Orange 94.0

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Orange 94.0 episodes

  • Digitaler Humanismus – Katja Mayer im Studiogespräch

    Als Soziologin forscht Katja Mayer an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft. Wer die Zusammenhänge verstehen will, muss sich notwendigerweise mit ihrer Geschichte auseinandersetzen. Die technische Entwicklung und insbesondere ihre Folgen sind keineswegs alternativlos oder gar zwingend vorgegeben. Das sind und waren sie zu keinem Zeitpunkt, auch wenn bisweilen so scheinen mag.

    Viel mehr als technischen Gegebenheiten und Erfordernissen gehorcht sie den Logiken der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systeme, innerhalb derer sie entstehen. Und diese sind derzeit fast ausschließlich profitorientiert ausgerichtet, der gesellschaftliche Benefit eines gedeihlichen Miteinanders, das ‚gute Leben‘ für möglichst viele Menschen, ist als Ziel weitestgehend aus dem Blick geraten.

    Genau hier setzt die Idee des Digitalen Humanismus an: wie können wir technologische Entwicklung so steuern, dass sie einem gesellschaftlichen Fortschritt dient. Technik soll den Erfordernissen der Menschen entsprechen, nicht umgekehrt. Interdisziplinäre Ansätze erlauben es, Blickwinkel aus allen Richtungen in die Analysen einzubeziehen und auf diesem Weg zu einem möglichst umfassenden Gesamtbild zu kommen.

    In diesem Sinn fand 24. bis 26. Juni 2026 bereits die zweite Digital Humanism Conference in Wien statt. Katja Mayer berichtet im Studiogespräch vom Stand der Dinge.

    Website Digital Humanism

    Website Digital Humanism Conference
    Website Institut für Wissenschafts- und Technikforschung – Katja Mayer

    Website Agents of Chaos

    Blog Pluralistic: Daily links from Cory Doctorow
    Website Distributed Artificial Intelligence Research Institute DAIR
    Website Data Worker’s Inquiry
    Website Technopolitics
    Website Armin Medosch (archiviert)
    Website Institut für die Wissenschaften vom Menschen
    BBC Radio 4 Misha Glenny – The Invention Of…
    Website leiwand.ai
    Website Cracked Labs
    Website Wikimedia Europe
    Website TU Wien The Digital Humanism Initiative
    Website Digital Humanism
    Website Vienna Manifesto on Digital Humanism
    Website Wienbibliothek im Rathaus Digitaler Humanismus
    Website Center for Artificial Intelligence and Machine Learning

    Lizenz: (CC) 2026 BY-NC-SA V4.0 – Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung bei Namensnennung gestattet, kommerzielle Nutzung ausgenommen, Weitergabe unter gleichen Bedingungen; Herbert Gnauer (ORANGE 94.0)

    56 min
  • Literatursendung Nummer 71

    Das fröhliche Wohnzimmer und PS/ Politisch Schreiben präsentieren literarische O-Töne –

    dieses Mal von:

    # Lisa Spalt: „das verwirrte tier“ (Czernin 2026)

    # Thomas Antonic: milford graves, Hörstück auf Englisch und Deutsch

     

    Mit freundlicher Unterstützung der MA7 Literatur

    30 min
  • Mangelndes Vorstellungsvermögen. Hannah Arendts Diagnose des Bösen

    Auf den 4. Dezember 2025 fällt der 50. Todestag Hannah Arendts. Diesen Anlass markiert ein Gespräch zwischen Alice Pechriggl und Sabine Kock. Alice Pechriggl ist Professorin für Philosophie an der Universität Klagenfurt, Sabine Kock Philosophin und Kulturwissenschaftlerin, Autorin von „Topographie der Einbildungskraft. (Re-)Lektüre aus dem Diskurs des Gedenkens“ (Wien 2022).

    55 min
  • Gerechter Krieg, Pazifismus, Fahnenflucht
    Europa ist zum Schauplatz eines anhaltenden, herkömmlichen Kriegs geworden. Staaten rüsten auf und Maßnahmen zur Verstärkung der Wehrpflicht werden unternommen. Jakob Frühmann und Lisa Tragbar, zwei Prädocs an der Universität Wien, stellen ihre damit verbundenen ForschungsprogrGerechter Krieg, Pazifismus, Fahnenfluchtamme vor. Der Bogen reicht von historischen und klassifikatorische Fragen bis zur Analyse des „peace-washings“. Kriegerische Einstellungen werden mit Friedensrhetorik verbrämt.
    Musikquellen:
    • „Quand je serai grand – Instrumental Version“ by Löhstana David, lizenziert unter CC BY 3.0
    • „Je sais – Instrumental Version“ by Löhstana David, lizenziert unter CC BY NC SA 3.0
    • „Demain je change de vie – Instrumental Version“ by Löhstana David, lizenziert unter CC BY NC SA 3.0
    • 56 min
    • Number Two. Eine Vermessung der schlechten Nachrichten
      not mad at you – Renée Good
      Wenn Philosophie aktuell sein will, gerät sie meistens ins Stottern. Das macht aber nichts. Denn angesichts der Ereignisse der letzten zwei Wochen ist es dringend notwendig, aus der Sprachlosigkeit herauszufinden und ein paar Gedanken auszutesten. Sie müssen nicht unbedingt richtig sein, aber sie können helfen, sich begreiflich zu machen, was gerade vor sich geht: ein Präsident, der verhaftet wird, die mögliche Annexion Grönlands und eine tote Frau. Die Rede wird sein von der Scheiße, der sprichwörtlichen wie der metaphysischen, die wir laut Milan Kundera gerne übersehen, dem Teufel, von dem Denis de Rougemont meint, er sei in unseren Herzen, der Einsamkeit, dem Zynismus und dem Hass.
      Triggerwarnung:  Weil das, was gerade passiert, ziemlich schrecklich ist, kann es nicht ausbleiben, dass es in dieser Sendung etwas expliziter zugehen wird; ich werde unter anderem auf Formen von sexueller und anderer Gewalt zu sprechen kommen.
      Musik:
      Friedrich Nietzsche │ Heldenklage │ ATMA Classique │ Lauretta Altmann │ 1:56
      Matthew James Farley │ The Dog Has Diarrhea │ Motern Media │ The Toilet Bowl Cleaners │2:18
      Mary Lou Williams │ The Devil │ Folkway Records │ Mary Lou Williams │4:05
      Jerry Cantrell/Layne Staley │ Love Hate Love │  Columbia │  Alice in Chains │  6:27
      Leonard Cohen/Sharon Robinson │ Everybody Knows │  Columbia/Legacy │  Leonard Cohen │ 5:36
      Paul König/Peter Kalcic│  The Bill, Please!│  Honigdachs │  Monobrother│ 3:17
      Tiny Nest │ Good Night, Happy New Year │ 9468309 Records DK │ Zaza y Amigos │ 1:46
      Zitierte Literatur:
      Arendt, Hannah: Denktagebuch München/Berlin/Zürich: Piper 2016, S. 140-141, 167.
      Alter, Robert: Stendhal. Eine Biographie. Berlin 1985, S. 194.
      Badiou, Alain: Lob der Liebe, Wien: Passagen 2011, S. 60.
      Emcke,  Carolin: Gegen den Hass. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2019, S. 50, 53.
      Frisch, Max: Biedermann und die Brandstifter. Ein Lehrstück ohne Lehre. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985.
      Heidegger, Martin: Nietzsche Band I (GA 6.1) , Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann 1996, S. 58.
      Heinrich, Klaus: Antike Kyniker und Zynismus in der Gegenwart, in: Das Argument 37, 1966 (8), Theorien der Vergeblichkeit (I). Zur Ideologiekritik des Nihilismus, S. 114. http://www.neu.inkrit.de/mediadaten/archivargument/DA037/DA037.pdf
      Kolnai, Aurel: Ekel, Hochmut, Haß. Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2007, S. 101.
      Kundera, Milan: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Aus dem Tschechischen von Susanna Roth. Mit einem Nachwort von Francois Richard. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2025, S. 289.
      Ortega y Gasset, José: Über die Liebe. München: Wilhelm Heyne 1986, S. 91-94.
      Rilke, Rainer Maria: Erste Duineser Elegie, in: Ders.: Die Gedichte. Frankfurt am Main/Leipzig: Insel Verlag 2021, S. 689.
      Rochefoucauld, Michel de la: Maximen und Reflexionen, Stuttgart: Reclam 1995, § 11, S. 18.
      Rougemont, Denis de: Der Anteil des Teufels. Berlin: Matthes & Seitz 1999, S. 54 u. S. 69.
      Stendhal: Tagebücher und andere Selbstzeugnisse. Zwei Bände. Berlin (Ost) 1983, Band 1, S. 24.
       
      1 hr
    • Update zu Kant: Hermann Cohen
      „Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel … Wenn aber gleich alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anhebt, so entspringt sie darum doch nicht eben alle aus der Erfahrung.“
      Immanuel Kant macht zu Beginn seiner „Kritik der reinen Vernunft“ deutlich, dass die Wirkung von Sinneserfahrungen unweigerlich mit der Betreffbarkeit der Betroffenen verbunden ist. Er schließt daraus, dass sie diese Erkenntnnis maßgeblich mitgestalten. Sie geben a priorische Bedingungen vor, unter denen ihre Umgebung für sie gegeben sein kann.
      Eine solche Kapazität ist in der Folge immer wieder kritisch betrachtet und in Frage gestellt worden. In der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde die kantische Vorgabe von Hermann Cohen (1842 – 1918) richtungsweisend aktualisiert. Hartwig Wiedebach, ein renommierter Kenner seines Werkes, spricht mit Herbert Hrachovec über den Beitrag der Transzendentalphilosophie zur zeitgenössischen Erkenntnistheorie.
      56 min
    • The duty of beneficence

      Camilo Giraldo speaks with Anni Räty, Assistant Professor at the University of Vienna, about the duty of beneficence. We often think of giving to charity as generous but optional—something that earns admiration without being required. But what if this is mistaken? What if failing to help others, when we can, is morally wrong? Many philosophers have argued that we are obligated to do much more for others than we typically assume. Yet this duty raises difficult questions: how much are we required to give, whom should we help, and how should these demands be balanced against our own lives?

      55 min
    • Deutsch im Doppelpack

      Was haben Taiwan, Irland und Österreich gemeinsam? Alle drei grenzen an einen großen Nachbarstaat, dessen Sprache sie teilen. Nicht ohne Schwierigkeiten. Anneliese Rieger-Roschitz hat sich mit Stefan Dollinger diesem Thema in einem Buch gewidmet: „Österreichisches Deutsch. Eine 300-jährige Liebesgeschichte“ (New Academic Press, 2025. https://www.newacademicpress.at/). Im Gespräch mit Herbert Hrachovec beschreibt sie die geschichtlich wechselnden Formen dieses Verhältnisses. Inklusive eines Exkurses über Ludwig Wittgensteins „Wörterbuch für Volksschulen“ und Large Language Models.

      53 min
    • Thinking Nature
      Thinking Nature lautet der Titel einer Vortrags- und Workshopreihe, die seit 2025 im Rahmen des Forschungskreises “Poststrukturalismus, Gender Theory, Psychoanalyse” am Institut für Philosophie an der Universität Wien stattfindet (Kuratierung: Eva-Maria Aigner und Ralf Gisinger). Am 16. Oktober 2025 war Didier Debaise zu Gast der Reihe mit seinem Vortrag: „From Nature to the Earthbounds: Rethinking the Adventure of the Moderns“. Die Sendung stellt das Projekt von Thinking Nature vor und lässt anschließend die Hörenden an dem Vortrag teilhaben.
      Sendungsgestaltung: Heidi Wilm
      Musik: „Home We’ll Never Go (A Brothers Tale) + „Meet Me At The Station”, © Moniker Music
      Bild: “Thinking Nature”, © Evi Jägle.
      Infos zum Research Circle: https://poststrukturalismus.univie.ac.at
      57 min

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