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Die dritte Dimension der christlichen Vergebung ist die Versöhnung mit der Person, mit der wir in einem Konflikt stehen. Das eigentliche Ziel der Vergebung ist der Wiederaufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Dies geschieht, in dem wir unseren eigenen Anteil am Konflikt klar benennen und bereuen. Anschliessend bieten wir der anderen Person Vergebung an und erklären den Verzicht auf Wiedergutmachung. Darüber hinaus fordert Jesus, dass wir das Böse mit Gutem überwinden sollen.
Es gibt drei grundlegende Dimensionen der christlichen Vergebung. Erstens gibt es die vertikale Dimension – Gottes Vergebung uns gegenüber. Zweitens gibt es die innere – die Vergebung, die wir jedem gewähren, der uns Unrecht zugefügt hat. Drittens gibt es die horizontale – unsere Bereitschaft zur Versöhnung. Die horizontale Dimension basiert auf der inneren, und die innere basiert auf der vertikalen. In dieser Predigt geht es vor allem um die innere Vergebung.
Ein Nachfolger Jesu zu sein bedeutet, ein Leben der beständigen Vergebung zu führen. Die Parabel eines beim König überschuldeten Mannes lehrt uns die Grundsätze der Vergebung. In der Person des Königs tut Gott vier Dinge – er bringt den hoffnungslos verschuldeten Mann vor sich, hat dann aber Mitleid mit ihm, vergibt ihm die Schuld und lässt ihn frei. Der König kann dies nur tun, weil er bereit ist, die Schulden selbst zu übernehmen. Das hat Gott in der Person von Jesus Christus eindrücklich für alle Menschen getan.
Jesus nachzufolgen, kann ein Frust sein, wenn wir versuchen, dies aus eigener Kraft zu tun. Die Liebe zu Gott und den Mitmenschen entspringt aus dem tiefen Verständnis der persönlichen Gnade Gottes. Die Liebe fliesst natürlich, wenn wir täglich unsere Errettung durch Busse und Gnade durchleben. Durch dieses Bewusstsein werden wir leidenschaftliche Nachfolger von Jesus.
Wir haben als Jünger Jesus den Auftrag, das Evangelium anderen Menschen zu bringen. Jesus will Herzen erreichen und erobern. Nun wie kann das gehen? Im Neuen Testament sagt Jesus, dass wenn wir Liebe untereinander haben, jeder Jesus in uns erkennt.
Das Ziel der Jesusnachfolge ist es ihm ähnlicher zu werden. Doch dieses Ziel ist auf der Erde nie erreicht. Schnell lasse ich mich auf diesem Weg vom Ziel abbringen. Uns beirrt dies, was noch nicht wie gewünscht läuft. Doch beim Rückblick sehe ich, dass sich schon einiges verändert hat. Auf dem Weg der Nachfolge begegne ich immer wieder zwei Herausforderungen. Schliesse ich von den Schwierigkeiten auf Gott – oder schliesse ich von Gott auf die Schwierigkeiten. Die Jesusnachfolge versucht den Weg zu wählen, welche alles mit dem lebendigen Gott in Verbindung bringt.
Was ist der Stellenwert und die Bedeutung von Infrastruktur für das kirchliche Leben? Im alten Israel war der Tempel der Ort der Gegenwart Gottes. Gott wohnte unter den Menschen. Seine Präsenz war an ein Haus gebunden. Seit Jesus bilden seine Nachfolger gemeinsam das Haus, in dem Gott wohnt. Gebäude und Infrastruktur verloren ihre unverzichtbare Bedeutung, dienen dem jetzigen Haus Gottes, der Gemeinde, aber weiterhin als hilfreiche Unterkunft, um ihrem gemeinsamen Leben vor und mit Gott einen Raum zu bieten.
Zweimal liess der Gott, der HERR, während der 40-jährigen Wüstenzeit Wasser aus einem Felsen fliessen und versorgte damit ein Millionenvolk mit seinen Tieren. Weil das Handeln von Mose in Kades (= heilig sein) nicht den Anweisungen Gottes entsprach, durfte er das verheissene Land nicht betreten. Das wirkt im ersten Moment sehr hart, ist bei genauerem Hinsehen jedoch verstehen. Die Episoden mit dem Wasser aus dem Felsen ist eine Veranschaulichung für den Umgang eines Nachfolgers mit Jesus.
Das Volk Israel wurde angewiesen zu bestimmten Zeitpunkten Feste zu feiern, sobald sie sich im verheissenen Land befinden. Eines davon ist das Fest der Erstlingsfrucht. Der erste Teil der Getreideernte gehört Gott. Erst wenn diese geopfert wurde, darf vom Rest gegessen werden. Jesus Christus stand am Fest der Erstlingsfrucht von den Toten auf. Auch er ist gewissermassen der Erste von vielen, wie dies beim Getreide auch der Fall ist – er ist der Erste, welcher von den Toten auferstand. Jesusnachfolger haben durch die Auferstehung Jesu die Gewissheit, dass auch sie eines Tages von den Toten auferstehen werden. Die Erstlingsfrucht ist ein Prinzip, welches zweierlei zum Ausdruck bringt. Einerseits ist es ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Gottes Fürsorge und Barmherzigkeit. Andererseits weist es daraufhin «da kommt noch mehr».
Gott nahm im Zelt der Offenbarung Wohnung auf dieser Erde. Gott liess sich mitten unter seinem Volk mit seiner Herrlichkeit nieder. Die Herrlichkeit Gottes zeigt sich als eine Manifestation seiner Macht. Doch diese Herrlichkeit war zu gross für die Menschen, um sie auszuhalten. Daher war sie verhüllt. Seit Jesus Christus aber, wohnt der Heilige Geist in jedem Menschen, welcher Jesus nachfolgt. Dieser macht den Körper zu einem Heiligtum des Heiligen Geistes. Daher ist das Leben dann ein Gottesdienst und widerspiegelt die Herrlichkeit Gottes. Der Heilige Geist bevollmächtigt zu einem Leben, welches von der Herrlichkeit Gottes durchdrungen ist, d.h. in dem die Kraft Gottes sichtbar wird.
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