Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

By Hans SchwichowSociety & CultureHistory
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Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim episodes

  • #34 - Schultern wie ein Stabsoffizier
    Ihr Vater betrieb eine Hühnerfarm, sie half mit, erlebte dort den Einschlag einer Phosphorbombe, durch ein Kellerfenster konnte sie Hilfe holen; ihr Vater baute in der Folge einen eigenen Bunker; sie heiratet einen Mann aus der Nachbarschaft, herzlich kann sie auch heute noch über verrückte Geldausgaben lachen; Kreuzfahrten führten sie bis nach Grönland. 

    Aber beim woanders in Essen wohnen, wünschte sie sich schnell nach Fischlaken zurück.Zwei Geschäfte, die von Bewohner*innen aus diesem Stadtteil immer mal wieder erwähnt werden: Bäcker Abs und Fleischer Ening. Zum Kanister:  https://de.wikipedia.org/wiki/Phosphorbombe   Ein Bild vom Knoten:  https://industriemuseum.lvr.de/de/sammlung/sammlung_entdecken/ruestung___krieg/dreiecktuch/Dreiecktuch_der_Hitlerjugend_und_des_Bund_Deutscher_Maedel.html  Das Gespräch fand am 22.5.24 statt. Die Tageszeitung berichtet am Morgen:unter dem Titel „Gefährliche Seilschaften“ vom Start des Prozesses gegen die „Reichsbürger“-Gruppe um Prinz Reuß.   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 5 min
  • #33 - fleißig waren wir schon immer
    Ihre Herkunft kann sie nicht verleugnen. Wie sie ins Ruhgebiet verpflanzt, aber mit ihrem Mann den Kontakt zur Familie in Bayern aufrecht erhalten, und diese ihn sogar dazu bringen konnte, dem Preußischen Irrglauben abzuschwören könnt ihr diesmal erfahren. Sie nennt sich „Reisetante“ – 42 Länder hat sie mit ihrem Mann besucht, der aus interessanter Randperspektive und doch von mittendrin einiges über die Gelsenkirchener Bergwerks AG zu berichten hat.  


    Das Gespräch fand am Samstag dem 4.5.24 statt; Titel der Tageszeitung, die es jetzt bei meinem Bäcker wieder gibt: NRW will Feuerwehr-Streit beilegen, das höhere Rentenalter der Rettungskräfte betreffend deutet Innenminister Reul einen Kompromiss an.  Die heutige Gästin war eine Zeit lang Änderungsschneiderin bei Loosen:  https://de.wikipedia.org/wiki/Blum-Haus_(Essen) Schuh + Co. GmbH, Isolierarbeiten, wo der Ehemann eigentlich lernen sollte,  gibt es bis heute in Essen, Kray. Das Schwimmbad, bei dessen Bau sich sein Berufswunsch konkretisierte könnte das Friedrichsbad gewesen sein, das nach Bombentreffern 1949 wiedereröffnetwurde:  https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrichsbad_Essen  Links zur Gelsenkirchener Bergwerks AG, und seinem beruflichen Umfeld: https://de.wikipedia.org/wiki/Gelsenkirchener_Bergwerks-AG https://www.ruettenscheid.de/ruettenscheid/geschichte-ruettenscheids/die-rue https://de.wikipedia.org/wiki/Deminex   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 34 min
  • #32 - Salat mit Zucker
    Verwandtschaftliche Verbindungen nach England und Slowenien, eine berufliche Vergangenheit in der Eisengießerei; die Gästin dieser Folge berichtet zudem von gelungenen und missratenen Operationen, von familiärem Zusammenhalt und von unüberbrückbarem Konflikt und sie vermittelt einen einladenden Eindruck von gemütlichen Campingurlauben. 


    Geboren wurde die Bewohnerin, die diesmal berichtet, am 22.8.1938. Das Gespräch fand am 6.4.24 statt. WDR Aktuell berichtet in den Nachrichten um 9 Uhr, dass Meteorelogen für Deutschland außergewöhnlich hohe Temperaturen erwarten. Zur Eisengießerei hab ich hier hineingeschaut: https://de.wikipedia.org/wiki/Former https://de.wikipedia.org/wiki/Gie%C3%9Fen_(Metall)  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 7 min
  • #31 - jetzt erzählen sie denen mal heute was
    Heute erzählt eine Frau, die als Kind die Luftangriffe mitten im Ruhrgebiet erleben musste; ihr Vater wollte kein Schneider werden, wurde Bergmann; ein solcher wollte ihr Ehemann auf keinen Fall bleiben, er ließ sich früh zum Postbeamten umschulen; er konnte alles, berichtet sie, sogar „Russisch babbeln“, und er habe alles mitgemacht; es ist aber auch die Rede von zwei Neffen, die jung versterben, und vom Leid der älteren Schwester, die deren Mutter war. 


    Das Gespräch fand am 3.4.24 statt. Der Niedergang der Printmedien schreitet voran: jetzt verkauft mein Bäcker keine Zeitungen mehr! Deshalb zitiere ich als Anbindung an das Tagesgeschehen die erste Meldung der Radionachrichten, die ich um 8 Uhr gehört habe: „ Die Insel Taiwan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden.“  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    58 min
  • #30 - ich bin nie allein gewesen
    Sie hat in mehreren Stadtteilen Essens gelebt, und betont diese betreffend viele guten Seiten, aber auch Urlaubsreisen werden erinnert, besonders mochte sie Teneriffa und auf ein sehr schönes Foto des Teide, das an der Wand hängt, schaue ich bei unserem Gespräch immer mal wieder. Aber als 94 Jährige hat sie auch über Krankheiten und Sterbensprozesse zu erzählen. 


    Das Gespräch fand an Dienstag dem 27.2.24 statt. Die Tageszeitung berichtet über die Sorgen von Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel, Thyssenkrupp-Stahl werde wohl Arbeitsplätze abbauen müssen.  Sie ist gelernte Kürschnerin, ich musste erst mal nachschauen, was das ist: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/3611 Info zu Nabucco, mit knisterigem Hörbeispiel des angesprochenen Lieblingschores: https://de.wikipedia.org/wiki/Va,_pensiero Eine Krankheit, von der ich vor unserer Unterhaltung noch nicht gehört hatte: https://de.wikipedia.org/wiki/Tetanie   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 17 min
  • #29 - "Dein Mann ruft dich"
    Die Gästin dieser Folge kommt einige Male auf Schmerzen in Folge ihrer Zoster Neuralgie zu sprechen. Sie berichtet von Traumen der Kindheit und Jugend, einer Flucht aus der entstehenden DDR, aber auch vom Zutrauen ihrer Mutter und von den 70 Jahren, die sie mit ihrem Mann zusammen war, bis dieser vor nicht allzu langer Zeit verstarb. 


    Geboren wurde meine Gesprächspartnerin am 12.7.41 in Zella-Mehlis. Ihre Herkunft verrät sich mir aussprachlich bei zwei einzelnen Worten, und vielleicht entstammt auch ihre sprechende Version von „Hautevolee“ dem Sächsischen?

    Die Schulterschmerzen, die sie mit geringerer Intensität immer noch hat, sind nach Anpassung der Medikation rückläufig; aber das insoweit wirksame Gabapentin hat auch einiges an unerwünschten Wirkungen zu bieten und ein die Bewohnerin zufriedenstellendes Gleichgewicht ist noch nicht erreicht. Das Gespräch fand am Samstag den 24.2.24 um 10 Uhr statt.Die Tageszeitung erinnert auf der Titelseite unter der Überschrift „Geschundenes Land“ an den Beginn des Angriffskrieges zwischen Russland und der Ukraine vor 2 Jahren. Der (kleine Bruder) Joachim Wenck sei ein in der DDR recht bekannter Schauspieler gewesen, erzählt sie. Ich habe bei einer flüchtigen Suche leider nichts zu dem Namen gefunden auf das ich hier verweisen könnte. Grün Weiß Werden hat auf seiner Website keine Links zur Geschichte, aber wenn man sich mal Feldhandball anschauen will, Grün Weiß Dankersen wurde einige Male Deutscher Feldhandballmeister und es gibt Bilder im Netz, z.B hier:  https://www.ardmediathek.de/video/br-retro/feldhandball-tsv-1860-ansbach-tsv-gruen-weiss-dankersen-1963/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2I1MjM3ZDhjLTg0ZjUtNDIyMS04YThkLWJiMzQxOTMwZGM3YQ   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 16 min
  • #28 - die Kinder haben nur Freude gemacht
    Die Gästin dieser Folge hat in ihrer geselligen Art vom ersten Tag an sich alten und neuen Bekannten angeschlossen, zu Gruppen, in denen sie als interessiert Zuhörende verstärkte Bindungen schafft. Jetzt muss sie mal selbst erzählen! Sie berichtet unter anderem von dem Nachteil am 23.12. Geburtstag zu haben und von ihrer Angst vor Hunden, die durch Lotti, den Hund einer ihrer Töchter hinweggefegt wurde. 

    Geboren wurde die Gesprächspartnerin 1934. Das Gespräch fand am 7.2.24 statt.Die Tageszeitung titelt an diesem Morgen: Verdi kündigt breite Streikwelle an  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal 
    28 min
  • #27 - ich war immer neugierig
    Geboren im Jahr 1950 ist er einer der jüngeren Bewohner des Hauses; seine spätere Ehefrau lernt er bereits in der Schule kennen; er erzählt von seiner Tätigkeit als Gynäkologe, seinen vielfältigen kulturellen Interessen, dem Modellbau und seinen Autos.


    Das Gespräch haben wir am 5.2.24 geführt.Die Tagezeitung vermeldet an dem Tag: Auch Beamte dürfen zu Demos – NRW liefert nach Irritationen um Lehrer-Brief Klarstellung. Wieder Tausende auf den Straßen Zahlendreherreport: der Gast hatte nicht wie in der Ansage behauptet 3, sondern sogar 7 2CV`s – die konnte man aber nach 3 Jahren bei guter Pflege zum Neupreis verkaufen. Die Schauspieler, die er aus Essen kennt sind Bettina Engelhardt und Andreas Grothgar.Über die erwähnte Berliner Aufführung des Stückes „Der Frosch“ von Herbert Achternbusch mit Martin Wuttke konnte ich nichts finden. Bei der Nennung des Lieblingsschauspielers kommt es wohl zu einer Verwechslung von Rollen und Darstellernamen: Jürgen Simmel heißt die Rolle von Hinnerk Schönemann im Krimi „Marie Brand“; Schönemann spielt zwar nicht im Friesland Krimi, jedoch bei Nord bei Nordwest mit und er lebt auf dem Land!? Das erwähnte Festival moderner Musik:  https://www.theater-essen.de/philharmonie/themenreihen-20232024/now-utopien-und-konzepte/  Erwähnte bildende Künstler:  https://norbert-thomas.de/#  https://www.reinhartmundt.de/index.htm   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    45 min
  • #26 - ich wollte aus dem Dorf raus
    Sie hat sich scheiden lassen, zu einer Zeit, als dies noch nicht üblich war, hat ihren Sohn groß gezogen,  sie war erfolgreiche Immobilienmaklerin. Sie berichtet aber auch von den Einschnitten der letzten Jahre, ihrem Schlaganfall, dem frühen Tod ihres Sohnes und dem kürzlich erzwungenem Auszug aus einer Einrichtung, die Insolvenz anmelden musste. Wird sie wieder Fuß fassen? Ideenreiches Mitglied des frisch gewählten Heimbeirates ist sie schon mal! 

    Geboren wurde die heutige Gästin am 27.8.1937Das Gespräch fand am 8.1.24 statt. Schlagzeile in der Tageszeitung: Polizei setzt Taser ein – Flüchtling stirbt wenig später  Das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr zitiert die Bewohnerin einige Male:Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. https://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    2 hr 2 min
  • #25 - Süßigkeiten sind bei mir gefährdet
    Sie war nicht verheiratet, hatte nie einen Mann, „brauchte ich nicht!“ Sie erzählt von bewegter Familiengeschichte, ihrer Mitarbeit im Café Billig in Kindheitstagen, ihrem Beruf als Bürokauffrau, so lange ausgeübt bis sie keine Lust mehr auf weitere Neuerungen hatte. Dann habe sie mit ihrer Mutter gelebt, bis die mit 102 gestorben sei. Auch heute noch, wundert sie sich, kämen ihr nachts manchmal die Parolen in den Kopf, die sie zu Zeiten des Nationalsozialismus in der Schule gelernt habe.


    Geboren am 19.6.1929, ist die Gästin dieser Folge mittlerweile auch 94 Jahre alt.  Das Gespräch fand am 21.12.23 statt. Die Tageszeitung weist auf den vorweihnachtlichen Jammer „der Städte“ hin: durch die Verschärfung der Regeln, „Asyl-Reform“ genannt, sei keine schnelle Besserung der Lage in Sicht  Über das Café Billig hab ich leider noch nichts gefunden; für Hinweise auf Erwähnungen oder gar Fotos wäre ich dankbar! Es befand sich jedenfalls in der Nähe von:

     https://www.essener-ruhrperlen.de/werden/historische-bauwerke-in-werden/neukircher-muhle-und-neukircher-schleuse/  Regeln und Text vom erwähnten Kinderspiel:   https://www.volksliederarchiv.de/alte-kinderspiele/vierzehn-englein-fahren/  Zur Papierfabrik in Werden, gegründet 1718 und von 1905 bis 1955 im Besitz der Familie Linneborn gibt es in Antiquariaten sogar eine Festschrift, in die ich bei meinem nächsten Besuch im Essener Stadtarchiv mal reinschauen werde.   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm und auf Mastodon: https://ruhr.social/@ruhrtal
    1 hr 17 min

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