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Um reguläre Ausdrücke – das Schweizer Taschenmesser für ITler – geht es in der einhundertsechzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.
Ich schwärme immer mal wieder von regulären Ausdrücken. Das liegt wohl einfach daran, dass ich fast täglich mit ihnen arbeite. Sie sind einfach so unglaublich vielseitig verwendbar und machen ITlern das Leben leichter – wenn man sie beherrscht. Nicht umsonst gibt es diesen „Witz“:
Ich hatte ein Problem und versuchte es mit regulären Ausdrücken zu lösen. Nun habe ich zwei Probleme.
In den Händen eines erfahrenen Anwenders sind reguläre Ausdrücke allerdings äußerst hilfreich.
Reguläre Ausdrücke dienen der Mustererkennung in Zeichenketten und sind quasi Platzhalter on steroids. Statt der einfachen Platzhalter wie * oder ? z.B. in Dateinamen, gibt es viele verschiedene Platzhalter, Quantifizierer und weitere Regeln, um Muster in Texten zu definieren. Nach diesen Mustern kannst du suchen oder du kannst sie zum Ersetzen von Inhalten benutzen. Teilmuster lassen sich gruppieren und beim Ersetzen wiederverwenden. So gut wie jede Programmiersprache enthält eine eingebaute Unterstützung für reguläre Ausdrücke. Jeder vernünftige Texteditor unterstützt reguläre Ausdrücke beim Suchen und Ersetzen genauso wie eine gute Shell (z.B. Bash oder PowerShell).
Reguläre Ausdrücke gehören in den Werkzeugkasten jedes ITlers! Egal ob Anwendungsentwicklung oder Systemadministration, reguläre Ausdrücke können vielfältig eingesetzt werden. In der Linux-Administration können z.B. Black- und Whitelists für Hostnamen mit regulären Ausdrücken definiert werden. Die Apache-Konfiguration verwendet ebenfalls reguläre Ausdrücke. Auf der Linux-Kommandozeile kannst du mit grep in Dateien nach regulären Ausdrücken suchen. sed ermöglicht dir die Massenverarbeitung von Dateien. Das Suchen und Ersetzen im vi wird standardmäßig auch mit regulären Ausdrücken gemacht und du kannst sogar mit ihnen navigieren ($ springt z.B. zum Ende der Zeile).
Gerade vor wenigen Tagen hatte ich die – eigentlich triviale – Aufgabe, ein paar Dateien umzubenennen, die ein bestimmtes Präfix hatten. Dieses Präfix sollte ausgetauscht werden. Anstatt die Dateien per Hand umzubenennen (oder die entsprechende Shell-Funktion zu nutzen 😉 ), habe ich mir mit einem simplen regulären Ausdruck in wenigen Sekunden ein Shell-Script gebaut, das die Aufgabe für mich löst.
Basis war die Liste der Dateien, die ich in der PowerShell mit dir | ac liste.ps1 erstellt habe.
Mit dem Suchen-/Ersetzen-Muster /^(prefix-(.*))$/move $1 neuerPrefix-$2/g im Vim wurde daraus:
Die Datei konnte ich dann einfach mit .\liste.ps1 ausführen und war fertig!
Wofür du reguläre Ausdrücke nicht benutzen solltest:
Und viele mehr…
In diesem (zumindest für mich) spannenden Artikel zeigt Liz Bennett die – teils sehr deutlichen – Performance-Unterschiede zwischen guten und schlechten regulären Ausdrücken: Regexes: the Bad, the Better, and the Best.
In diesem tollen Artikel geht Nikita Popov auf die Hintergründe von regulären Ausdrücken ein und erklärt ganz nebenbei noch die Chomsky-Hierarchie und warum man HTML nicht mit regulären Ausdrücken parsen sollte: The true power of regular expressions. Ein wirklich spannender Artikel, der mir wieder mal zeigt, wie sinnvoll es ist, reguläre Ausdrücke zu beherrschen.
Eine witzige Möglichkeit, reguläre Ausdrücke zu lernen, ist übrigens das Regex Crossword. Damit habe ich auch schon einige Stunden verbracht! 😀
In Kapitel 10 (Konzepte der Programmierung) geht Sascha Kersken im IT-Handbuch für Fachinformatiker* auf reguläre Ausdrücke ein und zeigt Programmierbeispiele in Java und Python.
*
By Stefan Macke5
11 ratings
Um reguläre Ausdrücke – das Schweizer Taschenmesser für ITler – geht es in der einhundertsechzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.
Ich schwärme immer mal wieder von regulären Ausdrücken. Das liegt wohl einfach daran, dass ich fast täglich mit ihnen arbeite. Sie sind einfach so unglaublich vielseitig verwendbar und machen ITlern das Leben leichter – wenn man sie beherrscht. Nicht umsonst gibt es diesen „Witz“:
Ich hatte ein Problem und versuchte es mit regulären Ausdrücken zu lösen. Nun habe ich zwei Probleme.
In den Händen eines erfahrenen Anwenders sind reguläre Ausdrücke allerdings äußerst hilfreich.
Reguläre Ausdrücke dienen der Mustererkennung in Zeichenketten und sind quasi Platzhalter on steroids. Statt der einfachen Platzhalter wie * oder ? z.B. in Dateinamen, gibt es viele verschiedene Platzhalter, Quantifizierer und weitere Regeln, um Muster in Texten zu definieren. Nach diesen Mustern kannst du suchen oder du kannst sie zum Ersetzen von Inhalten benutzen. Teilmuster lassen sich gruppieren und beim Ersetzen wiederverwenden. So gut wie jede Programmiersprache enthält eine eingebaute Unterstützung für reguläre Ausdrücke. Jeder vernünftige Texteditor unterstützt reguläre Ausdrücke beim Suchen und Ersetzen genauso wie eine gute Shell (z.B. Bash oder PowerShell).
Reguläre Ausdrücke gehören in den Werkzeugkasten jedes ITlers! Egal ob Anwendungsentwicklung oder Systemadministration, reguläre Ausdrücke können vielfältig eingesetzt werden. In der Linux-Administration können z.B. Black- und Whitelists für Hostnamen mit regulären Ausdrücken definiert werden. Die Apache-Konfiguration verwendet ebenfalls reguläre Ausdrücke. Auf der Linux-Kommandozeile kannst du mit grep in Dateien nach regulären Ausdrücken suchen. sed ermöglicht dir die Massenverarbeitung von Dateien. Das Suchen und Ersetzen im vi wird standardmäßig auch mit regulären Ausdrücken gemacht und du kannst sogar mit ihnen navigieren ($ springt z.B. zum Ende der Zeile).
Gerade vor wenigen Tagen hatte ich die – eigentlich triviale – Aufgabe, ein paar Dateien umzubenennen, die ein bestimmtes Präfix hatten. Dieses Präfix sollte ausgetauscht werden. Anstatt die Dateien per Hand umzubenennen (oder die entsprechende Shell-Funktion zu nutzen 😉 ), habe ich mir mit einem simplen regulären Ausdruck in wenigen Sekunden ein Shell-Script gebaut, das die Aufgabe für mich löst.
Basis war die Liste der Dateien, die ich in der PowerShell mit dir | ac liste.ps1 erstellt habe.
Mit dem Suchen-/Ersetzen-Muster /^(prefix-(.*))$/move $1 neuerPrefix-$2/g im Vim wurde daraus:
Die Datei konnte ich dann einfach mit .\liste.ps1 ausführen und war fertig!
Wofür du reguläre Ausdrücke nicht benutzen solltest:
Und viele mehr…
In diesem (zumindest für mich) spannenden Artikel zeigt Liz Bennett die – teils sehr deutlichen – Performance-Unterschiede zwischen guten und schlechten regulären Ausdrücken: Regexes: the Bad, the Better, and the Best.
In diesem tollen Artikel geht Nikita Popov auf die Hintergründe von regulären Ausdrücken ein und erklärt ganz nebenbei noch die Chomsky-Hierarchie und warum man HTML nicht mit regulären Ausdrücken parsen sollte: The true power of regular expressions. Ein wirklich spannender Artikel, der mir wieder mal zeigt, wie sinnvoll es ist, reguläre Ausdrücke zu beherrschen.
Eine witzige Möglichkeit, reguläre Ausdrücke zu lernen, ist übrigens das Regex Crossword. Damit habe ich auch schon einige Stunden verbracht! 😀
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