, was ich toll finde,
                      0:33:00–0:33:05
                      dass das in der Heimat passiert, also weil das ja letztlich auch unsere Intention
                      0:33:05–0:33:10
                      war, die Heimat zu eröffnen, zu sagen, hey, wir wollen einfach die Möglichkeit bieten,
                      0:33:10–0:33:15
                      dass Leute mit ihren Ideen, ihren Vorhaben, ihren Projekten in die Umsetzung kommen.
                      0:33:16–0:33:20
                      Hier auf dem Dorf gibt es viele Vereine und so weiter, wo sich Menschen auch
                      0:33:20–0:33:26
                      engagieren und es bestimmte Strukturen gibt und hier auch ganz viel durch ehrenamtliche
                      0:33:26–0:33:28
                      Arbeit und so weiter passiert, was richtig toll ist.
                      0:33:29–0:33:30
                      Es hat aber immer einen bestimmten Zweck.
                      0:33:31–0:33:37
                      Und bei der Heimat habe ich das Gefühl, das ist so zweckfrei im Sinne von,
                      0:33:38–0:33:40
                      wir sind halt kein Schützenverein, wir sind kein Sportverein,
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                      sondern das, was bei uns im Vordergrund steht, ist irgendwie so dieses sich
                      0:33:46–0:33:47
                      begegnen, in Kontakt kommen,
                      0:33:47–0:33:51
                      Dinge möglich machen und einfach so diesen Raum zur Verfügung stellen,
                      0:33:51–0:33:55
                      im physischen und aber auch im übertragenen Sinne.
                      0:33:56–0:34:01
                      Und so kleine aufkeimende Ideen, damit vielleicht ein Stück weit zu düngen oder
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                      so und zu sagen, hey cool, das klingt doch mega, also mach das doch in der Heimat.
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                      Also mir fallen irgendwie gerade direkt schon zwei Beispiele ein.
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                      Ein Heimatheld ist mal auf mich zugekommen und hat gesagt, können wir nicht
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                      mal irgendwie so eine Karaoke-Veranstaltung machen?
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                      Und ich habe gesagt, ja klar, super, finde ich total gut.
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                      Und jetzt ist es dazu gekommen, dass diese Karaoke-Veranstaltung ein Teil einer
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                      größeren Veranstaltung, die hier im Dorf ist, sein wird. Und es war total unkompliziert
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                      und es geht in der Heimat.
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                      Genau, weil da einfach der Raum und die Offenheit dafür da sind,
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                      dass da sowas stattfinden darf.
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                      Und so ist es halt an vielen Stellen. Und dadurch entsteht eben auch Vernetzung.
                      0:34:42–0:34:46
                      Also der örtliche Spielplatzverein nutzt die Heimat jetzt für seine Vorstandssitzung.
                      0:34:46–0:34:52
                      Die Bücherei hier im Ort ruft gerade ein Buchclub ins Leben,
                      0:34:53–0:34:55
                      der sich dann bestenfalls in der Heimat treffen wird.
                      0:34:55–0:34:58
                      Und das ist eben schön und trifft auch irgendwie das, was du sagst,
                      0:34:59–0:35:03
                      Johanna, dass es sowohl Mitgestaltung gibt, aber eben auch Menschen miteinander
                      0:35:03–0:35:07
                      in Kontakt kommen, die sonst nicht miteinander in Kontakt gekommen wären.
                      0:35:07–0:35:13
                      Und das ist auch was, was irgendwie total wichtig ist, um solchen faschistischen
                      0:35:13–0:35:14
                      Strukturen entgegenzuwirken,
                      0:35:14–0:35:17
                      nämlich irgendwie sich nicht mehr fremd zu fühlen, sondern die Menschen eben
                      0:35:17–0:35:24
                      zu kennen und Kontakt zu denen zu haben und sie nicht mehr als Fremde oder als Unbekannte zu erleben.
                      0:35:25–0:35:27
                      Ja, das ist schön. Also wie wir jetzt gerade alle sehen können,
                      0:35:27–0:35:29
                      wie die Heimat eben auch viel, viel mehr ist.
                      0:35:30–0:35:32
                      Einfach wie ein Café, nämlich eigentlich eben dieser Begegnungsplatz,
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                      der so viel möglich machen kann und so unfassbar bunt ist, dass wir ihn gar
                      0:35:35–0:35:41
                      nicht mehr labeln können oder einfach so viele verschiedenste Dinge dort irgendwie
                      0:35:41–0:35:43
                      stattfinden können und endlich Raum bekommen vor allem.
                      0:35:44–0:35:51
                      Johanna, wir haben heute Abend eine Veranstaltung, die wir als Mycelium moderieren oder begleiten.
                      0:35:52–0:35:56
                      Kannst du uns da ein bisschen was erzählen? Was machen wir da heute Abend? Mit den Mitgliedern.
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                      Das kann ich und ich finde, das greift auch nochmal ganz gut das auf,
                      0:36:01–0:36:02
                      was wir gerade gesagt haben.
                      0:36:02–0:36:05
                      Also dieses so, wo kann ich, aber ich glaube, was der Unterschied ist zwischen
                      0:36:05–0:36:08
                      Heimat 3.0 in einem Verein zum Beispiel oder zumindest den Verein,
                      0:36:08–0:36:12
                      die mir selber so geläufig sind, ist dieses, ich darf mich da komplett reingeben
                      0:36:12–0:36:14
                      und ich kann diesen Prozess mitgestalten.
                      0:36:14–0:36:18
                      Also es gibt nicht total vorgefertigte Strukturen, die wir leider ja in Vereinen
                      0:36:18–0:36:20
                      oft antreffen, die auch total hilfreich sein können.
                      0:36:20–0:36:23
                      Also ich will das gar nicht irgendwie verteufeln, überhaupt nicht.
                      0:36:23–0:36:24
                      Große Wertschätzung für Vereinsarbeit.
                      0:36:24–0:36:28
                      Aber genau, ich glaube, es passieren andere Dinge nochmal in der Heimat.
                      0:36:28–0:36:31
                      Und was wir heute Abend zum Beispiel machen werden, oder ich fange mal,
                      0:36:31–0:36:33
                      vielleicht mache ich nochmal einen Workshop zurück.
                      0:36:33–0:36:36
                      Also was haben wir in dem ersten Workshop gemacht? Da haben wir uns mit allen
                      0:36:36–0:36:39
                      HeimatheldInnen oder allen, die irgendwie aktiv sind, die Lust haben mitzugesteinend
                      0:36:39–0:36:43
                      zusammengehockt und eine Frage zusammen bearbeitet.
                      0:36:43–0:36:48
                      Und diese Frage war, was müsste geschehen, damit ich in zwei Jahren,
                      0:36:48–0:36:50
                      da kann man natürlich irgendeinen Horizont sagen, ich glaube wir haben zwei
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                      Jahre gesagt, vielleicht auch nur eins,
                      0:36:52–0:36:57
                      was müsste geschehen, damit ich in zwei Jahren sagen kann, besser als mit diesen
                      0:36:57–0:37:00
                      Menschen und diesem Projekt hätte ich meine Zeit nicht verbringen können.
                      0:37:00–0:37:04
                      Und das ist eine Methode, die nennt sich Traumkreis. Die kommt aus dem Dragon
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                      Dreaming, was ein sehr, sehr schöner Ansatz ist, um miteinander ins Tun zu kommen.
                      0:37:09–0:37:14
                      Und dann passiert eine Runde, wo ein Redestab rumwandert, in diesem Fall Gilbert,
                      0:37:14–0:37:16
                      das kleine Maskottchen von der Heimat.
                      0:37:17–0:37:22
                      Und jede Person sagt immer eine Sache. Dann wird der Redestab weitergegeben.
                      0:37:22–0:37:25
                      Und das passiert so lange, bis in der Runde alle gesagt haben,
                      0:37:25–0:37:26
                      jetzt habe ich nichts mehr hinzufügen.
                      0:37:27–0:37:34
                      Und da kommen die schönsten Dinge zusammen. Also von, wir haben ja abends zusammengesessen
                      0:37:34–0:37:36
                      bei Kerzenschein und Abendbrot gegessen.
                      0:37:37–0:37:42
                      Bei uns sind diverse Menschen unterwegs und wir verstehen uns als inklusiver Raum.
                      0:37:42–0:37:45
                      Oder, ich weiß nicht, wir haben hier coole Getränke im Sortiment.
                      0:37:46–0:37:50
                      Und ich glaube, was daran oder was an dieser Methode auch so schön ist,
                      0:37:50–0:37:51
                      ist, dass es so etwas Prozesshaftes hat.
                      0:37:52–0:37:54
                      Also es geht nicht darum, vielleicht wie du auch so meintest,
                      0:37:54–0:37:58
                      so irgendwie einen Zweck zu dienen und zu sagen, diese Sachen müssen wir jetzt
                      0:37:58–0:37:59
                      organisieren und das muss passieren,
                      0:38:00–0:38:04
                      sondern eher dieses, wie können wir für uns auch diese Momente schaffen,
                      0:38:04–0:38:07
                      die machen, dass dieser Laden, dieser Ort für mich wichtig ist,
                      0:38:07–0:38:10
                      dass ich darin aufgehen kann, dass ich weiß, ich fühle mich hier gut und ich
                      0:38:10–0:38:13
                      fühle mich hier wohl und ich kann hier vielleicht auch eine innere Veränderung durchlaufen.
                      0:38:13–0:38:16
                      Und diese innere Veränderung auch nach außen bringen.
                      0:38:16–0:38:19
                      Genau. Und das war irgendwie schon sehr schön, das zu machen.
                      0:38:19–0:38:22
                      Und jetzt anschließend daran, es war natürlich, hat er was mit so Vision,
                      0:38:22–0:38:26
                      großer Traum, wo wollen wir hier zusammen hinlaufen, sich darüber verständigen zu tun.
                      0:38:27–0:38:31
                      Und heute Abend wollen wir ein bisschen konkreter werden und jetzt nochmal gucken.
                      0:38:31–0:38:36
                      Was sind eigentlich gerade für Aufgaben da in der Heimat, die getan werden müssen,
                      0:38:36–0:38:41
                      vielleicht auch schon getan werden, die irgendwie anstehen, Ideen, alles Mögliche.
                      0:38:41–0:38:46
                      Und wer hat dann eigentlich den Hut dafür auf und was ist gerade versorgt und was ist nicht versorgt.
                      0:38:46–0:38:50
                      Und es gibt so ein ganz schönes Modell von der Eva Stützel, die hat den Gemeinschaftskompass
                      0:38:50–0:38:54
                      geschrieben, den kennt vielleicht auch einige von euch und in diesem Gemeinschaftskompass
                      0:38:54–0:38:59
                      lotet sie so sieben Dimensionen aus, bei denen sie sagt, die braucht es eigentlich,
                      0:38:59–0:39:03
                      die sollten versorgt sein, damit ein Gemeinschaftsprojekt gut gelingen kann.
                      0:39:03–0:39:07
                      Und das ist dann sowas wie Intention, Struktur, Praxis, Ernte,
                      0:39:07–0:39:09
                      aber auch Welt, Gemeinschaft und Individuen.
                      0:39:10–0:39:13
                      Und was wir heute Abend machen wollen, ist mal zu gucken, welche dieser sieben
                      0:39:13–0:39:18
                      Elemente oder Dimensionen sind eigentlich gerade wie versorgt in der Heimat.
                      0:39:18–0:39:21
                      Und wo braucht es vielleicht auch noch mehr Menschen,
                      0:39:21–0:39:24
                      andere Menschen oder auch einfach überhaupt nur eine Sichtbarkeit darüber,
                      0:39:24–0:39:28
                      dass diese Elemente gerade oder diese Dimensionen nicht so gut versorgt sind,
                      0:39:28–0:39:34
                      um dann besser miteinander dafür sorgen zu können und die Heimat eben zu bekümmern.
                      0:39:35–0:39:40
                      Cool, vielen Dank für den Einblick. Liebe Tine, du bist ja für uns irgendwie
                      0:39:40–0:39:45
                      schon auch insofern heute richtig spannend, weil du sozusagen eine Zeit kennst
                      0:39:45–0:39:49
                      vor gemeinschaftsbasiert Wirtschaften und sozusagen eine Zeit danach.
                      0:39:50–0:39:55
                      Das heißt, du bist eben gestartet klassisch in Anführungsstrichen und am Markt
                      0:39:55–0:39:59
                      mit dem Kaffee und der Abhängigkeit,
                      0:39:59–0:40:03
                      die da mitkommt und hast dann erlebt, was sich eben auch verändert durch das
                      0:40:03–0:40:06
                      gemeinschaftsbasierte Wirtschaften, durch die Beitragsrunden,
                      0:40:06–0:40:07
                      durch die Gemeinschaft, die du aufbaust.
                      0:40:08–0:40:11
                      Kannst du uns da nochmal so ein bisschen von erzählen, wie sich das vielleicht
                      0:40:11–0:40:15
                      auf einer Gefühlsebene sozusagen anders anfühlt?
                      0:40:15–0:40:19
                      Was mir als erstes immer in den Kopf kommt, Und so, wenn ich über das gemeinschaftsbasierte
                      0:40:19–0:40:23
                      Wirtschaft nachdenke, was sich dadurch verändert hat, ich kann ruhiger schlafen.
                      0:40:24–0:40:28
                      Also es ist einfach so ein gutes und nicht zu unterschätzendes Gefühl,
                      0:40:28–0:40:35
                      zu wissen, ich kann safe jeden Monat die Fixkosten und einen Teil der Personalkosten
                      0:40:35–0:40:36
                      unserer Minijobberinnen zahlen.
                      0:40:37–0:40:41
                      Und das macht es so viel entspannter und das ist einfach wirklich toll.
                      0:40:41–0:40:44
                      Was jetzt nicht heißt, wir brauchen uns um Geld keine Sorgen mehr zu machen.
                      0:40:45–0:40:50
                      Und es ist aber sehr viel Sorgen freier zu wissen, ich kann jeden Monat die
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                      Miete zahlen und ich muss nicht irgendwann sagen,
                      0:40:52–0:40:55
                      okay, das war es mit der Heimat, denn ich habe diesen Monat oder im Vormonat
                      0:40:55–0:40:57
                      leider nicht genug Kaffees verkauft,
                      0:40:57–0:41:01
                      um im Folgemonat die Miete zahlen zu können. Das ist wirklich so.
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                      Für mich der Hauptunterschied gewesen. Dieses Denken war total neu für mich,
                      0:41:07–0:41:10
                      dieses umsatzunabhängige Denken.
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                      Nicht zu sagen, okay, wie kriegen wir es hin? Johanna, du hast das vorhin schon
                      0:41:13–0:41:16
                      mal so erwähnt, was sich dann immer so ein bisschen anfühlt wie,
                      0:41:16–0:41:21
                      wir wollen euer Geld, wir machen ein tolles 2-für-1-Angebot,
                      0:41:21–0:41:24
                      damit ihr noch mehr kauft und wir noch mehr Umsatz haben.
                      0:41:25–0:41:29
                      Das ist einfach durch diese festen Mitgliedsbeiträge und Gutscheinzahlungen
                      0:41:29–0:41:35
                      total entlastet, dass wir davon einfach viel, viel unabhängiger geworden sind.
                      0:41:35–0:41:39
                      Und was sich für mich auch verändert hat durch das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften,
                      0:41:39–0:41:45
                      ist so dieses Gefühl von einen Möglichkeitsraum zu eröffnen oder Dinge möglich zu machen,
                      0:41:45–0:41:50
                      was immer im Vorfeld zu den Beitragsrunden total deutlich wurde,
                      0:41:50–0:41:53
                      wenn man sich ja so überlegt, okay, wie viel brauchen wir denn,
                      0:41:54–0:41:59
                      um die Miete zahlen zu können, wie viel brauchen wir denn, um Miete und Minijobberinnen
                      0:41:59–0:42:04
                      zahlen zu können, wie viel brauchen wir denn, um was auch immer machen zu können.
                      0:42:05–0:42:08
                      Und diese Spielereien haben mir, oder was heißt Spielereien,
                      0:42:08–0:42:11
                      aber so diese Überlegungen haben mir erst mal bewusst gemacht.
                      0:42:12–0:42:15
                      Wie das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften eben auch sein kann.
                      0:42:15–0:42:22
                      Also so weiter zu spinnen, wir haben ja noch andere Kosten im Monat außerhalb
                      0:42:22–0:42:26
                      von Miete, Personalkosten und so weiter.
                      0:42:26–0:42:30
                      Wir haben Einkäufe, die wir machen müssen, wir haben teilweise auch Honorare,
                      0:42:30–0:42:35
                      die wir zahlen müssen bei Veranstaltungen, wenn Konzerte bei uns stattfinden oder so.
                      0:42:36–0:42:40
                      Und das einfach mal so weit weiter zu spinnen, zu sagen, okay,
                      0:42:40–0:42:46
                      wir haben vielleicht ein Konzert im Monat und wollen das und das in unserem Sortiment anbieten.
                      0:42:46–0:42:48
                      Wie wäre es denn, wenn wir all diese
                      0:42:48–0:42:53
                      Kosten, die wir haben, auch durch die Mitgliedsbeiträge gesichert hätten?
                      0:42:53–0:42:55
                      Also wir quasi nicht mehr darauf
                      0:42:55–0:42:59
                      angewiesen wären, überhaupt irgendwie von Umsätzen abhängig zu sein.
                      0:43:00–0:43:03
                      Und dann kann man das halt so weit weiterspinnen, zu sagen, ja,
                      0:43:03–0:43:05
                      dann sind wir auch nicht mehr auf Margen angewiesen.
                      0:43:05–0:43:10
                      Also dann können wir sagen, der Kaffee kostet uns in Einkauf und Herstellung
                      0:43:10–0:43:14
                      und einberechneten Personalkosten und so weiter kostet uns x Euro.
                      0:43:14–0:43:17
                      Wir sind ja jetzt nicht mehr darauf angewiesen, dass wir dann noch einen Euro
                      0:43:17–0:43:21
                      mehr nehmen, um einfach irgendwie Geld reinzubekommen, sondern das Geld ist
                      0:43:21–0:43:23
                      ja eh schon drin durch die Mitgliedsbeiträge.
                      0:43:23–0:43:28
                      Also können wir den Kaffee zum Selbstkostenpreis oder zum Einkaufspreis abgeben
                      0:43:28–0:43:30
                      und auch was Veranstaltungen angeht.
                      0:43:30–0:43:34
                      So sind wir halt gerade darauf angewiesen, vor allem weil wir sehr klein sind
                      0:43:34–0:43:37
                      und eben nicht irgendwie 300 Tickets verkaufen können für ein Konzert,
                      0:43:37–0:43:43
                      sondern nur 20 oder 30, geht es so gerade auf, wenn wir irgendwie Konzerte haben.
                      0:43:43–0:43:47
                      Also der Ticketverkauf deckt so gerade das Künstlerhonorar.
                      0:43:48–0:43:52
                      Aber auch bei sowas zu sagen, hey, wir können einfach, sowas ist auch schon
                      0:43:52–0:43:55
                      eingepreist und ihr könnt einfach, wenn ihr Heimathelden seid,
                      0:43:55–0:43:58
                      zu unseren Konzerten kommen und braucht gar keinen Eintritt bezahlen,
                      0:43:58–0:44:01
                      weil wir das gar nicht mehr nötig haben, damit die Kosten wieder reinzukriegen.
                      0:44:02–0:44:05
                      Und damit öffnet sich gefühlt so eine ganz neue Welt. Also das merke ich immer
                      0:44:05–0:44:07
                      noch, dass das so ein, ja stimmt.
                      0:44:09–0:44:13
                      Ja, das ist irgendwie schön, so diese Tür geöffnet zu haben,
                      0:44:13–0:44:19
                      was da alles noch möglich wäre mit Unterstützung der Gemeinschaft eben.
                      0:44:19–0:44:22
                      Cool. Das heißt, das Ganze ist noch nicht das Ende vom Lied,
                      0:44:22–0:44:28
                      sondern wir sind auf jeden Fall noch mittendrin und sind gemeinsam am Entdecken,
                      0:44:28–0:44:31
                      was da so irgendwie auch noch möglich ist. Das ist schön.
                      0:44:32–0:44:37
                      Wir kommen so langsam zum Abschluss unserer Podcast-Folge. Und ich hätte so
                      0:44:37–0:44:43
                      gerne noch die Frage an dich gestellt, Tinge, warum du eigentlich jeden Tag diese Türen aufmachst.
                      0:44:44–0:44:48
                      Was ist dein Warum, die Heimat auszuschließen? Jeden Tag neu.
                      0:44:49–0:44:54
                      Ich glaube, ein ganz, ganz gutes Zeichen ist schon mal, dass ich mich das selbst ganz selten frage.
                      0:44:56–0:44:59
                      Also so diese Frage von, warum mache ich das hier eigentlich alles?
                      0:45:00–0:45:05
                      Und dass ich mich sonntagsabends auf Montags freue, wenn ich wieder im Laden stehe.
                      0:45:05–0:45:08
                      Da haben mich schon viele Leute drum beneidet, die dann eher sonntagsabend da
                      0:45:08–0:45:12
                      sitzen und sagen, morgen wieder arbeiten und ich sage, ja, morgen wieder in
                      0:45:12–0:45:16
                      die Heimat und freue mich einfach total drauf und merke eben,
                      0:45:16–0:45:18
                      dass mir das irgendwie total Energie gibt,
                      0:45:19–0:45:25
                      so dieses Menschen zusammenbringen, was ich total gerne mache,
                      0:45:25–0:45:26
                      was ich hoffentlich auch ganz gut kann.
                      0:45:27–0:45:30
                      Ich komme ja ursprünglich aus dem sozialen Bereich, das fließt da vielleicht
                      0:45:30–0:45:31
                      nochmal ein bisschen mit ein.
                      0:45:32–0:45:37
                      Und irgendwie fügt sich das alles so in der Heimat und das gibt mir,
                      0:45:37–0:45:40
                      glaube ich, sehr viel Bestätigung, dass das was ganz Gutes und was ganz Wichtiges
                      0:45:40–0:45:42
                      und Richtiges ist, was durch die Heimat passiert.
                      0:45:43–0:45:47
                      Also es gab da schon so viele Zufälle und total berührende Begegnungen,
                      0:45:48–0:45:51
                      auch von Menschen untereinander, die sich vorher noch nicht kannten.
                      0:45:51–0:45:55
                      Es sind so viele Freundschaften entstanden, es sind so viele Vernetzungen von
                      0:45:55–0:45:59
                      Menschen untereinander, entstanden, die auch außerhalb der Heimat.
                      0:46:00–0:46:06
                      In Kontakt gekommen sind und Synergien gefunden haben und das ist einfach total
                      0:46:06–0:46:11
                      schön zu sehen, dass das alles nicht passiert wäre, wenn es nicht die Heimat geben würde.
                      0:46:12–0:46:16
                      Mein Mann sagt ganz oft zu mir, du strahlst so, wenn du in der Heimat stehst.
                      0:46:17–0:46:22
                      Wenn man da reinkommt, du stehst da und strahlst einfach und das so fühlt sich das auch an.
                      0:46:22–0:46:25
                      Also so fühlt sich das auch innerlich an. Ich strahle, wenn ich da bin.
                      0:46:25–0:46:29
                      Und das ist, ja, es soll so sein.
                      0:46:31–0:46:35
                      Dankeschön für das Teilen von deinem Warum. Johanna, hast du Lust,
                      0:46:35–0:46:41
                      uns auch noch dein Warum zu sagen, warum du so diese Arbeit machst und liebst, die du gerade so tust?
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                      Ich glaube, die Arbeit beim Mycelium ist für mich insofern total schön und fühlt
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                      sich sehr sinnhaft und richtig an,
                      0:46:49–0:46:54
                      weil ich einfach, ich weiß nicht, ich habe irgendwie so diese total krass grundlegende
                      0:46:54–0:47:00
                      Überzeugung oder so eine Wut und irgendwie auch so eine Genervtheit und alles beieinander darüber,
                      0:47:00–0:47:04
                      dass so eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche stattfindet und wir uns einfach
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                      von marktwirtschaftlichen Prinzipien ganz schön viel diktieren lassen.
                      0:47:08–0:47:12
                      Und ich wirklich auch immer das Gefühl habe, Menschen wollen das doch nicht.
                      0:47:12–0:47:14
                      Also das, was ich auch meinte mit diesem sich so manipuliert fühlen.
                      0:47:15–0:47:20
                      Also das kann doch nicht sein, wenn das irgendwie erst mal unsere Bewegungsrichtung
                      0:47:20–0:47:22
                      ist, mit der wir in so einen gemeinschaftlichen Austausch irgendwie gehen.
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                      Und ich habe das Gefühl, dieses Verlernen von so marktwirtschaftlichen Prinzipien,
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                      die so tief in unserer Lebensweise hier im globalisierten Nordwesten verankert
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                      sind, das ist richtig wichtig.
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                      Aber wo passiert denn das? Wo können wir das denn machen? Und ich habe einfach
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                      das Gefühl, dass mit der Arbeit bei Mycelium wir genau das tun.
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                      Also wir tragen dazu bei, dass wir schädliche Prinzipien verlernen und dem auch was entgegensetzen.
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                      Also wie so kleine eigene Welten bauen, in denen Solidarität, Miteinander entsteht.
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                      Die hinhorchen, in Beziehungen gehen, Verbindungen aufbauen,
                      0:47:59–0:48:02
                      die auch nicht nur über das Digitale laufen, wo wir solche Welten bauen und
                      0:48:02–0:48:06
                      das ist total schön und das ist so ein bisschen quasi die vielleicht politische
                      0:48:06–0:48:09
                      Motivation und dann so natürlich auch noch diese persönliche von.
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                      Ja, Tine, wie du sagst, also Menschen zu sehen in ihren Kontexten, in ihrem Biotop,
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                      in dem sie irgendwie blühen und scheinen und das sieht man so oft per Unternehmerin,
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                      weil die, die wir begleiten, sind keine Leute, die sagen, ich mache jetzt mal
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                      eine fixe Startup-Idee und verkaufe das dann irgendwie und versuche es an die Börse zu sehen.
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                      Zu kriegen und dann geht es weiter, sondern das sind Leute, die das tun,
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                      was sie für richtig halten.
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                      Und einfach davon Zeugin zu werden, immer wieder aufs Neue, ist voll schön.
                      0:48:37–0:48:40
                      Da bin ich sehr dankbar für und hoffe, dass wir diese Arbeit noch lange machen
                      0:48:40–0:48:45
                      können und uns ein eigenes Ökosystem schaffen, in dem wir blühen können.
                      0:48:45–0:48:49
                      Und das ist wirklich was, was das Myzenium macht, das muss man klar sagen.
                      0:48:49–0:48:54
                      Also diese Ideen und dieses zum Strahlen bringen, zu unterstützen und zu sehen
                      0:48:54–0:49:00
                      und daran zu glauben und es eben nicht abzutun und zuallererst mal durchzurechnen,
                      0:49:00–0:49:01
                      sondern zu sagen, hey, ja,
                      0:49:01–0:49:06
                      die Idee muss in die Welt, die hat voll die Berechtigung und ist total wichtig, go for it.
                      0:49:06–0:49:13
                      Und das ist einfach verdienstes Mycelium, irgendwie auch sowas zu unterstützen
                      0:49:13–0:49:14
                      und sowas voranzutreiben.
                      0:49:15–0:49:21
                      Oh, wie schön. Dann haben wir gerade noch geerntet. Eine Resonanzdusche für
                      0:49:21–0:49:24
                      das Mycelium und all die Menschen, die darin arbeiten.
                      0:49:24–0:49:29
                      Wenn ihr Hörerinnen und Hörer diese Art von Podcast unterstützen wollt,
                      0:49:29–0:49:32
                      dann werdet doch einfach Fördermitglied in unserem Mycelium-Ökosystem,
                      0:49:32–0:49:36
                      weil der macht genau das möglich, dass wir hier zusammensitzen und diese Aufnahmen
                      0:49:36–0:49:38
                      machen und sie tatsächlich dieser Welt schenken.
                      0:49:39–0:49:43
                      Mögen sie dienlich sein. Und damit schließen wir unsere 100.
                      0:49:43–0:49:47
                      Aufnahme des Mycelium-Podcasts. Vielen Dank an euch beide.
                      0:49:48–0:49:49
                      Tschüss, schön, dass ich hier sein durfte.
                      0:49:49–0:49:51
                      Danke euch beiden. Tschüss.
                      0:49:52–0:49:57
                      Du möchtest diesen Podcast und den Wandel auch finanziell unterstützen?
                      0:49:57–0:50:01
                      Dann geh doch auf mycelium.com, werde mit wenigen Klicks Fördermitglied in unserem
                      0:50:01–0:50:07
                      Mycelium-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                      0:50:07–0:50:11
                      Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
                      0:50:12–0:50:15
                      Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
                      0:50:15–0:50:19
                      für die das auch hilfreich sein könnte, dann teile doch gerne diese Folge und
                      0:50:19–0:50:23
                      hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

                      The post MP100 – Heimat 3.0, ein gemeinschaftsbasiertes Café – mit Anne-Christin Böske appeared first on MYZELIUM.

                      51 min
                    • MP099 - gelingende Beitragsrunden mit Heike Pourian

                        Zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften gehören Beitragsrunden – sie sind für uns im MYZELIUM ein zentrales Element und definieren einen Meilenstein – aber was braucht es eigentlich, damit die Beitragsrunden gelingen? Dieser Frage widmen Franka und Hannah eine ganze Folge mit Gästin Heike Pourian. Die Wandelforscherin geht schon sehr lange mit diesem Ansatz des fürsorgenden und kümmernden Wirtschaftens und spricht mit uns über den Faktor 10, Scham, Privilegien und ihre eigene Umsetzung.

                        Mehr zu Heike findet ihr hier: 


                        https://beruehrbarewelt.de
                        https://wegwarte.haus

                        Der erwähnte Film über Beitragsrunden

                        https://www.youtube.com/watch?v=wcbWTGkEjqM

                        Ihr wollt diesen Podcast unterstützen? Dann werdet gerne Fördermitglied im MYZELIUM Ökosystem e.V. unter www.myzelium-ev.com

                        Informationen rund um das Thema Begleitung findet ihr hier: www.myzelium.com

                        Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

                        Transkription

                        0:00:10–0:00:15
                        Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
                        0:00:15–0:00:18
                        Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
                        0:00:18–0:00:21
                        Wir nennen es gemeinschaftsbasiert wirtschaften.
                        0:00:21–0:00:23
                        Und dieser Podcast unterstützt dich
                        0:00:23–0:00:27
                        dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
                        0:00:27–0:00:31
                        Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
                        0:00:31–0:00:36
                        und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
                        0:00:36–0:00:39
                        Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
                        0:00:49–0:00:52
                        Ich freue mich sehr, dass wir heute Heike Purian zu Gast haben.
                        0:00:53–0:00:58
                        Heike Purian ist uns schon öfter begegnet auf unseren Myceliumfaden und heute
                        0:00:58–0:01:00
                        ist sie auch bei uns im Podcast.
                        0:01:00–0:01:03
                        Sie ist erfahrene Wandelforscherin, würde ich jetzt einfach mal sagen.
                        0:01:03–0:01:08
                        Aber genauer darfst du gleich selber erzählen, Heike. Schön, dass du da bist.
                        0:01:08–0:01:09
                        Danke für die Einladung.
                        0:01:09–0:01:12
                        Und Franka sitzt natürlich auch hier wieder an meiner Seite,
                        0:01:12–0:01:15
                        was mich auch immer freut und gemeinsam
                        0:01:15–0:01:21
                        ergründen wir heute die Frage der Beitragsrunden, der Beitragsabenden.
                        0:01:21–0:01:24
                        Auch wieder ein spannendes Thema, wie ich finde, weil ich mich einfach gerne
                        0:01:24–0:01:31
                        mit Geld und Geldkultur und Scham und Schmerz im Bereich des Geldes und Solidarität
                        0:01:31–0:01:35
                        und das spielt alles mit rein und kulminiert sozusagen immer in diesem Moment
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                        des Beitragens in den Beitragsrunden.
                        0:01:37–0:01:42
                        Und warum man Beitragsrunden macht und was Beitragsrunden besonders macht und
                        0:01:42–0:01:47
                        wie man sie gut macht, das wollen wir heute gemeinsam ergründen im Gespräch
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                        und darauf freue ich mich sehr.
                        0:01:48–0:01:54
                        Aber bevor wir starten, würde ich Heike dir nochmal gerne das Wort geben und
                        0:01:54–0:01:57
                        dich einfach kurz vorstellen lassen für die Hörerinnen und Hörer,
                        0:01:57–0:01:59
                        die dich noch nicht so gut kennen, wie wir dich kennen.
                        0:02:00–0:02:03
                        Ja, mache ich gerne und weiß dann auch immer nicht so richtig,
                        0:02:03–0:02:04
                        wo ich denn anfangen soll.
                        0:02:05–0:02:08
                        Was bin ich denn eigentlich? Genau, Wandelforscherin, den Namen habe ich mir
                        0:02:08–0:02:11
                        irgendwann mal gegeben, weil sich das am stimmigsten anfühlt,
                        0:02:11–0:02:14
                        weil ich wirklich erforschen möchte,
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                        wie gelingt denn Transformation und
                        0:02:19–0:02:30
                        welche Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten machen uns das schwer,
                        0:02:31–0:02:36
                        die Veränderung in die Welt kommen kann, die es gerade braucht,
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                        wenn, und da bin ich tatsächlich gerne sehr radikal, wenn wir als Menschheit
                        0:02:42–0:02:44
                        auf diesem Planeten überleben wollen.
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                        Mehr und nicht weniger als das.
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                        Und ich komme eigentlich aus dem Tanz. Die Tänzerin war eigentlich so die Kontaktimposition
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                        und das Forschen dessen, was mich da herausfordert und was mich glücklich macht.
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                        Und auch das Forschen, das Lesen darüber, wie die Pionierinnen diese so,
                        0:03:12–0:03:16
                        so andere Tanzform in die Welt gebracht hat, Das war so mein Erkenntnisweg.
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                        Es gibt ja immer so viele Erkenntniswege, so Dos.
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                        Und das war meiner. Und dann habe ich angefangen darüber zu schreiben,
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                        weil ich so begeistert war davon, was für ein Potenzial darin steckt,
                        0:03:29–0:03:32
                        erstens, wenn wir Menschen uns mit unseren Körpern beschäftigen und zweitens,
                        0:03:32–0:03:41
                        wenn wir improvisieren lernen und nicht nach Plan und nach Schema F agieren,
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                        sondern aus einer satten Verbundenheit mit dem, was jetzt gerade ist,
                        0:03:46–0:03:49
                        heraus Dinge immer wieder neu erfinden.
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                        Das ist für mich so eine Transformationskompetenz.
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                        Genau, dazu habe ich geschrieben. Dann habe ich noch ein Buch geschrieben,
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                        das dann eher auch für Menschen ist, die nicht die Kontaktimposition kennen.
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                        Das wird überraschend viel gelesen, das ist irgendwie gerade so eine,
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                        wow, Menschen wollen das hören, lesen.
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                        Genau, das ist jetzt gerade die dritte Auflage, die steht gerade vor ein paar
                        0:04:24–0:04:25
                        Tagen geliefert worden.
                        0:04:26–0:04:31
                        Und jetzt so mein Moment, was ich mache, ist, dass wir einen Bildungsort aufbauen.
                        0:04:31–0:04:33
                        Dieser Bildungsort heißt Wegwarte.
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                        Er ist in Witzenhausen, wo wir eine Vollzeitfortbildung für Menschen anbieten,
                        0:04:41–0:04:52
                        die sich im sozial-ökonomischen, ökologischen Wandel engagieren wollen und noch nicht so ganz wissen,
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                        also entweder nicht wissen, wo sie ansetzen sollen, wo ist denn eigentlich mein
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                        Hebel und mein ganz besonderer Beitrag.
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                        Oder die wissen das und haben das Gefühl, sie brauchen aber noch Kompetenzen,
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                        damit das wirklich in die Welt kann.
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                        Also mit diesen Menschen werden wir arbeiten. Und das ist gerade so eine Aufbauarbeit,
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                        die wir machen, dass dieser Bildungsort mit starten kann.
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                        Damit verbringe ich zwar den Hauptteil nicht.
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                        Und was ich auch immer nicht gerne vergesse, ist, dass ich zwei wunderbare Kinder habe.
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                        Den Mutter, das hat mich auch sehr geprägt, Mutter zu sein. und meine Kinder
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                        sind zum Glück erwachsen, sonst könnte ich das nämlich alles gar nicht.
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                        Ja, das ist mal so das, was mir zu Wer bin ich heute eigentlich.
                        0:05:39–0:05:41
                        Morgen werde ich wieder was anderes sagen.
                        0:05:41–0:05:43
                        Richtig schön, dass du da bist, Heike. Danke.
                        0:05:44–0:05:50
                        Vielleicht kann ich nochmal anknüpfen an ein MYZELIUM- und Heike-Moment.
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                        Wir hatten letztes Jahr das Pilztreffen im Wandelwinkel in Mühlheim an der Ruhr.
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                        Und Heike war den Tag über bei uns und hat am Abend eine Lesung gegeben.
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                        Eine Lesung aus ihrem Buch, Wenn wir wieder wahrnehmen.
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                        Und wir konnten da zwei Dinge sehr schön irgendwie zusammenbringen.
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                        Wir hatten ein sehr verbindendes Treffen mit den Menschen, mit denen wir gerade
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                        gemeinsam so zusammenarbeiten.
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                        Und am Abend konnten wir eben diesen Buch lauschen und Heike lauschen,
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                        die nicht nur gelesen hat, sondern begleitet wurde von MusikerInnen und die
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                        sozusagen diesen ganzen Wörtern noch einen richtigen Klang gegeben haben.
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                        Und da hat sich was verwoben, also für uns oder auch für mich und Hanna sehr
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                        dieser Kontext von Heike und viel dieses auch somatische Arbeiten und viel diese
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                        Frage von, okay, Kulturwandel, wie geht das eigentlich?
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                        Was braucht es vielleicht auch zuerst? Ist es zuerst dieser innere Wandel oder
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                        der äußere oder bedingt sich eben beides einander?
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                        Und Heike hatte uns damals auch schöne Worte zukommen lassen,
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                        wie gut es ist, dass es das Metilium gibt, Wir versuchen,
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                        beides ein bisschen zu verweben, die Struktur und die Kultur und die ganze Zeit
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                        Wandel versuchen in die Praxis,
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                        in das Hier und Jetzt, in das Leben zu bringen und das eben machen,
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                        indem wir Menschen begleiten in ihre Herzensprojekte umzusetzen und auch ökonomisch
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                        eben anders aufzustellen.
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                        Das vielleicht nochmal so ein bisschen als Kontext und Background,
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                        was uns hierher geführt hat, so ein bisschen.
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                        Und ich leite gerne noch einen, mit dem das Heike einen Film gedreht hat.
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                        Sie hat das nicht alleine gemacht, sondern mit anderen Menschen auch zusammen.
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                        Und vielleicht möchtest du da auch gleich nochmal anknüpfen.
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                        Und da geht es um Beitragsrunden. Und die Frage, warum wir die eigentlich so
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                        einsetzen und was sie eigentlich gelingend macht.
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                        Und das Gelingen, darüber würde ich gerne auch nachher einfach weiter mit dir
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                        drüber sprechen, was ist denn eigentlich eine gelingende Beitragsrunde,
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                        neben dem, dass wir da finanzieren und diese Projekte auch tragfähiger machen.
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                        Heike, magst du uns was von diesem Film erzählen, den du gedreht hast?
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                        Ja, das war eine relativ spontane Sache, eine Anfrage vom Solabi-Netzwerk,
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                        also das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft. um,
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                        dass es doch gut wäre, ein bisschen Handwerkszeug zu haben.
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                        Und dann haben wir relativ unaufwendig ein Filmchen gemacht.
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                        Und die Grundidee ist, genauso wie du sagst, also was braucht es denn eigentlich,
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                        damit eine Beitragsrunde gelingt?
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                        Und ich glaube, das Allererste ist, das Ganze in einen Kontext zu setzen.
                        0:08:39–0:08:45
                        Wir können nicht einfach sagen, statt bezahlen gibt es hier eine Beitragsrunde.
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                        Warum können wir das nicht? Weil das so ein Transformationsschritt ist,
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                        Dinge anders zu finanzieren, dass wir das erstmal begreifen müssen,
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                        damit wir an einer Beitragsrunde sinnvoll teilnehmen können.
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                        Der Klassiker ist immer, dass ich gesagt bekomme, ja, du machst es ja immer
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                        so mit, gib was du kannst und so, aber das funktioniert bei mir nicht.
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                        Das habe ich richtig oft gehört und dann frage ich, wie machst du das denn?
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                        Naja, wir machen dann eine Veranstaltung und dann stellen wir einen Topf hin
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                        und sagen, ihr könnt da was reintun.
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                        Und warum funktioniert das nicht? Weil wir ja alle in einem ökonomischen System
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                        sozialisiert sind und aufgewachsen sind.
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                        Das uns sagt, sorg für deinen eigenen Vorteil oder schau, dass du so billig wegkommst wie möglich.
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                        Das ist in uns alle eingeschrieben.
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                        Wenn jetzt dann einfach nur so ein Spendentopf steht bei einer Veranstaltung,
                        0:09:50–0:09:52
                        dann, was geht dann bei uns an?
                        0:09:53–0:09:55
                        Da gibt meistens fast diese, ah, ist umsonst.
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                        Und ich werde nicht eingeladen, mir vorzustellen, was es von mir braucht,
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                        damit das, wo ich gerade daran teilgenommen habe oder wo ich von profitiere, stattfinden kann.
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                        Das passiert nicht an dieser Stelle, sondern irgendwie verlasse ich mich dann
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                        drauf, dass da wird schon irgendwo Geld da sein und ich kann jetzt noch so ein
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                        Add-on machen, wenn ich da noch ein bisschen Geld in den Spendentopf werde.
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                        Das heißt, das funktioniert nicht, einfach zu sagen, wir sagen heute mal,
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                        gib was du kannst, Sondern wenn wir sagen, gib was du kannst,
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                        dann müssen wir erklären, was wir da eigentlich tun.
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                        Nämlich, wir kommen von dieser Tauschlogik im Sinne von, wenn du das haben willst,
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                        musst du so viel bezahlen.
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                        Kommen wir hin zu was anderem. Und was ist das andere?
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                        Und das andere ist, dass wir uns klar machen, und das ist so wichtig,
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                        dass wir uns klar machen.
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                        Wie ausschließend unsere Art zu wirtschaften ist weil die so bedingungsvoll
                        0:11:03–0:11:08
                        ist und das ist zum Beispiel das Erste was ich oft mache bei einer Beitragsrunde
                        0:11:08–0:11:12
                        lass uns doch mal anerkennen wer hier gerade alles nicht.
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                        Wer ist denn nicht da? Also wer, jetzt wenn wir von der Solabi ausgehen,
                        0:11:21–0:11:27
                        wer hat überhaupt gar keine Vorstellung davon, sich daran zu beteiligen,
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                        weil die Person so prekär lebt, dass sie sich gar nicht vorstellen kann, beitragen zu können.
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                        Das ist schon mal das Erste. Also die Art und Weise, wie wir wirtschaften,
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                        schließt total viel Menschen aus.
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                        Und ich habe mal angefangen, immer wo auch immer ich hingehe,
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                        mir die Frage zu stellen, wer ist denn gerade nicht da?
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                        Wer ist nicht da?
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                        Weil wir Zugang beschränken, tatsächlich auch teilweise nur vermeintlich beschränken,
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                        Weil Menschen gar nicht denken, dass sie sich das leisten können.
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                        Zum Beispiel eine alleinerziehende Bürgergeldempfingerin denkt nicht,
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                        dass sie sich leisten kann,
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                        in der Solawi ihr Gemüse zu bekommen, weil sie erstens sieht,
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                        was da vor der Verteilstation für Autos parken.
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                        Zweitens, das Gefühl hat ja die Ökos und Bio, das ist ja eh teuer.
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                        Und so weiter können wir jetzt noch ganz viele Sachen, vielleicht auch überhaupt
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                        nicht den Zugang hat zu den Informationen, dass es das gibt.
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                        Also uns zu fragen, wie wir ständig, zum Teil durch unser Informationssystem
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                        und zum großen Teil durch unser Geldsystem, die Menschen ausschließen,
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                        weil wir Bedingungen schaffen.
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                        Bedingungen für Teilhabe, die Menschen abhält.
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                        Überhaupt darüber nachzudenken, teilzunehmen. Und das ist so wesentlich, uns das klar zu machen,
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                        dass die Art und Weise, wie wir wirtschaften, extrem viel Ausschluss produziert
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                        und Menschen daran hindert, an Dingen teilzunehmen, an denen sie teilnehmen möchten.
                        0:13:13–0:13:16
                        Und ich kann davon ein bisschen nachvollziehen, weil ich wirklich,
                        0:13:17–0:13:20
                        also ich habe immer von sehr wenig Geld gelebt und als ich zwei Kinder hatte
                        0:13:20–0:13:26
                        und wenn dann in einem Monat so Briefe aus der Schule kam, ja,
                        0:13:26–0:13:34
                        Klassenfahrt kostet 490 Euro und von dem anderen Kind auch für irgendeinen Ausflug oder was noch.
                        0:13:35–0:13:39
                        Ich habe mir gedacht, wie könnt ihr davon ausgehen, dass ich das mal eben habe?
                        0:13:39–0:13:47
                        Also, und das ist genau dieser Moment, wo Enge produziert wird durch diese Selbstverständlichkeit,
                        0:13:47–0:13:48
                        das kostet so und so viel.
                        0:13:48–0:13:54
                        Wie geil wäre das denn, wenn eine Klasse sich zusammen tun würde und die Klassenfahrten
                        0:13:54–0:13:58
                        solidarisch finanzieren würde, wenn das selbstverständlich wäre.
                        0:13:58–0:14:01
                        Also das ist so ein, da würde sich so viel verändern.
                        0:14:03–0:14:08
                        Wenn wir sagen würden, gut, das ist das Geld, was aufgebracht werden will,
                        0:14:08–0:14:12
                        wir erkennen mal an, die Menschen haben unterschiedlich viel Geld,
                        0:14:12–0:14:14
                        das bringen wir zusammen aus.
                        0:14:15–0:14:21
                        Anstatt, was ja jetzt oft passiert, den Leuten diese Schmach zuzumuten,
                        0:14:21–0:14:24
                        dass sie dann sich ans Sekretariat wenden müssen und sagen,
                        0:14:24–0:14:30
                        ich bräuchte vielleicht so einen Sozialzuschuss oder was.
                        0:14:31–0:14:35
                        Und ja, also einfach sehr unangenehm. Und ich glaube, das ist das Allererste,
                        0:14:35–0:14:38
                        dass wir überhaupt anerkennen, warum machen wir das?
                        0:14:38–0:14:46
                        Weil wir diese so schreckliche Ausschlussqualität aus unseren Wirtschaften rausnehmen.
                        0:14:47–0:14:51
                        Und das gilt ja nicht nur für die KonsumentInnen, wenn ich die mal so nenne,
                        0:14:52–0:14:53
                        sondern auch für die Menschen, die produzieren.
                        0:14:54–0:14:58
                        Ganz oft sagen Leute, naja, ich würde so gerne das und das tun in der Welt,
                        0:14:59–0:15:02
                        Aber das rentiert sich ja nicht.
                        0:15:04–0:15:07
                        Dafür gibt es nicht genug Geld in der Welt.
                        0:15:07–0:15:13
                        Und deswegen unterbleiben ganz viele tolle Dinge, weil sie vermeintlich nicht finanzierbar sind.
                        0:15:13–0:15:17
                        Oder, und das ist das zweite fette Ding, was so wichtig ist zu wissen,
                        0:15:18–0:15:23
                        wenn wir Beitragsrunden machen oder wenn wir solidarisches Wirtschaften anstreben,
                        0:15:24–0:15:28
                        es gibt das Muster des Commoning, das heißt preissouverän Handel treiben.
                        0:15:29–0:15:32
                        Die Muster des Coming, da können wir vielleicht gleich auch mal zurückkommen
                        0:15:32–0:15:37
                        drauf und preissouverän Handel treiben bedeutet, ich traue mich in der Welt
                        0:15:37–0:15:39
                        zu sein mit dem, was es braucht,
                        0:15:39–0:15:45
                        damit ich von dem, was ich in die Welt bringen kann, gut leben kann und an der
                        0:15:45–0:15:47
                        Stelle bedeutet die Preissouveränität,
                        0:15:47–0:15:52
                        dass ich, wenn wir jetzt nochmal zu Solabis gehen, den Preis meiner Karotte
                        0:15:52–0:15:57
                        nicht mit dem Preis von Aldi-Karotten vergleiche und auch überhaupt nicht anstrebe,
                        0:15:57–0:16:01
                        dass der in einer ähnlichen Größenordnung sein muss.
                        0:16:01–0:16:06
                        Und das ist das Nächste, was wichtig ist, wenn wir fragen, warum machen wir Beitragsrunden?
                        0:16:07–0:16:13
                        Wir machen Beitragsrunden, um Ausbeutung zu vermeiden.
                        0:16:13–0:16:19
                        Denn wir wissen ganz genau, die Aldi-Karotte kann nur unter ausbeuterischen
                        0:16:19–0:16:23
                        Bedingungen so billig sein, wie sie gerade ist.
                        0:16:25–0:16:33
                        Weil sowohl Menschen zu Mindestlöhnen, die geerntet haben, als auch sie angebaut
                        0:16:33–0:16:40
                        wurde auf eine Art und Weise, die Böden ausbeutet, die mehr rausholt als zurückgibt.
                        0:16:40–0:16:48
                        Und das führt ja zu einer krassen Verarmung unserer Böden und zu einem Abbau
                        0:16:48–0:16:55
                        der Humusschicht und so weiter. Und dann eben im Großen und Ganzen zu Erosionen.
                        0:16:58–0:17:02
                        Das hat ja mit unserem Klima zu tun, wie wir Landwirtschaft betreiben.
                        0:17:03–0:17:08
                        Und all das, glaube ich, gilt es zu sehen. Die Art und Weise,
                        0:17:08–0:17:11
                        wie wir wirtschaften, schließt Menschen aus.
                        0:17:12–0:17:17
                        Die Art und Weise, wie wir normalerweise wirtschaften, macht überhaupt Dinge
                        0:17:17–0:17:24
                        unmöglich, weil Leute sich nicht trauen, ihre Dinge zu tun, weil sie denken,
                        0:17:24–0:17:26
                        das lohnt sich eh nicht, da kann ich nicht von leben.
                        0:17:27–0:17:29
                        Und die Art und Weise, wie wir wirtschaften.
                        0:17:31–0:17:35
                        Basiert auf Ausbeutung und bringt immer mehr Ausbeutung.
                        0:17:36–0:17:42
                        Und das brauchen wir, das will erzählt werden, bevor wir überhaupt eine Beitragsrunde
                        0:17:42–0:17:46
                        machen, damit wir wissen, auf welchem Boden findet das denn statt.
                        0:17:46–0:17:53
                        Das ist nicht irgendwie fancy, das mal anders machen, sondern es braucht den
                        0:17:53–0:18:00
                        Kontext von, wir wollen Systemwandel oder Paradigmen wechseln.
                        0:18:00–0:18:03
                        Wir wollen uns daran nicht mehr beteiligen.
                        0:18:04–0:18:11
                        Und ich merke auch immer mehr, dass es Sinn macht, zu sagen,
                        0:18:12–0:18:15
                        wir machen diese Beitragsrunde jetzt nicht, weil wir glauben,
                        0:18:15–0:18:17
                        das ist der Weisheit letzter Schluss,
                        0:18:18–0:18:22
                        sondern wir machen sie, weil wir einen Schritt gehen wollen hinzu,
                        0:18:24–0:18:28
                        Und ich glaube, da dürfen wir mutig sein, hin zu einer geldlosen Gesellschaft.
                        0:18:29–0:18:32
                        Und dann können wir sagen, okay, und da sind wir noch lange nicht.
                        0:18:32–0:18:39
                        Aber jetzt machen wir mal diesen ersten Schritt, indem wir anerkennen, okay, Geld gibt es noch.
                        0:18:39–0:18:43
                        Und ohne Geld in dieser Welt gerade leben ist richtig schwierig.
                        0:18:43–0:18:46
                        Aber wir können das Geld wenigstens mal anders benutzen.
                        0:18:47–0:18:52
                        Und die Ausbeutung, die da ohnehin reingeschrieben ist, so ein bisschen da rausholen.
                        0:18:53–0:18:59
                        Das ist mal so eine lange Antwort auf die kurze Frage. Warum machen wir das denn?
                        0:18:59–0:19:02
                        Ich glaube, dass das MYZELIUM gerade für diesen Kontext so wichtig ist.
                        0:19:03–0:19:06
                        Also eben, wir können nicht einfach nur Beitragsrunden starten.
                        0:19:06–0:19:10
                        Das ist nicht die Idee, sondern diesen Kontext zu liefern und auch unsere UnternehmerInnen
                        0:19:10–0:19:12
                        und Projekte genau mit dem auszustatten.
                        0:19:13–0:19:16
                        Und das ist so ein bisschen das, wo Hannah und ich uns wahrscheinlich auch oft
                        0:19:16–0:19:21
                        gerade diesen Mund fusselig reden, weil das braucht so viel Erklärung,
                        0:19:22–0:19:24
                        was wir anders machen wollen und wo wir hinwollen.
                        0:19:24–0:19:28
                        Und ich glaube, was wir vom Mithelium eben auch gerade auf Beitragsrunden auch
                        0:19:28–0:19:33
                        tun, ist nicht nur den Kontext, sondern auch eine Art Prozess sozusagen bereitzustellen.
                        0:19:34–0:19:36
                        Und mit Prozess meine ich vor allem Fragen.
                        0:19:37–0:19:41
                        Also einmal unsere UnternehmerInnen auszustatten mit dieser Frage,
                        0:19:41–0:19:44
                        was brauchst du eigentlich, damit es dir gut geht?
                        0:19:44–0:19:49
                        Damit das, was du tust, sich richtig auch sozusagen geldmäßig auch gut anfühlt.
                        0:19:49–0:19:55
                        Weil wir eben noch nicht in der Schenkökonomie leben, in die wir vielleicht
                        0:19:55–0:19:56
                        eigentlich so munten wollen.
                        0:19:56–0:19:58
                        Was brauchst du, damit es dir gut geht?
                        0:19:59–0:20:03
                        Und das dann auch sozusagen umzuwandeln in eben eine Beitragsrunde,
                        0:20:03–0:20:06
                        wo das transparent gemacht werden darf und wo es darüber besprochen werden kann.
                        0:20:07–0:20:11
                        Und dann diese Fragen zu den Mitgliedern von was kannst du geben,
                        0:20:11–0:20:13
                        wie stehst du eigentlich auch da?
                        0:20:13–0:20:18
                        Und finanziell und ökonomisch gerade da und auch immer wieder zu reflektieren.
                        0:20:18–0:20:23
                        Und deshalb bin ich so bei Beitragsrunden und nicht nur auch bei einem Prozessschritt,
                        0:20:23–0:20:27
                        sondern gerne auch bei mehreren in einer Abfolge, an einem Abend von wie fühlt
                        0:20:27–0:20:29
                        sich das denn jetzt gerade an?
                        0:20:29–0:20:33
                        Und hast du vielleicht auch einen Beitrag abgegeben gerade, der vielleicht zu hoch war?
                        0:20:33–0:20:37
                        Und vielleicht möchtest du den nochmal verändern. Also wirklich mit den Menschen
                        0:20:37–0:20:41
                        in dieses Spiel zu gehen, in diesen Tanz rauszufinden, Aha, was ist das?
                        0:20:41–0:20:47
                        Und ich merke ganz arg, wie du sagst, das ist ein gemeinsames Lernen gerade.
                        0:20:47–0:20:51
                        Es ist überhaupt nicht, dass wir sozusagen mit so einem Weisheitsletzten Schluss
                        0:20:51–0:20:53
                        gerade darstellen und sagen, das ist die Methode.
                        0:20:53–0:20:57
                        Die wenden wir jetzt immer wieder an. Sondern jede Beitragsrunde ist irgendwie neu.
                        0:20:57–0:21:00
                        Das ist ein bisschen wie bei Hebammen und Geburten, glaube ich.
                        0:21:00–0:21:04
                        Also man kann sich auf was einlassen und irgendwie auch eine Kultur dabei haben
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                        und auch Erfahrungswerte. Und gleichzeitig ist es jedes Mal anders und es sind
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                        jedes Mal andere Menschen.
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                        Und ich glaube, damit mache ich auch Schluss, Hanna. Aber es ist so ein,
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                        wenn wir in Projekten sind, wo es dann die zweite oder dritte Beitragsrunde
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                        ist, dann ernten wir was und zwar diesen Boden.
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                        Dieser Kontext ist auf einmal da. Es ist auf einmal so, dass wir nicht mehr
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                        wieder ganz bei Null anfangen beim Erklären, sondern irgendwie entsteht da was,
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                        was so trägt und worauf man beim nächsten Mal aufbauen kann und warum die zweiten
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                        und dritten Beitragsrunden dann so viel spielerischer vielleicht dann auch schon
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                        sind und irgendwie schon so ein bisschen flown.
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                        Hannah, so gebe ich mal zu dir.
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                        Ich würde gern diesem Warum wir Beitragsrunden machen, gern was dazulegen.
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                        Also ich habe gehört, Ausbeutung, Natur und Mensch, also dass man dem vorbeugen
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                        will oder das verhindern will oder sogar ja hin zu Regeneration möchte.
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                        Und auf der anderen Seite Inklusion und Solidarität zu leben,
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                        also wirklich Gruppen zu ermöglichen, teilzuhaben, Menschen teilzuhaben,
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                        die bisher vielleicht über den Preis des Marktes nicht den Zugang haben zu guter
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                        Ernährung, zu guten Lebensmitteln,
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                        zu nachhaltiger Kleidung,
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                        zu Kunst und Kultur, zu was auch immer,
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                        was man alles solidarisch organisieren kann an Versorgung.
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                        Und das Dritte wollte ich nochmal betonen, ist nämlich dieses Bewusstsein schaffen.
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                        Also einerseits über die Transparenz, wie die Unternehmung funktioniert und
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                        was sie braucht, um zu funktionieren.
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                        Und genau, in der Welt zu sein sozusagen. Aber andererseits eben auch das Bewusstsein,
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                        was sind meine Privilegien, wo stehe ich eigentlich in der Gesellschaft?
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                        Und dann auch in Verbindung zu gehen mit einer Gruppe da um mich herum und diesen Moment zu spüren.
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                        Weil Beitragsrunden ist ja nicht nur dann am Ende, okay, wir haben jetzt irgendwie
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                        eine tolle Unternehmung in die Welt gebracht, sondern es ist auch der Moment,
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                        also die Momente an sich in den Beitragsrunden, die so prägend sind,
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                        finde ich, und die so eine Gruppe so verbinden können, wenn es richtig läuft
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                        und auch transformativ sind.
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                        Also einfach schon Wandel passieren lassen sozusagen.
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                        Es ist oft für viele Menschen die erste Erfahrung.
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                        Richtung einer gewandelten Wirtschaftsweise. Und das finde ich auch nochmal
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                        hervorzuheben, so dieses, warum mache ich eigentlich Beitragsrunden?
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                        Weil du kannst es ja auch digital machen oder so.
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                        Aber es ist auch dieses Dasein und das Erleben einmal.
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                        Und bestenfalls eben auch erleben, dass man schenken kann als eher privilegierter
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                        Mensch und was das mit einem macht.
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                        Und auf der anderen Seite das Gefühl von, ich kann auch Solidarität in Anspruch
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                        nehmen und weniger geben. und es funktioniert auch.
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                        Ich glaube, das sind beides so richtig coole Erfahrungen, die man machen kann,
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                        wenn man sich traut, sich da reinzugeben.
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                        Ja, das wollte ich nochmal dazulegen.
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                        Auf jeden Fall, genau. Also ich glaube, das ist richtig wichtig und da kann
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                        ich auch so ein Tool noch benennen, was ich immer dabei habe.
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                        Also Privilegbewusstsein ist so, so wesentlich, dass Menschen,
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                        denen es finanziell gut geht, sich überhaupt mal klar machen,
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                        was für ein Privileg das ist,
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                        dass sie nicht darüber nachdenken müssen, ob sie sich Dinge leisten können oder
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                        nicht, oder dass sie manche Sachen einfach aus der Portokasse zahlen und nicht rechnen müssen,
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                        und sich auch klar machen, dass dieser Wohlstand an irgendeiner Stelle auf Ausbeutung beruht.
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                        Wir könnten nicht diesen Wohlstand haben, wenn nicht an irgendeiner Stelle,
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                        entweder hier oder ganz viel ja auch im globalen Süden,
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                        Ausbeutung stattfinden würde.
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                        Ausbeutung anderer Menschen und Ausbeutung des Planeten.
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                        Weil aus Profitgründen Preise gedrückt werden und dann wir Privilegierten im
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                        globalen Norden davon profitieren.
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                        Und zwar durch alle Schichten hinweg.
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                        Also auch die Menschen, die nicht viel Geld haben hier, profitieren davon,
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                        dass anderswo Ausbeutung stattfindet.
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                        Und dieser Moment, also ich habe irgendwann angefangen einzuführen in der Beitragsrunde den Faktor 10.
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                        Und der Faktor 10 bedeutet wahrscheinlich, wenn wir uns hier so umgucken in der Runde,
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                        gibt es Menschen, die zehnmal so viel Geld zur Verfügung haben wie andere.
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                        Und das liegt an ganz verschiedenen Faktoren.
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                        Liegt daran, dass die einen mehr verdienen und die anderen weniger verdienen.
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                        Also die Einkommensschere geht gerade richtig auch immer weiter auseinander.
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                        Trotz Mindestlöhnen geht die Einkommensschere auseinander.
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                        Oder wenn ich mir so angucke, was für selbstverständliche Einstiegsgehälter
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                        jetzt an manchen Stellen bezahlt werden, da schlackere ich nur mit den Ohren
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                        und dann wird das ja immer mehr, wenn man Berufsjahre sammelt.
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                        Also das ist das eine. Einkommen sind verschieden.
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                        Dann müssen Menschen mit diesem Einkommen sehr unterschiedlich viele Dinge bezahlen,
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                        weil es Leute gibt, die wohnen in einem geerbten Haus und haben so gut wie keine Kosten für ihr Wohnen.
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                        Und es gibt Menschen, die müssen horrende Mieten bezahlen, wo wirklich ein Großteil
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                        ihres Einkommens nur fürs Wohnen weggeht.
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                        Und es gibt Menschen, die sind die sogenannten Dinkies, Double Income, No Kids.
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                        Die haben also zwei volle Gehälter zur Verfügung vielleicht.
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                        Als Paar haben keine Kinder, haben alles Geld zur Verfügung.
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                        Und dann gibt es Menschen, die eh schon weniger Zeit haben zum Arbeiten,
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                        weil sie Kinder zu versorgen haben.
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                        Und in dieser wenigen Zeit auch
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                        noch wenig Geld verdienen, aber viel mehr Münder damit zu füllen haben.
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                        Also dieses, was muss denn eigentlich weggehen?
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                        Und dieses wenig Zeit haben, um Geld zu verdienen, das betrifft ja nicht nur
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                        Kinder haben, sondern auch Angehörige pflegen oder Ehrenamt, was weiß ich.
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                        Das ist unterschiedlich und immer, immer, immer relevanter.
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                        Es gibt immer mehr Menschen, die erben.
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                        Und das kommt dann wie noch so on top, dass ich da noch irgendwie 200.000 Euro
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                        irgendwo auf dem Konto liegen habe und eh nie in Bedrängnis kommen werde,
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                        weil eh immer Geld da ist.
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                        Und das ist zum Beispiel richtig wichtig, da auch anzuerkennen,
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                        dass es ein großer Ost-West-Unterschied ist.
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                        Menschen im Westen, in meiner Generation.
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                        So viele Erben. Und im Osten ist das anders, weil da nichts zum Erben da war,
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                        weil es sozusagen vergesellschaftet wurde.
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                        Und all das ist richtig wichtig anzuerkennen.
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                        Was gibt es da eigentlich für Ungleichheiten? Und der Faktor 10 bedeutet dann,
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                        lass uns doch da mal von ausgehen, dass gerecht nicht heißt,
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                        wir zahlen alle das Gleiche.
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                        Das ist so ein bisschen so eine Gevorstellung von Gerechtigkeit.
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                        Wenn es gleich ist für alle, ist es doch gerecht. Nein, das gerecht wäre,
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                        wenn wir diese Unterschiede abbilden in unseren Beiträgen und dass die Person,
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                        die am meisten beiträgt,
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                        zehnmal so viel gibt, wie die Person, die am wenigsten beiträgt.
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                        Und das bildet noch nicht ab, wie es wirklich ist.
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                        Vielleicht bildet es ab, wie es in dieser SolarWi oder in dieser Beitragsrunde
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                        ist, aber es bildet nicht Gesellschaft ab.
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                        Faktor 1 zu 64.000 und ich habe das mal durchgerechnet, das ist sozusagen Mindestlohn
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                        pro Stunde versus eine Million pro Stunde, die man verdient.
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                        Und wahrscheinlich verdient Elon Musk, also ich weiß nicht, wie weit wir den
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                        Gesellschaftsbegriff dehnen, aber wenn wir jetzt die amerikanische Gesellschaft
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                        auch noch mit rein, also wahrscheinlich verdient Elon Musk halt wahrscheinlich
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                        mehr als eine Million pro Stunde.
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                        Aber genau, vielleicht der reichste Deutsche, I don't know.
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                        Aber es sind diese Spannen, über die wir sprechen. Und wahrscheinlich sitzt
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                        kein zweiter Elon Musk oder Peter Diehl oder wie die ganzen krassen,
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                        sehr einflussreichen, mächtigen Milliardäre heißen.
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                        Vielleicht sitzen die nicht in der Beitragsrunde in der Solavie in der Tupfingen XY.
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                        Aber genau, es sitzen bestimmt Leute in der Beitragsrunde, die auch mit dem
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                        Blick auf sich selbst gerichtet sozusagen, die mehr Privilegien haben,
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                        als sie vielleicht verstehen.
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                        Weil es uns halt geschenkt wurde sozusagen.
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                        Und da will ich auch nochmal auf diese, was ich manchmal so als gerade so als
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                        Erkenntnis oft irgendwie mir kommt, ist diese,
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                        Dieses grundsätzliche Geschenk, was wir erstmal im Leben bekommen,
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                        der Natur, also dass wir ein stabiles Klima hatten.
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                        Dass wir fruchtbare Böden haben, dass wir all diese Geschenke der Natur bekommen
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                        haben, sauberes Wasser, Trinkwasser, Grundwasser,
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                        Wasserkreisläufe und so weiter.
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                        All diese Geschenke der Natur, die uns jetzt, wo sie uns verloren gehen,
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                        erstmal klar werden, was die eigentlich für ein Privileg für uns alle bedeutet haben.
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                        Das will ich gerade einfach nochmal kurz dazulegen, um diese Ausbeutung der
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                        Natur auch nochmal irgendwie mit in den Raum zu legen, weil uns das ja nicht
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                        bewusst ist, dieses Geschenk oft.
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                        Und ich glaube, genauso wenig bewusst ist es uns oft, wenn wir eben in die Familienkontexte
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                        reingeboren sind, in die wir reingeboren sind, dauert das sehr lange, bis man begreift,
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                        was das eigentlich für ein Geschenk war, was man da bekommen hat in privilegierten
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                        Fällen, aber vielleicht auch auf der anderen Seite für eine Schwierigkeit sozusagen
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                        in der Gestaltung des Lebens.
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                        Und da muss man gar nicht nur über Geld reden, also bin ich mit Geld geboren
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                        oder bin ich ohne geboren, sondern auch dieses, bin ich mit Liebe geboren,
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                        in einem behüteten Kontext mit
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                        Leuten, die mir emotionale Sicherheit auch gegeben haben und so weiter.
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                        Also es geht ja weit über Geld hinaus, die Privilegien, die ich sozusagen habe.
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                        Soziale Kompetenz, psychische Kompetenz, ultra wichtig heutzutage.
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                        Kippe ich aus der Kurve in dieser krisengeschüttelten Zeit oder habe ich irgendwie
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                        eine Stabilität mitbekommen als
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                        Kind oder habe ich sie mir beigebracht sozusagen als erwachsene Person?
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                        Also ich glaube, es ist richtig wesentlich, und da kommt sozusagen das nächste
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                        Thema mit rein, Geld können wir nicht von Emotionalität koppeln.
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                        Also es ist richtig wichtig, dass in der Beitragsrunde Platz ist für die Emotionen, die da mit sind.
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                        Und ich erlebe das ganz oft, oder ich muss mich da immer wieder hineinversetzen,
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                        wie aufregend das für Menschen ist, Teil einer Beitragsrunde zu sein.
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                        Allein schon diese Aufregung, die will auch irgendwie beinhaltet und benannt
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                        werden, dass das aufregend ist. Und dann können wir gucken, was ist denn hier
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                        eigentlich gerade aufregend?
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                        Und wenn du jetzt benennst, Hannah, dass Menschen ja auch mit unterschiedlichen
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                        Ressourcen aus ihren Familien und aus ihrer Biografie kommen,
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                        dann sind das eben nicht nur finanzielle Ressourcen, sondern überhaupt so ein
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                        Grundgefühl von Sicherheit. Habe ich das oder habe ich das nicht?
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                        Und wenn wir anders wirtschaften würden, dann hätten wir gar nicht so viel Unsicherheit
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                        im Raum, weil wir alle daran glauben könnten, hey, wir sind genährt.
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                        Ich werde nicht verhungern, ich werde nicht auf der Straße landen,
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                        wenn irgendwas in meinem Leben nicht so gerade läuft.
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                        Und dann ist es nämlich richtig wichtig anzuerkennen, dass es ja auch Menschen
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                        gibt, die aus ihrem Familienkontext heraus nicht emotional genähert sind.
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                        Und dann ist finanzielle Sicherheit so richtig, richtig wesentlich,
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                        um sich sicher zu fühlen.
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                        Während Leute, die auf anderen Ebenen satt sind und so eine Grundzuversicht
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                        mit ins Leben gebracht haben,
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                        Für die ist das vielleicht alles gar nicht so aufregend und gar nicht so wichtig,
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                        ob ich da jetzt irgendwie 100 Euro gebe oder 170 oder 300.
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                        So, natürlich muss ich es auch haben, aber genau, also nochmal anzuerkennen.
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                        Wo kommt eigentlich meine Sicherheit her und wie groß ist der Anteil meiner
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                        Sicherheit, der Anteil des Geldes an meiner Sicherheit.
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                        Und deswegen ist es richtig wichtig, immer wieder innezuhalten in Beitragsrunden
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                        und schon am Anfang zu sagen, oh ja, vielleicht gleich am Anfang ein Check-in
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                        zu machen und zu sagen, wie geht es dir denn gerade, wenn du weißt,
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                        wir legen gerade dieses Finanzieren hier in die Mitte,
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                        anstatt, wie wir das alle kennen, heimlich an unserem Computer eine Online-Überweisung zu machen.
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                        Das ist ja was ganz anderes. Plötzlich wird da was sichtbar,
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                        nämlich unser Umgang mit Geld, der normalerweise gar nicht sichtbar ist,
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                        sondern eher so eine unsichtbare Transaktion.
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                        Das legen wir in die Mitte, das kann schon total viel Aufregung machen,
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                        genauso wie wenn wir uns mit unserer Sexualität zeigen und das ist tatsächlich sehr ähnlich.
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                        Geld und Sexualität an der Stelle, wo es so omnipräsent ist,
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                        also sowohl Sexualität, alles ist krass sexualisiert und alles ist krass mit
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                        Geld, also Geld ist überall und es ist trotzdem beides ein fettes,
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                        fettes Tabuthema. Dann legen wir das da in die Mitte.
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                        Dann macht es doch Sinn zu gucken, wie geht es dir denn gerade damit, dass wir das tun.
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                        Und dann ist noch überall, genau, dann darf die Aufregung erstmal da sein und
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                        dann kann es vielleicht auch, je nachdem wie lang die Beitrag Runde ist,
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                        eine zweite Runde geben.
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                        Wie ist denn eigentlich meine.
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                        Geldbiografie? Komme ich eher aus einem Gefühl von Fülle?
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                        Komme ich aus einem Gefühl von Mangel? Oder, was meistens der Fall ist,
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                        aus einer ganz seltsamen Mischung?
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                        Also es gibt ja Familien, da gab es richtig viel Geld und trotzdem war immer
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                        das Gefühl von Mangel da.
                        0:35:32–0:35:36
                        Und es gibt Familien, die haben gar kein Geld und die feiern trotzdem,
                        0:35:37–0:35:40
                        bis die Schwarte kracht, weil das Leben gelebt werden will.
                        0:35:42–0:35:48
                        Und es gibt alles dazwischen. Und es gibt auch Menschen, die in Trennungsfamilien aufgewachsen sind.
                        0:35:49–0:35:52
                        Und bei Papa war es dicke und bei Mama war es eng.
                        0:35:53–0:35:57
                        Also das ist ja auch wichtig anzugucken, mit welchem Hintergrund komme ich jetzt
                        0:35:57–0:36:00
                        eigentlich. Also wie locker sitzt mein Geld?
                        0:36:01–0:36:09
                        Und das andere, was die Emotionen betrifft, ist, also meistens ist in Beitragsrunden,
                        0:36:09–0:36:13
                        so erlebe ich es, sehr viel Scham im Raum.
                        0:36:14–0:36:18
                        Und das ist auch nochmal interessant, das anzugucken, warum denn Scham.
                        0:36:20–0:36:26
                        Da gibt es verschiedene Qualitäten von Scham, die in so einer Beitragsrunde
                        0:36:26–0:36:28
                        sichtbar werden können.
                        0:36:29–0:36:34
                        Und das eine ist erstmal so ganz einfach. In einer Leistungsgesellschaft ist
                        0:36:34–0:36:36
                        das Scham behaftet, wenig Geld zu haben.
                        0:36:37–0:36:41
                        Also es sei denn, ich habe so richtig bewusst die Entscheidung gefällt.
                        0:36:41–0:36:45
                        Und selbst dann ist es auch so, also kenne ich auch von mir,
                        0:36:45–0:36:48
                        ich habe bewusst die Entscheidung gefällt, keinen Job zu machen,
                        0:36:48–0:36:51
                        der viel Geld bringt, sondern einen, der mir Spaß macht und habe in Kauf genommen,
                        0:36:51–0:36:56
                        dass ich dann immer so eher prekär unterwegs bin,
                        0:36:57–0:36:58
                        was inzwischen anders ist.
                        0:36:59–0:37:05
                        Aber genau, wenn man wenig Geld hat, ist das in unserer Gesellschaft schambehaftet.
                        0:37:05–0:37:09
                        Dann hat das was zu tun mit, du hast das nicht geschafft. Du schaffst es noch
                        0:37:09–0:37:10
                        nicht mal, dich zu versorgen.
                        0:37:12–0:37:19
                        Du bist da so am unteren Rand. Du bist nicht in der Lage, dich,
                        0:37:19–0:37:21
                        deine Kinder, wie auch immer, zu versorgen.
                        0:37:21–0:37:28
                        Das ist die Scham. Und wenn du aus einer Familie kommst, die extrem prekär unterwegs
                        0:37:28–0:37:31
                        war, dann ist diese Scham so tief in deinen Zellen.
                        0:37:31–0:37:35
                        Und dann gibt es auch ganz viele Strategien, dir das nicht anmerken zu lassen.
                        0:37:35–0:37:40
                        Also gibt es ganz viel sowas. Und dann gibt es aber auch eine ganz andere Scham.
                        0:37:40–0:37:45
                        Es ist mir wichtig, dass diese Scham strukturell gewaltsam ist.
                        0:37:45–0:37:49
                        Diese Scham basiert darauf, dass unsere Strukturen so gewaltsam sind.
                        0:37:51–0:37:55
                        Und die andere Scham ist eine, die kommt sozusagen eine Schleife später.
                        0:37:55–0:38:02
                        Wenn wir diese strukturelle Gewalt reflektieren und merken, wie ungerecht unsere
                        0:38:02–0:38:07
                        Welt ist und wie privilegiert wir sind und dann sehen, boah,
                        0:38:07–0:38:10
                        und im Vergleich zu anderen habe ich richtig viel Geld,
                        0:38:10–0:38:12
                        dann kann so eine Scham kommen,
                        0:38:13–0:38:18
                        ich bin so richtig eng.
                        0:38:19–0:38:24
                        Im Vorteil. Und mir war das gar nicht so klar, wie doll das ist.
                        0:38:25–0:38:33
                        Und diese Scham ist aber eine andere als diese tief strukturell eingeschriebene Scham von Armsein.
                        0:38:34–0:38:39
                        Mir ist richtig wichtig, das nicht gleichzusetzen. Und trotzdem kann das im Raum sein.
                        0:38:40–0:38:43
                        Und es macht richtig Erleichterung, es zu benennen.
                        0:38:44–0:38:50
                        Ich würde da ganz gerne anknüpfen, weil mir gerade die UnternehmerInnen so präsent
                        0:38:50–0:38:54
                        sind, die wir begleiten, weil da auch nochmal eine Scham oft ist im Sinne von,
                        0:38:54–0:38:58
                        irgendwie ist da ein Privileg, so seinen Weg zu gehen, ein tiefes Warum meistens
                        0:38:58–0:39:02
                        zu haben für die Projekte, die sie in die Welt bringen und gleichzeitig aber
                        0:39:02–0:39:07
                        auch zu scheitern, nämlich in dieser Art von Wirtschaftssystem, in der wir eben sind.
                        0:39:07–0:39:11
                        Also irgendwie ist da, also meistens ist da ein Antrieb und da ist ein Ja zu
                        0:39:11–0:39:14
                        diesem Projekt und dann läuft es aber nicht.
                        0:39:15–0:39:19
                        Und was wir ja so auch, also diese neue Geschichte, die wir ja auch so,
                        0:39:19–0:39:23
                        wo wir so reingehen, ist dieses Ja, das liegt nicht an dir und dass du dich
                        0:39:23–0:39:28
                        nicht gut genug anstrengst und so, sondern es ist einfach dieses Systemmarkt,
                        0:39:28–0:39:31
                        das deine Welt auch richtig unsicher macht.
                        0:39:31–0:39:34
                        Und ich komme gerade aus einer Beitragsrunde, da geht es um einen Kaffee,
                        0:39:35–0:39:36
                        um einen Begegnungsort eigentlich.
                        0:39:36–0:39:39
                        Also das tiefe Warum war, ich will Menschen wieder zusammenbringen.
                        0:39:39–0:39:43
                        Ich will, dass sie hier diesen Raum zur Verfügung haben und bei einem Kaffee gemeinsam sitzen.
                        0:39:44–0:39:50
                        Und dieses Warum am Markt mit der Unsicherheit von, kommen da jetzt KundInnen
                        0:39:50–0:39:54
                        und wird das irgendwie gebraucht, umzusetzen, ist unfassbar schwierig.
                        0:39:54–0:39:58
                        Und das Verrückte ist, dass durch die Beitragsrunden bzw.
                        0:39:59–0:40:03
                        Durch diese andere Art des Wirtschaftens eine Sicherheit für die UnternehmerInnen
                        0:40:03–0:40:06
                        generiert wird, eben durch Gemeinschaft.
                        0:40:06–0:40:09
                        Also in Gemeinschaft und durch Gemeinschaft, weil wir zum Beispiel,
                        0:40:09–0:40:13
                        was wir geschafft haben, es gibt Solidaritätsbeiträge, die werden einfach nur...
                        0:40:13–0:40:17
                        Von den Menschen gegeben, unabhängig davon, ob einen Kaffee über die Theke wachend
                        0:40:17–0:40:22
                        hat oder nicht, sondern einfach nur als ein klares Ja zu dieser Unternehmerin.
                        0:40:22–0:40:26
                        Ein klares Ja, ich möchte, dass es dich und dieses Projekt hier gibt.
                        0:40:27–0:40:30
                        Ich möchte es mit möglich machen, unabhängig davon, ob ich jetzt was kaufe und
                        0:40:30–0:40:31
                        diesen Ort wirklich nutze oder so.
                        0:40:32–0:40:37
                        Und das ist was, das hat sich so tief auch in mich eingepeikt und jetzt kann
                        0:40:37–0:40:40
                        man sagen, naja, es ist ja noch so weit entfernt von Schenkökonomie,
                        0:40:40–0:40:44
                        weil in diesem Projekt zum Beispiel haben wir diese Soli-Beiträge und wir haben noch Gutscheine.
                        0:40:45–0:40:49
                        Und die machen aber einen riesigen Unterschied, weil dieser Soli dieses Ja ist,
                        0:40:49–0:40:52
                        dieses klare Grundrauschen und die Gutscheine auch.
                        0:40:52–0:40:55
                        Da gibt es zwar noch einen Gegenwert, nämlich der Kaffee, der gemacht wird,
                        0:40:56–0:41:01
                        aber es ist etwas, auf was ich mich verlassen kann als Unternehmerin.
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                        Und das macht so viel anders.
                        0:41:03–0:41:07
                        Und das ist sowas, was ich so gerne mitgebe von, das ist richtiger,
                        0:41:07–0:41:11
                        tiefer, echter Wandel, der da passiert durch das, dass wir hier was umdrehen.
                        0:41:12–0:41:15
                        Genau, das ist richtig wichtig auch noch zu benennen, dass die Scham nicht nur
                        0:41:15–0:41:18
                        auf der einen Seite, sondern auch auf der anderen Seite ist.
                        0:41:18–0:41:21
                        Und die ist ja vielschichtig, die Scham.
                        0:41:21–0:41:26
                        Es gibt ja, also nicht alle Menschen, die sich für solidarisches Wirtschaften
                        0:41:26–0:41:29
                        entscheiden, sind sozusagen in der Marktwirtschaft gescheitert.
                        0:41:29–0:41:32
                        Manche sagen einfach, hey, ich habe da keinen Bock mehr drauf.
                        0:41:33–0:41:38
                        So habe ich das auch gemacht, als ich meine Kontaktkurse umgestellt habe.
                        0:41:38–0:41:42
                        Das ging so, aber ich hatte keinen Bock mehr drauf, auch mit Leuten zu verhandeln,
                        0:41:42–0:41:46
                        ob sie jetzt den Frühbucher, also Frühbucher was und die Macht über Geld ausüben.
                        0:41:47–0:41:48
                        Ich hätte da keinen Bock mehr drauf.
                        0:41:49–0:41:54
                        So, genau. Also nicht alle sind gescheitert, sondern manche machen das einfach
                        0:41:54–0:41:56
                        auch aus tiefster Überzeugung.
                        0:41:56–0:42:03
                        Aber der nächste Schampunkt kommt ja an der Stelle, wo ich sagen soll, wie viel ich brauche.
                        0:42:04–0:42:09
                        Und ich kenne die Scham, ich mache eigentlich fast immer Brot- und Kuchenbeträge,
                        0:42:09–0:42:11
                        wenn ich sozusagen meine Seminare
                        0:42:11–0:42:16
                        über Beitragsrunden finanziere und der Brotbetrag, der ist einfach.
                        0:42:17–0:42:20
                        Also einen Brotbetrag zu nennen, ja so viel brauche ich, damit ich davon leben
                        0:42:20–0:42:24
                        kann, dass es sich nicht auf die Selbstausbeutung anfühlt.
                        0:42:24–0:42:29
                        Aber einen Kuchenbetrag zu nennen, zu sagen, hey und so wird es sich richtig
                        0:42:29–0:42:34
                        satt anfühlen, das ist schon gar nicht so einfach.
                        0:42:35–0:42:39
                        Sozusagen mal zu sagen, aber was wäre denn wirklich nicht nur das Allernötigste,
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                        sondern so richtig, das ist auch bei mir schambehaftet.
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                        Und ich habe mich jetzt dabei beobachtet, dass ich einen kleinen Trick mache,
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                        ich nenne meinen Kuchenbetrag und muss aber gleichzeitig dann sagen,
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                        dass das sozusagen mein vieles Ehrenamt, was ich gerade für die Wegwarte,
                        0:42:58–0:43:02
                        für unseren Bildungsort mache, dass das das mitfinanziert. Und dann geht es so.
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                        Aber einfach nur so einen Kuchen betrachtet, das ist richtig das ist nicht so
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                        einfach und zwar ist es deswegen nicht so einfach weil wir uns ja.
                        0:43:13–0:43:18
                        Abgrenzen und abwenden wollen von Profitorienzierung, von diesem Gedanken von,
                        0:43:19–0:43:24
                        da muss aber auch richtig viel bei rumkommen und dann doch einen Betrag nennen,
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                        wo ich sage, ja, so viel wäre es, wenn da richtig viel bei rumkommt für mich.
                        0:43:31–0:43:33
                        Das ist ja komplex.
                        0:43:34–0:43:41
                        Genau, und dann gibt es ja auch noch diesen Scham-Moment, wenn ich dann erzähle, hey Leute,
                        0:43:42–0:43:47
                        es braucht, dass ihr mehr beitragt, als der Preisvergleich mit der Aldi-Karotte,
                        0:43:47–0:43:50
                        sage ich jetzt mal so, dann fühlt sich das ja manchmal ein bisschen an,
                        0:43:50–0:43:53
                        wie den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, indem ich sage,
                        0:43:53–0:43:56
                        hey, das reicht übrigens nicht.
                        0:43:56–0:44:00
                        Auch der Moment ist ja schambehaft. Und das ist spannend.
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                        Die Einbettung ins große Ganze, die hilft.
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                        Und trotzdem bin ich ja gerade diejenige, die das macht, dass die Leute sich
                        0:44:11–0:44:17
                        überlegen, ob sie nicht mehr beitragen könnten.
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                        Ja, das müssen wir alles benennen, was es da zu lernen gibt.
                        0:44:24–0:44:28
                        Dann Heike, ich habe noch eine Frage an dich.
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                        Ich habe aus deinem Film mitgenommen, da erzählst du auch,
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                        du bist bei der Solavi und beim Gemüseanbau und sagst auch, dass wir anfangen dürfen,
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                        eben nicht mehr die Karotte mit der Karotte zu vergleichen, sondern auch irgendwie
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                        anfangen zu begreifen, zu verstehen, dass es gar nicht nur um diese Karotte
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                        geht oder auch nicht nur um die Gemüsekiste, sondern um viel näher.
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                        Nämlich diesen Acker so zu bewirtschaften, dass er eigentlich sogar nach der
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                        Ernte, in Anführungsstrichen, dass es ihm gesünder geht oder besser geht,
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                        dass wir Boden aufbauen.
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                        Und das ist auch etwas, mit dem ich versuche auch zu spielen jetzt in den Projekten,
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                        wo es eben nicht um den Acker geht.
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                        Und das ist etwas Spannendes, was wir von Mycenaum machen. Wir versuchen eben
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                        die Solavie eben nicht mehr, in Anführungsstrichen, nur auf den Acker zu übertragen,
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                        also dort im Gemüsebau zu arbeiten, sondern das wirklich auf andere Projekte zu übertragen.
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                        Und da fehlen manchmal noch so ein bisschen die Worte.
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                        In der Landwirtschaft kann ich sagen, es geht um den Boden und den Boden wieder
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                        regenerativ zu gestalten und so weiter.
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                        Kannst du uns da nochmal so ein bisschen was vielleicht an die Hand geben?
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                        Weil zum Beispiel in diesem Café, da geht es,
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                        da ernten wir gemeinsam was ganz anderes, nämlich Momente, wo wir zusammen sind,
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                        wo wir uns wieder kennen, wo wir merken, dass mein Nachbar vielleicht gerade
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                        Hilfe braucht, weil ich ihn frage, wie es ihm geht und so weiter.
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                        Also da ist die Ernte und das, mit was wir arbeiten, ist so ein bisschen abstrakter
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                        auf irgendeine Art oder eben mehr auf dieser Beziehungsebene ganz viel.
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                        Vielleicht kannst du uns da nochmal ein bisschen was erzählen.
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                        Also ich glaube, die Grundidee ist, der Schlüssel ist, dass wir uns nochmal
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                        klar machen, wie umfassend dieses andere Wirtschaften ist.
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                        Und bei der Solawi, wenn wir jetzt nochmal den Vergleich machen,
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                        ist es nicht so, dass ich halt auf andere Weise mein Gemüse beziehe,
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                        sondern, das tue ich auch, aber das ist eher der schöne Nebeneffekt.
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                        Sondern was ich tue, ist, ich trage mit meinen finanziellen Mitteln dazu bei,
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                        dass etwas passiert, das ich in der Welt sehen möchte.
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                        Und das ist dann wirklicher Ausstieg aus Tauschlogik.
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                        Ich merke, da passiert was, von dem ich möchte, dass es passiert.
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                        Und dann könnte ich so, also in dieser Denke macht es sogar Sinn,
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                        eine Solavi zu unterstützen, wenn ich, weil ich so viel reise oder weiß ich
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                        nicht was, Und das gar nicht richtig nutzen kann.
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                        Also diesen Gedanken mal konsequent zu Ende gedacht. Ich möchte,
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                        dass da, wo ich lebe und überall in der Welt, aber fangen wir mal da an,
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                        wo ich lebe, Boden so bewirtschaftet wird, dass er Wasser speichern kann,
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                        dass er nicht ausgebeutet wird, dass er zu einem guten Klima beiträgt,
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                        dass die Mykorrhiza sich entwickeln kann und so weiter.
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                        Also all das, sage ich, ist mir umfassend so wichtig, dass ich meinen finanziellen
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                        Beitrag leisten möchte, dass das passiert.
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                        Und dann gibt es da eben auch noch Karotten und rote Beete und Mangold auch.
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                        Und übertragen bedeutet das ja auch, ich möchte Boden bereiten und Kultur schaffen, Vielen Dank.
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                        Und das geht nur in der Tiefe, wenn wir auch die Art und Weise,
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                        wie da mit Geld hantiert wird, in diesem Kontext verändern.
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                        Das heißt, es geht darum, dass ich einen finanziellen Beitrag leiste zu etwas,
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                        was ich in der Welt sehen möchte.
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                        Und da kann ich vielleicht jetzt auch mal ein ganz konkretes Beispiel nehmen.
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                        Die Wegwarte dieser Ort, den wir hier aufbauen, das war uns ganz klar,
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                        dass wir nicht Bankkredite haben wollen.
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                        Und wir haben in die Welt gefragt, habt ihr Lust, das zu unterstützen und das
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                        zu merken, wie viele Leute sagen, das ist richtig sinnvoll, was ihr da macht.
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                        Dann nehme ich mein Geld, statt es auf der Bank liegen zu lassen,
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                        und halte dadurch, dass ich euch einen Kredit gebe, meine Hand unter dieses Projekt.
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                        Und auf diese Art und Weise konnten wir ohne Bankbeteiligung,
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                        ohne dass wir jetzt massenhaft Zinsen zahlen müssen, ein riesiges Haus kaufen.
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                        Das ist richtig groß, das Haus.
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                        Und das macht einen Unterschied. Unser Hiersein macht einen Unterschied zu wissen,
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                        dass all diese Hände da da sind.
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                        Also dieser Unterschied von Gewolltsein, das ist nicht unser Privatspinner die
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                        Idee, sondern da haben richtig viele Leute gesagt, ja, tut das bitte.
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                        Und das ist ja das, was kulturbildend und kulturermöglichend ist.
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                        Und die haben da alle nichts davon im Sinne von eine Karotte bekommen,
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                        um mal bei der Karotte zu bleiben.
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                        Was sie davon haben, ist zu wissen, es gibt jetzt dann einen Ort, wo Menschen, die...
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                        Zur Transformation, zum gesellschaftlichen Wandel beitragen wollen,
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                        einen Ort haben und nicht mehr allein sind in ihrer Suche danach,
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                        wie ihr Beitrag aussehen kann und wie sie wirkmächtig werden können.
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                        Und das ist genau das.
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                        Also beitragen zu dem, was ich in der Welt sehen möchte.
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                        Ich möchte mal noch eine,
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                        Erfahrung teilen, die ich so gemacht habe und die mich beschäftigt seitdem.
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                        Wir haben am einen Beitragsabend so eine Murmelrunde gemacht,
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                        also nicht im, man hat gemurmelt, sondern jeder hatte eine Murmel,
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                        eine Kugel und durfte die in eine Schüssel legen und eine schöne Erfahrung teilen,
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                        die man gemacht hat an dem Ort und wozu man beitragen will an diesem Ort.
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                        Es war voll schön, es war richtig schön von allen zu hören und ich glaube alle
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                        fanden es schön, dann haben wir diese Beitragsrunde gemacht und danach war aber
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                        so ein Fazit von einem Teilnehmenden, er hat sich so hinten rumgehoben gefühlt.
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                        Also er hat sich manipuliert gefühlt und das ist ja ein Gefühl,
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                        was ich furchtbar finde, das wollte ich nicht auslösen.
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                        Man ist es so gewohnt heute eigentlich in der Gesellschaft, dass man von allen
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                        Seiten manipuliert wird.
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                        Also diese ganzen Dinge zu sagen, hey, es geht um fruchtbare Böden und um die
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                        Welt und hier um Zusammenhalt und Gemeinschaft und am Ende nimmt es jemand wahr,
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                        dass wir ihm das alles nur sagen,
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                        um an sein Geld zu kommen, also ihn so zu manipulieren und ich glaube,
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                        ich habe es für mich recht klar, dass es nicht Manipulation war,
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                        weil ich ja meine Ziele offengelegt habe,
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                        und auch dazu eingeladen habe, auch weniger zu geben,
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                        Aber genau, ich wollte mal fragen, ob euch das auch schon passiert ist und wie
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                        ihr damit umgegangen seid oder was da vielleicht auch gute Wege sind,
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                        damit die Leute sich wirklich,
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                        also wirklich einen Zugang zu Selbstbestimmung und Verantwortung und Freiheit
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                        und so weiter bekommen und sich nicht so manipuliert fühlen. Weiß ich nicht.
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                        Ja, da würde ich sehr gerne was zu sagen, weil auch da wieder braucht es ja
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                        den Hintergrund, woher wir kommen.
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                        Wir kommen aus einer extrem manipulativen Kultur.
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                        Also wir werden in der Schule ständig dahin manipuliert, Dinge zu tun,
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                        die wir gar nicht tun wollen,
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                        weil wir Belohnungen, sei es nur in Form von Noten oder den Ausblick auf eine
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                        erfolgreiche Zukunft, so als, genau, wie zum Beispiel der Karotte,
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                        da so vorne hingehängt bekommen und dahinter herhecheln.
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                        Und wir haben ja systematisch abgewöhnt bekommen, zu gucken,
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                        was ist denn eigentlich das, was ich möchte und auch, was ist denn das,
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                        wozu ich beitragen möchte.
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                        Und diese intrinsische Motivation für unser
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                        Handeln, die ist uns richtig abhandengekommen durch die Art und Weise,
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                        wie wir ständig in irgendwas hineingelabert und manipuliert werden,
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                        was gar nicht unseres ist.
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                        Und deswegen ist das Manipuliertwerden tief in uns eingeschrieben als Erfahrung.
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                        Und wenn ich dann ein bisschen das überhaupt durchschaue, dass das so ist,
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                        dann läuten meine Alarmglocken überall.
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                        Das ist dann wie eine Traumastelle.
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                        Natürlich. Und dann ist es ja auch richtig,
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                        wenn Menschen da sagen, hey, ich fühle mich da hinmanipuliert.
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                        Und genauso wie du sagst, ich glaube, das Einzige, was hilft,
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                        ist transparent zu sein und wieder zu sagen, hey, das könnte jetzt so ankommen wie,
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                        ich will euch irgendwie da so in so eine ethische Verantwortung gerade nehmen
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                        und dann könnt ihr nicht anders als eure Geldbeute zücken.
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                        Und wie das Gegengift erstens zu benennen und zweitens, wie du schon sagst,
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                        auch zu sagen und es ist auch eine Einladung zum Wenigergeben.
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                        Ich habe mal eine Beitragsrunde gemacht, da ging es nur um einen Workshop,
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                        einen Workshop einer Uni, der sozusagen von der Uni organisiert wurde,
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                        aber mit Beitragsrunde finanziert wurde.
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                        Und wir haben die Räumlichkeiten bekommen und dann habe ich die Beitragsrunde
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                        gemacht und hatte das Gefühl, es ist eh schon so satt.
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                        Wir müssen die Räume gar nicht finanzieren.
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                        Es ist eh schon so satt. Und es waren so ganz unterschiedliche Leute da.
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                        Also junge Menschen, die wirklich sehr prekär aussahen.
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                        Wobei man es ja auch nicht allen Leuten an der Nasenspitze ansehen kann, wie viel Geld sie haben.
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                        Und so gesetztere mittelalterliche Damen, die mein Buch gelesen hatten und denen
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                        du es auch von ihrer Kleidung ansehen konntest, dass sie Geld haben.
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                        Und ich habe da so richtig weit ausgeholt, was Beitragsrunden eigentlich sind
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                        und habe gesagt, und wenn du merkst, dass du total...
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                        Zu den weniger Privilegierten gehörst, dann kann so eine Beitragsrunde auch
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                        eine Wiedergutmachung für all diesen Schmerz und all dieses weniger Privilegiertsein sein.
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                        Und wenn du das Gefühl hast, dass das eine hilfreiche Erfahrung ist,
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                        dann schreib einen Minusbetrag auf.
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                        Schreib einen Minusbetrag auf. Und das geht natürlich nicht immer,
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                        aber in diesem Moment ging das, weil eigentlich das ganze Setting so satt war,
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                        dass ich sagen konnte, und wenn du dir lieber was rausnehmen willst,
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                        weil das eine Erfahrung ist, die gerade die heilsamste ist, dann tu da.
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                        Und eine Frau hat das getan, also ganz wenig Geld rausgenommen,
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                        eher symbolischer Betrag, und hat danach mit der Gruppe geteilt,
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                        was das mit ihr macht, als eine Person, die wirklich super prikär aufgewachsen ist,
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                        jetzt studiert, und ständig aber ja damit,
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                        also mit Klassismus befasst ist, Nämlich, dass alle Leute aus akademischem,
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                        bürgerlichem Hintergrund kamen und überhaupt nicht verstehen,
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                        woher sie kommt, wie sich ihr Studium selbst finanziert und so weiter.
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                        Und was das für ein heilsamer Moment war, dann was aus diesem Topf rauszunehmen,
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                        auch als Wiedergutmachung, symbolische,
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                        weil überhaupt diese Beitragsrunde ein Moment ist, der Ungleichheit anerkenn.
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                        Und ich glaube, wenn wir das so weiten, und ich weiß, das geht nicht immer.
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                        Oder wenn wir auf jeden Fall diese Geschichte erzählen, dass eine Beitragsrunde auch das kann,
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                        dann kommen wir so ein bisschen aus diesem Verdacht raus, dass wir ja nur all
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                        diese ethisch-moralischen Dinge erzählen, um auf die Tränendrüse zu drücken
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                        und Menschen das Geld machen.
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                        Und allein schon, wenn du es bei einer Beitragsrunde benennst,
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                        dass das so ankommen kann, ist das schon die halbe Miete, glaube ich.
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                        Ich hätte noch eine Frage, weil wir uns Richtung Ende des Gesprächs bewegen, würde ich mal sagen.
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                        Da habe ich noch Fragen, die ich loswerden muss. Wir machen das ja oft für ein
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                        Jahr lang mit den Unternehmerinnen oder zumindest für ein halbes Jahr.
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                        Also eine Beitragsrunde für einen langen Zeitraum.
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                        Bei dir habe ich oft gehört, dass du es auch einfach pro Veranstaltung machst.
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                        Wir machen meistens drei Beitragsrunden an einem Abend für dieses Jahr,
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                        weil es ja um eine längerfristige Verpflichtung geht, die man sich selbst gibt und der Unternehmerin.
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                        Und ich wollte mal deine Erfahrungen hören. Wie viel Zeit brauchst du ein für
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                        so eine Beitragsrunde? Wie viele Runden machst du?
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                        Was sind da deine Erfahrungen und Tipps?
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                        Auch unterschiedlich, je nachdem, wie viel Zeit ich habe.
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                        Ganz oft, wenn es so ein Wochenend-Workshop ist, den ich gebe,
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                        dann sind die Leute manchmal irritiert, wenn ich sage, ja und der Sonntagvormittag
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                        oder der Sonntagnachmittag ist für die Beitragsrunde. Wie, wie, so lange Zeit?
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                        Und dann ist es erst wie, das geht uns alles von unserer kostbaren Workshop-Zeit
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                        ab, dass wir uns mit Geld beschäftigen müssen.
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                        Und danach sind immer alle versöhnt, weil wir so viel gelernt haben.
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                        Ich mache meistens zwei bis drei Runden.
                        0:58:13–0:58:18
                        Die erste Runde ist eine Runde, in der ich den Bedarf überhaupt nicht transparent mache.
                        0:58:19–0:58:24
                        Also in der ersten Runde schreibe ich nur auf, das muss davon finanziert werden.
                        0:58:25–0:58:33
                        Also Räume, Fahrtkosten, Material, Honorar, Essen, Übernachtung,
                        0:58:33–0:58:35
                        was weiß ich, je nachdem, was so war.
                        0:58:35–0:58:40
                        Und dann sage ich, das finanzieren wir gerade und jetzt gib doch mal so ein
                        0:58:40–0:58:42
                        Bauchgefühl, so ein Bauchbetrag.
                        0:58:42–0:58:44
                        Was kannst du gut beitragen?
                        0:58:45–0:58:51
                        Und dann wird veröffentlicht der Faktor.
                        0:58:51–0:58:55
                        In dieser Runde gab es diesen und jenen Faktor und der Betrag.
                        0:58:55–0:59:01
                        Dann wird erst veröffentlicht, was ist denn, wenn wir jetzt hinter die Posten
                        0:59:01–0:59:06
                        Zahlen schreiben, was ist denn das, was wir brauchen? und da gibt es meistens
                        0:59:06–0:59:09
                        ein Brot und einen Kuchenbetrag.
                        0:59:10–0:59:16
                        Der da rauskommen kann. Meistens ist dann der, bewegt sich dann der erste Beitrag
                        0:59:16–0:59:19
                        irgendwo dazwischen oder so knapp über dem Brot gepackt.
                        0:59:19–0:59:24
                        Dann haben die Leute eine Klarheit und dann verändert sich tatsächlich nochmal richtig viel.
                        0:59:25–0:59:29
                        Also Menschen trauen sich weniger zu geben, weil sie merken,
                        0:59:29–0:59:32
                        oh es reicht, ja und vielleicht muss ich mich nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnen.
                        0:59:32–0:59:36
                        Und andere sagen, boah, ich habe ja eigentlich viel Geld und der Bittung noch
                        0:59:36–0:59:40
                        weit vom Kuchenbetrag entfernt und verdoppeln dann zum Beispiel.
                        0:59:40–0:59:42
                        Also das gibt es dann alles.
                        0:59:42–0:59:44
                        Der Faktor verändert sich meistens dadurch.
                        0:59:45–0:59:51
                        Und wenn es tatsächlich so ist, dass dann der Brotbetrag noch nicht erreicht
                        0:59:51–0:59:52
                        ist, dann machen wir eine dritte Runde.
                        0:59:53–0:59:56
                        Das ist aber eigentlich nie so.
                        0:59:57–0:59:59
                        Neulich haben wir eine dritte Runde gemacht, weil einer gesagt hat,
                        1:00:00–1:00:02
                        mir reicht das noch nicht. Ich will näher an den Kuchenbetrag,
                        1:00:02–1:00:03
                        lass uns nochmal bieten.
                        1:00:04–1:00:10
                        Ich will jetzt nochmal bieten. Und dann ist es wichtig zu sagen,
                        1:00:10–1:00:14
                        hey, und das bedeutet nicht, dass du mehr geben musst, aber es gibt eine Person,
                        1:00:14–1:00:15
                        die möchte mehr beitragen.
                        1:00:16–1:00:19
                        Das können wir auch einfach dadurch lösen, dass sie mehr in den Topf tut.
                        1:00:19–1:00:21
                        Wir müssen nicht eine neue Runde machen, aber so.
                        1:00:21–1:00:25
                        Also das ist das, wie ich das mache.
                        1:00:26–1:00:29
                        Und ich mache zum Beispiel immer, wenn wir zusammenrechnen, nochmal Flüsterrunden.
                        1:00:30–1:00:35
                        Also immer, wenn wir gerade rechnen, sind die Leute nochmal in Diaden oder Triaden
                        1:00:35–1:00:37
                        und erzählen sich, oh, und das passiert jetzt gerade.
                        1:00:38–1:00:44
                        So, und was ich in letzter Zeit immer mehr mache, ist, dass ich das Ganze somatisch einbette.
                        1:00:44–1:00:47
                        Wenn ich somatische Workshops gebe, dann gehe ich,
                        1:00:48–1:00:51
                        also für all diejenigen, die Leute, die nicht wissen, was somatisch heißt,
                        1:00:51–1:00:58
                        Das bedeutet eine Beschäftigung mit unserer Körperlichkeit, die den Körper nicht
                        1:00:58–1:01:00
                        von außen betrachtet, sondern von innen.
                        1:01:00–1:01:04
                        Also wie fühlt sich mein Körper denn als Organismus von innen an?
                        1:01:06–1:01:12
                        Und da ich aus der Kontaktimposition komme und die Kontaktimposition basiert
                        1:01:12–1:01:17
                        auf Lehnen, das ist ein Grundprinzip, dass wir zueinander hinlehnen.
                        1:01:18–1:01:24
                        Und dieses Lehnen bedeutet, ich kann nur lehnen, weil du auch lehnst.
                        1:01:24–1:01:28
                        Wenn du nicht mehr lehnst, also wenn du dich mir nicht mehr zumutest mit dem,
                        1:01:28–1:01:32
                        was du gerade bist, dann kann ich auch mich nicht mehr zumuten.
                        1:01:32–1:01:36
                        Das ist eine richtig krasse somatische Erfahrung, zu merken,
                        1:01:36–1:01:43
                        wir müssen uns beide zumuten mit dem, wie wir gerade sind, damit hier was Sattes passieren kann.
                        1:01:43–1:01:50
                        Und wenn ich irgendwie Zeit habe, dann arbeite ich auch mit dieser Erfahrung von Lehnen,
                        1:01:50–1:01:58
                        sodass das nicht nur ein Denken ist und dass wir nicht nur unseren Verstand
                        1:01:58–1:02:02
                        mitnehmen und, wenn es gut geht, unser Herz,
                        1:02:02–1:02:07
                        sondern auch zellulär erfahren, was das eigentlich gerade ist.
                        1:02:07–1:02:14
                        Denn das ist ja was, was wir wirklich verlernt haben, uns in diese Fülle des
                        1:02:14–1:02:21
                        Lebensgewebes hineinzulehnen und zu merken, ich bin getragen, ich bin versorgt.
                        1:02:21–1:02:24
                        Das klingt ganz oft so kitschig, aber so ist das.
                        1:02:24–1:02:33
                        Wir sind eingebettet in das Prinzip Leben, aber statt zu feiern,
                        1:02:33–1:02:35
                        dass das so ist und uns da so hinein zu entspannen,
                        1:02:36–1:02:39
                        gehen wir immer wieder in so ein Hux, ich muss das alleine können,
                        1:02:39–1:02:43
                        ich muss mich anstrengen damit und wenn ich mich nicht anstrenge, kommt eh nicht.
                        1:02:43–1:02:49
                        Und das körperlich zu erfahren, macht man nicht einen Unterschied, ist meine Erfahrung.
                        1:02:50–1:02:55
                        Nochmal eine kurze Verständnis-Nachfrage, Frank. Aber du sagst beim ersten Mal,
                        1:02:55–1:02:59
                        sagst du nur sozusagen, was ist inhaltlich passiert, was muss inhaltlich davon
                        1:02:59–1:03:02
                        sozusagen, also nur was haben wir gemeinsam erlebt, was wird davon finanziert
                        1:03:02–1:03:04
                        auf einer inhaltlichen Ebene?
                        1:03:05–1:03:09
                        Und erst nach der zweiten Runde sagst du, machst du die Betriebskosten überhaupt transparent?
                        1:03:10–1:03:10
                        Ja.
                        1:03:11–1:03:19
                        Spannend. Und dein Brot- und Kuchenbetrag sind auch wirklich keine Richtwerte
                        1:03:19–1:03:24
                        auf der individuellen Ebene, sondern für das Gesamtprojekt, sage ich mal,
                        1:03:24–1:03:25
                        was davon finanziert wird.
                        1:03:26–1:03:30
                        Nee, das ist unterschiedlich, je nachdem, wo ich bin und in welchem Kontext.
                        1:03:30–1:03:33
                        Also angenommen, wir sind zu dritt im Team.
                        1:03:35–1:03:40
                        Und unterrichten zu dritt, dann kommen wir alle mit unterschiedlichen Brot-
                        1:03:40–1:03:41
                        und Kuchenbeträgen, weil wir ja
                        1:03:41–1:03:44
                        unterschiedlich genährt sind schon von den anderen Dingen, die wir machen.
                        1:03:45–1:03:48
                        Und manche Menschen haben Kinder zu versorgen und manche nicht.
                        1:03:49–1:03:52
                        Deswegen kommen wir alle mit unterschiedlichen Brot- und Kuchenbeträgen.
                        1:03:52–1:03:54
                        Das ist schon auch individuell.
                        1:03:54–1:04:01
                        Und wenn wir in der Wegwarte Seminare machen, dann sagen wir auch, was wir brauchen.
                        1:04:01–1:04:04
                        Und das wird auch so sein, wenn wir unsere Ausbildung finanzieren.
                        1:04:04–1:04:09
                        Und sagen wir, wir brauchen das und das Geld, um hier gut sein zu können.
                        1:04:10–1:04:14
                        Ja, genau, voll. Und auf der anderen Seite, aber ich dachte,
                        1:04:14–1:04:20
                        da ist dann jetzt ein Seminar mit ein paar Materialkosten, aber vor allem geht
                        1:04:20–1:04:25
                        es um das, was die Person am Ende braucht, genau, um das Honorar.
                        1:04:25–1:04:29
                        Aber wir geben ja oft, wenn wir Beitragsrunden machen, auch sozusagen noch einen
                        1:04:29–1:04:31
                        Richtwert an die Mitglieder draußen.
                        1:04:32–1:04:35
                        Also sozusagen, wie viel brauchen wir von jeder Person?
                        1:04:36–1:04:41
                        Ganz oft werde ich eingeladen. Also ich werde eingeladen von Organisation so
                        1:04:41–1:04:43
                        und so, kann so einen Workshop für uns machen.
                        1:04:43–1:04:46
                        Und inzwischen sage ich auch, ja, ich mache es aber nur mit Beitragsrunde.
                        1:04:46–1:04:47
                        Ich mache es nicht mehr anders.
                        1:04:48–1:04:52
                        Und dann gibt es erst mal richtig viel Auseinandersetzung. Oh,
                        1:04:52–1:04:55
                        trauen wir uns das? Das passiert dann erst mal.
                        1:04:55–1:04:58
                        Und dann sage ich, ja, dann geht es halt nicht.
                        1:04:58–1:05:02
                        Wenn du dir das nicht traust, dann geht es nicht. Ich begleite mich gerne darin,
                        1:05:02–1:05:05
                        wie wir es möglich machen, aber ich will keine festen Preise mehr.
                        1:05:05–1:05:09
                        Das mache ich nicht mehr. Eben aus diesem Ausschlussgrund. Ich will niemanden ausschließen.
                        1:05:10–1:05:12
                        Und dann gibt es eine Auseinandersetzung, wie machen wir das?
                        1:05:13–1:05:16
                        Und dann kommen die Leute dahin.
                        1:05:16–1:05:22
                        Und dann gibt es Leute, die so ängstlich sind, dass sie dann vorher einen Richtwert veröffentlichen.
                        1:05:23–1:05:27
                        Weil sie auch sagen, wir können doch nicht den Leuten gar nichts sagen.
                        1:05:27–1:05:28
                        Und ich sage, doch, das können wir schon.
                        1:05:29–1:05:32
                        Das ist immer eine Verhandlung. Aber am liebsten ist es mir,
                        1:05:32–1:05:34
                        es gibt keinen richtigen.
                        1:05:35–1:05:39
                        Und deswegen mache ich ja auch nicht dieses Veröffentlichen der Zahlen,
                        1:05:40–1:05:42
                        damit die Leute nicht doch im stillen Kämmerlein rechnen.
                        1:05:42–1:05:49
                        Ah, wir müssen 8000 Euro hier zusammenbringen, hier sind 20 Leute, bedeutet da, da, da.
                        1:05:50–1:05:55
                        Genau, das mache ich deswegen nicht, damit wir nicht so viel rechnen.
                        1:05:56–1:06:00
                        Und dann können wir immer noch rechnen, wenn wir rechnen wollen, wenn die Gelder da sind.
                        1:06:01–1:06:05
                        Also wenn dann die Zahlen transparent sind. Und ich glaube, es ist richtig wichtig,
                        1:06:06–1:06:09
                        immer wieder zu gucken, wo stehen wir, was trauen wir uns schon.
                        1:06:09–1:06:15
                        Und ich habe jetzt so, so, so viele Jahre Erfahrung mit Beitragsrunden und mit
                        1:06:15–1:06:18
                        solidarischen Wirtschaften auf alle möglichen Ebenen.
                        1:06:18–1:06:22
                        Ich habe so ein tiefes Vertrauen, dass das Geld zusammenkommt,
                        1:06:22–1:06:25
                        weil es mir noch nie passiert ist, dass es nicht zusammenkommt.
                        1:06:26–1:06:30
                        Dass ich das alles nicht brauche, aber das heißt nicht, dass man es generell
                        1:06:30–1:06:35
                        nicht braucht, sondern lasst uns doch alle reinwachsen in diese Zuversicht,
                        1:06:35–1:06:37
                        dass das Geld zusammenkommt.
                        1:06:37–1:06:41
                        Und ich mag auch gar nicht verschweigen, dass ich das Privileg habe,
                        1:06:41–1:06:45
                        einen gewissen Namen zu haben und auch deswegen Geld zu mir fließt,
                        1:06:45–1:06:51
                        weil mein Name da irgendwas macht mit den Leuten, dass sie aus Dankbarkeit nochmal,
                        1:06:51–1:06:54
                        dass sie dieses Buch gelesen haben und dann wollen sie es nochmal.
                        1:06:54–1:06:56
                        Da fließt sowas großzügiger.
                        1:06:56–1:06:59
                        Da will ich überhaupt gar keinen Hehl draus machen, dass das,
                        1:06:59–1:07:05
                        wie ich das mache und wie ich das erlebe, ich möchte nicht behaupten, das geht für alle.
                        1:07:05–1:07:12
                        Aber ich möchte Menschen ermutigen, immer wieder neu zu probieren.
                        1:07:12–1:07:17
                        Wo können wir denn jetzt in dieser nächsten Beitragsrunde noch ein bisschen mutiger sein?
                        1:07:18–1:07:22
                        Und aber gucken, was brauche ich für meine Sicherheit und wo kann ich mutig sein?
                        1:07:23–1:07:26
                        Ich glaube, das nehme ich gerade auch ganz arg mit, was du sagst,
                        1:07:26–1:07:31
                        dass wir einfach gemeinsam da auf einem Weg sind und jeder noch so kleine oder
                        1:07:31–1:07:35
                        große Schritt uns eben weiter, in Anführungsstrichen, hineinwachsen lässt in
                        1:07:35–1:07:37
                        diese andere Art des Wirtschaftens.
                        1:07:37–1:07:41
                        Und da gibt es eben kein How-to und kein, also im Sinne von,
                        1:07:42–1:07:46
                        du musst das und das machen und dann so funktioniert es, sondern es gibt wirklich
                        1:07:46–1:07:49
                        ein, sich einfach mit sich beschäftigen und mit dieser Gemeinschaft,
                        1:07:49–1:07:51
                        die da zusammenkommt und gemeinsam
                        1:07:51–1:07:54
                        auch gucken, was da eigentlich so möglich ist und was da passiert.
                        1:07:54–1:07:58
                        Und was ich eben nochmal ganz arg so mitnehme von dir jetzt,
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                        ist, dass es vielleicht auch gerade in dieser Zeit darum geht,
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                        irgendwie so eine Resonanz dafür zu kriegen, so ein Gewolltsein zu bekommen
                        1:08:08–1:08:09
                        und zu erfahren, vielleicht auch von anderen.
                        1:08:10–1:08:13
                        Und dass Beitragsrunden uns vielleicht auch genau das schenken können,
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                        weil wir zusammenkommen und Menschen Ja sagen und sei der Beitrag noch zu klein
                        1:08:18–1:08:22
                        oder groß, sozusagen der finanzielle Beitrag, es ist ein Beruf,
                        1:08:22–1:08:24
                        was in den Wald hinein und es kommt was zurück.
                        1:08:24–1:08:27
                        Und damit dürfen wir dann gehen und dürfen wir arbeiten.
                        1:08:27–1:08:31
                        Und vielleicht geht es gerade darum, dass wir Hände spüren, die uns eben tragen
                        1:08:31–1:08:32
                        und wir nicht alleine sind.
                        1:08:33–1:08:37
                        Da mag ich noch was sagen. Also es ist wichtig, diesen Prozess transparent zu machen.
                        1:08:38–1:08:40
                        So würde ich das mal zusammenfassen, was du gerade gesagt hast.
                        1:08:40–1:08:41
                        Also dass wir da alle lernen.
                        1:08:42–1:08:46
                        Und auch richtig cool, wenn Leute sagen, boah, und für mich ist das übrigens
                        1:08:46–1:08:48
                        auch aufregend, wenn ich eine Beitragsrunde leiste.
                        1:08:48–1:08:54
                        Und dann gilt es nochmal an zu erkennen, dass sich Menschen unterschiedlich
                        1:08:54–1:08:59
                        schwer oder leicht tun, für sich und ihre Arbeit einzustehen.
                        1:08:59–1:09:05
                        Und deswegen ist es auch richtig gut, nochmal zu gucken, wenn ich eine Beitragsrunde
                        1:09:05–1:09:08
                        für mein Unternehmen mache, will ich die selber moderieren.
                        1:09:08–1:09:16
                        Oder wir haben jetzt für die Solavis die Idee entwickelt, dass die in so einem
                        1:09:16–1:09:18
                        Reigen sich gegenseitig moderieren.
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                        Ich mache deine, du machst so, weil man kann viel, also die meisten Menschen
                        1:09:23–1:09:28
                        können viel, viel besser sagen, hey, schaut mal, was die hier für eine geile
                        1:09:28–1:09:31
                        Arbeit machen, als dass sie sich hinstellen und sagen, hey, schaut mal,
                        1:09:31–1:09:33
                        was ich hier für eine geile Arbeit mache.
                        1:09:33–1:09:37
                        Und das ist ja eigentlich total easy zu sagen,
                        1:09:37–1:09:41
                        hey, solidarisch wirtschaften, Die Betriebe, die tun sich zusammen und moderieren
                        1:09:41–1:09:48
                        sich gegenseitig ihre Beitragskunden oder holen sich einen großen Fan dieses
                        1:09:48–1:09:53
                        Betriebs oder dieser Arbeit und sagen, da könntest du die Beitragskunden.
                        1:09:54–1:09:55
                        Das ist ja alles möglich.
                        1:09:56–1:09:59
                        Was für eine schöne Idee. Also auch weil dann die Menschen sich so ein bisschen
                        1:09:59–1:10:01
                        zurücklehnen dürfen, um die es da eigentlich geht.
                        1:10:01–1:10:05
                        Und dieses Projekt darf auch wieder, also auch da wieder nicht finanziell nur
                        1:10:05–1:10:11
                        in eine empfangende Rolle gehen, sondern auch sozusagen jemand anderes gestaltet
                        1:10:11–1:10:13
                        diesen Abend für mich und schenkt ihn mir sozusagen.
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                        Und das Ergebnis ist dann auch noch eine Sicherheit, eine finanzielle Sicherheit.
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                        Schön, Hannah, nochmal zurück zu dir für die Abschlussworte vielleicht.
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                        Ja, wir sprechen ja die ganze Zeit über gelingende Beitragsrunden und deshalb
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                        will ich es mir nicht nehmen lassen, euch herzlich einzuladen zu unserer ersten,
                        1:10:31–1:10:36
                        hoffentlich gelingenden Beitragsrunde für das MYZELIUM-Ökosystem und zwar am 20.
                        1:10:37–1:10:40
                        September in Koblenz an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.
                        1:10:41–1:10:44
                        Man kann auch schon freitags anreisen und sonntags abreisen.
                        1:10:44–1:10:49
                        Und wir freuen uns, dass die ersten 30 Menschen auch schon Übernachtungsmöglichkeiten
                        1:10:49–1:10:50
                        haben im Studierendenhaus gegenüber.
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                        Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Studierendenverein und an die Hochschule
                        1:10:55–1:10:58
                        für Gesellschaftsgestaltung, dass sie uns dort beherbergen.
                        1:10:58–1:11:03
                        Und genau, anmelden könnt ihr euch unter MYZELIUM-ev.com.
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                        Wir würden uns sehr freuen, euch da persönlich kennenzulernen. zu lernen.
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                        Wir werden Zeit haben für unsere Beitragsrunde, aber vor allem auch Zeit haben,
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                        um uns miteinander und mit der gemeinsamen Vision,
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                        einer gemeinschaftsbasierten Wirtschaft und Gesellschaft zu verbinden und daran
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                        anzuknöpfen, wie wir sie denn auch in die Welt bringen können.
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                        Ich würde mich freuen, wenn ihr euch anmeldet und wir uns dort kennenlernen.
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                        Ja, ich will auch nochmal Danke sagen. Danke, liebe Heike, dass du uns heute hier so,
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                        irgendwie so viel geschenkt hast und nochmal so viel mehr auch Erfahrung in
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                        diesem ganzen Bereich hast und ich bin mir sehr sicher, dass wir dich wieder
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                        und wieder einladen werden, um dir zu lauschen und ganz viele einfach von dir erfahren dürfen,
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                        was dich schon so begleitet seit vielen, vielen Jahren und was für dich irgendwie
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                        schon so normal ist und du eben gehen kannst mit diesen anderen Wirtschaften,
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                        in allen Seminaren, Workshops und auch in großen Projekten.
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                        Ja, Das ist richtig schön. Vielen Dank.
                        1:12:06–1:12:08
                        Ja, danke euch. Tschüss.
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                        Tschüss.
                        1:12:12–1:12:16
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                        1:12:16–1:12:21
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                        1:12:21–1:12:27
                        MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
                        1:12:27–1:12:31
                        Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
                        1:12:31–1:12:33
                        dass du heute mit dabei warst.
                        1:12:33–1:12:36
                        Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
                        1:12:36–1:12:40
                        dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
                        1:12:40–1:12:42
                        Wirtschaftens weiter zu verbreiten.

                        The post MP099 – gelingende Beitragsrunden mit Heike Pourian appeared first on MYZELIUM.

                        1 hr 13 min

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