Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

By Hans SchwichowSociety & CultureHistory
Download on the App Store

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim episodes

  • #64 - Turmdrehkranführerschein
    Aus dem postkommunistischen Polen, und zwar aus Katowice kommt sein Vater nach Hamm, und kommt der Rest der Familie dann mit, über Mühlheim nach Duisburg. Die Eltern des 1987 geborenen Kollegen, der in dieser Folge zu Gast ist, waren einfallsreich dabei, ihn zum Erlernen der deutschen Sprache anzuregen, sie förderten sein Talent für das Schachspiel, meldeten ihn beim SV Mühlheim Nord an, er war erfolgreich bis hin zur Jugendbundesliga und zu Europameisterschaften – die Eltern waren aber auch so nett, die Lehrer darum zu bitten, ihm Extra Hausaufgaben zu geben. Beruflich hat er einiges ausprobiert… dann heuert er als Pflegehelfer an…


    Aufgenommen am 20.8.25, 12 Uhr. Die Tageszeitung vermeldet an diesem Morgen: Nach dem Ukraine-Gipfel - Ringen um Sicherheitsgarantien  SV Mühlheim Nordhttps://svmuelheimnord.de/Schwarz Weiß Oberhausenhttps://www.schach-swob.de/  Eröffnung Cambridge Springshttps://de.wikipedia.org/wiki/Cambridge-Springs-Variante Großmeister Peter Lekohttps://www.chess.com/de/players/peter-leko Zum Turmdrehkranführerscheinhttps://itc-graf.de/turmdrehkran-fuehrerschein Downhill fahren https://de.wikipedia.org/wiki/Downhill  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    35 min
  • #63 - ist mal so
    15 Jahre alt war sie 1945; sie berichtet von den drei Jahren davor, die sie in der Nähe von Fulda auf einem Bauernhof verbrachte; ansonsten hat sie immer in Essen gelebt; mit ihrem Mann, dem Sohn einer Schneiderin aus der Nachbarschaft, ist sie viel gewandert, war auch auf der Zugspitze; er war Bauschlosser, in einer Firma, die es schon lange nicht mehr gibt; sie war Verkäuferin, ihre Stärke die Gesprächsführung; ein Talent, das in Kaufhäusern auch kaum noch gebraucht wird – alles ist anders geworden, stellt sie fest, aber man muss es nehmen, wie es kommt. Freude bereiten ihr, der Sohn und die vielen Enkel, und sie ist dankbar für jeden Tag, den sie erleben darf.

    Das  Gespräch fand am 5.8.25 statt; die Tagezeitung titelt an diesem Tag mit: Bürgergeld - NRW auf Distanz zu Söder (- damit zukünftige Hörer den Namen „Söder“ nicht googlen müssen: bayrischer Stammtischkönig des beginnenden zweiten Jahrtausends.) Kepa Karstadt:https://de.wikipedia.org/wiki/Kepa_Kaufhaus Weidenau, Kreis Fulda:https://de.wikipedia.org/wiki/Weidenau_(Freiensteinau) Nieswandt:https://historischesportal.essen.de/historischesportal_namen/friedhof/friedhofsfuehrer/friedhofsfuehrer_detailseite_876972.de.html   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    26 min
  • #62 - ziemlich bewegt
    Meine Kollegin erzählt von ihrem ersten Mann, den sie mit 13 kennen lernte, ihren beiden Söhnen, ihrer großen Liebe, einem Profifußballer, dessen Name interessierten Bewohnern und Angehörigen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und einem bestimmten BVB-Fan sogar Entzückensschreie entlocken kann; vor allem aber schildert sie eine frühe Begegnung mit der Pflege, und wie sie dann Jahre später wieder zur Pflege fand, warum sie die Ausbildung zur Fachassistentin in Angriff nahm, warum sie demnächst der stationären Altenpflege den Rücken zuwendet und wohin ihr weiterer Weg erst mal führen wird. Von einem sehr großen Zelt ist auch noch die Rede.


    Wir haben uns am 24.7.25 vor unserem gemeinsamen Spätdienst unterhalten.  LG 1 und LG 2: https://www.pflegestudium.de/weiterbildung/behandlungspflege/ Forensik: https://de.wikipedia.org/wiki/Forensik   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    48 min
  • #61 - lieber Sand drüber, als Steine
    Ihr Vater, ein lustiger Mensch und Musikliebhaber, fällt in Stalingrad; ihre Mutter begibt sich von Danzig aus mit drei Kindern auf die Flucht. Meine Gästin erlebt in einem Güterwaggon, wie ein ihr unbekannter Mitflüchtling direkt neben ihr verstirbt; Fluchterfahrungen, die sie beeinflussten, später beruflich alten und kranken Menschen zu helfen. Sie berichtet von der Zeit in Lingen, auf einem Bauernhof, vor allem die Mutter musste schwer arbeiten, den kleinen Bruder versuchten die Schwestern zu erziehen, aber meine Gesprächspartnerin spricht von einer schönen Zeit: Tanzen lernt sie auf dem Bauernhof mit anderen Jugendlichen; ihren Mann lernt sie beim Tanzen kennen; Musik und Tanzen, das sei ihr Ein und Alles – ihr Mann ist da zurückhaltender, lässt ihr aber den Freiraum; sie berichtet Erlebnisse, die mit ihrer Freude am Singen zusammenhängen; von ihrem Beruf als staatlich geprüfte Krankenschwester; vom Autofahren, das sie vermisst, von Urlauben, ihren Kindern; davon wie sie eine Zeit lang als alleinerziehende Mutter in den frühen 60ern klar kam. Sie erzählt von den vielen Menschen in ihrem Umfeld, die bereits verstorben sind.

    Unser Gespräch fand am Montag, 23.6.25 um 10 Uhr statt; die Tageszeitung vermeldet: US-Bomben auf Iran – Sorge vor Eskalation Das Lied kam mir irgendwie bekannt vor, aber den Text musste ich doch noch mal googlen: https://www.songtexte.com/songtext/klaus-and-klaus/da-steht-ein-pferd-aufm-flur-4be16326.html   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    1 hr 7 min
  • #60 - hier ist was kaputt
     1944 geboren, die ersten Jahre verbrachte er in Oberrosphe in Hessen; nur den dortigen Dialekt beherrschte er, als er in Essen eingeschult wurde. Daran lag es aber nicht, dass die schulischen Leistungen durchwachsen waren und erst besser wurden, als es auf die Berufswahl zuging. Am Ende war er Elektrosteiger im Kohlebergbau: er beschreibt das Tätigkeitsfeld, Pumpen reparieren mit Tauchgängen etwa, das Umfeld, das Arbeitsklima, berichtet vom letzten Tag auf der Zeche Nordstern, von seiner letzten Fahrt im Förderkorb, aber auch von der schönen Zeit danach mit seiner Frau, und nach deren Tod, zu der Zeit wieder in Hessen, mit seiner Kindheitsfreundin. Er schildert das familiäre Miteinander, Tochter und Schwiegersohn sind beim Gespräch übrigens dabei, und er reflektiert seine aktuelle Lebenssituation.


    Das Gespräch fand am 4.6.25 um 15 Uhr statt; die Tageszeitung vermeldete:  Thyssenkrupp: Land fordert Garantien

    Elektrosteiger ist keine Punkband, sondern: https://berufsbild.com/details/elektrosteiger-in/  Einige Begriffe, die ich nachschauen musste: https://de.wikipedia.org/wiki/Wetterkanal_(Bergbau) https://de.wikipedia.org/wiki/Waschberge  Zu einigen der genannten Zechen: https://de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Nordstern https://zollverein-geschichte.de/ https://www.ruhrzechenaus.de/gelsenkirchen/ge-wilhelmine-victoria.html  Video vom letzten Tag auf Nordstern: https://www.youtube.com/watch?v=_WC8PAlIYgk    Der Ort in Hessen: https://www.wetter-hessen.de/Leben-in-Wetter/Wetter-seine-Stadtteile/Oberrosphe 
     Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm  
    48 min
  • #59 - an einem Sonntag geboren
    Der Gast dieser Folge wurde 1933 geboren, den Krieg habe er auch als abgebrühtes Kind erlebt, das Blindgänger gezündet hat; in der Nachkriegszeit muss er miterleben, wie sein Vater früh an Staublunge verstirbt. Der Tischler, der den Sarg zimmert, stellt ihn als Lehrling ein. Glück, Neugier und Arbeitsbereitschaft begleiten ihn auf seinem Weg über die Gesellenprüfung zum Meisterbrief, er sammelt Erfahrungen im Treppen- und Messebau. In der Zusammenarbeit mit einem Architekten ist er beruflich in der Welt unterwegs, in Ostafrika, wo einmal Elefanten durch sein Zelt Camp wandern und in China, dort erwandert er einen Teil der Seidenstraße und lernt perfekt mit Stäbchen zu essen; beruflich kehrt er als Prokurist der Messe nach Essen zurück; privat hatte er hier mit einem großen Grundstück und vor allem mit seiner Familie immer schon den nötigen Rückhalt. 


    Das Gespräch fand am 29.5.25 statt.  Ein bisschen Hintergrund zu den Schnitzereien der Makonde fand ich hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Makonde https://www.tanzanian-art.de/service/makonde-styles.html   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm 
    52 min
  • #58 - nicht bereut
    1999 geboren; der Gast dieser Folge ist mal einer, dem man die Lage der Region, in der ich aufgewachsen bin, nämlich die des Siegerlandes, nicht erklären muss; er beschreibt, was Freundschaft für ihn bedeutet, er ist einer aus dem letzten Jahrgang der „reinen“ Altenpfleger; hat nach der Ausbildung aber zunächst 3 Jahre in der Krankenpflege gearbeitet, schildert Unterschiede, stressige Momente und warum er mittlerweile wieder in einem Altenpflegeheim arbeitet.

    Das Gespräch führten wir am 23.5.25; Die Tageszeitung orakelte im Titel:  Prognosen deuten auf einen Hitzesommer. Als über 60jähriger musste ich das folgende nachschauen: https://de.wikipedia.org/wiki/One_Piece_(Anime) und https://de.wikipedia.org/wiki/Hardstyle  Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    46 min
  • #57 - eigenstaendig leben
    Sie berichtet, wie es war als evangelisches Mädchen im erzkatholischen Rheinland aufzuwachsen, von Hunger, einem gemeinen Bankdirektor und sie erzählt wie sie um die 1960er herum Krankenpflegerin wurde, einer Schwesternschaft beitrat, um dann, wegen der Heirat den Beruf aufgeben zu müssen; nach der Scheidung mit 3 Kindern, Wiedereinstieg, Fortbildungen, Leitungsaufgaben, unter anderem in einer Altenpflegeschule, Aufbau einer ambulanten Pflege. Der zweite Mann begegnete ihr mit Respekt, zeigte ihr seine Heimat, das Baltikum. Hören könnt ihr über die Widerstandsfähigkeit der Balten, das rollende R, die Daugava, das Kunst sammeln. Aber auch über das  Sterben ihres zweiten Mannes.


    Das Gespräch fand an Mittwoch dem 7.5.25 statt, die Tageszeitung vermeldet einen „Fehlstart für Kanzler Merz“. Über die etwas schwierig auszusprechende Stadt im Rheinland: https://de.wikipedia.org/wiki/Grevenbroich Zum Hotel „Zur Traube“ neben dem die heutige Gästin in der Nachkriegszeit gewohnt hat: zuletzt war dort ein Sternerestaurant zu finden, das 2014  zumachte; jetzt ist das Gebäude ein Baudenkmal.https://www.grevenbroich.de/fileadmin/Stadtplan_POI/Baudenkmaeler/BauD205GV.pdf Über die angesprochene Annäherung der christlichen Kirchen :https://www.katholisch.de/artikel/57673-vor-60-jahren-oeffnet-sich-die-katholische-kirche-der-oekumene Schwesternschaftenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Schwesterngemeinschaft Kaiserswerthhttps://www.kaiserswerther-diakonie.de/ und Diakonieverein Zehlendorfhttps://www.diakonieverein.de/ Daugava/Düna:https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCna   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    1 hr 33 min
  • #56 - mit schoenem Laecheln
    Geboren 1976 in Velbert als erstes Kind eines Paares, das aus Marokko eingewandert ist; mit 5 Geschwistern groß geworden, hat sie ihre Mutter auf einige Elternsprechtage begleitet. Sie berichtet wie sie über den Umweg der Ausbildung zur Friseurin zur Altenpflege kam, über ihre religiöse Entwicklung; von einem schäbigen Arbeitgeber und warum sie trotzdem lange dort blieb, vor allem aber wird das Engagement deutlich, mit dem sie ihrem Beruf nachgeht.


    Das Gespräch führten wir am 22.4.25, wir hatten beide hinterher Spätdienst; in der Tageszeitung wurde von der Trauer um Papst Franziskus berichtet.  Die Gießerei August Engels, wo ihr Vater gearbeitet hat war als Arbeitgeber in Velbert eine Größe: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1153598940107366&id=100063718112118&set=a.482150623918871&locale=de_DE   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    54 min
  • #55 - muss alles erst kommen
    1910 wurde der Hof, auf dem der Gast dieser Folge bis vor kurzem Bauer war, von seinem Großvater erworben; wie ist es als Kind an einem solchen Ort groß zu werden, wie wird man Bauer und wie ist es einer zu sein. Wir sprechen über Veränderungen in der Landwirtschaft; über Möglichkeiten sich auf einem Hof Hilfe im Alter zu holen, wenn man keine Kinder hat und wie geht ein Bauer in Rente? Ein bisschen Sprichwort Forschung wird auch noch betrieben. 

    Das Gespräch fand am 29.3.25 statt; die Tageszeitung vermeldet im Titel: Streit bis zuletzt über die Klinikreform „Die Flora“ hinter der sich der Hof meines Gastes erstreckt, ist der Gartencenter meines Vertrauens, deshalb meine deutliche „ach! da weiß ich, wo das ist“ - Reaktion, die man als Hörer nicht unbedingt nachvollziehen können muss. Der Hof auf dem der Großvater groß geworden ist befand sich in dieser Region: https://de.wikipedia.org/wiki/Nierenhof https://de.wikipedia.org/wiki/Vossnacken_(Velbert) Das letzte Drittel der Ausbildung zum Bauern fand in diesem Stadtteil von Wuppertal statt: https://de.wikipedia.org/wiki/Vohwinkel   Rückmeldungen sind möglich unter: https://ruhrtal.letscast.fm
    47 min

About Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

From the publisher's feed

Hier könnt ihr Bewohner*innen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen.