Philosophische Brocken

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Philosophische Brocken episodes

  • Timnit Gebru und der Kaiser neue Kleider

    2021 prägte Timnit Gebru zusammen mit drei Co-Autorinnen die scherzhafte Bezeichnung "stochastic parrots" für KI-Chatbots. Sie wiederholen auf höchstem technischen Niveau zu Eingaben passende Wortfolgen aus ihrem Speicher. Anstelle der weit verbreiteten Faszination über diese Entwicklung erinnerte Sie an die nüchternen Abläufe, auf denen ihr (in der Tat erstaunlicher) Effekt besteht. Seitdem bildet ihre kritische Stimme ein Gegengewicht zu den Sprüchen der KI-Intelligenzia. Anlässlich eines Gipfeltreffens ihrer Exponenten sprach Amy Goodman mit Timnit Gebru über deren Propagandadiskurse.

    2026 erhielt Temni Gebru den "Right Livelyhood Award", der in Stokholm von einem unabhängigen Gremium als kritisches Gegenstück zum Nobelpreis verliehen wird. Die Sendung dokumentiert das Interview in "Democracy Now" und eine Pressekonferenz anläßlich dieser Preisverleihung.

    58 min
  • Sprachmodelle, Sprachverarbeitung, Verletzlichkeit, Macht

    Die derzeit vielfach beschworene "Bedrohung durch KI" übersieht, dass solche "Agenten" ihre "Tätigkeit" nicht ohne die Überschreitung eines Auftrags durchführen. Zuerst werden sie probeweise auf ein Testziel angesetzt, dann geraten sie außer Kontrolle. Die interaktive Konstruktion von KI-Chatbots bietet die Möglichkeit zu solchen Überschreitungen. Über ihre Leistungsfähigkeit und Grenzen unterhalten sich Christian Fermüller, Herbert Hrachovec und Christian Zillner aus persönlicher und sachlicher Perspektive (informatisch, philosophisch, künstlerisch).

    53 min
  • „wohlbekannt“, Wittgenstein und das Rotkäppchen. Eine Burleske zum Bildbegriff

    "Und sind die Bilder nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo": doppelt falsch. Erstens könnte man bestreiten, daß im Kopf überhaupt solche zweidimensionalen Dinger herumspuken und zweitens ist ja, sogar mit freiem Auge, überall zu erkennen, daß Bilder in unserer Welt vorkommen. (Nicht nur im Museum und für manche Menschen schon fast zu viele.) Wittgenstein hat sich jedenfalls darüber (Bilder und Köpfe) sehr originelle Gedanken gemacht, was in dieser weiteren Sendung zur Bild-Minireihe Edwin Glassner, Fritz Penkner und Manuel Schleiffelder versuchen, märchenhaft an die HörerIn zu bringen. Revision der Sendung vom 01.04.2002.

    55 min
  • Über ein aggressives postmodernes Chamäleon

    Die Vereinigten Staaten von Amerika haben am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag der Unterzeichnung ihrer Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1776 gefeiert. Ein Gespräch über ihre derzeitige Regierungsform.

    Ausgehend von einem Text Brian Massumis und der außerordentlichen Intervention des US-amerikanischen Präsidenten in den Ablauf des Fußball-WM führen Birgit Langenberger und Herbert Hrachovec ein Gespräch über die politische Situation in den Vereinigten Staaten.

    Textgrundlage: Brian Massumi: Some Points about Contemporary Fascism in Critical Inquiry September 2025 Volume 52, Number 1pp. 151 – 159

    Die Audioclips stammen von 11 Freunde: https://www.youtube.com/watch?v=pWdtNLhF7e0

    50 min
  • Simone Weil, die Ilias und die Gewalt

    Die französische Philosophin, Kommunistin und Christin Simone Weil hat in einer Betrachtung über die Ilias "die Gewalt" als deren Helden hervorgehoben. Sie schreibt damit auch davon, was aktuell die Weltlage bestimmt: dass Gewalt von Menschen ausgeübt und erlitten wird. Ihr Text ist die spannungsreiche Auseinandersetzung zwischen einem Trend zur Metaphysik und dessen Gegenstück, dem Entsetzen über Greueltaten. Herbert Hrachovec präsentiert und kommentiert Ausschnitte aus einer Lesung von Weils Text durch Birgit Heuser (https://www.youtube.com/watch?v=qVNumPF-nu4.)

    Das Vorschaubild zeigt ein Detail aus Ivica Capans Projekt, Drohnen über Hieronymus Boschs Weltgericht fliegen zu lassen: https://audiothek.philo.at/wp-content/uploads/morfine/media/3422-drohnencapansendung.mp3.

    50 min
  • Jürgen Habermas, Taktgeber der Nachkriegsgeneration und kritischer Staatsphilosoph

    Unter den Reaktionen auf den Tod Jürgen Habermas´ im März 2026 nimmt eine Podiumsdiskussion an der Universität Innsbruck eine besondere Stellung ein. Der Philosoph Stefan Gandler und der Soziologe Frank Welz beschreiben seinen enormen Einfluss auf die theoretische Entwicklung der deutschen Sozialwissenschaften, weisen aber auch darauf hin, dass diese Republik, sieht man auf ihre gegenwärtigen politischen Probleme, die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit nur teilweise bewältigt hat. Habermas ist in diesem Zusammenhang für sie der Respekt gebietende Vertreter einer nur teilweise gelungenen "Vergangenheitsbewältigung". Die Sendung bringt eine gekürzte Fassung des Ende März im Radio FREIRAD Innsbruck ausgestrahlten Programms.

    Das Vorschaubild zeigt ein Detail aus Ivica Capans Projekt, Drohnen über Hieronymus Boschs Weltgericht fliegen zu lassen: https://audiothek.philo.at/wp-content/uploads/morfine/media/3422-drohnencapansendung.mp3.

    58 min
  • Albtraum Gleichheit

    Der Sozialanthropologe Florian Mühlfried interpretiert diesen vom Ethnologen Eric Gabel geprägten Terminus neu, indem er eine typologische Annäherung an die damit angesprochenen Phänomene vorschlägt. Ins Zentrum wird dabei der Begriff der Gleichwertigkeit gerückt.

    49 min
  • Über das Urteil vor dem Urteil

    Anerkennung kommt nicht von allein. Ihr geht eine Zustimmung voraus, ein Urteil. Es hätte negativ ausfallen können, als Akzeptanzverweigerung vor dem Urteil, genannt Vorurteil. In dieser Sendung geht es um Argumente gegen Vorurteile und das Abenteuer der Vorurteilslosigkeit. Vorurteile erweisen sich nicht nur als Fremdschädigung, sondern auch als Selbstverarmung. Anneliese Rieger-Roschitz erläutert im Gespräch mit Herbert Hrachovec ihre Arbeiten in diesem Forschungsgebiet.

    Literatur: Rieger-Roschitz, Anneliese: Vorurteilsfreie sinnliche Gewissheit. Die produktive Aufnahme der Vorurteilstheorie Kants und die Rolle der Negativität in Hegels Anerkennungsdialektik. In: Hammer, Martin/Gelfert, Axel (Hrsg.) Das Denken des falschen Denkens denken. Epistemische Negativität bei Kant im Kontext. Heidelberg/Berlin: Springer 2025, S. 383–397.

    Das Denken des falschen Denkens denken: Epistemische Negativität bei Kant im Kontext | Springer Nature Link

    49 min
  • Asexualität

    In feineren Unterscheidungen im queeren Feld stellt die Asexualität die Psychoanalyse vor besondere Herausforderungen. Im Rahmen eines, von der Stadt Wien Kultur geförderten Workshops am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaft der Kunstuniversität Linz wurde auf diese Herausforderung in vier Vorträgen (von Insa Härtel, Olaf Knellessen, Ulrike Kadi und Beate Absalon) geantwortet. Die Sendung umfasst Teile der Vorträge, die in vollständiger Version demnächst in den texten (siehe https://www.passagen.at/serien/abo-texte/ ) veröffentlicht werden.

    Redaktion: Ulrike Kadi

    1 hr
  • Luftkrieg USA 2013 2026

    2013 hielt Barak Obama vor dem Kongress eine Rede zur Erklärung und Rechtfertigung seiner Drohnenpolitik. Es war die Zeit terroristischer Angriffe in westlichen Staaten und er argumentierte, dass damit eine neue Art von Bedrohung eingetreten sei. Die alten Regeln des "humanitären Kriegsrechts" werden von den Gegnern etablierter Staaten nicht mehr eingehalten und diese müssen sich auf neue Weise verteidigen. Explizit schloss er aus, Kriegsgefangene ohne juridische Verfahren umzubringen und gegen zivile Ziele vorzugehen.

    Das war die Situation 2013, gegenwärtig sieht es anders aus. Staatsführer haben die Bevölkerung ganzer Landstriche (mehrfach) vertrieben und während vorgeblicher Friedensgespräche mit mörderischen Luftangriffen begonnen.

    Ein Vortrag (2022) von Herbert Hrachovec zu Barak Obamas Rede erinnert an die Zeit vor der Entfesselung der Militärmacht. Dieser traurigen Inversion von "Yes, we can!"

    55 min

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