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Ein Gespräch mit der Philosophin Dr. Sonja Riegler über funktionalistische Ignoranz.
Was, wenn Ignoranz nicht einfach eine Abwesenheit von Wissen ist, sondern gezielt als ein soziales Werkzeug zur Machterhaltung eingesetzt werden kann? Basierend auf aktuellen Debatten in der feministischen und politischen Erkenntnistheorie, entwickelt Dr. Sonja Riegler einen „funktionalistischen Ansatz zur Ignoranz“ (Riegler 2024) und argumentiert im Rahmen ihrer Dissertation, dass Ignoranz nicht bloß eine Abwesenheit von Wissen bedeutet, sondern als “substanzielle Erkenntnispraxis” (Alcoff 2007) verstanden werden muss – eine Praxis, die bestimmte soziale Funktionen erfüllt und strategisch eingesetzt werden kann.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Coronapandemie, eine Zeit tiefgreifender Unsicherheit, Unwissens und Nichtwissens und ihre spürbaren Nachwirkungen bis heute. Gemeinsam überlegen Jana Winter und die Philosophin Dr. Sonja Riegler, inwiefern man davon sprechen kann, dass ein sogenanntes „Nichtwissen“ um PAIS, Long Covid und ME/CFS strategisch genutzt wurde bzw. wird, um Machtverhältnisse zu stabilisieren, sich von Verantwortung zu entlasten oder bestimmte gesellschaftliche Betroffenengruppen zu marginalisieren.
Gast:
Shownotes:
Wir möchten in diesem Podcast Musik von Betroffenen vorstellen. In dieser Folge hat uns die
Betroffener: https://www.instagram.com/philip_henrii/ .
Ein Gespräch mit Psychotherapeut Markus Hochgerner über Long Covid, ME/CFS und den Umgang mit chronischer Krankheit.
In dieser Episode sprechen wir mit dem Wiener Psychotherapeuten Markus Hochgerner, der seit 2021 Long Covid* bzw. PAIS*-Betroffene in Gruppen begleitet. Offen teilt er bewegende Momente aus der psychotherapeutischen Praxis – und spricht über die psychischen und philosophischen „Brocken“, mit denen (chronisch) erkrankte Menschen konfrontiert sind.
Diese Podcastepisode richtet sich insbesondere an alle Personen, die selbst von einschränkenden bzw. chronischen Erkrankungen betroffen sind, Angehörige begleiten oder beruflich mit Krankheit zu tun haben – und natürlich ebenso an Hörer:innen, die sich für die daseinsanalytischen, psychologischen und gesellschaftlichen Aspekte von Krankheit und Sinnsuche interessieren.
Text und Vorschaubild: Jana Winter (7.9.2025)
Shownotes:
Hermann Cohen (1842-1918) leitete Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich eine Rückbesinnung auf Immanuel Kant ein. Im Gegenzug zu dialektischen Welterklärungsmodellen knüpft er an Kants drei "Kritiken" an, legt ihnen aber -- anders als sein Vorbild -- bestehende gesellschaftliche Formationen (Mathematik, Naturwissenschaft, Religion, Jurisprudenz, Kunst) zu Grunde. Hartwig Wiedebach, Philosoph und Judaist, erläutert im Gespräch mit Herbert Hrachovec Cohens ethische und politische Entwürfe. Zur Zeit der deutschen Reichsgründung war Cohen überzeugter demokratischer Sozialist.
Anke Graneß ist Professorin am Institut für Philosophie, Universität Hildesheim (Kolleg-Forschungsgruppe der DFG "Philosophieren in einer globalisierten Welt"). Sie spricht mit Herbert Hrachovec über Ihren Artikel "Is the debate on 'Global Justice' a global one? Some Considerations in View of Modern Philosophy in Africa", in: Journal of Global Ethics, Vol. 11:1 (2015), pp. 126-140. DOI: 10.1080/17449626.2015.1010014.
Erstveröffentlichung am 23.7.2017.
Ausgehend von den Erfahrungen eines vulnerablen Körpers, der unter dem Leistungsdruck des
Im Fokus stehen Themen wie die scheinbare „Anomalie“ und „Fehlbarkeit“ des Körpers, die besonders bei (chronischer) Krankheit wie Long Covid sichtbar werden. Der als „abnormal“ proklamierte, „unfähige“
Das Resultat dieses Verdrängens ist ein kollektives Wegschauen voller Scham und Schuldgefühle. Doch wo liegt ein gesamtgesellschaftliches Potenzial, wenn wir hinschauen und versuchen, den biologischen und verwundbaren Körper zu akzeptieren? Wie können wir uns das Ausruhen als eine eigene Widerstandspraxis vorstellen und für uns nutzen? Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und individuellen Perspektiven begeben wir uns in diesem Gespräch auf eine behutsame Annäherung an das Thema des Ausruhens als Praxis des Widerstandes.
Text: Jana Winter
Drawing from the lived experience of a vulnerable body under the pressures of a capitalist performance-
The denial of these topics results in a collective looking away, saturated with shame and guilt. But where lies the potential for societal transformation if we begin to look—and to accept—the biological and vulnerable body? How might we understand rest as a personal and political practice of resistance? Rooted in personal experiences and individual perspectives, this conversation offers a gentle and reflective approach to the theme of rest as a form of resistance.
Text by Jana Winter
Credits:
Philosophische Zitate und Verweise / Philosophical Quotes and Mentioned Contents:
Feier von Sklaverei und Siedlerkolonialismus?
Birgit Langenberger, Lektorin am Institut für Philosophie an der Universität Wien, skizziert die Entstehung der Bürgerrechtsbewegung in den USA und wirft anschließend einen Blick auf die aktuelle Situation in diesem Land. Sie diagnostiziert Ansätze zu einem erneuerten Menschenhandel.
Unter freundlicher technischer Unterstützung durch Andrea Adelsburg und Herbert Hrachovec.
Referenzen: “What to the Slave Is the 4th of July?”: James Earl Jones Reads Frederick Douglass’s Historic Speech, 'Democracy Now!',(4.7.2024), Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 3.0; https://www.youtube.com/watch?v=WtfZBV0aJ3M
“Oh Freedom”: https://the-golden-gospel-singers.hydr0.org/ (bzw. https://hydr0.org/)
Zwei Beiträge zum Thema Produktivität im privaten Lebensraum.
Sie hören zwei Vorträge, gehalten am IFK im Jahr 2023: Matthias Donabaum: "Haushalte(n). Historische Perspektiven auf eine zentrale Ordnungskategorie" sowie Michael Bies: "Basteln. Geschichte einer (vermeintlich) 'kleinen Tätigkeit'"
Anlässlich des Führungswechsels in der römisch-katholischen Kirche widmen sich Christian Wessely, (Theologie, Universität Graz) und Herbert Hrachovec dem medialen Umfeld, innerhalb dessen diese Episode zwangsläufig stattgefunden hat. Im Mittelpunkt steht in solchen Umbrüchen die Frage nach der Kongruenz zwischen der zu entscheidenden Neubesetzung und der Glaubwürdigkeit damit beauftragter Personen. Ein Rückblick auf die Tätigkeit Papst Franziskus' bringt in Erinnerung, wie eindrucksvoll er seine Begrüssung der versammelten Menge (13. März 2013) in seinem Pontifikat weitergeführt hat: "Brüder und Schwestern, guten Abend."
Gelehrte der Früh-Aufklärung wie Leibniz standen in regem Austausch mit den Jesuiten in China, und insbesondere Christian Wolff, der die erste in Latein verfügbare vollständige Übersetzung der konfuzianischen Schriften zeitlebens studierte, preiste in seiner „Rede über die praktische Philosophie der Chinesen“, den Einfluss der chinesischen Philosophie auf die Entwicklung seiner eigenen, praktischen Philosophie.
Eine Rezeptionsgeschichte, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Die Geschichte der Philosophie ist durchzogen von einer beinahe ununterbrochenen Auseinandersetzung mit dem Krieg – einem Faszinosum und zugleich einem existenziellen Problem. Welchen Abschnitt der Menschheitsgeschichte man auch betrachtet, der Satz „Wir müssen über den Krieg reden“ bleibt von ungebrochener Aktualität. Die Versuchung, sich der Gleichgültigkeit hinzugeben und mit einem müden „nichts Neues unter der Sonne“ zu reagieren, ist groß. Und doch wollen wir – und müssen wir – weiter über den Krieg reden, über ihn als Problem und ständigen Begleiter. Ein Gespräch zwischen Michael Staudigl und Camilo Giraldo darüber, wie sich die philosophische Tradition dem Phänomen Krieg genähert hat.
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