Es war ein Rekord: Weit über 400 Franzosen, so viele wie nie zuvor, kamen am 14. Juli ins 5*-Superior Resort Bareiss (Baiersbronn, Schwarzwald), um beim traditionellen Déjeuner amical franco-allemand das große Doppel-Fest zu feiern, den Nationalfeiertag Frankreichs und den 75. Jubiläums-Geburtstag des in der dritten Generation geführten Familienhotels. Vom Guide Michelin aktuell wieder als eines der „außergewöhnlichsten und bemerkenswertesten Hotels der Welt“ ausgezeichnet.
Die Gäste kamen also in Scharen. Champagner schäumte in den Gläsern. Jean-Marc Lieberherr, Enkel des legendären französischen „Architekten“ der Europäischen Union Jean Monnet, hielt die starke und große Festrede. Und die Gastgeber im „Culinary Hotel of the Year“ stellten abermals unter Beweis, daß eine alte Redensart neu geschrieben werden muß: Essen wie Gott im Bareiss.
Den Auftakt machte im Mitteltaler Kurgarten der festliche Empfang, musikalisch umrahmt von der Trachtenkapelle Mitteltal (Leitung: Sascha Eisenhut und Timo Gaiser) und den Parforcehorn-Bläsern aus dem elsässischen Holtzheim. Hannes Bareiss hieß im Namen der Familie, seiner Frau Britta und Vater Hermann Bareiss, willkommen. Seine Begrüßung geriet zum großen Dankeschön an die Gäste aus Frankreich, die dem Resort seit 75 Jahren mit ihrer „wunderbaren Sympathie und Lebensfreude“ ihr Vertrauen erweisen. Zumal an jedem 14. Juli seit nunmehr 31 Jahren: Hunderte von Gästen aus Europas stolzer Nation feiern ihren Nationalfeiertag auf deutschem Boden. Hannes Bareiss: „Wer hätte sich das 1945 vorstellen können?“ Seinerseits hält das Bareiss unverbrüchlich dem Grundsatz der Gründerin Hermine Bareiss Treue: „Für den Gast gibt es kein Nein.“ Von Hannes Bareiss, in Anspielung auf die berühmte Revolutions-Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, übersetzt mit: „Freiheit über alles: Jeder kann hier Urlaub machen, wie er will, wie es ihm am meisten guttut.“
Klare Aussagen zur politischen Rolle Frankreichs und Deutschlands für die europäische Einheit bestimmten die Rede von Jean-Marc Lieberherr. Er erinnerte daran, daß es den führenden Politikern der Nachkriegszeit gelang, „jahrzehntelangen Hass und Konflikte zu überwinden, um Frieden und eine Union der Gleichberechtigten zu schaffen und das Fundament zu legen, auf dem unser Europa errichtet wurde.“ Er appellierte an die Staatsregierenden Frankreichs und Deutschlands von heute, „daß sie die moralische und historische Verantwortung tragen, das Werk jener großen Visionäre - Konrad Adenauer, Jean Monnet, Robert Schuman - fortzuführen: nationale Interessen zugunsten des Gemeinwohls zu überwinden. Nur wenn wir uns auf diesen Geist zurückbesinnen“ - Lieberherr wurde dankenswert deutlich - „werden wir der Herausforderung der Geschichte gerecht werden und können dem Wiedererstarken des Nationalismus ein starkes europäisches Projekt entgegensetzen, dessen maßgebliche Architekten Deutsche und Franzosen sein müssen.“
Mit derselben Entschiedenheit sprach Michael Ruf, Bürgermeister von Baiersbronn: „Wir brauchen Vernunft, wir brauchen Freiheit, wir brauchen keinen Nationalismus. Wir brauchen jetzt den großen, mutigen Wurf. Wir benötigen dringend ein wehrhaftes Europa und eine erneuerte Achse zwischen Paris und Berlin, damit wir unsere Freiheit in dieser rauen Welt entschlossen verteidigen.“ Zugleich dankte er den Gastgebern für ihren passionierten Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft: „Die Familie Bareiss fördert unsere tiefe Freundschaft seit über drei Jahrzehnten meisterhaft. Wenn wir heute unsere gemeinsame Lebensfreude teilen, formen wir einen unzerstörbaren Schild gegen alle internationalen Krisen.“
Ganz im Sinne dieser Lebensfreude schlug Hermann Bareiss, erst jüngst mit der Brillat-Savarin Plakette ausgezeichnet, den Bogen wieder zurück zu den Gästen mit einem Aphorismus des großen französischen Gastrosophen: „Jemanden zu Gast laden, heißt für sein Glück sorgen“. Der Seniorchef bekräftigte: „In den 75 Jahren, seit es das Hotel gibt, in diesen vielen Jahren ging und geht es immer nur um eins: daß Sie bei uns glücklich sind.“
Und für Glück, viel großes Genießerglück, sorgten Küche (Leitung: Daniel Sorge) und Service (Leitung: Dieter Kalweit) u.a. mit geräuchertem Saibling vom hoteleigenen Forellenhof Buhlbach, confiertem Kabeljau und gratiniertem Filet vom Weiderind. Und was hat, alle Jahre wieder, natürlich nicht gefehlt? Natürlich nicht die Tartelette „Forêt-Noire“, das Schwarzwälder Kirschtörtchen – sonst hätte was zum Genießerglück gefehlt