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Orange 94.0 episodes

  • Wrapper Money from Lagos, Nigeria

    Building the Bridge – Afrikanische Mode in Österreich!

    In unserem neuesten Interview sprechen wir mit Modedesignerin Patricia Odiase. Sie erzählt uns, was es bedeutet, ein *interkontinentales Business* zu führen und wie sie ihre Tanten aus Nigeria über Umwege zur Designerin gemacht haben. Wir sprechen über die Herkunft der *Wax Prints* und fragen nach, wer an dem millionenschweren Geschäft der afrikanischen Mode eigentlich wirklich mitverdient.

    36 min
  • Alles Walzer? Alles Afrobeat! / Ö1 Moment

    Die Wiener Ballsaison: Alles Walzer? Nicht unbedingt. Denn beim Ebony-Ball am kommenden Samstag dominieren Afrobeats. Dieser Ball wird von Vertreterinnen und Vertretern der afrikanischen Community in Österreich organisiert. Gezeigt wird die reiche Diversität Österreichs – aber auch, wie divers die afrikanische Community in sich selbst ist. 70.000 Menschen, die auf dem afrikanischen Kontinent geboren sind, leben in Österreich – plus ihre Nachkommen in zweiter und dritter Generation. Der Ebony-Ball vernetzt eine Community, die es satt hat, ständig mit „Hunger in Afrika“ und „Drogendealern in Wien“ assoziiert zu werden. Moment war bei den Vorbereitungen für den Ball dabei.

    Diese Radiosendung stammt aus der Ö1-Sendereihe Moment, ausgestrahlt wurde sie am 2. März 2026.

    Gestaltung: Joshua Mingers

    25 min
  • O94News – Wöchentlich aus Wien und der Welt vom 3.4.2026

    Themen: Wiener Aktionsplan gegen Rassismus | 61. Todestag von Ernst Kirchweger | Kreislaufwirtschaft als Hebel im Klimaschutz

    Sendungskoordination: Stefan Resch

     

    Wiener Aktionsplan gegen Rassismus

    In der Schule, im Gesundheitssystem, bei der Wohnungssuche… Struktureller Rassismus ist auch in einer vielfältigen Stadt wie Wien ein Problem. Dagegen möchte die Stadt mit einem neuen Aktionsplan vorgehen, der unter Mitarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen ausgearbeitet wurde. Am 23. März 2026 lud die Stadt Wien erstmals in den Festsaal des Rathauses zur jährlichen Veranstaltung „Wien gegen Rassismus“, um über den Plan zu diskutieren. Aufnahmen von der ganzen Veranstaltung können hier nachgehört werden.

    Beitragsgestaltung: Simon INOU

     

    61. Todestag von Ernst Kirchweger

    Am 2. April 1965 starb Ernst Kirchweger an den Verletzungen, die ihm ein Neonazi zwei Tage zuvor bei einer Demonstration zugefügt hatte. Er gilt als das erste politische Todesopfer Österreichs nach 1945. Am 61. Jahrestag von Kirchwegers Tod kamen rund 60 Menschen zusammen, um neben der Staatsoper, nahe dem Schauplatz des tödlichen Angriffs auf den damals 67-jährigen ehemaligen Widerstandskämpfer, an ihn zu erinnern. Kritik wird dabei besodners am offiziellen Gedenken laut: Während Kirchwegers nur mit einem kleinen Stein der Erinnerung vor dem Café Sacher gedacht wird, ist der Platz unmittelbar daneben nach Herbert Karajan benannt, einem NDSAP-Mitglied.

    Beitragsgestaltung: Stefan Resch

     

    Kreislaufwirtschaft als Hebel im Klimaschutz

    Österreich hat heuer bereits am 2. April seinen Welterschöpfungstag erreicht, was zeigt, wie dringend ein Umdenken beim Ressourcenverbrauch nötig ist. Ein Mediengespräch von „Diskurs – Das Wissenschaftsnetz“ und Global 2000 beleuchtet das Potenzial der Kreislaufwirtschaft: ein Wirtschaftsmodell, das weit über bloßes Recycling hinausgeht und auf Suffizienz, Langlebigkeit und Reparierbarkeit setzt.

    Beitragsgestaltung: Ines Stiermeier

    30 min
  • Rinderversteigerungen in Österreich

    Augenzeugenberichte

    In 13 Versteigerungshallen österreichweit finden laufend Versteigerungen von Zuchtstieren, schwangeren sogenannten Kalbinnen und Nutz- oder Zuchtkälbern statt, wie die Branche zu diesen Tieren sagt.

    53 min
  • [O-Ton] Gedenken an Ernst Kirchweger und andere Opfer rechter Gewalt am 2.4.2026 in Wien

    55–60 Personen gedachten am 2. April 2026 in Wien bei der Oper Ernst Kirchweger und aller anderer Opfer rechter Gewalt.

    Ernst Kirchweger war am 2. April 1965 an den Verletzungen gestorben, die ihm ein FPÖ/RFS-Aktivist am 31.3.1965 während einer Anti-Borodajkewycz-Demonstration zugefügt gehabt hatte.

    Aufruf:

    ⇒ https://gfoa.noblogs.org/post/2026/03/15/erinnern-heisst-kaempfen/

    53 min
  • Kollektive Kämpfe – Feminismus in Lateinamerika und der Karibik: Diskussion

    Lateinamerikanische Bewegungen wie Ni Una Menos haben den Feminismus weltweit nachhaltig geprägt. Doch wie wurden sie für feministische Aktivist:innen zu einem Vorbild?

    Der aktuelle Status quo zeichnet jedoch ein anderes Bild: In Argentinien schränkt die Regierung von Milei die Rechte von FLINTA-Personen ein, in Chile und Costa Rica gewinnen rechte Parteien zunehmend an Einfluss. Auch in Europa und den USA sind antifeministische Kräfte auf dem Vormarsch.

    Am Podium werden unterschiedliche Erfahrungen und Wissensformen aus verschiedenen Kontinenten zusammengebracht und diskutiert. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich internationale feministische Allianzen stärken und neu aufbauen lassen.

    Mit:

    Sophia Boddenberg, Journalistin, Buenos Aires

    Marcela Torres Heredia, Pädagogin, Forscherin, Universität Wien
    Moderation: Stefanie Klamuth, Buchhandlung Librería Utopía, Wien

    Die Veranstaltung Kollektive Kämpfe – Feminismus in Lateinamerika und der Karibik hat am 16.03.2026 im Depot – Kunst und Diskussion stattgefunden.

    Bearbeitet von: Selina Berger

    57 min
  • freshVibes 081: Davido, Anti-Rassismus and The Thought of Life

    In unserer April Sendung richten wir den Blick auf die Anti-Rassismus-Messe 2026 in Wien, die als Teil der Austrian Anti-Racism Days Räume für Austausch, Vernetzung und kritische Auseinandersetzung schafft. Im Zentrum stehen Fragen von Gerechtigkeit, Empowerment und kollektiver Verantwortung, getragen von Begegnungen zwischen Aktivismus, Kunst und Community.

     

    Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt ebenfalls auf inneren Prozessen von Veränderung. Hierzu führen wir ein Gespräch mit Okey Anthony Chira über sein neu publiziertes Buch „The thoughts of life: How to die old“. In seinem Buch eröffnet Anthony einen reflektierenden Zugang zum menschlichen Erleben, indem er die Stimmen von Geist, Körper, Spirit und Angst miteinander in Dialog bringt. Es geht um Selbstvertrauen, den Umgang mit Stress und die Frage, wie wir bewusster und verbundener leben können.

    Eine globale Perspektive aus der Musik ist ebenfalls zentral für die Sendung: So werfen wir einen Blick auf das Konzert des nigerianischen Afrobeat Künstlers Davido, der zu den prägendsten Figuren des globalen Afrobeats zählt. Mit über zwei Milliarden Streams, internationalen Chartplatzierungen und ausverkauften Shows hat er maßgeblich dazu beigetragen, den Sound aus Nigeria weltweit sichtbar zu machen.

    Neben den Tracks von Davido gibt es in der Sendung noch weitere freshe Sounds vom afrikanischen Kontinent und der Diaspora passend zum Frühlingsstart genau richtig, um mit guten Vibes in die wärmere Jahreszeit zu gehen, also seid dabei.

    58 min
  • BOUNCE BACK – Stark bleiben, wenn’s schwierig wird. Teil 1

    Was hilft, wenn alles zu viel wird? Wie geht man mit Stress, Druck oder Problemen im Alltag um? Genau darum geht’s bei BOUNCE BACK – und vor allem darum, wieder aufzustehen, wenn etwas nicht so läuft wie geplant.

    In insgesamt 11 Radio- und Podcast-Workshops an Wiener Volks- und Mittelschulen haben Schüler:innen ihre eigenen Antworten auf diese Fragen gefunden – und hörbar gemacht. Sie erzählen von stressigen Momenten im Schulalltag, diskutieren über Herausforderungen, teilen persönliche Erfahrungen und zeigen, was ihnen hilft, stark zu bleiben. Dabei ist eine bunte Mischung entstanden: ehrliche Gespräche, kreative Geschichten, selbstgemachte Jingles, Rap und Musik. Es geht um „Safe Places“, ums Zusammenhalten, ums Durchatmen – und darum, an sich selbst zu glauben.

    Das Projekt BOUNCE BACK unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, wichtige Life-Skills zu entwickeln: Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen und einen guten Umgang mit Gefühlen. Jede Schule bringt dabei ihre eigene Perspektive ein – und zeigt, wie unterschiedlich Resilienz aussehen kann.

    Beteiligte Schulen:

    • VS Jochbergengasse
    • VS Konstanziagasse
    • MS Ökoschule Anton-Baumgartner-Straße
    • Musik- und Informatik-Mittelschule Wendstattgasse
    • NMS Singrienergasse
    • Junior High Brigittenau
    • MS Johann-Hoffmann-Platz
    • VS Johann-Hoffmann-Platz
    • Diese Sendung ist mit Unterstützung der OeAD-Initiative „Kultur:Bildung“ entstanden.

      Link zum Projekt BOUNCE BACK des Europa Büros der Bildungsdirektion für Wien

      57 min
    • Deutscher Imperialismus heute: Über die Gewaltverhältnisse gelebt!

      Deutscher Imperialismus heute:

      Über die Gewaltverhältnisse gelebt!

      Oberst a.D. Roderich Kiesewetter ist keine Gestalt aus den „letzten Tagen der Menschheit“, er heißt nur so, als hätte ihn Karl Kraus erfunden. Herr Kiesewetter ist vielmehr Mitglied des Deutschen Bundestages (für die CDU) und Angehöriger von dessen Auswärtigem Ausschuss. Für den Namen kann er vermutlich nichts; seine Anspruchshaltung wird dem Bild, das Kraus von ihm gezeichnet hätte, dennoch gerecht:

      „Aus meiner Sicht muss unser Ziel lauten, dass Russland verliert und die Ukraine gewinnt. Und dieses Ziel muss man konkret definieren. Dass die Ukraine gewinnen soll, muss heißen, dass sie mindestens ihre Grenzen vom Januar wiederherstellen kann, am besten von 2014. Alles andere ist Sache von Verhandlungen. Dass Russland verliert, heißt: Russland muss sich zurückziehen, muss verlieren lernen wie Deutschland 1945. Es muss Reparationen zahlen und Kriegsverbrecher an ein internationales Tribunal überstellen. Dass Russland verlieren muss, heißt ausdrücklich nicht Regime Change von außen, denn keiner greift Russland an. Russland hat ein Land überfallen, aber die Zukunft Russlands ist Sache der russischen Bevölkerung.“ (24.11.2022)

      https://www.n-tv.de/politik/Russland-muss-verlieren-lernen-wie-Deutschland-1945-article23741918.html

      Russland „muss verlieren lernen wie Deutschland 1945“? Vorbild Deutschland für den guten alten bzw. brandaktuellen Revanchismus? Wie „Deutschland 1945“, also bedingungslose Kapitulation, ein Regime Change von außen, Besatzungsmächte entscheiden über die Zukunft Russlands? Und das alles, wo doch „keiner Russland angreift“, und der Regime Change keiner von außen sein soll? Ziemlich verwirrend. Da ist offenbar die Kriegsgeilheit mit dem Abgeordneten durchgegangen und hat darüber einige Resultate einer genuin deutschen Nachkriegspädagogik zur Kenntlichkeit entstellt, den diesbezüglichen „geheimen Lehrplan“ gewissermaßen bloßgelegt. Russland heute „wie Deutschland 1945“? Samt Reparationen und womöglich Bewältigung? Echt jetzt? Nun gut:

      Warum hat Deutschland eigentlich damals keine Reparationen an die Sowjetunion gezahlt? Warum hat Deutschland Reparationen an Israel bezahlt? Hat sich die frischgebackene Bundesrepublik nach 1945 doch der Auffassung ihres Rechtsvorgängers angeschlossen, und den Völkermord an den Juden als „Krieg“ des damaligen deutschen gegen das jüdische Volk sanktioniert, so dass nach der Niederlage gegen eine internationale Koalition Reparationen fällig waren? Und vor allem – warum haben die USA im weiteren Verlauf Reparationen an Deutschland gezahlt? Fragen über Fragen … glücklicherweise muss Herr Kiesewetter sich darüber nicht den Kopf zerbrechen; sein Job besteht schließlich darin, heutige Ansprüche vorzutragen.

      Einen Vergleich mit 1945 kann man auch etwas anders akzentuieren, so Jens van Scherpenberg in seinem Buch „GrossMachtSucht“, Westend Verlag 2026:

      „Achtzig Jahre nach dem katastrophalen Scheitern des Nazi-Versuchs, mit rücksichtsloser militärischer Gewalt eine Neuordnung Europas unter deutscher Herrschaft durchzusetzen, wurde der russische Krieg gegen die Ukraine für Deutschland zum – zwar nicht bestellten, aber durchaus willkommenen – Anlass, über seine ohnehin gegebene Stellung als wirtschaftliche Vormacht in Europa hinaus nun auch die Führung als Militärmacht auf dem europäischen Kontinent anzustreben. Mit der ‘Zeitenwende’ und erst recht mit dem Verschuldungsbeschlüssen vom März 2025 wurden die bisherigen Konstanten deutscher außenpolitischer ‘Zurückhaltung’ als entbehrlich abgehakt. Die beschleunigte Modernisierung und Aufstockung von Personal, Waffensystemen und sonstiger Ausrüstung der Bundeswehr verträgt keine finanziellen Schranken mehr …“ (Klappentext)

      *

      Herrn Kiesewetters Begeisterung datiert aus der Kriegseuphorie des Jahres 2022. Seither hat sich einiges getan. Denn damals war, verglichen mit heute, die westliche Welt noch in Ordnung. Unter Präsident Biden haben die USA in guter bisheriger Tradition darauf bestanden, dass das Recht zum Krieg ein Monopol „des Westens“ unter amerikanischer Führung zu sein und zu bleiben hat, dass der „völkerrechtswidrige, verbrecherische Angriffskrieg“ ein Privileg westlicher Staaten bzw. Verbündeter zu sein und zu bleiben hat, und dementsprechend der russische Angriff als Verbrechen gegen die internationale Ordnung zu werten und zu bekämpfen sei. Darauf bezieht sich damals der nassforsche Herr Kiesewetter mit seiner Forderung nach dem Endsieg; Deutschland, als in Europa maßgebliches Subjekt „des Westens“, muss endlich wieder mal einen Krieg in der Ukraine gewinnen. Nichtsdestotrotz war der russische Angriff und die danach beschlossene deutsche „Zeitenwende“ der erste Schritt in ein wachsendes deutsch-europäisches Dilemma.

      Zum Thema deutscher Imperialismus heute eine Empfehlung für zwei aktuelle Publikationen:

      Deutscher Notstand (I): Der Angriffskrieg

      „Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 setzt dem Konzept der friedlichen Eroberung des Kontinents durch die EU – und damit durch die deutsche Führungsmacht – ein Ende. Das von der NATO unter US-Führung über die Staatenwelt verhängte, wo immer nötig mit Gewalt zur ­Geltung gebrachte Gewaltverbot für alle anderen Staaten – ausgenommen Verbündete mit amerikanischer Lizenz – hat die russische Großmacht nicht davon abgehalten, den Aufbau und die westliche Aufrüstung eines in EU und NATO faktisch integrierten Feindstaates, der gegen die russische Bevölkerung im Osten auf seiner ‘territorialen Integrität’ besteht, im russischen ‘Nahen Ausland’ mit Krieg zu stoppen. [„Faktisch integriert“ in EU und NATO meint hier die Bequemlichkeit der Westmächte, sich selber bei der Benutzung der Ukraine auf nichts verpflichtet zu haben: „Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.“ (Oberst Reisner)] Die Geltung dieses Gewaltverbots aber war es gerade, die den ökonomischen Potenzen der kapitalistischen Mächte Europas – ihrer Verfügung über den kontinentalen Markt, über exportwilliges und -fähiges Kapital sowie Kredit – die Qualität einer politischen Zwangsgewalt in Form eines ökonomischen Sachzwangs verschafft hatte, die den für die EU-Erweiterungen vorgesehenen Staaten keine Wahl ließ. Unter der Bedingung entschiedener Gewaltverhältnisse blieb den Staaten in Westeuropa, nach dem Ende des Sowjetblocks auch denen im Osten nichts anderes übrig, als ihr nationales Heil in der Beteiligung an der kapitalistischen ­Konkurrenz auf dem europäischen Markt zu suchen, den eben die überlegen konkurrenz­fähigen EU-Mächte in Besitz hatten. Die haben den Akkumulationsraum ihres Kapitals Zug um Zug erweitert, die Märkte ihrer Kandidatenländer besetzt und übernommen, indem sie diese Staaten wirtschaftlich öffneten, sie in ihren Block eingliederten und dem eigenen, europäischen supranationalen Recht unterwarfen.

      Es ist diese ihre Macht, den Kontinent mittels ökonomischer Potenzen auch politisch zu beherrschen, die die dominierenden EU-Staaten durch Finanzierung und Be­­waffnung der ukrainischen Gegenwehr gegen die russische Invasion unter dem Namen einer ‘europäischen Friedensordnung’ verteidigen. Der zivile Imperia­lismus der europäischen Mächte braucht nun doch einen Krieg und eine russische Niederlage – ‘Gewalt darf sich nicht lohnen!’ –, damit die Funktionalisierung der europäischen Staatenwelt für die Vormächte der EU innerhalb und außerhalb ihrer Union weiterhin alternativlos und friedlich bleibt.“ [Achtung, Ironie – der friedliche Weg ist zu Ende.]

      (GegenStandpunkt 1-26: Zweimal Notstand: Das Vaterland retten – auf rechts oder auf ganz rechts
      https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/zwei-fassungen-nationalem-notstand)

      Die Öffentlichkeit in Westeuropa hält den Anschluss der Trümmer des ehemaligen Ostblocks an die EU ohnehin für nicht weiter begründungsbedürftig, weil ebenso sachzwang-artig wie grundvernünftig. Dass diese EU-Erweiterung in den betroffenen Ländern jede Menge Erweiterungsverlierer produziert, dass sich die politischen Kräfte in den dadurch erzeugten Auswanderungsländern spalten und über den Weg der Nation und den Umgang mit den europäischen Diktaten in die Haare kriegen, das wird von aufgeklärten Betrachtern außerhalb gern auf die Unvernunft und den – nur in diesen Ländern! – völlig unberechtigten Nationalismus zurückgeführt, denen die EU-Vormächte den Segen der Unterwerfung unter die übernationalen europäischen Vorschriften und Vorgaben erst noch beibringen müssen. Der Promi unter den Aufmüpfigen ist natürlich Viktor Orban, der aus der ungarischen Staatspleite des Jahres 2008 – übrigens zeitgleich mit der Pleite der Ukraine – gelernt hat, dass die Unterwerfung unter die Regularien des Binnenmarktes, die von den etablierten europäischen Mächten zum eigenen Nutzen gesetzt wurden, den nationalen Niedergang bedeuten; übrigens ohne eine praktikable Alternative anbieten zu können. Denn ob die Unterstützung von Americafirst für ein Land wie Ungarn so eine Alternative werden oder wenigstens eine voranbringen könnte, muss sich erst erweisen. Jedenfalls, der status quo ante:

      „Den Krieg der Ukraine gegen die Invasion finanzieren und lenken die NATO-Staaten zunächst gemeinsam; an vorderster Front die amerikanische Weltordnungsmacht, die das von ihr beanspruchte Monopol auf den Gebrauch militärischer Gewalt vom russischen Krieg herausgefordert sieht. Im Ringen um die Behauptung dieses Monopols stellen sich die USA de facto hinter den Machtanspruch der EU gegen Russland auf ihrem Kontinent und verschaffen deren Engagement gegen die russische Atommacht die nötige atomare ­Rückendeckung. So macht(e) sich für Deutschland – noch einmal – seine Ein- und Unterordnung in das US-Weltkriegsbündnis bezahlt.

      Dass Deutschland selbst bis in die Eigenart seiner Rüstung und die damit definierten militärischen ‘Fähigkeiten’ auf ein autonom handlungsfähiges Militär – vor allem auf eigene Atomwaffen – verzichtet, dass es seine Ge­­waltmittel überhaupt nur im Rahmen und als Teilstreitmacht in Bündniskriegen unter US-Kommando zum Einsatz bringen, also unmöglich als Gewaltkonkurrent der USA auftreten kann, das sichert(e) der westlichen Führungsmacht die unverbrüchliche Treue ihres deutschen Verbündeten – und diesem die Solidarität der Supermacht gegen die Gewalt imperialistischer Konkurrenten. Noch einmal: Deutschland – im Kollektiv der westlichen Ordnungs- und Aufsichtsmächte – akzeptiert für sich eine beschränkte militärische Souveränität, und erntet damit die Beschränkung der Souveränität aller Staaten, mit denen es zu tun hat.“ (ebd.)

      Deutscher Notstand (II): Americafirst

      Aus: GrossMachtSucht, von Jens van Scherpenberg, S. 189 ff. Westend Verlag 2026

      „Dass ein erneuter Wahlsieg Trumps … Deutschland wieder … in einige außenpolitische Verlegenheit bringen könnte, war in Politik und Öffentlichkeit erwartet worden. Wie radikal … darauf hätte allenfalls das umfangreiche Programmdokument ‘Project 2025’ Auskunft geben können. … Trump hatte sich im Wahlkampf pro forma distanziert. … Mit seiner Absage an die ‘westliche Wertegemeinschaft’, an internationale Verträge und Bündnisverpflichtungen, an alles, was bislang die von den USA maßgeblich garantierte ‘regelbasierte Weltordnung’ ausmachte, stellt Trump klar, dass er auf der Grundlage der fraglosen militärischen Überlegenheit der USA und der auf dem Dollar als Weltwährung gegründeten Wirtschaftspotenz auf absoluter Freiheit in der Definition und Durchsetzung amerikanischer Interessen besteht. Was nützt, was lohnend ist bzw. durch ‘Deals’ lohnend gemacht werden kann, wird von Fall zu Fall entschieden. Das hat nichts mit ‘Isolationismus’ oder Rückzug zu tun. … Statt die Welt in Gut und Böse aufzuteilen, sortiert die Trump-Regierung sie offen nach dem Kriterium der Großmachtrivalität.

      Russland ist von daher für Trump mit seiner Nuklearmacht zwar eine respektable Großmacht, die aber gar nicht in der Lage ist, der amerikanischen Weltstellung in die Quere zu kommen. Seine konventionellen Streitkräfte sind weit davon entfernt, globale Machtprojektion zu ermöglichen, und seine Nuklearwaffen taugen letztlich nur dazu, die eigene Existenz zu sichern. Gegen diese Macht lohnt es nicht, amerikanisches Geld und Waffen einzusetzen. Dass Putin in seinem ‘nahen Umfeld’ keinen zum antirussischen Bollwerk hochgerüsteten Feind wie die Ukraine dulden will, ist für einen Präsidenten, der sich die Erneuerung der Monroe-Doktrin auf die Fahnen geschrieben hat und Anspruch auf Grönland und die Panamakanalzone erhebt, ohnehin nur zu verständlich. Zudem gehört Russland nicht zu den Ländern, die sich durch hohe Exportüberschüsse im bilateralen Handel an den USA bereichern. Und nicht zuletzt teilt Putin ja auch die ‘Werte’, die Trump und seine MAGA-Bewegung mit ihrer ‘konservativen Revolution’ verfolgen. …

      In dieser Konstellation gelten die Europäer nicht nur als unerträgliche Schmarotzer, deren Kapitale sich unter dem Schutz der amerikanischen Militärmacht und auf Kosten amerikanischer Unternehmen weltweit, nicht zuletzt auf dem amerikanischen Markt selbst bereichern. Sie sind durch ihre immer eigenmächtigeren Großmachtambitionen auch noch höchst ärgerliche Störenfriede bei Trumps Bemühungen, mit Putin den Ukrainekrieg zu beenden. Denn sie haben diesen Krieg, der für Trump ein Nebenschauplatz ist, auf dem amerikanische Ressourcen vergeudet werden, zum Hauptschauplatz erklärt, auf dem sie ihre ‘europäische Friedensordnung’ gegen die Großmacht Russland verteidigen wollen. Sie haben – so sieht es Trump – die USA instrumentalisiert für die Ausweitung der unter diesem Titel firmierenden EU-Einflusszone auf alle noch nicht eingemeindeten Staaten im Osten Europas von der Ukraine bis zum Kaukasus. Damit soll Schluss sein.“

      (GrossMachtSucht, Jens van Scherpenberg, Westend Verlag 2026. Eine Rezension: https://www.socialnet.de/rezensionen/34194.php)

      „Auf der bisherigen Basis ‘des Westens’ hat Deutschland seinen europäischen Block und die deutsche Führungsrolle in ihm immer weiter ausgebaut, dem großen amerikanischen Verbündeten auch wirtschaftlich, mit dem Euro sogar auf dem Feld der Währungen Konkurrenz gemacht und sich als inzwischen global gewichtige EU- und NATO-Macht konstruktive und ­lohnende Beziehungen zu Staaten wie Russland und China auch dann noch geleistet, als die USA diese schon als Weltmachtrivalen in Schach und klein zu halten bemüht waren.

      Das alles klappt auf einer prekären Grundlage: Die wirtschaftlichen Zwangs- und Erpressungsmittel funktionieren erstens nur unter der Voraussetzung der allseitigen Respektierung der etablierten internationalen Gewaltverhältnisse, die Deutschland nicht ga­­rantieren kann; sie funktionieren zweitens schon innerhalb der EU nur in der Form von Kompromissen und Tauschgeschäften, die eine definitive Unterordnung und eine einseitige Indienstnahme der Partner für deutsche Größe nicht zulassen. Die deutsche europäische Führungs- und ‘globale Mittelmacht’ hat, nutzt und beansprucht somit längst einen Status in der Hierarchie der Mächte, den sie mit eigenen Mitteln überhaupt nicht untermauern, nicht garantieren kann, hat über ihre Verhältnisse gelebt.“

      [Das deckt US-Präsident Trump brutal auf, indem er mit Beginn seiner zweiten Amtszeit dem Schlachten in der Ukraine den Status eines Weltordnungskrieges und den europäischen Verbündeten damit den Status mit-weltordnender Mächte aberkennt. Er sucht einen eigenen Frieden mit Russland … Den Europäern entzieht er schrittweise die Unterstützung und Rückendeckung für ihre indirekte Konfrontation mit Russland und manövriert damit besonders die Führungsmächte in die prekäre Rolle der eigentlichen Feinde Russlands, die entweder die Konfrontation und damit ihren Anspruch auf die europäische Ordnung über die EU hinaus aufgeben, oder sie mit eigenen Mitteln und auf eigenes Risiko bestehen müssen. Zweiteres können sie sowohl wegen ihrer NATO-arbeitsteilig beschränkten militärischen Potenzen, denen vor allem die atomare Eskalationsfähigkeit abgeht, als auch wegen des unfertigen Zustands ihrer Union als Kriegssubjekt – und so etwas braucht schon ein einheitliches Kommando – hier und heute und noch eine ganze Weile lang nicht.“ (GSP 1-26) Darüber hat sich Trump die längste Zeit empört: Europa unter dt. Führung kassiert – besser: monopolisiert – die „Friedensdividende“ nach dem Abgang der Sowjetunion, durch die diversen Osterweiterungen, alles auf Basis amerikanischer Gewaltrückendeckung, und wächst dadurch immer mehr auf die berühmte „Augenhöhe“ mit den USA.]

      „Putins Krieg und Trumps Wende untergraben das Fundament der ­bisherigen weltpolitischen Rolle Deutschlands: Nämlich die von der US-geführten NATO realisierte Relativierung der Souveränität aller Nationen; vereinbart erstens zwischen den bisherigen Verbündeten in Form ihrer kollektivierten Militärmacht, zweitens per Abschreckung erzwungen gegenüber dem Rest der Welt. Auf Basis der grundsätzlichen Orientierung militärischer Gewaltanwendung durch das westliche Bündnis auf die Erzwingung eines zivilen Verkehrs zwischen den anderen Nationen der Welt – das ist die berühmte „regelbasierte Weltordnung“ – hat Deutschland sich erstens die europäische Staatenwelt erschlossen, die Europäische Union wirtschaftlich dominiert und in Kooperation mit den anderen Vormächten dirigiert. Zweitens konnte es sich, auf seine europäische weltweit zweitwichtigste Wirtschaftsregion gestützt, als Repräsentant Europas fast gleichrangig den globa­­len Mächten USA, Russland, China, dem Rest der Staatenwelt sowieso gegenüberstellen. Jetzt steht der gewaltsamen Selbstbehauptung Russlands keine einige NATO mehr gegenüber, die dem Rivalen Krieg und Kriegserfolge verwehrt; der US-Präsident seinerseits hat zwar überhaupt kein Problem mit dem Einsatz kriegerischer Gewalt, er hat nur nichts mehr übrig für eine kollektivierte westliche Gewalt und deren Einsatz für eine globale Gewaltordnung: Das nötigt alle Staaten, setzt sie aber auch frei, den Respekt vor ihren vitalen Interessen mit der militärischen Gewalt zu erzwingen, die sie selbst aufbringen können. [Jeder Mickerstaat in Asien zwischen Afghanistan und Thailand und darüber hinaus kalkuliert inzwischen offensichtlich sein Verhältnis zu seinen Nachbarn ganz neu durch, territorial und gewaltmäßig. Auch dem Standpunkt der alternativlosen, insofern freiwilligen Unterordnung der europäischen Staaten unter das supranationale Regime ihrer Union, den die BRD geltend gemacht hat und dem sich die Mitgliedsländer weitgehend anbequemt haben, ist damit der Boden entzogen: Der innere Zusammenhalt und die Disziplin in der EU werden zweifelhaft. Inzwischen weigern sich drei Länder der EU, ihren Beitrag zur Weiterfinanzierung der Ukraine zu tragen, der notorische Orban blockiert die Freigabe der bereits beschlossenen Mittel. Die Euro-Großmächte selbst zweifeln womöglich perspektivisch an der eigenen, maßlos strapazierten Kreditwürdigkeit und wollen die von Europa beschlagnahmten russischen Staatsgelder zur Finanzierung des Ukraine-Krieges mehr als bisher verwenden, was aber schon wieder eine EU-interne Uneinigkeit aufzeigt.]

      Es ist nicht einmal mehr in Stein gemeißelt, dass und wie die Union überhaupt zusammengehalten und die deutsche Führungsrolle in ihr behauptet werden kann: Ohne die Relativierung der nationalen Souveränitäten durch das amerikanische Weltkriegsbündnis ist Deutschland mangels militärischer Macht dem eigenen Erfolgsanspruch nicht gewachsen.

      https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/zwei-fassungen-nationalem-notstand

      *

      Wenigstens auf Oberst a.D. Kiesewetter ist Verlass. Der lässt sich vom Schwenk der USA nicht übermäßig beeindrucken, und ortet eine vorwärtsweisende Verlässlichkeitslücke in Sachen atomare Abschreckung:

      „Russland und USA stehen auf einer Seite gegen die Ukraine, und das können wir natürlich nicht zulassen“ – weil sie damit gegen das deutsche Interesse an der Ukraine stehen – „Deutschland brauche Verlässlichkeit bei der Abschreckung mit Atomwaffen“ (Kiesewetter am 16.2.2026)

      https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:a143de76d14e87d7/

      Deutschland braucht Verlässlichkeit bei der Abschreckung mit Atomwaffen; woher soll die kommen? Das wird schon noch.

      25 min
    • „Álex Ubago“ Alejandro Martínez de Ubago Rodríguez, Cantante y compositor español.

      Álex Ubago comenzó a componer por pura diversión. Fue así como dio sus primeros pasos en la música. A los quince años de edad, poseía un repertorio inédito de canciones de su autoría. Por timidez no se atrevía a sacarlas, para que otros las escucharan.

      Consciente de su talento, empezó a buscar los medios para darse a conocer. Deseaba llegar, de alguna manera, a la escena musical. Continuó escribiendo y, de esos momentos de inspiración, surgieron temas que luego impulsarían su carrera artística.

      La gira de conciertos por Europa del 25 aniversario de Álex Ubago es un evento muy especial dentro de su carrera, porque celebra 25 años desde el lanzamiento de su primer álbum ¿Qué pides tú? (2001), el disco que lo hizo famoso en todo el mundo hispano.

      El concierto del 25 aniversario es un viaje nostálgico. En cada show:

      • Interpreta todo su álbum debut completo
      • Incluye grandes éxitos de su carrera
      • Canciones emblemáticas que forman parte del repertorio:

        • “Sin miedo a nada”
        • “A gritos de esperanza”
        • “Aunque no te pueda ver”
        • “¿Qué pides tú?”
        • Todo esto acompañado por su banda en directo, recreando la esencia original pero con una producción actual.

          La gira europea del 25 aniversario de Álex Ubago es el punto de partida de un recorrido internacional lleno de nostalgia, donde revive su historia musical y reconecta con el público que creció con sus canciones.

          El cantautor español Álex Ubago vuelve a emocionar a su público europeo con un especial íntimo en el reconocido espacio musical Latin Lounge, donde repasó sus grandes éxitos en un formato cercano y lleno de sensibilidad.

          Este encuentro musical marca antesala de lo que será su esperada llegada a Viena, donde muy pronto sus seguidores podrán disfrutar en vivo de su inconfundible estilo romántico, en una noche que promete nostalgia, emoción y conexión directa con el público.

          Redaccion : Bethy De La Cruz

          Latin Lounge

          la Radio Latina en Viena

          58 min

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