ST. PAULI POP

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ST. PAULI POP episodes

  • "Alles Schiete, Rapp raus" - Das hat gesessen in Essen ...

    Ungeschlagen (in der Liga) — der kürzeste Saisonpodcast aller Zeiten
    Klassenkampf statt Pokal — knackige Viertelstunde aus der Schanze – Pokal-Aus, Kondolenzmilch und ein Zettel in Großbuchstaben


    Der kürzeste Saisonpodcast aller Zeiten: Pokal-Aus in Essen, Klassenkampf statt Negativstrudel, die Eric-Smith-These (gern geschehen, Abendblatt), Namensrechte für den Volkspark (Mordor ist frei) und Willis Spickzettel in Großbuchstaben. Live aus den Schanzenhöfen, bis das Bier untergeht — und die Sonne auch.


    Und hej, wir sind ungeschlagen! (In der Liga.)


    Dieser Popcast lebt von euch, seinen Hörer:innen.
    Spendiert mir n Bier - via Ko-Fi: https://ko-fi.com/stpop




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    17 min
  • Kiel x FC St. Pauli - Böige Saison voraus

    Moin Moin ans Millerntor. Heute gibt’s ein bisschen Housekeeping und ganz viel persönliches Mäandern, denn ich melde mich nicht aus dem Stadion, sondern von See.

    * Von Fußball und Segeln: Warum im August manchmal das Boot gewinnt und ich das 2:2 der Boys in Brown in Kiel nur aus der Ferne genüsslich im Fediverse miterlebt habe.

    * Podcasting als Selbsttherapie: Ein kleiner Throwback ins New York von 1982 und wie das Sprechen ins Mikrofon mir als Stotterer auch heute noch hilft.

    * Service-Tweet an den FCSP: Die Hitzeschlacht gegen Fürth steckt uns noch in den Knochen – wie wäre es mit Sprinkleranlagen für die Wetterseite auf der Nordtribüne?

    * Der Kiel-Rückblick via Mastodon: Danke an die Community für den Ticker! Erkenntnis: Wir haben wieder einen “Purpose” auf dem Platz, schießen Tore, aber defensiv war das stellenweise leider noch “shite”. Chapeau an Ben Voll, der sich festgebissen hat!

    * Ein Wunsch an Eric Smith: Bleib noch ein Jahr, hilf den jungen Spielern und drück diesem Team deinen Stempel auf.

    * Mission Essen: Leute, ihr könnt viele Spiele verlieren, aber das Pokalspiel in Essen ist fanpolitisch ein absolutes Must-Win. Verlieren verboten!

    * Raus aus Facebook: Warum der FC St. Pauli toxischen Plattformen und nervigen Trollen den Rücken kehren und ins freie Internet umziehen sollte. Kommt rüber auf stpauli.social!

    * Fettes Shoutout ans AFM-Radio für die grandiose Blindenreportage bei jedem Spiel



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    44 min
  • Hot Nord - der heiße Saisonauftakt des FC St. Pauli

    36 Grad in der Nord, 18 Grad am Fenstertisch der Taverna Plaka: Erik und Willi eröffnen die Saison — und wir sind ungeschlagen!

    Es geht um ein heißes 1:1 gegen die Gräuter mit Trinkpausen wie bei der WM, um Fürther Ultras, die leuchten wie Signalbojen, und um die Frage, warum das Millerntor bei Hitze nicht einfach mal Wasser in die Kurve gibt (Viva con Agua, übernehmen Sie). Dazu: Ben Voll als Man of the Match, 25 Flanken und eine Quotendiskussion, zugetackerte Taschen mit Nadeln drin (Transferbilanz: 3,1 Mio eingenommen, 0 ausgegeben), die Verletzung unserer Mittelfeld-Soforthilfe — und der Wunsch nach einer Hymne, die keine Hymne ist, sondern ein Breakbeat, den das Stadion selbst vollendet.

    Außerdem: die legendäre „Kein Fußball"-Anekdote, als der DFB am Millerntor eine Botschaft abhängen wollte und dabei eine bessere erschuf. Und ein Ausblick auf Kiel, wo jetzt ausgerechnet Tim Walter wartet.

    Termine: So., 15 Uhr, Altona 93 Frauen vs. Meppen (Adolf-Jäger-Kampfbahn) · 22.08. Helenenfest.

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    1 hr 25 min
  • Hooroo, Jacko!

    Jackson Irvine verlässt den FC St. Pauli.

    Was die Spatzen von den Dächern des Millerntor pfiffen ist seit Mittwoch morgen offiziell: Jackson Irvine zieht es nach Japan.

    Ich bin traurig.



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    8 min
  • 1217 - St. Pauli lebt!

    Leute, das war eine Überraschung. Heute trafen sich Willi und ich zum obligatorischen Saison-Glaskugel-Popcast - und wer kam mit? Alfetta, nun bekannt als 1217 - und er lebt. Und wie.

    Der St. Pauli Popcast mit Themen und Zeiten:

    Gib uns 1 Bier aus: https://ko-fi.com/stpop

    19.10 Uhr, Schanzenhöfe, drei Männer und ein Zettel, den keiner lesen kann: St. Pauli POP ist zurück. Aus Markus ist eine Zahl geworden, aus der neuen Sternbrücke eine gestrandete Fregatte, und die Mannschaft spielt neuerdings Karten – mit den Händen. Zwischen WM-Kater und Zweitliga-Neustart geht es um die Kapitänsfrage, die Rapsblüte als Spieleröffnung, das Reeperbahn Festival und sein verschwindendes Geld, die Molotovs im Molotow und um die Adolf-Jäger-Kampfbahn, die es in zwei Jahren nicht mehr gibt. Viel Meinung, wenig Ahnung. 1217 lebt.

    Kapitelmarken: 00:00 Wir sind wieder da · 02:45 Die Kapitänsfrage · 12:38 Die Mannschaft spielt Karten · 22:29 Verletzungssorgen · 27:20 Abschied Saliakas · 35:44 Turm, Brücke, Fregatte · 43:15 Die Molotovs im Molotow · 47:09 Support your local Club · 53:30 Die Rapsblüte · 01:03:15 U23 und Altona · 01:11:32 Jägerkampfbahn, letzter Aufruf · 01:27:53 Die Kristallkugel · 01:39:14 Infantino · 01:43:39 Atomraketen in der Schanze.



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    1 hr 48 min
  • Wacken nur mit Fußball

    St. Pauli bei Altona 93 – Fußball, wie er sein soll

    Altona, 17:00 Uhr.Eine Perlenschnur von Gewitterhuschen zieht über die Elbe. Es regnet junge Hunde.

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    Eigentlich kein Wetter zum Rausgehen, und trotzdem ist die AJK in Altona proppevoll. Hastig übergestülpte Regencapes, viel Northface (wir sind beim Fußball und in einer inzwischen wohlhabenden Gegend). Ich entscheide mich, mich zu ergeben und lasse mich in kürzester Zeit bis auf die Haut naßregnen. Denn ich weiß: das hier wird ein besonderes Spiel – das hier ist Fußball, wie er sein soll.

    „So ein Wetter hätte ich mir letzte Woche gewünscht, aber doch nicht heute“, war ein oft gehörter Satz.

    Es ist der Kontrast, der einen mit der Magie des Fußballs auflädt. Der Kontrast zur Trump-Infantino Farce in den USA, wo in überdachten und klimatisierten Stadien das große Entertainment abgefeiert wird. Wo ein Ausscheiden Millionen an eigenem Marktwert kostet, der Druck, dem Anspruch von BILD Lesern zu genügen, junge Menschen bis zur Karikatur deformiert.

    Ja, vermutllich träumen davon auch die Kicker von Altona 93, wenn sie sich mit St. Paulis 10-Millionen-Mann Fujita messen. Aber heute sind sie hier, in Altona, an der AJK, dem altehrwürdigen und todgeweihten Stadion an der Griegstraße. Längst an Immobilienhaie verkauft, springt der sanierungsbedürftige Ground dem sicheren Tod immer wieder von der Schippe. Überall Flickwerk und Holzkonstruktionen. Wundervoll morbide. Keinem Shareholdervalue gehorchend.

    St. Pauli POP lebt von dir und deinem Feedback. Abonniere uns kostenlos und lasse uns bei Gefallen ein Bier für die Stimme da …

    Wacken mit Fußball

    Es wehte ein Schauer von Festival durch die AJK, das Waten durch Bier und stellenweise Urin getränkten Matsch, die Musik, die laut und kraftvoll über das Gelände wehte — all der Regen und die lächelnden Gesichter hinter den rosa Capes.

    Übrigens, nur heute gibts die Shirts und den Merch für unseren Podcast bei Spreadshirt 25% günstiger - check it out now ...

    Wir stehen auf Hügeln und hundertdreizehn Jahre alten, sehr schiefen Treppen, trinken Bier – echtes, gutes, und wirklich lokales Bier – Ratsherrn aus der Schanze. Keine Konzernplörre, die so tut als wäre sie immer noch aus St. Pauli.

    Die ersten vier Tore schießt Altona. Die ersten beiden davon ins eigene Tor. Klar, der FC St. Pauli ist überlegen, aber einen Dreiklassenunterschied kann ich nicht ausmachen.

    Der Regen lässt ein wenig nach. Die ersten Stände mit Bier sind ausgetrunken. Irgendwie jubeln alle bei allen Toren. Ich vermute, die Schnittmenge pro FCSP und AFC liegt bei guten 93%.

    Die Becherspende geht heute an die 2. B-Mädchen des AFC. Ich treffe lauter Nachbarn, auch Eltern meiner Spielerinnen, als ich selbst noch Co-Trainer bei Altona 93 war. Und die eine Hälfte des FCSP-BVB Podcasts „@fussballliebe“.

    Am Ende siegt der FC St. Pauli deutlich und standesgemäß mit 2:6. Die sportliche Einordnung überlasse ich anderen. Vielleicht dies: Willi findet, dass unsere Nr. 4, David Nemeth, das mit dem Abwehrchef schon ganz gut hinbekommt. Und dass Fujita herausragt und ab und an durch vier Gegenspieler wie durch Slalomstangen durchdüst, war auch schön anzusehen – vielleicht ja das letzte Mal in unserem Trikot? Der große Traum mit dem hohen Preis wird für ihn wohl in Erfüllung gehen.

    Vielleicht konnte er sich ja auch ein wenig aufladen, mit der Magie des Fußballs, wie er sein soll. So wie ich und 5.000 andere Nachbarinnen.

    PS Pyro gabs auch noch. Und in der 1. HZ auch einen Hydration Break 😉

    Danke fürs Lesen und Hören. Bei Gefallen, schicke diesen Beitrag Freund*innen weiter. Dazke!



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    10 min
  • FC St. Pauli Abstieg: Wir, die die bleiben

    Als St. Pauli Fan bleibt man, wenn andere weiterziehen. Ein Essay über diesen masochistischen Kreislauf als Fußballfan.

    Jeder August riecht nach frisch erholtem Rasen, nach vertrautem (mal wieder teurer gewordenen) Billigbier; der letzte Rest der verratenen Träume schliert noch auf dem Beton der Stufen. Ich stehe wieder auf der Nordkurve des Millerntors, zusammen mit Willi, Markus und all den anderen, die ich nur aus dem Stadion kenne. Das Astra wärmt sich in meiner Hand auf, und ich schwöre mir feierlich: „Dieses Mal nicht. Dieses Mal binde ich mein Herz nicht an einen Typen, der ohnehin in zwei Jahren weg ist.“

    Aber dann kommt da so ein neuer Joel, läuft, als hätte er drei Lungen, grätscht an der Außenlinie, zirkelt den Ball in den Lauf unseres neuen 25-Tore-Stürmers (die er nie und nimmer schießen wird) – und ich, ich verdammter Idiot, fange wieder an zu lieben. Es ist eine chronische Malaise, dieses Fan-Sein. Ein immer wiederkehrender Kreislauf aus Kennenlernen, Liebgewinnen und am Ende – unvermeidlich – traurig sein (manchmal auch stinkwütend), wenn ein weiterer Spind im Bauch der Süd ausgeräumt wird.

    In diesem Sommer ist es beinahe noch schlimmer als sonst. In diesem Sommer wird nicht ein Spind ausgeräumt, sondern eine halbe Kabine. Eine Ära geht zuende.

    Vom Aufstieg, vom Klassenerhalt bis zum verdient unnötigen Abstieg. Ein Drama in drei Akten, das sich alle drei bis vier Jahre oder so wiederholt. (Ok, die Umlaufbahn eines Aufstiegs ist bei St. Pauli länger, eliptischer als anderswo, aber ihr ahnt?)

    Am 16. Mai 2026 habe ich auf genau diesen Stufen gestanden, als der FC St. Pauli die Partie gegen den VfL Wolfsburg nicht gewann und damit nach zwei Jahren wieder abstieg. Zurück in Liga zwei. Ich habe gesehen, wie Jackson Irvine, unser Kapitän, weinend in die Kurve ging, und ich habe selbst feucht-krustige Krumen in den Augen gespürt. „You’ll never walk alone“, und dann gehen sie eben doch, einer nach dem anderen. Ein Abstieg ist kein Abschied. Ein Abstieg ist ein Dutzend Abschiede auf einmal.

    Warum tue ich mir das eigentlich an?

    Der Profifußballer ist letztlich ein Nomade im Trikot. Für mich ist das Vereinswappen nichts zum Küssen, für viele Spieler schon; ist es oft nur der temporäre Briefkopf des aktuellen Arbeitgebers. Ich atme den Kiez, blinzle trotzig in den Hamburger Regen, ertrage den ranzigen Geruch ekeliger Gäste – sie folgen währenddessen einem Karriereplan.

    Wir sehen sie nicht oft am Milllerntor, die absolute Krönung der fußballerischen Heuchelei: die Wappenküsser. Oh, diese verfluchten Wappenküsser! Sie schießen ein Derbysieg-Tor, rutschen auf den Knien zur Eckfahne, treten sie theatralisch um, wenn sie eine Raute ziert, zerren unser Logo an die Lippen und spielen mir vor, sie hätten in St.-Pauli-Bettwäsche geschlafen, seit sie aufrecht gehen können, als hätten sie verstanden, was das heißt, St. Paulianer zu sein. Und in diesem ekstatischen Moment glaube ich ihnen. Ich will ihnen glauben!

    Sukuta Pasu, auch eines der Talente, denen ich mein kleines Fanherz hinterher geworfen habe, hat jüngst in einem sehr ehrlichen Interview sinngemäß gesagt: 90% aller Emotionen der Spieler sei fake; kalkuliertes Spielen mit unseren Gefühlen und Erwartungen. Warum ich gerade an Hauke Wahl denken muss?

    Hej, das ist meine selbst gewählte Tragödie. Ich bin wie ein naiver Liebhaber, der den süßen Lügen in einer durchtanzten und warmen Nacht auf St. Pauli Glauben schenkt, weil deine hübsche Brust gerade so schön wärmt. Der Fußball, diese große, zynische Maschinerie, die mich jede Saison aufs Neue verführt und mich dann mit einem Händedruck des Sportdirektors und den Worten „Ich suche eine neue Herausforderung“ auf die Straße setzt.

    Und doch wäre es zu billig, nur den Spielern den Schwarzen Peter zuzuschieben. Ein Abstieg legt die Mechanik gnadenlos offen: Es ist nicht immer der Spieler, der geht. Manchmal ist es die Tabelle, die ihn vertreibt. Ein Fujita, der mit zehn Millionen Euro Marktwert in der Bilanz steht, ist für einen Zweitligisten kein Mensch mehr, sondern ein Posten. Wer absteigt, muss verkaufen, um zu überleben. Die Liebe der Kurve und die Kassenlage des Vereins stehen plötzlich auf verschiedenen Seiten. Und ich, der ich den Spieler halten will, weiß insgeheim: Genau dieser Verkauf finanziert vielleicht die drei Neuen, die ich im Januar wieder lieben werde.

    Bleiben und Gehen – zwei Sprachen, die einander nicht verstehen

    Die Ziele könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Profi sucht den nächsten Vertrag. Er jagt die Bundesliga oder noch forscher die Premier League, das Handgeld, die Villa mit Pool auf Mallorca, das Appartment in Dubai im schlimmsten Fall oder die letzten dicken Dollar der Karriere in St. Louis. Ich kann es ihnen kaum verdenken – ihre Knochen haben ein Verfallsdatum. Für sie ist Nostalgie ein Luxus, den sie sich nicht leisten können. Ein Saad, den zwei Jahre lang Bänder und Muskeln verraten haben und der dann doch in die Bundesliga nach Augsburg geht; ein Treu, der dorthin zurückkehrt, wo er herkam – sie tun nichts Verwerfliches. Sie tun nur das, was ihr Beruf von ihnen verlangt: weitergehen, bevor der Schiri die Karriere abpfeift.

    Widersinnig suche ich Beständigkeit in einer Welt, die sich rasend schnell dreht. Ein ewiger Romantiker, der versehentlich in einem knallharten, absurden Millionenbusiness gelandet ist. Wenn ein Burgstaller seinen Koffer packt, wenn ein Kyereh oder Hartel die Segel streicht, wenn ein Vasilj nach fünf Jahren unter Tränen Tschüss sagt, dann reißen sie ein Loch in mein Wochenendritual. Es fühlt sich an wie ein kleiner Verrat, selbst wenn es keiner ist.

    Aber es gibt sie eben doch, die andere Seite der Medaille. Es gibt die, die bleiben, obwohl sie gehen könnten. Jackson Irvine, der Kapitän, hat es nach dem Abstieg in zwei Sätze gepackt: „Ich werde hier sein. Das ist meine Heimat.“ Er wohnt nicht weit vom Stadion, seine Frau ist im Viertel verwurzelt, und er hätte allen Grund, sich in der zweiten Liga nicht weiter aufzuhalten. Er bleibt trotzdem. Und genau das macht ihn für mich wertvoller als jedes Zehn-Millionen-Angebot, das für einen anderen hereinflattert. Loyalität ist im Profifußball kein Naturgesetz, sondern eine Entscheidung – und sie ist umso schöner, je seltener sie vorkommt.

    (Dass ein Profi, der sich auf uns einlässt, zu Recht für sich reklamieren kann, ein Teil von St. Pauli zu sein, uns dann aber anders enttäuscht, soll hier nur am Rande erwähnt sein – vgl. meine Artikel zu Jackson Irvine)

    Vielleicht ist das die ehrlichste Lektion, die mir der Fußball beibringt: Dass Bleiben und Gehen keine moralischen Kategorien sind, sondern nur zwei verschiedene Antworten auf dieselbe Frage – was ist mir dieser Ort wert? Der Spieler beantwortet sie mit seiner Karriere, ich beantworte sie mit meinem Bleiben (auch wenn das in diesem Verein wahrlich nicht immer ein Vergnügen ist – und da können die Spieler nix dafür). Wir kommen einfach zu verschiedenen Ergebnissen, weil wir verschiedene Ideen über den Fußball in unseren Körpern tragen (die sich auch fulminant unterscheiden, btw ;).

    Wir sind das Gebäude, sie sind die Mieter

    Ich bin derjenige, der bleibt. Der Verein ist das Gebäude, die Spieler sind Feriengäste. Vasiljs Abschiedsworte – „Es waren fünf wunderschöne Jahre, an die ich mich immer erinnern werde“ – sind echt, und trotzdem zieht er aus. Das ist keine Heuchelei mehr, das ist einfach die Wahrheit zweier Menschen, die sich für eine Weile dieselbe Adresse geteilt haben. Die Mieter wechseln, das Haus auf der kleinen Insel steht unbeirrt im Westwind, der erbarmungslos in unsere zugige Ecke weht.

    Liebe und Fantum kann auch übel riechen. Dann, wenn Kontroll- und Besitzansprüche dazu kommen. „Ich bezahle Dich, also performe“ ist der gängigste. Das Schimpfen auf Millionarios, die nur ihren Egointerssen dienen, das Symptom.

    Davor sind in Zeiten, da Präsidium und AR aus Fans bestehen, auch Aufsichtsräte nicht gefeit.

    Einziger Ausweg: bewusste Romantik

    Romantiker unterscheiden sich vom Zyniker dadurch, daß der Romantik die Enttäuschu…



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    24 min
  • Jackson Irvine forever?

    Jackson Irvine ist vieles gleichzeitig: Posterboy des FC St. Pauli, Reizfigur, Leader und Kapitän, Absteiger, Verletzt und WM-Fahrer. Er wäre gerne Modeikone, seine Frau wäre wohl gerne poshy Modezarin. Beide leben im Viertel und verkörpern das moderne St. Pauli so intensiv, dass es manchmal weh tut.

    Und es kann passieren, daß Jackson Irvine einfach bleibt. Für immer. Das sagte mir zumindest Alfetta in einem unserer Podcasttelefonate ohne Aufnahme.

    Anlass war der rüde Angang von Sportchef Bornemann auf die Aussage von Jackson Irvine, dass sich alle Führungsfiguren im FC St. Pauli doch bitte nach diesem Abstueg hinterfragen sollen — und dass er anstreben, seinen Vertrag hier zu erfüllen.

    „Es sind auf allen Ebenen Fehler passiert, diese müssen aufgearbeitet werden. Wir haben zwei Jahre etwas aufgebaut, im dritten Jahr haben wir es eingerissen.„

    Getroffene Hunde beißen, meint Alfetta, und fügt hinzu: Für Bornemann und Oke ist Jackson Irvine eine Bedrohung. Wer weiß, vielleicht wird er ja bald Aufsichtsratsmitglied oder sogar Okes Nachfolger? Genosse ist er ja schon.

    Jackson Irvine triggert das FCSP Establishment. Und zwar auf vielen Feldern.

    Sportlich untadelig: da hat man einen Trainer, der öffentlich die Mannschaft disst, währenddessen Irvine mit einem kaputten Fuß aufläuft, um die Mannschaft (die offenkundig keine ist) zu stabilisieren. Auf Kosten der eigenen Gesundheit, ja mit dem hohen Risiko, seinen Traum von der WM deswegen platzen zu sehen. Soviel Engagement kann auch anecken.

    Im Viertel verwurzelt: Irvine lebt im Viertel und hat wohl auch vor, hier auf St. Pauli zu bleiben. Seit Fabian Boll habe ich keinen Profi in braunweiss öfter auf der Straße oder auf Vernissagen getroffen als ihn.

    Politisch unbequem: am meisten hat sich unsere aktive Fanschaft und das aus ihr bestehende Establishment im Aufsichtsrat an Jacksons Haltung zu Palästina gerieben – ich auch. Hinter dem Konflikt steht aber auch eine ambivalente Haltung kritischen internationalen Stimmen gegenüber. Kurz: Wer die Deutungshoheit der etablierten FCSP-Szene infrage stellt, kriegt eins aufs Maul.

    Jackson Irvine probt derweil, wie es es sich in einem Aufsichtsrat anfühlt – erst einmal bei Lemonaid und nicht in unserem – aber, was nicht ist, kann ja noch werden …



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    16 min
  • FC St. Pauli: Ein Endspiel de Poitrine

    Manche Podcasts muss man vom Ende her erzählen - so wie wir diese Saison in Zukunft auch vom Endspiel aus erzählen werden - egal, ob die jüngere Generation ihren Stuttgarter Kickers Moment bekommt, wir die “Konzernwölfchen” mitreissen in Liga 2 oder das Drama noch eine vordergründig erfolgreiche Wendung nimmt.

    Toby, frisch nominierter Podcastpreisfinalteilnehmer - auch n Endspiel -, und Erik sprechen über das kuriose Finale der Bundesliga Saison 2025/26. Und auch wieder nicht, denn wir mäandern lieber um das Thema herum (keine Angst, wir kommen noch zu Beef des FCSP), sprechen über Klaas (von Joko und Klaas und das Bandphänomen des Jahres, Angine de Poitrine.

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    Was das mit dem FC St. Pauli zu tun hat und warum das kein Punk ist, den wir uns fürs Stadion wünschen, hört ihr hier.

    * Außerdem:- Ja, wir sprechen auch über Bornemanns versalzenen Kader

    * Ja, auch über Alex Blessin

    * Und die Parallelen zur Abstiegssaison 2010/2011 DERBYSIEG und den fehlenden Fluch, der am Ende …

    * oh Wunder fehlender Teamgeist statt hsv-initiiert war

    * Und eben über Musik …

    Ach, und das hier wünschen wir uns im Stadion:



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    1 hr 32 min
  • Jackson Irvine auf Kloppos Spuren - FCSP Spielertrainer jetzt!

    Bonusfolge zu meinem Podcast: FC St. Pauli im Abstiegskampf

    Bornemann drücke den Reset-Knopf. Blesssin hat fertig; wir brauchen für die beiden Vorbereitungsspiele fürs Endspiel gegen Wolfsburg einen Impuls an der Seitenlinie.

    Toby, unser Co-Host im POPcast, bringt Jackson Irvine ins Spiel - und das finde ich gut. Auf Kloppos Spuren beim Heimspiel ausgerechnet gegen Mainz 05! Das passt doch!

    Bornemann, erlöse Alex und die Boys und uns - machet!

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    11 min

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Was ist der St. Pauli POP Podcast?: “Ein launiges Tribünengespräch über den FCSP, die Mannschaft, das Viertel, Musik und Anekdoten rund um St. Pauli.”

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