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Die Sendung ist der erste Teil einer Gesprächsreihe zum Thema „Stille“. Welche Denkweisen von Stille finden wir in verschiedenen Philosophien, in den Wissenschaften, den Künsten und in unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften? Welche Praktiken verbinden sich mit diesen Denkweisen von Stille? Und welche ethischen und politischen Fragestellungen ergeben sich aus ihnen?
Die Philosophin Leyla Sophie Gleissner spricht mit Heidi Wilm über ihre Arbeit zu Stille und Überleben, die Wichtigkeit des Hörens und Zuhörens im Kontext von politischer Unterdrückung und Widerstand, und die „Silences“, die notwendig sind für das Aufkommen von Worten, von Sprache.
Folgende Bücher werden in dieser Sendung besprochen:
Kevin Aho: One Beat More. Existentialism and the Gift of Mortality. (Polity 2022, 176 S.) [Heidi Wilm]
Didier Eribon: Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben. (Suhrkamp 2024, 272 S.) [Herbert Hrachovec]
Martha Nussbaum: Women and Human Development. The Capabilities Approach. (Cambridge University Press, First Edition 2001, 337 S.) [Birgit Langenberger]
Hélène Cixous: Incendire – Qu'est-ce qu'on emporte ? (Gallimard 2023, 150 S.) [Elisabeth Schäfer]
Jens Beckert: Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht. (Suhrkamp 2024, 238 S.) [Charlotte Annerl]
Alessandra Lemma: Transgender-Identitäten. Eine Einführung. (Brandes und Apsel 2024, 184 S.) [Ulrike Kadi]
Die Sendungsgestalterin Mădălina Diaconu ist Privatdozentin für Philosophie an der Universität Wien, Vizepräsidentin der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie und Autorin mehrerer Bücher, unter anderem des Bandes „Aesthetics of Weather“, der im September bei Bloomsbury Academic erscheinen wird.
Franz Wimmer spricht mit Peter Grabher über den sogenannten radikalen Aristotelismus im 13. Jahrhundert, über Konflikte um die Philosophie an der mittelalterlichen Universität von Paris und ihren ideen- und sozialgeschichtlichen Kontext.
Stefan Auer spezialisierte sich im Rahmen seines Studiums der Geschichte und Philosophie an der Karl Franzens Universität Graz auf die Beforschung von Propaganda. Im Gespräch mit Anneliese Rieger-Roschitz erläutert er zentrale Begriffe, thematisiert Funktionsweisen moderner Propaganda anhand von konkreten Beispielen und verweist auf deren Gefahren für das kritische Denken und die Demokratie.
Ohne Erfahrungen, die das Bekannte übersteigen, läuft das Leben auf Schmalspur. Hilfe zur Horizonterweiterung bieten unter anderem Radioprogramme, Philosophielektüre und Musikaufführungen. Über diese drei Gelegenheiten berichtet Camilo Giraldo, Rundfunkhörer, Student und Musiker, in einem Gespräch mit Herbert Hrachovec.
Der Wiener Verlag No Press, editiert eine Buchreihe Das Umfeld des Wiener Kreises. Karoly Kokai, Hungarologe und Kulturwissenschaftler an der Universität Wien hat in diesem Zusammenhang ein Symposium zum Wiener Kreis und der Wiener Gruppe veranstaltet und die Ergebnisse im kürzlich erschienenen Band Wiener Kreis und Wiener Gruppe publiziert. Beide Bewegungen beginnen mit einem Manifest und entwickeln eine (zeitlich befristete) Dynamik mit beachtlichen Folgewirkungen. Herbert Hrachovec spricht mit dem Herausgeber des Buches über Anspruch und Abbruch dieser avantgardistischen Initiativen.
Die Bedingungen der Massenkommunikation haben sich in der Lebenszeit seit dem Ende des 2. Weltkriegs dramatisch verändert. Ein einleitender Rückblick auf die "Presselandschaft" Österreichs macht deutlich, wie antiquiert die damalige Information der "Öffentlichkeit" gegenüber der Weltverbreitung digital basierter sozialer Medien geworden ist. In einer Diskussion zwischen Michael Mann und Herbert Hrachovec wird das am Beispiel der sogenannten "Twitter-Files" demonstriert. Das Ziel der privaten Gründung erklärte ihr Chef Jack Dorsey folgendermaßen: "I want Twitter to be the most essential news and talk network ever ." In diesem Fall muss es für alle Eventualitäten unzivilisierten Verhaltens gerüstet sein. Es benötigt Regeln und gesetzartige Vorgaben und ist damit unweigerlich dem Vorwurf ausgesetzt, widerstrebige Meinungen zu zensurieren. Die Freigabe interner Dokumente der Firma nach ihrer Übernahme durch Elon Musk hatte einen ernüchternden Effekt. Die herrschende Staatsmacht und Stimmen des empörten Widerstands treffen weitgehend unversöhnlich aufeinander.
Clemens Jabloner leitet die Forschungsstelle "Hans Kelsen und sein Kreis" am der Juridischen Fakultät der Universität Wien. Er hielt im Oktober 2023 im Rahmen eines Symposiums zum 50. Todestag Hans Kelsens den hier dokumentierten Vortrag mit dem Titel "Hans Kelsen und die Österreichische Schule der Nationalökonomie".
Die Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie Wien hat von 2014-2019 das FWF-Projekt "Topographien des Körpers: phänomenologische, genealogische und psychoanalytische Forschungen" [P25977-G22] beherbergt, das sich unter Leitung von Ulrike Kadi und unter Mitarbeit von Gerhard Unterthurner, Artur Boelderl, Timo Storck, Silvia Stoller und Heidi Wilm einer Grundladenforschung am "Leitfaden des Leibes" (Nietzsche) gewidmet hat. Dabei hat sich das Projekt insbesondere auf drei französische Autoren des 20. Jahrhunderts im Hinblick auf ihre Konzepte des Körpers konzentriert: Maurice Merleau-Ponty, Jacques Lacan und Michel Foucault. Elisabeth Schäfer hat mit allen Projektmitarbeiter*innen gesprochen und stellt in der Sendung die Arbeit dieser interdisziplinären Forschungsgruppe vor.
Revision der Sendung vom 1.11.2019
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