Schlaflos dank Seattle - Der Liquam Podcast

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Schlaflos dank Seattle - Der Liquam Podcast episodes

  • Tech-News #173: Meta Muse Spark, Token-Kosten vs. ROI, KI Agenten als Käufer und Verhandler, World ID für Banken und Musks SpaceX-Aktiengeschenk für Kinder

    In Folge 173 sprechen wir in Schlaflos dank Seattle über Metas neues KI-Modell Muse Spark Open, das Meta als leistungsfähigstes offenes US-Modell bezeichnet.

    Unternehmen können es herunterladen, auf eigener Infrastruktur betreiben und für eigene Anwendungen anpassen. Wir diskutieren, warum Meta damit insbesondere den starken chinesischen Anbietern offener KI-Modelle Konkurrenz macht, welche Strategie hinter der Kombination aus offenen und geschlossenen Modellen steckt und ob Unternehmen dadurch langfristig unabhängiger von großen KI-Anbietern werden.

    Außerdem schauen wir auf Accenture, wo die zentral finanzierten Claude-Budgets für viele Mitarbeiter auf nur noch 29 Dollar im Monat begrenzt wurden. Zuvor hatten einige Entwickler monatlich bis zu 1.000 Dollar für die Nutzung von KI ausgegeben. Wir diskutieren, warum KI zunehmend zu einem variablen Kostenfaktor wird und ob solche Budgetgrenzen überhaupt sinnvoll sind. Müssen Unternehmen künftig also weniger den KI-Verbrauch und stärker den tatsächlich geschaffenen Mehrwert messen?

    Passend dazu hat Stripe erstmals konkrete Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass KI-Agenten zunehmend selbstständig einkaufen und bezahlen. Wir überlegen, wie sich der Online-Handel verändert, wenn persönliche KI-Agenten künftig Produkte suchen, Preise vergleichen und Einkäufe abschließen. Was bedeutet das für Händler, Marken und Zahlungsdienstleister, wenn nicht mehr nur Menschen, sondern zunehmend auch Maschinen Kaufentscheidungen treffen?

    Sam Altmans Identitätsprojekt World möchte unterdessen eine weitere Grundlage für diese neue Agentenwirtschaft schaffen. Mit World ID for Banking and Finance sollen Banken überprüfen können, ob hinter einem KI-Agenten tatsächlich ein verifizierter Mensch steht. Wir diskutieren, wie digitale Vollmachten für KI-Agenten funktionieren könnten, wer künftig kontrolliert, welche Entscheidungen ein Agent treffen darf, und ob wir dafür wirklich einem privaten Unternehmen unsere Iris anvertrauen müssen.

    Auch Anthropic beschäftigt sich mit der nächsten Entwicklungsstufe autonomer KI-Agenten. Das Unternehmen berät sich mit Anwaltskanzleien darüber, wie Agenten künftig in unserem Auftrag verhandeln können - beispielsweise bei Vertragsabschlüssen, Reklamationen oder Gehaltsverhandlungen. Wir fragen uns, ob KI-Agenten grundsätzlich das Maximum für uns herausholen sollten oder ob Fairness, Vertrauen und menschliches Gespür auch bei Verhandlungen zwischen Maschinen eine Rolle spielen müssen.

    Abseits der KI-Welt schauen wir auf eine neue Allianz europäischer Mobilfunkanbieter. Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone wollen gemeinsam eine Alternative zu Starlinks satellitengestütztem Mobilfunk aufbauen. Künftig sollen normale Smartphones auch dort Empfang haben, wo es keine Mobilfunkmasten gibt. Gleichzeitig entwickelt sich SpaceX zunehmend vom Technologiepartner zum potenziellen Konkurrenten klassischer Netzbetreiber. Wir sprechen darüber, warum sich ausgerechnet vier Wettbewerber zusammenschließen, welche Bedeutung Funkfrequenzen dabei haben und wie viel wirtschaftlichen Aufwand Europa für eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur betreiben sollte.

    Zum Abschluss geht es um Elon Musks Ankündigung, jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie schenken zu wollen - bei rund 72 Millionen Kindern ein rechnerischer Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden Dollar. Interessant ist vor allem der Zeitpunkt: Kurz zuvor hatte Anthropic angekündigt, fünf Prozent seiner Unternehmensanteile in einen gemeinnützigen Fonds einzubringen. Dahinter steht eine noch größere Frage: Wenn KI und Robotik künftig einen immer größeren Teil unserer wirtschaftlichen Wertschöpfung übernehmen, wie können dann möglichst viele Menschen an diesem Wohlstand teilhaben?

    36 min
  • Tech-News #172: Wasserzeichen und Werbebanner in ChatGPT, Meta Muse vs. OpenAI Dots und Nvidias Open Agent Safety Platform

    In Folge 172 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir darüber, dass OpenAI in der EU unsichtbare Wasserzeichen für KI-generierte Texte einführt. Doch wie zuverlässig lassen sich solche Texte überhaupt erkennen, wenn bereits kleine Änderungen das Wasserzeichen zerstören können? Und wäre es nicht sinnvoller, echte menschliche Inhalte nachweisbar zu machen?

    Außerdem baut OpenAI sein Werbegeschäft in ChatGPT weiter aus - inklusive visueller Werbebanner und einer eigenen Werbeplattform. Wir diskutieren, warum ChatGPT für Werbetreibende besonders interessant ist, welche Chancen sich daraus ergeben und wie viel Werbung ein KI-Assistent verträgt, bevor das Vertrauen der Nutzer leidet.

    Meta öffnet unterdessen seinen KI-Agenten Muse für eigene Hardwareentwicklungen. Wir überlegen, ob Meta damit die nächste Generation von KI-Geräten entdecken oder ein neues Hardware-Ökosystem aufbauen möchte. Dabei vergleichen wir Meta Muse mit OpenAIs Dots und diskutieren, ob sich künftig persönliche KI-Assistenten und digitale Mitarbeiter durchsetzen und wie stark uns langfristig ein Agent an sich binden kann, der uns über Jahre hinweg begleitet.

    Zum Abschluss schauen wir auf Nvidias Open Agent Safety Platform. Mit einer zusätzlichen Sicherheitsebene will Nvidia autonome KI-Agenten unabhängig überwachen und kontrollieren. Wir diskutieren, warum das nicht nur technisch sinnvoll ist, sondern auch ein strategisch cleverer Schachzug sein könnte, um Nvidias Position im KI-Markt langfristig abzusichern.

    42 min
  • Tech-News #171: Das Zeitalter der KI, Meta Muse & Personal Superintelligence, Daniel Kahneman und der Entwickler-Hype Jev

    In Folge 171 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über das Zeitalter der KI – und die Frage, wie wir in einigen Jahren eigentlich auf die Zeit vor KI zurückblicken werden. Was früher Monate oder Jahre an Recherche, Datenanalyse und Mustererkennung bedeutete, kann KI heute teilweise in Minuten erledigen. Von der Entschlüsselung über 100 Jahre alter Funksprüche über die Analyse antiker Schriften bis hin zur Erforschung der Kommunikation von Pottwalen: Vielleicht besteht der größte Effekt von KI nicht nur darin, Forschung schneller zu machen, sondern völlig neue Forschungsfragen überhaupt erst möglich zu machen.


    Anschließend schauen wir auf Meta Muse. Metas neuer persönlicher KI-Agent soll nicht mehr nur Fragen beantworten, sondern selbstständig E-Mails bearbeiten, Reisen organisieren, Webseiten bedienen oder Einkäufe erledigen. Wir sprechen über Metas Vision einer „Personal Superintelligence“, den überraschend starken Start von Muse und darüber, warum Amazon den Agenten bereits ausgesperrt hat, während Shopify genau den entgegengesetzten Weg geht. Und natürlich über die neue Sicherheitsfrage der Agenten-Ära: Was passiert, wenn eine KI nicht nur falsche Antworten geben, sondern mit weitreichenden Berechtigungen auch falsche Dinge tun kann?


    Passend dazu diskutiert offenbar auch OpenAI einen eigenen persönlichen KI-Assistenten. Damit zeichnet sich ein neuer Wettbewerb ab: Meta besitzt den Social Graph, OpenAI zunehmend unseren persönlichen KI-Kontext und Apple kontrolliert Geräte und Betriebssysteme. Vielleicht lautet die entscheidende Frage deshalb bald nicht mehr, wer das beste Sprachmodell hat, sondern welcher KI wir erlauben, unser persönlicher digitaler Stellvertreter zu werden.


    Zum Abschluss geht es um den aktuellen Entwickler-Hype Jev. Das neue Modell von TypeSafe AI will gar keine langen Antworten schreiben, sondern blitzschnell Entscheidungen treffen. Wir erklären, was hinter dem Konzept eines „System One Models“ steckt, warum dabei Daniel Kahnemans System 1 eine Rolle spielt und weshalb Jev besonders für die kommende Welt der KI-Agenten interessant sein könnte. Außerdem geht es um das Jevons-Paradoxon: Wenn intelligente Entscheidungen plötzlich extrem billig werden, werden wir vielleicht nicht weniger KI einsetzen – sondern Intelligenz in nahezu jede Softwareentscheidung einbauen.

    41 min
  • Tech-News #170: GPT-6 Astra, AGI, Computer Use, Rabatte auf KI-Tokens, KI als berufliche Grundkompetenz und KI-Tokens als Konsumprodukt

    In Folge 170 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über OpenAIs neues GPT-6 Astra und die Frage, ob damit tatsächlich die „AGI-Ära“ begonnen hat – oder ob AGI weiterhin vor allem ein geschickt eingesetztes Marketing-Label bleibt. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung vom Chatbot zum digitalen Kollegen, der Aufgaben selbstständig über mehrere Systeme hinweg erledigen kann.
    Außerdem schauen wir auf Astra-Demos mit Blender und diskutieren, warum Computer Use zu einer neuen großen KI-Welle werden könnte. Wenn KI künftig komplexe Software wie SAP, Premiere oder Blender bedienen kann, ohne dass Anwender selbst Experten sein müssen, verändert das nicht nur den Zugang zu Software, sondern möglicherweise auch ganze Märkte rund um RPA, APIs und klassische Bedienoberflächen.
    Ein weiteres Thema ist Meta: Das Unternehmen gewährt massive Rabatte auf die Nutzung seines neuen KI-Modells, wenn Nutzer im Gegenzug erlauben, ihre Prompts und Ergebnisse für das Training zukünftiger Modelle zu verwenden. Wir sprechen darüber, welchen Wert reale Nutzungsdaten offenbar inzwischen haben – und warum daraus gerade für Unternehmen neue Datenschutz- und Compliance-Risiken entstehen.
    Danach geht es nach New York, wo Schüler bis einschließlich zur 8. Klasse im Unterricht zunächst ein Jahr lang keine generative KI wie ChatGPT einsetzen dürfen. Wir diskutieren, ob Kinder erst grundlegende Fähigkeiten wie Schreiben, Denken und Rechnen selbst beherrschen sollten – oder ob Schulen KI vielmehr kontrolliert und aktiv in den Lernprozess integrieren müssten.
    Passend dazu verlangt die UBS künftig von Bewerbern für Junior-Positionen ausdrücklich KI-Kompetenz. Für uns stellt sich die Frage, was „KI können“ eigentlich bedeutet: Reicht es, ChatGPT bedienen zu können, oder braucht es ein echtes Verständnis von Halluzinationen, Datenschutz, Modellen und den Risiken, die mit deren Einsatz verbunden sind?
    Außerdem werfen wir einen Blick nach China, wo KI-Tokens zunehmend wie Mobilfunk-Datenvolumen, Kreditkartenpunkte oder Flugmeilen vermarktet werden. Banken, Mobilfunkanbieter und andere Unternehmen verschenken oder bündeln KI-Nutzungskontingente – ein Hinweis darauf, dass Compute und Token vielleicht gerade vom technischen Backend zum ganz normalen Konsumprodukt werden.
    Zum Abschluss greifen wir unseren Robotaxi-Wettlauf aus der letzten Folge wieder auf: Uber und das Londoner Startup Wayve haben Waymo geschlagen und als Erste öffentlich zugängliche Robotaxis in London gestartet. Gleichzeitig verbündet sich Uber in den USA ausgerechnet mit Fahrern und Gewerkschaften gegen reine Robotaxi-Plattformen. Dahinter steckt eine klare strategische Frage: Wird Uber selbst langfristig überflüssig – oder schafft es das Unternehmen, zur zentralen Plattform für menschliche und autonome Fahrten zugleich zu werden?

    51 min
  • Tech-News #169: AI-Slop bei LinkedIn, Netflix Content-Hub, Black Cab vs. Robocab, Ox Alpha, KI spricht DNA, globale Speicherknappheit und Charts ohne KI

    In Folge 169 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir zum Auftakt noch einmal über LinkedIns neuen „AI-Slop“-Button: Bereits mehr als eine Million Nutzer haben Inhalte als vermeintlichen KI-Slop gemeldet, entsprechende Beiträge verlieren laut LinkedIn deutlich an Reichweite. Wir diskutieren, wie sinnvoll diese menschliche Bewertung überhaupt ist – und ob LinkedIn damit am Ende vor allem wertvolle Trainingsdaten darüber sammelt, wann Inhalte für Menschen „nach KI klingen“.
    Passend dazu schauen wir nach Australien: Dort schließt die ARIA weitgehend oder vollständig KI-generierte Musik künftig aus den offiziellen Charts aus. Anlass war unter anderem ein KI-generiertes „Like a Prayer“-Cover, das im Juli zum meistgespielten Radiosong Australiens wurde. Wir fragen uns, ob ein kompletter Ausschluss sinnvoll ist – oder ob Transparenz und Kennzeichnung, wie sie andere Plattformen verfolgen, der bessere Weg wären.
    Danach geht es um Netflix und die mögliche Transformation vom Streamingdienst zum Content-Hub. Netflix prüft offenbar, Angebote anderer Anbieter direkt in die eigene App zu integrieren. Ein Modell, das Amazon und Apple längst verfolgen – mit der Chance auf zusätzliche Erlöse und stärkere Kundenbindung, aber auch mit der Gefahr, dass kleinere Anbieter den direkten Kontakt zu ihren Nutzern verlieren.
    In London nimmt derweil das Rennen um Robotaxis Fahrt auf. Waymo und das britische Start-up Wayve bereiten autonome Fahrdienste vor, während Londons Taxifahrer zunehmend offensiv dagegen protestieren. Wir diskutieren, warum autonome Taxis kaum noch aufzuhalten sein dürften, welche Rolle Regulierung spielt und ob klassische Taxis und Robotaxis langfristig nicht einfach nebeneinander existieren werden.
    Amazon erhöht die Preise zahlreicher Echo-, Fire-TV- und Kindle-Geräte teilweise drastisch und verweist auf die globale Speicherknappheit. Auch Apple muss seine Ressourcen neu verteilen und streicht beziehungsweise verschiebt Stellen aus Vision-Pro- und Siri-Teams in neue KI-Projekte.
    Zum Schluss schauen wir auf zwei besonders spannende KI-Entwicklungen: Mit Ox Alpha ist anonym ein extrem leistungsfähiges Modell mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens aufgetaucht und bislang ist völlig unklar, welches Unternehmen oder Labor dahintersteckt.
    Und Forscher haben generative KI genutzt, um völlig neue DNA-Sequenzen für Viren zu entwerfen. Aus rund 300 KI-Entwürfen entstanden im Labor 16 funktionsfähige Bakteriophagen. Spannend ist für uns dabei weniger die dystopische Schlagzeile, sondern ein grundlegender Gedanke: KI muss Natur möglicherweise gar nicht mehr in menschliche Sprache übersetzen, sondern kann direkt in „Sprachen“ wie DNA, Proteinen oder Molekülen denken und arbeiten. Das könnte für Wissenschaft und Forschung weitreichende Folgen haben.

    43 min
  • Tech-News #168: KI-Wasserzeichen und KI-Chips von Anthropic, KI-Künstler bei Spotify, KI-Manifest von Zuckerberg, KI-Influencer bei OpenAI und KI-Agent im Fitnessstudio

    In Folge 168 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über die wachsende Gegenbewegung zu KI-generierten Inhalten und darüber, wie Plattformen, Anbieter und Nutzer künftig damit umgehen könnten.
    Zum Start geht es um Anthropics Pläne, von Claude erzeugte Inhalte unsichtbar und maschinenlesbar zu kennzeichnen. Wir diskutieren, warum solche Wasserzeichen sinnvoll sein können, wo ihre Grenzen liegen und was passiert, wenn KI nicht den eigentlichen Inhalt erstellt, sondern nur Rechtschreibung, Stil oder Formulierungen verbessert. Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage: Ist ein Text automatisch weniger wert, nur weil KI daran beteiligt war?


    Passend dazu schauen wir auf Spotify und den Umgang mit vollständig virtuellen KI-Künstlern. Während KI-Musik nicht verboten wird, sollen sogenannte AI Personas künftig gekennzeichnet und aus automatischen Empfehlungen weitgehend herausgenommen werden. Gleichzeitig zeigt eine Studie, dass Menschen KI-Musik kaum noch von menschengemachter Musik unterscheiden können - sie aber trotzdem wissen wollen, wer oder was dahintersteckt.


    Danach geht es um Mark Zuckerbergs großes KI-Manifest und seine Vision einer persönlichen Superintelligenz für jeden. Wir sprechen über Metas optimistische Erzählung, die Idee von KI als Freund, Tutor, Berater oder Anwalt und darüber, ob hier echte gesellschaftliche Vision oder vor allem Marketing im Vordergrund steht.
    Ein besonders anschauliches Beispiel für die Risiken autonomer KI-Agenten liefert ein OpenClaw-Agent, der einen Nutzer auf der Warteliste eines Fitnesskurses nach vorne bringen sollte. Der Agent entdeckte kurzerhand eine Sicherheitslücke und stornierte eigenständig die Reservierung eines anderen Mitglieds. Für uns ein sehr gutes Beispiel dafür, warum bei KI-Agenten nicht nur Ziele, sondern auch klare Grenzen, Berechtigungen und Freigaben definiert werden müssen.


    Außerdem sprechen wir über Anthropics Einstieg in die Entwicklung eigener KI-Chips. Dabei geht es weniger um einen kompletten Abschied von Nvidia als um spezialisierte Hardware, geringere Kosten pro Token und eine engere Verzahnung von Modellen, Software und Chips.
    Zum Abschluss schauen wir auf OpenAIs ersten großen Influencer-Brand-Trip im Hudson Valley. Luxusresort, gebrandete Pyjamas, Naturidylle und ChatGPT als Lifestyle-Produkt sollten für positive Aufmerksamkeit sorgen - stattdessen folgte ein Shitstorm rund um Energieverbrauch, Rechenzentren und Greenwashing.


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    42 min
  • Tech-News #167: Open Source & Open-Weight KI, KI in der Hardware, Siri AI & Alexa+, Facebook Verified und Satelliten-Mobilfunk

    In Folge 167 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über den wachsenden Einfluss von Open-Weight-KI und die Frage, ob offene Modelle aus China wie Kimi, Qwen oder DeepSeek in den USA künftig stärker reguliert werden könnten. Wir diskutieren, warum zahlreiche Techunternehmen vor Einschränkungen warnen, weshalb offene Modelle für Unternehmen immer attraktiver werden und warum Anthropic mit seiner sicherheitsorientierten Haltung im Silicon Valley zunehmend auf Widerstand stößt.
    Außerdem geht es um Googles geplanten KI-Chip „Frozen v2“, bei dem Teile der Gemini-Architektur direkt in die Hardware integriert werden sollen. Wir sprechen darüber, wie Google damit Energieverbrauch und Kosten senken, die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren und KI künftig noch enger mit Chips, Cloud und Rechenzentren verbinden könnte.
    Ein weiteres Thema ist die neue Siri AI in iOS 27. Apple will Siri endlich zu einem persönlichen KI-Assistenten machen, der E-Mails, Nachrichten, Fotos und Kalenderinformationen versteht, mehrere Aufgaben miteinander verknüpft und direkt mit Apps interagiert. Dazu berichten wir über erste Tests, die Rolle von Google Gemini und die Frage, warum viele Funktionen in der EU zunächst nur auf dem Mac und der Vision Pro verfügbar sein könnten.
    Daneben schildern wir erste Erfahrungen mit Alexa+ in den USA. Amazons neuer Assistent überzeugt vor allem bei Geschwindigkeit, Logik und aktuellen Informationen und kann sogar Produktempfehlungen außerhalb des Amazon-Universums geben.
    Wir sprechen außerdem über Apples Test von KI-gestützten Gesprächsmitschriften an der Genius Bar, die Chancen automatischer Dokumentation und die Sorge der Mitarbeiter vor möglicher Überwachung. Weitere Themen sind Metas kostenloser Verifizierungsbadge für echte Personen, biometrische Identitätsnachweise wie World und die immer wichtigere Frage, ob hinter einem Profil tatsächlich noch ein Mensch steckt.
    Zum Abschluss geht es um Amazons Satellitenpläne. Das Unternehmen möchte künftig Smartphones direkt mit Satelliten verbinden und damit Starlink und klassischen Mobilfunkanbietern Konkurrenz machen. Dabei diskutieren wir nicht nur das mögliche Ende von Funklöchern, sondern auch Weltraumschrott, Lichtverschmutzung und die Frage, wer überhaupt darüber entscheiden darf, wie viele Satelliten in den Orbit gebracht werden.


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    45 min
  • Tech-News #166 (Summer Special): AI Compliance - KI-Einsatz zwischen Innovation, DSGVO und EU AI Act - Mit Elena Witt

    Willkommen zu unserem Sommer-Spezial! In dieser Folge verlassen wir die üblichen Tech-News und schließen unsere dreiteilige Reihe Spezial-Reihe zum Bereich Enterprise AI ab. Nachdem wir im letzten Jahr bereits die Business- (Folge 143) und die Technik-Brille (Folge 144) aufgesetzt haben, widmen wir uns heute dem Thema, das viele Unternehmen aktuell umtreibt: Wie setzt man Künstliche Intelligenz rechtssicher und compliant ein?

    Jeder Mitarbeiter nutzt im Alltag Tools wie ChatGPT oder Copilot, doch was bedeutet das für Ihre Datensicherheit, Ihre Haftung und das Geschäftsgeheimnisschutzgesetz? Wir diskutieren, warum die unkontrollierte "Schatten-IT" durch öffentliche KI-Tools ein massives Risiko für Firmen birgt und wie Sie durch eine eigene Private-Enterprise-AI regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act meistern.

    In dieser Folge sprechen wir über:

    • Der EU AI Act & die Risikoklassen: Was die Verordnung für Unternehmen bedeutet und warum die Einstufung des Use Cases (z. B. im HR-Bereich als Hochrisiko) über die rechtlichen Pflichten entscheidet.

    • Die Schulungspflicht als Hebel: Warum die Belegschaft im Umgang mit KI sensibilisiert werden muss und warum es dabei um Haftungsfragen geht. Am Ende steht immer noch der Mensch in der Verantwortung, nicht die Maschine.

    • Das Use-Case-Register & Modellkarten: Warum jeder KI-Einsatz im Unternehmen präzise dokumentiert werden muss und wie automatisierte Software-Lösungen bei diesem enormen Prüfaufwand unterstützen können.

    • Public AI vs. Private-Enterprise-AI: Warum die Nutzung kostenloser, öffentlicher Tools ohne Datenbeschränkung ein rechtliches Vakuum hinterlässt und wie eine geschlossene Firmen-KI, Compliance "by Design" ermöglicht.

    Hat diese Folge Ihre strategische und rechtliche Neugier geweckt? Tauschen Sie sich gerne mit uns aus, wie Sie den Spagat zwischen KI-Innovation und rechtlicher Sicherheit in Ihrer Branche meistern.

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    27 min
  • Tech-News #165: Metas Datenschutz- und Mitarbeiterproblem, OpenAI wirbt bei Werbekunden und Agenturen, Getty-Images-Deal mit OpenAI und Vibe Coding in der Due Diligence

    In der Folge 165 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über Metas neues Datenschutz- und Mitarbeiterproblem: Nach dem internen Tracking-Programm, mit dem Meta Mausbewegungen, Klicks, Tastatureingaben, Screenshots und Arbeitsabläufe von Mitarbeitenden erfassen wollte, sind offenbar große Mengen dieser Daten intern viel zu breit zugänglich gewesen. Rund 45.000 strukturierte Datentabellen sollen betroffen gewesen sein – inklusive Prompts, Transkripten, Bildschirm-Inhalten, Performance-Daten und Klickverhalten. Wir diskutieren, warum solche Daten für KI-Agenten strategisch extrem wertvoll sind, aber gleichzeitig ein massives Vertrauens- und Datenschutzproblem darstellen.
    Außerdem geht es um die angespannte Stimmung bei Meta. Die Mitarbeitermoral soll laut CTO Andrew Bosworth nahe einem Tiefpunkt der letzten 20 Jahre liegen. Gründe sind unter anderem massive Entlassungen, der harte Sparkurs, der radikale Umbau Richtung KI und eine gefühlte strategische Ziellosigkeit. Wir sprechen darüber, warum Meta zwar enorme Summen in KI und Infrastruktur investiert, aber nach außen bisher kaum sichtbar macht, wohin die Reise eigentlich gehen soll.
    Danach schauen wir auf OpenAI und die Frage, wie ChatGPT künftig stärker monetarisiert werden soll. OpenAI wirbt inzwischen aktiv bei großen Werbekunden und Agenturen für Werbung in ChatGPT – unter anderem auf den Cannes Lions. Diskutiert wird, ob ChatGPT mit hunderten Millionen wöchentlichen Nutzern zu einer neuen Werbeplattform werden kann, welche Rolle transaktionale Suchanfragen spielen und warum Werbung in einem KI-Chatbot zugleich naheliegend und gefährlich ist.
    Ein weiteres Thema ist der neue Getty-Images-Deal mit OpenAI. Künftig sollen lizenzierte Getty-Bilder in ChatGPT angezeigt werden, ohne dass sie für das Modelltraining genutzt werden. Wir sprechen darüber, warum die Getty-Aktie daraufhin stark gestiegen ist, warum dieser Effekt trotzdem relativiert werden muss und was der Deal über die zukünftige, visuellere Darstellung von Antworten in ChatGPT verraten könnte.
    Zum Schluss geht es um Vibe Coding in der Due Diligence. Bain & Company nutzt offenbar KI-gestütztes Nachbauen von Software, um bei Firmenübernahmen den Wert digitaler Produkte zu testen. Die Frage: Wenn sich eine Software mit gutem Prompt in kurzer Zeit nachbauen lässt, ist sie dann wirklich noch ein wertvolles Asset? Wir diskutieren, warum dieser Ansatz als Stresstest interessant sein kann, aber oft zu kurz greift – denn der eigentliche Wert liegt häufig nicht nur im Code, sondern in Integration, Prozessen, Daten, Kunden, Vertrauen, Betriebssicherheit und Marktposition.


    Zum Abschluss geben wir einen Ausblick auf das kommende Summer Special: Dort geht es um AI Compliance, Datenschutz, EU AI Act und die Frage, wie Unternehmen KI-Anwendungen sicher, regelkonform und praxistauglich aufbauen können.


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    36 min
  • Tech-News #164: ChatGPT wird zur Super-App, IPOs von OpenAI & Anthropic, Überwachung durch Meta, Apples WWDC 2026 und KI, die sich selbst verbessert

    In Folge 164 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über OpenAIs geplanten Umbau von ChatGPT zur Super-App. Aus dem reinen Chatbot soll eine Plattform werden, die Aufgaben selbstständig erkennt, passende Werkzeuge auswählt und Agenten, Codex, Partnerdienste und Automatisierung miteinander verbindet. Der vielzitierte Satz „Chat is dead“ passt dabei gut zu unserer These: Das Chatten mit KI ist nur eine Übergangsphase. Entscheidend wird, ob KI künftig Prozesse wirklich ausführt. Gleichzeitig diskutieren wir, ob der Super-App-Begriff vor allem strategische Fantasie für den geplanten IPO erzeugen soll – denn OpenAI braucht dringend überzeugende Wachstums- und Monetarisierungsgeschichten.
    Daran knüpft die Diskussion über den möglichen OpenAI-Börsengang an. OpenAI hat vertrauliche IPO-Unterlagen bei der SEC eingereicht, während auch Anthropic Richtung Börse steuert. Beide Unternehmen werden mit extremen Bewertungen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig stehen enorme Infrastrukturkosten, eine große Zahl kostenloser Nutzer und die Frage im Raum, wie aus der beeindruckenden Reichweite von ChatGPT ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen soll.
    Ein weiterer Themenblock ist Apples WWDC 2026. Die Keynote ordnen wir als eher unspektakulär, aber strategisch wichtig ein: Apple räumt auf, integriert KI stärker in die eigenen Systeme und versucht, Siri endlich zu dem Assistenten zu machen, den viele schon 2024 erwartet hätten. Besonders spannend ist der Vergleich zwischen OpenAIs Super-App-Idee und Apples vertikal integrierter Siri-AI-Strategie. Während Apple durch Kontrolle über Betriebssystem, Apps und Schnittstellen eigentlich die besten Voraussetzungen hätte, blockieren regulatorische Fragen in der EU ausgerechnet den Start auf iPhone und iPad. Wir diskutieren deshalb auch, ob externe KI-Assistenten jemals so nahtlos ins Apple-Ökosystem eingebunden werden können wie Apples eigene Lösung.
    Anschließend geht es um Meta und die Frage, wie viel Überwachung in KI-Hardware und KI-Training steckt. WIRED hat Code in der Meta AI Companion App entdeckt, der auf ein noch nicht aktiviertes Gesichtserkennungssystem für Ray-Ban- und Oakley-Meta-Brillen hinweist. Wir diskutieren, warum Smart Glasses als Alltagshardware so brisant sind: Sie kombinieren Kamera, Mikrofon, Kontext und potenziell biometrische Erkennung. Aus einer Assistenzfunktion kann sehr schnell eine verteilte Überwachungsinfrastruktur werden. Besonders kritisch sehen wir, dass Meta beim Thema Gesichtserkennung historisch bereits stark vorbelastet ist.
    Noch eine Ebene weiter geht das interne Meta-Tool Model Capability Initiative. Es soll Mausbewegungen, Klicks, Tastatureingaben und teilweise Screenshots von Mitarbeitenden erfassen, um KI-Agenten besser zu trainieren. Offiziell geht es darum, zu lernen, wie Menschen tatsächlich am Computer arbeiten. Praktisch entsteht aber der Eindruck, dass Mitarbeitende ihre eigenen Automatisierungsnachfolger trainieren. Besonders absurd wirkt die nach Kritik eingeführte Möglichkeit, die Überwachung für 30 Minuten zu pausieren – Privatsphäre in halbstündigen Slots.
    Zum Abschluss sprechen wir über Anthropics Text „When AI builds itself“ und die Idee rekursiver Selbstverbesserung. Wenn KI-Systeme immer stärker daran beteiligt sind, die nächste Generation von KI zu bauen, beschleunigt sich nicht nur Softwareentwicklung, sondern potenziell auch die KI-Entwicklung selbst. Anthropic warnt vor dieser Dynamik und bringt eine global koordinierte Pause oder Verlangsamung der Frontier-KI-Entwicklung ins Spiel. Wir ordnen das ambivalent ein: Einerseits passt die Warnung zur Safety-DNA von Anthropic, andererseits profitiert ausgerechnet Anthropic aktuell vom eigenen Vorsprung. Die zentrale Frage bleibt: Was passiert, wenn KI nicht nur Arbeit automatisiert, sondern die Werkzeuge baut, mit denen sie sich selbst verbessert?

    40 min

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