Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr

Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr

Download on the App Store

Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr episodes

  • Eine Predigt über das Leben zwischen Alltag und Glauben

    Wir Christen leben dazwischen. Zwischen Alltag und Ewigkeit. Zwischen Hoffnung und Zweifel. Zwischen dem Wunsch nach Klarheit und einer Welt, die oft alles andere als eindeutig ist.

    Jesus beschreibt dieses Leben mit dem Bild von Weizen und Unkraut, die bis zur Ernte gemeinsam wachsen. Noch ist nicht alles entschieden. Noch ist vieles offen. Gerade darin liegt der Raum des Glaubens.

    Paulus greift diese Erfahrung auf und macht Mut: Selbst wenn uns die Worte fehlen, selbst wenn wir nicht wissen, wie wir beten sollen, bleibt Gott uns nahe. Der Heilige Geist tritt für uns ein – mit unaussprechlichen Seufzern.

    Diese Predigt lädt dazu ein, den eigenen Glauben nicht an Perfektion zu messen. Gott erwartet keine perfekten Formulierungen. Er kennt unser Herz und begleitet uns gerade dort, wo wir sprachlos werden.

    11 min
  • Die Hoffnung lebt von der Uneindeutigkeit

    Wäre das Leben nicht einfacher, wenn alles eindeutig wäre?

    Schwarz oder Weiß. Gut oder Böse. Richtig oder Falsch.

    Viele Menschen sehnen sich nach einfachen Antworten. Doch genau diese Eindeutigkeit verspricht das Evangelium nicht. Stattdessen spricht Jesus vom Sämann, der großzügig aussät – auf guten Boden ebenso wie auf steinigen oder dornigen Grund. Erst die Ernte wird zeigen, was Frucht trägt.

    Auch Paulus beschreibt diese Spannung: Die ganze Schöpfung sehnt sich nach Vollendung. Sie wartet darauf, dass sichtbar wird, was heute noch verborgen ist. Christliche Hoffnung lebt deshalb nicht von fertigen Lösungen, sondern vom Vertrauen darauf, dass Gott alles zur Vollendung führt.

    Diese Predigt lädt dazu ein, sich nicht von scheinbar einfachen Antworten verführen zu lassen, sondern den Heiligen Geist als Orientierung anzunehmen. Jeder Mensch ist berufen, mit seinen Talenten am Reich Gottes mitzubauen – unabhängig von Herkunft, Bildung oder Beruf.

    11 min
  • Wie Christus von den Lasten des Lebens befreit

    „Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“

    Auf den ersten Blick klingt dieser Satz wie ein Widerspruch. Denn jedes Joch drückt doch, oder?

    Diese Predigt zeigt, warum Jesus genau das Gegenteil meint: Sein Joch belastet nicht, sondern befreit. Es wird nur für das schwer, was uns von Gott fernhalten möchte.

    Ausgehend vom Römerbrief eröffnet sich ein neuer Blick auf die Worte des Apostels Paulus. Fleisch und Geist erscheinen nicht als abstrakte Gegensätze, sondern als zwei Weisen zu leben: die Bindung an alles Vergängliche und die Freiheit, die Gott schenkt.

    Dabei geht es nicht nur um große Süchte, sondern um alles, was unser Leben beherrscht und unfrei macht. Dem stellt Christus den Heiligen Geist entgegen – die Kraft, die Menschen aufrichtet, heilt und zu echter Freiheit führt.

    9 min
  • Das Kreuz als Weg und nicht als Schicksal

    „Jeder hat sein Kreuz zu tragen.“

    Diesen Satz kennen wir alle. Doch ist er wirklich christlich?

    In dieser Predigt wird deutlich: Jesus spricht ganz anders über das Kreuz. Er sagt nicht, dass jedem sein Leid einfach auferlegt wird. Er spricht vielmehr von einer Entscheidung: „Wer sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt …“

    Das Kreuz ist nicht bloß Schicksal. Es entsteht dort, wo Menschen beginnen, den Weg Jesu zu gehen – den Weg der Wahrheit, der Barmherzigkeit und der Liebe.

    Wer den Blick auf die Schwachen richtet, wird nicht immer Zustimmung erfahren. Wer ehrlich mit sich selbst wird, entdeckt, dass die eigentliche Grenze zwischen Gut und Böse nicht zuerst durch die Welt verläuft, sondern mitten durch das eigene Herz.

    8 min
  • Warum Gottes Allmacht anders ist, als wir denken

    Weiß Gott eigentlich schon, wer Weltmeister wird?

    Die Frage klingt zunächst humorvoll. Doch dahinter verbirgt sich eine der ältesten und schwierigsten Fragen des Glaubens: Wenn Gott allwissend und allmächtig ist, wie frei sind wir Menschen dann eigentlich?

    Das Evangelium spricht davon, dass kein Spatz vom Himmel fällt, ohne dass Gott darum weiß. Sogar die Haare auf unserem Kopf seien gezählt.

    Doch bedeutet das, dass Gott jede Einzelheit steuert? Ist die Welt nur ein großes Schauspiel, dessen Ausgang längst feststeht?

    Die Predigt geht der Frage nach, was die Bibel wirklich über Gottes Allmacht und Vorsehung sagt. Dabei zeigt sich ein überraschendes Gottesbild: Gott ist nicht der distanzierte Zuschauer auf der Tribüne der Weltgeschichte und auch kein Puppenspieler, der alle Fäden zieht.

    Gott ist der, der sich seiner Schöpfung hingibt, der Menschen Freiheit schenkt und der gerade dort gegenwärtig bleibt, wo Leid, Scheitern und Unsicherheit unser Leben prägen.

    8 min
  • Die Ernte Gottes wächst mitten unter uns

    Bin ich eigentlich gemeint?

    Jeden Sonntag hören wir Lesungen aus der Bibel, einen Psalm und das Evangelium. Oft hören wir sie als Texte über andere Menschen, über vergangene Zeiten oder über allgemeine religiöse Wahrheiten.

    Doch was passiert, wenn Gottes Wort plötzlich nicht mehr nur an „die anderen“ gerichtet ist, sondern an mich?

    Die Predigt nimmt die Lesungen dieses Sonntags als Einladung wahr, sich genau dieser Frage zu stellen. Gehören wir wirklich zu dem Volk, von dem Gott sagt: „Ihr werdet mein besonderes Eigentum sein“? Sind wir nur Zuschauer oder tatsächlich Teil der Geschichte Gottes?

    Dabei geht es nicht um Überheblichkeit oder darum, etwas Besseres zu sein. Im Gegenteil: Die Zugehörigkeit zum Volk Gottes gründet nicht auf Leistung, sondern auf Gottes Liebe und Berufung.

    Jesus sieht die Menschen wie Schafe ohne Hirten. Er sieht ihre Orientierungslosigkeit – und zugleich das Gute, das in ihnen wachsen und Frucht bringen kann.

    8 min
  • Warum das Evangelium mehr ist als eine Gebrauchsanweisung

    Was würde Jesus tun?

    Die Frage ist vielen bekannt. Manche tragen sie auf Armbändern, andere halten sie für eine fromme Floskel. Doch was steckt wirklich dahinter?

    Die Predigt zeigt, warum das Evangelium keine Gebrauchsanweisung mit fertigen Antworten für jede Lebenslage ist. Jesus hat kein Buch geschrieben und keine Liste mit Regeln hinterlassen. Stattdessen hat er Menschen berufen, ihm nachzufolgen.

    Am Beispiel der Berufung des Zöllners Matthäus wird deutlich: Jesus sieht Menschen anders. Er sieht nicht zuerst den Sünder, den Ausgestoßenen oder den Gescheiterten, sondern den Menschen als Kind Gottes.

    Die eigentliche Frage lautet deshalb vielleicht nicht zuerst: „Was würde Jesus tun?“ Sondern: „Was tut Jesus?“

    Denn Christen leben nicht daraus, Jesus zu ersetzen, sondern daraus, sich von ihm heilen, vergeben und sammeln zu lassen – um genau das weiterzugeben.

    11 min
  • Wie wir uns in der Vielfalt des Lebens nicht verlieren

    Wie viele Rollen spielen wir eigentlich in unserem Leben? Wir sind Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen, Nachbarn, Ehrenamtliche oder Verantwortliche. Je nach Situation tragen wir unterschiedliche „Hüte“ und sprechen manchmal sogar unterschiedlich.

    Doch wer sind wir eigentlich hinter all diesen Rollen?

    Die Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag geht dieser Frage nach und verbindet sie mit einem der größten Geheimnisse des christlichen Glaubens: der Heiligen Dreifaltigkeit.

    Der dreifaltige Gott ist kein mathematisches Rätsel und keine abstrakte Theorie. Die Rede von Vater, Sohn und Heiligem Geist ist der Versuch, eine Erfahrung auszudrücken: Gott ist Beziehung. Gott ist Liebe. Gott ist kein einsamer Herrscher, sondern lebendige Gemeinschaft.

    Gerade deshalb kann der Glaube helfen, die vielen Facetten unseres Lebens zusammenzuhalten, ohne uns selbst zu verlieren.

    11 min
  • Pfingsten beginnt mit Zuhören

    Pfingsten ist kein himmlischer Sprachkurs. Das Wunder bestand nicht darin, dass plötzlich alle Fremdsprachen perfekt beherrscht wurden.

    Das eigentliche Wunder war: Menschen verstanden einander — trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft, Erfahrungen und Sprachen.

    Und genau darin liegt vielleicht auch heute die größte Sehnsucht.

    Warum gelingt es oft nicht mehr, Glauben weiterzugeben?

    Warum finden Kinder und Enkel so häufig keinen Zugang mehr zur Sprache der Kirche? Und was passiert, wenn Menschen zwar religiöse Erfahrungen machen, aber dafür andere Worte gefunden haben?

    Diese Predigt verbindet die biblische Pfingstgeschichte mit einer sehr aktuellen Frage: Wie können Menschen heute überhaupt noch voneinander verstehen, was sie trägt, bewegt und hoffen lässt?

    10 min
  • Die Stunde Jesu: Wo Zeit keine Rolle mehr spielt

    Es gibt gefühlte Temperaturen. Und es gibt gefühlte Zeit.

    Manche Stunden vergehen wie im Flug, andere ziehen sich endlos. Und manchmal verändert ein einziger Augenblick das ganze Leben. Doch was ist eigentlich Ewigkeit?

    Das Evangelium spricht nicht von endlosen Stunden oder unaufhörlicher Zeit. Ewigkeit bedeutet vielmehr: einen Augenblick von solcher Tiefe zu erfahren, dass Zeit plötzlich keine Rolle mehr spielt.

    Diese Predigt verbindet alltägliche Erfahrungen mit einer der größten Fragen des Glaubens: Wie lässt sich Ewigkeit überhaupt denken — oder besser: erfahren?

    Im Zentrum steht das große Gebet Jesu im Johannesevangelium und die „Stunde Jesu“: der Moment, in dem Kreuz, Auferstehung und Gottes Liebe zusammenkommen.

    10 min

About Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr

From the publisher's feed

Pfarrer Michael Mohr, Pfarrer in Erkrath, Hilden und Haan, bringt in seinen Predigten Glauben und Alltag miteinander ins Gespräch. Authentisch, lebensnah und theologisch fundiert spricht er über Gott,…