Das Staatsgefängnis von Toamasina gilt als eines der schlimmsten der Welt. Gebaut für 350 Häftlinge sitzen dort jetzt mehr als 13000 Männer, Frauen und Jugendliche ein. missio-Redakteurin Kristina Balbach hat sich dort umgesehen und auch mit Insassen gesprochen. Zum Beispiel einem 14-jährigen Mörder und einer Schwangeren, die DVDs mit Kinderpornographie verkauft hat - beide haben ihre Straftaten aus purer Not begangen. Sie sitzen in Untersuchungshaft - ohne Anklage. Ob es jemals einen Prozess geben wird, weiß man nicht. Der Staat ist hoffnungslos überfordert und kümmert sich in der Haftastalt um rein garnichts. Deshalb setzt die Kirche sich dort für menschenwürdige Bedingungen ein: Im Gefängnishof wachsen Obstbäume, damit die Insassen ein paar Vitamine bekommen, Hühner sorgen für Eier. Eine mobile Klinik versorgt Kranke. Außerdem bieten sie handwerkliche Ausbildungen an, damit die Gefangenen eine Perspetive haben nach ihrer Entlassung.