meines Fantasy-Zyklus', der in erster Linie unterhalten soll. Mein Weg als Autor hat mich also an einen Punkt gebracht, an dem ich "Unterhaltungsliteratur" produziere. Auch mein zweites Standbein - die bei meinem Publikum fast noch beliebtere, phantastische Trilogie in fünf Bänden "Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren" - kann grob diesem Genre zugerechnet werden. Aber ist es wirklich das, was ich wollte, als ich mich auf den langen Weg machte, als Geschichtenerzähler mein Leben zu verbringen? Habe ich damit nicht meine "ernsthafte" Literatur
desauviert und sie abgewertet, weil sie nur aus der Feder eines Fantasy-Schreiberlings mit zu viel Einbildungskraft stammt und deshalb gar nicht gut sein kann? Wer will schon von
George R. R. Martin et al. einen belletristischen Roman lesen? Habe ich damit nicht eine Leserschaft verschreckt, die nicht glauben mag, dass ein U-Autor auch gelungene E produzieren kann - und umgekehrt? Beide in sich vereinen, das geht wahrscheinlich nur, wenn ich unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichen würde. Das machen einige Autoren, wie z. B.
J. K. Rowling, die unter dem Namen
Robert Galbraith Krimis schreibt. Letzte Fragen: Habe ich an meinen "literarischen" Werken gerecht gehandelt und mein schriftstellerisches Talent an Minderwertiges verschenkt, als ich sie beiseiteschob? Hat "Brautschau" überhaupt eine
Raison d'
Être?"