Praxis:einfach.leichter.führen.

Praxis:einfach.leichter.führen.

By Michaela Prins, Klaus SchenkmannBusinessEducationCareersManagement
Download on the App Store

Praxis:einfach.leichter.führen. episodes

  • Kein Onboarding? Keine Bindung an die Praxis! | #26
    Warum neue Kräfte in der Zahnarztpraxis so schnell wieder gehen. Und was du davor regeln kannst.
    Weg, bevor sie angekommen ist: Onboarding in der Praxis

    Klaus und Michaela eröffnen die Folge mit ihren WM-Tipps und ziehen daraus gleich eine Parallele zum Fußball: Ein Spieler, der seinen Platz im Team nicht kennt, verliert sich auf dem Feld – genau wie eine neue Kollegin, die nicht weiß, was von ihr erwartet wird. Der erste Arbeitstag entscheidet mehr, als viele denken. Wer neu anfängt und das Gefühl hat, keiner habe mit ihr gerechnet, ist innerlich oft schon wieder weg.

    Die meisten Fehler passieren, bevor der erste Tag überhaupt beginnt: kein Plan, keine Zuständigkeit, kein Ansprechpartner. Michaela nennt zwei Muster. Entweder landet die Neue im kalten Wasser und soll sofort mitlaufen. Oder das Onboarding zieht sich ewig, und sie verliert beim Zuschauen die Lust.

    Der Druck in den Praxen macht es nicht leichter. Der Personalschlüssel ist hoch, es muss immer jemand assistieren, und wenn eine Kraft fehlt, zählt jede Minute. Genau dann fehlt die Zeit, die eine neue Kollegin bräuchte. Dabei beginnt gutes Onboarding schon vor dem ersten Tag. Die Wochen zwischen Unterschrift und Start lassen sich füllen: mit einer Stellenbeschreibung, dem Leitbild, einem Blick in die Praxissoftware.

    Was hilft, ist unspektakulär und schriftlich. Ein ordentlicher Arbeitsvertrag. Klare Regeln zu Urlaub und Überstunden. Eine Stellenbeschreibung, die sagt, was zu tun ist und wer vertritt. Ein fester Ansprechpartner ab Tag eins, auch in kleinen Praxen. Wer diesen Prozess einmal dokumentiert, muss ihn nicht jedes Mal neu erfinden.

    Die wichtigsten Erkenntnisse
    • Der Abschied beginnt vor dem Anfang: Ein großer Teil der Kündigungen fällt, bevor der erste Arbeitstag da ist. Der erste Eindruck lässt sich danach kaum noch korrigieren.
    • Kaltes Wasser ist kein Plan: Wer sofort mitlaufen soll, funktioniert unter der Lupe am lebenden Objekt. Das überfordert und treibt Menschen wieder raus.
    • Pre-Boarding wird verschenkt: Die Wochen zwischen Vertrag und Start bleiben meist leer. Dabei entscheidet sich hier schon, wie willkommen sich jemand fühlt.
    • Der Vertrag bindet: Ein durchdachter Arbeitsvertrag gibt Sicherheit – nicht eine Kammervorlage von 1998. Klarheit zu Urlaub, Überstunden und Zielen schützt beide Seiten.
    • Onboarding kostet, und das lohnt sich: Zeit für die neue Kraft kannst du nicht delegieren. Wer sie investiert, verliert weniger Leute in der Probezeit.
    • Das EVENT 2026
      • Praxis [einfach. leichter. führen]
      • Links & Kontakt
        • Klaus auf LinkedIn
        • Michaela auf LinkedIn
        • parsmedia Praxismarketing
        • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
        • dentastico
        • Alle Episoden auf einen Blick
        • Recherchelinks zur Episode
          • Softgarden – Candidate Experience 2023 (erste 100 Tage, Kündigungsrate)
          • Softgarden Whitepaper zur Probezeit
          • Haufe / Personalwirtschaft – Kündigung vor erstem Arbeitstag
          • Haufe – Onboarding & Frühfluktuation senken
          • zm-online – ZFA auf Platz eins der Engpassberufe
          • KZVBW – Fachkräftemangel ZFA
          • 53 min
          • Fußball-WM, Nagelsmann und die Last unangenehmer Gespräche | #25
            Warum Führung nicht ohne die Gespräche geht, die keiner gerne führt.
            Schwierige Gespräche: Kündigen, kritisieren, Klartext reden

            In dieser Folge geht es um das Gespräch, das niemand gerne führt: Kritik üben, kündigen, Klartext reden. Klaus und Ela steigen mit einem aktuellen Beispiel ein – der Entlassung von Bundestrainer Julian Nagelsmann – und zeigen, wie fehlende Klarheit in der Kommunikation ein ganzes Team lähmen kann.

            Ela erklärt, warum sie schwierige Gespräche im Business-Kontext schnell führt, im Privaten aber selbst manchmal aufschiebt – und was das mit Loyalität und der Angst zu tun hat, Menschen zu verlieren. Sie zeigt an einem konkreten Fall aus ihrer Kundschaft, was passiert, wenn eine Praxis notwendige Veränderungen jahrelang aussitzt: Am Ende geht die beste Mitarbeiterin.

            Zum Schluss gibt Ela praktische Tipps: Wie du ein Kündigungsgespräch vorbereitest, warum ein Zeuge im Raum hilft und weshalb du ein Gespräch nie unterbrechen solltest, nur weil es unangenehm wird.

            Die wichtigsten Erkenntnisse
            • Aufgeschobene Gespräche lösen kein Problem – sie verlagern es: Wer eine notwendige Entscheidung nicht trifft, ändert nichts am Grund dafür. Das Machtvakuum füllt jemand anderes.
            • Deine besten Leute bleiben am kürzesten: Mittelmäßige Mitarbeitende ertragen Führungsschwäche eine Weile. Die wirklich guten gehen zuerst – oft, bevor du merkst, dass sie gehen wollen.
            • Vorbereitung heißt: Opening, Fakten, Lösung: Ela bereitet schwierige Gespräche mit klarem Einstieg, belegten Fakten und einem mitgedachten Lösungsvorschlag vor.
            • Ein Konflikt fühlt sich schlimmer an als er ist: Wer ein schwieriges Gespräch endlich führt, erlebt danach oft Erleichterung – bei beiden Seiten, meist schneller als erwartet.
            • Gefühle zeigen ist keine Schwäche: Auch als Führungskraft darfst du zugeben, dass ein Gespräch dich mitnimmt. Das macht dich glaubwürdiger, nicht unentschlossener.
            • Das EVENT 2026
              • Praxis [einfach. leichter. führen]
              • Links & Kontakt
                • Klaus auf LinkedIn
                • Michaela auf LinkedIn
                • parsmedia Praxismarketing
                • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                • dentastico
                • Alle Episoden auf einen Blick
                • Recherchelinks zur Episode
                  • Kitzmann Institut – Konfliktmanagement im Unternehmen
                  • Gallup Engagement Index Deutschland 2025
                  • Daniel Hoch – Gute Führungskräfte & Kritikgespräche
                  • 59 min
                  • Mit Adlern und Enten raus aus der Komfortzone: Das Führungs-Bullshit-Bingo | #24
                    Motivationssprüche klingen nach Haltung – sie ersetzen sie aber nicht.
                    Motivationssprüche: Rollator statt Führung

                    Motivationssprüche stehen auf Flipcharts, in Stellenanzeigen und an Praxiswänden. Sie klingen nach Haltung. Und sie kosten nichts, verpflichten zu nichts. Klaus und Ela nehmen sie auseinander: von „Adler statt Ente" über „Champions trainieren, Verlierer erklären" bis zum 110-Prozent-Versprechen. Nicht um alle zu verdammen – sondern um zu zeigen, was hinter ihnen steckt.

                    Das Muster ist dabei immer ähnlich. Motivationssprüche machen Mitarbeitende für Probleme verantwortlich, die Führung produziert hat. Sie schaffen Scheineinigkeit, ohne dass jemand zu irgendetwas verpflichtet wäre. Ohne Ziel, ohne Kontext, ohne Konsequenz verändern sie gar nichts. Elas Wort dafür: Motivationsspruch-Rollator.

                    Sprüche können sinnvoll sein – wenn sie aus gelebter Haltung entstehen, mit Inhalt gefüllt sind und der, der sie sagt, erklären kann, was er meint. Das ist die Ausnahme. Im Alltag von Zahnarztpraxen, im HR-Bereich und auf Coaching-Bühnen trifft man meist auf das Gegenteil.

                    Die wichtigsten Erkenntnisse
                    • Sprüche als Accessoire: Wer Motivationssprüche oberflächlich einsetzt, signalisiert Dynamik – ohne Verbindlichkeit zu erzeugen. Statussymbol statt Führungsinstrument.
                    • Verantwortung wandert nach unten: Das Muster hinter Sprüchen wie „Nur wer brennt, kann andere entzünden" ist immer gleich. Das Team soll Energie mitbringen – die Rahmenbedingungen sind nicht Thema.
                    • Sprüche als Krücke: Oft werden Motivationssprüche benutzt, wenn jemand keine klare Idee hat, keine Führungsroutine oder schlicht keine Antwort. Sie überdecken das Problem, lösen es aber nicht.
                    • Die Extra-Meile ist nicht grenzenlos: Wenn die Extra-Meile nur bedeutet, mehr zu leisten, weil jemand anders seinen Job nicht macht – dann ist der Spruch längst entleert.
                    • Einfach nachfragen: Wer beim nächsten Leitsatz nachfragt, was damit konkret gemeint ist, erfährt schnell, ob dahinter Substanz steckt. Die Antwort sagt mehr als der Spruch selbst.
                    • Podcast & Recherchelinks
                      • Podcast #017: Berater-Tinder – warum das lauteste Profil selten das beste ist
                      • Katharina Wolff: „Leadership-Bullshit-Bingo“
                      • Stefan Kühl: Working Papers der Universität Bielefeld
                      • WU Executive Academy – Knowledge
                      • Das EVENT 2026
                        • Praxis [einfach. leichter. führen]
                        • Links & Kontakt
                          • Klaus auf LinkedIn
                          • Michaela auf LinkedIn
                          • parsmedia Praxismarketing
                          • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                          • dentastico
                          • Alle Episoden auf einen Blick
                          • 44 min
                          • Strandtalk mit himmlischem Ausblick | #23
                            Was ein Pilot, eine Profilerin und Laith Al-Deen mit Zahnarztpraxen zu tun haben.
                            Das Dental Angels Event 2026

                            Die Dental Angels sind drei Freundinnen aus der Dentalbranche: Ela (Dentastico, Hannover), Viola (VMA Hygieneberatung, Hamburg) und Melli (Medizahn, Engelskirchen). Seit sechs Jahren veranstalten sie ein Fortbildungsformat, das bewusst anders ist als das, was die meisten Praxen aus Kongressen und Seminaren kennen. Kein Wissensdump, keine Chakka-Stimmung ohne Substanz. Stattdessen: ein überschaubarer Kreis, geteilte Bierdeckel-Fragen und Speaker, die den ganzen Tag bleiben und Teil der Gruppe werden.

                            Das Programm 2026 kombiniert Fachliches mit Perspektivwechsel. Eine Profilerin, die die Hamburger Polizei coacht, spricht über Konfliktmanagement. Ein Pilot erklärt, wie er Entscheidungen unter Verantwortung trifft – und was das für die Praxisführung bedeutet. Dr. Justus Hauschild kommt mit einem Vortrag über Faszien und deren Einfluss auf den Zahnapparat, Dana Triebel-Regenhardt über Dentosophie und den ganzheitlichen Blick auf die Zahnmedizin. Abends: ein Privatkonzert mit Laith Al-Deen. Neu in diesem Jahr: Das Event startet erst am Samstagmorgen, weil der Freitag für viele Praxisinhaber schlicht nicht mehr machbar ist.

                            Was Ela sich für alle Teilnehmer wünscht: dass sie nach Hause gehen und inspiriert sind. Nicht überwältigt. Nicht das Gefühl, zu klein für das Gehörte zu sein. Einen Funken mitnehmen – oder eine Freundschaft, die dabei entsteht.

                            Die wichtigsten Erkenntnisse
                            • Kleine Runde, klares Format: 50 bis 70 Tickets sind kein Engpass, sondern Absicht. Das macht echten Austausch möglich und sorgt dafür, dass Speaker und Teilnehmer auf Augenhöhe bleiben.
                            • Fachlich und menschlich, nicht entweder-oder: Das Programm kombiniert zahnmedizinische Inhalte mit Themen, die auf den ersten Blick woanders hingehören – Konflikt, Entscheidung, Körper. Praxisführung ist mehr als Behandlung.
                            • Diskurs statt Einheitsmeinung: Das Event lädt aktiv zu Widerspruch ein. Dentosophie und Kairos-Methode stehen neben klassischer Schlafzahnmedizin – weil es keinen Fortschritt gibt, wenn alle dieselbe Meinung haben.
                            • Fragen auf Bierdeckel: Der Taken Talk ist das Format im Format. Jeder schreibt seine dringendste Praxisfrage auf, Klaus liest sie vor, die drei Expertinnen antworten live – ohne vorbereitete Folien.
                            • Inspiration statt Überforderung: Wer von einer Fortbildung nach Hause geht und denkt, das schaffe ich nie – der war auf der falschen. Hier geht man mit einem Funken raus, nicht mit einem Berg.
                            • Das EVENT 2026
                              • Die Dental Angels in Hannover
                              • Links & Kontakt
                                • Klaus auf LinkedIn
                                • Michaela auf LinkedIn
                                • parsmedia Praxismarketing
                                • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                • dentastico
                                • Alle Episoden auf einen Blick
                                • 26 min
                                • #Metoo: Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Praxis | #22
                                  #Metoo: Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Praxis | #22
                                  #MEDtoo in der Praxis: Wenn Grenzen überschritten werden

                                  Die MeToo-Debatte hat das Gesundheitswesen erreicht: Auf dem Deutschen Ärztetag 2026 berichten Medizinstudierende von sexuellen Übergriffen, Machtmissbrauch und systematischer Herabwürdigung. Studien aus Würzburg, Marburg und der Schweiz bestätigen: Mehr als die Hälfte der Frauen im medizinischen Bereich erlebt Übergriffe – durch Patienten, Kollegen oder Vorgesetzte. Auch in Zahnarztpraxen sind anzügliche Kommentare, unerwünschte Berührungen und strukturelle Benachteiligung Alltag.

                                  Ela und Klaus beleuchten, warum patriarchale Strukturen diese Übergriffe ermöglichen und wie sie sich im Praxisalltag zeigen. Ela erzählt von konkreten Fällen: von Patienten, die Mitarbeiterinnen belästigen, von Chefs, die Grenzen überschreiten, und von einem System, das Schweigen belohnt. Klaus fragt nach den Ursachen, den Warnsignalen und den Handlungsoptionen für Führungskräfte. Die zentrale Botschaft: Übergriffe enden dort, wo sie konsequent sanktioniert werden.

                                  5 Erkenntnisse aus dieser Folge
                                  • Übergriffe werden toleriert, nicht weil sie normal sind, sondern weil sie nicht gestoppt werden: Machtmissbrauch ist systemisch verankert. Er existiert, weil er stillschweigend akzeptiert wird – durch Wegsehen, Bagatellisieren und fehlende Konsequenzen.
                                  • Psychologische Sicherheit ist die Basis für offene Kommunikation: Nur wenn dein Team weiß, dass es geschützt wird, spricht es über Übergriffe. Ohne Vertrauen bleibt das Thema unsichtbar – und das Problem bestehen.
                                  • Bei Übergriffen gibt es nur eine Konsequenz: Praxisverbot: Egal ob anzügliche Blicke oder körperliche Übergriffe – wer Grenzen überschreitet, fliegt. Keine Diskussion, keine zweite Chance. Deine Mitarbeitenden müssen sehen, dass du Stellung beziehst.
                                  • Schweigen schützt Täter, nicht Opfer: Viele Frauen melden Übergriffe nicht, weil sie Angst vor Konsequenzen haben – vor Schuldzuweisungen, Jobverlust oder Demütigung. Deine Aufgabe als Führungskraft: diesen Schutzraum für Täter zerstören.
                                  • Auch junge Zahnärztinnen kämpfen gegen strukturelle Abwertung: Weiblich, jung, kompetent – und trotzdem nicht ernst genommen. Diagnosen werden angezweifelt, Preise härter verhandelt, Erfahrung abgesprochen. Das ist Machtmissbrauch auf anderer Ebene.
                                  • Das EVENT 2026
                                    • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                    • Links & Kontakt
                                      • Klaus auf LinkedIn
                                      • Michaela auf LinkedIn
                                      • parsmedia Praxismarketing
                                      • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                      • dentastico
                                      • Alle Episoden auf einen Blick
                                      • Recherchelinks zur Episode
                                        • #MEDtoo-Studie: Sexuelle Belästigung im Medizinstudium (Universitätsklinikum Würzburg)
                                        • Mitgliederbefragung zu Machtmissbrauch und sexueller Belästigung (Marburger Bund)
                                        • Sexuelle Belästigung in Zahnarztpraxen (Swissdentalnews)
                                        • Studentinnen beklagen sexuelle Belästigung auf dem Ärztetag (ZDFheute)
                                        • 45 min
                                        • Echte Werte - das P[11] Event mit Monika Kruse | #21
                                          Warum Werte ohne Haltung nur Wanddeko sind
                                          Werte in der Praxis: Klebstoff oder Kitsch?

                                          Werte sind der Klebstoff, der Teams zusammenhält – aber nur, wenn sie gelebt werden. Monika Kruse zeigt in Praxen, wie Führung Werte nicht nur aufschreibt, sondern durch konsequentes Vorleben und Einfordern verankert. Das Problem: Viele Praxen verwechseln Werte mit Floskeln wie „bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt" – das ist das bare Minimum, keine Positionierung. Werte brauchen Haltung, und Haltung zeigt sich, wenn es darauf ankommt: Wenn ein Patient diskriminierendes Verhalten zeigt, wenn Teams psychologische Sicherheit einfordern, wenn Führung zwischen kurzfristigem Umsatz und langfristiger Loyalität wählen muss.

                                          Die Herausforderung für Führungskräfte: Werte müssen mit dem Team erarbeitet werden, nicht diktiert. Und du darfst nur Werte einfordern, die du selbst konsequent lebst. Sonst bist du unglaubwürdig. Das braucht Zeit, Selbstreflexion und die Bereitschaft, auch unbequeme Konsequenzen zu ziehen. Wertschätzung bedeutet nicht Obstkorb, sondern psychologische Sicherheit. Loyalität funktioniert in beide Richtungen. Und echte Haltung zeigt sich nicht im Alltag, sondern in Konflikten.

                                          5 Erkenntnisse aus dieser Folge
                                          • Werte ohne Konsequenz sind wertlos: Werte sind kein Poster im Sozialraum. Sie funktionieren nur, wenn du sie vorlebst und aktiv einforderst – auch wenn es unbequem wird.
                                          • Psychologische Sicherheit schlägt Obstkorb: Wertschätzung ist kein materieller Güteraustausch. Menschen brauchen das Gefühl, dass du als Führung hinter ihnen stehst – auch gegen schwierige Patienten.
                                          • Haltung ist sichtbar gewordene Werte: Deine Haltung zeigt, welche Werte du wirklich lebst. Sie beweist sich in dem Moment, in dem du zwischen Umsatz und Teamschutz wählen musst.
                                          • Werte müssen mit dem Team erarbeitet werden: Wenn du Werte allein definierst, bleiben sie Theorie. Erst wenn das Team sie mitträgt, werden sie zum gemeinsamen Klebstoff.
                                          • Veränderung ist Schneckenrennen, kein Sprint: Werte brauchen Zeit. Wer zu schnell zu viel fordert, verliert Menschen. Du darfst nur so weit gehen, wie du selbst konsequent bleiben kannst.
                                          • Das EVENT 2026
                                            • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                            • Links & Kontakt
                                              • Klaus auf LinkedIn
                                              • Michaela auf LinkedIn
                                              • parsmedia Praxismarketing
                                              • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                              • dentastico
                                              • Alle Episoden auf einen Blick
                                              • Recherchelinks zur Episode
                                                • Monika Kruse / WERTGERECHT
                                                • Wertekommission e.V. / TU München – Führungskräftebefragung 2025
                                                • DearEmployee GmbH – Workplace Insights 2025
                                                • 45 min
                                                • Zurück ins Chefbüro: Wie du endlich wieder klar entscheidest | #20
                                                  Warum Praxisinhaber Entscheidungen über Personal, Geld und Strategie nicht ans Team abgeben dürfen — und wie du das Steuer wieder in die Hand nimmst.
                                                  Zurück ins Chefbüro: Entscheidungen, die du nicht delegieren darfst

                                                  In jeder Praxis gibt es den Moment, in dem Mitarbeitende mit Vorschlägen kommen: eine neue Abrechnungssoftware, ein anderes Factoring-Unternehmen, ein Marketing-Tool, das jemand auf einer Fortbildung gesehen hat. Wenn du als Inhaberin oder Inhaber nicht klar entscheidest, sondern aus Zeitmangel oder Konfliktscheue durchwinkst, gibst du Verantwortung ab, die nicht delegierbar ist. Das spüren auch die Mitarbeitenden — vor allem die guten. Sie merken, dass ein Machtvakuum entsteht, und besetzen es. Andere ziehen sich zurück und machen Dienst nach Vorschrift.

                                                  Klaus und Ela zeigen in dieser Folge, wo die Linie verläuft. Welche Entscheidungen darfst du delegieren, welche musst du selbst treffen? Wie erkennst du, dass jemand laut ist, aber wenig Substanz hat? Was bedeutet „Beweise, Beweise, Beweise“ im Praxisalltag? Und wie kommst du wieder zurück in deine Rolle als Chefin oder Chef, wenn du gemerkt hast, dass dir das Steuer aus der Hand geglitten ist — ohne dass dein Team das Gefühl bekommt, du würdest jetzt durchregieren?

                                                  Die wichtigsten Erkenntnisse
                                                  • Personal und Geld bleiben Chefsache: Bei allem, was Geld, Personal, Strategie oder grundsätzliche Veränderungen betrifft, kannst du die Entscheidung nicht abgeben. Materialbestellung im definierten Rahmen ja — neue Software, neues Factoring, neue Agentur nein.
                                                  • Laissez-faire ist eine Form der Nicht-Führung: Alles laufen zu lassen wirkt nicht offen oder modern, sondern schwach. Die guten Mitarbeitenden, die du eigentlich halten willst, leiden am meisten unter unklaren Entscheidungen.
                                                  • Wer laut ist, ist nicht automatisch kompetent: Mitarbeitende mit gefährlichem Halbwissen werden oft als kompetent wahrgenommen, weil sie sich vordrängen. Lass dir ein Konzept vorlegen, statt dich von Lautstärke überzeugen zu lassen.
                                                  • Loyalität ist nicht dasselbe wie Gemochtwerden: Wer aus Angst vor Konflikten alles durchwinkt, schwächt sich selbst und sein Team. Das Bedürfnis nach Wertschätzung darf die Führungsrolle nicht ersetzen.
                                                  • Zurück ins Chefbüro funktioniert nur abrupt, nicht schleichend: Eine ehrliche Bestandsaufnahme, ein Gespräch am offenen Tisch und dann eine klare Linie — kein Schmusekurs. Wer sich Zeit gibt, fällt zurück in alte Muster.
                                                  • Recherchelinks zur Episode
                                                    • Die erschöpfte Führungskraft, Prof. Heike Bruch, Universität St. Gallen / Haufe / 2023
                                                    • Dunning-Kruger-Effekt: Wenn Halbwissen laut wird, Torsten Herrmann, chainrelations / 2025
                                                    • Konfliktfähigkeit ist eine notwendige Führungskompetenz, Ralf Armbrüster
                                                    • Das EVENT 2026
                                                      • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                                      • Links & Kontakt
                                                        • Klaus auf LinkedIn
                                                        • Michaela auf LinkedIn
                                                        • parsmedia Praxismarketing
                                                        • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                                        • dentastico
                                                        • Alle Episoden auf einen Blick
                                                        • 51 min
                                                        • Hope + Trust Leadership: So gibst du deiner Praxis Orientierung | #19
                                                          Wer als Führungskraft nur noch verwaltet, bremst die ganze Praxis.
                                                          Hoffnung, Vertrauen und Führung unter Druck

                                                          Viele Zahnarztpraxen funktionieren. Die Behandlung stimmt, das Team läuft. Aber irgendetwas bremst. Oft ist es die Führungskraft selbst – nicht aus bösem Willen, sondern weil Dauerdruck von außen das Verhalten schleichend verändert. Wer ständig unter Strom steht, fängt an, Entscheidungen zu vermeiden, Kontrolle auszuüben und keine Risiken mehr einzugehen. Das Team spürt das. Und zieht sich zurück – ins stille Abarbeiten.

                                                          Klaus und Ela zeigen, wie eng Hoffnung und Vertrauen als Führungsinstrumente zusammenhängen. Eine US-Studie aus den Neunzigern stellt fest: Hoffnung ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine erlernbare kognitive Fähigkeit – aufgebaut aus klaren Zielen, erkennbaren Wegen und erlebter Selbstwirksamkeit. Was das für die Praxisführung bedeutet, ist konkret: Du kannst keine Hoffnung vermitteln, wenn du sie selbst nicht mehr spürst. Und kein Vertrauen aufbauen, wenn du mit falscher Positivität arbeitest.

                                                          Ela bringt dabei einen Blickwinkel ein, der über Managementtheorie hinausgeht: Was passiert mit jungen Mitarbeitenden, die auf menschenfeindliche Arbeitsstrukturen treffen? Was kostet es, wenn Frauen im Praxisteam finanziell nicht abgesichert sind? Und was hat Unternehmertum eigentlich mit dem Mut zu tun, auch mal falsch zu liegen?

                                                          Die wichtigsten Erkenntnisse
                                                          • Bremsen ist kein Stillstand, sondern Rückschritt: Wer aufhört zu entscheiden, gibt die Kontrolle ab – nicht an das Team, sondern an die Umstände.
                                                          • Hoffnung lässt sich lernen: Drei Bausteine machen sie möglich: klare Ziele, erkennbare Wege und die erlebte Erfahrung, dass das eigene Handeln etwas bewirkt.
                                                          • Falsche Zuversicht kostet mehr als ehrliche Schwäche: Wer nach außen Optimismus spielt, intern aber gelähmt ist, verliert das Team schneller als jemand, der klar sagt, wie es steht.
                                                          • Vertrauen zeigt sich in Kleinigkeiten: Wenn Mitarbeitende proaktiv über Schwierigkeiten reden, Fehler ansprechen oder um Hilfe bitten – das ist keine Belastung, sondern ein Zeichen intakter Führungskultur.
                                                          • Schwäche zugeben ist eine Stärke: Führungskräfte, die dosiert eigene Grenzen benennen, bauen mehr Glaubwürdigkeit auf als solche, die immer alles unter Kontrolle haben wollen.
                                                          • Recherchelinks zur Episode
                                                            • Hope & Trust Leadership, Ben Schulz & Partner
                                                            • Global Leadership Forecast 2025
                                                            • Hope Theory: Rainbows in the Mind, C. R. Snyder
                                                            • Podcastempfehlungen
                                                              • Vertrauen vs. Kontrolle: Loslassen und trotzdem führen
                                                              • Psychologische Sicherheit: Ein Team ohne Angst performt besser
                                                              • Das EVENT 2026
                                                                • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                                                • Links & Kontakt
                                                                  • Klaus auf LinkedIn
                                                                  • Michaela auf LinkedIn
                                                                  • parsmedia Praxismarketing
                                                                  • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                                                  • dentastico
                                                                  • Alle Episoden auf einen Blick
                                                                  • 51 min
                                                                  • Schuld sind immer die anderen und deine Praxis zahlt den Preis | #18
                                                                    Warum die meisten Praxen Fehler vertuschen und wie du das änderst.
                                                                    Schuld sind immer die anderen

                                                                    In Praxen mit hoher Schlagzahl passieren Fehler. Das ist normal. Was nicht normal ist: dass zwei Drittel der Führungskräfte ihre eigenen Fehler nicht eingestehen und 85 Prozent der Mitarbeitenden Fehler aus Angst vor der Reaktion vertuschen. So entsteht keine Fehlerkultur, sondern eine Vertuschungskultur. Die kostet Geld, Vertrauen und Mitarbeitende.

                                                                    Ela und Klaus räumen mit der Vorstellung auf, dass Fehlerkultur sich aufs Behandlungsdreieck mit dem Patienten beschränkt. Fehlerkultur fängt schon da an, wo zwischen ZFAs gestritten wird, wo Mitarbeitende vor versammelter Mannschaft beschämt werden, wo Praxisinhaber ihre eigenen Statistiken vor dem Team verstecken. Wer das ändern will, muss bei sich selbst anfangen — bei klaren Prozessen, beim QM, beim eigenen Umgang mit eigenen Fehlern.

                                                                    Die wichtigsten Erkenntnisse
                                                                    • „Ich war’s nicht“ ist selten der wahre Fehler: Wenn dieser Satz in der Praxis dauernd fällt, fehlt nicht die Wahrheit, sondern die Sicherheit. Mitarbeitende sagen ihn, weil sie wissen, was passiert, wenn sie ihn nicht sagen.
                                                                    • Strafe lehrt Vermeidung, nicht Lernen: Wer Fehler bestraft, bringt seinen Mitarbeitenden bei, Situationen zu vermeiden. Auf Dauer auch Arbeitgeber. Lernen passiert nur dort, wo Fehler gemeinsam aufgearbeitet werden.
                                                                    • Fehler beginnen meistens nicht beim Mitarbeiter, sondern beim Prozess: Wenn der Röntgensensor zum dritten Mal fällt, fragt eine gute Führungskraft nicht, wer schuld ist. Sie fragt, warum der Sensor in dieser Praxis dreimal fallen konnte.
                                                                    • Deutschland fehlt das P: Die meisten Praxen leben einen verkürzten PDCA-Zyklus. Sie machen, prüfen halbherzig, agieren — und planen nichts. Genau hier entsteht Blame Shifting.
                                                                    • Mein Zirkus, meine Affen: Verantwortung für Prozesse und Fehler lässt sich nicht ans Team delegieren. Wer sich das nicht eingesteht, baut keine Fehlerkultur, sondern eine Vertuschungskultur.
                                                                    • Recherchelinks zur Episode
                                                                      • EY Fehlerkultur-Report
                                                                      • Psychological Safety Levels the Playing Field (BCG)
                                                                      • Blame-Shifting im Gesundheitswesen (IFABS, Klaus-Dieter Thill)
                                                                      • Podcastempfehlungen
                                                                        • #006: Konsens oder Dissens: Kann zu viel Harmonie deine Praxis bremsen?
                                                                        • #007: Schluss mit der Klon-Kultur: Warum Vielfalt deine Praxis rettet
                                                                        • Das EVENT 2026
                                                                          • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                                                          • Links & Kontakt
                                                                            • Klaus auf LinkedIn
                                                                            • Michaela auf LinkedIn
                                                                            • parsmedia Praxismarketing
                                                                            • punk.tuell – der Praxismarketing-Podcast
                                                                            • dentastico
                                                                            • Alle Episoden auf einen Blick
                                                                            • 41 min
                                                                            • Berater-Tinder: Warum das lauteste Profil selten das beste ist| #017
                                                                              Warum die Beziehung wichtiger ist als jedes Zertifikat – und woran du im Erstgespräch erkennst, ob es passt.
                                                                              Berater-Tinder: So findest du den passenden Coach für deine Praxis

                                                                              Coach, Berater, Mentor, Trainer – die Titel sind austauschbar geworden, der Markt ist unübersichtlich. Wer eine Empfehlung in einer Facebook-Gruppe sucht, bekommt entweder zehn Namen oder zehn Mal Abzocke-Vorwürfe. Beides hilft nicht. In dieser Folge geht es darum, wie du selbst einschätzt, wann ein Coach Sinn ergibt – und woran du erkennst, ob die Person zu dir und deiner Praxis passt.

                                                                              Klaus und Ela trennen dabei klar zwischen drei Ebenen: Probleme, die du mit einer Schulung oder klaren Prozessen lösen kannst. Konflikte, für die du einen Mentor oder Supervisor brauchst. Und strukturelle Führungsthemen, an die du nur mit einem echten Coach rankommst. Ela erzählt aus eigener Erfahrung, wie sie mit ihrem Team von Dentastico zwei Coaching-Wochenenden gemacht hat – und warum sie heute weiß, dass die Beziehungsebene zwischen Coach und Praxisinhaberin am Ende mehr zählt als jede Methode.

                                                                              Die wichtigsten Erkenntnisse
                                                                              • Es fängt bei dir an: Bevor du einen Coach suchst, musst du wissen, was dich eigentlich stört. Ein Prozessproblem braucht eine Schulung. Ein Führungsproblem braucht einen Coach. Wer das verwechselt, investiert ins Falsche.
                                                                              • Beziehung schlägt Methode: Studien zeigen, dass nicht das Konzept oder das Zertifikat den Erfolg ausmacht, sondern ob die Chemie zwischen dir und dem Coach stimmt. Das fühlst du im Erstgespräch – oder eben nicht.
                                                                              • Persönliches Erstgespräch ist Pflicht: Kein Zoom, kein Teams. Körpersprache, Stimme, Wirkung im Raum lassen sich nicht über den Bildschirm beurteilen. Und plane ein, dass du zwei oder drei Anläufe brauchst.
                                                                              • 70-Prozent-Regel: Zeichne das Erstgespräch auf und prüfe, wer wie viel geredet hat. Wenn der Coach 70 Prozent über sich, seine Methoden und seine Erfolge spricht, ist er raus. Ein guter Berater stellt Fragen.
                                                                              • Vorsicht bei fertigen Konzepten: Wer dir im ersten Gespräch eine Schablone überstülpt und schon weiß, wie deine Praxis funktioniert, hat keine Bereitschaft, sich auf deine Situation einzulassen. Trenne dich höflich – und such weiter.
                                                                              • Das EVENT 2026
                                                                                • Praxis [einfach. leichter. führen]
                                                                                • Links & Kontakt
                                                                                  • Klaus auf LinkedIn
                                                                                  • Michaela auf LinkedIn
                                                                                  • parsmedia Praxismarketing
                                                                                  • punk.tuell - der Praxismarketing-Podcast
                                                                                  • dentastico
                                                                                  • Alle Episoden auf einen Blick
                                                                                  • Recherchelinks zur Episode
                                                                                    • Coaching für Führungskräfte – Wirksamkeit und Verbreitung in Unternehmen (Quadriga Hochschule Berlin 2021)
                                                                                    • Does Coaching Work? – Metaanalyse zur Wirksamkeit von Coaching (Ashridge Business School 2021)
                                                                                    • RAUEN Coaching-Marktanalyse 2024
                                                                                    • 55 min

                                                                                    About Praxis:einfach.leichter.führen.

                                                                                    From the publisher's feed

                                                                                    Manchmal mit Bauchschmerzen zur Arbeit? Führung fühlt sich kompliziert an und du fragst dich, wie andere das eigentlich so entspannt hinbekommen?