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«EIFACH muetig – mit Jesus als Vorbild…» ist unser neues Jahresthema. Für die Beziehung von Jesus zur Kirche gibt es verschiedene Bilder. Eines davon ist Braut und Bräutigam. Wird die Beziehung von Jesus zu seiner Braut mit den Augen der alten Hochzeitszeremonie gesehen, leuchtet vieles ein. Die Grundlage bildet der Ehevertrag, welcher vor allem den Bräutigam in die Pflicht nimmt und der Braut Schutz gewährt. Die Braut wiederum ist bis zur Hochzeit vollkommen damit beschäftigt, sich auf die kommende Hochzeit vorzubereiten. Jesusnachfolger befinden sich in dieser Phase und daher sind sie aufgefordert die Zeit bis Jesus wiederkommt zu nutzen.
Mit dem Satz «Prüft alles und behaltet das Gute» (1Thessalonicher 5,21) fordert Paulus zuerst die damalige Kirchgemeinde in Thessaloniki, aber auch uns, zu einer vertrauensvollen Offenheit gegenüber dem Heiligen Geist heraus. Dabei dürfen die Zuhörer durchwegs auch kritisch sein und haben die Aufgabe, das Gehörte zu prüfen. Was sind geeignete Kriterien für diese Prüfung?
Der Prophet Zefanja fordert das Volk Israel in einer düsteren Zeit zum Jubeln und Jauchzen auf. Der Grund dafür ist Hoffnung. Zefanja konnte durch den Horizont schauen und sah dort in inspirierendes Bild der Zukunft. Da die Enderfüllung dieses Bilds noch aussteht, können wir im Hinblick auf unsere Zukunft auch heute noch hoffnungsvoll jubeln und jauchzen.
Die Adventszeit ist eine Frühlingszeit für die Kirche. Sie erwartet das Kommen Jesu, wie eine Verliebte Person ihren Geliebten. Sie kann es kaum erwarten, ihn in die Arme zu schliessen. Der Geliebte überwindet jedes Hindernis, um seiner Geliebten nahe zu sein. «Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm!» Dies ist die Einladung Jesu an jeden Einzelnen und an die Kirche. Es ist Zeit ihm nachzufolgen und in den Frühling einzutauchen. Der Frühling ist dabei ein Zeichen der Vorfreude und der Vorbereitung auf den Sommer, der sicher kommen wird. Die Botschaft der Adventszeit ist diejenige der Liebe. Die Liebe Gottes ist unterwegs zu uns und lässt sich nicht aufhalten! Es ist die Einladung, sich von Gott in einen Menschen der Liebe hineinlieben zu lassen.
Advent bedeutet Ankunft. Als Jesus vor zweitausend Jahren in Bethlehem zur Welt kam, konnten die meisten Menschen das Ereignis nicht mit ihrer Messias Erwartung verknüpfen. Wir stehen ebenfalls in einer Adventszeit, in der wir auf die Wiederkunft von Jesus Christus warten. Im Hinblick auf die begrenzte Zeit sollen wir weise umgehen und wachsam sein. Die personifizierte Erlösung, Jesus Christus, ist nahe. Die Nacht ist bald vorüber und der Tag bricht an.
Wir leben in einer kirchlichen Kultur, in der ein Mensch Christ werden kann, aber nicht zwingend ein Nachfolger von Jesus sein muss. In den vier Biografien über Jesus gibt es nur die Unterscheidung Volk und Nachfolger. Die Kategorie Christ, bei dem man ein Übergabegebet spricht, an eine Reihe von Lehren über Gott glaubt und in die Kirche geht, um so sicherzustellen, dass man nach seinem Tod in den Himmel kommt, gab es nicht. Ein Nachfolger Jesu ist wie ein Lehrling, der ganzheitlich von seinem Meister lernt und ihn 24/7 beobachten kann. Daraus erwachsen gute Früchte wie Wahrheit erkennen, Freiheit und Kindschaft.
Die Jesusnachfolge kostet mich alles. Die ersten Nachfolger von Jesus, die Jünger, waren ernüchtert darüber, dass nicht einmal diejenigen, welche gemäss ihrem Verständnis einen Vorteil hatten, aus eigenen Mitteln in das Reich Gottes kommen würden. Wie sollten denn sie einfache Männer dies schaffen? Was ist denn der Gewinn der Nachfolge. Die Jünger stellten Jesus die gleiche Frage, denn sie hatten alles für ihn zurückgelassen. Die Jesusnachfolge verspricht einen doppelten Gewinn. Zum einen gewinne ich viel in der Gemeinschaft der Gläubigen, zum anderen verheisst Jesus allen, die alles verlassen haben, das ewige Leben als Hauptgewinn.
Die Nachfolge von Jesus Christus kostet mich alles – sogar mein Leben. Die Nachfolge hat einen Preis. Ich kann mich nur für oder dagegen entscheiden, einen Mittelweg gibt es nicht. Allerdings ist dieser Entscheid immer freiwillig. Der Preis der Nachfolge heisst, dass Jesus Christus das Wichtigste für mich sein soll. Das Ziel von Jesu seinem Aufruf zur Nachfolge ist nicht die Selbstverleugnung oder das Kreuztragen, sondern die Bereitschaft ihm nachzufolgen.
Diese Predigt schliesst nahtlos an die letzten drei Predigten zum Thema Vergebung an. Der Grundsatz von Paulus lautet: «Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!» (Römer 12,21). Er belässt es aber nicht bei dieser allgemeinen Aussage, sondern offeriert uns fünf Möglichkeiten, wie wir das tun können. Schliesslich erfahren wir, wie Nachfolger von Jesus die Kraft und die Liebe haben können, so zu vergeben und ein solches Leben zu führen.
In diesem Gottesdienst im Rahmen des Sonntags der verfolgten Kirche erzählt John Ghanim, ein jenemitischer Christ aus seinem Leben. John lebt heute in England und führt eine eigene «Sozial Media Arbeit» mit mehreren freiwilligen Helferinnen und Helfer in verschiedenen Ländern. Verfolgung erlebt er in erster Linie über die Medien.
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