Musik für einen Gast

Musik für einen Gast

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Musik für einen Gast episodes

  • Elke Heidenreich: «Was rettet uns, wenn nicht die Kultur?»
    Bei aller Liebe zur Literatur: Am liebsten wäre Elke Heidenreich Musikerin geworden. Schon als Kind sass sie stundenlang vor dem Radio. Klavierstunden konnte sie sich erst viel später leisten. Welche Werke sie durch ihr Leben begleiten, erzählte die Autorin und Kritikerin im Hotel Waldhaus in Sils.
    Noch heute kann Elke Heidenreich jedes Wort mitsingen, wenn «Jamaica Farewell» mit Harry Belafonte läuft - ein Sehnsuchtsstück in ihrer Kindheit im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit. Dank ihrer Mutter, die begeistert Wunschkonzerte hörte, entdeckte sie früh ihre Leidenschaft für Musik. Später, als sie als Pflegekind bei einer Pastorenfamilie lebte, sang sie im Bach-Chor mit. Und dort übte sie sich auch erstmals als Literaturkritikerin: «Samstags hat der Pfarrer uns immer seine Predigt vorgelesen, und wir durften sagen, wie wir das finden. Und er hat tatsächlich Dinge eingearbeitet, die ich als 15jähriges Mädchen gesagt habe.»
    In «Musik für einen Gast» erzählt Elke Heidenreich im Gespräch mit Irene Grüter, warum sie sich erst spät getraut hat, literarisch zu schreiben, weshalb wir der Kunst trauen sollten, und warum sie dem Alter ohne Ängste entgegenblickt.
    Die Musiktitel:
    - Harry Belafonte: Jamaica Farewell
    - Felix Mendelssohn-Bartholdy: Zion streckt ihre Hände aus, Duett aus dem Oratorium «Elias»
    (Soile Isokoski, Sopran; Monica Groop, Alt; La Chapelle Royale; Philippe Herreweghe, Leitung)
    - Christoph Willibald Gluck: «Que farò senza Euridice» aus der Oper «Orpheus ed Euridice»
    (Luciano Pavarotti, Tenor; Philharmonia Orchestra; Piero Gamba, Leitung)
    - Henry Purcell: Cold Song
    (Sting & Ensemble)
    - Franz Schubert: Ungarische Melodie D 817
    (Alfred Brendel, Klavier)
    57 min
  • Mirjam Skal: «Musik kann eine Experimentierküche sein»
    Sollte Sie bei der neuen SRF-Krimiserie «Blind» ein Schauer überkommen, liegt das womöglich an Mirjam Skal. Und an den beiden Eieruhren, die sie sich gekauft hat. Mit knapp 30 ist Skal bereits eine der gefragtesten Filmkomponistinnen der Schweiz – und bedient sich gern ungewöhnlicher Instrumente.
    Barbie und Schwanensee. Eine eher überraschende Verbindung. Und auch nicht unbedingt eine, bei der man an musikalische Frühbildung denkt. Das sagt auch Mirjam Skal. Doch damals, in den frühen Nullerjahren, als sie als kleines Mädchen mit ihrer Schwester und ihrer Cousine vor dem Fernseher sass und «Barbie of Swan Lake» schaute, sei der Moment gewesen, in dem Filmmusik ihr zum ersten Mal bewusst aufgefallen sei.
    Heute ist sie Mirjam Skals Beruf. Am diesjährigen Zürich Film Festival ist die Zürcher Komponistin gleich mit drei Produktionen vertreten, darunter «Blind», die neue SRF-Krimiserie, die dort am 27. September Premiere feiert. Doch auch an internationalen Projekten war Mirjam Skal bereits beteiligt, etwa am Soundtrack zum Hollywood-Film «Der Gesang der Flusskrebse».
    Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Mirjam Skal von ihrem Arbeitsprozess und ihrer Liebe zu kreativen, virtuellen Instrumenten. Sie beschreibt, wie eng verknüpft Klänge und Farben in ihrer Wahrnehmung sind. Und sie spricht über den Wert von weiblichen Vorbildern in einer Branche, in der die grossen Namen lange Zeit ausschliesslich Männer waren.
    «Blind» feiert am Sonntag 27. September Premiere am Zürich Film Festival. Ab 17 Uhr desselben Tages sind alle sechs Folgen der Serie als Stream auf Play SRF verfügbar.
    Die Musiktitel:
    - Mirjam Skal: BLIND –Opener / Main Theme
    - Tschaikowsky: Schwanensee
    (London Symphony Orchestra; André Previn, Leitung)
    - Jerry Goldsmith: Alien – The Alien Planet (Filmmusik)
    - Hildur Guðnadóttir: Bridge of Death (Filmmusik: Chernobyl)
    - Anúna: An Raibh Tú ag an gCarraig
    - Illumishade: Cyclone
    1 hr 1 min
  • Tamara Štajner: «Es fehlt an wütenden Frauen»
    In ihrem aktuellen Roman «Luft nach unten» beschreibt die Schriftstellerin, Musikerin und Performerin Tamara Štajner eine Frau, die so richtig schön wütend werden kann. Etwas, was ihr in der sonstigen Literatur immer gefehlt hat.
    Tamara Štajner stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, ist aber zu jung, um wirklich noch Erinnerungen daran zu haben. Auch der Jugoslawienkrieg ist an ihr vorbeigegangen, denn sie wuchs in Slowenien auf, wo der Krieg glücklicherweise nur wenige Tage gedauert hat. Trotzdem ist sie von der jugoslawischen Geschichte geprägt, hatte sie doch einen Grossvater, der Zwangsarbeit bei den Deutschen, den Kampf der Partisanen und die Gefangeneninsel Goli Otok er- und überlebt und trotzdem nie den Glauben ans Gute verloren hat. Sie selbst zieht als junge Frau nach Wien um Viola zu studieren. Sie wird Musikerin, Performerin und Schriftstellerin und gewinnt mit Auszügen aus ihrem aktuellen autobiografisch motivierten Roman «Luft nach unten» den «Kelag-Preis» beim Wettlesen am Ingeborg-Bachmann-Preis 2024.
    Von ihrer Prägung durch die Familie und der Bedeutung der Kunst schon als Kind, von ihrem Wechsel nach Wien und ihrem Leben mit drei Berufen, von ihrer Musik und auch von den «Illyrischen Furien», wie sie die kämpferischen und oftmals wütenden jugoslawischen Frauen bezeichnet und beschreibt, erzählt Tamata Štajner im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier.
    Die Musiktitel:
    - Elis Regina und Antonio Carlos Jobim: Aguas de Março
    - Arnold Schönberg: Verklärte Nacht, 4. Satz
    (Janine Jansen, Boris Brovtsyn, Amihai Grosz, Maxim Rysanov, Torleif Thedéen, Jens-Peter Maintz)
    - Anna Anderluh: Improvistation I
    - «Casta Diva» aus der Oper «Norma» von Vincenzo Bellini
    (Maria Callas, Sopran; Orchestra del Teatro alla Scala; Tullio Serafin, Leitung)
    - Clara Iannotta: The purple fuchsia bled upon the ground (Ausschnitt)
    (Pierre-Laurent Aimard, Klavier; WDR Sinfonieorchester; Elena Schwarz, Leitung)
    1 hr 7 min
  • Denise Tonella: «Museen sollen den kritischen Geist fördern»
    Als Tochter einer Tessiner Bergbauernfamilie half Denise Tonella oft auf dem Hof mit. Museen entdeckte sie erst als Studentin in Basel. Heute ist sie Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums. Sie ist überzeugt: Wer sich mit Geschichte auseinandersetzt, versteht auch die Gegenwart besser.
    Wenn andere Schulkinder nach den Sommerferien vom Meer schwärmten, konnte Denise Tonella nur vom Heuen erzählen: «Damals hat mich das frustriert. Später wurde mir klar, wie viel Kraft und Ausdauer mir die landwirtschaftliche Arbeit für viele Dinge im Leben gegeben hat.»
    Ihre Lehrer setzten sich bei der Familie dafür ein, dass Denise Tonella das Gymnasium besuchen konnte. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie zunächst in der Filmbranche, später wurde sie Kuratorin am Zürcher Landesmuseum. Seit 2021 ist sie Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums.
    Mit aktuellen Ausstellungen wie «Sexarbeit» oder «Bankenland Schweiz» will Tonella das Museum zum Ort für gesellschaftliche Debatten machen. Wichtig ist ihr besonders die Vielstimmigkeit, wie sie im Gespräch mit Irene Grüter erzählt: «Gerade in Zeiten der Bedrohung der Demokratie müssen Museen die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen fördern.»
    Die Musiktitel:
    - Astor Piazzolla: Oblivión
    - Ennio Morricone: Per qualche dollaro in più
    - Tracy Chapman: Talkin' About a Revolution
    - Konstantinos Argiros: Sinefasmeni Kiriaki
    - Lou Kaena: Bye Bye
    1 hr
  • Irene Brügger: «Ich muss weniger müssen»
    Irene Brügger wächst in Willisau auf und macht nach der Schule eine kaufmännische Ausbildung. Früh spielt sie in der Feldmusik, später in Bands. 2007 erfindet sie Frölein Da Capo. Auch deshalb, weil sie sich die Zusammenarbeit mit anderen Musikschaffenden zunächst nicht zutraut.
    Als Einfrauorchester wird sie schweizweit bekannt. «Giacobbo/Müller» gibt ihrer Karriere zusätzlichen Schub. Seither steht sie mit eigenen Programmen auf der Bühne und schreibt Kolumnen für die «Schweizer Familie».
    Im Herbst feiert ihr fünftes Soloprogramm «Die Halbzeit-Show» Premiere. Frölein Da Capo philosophiert darin über Fortgang und Abgesang. Mit 46 ist sie überzeugt: Das beste Alter kommt jetzt.
    Warum sie heute weniger müssen muss, Dinge gerne aufschiebt und ein Sonntagskind ist, erzählt Irene Brügger in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu.
    Die Musiktitel:
    - Dolly Parton: Nine to Five
    - Janis Joplin: Me and Bobby McGee
    - KT Tunstall: Black Horse and the Cherry
    - Queen: Somebody to Love
    - Frölein da Capo: Räntner
    1 hr 2 min
  • Daniela Dolci «Gemeinsam kann man Berge versetzen»
    Daniela Dolci ist Cembalistin, Dirigentin und Kulturvermittlerin. Über vier Jahrzehnte war sie auf internationalen Bühnen unterwegs. Heute setzt sie sich in Sizilien dafür ein, das «Borgo», das Bildungs- und Begegnungszentrum ihres Vaters Danilo Dolci wiederzubeleben.
    Daniela Dolci wächst als jüngstes von zehn Kindern auf Sizilien auf. Ihr Vater kämpft mit gewaltlosen Mitteln gegen Armut, soziale Ungerechtigkeit und die Mafia. Die Kinder erleben seine Aktionen aus nächster Nähe und lernen früh, was es bedeutet, sich für andere einzusetzen. Gleichzeitig ist ihr Zuhause voller Musik. Als Daniela Dolci mit etwa zehn Jahren erstmals ein Cembalo hört, ist sie fasziniert. Das Instrument wird zum Mittelpunkt ihres Lebens.
    Sie studiert an der Schola Cantorum Basiliensis und später bei Gustav Leonhardt in Amsterdam. 1990 gründet sie das Ensemble Musica Fiorita, das sie während dreissig Jahren leitet. Als Cembalistin und Dirigentin konzertiert sie weltweit und setzt sich auch für die Wiederentdeckung vergessener Komponistinnen ein.
    Nach dem Ende von Musica Fiorita beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Während der Coronazeit hat Dolci erstmals viel Zeit, über die Zukunft nachzudenken. Als sie 2021 nach Sizilien zurückkehrt und das teilweise zerstörte «Borgo» sieht, weiss sie: Das ist ihre nächste Aufgabe. Ihr Vater, einer der bekanntesten Sozialreformer und Friedensaktivisten Italiens, hatte dieses Projekt gegründet. Heute soll der Ort wieder jungen Menschen aus verschiedenen Ländern Raum für Begegnungen und den Austausch über gesellschaftliche Fragen bieten.
    In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle erzählt Daniela Dolci von ihrer ungewöhnlichen Kindheit auf Sizilien, vom Mut ihres Vaters und von ihrem eigenen Weg als Musikerin. Sie spricht über ihre Liebe zum Cembalo, über Gemeinschaft und darüber, warum Musik für sie auch etwas mit Frieden zu tun hat. Und sie erzählt, weshalb sie heute noch einmal viel Energie in ein neues Lebenswerk steckt – und sich dabei die Fähigkeit bewahrt hat, das Leben zu geniessen.
    Die Musiktitel:
    - Georg Friedrich Händel: Harfenkonzert B-Dur op. 4/6
    (Ricercar Consort; Giovanna Pessi, Harfe; Philippe Pierlot, Leitung)
    - Louis Couperin: Passacaille g-Moll
    (Gustav Leonhardt, Cembalo)
    - Elisabeth Jacquet de la Guerre: Ouvertüre aus der Oper «Céphale et Procris»
    (Musica Fiorita; Daniela Dolci, Leitung)
    - Louis Armstrong: What a Wonderful World (At the BBC)
    - Johann Sebastian Bach: Air aus der Suite Nr. 3 D-Dur
    (Orchestra of the Age of Enlightenment; Frans Brueggen, Leitung)
    1 hr 6 min
  • Maria Zimmermann: «Mit Musik kann ich mein Hirn beeinflussen»
    Ohne Musik in einen Zug zu steigen, ist für Maria Zimmermann mit Stress verbunden. Zu viel Lärm, zu viel Licht, zu viele Reize. Ein Konzert hingegen oder das Hämmern eines Techno-Beats, das ist schön, darin kann sie eintauchen. Ein Gespräch darüber, wie unterschiedlich wir alle die Welt wahrnehmen.
    Wenn Maria Zimmermann über das Autistische Spektrum spricht, dann nicht über eine Linie, keine Skala, sondern einen drei-, vier-, vieldimensionalen Raum. «Vielleicht ein wenig wie ein Weltall», sagt sie.
    Maria Zimmermann – geboren 1991 – war 30 Jahre alt, als sie erfuhr, dass sie sich in diesem Spektrum bewegt. Darauf folgte eine intensive Zeit des Erkundens, Erforschens, des Schreibens und Gestaltens: «Ich geriet in einen Tunnel. Und da war ich ein halbes Jahr.» Am Ende dieser Zeit hielt sie ihr erstes eigenes Buch in den Händen. «Anders nicht falsch», heisst es.
    Wie Maria Zimmermann dieses «anders» erlebt, beschreibt sie im Gespräch mit Melanie Pfändler. Und sie erzählt von ihrer Liebe zu Worten, Sätzen und Büchern. Und zur Musik, die ihr zugleich Werkzeug und Zufluchtsort ist.
    Buchhinweis:
    - Maria Zimmermann: «Anders nicht falsch». 220 Seiten. Kommode Verlag, 2023.
    Die Musiktitel:
    - Porridge Radio: Lilac
    - Janis Joplin: Me and Bobby McGee
    - Karel Svoboda & Helena Vondrácková: Lasko ma, ja stunu
    - Harry Styles: Sign of the Times
    - The XX: Intro - Infinity
    56 min
  • Giona Nazzaro: «Es war, als sei man schon erwachsen»
    Einen Grossteil seiner Jugend verbringt Giona A. Nazzaro im Kino. Heute ist der Publizist und ehemalige Filmkritiker künstlerischer Direktor des Filmfestivals Locarno und hat in all den Jahren nichts von seiner Filmleidenschaft eingebüsst.
    Geboren wird Giona Nazzaro 1965 in der Schweiz als Sohn eines italienischen Ingenieurs. Die Familie lebt in Dübendorf, wo es das Kino Orion gibt, das er schon als Teenager regelmässig besucht. Dabei faszinieren ihn nicht nur die Filme der 70er Jahre wie «Der weisse Hai» und andere, sondern auch das Kino selbst. Das Gebäude, der Saal, die Ästhetik der Plakate. Dort zu verkehren war, als sei man schon erwachsen, sagt er heute über diese Zeit. Später zieht die Familie nach Italien zurück, wo Giona Nazzaro Germanistik und Anglistik studiert. Dem Kino aber bleibt er treu. Er wird Filmkritiker, schreibt Bücher und übernimmt immer mehr Aufgaben an anderen renommierten Festivals, bis er schliesslich die künstlerische Leitung des Filmfestivals Locarno übernimmt.
    Von seiner Prägung im Kino und seiner Liebe zum Film, von der Bedeutung des Filmfestivals Locarno und seiner Aufgabe als künstlerischer Direktor, von seiner Verehrung für Roberto Rossellini und seiner Verortung in der Punkrevolution und natürlich von der ausserordentlich grossen Bedeutung der Musik für sein ganzes bisheriges Leben erzählt Giona A. Nazzaro im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier.
    Die Musiktitel:
    - Siouxsie and the Banshees: Cities in Dust
    - Alan Sorrenti: Sienteme
    - Jesus and Mary Chain: April Skies
    - Charli XCX: Pink Diamond
    - Au Pairs:  It's Obvious
    1 hr 4 min
  • Max Rüdlinger: «Ich bin niemand»
    1981 zog man Max Rüdlinger mitten aus einer Berner Demo vor die Filmkamera. Er träumte von grossen Rollen, Champagnerbädern und Frauen, die ihm zu Füsse lagen. Doch die internationale Filmkarriere blieb aus.
    Stattdessen spielte er ein Leben lang in Dutzenden von Filmen kleine Nebenrollen: Hauswarte, Polizisten, Miesepeter. So wurde er zum «Griesgram der Nation».
    Max Rüdlinger, geboren in Flums, war als junger Mensch ein Streber, bis er erkannte, wie leer ihn das Auswendiglernen machte.
    In der Folge suchte er als Revolutionär den Stunk auf der Strasse, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und landete immer wieder in improvisierten Filmen von Clemens Klopfenstein.
    Auf Filmplakate schaffte er es nicht allzu oft. Seine Visage, hiess es, tauge nicht als Verkaufsargument.
    Seine grosse Sinnkrise in der Lebensmitte pedalte Rüdlinger mit dem Velo nieder: Von der Schweiz bis fast ans Nordkap und von San Francisco nach Costa Rica.
    Wie er mit Enttäuschungen lebt, warum er lieber liest als dreht und wie wichtig ihm Spiritualität geworden ist, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu.
    Die Musiktitel:
    - M.A. Numminen: Ich und meine Braut im Parlament
    - Milva: Addio Lugano bella
    - Gurdjeff Ensemble, Levon Eskenian: Trembling Dervish
    - Jimmy Cliff: The Harder They Come
    Erstausstrahlung: 08.03.2026
    1 hr 2 min
  • Diana Damrau: «Die Königin der Nacht ist ein Zustand»
    Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem.
    Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum.
    1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren.
    Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe.
    Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu.
    Die Musiktitel:
    - Giuseppe Verdi: «E' strano» aus La Traviata
    (Maria Callas, Sopran; Coro Cetra; Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai; Gabriele Santina, Leitung)
    - Edvard Grieg: «Morgenstimmung», aus Peer Gynt
    (Berliner Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung)
    - Wolfgang Amadeus Mozart: «Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen», Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte»
    (Edda Moser, Sopran; Bayerisches Staatsorchester München; Wolfgang Sawallisch, Leitung)
    - Michael Jackson: Thriller
    - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding». Arie der Marschallin aus «Der Rosenkavalier»
    (Elisabeth Schwarzkopf, Sopran; Otto Edelmann, Bass; Philharmonia Orchestra; Herbert von Karajan, Leitung)
    Der Einspieler:
    Wolfgang Amadeus Mozart: «O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren». Rezitativ und Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte»
    (Diana Damrau, Sopran; Cercle de l’Harmonie; Jérémie Rhorer, Leitung)
    Erstausstrahlung: 04.01.2026
    1 hr 10 min

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