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Wie alles begann – diesmal richtig. Lange haben wir erzählt, wir hätten uns beim schwarz & eng im Toms kennengelernt. In Wahrheit hat Alex Markus vorher schon ein Paar Sneaker abgekauft. Und wir klären endlich, warum Alex damals ausgerechnet Markus gefragt hat: ganz nüchtern, weil ein neuer Podcast Reichweite braucht. Aus dieser unromantischen Entscheidung ist etwas sehr Emotionales geworden. Wir erzählen, wie schnell die ersten Folgen durch die Decke gingen, wie uns bewusst wurde, dass uns echte Menschen ihre Zeit schenken, und wie Markus nach einem Jahr an einem Punkt war, an dem er fast ausgestiegen wäre. Zu viel Druck, zu wenige Themen, zu hohe Erwartungen. Seit dem Jahreswechsel hat er wieder richtig Lust, und bis Jahresende sind wir quasi ausgebucht.
Unsere Wege in den Fetisch. Markus hat sich mit 19 seinen ersten, ultrabilligen Suit bestellt, damals noch mit Puder statt Silikonöl. Sein heutiges Leben begann aber erst Mitte 2022, nach einer toxischen Beziehung, nach Covid und den Jahren auf dem bayerischen Land. Bei Alex gab es keinen Moment, in dem ein Schalter umgelegt wurde. Es gab einen Mann, der ihn noch zu Radiozeiten in einen Rubber Suit gesteckt hat, und es gab den Podcast, der für ihn fast so etwas wie eine Therapiesitzung wurde. Wir sprechen offen über Selbstzweifel in einer langen Beziehung, über ein Gespräch, das es früher nicht gab und heute beim Glas Wein möglich ist, über den ersten Gang im Rubber beim CSD Berlin mit zitternden Fingern am Handy und darüber, wann aus dem Ausprobieren Selbstverständlichkeit wurde.
Die Kehrseite: Wenn alle mithören. Unsere Welten sind längst vermischt. Kollegen fragen, welches Thema wir heute aufnehmen. Kunden und die Bankberaterin grüßen. Alex' 92-jähriger Opa hat den Post zur Kreuzfahrt geliked und ihn beim Kaffeetrinken darauf angesprochen. Die Kreuzfahrt war für uns übrigens so etwas wie ein Gütesiegel. Markus erzählt, wie seine Kolleginnen ausgerechnet seine persönlichste Folge gehört haben und warum ihn das am Ende glücklicher gemacht hat. Es gibt aber auch eine Kehrseite: Markus kann kaum noch auf eine Party gehen, ohne angestarrt zu werden, und genießt deshalb die Abende, an denen ihn keiner kennt. Alex merkt, dass manche Menschen einen „Podcast-Alex“ im Kopf haben, bevor sie ihn überhaupt kennenlernen. Wir erzählen auch, was wir bewusst nicht mehr teilen, aus Rücksicht auf andere und auf uns selbst.
Was wir gelernt haben. Markus hat den Mut aus dem Podcast mitgenommen, um in einem Führungskräfteseminar vor zwölf Menschen darüber zu sprechen, und war danach unfassbar stolz. Alex hat gelernt, dass man Menschen nicht in Schubladen stecken kann und dass es kein „normal“ gibt. Die Folge, die uns beide am meisten verändert hat, ist die über Windelfetisch und Adult Play mit Sven. Sie ist bis heute unsere meistgehörte. Inzwischen erreichen wir rund 35.000 Menschen im Monat, darunter erstaunlich viele neugierige Menschen, die gar nicht aus der Szene kommen. Alex hätte gern noch mehr „Muggel“ an Bord. Markus sind die Zahlen ziemlich egal. Einig sind wir uns darin, dass wir unsere Inhalte nicht danach ausrichten, wer uns hört, und dass wir uns nicht bezahlen lassen. Das ist Markus' rote Linie, seit Folge eins.
Wir zwei, ganz ehrlich. Warum funktionieren wir als Duo? Weil wir uns ergänzen, ohne je darüber gesprochen zu haben. Alex kümmert sich um Technik, Schnitt und Distribution, Markus um Themen, Gäste und Nachrichten. Und was nervt? Alex' 214 ungelesene Nachrichten. Und Markus, der anderen ins Wort fällt, woran er hörbar gearbeitet hat. Er erzählt auch offen, warum ihm das schwerfällt. Dann wird es leise: Alex spricht über den Alex, den nur sein Mann kennt, mit Selbstzweifeln und ohne Bühne. Markus hat dagegen null Pokerface. Zum Schluss verraten wir, was bleiben soll, wenn das Mikro einmal ausgeht: Seid mutig, seid offen, urteilt nicht und probiert Euch aus. Danach gibt es noch Geschenke mit echtem Insider-Wert, unser Gütesiegel für das Studio von Radio Sunray FM und eine rein hypothetische Frage zu verlorenen Schuhen im Club.
Von San Francisco nach Berlin – seit 2003. Die Idee brachte eines der Gründungsmitglieder aus San Francisco mit: Kinky und Charity vermischen, und das Ganze auf die Straße. Hamburg war kurz im Gespräch, am Ende passte Berlin einfach besser. In diesem Jahr steht die 23. Ausgabe an – Corona hat eine gekostet. Denis macht uns deutlich, warum diese Sichtbarkeit gerade jetzt zählt: Es gibt jedes Jahr Anfragen, warum die Stadt so etwas überhaupt erlaubt, der Berliner CSD endete alles andere als schön, und vor wenigen Tagen wurde im Kiez eine Regenbogenwand zerstört. Beim CSD stand das Team dieses Jahr erstmals mit Bondage auf der Bühne – die Reaktionen waren überraschend positiv.
Hinter der Folsom steht ein kleiner Vorstand, ein paar Mitglieder – und vor allem die Volunteers, ohne die gar nichts ginge: Parkraumbewirtschaftung, Bars, Auf- und Abbau, zwei volle Tage. Sie kommen nicht nur aus Berlin, sondern aus London und den USA angereist, und wer mitmachen möchte, kann sich auch dieses Jahr noch melden. Genauso läuft es beim Geld: Das Straßenfest ist kostenlos, an den vier Eingängen wird um Spenden gebeten – inzwischen auch digital per Karte und Apple Pay, "kein Bargeld dabei" gilt also nicht mehr als Ausrede. Nach dem Fest kann sich die Community per Formular um die Mittel bewerben; finanziert wurden damit schon Fetischwochen, der Buchladen Eisenherz und sogar neue Sportgeräte für die Kita im Kiez.
Die Folsom ist kein festes Programm, sondern ein Kosmos: ein kostenloses Straßenfest plus unzählige Partys, Bootstouren und Events von Mittwoch bis Sonntag. Auf der Straße mischt sich alles – Fetischläden und Aussteller, die man sonst nur aus dem Internet kennt, Vereine, Shows, die Kita mit ihren Schokoküssen und der Mexikaner gegenüber, der jedes Jahr Cocktails mixt. Zwischen 10.000 und 20.000 Menschen werden erwartet, je nach Wetter – bei rund 20 Grad wird es dieses Jahr wohl eher Leder- als Rubberwetter. Wir räumen gleich mehrere Ängste ab: Ihr dürft allein hingehen, Ihr dürft in Jogginghose hingehen, Ihr dürft nach Fotos fragen, und es gibt weder ein "zu alt" noch ein "zu spät". Neu in diesem Jahr: Der Freitagabend ist erstmals offiziell Straßenfest, ab 18 Uhr – das entzerrt den Samstag, der wie gewohnt um 12 Uhr startet.
Vor Ort gibt es ein Security-Team an den Eingängen, Volunteers in roten Shirts als Ansprechpartner und zwei Sanitätswagen. Genauso wichtig: aufeinander achten, ansprechen, genug trinken – und zwar nicht nur Alkohol. Markus erzählt von einem echten Panikmoment, als er vor Jahren mit Maske und Zwangsjacke an der Leine im Dunkeln zum Fest geführt wurde und seine Begleitung angepöbelt wurde: Auf dem Hin- und Rückweg lieber nicht allein, lieber etwas drüberziehen, im Zweifel gemeinsam gehen. Und ein klares Wort zum Straßenfest selbst: Es ist non-sexuell. Wer horny ist, geht in einen Darkroom, nicht auf die Straße – die Akzeptanz der Anwohnenden ist zu wertvoll, um sie zu verspielen. Beim Thema Barrierefreiheit ist das Team ebenerdig unterwegs, hat Gebärdendolmetscher auf den Bühnen und ist ausdrücklich offen für Feedback.
Nachdem wir Denis verabschiedet haben, packen wir unsere eigenen Pläne aus: Anreise Donnerstag, Abreise Montag – ein Urlaubstag, der sich jedes Jahr lohnt. Alex lässt sich treiben und will keine Termine, Markus hat Donnerstag Kultur (Musical-Empfehlung: "Wir sind am Leben" im Theater des Westens), Freitag Kaffee und Kuchen plus Party, Samstag bewusst nichts. Dazu gibt es reichlich Partytipps für die ganze Woche, ein Highlight in eigener Sache – die PIG Party in der Alten Münze hat nach unserer Folge zum Thema Barrierefreiheit ein eigenes Konzept dafür entwickelt – und einen Hinweis auf einen Rubber-Pop-up-Store. Zum Schluss: unsere Termine in Dresden und Hamburg Ende September, die Einladung zu FKK (Foto, Kaffee, Kuchen) am 25. Oktober im Café Uhrlaub, ein Service-Hinweis zum Post-Folsom-Blues, ein Trostwort an alle, die dieses Jahr nicht können – und unsere dringende Bitte: Sprecht uns an. Wir beißen nicht.
Bevor wir überhaupt zur Definition kommen, sind wir schon wieder mittendrin: Die beiden kennen sich nicht von einer Con, sondern aus VRChat – Fullbody-Tracking, Sensoren an Füßen und Hüfte, Clubs mit richtig guter Musik, mitten in der Pandemie. Und dann dieses Phänomen namens Phantom Sense, bei dem das Gehirn irgendwann glaubt, Berührungen im virtuellen Raum tatsächlich zu spüren. Die schönste Geschichte des Abends: das erste Treffen nach der Pandemie, Berlin 2023, Tanzfläche – und man erkennt seine Freunde daran, wie sie tanzen und klingen, obwohl man sie nie in der „Physik" getroffen hat. Alex' Kinnlade: unten.
Dann holen wir 20 Schritte zurück, weil viele von euch beim Begriff Furry erstmal an Weichspüler denken. Furrys interessieren sich für anthropomorphe Tiere – Tierfiguren mit menschlichen Zügen. Daraus entsteht eine eigene Fursona: Spezies, Farben, Markings, alles individuell, nichts von der Stange, dazu Unmengen an Artwork, Rollenspiel und Community. Das Ganze ist übrigens keine Erfindung des Internets: Die älteste bekannte figürliche Darstellung eines Menschen ist der 40.000 Jahre alte Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel in Baden-Württemberg. Der Begriff „Furry" selbst existiert erst seit Ende der 80er, das Fandom entstand aus Underground-Comics der 70er und 80er. Und ganz klar abzugrenzen von Therians, die sagen: Ich bin eine Katze.
Das Faszinierendste für uns: Wir sind eine geschlagene Stunde in einem Fetisch-Podcast unterwegs, und es ist komplett nonsexuell. Genau das ist der Punkt – das Fandom ist flauschig, kreativ, manchmal kindlich, und beides darf nebeneinander existieren. Wir reden über Zahlen (nur rund 20 % hetero, etwa 10 % asexuell, der Rest irgendwo im queeren Spektrum), über Fursuit-Preise, die uns fast vom Stuhl hauen (ein Kopf ab ca. 5.000 €, komplette Suits bis 15.000 €, Wartelisten von einem bis drei Jahren) – „und wir dachten, Rubber ist teuer!" –, über selbstgebaute Suits mit 3D-Drucker und YouTube-Tutorials und darüber, wie aus einer Handvoll Leuten in Berlin ein Rubber-Fur-Event mit 550 Teilnehmenden wurde. Dazu die Basics, an die kein Mensch denkt: 50 Zentimeter lange Strohhalme, Ventilatoren in jeder Ecke und eine Headless Lounge, in der man den Kopf abnehmen kann.
Was uns dabei richtig beeindruckt: Diese ganze Maschine läuft ehrenamtlich. Rund 10 % der Anwesenden arbeiten mit, keiner wird bezahlt – Tontechniker, Lichtleute, Laser, 3D-Animationskünstler, die sonst für Disney arbeiten, ganze Puppentheater-Produktionen mit eigenem Komponisten. Sie zahlen ihr Hotelzimmer selbst und bringen unzählige Stunden Arbeit mit. Dazu ein Hotel in Thüringen, das mit der Community so verwachsen ist, dass sie ihm die Poolbeleuchtung und Glasfaser eingebaut haben und das Gebäude eine Woche lang von der Autobahn aus leuchtet. Und ein Zusammenhalt, der auch bei uns ankam: Unser Team hatte ein Kabel vergessen – zehn Minuten später war das Problem über zwei Ecken gelöst. Danke dafür!
Und dann kommt sie doch, die Frage: Wie versaut seid ihr? Klare Antwort: Furry ist nicht gleichzusetzen mit Fetisch – aber die Überschneidung ist riesig, rund 87 % der männlichen Furrys geben an, regelmäßig Furry-Erotik zu konsumieren, offene Beziehungen sind völlig normal, es gibt eigene Begriffe, eigene Apps, gefühlt 30 Telegram-Gruppen (zwei Drittel davon Sex und Party). Gleichzeitig zieht die Community erstaunlich klare Grenzen: keine Under-18 auf europäischen Cons, tagsüber alles safe und familienfreundlich, nachts dann Relaxed-Dresscode-Dances – Konsensprinzip und Kontextprinzip. Wir sprechen außerdem über Vorurteile von außen, über Spezies-Klischees (Füchse sind angeblich immer bottom), über Markus' wunderschönen ersten Abend im Puppy Park in Mannheim (Handyverbot inklusive – und er findet's inzwischen gut), über die älteste Furry, die Burstup kennengelernt hat (89 Jahre, am Registration Desk) und über Alex' Kuchen-Moment mit der Freundin seines Mannes. Das Wort zum Sonntag liefern unsere Gäste selbst: Beide Seiten haben recht, und beide dürfen existieren. Danke, Theron und Burstup – wir sind schwer begeistert. Und ja: Der Cremant klebt jetzt an der Hotelwand.
Uli nimmt uns mit auf eine Zeitreise: aufgewachsen im Ruhrgebiet, hat ihn der Fetisch schon in der Schulzeit gepackt – wenn die älteren Jungs mit Motorrädern und Lederjacken ankamen, musste er „außerplanmäßig zur Toilette". Er konnte gar nicht schnell genug 18 werden für den Motorradführerschein. Aber es war eine andere Zeit: Der Paragraf 175 galt noch, die Motorsport-Clubs (MSC) dienten als Tarnung für die Lederszene, und gedatet wurde per Chiffre-Anzeige in der Zeitschrift „Motorrad" – handgeschrieben, postlagernd und natürlich ohne Bild. Ein Generationen-Austausch, bei dem uns mehr als einmal die Kinnlade runterklappt.
Der Wendepunkt in Ulis Leben: Nach dem Outing-„Tribunal" bei den Eltern lebte er zwar offen schwul, aber der Fetisch blieb lange privat – als Pressesprecher ging es damals nicht anders. 1990 lernte er seinen Mann kennen, 27 Jahre waren sie zusammen, bis dieser 2017 verstarb. Und dann traf Uli mit 60 eine Entscheidung: „Ich habe nur ein Leben – jetzt Vollgas, Fetisch 150 %!" Wenn er heute Fotos von sich aus dem Jahr 1979 sieht, trauert er der Zeit nicht hinterher: „Es war eine geile Zeit, aber jetzt ist meine Zeit. Ich war noch nie so glücklich und zufrieden wie jetzt." Und als wäre das nicht genug: Mit über 60 hat er auch noch einen neuen Partner gefunden – kennengelernt ganz analog, bei seinem eigenen Step Down.
Denn Uli ist aus der Community nicht mehr wegzudenken: Er war Mister Leder Hamburg 2023/24 (gewählt und verabschiedet im Uebel & Gefährlich), wurde völlig überraschend zum Kohlkönig des LC Nordwest ernannt und trägt den wohl schönsten inoffiziellen Titel der Szene: Mister FKK – Foto, Kaffee, Kuchen. Besonders am Herzen liegt ihm, auch bei den kleinen CSDs Flagge zu zeigen – ob Verden an der Aller oder Delmenhorst: „Es kommt letztendlich auf die Kleinen an." Nebenbei sammelt er mit den Schärpenträgern für die AIDS-Hilfe und ist inzwischen sogar Mitglied im MSC Belgien.
Und damit sind wir beim Kern der Folge: Wo sind eigentlich die Älteren in unserer Community? Auf den CSDs kann man sie an einer Hand abzählen, viele haben sich zurückgezogen – oft mit dem Gedanken, es sei „zu spät". Uli hält dagegen: Einfach den Schalter im Kopf umlegen! Ob 40, 50 oder 60 – das ist kein Alter, und Fetisch hat weder Anfang noch Ende. Bei ihm kam mit Mitte 60 sogar noch ein neuer Fetisch dazu (orange Workwear!), und auf die Frage, ob Fetisch im Alter extremer wird, hat er die schönste Antwort: nicht extremer – intensiver. Auch Alex' Opa liefert den Beweis, dass Alter nur eine Einstellung ist: Mit 91 hat er sich selbst ein Instagram-Profil eingerichtet und folgt Alex privat.
Zum Schluss wird es noch einmal emotional: Markus erzählt, wie er in einem Führungskräfte-Seminar vor zwölf fremden Menschen den Mut fasste, von unserem Podcast zu erzählen – „Achtung, jetzt wird es schmuddelig" – und dafür tief beeindruckte Reaktionen bekam. Seine Botschaft, die perfekt zu Uli passt: Seid offen, steht zu euch – es lohnt sich! Danke, lieber Uli, für deinen Einsatz für die Community und diesen wunderbaren Generationen-Austausch.
Diesmal ist alles anders: Wir sind live und mit Publikum zu Gast bei Hein & Fiete in Hamburg – mitten in der schwulen historischen Bibliothek, mit Sekt in der Hand und zwei echten Experten an unserer Seite. Henry (Hauptamtlicher bei Hein & Fiete, zuständig für Präventionsberatung und Chemsex-Prävention) und Fabian (Sozialarbeiter in der Drogenhilfe) sprechen mit uns über ein Thema, das in der Community präsenter ist, als viele denken: Chemsex und Substanzkonsum. Unser erster richtiger Experten-Podcast – heute kann man was lernen!
Bevor es ans eigentliche Thema geht, stellen die beiden vor, was Hein & Fiete überhaupt ist: seit 1990 eine feste Institution in Hamburg, gestartet als Infoladen zur HIV-Prävention, heute ein riesiges Ehrenamtsprojekt mit niedrigschwelligem Testangebot (dienstags und donnerstags, 16–20 Uhr – bis zu 40 Tests pro Sprechstunde!), Beratung zu allem, was juckt und blüht, und einem klaren Appell an die junge Community: Lasst euch gegen HPV impfen!
Dann steigen wir ein: Was ist Chemsex eigentlich? Henry und Fabian erklären, welche Substanzen gerade kursieren – von Mephedron und 3-MMC über GHB/GBL bis Crystal Meth und Ketamin – und warum es so gefährlich ist, dass bei illegalisierten Substanzen niemand weiß, was wirklich drin ist. Wichtige Warnung aus der Folge: Poppers und Potenzmittel niemals kombinieren – beides senkt den Blutdruck massiv. Und auch Mischkonsum ist ein Riesenthema, bei dem die Antwort eigentlich immer „lieber nicht" lautet.
Das Herzstück der Folge: die gemeinsame Chemsex-Beratung von Hein & Fiete und der Drogenhilfe. Jeden Mittwoch ab 18 Uhr kann man vorbeikommen – mit Termin oder spontan, anonym und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger. Hier sagt niemand „Du musst sofort aufhören": Beraten wird zu sicherem Umgang genauso wie zum Ausstieg, wenn man das möchte. Auch Angehörige, Partner und Freunde sind willkommen. Alle Infos zum Angebot: https://www.heinfiete.de/de/chemsexberatung
Außerdem sprechen wir über Safer Use (eigenes Sniff-Equipment statt geteilter Geldscheine, niemals Spritzen teilen), über das kommende Drug-Checking-Angebot in Hamburg und darüber, wo sich Substanzkonsum und Fetisch überschneiden: Ketamin beim Fisten, Bondage und Breath Control unter Einfluss – überall dort, wo Substanzen das Schmerzempfinden und die eigenen Grenzen verschieben, wird es gefährlich. Die wichtigste Erkenntnis: Der Rausch macht risikobereiter, als man nüchtern je wäre.
Unser persönliches Learning aus der Folge: zuhören statt urteilen. Wenn sich euch jemand öffnet, packt nicht den erhobenen Zeigefinger aus – der erste Schritt, über Konsum zu sprechen, ist der schwerste. Alle Beratungsangebote in anderen Städten und digital findet ihr unten in den Links. Danke an Henry, Fabian und das ganze Team von Hein & Fiete – es war ein Fest!
Links zur Folge
Chemsex-Beratung bei Hein & Fiete in Hamburg (unser Gastgeber!):
Beratungsangebote …
Digitale Angebote der Selbsthilfe:
Alex berichtet von sehr spontanen Erlebnissen a la „Hoppla, da war der Cock da", von seiner Dienstreise nach Berlin, bei der ihn ein Podcast-Hörer allein an der Stimme erkannt hat – inklusive Foto und Umarmung am Check-in – und von einem richtig schönen Date mit Spaziergang an der Spree. Außerdem war er auf der Mein Schiff 2 unterwegs und hat schon mal die Bühne inspiziert, auf der wir 2027 bei der Rainbow Cruise unseren Live-Podcast machen werden. Seine Eltern haben übrigens auch schon gebucht!
Markus hatte dagegen ein etwas anderes Halbjahr: weniger Sex, dafür ganz bewusst mehr Socializing. Und das hat sich gelohnt – er erzählt von der herzzerreißend schönen Fetisch-Barkassenfahrt beim Hamburger Hafengeburtstag (organisiert vom Hamburger Fetisch e.V., mit dabei: Arbeitskolleginnen und Alex' Eltern), vom ersten Hamburg Fetish Weekend mit grandioser Party und vom Mai-Wochenende in Stuttgart – inklusive seines allerersten Puppy Walks. Auch der Bunker in Dresden und die letzte Gear and Dance in Bottrop waren dabei, wo er miterleben durfte, wie Paito den inklusiven Vorab-Einlass für Menschen mit Behinderung umsetzt. Großer Respekt!
Natürlich geht es auch wieder um die Vermischung von Fetisch- und Berufsleben: Markus' Arbeitskolleginnen haben in Portugal Public Viewing mit einer Podcast-Folge gemacht, der Bankinhaber findet das Puppy-Lockscreen-Foto „krass" (im positiven Sinne), und ein Rubber-Anzug-Paket im Büro sorgt für Gelächter statt Getuschel. Es ist schön zu erleben, wie viel Offenheit und Toleranz uns im Alltag begegnet – auch wenn man dabei manchmal kurz rot wird.
Und was steht an? Schon am Mittwoch, den 8. Juli, machen wir eine Live-Podcast-Folge bei Hein & Fiete in Hamburg zum Thema „Pille rein, horny sein – Achtung bei Substanzkonsum". Die Teilnahme ist kostenlos, aber die Plätze sind begrenzt – meldet euch über unsere Website an! Danach geht es Schlag auf Schlag weiter: CSD Berlin (wir sind auf dem Truck von TUI Cruises dabei – wenn das Wetter mitspielt in Rubber), CSD Hamburg mit der xKink-Bühne, die Puppy Park in Mannheim, die Folsom Berlin und im November die Fetish Unity in Stuttgart.
Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf eure Einsendungen: Wir haben euch nach euren Kinky-Highlights im ersten Halbjahr gefragt – von Darklands über den Bunker Dresden und dem Underground in München war alles dabei. Besonders berührt hat uns eine Mail zur Sneaker-Folge: Auch Streetwear kann Fetisch sein, und die Community sollte das genauso akzeptieren wie Rubber und Leder. Dem schließen wir uns voll an. Viel Spaß mit der Folge!
Diese Folge ist für uns etwas ganz Besonderes – und gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere. Mit Alexandra Bahr sitzt uns zum ersten Mal eine Frau gegenüber, und nicht irgendeine: Sie ist seit fast 28 Jahren mit dem Berliner KitKatClub verwoben und arbeitet bis heute Samstagnacht an der Kasse. Markus war beim ersten Anbahnen dieses Termins so aufgedreht, dass er beim Sport vor lauter Aufregung nicht weiter trainieren konnte, und Alex steigt zum ersten Mal tiefer in diese Welt ein – ohne jemals selbst im KitKat gewesen zu sein. Genau diese Mischung aus Insiderin, Fanboy und neugierigem Newbie macht das Gespräch für uns so wertvoll.
Alexandra nimmt uns mit auf eine kleine Zeitreise: Mit 18 Jahren verließ sie 1998 ihr sächsisches Dorf, in dem ihre Sexualität und ihre Neugier viel zu groß für den Ort waren. In Berlin landete sie über den Böse Buben Club und einen außergewöhnlichen älteren Herren mit Tina-Turner-Perücke noch in derselben Nacht zum allerersten Mal im KitKat – und wusste sofort: Hier ist mein Zuhause. Wir hören, wie sie alle Grenzen für sich neu definierte, wie sie viele Jahre fast nackt durch den Club ging und warum der KitKat für sie lange ein „sexueller Hafen" war, der ihr eine Freiheit bot, die unsere Gesellschaft sonst kaum kennt.
Im Gespräch versuchen wir, das KitKat in Worte zu fassen – und merken schnell, wie schwer das ist. Es ist kein reiner Fetisch-Club, sondern ein hedonistischer Ort, an dem die ganze Bandbreite menschlicher Lebens- und Liebesformen zusammenkommt. Alexandra bringt es für uns auf den Punkt: „Do what you want but stay in communication." Genau deshalb gilt seit jeher striktes Handyverbot, deshalb gibt es keine Umkleidekabinen, deshalb sind Hierarchien an der Tür abgelegt – im KitKat siehst du den Menschen nicht an, ob sie Pflegekraft, Unternehmensberater oder CEO sind. Für uns klingt das fast wie ein Abbild einer idealen Gesellschaft, das es zumindest für eine Nacht tatsächlich gibt.
Wir lernen außerdem den Rhythmus des Clubs kennen: rund 2000 Gäste aus aller Welt, verteilt auf mehrere Stockwerke, Tanzflächen, Pool und eine riesige Kunstausstellung. Wir sprechen über die unterschiedlichen Partys und vor allem über die berühmte Samstagnacht, die KitKat-Nacht, in der das Naked String Quartett ab 20 Uhr klassische Musik am Pool spielt, bevor um 22 Uhr im Mainfloor der Techno übernimmt. Markus schwärmt von älteren Herren im Abendkleid auf dem Podest, von Tango-Tänzer:innen, die sich nach ihrer Stunde unter die Gäste mischen, und einem dreitägigen Berlin-Wochenende, das für ihn besser erholt als jeder Thailand-Urlaub. Alex' Augen funkeln, und nach einer fast misslungenen Kitkat-Premiere vor verschlossener Tür macht er einen mutigen Plan: Beim nächsten Berlin-Termin geht er wirklich rein.
Wir sprechen auch ehrlich über das, was sich verändert. Alexandra beobachtet, dass die ganz extremen, individuellen Fetische seltener werden, dafür „mainstreamfähigere" Spielarten zunehmen. Junge Gäste, gerade Frauen, kommen oft, um in Ruhe feiern zu können, ohne ständig angebaggert zu werden – das verstehen wir gut. Gleichzeitig wundert uns Alexandras Beobachtung, dass an manchen Abenden „Solo Wanking" verpönt sei, obwohl genau das früher zur sexuellen Energie des Clubs gehörte. Wir reden über Social Media, Anonymität und das Bedürfnis, nicht aufzufallen – und stellen fest, dass der KitKat als Spiegel unserer Kultur genau diese Spannungen sichtbar macht: mehr Offenheit auf der einen Seite, weniger gelebte Individualität auf der anderen.
Zum Schluss sprechen wir über Alexandras Buch „Radikal frei – Der KitKatClub als Spiegel unserer Kultur", das am 3. Juni erscheint und kurz darauf auch als Hörbuch kommt. Darin steckt für uns alles drin, was diese Folge so kostbar macht: Geschichten aus dem Club, ihre eigene Lebenserfahrung und ein gesellschaftlicher Blick, den sich kaum jemand sonst so leisten kann. Wir bedanken uns für ein Gespräch, das uns berührt, inspiriert und uns – Alex inklusive – Lust gemacht hat, diese Welt mit eigenen Augen zu erleben. Und ganz nebenbei laden wir euch zur nächsten Live-Folge am 8. Juli bei Hein & Fiete in Hamburg ein: „Pille rein, horny sein – Obacht beim Substanzkonsum".
Wir melden uns live aus dem Tom's in Hamburg und das gleich zum Auftakt des Hamburg Fetish Weekend! In dieser besonderen Folge sitzen wir nicht im Studio, sondern mitten in einer der ältesten schwulen Bars Deutschlands, umgeben von Publikum, guten Getränken und jeder Menge guter Laune. Mit dabei sind gleich drei Gäste: David, der Inhaber des Tom's, Dominik von der Bar und Gründer vom schwarz & eng Social, sowie Patrick, unser Kameramann, der sich zum ersten Mal vor der Kamera zeigt.
Wir sprechen mit David über die bewegte Geschichte des Tom's, das bereits seit 1974 existiert und früher als „Tom's Salon" bekannt war. Er erzählt, wie er die Bar übernommen hat, was den Laden so besonders macht und warum der Darkroom im Tom's eine echte Institution ist. Dabei erfahren wir, dass der Laden über die Jahrzehnte viele Veränderungen durchgemacht hat, aber seinen Charakter als Treffpunkt für die schwule Fetisch-Community nie verloren hat.
Wir tauchen tief ein in die besten und absurdesten Geschichten aus dem Darkroom. Von Leuten, die betrunken den Ausgang nicht mehr finden und verzweifelt gegen eine Wand drücken, über Menschen, die im Darkroom einschlafen, bis hin zu einem Stammgast, der liebevoll „die Krake" genannt wird, weil er nach allem greift, was sich bewegt. David berichtet außerdem von den Dingen, die das Reinigungspersonal so findet – inklusive Gemüse und einer Geschichte über eine Rolex, die an einem sehr ungewöhnlichen Ort wieder auftauchte.
Wir sprechen mit Dominik über die Entstehung vom schwarz & eng Social, der Community-Gruppe, die er 2019 gegründet hat. Er erzählt vom Namensfindungsprozess und davon, wie aus einer kleinen Idee eine aktive Gemeinschaft geworden ist, die inzwischen eng mit dem Podcast verknüpft ist. Auch Patrick kommt zu Wort und gibt Einblicke in seine Rolle hinter der Kamera und warum er sich bisher immer im Hintergrund gehalten hat.
Dann wird es emotional: Markus verkündet live, dass er offiziell ein Pup geworden ist – geboren am 23. April 2026. Nach der Folge über Pup-Play, die wir vor Kurzem aufgenommen haben, hat er den Schritt gewagt, und wir feiern diesen Moment gemeinsam mit dem Publikum.
Zum Abschluss blicken wir nach vorne: Wir sprechen über unsere Pläne für Folsom und werben für eine Mitgliedschaft im Hamburg Fetisch e.V., der das Hamburg Fetish Weekend überhaupt erst möglich macht. Eine Folge voller Lacher, Überraschungen und echtem Community-Feeling – live und ungeschnitten.
Wir klären zunächst die Grundlagen: Was ist Pup-Play eigentlich, wo liegen die Ursprünge und was bedeutet es, in die Rolle eines Puppys zu schlüpfen? Unsere Gäste erklären, dass es dabei vor allem darum geht, den Kopf auszuschalten, den Alltag hinter sich zu lassen und sich in einem sicheren Raum einfach wohlzufühlen – ganz ohne Handbuch und feste Regeln.
Wir sprechen über den Einstieg in die Pup-Welt: Wie findet man seinen Pup-Namen, welche Rolle spielen Maskenfarben und Individualisierung, und wie überwindet man die Hemmschwelle, zum ersten Mal auf Events oder Stammtische zu gehen? Beide Gäste teilen ehrlich ihre Erfahrungen – vom nervösen ersten Besuch bis hin zum Gefühl, unter Gleichgesinnten endlich angekommen zu sein.
Ein großes Thema ist die Community und wo man Anschluss findet. Wir sprechen über Stammtische in München, Berlin und anderen Städten, über Telegram-Gruppen, Vereine und Events. Außerdem machen wir einen kleinen Werbeblock für das Hamburg Fetisch Weekend und unsere Live-Folge im Toms.
Wir gehen auch auf das Thema Öffentlichkeit und Anfeindungen ein. Gerade rund um CSDs werden Puppys oft als Sinnbild für das vermeintlich Anstößige herausgegriffen – obwohl die Maske für die meisten gar nichts mit Sex zu tun hat. Unsere Gäste berichten von überwiegend positiven Reaktionen in der Öffentlichkeit, aber auch davon, dass es in ländlichen oder konservativen Regionen schwieriger sein kann.
Zum Schluss räumen wir mit Vorurteilen auf: Pup-Play kann sexuell sein, muss es aber nicht. Wir sprechen über den Unterschied zwischen Social Head Space und sexuellem Play, über die Rollenverteilung zwischen Pup und Handler, übers Kuscheln, über Pony-Play als verwandtes Thema – und klären die wichtigste Frage: Nein, Pup-Play hat nichts mit echten Tieren zu tun.
In Folge 29 von schwarz & eng begrüßen wir einen ganz besonderen Gast: Marvin, den Freund von Markus. Damit sitzen zum ersten Mal ein Paar gemeinsam bei uns im Studio – und wir nutzen die Gelegenheit, die beiden auch als Paar ein bisschen kennenzulernen. Mit Sekt in der Hand starten wir locker in ein Gespräch über ihre Beziehung und wie sie zueinander gefunden haben.
Wir sprechen offen über das Thema offene Beziehung und wie sich das bei Markus und Marvin entwickelt hat. Die beiden erzählen, wie sie anfangs noch feste Regeln hatten, diese sich aber mit der Zeit verändert haben, weil Spontanität und Vertrauen immer wichtiger wurden. Dabei vergleichen wir auch unsere eigenen Erfahrungen und sprechen darüber, warum Kommunikation in offenen Beziehungen das A und O ist.
Dann tauchen wir tief ins Hauptthema der Folge ein: Sagging als Fetisch. Marvin erzählt, dass ihn der Baggy-Style schon seit seiner Kindheit fasziniert hat – noch bevor er überhaupt sexuell aktiv war. Wir erfahren, wie sich dieses Interesse über die Jahre entwickelt hat und was genau den Reiz am Sagging ausmacht: das Visuelle, das Gefühl beim Tragen und der gewisse Kick in der Öffentlichkeit.
Wir klären die Basics rund um den Streetstyle-Fetisch: Welche Klamotten gehören dazu, welche Marken und Sneaker spielen eine Rolle und warum sind Baumwoll-Boxershorts ein No-Go? Marvin erklärt uns die verschiedenen Varianten und wie das komplette Outfit – von den Schuhen über die Unterhose bis zur Hose – zusammenspielen muss, damit es stimmig und authentisch aussieht.
Wir sprechen außerdem über die Community und Partyszene rund um Sagging und Streetwear. Marvin berichtet von speziellen Events und Partys, auf denen man Gleichgesinnte trifft, und wie schön es ist, sich unter Menschen zu bewegen, die den gleichen Style teilen. Dazu lesen wir eine bewegende Hörer-Mail vor, die perfekt zum Thema passt und zeigt, wie bereichernd es sein kann, sich einfach mal zu trauen.
Zum Abschluss sprechen wir über die Ursprünge des Sagging in der amerikanischen Hip-Hop-Kultur, darüber, wie man den Style selbstbewusst in der Öffentlichkeit trägt, und über die Reaktionen, die man dabei erleben kann. Marvin gibt den Tipp: Wer selbstsicher auftritt und sich nicht ständig umsieht, fällt kaum auf – ein Rat, der für viele Fetische gilt.
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