Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

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By Wissenschaftszentrum Berlin für SozialforschungScienceSocial Sciences
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Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise episodes

  • Heike Solga: Corona – Bewährungsprobe für das deutsche Ausbildungssystem

    Die enge Kopplung von betrieblicher Ausbildung und Bedarf der Wirtschaft ist in Krisenzeiten immer ein Problem. Wirtschaftliche Unsicherheiten, wenn nicht gar Existenzbedrohungen, seitens der Betriebe und Antizipation der beruflichen Zukunft seitens der Jugendlichen und ihrer Eltern wirken sich negativ auf das Ausbildungssystem aus. In Ihrem Vortrag skizziert Heike Solga die spezifische Problemlage in der Corona-Krise und gibt basierend auf Forschungsbefunden Hinweise für deren Abmilderung sowie zur Weiterentwicklung des deutschen Ausbildungssystems.

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    • Britta Klopsch und Anne Sliwka: Wie die Pandemie die "Grammatik der Schule" verändert
    • Christian Gerhards: Betriebliches Qualifizierungsverhalten in der Corona-Pandemie
      Moderation
      • Joshua Perleberg
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          30 min
        • Jens Dangschat: Corona-Pandemie und Mobilität

          Nach aktuellen Prognosen wird Deutschland im Jahr 2020 erstmalig die vorgegebenen Schwellenwerte des Rückgangs an CO2-Emissionen unterschreiten. Ursache dafür sind aber weder technische Fortschritte noch veränderte Mobilitätsstile, sondern der temporäre Shutdown von Industrien, Handel, Bildung und sonstigen Dienstleistungen. In seinem Vortag betrachtet Jens Dangschat die Auswirkungen der Corona-Krise auf die aktuelle globale Mobilität und diskutiert welche zukünftigen Entwicklungen diese für die Automobilität, die Automatisierung des Verkehrs und den Klimawandel zur Folge haben könnten. Zudem stellt er sich der Frage, welche Aufgabe der Soziologie bei diesem gesellschaftlichen Veränderungsprozess zukommt.

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          • Katharina Manderscheid: Mobilitäts-/Immobilitätsverhältnisse in der Corona-Pandemie
          • Andreas Knie: Räumliche Mobilität in der Coronakrise: Renaissance des Autos?
          • Leonie Tuitjer und Kerstin Schäfer: (Im)mobilität und (Un)gleichheiten während der Corona-Pandemie
            Moderation
            • Melinda Erdmann
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                33 min
              • Andreas Reckwitz: Risikopolitik

                Die Politik in der Corona-Krise wurde häufig als Politik des ‚Ausnahmezustands‘ deklariert. In seiner Präsentation geht es Andreas Reckwitz im Gegensatz darum, die Corona-Politik als Beispiel für ein allgemeineres Muster moderner Politik zu interpretieren, einer ‚Risikopolitik‘. Idealtypisch werden Strukturmerkmale und potenzielle Spannungsfelder von Risikopolitik herausgearbeitet. Die Corona-Politik könnte sich als Trainingsfeld für einen noch herausfordernden Fall von spätmoderner Risikopolitik erweisen, jener im Umgang mit dem Klimawandel.

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                • Jürgen Gerhards und Michael Zürn: China und die westlich-liberalen Demokratien in der Systemkonkurrenz: Zeigt die Bewältigung der Corona-Krise die Überlegenheit einer technokratischen Autokratie?
                • Uta Rüchel und Bastian Rottinghaus: Freiheit(en) in unsicheren Zeiten
                • Lukas Stoetzer: Affektive Polarisierung und moralische Dilemmata während der COVID-19-Pandemie
                • Megan O’Neill and Jonas Grutzpalk: How is Corona being perceived and described? The social impact of the virus on policing
                  Moderation
                  • Ellen von den Driesch
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                      28 min
                    • Roland Rau: Offene Fragen in der demographischen Mortalitätsforschung

                      Zweifellos ist die gegenwärtige Pandemie das weltweit einschneidenste Ereignis der letzten Jahrzehnte. Die ökonomischen, sozialen, und psychologischen Folgen sind nur schwer zu prognostizieren. In seinem Beitrag erläutert Roland Rau aus Sicht eines Demographen, welche Fragen sich für die Mortalitätsforschung ergeben und welche Probleme es bei der Beantwortung geben wird. Dabei geht es um grundsätzliche Fragen, wie man den Einfluss auf die Mortalität überhaupt messen sollte, aber Beispielsweise auch um Fragen, welche Rolle die Altersstruktur spielt.

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                      Verwandte Episoden
                      • Rainer Schnell und Menno Smid: Methodische Probleme und Lösungen für eine epidemiologische Coronaforschung
                      • Michaela Kreyenfeld: Corona, Krise und Geburten
                      • Roland Rau: (Über-)Sterblichkeit während der Corona-Pandemie
                        Moderation
                        • Joshua Perleberg
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                          • Website
                            31 min
                          • Ruud Koopmans: Ein Virus, das keine Grenzen kennt? – Reiseverkehr, Einreisebeschränkungen und die internationale Verbreitung von COVID-19

                            „Abriegelung ist naiv, das Virus wird trotzdem kommen“, so klang es lange von Seiten der WHO, der EU und der Verantwortlichen in Deutschland. Währenddessen schlossen bereits andere nationale Regierungen ihre Grenzen. Am 17. März folgte die Kehrtwende auch in der EU, als sie ein Einreiseverbot für Menschen aus Nicht-EU-Ländern verhängte und Deutschland kurz darauf auch für Italiener*innen. Wer hatte nun Recht? Diejenigen, die Einreisebeschränkungen ablehnten, oder die Länder, die sich frühzeitig dazu entschlossen? Die vorläufigen empirischen Analysen von Ruud Koopmans legen nahe, dass der Glaube, das Virus sei nicht durch Grenzen zu bremsen, ein fataler Irrtum war.

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                            • Jürgen Gerhards: Europäische Solidarität in der Corona-Krise
                            • Steffen Mau: Die Coronapandemie aus der Perspektive der Grenzforschung
                            • Luis Aue: Warum setzen internationale GesundheitsexpertInnen auf Zauberkugeln? Autoritätsabhängige Interventionskonstruktion auf der Internationalen Sanitärkonferenz von 1892
                            • Deborah Lupton: The COVID-19 Crisis in Australia: Local and Global Contexts
                            • Joseph Harris: The Politics of Coronavirus Response in South Africa
                              Moderation
                              • Melinda Erdmann
                                • Website
                                  31 min
                                • Martina Löw und Hubert Knoblauch: Die Corona-Krise und die Refiguration des Raumes

                                  Die Umorganisation des gesellschaftlichen Lebens zum Schutz menschlicher Körper hat tiefgreifende Folgen für die räumliche Struktur der Gesellschaft. Von der Schließung von Gebäuden, öffentlichen Plätzen, Städten und ganzen Staaten bis hin zu einer massiven Reduktion globaler Mobilität.

                                  In ihrem Vortrag diagnostizieren Martina Löw und Hubert Knoblauch einen Konflikt zwischen der Container-Logik des Nationalstaates und der Logik des Netzwerkraumes der Globalisierung und des Digitalen. Die derzeitige Dominanz nationaler Bewältigungsstrategien fordert die Soziologie dabei epistemologisch heraus, etwa methodologischen Nationalismus zu vermeiden und transnationale Mobilität zu berücksichtigen.

                                  Weitere Informationen finden Sie auch im Blog des SFB 1265 „Re-Refiguration von Räumen“.

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                                  • Gabriele Klein und Katharina Liebsch: Körper im „Ausnahmezustand“
                                  • Anna Henkel: Corona-Test für die Gesellschaft
                                  • Sighard Neckel: Covid-19 – Lehrstück für Klimawandel und Nachhaltigkeit?
                                  • Talja Blokland, Daniela Krüger and Robert Vief: Talking it Through in the Street – How Berlin Residents Organize Social Support During COVID-19 Restrictions
                                  • Georgina Kress: Wohnungs- und Obdachlosigkeit & Corona: Wie Raum soziale Ungleichheitsverhältnisse in Wien während der Corona-Pandemie spiegelt
                                    Moderation
                                    • Jan Wetzel
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                                        30 min
                                      • Anna Henkel: Corona-Test für die Gesellschaft

                                        Anna Henkel beleuchtet in Ihrem Vortrag den Umgang der moderne Gesellschaft mit der Corona-Krise. Die Gesellschaft steht immer vor der Herausforderung, sich mit den ihr zur Verfügung stehenden (sozialen) Mitteln auf Gefährdungen einzustellen. Für die Gesellschaft sind ökologische, technologische oder erdsystemische Gefährdungen räumlich und zeitlich oft fern. Eine in diesem Sinne ferne Pandemiegefahr ist mit Corona jedoch plötzlich ganz nah. Darin liegt aus Sicht der Soziologie für die Gesellschaft die Chance eines Stresstests.

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                                        • Armin Nassehi: Die Infektion der Gesellschaft
                                        • Martina Löw und Hubert Knoblauch: Die Corona-Krise und die Refiguration des Raumes
                                        • Sighard Neckel: Covid-19 – Lehrstück für Klimawandel und Nachhaltigkeit?
                                        • Jan Fuhrmann: Die pandemische Realität der Corona-Krise als Selbstbeschreibungskrise der modernen Gesellschaft
                                          Moderation
                                          • Joshua Perleberg
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                                            • Website
                                              32 min
                                            • Katrin Auspurg: Fieberhafte Forschung – Warum Forschung derzeit wenig verlässlich ist und was wir dagegen tun können

                                              Der Beitrag von Katrin Auspurg nimmt eine Meta-Perspektive auf die Forschung ein. Derzeit gibt es aufgrund der Aussetzung üblicher Qualitätsstandards etliche Anzeichen für eine ineffiziente Wissenschaft. Viele Thesen entbehren transparenter Grundlagen; zahlreiche ad-hoc Surveys verletzen methodologische Grundregeln. Verzerrte Ergebnisse können aber zu falschen Schlussfolgerungen führen und die Wissenschaftsskepsis der Bevölkerung mehren.

                                              Der Beitrag plädiert daher für eine stärker analytisch-empirische Forschung, basierend auf den Prinzipien verlässlicher Sozialforschung. Damit sich verlässliche gegenüber überhasteter Forschung durchsetzen kann, erscheinen zudem Änderungen der Anreizstrukturen erforderlich: Hin zu mehr Forschungskooperationen, zu mehr Transparenz und intersubjektiver Nachvollziehbarkeit.

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                                              • Rainer Schnell und Menno Smid: Methodische Probleme und Lösungen für eine epidemiologische Coronaforschung
                                              • Katrin Auspurg: Statt ‚Boost‘ nur ‚Bias‘? Zum Kollaps von Qualitätsstandards in der (umfragebasierten) Corona-Forschung und was man dagegen tun könnte
                                                Moderation
                                                • Joshua Perleberg
                                                  • Email
                                                  • Website
                                                    32 min
                                                  • Andreas Diekmann: Soziale Normen. Prosoziales Verhalten in der Corona-Krise

                                                    In Krisensituationen müssen Menschen umdenken. Ein kollektiver Lernprozess beginnt und neue Ordnungsmuster entstehen. Doch werden die neuen sozialen Normen auch befolgt? Eine genauere Analyse muss dem unterschiedlichen Charakter sozialer Normen Rechnung tragen.

                                                    Andreas Diekmann geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Regeln und soziale Normen der „sozialen Distanzierung“, für das Tragen von Schutzmasken oder die Anwendung digitaler Technik zur Nachverfolgung von Infektionsketten akzeptiert und befolgt werden.

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                                                    • Uta Rüchel und Bastian Rottinghaus: Freiheit(en) in unsicheren Zeiten
                                                    • Lukas Stoetzer: Affektive Polarisierung und moralische Dilemmata während der COVID-19-Pandemie
                                                      Moderation
                                                      • Melinda Erdmann
                                                        • Website
                                                          28 min
                                                        • Gabriele Klein und Katharina Liebsch: Körper im „Ausnahmezustand“

                                                          In ihrem Vortrag gehen Gabriele Klein und Katharina Liebsch aus körpersoziologischer Perspektive Fragen nach dem Ablauf und dem Vollzug der gegenwärtigen Veränderungen durch die Corona-Pandemie nach. In der Bekämpfung der Pandemie wurden zahlreiche Körperpraktiken für hochgradig ansteckend und damit für gefährlich erklärt. Damit werden auch leibliche Erfahrungen neu klassifiziert – und dies, so ist zu vermuten, nicht nur in Zeiten der akuten und Monate dauernden Krisenbekämpfung, sondern auch mit nachhaltigen Folgen.

                                                          Daher wird in diesem Vortrag folgenden Fragen nachgegangen: Welche Neu-Klassifikationen der Körper entstehen mit den neuen Ge- und Verboten körperlicher Begegnung? Wie werden diese legitimiert? Wie integrieren Individuen diese in ihren Alltag?

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                                                          • Lea Eileen Pöhls: Familienessen im Corona-Lockdown. Veränderungen der sozialen Gestaltung von Mahlzeiten
                                                          • Gabriele Klein und Katharina Liebsch: Vom Ausnahmezustand zum Krisenmodus. Körper in der Corona-Pandemie
                                                          • Ulrike Burrmann und Sebastian Braun: Die Sportvereine in Zeiten der Corona-Pandemie – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung
                                                            35 min

                                                          About Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

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