Prost Mahlzeit – Episode 81 mit Christoph Donabaum:
„Wachau mit Handschrift – Spitzer Graben, Familie & Wein“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns unsere Reise in die Wachau, genauer gesagt in den Spitzer Graben. Dort besuchen wir Christoph Donabaum vom Weingut Christoph Donabaum – einen Familienbetrieb, dessen Geschichte weit zurückreicht und dessen Weine von steilen Rieden, alten Reben, viel Handarbeit und einer der spannendsten Weinlandschaften Österreichs geprägt werden.
Die Geschichte des Weinguts reicht bis mindestens 1668 zurück, seit 1853 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Donabaum. Christoph selbst übernahm bereits 2012 Verantwortung für Keller und Weingarten und führt den Betrieb seit 2020. Wir sprechen darüber, wie es ist, eine derart lange Familiengeschichte weiterzuführen, wann für ihn klar wurde, dass Wein sein eigener Weg sein würde – und wie sich sein Blick auf den Betrieb verändert hat, seit er selbst die Verantwortung trägt.
Eine Hauptrolle in unserem Gespräch spielt natürlich der Spitzer Graben. Er gehört zu den kühlsten Bereichen der Wachau. Höhenlage, Wälder und kühle Winde sorgen für besondere Bedingungen und beeinflussen die Reife der Trauben. Christoph erzählt, warum gerade diese vermeintlich schwierigeren Voraussetzungen für die Stilistik seiner Weine so wertvoll sind und was den Spitzer Graben für ihn auch im internationalen Vergleich besonders macht.Wer hier Wein machen möchte, muss allerdings bereit sein, ordentlich anzupacken. Viele Weingärten liegen in extremen Steillagen, in denen Handarbeit nicht romantisches Marketing, sondern tägliche Realität ist. Wir sprechen über die herausforderndsten Rieden, darüber, welche Lagen Christoph besonders stolz machen, und über die unterschiedlichen Charaktere von Herkünften wie Setzberg, Offenberg und Spitzer Point. Und natürlich wollen wir wissen: Erkennt Christoph bei einer Blindverkostung tatsächlich sofort seinen Spitzer Graben?Bei den Rebsorten stehen naturgemäß Grüner Veltliner und Riesling im Mittelpunkt. Doch beim Weingut Donabaum spielt auch der Neuburger eine besondere Rolle – eine Rebsorte, die gerade im Spitzer Graben eine lange Tradition besitzt. Wir sprechen über alte Rebanlagen, darüber, was Neuburger von anderen Sorten unterscheidet, und warum auch Weißburgunder und Muskateller ihren Platz im Sortiment gefunden haben.
„Unsere Hände, unsere Böden, unsere Weine“ – dieser Gedanke beschreibt die Philosophie des Hauses besonders gut. Christoph erzählt, was echtes Handwerk im Weinbau für ihn bedeutet, warum die Familie ihre alten Rebanlagen bis ins Detail kennt und wie viel Handarbeit tatsächlich in einer Flasche Donabaum steckt. Besonders wichtig sind dabei zwei Faktoren, die sich nicht beschleunigen lassen: Zeit und Geduld. Sie entscheiden mit darüber, wann der richtige Moment für die Lese gekommen ist und wann ein Winzer eingreifen – oder die Natur einfach machen lassen sollte.
Spannend wird es auch beim Thema Generationenwechsel. Was wollte Christoph verändern, als er 2020 endgültig die Verantwortung übernahm? Welche Dinge seiner Eltern wollte er unbedingt bewahren? Und wie entwickelt man als nächste Generation eine eigene Handschrift, ohne die Geschichte des Familienbetriebs über Bord zu werfen? Wir sprechen über Entscheidungen, bei denen der Rat des Vaters noch immer gefragt ist – und jene Bereiche, bei denen inzwischen klar ist: Das ist Christophs Sache.
Als Mitglied der Vinea Wachau ist das Weingut außerdem eng mit dem besonderen Qualitätsverständnis der Region verbunden. Wir sprechen über Steinfeder, Federspiel und Smaragd, über die Bedeutung klar definierter Herkunft und darüber, was für Christoph den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich großen Wachauer Wein ausmacht.
Zum Weingut Donabaum gehört aber nicht nur Wein, sondern auch echte Wachauer Heurigenkultur. Der Heurige blickt auf eine Geschichte von mehr als 100 Jahren zurück und öffnet mittlerweile dreimal jährlich seine Türen. Rund 80 Gäste finden im Lokal und weitere etwa 100 im Hof und Garten Platz. Wir sprechen darüber, was dort auf den Tisch kommt, welche Weine besonders gerne getrunken werden und warum der direkte Kontakt zu den Gästen heute vielleicht wichtiger ist denn je.
Dahinter steht die ganze Familie: Christophs Mutter Herta kümmert sich um die Küche, sein Vater Josef unterstützt weiterhin im Weingarten und Keller. Damit arbeiten teilweise drei Generationen gleichzeitig im Betrieb. Wir erfahren, warum genau dieses Zusammenspiel eine große Stärke des Weinguts ist – auch wenn natürlich nicht immer alle derselben Meinung sein müssen.
Zum Abschluss blicken wir in die Zukunft. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den vergleichsweise kühlen Spitzer Graben? Könnte dessen Lage langfristig sogar zu einem Vorteil werden? Wie verändert sich die Arbeit in den Steillagen, soll der Betrieb überhaupt noch wachsen und wie möchte Christoph das Weingut in zehn oder zwanzig Jahren sehen?
Weine der Episode:🍷 Grüner Veltliner Smaragd Ried ZornbergEin Grüner Veltliner, der hervorragend zu unserem Gespräch über Herkunft, Steillagen und die besondere Charakteristik des Spitzer Grabens passt – und gleichzeitig jene Verbindung aus Boden, Handarbeit, Reife und Wachauer Identität ins Glas bringt, die Christophs Arbeit prägt.Grüner Veltliner Smaragd Ried Zornberg – Weingut Donabaum
🍷 Riesling Smaragd Ried OffenbergMit dem Riesling aus der Ried Offenberg steht eine zweite große Wachauer Rebsorte im Mittelpunkt. Ein idealer Gegenpart zum Grünen Veltliner und ein Wein, mit dem sich besonders schön zeigen lässt, wie deutlich Rebsorte, Lage und Herkunft die Handschrift eines Weines bestimmen können.Riesling Smaragd Ried Offenberg – Weingut Donabaum
Prost Mahlzeit!
Mehr über Christoph Donabaum und das Weingut Donabaum findet ihr unter:Weingut DonabaumEine Episode über den Spitzer Graben, extreme Steillagen und alte Reben, Veltliner, Riesling und Neuburger – und über einen Familienbetrieb, in dem Tradition, Handarbeit und Christoph Donabaums eigene Handschrift gemeinsam die Zukunft bestimmen.