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Impuls für den Tag mit Karin Seethaler - Mt 4,18-22
Relativ nahe dem Gipfel des Großvenedigers in circa 3500 Meter Höhe mitten auf einem großen Gletscher bin ich vor einigen Jahren mit drei Freunden in ein Gewitter geraten. Alles beiseitelegen und sich unter dem Regenschutz zusammenkauen – das war die richtige Reaktion. Selten war ich äußerlich den Gefahren so ausgesetzt, fühlte mich aber in meinem Gottesglauben geborgen. "Im Schatten deiner Flügel fühle ich mich sicher." Ja, das ist wirklich ein wunderschönes, ausdruckstarkes Bild dafür. Erinnere ich mich und denke ich daran, wenn ich in Gefahren bin? Seelisch in Auseinandersetzungen, Krankheiten, Sorgen und Problemen. Körperlich, wenn ich unterwegs bin. Ich wünsche es Ihnen und mir aus ganzem Herzen.
Danke, dass du dir Zeit genommen und versucht hast, dich in mich hineinzudenken oder mir einfach zuzuhören. So konnte ich Klarheit in meinen Fragen, Liebe in den Herausforderungen meines Lebens und einen Neuanfang finden. Wie oft erlebe ich als Seelsorger, dass mir andere Menschen dies sagen. Das habe ich immer mehr gelernt, weil ich die Begleitung anderer Menschen für mich selber als sehr wohltuend und wichtig erleben durfte. Nähe und Zuwendung, die mir nicht aufgedrängt wird, nehme ich gerne an. Der Gott, an den ich glaube, wirkt meist durch Menschen. Liebevolles Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden, Mitfreuen – das ist eine wirkliche Hilfe für mich. Ich wünsche Ihnen diese Erfahrung.
Mit 19 Jahren habe ich eine Freundschaft mit einem gleichaltrigen Burschen begonnen, die bis heute lebendig ist, auch wenn wir uns gar nicht so oft sehen. In dieser Freundschaft ist ein Vertrauen zueinander gewachsen, das unbezahlbar ist. Viele gute, offene, hilfreiche Gespräche konnten wir miteinander führen. Wir haben Vertrauen zueinander, auch wenn wir zu manchen Fragen nicht dieselbe Ansicht teilen. Das biblische Bild des Hirten drückt für mich Vertrauen aus. Jesus kümmert sich um mich, sucht mich und ich lerne immer mehr, ihm zu vertrauen, damit ich das erfüllte Leben entdecke und mich dementsprechend verhalten.
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Wien 2
Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, am Abend eines Tages für das Gute zu danken, das mir widerfahren ist. Meist merke ich dabei, dass dies nicht mein Verdienst gewesen ist. Vielmehr hat mir Gott etwas ermöglicht, gefügt, geschenkt, das wichtig und wohltuend für mich und die Mitmenschen ist. Der große Vogel des Adlers bedeutet das Bild: echte innere Freiheit, Weite und Jugend. Ich wünsche Ihnen immer wieder diese Erfahrungen, die ermutigen und Sie jung halten.
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Wien 2
Ich werde sehr ungerecht behandelt. Niemand versteht mich im Kleinen und Großen, im Persönlichen und im Öffentlichen. Leben wir manchmal in Konflikten. Sie sind oft eine Erfahrung der eigenen Ohnmacht. Wenn ich Zeit für mich finde, ruhig werde, zu Gott beten kann und mich gehalten weiß, zieht Friede und Güte in mein Herz ein. Daraufhin ist es mir möglich, mich der Wahrheit und den Fragen der Gerechtigkeit zu stellen. Ich brauche keine Angst um diese Welt zu haben. Ich brauche nicht sorgenvoll in die Zukunft zu blicken. Vielmehr lerne ich auf diese Weise, wie ich mitwirken kann, dass diese Welt, diese Kirche Gottes, besser werden wird.
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Wien 2
Heute früh ist mir sehr bewusst geworden, dass ich jeden Tag neu beginnen und dankbar für mein Leben sein darf. Meine Mutter und mein Vater haben mir als Kind oft in der Früh ein Bussi auf die Stirn gegeben. So haben sie mir zu verstehen gegeben und erfahren lassen: Es ist gut, dass es dich gibt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Tag Menschen erleben, die für Sie sorgen und für die Sie kostbar sind. Einfache, aber ausdrucksstarke Gesten können dies vermitteln. Ich darf dies immer wieder erleben. Diese Erfahrung ermutigt mich, andere Menschen anzunehmen und ihnen auch diese Art der Liebe zu schenken.
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Wien 2
Das Wien der Nachkriegszeit ist sein Spezialgebiet. Gerhard Strassgschwandtner ist Stadtführer in Wien und Museumsgründer. Meistens führt er amerikanische Reisegruppen auf den Spuren ihrer Großväter, die nach 1945 als Soldaten in Wien stationiert waren.
Erstausstrahlung: Sonntag, 28. August 2022, 17.30.-17.55 Uhr.
Unvergessen ist für mich der kurze Vortrag eines Wiener Gemeinderabbiners über den Schabbat. Er hat dabei begonnen, uns zu erklären, dass im ersten Kapitel der Bibel im Schöpfungsbericht die Aussage "Am siebten Tag ruhte Gott" eigentlich nicht richtig übersetzt ist. Vielmehr steht im Hebräischen ein Wort, das ausdrückt: genießen, in Anspruch nehmen dessen, was in den Tagen davor geschaffen und hervorgebracht wurde. Ja, diese Erkenntnis schenkt wirklich Gelassenheit und Ruhe im ganzen Leben und in der Seele. Es gibt Zeiten, in denen nicht meine Leistung im Vordergrund steht, sondern mein Wahrnehmen des Schönen. Dies kann ich lernen zu entdecken und zu sehen.
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Wien 2
Der Wiener Buchhändler Gerhard Zach in den radio klassik "Lebenswegen"
Er ordnet seine Bücher nach Emotionen, liest am liebsten zwischen drei und vier Uhr nachts und legt im Jahr mehrere Tausend Kilometer auf dem Rennrad zurück. Erstaunlich, was man alles erfährt, wenn man seinen Buchhändler nach seinem Leben fragt.
Wie aus dem Sohn einer Greißler-Familie in Ottakring der Buchhändler wurde, bei dem Kardinal König seine Bücher persönlich bestellte, und welche Rolle dabei der große deutsche Verleger Hermann Herder spielte, davon erzählt Gerhard Zach in den radio klassik-Lebenswegen.
Gestaltung: Stefanie Jeller
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