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  • CactusPodcast 049 – How to learn Kaktus
    CactusPodcast 049 – How to learn Kaktus
    CACTUSPODCAST·von Ulrich Haage·30. September 2026, 05:30 Uhr·unterwegs

    Wie lernt man eigentlich Kaktusgärtner? Nicht nur aus Büchern. Vor allem durch Menschen, Fragen, Beobachtung, Fehler – und inzwischen auch durch den CactusPodcast selbst.

    Diese Folge ist unterwegs entstanden: im Urlaub in den Bergen, ohne Studio, mit Handy und Ohrknöpfen. Kurz vor dem World Podcast Day denke ich darüber nach, mit welchem Gefühl ich einmal in die Gärtnerei gestartet bin, von wem ich gelernt habe und warum eine gute Frage oft mehr weiterhilft als eine fertige Antwort.

     

    Zur Einordnung: Diese Episode ist in den Alpen, unterwegs auf dem Furkla-Höhenweg oberhalb des Brandnertals entstanden – ohne Studio, mit Handy und Ohrknöpfen. Wind, Stille, Raben und Berg gehören diesmal zur Aufnahme dazu.
    How to learn Kaktus

    von Ulrich Haage | CactusPodcast

    https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2026/09/cactusPodcast-049-How-to-learn-Kaktus.mp3

    World Podcast Day · unterwegs

    Wie lernt man eigentlich Kaktusgärtner?

    Als ich in den Betrieb eingestiegen bin, hatte ich vor allem ein Gefühl:

    Ich weiß viel zu wenig.

    Zu wenig über Kakteen, zu wenig über Kultur, zu wenig, um irgendwann diesen Betrieb zu führen.

    Das Merkwürdige ist: Mit wachsender Erfahrung verschwindet dieses Gefühl nicht einfach. Man weiß mehr – und sieht gleichzeitig viel deutlicher, wie groß das Feld ist, das man noch nicht verstanden hat.

    Mein Wissen hat viele Stimmen

    Klar gehören Bücher dazu. Aber wenn ich zurückblicke, stammt der große Teil meines Wissens aus Begegnungen: von meinen Eltern und Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, von Gärtnerkollegen, Sammlern, Züchtern, Botanikern und Wissenschaftlern. Manche waren Freunde, manche Kollegen, manche kannte ich zuerst nur aus Büchern.

    Diese Liste ist lang – und sie ist nicht abgeschlossen. Urs Eggli, David Hunt, Nigel Taylor, Jochen Bockemühl, Woody Minnich, Ralf Bauer, John Trager, Matthias Uhlig, Uwe Mergel, Karl-Heinz Knebel und viele andere gehören dazu. Mehr davon habe ich weiter unten in den Shownotes zusammengeschrieben.

    Lernen beginnt oft mit einer Frage

    Besonders viel habe ich nicht in dem Moment gelernt, in dem mir jemand etwas erklärt hat, sondern wenn jemand eine Frage gestellt hat, auf die ich keine gute Antwort hatte. Wenn mich ein Kunde fragt, ein Azubi. Ein Kollege widerspricht. Eine Pflanze verhält sich anders, als sie es eigentlich sollte. Oder ich muss etwas für einen Katalog, einen Vortrag oder eine Podcastfolge so erklären, dass „Das machen wir eben so“ plötzlich nicht mehr reicht.

    „Hör einfach zu.“

    — Hans-Friedrich Haage, mein Vater

    Warum wächst hier in den Alpen eigentlich kein Kaktus?

    Und genau so entsteht unterwegs schon die nächste Frage. Sonne, Felsen, Wind, Kälte und zeitweise Trockenheit gibt es hier genug. Es gibt Kakteen aus großen Höhen und Arten, die Frost vertragen. Warum wachsen Kakteen trotzdem nicht natürlich in den Alpen?

    Die Antwort lasse ich in dieser Episode bewusst offen. Die Frage ist hier wichtiger als die schnelle Lösung. Genau an solchen Stellen beginnt die nächste Recherche.

    Der Podcast als Lernmedium

    Am Anfang lag der Gedanke nahe: Ich weiß etwas – also erzähle ich es im Podcast. Inzwischen funktioniert es oft andersherum. Ich mache eine Folge, weil ich etwas wissen will. 

    Oder weil ich gefragt wurde.

    Eine Podcast-Episode zwingt mich dazu, genauer hinzusehen, Fragen zu formulieren, Menschen anzurufen, nachzulesen und mein eigenes Erfahrungswissen neu zu sortieren. Gesprächspartner wie Philipp Heidel-Weizel bringen dabei einen anderen Maßstab mit: Praxis trifft auf Studium und eine andere Generation. Genau daraus entstehen neue Horizonte.

    30. September
    International Podcast Day

    Der International Podcast Day wird jedes Jahr am 30. September begangen. Er begann 2014 als National Podcast Day in den USA und wurde danach international ausgerichtet. Der Tag soll Podcasts, ihre Macher und ihre Hörer sichtbar machen und miteinander ins Gespräch bringen.

    International Podcast Day – offizielle Seite

    Impulse fürs Podcasten
    Markus Tirok – immer wieder ein guter Schubs

    Diesmal habe ich selbst an den Podcast Day gedacht. Trotzdem gehört Markus Tirok in diese Folge: Seine Tipps, Fragen und Impulse rund ums Podcasten sind für mich seit Jahren eine Bereicherung und immer wieder Motivation, aus einer Idee tatsächlich eine Folge zu machen.

    Passend dazu hat Markus im September 2026 wieder Ideen für eine Spezialfolge zum Welttag des Podcasts veröffentlicht.

    Markus Tirok: Welttag des Podcasts – 6+1 Ideen für eine Spezial-Folge

    Wissen festhalten und weitergeben
    Walther Haage

    Mein Großvater Walther Haage war Kaktusgärtner und Autor zahlreicher Kakteenbücher. Sein Wissen wurde nicht nur im Betrieb weitergegeben, sondern auch aufgeschrieben. Seine Bücher sind noch heute das unterhaltsame Wissensfutter für unzählige Kakteenfreunde. Genau diese Verbindung von Erfahrung, Beobachtung und Weitergabe beschäftigt mich bis heute – inzwischen in Katalog, Cactusblog und CactusPodcast.

    CactusPodcast 000 – Wer macht einen Podcast über Kakteen? · CactusPodcast 007 – CactusBasics Aussaat

    Ein Jahr später
    Was gibt man eigentlich weiter?

    Vor einem Jahr war ich rund um den Podcast Day ebenfalls unterwegs. Auf meinem Jakobsweg habe ich bei Uhlig Kakteen Station gemacht und Johannes Uhlig spontan vors Mikrofon geholt. Damals ging es um seinen Weg zum Kaktusgärtner und um den bevorstehenden Generationswechsel.

    Ein Jahr später hängt daran für mich eine größere Frage: Was übernimmt man eigentlich, wenn man eine Kakteengärtnerei übernimmt?

    Pflanzen? Wissen? Erfahrung? Fehler? Geschichten? Verantwortung?

    Für diese Folge reicht mir erst einmal die Erkenntnis: Bei einer Übergabe wandern nicht nur Pflanzen, Gewächshäuser und Schlüssel weiter. Es geht ebenso um Wissen, Geschichten, Erfahrung – und Verantwortung.

    Weiterhören: CactusPodcast 045 – Johannes Uhlig: Generationen-Treffen am Rande des Jakobsweges

    Und dann ist da noch der neue Katalog

    Beim neuen Kakteen-Haage-Katalog begegnet mir dieselbe Frage noch einmal ganz praktisch: Was wissen wir intern längst – und was müssen wir so erklären, dass es auch für jemanden verständlich ist, der nicht jeden Tag in der Gärtnerei steht?

    Vor ein paar Wochen dachte ich noch: Katalog 2026/27 – im Kasten. Pustekuchen. Im September haben sich außerdem einige gesetzliche Grundlagen geändert, die uns direkt betreffen. Damit sind zusätzliche Prüfungen, Überarbeitungen und neue Informationen nötig geworden.

    Der Katalog ist dadurch noch einmal aufwändiger geworden. Gleichzeitig zwingt mich genau diese Arbeit dazu, Dinge sauberer zu erklären, Gewohntes zu hinterfragen und Wissen so aufzuschreiben, dass es auch außerhalb der Gärtnerei trägt. Auch das ist Lernen.

    Was von dieser Folge bleibt
    1. Wissen wächst langsam. Oft merkt man erst beim Zurückschauen, wie weit der eigene Weg inzwischen geworden ist.
    2. Menschen sind meine wichtigste Wissensquelle. Familie, Mitarbeiter, Kollegen, Sammler, Züchter, Botaniker, Wissenschaftler und Kunden haben alle etwas beigetragen.
    3. Fragen treiben mich weiter. Besonders die, auf die mein spontanes Wissen keine gute Antwort hat.
    4. Erklären ist ein Wissenstest. Bei Azubis, Kunden, im Katalog und im Podcast merkt man schnell, ob eine Antwort trägt – oder nur wischiwaschi ist.
    5. Ich lerne immer noch. Von Pflanzen, Menschen, Fehlern, guten Fragen – und inzwischen sehr deutlich auch durch diesen Podcast.
    6. Kapitel der Episode

      Die Zeitmarken der Audiofassung.

      • 00:00 Unterwegs auf dem Furkla-Höhenweg
      • 02:09 Das Gefühl: Ich weiß viel zu wenig
      • 06:28 Familie, Mitarbeiter und Menschen, von denen ich gelernt habe
      • 12:51 Warum Fragen wichtiger wurden als Bücher
      • 19:50 Der Podcast als Lernmedium
      • 21:06 Warum wächst hier in den Alpen kein Kaktus?
      • 25:34 Menschen, Perspektiven und Philipp
      • 29:20 Markus Tirok, Podcasten und die richtigen Fragen
      • 31:03 Johannes Uhlig und die Frage, was man eigentlich übernimmt
      • 33:29 Der neue Katalog: verstehen heißt noch nicht erklären können
      • 35:52 Ich lerne immer noch
      • Kakteen für die Ohren

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        Menschen, von denen ich gelernt habe

        Diese Liste ist bewusst nicht vollständig. Sie sammelt vor allem die Menschen und Gruppen, die ich in dieser Folge selbst nenne – mit der Verbindung, über die ich sie kennengelernt oder eingeordnet habe.

        Familie, Betrieb und tägliche Praxis
        • Hans-Friedrich Haage – mein Vater
        • Liebgund Haage – meine Mutter
        • Walther Haage – mein Großvater; Kaktusgärtner und Autor
        • Lotte Haage – meine Großmutter; besonders prägend für die eigene Saatgutproduktion
        • Mitarbeiterinnen und ehemalige Mitarbeiter und Azubis bei Kakteen-Haage, ich denke unter anderem an Sir Henry Michaelis, Gerlinde Willert, Meister Wilhelm, Ralf Stiehler und Emily Cox.
        • Botanik, Sammlungen und internationale Kakteenwelt
          • Urs Eggli – Städtische Sukkulenten-Sammlung Zürich
          • David Hunt – Royal Botanic Gardens, Kew, UK
          • Nigel Taylor – Royal Botanic Gardens, Kew, UK
          • Jochen Bockemühl – EPIG, Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen
          • Ralf Bauer – EPIG; Fachautor und Spezialist für epiphytische Kakteen
          • Woody Minnich – Cactus Data Plants, New Mexico, USA
          • John Trager – The Huntington Botanic Garden, Los Angeles, USA 
          • Steve Hammer – Sphaeroid Institute; Spezialist für Mesembs und andere Sukkulenten, CA, USA
          • Gordon Rowley – University of Reading; Botaniker und Autor für Kakteen und andere Sukkulenten, UK
          • Kaktusgärtner, Kollegen und Züchter
            • Matthias Uhlig – Uhlig Kakteen, Kernen-Rommelshausen
            • Uwe Mergel – Uhlig Kakteen, Kernen-Rommelshausen
            • Albert Plapp – Kakteengärtnerei Albert Plapp, Niederbayern
            • Andreas Wessner – Kakteengärtnerei Wessner, Muggensturm
            • Karl-Heinz Knebel – Kakteen-Sammler und -Züchter, Bad Ems
            • Kim Beisel und Familie Beisel – Kakteenland Steinfeld
            • Helmut Paetzold – Züchter; besonders mit Epikakteen verbunden
            • Rudolf Hessing – Züchter und Epikakteen-Spezialist
            • Yvonne und Andrew Brunton – Craigmyle Epiphyllums, Neuseeland
            • Carl Volkers und Jim Kampwirth – C&J Cactus Nursery, Vista, Kalifornien
            • Chuck Everson und Jerry Williams – Rainbow Gardens Nursery & Bookstore, Vista, Kalifornien
            • Menschen rund um den CactusPodcast
              • Philipp Heidel-Weizel – Gärtner und M.Sc.; Verbindung von Gartenbauwissenschaft und Praxis
              • Gordon Schönwälder – Podcast-Helden
              • Markus Tirok – Interviewhelden
              • Johannes Uhlig – Uhlig Kakteen, Next Generation
              • Transkript · redaktionell gekürzt

                Versprecher, Wiederholungen und einige Suchbewegungen im Satz habe ich für die Lesefassung gekürzt. Inhalt, Reihenfolge und persönliche Sprache der Aufnahme bleiben erhalten.

                Unterwegs auf dem Furkla-Höhenweg

                Hi, ich bin Ulrich Haage. Ich sitze heute an einer ziemlich ungewöhnlichen Stelle für eine Podcastaufnahme. Ich bin hier auf knapp 1700 Meter Höhe, sitze oben in den Alpen und habe einen wunderbaren Panoramablick in drei verschiedene Täler. Ich bin auf dem Furkla-Höhenweg unterwegs – herzlich willkommen zu Folge 49 im CactusPodcast.

                Diese Folge nehme ich für den World Podcast Day am 30. September auf. Und ich habe mir ein Thema ausgesucht, das ich oft gefragt werde: Wie lernt man eigentlich Kaktusgärtner? Oder vielleicht besser: Wie lernt man als Kaktusgärtner?

                Die eine Frage – wie wird man das? – ist schnell beantwortet. Das ist eine Ausbildungsfrage. Mich interessiert heute aber etwas anderes: Wie hat das bei mir angefangen, und wo kommt das Wissen eigentlich her?

                Zum Setting: kein Studio, kein Mikrofonkoffer, nur Handy und Ohrknöpfe. Es kann Wind geben, Außengeräusche – und hier oben ist vor allem diese knisternde Stille. Ab und zu kommen Bienen vorbei. Heute gibt es auch keinen Jingle. Wir legen einfach los.

                Ich weiß viel zu wenig

                Als ich richtig in den Betrieb eingestiegen bin, hatte ich ein ziemlich starkes Gefühl: Ich weiß viel zu wenig. Zu wenig über Kakteen, praktisch keine Erfahrung – und viel zu wenig, um diesen Betrieb irgendwann zu führen.

                Allein die schiere Zahl botanischer Namen, die sich meine Eltern tagtäglich um die Ohren gehauen haben, war für mich schon gewaltig. Und dabei ist der Name ja nur das Verständigungsmittel. Dann muss man ihn noch der Pflanze zuordnen und wissen, was diese Pflanze eigentlich braucht.

                Mein Vater Hans-Friedrich Haage hat mir damals etwas sehr Wichtiges gesagt: Er habe das auch nicht gekonnt, als er angefangen habe. Es sei ihm auch schwergefallen. Ich solle mir keine Sorgen machen, das komme mit der Zeit. Und ein Satz ist mir besonders hängen geblieben: Hör einfach zu.

                Das finde ich bis heute ein ziemlich gutes Motto – auch für den CactusPodcast.

                Dieses Gefühl, nicht genug zu wissen, hat mich lange begleitet. Es hat sich nicht irgendwann schlagartig geändert. Man merkt es kaum: Man lernt, macht Erfahrungen, trifft Entscheidungen – und Schritt für Schritt wird mehr daraus. Heute kann ich sagen: Ich weiß schon eine ganze Menge. Das ist mir beim Durcharbeiten meines Cactusblogs im Urlaub selbst noch einmal aufgefallen.

                Es ist ein bisschen wie hier oben am Berg: Wenn man zurückschaut und tief unten im Tal sieht, wo der Weg angefangen hat, merkt man erst, wie weit man schon gekommen ist.

                Menschen, von denen ich gelernt habe

                Wo habe ich gelernt? Als Erstes natürlich in meiner Familie. Von meinem Vater Hans-Friedrich Haage und meiner Mutter Liebgund Haage. Ich hatte auch noch das Glück, von meinem Großvater Walther Haage etwas mitzubekommen. Und meine Großmutter Lotte Haage darf ich keinesfalls vergessen. Sie war eine unglaublich starke Frau, und die Saatgutvermehrung, unsere eigene Samenproduktion, war ganz klar ihr Thema. Das trägt den Betrieb bis heute.

                Dann meine Mitarbeiter – am Anfang waren das die Kollegen meiner Eltern. Schon zu DDR-Zeiten bin ich durch den Betrieb gelaufen, habe mitgeholfen und vor allem geguckt, was die machen.

                Später kamen Gärtnerkollegen, Sammler, Kunden, Züchter, Botaniker und Wissenschaftler dazu. Und irgendwann hatte ich das große Glück, Menschen zu treffen, die ich vorher nur von Buchtiteln kannte: Urs Eggli in Zürich, David Hunt und Nigel Taylor in Kew, Jochen Bockemühl, Ralf Bauer, Woody Minnich, John Trager und viele andere. In den USA haben mich außerdem Carl Volkers und Jim Kampwirth von C&J Cactus Nursery sowie Chuck Everson und Jerry Williams von Rainbow Gardens sehr beeindruckt.

                Bei den Kaktusgärtnern gehören für mich unter anderem Matthias Uhlig, Uwe Mergel, Albert Plapp, Andreas Wessner, Karl-Heinz Knebel und die Familie Beisel dazu. Bei den Züchtern denke ich an Helmut Paetzold, Rudolf Hessing sowie Yvonne und Andrew Brunton.

                Das ist keine vollständige Liste. Im Gegenteil. Wenn ich heute auf dieses große Becken meines Wissens schaue, dann sehe ich vor allem: Es kommt aus sehr vielen Quellen, über Jahrzehnte und von sehr vielen Menschen.

                Fragen statt USB-Stick

                Natürlich habe ich Bücher gelesen. Mein Großvater hat eine gigantische Fachbibliothek hinterlassen, und ich liebe es, in der Deutschen Gartenbaubücherei in Berlin zu stöbern, oder in Lindley oder der Kew Library. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto stärker glaube ich: Die eigentliche Quelle meines Wissens waren sehr oft Fragen.

                Es ist ja keiner gekommen und hat mir einen USB-Stick ins Ohr gesteckt. Es waren Kunden, Mitarbeiter, ganz wichtig Azubis. Manchmal war es eine Pflanze, die nicht das gemacht hat, was wir erwartet hatten. Und dann kommt die Frage: Warum ist das jetzt so?

                Auch Irrtümer gehören dazu. Ich war zum Beispiel sehr lange fest davon überzeugt, Kakteen müssten nicht gedüngt werden – bis mein Vater mich irgendwann darauf hingewiesen hat, dass wir selbstverständlich düngen. Sonst würden die Pflanzen ja nicht wachsen.

                Fehler können eine ziemlich gute und eindrückliche Quelle sein. Gerade im Gartenbau kann Lernen sehr langsam sein. Man macht etwas heute und sieht das Ergebnis vielleicht erst Wochen, Monate oder Jahre später. Das macht die Sache nicht einfacher – aber sehr interessant.

                Deshalb bin ich auch viel unterwegs gewesen: andere Sammlungen, andere Gärtnereien, botanische Gärten, Vorlesungen. Wenn dich Kakteen wirklich interessieren, besuch Menschen. Hör ihnen zu. Oft öffnen sie dann nicht nur den Mund, sondern auch das Herz und die Tür zu ihrer Sammlung. Und man kann unglaublich viel sehen.

                Umgekehrt lerne ich sehr viel, wenn ich anderen etwas erklären muss. Im Katalog, bei Kunden oder bei Azubis. Die merken ziemlich schnell, wenn du anfängst zu schwimmen und deine Antwort wischiwaschi wird. Dann fragen sie nach. Und du musst selbst noch einmal prüfen: Stimmt das eigentlich, was ich da erzähle?

                Der Podcast als Lernmedium

                Ein Punkt liegt völlig auf der Hand: der Podcast. Was ich allein in der Vorbereitung der inzwischen 49 Folgen gelernt habe, ist wirklich erstaunlich.

                Wenn du etwas erzählst, merkst du relativ schnell: Stimmt das eigentlich? Stimmt das, was du die ganze Zeit geglaubt hast? Oder erzählst du gerade etwas vom Pferd?

                Genau das liebe ich am Podcast. Ich glaube, viele denken bei Podcastern an Rampensäue mit Sendungsbewusstsein. Bestimmt gehört ein bisschen Sendungsbewusstsein dazu. Aber bei mir ist es oft anders: Ich weiß etwas – und habe gleichzeitig das Gefühl, es noch nicht genau genug zu wissen. Dann lese ich nach, frage nach und mache am Ende manchmal gerade deshalb eine Folge im Podcast.

                Warum wächst hier eigentlich kein Kaktus?

                Und während ich hier in den Alpen sitze, fällt mir die nächste Frage vor die Füße. Vor mir Felsmassiv, Schotterhalde, Sonne, Wind, Kälte, Trockenheit. Von der Anmutung könnten wir fast in den Hochanden sein – naja fast.

                Also: Warum wächst hier eigentlich kein Kaktus?

                Es gibt Kakteen, die Frost vertragen. Große Höhen sind in den Anden ebenfalls kein grundsätzliches Problem. Warum also hier nicht?

                Die Antwort liefere ich in dieser Folge bewusst nicht. Genau darum geht es: Da ist plötzlich eine Frage. Ich denke darüber nach, beginne zu suchen und wälze Steine von links nach rechts. Diese Suche ist ein großer Teil dessen, was mir Spaß macht.

                Menschen öffnen Türen

                Beim CactusPodcast geht es ziemlich oft gar nicht in erster Linie um Kakteen, sondern um Menschen. Menschen bringen ihre Perspektive, ihre Maßstäbe, ihre Gedanken und ihre Erfahrung mit – oder auch eine gewisse Unbefangenheit.

                Bei Philipp Heidel-Weizel beeindruckt mich genau dieses Zusammentreffen. Da ist sehr viel fachpraktisches Wissen und gleichzeitig die wissenschaftliche Ebene aus dem Studium. Ich komme mit meinen gut drei Jahrzehnten Erfahrung dazu. Wenn wir zusammensitzen, dauern die Gespräche meistens viel länger als geplant. Und plötzlich gehen Türen auf, die vorher gar nicht zu sehen waren.

                Markus Tirok und die richtigen Fragen

                Beim Podcasten habe ich mir ebenfalls Menschen gesucht, von denen ich lernen kann. Gordon Schönwälder war für mich früh so etwas wie ein Podcast-Guru. Und Markus Tirok hat mir mit seinen Gedanken zu Interviews sehr geholfen – unter anderem beim ersten Gespräch mit Philipp. Markus hat auch dieses Jahr wieder an den World Podcast Day erinnert. Diesmal hatte ich selbst schon daran gedacht. Trotzdem nehme ich seine Tipps, Fragen und Impulse immer wieder gern mit.

                Eine Sache habe ich besonders mitgenommen: nicht nachlassen, bis man die richtige Frage gefunden hat. Das deckt sich sehr mit meiner Erfahrung als Gärtner. Das Erste, was auf der Hand liegt, ist eben nicht automatisch schon die Lösung.

                Was übernimmt man eigentlich?

                Beim World Podcast Day 2025 war ich ebenfalls unterwegs – damals auf dem Jakobsweg. Ich habe einen Abstecher zu Uhlig Kakteen in Rommelshausen gemacht und Johannes Uhlig spontan vor das Mikrofon geholt. Dabei ging es plötzlich um Next Generation und darum, dass er die Gärtnerei zum Jahreswechsel 2026/27 übernehmen wird.

                Vor ein paar Wochen habe ich auch noch einmal mit Uwe Mergel gesprochen. Er hat ein bisschen erzählt, wie sich die Übergabe ganz praktisch entwickelt. Und daraus ist für mich eine größere Frage entstanden: Was übernimmt man eigentlich, wenn man eine Kakteengärtnerei übernimmt?

                Sind das nur Pflanzen und Gewächshäuser? Oder auch Wissen, Erfahrung, Fehler, Geschichten und Verantwortung?

                Das ist mir aber heute noch zu groß für eine schnelle Antwort. Daraus wird vermutlich noch einmal eine eigene Folge.

                Der neue Katalog

                Die gleiche Frage beschäftigt mich gerade beim neuen Kakteen-Haage-Katalog. Vor ein paar Wochen war ich schon an dem Punkt: Katalog 2026/27 – im Kasten. Dann kamen ein paar Dinge dazwischen und ich musste feststellen: Pustekuchen.

                Ich muss an einigen Stellen tiefer gehen, genauer klären, genauer hinschauen. Denn nicht alles, was wir in der Gärtnerei verstehen und uns über Jahre erarbeitet haben, ist automatisch verständlich für jemanden, der diesen Katalog liest oder diesen Podcast hört.

                Deshalb wird der Katalog noch etwas länger brauchen. Was gut werden will – du weißt schon.

                Ich lerne immer noch

                Wenn ich wieder an meinen Großvater denke, frage ich mich: Hat er irgendwann aufgehört zu lernen? Ich glaube nicht. Selbst als er nicht mehr richtig gut laufen konnte, klapperte in seinem Herrenzimmer noch die Schreibmaschine. Er hat korrespondiert und sich mit Menschen auf der ganzen Welt ausgetauscht.

                Ich lerne jedenfalls immer noch. Von Pflanzen, von Menschen, von Fehlern, eigentlich von allem – und von guten Fragen.

                Und inzwischen lerne ich ziemlich viel durch diesen Podcast. Dafür bin ich auch dir dankbar, denn letzten Endes mache ich ihn für dich. Du lieferst mir einen Grund, weiterzumachen und die nächsten Folgen zu planen.

                Das war es vom Furkla-Höhenweg. Schau in die Shownotes unter cactuspodcast.de/049, und wenn du magst, auch in den Cactusblog. Ich freue mich übrigens über Kommentare – davon gibt es verdammt wenige.

                Ich stehe hier in der Sonne, genieße mein Dasein und laufe noch ein bisschen auf dem Höhenweg. Dann geht es wieder runter ins Tal.

                Alles Gute, bis dann. Ciao, ciao – oder Servus, wie man hier sagt.

                Behind the scenes · powered by SBB*

                Mit freundlicher Unterstützung der SBB

                Nicht als Sponsor – aber die SBB hat diese Folge ganz unfreiwillig unterstützt: Mein Zug hatte auf der Rückreise ordentlich Verspätung. Damit gab es plötzlich zusätzliche Zeit für Notizen, Nachdenken und Nacharbeit am Podcast.

                Und dann die kleine Pointe: Im viel gescholtenen ICE funktionierte das WLAN besser – und er kam sogar auf die Minute pünktlich. So hat es „How to learn Kaktus“ am Ende doch noch ziemlich zuverlässig vom Berg ins Netz geschafft.

                * Nicht wirklich. Die SBB weiß von ihrem Beitrag zur Podcastproduktion nichts.

                Shownotes:

                CactusPodcast 049 – How to learn Kaktus

                Podcast Day und Podcasten
                • International Podcast Day – der 30. September als weltweiter Anlass für Podcasts und die Menschen dahinter.
                • Markus Tirok: Welttag des Podcasts – aktuelle Ideen für eine Spezialfolge.
                • Wissen weitergeben
                  • CactusPodcast 000 – Wer macht einen Podcast über Kakteen?
                  • CactusPodcast 007 – CactusBasics Aussaat
                  • CactusPodcast 047 – 100 Jahre Kakteenverein Erfurt – live
                  • Weiterhören
                    • CactusPodcast 045 – Johannes Uhlig: Generationen-Treffen am Rande des Jakobsweges
                    • CactusPodcast 044 – Philipp inside DKG
                    • CactusPodcast 048 – Kakteen umtopfen: Muss der wirklich raus?
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                      • Easter Egg: So sah es beinahe aus

                        Beim Versuch, das Cover dieser Folge unterwegs neu zu bauen, ist zuerst etwas völlig anderes entstanden: Kaktus mit Kopfhörern, Mikrofon, Bücherstapel und Alpenpanorama. Hübsch – aber definitiv nicht unser CactusPodcast-Cover. Der Fehlversuch hat deshalb einen Ehrenplatz in den Shownotes bekommen.

                        Weiterhören

                        Hörpfad: Menschen, Wissen, Weitergeben

                        Diese Folge erzählt davon, wo Wissen herkommt – aus Menschen, Fragen, Erfahrung und dem Versuch, Dinge so zu erklären, dass sie auch für andere verständlich werden. Wenn du diesem Faden weiter folgen willst, passen diese Episoden besonders gut:

                        • CP000 · Wer macht einen Podcast über Kakteen? – der Anfang: Warum dieser Podcast überhaupt entstanden ist.
                        • CP044 · Philipp inside DKG – Praxis trifft auf Studium, Wissenschaft und eine andere Generation.
                        • CP045 · Johannes Uhlig – Next Generation – was passiert, wenn eine Kakteengärtnerei in die nächste Generation geht?
                        • CP048 · Kakteen umtopfen: Muss der wirklich raus? – ein Beispiel dafür, wie aus Praxis, Fragen und Widerspruch wieder neues Wissen entsteht.
                        • Der Faden bleibt offen: Menschen, die Wissen weitergeben, werden auch in kommenden Folgen immer wieder eine Rolle spielen.

                          Deine Geschichte

                          Von wem hast du über Kakteen gelernt?

                          Gibt es einen Menschen, einen Satz oder eine Frage, die deinen Blick auf Kakteen verändert hat? Oder eine Frage, auf die du selbst seit Jahren keine wirklich gute Antwort findest?

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                          Der Beitrag CactusPodcast 049 – How to learn Kaktus erschien zuerst auf Cactusblog.

                          39 min
                        • CactusPodcast 041 – Espostoa lanata: Dynamit und Gartenbaumuseum
                          Espostoa lanata – und was hat das mit Dynamit oder Löwenzahn zu tun​ – Episode 041
                          Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum schafft die Verbindung beim Jubiläum bei Kakteen-Haage – Teil 3
                          Hey, ich bin Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und heute geht es gleich mehrfach um Geschichte, nochmal um Löwenzahn, Sprengstoff und wieder um einen Kaktus. 
                          In Teil drei der Jubiläumsserie geht es um Dynamit, Espostoa lanata und Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum. Und letzteres ist nicht ganz zufällig in Erfurt beheimatet.
                          Nachtrag zur letzten Episode
                          Stichwort Löwenzahn – ich hab meine Hausaufgaben aus der letzten Episode gemacht – vielleicht erinnerst du dich – ich habe beim Besuch des mexikanischen Botschafters hier bei Kakteen-Haage über eine Löwenzahngärtnerei in Vietnam philosophiert – und wann ich zum letzten Mal selbst Löwenzahn gegessen habe.
                          Update: letzte Woche – ich war im Wald und habe eine Handvoll Bärlauchblätter und -Knospen und Löwenzahnknospen mitgebracht und in einem scharfen Gewürzsud eingelegt. Löwenzahnkapern – lecker, bitter, geiler Stoff – wenn du mal selbst probieren willst: Link ist in den Shownotes.
                          Und: wo bleibt die nächste Episode im CactusPodcast?
                          Wenn du dich in den vergangenen 10 Monaten gefragt hast: wo ist denn nun die nächste Folge vom CactusPodcast? Kommt der Haage nochmal wieder?
                          • Ja, der ist immer noch da, der war auch nie weg, aber der hatte in der Gärtnerei zu tun, gefühlt ohne Unterlass.
                          • Und dann gibt es da noch ein anderes Podcast-Projekt, dass eine ganze Menge Energie und Kraft gefressen hat – darüber kann ich hoffentlich in Kürze mehr erzählen.
                          • Der letzte Grund: der eine oder andere wird mitbekommen haben, dass mich das Leben Anfang 2022 etwas aus der Bahn geworfen hat. Ich stehe heute zwar wieder auf beiden Füßen, trotzdem hab ich manchmal das Gefühl ich laufe wie im Teer durch meine Tage. Und da fällt zeitweise manches vom Tisch, was mir sehr am Herzen liegt – unter anderem auch mein geliebter CactusPodcast.
                          • Da ist so manche Geschichte unerzählt geblieben – und damit das so nicht bleibt, geht’s jetzt hier weiter – und als Entschädigung wird die Folge heute wohl etwas länger.

                            Disclaimer:
                            ich gebe mir Mühe, dranzubleiben. Falls es doch mal wieder eine längere Pause geben sollte, dann könnten die Gründe dafür ggf. dort liegen. Danke an alle, die nachgefragt haben, oder kommentiert oder mir anderweitig eine Nachricht zukommen ließen. Der letzte Anstoß kam gestern auf dem 24er Forumtreffen, es war für mich überraschend zu hören, bei welcher Gelegenheit Ihr dem CactusPodcast zuhört, deswegen special Thanks to Henry & Jan für eure Geschichten.
                            Und bei der Gelegenheit auch einen Gruß an Ralf im Harz, der wenn ich richtig informiert bin, heute Geburtstag hat – und wenn das nicht stimmt – auch nicht wild, dann einfach welcome home von deiner weiten schönen Reise.
                            Apropos Geschichten:
                            CactusPodcast 041 Kakteengeschichte - Espostoa lanata - Dynamit und Deutsches Gartenbaumuseum

                            von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                            https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2024/04/cactuspodcast-041-espostoa-lanata-dynamit-und-deutsches-gartenbaumuseum.mp3
                            Dynamit, Kakteenerde und Durchschlagkraft?
                            Was hat Alfred Nobel mit Kakteenerde zu tun?
                            Ist Ulrike Richter explosiv?
                            Nein, die neue Vorständin des Deutschen Gartenbaumuseum will bewegen, über sprengen hat sie bislang noch nichts erzählt.
                            Um die Bedeutung des Dynamit kurz und bündig zu klären: wir befinden uns im Jahr 1866. Der schwedische Chemiker Alfred Nobel sucht nach einem sicheren Sprengstoff, denn Jahre zuvor werden vier Menschen getötet, als bei seinen Versuchen mit dem empfindlichen Nitroglycerin sein Haus in die Luft gejagt wird. Einer der Menschen ist sein Bruder.
                            Ob dieser Verlust ihn beflügelt, ob Zufall oder emsige Forschung – der Durchbruch gelingt Nobel jedenfalls mit einem für uns alten Bekannten aus der Kakteenwelt: Kieselgur! Als er das bis dahin schwer zu kontrollierende „Sprengöl“ oder Nitroglycerin in Kieselgur mischt, hat er die Lösung: Dynamit. Und zugleich die Quelle seines späteren unglaublichen Reichtums. Dass seine Erfindung, das „Sicherheitssprengpulver“ von den Menschen nicht nur für die großen Bauwerke seiner Zeit wie Gotthard-Tunnel oder Panama-Kanal, sondern auch für Waffen im Krieg verwenden, macht Nobel nicht glücklich.
                            Er engagiert sich immer mehr als Friedensstifter und bringt einen großen Teil seines Vermögens in die Friedensarbeit ein – der Friedensnobelpreis ist sicher der heute bekannteste, nicht jeder weiß: das Geld dafür stammt aus den Kriegen seit 1870.
                            Das Kieselgur stammte damals aus der Lüneburger Heide, unser Kieselgur heute kommt aus Dänemark.
                             
                            Und um das klar zu sagen: wir machen damit Kakteenerde, keinen Sprengstoff.
                            Wie ist das mit dem Deutschen Gartenbaumuseum?

                            Das deutsche Gartenbaumuseum ist in Erfurt zuhause. Wie kam das?

                            Erfurt, Blumenstadt und Ursprung des kommerziellen Gartenbaus

                            Erfurt gilt als der Ursprung des deutschen Gartenbaus. Sicher hat es zu der Zeit auch in anderen Regionen der deutschen Landen schon Erwerbsgartenbau gegeben. Die Art und Weise mit der die Professionalisierung vonstatten ging war aber in Erfurt einzigartig.
                            Die Gründe lagen in meinen Augen in der Vorgeschichte. Der Gartenbau hat die Grundlage für den Reichtum der Erfurter Patrizier gesorgt. Ein Reichtum und eine wirtschaftliche Bedeutung wie sie später vielleicht noch mit den großen Hansestädten vergleichbar würden. Die Gärtner selbst waren dabei nicht die die Rahm abschöpften. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, der Verdienst landete in erster Linie bei den Händlern. Aber die sorgten für den Erhalt ihrer Wohlstandquelle.
                            Nicht ohne Grund bezeichnete schon Luther die Erfurter als „des Heiligen Römischen Reiches Gärtner“. In Erfurt waren Gärtner ansässig, die über lange Zeiträume die Gartenbaugeschichte schrieben. Dazu gehören große Namen wie Benary, J. C. Schmidt, Platz, Franz Anton Haage, Fischer, Heinemann, Pabst, Czeckalla, Haage & Schmidt, Chrestensen, Jühlke – und auch Friedrich Adolph Haage.

                            Gartenbau in der DDR und Gründung des Deutschen Gartenbaumuseum 1961

                            Als 1961 in Erfurt die erste Internationale Gartenausstellung nach dem Krieg stattfindet wird zeitgleich auf das Deutsche Gartenbaumuseum eingeweiht. (die erste Allgemeine Deutsche Gartenbauausstellung mit internationaler Beteiligung findet übrigens im Jahr 1865 in Erfurt statt. Die Ausstellungstradition reicht aber noch weiter in der Geschichte zurück)
                            Das Museum trägt bis 1989 eine eindrucksvolle Sammlung zusammen und erfreut sich auf der iga alljährlich zahlreicher Besucher. Mit der Wende bleiben die gewohnten Besuchermassen aus und auch die Zukunft des Museums ist nicht mehr sicher. Auch wenn der Erfolg immer viele Väter hat, ist mir ein Name in Erinnerung, den ich immer wieder höre, wenn es damals darum ging „bleibt das deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt?“. Der damalige Präsident des Zentralverband Gartenbau Karl Zwermann hat gemeinsam mit dem langjährigen Thüringer Landwirtschaftsminister Volker Sklenar die Weichen gestellt, dass das Museum in Erfurt bleibt.
                            Und dort ist es bis heute.

                            Jetzt Bühne frei für Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum, die zu Beginn über ein Bild spricht, dass eben die Inhalte dieser Episode umfasst: Dynamit und Espostoa lanata:

                            Espostoa lanata – entdeckt 1802 durch Humboldt
                            Wir haben von Ulrike Richter schon gehört, dass die Pflanze von Humboldt entdeckt wurde, hier die Geschichte wie das passiert ist:
                            August 1802, Alexander von Humboldt war unterwegs im Huancabamba-Tal, wo das liegt ist heute Peru. Es war anstrengend und beschwerlich, diese Reise. Humboldt und seine Gefährten mussten allein „27mal den Río Huancacabamba mit vieler Gefahr überqueren“. Was Humboldt aber beeindruckte, das waren „ganze Cactuswälder“. Er notierte in seinen Aufzeichnungen einen „kandelaberartig verzweigter Säulenkaktus, der auch ohne Blüten durch seine schneeweiße, dichte Behaarung sehr auffällig ist.“
                            Beat Leuenberger, von dem die meisten diese Hintergrundinformationen stammen, hat hier etwas tiefer geschürft und Informationen zusammengetragen, die weder auf Wikipedia, aber auch nicht in „Kakteen von A bis Z“ von meinem Großvater Walther Haage zu finden sind – und das hat mich etwas überrascht.
                            Nochmal der Reihe nach:
                            Die Geschichte einer Entdeckung
                            1802 wird die wollige Espostoa von Humboldt und Bonpland gefunden. Beide identifizieren die Pflanze als neue Art. Im Feldbuch gibt es eine kurze Beschreibung unter dem Namen Cactus lanatus in Humboldts Handschrift, dazu eine schematische Skizze eines Querschnitts eines blühfähigen Triebs. Was fehlt ist Herbarmaterial und eine Zeichnung die Karl Sigismund Kunth erwähnt ist anscheinend auch verschollen. Die Notizen und die Zeichnung waren damit die alleinige Grundlage für die von Kunth bearbeitete Beschreibung
                            1823 erscheint dann die formelle Publikation, also die Erstbeschreibung von Cactus lanatus durch Humboldt, Bonpland und Kunth im großem Werk „Nova genera et species plantarum“. Humboldt erwähnt dort auch die pflaumengroßen, roten essbaren Beerenfrüchte und bezeichnet sie als „piscol colorado“.
                            1828 Cereus lanatus (Kunth) DC. – (Augustin-Pyrame de Candolle)
                            1870 kommt Haage ins Spiel So lange braucht es, bis die Pflanzen nach Europa in Kultur kommt. Benedikt Roezl stammt aus Prag und sammelt in Lateinamerika Pflanzen. Und die schickt er an die Kakteengärtnerei Friedrich Adolph Haage jun. in Erfurt. Noch bis zur Jahrhundertwende wurde sie als vermeintlich neue Art unter dem Namen Pilocereus dautwitzii geführt, benannt nach dem K. K. Hofbauverwalter und Architekt Dautwitz, der ein eifriger Kakteensammler ist und auf Schloß Schönbrunn bei Wien lebt.
                            1898 Pilocereus lanatus (Kunth) F.A.C.Weber (Frédéric Albert Constantin Weber)
                            1904 Cleistocactus lanatus (Kunth) F.A.C.Weber
                            1916 Oreocereus lanatus (Kunth) Britton & Rose
                            1920 Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose stellten die Art in die Gattung Espostoa
                            Beschreibung Espostoa lanata
                            Wuchsform, Habitus
                            Espostoa lanata wächst baumförmig mit in den oberen Teilen verzweigten Trieben und erreicht Wuchshöhen von 1,5 bis 7 Metern. Der Stamm kann bis zu 1 Meter hoch werden und bis 20 Zentimeter Durchmesser erreichen. Die ausgebreiteten oder aufsteigenden Triebe werden mehrere Meter lang und weisen Durchmesser von 6 bis 10 Zentimeter auf. Es sind 18 bis 25 gerundete Rippen vorhanden, die 5 bis 8 Millimeter hoch sind und durch gerade Furchen voneinander getrennt sind. Die darauf befindlichen elliptischen, 7 bis 10 Millimeter voneinander entfernten Areolen sind trotz der zahlreichen Haare und Dornen erkennbar.
                            Dornen und Wolle
                            Der einzelne Mitteldorn, der auch fehlen kann, ist 2 bis 5 Zentimeter lang. Die 30 bis 40 ausgebreiteten, rötlichen oder gelblich braunen Randdornen vergrauen im Alter und weisen eine Länge von 3 bis 8 Millimeter auf. Das vier bis fünf Rippen umfassende Cephalium ist bis zu 1 Meter lang und besteht aus hellbrauner bis grauer, bis zu 3 Zentimeter langer Wolle.
                            Hübsche Blüten
                            Die trichterförmigen purpur- bis hellpurpurfarbenen Blüten sind 4,5 bis 5,5 Zentimeter lang und erreichen einen Durchmesser von 3 bis 3,5 Zentimeter. Die kreiselförmigen, mehr oder weniger purpurroten Früchte besitzen eine Länge von bis zu 2,5 Zentimeter und Durchmesser.
                            Die Wollige Espostoa blüht im Sommer und nur nachts. Nach und nach erscheinen die Blüten aus der schmalen ganz dicht wolligen Blühzone (Cephalium) seitlich an den Säulen. Sie sind frühmorgens schon wieder verwelkt. Die sich dunkel verfärbenden Blütenreste fallen nicht ab sondern bleiben, noch monatelang an der Pflanze.
                            Espostoas wachsen langsam, benötigen viel Sonne und ihrer tropischen Herkunft entsprechend einen nicht zu kühlen Standort.
                            Verbreitung, Gefährdung und Nutzung der wolligen Espostoa
                            Espostoa lanata ist in Ecuador in der Provinz Loja sowie in Peru in den Regionen Piura, Amazonas, Cajamarca und Lambayeque in Höhenlagen von 500 bis 2000 Metern verbreitet.
                            Die Art wird als nicht gefährdet eingestuft.
                            Aus dem Cephalium gewonnene Wollhaare wurden in Peru früher als Füllung für Kissen verwendet. Oder vielleicht auch für Mützen?
                            Bevor ich hier den Sack auch zu mache sage ich
                            Danke fürs zuhören und:
                            weil die Folge heute sowieso schon länger ist als geplant, gibt es heute auch noch einen anderen musikalischen Abspann als gewohnt. Wir haben gestern beim Forumtreffen über die Basis dazu sinniert – wenn du eine Idee hast, woher die Melodie stammen könnte, dann schick mir eine Mail an [email protected], oder in der CactusPodcast-Gruppe.
                            Auch wenn du einen Themenwunsch hast für die nächste Folge.
                            Ich hab zwar auch schon eine Idee aber ich freu mich noch mehr, von dir zu hören!
                             
                             
                            Und was kommt als nächstes?
                            Sei gespannt!
                            Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 042 zum Thema – hast du Wünsche?
                             
                            Und wenn du jetzt Fragen hast – oder deine Antworten auf meine Fragen schicken willst – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                            • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                            • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                              Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/041
                              Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                              Bleib gesund und mach’s gut!
                               
                              Shownotes:

                              Darüber habe ich erzählt:

                              • Rezept für Löwenzahnkapern – https://indigo-blau.de/loewenzahnkapern-rezept 
                              • Kakteenforum – https://kakteenforum.de 
                              • Espostoa lanata – https://de.wikipedia.org/wiki/Espostoa_lanata 
                              • Kieselgur – https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kieselgur
                              • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                 
                                Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                 
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                                  Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                   
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                                  Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                   
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                                  36 min
                                • CactusPodcast 040 – Kakteengeschichte: Begegnung der Kulturen – Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei
                                  Hoher Besuch: Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei zu Gast​ – Episode 040
                                  Botschafter Francisco Jose Quiroga Fernandes besucht Kakteen-Haage
                                  Ich bin Ulrich Haage und ich bin immer noch ein bisschen aufgeregt.
                                  Warum?
                                  Wir hatten vor zwei Tagen (wieder) hohen Besuch in der Gärtnerei und zwar aus Mexiko.
                                  Ich erzähle dir heute, wer uns besucht hat und warum das etwas besonderes ist für uns, was ich neues erfahren habe über den Umgang mit Kakteen in Mexiko.
                                  Und jetzt geht’s los, viel Spaß bei Episode 40 im CactusPodcast!
                                  Alles VIP bei den Kakteen
                                  Ganz schön viele VIP in letzter Zeit hier!

                                  In der der letzten Episode war der Thüringer Ministerpräsident bei uns zu Gast und nun schon wieder so eine große Nummer!

                                  Aber der Reihe nach. Seit Donnerstag, 25.5. haben wir, also Kakteen-Haage, diplomatischen Kontakt nach Mexiko.
                                  S.E. (Seine Excellenz) Herr Botschafter Francisco Jose Quiroga Fernandes erwies unser Gärtnerei die Ehre seines Besuches.
                                  (Wer uns besucht, das habe ich allerdings erst beim Abschied mitbekommen.)

                                  Und das kam so:
                                  Am vorigen Freitag klingelte das Telefon, eine Dame stellte sich vor als Mitarbeiterin der Botschaft Mexikos in Berlin und erkundigte sich, ob es möglich wäre, dass der Gesandte in der folgenden Woche Kakteen-Haage einen Besuch abstattet.
                                  Natürlich ist das möglich!
                                  Es war nur nicht so einfach, mich mit meiner Freude einigermaßen angemessen zu verhalten.
                                  Ich meine, noch nie war ein Mitglied unserer Familie in Mexiko – und dann kommt das Land hochoffiziell zu uns – was für eine Story!
                                  Mein Verhältnis zu Mexiko ist nicht so ganz einfach. Einerseits – dort sind die meisten Kakteen zu Hause – es ist schon so, wie das Land meiner Träume. Nicht nur meiner Träume, auch der Rest der Familie hat vermutlich ein bisschen sowas wie Sehnsuchtsgefühle.
                                  Und trotzdem war noch niemand von der Haage-Familie dort drüben – auch wenn das mir oft nicht geglaubt wird. Ich treffe häufiger auf Menschen, die sogar ganz konkret wissen, welches Familienmitglied wann in Mexiko gewesen ist und wann. Meist wird mein Großvater Walther Haage dabei zuerst erwähnt. Mein Großvater wäre sehr gern nach Mexiko gereist – aber das war ihm nie vergönnt.
                                  Ich war der erste Haage aus unserer Familie, der es bis nach Amerika geschafft hat. Und für mich hat sich Guatemala nach 20 Jahren DDR schon sehr mexikanisch angefühlt und ich habe dort viele Menschen aus Mexiko getroffen, die Urlaub gemacht haben.
                                  Einige Jahre später war ich mit meiner Schwester Amrey in den USA. In Californien und Arizona sind wir auf den Süd-Highways unterwegs gewesen und haben mehr als einmal einen Blick in Richtung Mexiko geworfen. Aber auch da haben mich die Grenzsicherungsanlagen an die deutsch-deutsche Grenze erinnert und ich hab keinen Gedanken daran verschwendet, diese Grenze mal zu überschreiten.
                                  Auch aus diesem Grund war diese politisch hochoffizielle Kontaktaufnahme für mich etwas ganz Besonderes und ein bisschen unvorstellbar!
                                   
                                  Und dann ist am Donnerstagnachmittag eine große schwarze Limousine mit einem Null-Kennzeichen auf unseren Parkplatz gerollt. Ohne ein Hoheitskennzeichen und ohne Polizei – damit hatte ich aber auch nicht gerechnet.
                                  Ich begrüßte eine Frau und vier Männer in gediegenen schwarzen Anzügen.
                                  Aus der Staatskanzlei hatte ich erfahren: am Vormittag hatte sich die Delegation mit Bodo Ramelow und mit der IHK getroffen und meine Schwester hatte auf den Berliner Kakteentagen eine Einladung ausgesprochen. Dennoch war mir nicht klar, wie wir zu diesem hochkarätigen Besuch gekommen sind. Also hab ich ganz platt nach dem Grund für den Besuch gefragt. Und ich erfuhr: in der Botschaft gibt es ein großes Kakteen-Display, in denen viele verschiedene Kakteen gezeigt werden. Es soll Sinnbild sein für die Vielfalt Mexikos. Ein Teil der Kakteen stammt aus dem Botanischen Garten Berlin und vermutlich wurden einige von den Berliner Kakteenfreunden gestiftet. Das wollte uns der Botschafter zeigen. Und auch das Interesse an einer deutschen Kakteengärtnerei. Im Laufe des Besuchs kam im Nebensatz sehr freundlich und dezent – also diplomatisch – die Frage, ob wir vielleicht auch ein paar Pflanzen stiften würden. Klar machen wir das! Ehrensache!
                                  Und schon waren wir mitten im Gespräch.
                                  CactusPodcast - 040 Kakteengeschichte - Begegnung der Kulturen: Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei

                                  von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                                  https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/06/cactuspodcast-040-kakteengeschichte-mexikanischer-botschafter-besucht-kakteen-haage.mp3
                                  Wieder schwarze Limousine

                                  Und dann ist am Donnerstagnachmittag eine große schwarze Limousine mit einem Null-Kennzeichen auf unseren Parkplatz gerollt. Ohne ein besonderes Hoheitskennzeichen und ohne Polizei.
                                  Damit hatte ich aber auch nicht gerechnet. Ich begrüßte eine Frau und vier Männer in gediegenen schwarzen Anzügen.
                                  Aus der Thüringer Staatskanzlei hatte ich erfahren: am Vormittag hatte sich die Delegation mit Bodo Ramelow und mit der IHK getroffen.
                                  Und meine Schwester hatte auf den Berliner Kakteentagen eine Einladung ausgesprochen. Ich bin mir sicher, es gab außerdem noch einen Freund bei den Berliner Kakteenfreunden, der in Berlin ein wenig Fäden gezogen hatte.

                                  Dennoch war mir nicht klar, wie wir zu diesem hochkarätigen Besuch gekommen sind. Also hab ich ganz platt nach dem Grund für den Besuch gefragt.
                                  Und ich erfuhr: in der Botschaft gibt es ein großes Kakteen-Display, in denen viele verschiedene Kakteen gezeigt werden. Es soll Sinnbild sein für die Vielfalt Mexikos. Ein Teil der Kakteen stammt aus dem Botanischen Garten Berlin und vermutlich wurden einige von den Berliner Kakteenfreunden gestiftet. Das wollte uns der Botschafter zeigen. Und auch das Interesse an einer deutschen Kakteengärtnerei.
                                  Im Laufe des Besuchs kam im Nebensatz sehr freundlich und dezent – also diplomatisch – die Frage, ob wir vielleicht auch ein paar Pflanzen stiften würden.
                                  Klar machen wir das! Ehrensache!
                                  Und schon waren wir mitten im Gespräch.

                                  Diplomdeutsch – oder Diplomatendeutsch?

                                  An der Stelle ein Einschub mit etwas Nachhilfe in Sachen Diplomsprache? Diplomatie, also Botschaftsbegriffe.
                                  Ich brauchte die jedenfalls, denn ich hab mich im Kaktusgärtneralltag nicht mit der Frage auseinandergesetzt, was ein Gesandter ist und was der Unterschied zum Botschafter.
                                  Hier kommt der Service-Block, falls du das auch nicht wusstest:

                                  Was ist eigentlich ein Botschafter?

                                  Ein Botschafter ist ein Diplomat und der beamtete oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land oder bei einer internationalen Organisation. Er wird vom Außenministerium entsandt und ist der persönliche Repräsentant des Staatsoberhauptes seines Landes. (sagt Wikipedia)

                                  Der Botschafter ist der Chef der Botschaft, der Gesandte sein Vertreter. In großen Botschaften gibt es manchmal auch einen ersten und einen zweiten Gesandten. Ganz praktisch: die Anrede für den Botschafter lautet „Excellenz“, der Gesandte hat keine zusätzliche Anrede. Blöd für mich: ich hab mich an den angekündigten Gesandten gehalten und war mir der Sache auch weiter sicher, denn wenn es der Botschafter gewesen wäre, dann hätten ihn seine Mitarbeiter auch mit seinem Titel oder seiner Anrede bedacht. Das kenne ich aus den Ministerien, da erscheint mir die Wortwahl selbst in der dritten Person manchmal sehr historisch: „Herr Minister hat gesagt…“, oder „Frau Ministerin wird am Dienstag um 11 Uhr hier sein …“

                                  In Mexiko sind diese Förmlichkeiten offenbar nicht so wichtig, oder die Menschen in der Delegation waren einfach so klassisch entspannt und locker miteinander unterwegs.
                                  Ich hab mal wieder was gelernt: Sei dir nie zu sicher, mit nichts!

                                  Kakteenessen, Tradition und Löwenzahn im Alltag

                                  Zurück ins Gewächshaus:
                                  Wir sind inzwischen bei den Mutterpflanzen angekommen.
                                  Opuntien! Nopales – in Mexiko werden die gern als Gemüse gegessen – erzählt ein Delegierten und alle nicken eifrig mit besonderem Gesichtsausdruck.
                                  Ja, ich weiß – und erzähle vom Kakteenessen in unserem Gewächshaus – und dass es im Moment schwierig ist Nopalitos als Salat im Glas zu importieren.
                                  Ich überlege, wie ich das einsortiere, welches Gewicht hat der Kaktus als Nahrungsmittel im Alltag in Mexiko? Ich hab Kaktusblätter auf den Märkten im Süden der USA gesehen, auch in den großen Supermärkten in der Gemüseabteilung.
                                  Im Nachgang mache ich mir darüber nochmal Gedanken, wie würde das erzählen? Mir kommt unser heimischer Löwenzahn in den Sinn. Würde ich in Vietnam überraschend über eine Pflanze stolpern, dann könnte ich auch erzählen: „esse ich, schmeckt, wird in Deutschland gern im Salat gegessen.“ Und es wäre wahr. Konkret ist es aber mindestens 30 Jahre her, dass ich meinen letzten Löwenzahnsalat genossen habe. Gut, „Löwenzahnhonig“ haben wir mit den Kindern im Kindergartenalter gemacht, aber auch das ist 10-15 Jahre her.
                                  Ich sammle mich und meine Gedanken mal – auch Löwenzahn wird gegessen und es gibt einige Landwirte, die professionell Löwenzahn anbauen. Ich glaube aber, dass Kakteen in Mexiko und auf der Welt wirtschaftlich eine größere Bedeutung haben, als Löwenzahn. Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung für Mexiko ist, das kann ich ja bei meinem ersten Besuch in der Botschaft mal erfragen …

                                  Ich warne vor den feinen, weißen Dornen, den Glochiden an den Opuntien – aber schon hat der schwarze Anzug einen dünnen weißen Streifen auf dem Rücken.
                                  Au weh!
                                  Ich denke an die Ledersitze in der Limousine auf der Rückfahrt nach Berlin. Das wird bestimmt unangenehm.
                                  Manchmal verstehen sie mich vermutlich nicht und sie sind einfach zu höflich, das zu zeigen.
                                  Ich bemühe mich, Geschichten zu erzählen, die auch für Nicht-Kakteen-Spezialisten unterhaltsam sind.

                                  Die nächste Frage hat mich deswegen kurz überrascht:
                                  „Gibt es bei Ihnen auch Peotl?“ – wir schauen gerade die großen Astrophytum Mutterpflanzen an.
                                  Moment – noch ein paar Schritte, dann sind wir bei den Lophophora.

                                  Ja, Peotl haben wir – und ich höre Geschichten vom Heiligen Kaktus aus dem alten Mexiko.
                                  Damals hatten die Kakteen eine ganz besondere Bedeutung – der Kaktus auf dem der Adler mit der Schlange sitzt – das war der Ursprung, dort ist das heutige Mexiko gegründet worden. Das war die Opuntie, die auch heute noch Wappenpflanze Mexikos ist.
                                  Aber auch sonst seien Kakteen heute wieder mehr im Bewusstsein der Bevölkerung in Mexiko.
                                  An der Nationalen Universität und dem zugehörigen Botanischen Garten sind die Kakteen gut vertreten, es gibt verschiedene Forschungsprojekte in denen es auch um die Erhaltung der Kakteenpopulation geht.

                                  Frag den Kaktusgärtner – nein – heute: Frag den Botschafter!

                                  Und das war das Stichwort – damit sind wir von ganz allein in die Rubrik FdK gekommen – heute besser FdB: frag den Botschafter – denn wir haben im Vorfeld ein paar Hörerfragen eingesammelt, die ich jetzt dem Botschafter stellen konnte.

                                  roman (Insta)
                                  Mich würde interessieren welchen Stellenwert Kakteen dort haben, wir hier hegen und pflegen das sie überleben, dort ist es eventuell manchmal so etwas wie Unkraut… 😍🌵🌵🌵

                                  Kakteen sind für die Mexikaner wichtig. Die Pflanzen sind ziemlich tief in die Kultur und Traditionen des Landes eingebettet. Sie sind ein Teil des kulturellen Erbes sind auch Symbol für die Vielfalt von Mexiko.

                                  Das war mir so nicht klar – aber es erklärt die Sache mit dem Kaktus-Display in der Botschaft und den Fakt, das eine so hochkarätige Delegation sich auf den Weg macht, um Kakteen zu besorgen – und das erstaunt mich ziemlich!
                                  Dann ist da noch der Punkt mit den Kakteen in der mexikanischen Küche.

                                  Opuntia zählt in manchen Regionen zu den Grundnahrungsmitteln, die Kakteenblätter oder Nopales oder Tunas (Opuntienfrüchte) oder Pitahaya (Früchte von Selenicereus oder Hylocereus).
                                  Außerdem werden Kakteen in der Volksmedizin für alle möglichen Heilanwendungen eingesetzt.
                                  Übrigens auch Lophophora.

                                  Aure Lia (FB)
                                  Was wird getan, damit die Lophophora in freier Wildbahn erhalten bleibt und wie läuft es bisher?
                                  … und:

                                  philippheidelweizel (insta)
                                  Was für eine tolle Gelegenheit! Vielleicht könnt ihr mal nach Auswilderungsprogrammen bei Kakteen fragen.
                                  Die Fragen passen gut zusammen – deswegen die Antwort im Paket:

                                  Ja. Es gibt verschiedene Renaturierungsprogramme, die von der Regierung angeschoben werden und es gibt Programme aus Privatinitiative.
                                  Und nicht zuletzt zielen verschiedene Forschungsprojekte der Nationalen unabhängigen Universität Mexiko (UNAM) auf die Erforschung und Erhaltung von Kakteen und anderen sukkulenten Pflanzen in verschiedenen Regionen von Mexiko.

                                  Außerdem – und das war eine meiner Fragen: „gibt es viele Gärtner in Mexiko, die die Versorgung mit Kakteen im eigenen Land sichern.“
                                  Die Mitarbeiterin hat diese Aussage etwas relativiert, sie sagte: „zumindest in Mexico D. C. gibt es genügend Kakteen zu kaufen.“

                                  Thomas Paul (FB)
                                  Ich würde mal fragen ob er den Chefgärtner zum Gegenbesuch nach Mexiko einlädt.

                                  Ich war nicht so keck, nach einer Einladung zu fragen – aber ich habe sie bekommen.
                                  Zwar kein Gegenbesuch in Mexiko, aber nach Berlin wurde ich eingeladen – und das finde ich schon abgefahren!

                                  Jetzt ist dir sicher auch aufgefallen: einige der Antworten sind in erster Linie diplomatischer Natur „politisch pauschal positiv“.
                                  Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass in der Botschaft in Deutschland Detail-Informationen über Artenschutz-Projekte vorliegen, das wäre definitiv zu viel erwartet, auch wenn der Besuch in der Gärtnerei einige Tage Vorlauf für die Vorbereitung gehabt hätte.

                                  Deswegen möchte ich gern noch eine andere Seite dazu hören.
                                  Mich interessiert: bist du selbst schon mal in Mexiko gewesen, oder kennst jemanden der vor Ort war und etwas zu konkreten Erhaltungsmaßnahmen von Kakteen in Mexiko erzählen kann?
                                  Wie siehst du das?

                                  Vom Sämling zum Kaktus und die Zukunft der Kakteen

                                  Im Gewächshaus sind wir nach den Samenträgern bis zur Aussaat gekommen. Ich glaube die schiere Masse der winzigen Kakteensämlinge waren sehr beeindruckend, denn es kam vom Herrn Wirtschaftsgesandten die erste „technische Frage“.
                                  Wie viele Mitarbeiter arbeiten hier? Die Sämlinge pikiert nur eine Kollegin – aber insgesamt sind wir zwölf, die die gesamte Gärtnerei am Laufen halten.
                                  Ich bin manchmal selbst unsicher, ob das jetzt viel oder wenig ist – für eine normale Gärtnerei wäre es ganz schön viel – und auch die Qualifikation unserer Mitarbeiter macht mich immer wieder stolz!

                                  Bei den Chamaecereus unterhalten wir uns über die Kakteengärtnereien und die momentanen Veränderungen auf dem Markt. Ich erzählen vom selten gewordenen Generationenwechsel bei den Kaktusgärtnern, denn meist ist es einfach Schwund. Das erlebe ich hier in Deutschland, aber auch in anderen Ländern der Erde.
                                  Ich frage, ob wir in Zukunft Kakteen direkt aus mexikanischen Gärtnereien kaufen können. Der Botschafter strahlt und erzählt vom neuen Handelsabkommen und dass das vielleicht auch den Markt für den Handel mit Kakteen erleichtern könnte. Wie das konkret aussehen kann, das weiß ich noch nicht – aber ich bin zuversichtlich.

                                  Wir haben die letzte Etappe unserer kurzen Rundreise durch die Kakteengärtnerei erreicht und stehen jetzt im Museum.
                                  Ich erzähle von den verschiedenen Standorte, an denen die Gärtnerei in Erfurt ansässig gewesen ist, ich erzähle vom Kakteenjäger Fric der im Mexiko Kakteen gesammelt hat und offenbar ist die Sammlung mit Kakteenbriefmarken aus der ganzen Welt ein interessantes Feld.

                                  Den Abschluss des Besuchs ist der Fototermin an der Friedrich Adolph Haage Gedenkplatte.
                                  Daneben gibt es noch den obligatorischen Eintrag ins Gästebuch – und erst dann wird mir bewusst, wer uns besucht hat:
                                  Es steht nämlich unter der Unterschrift:
                                  Francisco Jose Quiroga Fernandes
                                  Botschafter

                                  Bevor ich hier den Sack auch zu mache sage ich Danke fürs zuhören und:
                                   
                                  meine Fragen:
                                  Ich möchte gern deine Sicht hören.
                                  Bist du selbst schon mal in Mexiko gewesen, oder kennst jemanden der vor Ort war.
                                  Kannst du etwas zu konkreten Erhaltungsmaßnahmen von Kakteen in Mexiko erzählen?
                                  Und wie siehst du das, ist die Erhaltung der Kakteen in Mexiko für dich wichtig? 
                                   
                                   
                                  Und was kommt als nächstes?
                                  Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 041 zum Thema 200 Jahre Kakteen-Haage.
                                  In der Episode wird es um Dynamit und das Deutsche Gartenbaumuseum gehen. Es wird explosiv mit einem weiteren Kaktus und einem Gast. Ich bekomme eine Mütze – und du darfst auf die Geschichte echt gespannt sein!
                                   
                                  Und wenn du jetzt Fragen hast – oder deine Antworten auf meine Fragen schicken willst – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                  • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                                  • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                    Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/040
                                    Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                    Bleib gesund und mach’s gut!
                                     
                                    Shownotes:

                                    Darüber habe ich erzählt:

                                    • Mexikanische Botschaft: https://embamex.sre.gob.mx/alemania
                                    • Botschafter (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Botschafter 
                                    • UNAM – Nationale Autonome Universität von Mexiko: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Autonome_Universit%C3%A4t_von_Mexiko
                                    • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                       
                                      Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                      Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                       
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                                        Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                         
                                        Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                        Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                        Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                         
                                        Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                        Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                        Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                         

                                        Der Beitrag CactusPodcast 040 – Kakteengeschichte: Begegnung der Kulturen – Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei erschien zuerst auf Cactusblog.

                                        28 min
                                      • CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe
                                        200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 2​ – Episode 039
                                        Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow
                                        Hey, ich bin Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und bin ziemlich aufgeregt wegen der heutigen Episode – aber das halte ich noch eine Weile aus.
                                        Wir machen heute zweierlei – wir machen Geräusche:
                                        erstens: / Dornengeräusche
                                        zweitens: / Autogeräusche
                                        Nachtrag zur Königin der Nacht aus Episode 038
                                        Eine Geschichte aus dem Botanischen Garten Dresden

                                        Vor den Geräuschen gibt es noch einen Nachtrag zur letzten Episode: die Geschichte vom letzten sächsischen Kaiser und der Königin der Nacht:

                                        Ich war vor einigen Wochen in Dresden. Dort wurde im Botanischen Garten eine zauberhafte Geschichte zur Königin der Nacht erzählt – und die erzählt euch heute kein anderer als René Burkhardt, der mich heute im CactusPodcastStudio besucht:

                                        In den 1960er Jahren kündigten im Sommer die Zeitungen die zu erwartende Blüte der Königin der Nacht an. Am Abend versammelten sich Tausende Besucher vor dem Botanischen Garten, weit mehr, als ins Gewächshaus passen würden.

                                        Um der Situation überhaupt wieder Herr zu werden wurde die Polizei gerufen, die dann „den Verkehr im Garten regelte“. So konnten alle Besucher die seltenen Blüten bewundern.

                                        Und damit herzlich willkommen im CactusPodcast bei Teil zwei der Serie zum Thema 200 Jahre Kakteen-Haage.

                                        Am liebsten würde ich jetzt stoppen und schauen, ob du da draußen tatsächlich heraushören konntest, was sich hinter den Aufnahmen verbirgt – denn das ist ja nicht so einfach, diese Sounds einzufangen.
                                        Aber – die Zeit haben wir nicht, deswegen löse ich das erste Geräusch gleich auf.
                                        Gleich.

                                        CactusPodcast - 03 Kakteengeschichte - Jubiläum - Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow

                                        von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/04/cactuspodcast-039-kakteengeschichte-jubilaeum-goethe-kaktus-und-bodo-ramelow.mp3
                                        Der Großvater – fast 200 Jahre dabei

                                        Vorher steigen wir aber erstmal ein: uns erwartet heute eine ziemliche Promi-Dichte.
                                        Wir beginnen gleich mal mit dem ältesten noch lebenden Promi: >>ping
                                        DAS ist der GROSSVATER
                                        Damit ist nicht mein Großvater gemeint, also nicht Walther Haage.
                                        Und auch nicht dieser hier:
                                        >> Fagott
                                        Das ist der Fagott-Großvater aus Peter und der Wolf.
                                        DER GROSSVATER ist unser alter schöner Echinocactus grusonii, vielleicht ist er dir ja schon mal in oder vor unserem Gewächshaus begegnet.
                                        Und wenn nicht – auf www.cactuspodcast.de/39 findest du mindestens ein Foto von ihm. Da kannst du ihn in seiner ganzen Pracht anschauen – sogar mit Schärpe!

                                        Warum Schärpe?

                                        Na weil Jubiläum!
                                        Kakteen-Haage feiert 2022 Jubiläum 200 Jahre – und dieser Echinocactus grusonii – heute korrekt übrigens Kroenleinia grusonii – gehört zu dem wenigen, das uns schon über die Jahrhunderte begleitet. Konkret: diese Pflanze ist zum Beispiel schon länger da, als beispielsweise unser altehrwürdiges Geschäftshaus. Das steht erst seit den 1890er Jahren. Und 1890 – damals war die Gärtnerei auch noch am anderen Ende der Stadt – im späteren Neu-Daberstedt angesiedelt.
                                        Wir gehen aber noch weiter zurück in der Geschichte – in die 1820/30er Jahre und wir wechseln auch noch mal den Standort. Zu der Zeit befindet sich die Gärtnerei in der Schmidtstedter Straße – unweit des heutigen Erfurter Hauptbahnhofes.
                                        Wir haben eine recht gute Dokumentation, die zeigt, dass diese Pflanze unsere Gärtnerei schon seit sehr langer Zeit begleitet. Neben dem Foto mit der Schärpe gibt es Fotos, auf denen ich als Kind mit diesem grusonii zu sehen bin, mit meinem Vater in jungen Jahren und auch mit meinem Großvater, mit dem Großvater sozusagen. In welchem Jahr die Pflanze aber nun ganz genau zu uns gekommen ist – das kann ich nicht mit Gewissheit sagen – aber dazu gibt es gleich von meinem prominenten Gast eine spannende Erklärung. Der muß aber erst noch ankommen.

                                        Cactus Sounds und Geräusche raten

                                        Echinocactus grusonii – ich bleibe erstmal bei diesem Namen – zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Kakteen überhaupt. Da mag man denken – darüber ist längst alles Spannende erzählt. Bei der Vorbereitung sind mir so viele Aspekte in die Finger gekommen, dass ich mich entschieden habe: dafür gibt es eine eigene Episode. Wenn du sofort mehr wissen möchtest: der Wikipedia-Artikel ist schon extrem informativ.
                                        Die Deutsche Kakteengesellschaft hat die Pflanze 2008 zum Kaktus des Jahres gewählt – eben auch weil sie so bekannt ist.
                                        Die kleine Kaktusmusik, die du in der Episode hören kannst, hat übrigens mein Spontangast Rene Burkhardt eigenhändig auf den Dornen des Großvaters gespielt.
                                        Limousinen-Sound

                                        Hier kommt das zweite Geräusch: Reifen einer Limousine auf Schotter.

                                        Ich hab extra nachgeschaut: meine betagte Daimler B-Klasse ist auch eine Limousine. Und da du die Farbe ohnehin nicht zweifelsfrei raushören konntest, kannst du dir anhand des Abrollgeräusches vermutlich auch beim Hersteller nicht ganz sicher sein, was wir aufgenommen haben. Zum Jubiläum im September 2022 rollten jedenfalls zwei BMW 750 ld xdrive gecleant, mit Blaulicht, Sonderschutz (im Volksmund sagt man gepanzert) und ohne Standarte – und so ein Bolide kommt mit 6 Litern Diesel über die Runden.

                                        Weil ich mich so mit den Autos beschäftigt habe: Bodo Ramelow fährt aber nicht nur den sparsamen 6-Liter-BMW-Boliden. Bei der Recherche zu dieser Episode habe ich ein Video aus seinem ersten Jahr als Thüringer Ministerpräsident gefunden, da ist er als Egon Olsen im Volvo von Erich Honecker unterwegs.
                                        Ramelow im Honecker-Volvo – in der Autobild-Zeitung
                                        … und der ganze Bodo – Egon Olsen Spot als Filmchen auf Facebook

                                        Worüber ich mich etwas gewundert habe: es gibt fast keine Fotos von diesen Dienstfahrzeugen. Ich habe aber in meinem Fundus ein paar Bilder gefunden. 

                                        … so Sorry für so viel Aufmerksamkeit für schnöde Autos – aber es hat einfach Spaß gemacht, all diese Details noch herauszufinden …

                                        und wie steht es denn mit Bodo Ramelow und den Kakteen?

                                        Bodo Ramelow ist im Februar 1956 in Osterholz-Scharmbeck geboren und aufgewachsen. Und hier gibt es eine – weit entfernte  – Verbindung zu den Kakteen: In Osterholz-Scharmbeck war auch Kurt Petersen zu Hause. Er war der 13. Präsident der Deutschen Kakteengesellschaft und ein hervorragender Epi-Kenner. Kurt Petersen war Initiator der EPIG (Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – www.epig.org ) 

                                        Mit den Kakteen – sagt Bodo Ramelow über sich selbst, hat er kein glückliches Händchen – das überlasse er lieber den Kakteengärtnern.

                                        Das ist uns ganz recht! 

                                         

                                        200 Jahre und Ramelow – ist das normal?

                                        Wenn ich das hier so locker erzähle und es vielleicht so rüberkommt, als würde ich sowas alle Tage machen können – der Schein trügt.
                                        Über die zweihundert Jahre hab ich in der letzten Episode schon erzählt.

                                        Und ja, wir haben in 200 Jahren einige Gäste bei uns begrüßen dürfen. Und wir haben uns auf den Tag und die Gäste vorbereitet. Trotzdem war ich aufgeregt. Aber es gab einen, der war das nicht – und diese kleine Geschichte möchte ich gern vor dem Vergessen bewahren.
                                        Das kam so:
                                        Der MP kam vom Parkplatz und ich begrüßte ihn „am Großvater“. Mein Vater, Hans-Friedrich Haage war derweil neben uns ins Gespräch vertieft und hatte unseren Gast nicht gleich mitbekommen. Und da sein Personengedächtnis nur wenig besser ist als meines, habe ich versucht, ihm bei der Vorstellung eine Brücke zu schlagen.
                                        Ich also:
                                        „Mein Vater.“ >
                                        „Unser Landesvater.“ <
                                        Offensichtlich durchschauten beide mein Ansinnen, es gab jedenfalls ein schallendes Gelächter.
                                        Und meine Schwester hat den Moment für unser Gästebuch festgehalten.

                                        Und was erzählt er denn nun?

                                        Bodo Ramelow spricht über die Begegnung zwischen Friedrich Adolph Haage, dem Großherzog Ernst August von Sachsen Weimar, dem Freiherr Johann Wolfgang von Goethe und der Verbindung zu seinen eigenen Vorfahren, der Familie Fresenius.
                                        Er spricht von Höhen und Tiefen, von der Bundesgartenschau und von dem, was Gärtner durch alle Zeiten hindurch geschaffen haben und heute noch bewegen.

                                        Ich muss das nicht verbergen: Ich schätze unseren Ministerpräsidenten sehr, nicht wegen seiner lobenden Worte für uns – und es ist auch keine parteipolitische Ansicht.
                                        Ich schätze Menschen, die weiter blicken wollen, die aufrecht sind, die Fehler machen können und die auch eingestehen können.
                                        Das ist bei Wolfgang Tiefensee oder bei Bernhard Vogel so, ich denke an Hans-Dietrich Genscher oder Helmut Kohl. Und das ist bei ganz „normalen Menschen“ auch so und ich bin froh, viele solcher „normaler Menschen“ zu meinen Freunden zählen zu dürfen.
                                        Das Bild des Großherzogs, der sich die Jacke auszieht und dem Gärtner zugesellt, daran habe ich mich erinnert, als ich mit eben diesem Bodo Ramelow im letzten Sommer im Harz in der Nähe vom Dreiherrenstein auf einer Borkenkäferfläche Bäume aufgepflanzt habe. Der Fototermin war vorüber, die Kameras eingepackt und die offiziellen Reden gehalten und wir haben zu zweit Bäume gesetzt und dabei geschwitzt – schweigend und ohne Jacke. Das muß ein MP nicht machen.
                                        Aber er kann es tun. Und diese Nahbarkeit – das hat mich bei der Geste von Ernst August auch beeindruckt.
                                        Die da oben – sind auch Menschen.
                                        Der Job ist ein anderer und ich beneide sie nicht darum.

                                        Auf bald – und bleib happy!

                                         
                                        Und was kommt als nächstes?
                                        Das war der zweite Teil zum Kakteen-Haage-Jubiläum, diesmal mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Rene Burkhardt als Gast im Studio.
                                        In der Episode 40 wird es explosiv mit einem weiteren Kaktus und einem Gast. Ich bekomme eine Mütze – und du darfst auf die Geschichte echt gespannt sein!
                                         
                                        Und wenn du jetzt Fragen hast – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                        • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                                        • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                          Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/038
                                          Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                          Bleib gesund und mach’s gut!
                                          Shownotes:

                                          Darüber habe ich erzählt:

                                          • Echinocactus grusonii – heute – https://de.wikipedia.org/wiki/Kroenleinia_grusonii
                                          • EPIG – Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – https://epig.org/ueber-die-epig/
                                          • Deutsche Kakteengesellschaft – https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kakteen-Gesellschaft
                                          • Thüringer Staatskanzlei über den Besuch von Bodo Ramelow bei Kakteen-Haage – https://www.staatskanzlei-thueringen.de/medienservice/veranstaltungsberichte/detailseite/default-03e2b3e90f
                                          • Ramelow im Volvo – https://www.autobild.de/klassik/artikel/volvo-264-te-kurioses-video-mit-sed-karosse-14708023.html
                                          • und das Egon Olsen Volvo-Video dazu – https://www.facebook.com/watch/?v=337172750270030
                                          • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                             
                                            Stay tuned! 
                                            Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                            Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                             
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                                              Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                              Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                               
                                              Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                              Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                              Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                               
                                              Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                              Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                              Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                               
                                              … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

                                              Der Beitrag CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe erschien zuerst auf Cactusblog.

                                              20 min
                                            • CactusPodcast 038 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Haage am Sächsischen Hof
                                              200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 1​ – Episode 038
                                              Seid Ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?
                                              „Seid ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?“
                                              Das ist eine der häufigsten Frage, die ich beantworte.
                                              Es geht heute um 200 Jahre Kakteengeschichte – nämlich die von Kakteen-Haage.
                                              Wie und warum – und was nicht, das gibt’s heute und in den nächsten Episoden im CactusPodcast.
                                              Wie lassen sich 200 Jahre Kakteen-Geschichte erzählen?
                                              … mit viel Respekt!

                                              Wir starten heute eine Serie mit einem Blick in die Geschichte von Kakteen-Haage – und zum Teil ist das ja auch die Geschichte der Kakteen – mehr als mir das im Alltag bewusst ist.
                                              Ganz ehrlich – genau davor habe ich einen ziemlichen Respekt, denn ich hatte keine Ahnung, wie ich das in eine Episode gepresst bekomme – deswegen wird es jetzt eine kleine Serie. Klar, auch die kann keine 200 Jahre abbilden, aber so bekommst du entspannt ein Gefühl für ein paar Dinge, die in den letzten zwei Jahrhunderten in der Kakteenwelt passiert sind.

                                              Mein ganz persönliches:

                                              Ich sitze allein mit mir und ein paar tausend Kakteen im Gewächshaus und versuche endlich die nächste Episode auf den Weg zu bringen – und es fällt mir nicht so leicht. Und DAS ist mir in letzten zwei Jahren häufiger passiert, als es mir lieb ist – und es gefällt mir nicht. Es ist ein bisschen wie meine Versprechen nicht halten und das ist blöd.
                                              Mein Plan, die Episode 38 rechtzeitig den Weihnachtskakteen zu widmen, ist nicht aufgegangen. Auch die angekündigte Folge 39 ist noch nicht vorbereitet. Es gibt für dieses und für jenes auch plausible Gründe – allein, ich tue mich schwer, das einfach so hinzunehmen. Sowohl Schlumbergera und vielleicht auch die Hintergrundgeschichten aus dem ZDF Fernsehgarten kommen halt eben später. Sorry dafür! Mal wieder alles etwas anders.

                                              Jump

                                              Aber jetzt – wir springen jetzt zurück in der Geschichte. Erstmal nur ein paar Wochen – in den warmen Spätsommer 2022:

                                              CactusPodcast - 038 Kakteengeschichte - Jubiläum - Haage am Sächsischen Hof

                                              von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

                                              https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/01/cactuspodcast-038-kakteengeschichte-jubilaeum-haage-am-saechsischen-hof.mp3
                                              200 Jahre Kakteen-Haage
                                              Wir haben am 24. September 2022 gefeiert.
                                              Es war viel weniger pompös als mancher erwartet hat – und zugleich viel größer und schöner, als ich dachte.
                                              Der 24. September war ein ganz normaler Samstag – und trotzdem waren wir alle ziemlich aufgescheucht.
                                              Wir haben uns lange im Vorfeld Gedanken gemacht, wie wir die Feier begehen werden, Ideen haben wir schon Jahre vorher gesammelt – und wie es so ist – dann war es 2021, Corona und in Erfurt verwandelte sich. Es war BUGA in Erfurt – Bundesgartenschau und wir Gärtner hatte mehr als alle Hände voll zu tun. Und plötzlich war schon das Jubiläumsjahr angebrochen – und wir hatten immer noch zu tun.
                                              In unserer Familie kursiert ein Spruch, „Es ist traurig, sich allein zu freuen. Freu dich mit mir!“ Ich hab eben erst gelernt, dass dieser Text von Lessing stammt. Jedenfalls haben wir uns Gäste eingeladen, damit wir nicht allein feiern müssen.
                                              Unsere Gäste waren Wegbegleiter aus nah und fern. Ziemlich aufwändig war es, die Kollegen aus früheren Jahren zu kontaktieren – da sollte man doch in Zeiten von Social Media denken, wir sind alle vernetzt – Pustekuchen! Das war in manchen Fällen eine ziemliche Sucherei – und da bin ich froh, dass meine Mutter immer noch ihr altes Adressbuch führt! Ein echter Schatz!
                                              Aus der langen Gästeliste haben wir neun Redner ausgesucht – die – jeder aus seiner Sicht einen kleinen Blick auf eine ausgewählte Geschichte aus den 200 Jahren werfen wird. Klein – weil jeder Redner hat fünf Minuten Zeit – sonst bleibt ja keine Zeit zum Feiern mehr!
                                              Am Vormittag trudelten frühzeitig die Gäste ein. Unser erster Redner war übrigens der erste Gast, der morgens mit einem riesigen Dahlienstrauß auf dem Parkplatz stand.
                                              Gärtnerei im Jubiläums-Modus
                                              Seit dem letzten Sommer war am Haus die frisch sanierte Gedenktafel für Friedrich Adolph Haage angebracht. Meine Mutter und meine Tochter Maria haben zusätzlich einen Kranz aus Aloe darüber angebracht.
                                              Vor dem Gewächshaus stand festlich geschmückt „Der Großvater“ – unser ältester Echinocactus grusonii. Und im Gewächshaus haben sich die Gäste versammelt.
                                              Und wir springen 200 Jahre zurück in die 1820er Jahre. Das machen wir mit der Hilfe eines leibhaftigen Sachsens. Denn die Kakteengeschichte der Haages begann in Sachsen. Und da beginnt auch die Geschichte der kommerziellen Kakteengärtnerei.
                                              Auf diese Reise begleitet uns Winfried Kaiser, er ist der letzte amtierende Präsident der sächsischen Gärtner gewesen – und nun seit einigen Jahren schon im Ruhestand. Aber so richtig Ruhestand geht bei Gärtnern ja nicht – er ist oft noch in der Familiengärtnerei Kaiser Gartenbau in Weinböhla fleißig – und er hat ein heimliches Faible für Kakteen – das merkt man auch in seiner Rede.
                                              Wir sind jetzt in Sachsen:
                                              Winfried Kaiser: Friedrich Adolph Haages Ausbildung bei Sächsischen Hofgärtner Seidel

                                              Winfried Kaiser ist für mich immer ein besonderer Gärtner – nicht nur, weil er sich als „normaler Gärtner“ für Kakteen interessiert hat. Wann immer wir uns trafen, dann hat er sich intensiv nach den Kakteen erkundigt und immer auch eine eigene kleine Geschichte zu erzählen gehabt – das ist unter den Profigärtnern eher selten. ZVG – der Zentralverband Gartenbau, unsere berufsständische Organisation, dort haben wir uns regelmäßig getroffen, um zu schauen, wie wir gemeinsam das Leben der Gärtner in Deutschland etwas besser machen können.
                                              Seine Heimat Weinböhla ist übrigens auch ein bedeutender gartenbaulicher Standort – auch eine Kakteengärtnerei gab es dort, vielleicht sagt dir der Name Treuheit im Zusammenhang mit winterharten Kakteen etwas.
                                              Und die Familie – oder treffender – die Gärtnerdynastie der Seidels – von denen hast du sicher schon gehört – Kamelien, Schlossgarten Pillnitz – auch hier gibt es eine unheimlich spannende Familiengeschichte zu entdecken.
                                              Gab es zu der Zeit auch schon andere Kakteengärtnerei ?
                                              Ja, auch vor der Gründung von Kakteen-Haage im Jahr 1822 gab es einen Gärtner, der Kakteen zum Verkauf angeboten hat. Ich gehe davon aus, dass es nicht der einzige war. Ich hab in unserem Katalogarchiv auf den ersten Blick acht Kakteen im Schellhase-Katalog aus dem Jahr 1808 gefunden.

                                              Der erste Kakteen-Haage Katalog
                                              Bis der erste Katalog von Friedrich Adolph Haage erscheint, soll es noch einen Moment dauern – und auch da gibt es eine Überraschung: mein Großvater hat mir immer mal ein Dia von einer Kopie von der ersten Haage-Ausgabe mit einer englischen Signatur gezeigt – und so bin ich mein Leben lang davon ausgegangen, wir haben nur ein Bild von einer Kopie in unserem Archiv.
                                              Und dann habe ich bei den Vorbereitungen für das Haage-Buch „Kaktus, Kresse, Kohl“ in einer Kiste mit Unterlagen von meiner Großmutter das Original zutage gefördert. Das ist in dem Kasten wohl unter die Räder gekommen. Und vor wenigen Wochen habe ich sogar den zugehörigen Schutzumschlag entdeckt. Mein Großvater vermerkt darauf den unersetzlichen Wert des Dokuments, das aber für viele Jahrzehnte nicht mehr in seinem Umschlag ruht und beziffert ihn mit 20.000 Reichsmark, das entspricht heute grob 100.000 €. Spannend, was Geschichte für Werte bewegt!
                                               
                                              Und was kommt als nächstes?
                                              Das soll es für den ersten Teil gewesen sein. In der Episode 39 treffen wir auf weitere hochrangige Persönlichkeiten und einen weiteren Kaktus der bei uns – und überhaupt Geschichte schreibt – du darfst gespannt sein.
                                              Wenn du Fragen hast – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                              • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                                              • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/038
                                                Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                                Bleib gesund und mach’s gut!
                                                Shownotes:

                                                Darüber habe ich erzählt:

                                                • ZVG – https://www.derdeutschegartenbau.de/
                                                • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                                • KaktusKochbuch – https://www.kakteen-haage.de/Literatur/Kakteenliteratur/Literatur/KochbuchKaktus-Ulrich-Haage-Ulrich-Manck.html
                                                • Hofgärtner Seidel – https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Seidel
                                                   
                                                  Stay tuned! 
                                                  Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                  Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                                   
                                                  Wie gefällt dir diese Episode?

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                                                    Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
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                                                    Der Beitrag CactusPodcast 038 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Haage am Sächsischen Hof erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                    23 min
                                                  • CactusPodcast 036 – Kaktusbücher: Die wunderbare Reise des Herrn Maria
                                                    Die wunderbare Reise des Herrn Maria – Episode 036
                                                    Ulrich Haage liest ein philosophisches Kakteenbuch und erlebt einiges dabei.
                                                    Herzlich willkommen zum CactusPodcast Episode 036 – Thema ist Herr Maria – und seine seltsame, nein wunderbare Reise. 
                                                    Das ist die erste Podcast-Episode, die es gleich auf mehreren Kanälen gibt – sowohl als Audio, als auch auf Video. Das ist sozusagen der erste Video-Cast. Deswegen hier auch ein kurzer Shoutout an Gordon Schönwälder von den Podcasthelden, der zum Teil Schuld an dieser Idee war. 
                                                    Die Episode wurde draußen im Weinberg aufgenommen, deswegen ist der Ton ein bisschen ungewohnt.
                                                    Wer ist Herr Maria – und warum eigentlich?
                                                    Ich bin heute nicht zu Hause und das ist gut so.
                                                    Denn sonst habe ich viel zu selten Zeit, etwas so Wertvolles zu machen: ein Buch zu lesen. Und dazu noch ein so besonderes.
                                                    Es geht also um Herrn Maria, der sich auf eine Reise begibt – und es ist ein sehr besonderes Buch. Ein philosophisches.
                                                    Und das macht es für mich in der Rezension etwas anspruchsvoll, fast hätte ich schon Abstand genommen von der Idee, etwas darüber zu erzählen. Denn eigentlich sollte ich als Rezensent wenigstens annähernd die Gedankenwelt des Autors streifen können. Kann ich aber nicht, denn der Autor ist mir darin um Meilen voraus.
                                                    Also erzähle ich einfach, was mich bewegt und daran erfreut.
                                                     
                                                    Es beginnt mit einer erfreuten Frau, mit der ich im Urlaub bin. Meine Frau – ganz ressorttechnisch gesprochen.
                                                    Und wenn sie im Urlaub gut unterhalten ist, dann tut mir das auch sehr gut, vervielfältigt das Erholungspotenzial quasi.
                                                     
                                                    Immer wieder liest sie mir kurze Geschichten aus ihrem Buch vor – und ich verlasse Italien und meine eigene Lektüre über die Untiefen des Lebens heute in Südafrika, oder die Mechanik des Zusammenhalts in einem Team.
                                                    Ich erlebe die Erlebnisse eines Jungen, der in den 1920ern nächtens einem König begegnet. Ein kleines Sandkorn in der großen Weltgeschichte.
                                                    Ich höre zu bei den Erfahrungen in Sachen Kaufmannsehre und denke über die ehrlichen Kaufleute nach. 
                                                     
                                                    Dann schnappe ich mir das Buch und lese selbst.
                                                    Ich begleite Herrn Maria regelmäßig ins Dachstübchen, dort wo er Ruhe und Freude bei seinen Pflanzen findet. Das ist ein Thema, dass mich auch seit längerem beschäftigt.
                                                    Dass Pflanzen, die intensive Beschäftigung mit ihnen uns beruhigen, entschleunigen, uns insgesamt guttun, ohne etwas tun zu müssen. Aber das ist nur meine Beobachtung am Rande. 
                                                    CP036 Kaktusbücher - Die wunderbare Reise des Herrn Maria

                                                    von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kaktusbücher

                                                    https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/08/CactusPodcast-036-kaktusbuecher-die-wunderbare-reise-des-herrn-maria.mp3
                                                    Herr Maria, Pflanzen und der Tod
                                                    Pflanzen – Herr Maria ist ein Pflanzenliebhaber. 
                                                    Und er ist Philosoph. Ich hab da so meine Berührungsängste. Denn Philosophen – ich habe einige in meinem Leben kennenlernen dürfen – sind immer ganz besondere Menschen – und ich verbinde mit ihnen im besonderen Maße das Gefühl, sie würden in einer anderen Welt leben, wie in einer Seifenblase, einer anderen als meiner. Wie das entstanden ist, das könnte ich gelegentlich mal ergründen, das ist mir momentan nicht so wichtig. Und ich weiß, das sagt viel mehr über mich aus, als über Philosophen. 
                                                     
                                                    Deswegen ist das andere auch verbindender: die Pflanzen. Herr Maria ist Kakteen – nein, er ist Sukkulentensammler und er tut dies mit der dazu nötigen Ernsthaftigkeit. 
                                                    Eigentlich sogar weitaus mehr. Er tut es in einer Weise, die sich mit einem Glas nicht messen lässt, denn ein Glas wäre in meinen Augen längst voll – und übergelaufenes lässt sich so schlecht bewerten.
                                                     
                                                    Herr Maria pflegt seine meist unbedornten Sukkulenten im verglasten Dachstübchen und ich freue mich über den Anfang der Geschichte. 
                                                    Denn noch bevor diese beginnt, gibt es etwas, was ich an Büchern sehr schätze: eine Gebrauchsanweisung. Die nimmt mich als Leser mit und die Angst – denn der Autor erklärt mir, wie es geht, setzt mich sozusagen neben sich auf den Stuhl und ich schaue in dieselbe Richtung wie er. Ich soll das Buch lesen, wie man heißen Tee trinkt – so entfalte sich der ganze Gehalt. Und so mache ich das auch – schluckweise, ohne mir die Zunge zu verbrennen. 
                                                    Apropos mitnehmen: Philosophie klingt gemeinhin ein bisschen dröge. Dem schiebt Herr Maria aber sofort einen Riegel vor. Das Buch beginnt eher wie ein Krimi, im ersten Satz wird die Bühne für alles Folgende gebaut. 
                                                     
                                                    Herr Maria kehrt just von einer Reise aus dem malaiischen Archipel zurück, als ihn ein schicksalhafter Anruf ereilt, der die Handlung für das gesamte Buch auslöst und ihn als Philosoph in neue Sphären vordringen lässt. 
                                                    Wie so oft im Leben: 
                                                    Herr Maria, noch den Rucksack in der Hand, der wie er selbst noch die Dämpfe der fernen Orte atmet und erfüllt ist von den Eindrücken der Reise, sein friedliches Ankommen zu Hause wird jäh gestoppt vom Telefon.
                                                    Sein Weiterleben wird vom Inhalt des Anrufes vollständig verändert – und doch setzt er alle Hebel in Bewegung, um sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken.
                                                    Welche Leitplanken uns dabei mitunter helfen können, beobachtet Herr Maria aufmerksam, anderes zeigt er mir, dem Leser beiläufig: Debrecziner Würstchen mit englischem Senf, oder nicht mehr stinkende Blüten von Edithcolea. 
                                                    Die unmittelbare Beschäftigung mit dem Tod, sich damit auseinander zu setzen sieht er sich nun gezwungen. Wegen des Anrufs. 
                                                    Nicht alters halber. Aus anderen Gründen. 
                                                    „Der Tod ist der Wegweiser der Philosophie.“ denkt Herr Maria und lässt mich kurz darüber kichern. 
                                                    Dann wird mir bewusst – so denkt nur der Narr, der sich in Sicherheit wähnt. Doch wer ist, wann schon sicher vor dem Tod? 
                                                    War ich nicht gerade selbst kurz auf Kurs? So schnell vergesse ich?
                                                    Herr Maria leitet mich auf den Weg der Besinnung. Er – und auch ich schauen auf das Leben, seinen Wert und die Bedeutung für uns.
                                                    Herr Maria sucht sich dazu einen professionellen Philosophen. Und ich gehe einfach mit ihm. 
                                                    Er bleibt allein in seiner Wohnung, allein, aber er erscheint mir nicht einsam.
                                                    Er ist begleitet.
                                                    Und ich als Leser beobachte.
                                                    „Verwelkte Kakteen“ – geht sowas?
                                                    Ich gebe zu, der Philosoph, mit dem Herr Maria sich alsbald regelmäßig in schriftliche Zwiesprache begibt, er ist mir etwas suspekt. 
                                                    Es beginnt mit dem Bild der „welken Kakteen“ – die er in seinem ersten Satz erwähnt – und dass Herr Maria dies wortlos duldet.
                                                    Allein, einem Philosophen muss man diese Übertreibung wohl nachsehen, auch wenn ich eigentlich keine inhaltliche Begründung dafür in seinen Gedanken finden kann. 
                                                    Die anfänglich allzu wortreichen Erwägungen unter Hinzunahme von Platon und anderen sokratschen Schülern, sie wirken auf mich so sehr bemüht und allzu geflissentlich. Aber sie zeichnen dem klaren und präzisen Geist von Herrn Maria mühelos eine umso präzisere Kontur.
                                                    Zwischendurch freue ich mich über offenbar gemeinsame Bekannte, von Herrn Maria und mir.
                                                    Es beginnt mit einer Sansevieria pinguicula. Pflanzen verbinden Menschen – in vielerlei Hinsicht und die Pflanzen kommen immer durch Menschen zu uns – in jedem Fall. 
                                                    Und ich lerne mal wieder. Substrat für Sansevieria: da können wir in der Gärtnerei nochmal nachschärfen. Es geht noch mehr in den Details. Auf diese Weise dem eigenen Beruf neu zu begegnen, das ist ein schönes Geschenk!
                                                    Ich mag die regelmäßigen Beobachtungen der Pflanzen seiner Sammlung, wie Herr Maria die Herkunft und seine Pflegegewohnheiten in die Geschichte einwebt. Immer wieder entdecke ich neue Details für mich.
                                                    Und ich mag die Ausstattung des Buches. Regelmäßig eingestreut zu den Pflanzengeschichten: wunderbare Strichzeichnungen der jeweiligen Pflanze.
                                                    Ich habe gelernt, wie aufwändig und schwierig es ist, solche Illustrationen zu erstellen, wie geschult das Auge sein muss, um die typischen Merkmale einer Pflanze von Anomalien zu unterscheiden – und dass erst so auch Darstellungen von wissenschaftlichem Wert entstehen.
                                                    Etwas Vergleichbares kenne ich zuletzt von Hans-Jürgen Thorwart, der bis kurz vor seinem Tod am Naturkundemuseum in Leipzig tätig war und der ein hervorragender Kenner sukkulenter Pflanzen war.
                                                    Bettina Mertz ist Illustratorin und hat für die bemerkenswerten Bilder in diesem Buch gesorgt.
                                                    Links und mehr gibt es wie immer in den Shownotes – oder unter www.cactuspodcast.de/herrmaria
                                                    Instagram: @bettina_mertz
                                                     
                                                    Mir fällt gerade auf: Das wird wohl keine gut übliche Rezension.
                                                    Ich hab gerade das Gefühl, bei einer Rezension muss deren Autor seine Seele verkaufen, denn wenn das Buch gut ist, dann wird die Verpflichtung schwer, sich kurzzufassen. 
                                                    Umgekehrt: fasst sich der Rezensent kurz, dann zahlt der das mit dem Ignorieren von ihm am Herzen liegenden Details. Eine Falle, in die ich mich vollen Bewusstseins werfe und auf den Ausgang gespannt bin.
                                                    Kakteen und Widersprüche des Herrn Maria
                                                    Es gibt viele erwähnenswerte Details bei Herrn Maria. Die Widersprüche, die wir alle im Leben haben, wir uns aber nur selten bewusst machen. Viel lieber schauen wir bei anderen nach.
                                                    Ich bin mir gerade unsicher, ob der Herr Maria im Buch tatsächlich Philosoph sein soll, oder ob ich das nicht versehentlich interpretiere.
                                                     
                                                    Schöne Details: Herr Maria nimmt mich mit zum Essen und zum Kochen. Er teilt seine Rezepte mit mir so plastisch, dass ich beim Lesen ein Pfützchen auf der Zunge habe.
                                                    Deswegen löst bei mir die Ankündigung, dass Herr Maria zu seinen Pflanzen hinaufsteigt, gleich mehrfach Vorfreude aus. Neue Pflanzengeschichten – und das schlichte pawlowsche Glück ergreift mich auch gleich noch mit. Wenn ich wieder zu Hause bin, dann freue ich mich schon darauf, das Paprika-Huhn von Herrn Marias Großtante für unsere Familie zu kochen.
                                                     
                                                    Noch ein anderes Detail kommt mir in den Sinn, sooft Herr Maria die Steige zu seinen Pflanzen im verglasten Dachboden erklimmt.
                                                    Mein Großvater Walther Haage erzählte von seiner Freundschaft zu dem bereits betagten Kakteenforscher Friedrich Bödeker. Er besuchte Bödeker in Köln und schildert, wie er die Treppen bis ins Dachgeschoss emporsteigt, der dort zurückgezogen mit seinen Kakteen lebt. Im Laufe des Gesprächs kommen beide auf die Wohnsituation zu sprechen. Bödeker sagt: „den Mammillaria ginge es hier oben, entfernt von der Straße und näher beim Sonnenlichte am besten, sie würden so fröhlich wachsen und blühen.“ 
                                                    Ich hatte vor meinem geistigen Auge immer die Bilder vom Spitzwegs Armen Poet und seinen verschiedenen Dachfensterszenen. Sie strahlen für mich immer einen verborgenen inhaltlichen Reichtum aus, der von Brauntönen und von Konzentration versteckt wird.
                                                     
                                                    Von Lebensglück, Dankbarkeit, Haaren in der Suppe und einem schnellen Ende
                                                     
                                                    Dankbarkeit – im zweiten Brief des Philosophen ist das Thema. Es geht um die Selbstverständlichkeit und mit Blick auf eine Veränderung in unserer Gesellschaft: die verborgene Strafe der Undankbarkeit.
                                                    Der Philosoph zitiert Senca: „Der Undankbare quält und zermartert sich. Was er empfangen hat, ist ihm verhasst, denn er soll es erwidern. Darum setzt er es herab, während er Beleidigungen aufbauscht.
                                                    Die Strafe ist der Verlust von Lebensglück.“
                                                    Ich glaube, das erleben viele Menschen derzeit.
                                                    Auch ich tappe in diese Falle und ärgere mich dann über mich selbst. Wenn ich schlecht gelaunt essen gehe zum Beispiel – dann können Koch und Kellner sich die Beine ausreißen, ich finde mein Haar in der Suppe – und hab mir – und anderen den Abend verdorben. Oft hab ich aber das Glück und erkenne, was gerade passiert und kann mich anders entscheiden.
                                                     
                                                    Beim Lesen frage ich mich mal wieder: „Was macht ein Philosoph eigentlich von Morgens bis Abends?“
                                                    Auch wenn Herr Maria vorgibt, jenseits der Philosopherei noch etwas anderes getan zu haben, es verwässert und verweltlicht mir das Bild von ihm zu sehr. Das tun seine Exkursionen in die Küche und zu seinen Pflanzen zwar auch – das ist hingegen das Salz in der Suppe – und das, was ihn überzeugend menschlich sein lässt. Spannend, welche Klischees ich so durch das Leben trage.
                                                     
                                                    Andererseits: die Frage – „Was macht ein anderer Mensch während seines Tages“, die beschäftigt mich ohnehin häufiger. Ich frage mich manchmal, was wäre meine Antwort, würde ich gefragt werden, was ein Kaktusgärtner so den lieben Tag lang treibt.
                                                     
                                                    Was ich machen werde: ich erstelle einen Index für die schönen Pflanzen im Buch – gibt es dann auf dieser Seite zur Episode. www.cactuspodcast.de/036
                                                     
                                                    Was ich nicht machen werde – und das fühlt sich gerade ein bisschen hart an: 
                                                    keine Conclusion – ich werde das Buch nicht bis zum Ende begleiten, nicht nur, weil meine Beschreibung länger wird, als sie eigentlich geplant ist – sondern auch, weil sonst vom Urlaub mit meiner Frau nicht mehr viel bleibt. 
                                                    Ich möchte mir – und jedem Leser ausreichend Substanz lassen, um das Buch auf eigene Faust und im eigenen Geist zu entdecken – dabei kommt schließlich am meisten rum. 
                                                    Aber ich möchte das Buch jedem warm ans Herz legen – gern auch bei mehr als 36 Grad – die wir gerade haben. 
                                                     
                                                    Und sollte der Weg Herrn Maria irgendwann mal nach Erfurt in die Kakteengärtnerei führen – dann bin ich sehr gespannt, was dann passiert.

                                                    Hierhin kommt der Index zu den Pflanzenzeichnungen im Buch …

                                                     
                                                    Liest du schon?
                                                    Bist du schon fleißig am Lesen?
                                                    Dann schreib mir, welche Pflanzengeschichte von Herrn Maria du am meisten magst! Per Mail an [email protected] 
                                                    Wenn du das Buch noch nicht hast – hier kannst du es bestellen – z. B. bei Kakteen-Haage
                                                     
                                                    Stay tuned! 
                                                    Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                    Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                                     
                                                    Shownotes:

                                                    Darüber habe ich erzählt:

                                                    • Die Wunderbare Reise des Herrn Maria – geschrieben von Eugen M. Schulak
                                                    • Illustrationen von Bettina Mertz – Instagram: @bettina_mertz 
                                                    • Verlegt bei Amalthea Signum mit 272 Seiten als Paperback, Hardcover oder E-Book
                                                      Wie gefällt dir diese Episode?

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                                                      • in der FB CactusPodcast Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
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                                                        Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                        Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                         
                                                        Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                        Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                        Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                         
                                                        Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                        Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                        Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                         
                                                        … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

                                                        Der Beitrag CactusPodcast 036 – Kaktusbücher: Die wunderbare Reise des Herrn Maria erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                        42 min
                                                      • CactusPodcast 035 – Interview: Im Kaktusbus in die Ukraine
                                                        Ukraine – im Kaktusbus zum Krieg? – Episode 035
                                                        Kaktusgärtner Matthias Uhlig war in der Ukraine
                                                        Heute geht es hier nicht um Kakteen. Heute geht es um etwas, das mein Leben beeinflusst. Andere wirft es aus dem Leben. Der Krieg in der Ukraine.
                                                        Ich hätte nicht geglaubt, dass so etwas mal hier Thema sein könnte. Denn eigentlich hätte ich dem gern keine Aufmerksamkeit geschenkt. Aber es kam dann doch anders.
                                                         
                                                        Warum die Ukraine im CactusPodcast doch eine Rolle spielt.
                                                        Nein – im CactusPodcast soll es um Kakteen gehen.
                                                        Das war mein Gedanke, als der Krieg in der Ukraine immer mehr Raum bei mir einnahm. Damit hatte ich das eigentlich vom Tisch gewischt. Und habe mich weiter in meine Arbeit gestürzt. Der KuaS-Kalender 2023 will vorbereitet sein. Wie viele sollten davon an Uhlig-Kakteen gehen? 
                                                        Fix eine Nachricht absetzen. Matthias antwortet: ich bin gerade unterwegs in die Ukraine.
                                                        Und das lässt mich nicht mehr los …
                                                        CP035 Interview - Im Kaktusbus in die Ukraine

                                                        von Ulrich Haage | CactusPodcast - Interview

                                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/03/CactusPodcast-035-Interview-Im-Kaktusbus-in-die-Ukraine.mp3
                                                        Matthias Uhlig erzählt von seiner Reise in die Ukraine
                                                        Einige Tage später ist Matthias Uhlig zurück und erzählt von den Gründen für diese Reise und was er gesehen hat.
                                                         
                                                        Das habe ich ihn gefragt:
                                                         
                                                        Eigentlich wollte ich nur schnell den KuaS Kalender für 2023 klar machen – und dann kam alles mal wieder anders.
                                                        Als ich dich am 25.2. kontaktiert habe, da bist du auf dem Weg in die Ukraine gewesen. Dort ist Krieg! Was treibt dich dazu, dorthin zu fahren?
                                                         
                                                        — 
                                                         
                                                        Wie geht das mit dem „Dahin-Fahren“? Ich hab mal nachgeschaut, 1900 Kilometer, 21 Stunden von Kernen bis nach Kiew. Google warnt vor einer Baustelle in Breslau und dann gibt es noch eine Radarkontrolle. Aber vor Krieg warnt Google nicht. Wie ist das gewesen – hast du den Pass eingesteckt, ein paar Stullen geschmiert, dich in deinen Kaktusbus gesetzt und bist einfach gen Osten gefahren?
                                                         
                                                        —
                                                         
                                                        Ich kenne Krieg nur aus Erzählung und alten Berichten. Auch wenn der Krieg vielleicht nicht in jedem Ort tobt, Krieg lähmt, paralysiert oder mobilisiert das ganze Volk.
                                                         
                                                        —
                                                         
                                                        Wir erleben das Geschehen in der Ukraine von weit weg und in den Nachrichten. 1900 Kilometer sind weit, aber zu nah, um es als sichere Entfernung zu bezeichnen. Und doch bin ich mir nicht sicher, wie viel das Bild, das für uns hier in den Medien gezeichnet wird, auch mit der Realität in der Ukraine zu tun hat.
                                                         
                                                        —
                                                         
                                                        Wie hast du die Menschen in der Ukraine erlebt?
                                                         
                                                        —
                                                         
                                                        Sind „die Russen“ wirklich die Feinde der Menschen in der Ukraine?
                                                         
                                                        —
                                                         
                                                        Wo und wie können wir die Menschen unterstützen und Hilfe leisten? 
                                                         

                                                        Der Beitrag CactusPodcast 035 – Interview: Im Kaktusbus in die Ukraine erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                        33 min
                                                      • CactusPodcast 028 – Kakteengeschichten: Kaktusgärtnern in Zeiten von Corona

                                                        Kaktusgärtnern in Zeiten von Corona – Episode 028
                                                        Wie sieht der Alltag aus beim Kaktusgärtner wenn draußen Corona um sich greift
                                                        Ich habe mir schon unzählige Male Gedanken gemacht – wie beginne ich diese Episode – und: ich hab ja schon erzählt – ich hab ordentlich Respekt davor – und auch jetzt bin ich immer noch verdammt neugierig, wie diese Aufnahme wird.
                                                        Auch wenn ich schon seit letztem Jahr an der Vorarbeit sitze – danach gefragt hat einmal mehr Frederik Wietbrok aus Hamburg in der CactusPodcast Community auf Facebook.
                                                        Was läuft gerade anders, wie sehe ich, wie sehen wir die Welt – sofern wir überhaupt noch was sehen – und ich erzähle davon ausgerechnet in der Phase, in der wir alle heimlich hoffen, dass dieser ganze Spuk endlich vorbei ist. Es geht heute um das Kaktusgärtnern in Zeiten von Corona.
                                                         
                                                         
                                                        CP028 - Kakteengeschichten - Kaktusgärtnern in Zeiten von Corona

                                                        von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

                                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2021/07/CactusPodcast-028-Kaktusgaertnern-in-Zeiten-von-Corona.mp3
                                                        Bevor es los geht
                                                        Bevor es richtig los geht noch ein paar Worte zu den letzten drei Episoden:
                                                        Sorry für die Tonqualität bei 25 und 26 – was bei 25 noch halbwegs ging – in Episode 26 ist die Aufnahme ziemlich für die Tonne – und da hat mein Schwager noch einiges an Rettungsarbeit geleistet.
                                                         
                                                        Die letzte Episode 27 ist am Tag der offenen Tür gewissermaßen unter Drogeneinfluss entstanden.
                                                        Du kennst das bestimmt auch: wenn du einen ganzen Tag Vollgas gibst, dann merkt dein Kopf: Tank ist leer – aber der Motor läuft immer noch. Und genauso ging es mir auch. Und selbst einen Tag später war es noch ein bisschen so. Und dann kam der Montag – nein, der Sonntag Abend – die Vorbereitungen für die neue Arbeitswoche. Tun was dran ist.
                                                         
                                                        Das ganze ist über acht Wochen her – so eine lange „Pause“ hatte ich noch nie. Umso mehr freue ich mich, dass DU heute wieder dabei bist.
                                                        Und – ich habe heute noch einen anderen Grund zur Freude: seit heute weiß ich vom ersten Familienmitglied unter den CactusPodcast-Zuhörern. Es ist natürlich möglich, dass es noch mehr gibt. Wenn ich jetzt hier in mein Mikro spreche – dann weiß ich nie, aus welchem Kopfhörer oder Lautsprecher am Ende meine Stimme tönt – aber darüber freue ich mich heute besonders. Leider sieht man nicht, wie sehr ich strahle – auch wenn es zum Teil an meinem Sonnenbrand von gestern hängt.
                                                        Tagebuch
                                                        Wenn du auf eine längere Geschichte zurück schaust, dann bekommst du früher oder später auch einen anderen Blick auf das hier heute. Du versuchst dir wichtige Momente zu merken. Und schärfst den Blick für die Dinge, die vielleicht in 50 oder 100 Jahren noch erinnerungswürdig sein könnten.
                                                        Warum? Ich arbeite nachts gerade an einem Buch über die Haage-Gärtner – und dafür lese ich alte Briefe und Akten, sichte Fotos und lerne unheimlich viel über die Geschichte unserer Familie, der Gärtner, über Facetten des Lebens und was es mit uns macht – und natürlich über Kakteen.
                                                        Ich lese Tagebücher. Zum Beispiel von meinem Großvater. Im zweiten Weltkrieg hat er notiert, wie die Glühbirnen wanderten. Und immer weniger wurden. Schuppen geht in Werkstatt, die aus dem Flur in den Arbeitsraum, im Gewächshaus sind alle Birnen über Nacht gestohlen worden.
                                                         
                                                        Ich werde heute notieren wie mein Vertrauen in die Prognosen meiner Mitmenschen schwindet. Im letzten Jahr hab ich aufgeschrieben, wenn kluge Köpfe aus meinem Umfeld erklärt haben, wie das mit Corona so weitergeht. Einfach um so etwas wie Orientierung im Nebel zu haben. Denn: für mich war dass völlig unklar, was die Folgen von diesem Virus sein werden.
                                                        Heute sind die meisten Ideen weggewaschen von der Realität – wie eine Kleckerburg von den Wellen. Ich habe das „auf Sicht fahren“ schätzen gelernt. Man kann zwar keine großen Sprünge machen, aber auch keinen allzu großen Blödsinn verzapfen.
                                                        Deswegen ist diese Episode auch ein Stück mein Corona-Tagebuch – und dort schreibt man eben auch viele ganz persönliche Betrachtungen auf. Und das hat eben auch ganz schön mit Hose runterlassen zu tun. 
                                                        Also frisch ans Werk!
                                                        Ausnahmezustand?
                                                        Erzähle ich dir irgendwas neues, wenn ich sage, dass im Moment bei uns in der Gärtnerei vieles anders läuft, als sonst? Nö, oder? 
                                                        Irgendwie ist es doch gerade überall so. Und an vielen Stellen ist „anders“ noch gelinde gesagt eine Untertreibung. 
                                                        Und: ich habe es klar auf dem Schirm, dass es auch Bereiche in unserem Leben gibt, in dem alles normal und in geordneten Bahnen läuft. Ich denke dabei auch ausdrücklich an Ärzte, die mir das erzählen – aber das wird nicht mein Thema sein.
                                                        Ich will mich auch nicht über die Frage nach der Existenz von Corona auslassen – obwohl ich es auch da sehr spannend finde, was sich da bei mir im Laufe des letzten Monate verändert hat – und eigentlich gehört auch genau das hier rein – mal schauen, wieviel Luft bleibt.
                                                         
                                                        Leben in Extremen
                                                        Es ist ein Spagat, unser aller Leben gerade. 
                                                        Da sind die Menschen in meinem Umfeld, die haben mit dem Beginn des ersten Lockdown ihre Existenz zugesperrt. Eine Freundin hatte sich ganz frisch als Traurednerin selbständig gemacht. Und sämtliche Hochzeiten wurden im März letzten Jahres storniert, oder in das Jahr 2021 verschoben.
                                                        Oder unsere Partner in Crime beim Kakteenessen. Noch während wir im zeitigen Frühjahr 2020 in der Küche standen, gekocht und am neuen Menü gefeilt haben, waren Köche dabei, die Kühlhäuser auf Dauerbetrieb umzustellen, die Küche auf Stand-by zu bringen und als wir fertig waren wurde alles versiegelt und die komplette Mannschaft ging bis auf weiteres nach Hause. Zukunft ungewiss. Das war richtig gruselig. Als ich nach Hause fuhr, habe ich überlegt, wie das gehen sollte, wenn unsere Gärtnerei dicht gemacht würde. Ein Konzept dafür habe ich bis heute nicht in der Schublade.
                                                        Bräuchte ich gottlob auch nicht. Das Leben fragt im Ernstfall eh nie nach deinem Konzept, oder?
                                                         
                                                        Wenn Ich auf meine Arbeit schaue, dann sieht es genau umgekehrt aus. 
                                                        Einerseits bin ich seit mehr als anderthalb Jahren auf Anschlag im Job.
                                                        Work – sleep – repeat.
                                                        Um ehrlich zu sein: nicht mal meine work-sleep-balance stimmt. Ich hab mir vor einem Jahr extra so eine Uhr gekauft, die auf meinen Schlaf aufpassen kann – in der irrigen Annahme, die Uhr würde das Problem lösen. Aber sie macht nicht mehr, als das Problem sichtbar.
                                                        Und da ist sie großzügig. Wenn meine Frau ab 22-23 Uhr den Rechner ausmacht, nach Hause geht und ich alleine bin, werde ich offenbar so ruhig, dass die Uhr glaubt, ich würde schlafen.
                                                        Immerhin gut für die Schlafbilanz – wenigstens theoretisch…
                                                        Und die andere Seite: Ich kann ackern soviel wie ich will – am Ende des Tages bleibt das Gefühl: der Berg dessen, was zu tun ist, ist mehr geworden, nicht weniger. 
                                                        Dankbarkeit statt klagen
                                                        Das mag vielleicht klingen, als würde ich mich beklagen – so ist es aber ganz sicher nicht!
                                                        Ich bin so dankbar, dass meine Familie und meine Mannschaft bis heute gesund an Leib und Seele durch die Zeit gekommen sind und dass wir arbeiten konnten. 
                                                        Und dass so viele neue Menschen ihre Liebe zu den Kakteen entdeckt, oder wiederentdeckt haben und wir mehr zu tun hatten, als wir schaffen könnten – aber dazu später.
                                                         
                                                        Gesund an Leib und Seele
                                                        Wir waren und sind ziemlich lange eingesperrt, wir hocken alle auf einem Fleck. Ich hab extra mal mein Bewegungsprofil angeschaut: ich habe in diesem Jahr Erfurt und die Cactusfarm ganze dreimal verlassen. Ich habe Pflanzen vom Flughafen in Frankfurt abgeholt, war beim Zahnarzt und habe einen guten Freund beerdigt.
                                                        Das Leben läuft ruhiger, ich merke das.
                                                        Mein Auto freut sich, in den letzten zwei Jahren ist die Kilometerleistung um 90 % gesunken. 
                                                        Was auch gesunken ist, das ist meine Sehleistung. Früher konnte ich die Autobahnwegweiser gefühlt aus zwei Kilometer Entfernung lesen, inzwischen knipse ich das Licht an, wenn ich einen Auftrag lese – und manchmal reicht auch das nicht. Ich habe mir vorgenommen, ein wenig Zeit zu haben, um meine Augen zu entspannen und zu trainieren.
                                                        Und ich möchte gern Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern, meiner Familie verbringen. Ich weiß, ich muss nur eine Entscheidung treffen.
                                                        Mein Vater saniert gerade eins unserer Gewächshäuser. Er hat es vor knapp 50 Jahren gebaut und turnt jetzt wieder auf dem Dach umher.
                                                        Mein Vater ist diese Woche 79 geworden.
                                                        Meine Eltern, meine Schwestern, die sind im Grunde immer da gewesen. Selbstverständlich, oder? Nein. Irgendwann werden sie sterben, so wie wir alle, so wie ich auch. Eigentlich spielt die Ursache dafür keine Rolle. Denn im Grunde kommt der Tod doch immer ungelegen. Und im Grunde hatten wir nie genügend Zeit, mit dem Menschen, der gerade gestorben ist. Und das ist genau die Entscheidung vor der ich heute – und jeden anderen Tag stehe. Arbeite ich, oder verbringe ich mal Zeit mit der Familie.
                                                        Ich habe das große Glück, dass ich auf Rückhalt in meiner Familie bauen kann – ich stehe nicht alleine, sondern finde Unterstützung – und das ist ziemlich genial!
                                                        Dieser Rückhalt, das füreinander einstehen, das hilft eigentlich so ziemlich in jeder Situation – und es ist nicht auf die Familie begrenzt – immer wieder finde ich genau diese Haltung auch in meinem Team.
                                                        Und wir brauchen das auch. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das anders funktionieren sollte. Denn es ist nicht so, dass immer alles easy und gelassen läuft. Manchmal liegen die Nerven blank – bei mir oder bei anderen, und dann bin ich froh, wenn da jemand ist, der mich wieder von meiner Palme holt.
                                                         
                                                        Begeisterung brummt
                                                        Warum das so kommt? Es brummt – anders kann ich es nicht beschreiben. Wir laufen seit zwei Jahren im Galopp – und kommen doch nicht hinterher. Corona hat da eher noch ein paar Kohlen draufgelegt. Wir haben neue Mitarbeiter, die uns unterstützen – und dennoch „leben wir von der Hand in den Mund“ wie es mein Kollege Heiko Beck auf den Punkt bringt. Und er muss es wissen – er hat den gesamten Zubehörsektor und das Verpackungsmaterial unter seiner Hand. Er muss sich echt drehen. Ich manchmal auch, wenn er nicht da ist. Zum Beispiel als im März die letzte Palette mit unseren Erdbox-Kartons alle war und es im Umkreis von 350 Kilometern partout nichts ähnliches zu kaufen gab. Da bin ich losgefahren und habe irgendwelche Kartons ersteigert, damit wir die Erde nicht im BigBag verschicken müssen.
                                                        Wir haben seit einem Jahr die meisten GoogleAds abgeschaltet, um die zusätzlichen Aufträge, die über die Anzeigen kamen, zu reduzieren. Und wir verhalten uns auch sonst recht still. Unternehmerisch ist das zwar eher blöd. Im Sinne unserer Kunden und der langfristigen Zufriedenheit ist es die richtige Entscheidung. Denn ganz ehrlich – wer hat schon Freude, einen Monat auf seine Bestellung zu warten? Ich jedenfalls nicht. Du vielleicht?
                                                        Deswegen legen wir uns ins Zeug, um alle Bestellungen so schnell wie möglich auf die Postkutsche zu bekommen. Unseren Postkutscher bringen wir auch regelmäßig zur Verzweiflung. An manchen Tagen stehen bei uns mehr Container auf der Rampe, als auf seinen Laster passen und dann wird er hektisch. Und wir schauen, wir wir ihm helfen können. Das scheint aber auch nicht der Standard zu sein – so hat er wenigstens reagiert. Ich weiß, wenn er seinen Job nicht schafft, dann bleiben unsere Pakete stecken – und blöd ist es außerdem für ihn. Und das tut ja nicht not.
                                                        Wenn es eng wird, dann tendieren wir Menschen häufig dazu, nur noch auf unseren Nabel zu schauen. Davon wird die Welt aber hässlich und kalt. Deswegen versuchen wir nach links und rechts zu schauen. Nur ein bisschen, dort mal einspringen, wo eine Hand gebraucht wird. Ohne großes Tam Tam. Das tut anderen genauso gut wie mir.
                                                        Und uns geht es ja schon gut.
                                                        Unsere Kunden rennen uns die Bude ein – das geht aber vielen Gärtnern so. Klar gibt es Engpässe aller Art – Erden, Pflanzenschutzmittel, Baumaterial, Transportvolumen, Verpackungsmaterial, Wartungskapazitäten – egal wo du hinschaust – es ist eng.
                                                        Auch unsere Pflanzenbestände sind an manchen Stellen dünn und zwar schon länger. Aber wir haben Glück, wir haben immer noch ein paar Sahnestückchen, die wir aus den Gewächshäusern zaubern können. Aber es gibt natürlich auch Bereiche, in denen wir echt abgebrannt sind.
                                                        Unsere Corona-Renner:
                                                        • Hoya
                                                        • Blattkakteen (hier erleben auch die Arten gerade einen massiven Aufschwung)
                                                        • Aeonium
                                                        • Echevieria
                                                        • winterharte Kakteen
                                                        • Kakteenerde
                                                          Kakteenerde war ja im vergangenen Jahr schon mal ein heißes Eisen. Da waren unsere Vorräte alle und unser Lieferant hat uns von Woche zu Woche vertröstet. In diesem Jahr haben wir vorgesorgt – und wir haben trotzdem zu spüren bekommen, was auf dem Markt gerade so abgeht. Deswegen haben wir uns noch weiter eingedeckt – und haben im Moment nur einen halben Parkplatz.
                                                          Aber was für ein Luxus – die Möglichkeit, Zuschlagstoffe oder Töpfe oder Verpackungsmaterial als mehrjährigen Vorrat kaufen zu können – das ist für mich sowas von beruhigend!
                                                           
                                                          Auftragsstau und nur noch große Säcke!
                                                          Aber die Schattenseite: fast alle unsere Substrat-Lieferanten haben uns jetzt erklärt: „bis auf weiteres gibt es keine 5 Liter Säcke mehr. Der Aufwand ist zu groß, es gibt einen Auftragsstau und die Nachfrage kann ohnehin schon nicht gedeckt werden“.
                                                          Ergo machen wir uns jetzt Gedanken, wie wir die Erde selbst in 5 Liter Säcke abfüllen können. Oder hast du noch Platz für zwei, drei Kubikmeter Kakteenerde in der Garage?
                                                           
                                                          Auftragsstau? Haben wir auch. Bis vor kurzem hat es sogar mehr als einem Monat gedauert, bis die Pflanzen im Paket auf die Reise gegangen sind. Das entspannt sich jetzt langsam wieder – und gottlob waren 98 % unserer Kunden sehr geduldig und versuchen bei denen, wo es brennt, möglich zu machen was drin ist.
                                                          All dass bekommen wir gewuppt, weil wir als Team klaglos laufen. Alle.
                                                          Und es war auch einer der Gründe weswegen die Gärtnerei geschlossen war. Denn wenn in der Situation einer aus der Mannschaft umfällt, dann laufen wir Gefahr, dass alles zusammenbricht.
                                                          Das ist ein heftiger Grenzgang. Ich versuche, voran zu gehen und meinen Leuten das Leben so leicht wie möglich zu machen, springe ein, wo ich helfen kann. Ich arbeite viel, meist endet mein Tag erst um 2 oder 3 Uhr nachts. Aber so schaffen wir diese Herausforderung ohne große Ausfälle. Denn das ist die Frage, die mich umtreibt: Wie kann ich mit meiner Mannschaft dafür sorgen, dass unsere Kunden trotz aller Warterei am Ende happy sind?
                                                          Es hilft nicht, wenn ich meiner Mannschaft Stress mache. Ich bin mittlerweile auch für das Gegenteil verantwortlich. Denn die Idee mittlerweile schon nachts um Drei die ersten Pakete zu packen, die ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Aber ich bin derjenige, der bis tief in die Nacht arbeitet. Lange hab ich geglaubt, das bekommt keiner mit. War aber ein Irrtum. Jetzt lerne ich: „zuviel des Guten ist am Ende einfach immer noch zu viel“. Und ich mache mir echt Sorgen, dass einer von uns mal umfällt.
                                                          Und bei aller Kakteenliebe – das ist nicht das Ziel.
                                                           
                                                          Was machen wir?
                                                          Ist das zu viel Weihrauch aufs eigene Konto?
                                                          Für mein Team? Nein! Da kann ich ganz gut einschätzen, wie die – jeder an seinem Platz sich den Popo aufgerissen haben in den vergangenen Monaten.
                                                          Für mich? Vielleicht. Darüber können andere besser urteilen.
                                                          Ich erzähle eine kleine Nachtgeschichte: letzte Woche hab ich kurz vor 1:00 Uhr noch ein Bündel Aufträge im Versand gefunden. Also den Rechnungsrechner wieder angeschmissen und noch schnell die Rechnungen geschrieben. Dann macht mein Kollege, der in zwei Stunden um kurz nach drei kommt schon die ersten zwei Postcontainer voll und die Ladezone ist morgens frei, wenn alle kommen. Und auch für meine Frau startet der Tag mit weniger Stress. Und dann hab ich sie alle vor Augen gehabt. Jeden einzelnen, wie er an seinem Platz dafür Sorge trägt, damit unsere Arbeit gut abgeliefert wird. Und ich hatte so ein schönes warmes Gefühl in der Brust. Das beste was man haben kann zum zufriedenen einschlafen.
                                                          Den Zustand habe ich beileibe nicht immer. Ich komme eigentlich aus einer anderen Zone. Wie oft habe ich im Winter nachts nicht schlafen können, weil es mit dem Geld knapp wurde – Gas bezahlen und Löhne überweisen – haben wir immer geschafft – aber mehr als einmal ist mein sparsamer Vater in die Bresche gesprungen und hat finanziell ausgeholfen, wenn wichtige Dinge nicht mehr bezahlt werden konnten.
                                                          Klingt voll blöd – und das ist zum Glück auch schon länger nicht mehr der Fall – aber vergessen mag ich es deswegen nicht. Denn auch das ist Rückhalt durch meine Familie und ich bin dankbar dafür.
                                                           
                                                          Und ich habe besonders dann, wenn mir das „es läuft gut“ bewusst wird auch die Menschen vor Augen, denen jetzt die Decke auf den Kopf fällt, die keine Aufträge haben, die ihren geliebten Job aufgeben mussten, den Laden zu machen, kein Geld verdienen können, keinen Sinn im Leben finden.
                                                          Dann bin ich froh, alle Hände voll zu tun zu haben und gemeinsam mit meiner Mannschaft und meiner Familie etwas bewegen zu können. An manchen Stellen konnten wir Menschen unterstützen – auch wenn es vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein mag.
                                                          Ich hoffe, ich habe hier nicht zu dick aufgetragen, wenn dem so sein sollte, dann liegt es bestimmt an meinen abgestumpften Sensoren.
                                                          Meine Frau sagt: einige meiner Hirnzellen sind einfach mal auf Notaus gegangen.
                                                          Manchmal wundere ich mich, dass ich überhaupt noch was halbwegs kreatives auf die Beine stelle.
                                                          Und das ist aktuell mehr denn je gefordert. Denn es ist echt viel los.
                                                          Erfurt ist im Fokus. Kakteen auch.
                                                          Deswegen passieren bei uns immer wieder spannende Sachen.
                                                          Die Presse hat uns ein bisschen entdeckt. Das letzte telefonische Interview habe ich im wahrsten Wortsinn zwischen Tür und Angel im Auto auf dem Weg zu unserem Holzhändler geführt.
                                                          Und dann sind wir ja auch noch BUGA. Ich gebe zu, ich versuche das Thema heute ein wenig zu umschiffen, geht aber nicht ganz. Als nächstes mache ich dort ein Führungstraining, damit ich auch Führungen auf der BUGA machen kann. Über meine Lieblingsorte in Erfurt / auf der BUGA durfte ich mich auch schon mehrfach ausbreiten. Zuletzt hatte ich eine Begegnung auf der BUGA, die muss ich noch ein bisschen sacken lassen. Mit unserem Bundespräsident. Das braucht noch ein bisschen bei mir. Und BUGA wird voraussichtlich Thema für die nächste Episode.
                                                          Jetzt erzähle ich noch von unserer Boho-Hochzeit. Ich gestehe – ich hatte ja nicht mal einen Schimmer, was das überhaupt ist.
                                                          Vor einigen Wochen war jedenfalls unser Gewächshaus belagert – die Anfrage im Vorfeld klang ganz easy. „Können wir bei euch ein Hochzeitsshooting im Gewächshaus machen?“ Klar – ist ja nicht das erste mal. Und dann am Sonntag wanderten riesige Korbsessel, Pfauenfedern, Tische und Stühle ins Gewächshaus. Und ein Brautpaar, also Models. Dazu Floristen, Fotografen, eine Hochzeitsrednerin, Kameramänner, Sekt und eine echte Hochzeitstorte. Wobei – die musste erst noch im Kühlen warten. Im Gewächshaus wurde eine Hochzeit inszeniert. Toll, zu Herzen gehend – und es sind wunderbare Bilder entstanden. Was mich dabei aber bewegt hat: die Verbindungen, die dabei entstanden sind.
                                                          Da sind Leute zusammengekommen, die den Kopf nicht in den Sand stecken, die sich gemeinsam engagieren und sagen: wir sind nicht einfach gegen irgendwas, oder fühlen uns von der Regierung oder sonst wem vergessen. Sie packen an und versuchen neue Wege zu gehen.
                                                          Daraus spricht für mich die Zuversicht, dass unsere Welt besser wird, diese Krise bringt uns vielleicht in Bedrängnis, aber sie hat auch das Zeug Neues und Besseres hervorzubringen als vorher da war.
                                                          Und ich will damit nicht sagen, dass jemand, der sowas gerade nicht macht, den Kopf in den Sand stecken würde! Dafür sind die Menschen und die Situationen, in denen sich jeder befindet einfach viel zu verschieden.
                                                          Durch eine andere Trau-Rednerin habe ich viel Unterstützung erfahren – sie hat mir bei vielen Texten zur Seite gestanden – auch, weil ihr normaler Job im Moment eben „nicht stattfindet“ – dafür auch hier ein dickes DANKE, liebe Franzi!
                                                           
                                                          Wie gehe ich ganz persönlich mit Corona um?
                                                          Mein erster Kontakt war Ende Januar 2020. Die Presse berichtete von Toten in China, die sich mit einem Virus angesteckt hatten. Und ich hatte eine Sendung aus China beim Zoll liegen. Ich habe mir praktische Gedanken gemacht, habe versucht herauszufinden, wie die Übertragung stattfindet, aber damals gab es noch kaum verlässliche Informationen. Dafür explodierten die Infektionszahlen. Und sehr bald, keine vier Wochen später, saßen wir auch in Deutschland im ersten Lockdown. Ich war am Niederrhein und zuhause wird deine Gärtnerei zugemacht. Aber wir durften weiterarbeiten. Trotzdem war der Anfang auch für uns beängstigend. Wie alles was Ungewissheit mitbringt. Heute schauen wir auf das alles schon sehr abgeklärt. Obwohl ich immer noch nicht genau weiß, wo werden wir in einem Jahr stehen. Gibt es ein 200. Jubiläum von Kakteen-Haage, Kakteenessen? Mit Gewissheit weiß heute niemand etwas.
                                                          Und dabei hilft mir die Arbeit sehr. Wenn ich arbeite, dann höre ich nicht das Getöse da draußen, auch nicht den Widerstreit der Meinungen. Ich muß mich nicht entscheiden, was ich glauben will und was nicht. Eigentlich.  Aber in Wahrheit ist es nur ein Aufschieben und in Deckung gehen. Vielleicht wirke ich so – aber die Welt geht mir mitnichten „am Popo vorbei“. Die Frage: „was will ich glauben“, die kostet mich echt Kraft. Die Welt ist eben nicht mehr einfach „Corona gibt’s gar nicht.“ oder das Gegenteil davon. Und die Frage heißt doch meistens: „wie gehen wir gut damit um?“ Kein Mensch sagt immer nur die Wahrheit – da schließe ich mich ausdrücklich ein – egal ob unbewusst, oder mit Vorsatz. Das, was ich beobachte, ist: es gibt im Moment viele Menschen, die in Gewissensnot kommen, die von der Corona-Situation betroffen sind – und das hat weitaus mehr Facetten als „ich bin positiv“ oder negativ, oder geimpft, oder noch nicht“. Denn es geht nicht nur um „mich“, sehr oft geht es im selben Moment auch „um uns“. Eine Mutter; ein Vater wird immer für die Kinder, die Familie mitdenken, ein Lehrer für die ganze Klasse, ich habe meine Mitarbeiter und ihre Familien und ebenso unsere Kunden und Lieferanten im Blick. Je mehr Menschen und damit auch einzelne Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen sind, desto komplexer und komplizierter wird der ganze Kasten. Das ist einer der Gründe, weswegen ich niemanden in der Politik beneide, denn das ist Flohzirkus und Minenfeld in einem.
                                                          Da sind wir bei Kakteen-Haage in verschiedener Hinsicht in glücklicherer Lage. Wir haben Arbeit, wir haben viele Menschen, denen wir mit unseren Pflanzen etwas Gutes tun – wir können etwas verkaufen, wir können leben.
                                                          Anders als in anderen Branchen, in der Gastronomie zum Beispiel galt lange: wer kein To go anbieten kann, der ist aufgeschmissen. Hotel to go hat auch noch keiner erfunden. Oder Hochzeit to go? Fehlanzeige. Na gut, das legendäre „drive up“ Standesamt in Las Vegas kommt da schon hin.
                                                          Wie wäre das als Gärtner? Ist es ein Unterschied, wenn ich mir Sorgen machen muss um die Existenz meiner Mitarbeiter, meiner Kunden oder auch meiner Familie, wenn der Gesetzgeber die Gärtnerei schließt? Sehr viele meiner Gärtnerkollegen standen im Frühjahr vor dieser bangen Frage. Die Gärtnerei war geschlossen. Die Pflanzen wuchsen und es war unklar: wird überhaupt ein Kunde in mein Gewächshaus kommen dürfen? Da steigt dir das Wasser langsam zum Hals. Und dann werden Hilfspakete relevant, du überlegst, kann ich meine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken – oder muss ich ganz schließen? Wir hatten bislang das Glück, dass uns nichts davon ereilt hat. Wir konnten arbeiten, selbst als die Gärtnerei geschlossen war. Das, was uns beschäftigt hat – ja – für uns Probleme, aber wenn ich raus in die Welt schaue ist das nichts kritisches. Da gibt es weiß Gott wichtigere Probleme zu bewältigen.
                                                           
                                                          Und Kakteen – was ist mit Kakteen?
                                                          Welche Rolle spielen Kakteen und andere Pflanzen unter Corona. Ein winzig kleiner Exkurs ist einfach notwendig.
                                                          Pflanzen, Garten, Grün, Natur – und auch Kakteen sind seit dem ersten Lockdown schlagartig in den Fokus gerutscht. Das betrifft den gesamten Gartenbau, die Kleingartenanlagen, die Baumärkte und Gartencenter – Natur und Grün ist für die meisten Menschen ein Ausweg aus dem Eingesperrt sein in den eigenen vier Wänden und es ist eine Alternative zu reisen, das im Moment nicht möglich ist. Grün lässt die Seele wieder abklingen. Das geht mir übrigens nicht anders. Wenn es mir zu viel wird, dann gehe ich ins Gewächshaus und rede mit meinen Kakteen. Ganz einfach.
                                                          Und vielleicht noch ein tröstlicher Fakt zum Ende – ich muss ja langsam aufhören:
                                                          Mir ist noch kein Fall zu Ohren gekommen, dass eine Pflanze Corona übertragen hätte – musste mal gesagt werden!
                                                          Aber der Begriff Corona spielt bei uns in der Gärtnerei schon seit über 20 Jahren eine Rolle. Der Kreisbogen an den Blüten von Hoya auf anderen Asclepiadaceae wird als Corona, oder Krone bezeichnet. Und Hoya laden ohnehin zum ganz genauen hinsehen ein. Lohnt sich auch!
                                                          bist du beim nächsten Mal mit dabei?
                                                          Ich hoffe inständig, dass diese Episode
                                                          • in der es fast gar nicht um Kakteen geht und
                                                          • in der ich viele Gedanken gleich mehrfach hin- und wieder zurück gewälzt habe
                                                          • ich mit Selbstbeweihräucherung nicht gerade sparsam war
                                                            dir ein paar interessante Gedanken mitgebracht hat. Ich hoffe, du konntest mir halbwegs folgen – und folgst mir auch weiter hier im CactusPodcast.
                                                             
                                                            Ich gebe zu, hinter den Kulissen und neben meinem Mikrofon gibt es ein Novum – ich weiß nicht mal, ob sowas überhaupt kanonisch ist: diese Episode ist tatsächlich unter Drogeneinfluss entstanden: hier steht ein fast leeres Glas Rotwein.
                                                            Ob das damit besser oder schlechter gelaufen ist – das kannst nur du beurteilen. Lass mich mal wissen, ob Rotwein der Podcast-Qualität zuträglich ist.
                                                            Shownotes:

                                                            … gibt es diesmal nicht – denn hier sind keine Links, auf die ich verwiesen habe …

                                                            … und trotzdem freu ich mich wie immer auf dein Feedback.
                                                            • per Mail an [email protected]
                                                            • in der FB CactusPodcast Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                            • Kommentare direkt hier im cactusblog.de
                                                            • deine Bewertung auf iTunes – das wäre mir ein inneres Maximal-Blümchenpflücken!
                                                               
                                                               
                                                              Was kommt als Nächstes?
                                                               
                                                              Der CactusPodcast kehrt zurück – voraussichtlich mit dem Thema Bundesgartenschau in Erfurt. Ich lege dir aber ans Herz: komm einfach nach Erfurt und schau dir die BUGA an – sobald es geht. Den Mund kann ich dir auch später noch wässrig machen.
                                                              Deswegen: schau in der CactusPodcast Community auf Facebook vorbei.
                                                              • Seit wenigen Wochen läuft die Bundesgartenschau in Erfurt – und es ist alles andere, als normal. Es gibt eine ganze Menge zu erzählen – was so hinter den Kulissen passiert und was wir so alles erlebt haben. Bei der Gelegenheit werde ich dir das Buch zur BUGA von Herrn Stade vorstellen. Und BUGA – da hab ich schon viele Ideen!
                                                              • Stay tuned! 
                                                                Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt – morgen soll es heiß werden!
                                                                Bleib gesund.
                                                                 
                                                                Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
                                                                 
                                                                Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                                Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                                 
                                                                Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                                Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                                Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                                 
                                                                Du willst mehr wissen / haben / hören?
                                                                Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                                Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                                 
                                                                Interviews im CactusPodcast:
                                                                • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                                                                • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                                                                • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                                                                • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                                                                • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                                                                •  
                                                                   
                                                                  Den CactusPodcast jetzt bei Apple Podcast abonnieren. Link: https://podcasts.apple.com/de/podcast/cactuspodcast/id1499357242 
                                                                  Hier geht’s zur Diskussion und mehr Informationen rund um den CactusPodcast:
                                                                  jetzt gleich in der Facebook-Gruppe anmelden: Link: https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/ 

                                                                  Der Beitrag CactusPodcast 028 – Kakteengeschichten: Kaktusgärtnern in Zeiten von Corona erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                                  57 min
                                                                • CactusPodcast 019 – Erntedank und der 3. Oktober

                                                                  Erntedank und der 3. Oktober – CactusPodcast – 018
                                                                  Erntedank – eine persönliche Kaktusgärtnergeschichte von Ulrich Haage
                                                                  Heute ist Erntedankfest. Gestern war 3.10. – der Tag der neuen Republik an dem wir die Wiedervereinigung feiern.
                                                                  Mir steht als Gärtner der Tag heute näher als der Feiertag gestern. Und darin steckt die Chance, das mal genauer zu beleuchten.
                                                                  Am Erntedankfest wird gefeiert, was aus unserer Hände Arbeit entstanden ist.
                                                                  Am dritten Oktober wird gefeiert, dass aus DDR und BRD wieder ein Land wird.
                                                                   
                                                                  Das ist einfach!
                                                                  Ist es so einfach?
                                                                  Je genauer ich hinschaue, desto Nein.
                                                                  Ich wäre heute kein Kaktusgärtner.
                                                                  Vermutlich.
                                                                  Heute geht es nicht um Kakteen, heute geht es um Ernte und Dank.
                                                                  Erntedank und der 3. Oktober

                                                                  von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kaktusgärtner persönlich

                                                                  https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2020/10/CactusPodcast-019-Erntedank.mp3
                                                                  Erntedankfest vs 3. Oktober
                                                                  Das Erntedankfest feiert unsere Familie traditionell mit Früchten und Blumen aus unserem Garten, einem Erntekranz – und in diesem Jahr ist es eine wunderbare Erntekrone für die Erfurter Predigerkirche geworden.
                                                                  Man könnte sagen: „wer fleißig war, der darf feiern. Und die anderen laden wir trotzdem ein.“
                                                                  Aber dieser Vergleich hinkt.
                                                                  Denn was ist mit den vielen Menschen, die keinen Garten haben, die, die nichts mit den Händen ernten können?
                                                                  Sind die etwa nicht fleißig? Dürfen die nicht feiern?
                                                                   
                                                                   
                                                                  Und am 3. Oktober? Machen wir da etwas?
                                                                  Nein. Nichts Spezielles.
                                                                  Und ja, wir sind dankbar für die Veränderungen in unserer Heimat vor 30 Jahren, auch wenn die mit unserer Hände Arbeit kaum etwas zu tun hat.
                                                                   
                                                                  Eigentlich hat sich bei uns ja auch nichts geändert. *)
                                                                  Eigentlich!
                                                                   
                                                                   
                                                                  Bei anderen dafür viel.
                                                                  Ich kenne Menschen, die haben viel verloren seitdem.
                                                                  Und ich kenne andere Menschen, denen geht es viel besser, seit der Wende.
                                                                   
                                                                  Wo komme ich eigentlich her?
                                                                  Aber ich schau mal eine Runde größer. 30 Jahre zurück, noch ein bisschen weiter …
                                                                  Ich habe meine Gärtner-Ausbildung abgeschlossen. Hatte meinen ersten Job, als Pflanzenschützer und habe viel mit Gift gearbeitet. In einer GPG (Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft). Unser Genosse Vorsitzender ritt manchmal auf seinem Pferd über die Felder. Das war ein Statement in der DDR. Denn sowas – hatte ich im Geschichtsunterricht gelernt – haben früher die bösen Junker gemacht, und die armen Bäuerlein mussten aufstehen und die Hüte abnehmen. In der real existierenden DDR war das eine Ansage. Und die Genossenschaftsbauern und -bäuerinnen haben sich die Mäuler zerrissen. Sowas geht einfach nicht!
                                                                   
                                                                  Aber: der Genosse Vorsitzende hatte auch etwas erreicht!
                                                                  Unsere Genossenschaft war ein Vorzeigebetrieb, weil es in der Spitze Leute gab, die wussten, wie man gute Geschäfte macht, wie man verkauft und wie man Leute motiviert. Klar haben alle über irgendwas gemeckert. Aber unterm Strich wurde gutes Geld verdient, und zwar auf allen Ebenen – selbst als Lehrling gab es da Möglichkeiten. Und heute glaube ich, das lag einfach daran, dass der Genosse Vorsitzende die Werke von Marx und Lenin gut studiert hat. Er hat den Kapitalismus begriffen und hat einen Weg gefunden, ihn im Sozialismus anzuwenden.
                                                                  Oh oh!
                                                                   
                                                                  DAS hätte ich damals übrigens nicht sagen dürfen.
                                                                  Heute ist es nicht einmal ehrenrührig. Im Gegenteil, es schwingt darin ein Stück Respekt mit, für den „professionellen Grenzgang“ für die damalige Zeit.
                                                                  Vielleicht war es auch eine sich leise ankündigende Wende in der DDR, aber das ist sicher zu viel gedacht.
                                                                  Wie der Genosse Vorsitzende nach der Wende dastand, das weiß ich nicht. Ich traue ihm aber zu, dass er ganz solide auf die Füße gefallen ist.
                                                                   
                                                                  Die dunklen Seiten
                                                                  Ich kenne auch Menschen aus anderen Betrieben, die aus einer Leitungsposition mehr oder minder ins Nichts gefallen sind, deren Fachwissen von heute auf morgen nicht mehr gebraucht wurde, oder die aus anderen Gründen ihren Lebensinhalt verloren. Mal sind Betriebe liquidiert worden, ein anderes mal waren es Dinge, die Entscheidungen der dunklen DDR Geschichte um nichts nachstanden. Und manche davon sind bis heute weder geahndet, noch aufgearbeitet.
                                                                  Einer der Gründe weswegen Geschichte nie unproblematisch ist, oder schwarz / weiß.
                                                                  Und die Gegenwart auch nicht, denn auch jetzt im Moment gibt es Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, oder über den Rand kippen.
                                                                  Das macht es nicht besser.
                                                                   
                                                                  Und ich?
                                                                  Was ist mit Menschen die nicht am Rand stehen?
                                                                  Wo bin ich? Bin ich heute ein Gewinner?
                                                                  Klares ja!
                                                                  Ich weiß nicht, wohin mein Lebensweg mich ohne die Wende geführt hätte. Ich hab 1989 nicht wirklich einen Plan gehabt. Die meisten Menschen mit 19 haben das nicht.
                                                                  Aber mir haben sich Möglichkeiten eröffnet, die es vermutlich nicht für so viele Menschen gibt. Möglichkeiten, die mir andere Menschen eröffnet haben. Als ich in der Städtischen Sukkulentensammlung mit Urs Eggli arbeiten durfte, oder zuvor in Kew Gardens mit David Hunt. Und es waren nicht nur die Begegnungen mit den großen Namen, eigentlich sind es immer die Menschen gewesen. Im Deutschland kurz nach der Wende hat es noch eine Rolle gespielt, dass ich aus dem Osten kam. Ich habe in Mainz eine sehr herzliche und großzügige Behandlung erfahren, an einem anderen Ort hat man mich richtig über den Tisch gezogen. Im Ausland spielte das weniger die Rolle. In Mittelamerika kannte 1991 kaum jemand die DDR, ich war Deutscher.
                                                                  Dass ich mit 19 Jahren als erster Haage in New York lande und amerikanischen Boden betrete, dass war für mich ein Riesending. Hätte ich mir wenig vorher kaum träumen lassen.
                                                                  Zuhause: Sorgen
                                                                  Meine Eltern haben derweil dafür Sorge getragen, dass die Gärtnerei die Strudel und Untiefen im Strom der Wendezeit übersteht. Und Sorge meine ich durchaus auch bildlich. Denn es gab viele Sorgen. Die größte war: haben wir am Monatsende genügend Geld, um die Mitarbeiter zu bezahlen – und was müssen wir dafür tun.
                                                                  Als ich zurück nach Erfurt kam war ich erschrocken, meine Eltern sind mit den Sorgen und der Arbeit gealtert. Sie haben sich nie beklagt. Aber sie haben mir das sorgen mitgegeben: sorge für die, für die du Verantwortung übernommen hast. Als in der letzten Woche ein noch recht frischer Mitarbeiter „Chef“ zu mir sagte bin ich kurz zusammengezuckt, das hat schon lange keiner zu mir gesagt.
                                                                  Mir kam nochmal die Entwicklung nach der Wende in den Sinn. Alles, was wir erreicht haben, haben wir gemeinsam geschaffen. Meine Eltern und alle Mitarbeiter. Später kam auch ich dazu. Wir sind gemeinsam durch Höhen und viele Tiefen gegangen. Mit Sorgen genauso wie lachen. Die Sorgen sind weniger geworden. Gerade in diesem Jahr haben wir auf besondere Weise gelernt, wie wichtig es ist, füreinander einzustehen – gemeinsam. Und in diesem Jahr ist nochmal deutlich geworden, es sind nicht nur wir, unser Team. Es geht auch um die vielen Kakteenfreunde draußen auf der Welt, die uns vertraut haben, Verständnis und Geduld aufgebracht haben, hinter uns standen. Familien, Freunde, Nachbarn, auch Menschen, die wir noch gar nicht kannten, sind für uns Unterstützer geworden – in diesem Jahr – und sie haben uns unterstützt in den Jahren zuvor.
                                                                   
                                                                  Damit wir das machen können, was unser Ding ist: Kakteen.
                                                                   
                                                                  Und damit wir heute am 4. Oktober Erntedankfest feiern können und ich DANKE sagen kann für 30 Jahre gemeinsames Deutschland.
                                                                  Ich weiß nicht, wo ich heute stünde, wenn es 1989 keine Veränderung in Deutschland gegeben hätte. Aber ich hoffe, ich kann etwas von dem vielen dass ich in den letzten 30, nein 50 Jahren bekommen habe zurückgeben.
                                                                  Jetzt fasse ich meinen Gedanken von vorhin nochmal etwas anders.
                                                                  Beide Tage sind so etwas wie Erntedank. Der Tag heute gilt für die letzten zwölf Monate. Der 3. Oktober für die letzten 30 Jahre – und vielleicht auch einfach für unser Ringen um Demokratie und Gerechtigkeit – und das dürfen wir tun im kleinen, wie wir es auch von den Großen erwarten.
                                                                  Es hat uns niemand versprochen, dass das leicht sein würde, aber es lohnt sich!
                                                                  Daran glaube ich!
                                                                  Und ich freue mich.
                                                                  Und Du?
                                                                  • bist Du glücklich und dankbar für das was in den vergangene 30 Jahren gewachsen ist?
                                                                  • war es eine bittere Zeit für Dich, oder geht es Dir, Deiner Familie besser seither?
                                                                  • haben wir, hast Du an Deinem Platz für mehr Gerechtigkeit sorgen können
                                                                  • Ich bin sehr gespannt auf Deine Rückmeldung
                                                                    Schreib mir:
                                                                      • in der Community – Kommentare im cactusblog.de oder in der FB Gruppe  https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                                      • oder lieber ganz persönlich Mail ins Studio an [email protected]
                                                                        … und: von wegen alles unverändert hier … *)
                                                                        Natürlich hat sich auch bei uns vieles verändert. Das wichtigste: die Haltung Verantwortung für die Menschen zu übernehmen – da hat mein Vater Hans-Friedrich Haage schon zur DDR-Zeit genauso gehandelt, wie er es nach der Wende tat. Und ich bemühe mich, diesen seinen Werten zu folgen. Denn sie sind wichtig, damals wie heute.
                                                                        Wie denkst Du darüber?
                                                                         
                                                                        Nachricht via: Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – [email protected]
                                                                        Was kommt als nächstes?
                                                                        Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 020
                                                                        Das nächste Thema kündige ich wieder in der Facebook CactusPodcast Community an.
                                                                         
                                                                        Habt Ihr Fragen?
                                                                        Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episode vornehmen?
                                                                         
                                                                        Mehr vom CactusPodcast? Geht ganz einfach:
                                                                        Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes nein Apple Podcast abonnieren.
                                                                        Bleibt weiter gesund da draußen!
                                                                         
                                                                         
                                                                         
                                                                        CactusPodcast jetzt bei Apple Podcast abonnieren. Link: https://podcasts.apple.com/de/podcast/cactuspodcast/id1499357242
                                                                        Hier geht’s zur Diskussion und mehr Informationen rund um den CactusPodcast – jetzt gleich in der Facebook-Gruppe anmelden: Link: https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/

                                                                        Der Beitrag CactusPodcast 019 – Erntedank und der 3. Oktober erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                                        15 min
                                                                      • CactusPodcast 000 – Wer macht einen Podcast über Kakteen? – Ulrich Haage

                                                                        Episode 00 im CactusPodcast 
                                                                        Das Cactusblog gibt es schon länger – aber als Audio, als Kaktusgeschichten zum Mitnehmen – das gab es bisher noch nicht – deswegen: 
                                                                        wer jetzt lauter Fragezeichen über dem Kopf hat – ja! sowas gibt es wirklich!
                                                                        CactusPodcast Episode 000 - Ulrich Haage - Kaktus für die Ohren - Geschichten vom Kaktusgärtner

                                                                        von Ulrich Haage | Kaktusgärtner, Blogger und Podcaster auf cactusblog.de | CactusPodcast

                                                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2019/12/tagmp3_cp00-intro-04a.mp3
                                                                        Warum ein CactusPodcast?
                                                                        Über das warum und das wie und das wieso erzähle ich heute – und auch ein bisschen über mich, Ulrich Haage.
                                                                        Ich sitze am Fenster und schaue zu, wie die Dämmerung über der Kakteengärtnerei kriecht.
                                                                         
                                                                        Hier hat für mich alles begonnen.
                                                                        Hier bin ich aufgewachsen, in der Kakteengärtnerei. Hier hab ich als kleiner Junge schon gespielt. In den Gewächshäusern – manchmal zum Leidwesen meiner Eltern – die fanden Fahrrad und Gewächshaus nicht so kompatibel.
                                                                        Apropos Eltern – die sind auch schon Kaktusgärtner gewesen – alle beide.
                                                                        Und auch meine Großeltern – auch beide – also die Eltern meines Vaters. Der Name Walther Haage ist dem einen oder anderen vielleicht schon mal über den Weg gelaufen – er hat eine ganze Reihe von Kakteenbüchern geschrieben, sogar einen richtigen Bestseller – das Lexikon „Kakteen von A bis Z“ verkauft sich noch heute wie geschnitten Brot.
                                                                        Und auch sein Vater, also mein Urgroßvater war schon Kaktusgärtner – und auch er hat Bücher veröffentlicht…
                                                                        … und dessen Vater auch.
                                                                        Das geht noch eine ganze Weile so weiter – man kann sagen, ich bin aufgewachsen in einer Familie von Kaktusgärtnern – und das hat 1822 begonnen, vor 6 Generationen. Deswegen dürfen wir uns auch die älteste Kakteenzucht der Welt nennen.
                                                                         
                                                                        Die Gärtner vor den Kakteengärtnern
                                                                        Wenn ich noch weiter zurückgehe, also vor den Beginn der Kakteen – da sind die Haages auch schon Gärtner gewesen. Die lange Gärtnergeschichte geht zurück bis ins Jahr 1685. Wir schreiben damit auch die längste gärtnerische Familientradition in Deutschland. Dazu gibt es einen Haufen Geschichten zu erzählen. 
                                                                        Und ich – heute – bin also auch Kaktusgärtner – und zwar schon seit mehr als 30 Jahren. Das es dazu kam lag für mich weniger auf der Hand als man das bei der Vorgeschichte vielleicht vermuten mag. Ist aber so.
                                                                        Vielleicht gerade deswegen liebe ich meine Arbeit als Kaktusgärtner. Und ich liebe es, mit den Menschen hier in der Kakteengärtnerei zusammenzuarbeiten.
                                                                        Ich bin Kaktusgärtner, aber ich mache auch noch ein paar andere Sachen:
                                                                        • ich verlege und schreibe Bücher – über Kakteen – das hat ja bei uns schon Tradition
                                                                        • ich bin Blogger und berichte über das was mich bewegt schon seit mehr als zehn Jahren
                                                                        • ich bin Mensch – das hab ich bei unserem Ministerpräsident geklaut – ich bin Papa und Mann, Sohn, Bruder, Enkel – ich lebe in und mit einer ziemlich geilen und großen Familie
                                                                        • hin und wieder bin ich als Kakteenexperte im Fernsehen – die letzte Aktion beim SWR für das ARD Buffet und das ZDF Mittagsmagazin war sehr cool
                                                                        • manchmal bin ich auch Erfinder:
                                                                          • ich hab zum Beispiel das Kakteenessen erfunden – klar – sowas mache ich nie allein, aber das ist eine Idee, die ich sehr sehr mag
                                                                          • oder das CactusWorkCamp – da bin ich einen ganzen Tag mit neugierigen Menschen in unserer Gärtnerei unterwegs und wir probieren uns als Kaktusgärtner aus das ist jedesmal ein Riesenspaß
                                                                            Kaktusgärtneralltag
                                                                            Das sind ein paar Sachen die mich beschäftigen. Und natürlich mache ich auch ganz normale und alltägliche Sachen – aber wenn ich mich manchmal umschaue, dann wird mir hin und wieder bewusst: so wirklich 08/15 ist mein Leben nicht.
                                                                            … und jetzt kommt der Podcast dazu – die Idee dazu ist nicht mal neu, meine CactusPodcacst Ideensammlung ist schon ein paar Jährchen alt. 
                                                                            Vor einiger Zeit war ich Interviewpartner beim Bienenpodcast – und das war echt der Hammer – fünf Stunden Podcast, da hats mir kurz den Vogel rausgehauen! 
                                                                            Hier wird es aber nicht so lang – versprochen!
                                                                             
                                                                            Was habe ich hier im CactusPodcast vor?

                                                                            Als Kaktusgärtner komme ich mit vielen Menschen aus der Pflanzenwelt zusammen und erfahre neues – und das gebe ich gern weiter.

                                                                            • Wissenswertes aus der Welt und für die Welt der Pflanzenfreunde – aber es geht nicht immer nur um Kakteen, oft auch Themen die alle Pflanzenfreunde interessieren
                                                                            • News und Facts, alltägliches und Geschichten vom Kaktusgärtner – denn: ich erlebe wirklich einen Haufen bunter Sachen. Das muss wohl am Job liegen.
                                                                            • als Erfurter habe ich sicher Erfurt-Stories zu erzählen, denn meine Heimatstadt – und ganz viele der Menschen die hier leben sind mir ans Herz gewachsen und davon erzähle ich sehr gern weiter
                                                                            • BUGA-Verbereitung:
                                                                              • im Frühjahr 2021 grünt hier in Erfurt die nächste Bundesgartenschau – obwohl – grünen tut sie ja jetzt schon, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
                                                                              • ich habe meinen Kopf zum Beispiel im Danakil Wüstenhaus stecken – und mein Herz auch – und diese Vorbereitung war für mich manchmal ein Grenzgang und eine echt krasse Erfahrung – dazu erzähle mindestens eine eigene Episode, vermutlich aber mehr
                                                                              •  

                                                                                 
                                                                                Für wen ist ein CactusPodcast gedacht?
                                                                                • für Kakteen-, Sukkulenten- und Pflanzenfreunde, denn bislang gibt es kaum pflanzenspezische Podcasts
                                                                                • es kann hier also ziemlich grün werden, manchmal wird es vielleicht auch technisch, oder historisch, oder familär – wir werden sehen …
                                                                                  … und: vielleicht ist es auch eine Möglichkeit mit Menschen in Verbindung zu bleiben die einfach weiter weg leben – unsere Familie ist ziemlich weit in der Welt verstreut, Freunde auf Reisen – wenn ich so darüber nachdenke. 
                                                                                   
                                                                                  In jedem Fall freue ich mich schon wie Bolle – und ich bin neugierig, wie – und wie weit es hier weitergeht.
                                                                                  Noch nie habe ich so oft Kaktusgärtner gesagt. 
                                                                                   
                                                                                  Shownotes
                                                                                  Hier die Links zum oben erwähnten:
                                                                                  Das Lexikon „Kakteen von A bis Z“ von meinem Großvater Walther Haage
                                                                                  Der krasse fünf Stunden Marathon Bienenpodcast: 
                                                                                  Und hier arbeite und lebe ich mit meiner Familie in der Kakteengärtnerei

                                                                                  Wir schreiben heute Freitag, den 13. Dezember 2019, Sternzeit 15.37

                                                                                  … und ich freu mich auf mehr in Kürze hier vom CactusPodcast!

                                                                                  Abonnieren Sie den Cactus-Podcast …
                                                                                  [image_hotspot_parent image=“https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2020/01/Logos_tuningstations-fuer-podcast-lang-Kopie.png“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“https://open.spotify.com/show/36PSNesCat35Lt1JMBTWfd“][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“52px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“0.5%“ title=“Abonnieren als“ desc=“ RSS Feed“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“https://cactusblog.de/category/cactuspodcast/feed/podcast/“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“58px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“5.3%“ title=“Abonnieren bei“ desc=“Spotify“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“https://open.spotify.com/show/36PSNesCat35Lt1JMBTWfd“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“58px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“11.3%“ tooltip_or_modal=“hotspot-modal“ title=“Bei TuneIn“ desc=“abonnieren“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“https://tunein.com/podcasts/Kids–Family-Podcasts/CactusPodcast—Kaktusgrtnergeschichten-p1283381/“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“58px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“17.3%“ title=“Bei iTunes“ desc=“anhören“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“#“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“58px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“22.8%“ title=“Bei iTunes“ desc=“anhören“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“#“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][image_hotspot_child pointer_element=“pointer_element_blank“ pointer_blank_width=“58px“ pointer_blank_height=“63px“ pointer_vertical_position=“4.4%“ pointer_horizontal_position=“28%“ title=“Abonnieren bei“ desc=“Stitcher“ _builder_version=“4.3.2″ link_option_url=“https://www.stitcher.com/podcast/cactuspodcast-cactusblog“ link_option_url_new_window=“on“][/image_hotspot_child][/image_hotspot_parent]

                                                                                  Der Beitrag CactusPodcast 000 – Wer macht einen Podcast über Kakteen? – Ulrich Haage erschien zuerst auf Cactusblog.

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