Fünf Uhr sechzehn im Schlachtraum: Kühlung, Wasser, blanke Messer, ein Boden, der nie ganz sauber wird. Johann, ein alter Schlachter, steht vor einem lahmenden Kalb, das nicht ausweicht. Was als Routine beginnen soll, bekommt eine Stimme, einen Atem, eine gefährliche Nähe.
Zwischen Handwerk und Gewissen geraten die Sätze ins Wanken, mit denen Johann sein Leben lang Ordnung in Gewalt gebracht hat. Das Tier spricht nicht wie ein Wunder, sondern wie Wahrnehmung selbst: schlicht, körperlich, unerbittlich. So entsteht ein leises Duell um Schuld, Würde und die Frage, was es mit einem Menschen macht, wenn er gelernt hat, nicht mehr hinzusehen.
Ein beklemmendes Kammerspiel von etwa 19 Minuten, reduziert auf zwei Stimmen, kalten Raumklang und das Gewicht einer leeren Hand. Nachklang hört hier dorthin, wo Verantwortung nicht laut wird, sondern im Atem stockt. Für alle, die literarische Hörspiele suchen, die nach dem letzten Ton weiterarbeiten.
Nachklang ist ein deutscher Hörspiel-Podcast. Alle Folgen und mehr unter https://nachklang.fm