Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

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Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise episodes

  • Alexander Bogner: Zwischen Virologie und Verschwörungstheorie: Expertise in der Coronakrise

    Am 7. Oktober 2020 hielt Alexander Bogner einen Vortrag mit dem Titel: „Zwischen Virologie und Verschwörungstheorie: Expertise in der Coronakrise“. Grundthese ist, dass in der Wissensgesellschaft viele Konflikte als Auseinandersetzungen um das richtige Wissen ausgetragen getragen werden. In diesen Wissenskonflikten, so Bogner, unterstütze der Primat der Wissenschaft eine Politik der Alternativlosigkeit. Politischer Protest artikuliere sich daher oft als anti-rationalistisches Ressentiment. Alternative Fakten stehen alternativloser Politik gegenüber.

    Alexander Bogner ist Dozent für Soziologie an der Universität Wien und Senior Scientist an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er ist derzeit Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie.

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    Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.

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    • Robert Schäfer: Verschwörungsdenken als Mystifikation. Ein überraschendes Ergebnis der Analyse von Interviews mit Corona-Massnahmenkritiker:innen
      Moderation
      • Jan Wetzel
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          28 min
        • Michaela Kreyenfeld und Sabine Zinn: Väterliches Engagement in der Coronakrise

          Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat das Leben von Familien maßgeblich beeinflusst. Während des ‚Lockdowns‘ im Frühjahr 2020 wurden Schulen, Kindergärten und Spielplätze geschlossen. Auf die Betreuung durch Großeltern konnten Mütter und Väter während dieser Zeit ebenso wenig zurückgreifen wie auf die Betreuung durch Babysitter oder andere ‚haushaltsfremde‘ Personen.  Vor dem Hintergrund der ohnehin sehr traditionellen Strukturen in Deutschland wurde erwartet, dass die Corona-Krise einer Re-Traditionalisierung der familialen Verhaltensweisen Vorschub leisten könnte.

          In ihrem Beitrag schließen Michaela Kreyenfeld und Sabine Zinn sich an diese Debatte an, in dem sie untersuchen, wie sich die Zeit, die Mütter und Väter mit ihren Kindern verbringen, im Zuge des Lockdowns verändert hat. Als Datenbasis dienen das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) aus dem Jahr 2019 sowie die Zusatzbefragung SOEP-Cov, die 2020 im Feld war.

          Michaela Kreyenfeld ist Professorin für Soziologie an der Hertie School. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familiendemographie, Lebenslaufanalyse, Sozialpolitik und Migration. Sabine Zinn leitet den Bereich Surveymethodik und -management am Sozio-oekonomischen Panel.

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          Transkript

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            Moderation
            • Joshua Perleberg
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                31 min
              • Armin Nassehi: Was heißt es, auf die Wissenschaft zu hören?

                Am 30. September ist die „zweite Staffel“ des Kolloquiums gestartet. Den Auftakt bildete ein Vortrag von Armin Nassehi. In seinem Impuls reflektierte er die Veränderungen, die die Krise sowohl für den innerwissenschaftlichen Diskurs, als auch im Kontakt der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit mit sich bringt. Sein Vortrag trägt den Titel: „Was heißt es, auf die Wissenschaft zu hören? Friktionen zwischen Wissenschaft und ihrem Publikum während der Covid-Krise“.

                Armin Nassehi ist Professor für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der LMU München und organisiert das Kolloquium mit.

                Transkript

                Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.

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                • Abschlussgespräch zum Kolloquium mit Jutta Allmendinger und Armin Nassehi
                  Moderation
                  • Jan Wetzel
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                      27 min
                    • Jutta Allmendinger und Jan Wetzel: Vertrauen und Kontrolle in der Corona-Krise

                      Gesellschaftliches Zusammenleben ist auf Vertrauensbeziehungen angewiesen. Ob Politik, Medien oder auch nur die eigenen Nachbarn: Man kann andere niemals vollständig kontrollieren, braucht also Vertrauen. Gleichzeitig kann Vertrauen nur schenken, wer ein Mindestmaß an Kontrolle über sich und seine Umwelt hat. Die Coronakrise ist in diesem Sinne auch eine Vertrauenskrise. Sie hinterfragt Selbstverständlichkeiten des Alltags, bringt Kontrollverlust mit sich, und damit auch Anlässe zum Misstrauen.

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                      • Talja Blokland, Daniela Krüger and Robert Vief: Talking it Through in the Street – How Berlin Residents Organize Social Support During COVID-19 Restrictions
                      • René Tuma: Videographien des Social Distancing
                      • Abschlussgespräch zum Kolloquium mit Jutta Allmendinger und Armin Nassehi
                        Moderation
                        • Ellen von den Driesch
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                            29 min
                          • Michaela Pfadenhauer: Corona-Pandemie – Expertokratie oder Aufwind für die Profession?

                            In Ihrem Vortrag betrachtet Michaela Pfadenhauer die Folgen der Coronakrise aus Sicht einer Professionssoziologin. Die Befürchtung einer Expertokratie ist eine Begleiterscheinung nicht erst der Corona-Pandemie, sondern eine Sorge, die seit den 1960er Jahren im Hinblick insbesondere auf die Medizin zu hören ist und nicht nur als Bevormundung der Politik, sondern auch als Entmündigung der Laien thematisiert wird. Wenn aber Politik und Bürger entmachtet werden, um wessen Herrschaft geht es gegenwärtig gegebenenfalls: um die Ermächtigung der wissenschaftlichen Disziplin Virologie, die der verbeamteten Forscher des Robert-Koch-Instituts oder der medizinischen Profession? Gegenüber deren generellem Niedergang scheint zumindest diese eine Profession im Aufwind zu sein, wenn zur Eindämmung der Corona-Pandemie das Gesundheitssystem allen anderen Teilsystemen übergeordnet wird, weil es „um Leben und Tod“ geht.

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                            • Alexander Bogner: Zwischen Virologie und Verschwörungstheorie: Expertise in der Coronakrise
                            • Jürgen Gerhards und Michael Zürn: China und die westlich-liberalen Demokratien in der Systemkonkurrenz: Zeigt die Bewältigung der Corona-Krise die Überlegenheit einer technokratischen Autokratie?
                            • Luis Aue: Warum setzen internationale GesundheitsexpertInnen auf Zauberkugeln? Autoritätsabhängige Interventionskonstruktion auf der Internationalen Sanitärkonferenz von 1892
                              Moderation
                              • Jan Wetzel
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                                  34 min
                                • Alena Buyx: SolPan – Erste Erfahrungen aus einer multinationalen qualitativen Studie zur Solidarität und anderen Werten zur Zeiten des Lockdowns in der Corona-Krise

                                  Welche Motive und die ihnen zugrundeliegenden Werte bewegen Menschen dazu, sich solidarisch in der Corona-Krise zu verhalten? Diese Frage kann nicht ausschließlich mit quantitativen Surveys, wie sie derzeit in größerem Umfang stattfinden, beantwortet werden. Für ein tieferes Verständnis des menschlichen Verhaltens und Entscheidungsprozesses in der Zeit der Corona-Pandemie sind qualitative Datenerhebungen und Analysen unerlässlich und dennoch weiterhin rar.

                                  In ihrem Vortrag stellt Alena Buyx eine multinationale Studie des SolPan-Konsortiums vor. In dieser werden aus einer qualitativen Perspektive in neun verschiedenen Staaten die Beweggründe zum solidarischen Handeln anhand von Interviews untersucht. Der Vortrag lieferte Einblicke in die Forschungspraxis unter hohem Zeitdruck und in die Methodologie der Studie.

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                                  • Jürgen Gerhards: Europäische Solidarität in der Corona-Krise
                                  • Nora Hangel: Solidarität in Zeiten der Pandemie? Eine vergleichende Längsschnittstudie zur Erforschung von Werten und Verhalten (SolPan)
                                    Moderation
                                    • Melinda Erdmann
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                                        31 min
                                      • Birgit Leyendecker: Familie, Schulen, Bildungsschere – gibt es auch Chancen trotz oder wegen der Corona-Pandemie?

                                        Die Delegation von außerfamiliärer Bildung und Betreuung an die Familien birgt vielfältiges negatives Potenzial. Alle Familien sind davon betroffen, abhängig von ihren Ressourcen und den jeweiligen Herausforderungen jedoch in sehr unterschiedlichem Maße. Die Verschärfung von Ungleichheit durch die Coronapandemie zeigt sich hier sehr deutlich.

                                        Die Heterogenität in den Schulklassen wird im Hinblick auf den Wissensstand nach den Sommerferien sehr viel größer sein als vorher. Obwohl dies weitgehend bekannt ist, starren wir seit März auf die Pandemiezahlen und vergessen, dass wir auch handeln können statt tatenlos, aber perfekt abzuwarten. Ziel des Beitrags von Birgit Leyendecker ist es zu diskutieren, was wir aus der Coronakrise lernen können warum es gerade jetzt wichtig ist, zu handeln.

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                                        • Heike Solga: Corona – Bewährungsprobe für das deutsche Ausbildungssystem
                                        • Dominique Klein: Wenig erwarten, wenig fordern?! Ziele von Schulen an sozial benachteiligten Standorten während des Distanzlernens im Frühjahr 2020
                                        • Christian Gerhards: Betriebliches Qualifizierungsverhalten in der Corona-Pandemie
                                        • Yvonne Lott: Alles beim Alten? Die Aufteilung der Kinderbetreuung in Paaren während der Corona-Krise
                                        • Katharina Manderscheid und Lorenz Gaedke: Ungleicher Familienalltag durch die Corona-Pandemie
                                        • Elias Naumann: Wie geht es Familien während (und nach) der Corona-Pandemie?
                                        • Martin Ehlert: Bildungsverläufe in der Pandemie: Herausforderungen bei der Datenerhebung im Nationalen Bildungspanel (NEPS) und erste Ergebnisse
                                          Moderation
                                          • Joshua Perleberg
                                            • Email
                                            • Website
                                              29 min
                                            • Steffen Mau: Die Coronapandemie aus der Perspektive der Grenzforschung

                                              Die Schließung der Grenzen im Zuge der Coronapandemie gilt vielen als Umkehrung des Globalisierungstrends. In seinem Vortrag argumentiert Steffen Mau, dass die Grenzpolitik der Coronakrise zwar eine Zäsur darstellt, aber schon länger laufende Trends des Bordering akzentuiert. Die Schließung von Grenzen und die Mobilitätsabwehr sind keine neuen Phänomene, sondern sie haben die Globalisierung lange begleitet. Dazu gehören Immobilisierung, Risikopolitik und digitale Kontrolle. Auch die „pandemische Grenze“ ist historisch gesehen nicht neu. Nun aber trifft sie auch diejenigen, die lange von der Freizügigkeit und Prozessen der Entgrenzung profitiert haben.

                                              VortragsfolienHerunterladen
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                                                Moderation
                                                • Ellen von den Driesch
                                                  • Website
                                                    30 min
                                                  • Sighard Neckel: Covid-19 – Lehrstück für Klimawandel und Nachhaltigkeit?

                                                    In der Öffentlichkeit werden gegenwärtig zahlreiche Vergleiche gezogen zwischen der Corona-Pandemie und dem Klimawandel. Covid-19 und der drohende Klimakollaps gelten gleichermaßen als Auslöser einer Zeitenwende. Sighard Neckel geht in seinem Vortrag daher folgenden Fragen nach: Gibt es Strukturähnlichkeiten zwischen dem weltweiten Infektionsgeschehen und der globalen Erwärmung und worin genau liegen sie begründet? Welche bezeichnenden Unterschiede weisen Pandemie und Klimakrise andererseits aber auf? Und ließen sich aus einem Vergleich beider Krisenprozesse Schlussfolgerungen für die Entwicklungspfade ziehen, die eine Gesellschaft der Nachhaltigkeit einschlagen könnte?

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                                                    • Michael Neuber and Beth Gharrity Gardner: How do social movements move in pandemic contexts? Examining climate justice mobilizations in times of COVID-19
                                                      Moderation
                                                      • Melinda Erdmann
                                                        • Website
                                                          32 min
                                                        • Jürgen Gerhards: Europäische Solidarität in der Corona-Krise

                                                          Politiker vor allem aus den von der Pandemie besonders betroffenen Ländern, aber auch viele Intellektuelle beklagen den Mangel an europäischer Solidarität in der Bewältigung der Corona-Krise. Jürgen Gerhards unterzieht diese Diagnose einer kritischen Prüfung und kommt zu dem Ergebnis, dass es um eine europäische Solidarität besser bestellt ist als von vielen vermutet. Die europäischen Institutionen versuchen mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Handlungsfähigkeit derjenigen Mitgliedstaaten zu stärken, die von der Krise besonders betroffen sind. Und die Bereitschaft der Bürger zur europäischen Solidarität ist weitgehend gegeben. Dies gilt sowohl für eine zukünftig zu organisierende europaweite medizinische Versorgung von Notfallpatienten als auch für die finanzielle Unterstützung von Mitgliedsländern zur Bewältigung der ökonomischen und sozialen Folgen der Pandemie.

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                                                          • Steffen Mau: Die Coronapandemie aus der Perspektive der Grenzforschung
                                                          • Alena Buyx: SolPan – Erste Erfahrungen aus einer multinationalen qualitativen Studie zur Solidarität und anderen Werten zur Zeiten des Lockdowns in der Corona-Krise
                                                          • Nora Hangel: Solidarität in Zeiten der Pandemie? Eine vergleichende Längsschnittstudie zur Erforschung von Werten und Verhalten (SolPan)
                                                            Moderation
                                                            • Ellen von den Driesch
                                                              • Website
                                                                26 min

                                                              About Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

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