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Wie fühlt sich das erste Jahr mit Baby wirklich an? Der Dokumentarfilm „Wellen Wende“ von Josephine Ahnelt begleitet fünf Frauen durch diese Zeit, gedreht auf 16 Millimeter. Er zeigt Nähe und Liebe, aber auch Erschöpfung, Einsamkeit und postpartale Depression. Es ist ein Alltag, der meist im Verborgenen bleibt.
Am vergangenen Mittwoch hatte der Film seine Graz-Premiere. Danach habe ich im Kinosaal mit der Regisseurin Josephine Ahnelt und der Protagonistin Ludi gesprochen. Wir reden darüber, wie es ist, so intime Momente mit Publikum auf der Leinwand zu sehen, und wie man entscheidet, was in den Film kommt. Es geht um die Bildsprache, die stark auf Berührung liegt, und um Identität, die sich nach der Geburt neu zusammensetzt. Außerdem sprechen wir über Stillen, Zeit für sich und den Wiedereinstieg in den Beruf, der Mütter oft stärker belastet als ihre Partner.
Im zweiten Teil hören wir ein Archivgespräch aus dem Jahr 2009. Die Regisseurin Emily Atef spricht über ihren Spielfilm „Das Fremde in mir“, in dem eine junge Mutter an einer postnatalen Depression erkrankt. Es geht um Babyblues, Therapiemöglichkeiten und darum, wie wichtig es ist, offen darüber zu reden. Das Interview führte Aileen für Radio F.R.E.I. in Erfurt.
Shownotes:
みなさん、こんにちは!
Die nächste Station der Freiraum Sequenzen führt ins SUb Graz. Hinter dem selbstverwalteten Vereinsprojekt steht der Kulturverein comunikai. Hier gibt’s Konzerte und Clubnächte, aber auch Lesungen, politische Diskussionen, Workshops und Platz für Gruppentreffen.
Das SUb ist auch ein Versuch, politische Vorstellungen im Alltag umzusetzen: Wie organisiert man einen Raum gemeinsam? Wie trifft man Entscheidungen und geht mit Diskriminierung um? Im (zwei)wöchentlichen Plenum entscheiden die Beteiligten selbst, was im SUb passiert und wie sich das Projekt weiterentwickelt.
Oli hat uns im Funkhaus besucht und erzählt, was diesen Raum ausmacht und wie Selbstverwaltung dort funktioniert.
Die Freiraum Sequenzen hört ihr jeden Montag, Mittwoch und Freitag um 11:55 Uhr auf Radio Helsinki.
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Musik im Beitrag: Toupaz – Orthus
Die Grazer Stadtfinanzen stehen unter Druck. Anfang September hat die Stadt eine Haushaltssperre verhängt: Neue Förderansuchen und Bestellungen werden eingeschränkt, wie Finanzstadtrat Manfred Eber bestätigte. Schon Ende 2022 hatte das Kontrollamt, damals noch Stadtrechnungshof, vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit 2023 gewarnt.
Das gesamte Interview mit Hans-Georg Windhaber hört ihr im Laufe der nächsten Wochen bei VON UNTEN im Gespräch.
Fotocredits: Opernfoto
Cornell Universität im Bundesstaat New York, USA: Vergewaltigungsfall wird neu aufgerollt
Triggerwarnung, in der ersten Meldung sprechen wir über sexualisierte Gewalt.
Jemen: Jedes vierte Kind mangelernährt
Im Jemen ist laut UNICEF mehr als jedes vierte untersuchte Kind akut mangelernährt, berichtet die Zeitschrift nd – neues deutschland. UNICEF-Vertreter Akhil Iyer sagte in Genf, mobile Teams hätten in zugänglichen Gebieten fast 2.900 Kinder untersucht, rund 200 davon in der schwersten Kategorie. Die Zahl ist keine landesweite Quote. Für 2026 erwartet UNICEF 2,2 Millionen akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren. Seit Anfang September wurden laut UNHCR mindestens 130.000 Menschen vertrieben, 71.000 davon Kinder, besonders rund um Taizz. Die Kämpfe zwischen der saudisch gestützten Koalition und den Huthi erschweren den Zugang zu Gesundheitszentren. Save the Children zufolge ist der humanitäre Plan nur zu 20 Prozent finanziert. Saudi-Arabien kündigt harte Reaktionen an, die Kriegsparteien zeigen laut nd wenig Interesse an der Lage der Zivilbevölkerung.
Barcelona: Zehntausende gegen Wohnungsnot
Zehntausende Menschen haben in Barcelona gegen die Wohnungsnot demonstriert, berichtet die ZEIT. Die Angaben gehen weit auseinander: Die Behörden zählten 20.000 Teilnehmende, die Organisator:innen sprechen von 120.000. Das Sindicat de Llogateres, eine Mieter:innengewerkschaft, hatte die Kundgebung organisiert. Sie blieb weitgehend friedlich, gegen Ende brannten Container, die Polizei nahm laut Medienberichten mehrere Jugendliche fest. Ministerpräsident Pedro Sánchez, der im Parlament keine Mehrheit mehr hat, hatte nach dem Scheitern zweier Dekrete gegen die Wohnungsnot Neuwahlen für 29. November angekündigt. Auslöser der Proteste war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid. Dort gingen laut Veranstalter:innen allein eine halbe Million Menschen auf die Straße, mobilisiert wurde in über 50 Städten landesweit.
Sachsen-Anhalt: Erster AfD-Landtagspräsident
In Sachsen-Anhalt steht erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landtags. Der 35-jährige Tobias Rausch wurde laut STANDARD klarer als erwartet zum Landtagspräsidenten gewählt, vier Abgeordnete mehr als erwartet stimmten für ihn, wer genau bleibt jedoch unklar, die Vermutung ist, dass sie aus der CDU stammen. Zum Vize wurde Tillschneider gewählt, den der STANDARD als „Vordenker“ der Partei beschreibt. Er war im Wahlkampf mit einer Tasse der russischen Armee aufgefallen. Vor dem Landtag protestierten Menschen lautstark gegen die AfD. Die Wahl ist eine Zäsur: Eine rechtsextreme Partei, dessen Mitglieder wie Björn Höcke gerichtlich bestätigt als Faschisten bezeichnet werden dürfen, besetzt nun eines der höchsten Parlamentsämter Deutschlands. Laut Bundeszentrale für politische Bildung plant sie eine ‚Abschiebe- und Remigrationsoffensive‘, will die Schulpflicht durch eine ‚Bildungspflicht‘ ersetzen und strebt eine Alleinregierung an.
Hall in Tirol: Freispruch nach Schweinekopf
Nach einem Schweinekopf mit rassistischer Botschaft vor der Wohnungstür einer türkischstämmigen Familie in Hall in Tirol ist ein 27-Jähriger am Bezirksgericht vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen worden, berichtet der ORF Tirol. Auf einem Zettel stand laut ORF „Happy Ramadan ihr Affen“. Der Mann und sein Anwalt bestreiten ein islamfeindliches Motiv und sprechen von einem langjährigen Nachbarschaftsstreit, zudem sei er alkoholisiert gewesen. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass nicht feststellbar war, ob die Beleidigung für mehrere Personen wahrnehmbar war. Das ist aber Voraussetzung für die Strafbarkeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft hat drei Tage Zeit für ein Rechtsmittel. Der Fall hatte im März große Empörung ausgelöst, der Bürgermeister hatte 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Wien: Babler tritt schrittweise ab
SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler zieht sich schrittweise aus beiden Ämtern zurück, bleibt aber Minister. Das kündigte er laut dpa am Sonntagabend nach einer mehrstündigen Aussprache der Parteispitze an, als Zeitpunkt nannte er laut ORF Anfang nächsten Jahres. Hintergrund sind wochenlange Personaldebatten und schwache Umfragewerte, die ihn parteiintern zunehmend unter Druck gesetzt hatten. Beschleunigt hatte die Debatte der Medienmanager Gerhard Zeiler, der seinen Anspruch auf den Vorsitz über die „Kronen Zeitung“ angemeldet hatte. Er soll laut ORF die Partei nicht übernehmen. Wer folgt, ist laut dpa offen.
Steyr: Journalist bei rechter Demo festgenommen
Der freie Journalist Michael Bonvalot („stand.punkt“) ist am Sonntag in Steyr von der Polizei festgenommen worden, als er über einen Aufmarsch der „rechten Verschwörungsszene“ berichten wollte, schreibt der STANDARD (APA). Laut Bonvalot wurde er von Teilnehmenden bedrängt, die Polizei habe ihn wegweisen wollen, weil sich der Versammlungsleiter gestört fühle. Er saß mehrere Stunden in einer Zelle, eine Vernehmung gab es nicht, er plant rechtliche Schritte. Die Polizei nennt „Störung der öffentlichen Ordnung“ und spricht von mehrfach missachteter Abmahnung, zudem „dürfte“ es eine Tätlichkeit gegen den Versammlungsleiter gegeben haben, was Bonvalot bestreitet. Das Verwaltungsrecht unterscheide nicht zwischen Journalisten und anderen. Dass ein Journalist bei einer Versammlung festgesetzt wird, über die er berichten wollte, wirft Fragen zur Pressefreiheit auf. Bonvalot, gegen den 2023 schwere Vorwürfe sexualisierter Gewalt öffentlich erhoben wurden, die er zurückweist, berichtet nun wieder öffentlich über Demonstrationen.
Steiermark: Förderungen steigen, Kultur wartet
Das Land Steiermark hat 2025 laut Kleiner Zeitung 1,3 Milliarden Euro an Förderungen ausgezahlt, um 98,5 Millionen mehr als im Vorjahr, rund 30 Millionen gingen an Parteien. Die Zahl der Förderfälle stieg auf 219.373 im Vergleich von 207.493 im Jahr davor. Die Einschnitte im Budget erfolgten laut Kleiner erst in der zweiten Jahreshälfte. Zugleich lag die Neuverschuldung laut Rechnungsabschluss-Entwurf bei 764,6 Millionen Euro, 723 Millionen im Jahr 2024. Die Parteien erhielten damit mehr als das Doppelte des für 2025 veranschlagten Kulturförderungsbudgets von 12,85 Millionen. Laut IG Kultur bleiben davon nach Abzügen im besten Fall rund zehn Millionen. Das Aufsteirern hat allein 600.000 Euro erhalten.
Kontrollamt zur Finanzlage in Graz
Das gesamte Interview mit Hans-Georg Windhaber hört ihr im Laufe der nächsten Wochen bei VON UNTEN im Gespräch.
Fotocredits: Opernfoto
KI-Agenten kontrollieren
Wir übernehmen dieses Interview von Radio Dreyeckland, den gesamten Beitrag könnt ihr hier nachhören.
Die im Interview angesprochene Studie findet ihr hier.
Veranstaltungshinweise:
Privilege Game – Ein Spiel der Ungerechtigkeit
Filmabend zum International Lesbian Day
Roller Derby: Newbie Day der Dust City Rollers
Alerta: Konferenz zum Faschismus der Gegenwart
Die A9 soll dreispurig ausgebaut werden, politisch verkauft als „Stau-Lösung“. Doch mehr Fahrspuren erzeugen oft mehr Verkehr, und die Frage, wer sich welche Mobilität leisten kann und muss, bleibt dabei unbeantwortet.
VON UNTEN hat darüber mit Aglaée Degros gesprochen. Sie leitet das Institut für Städtebau an der TU Graz und ist dort am Mobility Lab Graz beteiligt.
Im Gespräch geht es um die Situation und die Potenziale für Graz, vor allem um Multimodalität. Gemeint ist, dass Menschen je nach Weg und Situation selbstverständlich zwischen Zug, Bus, Rad, Fuß und Auto wechseln können, statt auf ein einziges Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Dafür braucht es allerdings die passende Infrastruktur.
Shownotes:
Hier findet die Team-Seite von Jan Gehl, einem Stadtplanungs- und Designbüro mit Hauptsitz in Kopenhagen und weiteren Standorten in New York und San Francisco. Das Büro geht auf den dänischen Stadtplaner Jan Gehl zurück und arbeitet nach dem Leitgedanken, Städte für Menschen zu gestalten.
Wenn die Keimformen einer neuen Welt der Gemeinschaften in einer Welt entstehen, in der Imperien gegen ihren Niedergang kämpfen, stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann das Feld des Wandels angesichts seiner eigenen ohnehin schon beschriebenen Verletzlichkeit und der zunehmenden Aggressionen zwischen den Staaten überleben, wenn es noch nicht einmal seine Keimformen ausreichend schützen kann?
Eines ist klar: Überlässt es deren Schutz einfach dem Beharrungsfeld und insbesondere militärischen Staat, droht es genau jener Logik einverleibt zu werden, die es überwinden wollte. Wie tragisch das ausgehen kann ist in der Sendung nicht ausgeführt, aber wir kriegen es täglich vorgeführt.
Die Sendung sucht daher nach einer Schutzfähigkeit des Wandels, die weder in Aufrüstung und Aggression noch in schutzloser Kapitulation endet – die das Neue schützt, ohne ihm die Form des Alten aufzuzwingen.
Das Script zur Sendung ist hier: DorfWiki: Willkommen_im_Globalen_Dorf/72_Die_Frage_der_Verletzlichkeit
Der steirische herbst hat eine Geschichte, die selten ruhig war. Das Festival für zeitgenössische Kunst gibt es seit 1968. Gegründet hat es ausgerechnet ein ÖVP-Politiker: Hanns Koren, damals Kulturlandesrat.
Hier findet ihr alle weiteren Informationen zum steirischen herbst, der noch bis 18. Oktober spannende Veranstaltungen für euch bietet.
Bild: Johanna Lamprecht
„Ich rufe NICHT zum Widerstand auf“ – Ekaterina Degot (steir. Herbst)
Hier findet ihr alle weiteren Informationen zum steirischen herbst, der noch bis 18. Oktober spannende Veranstaltungen für euch bietet.
Bild: Johanna Lamprecht
PRO ASYL zu politischen Entwicklungen in Deutschland
Was bei der Pressekonferenz gesagt wurde, hört ihr in diesem Beitrag der tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax aus Halle.
Veranstaltungshinweise
herbst Deathmatch: Robert Misik vs. Emilia Roig, „Das Ende der Vernunft?“
Linz: Soli-Party „Zeit für die Zecken Zeche!“
Offenes Plenum der Seebrücke Graz
Workshop „One Health: Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt“
Soliparty „Siamo tutti Soliparty“ für repressionsbetroffene Antifaschist*innen
Lesung „Von Wien nach Rojava“
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