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  • „Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz“ – Filmgespräch zum Film „Wellen Wende“

    Wie fühlt sich das erste Jahr mit Baby wirklich an? Der Dokumentarfilm „Wellen Wende“ von Josephine Ahnelt begleitet fünf Frauen durch diese Zeit, gedreht auf 16 Millimeter. Er zeigt Nähe und Liebe, aber auch Erschöpfung, Einsamkeit und postpartale Depression. Es ist ein Alltag, der meist im Verborgenen bleibt.

    Am vergangenen Mittwoch hatte der Film seine Graz-Premiere. Danach habe ich im Kinosaal mit der Regisseurin Josephine Ahnelt und der Protagonistin Ludi gesprochen. Wir reden darüber, wie es ist, so intime Momente mit Publikum auf der Leinwand zu sehen, und wie man entscheidet, was in den Film kommt. Es geht um die Bildsprache, die stark auf Berührung liegt, und um Identität, die sich nach der Geburt neu zusammensetzt. Außerdem sprechen wir über Stillen, Zeit für sich und den Wiedereinstieg in den Beruf, der Mütter oft stärker belastet als ihre Partner.

    Im zweiten Teil hören wir ein Archivgespräch aus dem Jahr 2009. Die Regisseurin Emily Atef spricht über ihren Spielfilm „Das Fremde in mir“, in dem eine junge Mutter an einer postnatalen Depression erkrankt. Es geht um Babyblues, Therapiemöglichkeiten und darum, wie wichtig es ist, offen darüber zu reden. Das Interview führte Aileen für Radio F.R.E.I. in Erfurt.

    Shownotes:

    Film: „Wellen Wende“, Regie Josephine Ahnelt, AT 2026, 73 min
    Hier findet ihr den Trailer zu „Wellen Wende“.
    Hier findet ihr das Archivgespräch mit Emily Atef auf Radio F.R.E.I. zum Film „Das Fremde in mir“ aus dem Jahr 2009.

    1 hr
  • #31 すいもあまいも 0910

    みなさん、こんにちは!

    本日は、ゲストのになちゃんにも来ていただいております。
    是非最後まで楽しんでください〜

    1. STEPS OF THE BLUE:松井秀太郎
    2. KATOKU:Rekishi
    3. 幸福論:Rekishi
    4. 幸福論:Sheena Ringo
    5. ギブス:Sheena Ringo
    6. Love is more melow:RIKON
    7. Expressions:STUTS, Daichi Yamamoto, NENE…
    8. 1 hr
    9. #5 SUb

      Die nächste Station der Freiraum Sequenzen führt ins SUb Graz. Hinter dem selbstverwalteten Vereinsprojekt steht der Kulturverein comunikai. Hier gibt’s Konzerte und Clubnächte, aber auch Lesungen, politische Diskussionen, Workshops und Platz für Gruppentreffen.

      Das SUb ist auch ein Versuch, politische Vorstellungen im Alltag umzusetzen: Wie organisiert man einen Raum gemeinsam? Wie trifft man Entscheidungen und geht mit Diskriminierung um? Im (zwei)wöchentlichen Plenum entscheiden die Beteiligten selbst, was im SUb passiert und wie sich das Projekt weiterentwickelt.

      Oli hat uns im Funkhaus besucht und erzählt, was diesen Raum ausmacht und wie Selbstverwaltung dort funktioniert.

      Die Freiraum Sequenzen hört ihr jeden Montag, Mittwoch und Freitag um 11:55 Uhr auf Radio Helsinki.

      –

      Musik im Beitrag: Toupaz – Orthus

      7 min
    10. Kontrollamt zur Finanzlage in Graz

      Die Grazer Stadtfinanzen stehen unter Druck. Anfang September hat die Stadt eine Haushaltssperre verhängt: Neue Förderansuchen und Bestellungen werden eingeschränkt, wie Finanzstadtrat Manfred Eber bestätigte. Schon Ende 2022 hatte das Kontrollamt, damals noch Stadtrechnungshof, vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit 2023 gewarnt.

      Im ersten Beitrag heute sprechen wir mit Hans-Georg Windhaber, dem Leiter des Grazer Kontrollamts. Er erklärt wie es zur jetzigen Situation gekommen ist und was nun die weiteren Herausforderungen sind.

      Das gesamte Interview mit  Hans-Georg Windhaber hört ihr im Laufe der nächsten Wochen bei VON UNTEN im Gespräch.

      Fotocredits: Opernfoto

      30 min
    11. Meldungen 07. Oktober 2026

      Cornell Universität im Bundesstaat New York, USA: Vergewaltigungsfall wird neu aufgerollt

      Triggerwarnung, in der ersten Meldung sprechen wir über sexualisierte Gewalt.

      Der Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell wird neu aufgerollt, berichtet die tagesschau. Eine ehemalige Studentin wirft in ihrer Klage mehreren Männern vor, sie vor rund zwei Jahren im Haus einer Studentenverbindung unter Alkohol und härteren Drogen stundenlang missbraucht zu haben, sie wurde dazu gedrängt Substanzen zu konsumieren, die ihr als Kokain angeboten wurden, jedoch eine sedierende Wirkung hatten. Per Gruppenchat seien 57 Männer eingeladen worden, mitzumachen. Der Bezirksstaatsanwalt hatte damals keine Anklage erhoben und sich nach eigenen Angaben nur auf Berichte der Campus-Polizei gestützt, eine eigene Untersuchung gab es nicht. Cornell weist den Vorwurf zu milder Strafen zurück, einige der mutmaßlichen Vergewaltiger mussten als Strafe einen Aufsatz über den Vorfall schreiben. Der Anwalt eines Beschuldigten bestreitet die Tat. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez wirft der Universität vor, die Männer geschützt zu haben. Laut jüngsten Berichten wurde das Opfer nun mit Gewalt bedroht, falls sie die Anzeige nicht zurück zieht.

      Jemen: Jedes vierte Kind mangelernährt

      Im Jemen ist laut UNICEF mehr als jedes vierte untersuchte Kind akut mangelernährt, berichtet die Zeitschrift nd – neues deutschland. UNICEF-Vertreter Akhil Iyer sagte in Genf, mobile Teams hätten in zugänglichen Gebieten fast 2.900 Kinder untersucht, rund 200 davon in der schwersten Kategorie. Die Zahl ist keine landesweite Quote. Für 2026 erwartet UNICEF 2,2 Millionen akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren. Seit Anfang September wurden laut UNHCR mindestens 130.000 Menschen vertrieben, 71.000 davon Kinder, besonders rund um Taizz. Die Kämpfe zwischen der saudisch gestützten Koalition und den Huthi erschweren den Zugang zu Gesundheitszentren. Save the Children zufolge ist der humanitäre Plan nur zu 20 Prozent finanziert. Saudi-Arabien kündigt harte Reaktionen an, die Kriegsparteien zeigen laut nd wenig Interesse an der Lage der Zivilbevölkerung.

      Barcelona: Zehntausende gegen Wohnungsnot

      Zehntausende Menschen haben in Barcelona gegen die Wohnungsnot demonstriert, berichtet die ZEIT. Die Angaben gehen weit auseinander: Die Behörden zählten 20.000 Teilnehmende, die Organisator:innen sprechen von 120.000. Das Sindicat de Llogateres, eine Mieter:innengewerkschaft, hatte die Kundgebung organisiert. Sie blieb weitgehend friedlich, gegen Ende brannten Container, die Polizei nahm laut Medienberichten mehrere Jugendliche fest. Ministerpräsident Pedro Sánchez, der im Parlament keine Mehrheit mehr hat, hatte nach dem Scheitern zweier Dekrete gegen die Wohnungsnot Neuwahlen für 29. November angekündigt. Auslöser der Proteste war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid. Dort gingen laut Veranstalter:innen allein eine halbe Million Menschen auf die Straße, mobilisiert wurde in über 50 Städten landesweit.

      Sachsen-Anhalt: Erster AfD-Landtagspräsident

      In Sachsen-Anhalt steht erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landtags. Der 35-jährige Tobias Rausch wurde laut STANDARD klarer als erwartet zum Landtagspräsidenten gewählt, vier Abgeordnete mehr als erwartet stimmten für ihn, wer genau bleibt jedoch unklar, die Vermutung ist, dass sie aus der CDU stammen. Zum Vize wurde Tillschneider gewählt, den der STANDARD als „Vordenker“ der Partei beschreibt. Er war im Wahlkampf mit einer Tasse der russischen Armee aufgefallen. Vor dem Landtag protestierten Menschen lautstark gegen die AfD. Die Wahl ist eine Zäsur: Eine rechtsextreme Partei, dessen Mitglieder wie Björn Höcke gerichtlich bestätigt als Faschisten bezeichnet werden dürfen, besetzt nun eines der höchsten Parlamentsämter Deutschlands. Laut Bundeszentrale für politische Bildung plant sie eine ‚Abschiebe- und Remigrationsoffensive‘, will die Schulpflicht durch eine ‚Bildungspflicht‘ ersetzen und strebt eine Alleinregierung an.

      Hall in Tirol: Freispruch nach Schweinekopf

      Nach einem Schweinekopf mit rassistischer Botschaft vor der Wohnungstür einer türkischstämmigen Familie in Hall in Tirol ist ein 27-Jähriger am Bezirksgericht vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen worden, berichtet der ORF Tirol. Auf einem Zettel stand laut ORF „Happy Ramadan ihr Affen“. Der Mann und sein Anwalt bestreiten ein islamfeindliches Motiv und sprechen von einem langjährigen Nachbarschaftsstreit, zudem sei er alkoholisiert gewesen. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass nicht feststellbar war, ob die Beleidigung für mehrere Personen wahrnehmbar war. Das ist aber Voraussetzung für die Strafbarkeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft hat drei Tage Zeit für ein Rechtsmittel. Der Fall hatte im März große Empörung ausgelöst, der Bürgermeister hatte 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

      Wien: Babler tritt schrittweise ab

      SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler zieht sich schrittweise aus beiden Ämtern zurück, bleibt aber Minister. Das kündigte er laut dpa am Sonntagabend nach einer mehrstündigen Aussprache der Parteispitze an, als Zeitpunkt nannte er laut ORF Anfang nächsten Jahres. Hintergrund sind wochenlange Personaldebatten und schwache Umfragewerte, die ihn parteiintern zunehmend unter Druck gesetzt hatten. Beschleunigt hatte die Debatte der Medienmanager Gerhard Zeiler, der seinen Anspruch auf den Vorsitz über die „Kronen Zeitung“ angemeldet hatte. Er soll laut ORF die Partei nicht übernehmen. Wer folgt, ist laut dpa offen.

      Steyr: Journalist bei rechter Demo festgenommen

      Der freie Journalist Michael Bonvalot („stand.punkt“) ist am Sonntag in Steyr von der Polizei festgenommen worden, als er über einen Aufmarsch der „rechten Verschwörungsszene“ berichten wollte, schreibt der STANDARD (APA). Laut Bonvalot wurde er von Teilnehmenden bedrängt, die Polizei habe ihn wegweisen wollen, weil sich der Versammlungsleiter gestört fühle. Er saß mehrere Stunden in einer Zelle, eine Vernehmung gab es nicht, er plant rechtliche Schritte. Die Polizei nennt „Störung der öffentlichen Ordnung“ und spricht von mehrfach missachteter Abmahnung, zudem „dürfte“ es eine Tätlichkeit gegen den Versammlungsleiter gegeben haben, was Bonvalot bestreitet. Das Verwaltungsrecht unterscheide nicht zwischen Journalisten und anderen. Dass ein Journalist bei einer Versammlung festgesetzt wird, über die er berichten wollte, wirft Fragen zur Pressefreiheit auf. Bonvalot, gegen den 2023 schwere Vorwürfe sexualisierter Gewalt öffentlich erhoben wurden, die er zurückweist, berichtet nun wieder öffentlich über Demonstrationen.

      Steiermark: Förderungen steigen, Kultur wartet

      Das Land Steiermark hat 2025 laut Kleiner Zeitung 1,3 Milliarden Euro an Förderungen ausgezahlt, um 98,5 Millionen mehr als im Vorjahr, rund 30 Millionen gingen an Parteien. Die Zahl der Förderfälle stieg auf 219.373 im Vergleich von 207.493 im Jahr davor. Die Einschnitte im Budget erfolgten laut Kleiner erst in der zweiten Jahreshälfte. Zugleich lag die Neuverschuldung laut Rechnungsabschluss-Entwurf bei 764,6 Millionen Euro, 723 Millionen im Jahr 2024. Die Parteien erhielten damit mehr als das Doppelte des für 2025 veranschlagten Kulturförderungsbudgets von 12,85 Millionen. Laut IG Kultur bleiben davon nach Abzügen im besten Fall rund zehn Millionen. Das Aufsteirern hat allein 600.000 Euro erhalten.

       

      8 min
    12. Kontrollamt zur Finanzlage in Graz | KI-Agenten kontrollieren

      Kontrollamt zur Finanzlage in Graz

      Die Grazer Stadtfinanzen stehen unter Druck. Anfang September hat die Stadt eine Haushaltssperre verhängt: Neue Förderansuchen und Bestellungen werden eingeschränkt, wie Finanzstadtrat Manfred Eber bestätigte. Schon Ende 2022 hatte das Kontrollamt, damals noch Stadtrechnungshof, vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit 2023 gewarnt.
      Im ersten Beitrag heute sprechen wir mit Hans-Georg Windhaber, dem Leiter des Grazer Kontrollamts. Er erklärt wie es zur jetzigen Situation gekommen ist und was nun die weiteren Herausforderungen sind.

      Das gesamte Interview mit  Hans-Georg Windhaber hört ihr im Laufe der nächsten Wochen bei VON UNTEN im Gespräch.

      Fotocredits: Opernfoto

      KI-Agenten kontrollieren

      Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug, das auf unsere Fragen antwortet. Sogenannte KI-Agenten sollen zunehmend selbstständig Aufgaben übernehmen, Entscheidungen treffen und mit anderen Systemen zusammenarbeiten. Das wirft eine grundlegende Frage auf: Was passiert, wenn eine KI nicht mehr das tut, was wir von ihr verlangen?
      Eine aktuelle Studie hat genau das untersucht. KI-Agenten bekamen die Information, dass sie abgeschaltet werden sollen. Einige versuchten daraufhin, ihre Abschaltung zu verhindern. Sie veränderten Dateien, legten Kopien an oder versuchten, andere Agenten zur Unterstützung zu bewegen.
      Darüber hat die Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel kürzlich in einem Artikel in der ZEIT geschrieben. Radio Dreyeckland hat mit ihr gesprochen. Ihr Fazit: „Es liegt noch in unserer Hand.“

      Wir übernehmen dieses Interview von Radio Dreyeckland, den gesamten Beitrag könnt ihr hier nachhören.

      Die im Interview angesprochene Studie findet ihr hier.

      Veranstaltungshinweise:

      Schulstreik gegen das Kopftuchverbot
      Freitag, 9. Oktober, 9 Uhr
      Lendplatz, Graz
      Unter dem Motto: Stopp Rassismus, Sexismus und Militarisierung an Schulen!

      Privilege Game – Ein Spiel der Ungerechtigkeit

      Eröffnung: Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr
      HORNIG Areal, Waagner-Biro-Straße 39, Graz
      The Cake Escape zeigen eine Installation mit Spiel zu ihrem gleichnamigen Awareness-Poster, im Rahmen der Gruppenausstellung „20 Jahre XENOS“. Spielen könnt ihr ab der Eröffnung und während der Ausstellungszeiten, Donnerstag bis Samstag, 17 bis 20 Uhr. Am 22. Oktober um 17 Uhr gibt es einen Workshop zum gemeinsamen Spielen mit Adjanie Kamucote. Mehr Infos findet ihr hier.

      Filmabend zum International Lesbian Day

      Freitag, 9. Oktober, 20 bis 22 Uhr
      QuFO, Siebenundvierzigergasse 27, Graz
      Gezeigt wird eine nicht ernst zu nehmende Komödie in englischer Sprache, mehr wird nicht verraten. Popcorn und Getränke gibt es, der Eintritt ist frei, offen für alle Geschlechter. Ab 17 Uhr findet das offene Plenum statt, ideal zum Kennenlernen und Reinschnuppern.

      Roller Derby: Newbie Day der Dust City Rollers

      Sonntag, 11. Oktober, 16 bis 19 Uhr
      Das Grazer Roller-Derby-Team zeigt euch die Basics und stellt Team und Vereinsleben vor. Ausrüstung gibt es vor Ort, bei der Anmeldung braucht es Kleider-, Schuh- und Helmgröße ([email protected]). Vorkenntnisse sind nicht nötig. Willkommen sind alle ab 18 Jahren, die Ausgrenzung oder Diskriminierung auf Basis ihres Geschlechts erfahren, also etwa Frauen (cis, trans, inter), nichtbinäre und trans masc Personen. Mehr Infos findet ihr hier.

      Alerta: Konferenz zum Faschismus der Gegenwart

      Freitag, 16. bis Sonntag, 18. Oktober
      Forum Stadtpark, Graz
      Eine Antifa-Konferenz, um sich zu stärken und voneinander zu lernen. Tagsüber gibt es Workshops, Podiumsdiskussionen und Vorträge. Freitag und Samstag Vormittag wird im Spektral gemeinsam für die Konferenz gekocht, ihr könnt einfach vorbeikommen. An allen drei Abenden gibt es um 20 Uhr Küche für Alle im Forum, wo sich lokale Initiativen vorstellen. Das Programm findet ihr hier.

      30 min
    13. UNCUT: Dritte Spur auf der A9, eine Sackgasse? – Potenziale für ein multimodales Graz

      Die A9 soll dreispurig ausgebaut werden, politisch verkauft als „Stau-Lösung“. Doch mehr Fahrspuren erzeugen oft mehr Verkehr, und die Frage, wer sich welche Mobilität leisten kann und muss, bleibt dabei unbeantwortet.

      VON UNTEN hat darüber mit Aglaée Degros gesprochen. Sie leitet das Institut für Städtebau an der TU Graz und ist dort am Mobility Lab Graz beteiligt.

      Im Gespräch geht es um die Situation und die Potenziale für Graz, vor allem um Multimodalität. Gemeint ist, dass Menschen je nach Weg und Situation selbstverständlich zwischen Zug, Bus, Rad, Fuß und Auto wechseln können, statt auf ein einziges Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Dafür braucht es allerdings die passende Infrastruktur.

      Genau hier setzt ein zentraler Punkt an: Die bereitgestellte Infrastruktur ist ein Steuerungsmechanismus für die Wahl des Verkehrsmittels. Wer Straßen baut, bekommt Autoverkehr, und wer Schiene und Radwege vernachlässigt, schränkt Wahlfreiheit ein. Damit wird Mobilität zur Klassenfrage: Wer kann sich ein Auto leisten, wer ist auf eines angewiesen, und wer hat gar keine Wahl?
      Außerdem diskutieren wir, ob der Ausbau tatsächlich Stau reduziert oder nur Zeit kauft, welche Folgen für Zersiedelung, Landschaft und den Verkehr in Graz zu erwarten sind und was wir stattdessen priorisieren könnten.

      Shownotes:

      Das Mobility Lab Graz ist eine gemeinsame Forschungs- und Experimentiereinrichtung von Stadt, Land, Bund, Holding Graz und TU Graz. Die Geschäftsführung liegt bei der Holding Graz. Ziel ist es, neue Mobilitätslösungen gemeinsam mit Bevölkerung, Politik und Verwaltung real im Stadtraum zu testen, etwa klappbare Radbügel auf Pkw-Stellplätzen.

      Hier findet die Team-Seite von Jan Gehl, einem Stadtplanungs- und Designbüro mit Hauptsitz in Kopenhagen und weiteren Standorten in New York und San Francisco. Das Büro geht auf den dänischen Stadtplaner Jan Gehl zurück und arbeitet nach dem Leitgedanken, Städte für Menschen zu gestalten.

      1 hr 10 min
    14. Sendung 72 – Die Frage der Verletzlichkeit

      Wenn die Keimformen einer neuen Welt der Gemeinschaften in einer Welt entstehen, in der Imperien gegen ihren Niedergang kämpfen, stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann das Feld des Wandels angesichts seiner eigenen ohnehin schon beschriebenen Verletzlichkeit und der zunehmenden Aggressionen zwischen den Staaten überleben, wenn es noch nicht einmal seine Keimformen ausreichend schützen kann?

      Eines ist klar: Überlässt es deren Schutz einfach dem Beharrungsfeld und insbesondere militärischen Staat, droht es genau jener Logik einverleibt zu werden, die es überwinden wollte. Wie tragisch das ausgehen kann ist in der Sendung nicht ausgeführt, aber wir kriegen es täglich vorgeführt.

      Die Sendung sucht daher nach einer Schutzfähigkeit des Wandels, die weder in Aufrüstung und Aggression noch in schutzloser Kapitulation endet – die das Neue schützt, ohne ihm die Form des Alten aufzuzwingen.

      Das Script zur Sendung ist hier: DorfWiki: Willkommen_im_Globalen_Dorf/72_Die_Frage_der_Verletzlichkeit

      Bei der Erstellung der Sendung (Recherchen und Text) und des Sendungsbildes wurde KI zur Hilfe genommen.

      1 hr 1 min
    15. „Ich rufe NICHT zum Widerstand auf“ – Ekaterina Degot (steir. Herbst)

      Der steirische herbst hat eine Geschichte, die selten ruhig war. Das Festival für zeitgenössische Kunst gibt es seit 1968. Gegründet hat es ausgerechnet ein ÖVP-Politiker: Hanns Koren, damals Kulturlandesrat.

      Schon im Gründungsjahr gab es den ersten Skandal, als eine Podiumsdiskussion über zeitgenössische Kunst gestört wurde. 1972 brachte dann ein Werbeplakat den Volkszorn zum Überkochen, und die steirische ÖVP geriet unter Druck. 1981 gingen sogar Mitglieder des Festivalpräsidiums öffentlich auf Distanz zu Hermann Nitsch. Produktive Störung und fruchtbarer Streit gehörten von Anfang an dazu, so sieht es das Festival selbst auch.
      Genau in dieser Tradition wurde der steirische herbst am Donnerstag dem 24. September eröffnet.
      Ekaterina Degot hat in ihrer Eröffnungsrede über Entwicklungen in der Gesellschaft gesprochen. Und darüber, wie sich diese in der Kultur spiegeln.
      Eines tut sie dabei nicht: zum Widerstand aufrufen. Angesichts der aktuellen politischen Richtung setzt sie auf etwas anderes, nämlich auf Mut.
      Warum, das hört ihr in der Eröffnungsrede von Ekaterina Degot, der Intendantin des Festivals.

      Hier findet ihr alle weiteren Informationen zum steirischen herbst, der noch bis 18. Oktober spannende Veranstaltungen für euch bietet.

      Bild: Johanna Lamprecht

      30 min
    16. „Ich rufe NICHT zum Widerstand auf“ – Ekaterina Degot (steir. Herbst) | PRO ASYL zu politischen Entwicklungen in DL

      „Ich rufe NICHT zum Widerstand auf“ – Ekaterina Degot (steir. Herbst)

      Der steirische herbst hat eine Geschichte, die selten ruhig war. Das Festival für zeitgenössische Kunst gibt es seit 1968. Gegründet hat es ausgerechnet ein ÖVP-Politiker: Hanns Koren, damals Kulturlandesrat.
      Schon im Gründungsjahr gab es den ersten Skandal, als eine Podiumsdiskussion über zeitgenössische Kunst gestört wurde. 1972 brachte dann ein Werbeplakat den Volkszorn zum Überkochen, und die steirische ÖVP geriet unter Druck. 1981 gingen sogar Mitglieder des Festivalpräsidiums öffentlich auf Distanz zu Hermann Nitsch. Produktive Störung und fruchtbarer Streit gehörten von Anfang an dazu, so sieht es das Festival selbst auch.
      Genau in dieser Tradition wurde der steirische herbst am Donnerstag dem 24. September eröffnet.
      Ekaterina Degot hat in ihrer Eröffnungsrede über Entwicklungen in der Gesellschaft gesprochen. Und darüber, wie sich diese in der Kultur spiegeln.
      Eines tut sie dabei nicht: zum Widerstand aufrufen. Angesichts der aktuellen politischen Richtung setzt sie auf etwas anderes, nämlich auf Mut.
      Warum, das hört ihr in der Eröffnungsrede von Ekaterina Degot, der Intendantin des Festivals.

      Hier findet ihr alle weiteren Informationen zum steirischen herbst, der noch bis 18. Oktober spannende Veranstaltungen für euch bietet.

      Bild: Johanna Lamprecht

      PRO ASYL zu politischen Entwicklungen in Deutschland

      Wie geht es weiter mit dem Schutz für geflüchtete Menschen, wenn sich die politischen Bedingungen ändern? Darum ging es am 18. September in Halle an der Saale. Dort haben sich die Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL zu einer Pressekonferenz getroffen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt und ihre möglichen Folgen für Geflüchtete, für Menschenrechte und für die Arbeit der Zivilgesellschaft.
      Die Beteiligten sprachen darüber, wie Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien zunehmend infrage gestellt werden. Sie sprachen über die Verschärfung des europäischen Asylsystems und über die Situation von Geflüchteten in Sachsen-Anhalt. Ein weiteres Thema war die Forderung nach einer freieren Wahl des Wohnorts, für Menschen im Asylverfahren, mit Duldung oder mit Wohnsitzauflage.
      Klar wurde bei alldem: Die Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL setzen auf solidarische Netzwerke und eine engagierte Zivilgesellschaft. Auch unter schwieriger werdenden Bedingungen wollen sie weiter Öffentlichkeit herstellen, Geflüchtete unterstützen und sich gegen Entrechtung einsetzen.

      Was bei der Pressekonferenz gesagt wurde, hört ihr in diesem Beitrag der tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax aus Halle.

      Veranstaltungshinweise

      Queerfeministischer Bike-Polo-Ausprobier-Fun-Day
      Freitag, 2. Oktober, 15 bis 17 Uhr
      Ivanka-Gruber-Park (nahe Seifenfabrik), Graz
      Für alle, ohne Vorerfahrung oder Ausrüstung. Wenn vorhanden bitte Helm, Schoner, Handschuhe und ein Fahrrad mitbringen, mit dem ihr euch wohlfühlt. Kein mackriges Gehabe, dafür gute Laune.

      herbst Deathmatch: Robert Misik vs. Emilia Roig, „Das Ende der Vernunft?“

      Freitag, 2. Oktober, 18 Uhr
      Forum Stadtpark, Graz
      Im Rahmen des steirischen herbst streiten der Journalist Robert Misik und die Autorin Emilia Roig darüber, ob das Zeitalter der Vernunft vorbei ist. Und ob wir das feiern oder betrauern sollten, wenn die Werte der Aufklärung auch koloniale Eroberung gerechtfertigt haben. Das Publikum stimmt ab. Moderation: Daniel Mayer.

      Linz: Soli-Party „Zeit für die Zecken Zeche!“

      Freitag, 2. Oktober, Einlass 18 Uhr, Programm ab 19 Uhr
      Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4, Linz
      Repression und politische Arbeit kosten Geld, deshalb gibt es wieder eine Soli-Party: mit Performance, Soli-Bar, Küfa, Live-Musik von Leber und Gruppensex, geheimem Main-Act und DJ-Sets. Dazu Merch und Glücksrad.

      Offenes Plenum der Seebrücke Graz

      Sonntag, 4. Oktober, 17:30 Uhr
      Spektral, Lendkai 45, Graz
      Das offene Plenum findet jeden 1. und 3. Sonntag im Monat statt, im Oktober also am 4. und am 18.

      Workshop „One Health: Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt“

      Freitag, 16. Oktober, 14 bis 17 Uhr
      Stadtteilmanagement vor.ort, Waagner-Biro-Straße 120, Graz
      Welchen Beitrag kann ein gesunder Boden leisten? Matthias Schweitzer (TU Graz) spricht über Landwirtschaft und Mikrobiom, Gerhard Üblinger (Humus+) über Bodenschutz im urbanen Raum. Danach Austausch an Thementischen zu Gärten als Bildungsorte, Bodengesundheit in der Praxis und Kooperationen mit Landwirtschaft und Wissenschaft. Für alle, die in Gärten, Bildung, Landwirtschaft oder Forschung mit Boden zu tun haben.
      Anmeldung: cityofcollaboration.at/one-health

      Soliparty „Siamo tutti Soliparty“ für repressionsbetroffene Antifaschist*innen

      Samstag, 17. Oktober, Einlass 20 Uhr, Acts ab 21 Uhr
      Waagner-Biro-Straße 117, Graz
      Sieben Antifaschist*innen sehen sich in Graz mit dem Vorwurf des schweren Raubes konfrontiert, der Strafrahmen liegt bei bis zu 15 Jahren Haft. Der Prozess endet am 4. November mit dem letzten Termin. Auf der Party spielen stuhlkreis, dj diamond, antifa angela, užas, bibi&tina und lain iwakura.
      Organisiert vom Kollektiv Flausch im Rahmen der Konferenz „Alerta – zum Faschismus der Gegenwart & Möglichkeiten des Widerstands“ des Forum Stadtpark (16. bis 18. Oktober).
      Schon ab 18 Uhr gibt es dort das Podium „Kriminalisierung antifaschistischer Praktiken“.
      Infos zum Prozess: AntifaGraz25

      Lesung „Von Wien nach Rojava“

      Samstag, 31. Oktober, 19 Uhr
      Forum Stadtpark, Graz
      Vier Wiener*innen reisten vor etwa einem Jahr nach Rojava, in den Nordosten Syriens. Stefanie Sargnagel, Judith Goetz, Muzayen Al-Youssef und Heidi Sequenz erzählen von ihren Erfahrungen als Teil einer Delegation linker feministischer Organisationen. Mit Stand-up-Einlage von Flona. Eintritt frei.
      Infos: forumstadtpark.at

      30 min

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