Hörbar Rust

Hörbar Rust

By radioeins (rbb)MusicMusic Interviews
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Hörbar Rust episodes

  • Pachyman
    Künstlernamen sind eine interessante Sache – der unseres heutigen Gastes zum Beispiel lässt bei Erstkontakt vielleicht an eine veraltete Bezeichnung für Elefanten, Rhinozerosse und andere Dickhäuter denken, ist aber offenbar "nur" eine Wortspielerei mit seinem Vornamen. Könnte aber auch mit "dicken Bässen" zu tun haben, denn der gebürtige Puerto-Ricaner Pachy Garcia ist seit über einem Jahrzehnt in Sachen Dub unterwegs. Dabei kombiniert der in Los Angeles lebende Musiker Techniken und Ästhetik dieser Reggae-Spielart mit einer so breiten wie exquisiten Palette anderer Genres; von Funk und "Mutant Disco" über schrägen Synth-Pop und Drum'n'Bass bis hin zu Krautrock und Chillwave. Mit seinem vergangenen Freitag erschienenen neuen Album "Another Place" wird er sicher an vorherige Erfolge anknüpfen können, wie den seiner Single "Trago Coqueto", welche die radioeins-Hörer*innen nicht umsonst auf Platz 53 der "100 beliebtesten Songs des Jahres 2023" wählten. Passenderweise findet sich auf dem neuen Langspieler nicht nur mit "Hard To Part" ein musikalischer Liebesbrief an seine Wahlheimat, sondern ist mit "Berlin" auch seinem derzeitigen Aufenthaltsort ein Track gewidmet.
    20 min
  • 2ersitz
    "Neo-Hippie-Pop aus Leipzig" – so beschreiben sich 2ersitz selbst sehr treffend. Was also können wir dem hinzufügen? Nun, dass das heutige Quartett seine Wurzeln in einem Liedermacher-Duo hat, das 2005 in Bad Harzburg an den Start ging, beispielsweise. 2013 erfolgte mit dem Umzug von Nieder- nach "nur noch" Sachsen auch die bis heute aktuelle Benennung. Seither haben Sänger/Gitarrist Johannes "Joke" Reinecke und Co. zwei Alben und diverse EPs und Singles veröffentlicht, die nicht nur das Einheimsen des Rio-Reiser- sowie des von der Udo-Lindenberg-Stiftung vergebenen Panik-Preises für besonders originelle deutschsprachige Texte, sondern auch eine gemeinsam mit Joss Stone gespielte Version ihres Songs "In guter Gesellschaft" zur Folge hatten. Die britische Neo-Soul-Sängerin war voll des Lobes, bezeichnete 2ersitz als eine "wundervolle und kreative Band", mit der sie sich, ganz dem Songtitel entsprechend, dann auch in "lovely company" fühlte. Derzeit werkeln 2ersitz an einem neuen Album, für das Joke Texte "zwischen heiler Welt, politischem Umbruch und emotionalem Aufruhr" verspricht, denen eine "überraschend vielseitige Klangwelt, die mal albern und lustig, mal sehr intim und persönlich oder auch einfach nur schnell, laut und fröhlich sein kann" als musikalisches Fundament dient. Bis zur Tour im November, bei der sie am 5.11. auch im Privatclub vorbeischauen, soll der Langspieler fertig sein; die ersten Singles gibt es schon. Um die Wartezeit zu verkürzen, und auch schon den ein oder anderen Live-Höreindruck zu kredenzen, besuchen 2ersitz uns heute Abend im studioeins.
    24 min
  • Claudia Michelsen
    Wir haben so etwas in der Art gesagt, als Jördis Triebel vor ein paar Wochen zu Gast in der "Hörbar Rust" war, wir werden so etwas in der Art sagen, wenn Mitte Juni die Episode mit Nina Hoss ausgestrahlt wird und ja, auch wenn heute Claudia Michelsen im Studio sitzt, müssen wir es so formulieren: Diese Schauspielerin ist eine Qualitätsgarantie, ein Geschenk und ein Gütesiegel für jede Serie und jeden Film, in dem sie mitwirkt. Diese drei Personen stehen absolut für sich, was sie eint, ist die Professionalität, mit der sie uns Zuschauende in die Geschichten hineinziehen. Claudia Michelsen, die 1969 in Dresden zur Welt kam, machte früh ernst mit dem Theater - ausnahmsweise mit 16 durfte sie sich für vier Jahre an der Ernst Busch Schauspielschule ausbilden lassen. Wer sie auf den Bühnen sah, hatte keine Zweifel. Ernsthaft war sie und sehr politisch, arbeitete mit Frank Castorf und Heiner Müller und bekam früh auch interessante Kino- und Fernsehangebote. "Napola", "Die Päpstin", "Der Turm" oder die erfolgreichen Dreiteiler „Ku’damm 56/59/63 Zusatzzahl 77“, aber die wird gerade noch fertig produziert. Bis dahin kann man ab 29. Mai Claudia Michelsen im Film "Blindgänger" im Kino sehen.
    1 hr 24 min
  • WELTBÜHNE | JDJ-PREIS | META

    (00:00) INTRO: 60 Jahre “Monitor” | (02:39) PRINT: 80 Jahre “Berliner Zeitung” - Traditionsblatt „Die Weltbühne“ jetzt im Berliner Verlag neu verlegt - Holger Friedrich | (28:24) PREIS: Journalistinnen und Journalisten des Jahres gekürt - Eva Wolfangel - Vera Linß | (38:04) META: "Daten und Rechenpower sind gefährlicher als Atombomben" - Richard Gutjahr | (45:41) BONUS: Journalistinnen und Journalisten des Jahres - "medium magazin" - Kategorie Wissenschaft - Elena Koch - Eva Wolfangel | (57:13) BONUS: Kategorie Kultur - Andreas Wolfers - Nora Gantenbrink | (1:10:08) BONUS: Kategorie Lebenswerk - Leonhard Ottinger - Peter Kloeppel || Jörg Wagner

    1 hr 22 min
  • Dolphin Love
    "Not From Here" ist der Titel der kürzlich erschienenen vierten EP von Dolphin Love. Das trifft zwar auch auf die Diskrepanz zwischen des Künstlers niedersächsischer Herkunft und seiner Anwesenheit heute Abend im studioeins in Berlin zu, ist aber natürlich anders, eher im übertragenen Sinne gemeint. Denn es geht Constantin Kopp (so steht's in seinem Personalausweis) um "das Gefühl, zu sehr in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu leben, ohne wirklich in der Gegenwart präsent zu sein." Passenderweise verströmen die gediegenen, mal tanzbaren, mal eher atmosphärischen Pop-Songs mit ihren Achtziger-affinen Sounds sowohl Nostalgie für eine Zeit, die deutlich vor Cocos (so sein Spitzname) Geburt liegen dürfte, als eben unter anderem dank moderner Klänge auch zugleich eine gewisse Aufbruchsstimmung. Über dem so kreierten Spannungsfeld zwischen Gestern und Morgen schwebt, fast möchte man sagen "zeitlos" klingend, Constantins Stimme.
    29 min
  • Lüül
    Die Liste der Bands, Projekte und Musiker*innen, mit denen der 1952 in Berlin-Charlottenburg geborene Lutz Graf-Ulbrich, genannt Lüül, bereits zusammengearbeitet und -gespielt hat, ist lang. Exemplarisch sei die von ihm Mitte der Sechziger mitbegründete Gruppe Agitation Free genannt, mit der er dabei war, als auch in Deutschland eine spannende Musik-Szene zwischen Kraut-, Prog- und Experimental-Rock entstand, ebenso gemeinsame Konzerte und Aufnahmen mit seiner einstigen Lebensgefährtin Nico und deren The Velvet Underground-"Kollegen" John Cale. Langjähriges Mitwirken bei den 17 Hippies steht ebenso in seiner Vita wie sein Engagement bei Ash Ra Tempel bzw. deren Ablegern Ashra. Dort kreuzte er in den Siebzigern auch die Wege eines gewissen Manuel Göttsching, was uns quasi ins Hier und Jetzt bringt: Diesem 2022 verstorbenen Pionier der elektronischen Musik ist Graf-Ulbrichs unlängst erschienenes neues Solo-Album "Lüüls Lab" gewidmet. Bei einer Gedenkveranstaltung zu Ehren Göttschings spielte Lüül das Stück "Oasis", das die beiden ursprünglich für das gemeinsame Album "Correlations" aufgenommen hatten. Dies war die Keimzelle, aus der nun "Lüüls Lab" entstanden ist. Denn daraus erwuchs der Gedanke, um dieses Stück herum ein Album mit neuen Kompositionen zu schreiben, "das sowohl Göttschings Einfluss als auch Lüüls eigene musikalische Vision verkörpert." Dabei beschreibt der 72-Jährige das Unterfangen als "musikalische Abenteuerreise" in quasi unbekanntes Terrain, denn was sein Wirken in Sachen Krautrock betrifft, sagt er: "Mein Gitarrenspiel bei Agitation Free, Ash Ra Tempel / Ashra war ja immer ein Produkt einer Zusammenarbeit gewesen". Erstmals in dieser Hinsicht auf sich allein gestellt, kreierte er ein vielschichtiges Werk, bei dem er die elektrische Gitarre ins Zentrum rückt und ihre Klänge um elektronische Elemente ergänzt. Bei einem Konzert am 14. Juni im Terzo Mondo am Savignyplatz wird Lüül das Album vorstellen, bereits heute Abend sprechen wir im studioeins mit ihm darüber und hören natürlich auch das ein oder anderen Stück live.
    18 min
  • Bria Salmena
    "Big Dog", Ende März erschienen, mag "offiziell" das Debütalbum von Bria Salmena sein – doch ein Neuling ist die kanadische Musikerin mitnichten: Seit 2013 singt sie in der von ihr mitbegründeten Alternative-Rock/Post-Punk-Band FRIGS und ist zudem Teil der Live-Band des südafrikanischen Country-Grenzgängers Orville Peck. Auch unter eigenem Namen kann sie bereits Veröffentlichungen vorweisen, darunter die beiden wortspielerisch betitelten EPS "Cuntry Covers Vol. 1" bzw. "Vol. 2". Auf diesen interpretierte sie, dem Titel entsprechend aus sozusagen explizit weiblicher Perspektive Lieder, die beispielsweise von Waylon Jennings, Loretta Lynn oder Glen Campbell geschrieben oder bekannt gemacht wurden. Nun also "Big Dog", benannt nach einem Spitznamen, den ihr ein enger Freund in einer Lebenskrise "verpasste": Ein Dutzend eigene Songs, geschrieben mit ihrem langjährigen musikalischen Partner Duncan Jay Jennings, von denen gleich der erste mit seinem an einen heranbrausenden Zug erinnernden Schlagzeug-Intro klar macht, dass es hier jemand ernst meint und etwas zu sagen hat, sagen muss. Einflüsse aus Krautrock, Dark Wave, Shoegaze und elektronischer Musik verarbeitet Salmena in ihren eindringlichen Liedern, mit denen sie "eine Geschichte der Transformation erzählt – eine zutiefst persönliche Erkundung der Resilienz und eine Deklaration künstlerischer Unabhängigkeit."
    28 min
  • Masha Qrella
    Bei "Woanders", seinerzeit ein radioeins-Album der Woche, drehte sich 2021 alles um von Masha Qrella vertonte Gedichte des 2001 verstorbenen Autors Thomas Brasch. Eines der so entstandenen Stücke, die Single "Geister", wurde von unseren Hörer*innen sogar auf Platz 27 der 100 beliebtesten Songs des Jahres gewählt. Vier Jahre später nun erschien Ende März mit "Songbook" der Nachfolger, und wie der Titel schon andeutet, finden sich darauf ebenfalls Texte (und diesmal auch Musik) aus "fremder Feder", kombiniert mit ausgewählten Eigenkompositionen. In gewisser Weise ist Qrellas neues Album eine Art "Best-of", versammelt sie doch hier die gelungensten und interessantesten Lieder, die sie aus ganz unterschiedlichen Anlässen aufgenommen hat, zu einem dennoch erstaunlich schlüssigen Gesamtwerk – zu einem guten Teil bislang unveröffentlicht, aber alles andere als "Ausschuss". So steht beispielsweise eine melancholisch-reduzierte Gitarrenversion des Whitney Houston-Evergreens "I Wanna Dance With Somebody", die im Kontext einer letztlich nicht zustande gekommenen Auftragsarbeit für einen Fernsehfilm-Soundtrack ihren Anfang nahm, in trauter Eintracht neben der Adaption eines Textes von Novalis. Diesen zu singen "ertrug" die 1975 in Ost-Berlin geborene Künstlerin, wie sie sagt, jedoch nur in der englischen Übersetzung, deren Titel "Sometimes The Rain Just Keeps Falling For A Long Time" sie auf positive Weise an den Namen des von ihr geschätzten Prince-Songs "Sometimes It Snows In April" erinnerte. Hinter jedem der Lieder auf "Songbook" steckt eine ähnlich interessante Geschichte, in die einzutauchen es heute Abend Gelegenheit gibt. Denn Masha Qrella besucht uns im studioeins und wird im Anschluss an das Interview selbstverständlich auch den ein oder anderen Song aus dem "Book" live auf der kleinen Bühne spielen; auch, um so auf ihr Konzert am 27. Mai im Hebbel am Ufer einzustimmen.
    25 min
  • Sedlmeir
    Sedlmeir ist das Berliner Ein-Mann-Rock'n'Roll-Orchester Henning Sedlmeier, einst Teil der Saarbrücker Noise-Rock-Band "Blind", aber seit vielen Monden solo unterwegs - gerne auch mal im Bereich Lo-Fi-Chanson und und Space-Krautrock. Emotionaler denn je serviert Sedlmeir auf seinem aktuellen Album "Befehl aus dem Weltraum I & II" stahlharte Chansons auf einem Fundament aus E-Gitarre, E-Drums und E-Rock'n'Roll. Zwischen zartem Punk und zynischer Poesie destilliert er Wahrheiten aus dem Wahnsinn – oder erfindet sie einfach neu. Der Weltraum wollte es so.
    26 min
  • Constantin Schreiber

    Plötzlich, mittendrin, wir sprechen gerade darüber, ob man Kinder beim Spielen gewinnen lassen sollte und überhaupt, ob er, unser heutiger Gast, ein guter Verlierer sei, mittendrin jedenfalls rutschen wir in einen Lachanfall, aus dem wir nur mit Mühe und Not wieder herauskommen. Und genau das, unkontrolliertes Lachen, gehört in seinem Job nun zu den Dingen, die nicht passieren sollten, denn was er vorträgt, spiegelt den Ernst des Lebens, schließlich arbeitet Constantin Schreiber als Tagesschausprecher. Wobei, breaking news und zum Zeitpunkt unseres Gespräches noch nicht offiziell: Diesen Job hat er nun nach 8,5 Jahren just an den Nagel gehängt. Es wäre wohl sonst auch gar nicht zu schaffen mit all den anderen Dingen, die seine Zeit in Anspruch nehmen. Denn als Autor schreibt er höchst erfolgreiche Sachbücher und Romane und moderiert u.a. einen Truecrime-Podcast.

    Schreiber kam 1979 in Cuxhaven zur Welt und wuchs in Wilhelmshaven auf. Mit den Eltern reiste er früh nach China, lebte als Jugendlicher eine zeitlang im syrischen Damaskus, lernte die arabische Sprache, studierte Jura, arbeitete als Journalist und bald auch als Moderator - im ägyptischen Fernsehen. What a life. Inzwischen lebt Constantin Schreiber mit seiner Familie in Hamburg und ist heute bei uns in Berlin zu Besuch. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit der erste Hörbar-Gast, der Länder anhand ihrer Silhouette erkennen kann. | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    1 hr 33 min

About Hörbar Rust

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Jeden Sonntag von 14.00 bis 16.00 Uhr lädt Bettina Rust einen prominenten Gast in die Hörbar Rust ein. Dieser stellt sich in der Sendung vor und die Musik, die in seinem Leben von Bedeutung war und erzählt dazu die passenden Geschichten zum Soundtrack seines Lebens - alte Mixtapes werden rausgekramt - die erste Platte - intime Töne oder peinliche Songs mit persönlichen Erinnerungen des jeweiligen Gastes. Zwei Stunden voller Musik und toller Geschichten - Promis privat in der Hörbar Rust - immer sonntags von 14.00 - 16.00 Uhr. Die Highlights der jeweiligen Sendung können Sie hier downloaden.