Orange 94.0

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Orange 94.0 episodes

  • Altera Amazonia – wenn Stoffe erzählen

    Die Ausstellung „Alerta Amazonia“ zeigt Arpilleras – kunstvolle Wandteppiche mit Patchwork-Stickereien – aus der brasilianischen Amazonasregion. Die Exponate wurden von Frauen der brasilianischen Organisation Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) geschaffen und sind Zeugnisse ihrer Erfahrungen mit der Klimakrise und sie umgebenden Umweltzerstörung. Sie erzählen eindringlich Geschichten von Schmerz, Widerstandsfähigkeit und Widerstand.

    Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung waren Cleidiene Vieira und Sueyla Malcher Bezerra von MAB im November 2025 in Österreich und im Studio, um bei den Women on Air über ihre Arbeit zu sprechen. Eine weitere Ausstellung ist vom 20.02.-26.04.2026 in der Votivkirche in Wien zu sehen.

    Die Ausstellung wird von horizont3000 präsentiert und findet im Rahmen des Projekts „Climate Justice for the Amazon People” statt, das vom Österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft; der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar und Sei so frei Salzburg finanziert wird.

    Mehr Infos: https://www.alertaamazonia.com

    Musik:

    Povoada – Sued Nunes

    Esse rio é minha rua – Fafá de Belém

    Sendungsgestaltung und Foto: Ulrike Bey

    Sprache: Deutsch und Portugiesisch

    57 min
  • Kremlsprech, Lügen und Radio

    Eine mit „AL“ von coloRadio Dresden gezeichnete Kritik hat sich zu Wort gemeldet (https://www.freie-radios.net/140781); ich war – fast – schon angenehm überrascht, weil diesmal die Bekundungen des Missfallens ausführlicher formuliert sind; und nehme die Einwände hiermit auf. Inzwischen ist über Umwege ein formeller „Löschantrag“ von AL auch bei mir gelandet. In diesem Löschantrag sind – auch – die mir schon bekannten Einwände enthalten, und nachdem ich mit der Antwort auf diese Kritik so gut wie fertig war, teile ich mal diese Antwort mit; den vollständigen Löschantrag lese ich später. (Da ich persönlich angesprochen wurde, antworte ich ebenso.)

    Dazu noch in eigener Sache: Ich habe keine Ahnung, wie das auf freie-radios.net läuft. Ich weiß also nicht, ob ich diesen Beitrag dort überhaupt noch hochladen kann bzw. wer ihn zur Kenntnis nehmen kann. Insofern eine Bitte: Falls AL mit diesem Antrag Erfolg hat, interessiert mich natürlich, ob es andere Plattformen gibt, auf denen ich meinen Podcast publizieren könnte. Bitte um Nachricht.

    Kremlsprech, Lügen und Radio

    (Die Einwände von AL sind kursiv):

    Lügen und Kremlsprech passen in die Weltwoche, aber nicht auf freie-radios.net Du kannst Deine geopolitische Analyse, welche sich nicht um das menschliche Individuum kümmert, gerne bei der Weltwoche einreichen, aber auf freie-radios.net passt es nicht.

    Na ja, eine „geopolitische Analyse“ hat einerseits einen anderen Gegenstand als „das menschliche Individuum“. Andererseits ist das „menschliche Individuum“ in meinen Analysen ständig präsent, allerdings in der für die Betroffenen unangenehmen Ausprägung: Nämlich als Menschenmaterial der politischen Herrschaft, als Volk, das von der politischen Macht, den Machthabern – ob demokratisch gewählt oder nicht – benutzt wird, zum eigenen Schaden und zum Schaden fremder Völker. Was könnte damit gemeint sein? Nun, AL, Dir ist doch geläufig, wie das gute, brave deutsche Volk, bestehend aus lauter menschlichen Individuen, aktuell von seiner demokratisch gewählten Regierung kritisiert wird: In seiner Eigenschaft als Arbeitskraft ist es zu teuer und zu faul („Lifestyle-Teilzeit“, wo die Leute doch zum Arbeiten da sind!), weswegen „die Wirtschaft“ zu wenig wächst; in seiner Eigenschaft als unproduktiver Sozialfall verbraucht es erst recht viel zu viel Geld, das der deutsche Staat für Waffen braucht; und in seiner Eigenschaft als Kanonenfutter ist es noch nicht einmal wehrpflichtig und braucht viel Berlinsprech, um seinem angeblichen Mangel an Kriegswilligkeit („Kriegstüchtigkeit“) abzuhelfen. In dieser Form – als Betroffene und Opfer – kommen in meinen Beiträgen die „menschlichen Individuen“ ständig vor, notgedrungen.

    Diese Lügen (Deine „Argumente“) speisen sich aus der Weltwoche. Die Weltwoche, die Du 3x im Beitrag als einzige Quelle nennst, ist ein Magazin, das, wie jeder weiß, Kremlpropaganda verbreitet.

    Zur Info: Die „Weltwoche“ ist eine Wochenzeitung aus der Schweiz, die sich viel auf ihren Pluralismus zugute hält, ebenso wie auf ihre Vorwürfe gegen die – ich nenn’ es halt mal so – etablierten Medien, die Mainstream-Medien, die Lügenpresse usw.; gemeint sind die Medien, die sich als Sprachrohre der europäischen Großmächte betätigen, die Berlinsprech und Brüsselsprech verbreiten. Insofern liest man in der „Weltwoche“ auch Beiträge, die in ebendiesen Medien nicht vorkommen oder nur am Rand – zum Beispiel liest man über den europäischen Umgang mit der Meinungsfreiheit von Leuten, die den Berlinsprech, den Brüsselsprech etc. über den Ukraine-Krieg nicht fugenlos nachplappern. (Mich betrifft das nicht, dazu sind meine Beiträge zu unwichtig, auch wenn Du sie gern aus der kleinen Welt der „Freien Radios“ entfernen möchtest. Nebenbei, wozu denn noch „Freie Radios“, wenn Du dort nur die Propaganda konsumieren willst, die eh’ woanders hinlänglich verbraten wird?) Die „Weltwoche“ ist nicht meine einzige Quelle; die Quellenlage ist allerdings beim Ukraine-Krieg tatsächlich ein Problem, als die „Lügenpresse“ ihr Gewerbe gern durch gezieltes Verschweigen betreibt: Der hiesige ORF hält jede Wortspende von Herrn Selenskyj für Offenbarungen, über die Positionen des Kreml erfährt man da so gut wie nichts, es sei den was Verurteilendes aus den Mündern unglaublich glaubwürdiger europäischer Politiker, oder gleich und pauschal unter „Desinformation“. Und, ja, da hast Du recht, in der „Weltwoche“ kommen doch tatsächlich manchmal auch russische Politiker und Experten – was es nicht alles gibt! – im Original zu Wort, also in Deiner Diktion: Kremlpropaganda. Auch Kriegskritiker aus Europa können dort publizieren, wie Oscar Lafontaine. Wenn man sich darüber informieren will, ist man halt verarscht, wenn man sich auf die etablierten Medien beschränkt. Und wenn die Positionen des Kreml ohnehin so offenkundig aus Propaganda bestehen, warum dann die europäische Zensur von „Russia Today“? Der „mündige Bürger“ – wieder mal überfordert und daher eine gefährdete und schutzbedürftige Art?

    [A propos – was hältst Du von folgenden Hinweisen: „Sorry, the EU has no right to cry ‚McCarthyism’“ (https://responsiblestatecraft.org/eu-sanctions-trump/) Auf deutsch: “Sorry, die EU hat kein Recht, über ‚McCarthyismus‘ zu jammern” (https://anti-spiegel.ru/2026/sorry-die-eu-hat-kein-recht-ueber-mccarthyismus-zu-jammern/)

    Ich nehme mal an, der link zum „Anti-Spiegel“ disqualifiziert mich und in einem Aufwasch alle meine Beiträge noch entschiedener als die Zitate aus der „Weltwoche“; aber der Genauigkeit halber will ich doch darauf herumreiten, dass Deine höchstpersönliche Abneigung gegenüber einer Quelle keinen einzigen der dort publizierten Berichte widerlegt.]

    Alles eine Frage der Werte. Das stimmt!

    Es ist eben doch entscheidend, um welche Werte es geht. Man kann für Menschenrechte sein oder dagegen. Für Demokratie oder für Diktatur. Menschen als gleich oder ungleich betrachten. Menschliches Leben als schützenswert oder nicht. Für Putin oder gegen Putin sein. Wie aus Deinem Beitrag zu schließen ist, hegst Du Sympathien für Putins Diktatur. Aber diese kannst Du eben auch nur durch Lügen rechtfertigen, wie sie der Kreml benutzt.

    Auch da hast Du was getroffen; ein Bemühen um „geopolitische Analyse“ ist ohne Zweifel etwas anderes als das von Dir verlangte Bekenntnis zu den Glorifizierungen, mit denen sich die westlichen Machthaber selbst feiern und die man als Berlin- und Brüssel- und auch Wiensprech bis zum Erbrechen geliefert bekommt. Als Washingtonsprech mittlerweile übrigens nicht mehr.

    Ist Dir mal aufgefallen, wie billig das Bekenntnis zu „Werten“ ist? Die Machthaber berufen sich drauf – und fertig! Behauptet ist ja nichts weiter, als dass die politische Macht sich in allem, was sie anrichtet, in einer dienenden Position gegenüber höherem Zeug befindet und betätigt. Die machthabenden Wertebeschwörer sind durch diese wohlfeile Masche auf nichts festgelegt und an nichts gehindert. Diese Berufung ist ein funktionales Äquivalent und leistet das, was früher die Berufung auf den lieben Gott erledigt hat – die Macht stellt sich selber unter einen höheren Auftrag und dementiert, sie wäre „bloß“ im eigenen Interesse oder für den „nationalen Egoismus“ tätig. In dieser Hinsicht macht sich, eingeleitet von Mr. MAGA in Washington, ein Reformbedarf geltend; das aktuelle Bekenntnis Friedrich Merzens zur bitter nötigen europäischen Machtpolitik reklamiert inzwischen genau diese Freiheit, das als bloße „Machtpolitik“ gegeißelt wird, sobald sich ein Ausland der eigenen Machtpolitik entgegenstellt, welche natürlich weiter im Namen der Werte agiert, weil die Werte nur von der jeweiligen Macht leben, die sich auf sie beruft. Literatur:

    Die westlichen Werte: Im Faktencheck und in der Praxis. https://cba.media/584940

    Ein weWe im „Faktencheck“: Das Recht auf Meinungsfreiheit: https://cba.media/594629

    Die Werte, auf die sich der Westen – bisher – berufen hat, kreisen allerdings nicht um den Herrgott, sondern um den „Menschen“ und weiter um die Demokratie als die diesem angemessene Variante von Herrschaft. Da will ich Dich wenigstens daran erinnern, dass die real existierenden demokratischen Staaten Deine heftige Abneigung gegen Diktaturen nicht teilen. Die Demokratien kommen außenpolitisch mit Diktaturen bestens zurecht, sofern diese sich nützlich machen. Auch sollen schon demokratische Regimes im Auftrag auswärtiger Demokratien zur Diktatur weiterentwickelt worden sein. Falls Du Dich daran nicht erinnern kannst, solltest Du Dich um andere Quellen umschauen. Gerade durch die exzessiven Hinweise auf Israel als die „einzige Demokratie“ in der von Netanjahu umgestalteten Region hat das Schlagwort „Demokratie“ eine kleine Zuspitzung erfahren bzw. wurde zur Kenntlichkeit entstellt: „Demokratie“ behauptet doch längst nicht mehr, solche Staaten würden sich anders als die viel gescholtenen Diktaturen benehmen; umgekehrt sind Demokratien, weil demokratisch regiert, zu jeder Sauerei berechtigt, die Demokratieanhänger einer Diktatur schwer ankreiden würden – aber nur bei Bedarf, wenn die Diktaturen nicht parieren.

    „Die Wahrheit stirbt zuerst“ (3) Von den Vorzügen der Demokratie. https://cba.media/549372

    Wofür ist man, wenn man „für“ die „Menschenrechte“ ist? Diese – besser „Bürgerrechte“ genannt, denn so „gleich“ sind ausländische Menschen im Herrschaftsbereich der Menschenrechte auch wieder nicht –, sind sehr praktisch wirkende Herrschaftsprinzipien. Damit meine ich die tatsächlich, die verfassungsrechtlich gültig gemachten Rechte und praktisch gültigen Pflichten, mit denen die demokratischen Staaten ihre Untertanen nützlich machen. Diese werden genau dadurch zu „Menschenmaterial“ der politischen Macht, was diese wieder als Dienst an den „Menschen“ feiert. Ich nehme an, auch darin stimmen wir nicht überein. In einer Hinsicht triffst Du was: Durch die Beschwörung von „Werte-Menschenrechte-Demokratie“ heilig(t)en sich – bisher – die Machthaber im Westen selber und alle ihre Werke, und dadurch verteufeln sie ihre Gegner als Verkörperungen des Bösen: Ziemlich primitiver Berlinsprech, Brüsselsprech! Oder?

    Kriegswillig? Widerwärtig und widerwillig!

    Auch deine Wortwahl ist Kremlsprech. Du sprichst von „europäische Koalition der Kriegswilligen“. Das finde ich eine widerwärtige Wortwahl. Kriegswillig ist Putin. Die Ukraine verteidigt sich und seine Menschen vor dem Krieg (auch russischer Angriffskrieg genannt). Andere europäische Regierungen haben erkannt, dass auch andere europäische Länder und ihre Bewohner*innen in den Krieg aus geografischen Gründen hereingezogen werden, wenn die Ukraine verliert. Daher helfen sie etwas bei der Verteidigung. Aber eben eher widerwillig und unzureichend.

    Ich weiß gar nicht, ob die Bezeichnung „Kriegswillige“ ein „Kremlsprech“ ist, denn dass der erwähnte Wille ein Wille zum Krieg bis zum letzten Ukrainer ist, darauf bin ich schon selber gekommen, das ist auch nicht schwer. Da ist Dein Einwand – „widerwärtige Wortwahl“ – ein wenig inkonsistent. Die Beschwörer der Abteilung „Werte-Menschenrechte-Demokratie“ sind doch nach eigener und Deiner Präsentation ausdrücklich im Recht mit ihrem Kriegswillen. Nehme an, Du meinst, ausgerechnet die sich selbst die „Willigen“ nennenden, die wollen eigentlich gar nicht, sie müssen aber, nunmehr aus Gründen der Geografie. Gut beobachtet, denn dass machthabende Werte-Heinis von ihren Werten in den Krieg gezwungen werden – das hat Donald Trump nachhaltig zurückgewiesen. Der hat nicht nur die Werte außer Kurs gesetzt, er hat die Fähigkeit der Ukraine zum Krieg beschädigt, und damit die antirussischen Ansprüche der europäischen „Koalition der Verteidigungskriegswilligen“. Ist Dir aufgefallen, wie offen selbstbezüglich diese Koalitionäre sich und ihre Ambitionen seither vortragen? „Europa“ muss dabei sein, „Europa“ muss mitreden und mitverhandeln, es dürfen nicht USA und Russland ohne „Europa“ eine Nachkriegsordnung ausknobeln usw. Und angesichts des Friedensplans von Trump (https://cba.media/746550) besteht die einzig europäisch machbare Art der Einmischung darin, die Ukraine kriegsfähig halten zu wollen – um dadurch sich wieder einzumischen, in jeden „Deal“ von Trump mit Putin. (https://cba.media/751254).

    Kein Frontstaat in fremden Diensten? Irrt Selenskyj?

    Kremlsprech ist auch, wenn Du die Ukraine auf Selenskyj begrenzt, als ob da nicht andere Menschen leben, die nicht zerbombt werden wollen, die nicht frieren wollen, die nicht flüchten wollen, die nicht gefoltert werden wollen, die endlichen Frieden wollen, die Freiheit wollen. Die Ukraine verteidigt sich daher nicht, weil sie, wie Du es meinst ein „Frontstaates in auswärtigen europäischen Diensten“ sein wollte. Das ist Kremlsprech.

    Ein Beitrag kurz vor Kriegsbeginn: Zur aktuellen Lage in der Ukraine: https://cba.media/538668

    Aktueller: Sicherheitsgarantie: https://cba.media/728830

    Selenskyj und die ukrainischen Menschen: Nun, Selenskyj ist der Staatschef der Ukraine und damit Repräsentant der Ukrainer, der Umstand gilt auch für Putin und die Bewohner der Russischen Föderation. (Ich nehme an, Du wehrst Dich gegen diese Parallele, weil Du das das für ein in einem Fall unverdientes Kompliment hältst; dabei sind damit bloß Tatsachen benannt. Nehme weiter an, dass Du über diese Auffassung auf die Idee kommst, ich hätte Sympathien für „Putins Diktatur“.) Nachdem die Machtverhältnisse in beiden Ländern intakt sind, sind damit auch „die Menschen“ festgelegt; sie müssen mit den Machenschaften und Befehlen der eigenen und fremden Machthaber fertig werden. Dass viele „Menschen“ in der Ukraine den Krieg satt haben, stimmt sicher, aber nachdem die Staatsspitze (derzeit noch) das ganze frühere Staatsgebiet „befreien“ will, müssen diese ukrainischen Menschen mit den Folgen zurechtkommen, und „muss“ der Krieg weitergehen. Nach Lage der Dinge entscheiden die Einzelheiten die auswärtigen Sponsoren; denn alles, was die Ukraine in Sachen Krieg vermag oder eben nicht vermag, ist das Werk auswärtiger Unterstützer. Deswegen ist Selenskyj unermüdlich damit beschäftigt, diesen seinen Hintermännern und -frauen den Nutzen des Krieges für den Westen anzupreisen, neuerdings notgedrungen nur mehr für die EU; eben den Nutzen eines „Frontstaates in auswärtigen europäischen Diensten“ – der Staatschef sieht seine und damit die Perspektive der Ukraine in einem Militärstaat, der sich für „Europa“ nützlich machen muss, um finanziert zu werden. In Deiner Diktion: Damit die Ukraine „sich verteidigen“ kann, ist sie auf das auswärtige Interesse an ihr verwiesen.

    Eine Kremllüge, die Du benutzt ist, dass Russland am 24.2.2022 die Vollinvasion startete, weil die Ukraine die Donbasrepubliken angegriffen hätte. Der Donbas ist ukrainisches Staatsgebiet. Russland begann diesen Krieg im Februar 2014, indem es die Krim annektierte und mit Geheimdienstleuten, Soldaten und Waffen Teile des Donbas besetzte. Das waren keine Separatisten. Die Kremllüge, auf die sich dieser Beitrag bezieht ist, die Ukraine hätte sich nicht an die Minsker Vereinbarung gehalten. Wenn dem so wäre, wäre das trotzdem keine Rechtfertigung für Russland, einen noch größeren Angriff durchzuführen. Die Minsker Vereinbarung war ein Abkommen, zu dem die Ukraine durch ausländischen Druck genötigt wurde und es bezog sich auf ukrainisches Staatsgebiet, was von Russland besetzt war wofür eigentlich alleinig die Ukraine zuständig ist. Russland wollte mit dem Minsker Abkommen mehr Einfluss auf die ukrainische Politik erlangen, als es vorher hatte. Russland hat den Donbas widerrechtlich besetzt und hat damit kein Recht sich diesbezüglich zu beschweren. Dennoch wurde das Abkommen nicht von Russland eingehalten, so wie Russland auch das Budapester Memorandum von 1994 oder die Charta der Vereinten Nationen nicht eingehalten hat. Daher braucht die Ukraine richtige Sicherheitsgarantien und kann auch nicht seine jetzigen Befestigungsanlagen im Donbas verlassen, weil sie sonst zukünftigen russischen Angriffen ungeschützt ausgeliefert wäre. Und damit bin ich jetzt gerade mal auf EINE Folge Deiner Serie etwas detaillierter eingegangen.

    Nur leicht ironisch: Erstens war das also kein Angriffskrieg der Ukraine oder ukrainischer Milizen auf die Separatisten-Republiken, weil es zweitens ein voll berechtigter Angriffs- und deswegen ein Verteidigungskrieg war, weil es drittens ohnehin keine Separatisten gab – sagt der Kiew-Sprech. Außerdem und viertens wurde „Minsk“ durch „ausländischen Druck“ aufgenötigt und war ungültig, weil Russland damit – das stimmt! – „mehr Einfluss auf die ukrainische Politik erlangen“ wollte; was aber nur „Europa“ zusteht. Dein Leugnen des russischen Separatismus im Donbass beruht womöglich auf einem Missverständnis meiner diesbezüglichen Ausführungen: Mit dem Hinweis auf die dortigen „Russen“ wollte ich nicht behaupten, die Separatisten wären im Recht gewesen; die Behauptung war, dass es sich beim Recht auf Selbstbestimmung um eine Erfolgs- und deswegen um eine Gewaltfrage handelt, die durch eine vorhandene oder fehlende Unterstützung entschieden wird; dazu die Vergleiche mit Jugoslawien bzw. Palästina und Kurdistan. Das verlogene regierende und publizierende Demokratenpack im Westen hält es mit Selbstbestimmung vs. Territoriale Integrität genau so instrumentell wie mit Demokratie vs. Diktatur … Kleiner Scherz am Rande: Wie erklärst Du Dir die Diskriminierung / Kriminalisierung der russisch Sprache, Kunst und Kultur, der russisch-orthodoxen Religion in der ukrainischen Musterdemokratie, wenn es dort eh’ keine russlandaffinen Landsleute gibt? Wie ist die diesbezügliche Lage der Menschenrechte, die von den MAGA-Witzbolden in Trumps Friedensplan süffisant aufgegriffen wurde? Mein Tipp wäre: Putin unterdrückt, weil er ganz bösig ist, Selenskyj unterdrückt nur notgedrungen und umständehalber wider Willen, und ist daher entschuldigt? Schuld an politischer und völkischer Gleichschaltung in der Ukraine ist also Putin, weil der sich sonst auf Separatisten berufen könnte!

    Und natürlich geht der Krieg um so länger, um so mehr diese Kremllügen verbreitet werden, wie es die Weltwoche tut und wie Du es tust. Ihr negiert damit das Recht der Bewohner eines Landes in Frieden und Freiheit zu leben. Ziel dieser Kremllügen ist damit die Unterstützung der Ukraine zu verringern und damit den Krieg länger zu führen, Putins Diktatur zu stützen und Putins Imperium auszuweiten.

    Letzter Versuch: Nein, den Krieg gibt es nicht, weil über ihn bzw. die Ukraine Lügen verbreitet werden, sondern wegen unüberbrückbarer Interessengegensätze mit der Russischen Föderation über den strategischen (NATO-)Status des Landes; und wegen der Kalkulationen der USA bzw. „Europas“ mit der Ukraine. Er ist auch nicht durch mehr Wahrheit=Kiewsprech zu beenden. Über die Rechte der Bewohner entscheiden nicht die „Weltwoche“ und ich, sondern die genannten Parteien. Du willst meines Erachtens über Deine Wahrheit hinaus – „Die Ukraine ist im Recht, die Ukraine ist im Recht!“ – im Grunde gar keine Reflexion zulassen, weil jeder darüber hinausgehende Gedanke diese elementare Wahrheit doch nur zergliedern und relativieren könnte. Also Scheuklappen auf und durch! Das Gleichheitszeichen zwischen „Frieden und Freiheit der Bewohner“ mit dem Sieg über Russland ist übrigens „Kiewsprech“.

    Die große Welt von „Werte-Menschenrechte-Demokratie“: Die Glorifizierung bisher westlicher Herrschaftsprinzipien als Totschläger gegen abweichende Meinungen – das ist es?

    Soweit es mich betrifft, geht die Diskussion natürlich weiter. Wo und wo nicht, entscheide nicht ich.

    27 min
  • WiderstandsChrononologie 19. Jänner bis 15. Feber 2025

    #Rojava #Iran #UmbauStattAbriss #HolocaustRemembrance #12Februar #Opernball #OBRA …

     

    Willkommen bei der WiderstandsChronologie – mit Ausschnitten aus ausgewählten Kundgebungen und Demonstrationen der letzten vier Wochen.

    ***

    24. Jänner 2026: Demonstration gegen Femi(ni)zide

    240–260 demonstrierten am 24. Jänner 2026 unter dem Titel „Femi(ni)zide gedenken“gegen jegliche geschlechtsspezifische und patriarchale Gewalt.

    Bei der Abschlusskundgebung am Karmeliterplatz flochten sich Teilnehmer*innen gegenseitig Zöpfe in Solidarität mit der angegriffenen Frau*enrevolution von Rojava.

    [Redenausschnitt]

     

    ***

    24. Jänner 2026: Solidarität mit Rojava

    Immer wieder, zeitweise sogar täglich, demonstrierten hunderte bis tausende Menschen in Solidarität mit den Menschen in Rojava gegen Islamismus, Faschismus und Patriarchat und für die Verteidigung der Frau*enrevolution. An der größten derartigen Rojava-Solidaritätsdemonstration nahmen am 24. Jänner 5000–7000 Personen teil.

    [Redenausschnitt]

    Die auf der Rojava-Solidemo am 24.1.2026 in Wien in deutscher Sprache gehaltenen Reden zum Nachhören:

    ⇒ https://cba.media/755847

    ***

    25. Jänner 2026: Umbau-statt-Abriss-Demo

    Rund 70 Personen beteiligten sich am 25. Jänner 2026 in Wien an einer Demonstration gegen Häuser-Abrisse, Vertreibung aus Wohnräumen, Spekulationen und Miethai*innen unter den Titeln „Renovieren statt Spekulieren“ und „Umbau statt Abriss“.

    [Redenausschnitt]

    Aufnahme fast aller Reden auf dieser Demonstration (also von allen Redner*innen, außer von denen, die es nicht wollten) und aus urheberrechtlichen Gründen ohne Musikeinlagen:

    ⇒ https://cba.media/755918

    Mehr Informationen:

    ⇒ https://studiokollision.at/

     

    ***

    27. Jänner 2026: „Jetzt Zeichen setzen!“-Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus am Holocaust-Gedenktag

    300–400 Personen gedachten am 27. Jänner 2026 mit der Plattform „Jetzt Zeichen Setzen“ am Wiener Heldenplatz Wien der in der Shoah ermordeten Jüd*innen, der im Porajmos ermordeten Rom*nja und Sinti*zze sowie aller Opfer des Nationalsozialismus.

    [Redenausschnitte]

    Aufnahme der Gedenkversammlung (wahlweise nur Reden oder komplett mit Musik):

    ⇒ https://cba.media/756272

    ***

    31. Jänner 2026: Solidarität mit den Menschen im Iran

    150 bis 200 Menschen kamen am 31. Jänner 2026 zu einer Kundgebung für die Menschen im Iran und gegen das Mullah-Regime auf den Platz der Menschenrechte in Wien.

    Danach bildeten sie eine Menschenkette auf der Mariahilfer Straße und später ein Spalier auf Höhe der Hedy-Lamarr-Baustelle.

    [Redenausschnitt]

    Aufnahme der Reden auf der Auftaktkundgebung vor der Menschenkette (aus urheberrechtlichen Gründen ohne Musik):

    ⇒ https://cba.media/756785

    ***

    6. Feber 2026: CommemorAction gegen das tödliche Grenzregime

    40–50 Personen beteiligten sich am 6. Feber 2026 am Platz der Menschenrechte in Wien an der Kundgebung „CommemorAction gegen das tödliche Grenzregime“ – im Gedenken an die Toten und Verschwundenen auf Flucht- und Migrationsrouten.

    [Redenausschnitt]

    Aufnahme der gesamten Kundgebung: ⇒ https://cba.media/757764

    ***

    12. Feber 2026: Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus

    Im Gedenken an den Aufstand gegen den Austrofaschismus im Februar 1934 fanden auch heuer wieder mehrere Kundgebungen statt. An der Demonstration des Bündnisses 12. Februar, die heuer durch den 3. Bezirk führte, nahmen am 12. Februar 2026 rund 210 bis 230 Personen teil.

    [Redenausschnitt]

    ***

    12. Feber 2026: Opernballdemo

    260–290 Personen nahmen am 12. Feber 2026 an einer Opernballdemo teil. Die Demonstration zog vom Keplerplatz los. Beim Hauptbahnhof schlossen sich die Teilnehmer*innen einer Kundgebung des Bündnisses „Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau – SoWi_So“ an. Mit den Opernballdemos der 1980er-Jahre hatte diese Demo im Ablauf und in der inhaltlichen Ausrichtung nicht viel gemeinsam.

    [Redenausschnitt]

    ***

    13. Feber 2026: Demonstration gegen Kopftuchverbot an Schulen

    780–820 Personen demonstrierten am 13. Feber gegen das Kopftuchverbot an Schulen für Schülerinnen bis zum 14. Geburtstag.

    [Redenausschnitt]

    ***

    14. Feber 2026: Protest gegen Kriminalisierung von Antifaschismus bei ungarischer Botschaft

    Rund 60 Personen protestierten am 14. Feber 2026 mit dem KZ-Verband Wien bei der ungarischen Botschaft in Wien gegen das Verbot einer für den 14. Feber geplanten antifaschistischen Gedenkfeier beim Shoah-Denkmal in Budapest als Protest gegen die rechtsextremen Aufmärsche zum so genannten Tag der Ehre.

    [Redenausschnitt]

    Eine vollständige Aufnahme der Kundgebung folgt in den nächsten Tagen.

    ***

    14. Feber 2026: One Billion Rising

    Rund 250–300 Personen demonstrierten und tanzten am 14. Feber bei One Billion Rising Vienna 2026 am Platz der Menschenrechte „for our bodies – our earth – our future“; für ein Ende der Gewalt an Frauen* und Mädchen*.

    [Redenausschnitt]

    Eine vollständige Aufnahme der Kundgebung folgt in den nächsten Tagen.

    ***

    Das war die Mitte-Feber-Ausgabe der WiderstandsChronologie. Wie immer fehlte auch diesmal zwangsläufig wieder einiges. Mehr und vor allem auch komplette Aufzeichnungen von Kundgebungen, von denen hier nur Ausschnitte zu hören gewesen sind, findet ihr im Internet auf nochrichten.net (mit o – wie mans spricht) und widerstandschronologie.wien.

    Auf Radio Orange 94.0 gibt es die WiderstandsChronologie an jedem dritten Montag eines Monats um 20:30 zu hören. So lange es ORANGE 94.0 noch gibt. Rettet ORANGE 94.0!

    Auf Wiederhören.

    27 min
  • Gemeinsam Gesundheit erforschen

    Was Jugendliche und Erwachsene unter Gesundheit verstehen, kann durchaus sehr unterschiedlich sein. Dass die Perspektive von Jugendlichen bisher wenig Eingang in die Gesundheitsforschung gefunden hat, möchte das Projekt KoKo-Health ändern. Gemeinsam mit jugendlichen Koforscher*innen entwickelt das Team des Citizen Science Projekts der Universität für Weiterbildung Krems ein Forschungsmodell, in dem sich die Ergebnisse ihrer partizipativen Forschung niederschlagen sollen. Auf diese Weise sollen zukünftig Jugendliche mehr Mitsprache bekommen, wenn es um ihre eigene Gesundheit geht.

    Mit Anna Lorenz, Karolina Seidl und Sigrid Moick sind für diese Sendung drei Expertinnen für Gesundheitskompetenz zu Gast, die aus Jugend- und Erwachsenenperspektive berichten: Was ist denn Gesundheitskompetenz? Und wie erforscht man sie?

    Österreich forscht Tipp des Monats: Daniel Dörler lädt zum offenen Tag der ÖCSK, der Österreichischen Citizen Science Konferenz in Leoben am 26.02.2026 ein. Mehr Informationen unter: https://www.citizen-science.at/blog/die-oesterreichische-citizen-science-konferenz-2026-oeffnet-ihre-pforten

    Aktuelle Projekte, bei denen Sie mitforschen können, finden Sie auf der Website von Österreich forscht: www.citizen-science.at. Österreich forscht ist die österreichische Citizen Science Plattform, die von der BOKU University koordiniert wird.

    Wenn Sie Allgemeines zu Citizen Science erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unsere allererste Sendung. Wir freuen uns auch über Fragen, Anregungen oder Feedback an [email protected]

    30 min
  • Vom Leben unter Spardruck – Hans Christian Voigt zur Situation Freier Medien

    Anfang November 2025 wurde dem Freien Radio Orange 94.0 seitens der Stadt Wien die Einstellung der Förderung mit Ende des laufenden Jahres angekündigt. Unter Hinweis auf langfristige Bindungen und Verantwortlichkeiten, die unmöglich so kurzfristig aufzulösen sind, konnte für 2026 immerhin das Zugeständnis eines stark gekürzten Notbudgets erreicht werden. Unter schmerzhaften Einsparungen bleibt also ein knappes Jahr, um das Radio neu zu strukturieren und seine Finanzierung auf gänzlich andere Beine zu stellen. Möge die Übung gelingen.

    Doch Orange 94.0 ist lediglich ein Beispiel für den Druck, unter den zahlreiche zivilgesellschftliche Einrichtungen geraten sind. Leidtragende sind nicht nur die direkt betroffenen Projekte und Institutionen, oftmals sind ganze Gesellschaftsgruppen vom Verlust ihrer Orte, Vernetzungen und Services bedroht. Wichtige zivilgesellschaftliche Errungenschaften fallen Maßnahmen zum Opfer, deren Sparpotenzial mehr als zweifelhaft ist, weil nicht selten mit hohen Kostenzuwächsen an anderer Stelle gerechnet werden muss.

    Hans Christian Voigt vom Vorstand des Trägervereins von Orange 94.0 analysiert die Situation und erläutert Strategien, mit deren Hilfe das Schlimmste abgewendet werden könnte.

    Website Orange 94.0

    (CC) 2026 BY-NC-SA V4.0 – Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung bei Namensnennung gestattet, kommerzielle Nutzung ausgenommen, Weitergabe unter gleichen Bedingungen; Herbert Gnauer (ORANGE 94.0)

    57 min
  • O94News – Wöchentlich aus Wien und der Welt vom 13.2.2026

    Themen: Feiertag zum Februargedenken | Umbau statt Abriss und renovieren statt spekulieren | Gastbeitrag: Spanien legalisiert Sans Papiers

    Moderation: Alexandra Ganz

    Sendungskoordination: Stefan Resch

     

    Feiertag zum Februargedenken

    Am 12. Februar 1934 begann der bewaffnete Aufstand gegen den Austrofaschismus. Zur Erinnerung an diese erste Erhebung gegen ein faschistisches Regime fordert das Bündnis 12. Februar einen gesetzlichen Feiertag und besucht jedes Jahr die Schauplätze der Kämpfe. Dieses Jahr war der dritte Bezirk an der Reihe, mit Stationen beim Hanuschhof, auf der Schlachthausgasse und beim Rabenhof. Eine Reportage.

    Beitragsgestaltung: Stefan Resch

     

    Umbau statt Abriss und renovieren statt spekulieren

    Rund 70 Personen beteiligten sich am 25. Jänner 2026 in Wien an einer Demonstration gegen Häuser-Abrisse, Vertreibung aus Wohnräumen, Spekulationen und Miethai*innen unter den Titeln „Renovieren statt Spekulieren“ und „Umbau statt Abriss“. Weitere Redebeiträge von der Demonstration können hier nachgehört werden.

    Beitragsgestaltung: Michael Haderer; Aufnahme: Gerhard Kettler

     

    Gastbeitrag: Spanien legalisiert Sans Papiers

    Rund eine halbe Million Menschen ohne Aufenthaltsstatus sollen in Spanien legalisiert werden. Fabian hat mit dem Spanienkorrespondenten von Radio Dreyeckland Ralf Streck über die Gründe und Auswirkungen dieses Schrittes gesprochen. Das gesamte Gespräch kann hier nachgehört werden.

    30 min
  • Doppelsendung: „Mit der Natur verwurzelt.“ und „This is the way I live – with the heart of a child, but the brains of an adult“

    „Mit der Natur verwurzelt.“

    Folge 4 der Podcast-Staffel: Friedensaktivistinnen – Auf Spurensuche in Wien 

    In dieser vierteiligen Podcast-Staffel möchte ich die vergessene Geschichte Wiens und seiner Friedensfrauen erzählen. Ich lade euch, liebe Hörer*innen, ein, darüber zu reflektieren, welche Lehren wir aus dieser Vergangenheit ziehen können. Verleihen wir verdrängten Friedensideen ein Gehör:

    In der letzten Folge der Podcast-Reihe steht die friedensbewegte und hartnäckige „Grüne“ Freda Meissner-Blau (1927-2015) im Fokus. Sie war eine zentrale Figur der österreichischen Umweltbewegung, frauenpolitisch aktiv und setzte sich für Friedensinitiativen ein.

    Freda war Flüchtende im Dritten Reich. Ein geordnetes Familienleben erlebte sie nur kurz. Ein friedliches Zusammenleben war ihr von jeher wichtig. Die Folge zeichnet Fredas politischen Weg nach und ordnet ihr Wirken in die Geschichte der sozialen Bewegungen Österreichs ein: Sie engagierte sich gegen Atomkraft, unter anderem im Widerstand gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf, dessen Bau 1978 per Volksabstimmung verhindert wurde. 1984 war sie Sprecherin im Kampf um die Hainburger Au, wo ein Wasserkraftwerk hätte gebaut werden sollen.

    1986 war Freda Mitbegründerin der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative“, zog in den Nationalrat ein, als erste weibliche Klubobfrau in der Geschichte Österreichs.

    Im Gespräch mit:

    Rebecca Giesemann ist seit 2023 Archivarin im Grünen Gedächtnis, dem Archiv der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative“ und der Umweltbewegungen in Österreich. Davor hat sie Wissenschafts- und Technikgeschichte studiert und in verschiedenen Museen Ausstellungen kuratiert.

    Maria Mesner ist Universitätsdozentin für Zeitgeschichte an der Uni Wien, Senior Research Fellow am dortigen Institut für Zeitgeschichte und leitet das Kreisky- und das Johanna Dohnal Archiv. Sie forscht zur Geschlechtergeschichte des 20. Jahrhunderts in Europa und den USA. Ihre jüngste Veröffentlichung ist „Wessen Körper? Wessen Leben? Wessen Recht? Das Abtreibungsverbot und seine Wirkungen in Österreich, Wien (Picus) 2025.

    Nicolas Pawloff, Sohn von Freda Meissner-Blau. Bruder, Vater, Stiefvater, Großvater, vielleicht auch Freund, der „den Glauben an die Menschheit noch immer nicht verloren hat.“

    Stefan, Archivar im Archiv der sozialen Bewegungen, wo er seit vielen Jahren tätig ist. Das Archiv sammelt seit über 25 Jahren Materialien (Zeitschriften, Broschüren und Flugblätter) zu allen möglichen alternativen, parteiunabhängigen Initiativen und Bewegungen in Österreich.

    Mehr Informationen unter:

    https://www.mediathek.at/atom/136CE4C7-18C-0022D-00000518-136C4C37/

    https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/415937_Dresden-Inferno-war-mein-Aufruf-zur-Friedensarbeit.html

    https://contextxxi.org/_freda-meissner-blau_.html

    https://archiv-wien.org/

    https://freda.at/kategorie/archiv/

    Alle Podcast-Folgen nachhörbar unter: https://friedensaktivistinnen.projecttac.com/

    Sendungsgestaltung und Foto: Tania Napravnik

    Dieser Beitrag wurde im Rahmen des fjum- Recherche-Wien-Stipendiums gestaltet.

     

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    „This is the way I live – with the heart of a child, but the brains of an adult“

    [Sendungsübernahme von A Cup of Care – Erstausstrahlung am 27. Oktober 2024, 10:00]

    Growing up as a girl in a nomadic society in rural Kenya, there were many challenges to overcome, but also countless ways to explore resilience and resistance. I met Zeinab Bille Abdullahi at an international conference and was immediately captivated by her infectious laughter, energy, and curiosity.

    At just 12 years old, Zeinab discovered her passion for writing, using poetry and short stories as a canvas to express her imagination and navigate the complexities of her world. Writing became her outlet in an environment that often silenced women’s voices.

    By engaging with other girls, building networks, and speaking out against injustices, Zeinab found a way to empower others – advocating for better laws and supporting girls and women both locally and internationally.

    What a privilege it was to speak with her.

    Sendungsgestaltung: Ute Mayrhofer, A Cup of Care

    Musik:

    Pata Pata – Miriam Makeba

    Firefly – Hiromi

    Voice – Hiromi

    Fotocredits: Damian Patkowski

    56 min
  • Tierleid im Lachsfleisch

    Der VGT Lachs-Tierschutzbericht vorgestellt vom Autoren dieser umfassenden Broschüre.

    Der VGT Wassertiere-Experte Erich hat lange recherchiert und mit dem Lachsbericht eine umfassende Bestandsaufnahme aller Aspekte geliefert, die in Zusammenhang mit Lachsen aus Sicht des Tierschutzes relevant sind. Er gibt einen Einblick in die darin aufbereiteten Informationen.

    57 min
  • Georgia Holz & Veronika Hösch, VBKÖ archive group

    An archive is a place of memory. It is a place where we learn from women artists of the past—artists who faced difficulties in their own times, yet refused to give up.

    Today, when fundamental rights over our bodies, voices, and choices are once again under pressure, it is crucial that we remain focused and remember that we are not alone. The existence of VBKÖ—as a living archive, one of the oldest associations of women artists in Vienna and Austria, with international connections—is in itself an act of courage and inspiration.

    VBKÖ continuously brings us back together, reminding us to stay curious about the achievements of those who came before us, while also documenting the present through its work with members and artists from around the world. Its programs create space for growth, exchange, and solidarity.

    On March 14, VBKÖ reopens its renovated space—an invitation to step inside the archive, to listen, to see, and to meet the people who sustain and shape it.

    Guests: Georgia Holz & Veronika Hösch, VBKÖ archive group

    Georgia Holz is an art historian and freelance curator, author, and editor. She is a Senior Scientist at the Department of Art History at the University of Applied Arts Vienna, and from 2018–25 she was Senior Scientist at the Department of Site-Specific Art. Her previous curatorial positions include the Generali Foundation and Kunsthalle Wien. Her curatorial interests focus on making visible the “unknown and unseen,” such as feminist art history and the questioning of hegemonic narratives. She is currently researching artistic methods and speculative strategies in working with archives. Georgia is a member of the VBKÖ archive team.

    Veronika Hösch is an artist based in Vienna, working within queer-feminist collectives. Hösch studied at the Academy of Fine Arts and the University of Applied Arts Vienna. Their practice explores labour, classism, productivity, friendship, and failure through video, performance, objects, and installation. Understanding archives as active, cross-generational sites of agency and embodied knowledge, Hösch is currently researching Cruising as… – Intimate Networking, investigating archives, queer-feminist networking, and friendship as un*learning and performative practices of consent, foregrounding invisible labour and self-empowerment. Hösch is a member of the VBKÖ archive group and has received the Austrian State Scholarship for Media Art (2025).

    With this episode, Ženergija continues the radio series VBKÖ: When Archives Speak—a residency project that turns listening to archival work into a shared, living practice.

    More info: https://cba.fro.at/podcast/zenergija

    Follow: FB | IG @radiozenergija

     

    1 hr
  • Der Iran, Teil 2: Das heutige System und seine politischen Ziele

    Die Außen-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik des Iran, die 2 Formen des Dschihad und die Pasdaran

     

    Das Lavieren der Führung in der Atomfrage ist mehr oder weniger notgedrungen, weil jeder Verzicht würde als Zeichen der Schwäche gedeutet.

    Das Atomprogramm des Iran ist also alternativlos, auch in dem seit langem bestehenden „Weder vor – noch zurück“-Zustand.

    Über die Frage: Ist der Iran missionarisch, imperialistisch, will er sein Modell anderen aufnötigen?

    Auch einiges zum Dschihad – zwei Formen, einer nach außen und aggressiv, der andere verinnerlicht und offenbarend – Khomeini plädierte für den letzteren und gab dazu sogar eine Fatwa heraus.

    Wieder einmal über den Dschihad – der große Dschihad ist eine Art Einkehr, eine Selbstreinigung, er zielt nach innen.

    Der kleine Dschihad ist Kampf um die Einheit der Gläubigen – also Krieg und Verfolgung von Abgefallenen, Häretikern und Verrätern. Und diesen Dschihad verbietet Chomeini mehr oder weniger mit seinen Lehren und Fatwas. Er sagt: DAS geht uns nichts an.
    Für radikale Sunniten sind Schiiten Häretiker bzw Verräter, wegen ihrer Dschihad-Auffassung.
    Mit der Islamischen Revolution im Iran kam der Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten auf die Spitze – Saudi-Arabien und der Iran versuchten, ihren Einfluß zu erweitern und den der anderen Konfession zurückzudrängen.

    Der von China vermittelte Friedensschluß zwischen diesen beiden Gegnern war natürlich der westlichen Welt ein Dorn im Auge.

    Über die Feindschaft zwischen Schiiten und Sunniten in Syrien, wo noch einiges an Massakern möglich ist. Immerhin war ja die Hisbollah dort und half Assad.
    ———

    Zur Innenpolitik des Iran:

    1. Marktwirtschaft, Eigentum ist in Ordnung, von Kommunismus wollten die Mullahs nie etwas wissen – aber alles muß der eigenen Nation dienen!

    Es wurde daher auch viel verstaatlicht und damit auch große Staatsunternehmen geschaffen.
    Darin, daß alle Wirtschaft, so oder so, dem Staat und seiner Größe dienen muß, gleichen sie den Faschisten bzw. Nationalsozialisten.

    2. Bildung

    Bildung wird im Iran sehr gewollt und gefördert, auch von Frauen – ein großer Unterschied zu anderen islamischen Staaten. Fast 50% der Studenten sind Frauen.

    Frauen haben auch relativ hohe Positionen in der Wirtschaft des Iran – alles Dinge, von denen sie in den arabischen Golfstaaten nur träumen können. In Saudi Arabien dürfen Frauen nicht einmal Autofahren!

    Verbote und Gebote gibt es im Iran viele, aber sie werden oft nicht eingehalten. Das gilt für Alkohol, Satellitenfernsehen und vermutlich auch für Studiengänge.

    Einiges zum Tod von Mahsa Amini, der Protestbewegung, ihren Ursachen und Folgen, und den Umständen ihres Todes.

    Zur Drogenproblematik des Iran.

    Die Behauptung, sie wäre vielleicht unter Drogeneinfluß gestanden, ist durch die Umstände ihrer Verhaftung und die vielen Zeugen widerlegt.

    Aber was ist mit den Tätern, den Sittenpolizisten?
    Vielleicht halten die sich bei Stimmung für diesen unerfreulichen Job und waren deshalb nicht ganz bei sich?
    Das ist nur so eine Vermutung, selbstverständlich.

    3. Die Pasdaran

    kontrollieren die Wirtschaft und sind direkt dem obersten Führr, Ali Khamenei unterstellt.

    Wie sieht es um die

    4. Wirtschaft

    des Iran aus?

    Immerhin steht er seit Jahrzehnten unter Sanktionen.
    Die Pasdaran sind die Haupt-Außenhandelsorganisation, die Umgehung der Sanktionen und der Handel mit China sind praktisch ausschließlich ihr Aufgabenbereich.

    Vorbehalte des Iran gegen die gottlose Sowjetunion sind in Rußland hinfällig: Der Islam ist als autochtone Religion anerkannt, allerdings wie auch die anderen Religionen Rußlands den staatlichen Behörden unterordnet.

    Exkurs zu Staat und Religion
    ———————–

    5. Militär und Krieg, das Verhältnis zu Rußland

    Militärische Kooperation mit Rußland gibt es seit 2015, da wurden auch die Shahed-Drohnen entwickelt.

    Aber das Mißtrauen gegenüber dem großen Bruder im Norden bleibt – Speerspitze der anti-russischen Gefühle ist Achmadinedschad, der der Ukraine seine Unterstützung ausgesprochen hat.

    Das alles weist auf das größere Konzept der BRICS hin, denen der Iran ja auch beigetreten ist. Ist es ein kommerzielles Bündnis, soll es ein Verteidigungsbündnis werden und welche Interessen werden dann dort verteidigt?

    Rußland bietet dem Iran einen Atom-Schutzschirm an, der Iran will aber seine Verteidigung nicht so aus der Hand geben.
    Mit guten Gründen, siehe Ukraine und Budapester Memorandum.

    Bei der Propaganda gegen den Iran – wo die Medien ziemlich gleichgeschaltet sind – fällt der Unterschied zu Saudi-Arabien auf, wo über ähnliche Zustände kein Wort verloren wird.

    Er ist ein Hurensohn, aber der unsrige – sagte nach der mündlichen Überlieferung FD Roosevelt über Somoza, es wird jedoch auch Kennedy – oder war es Carter? – über den Schah zugeschrieben.

    Noch einiges zum Abgang des Schah, und überhaupt, daß man die Gnade der USA schnell verlieren kann, wenn die Verhältnisse das nahelegen.

    37 min

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