Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

By Hans SchwichowSociety & CultureHistory
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Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim episodes

  • #44 - rigoros und realistisch
    Immer wieder hat sie Wohnorte zurückgelassen, „wir haben da auch entrümpelt“ sagt sie einmal im Gespräch – immer wieder hat sie aber auch neu Fuß gefasst, so zuletzt im Pflegeheim. Sie erzählt von ihrem ersten Kind, das kurz nach der Geburt starb, davon wie es ist, wenn einen ein Sturz aus dem gewohnten Leben reißt; von ihren Kindern, und von einer lebenslangen Freundin, die seit sie 18 ist in den USA lebt. 


    Das Gespräch fand am 20.10.24.statt, einem Sonntag. Die morgendlichen Radionachrichten machen auf mit der Meldung: In Berlin sei offenbar ein Anschlag auf die israelische Botschaft verhindert worden.  Die Firma Goldschmidt, bei der der Ehemann gelernt hat, wurde auch kürzlich in Folge 40 dieses Podcasts erwähnt. https://history.evonik.com/de/gesellschaften/goldschmidt  Den Namen dieses Urlaubsortes habe ich kaum verstanden: https://de.wikipedia.org/wiki/Dahme_(Holstein)   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal


    1 hr 12 min
  • #43 - Sauerkraut mit Bohnen
    Sie sei ein Aprilscherz gewesen, so die am 2.4.1941 geborene Bewohnerin; die von schlimmen Erfahrungen auf der Flucht zum Ende des Krieges hin berichtet, von ihrer Zeit in der DDR, von wo sie nach Abschluss der Ausbildung zur Friseurin 1961, als es gerade noch mit der S-Bahn möglich war, türmte; West- Berlin, Essen und Bochum sind wichtige Orte ihres Lebens; das erste Rendezvous mit ihrem späteren Mann hat sie verpasst; zu hören ist von ihrer Tochter, ihrer Liebe zu Kunst und Malerei, von Otmar Alt, aber auch von scheußlichem Essen und von ihrer Krankheitsgeschichte. 


    Ausgangspunkt zum Bilder begucken?! https://de.wikipedia.org/wiki/Otmar_Alt Obwohl ich vor einigen Jahren darüber gelesen habe, gehe ich hier fälschlich davon aus, dass sich hinter dem Namen Adolphi ein Mann verbirgt. Die Adolphi Stiftung ist Träger unter anderem des Heimes in dem die heutige Gästin wohnt. Die Stiftung wurde im Jahre 1691 von der Jungfer Adolphi ins Leben gerufen.  https://adolphi-stiftung.de/die-adolphi-stiftung/geschichte/ oder richtig detailliert: https://adolphi-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/02/Festschrift_September2016_online2-min.pdf Bis zum Mauerbau war die Flucht mit der S-Bahn aus der DDR gar nicht so ungewöhnlich:  https://www.dw.com/de/mit-der-s-bahn-in-den-westen/a-4697602 https://www.technikmuseum-online.de/homepage_dateien/beitrag_4.htm  Von der Wirtschaft Overbeck in Freisenbruch, als Erstem Treffpunkt von Menschen, die später (lange) verheiratet waren, kann man öfter lesen, z.B.: https://www.waz.de/staedte/essen/article11972493/eiserne-hochzeit-eine-ehe-wie-die-geschichte-der-brd.html die „Teerbau“ ist heute in diesem Konzern aufgegangen:https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovia_Deutschland  Ein weitere Irrtum meinerseits; Schillig  liegt nicht in Ostfriesland: https://de.wikipedia.org/wiki/Schillig Gespräch am 6.10.24 um 10 Uhr, das war ein Sonntag, weshalb ich keinen Tageszeitungstitel zitieren kann. In den Radionachrichten war die erste Meldung ein Hinweis auf bevorstehende Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Überfall von Hamas Terroristen auf Israel vor einem Jahr.  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 6 min
  • #42 - ein bisschen Österreicherin
    Sie wundert sich darüber, an was man sich manchmal erinnert; etwa an Huchem – Stammeln. Prägend waren hingegen die uneheliche Geburt, ihre wunderschöne Kindheit in einer Patchwork-Familie. Sie arbeitete später als Angestellte einer Sparkasse, und nebenbei und, wie sie selbst sagt „ganz schön blöd“, erledigte sie die komplette Haus- und Familienarbeit. Die Söhne, Lanzarote, Lesen, Malen, die Patenkatze „Watson“, aber auch eine lange Krankheitsgeschichte sind weitere Themen. 

    Das Gespräch mit der am 7.9.1949 geborenen Bewohnerin fand am 16.9.24 statt. – Die Tagezeitung berichtet davon, dass Kontrollen auch an NRW – Grenzen geplant seien und führt aus, die Landesregierung begrüße die Ausweitung. Im Zusammenhang mit dem Staunen darüber, an was man sich manchmal erinnert, findet dieser Ort, den es also wirklich gibt! Erwähnung: https://de.wikipedia.org/wiki/Huchem-Stammeln   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 28 min
  • #41 - Familie
    Greifswald, Klein- und Groß-Zastrow, 1934 geboren erfuhr sie hier die Schrecken des Krieges und der Zeit danach; sie beschreibt, wie Flüchtlinge, auch aus der damaligen DDR, von uns nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wurden. 


    In der Tageszeitung ist am Tag des Gespräches, dem 28.8.24, der Anschlag mit Messer in Solingen Thema: Land räumt Fehler ein; bei der Abschiebung des Attentäters funktionierten laut Ministerin Paul Informationsketten nicht, ist im Titel zu lesen. 
    Klein und Groß Zastrow: https://de.wikipedia.org/wiki/Dersekow#Klein_Zastrow https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fsteingr%C3%A4ber_bei_Gro%C3%9F_Zastrow Sie zitiert einen Spruch aus ihrem Poesiealbum, der unter anderem hier nachzulesen ist: https://frauen-kluengeln.de/kluengel-geschichten/sei-wie-das-veilchen-im-moose/ Über Butlerschulen habe ich keine historischen Verweise gefunden. LPG kennt man ja noch, aber MTS: https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinen-Traktoren-Station#  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 30 min
  • #40 - manche Ecken
    Berufliche Werdegänge, sein Dienst in der jungen Bundeswehr; das Verschwinden der einstmals bekannten Goldschmidt AG in diversen größeren Unternehmensgruppen spielen eine Rolle; viel erzählt das Ehepaar, das diesmal zu Gast ist, aber vor allem über die gemeinsamen musikalischen Hobbies, das Tanzen, die Chöre, sie hat mit 60 noch Trompete gelernt, den familiären Zusammenhalt, über ihre Hunde und über die Folgen seiner Parkinson Erkrankung. 


    Das Gespräch fand am 19.8.24 statt; der Titel der aktuellen Tageszeitung hätte aber auch schon vor 40 Jahren gepasst!? „NRW-Städte vor dem Finanz-Kollaps“  
    Über seinen Arbeitgeber, die Firma Goldschmidt und deren schrittweises Verschwinden in noch größeren Unternehmensgruppen hab ich mich hier belesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Evonik_Goldschmidt https://www.waz.de/staedte/essen/article8316645/der-name-goldschmidt-ist-geschichte.html  Einige Infos zum Cousin finden sich hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Schnabel   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 2 min
  • #39 - das Bild hab ich noch
    Geboren im Juni 1942 machte sie in jungen Jahren eine Evakuierung zusammen mit der Mutter und ihrer älteren Schwester mit; die forsch, sie selbst zeitlebens ängstlich. Die eher späte Geburt ihres Sohnes, sie war 32, wurde damals als Risiko angesehen. Sie berichtet von der Freude, die sie an Spiegeln, an ihrem eisernen Wok und am Tanzen hatte, und von der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, bei der sie fast alles verloren hat und bei der ihr Leben durch einen tatkräftigen Nachbarn gerettet wurde. 


    Das Gespräch haben wir an Sonntag dem 4.8.24 geführt. Die Radio-nachrichten um 8 Uhr eröffnen mit der Meldung: In England und Nordirland hat es nach tätlichem Angriff auf Kinder weitere Ausschreitungen gegeben. Nagold ist aber doch etwas weiter weg von Essen:https://www.nagold.de/willkommen Ein Ballonroller findet bereits in Folge 5 Erwähnung. Umfassend zur Hochwasserkatastrophe:https://reportage.wdr.de/chronik-ahrtal-hochwasser-katastrophe Der Freundin, deren Nachname uns nicht einfällt, könnt ihr in Folge 21 zuhören.  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 23 min
  • #38 - damals stank die Emscher noch
    Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie mit ihrer Oma im Schwarzwald, nach dem Krieg zurück in Essen kommt sie sich wie das fünfte Rad am Wagen vor, muss aber trotzdem einen Haufen Pflichten erfüllen. Wieder ist es die Oma die Licht in ihr Leben bringt – an ihrer Hand geht sie einmal zu Fuß über eine Autobahnbrücke -  aber auch eine Schulfreundin, mit der sie bis heute, also seit fast 80 Jahren verbunden ist und ihr Ehemann, der 48 Jahre lang einfach nicht von ihr ablassen wollte. 

    Die Gästin dieser Folge wurde am 12.7.39 geboren und war damit zum Zeitpunkt der Aufnahme am 24.7.24 seit Kurzem 85 Jahre alt. Die Tagezeitung berichtet an diesem Morgen über ein Urteil des OVG Münster, das keine Bürgerkriegsgefahren für syrische Flüchtlinge mehr sehe, und so die Abschiebedebatte befeuere Den Begriff Trümmerblumen hatte ich vorher noch nie gehört, aber schon einige aus meinen Balkonkästen gezupft: https://de.wikipedia.org/wiki/Schmalbl%C3%A4ttriges_Weidenr%C3%B6schen   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 7 min
  • #37 - da muss das Blut an die Wand spritzen
    Er schwärmt vom Lateinunterricht, hat 10 Jahre Verpflichtung beim DRK einem Pilotendasein bei der Bundeswehr vorgezogen, studierte zielstrebig auf den höheren Dienst zu, den er vor allem in der Bundesagentur für Arbeit in Essen und später 11 Jahre lang in Ahlen ausfüllte. 


    Korrektur: es war nicht die letzte, sondern die vorletzte Folge (#35), in der die aktuell älteste Bewohnerin des Hauses erzählt hat.  Das Gespräch wurde am 9.7.24 geführt. Bei meinem Bäcker gab es wieder keine Tageszeitung. In den WDR V Nachrichten um 9 Uhr war die erste Meldung: Die Diskussion über den künftigen Preis des Deutschlandtickets hält an  Rehme und Volmerdingsen sind Stadtteile von Bad Oeynhausen https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Oeynhausen  10 Jahre DRK  https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrersatzdienst  Immer stimmt das mit dem Verhältnis der Körpergröße zur Armspannweite nicht ganz so wie beschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Affenindex   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 10 min
  • #36 - nicht nur Tennis spielen
    Sie hat für ein Vorstandsmitglied von Krupp auf der Villa Hügel gearbeitet, und manchmal zum Dienstbeginn dort mit ihrem Chef Tennis gespielt. Erfahrungen auf einem katholischen Mädchengymnasium fließen in das Gespräch ein, ebenso wie Berichte von einer Weitstreckentour mit der Vespa, einer Segeltour im Mittelmeer, Reisen nach Ägypten, Yogyakarta und immer wieder erzählt sie von Aufenthalten auf den Philippinen, woher die Frau ihres Bruders stammt. 


    Am 12.6.24 haben wir uns unterhalten. Die Tagespresse vermeldet an diesem Tag: Konzernchef López sehe die Lage bei Thyssenkrupp als kritisch an; ein „Businessplan“ für den großen Umbau der Stahlsparte sei in Arbeit.  Unter den Angeklagten welche mit Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bei den Nürnberger Prozessen auf der Anklagebank saßen findet sich keiner der in Riga geboren wurde?! https://de.wikipedia.org/wiki/Krupp-Prozess  Mit dem Präsidenten und der First Lady der Philippinen, die mit dem Vater der Schwägerin befreundet sind, sind wohl General Ferdinand Marcos und seine Frau Imelda gemeint. Ganz allein steht die Bewohnerin nicht, mit der Ansicht, Jesus sei gar nicht am Kreuz gestorben; für die Annahme dies hänge mit dem Essigwasser zusammen habe ich aber auch im Internet keine Quellen gefunden.  https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=5&tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=94068&cHash=f6cb6fbbe2ea28a658d0bf8b7bad1bb8  https://www.focus.de/wissen/mensch/religion/christentum/krude-theorien-zu-jesu-tod-auf-dem-pruefstand-mythos-vs-wissenschaft_id_2246912.html  Mit dem „Picasso von Yogyakarta“ könnte Ahmad Sadali gemeint sein, der einer Familie entstammt in der Batik Druckerei betrieben wurde und der über Kubismus gelehrt hat. Seinen Namen fand ich auf dem Umweg über:  https://de.wikipedia.org/wiki/Umi_Dachlan Sehr viele Bildbeispiele indonesischer Künstler*innen findet man unter https://indoartnow.com/   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 22 min
  • #35 - ein Indianer im Bett
    Beim Erzählen über ihr Leben steigt die 99-Jährige mitten im Krieg ein, berichtet von ihrer Zeit als Arbeitsmaid, beim Luftschutz-Warndienst, davon wie sie mit ihrem Vater im heimischen Keller verschüttet und auch dank diesem befreit wurde; wie es weiter ging. Eine Begegnung mit René Carol, das lange Werben ihres Mannes; beruflich hatte sie mit Hollerith Lochkarten und frühen Computern zu tun.


    Das Gespräch haben wir am 7.6.24 geführt. In der Tageszeitung wurde berichtet, dass in NRW ein verschärftes Messerverbot anstehe.  Bezirksheilstuben waren Stationen für erkrankte Arbeitsmaiden.Über die Braunschen Röhren findet man einiges, in diesem Zusammenhang hab ich aber keine Einträge aufgetan. Ihr Arbeitgeber fusionierte 1920 mit Karstadt; die Filialen wurden aber lange unter altem Namen weitergeführt.  https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Althoff  Über René Carol:  https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Carol  und über das Hollerith-Verfahren: https://www.planet-wissen.de/technik/computer_und_roboter/geschichte_des_computers/pwiehollerithundderlochkartencomputer100.html    Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 5 min

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